Sie sind auf Seite 1von 8

Instrumentenkunde!

1.) Sammlungen v. Instrumentenkunde


– bis 1800 z.B. Herzog Albrecht v. Bayern, Agostino Amadi (Venedig 16.Jhrd), Ferdinando
Copsi (Bologna 17. Jhrd)
– bis heute: z.B. Halle Händelhaus, Markneukirchen Gewerbemuseum, Eisenach Bach-Haus

2.) Schriftliche Abhandlungen


– Sebastian Virdung „Musica getutscht und ausgezogen“ (1511)
3 Gruppen: mit Saiten bezogen, Hole Rohre mit Wind geblasen, aus Metall oder anderen
klingenden Materialien gemacht
– Michael Praetorius „Syntagma Musicum“ (1619)
Instrumente, die besaitet oder mit Luft geblasen werden, Percussa – klopfendes Instrumente
– Martin Merselle „Harmonie universelle“ (1636)
4 Gruppen: Saiteninstrumente, Blasinstrumente, Schlaginstrumente, Orgeln
– Athanius Kirchner „Musurgia universalis“ (1650)
Saiteninstrumente (Klaviere, Zupf/Streich, Harfen), Blasinstrumente (Flöte, Blechblas,
Rohrblatt, Orgeln), Schlaginstrumente (Xylophone, Glocken, Trommeln)
– Victor Mahillon (1888) – AUFTEILUNG NACH ART D. SCHWINGENDEN KÖRPERS
Chordophone, Aerophone, Membranophone, Autophone
– Erich von Hornbostel und Curt Sachs „Systematik der Musikinstrumente“ (1914)
Chordo, Aero, Membrano, Idio

3.) Epochen
– Steinzeit: Schraper, Flöten, Tontrommeln, Rasseln
– Bronzezeit: Lure, Musikbogen, Carynx
– Ägpitsche/Griechische Hochkultur: Glocken, Hydraulis, Harfen, Lauten, Cornu
– Mittelalter: Pfeife, Horn, Orgel, Glocken, Klappern, Nacaires, Leier, Harfe, Fidel, Drehleier
– Renaissance: Schalmei, Krummhorn, Zink, Serpent, Klavichord, Cembalo,
– Barock/Klassik: Oboen, Klarinetten, Zugposaune, Waldhorn, Hammerklavier
– Romantik: Ventile für Blechbläser, Saxophon, Akkordeon, Pedaharfe
– Gegenwart: Synthesizer, Elektrogitarre ..

4.) AKUSTIK
– Beginn 3.Jahrtausen v. Chr. In China
– Antike: Griechenland: PHYTAGORAS von Samo
– Europ. Mittelalter: Boethius – Rom „De institutione musica“
– ab Renaissance: daVinci, Galilei, Chladni

– Grundlage aller Tonsysteme ist OBERTONREIHE


– Problem: Töne d. Obertonreihe nur für einen Grundton (Fis von D ist nicht Fis von H) →
Frequenz unterschiedlich

Pythagoras:
– Grundintervalle: Oktave, Quarte, Quinte
– Oktave= Quinte + Quarte
1:2 = (2:3) * (3:4)
– Ganzton = Quinte – Quarte
(8:9) = (2:3) * (3:4)
– Addittion = Multiplikation / Subtraktion = Division
– auf Quinte baut alles auf – 7 Quinten auf einander= Durtonleiter (transponiert in Oktave)
– PHYTAGORÄISCHES KOMMA: 12 Quinten sind nicht 7 geschichtete Oktaven
(2:3)hoch12 sind nicht (1:2)hoch7
– Komma beträgt 23,5 Cent (1 Cent = 1/100 Halbton)
– Versuch Komma auszugleichen mit temperierter Stimmung
Andreas Werckmeister und die wohltemperierte Stimmung:
– 1691 erste gleichschwebende Stimmung
– keine reinen Terzen mehr → alle Quinten etwas anders gestimmt, sodass 12 Quinten wie 7
Oktaven sind → his ist wie c
– Oktave hat ab jetzt 12 Halbtöne, die temperiert sind → Quinten nicht mehr rein
Johann Philipp Kirnberger
– Schüler von Bach, der durch WTK sehr an wohltemperierter Stimmung interessiet war
– 1766 erste eigene Stimmung von Kirnberger
– Quinte D-A wird um SK zu eng gestimmt und Quinte FIS-CIS um Schisma (1/12 d. PK) zu
eng → alles andere bleibt rein → Quinte D-A unbrauchbar

Didymos:
– reine Terz: 4:5 (ist nicht wie bei Phytagoras (8:9)hoch2)
– → Syntonisches Komma = unterschiedliche Ganztöne (wie aus Obertonreihe ergeben)
– → Ausgleichsversuch mit Mitteltöniger Stimmung (Terzen und Oktaven rein, Quinten enger
gestimmt → letzte Quinte eigentlich Sexte „Wolfsquinte“ - unbrauchbar)

REINE STIMMUNG ERGIBT SICH AUS OBERTONREIHE – Problem: sobald Töne dazu
kommen, die nicht in Grundtonart vorkommen, klingt es schief

PHYTAGORÄISCHE STIMMUNG = 6 QUINTEN (2:3) GESCHICHTET – Problem: Terz besteht


nach Obertonreihe nicht aus 2 * (8:9), sondern aus (8:9) * (9:10) → 3. Ton zu groß (phytagoräische
Terz) → dadurch wird Sekundschritt zwischen Ton 3 und 4 zu klein → reine kl.2 = (15:16) →
Phytagoras = (243:256)

→ ES GIBT 2 ARTEN VON KLEINEN GANZTÖNEN → SYNTONISCHES KOMMA


8./9 Teilton weiter voneinander entfernt, als 9./10. → Vergleich frequenz: Verhätnis 80:81

Schall: mechanische Schwingungen und Wellen eines elastischen Mediums


Klang: hörbarer Schall aus Grundton und Obertönen, wiederkehrendes Wellenmuster, ganzzahlige
Verhältnisse d. Teiltöne → harmonisch, eindeutige Wellenlänge
Geräusch: keine periodisch ablaufenden Schwingungen, uneindeutige Wellenlänge, nicht
ganzzählige Verhältnisse d. Teiltöne → unharmonisch
Ton: einzelnes Schallereignis mit bestimmbarer Grundfrequenz, das mehrere Sinustöne enthält
Parameter eines Tons:
Tonhöhe: abhängig von Frequenz
Lautstärke: abhängig Frequenz, Amplitude und Intensität d. Schwingung
Klangfarbe: Gemisch aus Obertönen, Grundton, Rauschanteil usw
Anfang/Ende: Ein/Ausschwingungsvorgang

Unterschiedliche Schwingungsweisen d. Luftmoleküle: Transversal - Longitudinal

5.) Idiophone
– Instrumente, die Töne oder Geräusche durch Eigentschwingung hervorbringen
– brauchen keinen extra Resonator
– Schwingungserzeuger ist gleichzeitig Schallstrahler
– Rhytmusinstrumente meist aus Holz, Metall, Stein

mittelbar/unmittelbar: Schlägt Spieler Instrument direkt → unmittelbar


schlägt Spieler Vorrichtung oder „Verpackung“, in der klinende Körper sind → schütteln, bewegen

Stimmgabel:
– vermutlich erfunden um 1711 von John Shore
– weich angeschlagen erzeugen sie fast Sinuston (440 Hz)
– Gabelenden transversal, Stiel longitudinal
– 15. - 17. Jhrd Stimmton bei 426 Hz

6.) Membranophone
– bestimmender Klangerreger ist gespannte Membran (Tierhaus, Papier, Blase)
– abhängig von Größe und Spannung d. Fells, Art d. Resonanzraums
– schwingen transversal, trotzdem unharmonische Eigenresonanz → eher Geräusch als Klang
Moden:
– Membran schwingt → Schwingungsart = Modus
– wird zu Knotendurchmesser und Knotenkreis d. Membran
– Mode wird gekennzeichnet durch 1. Anzahl d. Knotendurchmesser 2. Anzahl d. Knotenkreis

Pauke:
– parabolischer, halbkugelförmiger Resonanzkessel aus Kupferblech, Membran aus gekerbtem
Kalbfell
– bis 15. Jhrd mit Schnurspannung
– bis 16. Jhrd mit Schraubenmechanik
– ab 19. Jhrd maschinell

7.) Chordophone
– Ton durch Vibration v. Saiten
– Saiten gespannt zwischen 2 Punkten
– Teil in Luft in Schwingung versetzt – Spannung, Stärke, Länge, Material!
– Zupfen, Anreißen, Streichen, mit Hämmern in Bewegung
– braucht Resonanzkörper → sonst zu leise (Saite hat zu geringen Durchmesser, und Schall
muss an Luft weitergeleitet werden)
Zithern: einfache Chordophone, die entweder allein Aus Saitenträger mit Saite, oder aus
zusätzlichem Resonanzkörper bestehen
- mit oder ohne Griffbrett!!

Psalterium: Brettzither ohne Griffbrett


– wichtiges Zitherninstrument im Mittelalter
– mit Fingern oder Stäbchen gezupft oder geschlagen
– Resonanzkasten als Trapez, Schweinekopfform, Flügelform

Hackbrett/ Pantaleon: Brettz. Ohne Griffbrett


– 17-19. Jhrd beliebt in adligen Kreisen
– mit Hämmern oder Klöppeln geschlagen

KLAVICHORDE: Brettzither ohne Griffbrett mit Klaviatur


– Metallstift teilt Saite und Filz dämpft → Tagentenmethode
– Gebundene Klavichorde: 5 Tasten an eine Saite → nicht zusammen spielbar
– Bundfreie Kl: jeder Taste wird mindestens eine Saite zugeordnet → uneingeschränkt spielen
– DYNAMIK MÖGLICH, KANN WEITERHIN AUF TON EINFLUSS NEHMEN, GUT
ZUM MITNEHMEN
Kielinstrumente:
– Federkiel reisst Saite an
– DYNAMIK NICHT MÖGLICH, 4-8-16-FUSS, NUR TERASSENDYNAMIK
– Cembalo, Spinett, Virginal
Cembalo: - Register, 17. Jhrd große Beliebtheit, vom Dirigenten gespielt, Generalbassinstrument,
Schwingungen auf Hohlraumresonator übertragen

„Gravicembalo col piano e forte“ von Bartolomeo Cristofori (1698)


– mit Leder überzogener Hammer
– verwendete schon 2 Saiten und ab 1722 den una corda Mechanismus
– Gottfried Silbermann (1683‐1753) und sein Bruder Andreas Silbermann (1678‐1734)
entwickelten die Prellmechanik
Hammer wurde auf Taste montiert in entgegengesetzter Anordnung zur Cristofori‐Mechanik
– Johann Andreas Stein verbesserte Prellmechanik → DEUTSCHE MECHANIK – leichtes,
perlendes spiel
– Andreas Streicher → WIENER MECHANIK
– Christian Zumpe (London) – STOßMECHANIK
– Sébastién Érard → REPITITIONSMECHANIK (1821)
– 1825 erster Gußeisenrahmen (früher Holzkasten‐Konstruktion; moderne Flügel erfordern
Saitenzugkräfte von ca. 20 Tonnen)
1826 Hammerköpfe mit Filzbelag
1867 Weltausstellung in Paris – Gußeisenrahmen festgelegt mit kreuzsaitigem Bezug
1880 Klavierentwicklung im wesentlichen abgeschlossen
– Streichklavier „Nürnbergisch Geigenwerk“
→ Hans Haydn 1575 → Saite wird durch Rad gestrichen → 2 Spieler → Einer, der Taste
drückt, einer, der Rad dreht

ZUSAMMENGESETZTE CHORDOPHONE

Trumscheit: - Verbesserung d. Monochord → Saiten nicht auf Brett gedrückt, sondern nur aufgelegt

Leiern: - Saite parallel zu Resonanzkörper

Harfen: - Saiten senkrecht zu Resonanzkörper


– ab Mittelalter 2 Typen: Romanisches harfe/ Gotische Harfe
– heutige Harfe : doppelpedalharfe → Doppelpedalharfe von P. J. Cousineau und Sebastian
Erard → um 1810 erdacht und 1820 endgültig festgelegt
– 7 pedale, kann man 2x treten → für jeden Ton ein Pedal
– in CES-Dur gestimmt – 6 ½ Oktaven

LAUTENINSTRUMENTE

Sattelknopf = Knopf in der Unterzarge, an dem der Saitenhalter befestigt ist


Querriegel = auf die Decke geleimte Leiste, an der die Saiten befestigt sind

Sattelknopfinstrumente:

Rebec:
– Sattelknopf, im Mittelalter,

Drehleier: - Saiten mit Kurbelrad angestrichen, Melodiesaiten durch Tangenten verkürzt, Bordun
schwingt immer mit

Schlüsselfidel/Nyckelharpa: mit Bogen gestrichen, Tonhöhe mit tasten bestimmt


Unterschiede Gambenfamilie/ Violinenfamilie
Gamben haben Bünde, Corpus nach oben gezogen

Querriegelinstrumente:
– Saiten durch Zupfen schwingen, gewölbter Korpus mit flacher Decke, oder gänzlich flach
Laute:
– Renaissance
Mandoline: - kleiner als Laute, in wiener Klassik, in Italienischer Volksmusik
Neapolitanische Mandoline! 4 Doppelsaiten g,d,a,e, mit Plektron gezupft, weitesten verbreitet bis
Wiener Klassik

Gitarre:
– Ursprung unbekannt, wahrscheinlich spanische Volksmusik
– Konzert,- Flamenco, Western gitarre
– Bassgitarre
Egitarre: - 1944 von Leo Fender
– Verstärker notwendig, wird elektrisch abgenommen → Stahlsaiten erforderlich
– Verzerrer, Wah-Wah, Tremolo, Vibrato

8.) Aerophone

– schwingende Luftsäule
– benötigen Resonator (längliche Röhre), Energiequelle,
Trompeteninstrumente:
– durch gespannte Lippen d. Bläsers
– Klangfarbe: Form d. Mundstücks (Trichter, Kessel), Form d. Rohres (zylindrisch, konisch),
Mensur (Verhältnis Länge und Durchmesser Rohr), Form Trichter
Geschichte:
– Antike/Mittelalter: Karnyx, Salphinx, Littus, Busine
– Barochtrompete
– Form der Trompete um 1500 fest, bleibt bis ins 19.Jh.
zylindrisches, bügelartiges Rohr mit konischer Erweiterung erst kurz vor der Stürze
Mundstück kesselförmig
Blütezeit des Trompetenspiels zwischen 1600 und 1750 ohne Hilfsmittel
bevorzugtes, kunstvolles Spiel im Clarin‐Register (vom 8. Naturton aufwärts)
nach 1750 Neuerungen einbezogen (Zusatzstücke, Inventionstrompete, Klappentrompete)
Erfindung der Ventile um 1830
– Posaune = tiefe Trompete, 6 Züge = 3 Ventile, 1450 aus Zugtrompete in Burgund
– Hörner: konisch!
Tierhorn, Luren, aus Elefantenstoßzähnen, mit Grifflöchern: Zink, Kontrabasszink=Serpent,
Klappenhörner, Ophikleide, Kornette ab 1820, Flügelhorn, Tenorhorn, Bariton, Tuba,
Wagnertuba, Sousaphon, Euphonium
– Waldhörner mit verschiedene Stimmbögen für verschiedene Stimmungen

Flöten:
– Luft an Schneidekante geteilt → Luftsäule in Bewegung
– Längs- Quer-, Gefäßflöten
– Blockflöten: verkehrt konisch gebohrt, Holz oder Elfenbein
– schon prähistorisch (Knochenflöten)
– Mittelalter: Panflötenähnlich, Blockflöten, Einhandfflöten, Doppelflöten
– noch zylindrisch gebohrt und aus einem Stück
– seit Barock: aus 3 Teilen, umgedreht konisch, Gabelgriffe = Chromatik, Daumenloch
– Flageoletts: England und Frankreich 17-18Jhrd. → wie Blockflöte mit sehr schmalen
Schnabel
Querflöten:
– im Barock Blockflöte und flauto traverso (querflöte)
– 18. Jhrd. → verdränung Blockflöte
– vor 1720 Blockflöte als Orchesterinstrument, danach üblicherweise Querflöte
– Renaissance: zylindrisch, zweiteilig
– Barock: konisch, dreiteilig
– Orchesterquerflöte: mehrere Teile, Klappen
– Quantz! → Flötenlehrer Fr. d. Großen → viele Konzerte geschrieben
– Böhm-Flöte: prägte heutige Form → Klappen für Chromatik 1832

Doppelrohrblattinstrumente:
– zylindrische Instrumente klingen Oktave tiefer , gerade Führung oder Abknickung ,
Windkapsel?
– Vorgänger: Aulos, Bombarde, Pommer, Schalmey
– 1690 Umformung Mundstück – überblasen ist möglich, mehr Klappen
– Oboe da Caccia, Oboe d`amore, Tenoroboe, Sarrusphon, Baritonoboe, Heckelphon, Dulzian

Klarinette: - 1700 Johann Denner erfunden, ab 1750 Einsatz Orchester, Böhm-Mechanik übertragen
Saxophon: - 1840 Sax, Einsatz Orchester: Bolero, Turandot, Berg Violinenkonzert