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97-84010-7

Lessing, Theodor

African Spir's
Erkenntnislehre

Glessen
1900
MASTER NEGATIVE #
COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES
PRESERVATION DIVISION
BIBLIOGRAPHIC MICROFORM TARGE T
ORIGINAL MATERIAL AS FILMED - EXISTING BIBUOGRAPHIC RECORD

Lessirig, Theodor, 1378-1933,


Box 10 African ;:piF<a erkenntnislehre.
Gies!?en,M{in-
chow, 1900,
127 p. fold. table.
23 om.

Thesls, Erlangen.

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Universitv Utr^
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TRACK1NG#: MSH20146
African Spirs Erkenntnislehre

Inaugural-Dissertation

Theodor Lessing.
African Spir's Erkenntnislehre

Inaugural-Dissertation

zur

Erlangung der Doktorwürde


der

Hohen philosophischen Fakultät

der

Königl. Bay^. Friedrich Alexanders* Universität zu Ejlangra

vorgel^ von

Theodor Lessing
aus Hunover.

Tag des mtkodlidien Esuunens: 19. Jidi 1899.

GIESSEN 1900.
V. MOncbow'scbr Hof- u. Univcrsitfttadruckerei ^O. Kindt),
Die Erkenntnislehre Afdcan Spir'&

Aao^dmmg des StattcBt

L Teil:
Cap. I« Das Leben Spir's.
Cap^ a. Büriiographbches.
a) Verzdchnis der Schriften Spir's.
b) Kritisdie Obmicht det Schriften und Aufsätze über
Spir.

JL Teil: Die Erkaintmddire Spir's.

Cap. I. Das Wesen der Vorstellung.


Vorbemerkung: Die Gewissheit des Denkens.
§ I. Unterscheidung von Vorstellung und Vor-
gestelltem.
§ 2. Die Abnormität des Vorstellungslebens.
§ 3. Überblick über die bisherigen Systeme der
Erkenntnislehre.
Cap. 2. Die logischen Gesetze.
§ I. Der Satz der Identität
§ 2. Der Satz des Widerspruchs.
§ 3. Das oberste Denkgesetz.
A. Seine Erläuterung.
B. Seine Begründung.

§ 4. Über die «fundamentale Antinomie*.

HL Teil: Folgerungen und kritische Bemericung^


I) Die Kritiken von Caspari und Laas über Spirs
Er-
kenntnistheorie.
Das letzte Resultat dieser Erkenntnistheorie.
3) Die historische SteUung dieses SyMons.
Die Kritik
von Lipps.
4) Die CoDtroverse zwischen Knauer und Spir.
5) SteUung zu den gleichzeitigen philosophischen
Systemen.
6) Ausblick auf Ethik und Religionndiaosophie
7) Kritik.

IV. Teil: Tabellarische Übersicht über Systra.


ViU des Verfassers.
Namenregister.

Omer al Raschid Bey


dan Frainde und Phik>6<^>fa».
L TeiL

Q^). I. Das Leben Spirs.

Cap.a. BBifiograpUsdies.

a) Die Schriften Spirs.

b) Die Schriften über Spir und ihre Kritik.

htfs^ ifin^ hmooß Mfm


1.

Biographisches.

Die südrussischen Steppen sind Einöden. Stunden-


weit kein Baum, kein Strauch, kein Wasser. Endlose Haide,
dichtes Gras, toter gelber Sand und darüber schwerer
Himmel*
eine grüne Oase: ein einzelnes Ge-
Nach Tagereisen
höft, arme Dörfer oder kleine schmutzige Städte. Das
Volk, das dort wohnt, ist dumpf und roh, voll Fatalismus
und Aberglauben, ohne rechte Fähigkeit zur Freude.
Ihr armes Leben, die Weltabgeschiedenheit und
Formenarmut ihres Landes zwingt sie, aUe Kräfte ins eigene
Innere zu kehren.
Induktive Wissenschaften, plastische Künste und
praktische Lebenserfehrung gedeihen hier schlecht; aber
die Beschränktheit der sidi bietaiden Assoziationen, der
Mangel an Anschauung lassen um so üppiger Grübe!«
und scharfsinnige Spekulationen aufkommen.
Dieser Boden zeugtemusikalische und religiöse Talente.
Allen gemeinsam ist die meUmcholische Grundstimmung
und Abkehr von der Welt des Empirischen . .

Afrikan Spirwurde am 15. (nicht 13.) November


1837 in Südrussland, im Gouvernement Kherson geboren,
auf dem Gute seiner Eltern Spirowka, zehn russische Werfte
(sieben Kiioineter) entfernt von der Suult JeUsawetgrad.
— lO —
Sein Vater
Alexander Alexandrovich Spir war Die Kinder waren trotz der st!H*ken Constitution
damals 65; seine Mutter
45 Jahre alt vier Knaben und ein
Es waren
Alexander Spir war Arzt und galt in der beider Eltern schwächlich.
Gegend für
ein Original.Als Anhänger der damals noch neuen Mädchen, welches den Namen Charitis erhielt und mit
hedkunde schlief er Winters und
Natur-
Sommers unter freiem 23 Jahroi als Ga^ des FOrstoi Phüii^ Jewach<^ starb.
Himmel. Es heisst, er habe seinen Auch die Brüder Spirs starben vor ihm, dem Nachgeb(Mrenen;
Kranken, wenn er sie
in schlechtgelüftetem einer von ihnen, der zwanzig Jahre älter war als der Philo-
Zimmer fend, oft die Fenster einge-
schlagen. soph und 1841 starb, Aristanrch Alexandrovich war ein
Sein Leben war bewegt.
b^abter Dichter und hiaterliess verschiedene belletristische
19 Jahre alt (1791) den Staatsdienst. Er
trat er in
wurde m Moskau als ausserord. Prof. der Werke.
und übersetzte als solcher die deutsche
Physik angestellt
Die Kinder erhielten Vater Namen aus
vom dm
Physik von Meyer dem und letzten suchte er
fünften
ms griechischen Kalender;
Russische. Er bekleidete femer ärztliche Ämter in
Kalouga und Astrachan, leitete später Hospitäler dea seltensten Namen Airican aus. „Mein Vater machte
in Nicolaief
und Odessa und bereiste 1820 Sibirien sidi das oiriose Verg^Ogen, fiür mich den sonderbarsten
und Kamtschatka,
um eme dort herrschende Epidemie zu studieren.
Namen auszuwählen, den der alte griechisdie Kalender
Er enthält. Er nannte mich African, was mir nicht wenig
erhielt zahlreiche Orden und den Adel, machte sich aber
schhesshch (1Q36) missliebig dm-ch ein Unannehmüchkeit bereitete, da die Menschen ja in ihrer
Buch, in welchem
er die offizieMe Medizin angriff. Ekdalt immer geneigt sind, über alles Ungewöhnliche zu
Als dies Werk verboten
konfisziert und unterdrückt stutzai.*
wurde, übersetzte er es ins
t ranzösische und brachte Afncan Alexandrovich erwuchs auf dem dnsamen
es in Paris unter dem Titel
.Certitude en M6decine« neuerdings Gute in den Steppen unter der Obhut einer französischen
in den Druck; der
Erzieherin. Er war ein frühreifes, zartes Kind. Mit fünf
J^ter Gmzot versprach die Arbeit zu prüfen; doch
blieben die Reformversuche erfolglos. Jahren las er allabendlich Mutter aus dem Evan-
Er zog sich in
die russische Steppe zurück gelium vor.
und zu der Zeit wo African
Alexandrovich Spir heranwuchs, Aus den Knabenjahren sind vielleicht einige kleine
war sein Vater durch Er hatte die leb-
Züge wert, aufgezeichnet zu werden.
Misserfolge verbittert und
griesgrämig g^en Edelsteine und Leute, die Schmuck
Aversion
hafteste ;

Grösseren Einfluss als der alternde trugen« warm ihm so unsympathisch, dass das Kind bei
Vater übte die
Mutter auf ihn. Sie war Griechin Hirem Anblick weinte. Er behielt auch später die Meinung,
und hiess Helena Aree-
nowna Poulevich (Paulewitsch); Tochter dass der Schmuck ein barbarischer Atavismus sei.
eines bekannten
Malers, der m Russland grosse Güter Er neigte stets zu Contemplation und Einsamkeit,
und Leibeigene besass.
Sie war sehr schön und sehr fromm. hatte grosse träumerische Augen und lange schwarze Locken
Der russischen Sitte
gemäss gehörten die fünf Kinder der und h^lt üch wie zarte Kinder von andere KjQ^l»en fam.
Religion der Mutter
an und wurden im orthodoxen, In seinen spärlichen Aufzeichnungen sagt er von seino*
griechisch-katholischen
t»iauben erzogen, obwohl der Vater Kindheit: „Man hat schon oft gesagt, dass die Kinder ein
Lutheraner war
dichterisches Gemüt haben ; ich. meinerseits möchte sogar
— la —
- 13
-
bezweifeln dass die
erwachsenen Dichter eine solch
poetische Empfindung besitzen September
wie ein Kind, welches nicht zur Verteidigung von Sebastopol verwendet Im
gerade geistesarm ist, wenn ich Sebastopol geschickt und nahm
bedenke, welchen Zauber 1855 wurde auch Spir nach
die doch arme Natur den
meiner Heimat auf mich ««»uö«;
ausObte in m am Kampfe um den berühmten Malakowturm teil,

memer Kindheit". - General Todleben errichtet hatte. Er führte


sich tapfer,
Nach und wurde zwei
Sitte
der russischen Aristokratie wurde
der entging Gefangenschaft vmd Verwundung
Knabe für
Mal dekoriert. In derselben Zeit kämpfte auch Leo
die Armee bestimmt und
mit acht Jahren in ein Tolstoi
Alumnat gethan, eine Art Cadettenanstalt. Offizier der Infanterie, sein Ge-
Er war ein in Sebastopol als junger
musterhafter Zögling. wurde.
Sein Fleiss und seine Reife setzten sinnungsgenosse, der nachmals so berühmt
Lehrer m Erstaunen. Mit
die
14 Jahren verfid er in eine Ab Alexander II. zur Regierung kam und am 30. März
schwere rehpöse Krise; in dieser kam Spir,
Zeit lag er oft stunden- 1856 der Congress in Paris den Frieden diktierte,
welcher inzwischen Offizier geworden war, um seinen Ab-
lang auf den Knieen im Gebete.
Er äusserte den Wunsch
ms Kloster zu gehn. Sein Vater grossem Wider-
bekämpfte streng diese schied ein, da ihn das Kriegsleben mit
Neigungen und übergab ihn der
Marineschule zu Nikolaijeff. willen erfüllt hatte.
Indessen fuhr er fort zu träumen
mid zu lesen, während Er war inzwischen unabhängig geworden. Sein Vater
21"^" u^""
Matrosen
ausbildete. Neben religiösen war 1852 im Alter von 80 Jahren gestorben und der Jüng-
Schrrften begeisterte ihn Shakespeare so sehr,
dass er zu mehrere grosse Landgüter geerbt. Da erst 1861
ling hatte
semem Privatgebrauche allmählich sämtliche die Leibeigenschaftaufgehoben wurde, so befand sich Spir
Dramen Shake-
spears ins Russische übersetzte.
Das wichtigste Ereignis im Besitze vider Leibdg«ier. Er gab ihnen allen sogleich
für Ihn wurde die
Bekanntschaft mit Kants „Kritik der die Freiheit und schenkte ihnen Land zum Eigentuni.
-
remen V«Tiunft-, die er in der
Übersetzung von Tissot Im Sommer lebte er auf den Gütern, im Winter in einem
las. Nach Kant las er Voltaire, darauf Häuschen in Elisabethgrad, das er ganz mit Büchern an-
Descartes; erat in
spateren Jahren wurden Stuart Miü und Hume seine füllte. 1862 verliess er die Heimat und begab sich mit
Lieblingsschriftsteller.
seinem alten Diener Othen auf Reisen.
Hume bezeichnete er als den Philosophen, Er blieb zwei Jahre fort und besudite London, Paris
dem er
am meßten verdanke; ausser Humes
Namen finde und Berlin. Im Jahre 1864 nach seiner Rückkehr starb
ich in
^«•s Schriften am häufigsten
die von James u. seine Schwester Charitis, die einzige, die von seinen vier
Stuart
Mill,Hamilton, Bentham, Spencer,
Lewes, Reid und Brown. Geschwistern noch am Leben war und unmittelbar darauf
Kant las er m
französischer; Leibniz, Spinoza und
Schopen- seine Mutter, deren Andenken ihm fast zum Cultus wurde.
hauer «
deutscher Sprache; doch die Leetüre
der eng- Er hatte jetzt nur noch eine verheiratete Adoptivschwester
üsdien Empinsten (in denen er
suchte)war ihm lieber.
vieUeicht seine Eriränzui»
* ^ in Russland; verkaufte sehr unpraktisch alle seine Besitz-
ungen für ein Spottgeld, schenkte die Hälfte des Erlöses
Schon mit 18 Jahren wurde Spir zum Vettern und wanderte für immo* nach Deutschland aus.
Schifl&fiOuidrich
ernannt. Inzwischen hatten die orientalischen 1861 (nicht
die Phibsophie.
Wirren zum Von nun an lebte er ganz filr
*nn»kn^ geftlhrt und die Zöglinge der
Marine wurden 1862, wo er nur flüchtig sich Leipzig aufhielt) bezog
in

er die Universität Leipzig als Hospitant. Hier scheint er


- 15
-
weiteres Leben
neben der phüosophischen Arbeit sein
widmete.
Der Güte von Spirs Witwe und seiner Tochter,
verdanke
der Gattin des Dr. Clapar^de, Dozenten in Genf,
Verlag Broschüren
zu schreiben Fin^^i 7 f
Verleger Spi^, doch
ich manches Material zu dieser
Arbeit
Spt ^r^^ In Tübingen und seit 187 1 in
Stuttgart arbeitete

v^SS
i,

Ä
^''''^ Verbindung, philosophischen
Spir vier Jahre lang an seinem grossen
•'
die ihm
in Leipzig
System, dessen erste Ausgabe 1873 bei Findel
««.,e„ Deutsch; ba,d dar'auf erschien unter dem Titel „Denken und Wirldichkeit«.
xf^ Alle Bücher, diesem Hauptwerke von 1873 bis
die

1887 nachfolgten, brachten nur


Folgerungen aus den er-
spricht er ^ Wun^h ""Ii B-'^hes kenntnistheoretiscben Grundsätzen, die in der
barts empfengen und in
Schule Her-
.Denken und Wirklichkeit'' ent-

schöpfe, die es für


sehn bloss, weil es
un^^X,^^
ihn« IT' l^ftlfc
™ «- wickelt worden waren.
Unter demGesichtswinkel dieser logischen Wahr-
selber, ä^^Tr«^jff '<^' I" dem Buche heiten betrachtete erFragen der Moral, schrieb er Bücher
behanieir^^l h '"«ischen Principe
Ober Fichte und Hehnholtz, Ober den Pessimismus und
vor
nS, iXTei :„^^hrr .±1'*; ««^^ allem über religiöse Probleme, denn die religiöse
<&st

asketische) Stimmung ist in Spirs Wesen das


herrschende
Abhandlungen, d.e alle L^^^t^"*^^"'"' Element. Schon in den ersten Jahren seiner Ehe
wurde
zeigen. Eine davon
Tv 'f'^
Spir lungenkrank. Vielleicht war er ein
erethisches, scro-

i-essings, ei»™ merkwürd^^


sophischer Klöster, in
1^^
wel£ Fr^nT
T ^r"!;
"^""«^ P**^
phuTöses Kind gewesen; es heisst, er habe 1878
eine

Lungenentzündung erlitten. Seither behielt er ein chro-


nisches Lungenleiden. Aerzte schickten ihn nach
Die
Lausanne, wo 1886 entschloss er
er fünf Jahre wohnte.
sich, nach Genf zu öbersiedehi, wo er
Bürgerrecht er-
werben wollte. Er war aber damals schon so leidend,
dass er kaum zwei Mal des Winters sein Znnmer verfiess;
Er verzog nach
Tobiiigen nnd verlobte drh h die Philosophiewar ihm Trost, wie für die ihm verwandten
. •

anem jungen Mädchen Eltabeth ™' Gebter Spinoza, Pascal oder Kierkegaard. Er erhielt
sich
GalSnth ^
«i« »hographfeche Anstalt durch genaueste Gesundheitspflege und peinliche
«r «.menlBch a„atom,sche
inTtuttgÄemi'"" selbst
Nüchternheit.
m Tübino-en hprQf^iif«
Atlanten
a j
sdl
« *^cunaes Henke
Er liebte sehr die Musik und sang oft mit
seiner
geschlossenen Ehe kleinrussische
ging eine
ei^ Tochter
To^r*! Helene hervor, schönen Tenorstimme seinen Angehörigen
deren Erziehung zerstörte
Spi^ Weisen vor. Der andauernde qualvolle Husten
- i6 - - 17 -
seine Stimme und es blieb ihm schliesslich nichte
als die Zeit wurden die gesammelten Schriften Spirs dem Verlage
Leetüre. Er las rastlos und korrespondierte zwischen- von Paul Nef in Stuttgart übergeben. Der 4. Band, welcher
durch nut Penjon in LiUe, JodI in Prag,
Kauer, d' White, in der ersten Auflage den Titel „Schriften vermischten
Tolstoi und anderen philosophisch angeregten Männern.
Inhalts" trug, heisst in der neuon ^^Philosophische Essays*.
Obwohl er sehr ernst und von stillem melancholischem
Zum Schlüsse sind den gesammdten Werften des
Wesen war, liebte er harmlose Heiterkeit und
Humor. Philosophen Aufeeichnungen und Aphorismata beigegeben,
In grösserem Kreise blieb er verschlossen,
diejenigen, die aus denen eine edle starke Selbstschätzung und viel Kummer
ihm nahe standen, rühmen seine liebenswürdige,
ernste über Erfolglosigkeit spricht.
Freudigkeit und sein Gleichmass.
Nach 1883 hat Spir nichts mehr veröffentlicht; erst
Nach den Mittheüungen, welche Professor
Penjon nadi seinem Tode wurden in französischer Sprache die
und Andrew d' White, der heutige amerikanische
Gesandte nouvelles esquisses de Philosophie critique (1889) heraus-
m Berlin, u. a. gütigst über ihn machten, wie nach der gegeben. In der Vorrede zu seinen Gesammelten Schriften
Photographie, muss man sich in ihm einen
Mann vorstellen giebt er am 31. Juli 1883 mit einiger Bitterkeit den Ent-
von mittlerer Grösse, schmal, mit tiefen
dunklen Augen scfaluss kund, der Schriftstellard ganz zu entsagen; in
hinter goldener Brille, mit kurzem schwarzem
Vollbart; seinen Aufzeichnungen spridit er in Voraussicht sdnes
das Gesicht leidend blass und etwas starr.
Er war sehr nahen Todes die Hoffnung aus, dass sein Tod den Bann
milde und schweigsam, leidenschaftslos
streng methodisch, brechen möge, der bisher über seiner Lehre gelegen
von edler Gelassenheit und grosser Würde.
habe*}.
Sein Leben stand ganz in
seinen Lehren. Er verglich sich
Uebereinstimmung mit Am 76. Marz 1890 starb Spir während dner In-
gern mit Plato und den fhienzaepidemie bei vollem Bewusstsein und in stoischer
Eleaten, und in einem Briefe schreibt
er, man möge einst Ruhe. Seine letzten Worte waren „Fiat lux" und in seinen
beim Studmm seiner Werke von ihm sagen,
was Sokrates Tagen beschäftigte er sich mit dar pc^Hilären Ab-
letzten
von Heraklit sage: „Es giebt Vieles
darin, was ich nicht handhmg rimmortalit^ de l'äme. —
verstehe, aber was ich verstehe,
das ist gut; darum wird Er schläft auf dem St Georgskirchhofe bei Genf.
wohl auch das Unverstandene nicht ganz
schlecht sein.« Sein Grabmal ist ein einfaches offenes Buch aus Marmor,
Als Ausländer und Autodidakt stand
Spir ausserhalb in dem die Worte (aus dem Evangelium des Johannes)
der wissenschaftlichen Fachkreise.
Bei starkem Selbst-
bewusstsein musste er unter dieser •) Inden schönen Briefen Spirs, welche Penjon zu veröffent-
Vereinzehmg, die durch
Kränklichkeit und Lebensführung verschärft Bdien gedenkt, heisst es u. A.: „Les critiques allemands m'ont tou-
wurde, leiden, jours condamne sans se donner la moindre peine de me com-
und so hat er zu seinen Lebzeiten sich verkannt
gefühlt prendre .... Les gens sentent peut-etre, qu'il vaut mieux ensavelir
und unter der grossen Unbekanntheit, die cette doctrine dans le silence, sans cela ceci tuerait cela
bis heute auf cette
seinen Schriften lastet, schwer gelitten. tactique du „Totschweigen* que les allemands savent si bien appliquer
Erst nach seinem Tode b^^ann Professor est en effet la plus süre et en meme temps la plus commode. Dans
Penjon in
me Spirs Philosophie zu vertreten;
1896 erschien sein
les si^cles passes les hommes 6taient assez bfites pour persecuter les
verit^s nouvelles, ils les rendaient par cela m€me immorteUes;
Hauptwerk m französischer Uebersetzung. k
Um dieselbe pr^seat 00 est plus avis^ on se contente 4e ne pas le» remai^iMr.« —
- i8 -
- 19 ~
stehen: „Das Licht wollte die
Finsternis durchbrechen, aber
die l-insternis 1876. Empirie und Philosophie. (Leipzig bei Findel)
nahm es nicht auf.«
1877, Sinn und Folgen der modernen
Angehörigen und
Sschüter"T^L
S.h«u die hoffnungsvolleren
Worte, die er zuletzt ge-
Geistesströmung. ^ ^
sprochen hatte: „Fiat lux". AufL 187a
2.
Zu ihrer Erfüllung möge
auch die vorliegende Skizze 1879. Recht und Unrecht. ^ ^
gedanken beitragen.
seiner theoretischen H«4. 1 879. G. Fichte nach seinen Briefen. ^
J. ^
1880. Vier Grundfragen. ^ ^
(Auch in der Viertelsjahresschr.
für wissensch. Phflos. v. Ave-
narius.)
2.
1882. Idealismus und Pessimismus. ^ ,
Bibliographie. 1883. Über Religion ein Gespräch. «
2.AufL 1897.
a. 1883. Studien. ^ ,
Ich gebe znnächst eine (Später Bd. 3 der Ges. Schriften.)
Tabi^ der in deutscher
Sprache eFSchienenen Werke I. Zwei Naturforscher über
Spir's, da auch das Verzeich-
nis m Uberwegs Gesch. der Philosophie
(3. Teil II S 177)
das Naturerkamen.
sowie die Verzeichnisse der 2. Was
sel^n wir?
Conversationslexikä (Brock-
haus russ. und deutsch) unvoUständig 3- Versöhnung von Wissen-
and.
1867. Die Wahrheit schaft und Religion.
(Leipzig bd Findel)
1868. Andojtungen zu einem wider- 4. Gehirn und Seelenleben,

spruchslosen Denken. 18Q3-1885. Ge^unmdte Werke. 4 Bde. ^ «


* Dieselben gingen seit 1896 in den Verlag von
1869. Forschung nach der Gewiss- *
heit in der Erkenntnis der Paul Neff in Stuttgart über. (Der Titel des
Wirklichkeit 4. Bandes, der in der 2. Aufl. „Schriften ver-

1869. Erörterung einer


mischten bihaltes ^ lautete, beisst nunmehr
philosoph.
Grundeinsicht. jyPhilosophische Essays*.)
*
1869. Vorschlagan die Freunde einer *
vernünftigen Lebensfilhrung. In deutschen (wissenschaftl.) Zeitschriften erschienen

1870. Kleine Schriften. ^Aufforderung" Vierteljahresschr. f. wissensch. Philos.


m (v. Avenarius Bd. Hdt
1873. Denken und Wirklichkeit.
4^ 3.)

2. Aufl. Vier Grundfragen. \^rteljahresschr. fl wissensch. Hiilos.


1877.
1874. Moralität und Rei^k». Jahrg. 1874. III, 4.

Ob eine vierte Dimension des Raumes denkbar ist? PhiL


Monatshefte XV» 350.
— 20 — — 21

Zum ewigen Frieden in der Phdosoplue.


PhiL Monats-
Neuzeit (Leipzig bei Findel 189a, 22 S.*). Der Verfasser,
hefte XII, 373. Lehrer Emst Eberhard in Berlin, veröffentlichte ferner ein
Zu der Frage nach den ersten Principien.
Phil Monats-
selbst^ändiges Werk, in wdchem et die ^nr'sche Meta*
hefte XII, 49. physik zu vertreten glaubt. Das Buch führt den Titd:
^Seele, Bewusstsein, Geist auf Grund des Polaritätsgesetzes,
Aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt: Eine psycho - physisch - philosophische Studie" (Leipzig .

I, Die Unsterblichkeit der Unterhaltung (1898


Seele. (PhiL Monatshefte Findel 1896^) In den BUttteni filr iitler.
[Natorp] XXX, p. 293). No. 45 p. 714) bezduimet audi Dr. Emst Md^r cBeses
a. Von der Erkenntnis des Guten und Bösen. Buch als „die beste Einführung in das Studium Spirs*.
(Viertel-
jahrsschrift für wissensch. Philosophie.) Nach Einsichtnahme in Eberhards Werk glaube ich in-
3. Wie gelangen wir zur Freiheit und Harmonie des dessen behaupten zu müssen, dass es die Meinung über
Denkens? (Archiv ftr systematische Ldstui^^en fttechen karai. Ebi^iiard nennt ausser
Philosophie.
Band I, 4.) Spir den Psychophysiker August Schmitz »wm» Leltt^
meister, von welchem das Polaritätsgesetz zuerst aufgestellt
In französischer S{»rache liegen vor:
sein soll. — Was indessen dies Buch vorträgt, kann sich
1887. Esquisse de philosophie critique. (Alcan, Paris.) auf Spir höchstens in dem Sinne bezieheni als sich etwa
Die grösseren in französ. Sprache
Aufsätze findet man in der Revue de
hinterlassenen der SpkkisBHis gerne auf Kant 201 versudit Auch ben^
M^taphysique der Essay von E. Melzer über African Spir (K. f. KtL
de Morale (Ed. Prof. X. L6on in Paris)
et
Jahrg Unt. 1896 No. 30) deutet auf geringe Vertrautheit mit
1895. 1896 wid 1897 SIC erschienen
;
seinem Gegenstand**)*
1899 als Buch bei Alcan in Paris mit einer beigefügten
ausführiicheren Biographie
*) Es entiiik eiiuge biograidusdie Ungenaxili^wilen. Spir ist
von der Hand der
Tochter Spirs.*)
mdit am 13. sondern am xs Nov. 1837 geborai. Er veifiess Rnss*
bme nkht x86a sondern 1867 nadi dem TodeDie An-seiner Ifntler.
1896 Pens6e et Realit« flbersetzt von Penjon in Lille. gabe sein Vater sa 1791 ord. Prof. gewcNrden, kann nidit srimmen,
da dieser damab erst neunzehnjährig war. Er trat 1791 in dm msSb
Staatsdienst u. eriuek erst qiAter dne Anstdhmg an der medinn.

b.
Akademie in Moskau.
^) Nach Melzer scheint !^Mr Vorstdiung ans Enqpfindung ab-
Die Schriften mid wissenschaftlichen Aufsätze
über zuleiten. Gerade das verwirft Spir. Er bekämpft den Sensuaiismus
Spir, welche beim Studium seiner Werke Stuart Mills. Er bekämpft auch Kants Erklärung der Zeit als einer
benutzt werden
konnten, sind nicht zahlreich. Anschauung a priori, d, h. eine Art Sinn. Spir's Auffassung von
Dankenswerte litterarische Aufschlüsse bietet Zeit, Raum und Causalität weicht vollständig von der Schopenhauers
das oder Kants ab* Insbesondere sind nach Spir Zeit und Raum ganz
Schriftchen von Humantis: Afr. Spir ein Philosoph der
verschiedenartig : der Raum ein konkreter, freilich idealer Gegenstand,
nicht in den Empfindungen enthalten, nicht empiristisch erklärbar.
•) Das Buch fWut denTitel .Nouvelles Esquisses de Philosophie Die Zeit eine aus Erfahrung stammende Abstraktion, weder ideal,
Qitiqae«; es «rsdieint bis August 1899; die beigefügte
Biographic und noch apriorisch. Die vier Beweise Kants für die Apriorität der Zeit
d» Vorreden lagen mir in der Correktur vor, - W. L
(23. V. g^) verwirft Spir <D. u. Bd. II p. 4-16).
— aa — - 23 —
Als anonyme Broschöre
erschien ein Vortrat H^n Spir's vortrefflich kritisiert. (S. 279, 283, 285, 326, 331,
346.) Indessen habe ich .auf den folgenden Seiten mich
streng auf die Au%abe zu beschranken braiQht, den
theoretischen Hauptgedanken, der als roter Faden durch
alle Spir'schen Schriften läuft, klarer zu entwickeln, um

Im „Magazin für die Litteratur durch seine Darlegung zum besseren Verständnis dieses
des An^ilsinH-« « ^ oftmals (Mradozen Sdbstdenkers beizutragen. Eme Kritik
«-ierhoh Arbeiten Spir s bespr<,chi (f^ J™t^ der aus Sporas dgmem Gedankenkreise rqmMluciertra Ideen
^jpjrs Keügionsanschauung werde ich mir nur insofern erlauben, als ich das, was mir
^^"^ t
enthalt die Gr^^^r-
Tagespost wichtig oder interessant erscheint, hervorholen, alles aber,
1Ö78 No. 36.
was das Verständnis dieser Philosophie erschweren könnte,
Ein ausführliches Studium
widmete den *.rfc-n-*«- unterdrfldten wände. Erst hn dritten Teile <tieser Arbek
versuche ich, die reproducierende Darstellung durch dne
kurze kritische Analyse zu ergänzen.
Auf diese Art kann diese Skizze eine knappe synop-
tische Übersicht des Spur'schen Grundgedankens bieten
und jene Fehler vermeiden, wdche philosoplusdie Disser*
tationen so häufig zu blossen specimina eruditionis, praktisch
T^.^Z ^"^P^nstische

^
Auffassung und Bd. IV
««« der
j ^ j P 45 meint er zu Soir's Lehr#» aber unbrauchbar machen.
von .
fimdamenjalen Antinomie,
dass die Idee vom Ein Beispiel solcher Fehler bietet die Inaugural-Disser-
tsttion von Samuel Spitzer aus BalassarGyarmat, wdkhe

den Titel führt „Darstellung umi Kritik der Moralplulosopfaie


^-er':^"-'^e3S:je,-x:" Spir's''. Die Arbeit Spitzers wurde von Prof Remigius
Unseren eigenen Einwänden Stölzle inWürzburg angeregt und am 14. Februar 1896
gegen Soir's An»,-«^ der WOnbuiger piubsophischen FakultiU unterbreitet.
eines logischen
Grundgesetzes auf d^e
am nächsten, was Laas über olioÄmlL! Der Verfesser wffl vom l^andpunkte dar jfldisdira Theo-
die K«.riLi«T
logie aus Spir's Moralphilosophie wideriegen. Man kann

aöer Erfehrung von aUer

hohes als
Erfahrung, die wir
können auszusagen im stände
Substanz enthalten,
de^Causata u«i Wed«hri*„,g
sind,
so«e'd«
dass H m^^^^

unterworfen
aus dem, was er in schlechtem Deutsch vorträgt, nie ein
klares Bild der Spir'schen Lehre gewinnen ; man kann nicht
einmal sidier entaehddeo, ob dar Ver&ssar sdber diese
Lehre genau kennt. Denn er i^ unfähig, aus Sfwr's Ideofh
kreise heraus irgend etwas darzustellen, ohne sofort seine
^eoe _ oft spitzfindige — Kritik hineinzumischen. Auch
^^"""^'^ "^^"t^ Analogieen der EiÄh-
^ /"o^,^'
rung' (BerLn 1876) wird Obt er die um^lnttge Unart der deutschen philosophischen
d« erke«M„is*efretiscte Dissertationeni als Beweise von KenMoissen und Flass
- a* - —
- 25

Z7^^T^
^
s»l
^
vo™bri„g*„ aus Büchern
«"««ten Falle wirklich verarbeitet
So befost s,ch diese Schrift mehr
Eine schöne Würdigung der Spir'sch» Reiigions-
pbilosoi^ biel^ der Essay v<m Baumann (Göttiegen)
des Determm,smus, mit
mit .
der Kritilt Sch<»>e.diiJS^^
Wid^^^ ,,Ein einswier Denker und Religionsphilosoph'' (Kritik

Lehre vom unveränderlichen HL Jahrgang No. 113; 28. Nov. 1896).


Ch<«ütter'TXmi. Sp^ den Dai stellungen der Geschichte der I^ulosophie
In
finde ich Spir nur erwähnt bei Oberweg IH, 177 und in
Falkrabergs Geschichte dar Philosophie (3. Aufl. p. 501).
In der neueren Philosophie seit Hegel von Dr. Otto Siebert
wird Spir (S. 178— 181) unter die Anhänger Herbarts ein-
gereiht, was für sein Hauptwerk, das eine Erneuerung

& ^-340). Eine scharfsinnige Kritik des


Spir-^A^
der kritici^tischai Pbüosof^ Inkien sottte, auch zuUlssogist
ftiuptwerkes „Denken und Auch in R. v. Gottschalls «Geschichte der deutschen
Wirklichkeif «hridT^Iä^ Litteratur" wird Spir erwähnt. —
v^e L.pps^ Spir (Philosophische Monats-
In der zweiten Auflage von Langes Geschichte des
2^«^
«lau 13, 35a fi. Band Se
Materialismus findet sich folgende, in den späteren von
, , 13, te qqc-rcöi Harmann Genien besorgten Aiuigidben weggefiülene An*
merkung (p. 560): Dass dem Satze A A streng ge- ^
^chen^Kn" ' CoJLZ nommen nirgend Wirklichkeit entspricht, hat neuerdings
'"^ 3 und
bTxII H r" B™" 8, A. Spir mit Energie hervorgehoben und zur Grundlage
ä«d
S^ft
L ^ft^rr s'<;h in
über den lenetz;
Falckenberg-sZeit
eines eignen plutosophischen Systemes gemacht AUe
Schwiaigkeitai, wdche in dieser Utatsache liegen, lassai
Pl"'»^- und philos. Kritik
S I* ff Bd. Ol. •
sich jedoch auf anderem Wege weit leichter heben.
emen Nekrolog von Jodl
p.
e«häU die«lbe zi.d^
65-67 Eme anonyme Kritik findet
sich in West«
Z Satz A =
A ist zwar die Grundlage alles Erkennens,
Der

Mnn's Monatsbefteo Band aber selbst keine Erkenntnis, sondern eine That des
43, p. 665").
In der Schrift „Sinn und Geistes (sicl), ein Akt urq;>ranglichar Synthesis, durdi
Folgen der modem«. Ci^
semer Lehre" emen Aufsatz werden toU, habes bei FadUenten uad Laim mar genagea Aeiämng
von Gusiv Zerie iTd^ gdunden. Und doch hat der nun verstorbene Vcrfiwcr immer von
nenem an flnm gearbcitec und mdit gendi^ bis er fffinfw Gedwiken
sowie eme Kntik in der Alma mater (März die klanrte Fasatmg nnd cBa wdtCBtc Anwca^Murfeeit jcjcbfl p hat.
1877).
So ateckt jedenftib ehriieiie Arhdt in dieaen Wcrfc^
erstaunlich ist, dass Spitzer gegen Soir's noch mehr. Der phüoaopfaiBcfae Grundgedanke swar iat weniger
-I. Sv^«« ab Spir zugeben woihe, und die Anafllfarung
orignal, ist durchweg

''^'^
adiolastisch, ab» es waaunaerer zerfahrenen Philo-
liegt darin,
* ^^^'^ später Bd.8a
P. sophirerei lienteföbJt: Systematik. IGemand, der atrenge Voft-
urandigkeit des Denkens anstrebt^ wird ohne Nutzai Spir's eikennnua*
theoretisches Hu^tweHc lesen.' —
- a6 ^ - -
«7

neit oderein Beharren gesetzt condition of aifairs in Europe and Amehca, the various
werden, die sich in der
N^r nur vergleichsweise und Problems immediate by pressing upon us and the like.
annähernd, r^2^
absolut und vollkommen
^eigt also auch
vorfinden. Der
gleich auf der Schwelle
^T^X
d^Lo^ik d^
Unfortunately I have preserved no record of the cmi-
versation. I can only say that I was greatly impressed
Relaüviut und Idealität alles
by the deep thoughtfulness and conscientness of Spir and
unsres Erkennens fn"
U«ge sagt hier thatsächlich by his quite excellent jugdment, r^arding such questions
gar nichts anderes
i Sp^ as those above refered to. Tbcwis^ the seemed to live in
an atmosphere appart from them the took an interest in
them, the interest of a noble true hearted man to whom
'^^ Wind und Saturday
Review ^^^F nothing is foreign, which relates to the best interests of

mcm swffinden. Dagegen his fdlow-creatures.*
hat Max Müller zwei Mal tmem Briefe,
Spirs Rehgionsphilosophie Aus Russland sdireibt Leo T<dstoi in
erwähnt in The iSILmh
Century (Jum 1894) und dass er mit der Spir'schen Philosophie sehr vertraut sei,
in dem Budie CW^ fr^t^T^
man Workshop. (VoL ü.) mit ihr übereinstimme und das Bild Spirs stets auf seinem
Arbeitstische stehen habe*). —
""'/"'^ "'^^
UmgatlTs^r^
Umgang mit Spjr A.: ,for several weeks
u.
persönlichen
we tonk
hi Holland bespricht Profi Heymanns (Groningen)
mornmgwalks das System Spirs in s«ner hoHändbch geschridb>enen Ge-
together discussingTari^u^^^
- „uch
rZrr t genewBy 15
upo^ phiCpIlir^u^sti^
used, but upon current
schichte des KausaHtatsbegriffs in der neueren Philosophie

eventsi hkm deiümotwendig, sond«m aodi,


iridit dass sie in kehier Erfahrung
nadiweidMur «tthdtea aa. A A ein (zog^eidi qriidKlischer
.lUm^^^^^ ujteilt Spir .ber Lange (Fichte
p. flo):
ist

and identischer) Satz a firiari «ad zwar der einzige Satz a prioii,
U^STSlhhe wlhS. ; r ""'^ höheren das oberste Grundgesetz des Denkens, aus welchem alle anderen
halCSiT^S^^" J ; ? Wertvollste im Leben
Bq;riffe tdls als «blosse Spezifiki^onen", teils ab Folgerungen ab*
von der .NoJiLZS- '^^'^^ " Lehr« Idtbar »nd. (So smd die Begriflfe ,Einh^' und .Substanz* bksse
wandt - AndJwLSr is""er
l
Lange'schen »Begriffsdichtung« verw
Spezifikationen; die der Bduvriidik^ [des Bediiv^ in der
A Zcül mddor CwwaHWIt, Fol|;erangen ans dem Satze der IdemütQ;
giltauch bei Spir nicht
-bEi*«nto^^«S«^ Be^^ff a
ais Begriff
als pnon. aber mit diesem Satze der IdentkSt stimmt die Erfahrung so wenig
a miwirZJJT^ Unter einem .Begriffe
Oberein als er selber aus der Erfahrung hergdettet werden kami:

Kategorie), also ist die Er&hrung nach %Mr .Aimcnrroitaf. —


(D. n. W. a. Buch
welche dazu
SL^SS^^^T? u™ dienTS Cap. 6.)
•) Spir verweist auf Tolstoi Ges. Sehr. IV, 193. Die Bbgraphie
Spirs v^flfeartfichte Dr. IVadevkii k Kievskiy Vesiaik. OieEsqotees

^
Wi»^
N«di Lange besitzt das aus der Gleichmässigkek
hergeleitete A priori nur
Wahrscheinüchke
a Aufl. II, 31); nach Spir Hegt
söschcn Ursprungs emer
das KriteSm
allgemeinen Einsicht dvin,
4m
de/S
(Ssl
St^^S
wurden aus dem Französischen ins Russische Obersetzt; Gntf Leon
Tolstoi erbot sich, eine Vorrede zu ihnen zu schrdben, das ihm ge-
sandte Manuscript wurde von der russisdien CensmbdiBrde krafisderL
Auch Wrousky und William James, der amerikanisdie Psjrdiologe,
haben über Spir geschrieben, doch sind mir die SteOen unbekannt
- a8 -
— 29 -
k2 m ^"^^^^ Werke von
F^*" u
(ifien X890, S. 363-64). In deutsche
sophique — zuorst im Jahrgang 18^ — sowie in der
^nÄ^i^:!^ Ann6e Phflosophique Spir's Arbeiten recmsiort

hwj Q f \^ 455- Ebenso bespricht da An-


Kleinere Aufsätze liegen vor von Prof. I. F. Astie in
seiner Revue de theol. et de philos. 1876 und von Prof
das bystem Spirs m Thouverez in den Annales de philosophie chr^enne vom
seiner Schrift Proeve van
eene J-
-"geboren begnppen Leid'en Juni und Juli 1897. Femer wird Sjär erwflhnt von Prof.
187^ P. 316); femer auch der verstorbene Emile Boutroux (Paris) in seinen Questions de morale (1896)
Prof Land
'""'''"^ und von Prof Leon Brunschvicg (Rouen) in seinem Buche
h^e (fai" La modalit^ du jugement (Paris, Aican 1897). —
Verbreitimg hat indessen
Spirs Philo-
Sophie
soiAie^i^ Fr^^^
in Frankreich
gefunden, obwohl seine
nur zum kleineren Schriften
g^^^
Teil ursprünglich französisch

wotdeTs,n7/^^ - F..n^*t^
Weitaus am .richtigsten sind die Schriften A.
Penjon's

(Vortrag Lille
1895); Spir et sa doctrine (Revue
Phj^ique, Mai 1893) und
de Mda.
der Essay in der Relue
soph.que (März 1887). rfil^
Die enste ausfthrächeTecen^^

TdÄ "*^vP"'!"
™'ersc^fen x8
P^^'^^^P^^r'^' die hinterlassenen kleiner^
Ariden Spir s veröffentlichte er
Arbeiten
9
in der Revue de
Physique et de Morale MÄa-
1895, 1896 und 1897. Ene^n
rXÄ' "^^^^ .Denken und Wn^lLh

Ausführlich hat sich Charles Renouvier mit Snir

vne rni
4 Bande semes Werkes La philosophie analytique

kanntest« Anhänger Renouviers, in der Critiqie Phä^

fi-zos. Utteratur verdanke


^r^^:^Vl^^ ich Hc„„
U. Teil.

Die Erkenntnislehre Spir's.

ioti lap scvau


Parmenidcs.
1

Das Wesen der Vorstellung.

Vorbemerkung: Es ist ein Verdienst des Descartes,


dass er zuerst mit Entschiedenheit die Forderung ausge-
sprochen hat, die Philosophie, deren Ziel die Gewissheit
sei, müsse an Allem zweifeln, und mit dem
unmittelbar

Gewissen anfangen. Unmittelbar gewiss aber ist dem


Denkenden eben das Denken selber und so setzt Descaites
an die Spitze seiner Philosophie den Satz: Cogito, ergo
sum. Über diesen Satz ist viel gestritten und viel ge-
schrieben worden. Was man gegen ihn einzuwenden
fand, lässt sich wohl in dem Tadel zusammen hasea, dass
dieser Satz als Subjekt des Vordersatzes voraussetzt,

was sein Nachsatz folgert.


Er ist zweifellos falsch, wenn man ihn so versteht,

als besagte er: »Ich denke, also bin ich eine denkende
Substanz''. Aber er muss haite noch am Anfang der
Philosophie stehen, wenn man ihn folgendermassen inter-
pretiert
Alles, was ich inmeinem Bewusstsein vorfinde,
ist als bk>sse Thatsache des Bewusstseins un-
mittelbar gewiss.
(Descartes med. 3; Spir D. u. W. Kp. i)*).

*)Die von ^mt herangezogene Stelle des Descartes lautet


.Quoique les choses que je sens et que yimagine ne soient peut etre
rim du tout hon de moi et en elles-mömcs, je suis n6anmoins assure,
qae oes iafons de penser que j'apelle seatimoits et imaginations, en
taut aeriemeBt qu'dlies soot des fa^ons de penser, resident et se
rencoatrent certakiem^ m moL" — kb i^pmhuiare hier £utlaufiead
- 35
-
Ausser unseren Vorstellungen finden wir noch ein
wddier ein Gegenstand unmittelbar die Erkenntnis seiner
zweites unmittelbar Gewisses in uns vor. Sobald
wir das selbst sein soll, hat Herbart als widerspruchsvoll ent^
Wesen unserer Vorstellung analysieren, entdecken wir,
kräftet (Psychologie § 27). Wir filgen
als Wissenschaft,
dass es ein Dasein von Gegenständen ausser ihm
zu zu seinen Ausführungen hinzu (gegen Hamilton u. St. Mill),
verbflrgai scheint und dass es in der Natur der Vorstellung
dass, wenn wirklich das Wissen und sein Gegenstand
(oder des Denkens) selbst begründete Gesetze
(Principien) unmittelbar Eines wären, es keine Relativität des Wissels
geben muss welche die Erkenntnis der Gegenstände
,
geben könnte; alles Wissen des Idi von sidi scMxr iH^toe
bedingen. Unsere erste Aufgabe ist demnach die:
dann ein absolutes Wissen*),
Zuvörderst unseren Bewusstseinsinhalt (Vorstellung) und
Die Vorstellung ist aber auch kein blosses Bild
die Gesetze seiner Perception, als welche uns u n m
1 1 e 1 b a r i
(image) ihres Gegenstandes oder dessen Wiederholung,
gewiss sind, in zwei gesonderten §§ einer Betrachtung
wie noch oft gelehrt wird. Ungleich einem Gemakle oder
zu unterziehen.
einer Statue ist die Vorstellung Bild und Zuschauer in
Mit dem
Satze von der »Gewissheit des Denkens«
Einem , und ist unlöslich mit einer Affirmation (einem
greifen wir auf Descartes, mit der Apriorität
bestimmter Glauben) verknüpft, dass das Vorgestellte wirklich ausser
Denkgesetze auf Kant zurück. —
ihr da sei oder gewesra sd«
Endlichzu konstatieren, dass die Vorstellung ihrem
ist
Vom Wesen der VonteUung*).
Wesen nach „Wahrnehmung^' oder „Empfindung*
nicht mit
§ I. Es ist zunächst festzustellen, dass die Vor- verwechselt werden darf. Die Lehre, dass Vorstellungen
stellung eines Gegenstandes und der Gegenstand selber auf Empfindungen zurOckfOhrbar s«en (Sensualismus),
zweierlei sind. Die Lehre vom ^reinen Ich", nach Obersieht das affirmative Moment, wdches mit je^
Vorstellung verbunden ist. Der Empfindung inhäriert kein
den Gedankengang Spirs; meiner eigenen Meinung nach ist
der Satz Glauben an Dinge ausserhalb unseres Bewusstseins und
Cogito ergo sum, wie immer er interpretiert werden mag, eine inhalt- das Wissen von unseren äusseren oder inneren Zuständen
lose Tautologie, recht gemacht zum Beweise der Behauptung
des ist in diesen sdber noch nicht endiakai.
Agrippa, dass jeder Schluss ein Cirkelschluss sei.
Schopenhauer hielt
ihn (W. a. W. u. V. II, 37) für einen analytischen Die zwei Arten von Thatsachen: „Es ist ein realer
Satz; Pannemdes
hielt ihn schon für ein identisches Urteil [xo y«? acm vectv &Jtt xs xot
Inhalt vorhanden" und „Ich erkenne, dass dieser Inhalt
eivat; dem.
Alex. Stom. VI, 2 §
23J. Eben das aber war ein langes da ist — ^, |,Es sind Phänomene auf einander gefolgt** und
Verhängnis für die Menschen, dass sie, wie auch Spir es
thut, das »Ich erkenne die Succession derselbe' ^dtotogoiere
Unmittelbar Gewisse in dem überaus trügerischem, ewig
fluktuierendem va*sdiieden.
Bewusstsein suchten, ja naiv das Bewusstsein für Sein,
das Denken
für Leben hielten (vgl. Schluss v. § 4 d. Cap.).
•) Spirs Erkenntnislehre macht einen
mar gradnelkn UnleiBdiied
zwischen Vorstellen und abstraktem Denken, wog^n Eine solche Vermengung des Vorstellenden und Vorgestellten
Fr. Ilichelis welcher die vorstellende Thätigkeit nicht
findet sich bei Berkeley,
polemisierte; andererseits wendet sich Spir gegen dn Idenüfideren von ihrem Inhalte scheidet und die R e alität des Vorstellens eben
der vorstellenden Thätigkeit mit der des GeUmes und aioiait ein
Nirgendaein der V<wateUiiiig aik
dadurch zu beweisen sucht, dass er die Realität des Vorgestellten
leugnet.
- 36 - - 37
-
Übers. V. Schiel 1868 Ein und derselbe gegebene Inhalt ist doppelt in uns vor-
T fi .^n^''
^"gi"^!« 75) sagt: .Aufeinanderfolge handen» nämlich einmal als G^Obl und Empfindung und
LF' niclits,
ist -^'J: ;
als unser Gefühl von Aufdnanderfolffe« zweitens als Vorstdlung von diesem Gefühl und von dieser
so veiroeogt er Logisches und '

Psychologisches Empfindung. Diese fundamentale Wahrheit steckt in


Die Succession von Zuständen ist quod non fuerit in
freilich nicht selbst Leibnizens Satz : Nihil est in intellectu,
etwas neben und ausser diesen
Zuständen Bestehendes, seom und seinem Zusatz: nisi intellectus ipse.
wohl aber ist dies bei ihrer —
Erkenntnis § a. Biit unserer vorstellenden Thätigkeit ist wie
Wenn ich nur drei oder zwanzig nacheinander der f2. wir nun wissen —
unzertrennbar die Affirmation des
folgende
Zustände vorsteüe, so ist die Vorstellung
dieser Viel- Daseins der Gegenstände unserer Vorstellungen verbunden.
mat einhathch und einzeitig,
woraus klar werden muss. Die Erkenntnis eines Gegenstandes impliciert jedoch eine
dass Succession und
Vorstellung der Succession ver^ ganze Summe solcher Affirmationen. Es giebt streng
schiedenartig sind.
genommen keine einzelnen Vorstellungen» sondern nur
Auch Kant, der das Logische nicht aus einen einzelnen (individuellen) Inhalt der vorsteUendai
(psychologi-
sehen) Zuständen und Associationen Urteilende,
und noch weniger Thätigkeit. Das Vorstellende, Vergleichende,
aus (physiologischen) Vorgängen
zu können glaubte,
erlclären Schlussfolgernde, die Einheit, welche einen mannigfachen
hieltdoch fehlerhaft die Vorstellung der Zeit für die Inhalt in ^ch bsst und jene Oparation an äun voUfOhrt,
l-orm eines Sinnes, alsofllr eine Art Empfindung. nennen wir das erkennende oder denkende Subjekt
Die Abfolge unserer inneren Zustände „Eigenes" und „Fremdes", „Inneres" und „Äusseres*
ist freilich mit
diesen selbst unmittelbar gegeben,
aber das Bewusst- sind blosse Relationsbegriffe, welche eine gewisse Be-
sein von ihr Icann nie durch unmittelbare
Wahrnehmung, ziehung airf eine gemeinsame Einheit ausdrücken. Die
sondern mimer erst durch logische
Schlüsse erreicht werden. Vorstellungen sind nicht selbständige Realitäten (gleichsam
Dje togische Affinnation oder
„Wertbestimmung der geistige Atome), sondern Akte des erkennenden Subjekts.
Varste! ung« (Wundt) wird man
nie auf Physisches zurück- Man muss also festhalten, dass die Gesetze des erkennenden
Mtt-en können, mag man im übrigen
auch die vonstellende Subjektes selbst, von den Gesetzen des Inhaltes, welcher
Thätigkeit als aussinnlichen Momenten
zusammengesetzt im Subjdct vorkommt, verschieden sind. Alle den
analysieren. Ein Analogon dieser
Grundthatsache der Inhalt betreffenden Gesetze — mögen sie für den Be-
systematechen Phüosophie haben wir den äusseren Causal-
im Verhältnis von wusstseinsinhalt als solchen, oder fttr
Keiz und Empfindung. Wie zwischen
dem spezifischen zusammenhang seiner Genese, oder für den inneren Zu-
Vorgang im Nerven und seiner Conception —
ak Empfindung sammenhang der subjektiven Assoziationen gelten

Irhchen
und begnflf
f Empfindungen zum Vörstetten
Denken bislang keine Brücke geschlagen
nennen wir empirische Ges^e (und weisen ihre An-
wendung der physiologischen und der psychologiscl^n
•) „So lange man nkbt
Forschung zu).
nachweisen kann, wie sich Bewesun^en
von Körpern m Gedanken
d^e
verwandeln, so
seehsche Thätigkeit des
i.^
haben wT^
Refht
Vorstellen? ds ein seCndlfes
Moment unserer WeU fest»hallen.
soferae es aedisclie Thiligkdt ist« Oms k sdber VoHeanag Aber
IWibe giU yomEn^Zl Psychologie § 4.
-38- - 39
-
Die Gesetze vom Erkennen dieses
gegebenen Inhaltes unbedingt (Substanz) zu denken, kennen lernen werdm,
aber nennen wir logische Gesetze
und behaupten, dass treten unsere Wahrnehmungen so auf, dass sie mit ihrar
ein Fürwahr- oder für
Fürunwahrhalten dieses Inhaltes Erkenntnis als Dinge im Räume realiter kongruiren.
nicht zu Stande käme, wenn
es nicht apriorischeGesetze Kurz gesagt: Unserer gesamten Erfahrung liegt eine an-
m unserer Affirmation der Gegenstände
gäbe, welche noch unerkannte systematisch organisierte Täuschung (Ab-
Denkgesetze (wie wir im zweiten Paragraphen
ausführen) normität) zu gründe.
msgesamt m dem einzigen Satze der Identität enthalten
Jede
sind. § 3. BevOT wir die noologisclien Gesdtix näher be-
Theorie, welche die logischen Gesetze aus trachten, wollen wir als Anhang zu § i eine übersicht-
Empfindungen herleitet, d. h. ein Nebeneinander von liche Tabelle der bisherigen erkenntnistheoretischen
Jjnpfindungen und Vorstellungen einerseits, von Lust und Systeme beifügen, wobei wir die Einteilung Hamiltons be-
Unlustgefühlen und ihren Vorstellungen
andererseits ver- nützen. Zuvor bemerken wir noch, dass in unserer
wirft, welche den
Empfindungsakt mit seiner VoreteUunir Terminologie Substanz, Ding an sich (Noumenon) und
identificiert und die Erkentnis
der Körperwelt aus einem Absolutes identisch gebraucht werden. Wenn wir in
von der Vernunft unkontrollierbaren
Assoziationsprozess der Ethik das Absolute als Norm, in der Religionsphilo-
der Verjüngen herieitet (wie es zuerst Mills
„psycholo- sophie als Gottheit bezeichneUf so geschieht es aus Con-
gische Theorie'*
versuchte) -
jede solche Theorie über- junkturen heraus, deren Darl^;ung aus dm Rahmen dies«
sieht
dass unsere Erkenntnis der
Welt von Dmgen ausso- uns,
Empfindungen, als einer Skizze Men dürfte.
eine ihr entsprechende
Naturemnchtung der Empfindungen selbst Systeme der Erkenntnistheorie.
voraussetzt
Uie Gesetze unserer Erfahrung sind
insgesamt so einge- (Nach Hamilton.)
richtet,dass wir m
unseren Sinnesempfindungen ohne In-
Amudune eines von dem
consistenz eine Welt von A. Realismus (Substanttalismus).
Körpern erfehren müssen. Gegebenen unterschiedenen und unabhängigen SabstFBtes
Bis mdie kleinsten Details ist unseren Empfindungen, In Kants Sprache eines «Ding an sich*
der Wirklichkeit.
GeaWen und VorsteUungen eine Logicität eigen, oder „Noumenon*. (xo ov*).)
welcher
gemäss wir m denselben scheinbar L Monismus. (Annahme einer einzigen Art von Substrat
äussere Gegen-
stände sehen, betasten, hören, riechen der Wirklichkeit.)
und schmecken
müssen, Gegenstände, welche für aBe 1. Idealismus. (Nur das Ich hat ein reales Substrat
voricommenden
Subjekte dieselben sind und deren Leibniz, Fichte.
physikalische und
chemische Gesetze eine von der Erfahrung 2. Kfoterialismus. ^ur das Niditich hat Realität.)
aUer Subjekte Holibes.
unabhängige Grundlage und Wesenheit
haben. Identitätsphiloso[^ra. (fch und fKcbtich sind
3.
Unsere Empfindungen und ihre Erkenntnis
stimmen phftnomesude Mocfificationen einer i^mdn-
logisch mcht flberein (denn die
Empfindungen sind de facto samen Substanz.) Scbelling, Hegel, Cousin.
kerne äusseren Körper); aber nach einem aus Erfahrung
nicht ableitbaren Gesetz des Denkens, *) ti Sv (Paitnenides) « Arwc iv (Platxm) (Anaziniandor)
das wir im Kapitel 2 » »
als die Disposition des Subjekts,
Atman 0nd.) SriMtantia ißpaoxa) etc. CDeoM«, Gack. d.
jeden G<^eDstand als PhikM. I, flB6 C]
~ 40 - — 41 —
n. Dualismus. (Annahme eines zwiefachen Substrates der
§ I. Der Satz der Identität. —
Wirklichkeit.)
Man den Satz: »Seinem eigenen Wesen nach
hält
1. Natürlicher DuaUsmus. ^o»^ der Wd^ ist jeder Gegenstand mit sich selbst identisdi*
oft flir einen
des Ic^ Qod ihres Ui^erschiedes durch un-
tautologischen (analytischen) Satz. Er wäre das, wenn
iiiitt^>are Wahrnehmung.)
der B^riff des Realen und der des Sichselbstgleichen
2, Kosmothetischer (hypothetischer) Dualismus.
(Unmittelbare Erkenntnis dieselben wären. Da wir aber eine in unaufhörlichem
ist nur von dem
im Ich Liegenden möglich.) Wechsel begriffene Realität sdir woiü denken können, so
ist der Satz der Identität ein synthetischer
Satz. Ein
a. Empiristen. (Wir nehmen wirklich Äussere
K&pw wahr.) Satz a priori ist er deswegen, weil er nicht aus Erfahrung
gewonnm sdn kann, denn unsere Erfahrung stimmt mit
b. Aprioristen. (Die Erkenntnis der Körperwelt
ist durch den apriorischen
Causalitätsbegrifif
ihm nicht tdbonein.
möglich.) Schopenhauer, Helmholtz. Der Begriff des Mitsichidentischen ist kein anderer,
C. Psychologen. (Erkenntnis der Körperwelt als der des Unbedingten oder Selbstexistierenden; unsere
durch Assoziation der gegebenen Empfin- gesamte Erfahrung aber (auch ihre .primären Qualitäten")
dungen.) St MilL enthäte nur Relationen. (Sdänge es, zu beweisen, dass
B. Akosmismus (Nihilismus).
(Ausser den Gefühlen, Empfin- der Satz der Identität als ein nkht aus der Eriuhrung
und Gedanken des Subjekts giebt es nichts stammender Begriff objektive Gültigkeit habe, so besässen
WiiMcbes.) Beifceley.
wir ein oberstes Princip der Gewissheit. (Man
vergL mit dem hier Ausgeführten Spirs Abhandlung „Zu :

der Frage nach den ersten Prindpien* ; Phil. Monatshefte


XII. 49-55 )
2.
§ 2. Der Satz des Widerspruchs.
Die logischen Gesetze. Das PrBU9|> des Widerspruchs formulieren wir dahin,
dass
Die Aufgabe des a. Kapitek soll sein : und die Nesgatbn desselben
Das Vorhan- a. .die Affirmation
densein eines mit der Erfahrung nicht wahr sein können*.
übereinstimmenden nicht beide zugleich
und dennoch objektiv gültigen BegriflFes
a priori in Diese Fassung darf uns indess nicht glauben machen,
unserem Denken nachzuweisen. Diejenigen
Denker, welche dass der Satz des Widerspruchs als bloss .verbale Pro-
den Begriff eines Selbstexistenten ab
undenkbar ablehnten position* (Mill) nur den logischen GegensaU des Conr
(MiU, Exam. of Hamiit.
p. 46-48; Spencer, First Principl. tradiktorischen umfasse, nicht aber den (konträren)
p. 31), wendeten naiv-naturalistisch A n a I o Die logische Affirmation oder
g e e n der Er-
i Gegensatz des Realen.
fehrung auf das von der Erfahrung
unabhängig gedachte Negation bezieht sich immer auf das Dasein oder Nicht-
Unbedingte an. — — sein eines G^enstandes oder Verhältnisses. Es ist aber
- Wir b^innen mit dem asten Satze der Lijgik. ein Irrtum, zu meinen, dass das Dasein und Nicfafedasein
— 42 - - 43
-
- Vorhandensein oder Abwesenheit für sich - an und Gehen wir weiter: —
Es unterliegt keinem Zweifel,
gegensätzlich seien. Das Nichtsein eines Gegenstandes
dass die Sätze: das Viereckige ist an sich, als solches
enthält keine solche Beziehung auf
dessen Dasein, wie die (ohne Bedingung und Vermittlung) weiss; oder: das Rote
logische Negation auf die n^erte
Affirmation. Vollends ist an sich, als solches (ohne Bedingung und Ver-
können zwei reale Qualitäten oder Bestimmungen
ohne mittlung)süss, ebenso einen logischen Widerspruch ent-
Beziehung auf einen gemeinsamen
Gegenstand nie wie die Sätze
halten, Das Viereck ist rund oder das
: ,

emen logischen Gegensatz bilden. Z. B. ist


es unzulässig, Weisse ist rot*). Wir gelangen damit zu der dritten,
wenn Drobisch (Neue Darstellung der Logik
2. Aufl. § 33) weitesten Fassung des Satzes:
die äussersten Güeder einer vollständigen
Reihe koordi- c. Eine unbedingte und unvermittelte
Veranigung
iwotw Begriffe als .konträren Gegensatz«
bezeichnet. des Verschiedenen ist nicht möglich
Der Gegensatz Schwarz- Weiss oder Viereck
-Kreis ist oder:
logisch von keiner anderen Bedeutung
als der von Schwarz Vo-schiedenes kann nidit an sich, als soldies
und Blau, oder Polygon und Kreis.
Könnten Qualitäten Eins und Dasselbe sdn.
an sich emander entgegengesetzt sein
(wie Herbart, Die beiden ersten Formeln lassen sich als formale
^mL m
die Phil., p. 254 der 2. Aufl. lehrt), so
müsste ihr Regeln des Urteils gebrauchen; die letzte nicht, weil ihr
Gegensatz mit ihrer Ungleichheit wachsen allein
gerade das ;
niemals dn faktischer Widerspruch entgegentreten kann.
Gegenteil findet statt. Dagegen schliessen
reale Zustände und VerstOsst man g^en diese Fassung c (wie es z. B.
Bestimmungen im »tsamneHfasseHden Denken
einander aus das System Hegels thut, oder die Lehre, dass psychische
wenn sie auf denselben Gegenstand bezogen
werden! und cerebrale Vorgänge identisch seien), so widerstratet
Ein G^enstand kann nicht zugleich im
Norden und das nicht logisch dem Satz des Widerspruchs, sondern
Süden sein, nicht zugleich schwarz und weiss, Wir
viereckig stösst den Satz des Widerspruchs selbst um.
und kreisförmig sein. Hier würde ein Widerspruch
vor- haben mit dieser dritten Fonnd c also einen Obergang
hegen. - Was ist der Grund dieses
Widerepruches? - von der Logik zur Ontologie gefimden. Sic alleiii
Wenn an Gegenstand mit einem anderen unmittelbar Wider-
erfüllt die Forderung, welche Kant an den Satz des
Eines wäre, so wäre er von sich selber Zeitverhältnisse enthalten
verschieden spruchs stellt, dass er keine
Dies aber widerspräche dem Satz
der Identität (in dürfe. V. p. 179.) Eine unbedingte Vereinigung
(Kr. d. r.
welchem also der Satz des
Widerspruchs schon enthalten verschiedener Qualitäten in demselben Gegenstand ist
ist). Aus der ersten Fassung des Satzes vom Widerspruch
weder bei ihrem Zugleichsein noch bei ihrer Aufinnando*-
(s. oben a,) leiten wir somit
folgende zweite ab
folge in dem Gegenstande möglich und denkbar.
b. Zwei verschiedene Affirmationen, Behauptungen, dass eine unbedingte
Anm. zu § 2. Auf dem obigen Satze ,

welche sich auf denselben Gegenstand in auf dem


derselben V«%iliigung des Verschiedenen unmöglich sei (also indirekt
Hinsicht beziehen (wie A ist rund und auch die Spir-
itt vier- A einzig primären Satze der Identität) ruht schliesslich
Kausalität.
sche Ableitung der i^Miorischen Kat^rie der (Sie
eckig), können nicht beide zugleich wahr sein
•) D. u. W. I, 179. Die erste Formel (a) heisst bei Spir
„Satz •) Kein Gegoistand ist von seinem Attribut zu trennen (Des
des offenen«, die zweite (b) .Satz des impUderten
Widenpnidw*. carte^; jede EziateBC beaitit dae CoeriiTftn z (Locke). —
45
-
ist enthalten im Buche des i. Bandes von D. u. W. p. 264 fiL und
3.
,Wir habenin Spir einen Dualisten entschiedeMlen BekellB^
274-287). Da ein Eingehen auf dies 3. und 4. Buch, das die Haupt-
folgerungen aus Spirs endgütiger Erkenntnislcbrc enthalt, nur nisseszu erblicken, der, wie in der Wdt im rilgemein«» so «ach
gerade
andeutungsweise möglich war, so sei hier summarisch eine Ab- im Menschen emen „Gegensatz zwdor Natural' annimmt und
daran seine ethischen Betrachtungen anknOpft*. (Schaaradimidt in
d.
leitung des Satzes der Kausalität ans dem
3. Satze des Wideiqmids Bei kemem Philosophen spidt die Zwei-
Ph. Monatsh. XV, 297.)
(c) versucht :
-
Der Satz der Kausalität sagt, dass kdne Veräadmmg
solche Rolle wie bd S|»r; nur auf
teilung und die Polarität eine
ohne Ursache, d.h. alle Veränderung bedingt seL Veränderung
Grund seines dualistischen Systems ist der „Kategorisdie taperativ**
ist (nach Spir) Vereinigung des Verschiedenen. Wird z. a ein toter
verständlich, in welchem er seine Ethik gipfdn lässt: »WoOe und
Gegenstand grün, so vereinigt er in sich zwei verschiedene
Quafitflten
handle deiner höheren, wahrhaft eigenen normalen Natur
und zwar in derselben Hinsicht (in Hinsicht der Farbe), wenn
innr successtve. Der Satz des Widerspnida idier
auch gemäss." —
(der aeineraests nur
die negative Form des Satses der Ideotttit ist) sagt
aus, dass eine § 3. Das oberste Deiikgesetz.
unbedingte Vereinigung des Vanschiedeiien unmö^ich ist. Daher
ist es a priori gewiss, dass keine
Veränderung unbedingt, d. h. cdme A. Erläuterung.
Ursache geschehen kann.
Bevor wir den Beweis der objektiven Gültig-
Dieser Umstand, dass jede Veränderung eine unendliche an*
fangalose Reihe von Yerändemugen voranssetzt^ macht cde keit des obersten Denkgesetzes zu geben versuchen (eine
Annahme
cioer ersten imbedingtoi Ursache d. h. eber Veränderung
aus dem Ausführung, welche Spir für den Kern seines gesamten
ebenen unbedingten Wesen der Dinge unmöglich. Systems erklärte), müssen wir uns den Sinn und Inhalt
dieses Gesetzes nochmals klar machen. — Das Grund-
Aus dem Satze der Kausalität entwickelt Spir den Be^iff der
Sub stanz; aus diesem Begriff den Grundsatz von der Beharrlichkeit
gesetz unseres Denkens zwingt uns den Glauben an ein
der Substanz ; aus der Beharrüchkdlt das Gesetz von der
Notwendig-
k«^ Alle Gegenstände der Erfahrung als Substanzen unbedingtes Wesen der Dinge auf, während wir doch
zu erkcnnea (wdcbe Lehre recht eigentlich das Leitmotiv des
ganzen in der Erfahrung nur Bedingtsein und Relativität antreffen.
die Erfahrung behandebden Bandes von Spir's Hauptweit ist).
a. giebt es aber Denker, welche lehren, dass das
Nun
- »»Weil unserem Denkgesetze gemäss, dem Wesen eines Dinges Subjekt und sein Objekt eben nur durch diese Relation
an sich aller innere Unterschied fremd ist, ist uns ebe einfache Sub-
stanz alldn em normaler Gegoutand imd das behanüche
zu einander beständen nnd dass weder im Subjekt
noch im Ansich der Objekte etwas sei, was ausser der
Sein
emer solchen Sobstanz die normaleEzistenzweise; alle Unterschiede
und Vefiaderungen in einem Dinge dagegen, das Symptom von Relation beider zu einander bestände, so dass das Ver-
ausser dem Di^ge liegoiden und ihm fremden Einflüssen, die schiedene in Einem eben die Natur des .Unbedingten^
Folge äusserer Ursachen und Bedingungen. Das ist der Grund, oder „Absoluten" sei. —
wdcher uns nötigt die Objekte dtr Erfahrung - unser Ich oder „Monismus", dessen
Es ist hier nicht der Ort, diesen
Selbst dnerseitsundden Inhalt der Sinnesempfindungen andererseits—
ab unbedingte, dnfoche und beharrliche Gegenstände, als Substanzen Wesen „immanenter Dualismus" ist, als eine Ver-
ein
zu eikennen und alle Veränderung auch eines empirischen Gegen- schleierung und Trübung des erkenntnistheoretischen
standes einer ausser ihm liegenden Ursache zuzuschreiben/'" Problems zu kritisieren*). Indem wir diese Lehrmeinung
Man sieht Wer schon, wie Spir schliesslich zu seiner Kategorie
der »Norm" und seiner Lehre von der „Abnormität" d. h. der funda- den „phantasie-
•) Spir verweist in diesem Zusammenhang auf
mentalen Diqiächat der gesammten Wirklichkeit gelangt, welche Du- unbewusste
retchen Schriftsteller E. v. Hartmann." Das Hartmannsche
plidtät in uns selber in einer ^Dichotomie des menschlichen Bewusst-
— bewusste —
überbcwusste —
Unbewusste besteht bekanntlich zu-
seins' endigt.
gleich a» unftmilktHrm, mtofiscbeia Willen und endlicher, willenloser
- 4ß - - 47
-
berücksichtigen, woUen wir den
Begriff des Bedingt- a) (Unsere neue Einsicht) Das eigene Wesen der Dinge
seins noch dem der Relativität sondern.
scharfer von ist notwendig unbedingt und kann darum bloss
Mag man Substanz Relationen hineintragen (die
in die unbedingte Eigenschaften haben.
unserer Theorie nach freilich immer nur (Unsere obige Formel c.) Eine unbedingte Ver-
für die Er- b)
fahrung gelten und aus der Erfahrung stammen), so einigung des Verschiedenen ist nicht möglich.
ist damit doch kein Bedingtsein in der Substanz an-
genommen.
Nur wenn zwei Gegenstände einander ab origine Daraus geht mit unmittelbarer logischer Consequenz
fremd und auch nicht ursprünglich ihrem eigenen
sind, dieFolgerung hervor, dass in dem eigenen unbedingten
Wesen nach ein Objekt bilden, nur dann ist die Ab- Wesen der Dinge gar keine Vereinigung des Verschiedenen
hängigkeit des einen dieser Gegenstände von
dem anderen möglich ist.

ein wirkliches B e d n
g t s e n. Bedingtsein bedeutet also
i i Dies der Sinn des obersten Denkgesetzes. —Wer
ist

nichts anderes, als das


Vorhandensein eines frem- ihn begriffen hat,weiss, dass alle monistischen Weltalle-
den (abnormen) Elementes in dem betreffenden goreme, welche die Erlebnisse unserer Erfahrungswelt in
Dinge. Danach es ein analytischer, d. h. selbstver-
ist die Substanz hineinprojicieren, wissenschaftlich unerweis-
ständlicher Satz,dass das eigene Wesen der Dinge not- bare Begriffsdichtungen sind').
wendig unbedingt ist, dass folglich die Begriffe „Ding
•) „Als vollkommen gewiss dOrfen wir annehmen, das an un-
an sich" und „Unbedingtes" zusammenfallen.
Halten wir bedingter Gegenstand weder Denken und Ausdehnung, nodi Vw-
nun einmal diese Einsicht mit der Formel c) des
Satzes stellung und Willen, oder sonst was anderes in seiner l^heit ver-
des Widerspruchs zusammen, die wir (oben einigen, noch in ein Subjekt und ein Objekt des Selbstbewusstsdns
p. 43) aus dem
einzigen synthetischen Satze, den der
Identität, entwickelt zerfallen kann.Die Herrschaft der Phantasie, welche sidi nur in den
haben Combinationen des Verschiedenen bethätigen kann, wird somit von
dem Gebiete der Philosophie vollständig ausgeschlossen. Dass
zwei gleichartige Gegenstände z. B. zwei Ochsen ein und derseH>e
Gegenstand seien, das findet zwar Jedermann undenkbar und ungereimt;
Vorstdlung, sive „logischer Idee-, welche der
„unendliche unlogi- aber dass zwei qualitativ verschiedene Dinge oder Qualitäten
sche WiUe bei Ubertritt aus der Potenz zun,
Aktus an sich Ge- ein und derselbe Gegenstand seien, das findet man umgekehrt ganz
rissen hat- Ausserdem erfWlt das Unbewusste wichtige Funktione'n in der Ordnung. Denn man ist es eben gewöhnt, in der Erfahrung
vor allein ist es identisch mit dem Heben Gott,
enthält die Dreieinig- Gegenstände anzutreffen, welche Verschiedenes in sich vereinigen
keit, und mythologische Allegoreme
für die Erlösung, die Ileilsonad'e oder Unterschiede enthalten, und vermag sich von dem Einfluss dieser
und die Auferstehung in Christo; voi allem aber ist
es zureichender Gewohnheit nicht zu befreien. Allein es handelt sich darum, was ein
EltläruBgsgrund in- allem was sein Entdecker nicht
weiss. Demnach Gegenstand in seinem eigenen Wesen — von den Gegenständen
ruht sein so eriMOtes Weltsystem auf breiter sehr
solider Basis
und der Erfahrung" hab ich „nachgewiesen, dass sie kein wahrhaft eigenes
hat höchstens noch den kleben Fehler, welciier
Max Schneidewin in —
Wesen besitzen sein oder nicht sein kann ; und da ist es klar, dass
semem .OflFenen Brief an E, v. Hartmann« den tielgefühlten Seufzer dasselbe logische Gesetz, welches uns es undenkbar macht, das zwei
entlockt: warum nur ein solcher Denker seine Übereinstinnnunc mit Ochsen ein Gegenstand sein könnten, uns es auch undenkbar macht,
der protestantischen Theologie nicht ehrlich eingestehe,
die sich ja so dass ein Gegenstand in seinem eigenen Wesen überhaupt nicht eins,
schön mit seiner Philosophie vereinigen lasse, — *
sondern verschieden sein könnte.
- 4ß - ~ 49 -
Folgoide drd Sätze sind also vollkommen gleich-
hier den dritten als den interessantesten und fruchtbarsten
bedeutend :

wieder.]
1. Eine unbedingte Vereinigtmg des Verschiedenen und Unlustgefühlen finden wir
In unseren Schmerz-
ist nicht möglich.
nicht wie in der ganzen empirischen Welt Ver-
nur,
Verschiedenes kann nidit an
änderungen, sondern eine lebendige Quelle von
2. sich, als solche eins Ver-
und dasselbe sein.
Der Schmerz ist ein Zustand, der
änderungen selbst.
3. Ein Gegenstand kann nicht seinem eigenen, unbe- der das Verlangen
sich sdbst nicht gleich bleiben kann,
dingten Wesen nach verschieden sein oder Unter- anderen
oder die innere Notwendigkdt enthält, in dnen
schiede enthalten. — (schmerzlosen) Zustand überzugehen. In jeder Unlust
Der letztere Satz ist aber offenbar die negative und zu vernichten.
liegt die Tendenz, sich selbst aufzuheben
Fassung des folgenden: nach der
Übersteigt der Schmerz eine bestimmte (je
Seinem eigenen unbedingten Wesen physischen und moralischen Constitution der
Individuen
nach ist jeder Gegenstand mit sich selbst
verschiedene) Grenze, so föhrt &
mit Naturnotwendigkeit
identisch.
zum Selbstmord.
So sind wir auf einem Umwege
wieder bei dem Notwendigkeit eines Zustandes, sich
Die innere
Satze der Identität angelangt und haben zugleich con-
selbst zu vernichten, impliciert ein zwiefaches Zeugnis.
statiert, dass die Sätze der Identität und des
Widerspruchs Erstens, dass diesem Zustande innere Harmonie,
der positive und der negative Ausdruck einer fehlt Was sich selbst gleich,
d. h. Identität mit sich
und derselben Einsicht sind, welche sich auf das eigene,
mit sich selbst vollkommen identisch ist, das kann
nie die
unbedingte Wesen der Dinge bezieht und selbstverständ-
Tendenz enthalten, von sich selbst verschieden zu werden,
lich, unmittelbar gewiss, durch sich selbst evident ist.
in Wideispruch mit sich selbst zu geraten.
Das Vorhandensein des obersten Denkgesetzes dürfen
Zweitens aber, dass dieser Mangel innerer Identität
Mar mithin als eine Thatsache betrachten ; aber die Frage
mit sich ein abnormer, gleichsam widernatürlicher Zu-
nach seiner objektiven Gültigkeit blieb noch offen. ver-
stand ist, da er sich durch Selbstvernichtung factisch
B. Beweis. leugnet und venuteilt.
Der Schmerz spricht also in der Sphäre der Gefühle
[Spir giebt drei verschiedene Beweise für die ob- dassen>e aus, was das Denkgesetz in der Sphäre des
jektive Gültigkeit des Denkgesetzes. Der erste Beweis Denkens, nämlich dieses:
stützt sich auf die Relativität der empirischen Objekte, aus
In dem eigenen Wesen der Dinge herrscht
voll-
welcher hervorgeht, dass die empirische Natur der Dinge
kommene Identität mit sich selbst. Der empirischen Dar-
nicht die unbedingte ist; der zweite stützt sich auf die
sleöung der Dmge dagegen fehlt Identität mit sich und
Natur der Veränderung, welcher alles Lebende, auch unser
eben dies ist ein Zeichen, dass in ihr ein fremdes, abnormes
eigenes Idb, unterworfen und welche nicht zum eigenen
Element liege, was für den Intellekt als Widerspruch
ist
Wesen des Seienden gehören kann der dritte stützt sich
und Unwahrheit, undfiirdasGefühlals Schmerz und
;

auf die Natur der Schmerz- und Unlustgefühle. Wir geben


Obd sidi gdteml macht
- St -
Bezeugt der Schmerz durch seine
er der Ausdnik eines abnormen
Natur selbst, dass Sein an sich) verbunden wären? — Die Erfahrung zeigt
und gefallenen Zustandes
sei, so bezeugt er eben damit unmittelbar in dass alle Unlust- und Schmerz-
zahllosen Beispielen,
auch das Vor-
handensem einer normalen höheren gefllhle eine Verschärfung des Ich-Bewusstseins und
Beschaffenheit der
Dinge, denn in jeder Unlust liegt die Höherzüchtung der intellektuellen Fähigkeiten bewirken
der Durst nach Lust
und gerade der Schmerz giebt uns das (wie umgekehrt die Schmerzempfindlichkeit mit der
Gefühl, dass wir dagegen
geistigen Capacität anwächst); alle Lustgefühle
eines besseren Zustandes würdig
seien'). Dem - rohen
Bewusstsem ist es eigentümlich, den
schwädi«) das Bewusstsdn (wie umgekehrt alles Streben
Leidenden wie einen
bchuldigen zu betrachten und auch zur Lust ein Streben nach Selbstvergessen [Taumd,
die Moral betrachtete
Rausch] ist). —
den Schmerz oft wie eine Strafe. -
Sämtliche Religionen
Giebt man uns zu, dass allem Lebenden ein Wille
haben im Schmerz ihren sicheren
Bundesgenossen und
wurzeln m der Gewissheit der zur Lust eigentOmlich ist, so muss man aus dem Wesen
UnvoUkommenheit des der Lustgeftdüe, wdche aOanal dne Lfisung des Bewusst-
Wirklichen wie auch aUe Kunst aus einem
am Wirklichen hervorgeht und gerade
üngenügen seins erstreben, auch folgern, dass dem Bewusstsein
in ihren grössten
Vertretern die Herkunft aus Unlust und als solchem die Tendenz innewohne, sich selber zu ver-

bezeugt. Die religiöse Gesinnung,


Schmerz deutlich nichten. —
welche der künstlerischen
wie der philosophischen wesensverwandt Hiormit ist gesagt, dass das unreflectierte Gefühl
ist, ist ausnahm«,
los pessimistischer Natur, jedes naiven Menschen spontan das hier gefimdoie Doik-
indem sie ein GefliW oft auch
das klare Bewusstsein von der gesetz bestätigt, nach welchem das Ich und sein ge-
Unwahrheit und Abnormität
der Erfehrungswelt involviert; und samter Erfahrungsinhalt eine Abnormität sind — gleichsam,
dieser Pessimismus,
der die Menschen zur Kunst, dem wahrhaft Sdenden g^oiOber ein Schattentanz auf
Religion wie Phibsophie
leitete, bezeugt eben durch Goldgrund*).
sein Dasein, dass das
Ge- Das Problem des Schmerzes und des »Lddens der
fühl jedes unbefangenen
Menschen das letzte dualistische
Resultat des Denkens bestätigt. - Auf ein sehr tiefes •) »DasBewusstsdn, dass das eigene Wesen der Dinge mit
und bisher noch nie aufgeworfenes ädi sdbst identisdi ist und dass die Erfahrung uns die Dinge nicht
Problem so zdg^ wie sie an adi beschaffen sind, wddies das dnzige im emi-
aber Stessen wir Verfolgung des Spirschen Gedankens
in
der Abnormität mit der Frage: nenten Sinne pldloM^hisdie Bewusstsein ist, ist auch das einzige im
in welchem Verhältnis eminenten Sinne idigiOse Bewosstse«. Was die üiilosophie durch
bchmerz und Unlust zum bewussten
Leben stehen das Organ des Denkens (oder des Begrifi), das verkOndigt die Reli-
Wie, wenn nun alles Bewusstsein Oberhaupt gioatfit durch das Organ des Gdbhls, und dass diese zwd unab-
ein Resultat
von H m m u n g e n des ursprünglichen, hängigen Qodten dassdbe votOn^gen, ist eine höbe Gewähr flir
e instinktiven Lebens
wäre wenn die Vermögen des die Riditigkdt llures gemeinsduittidien Zeugnisses. Das rd^;iOseBe-
; Verstandes und dw Ver-
nunft untrennbar mit wusstsdn tttak darA die Phaoaoplde seine wbsooscbafUidieEittnte-
dem Daseinskampf (nicht mit dem rung und das philosophische Bewusstsein erhält dnrdi die Rdigiowtät
die höhere Weihe des Gemttts. Daraus erwädist ims der un srh ät»-
*) Die folgenden Ausführungen sind bare Vorteil, zwisdien den Forderungen des Denkais und denen des
nicht von Spir, «woera
soodem
Reaultate eigener Erwägui^g. — Gemütes, zwischen V^nssenadiaft und Relig^ eine vdOconamcne
Harmonie zu kaanen.*
herstellen
- 53
-
Gerechten« hat die Menschen von frühesten Zeiten an be-
überhaupt, und ein fähiger und geübter phflosophischo-
schäftigt und durch Jahrhunderte hindurch tönte System
immer die Denker kann aus dieser Einsicht allein das ganze
bange Frage „Woher kam dieser Missklang in die Welt ?"
: — der wahren Philosophie ableiten, ebenso wie
ein fähiger
Das Gefühl der Begrenztheit und des inneren Wider-
mid geübter Mathemataco- aus der newtonischen Formel
spruchs alles Wirklichen ist nicht bloss ein Erbteil Piatos Mechanik
des Gravitationsgesetzes das ganze System der
und des Christentumes, sondern es ist allen philoso-
des Himmels ableiten kann."*)
phischen, ethischen, religiösen, künstlerischen Bethätigungen den Kern der Spirschen
§ 4. Wir haben nunmehr
gemeinsam; durch ihr blosses Dasein bezeugen diese
ja
Erkenntnislehre vor uns Die Welt, die wir erkennen,
ist
:

Phänomene das Vorhandensein einer Hemmung, welche


systematisch organisiert» Täuschung. Erkennen ist
logi-
sie auslöst — Die Menschen haben immer geglaubt und sches Irren, denn es verfthrt nach dem Satze vom
Grunde,
spekuliert, aber noch nie entdeckt, dass die Existenz und eben
der zu jeder Veränderung eine Ursache fordert
dieses Glaubens und Philosophierens wichtiger sei, als
darum dne erste Veränderung, eine erste Ursache
un-
sein zufälliger, oft absurder Inhalt; wer dies religiöse als auf
fossbar macht und niemals auf ein Unbedingtes,
und metaphysische
den Erklärungsgrund der Wdt hinidten kattn.
Bedürfiiis verwirft, thut das aus dem-
selben Gefiihle des UngenOgens heraus, welches Glauben
Das Unbedingte ist nicht der Grund der Wdt,
und Metaphysik unausrottbar erneuern muss. Die Neuzeit
sondern ihr normales, wahrhaft eigenes vollkommenes
hat Denker gesehen, welche Moral, Religion
und Meta- Wesen. Zwischen ihm und der Welt des Bedingten,
physik als eine Culturkrankheit bezeichneten
(Rousseau, die der Erklärungen bedürftig ist, besteht ein nie über-
Nietzsche); in ihnen war das Bewusstsein lebendig
ge- brückbarer Gegensatz. Derselbe radikale (nicht nur grar
worden, dass die Erhebung des bewussten Geistes über
duelle) Gegensatz besteht zwischen Gutem
und Bösen,
die Data der Wirklichkeit und die allem Denken inhärente Vollkommen— Normalen und UnvoUkominen- Abnormen.
Antinomie t h a t s ä c h c h von jeher das sichere
Symptom Das «Wahre - Schöne - Gute" ist die Norm; die Welt
1 i

der fundamentalen Abnormität dieser Wirk-


unserer Erfahrung dagegen, in der wir den geraden Gegen-
lichkeit war.
Und
so darf Spir sagen „Erst die Einsicht, dass
:
•) Spir's Definition des Schmerzes als eines „abnormen gefalle-
unsere Erfahrung, eben weil sie mit der Norm
unseres nen Zustandes" ist Phrase, gerade so viel wert wie die unverdient be-
Denkens nicht übereinstimmt, durch eine systematisch rOhmte Hegeische Floskel: „Das Uebel ist nichts anderes als die
or-
ganisirte Täuschung bedingt, von Natur durchgängig darauf Unangemessenheit des Seins zu dem Sollen" (Enc. § 472) oder die
Definition eines Empirikers: „Schmerz ist Störung im Gleichgewicht
eingerichtet ist, der Norm unseres Denkens scheinbar zu
entsprechen — erst diese Einsicht erhebt uns auf eine
der Nervenmolekule".
Diese mechanische und jene teleologische Auffassung des
Höhe der Betrachtung,
welche weder ein menschlicher, Schmcraes können wohl neben einander bestehen. (Letztere als die
noch überhaupt irgend ein denkender Gebt
je flbeiv philosophisch wertvolle findet man dargelegt u. a. in R. Virchows
schreiten kann. Pathologie, J. G. Romanes geistg. Entwickig. im Tierreich (p. 113);
Paolsen, System der Ethik p. 202 etc. etc.; eine Darlegung
über den
Diese Einsicht erschliesst uns auf einmal das Nutzen der Lust- und Unlustgefühle giebt auch das flache Buch von
tiefste Wesen sowohl des Denkens wie der Wirklichkeit G. H. Schneider „Der tieriscbe Wille" {p. 87 etc.).
- 54 ~ - -
55
satz des uns eingeborenen
Ideales Unwahres, Hässliches ungen selbst, die gegebenen Objecte der Erfahrung wirk-
:

und Schlechtes, antreffen ist


abnorm. Niemals kann lich und es ist von denselben eine absolut wahre,
ohne
Unwahres oder Unvollkommenes aus
Wahrem und Voll- Bedingung und Einschränkung gültige Erkenntnis möglich,
kommenem abgeleitet werden. (D. u. W, I.' 077 at.
nämlich wenn man das nimmt, was sie sind,
sie gerade fto-
Mor. u. Relig. Cap. 5.)
d. h. für Empfindungen in uns; -
aber diese Objecte sind
Es giebt nach Spirs Meinung eine absolute Norm selbst nicht imbedingt, sind keine Substanzen oder Dinge
zu der aUe Entwicklung hin will
und von der die Weit
der Erfahrung abfiel; ein an sich, sondmi blosse Erscheinungen, Phänomena, d. h.
absolut-Gutes und eia absolut-
Boses repräsentieren die Wirklichkeit nicht wie sie an sidi, in
ersteres identificiert er mit
; Gott (Vers. v. Wiss ihrem ursprünglichen, unbedingten Wesen ist, sondern in
u. Reüg. Bd. IV,
51); letzteres mit der Welt der Erfahr-
ung (die also wohl des Teufels ist?). der ihr fremden Form der Vielheit, des Wechsels und des
Alle Weltanschau-
ungen, naturalistische, pantheistische, Gegensatzes oder der Dualität von Subject und Object des
theistische scheitern
daran, dass sie glauben, die Erkennens*).
Welt unserer Erfahrung könne
und müsse erklärt Ich habe bisher aus Spirs Geiste heraus geschrieben, ich düf
werden, d. h. das Unbedingte könne
schJiessLch doch den zureichenden Blich nunmehr kritisch zu ihm stellen.
Grund des Bedingten Spir endete damit, das Leben als „Abnormität" zu kennzeich-
«Ithalten. Aber das Unbedingte
nen, weil er sehr naiv das Wesen des Lebens im Denk
steht zur Welt nichf im en und
Verhältnis der Ursache zur logischen
Folge, sondern es ist ledielicb das Reale im Bewusstsein, ja eigentUch in einem einzigen
Norm der Welt. Satze suchte, und weil er ausging von einem der unglücklichsten Sätze
Die Annahme
einer ersten Ursache, zu der die der Philosophie.
Me- Wer mit dem kartesianischen „Cogito ergo sum" anfängt, also
taphysik uns drängt, widerspricht
dem Gesetze der Cau- mit einer Identificierung von Denken und Sein, der muss einen
Bruch
welches uns zwingt zu der ersten
salität,
ihn, vom Leben
Ursache immer in der Welt antreflFen; der Sprachgebrauch verführt
eme noch frühere Ursache anzunehmen. und zu nennen, was
Die Welt von ZU reden, wo Bewusstheit gemeint ist „tot"
Korpern die wir empfinden, unserer Wahrnehmung bewusstlos scheint.
Vörstetten und fühlen, ist
unerklärhch und wird ewig unerklärt Bewusstsein ist Grenze des Seins, begrenztes Sein. Das Denken
bleiben.
Sie ist eben nichts als der Irrtum If^nn sidi selber so wenig
aus seinen Formen erklären, als ein Buch-
unserer Organisa- oder
tion, Stabe des Alphabetes den Satz lesen kann, den er bilden hilft,
naturnotwendiger, methodischer,
organisierter Irrtum: eioe Kene sich selber bdeaditen; an Auge sich selber betrachten
logischer Irrtum.
kann . . .

„Die scheinbaren Gegenstände Wer das Leben für Vorstellung hält, statt die Vorstellung als
unserer Erkenntnis,
die Körper smd zwar ihrem Begriffe nach eine acddeirtidle, allerdings rftäiselhafte und abnonne Episode des
unbedingt, aber
di^ Erkenntnis hat selbst eine nur bedingte
Wahrheit *) Wedu* das Geschehen (wdches schon Kant filr unerklärlich
und Gültigkeit. Denn unserer
Körpererkenntnis entrarechai Uel^ indem er die mit dem Satze der Causalität gegebene fundamen-
wie wir wissen, keine wirklichen
Dinge, sondein nm- eine tale Antinomie aufdedtte) noch die Welt Oberhaupt (welche nichts als
wirkhch vorhandene Natureinrichtung Geschehen ist^ weder Bedingtsdn noch das räthselhafte Vorhandensein
unserer Empfindun-
gen, welche der Auffassung derselben
als Dinge im Raum der Täuschung und des Uebds ist dnor Erklärung Obig. I>er
factisch congruent ist.
Dagegen ejdstieren Wdt unserer Wahrnehmung, imserer Wahradunung sdber liegt eine
die jümdamentale, monab ai vermdWoide Aotiooiaie «ler.
- 56 -
- -
57
Sans zu betrachten, muss freiüch das Lebeu für unerJdärJich und •««
Sem fOr transcendent halten.
das
hassen sollen: uosor mensd^dwa Bewusstsein ist abmamales Leben;
Schern und
Aber er beginnt sein Haus vom Dache an die Erlebmsse uiaeres traoalarisdien Wachsdns sind
_ aufzuerbauen wie (cogto ergp non sum.)
Aristoteles es that mit seinem Tftttsdiung, so weft sie Vorstelfaing sind,
vcrhängnisvoUen Satze 5 voüs 5v eXn riic
«Pücsco; dpyri (der Geist Anfang Was denn sddiessBdi das Gcsamttewusstsdn aOer je ge-
ist
ist der Natur). Der Geist End-
wesenen Individuen nad» Vereisung des En^daneten oder dem Ab-
ist
Produkt der Natur; jedenfaUs das I e t z e
Problem, das der Nator.
f

forscher sich stellen kann .... Es sterben semes lebendigen Aosscfalages, w«bb nidit dae xinecklos^
war ein grossartiger Irrtum des
Menschen, dass er jahrhundertelang Leben abnorme, sehr kurze Weltepisode.
und Denken identifizierte
I>as that Anaxagoras, das that
Plato und von Descartes bis
V- b selber Interpretati<» wSre eine Lehre von der AboMinitflt
He«! des Bewusstsdns (des Ich, der Vorstelhmg, der lodividnation)
frudit-
war dieser Irrtum Grundgesetz. -
Weil er Seele und Denken
üfizierte(mens sive anima), darum musste Descartes bar und gross; auch dann wem ihr die SmenfeindiifMrwl »d aste*
den Tieren die
beele absprechen; das eigentliche Sein tische Lebensiddcehr genommen wQrde.
war der Gedanke: der MeoMb. Rossen; er gdiört wedger
nomo sapiens, war der Denkende. Spir ist Altruist und Christ wie afle

So war man gezwungen, neben den


Begriff des Lebens noch
zur Schule Heriwrt ab zur Sdrale tolstol; das Wahre «dnes p^
ämmf
den tautologischen Begriif des Seins (des mistischen Systemes erinnert an dnzefaie Rendt^ Btbopa
substantiellen Lebens) zu
setzen Leben aber im Sinne von Bewusstsein und Mainländers und besteht aad» aossrrhalb des CSuisteuUinies.
zu gebrauchen. Wir
Welt der konkreten Vorstdhmgen Trog and
;

können mit dieser begrifflichen Unterscheidung Aber weil die


nichts mehr anfeBgen.
da wir jeder Zelle Bewusstsein
zusprechen und diese EjccDsdbaft dtt
Schein ist, soU man darum m
dne abstrakte VorstiAai« flilcfaten,
in ein möglichst qualitätenloses Ideal, dne leere,
ßewusstseins für eine Transformation nnvor^dlbare, ifluna-
des JUbens hauZ die ber^ sie
m der anorganischen Welt beginnt"). nent gegebene „Norm", welche ja doch auch Sirasete, so talaidos
Es ist eine wunderliche Lehre: die auch gedacht wird, durch logisdie SchHtase «s
konkreten Datis er-
Welt sei »abnonii'«
weil sie mit der für unser Denken schlossen wurde, als kategorischeForderuagwnseresDenfcens?!
konkludenten Norm (dem Sa^de^
Identität, des Widerspruchs u. Ein moralisch so präoccupierter Doküuuar wie S|pr fird&b
s. w.) nicht Obereinatiiiune. Es hatte will lieber alles Leben abnorm imd sdn mdnstiges Tuchen Be-
för
wusstsein für massgeblich halten, ab dngesteben, dass das Leben
^Haeckel,Naturl. Schöpfungsgeschichte Aufl. jenseit seines Bewusstseins läge, wdl alles Denken sekundär sd (md
p. 678 ff. rWundt
zwar nach meiner eigenen Lehre: ausgelöst dnrch Ifemmnm^
7.
Vöries, über die Menschen- u. Tierseele
3. Aufl. p. 418-19- HuxIeT
Zeugnisse für die Stellung des Menschen
in der Natur (i. Aufl.
Weil Spir die Substanz, das wahrhaft Lebende nidit im Wis-
p andi an ¥Hssen^
s en vom Leben findet (warum sucht er sie denn
124-27; Peschel, Völkerkunde 6. Aufl.
p.4; Darwin, Abstammung d.*
Menschen p. 118-19. Auf Seiten neoscholastischer
Phüosophen wird
so verlegt er sie in seine blasse, blutleere transModente „Kofbü^,
^
er meistens „Gott" nennt und in gehdmen AK^nkdn sdncs
freihch das Bewusstsein als Bewnssi!-
menschliches Monopol betrachtet So
^"'^'"'"'^ Moralphilosophie Bd. I seins sich immer doch nach Anbildem menschüdier Wesenheit, gdrt^
'5 p. 17:
S'f.'
„Hatte der Mensch übrigens nichts als
das Bewusstsein, der Adel und gut, vorstellt.
seiner geistigen Seele wäre zweifellos.
Mitten im Wechsel aUer
. . .
Als ob die Begriffe norm und abnorm nicht Relationswerte
Erscheinungen m uns wissen wir, dass wir seien, in bezug auf uns selbst; eben gültig, wenn
man unsernn gdsii»
dasselbe Einzelwesen sind
und bleiben, und dass wir die Verantwortung
für unsere Handhmgen
gen Organismus erst einmal heimlich so viel G)mpet«« untersdudjt,
tragen. Mit Recht hat jemand gesagt, er dass er damit selber erweisen kann, dass er keine CmnpetöMhabel
werde vom Pfenl stSn.
sobald dieses zusich selber spreche: Ich." -- Als ob der naive Satz „Die Vorstellung ist alMMnB* etwas an-
:

Sporn zu verwenden und das Pferd spricht


Er braucht nur den
deres enthalte als: „die Logik ist unlogisch".

als „zweckmässig" angesehenen
sehr deutlich Ich ABe - - Nun aber könnte man wohl bei der Entlarvung der Bewusst-
Lebensvorgänge un Pflanzenreiche
sind bereits Aeusserungen eines heit als eines „abnormen" Modus des
realen Lebens hattmadmid,
durch Hemmung oder Gefahr ausee-
eine Lehre weiterbauen, welche Wülen gegen
Josten Bewusstseins. -» • Erkenntnis, Instinkt

gegen Wissen ausspielt; idealistisch, voluntaristisch, naturalistisdi


vad
individualistisch.
- 5B ~ - 59
-
[Spirs Kritik des Oarwinismns D. u. W. Bd. H p. i6o IE
Bei E. R^ian findet man den typisclira Ausspruch: „Wie die folgcs).
Perle nur eine Krankheil der Perlmuschel, so ist
auch das Bewusst- sowie die folgenden AusAkhrungen Itiber Teleologie und Logos in dm
sem (oder die Seele) in unserm Innern eine Knmkbeit,
wie die Perle der Natur sind dürftig.]
in der NaUr«; und Sdiq>eidiraer nennt den
Geist einen Parasiten Ob das Bewus^sdn an sidi histvoll oder imlastvoB sei, hftngt
am Leben.
von seinem Inhalte ab. Im allganeinoi freffidi atrcben die
Mes nl der fincfattme Satz Rouaseras: L'«at de reflexion c'est gefühle zur Unbewusstheit ; anderseits Inetet auch das Bewoaslsdn
un
Lustgefühle, die freilich niemals ganx rdn und unvermischt mitSdmun
6tatcontre la nature.
Von dieser Kritik des
Bewusstseins aus lassen sich die ver- sind (Gefühl des eigenen Wertes, Kraf^ef&hl etc); anch die
relativ
schiedenartigsic»! Systeme begrOnden; und das ist thatsächlich
ge- reinste Lust, der aesthetische Genuss, dünkt uns mdit mcte (wie
schehen. Hieronymus Himhcim, Abt von Prag, erklärt mit
Pascal und es Schopenhauer und Schelling erschien) cmc k<Hitemplative Eatodbs^
Mallebrancfae aus ^ologisckm Motiven das Wissen für
»die Pest des ung, uninteressiertes Versenken in Ideen und Urzostinde,
aoodern
men8dilidie& Geschlechtes*.
Freude an menschlichen Aktivitäten (Th, Lipps; J. Volkcit).
^er^Bayle oder d*Argens, begründen ihre Skeptik mit der Dagegen ist Bedingung des Bewusstseins eine Henamung ;
des sdences".
ytTincertitnde
das Princip des Bedürfnisses, das in der Physiologie wertvoll
wnrd^
Agrippa von Nettesheim begründet die Magik ebenfalls auch in der Psychologie herangezogen werdra.
mit sollte
einem Werke de incertitudine seien tiarum. Es ist freilich eine unlogische Verwechslung von causa und
Für unsere moderne Philosophie aber ist eine solche das conditio,wenn man, wie Spir gelegentlich thut, die Phänomene des
Wissen demütigende; Kunst und Religion über Wissenschaft, Im- Bewusstseins erklärt aus Zuständen, welche Bewusstsein
auslösen.
puls und Wille über Bewusstsein erhebende Lehre
fruchtbar und Das Denken des Menschen wurde ausgelöst durch den Zwang
wertvoll, denn wir sind geneigt in unsern wissenschaftlichen
Leistun- der physisch mächtigeren Tierwelt gegenüber eine Waffe zu bentzoi;
gen die Rechtfertigung unseres Lebens, in unserem Bewusstsein unsere Not und Leiden jeder Art sind Mittel die Gedanken reicher und indi-
Würde zu suchen, auf Kosten eines harmonischen Menschen- vidudler zumachen*) . . .

tumes.
Vollends wertvoll in Zeiten, die vieles vergessen Die Lehre von der Herkunft des Bewusstseins aus der Not
müs-
sen, um leben zu lernen, sind manche, bei Spir auftauchende Ge- steckte schon in Schellings (von Schopenhauer aufgegriffener)
wunder-
danken zu einer Kritik der Begriffe, welche zumal alles blos ruminie- licher Definition des Lebens als eines beständigen
„Kampfes um Er-
rende historische oder analytische Wissen entlarven müsste als
Aus- haltung des Gleicbgewichtes''.
fluss depotenzierter Vitalität und gehemmter
Schöpferkraft; welche
als Gegenpol unserer Gelehrtentugenden und
Gelehrtengüte den kläg- •) Die trostreiche Lehre von der Kraft der Not und der Aus-
lichen Mangel an starken, heroischen Affekten bereits auf den
und die nOchtmie bildung des Genies durch Schranken und Reibung, ist
Verflachung aller starken In^inkte aufdecken dOrfie. wOTden durch die modernen Theorieen italienischer
Kopf gestellt
Biologen (Patrizzi, Salcrti» Lombroso), nach welchen
Genie und Geistig-
Es ist durchaus richtig, was Spir lehrt, dass die Existenz der freilich seltene Menschen
keit an sich kraiddiaft sind. Krankheit kann
Schmerz- und UnlustgefÜhle einen abnormen Zustand und verfeinem ; Not kann fruchtbar und stark machen,
des Be- vergcJatigrn
wusstseins dokumentiere; aber sie dokumentieren darum
nicht, wie ^mMa is done by its mvalids
werk aber ailch hier verwechselt causa
;

er meint, das Bewusstsein selber oder das Leben als


Abnormität und wo* das Grosse und Schöne für krankhaft hält. Diderot
conditio»
Das bewusste Leben, filr uns normal, in bezug auf Leben
Aber- sagten MGcnie setzt immer dnc Unordnung im Organismus voraus"
h au p t abnorm, ist nicht durchaus Schmerzlich und
(Ekm. de phyaoL Bd. IX); ferner J. J. Moreau de Tours
bedrii^ sondeni (Les facultes
es ist a u s g e 1 ö s t durch Schmerz und Bedrängnis.
numk» COOridärto an point de vue m^dical) „Das Genie ist eine
ein Monstrum
Nenroae^j Schopenbaner: „Das Genie ist im Grunde
Dies ist auch der tiefere Sinn der Darwin'sdien Ldiren vom
Kampf ums Dasein (die Folgerung freilich, dass der Si^ende dben
per eseesanm''; «od schliesslich verstiegen sich
Mediziner wie Lom-
Ttek, Hirach, Sodger, Noedau u. andere au dem
darum auch der TOchtigere flttrte mm nr VergflOemug Saue:
des broso^ MBWoai
- 6p ~ - 61 -
Aus dieser Lehre folgt zwar, daas aDe Knitor SAwäitAmg des Ein Liebhaber des Ld>ens wie LeOniz bat gerade den Gedan-
Leb«s sein miiss; nicht aber ^rs Sal^ dass optimbtischen
primitiven negativa ken, dass S<^men Geist und Bewusstsein auslöse, zu
die
das Bewusstsdn sdber abgefiülen und abnorm sei; sie bran^ nidit Deduktionen vorwendet; und einzdne Denker haben gelegentlich
pessimistisch
ausgedeutet zu werden wie es Mi^yiiindfr tfiut nut ,,Freude an d«- bewussten Existoiz^ als edusdies Prinzq;» au^sestellt
seinon Gea^von der Schwichwig der Eno-gie (das er dem Robert (Schuppe, Siebeck, Tbide.)*)
Mqrersdien enlg^rastdlt). mer sd zur ühistriaranK der Lehre v(m der Hericunft des Be-
wusstsdns nodi auf dne intar«ssante praktisdie Erfahrung verwiesen:
„Das Pathologische ist die Bedingung des Höchsten" (Möbius, Das Man kann unsere Haustiere nicht besser moMdienfl hnBch ind bewusst
Pirthologische bei Goethe ; Neurol. Beiträge), worin freilich ein Stück machen ab durch beständige Anspannung. Dompteure pflegen Hunden,
Wahrheit steckt^ wenn der Satz nicht so verstanden würde, als ob die sie gdehrighaben wdlen, wenig Nahrcmg tu gd>en und vor allon
das Höchste pathologisch sei. Der Grübelhunger des philosophischen Sddi^ zu «itndien. Die Tiere werden dadurch ,j{ewedct". Dag^ien
Genies fällt nach einer Äusserung des grossen Stendhal oft mit Augen- schwächt reichlicher Sdilaf und üppige Nahrung ihre AwBa siwingWfbe
blicken geschwächter Körperlichkeit zusammen; das Wissen ist wie im selben Masse als ach ihre physiolog^sdie GesnmSieit hebt
die Tugend eine Beschränktheit. Auch die Kunst ist zumal nach Auf- Durch Mangel wächst hier also der Intellekt des Tieres Ober
fassung der Romantiker aus Hemaiungen abzuleiten. (G. Brandes Mo- den seiner Gattung hinaus, ahnlidi wie man Pflanzen, wdche

derne Geister p. 237 if,) Goethe bestätigt das in zahllosen Aussprüchen. üppiger Nahrung in Blattwerk zu versdiiessen pfl^ai zum
BUAen
Indessen ist festzuhalten, dass das Kunstwerk selber Sieg und Ueber- bringt dadurch, dass man sie karg ernährt
windung einer Unlust oder eines Ungenügens ist, welcher nichts mehr Bei einer Reihe von Culturpflanzoi ist metoer An£Eusnng
nadi
von Sehnsucht und Indignation anhaftet. die Blüte eine Krankheit oder Ataionnitat ....
Nach Seneka (de tranquill, animi, sub finem) soll Aristoteles ge-
sagt haben, dass kein grosser Geist ohne Beimengung von Narrheit •) Den Kampf und die Not als integrieroidai Bestand
des Lebens
gewesen sei; indessen findet sich in den uns bekannten aristotelischen werten und nur aus ihnen aUe Cultur aUeitan, ist das „Pessimisinus"?
Ist es nicht Liebe zum Leben, die den Mensdmi
als BcüAe zu grös-
Schriften nur die Frage, warum alle grossen Geister Melancholiker
seren Möglichkeiten lieben lehrt? In seinem Bewusstsein
zufriedoi
gewesen seien. (üpoßXTjii. XXX. i.)

Alle diese Lehren über die Kehrseite der Geistigkeit sind in- sein, heisst das Lebensliebe? Ist etwa Hinz und
Kunz .das" Ld>ea?
dessen in viel weiterem Sinne wahr als man bisher ahnte.
Es ist nicht nur wahr, dass Intelligenz und Schmerzempfäng-
lichkeit überall einander entsprechen
und dass Genie trauriger Not-
ausgang des bedrängten Lebens ist — die intellektuelle Höherzüchtung,
Menschen überhaupt ist Zuwachs an Schmerz.
die „Cultivierung" der
Man kann heute bereits im Stadium noch relativ sehr ungeweck-
ter, tierischer Bewusstheit die Menschen teilen in solche, die noch
naiv zur Geistigkeit hinwollen und solche, die vom leidvollen Vei>
hängnis des tiefen Wissens ergriffen, bereits in eigener Seele erfuhren,
dass es auf dem Wege der Cultur keinen Fortschritt des Menschen
zum Glücke giebt, dass vielmehr die Summe aller Lebensenergie
eine gegebene, ewig gleiche ist und durch Zunahme der bewusstcn
(durch Hemmung transformierten) Energie die Kräfte des Lebens-
willens und die unbewussten Affekte entsprechend abnehmen. Dieses
Gesetz der Erhaltung der (Willens- und Bewusstseins-) Energie vct^
steht sich fast von selbst und doch ist es niemals bisher ausgesprochen
worden und soll, si vita roppcdtobit in mumm «geaea Ldm Mae
B^gründtflig tttulten*
IIL

olgerun^en.

„Mill hatte dnmal John Herschels


Werk discourse on the study of natural
philosophy gelesen und sogar recen-
sierty ohne darin irgend etwas gefunden

oder davon profitiert zu haben ; später


hat Mill in ebendemselben Werke die
deutliche Darlegung der vier Methoden
der Inducticm gefunden, die er dann
seiiiem eigenen Wtfke Ober Logik zu
Grunde legte. Handelte es
sich onii ^ne Lehre, welche Lärm er*
rq|;te, so war das Nichtverstehen ihre

beste Empfehlung. Besitzt aber


ein Gedankcnsyslem hone äussere
EoqifeUnng^ so bestätigt das Nicht-
verstdicn & Nkhtfacachtung und kei*
ner begreif^ dass aBes nd die Leser
ankiwnmt,* — A. Sptr.
1.

Besondere Beachtung verdient die Abhandlung Otto


Caspari's über Spir. Sie steht in Caspari's Werke „Die
GnindprablCTM da* £>k«mtiustha%keit, beleuchtet vom
psychologischen und kritische Gesichtspunkte*. (Beriin
1876. Erster Band Die philosophische Evidenz mit Rück-
:

sicht auf die kritische Untersuchung der Natur des In-


tdlects, ^0—240 und p. VIII.)
Caspari vertritt in diesan von Fechnor und von Lotze
vielfach beeinflussten Werke einen kritischen Empirismus,
der in der mathematischen Evidenz das eigentliche Krite-
rium der Philosophie sieht.
H^rin stimmt er mit überdn; während aber
dieser in der Art v<hi Spinoza und Descartes ein meta-
physisches System nach mathematischer Methode ent-
wickelt, wünscht Caspari das metaphysisch Unendliche
(Unbedingte und Absolute) auf den Begriff des mathe-
matisch Uc^diichai zurückzufahren. £He mathe-
matische Evidenz, das Wesen der Relation, der GrOssen-
unterscheidung ist für ihn das einzig Objektive; „aber
obwohl man in der mathematischen Evidenz ein erfahrungs-
mäK^;es Uid>edingtes und somit die wahre Objectivität
inHlbiden halt» sucht der Phflosqi^ dodi erst hinterher
noch das reine und wahre Unbedingte als das sogaiannte
Absolute/' — — —
j^Bei aller Hochschätzung des Verfassers — es hat
kaum ein ntsaeter Philosof^ eb^iso wie Spir ins Unbe-
dingte sidi hinemgearfodlt^ um ^ch himmt die Wdt da
- 66 - - 67 -
Erscheinungen und Erfahrungen völlig unverständlich zu stitution unseres Denkens zu gründe liegenden Irrtum
machen. Er, wie kein Anderer unter den modernen auf unsere Wahrnehmungen abwälzen. (Anal, der Er-
Forschern, hat die ganze Erscheinungs weit eingerissen und fahrg. p. 36; Spitza:, Diss. p. 23.)
zerbrochen, um neugierig nachzusehen, wie sie wohl „Weil das empirisch Wirkliche, soweit wir es bis
inwendig aussieht und gemacht wird." — jetzthaben erproben können, nirgends zu dem Verdachte
Caspari paraphrasiert Ideen
aus Lotzes .System der Anlass gegeben hat, als könne eine logisch untadelige
Philosophie' ; ,der Satz A=A
ist so lange leer und blind, Gedankenrdhe, wenn sie an das Wirkliche korrekt ange-
so lange er nicht den Satz der Causalität, der auf den knüpft ist, die Congruenz mit letzterem jemals verlieren,
logischen Zusammenhang, die Relation und
Verbindung die darum sprechen wir in bezug auf das uns bekannte Sein
eines gleichzeitigen A und B geht, gleichzeitig mit um- den Satz aus, dass alles, was in seiner Sphäre möglich
fasst. Suchen wir aber den Satz der Identität mit dem sein soll, mindestens denkmögiich sein müsse, darum
der Causalität zusammenzufassen, so kommen wir auf die
nämlichen Erörterungen zurück, wie sie von L o t z e in so
bauen
identit.,
wauf die <mtologische Wendung des princip.
in der logischen Fassung der
und es wird wie
geistvoller Weise gemacht wurden. Es bleibt nichts übrig, letzte Grund unserer logischen Entwicklungen, der selbst-
als anzunehmen, dass es sachlich ursprüngliche
Zusammen- verständliche Ankergrund für alle Bestimmungen über
gehörigkeiten des Verschiedenen gid)t (urspranglicfae Syn- empirisches Sein. Beruht aber die ontologische Gültigkeit
thesen), deren Beziehungsglieder durch keine Zwischen- eines Denkgesetzes nur auf dem Zutrauen, das wir ihm
vermittelung zusammenhängen, welche ihre Vereinigung infolge seiner Übereinstimmung mit der Natur der Wirk-
als noch so entfernte Folgen des Identitätsgesetzes er- lichkeit schenken, und findet sich wirklich, wie Spir be-
scheinen liesse, und die demnach unmitteU>ar zusammen- hauptet, an keinem G^enstande der empirischen Welt,
gdhören* *). — die uns umgiebt, der dn^en, die uns bekannt ist, das
Identitätsgesetz bewährt, was bleibt uns anders Obrig, als
Ganz andersartig sind die Einwände, welche Laas dessen objektive Gültigkeit schlechtweg zu ver-
gegen Spir's paradoxe Wendung des Satzes der Identität neinen? Spir aber stellt das Ding auf den Kopf; er
macht. leugnet die Realität der wahrgeiommenen Körper, weil
Wenn dies Grundgesetz unseres Denkens mit der sie dem Identitätsprincip widersprechen, und zuglach, ja
Wirklichkeit nicht übereinstimmt —
meint Laas — so , eben darum erkennt er es als ein zwingendes Zeugnis
dürfen wir daraus wohl eine fundamentale Antinomie für das Vorhandensein einer nicht empirischen Welt und
unseres Denkens folgern, dürfen aber nkbt dnen der Con- als dne untrOgliche Offenbarung über deren Natur an.
Was nOtzt es aber, die gegebene Welt mit dner anda:^
*) Spir wflrde gegen Caspari einwenden, dass er selber die zu vermehren, die dem Identitätsprincip entsprechen soll,
Existenz solcher ursprünglicher Synthesen angenommen habe, indem Wirklichkeit, deren Realität
wenn selbst die empirische
er den Satz der Identität und des Wider^iruchs wie auch den der
Causalität als verschiedene Ver«onen ein und derselben Grundthat-
auch Spir anerkennt, seine ontologische Gültigkeit negiert?"
sadie angezeigt habe, und dass eben dks* Grundthatsache die Grenze Der letzte Satz ist sophistisch imd kann Spir ganz und
sei, an dar sein dnaMstbches System halt macht - gar nicht treffen; Spir behauptet, dass ^an sich in
- 69 -
Caspan Midlich lässt sidi überhaupt nicht darauf eb,
seinem eigenen Wesen
identisch sei", bezieht
jedes Ding mit sich selbst
den Satz AsA inNackthat und Isolieräidt als
seiner
das Identitätsprincip auf das
also
richtig Indem wir diesen einen Satz aus-
anzuerkennen.
eigene Wesen der Dinge und anerkennt die empirische
sprechen, meint er, ist uns schon a priori eine Synthese
Wirklichkeit nicht als die wahre Realität.
mit anderen Sätzen g^ebm, nicht zwar derart, däss man
diese anderen Sätze (^a den des Widersprud» oder
Die Ausstellungen von Laas und von Caspari sind
der Causalität), so wie Spir aus dem primären
es thut,
die wicht^steD, die zu Spir's erkenntnistheoretischem
Syst^ne Oberhaupt gemacht wurden. — Satze A =A herleiten sondern derart, dass der
dürfe,
Auf ihren eigent- Satz der Causalität gleichzeitig neben dem Satz der Iden-
lichen Kern reduciert, stellen sich diese drei Auffassungen tität gegebtt ist und beide Sätze aba1iau|>t nur durdi
desselben Problemes, nämlich des Problemes der Identität,
ihre Synthese, nicht aber isoliert und ohne Bezug auf
etwa so zu einander:
die übrigen Gesetze unseres Denkens einen Sinn haben;
Spir sagt: Der Satz «
A A ist das Fundament alles es giebt keine Begriffe, die a priori gültig sind, wohl aber
praktischen und theoretischen Denkens; er ist der ein-
l^zte synthetische Wabrhdt»; der Satz der Identkät
zige synthetische Begriff a priori,
den wir kennen, und
h9t in seiner abstrakten Nackdieit nur dnePseudoevidenz
ich kann alle übrigen Begrike, auch doi der Causatitat,
aus diesem einzigen Satze herleiten. Nun finde ich aber,
und der Satz A = A ist keineswegs axiomatischer als

dass im gesamten Bereiche meiner Wahrnehmungen kein


der Satz A + B = C. —
einziges Objekt wirklich diesem Satze entspricht; also be-
Wir sehen hio* drei Forscher vor derselben Grenze
des Drak^ stehen, von denai der eine das filr das
zieht sich dieser Satz (der unserem Denken zu gründe
Wichtigste hält, was jenseits dieser Gr«ize liegen dOrfte,
liegt) gar nicht auf die empirische Wdt, sondern ist
der zweite sich nur aus dem, was er diesseits der Grenze
ein Grenzbegriff, der uns das Vorhandensein einer
beobachten kann, zu schliessen gestattet, der dritte die
Oberwirklichen Norm verbürgt.
exsikbt Festsetzui^ der Graize seibar fitar die voraehmste
Dem gegenüber äussert der Laas'sche Positivismus —
Aufgabe seines Denkens hält
sich so : Zugegeben, dass der Satz A == A niiigend in der
Welt Gültigkeit hat, so beweist das nicht, dass in dieser
Welt eine Antinomie zu herrschen brauche, sondern nur
2.
dass unser Denken relativ sei. Stimmt unser Denken nicht
mit unserer Erfahrung überein, so ist das ein Unglück für Da oben entwickelten erkenntnistheoretischen Ge-
die
das Denken, nicht aber dn Beweis für den gering«^ danken unbekannt blieben und ihre Consequenzen nicht
Wert, oder die pessimistische Beschaffenhdt unserer Er- wird; man mag nun nach
sein kann und nirgend von ihr bestätigt
fahrung *). Belieben der Natur oder recht geben — der feste
dem Verstände
Punkt, auf dem ich fusse,Thatsache der Unvereinbar-
ist die
*) Spir wQrde gegen Laas so argumentieren: Es kann — wie keit beider, oder die Erkenntnis, dass der Verstand das Organ
Kant lehrt — nur da ein Wissen geben, wo sich die Natur nach -
unseres (naturnotweadigen und »WaliTheit" zubenannten) I r r
unseren Vorstellungen richtet Ich weise nur nach, dass das Grund-
tumes sei.
gesetz unserer Vorstellungen unmöglich aus der Natur gewonnen
— TO — - 71 -
verstanden wurden, so entschloss
sich unser Phflosoph zu Wahifieit, das denknotwendige Ergebnis streng me-
als
Er veröffentlichte thodischer Forschung. Giebt man aber zu, dass die Ana-
ZrA'"^.""*^^^*^"***^
einen Aufruf, m
welchem er die Mitlebenden ersuchte lyse des Erkennens auf einen oder mehrere Sätze führt,
^"Widerlegen und demjenigen, der welche wir als apriorische und absolut gewisse Axiome
?;^nH
Grundsatz f
von der Abnormität der
seinen'
Erfahrung und des des fokennens ansprechen müssen, so handelt es sich
Bewusstseins erschüttern könne,
eine Geldbelohnung ver- in der Philosophie künftig nur noch um die Auswahl und
Formulierung dieser Sätze und um die Aufgabe, nichts
Z^J f" ""^^ ^^"^ "-dieses
für wahr zu halten, noch als wahr zu behaupten,
was sich
S^r* f '^"u""'
Philosophie als eine Art
nidit auf diese logischen Grundsätze zurückführen
lässt.
K
matische 1
u
Methodik
^^^'^ ^^'''^^
des
gefährliche mathe-
Descartes oder Spinoza nirück- Für Spir nun giebt es überhaupt nur ein einziges
Neigungen seines Zeitalters fremd Axiom, nämKch den Satz der Identäat; aus diesem leitet
Sl^^r
ggenober; er T!^
forderte mehr Zeit zur Nachprüfung seiner er als „weitere Aprioritäten" nach einandtf ab : CausaBtät,
Gedankengänge, als ein moderner
Leser erübrigen kann Raum, Zeit und Substanz.
Seme platomsierende Moralphilosophie
steht der Erkennt Eine analoge Ansicht vertrat gleichzeitig mit Spir
mslehre im Wege; seine
Schriften schienen Predigten eines Schmitz-Dumont in seinen Büchern: »Die mathematischen
Elemente der Erkenntnistheorie* und „Zdt und Raum in
präoccupiert«! Dogmatismus und
doch hatte wohl kein
anderer Denker die Lehren
des Naturalismus und PosT ihren denknotwendigen Bestimmungen, abgeleitet aus dem
^'""^"^ ^"^""'"^ Satz des Widerspruchs" (1875). Auch für Dumont ist
die
nachgeprüft, wie
^^elpZ Math^'*»''f ane erweiterte Logik und die Logik das
Er behauptete nicht, sie
wideriegen zu können, und Kriterium der Philosophie.
bezeichnete sem System wiederholt
als System des Rela- Seine Ableitung von Zdt und Raum aus dem Satze
tovismus; aber alles lag ihm an oben
der Frage, ob Logik und des Widerspruchs wäre nur zu ergänzen durch den
Mathematik uns mcht doch zu
einer absoluten Wahr- entwickdten Beweis Spirs, dass der Satz des Widerspruchs
neit befähigen.
semeredts wiederam nichts anderes ist, als die negative
A
den i^L^T^? ^konsequent Subjektivist, dass er
auch Form des Satzes der Identität.
Satz der Identität filr eine relative bewussten Den-
Wahrheit und „das Für das letztmögliche Resultat alles
Einmaleins für die schlechteste dass mit dem primären
Wahrheit, die es giebt« kens hielt Spir die Entdeckung,
hält, nun, so ist freilich
weder Metaphysik noch EÄcnnt^ Axiom alles bewussten Denkens (dem Satze der Identität)
mskritik möglich - aber es ist dami überhau pt
iede kein einziger Gegenstand unseres Denkens überei nstimme,
emsth^ Behandlung des Lebensphänomenes dass also schon im Principe ein Widerspruch unseres
ausgeschlos-
sai und die phantastischste
Fabel romantischer Phüoso- Denkens zu konstatieren sei und uns somit nur die Mög-
phen gerade so gute, ja auch unserer Denk-
wohl .biologisch bessere« lichkeit bleibe, entweder auf alle Gültigkeit
resuRKte zu verzichten und uns kritiklos der Illusion zu
Erörtwung einer philos. Grundeinsicht (Vorwort) überiassen, oder aber als einzig wahres Denkresukat das
««i.--*^
Schnften
^''^'^^ iämat
p. XV. Phüosoph. Monatshefte XI, 6. von ihm gefundene zu acceptieren, nach welchem das ge-
- 73 — " 73
-
samte Bewusstsein, seine Denkergebnisse
und afle Elemente Schopenhauer erinnert werden, wenn nicht bei diesen mehr
seiner Erfahrungen unwahr sind.
das Gemüt oder der Wille das bestimmende Motiv ab-
Die Unwahrheit und Abnormität des
bewussten (den- gegebra hätten, während Spir wider den exakten Empi-
kenden) Lebens geht nach Spir daraus
hervor, dass das rismus die Vernunft ausspielen will und gegen die in-
ihm zu Grunde liegende Gesetz ein
ihm fremdes Ele- duktiven Wissenschaften die Macht der Deduktion und der
ment enthalt, welches uns die sichere Gewissheit einer
„Ideen" verficht. Man wird an Hegels Panlogismus er-
ausser unserem Ich und seinen Objekten
existierenden innert, obwohl Spir als Quintessenz seiner Philosophie
Norm übermittelt.
einen Satz aufstelle der die direkte Umkehrung der H^el-
Man wird bei dieser ^letzten
Wahrheit« unwiUkürKch sdien Lehre ist, nämlich den Satz, dass j^aOes ^pirische
an den bekannten ¥«KJt1jc des EubuKdes
erinnert, nach unvernünftig" sei.
welchem em Kreter als letzte Wahrheit
verkündet, dass Man kann auch an die Reaktion der Leibnizischen
— alle Kreter Lügner seien.
Philosof^e gegen doi franzosischen Materialismus denken.
(Lange, Gesch. d. Materials, p. 332 ff.)- Mit den Aufeätzm
über die „apriorischen Elemente des Erkennens'' und den
^^Anmerkungen zu Kant's Lehre von der Apriorität" be-
ginnt Spir über Herbart hinaus zum Teil auf den Intellekt
3. tuaiismus des Descartes, zum Teil ärenger als Sdiopen-
hauer und fast so schroff wie Berfcdey — auf den Akos*
In seiner Erkenntnistheorie
wünschte Spir, wie er in nismus zurückzugreifen.
zahlreichen Schriften und Briefen
geäussert hat, vor allem
eme Erneuerung der kriticistischen Je schärfer dann Spir alles Bewusstsein als etwas
Philosophie zu Abnormes^ und das Leb^ des Individuums als dne Ver«
geben. Der wichtigste Vertreter
dieser auf Kant zurück-
irrung bezeichnet, um so mdir vermisst man bd ihm dne
greifenden Doktrin war ihm
Herbart, während er die klare Unterscheidung des normalen Bewusstseinsinhaltes
neukanüsche Phüosophie (etwa Schopenhauer
oder Lange) vom Abnormen. Er behanddt Traum und Vorstellung,
für kerne Verbesserung der kantischen
Lehrsätze hielt. Hallucination und Phantasie so, wie es Taine versuchte,
Als Moralist und Religionsphilosoph
nach Vollendung seines Systems
trat Spir erat
akg^ch wertige undgldch wahre Vorgänge*)*
auf (1873), es istunmög-
hch, die zahlreichen ethischen
Sehr missvarständlich sind die Auslassungen Spirs
und religiösen Schriften
Spu^ ohne Kenntnis seiner Logik recht zu
beurteilen. -
Der historische Forscher wird in diesen *) ,,Da8 Resultat der Uatersudwpgen von Hdmhoto Ober den
Schriften Gdtalt und Ursprung unserer Wahrnehmungen ist also dies^ dass
eine noch anwachsende phüosophische
Strömung wieder- unsere Erfiüirung dem Wesen nach mit dem Traume verwandt ist^
finden, die der Überschätzung
der SinnKchkeit und des nämlich eine Täuschung enUiält Denn in Wahrheit nimmt jeder von
Verstandes gegenüber die Innerlichkeit uns nichts Anderes ab sdne eigen» Snnesempfindungoi wahr/'
und die unerkann- . . .

ten Machte der Seele wieder zu £:hren Ganz recht! Aber Veränderung meiner Zustände wird veranlasst
bringt. Man könnte
m die Phüosophen der Romantik,
an Schelling oder
durch Ursachen, welche nicht nur in mdnem Organismus
nur Sinnesempfindung.
li^^esu
Die Welt der Wahrnehmung ist nicfat . . .
- 74 - - ~
75
über Schopenhauer. Er hält ihn (cfr. TabeBe sub II i b.)
für einen Philosophen,
Was den ersteren Vorwurf betrifft, so ist Schopen-
welcher das Dasein der Substanz
auf grund
hauer von ihm frei, weil bei ihm die Körperwelt unserer
apriorischer Causalität folgert,dann aber das
Vorstellungen an sich eben Wille ist Bei Spir steht
Dasein und Wirken von Substanzen überhaupt negiert
die Substanz zur Wdt in keinem anderwi Vaiialtnis als
Hierin erblickt er erstens den Grundwiderspruch in Schopen-
der „Norm" zur „Abnormität". Wirken wie Geschehen
hauers unmethodischem Systeme und zweitens weist er
giebt es nur in der Erfahrungswelt, nicht in ihrem Sub-
nach, dass die allerdings api^iorische Kategorie der Causa-
strat Die Lehre, dass die Causalität nie auf eine Substanz
lität immer nur den Schluss auf
weitere Veränderungen,
leiten könne, sondern die Per(^>tion Körper als Sub-
nie aber ein Folgern auf Substanzen rulässf).
(D. u. W.
stanzen ein natumotwendiger Irrtum aller Erfahrung sei,
III a54"a87.)
dem gegenüber die aus dem abnormen Zwiespalt der Er-
Dieser Einwand kann Sdiq>«haiier nicht berObra)^
*)
da «r fahrungswelt zu folgernde Substanz auf keine Weise den
das Wesen der Welt durch unmifttellNure Ansdiauung^ zureichenden Grund fOr die Erfahrungswdt enthaltad könne,
xddbt aber aof
grund k^lischer Folgerung erscblicsst Auch Kant soll,
nadi Spir, istder Kern der Spir*schen Erkenntnistheorie*).
das Ding an skh, seinen eigenen Lehren zum Trotz^
als Ursache In den Phil. Monatsheften 1878 Bd. 13 p. 352 etc.
dCT Erscheinung ai%;esehen haben, also den Qiiell der
Erfthninga-
wdt aus Denkgesetzen ersdilossen haben, die seiner Lehre nach, doch hat Th. Lipps in einer Recension von Denken und Wirk-
nur für die Erfahrung gfldtig afaid. (t>. o. Bd. I lichkeit dem Spir'schen Systeme einen fundamentalen Pa-
p. 410.) Dos
ist die alte Kritik des Aenesidein*Scbulze^ die Spu- aufvflrmte;
Kampf ralogismus vorgewoifea. Es schdnt mir^ dass Lipps an
gegen dasDing m sich, wieilmO.Lid>niann u, andere girfUut
haben.
Spir macht Kant g^enfiber sich «war des verbrdteten nämlich das Ding an sich und die Permutationen der Erscheinung.
Fdilers schul-
die remai Anschanangrfm*men (die nach Kants Meinung Eine von mir gesehene Rose existiere fort als Rose und werde vom
sogar
einem transcendentalen Bewusstsdn zqgeh(^) mit den Kate- Winde entblättert, ohne von einem Subjekt angeschaut zu werden.
g(»rieen des emi»rischi»^ individndlen Bewnastsdns, mit Dies aber ist eine von Kant andererseits gerade wieder angefoch-
den Ver-
standerformen, auf eine Stufe zu Bei Kant aber sind
bringen.
tene Aussage. Veränderung und Geschehen giebt es nur inn^halb
transcendentafeAesthetik und transcrad^itale Analytik getrennte Ge- der Erkenntnis und die einen sich gleich bleibenden Complex von
biete. Die reinen Begriffe sind den Anschauungsformen EmpfindungsmögUchkeiten fixierenden menschlichen Worte ^Rose"
übergeordnet
und zwischen Sinnlichkeit und Verstand vermitteln die Schemata der und „Wind** haben nur in bezug auf unser Bewusstsdn duien Sinn.
Eml»ldui%dcraft .... Diesen Umstand (dass das Ding an sich in- Ein tief im Meere liegender Stein, den nie ein Auge sehen würde,
sensibel aber luc^ unvorstdlbar sei, und dass Anschauungsformen «dsti^te nicht als „Stein" (als Merkmal^iq>pe menschlichen Vor-
und Denkformen bei Kant nicht gleiche Dignität haben) macht r. B. steUens); vielldcht existierte er für die Empfindung einer Alge, die
Fafckenbei^g (Gesch. d. Philos. 3 Aufl. p. 310) gegen Liebmann von ihm leb^ oder Facettenaugai eines Insektes, aber ab
für die
geltend,
(wddier sein^rsdts freilich dnwoiden könnte, dass nichts gedacht
„Stdn^ wird er erst in Wediselwiilning mit eiomi enscbttia^ge M
Warden kOnne was nicht zuvorempfunden sei, demnach das insen- geboren.
^le ,,IKng an sid)" auch irrational sein müsse). Gleichwohl *) lyEtn Haiq>tziel aller mdner Schriften ist^ni^uniweisen, dass
be-
zeichnet Faktenb^ selber (p. 319) die reinen Bämmliidiai Thatsaeh« sowohl auf dem
ifie phyaiaenen wie auf dbm
Anschauungen, die
Kategorieen und die Ideeen zusamm en als „Funktionen des mocmBsdKD und dem jateBdctadien Gdiiele dafür wpetAen, daas das
Geistes*'
was entsdiieden nicht Meinung Kants war ... Unbedingte^ (Se Norm, nidbt aber der metkbmAe Gnmd dtr Dinge
Ebenso dubiös
. ist
die bei Falckenbeig p. 393 ausgeführte kantische Lehre, dass ein ist;dasa die Welt der Enfahnnv Elemente entfiil^ wdche dem Uih
Doppeltes ausserhalb der Vorstellung des Individuums bedingten fremd sind und zu diesem in einem radSuden G^^ensatz
existierci
- 76 -
jener Stelle Spir zwderld unberechtigte Unterstellungen
deren Syllogismen ausser Zusammenhang mit doi Datis
gemadit habe. Er unterschob Spir erstens einen Doppel-
der Erfahrung sind, ein Unding sei, dass vielmehr Logik
begriff des Unbedingten, indem er meint, dass das Unbe-
und Ontologie dn gemeinsames Princip haben müssen.
dingte zwar unabhängig von einem seinem Wesen frem-
Dies Prindp will nun Spir im Satze der Identität gefunden
den Elemente sein müsse, aber doch seinem eigenen We-
haben. Dessen negative Formel „Verschiedenes kann nicht
sen hmnaaente Relationen enthalten könne, nach — an sich, als solches ein und dasselbe sein", drückt das
Spir aber kann die Substanz weder Relationen noch Ge- dem unbe-
einzige Bewusstsein aus, welches wir von
schehen irgendwelcherArt enthalten. Zweitens fasste
dingten „metaphysischen«' Wesen der Dinge haben.
Lipps das Verhältnis zwischen Unbedingtem und Beding-
tem als Verhältnis v<»i Grund und Folge aui^ wahrend es Man beachte folgende zwei Prämissoa:

nach Spir dauernd unmöglich bleibt, die Welt der Erfah- A. Eine unbedingte Vereinigung des Verschiedenen
rung jemals als etwas Unbedingtes, oder mit dem Unbe- ist nicht möglich.
dingten irgendwie
Zusammenhängendes, oder aus ihm (In dem eigenen unbedingten Wesen der
Folgendes denkbar zu machen. Eine Brücke von der Er- Dinge ist Vereinigung des Verschiedenen nicht
fahrung zur Substanz und eine Erklärung der Welt aus möglich.)
ihrer Substanz giebt es bei Spir nicht, wie er denn über-
B. Die Erfahrung bietet überall Vereinigungen des
haupt die Möglichkeit einer Metaphysik voll-
Voscfaiedenen dur, aber keine unbedingte.
ständigleugnet. Die absolute, unveränderliche, schmerz-
(Das Verschiedene ist in ihr nie unmittel-
imd wahnlose Norm des Denkens steht auf der eben Seite,
bar, als solches ein und dasselbe.)
auf der anderen dne Er&hrungswelt, deren Relativität,
Veränderlidikeit, Übel und Unwahrheit ihren abnormen folgt notwendig die Conduaon:
Daraus
Charakter dokumentiert. Die Data der Erfahrung stimmen mit dem
logischen Satze der Identität sämtlich nicht
Oberein.
Dieser Satzist Anfang und Ende der Spir'schen
Philosophie Emp. u. Philos. 1876 p. 70 ff.). „Anstatt
(cfr.
4.
vid darüber hin und her zu reden« — sagt Spir dnmal
— „ob aus dem Satze der Identität sich irgend etwas Ober
Neben Th. Lipps hat namentlich G. Knauer eine
die Gegenstände folgern lasse oder nicht, muss man den
Polemik gegen Spir eröffnet. (Phil. Monatsh. XI, 362 ff.)
Versudi anstellen, etwas daraus zu folgern und zu sehen,
Was Knauer an Spirs „dogmatischer herbartianischer Phi-
ob dieser Versuch gelingt oder misslingt Man weise nur
losophie" auszusetzen fand, kommt
nach, dass die angegebenen Condusfenen aus mdnen
wesentlich auf einen Prä-
alten kantischen Satz hinaus: »Nimmermehr lässt «chaus missen nicht folgen, oder wenn die Folgerung formal
Logik Metaphysik machen." Es ist nun aber gerade Spirs Thatsachen
richtig ist, dass die Folgesätze durch die
Verdienst, gezeigt zu haben, dass eine bloss formale
Logüf, nicht bestftägt, sondern widerlegt werden. Aus welchem
^ 78 - - 79
-
anderen Grunde glaubt man an die Richtigkeit der New- Aus der Thatsache der Disparität (Nichtüberein-
ton'schen Gravitationslehre, oder der Undulationstheorie stimmung) zwischen dem Sinne des Satzes der Identität
des Lichtes, als weil die logischen Folgen dieser Lehre und der Beschaffenheit der empirischen Objekte; aus der
durch die ThatsachenOberall bestätigt werden?* — Thatsache, dass kein einziger G^enstand der Erfahrung
£s ob den franzGsbchen SchOlem Spir's
sdieint, als
mit den Gesetzen seiner Perception fibereinstimmt, leitet
sein merkwürdiger Gedanke Schwierigkeit macht, dass erkenntnistheo-
Spir deduktiv seine sämtlichen Sätze ab :

r^etische; ontologische, physikalische — ja auch moralische


gerade die Erfahrung selber durch ihre Nicht-
übereinstimmung mit dem Satz der Identität für die und religiöse — (v. d. Tabelle am Schlüsse dieser Dissert.).
objektive Goltigkdt dieses fundamentalen Satzes Zeug- Was G. Knauer gegen Spir vorbrachte, war ausser-
nis ablege? ordentlich flach und albern. Danach sollte „Spir's syn-
Spir's Grundentdeckung (dass die Data der Erfahrung thetisches Denken a priori" beeinflusst sein von j,dem Willen
mit dem Satze der Identität nicht übereinstimmen, d, h. ~ dne Atomenlehre zu erlangen''.
etwas dem mit sich selbst Übereinstimmenden Wesen d^ Spir folgert nun aus dem Satze der Idaitität freilich
Dinge Fremdes, Abnormes sind) — von welcher Ent- sehr vielerlei: „die Erkenntnis von Substanzen; dne
deckung Spir ganz emsthaft ein neues Zeitalter der ^dieser Erkenntnis kongruente Natureinrichtung der Ob-
Philosophie herleitet*) ~ finde ich (auch bei Penjon) jekte" (d. h. der Empfindvingen, denn die empirischen
so ausgelegt, ob Spir habe sagen wollen, dass die
als
Objekte sind bei Spir mit unsaren Empfindungen iden-
Wirklichkeit dem
Satze der Identität widerspreche. tisch); die Apriorität des Raumes und schliesslich auch
Aber Spir lehrt ganz im Gegenteil, dass es nie etwas in die Atome.*)
der Wirklichkeit geben oder etwas als möglich gedacht
werden könne, was dem Satz der Identität widerspreche •) Die erkenntnistheoretische Wertung der atomistischen Mole-

kularhypothese ist seit über hundert Jahren (seit Kants Lehre von den
dagegen behauptet er, dass die Beschaflfenhdt der Er-
mathematischen Antinomieen) endgültig erledigt. In der Philo-
fahrung nnt dem Satze der Identität nidit Qberein*
sophie kann der Begriff des Atoms keine andere Realität haben
stimmt als Zahlenbegriff und Buchstabe. Die Frage, ob es Atome gebe oder
nicht gebe, ist für den Erkenntnistheoriker sinnlos. Wir haben nur
•) Man vergl. in den Ges. Schriften Bd. IV (Essays)
z. B. die zu fragen, ob wir die Materie endlich oder unendlich teilen können;
Aufzeichnungen 43 u. 44, —
„Ich nehme keinen Anstand zu sagen, ihre Teile bestehen nicht an sich, sondern nur in der Dekompo-
dass das Erscheinen dieser Lehren das Hauptereignis des 19- sition. Ebenso ist die Frage, ob der Raum unendlich oder endlich
Jahrhunderts durch welches dasselbe in der ganzen Geschichte
ist, sei, sinnlos. Wir haben nur ob ein menschliches Raum-
zu fragen,
der Menschheit einzig dastehen wird. Denn durch die Entdeckung mass endliche oder unendlich viele Male im Räume abtragbar sei;
des Grundgesetzes des Denkens und die damit zusammenhängende („der Raum ist Anschauungsform^'; „das Weltganze ist nicht
gegeben
Constituierung der Philosophie als Wissenschaft, macht die Mensch- sondern aufgegeben"; „die Welt existiert nicht an sich, sondern nur
heit einen Schritt vorwärts, wie sie ihn in der Vergangenheit nie mit in dem empirischen Regressus der phänomenalen Bedingungen") . . .

einem Male gemacht hat noch je in Zukunft auf einmal machen Die empirische Wissenschaft freilich muss umgekehrt an die Rea-
wird .... Meine Lehren kann man verwerfen und verurteilen, we- litätder Atome (wie an Erklärbarkeit und Teleologie) glauben, um
nigstens noch eine Zeit lang; was man aber nfc vennögm wird,
das mit menschlichen Begriffen, deren Wesen immer „logischer" Irrtum
ist, diese Lehren zu ~
widerli^gen.'' is^ die Wdt 0berb«4>t erklAren m
können. Sie bat von Boyle bis
" 8o - - 81 -
Aber man kaum, wie Jemand diese Folge-
begreift Spirs System zdtlich zwischen den erfdgreichsten Arbeiten
rungen so verstehen konnte, als ob Spir an Atome ge- Dohrings und Hartmanns erschien*, —
so schrieb em
glaubt habe. Spir macht lediglich die Notwendigkeit Recensent — „so hält auch sein Intellektualismus etwa die
klar, Atome denken zu müssen, ebenso wie die Notwen-
Mitte zwischen dem Hartmann'schen Logicismus und dem
digkeit, Substanzen denken zu müssen. Im übrigen kenn- Dfihringschen Rationalismus; im Gegensatz zu beiden aber
zeichnet er beide als Ge^nster und Illusionen. Seine konsequente Dualismus''.*).
steht Spir mit seinem
Auätührungra Ober die Knrffc (Dynamismus und Atomistik Es gehörte Mut dazu, in einer Zeit, wo Qberall der
etc.) sind der lichtvollste Teil seines Systemes. Wert der naturwissenschaftlichen Induktion für die Philo-
sophie gerühmt wurde, zwischen Philosophie und Empirie
eine entschiedene Grenze zu ziehra und die Naturwissen-
schaften der Philosophie gegenüber als untergeordnete
5. Disciplinen, die Philosophie aber als die eigentliche M^ss^
Schaft zu bezeichnen.
Es liegt nahe, das philosophische System Spirs mit Immer wieder beweist dass der apriorische, syn-
er,
den bedeutenden Systemen zu vergleichen, wdche in thetische Satz der Identität der rationelle Grund unseres
Deutschland etwa um dieselbe Zeit erschienen. Glaubens an alle InduktionsscMOsse sei, dass es aber
Mehrere Recensenten Spirs verglichen sein System absurd sei, metaphysische, speculative Einsichten auf in-
mit dem scharfsinnigeren aber unsolideren Systeme E. v. duktivem Wege erlangen zu wollen; das sei „ein Kinder-
Hartmanns, welches drei Jahre früher als das Spir'sche spiel, worüber die berufenen Vertreter der Induktion, die
erschienen war, und in der Broschüre von Humanus wurde Naturforscher, mit Recht lächelten* und dessen plumpe
Spirs System mit demjenigen Dührings verglichen, dessen Anwendung heute die Philosophie tief discreditiert habe.
Cursus der Philosophie zwei Jahre später erschien. ,,Wie Gegen den Monismus sagt er, dass alle Monisten aus
ihrer Erfahrung heraus in die unbedingte Substanz
Avogadro den Atombegriff theoretisch ausgebaut sondern
nicht nur Relationen hmdnprojicieren, indem sie in ihr etwa
die technische Wissenschaft (z. B. die Cooper-Kekuld'sdie Valenz*
thecnrie) ruht auf Annahme der Wirklichkeit des Atoms.
Ja, die •) Spir mit DOhzing die konsequente Sdhätzung der De-
teflte
stereochemische Differenz eines einzelnen labilen Atomes erklärt duktion. In einem ,,Lit]eratu]imeP' m
Westermanns Monatsheften
Unterschiede zweier sonst isomerer K<taper (van tHoff!); und seit (Bd. 43 p. 665—ÄS) iidsst CS richtig:
Mitscherlicbs Entdeckung folgert man (n. Berzelius) sogar aus der „Wahrend Kant ans den Widersprachen unserer vostandes-
äusseren Form eines Krystalls auf Anzahl und Gewicht der Atome. mäs^^ Auflbsnmg da* Natur die Unangemessenheit unseres auf-
(ISehringer, StOchiometrie 386; 4x7 ) Neuerdings scheinen Beobach- fassenden Vermögens an das Ding an sidi folgert, wahrend er also
tungen Ober Isotonus an tierisch» Gewebai die Atomldire zu be- das Metaphyiusche aus dem Erfahrnngsmaterial in sdner Un-
stätigen. Und doch sind berdts audi die Chemiker 1tt>erzeugt^ dass angemessenheit an unser auflhssoides VermOgra gewinnt, schlagt
das Atom WiDkOrbegriff sei, (W. Ostwald, Ueberw. d wissenscfa. Spir einen wesendtch vmchiedenen W^
ein. Dieser Weg hat viet
Materialism.); und dass ,,die Chemie so wen^ an die Atomlehre ge- mehr Ähnlichkdt mit dem der Eleat» oder Herbarts. Er stdtt dn
bunden sei, wie 2^1ogie an Darwins Dcszendmddire öd«r Optik an ganz aügemdnes apriorisdies Gesetz» nennen whr es kurz das der
ik Aethertheorie des Lichtes'^ ßiehringer p. 37). Identteftt^ der Ordnung der Erfithnmg gegeniBber.*'
~
— 82 — - 03 -

einen Willen und eine Vernunft oder Denken und Aus- Ich glaube, dass man das Spir'sche System mit der

delmung be und neben einander finden. Philosophie Hartmanns und Dührings nicht mit Recht ver-

Es hat immer nur dnen Monismus gegeben^ weicher glichen hat

immanent dualistisch ist und von den beiden Wesenshälften Doch ist es nötig fbr jeden grossen Mann einen an-

ihres Absoluten haben monistische Materialisten, Czolbe deren zu suchen, neben dem er einzuschachteln sei?
oder Büchner*), lange allegorische Biographieen zum Wir reden von Goethe und Schiller, Hebbel und
besten gegeben, die das ÜbematOrliche und Transcen* Ludwig als von wesensgleichen Männern; wir verkoppeln
dentale ersetzen sollten, etwa Ober die Art wie die „Kraft* unsera Uassischoi phik>sophischai Schriftsteller, den inner-
im ,,Stoflfe" sitze oder wie der „Stoff" zur „Kraft" werde, Denker der Deutschen, mit etnm
lichsten, koncentriertesten

wie in Energiden, Biophoren, Moneren, „Weltseele'' tintenfroh alles veramalgamierenden Litteraten vom guten,

stecke und das j^Lebensprincip der Natur" sich zweck- betriebsamen Mittelschlage und sprechen von Schopenhauer
massig in Formai manifestiere**). — ^und^ Hartmann. Oder wir reden gar von Nietzsche ^^und"
^irner, als von dn paar I^oskuren. . . .
„Monismus" verbirgt einen unver-
sogenannter
Will man Spir durchaus rubrideren, so nenne man
*) Büchners
mittelten Dualismus, mit dem sich dieser arme Kopf lebenslang ihn neben Tolstoi.
abplagte. Die ,,Materie" (die selbst ein Begriff ist) soll Denken und Der Wert seiner Gedanken reicht im übrigen an
Gedanken zeugen. Da heisst es denn etwa (Kraft und Stoff p. 65) den Wert mandier gleichzeitigen Systeme nicht heran.
„Die Materie ist lange, lange vor dem Geist dagewesen" und p. 71
Man darf ihn wedor mit Comte noch mit Feuerbach,
,,£s giebt keiaen Geist ohne Materie, aber auch keine Materie ohne
Geist".
weder mit Fechner noch mit Wundt vergleichen; nicht
•) Spirs literarische Thätigkeit fiel in die Periode des „Materia- einmal mit Trendelenburg oder Lange, deren Arbeiten
Ksamsstreites". Es ist verständlich, dass er gegen
sich wiederholt ihm vertraut waren* Systeme wie Hamerlings „Ato-
den materialistischen Monismus gewendet hat („Sinn und Folgen der
mo<L Geistesström."; „Gehirn und Seele" etc.). Für den modernen
sei, welche bei grosser Unwissenhdt auf allen Gebieten der exak-
Leser sind diese Broschüren wertlos. Der Materialismus ist längst
ten Forschung und in der Fülle atavistischer Superstitionen gleich-
als empirische Wahrheit überall anerkannt. Vague Termini wie Geist,
wohl mit „induktiven", „experimentdien*, naturwissenschaftlichen"
Seele, Gott werden zwar von philosophischen und theologischen
gemeinen Sprachgebrauch Methoden koquettiert, das beweist die Genugthuung, wddie die
Gelehrten in symbolischer Anbequenwmg an
Sonntagsphilosophie berühmter Naturforscher bei den »Phaosophoi
noch reichlich verwertet, sind aber von emstm Denkern längst ver-
vom Fach" zu erregen pflegt; eben dies ist angethan, den falsdien
mieden wonlen. Empirische Spekulationen, wie Häckels negative
Glauben vom Wesen der Philosophie zu nähren.
Wahriiciten werden v<m der wissenschaftlichen Philosophie
So wertet auch Spir die Liebhaberspekulation Bds-Reymonds
oi^ bestritten. Da wo sie nicht mehr ausreichen, beginnen und Helmholtzens, als sei der Philosophie persönlich die herrlidiste
die iduloflOfduschtti (d. h. psychologischen, psycho*physischen) Auf-
Ehre widerfahren, dass auch einmal Männer, die wirklich etwas
gaben: Untersuchung von Wesen und Mitteln unseres Erkennens;
vom Menschen wissen, sich mit ihr beschäftigten; und doch ist der
Au&teUui^^ der Gesetze normativen Denkens; Aufsuchen und Aus-
erkenntnistheoretische Idealismus, den Helmholtz „durch seine Aner-
deutui« elbisdMr Phänomoie, Analyse der Sede, d. h. sedischen
kennung adelte", bereits für die griechische Philosophie ein locus tritus
Inhaltes.
den Naturforschem und Bois-Reymonds Gedanken vollends könnte ein begabter Primaner
Daas der Mangel fdulosof^cher Bildung bei

der herrsdiendeii, mawnUbrtn Philosophie gut m setarsibcD proUweri^ wenn nicht unsere philosophische Cultur darniederläge.
- 85 -
- 84 -
6.
mistik des Willens" oder i^ldealismus und Positivismus''
von Laas nicht nur anregender sondern auch tiefer Wir werfen nun noch einen Blick auf die Ethik
als Spirs System. — — die Religionsphilosophie Spirs.
und sodann auf
Gleichwohl war Spir an Sachlichkeit, ehrlicher Gründ-
lichkeit, Fleiss und unablenkbarer Ausdauer den meisten
bd J)dfert« er Optimismus und jauchzt
-
Askese .... Da ist Baco
welcher Bruno
überl^en; er übertraf insbe-
gleichzeitigen Philosophen nichts als «Typus der Niedertracht", Leibniz der Dieb,
Plagiator Mayers, die „gewerbsmässige Ge-
sondere Hartmann an Energie und Iittensivitat des Den- besUbl. Hdmholtz der
dazu?) die Räuber seines Sohnes
kens, obwohl er kaum spontaner und origineller dachte als lehrtenklasse (und wer gehört nicht
schUessüch mit Dühnngs ganz ernst
Ulrich. Und was machen wir
dieser grosse, allgewandte Eklektiker, einen Ritualmord verübt habe,
semetnten Entdeckungen, dass Heine
Verfehlt aber es, ihn, wie E. Eberhard mit bestochener Judenstämm-
thut,
(Mod Groeaaea II, agi), oder dass Lessing
ist

- um vor Dühnng
Dühring auf gleiche Stufe zu bring^i denn so sympathisch ling 'sät Man muss schon sehr unglückUch sein,
ganz zu verstehen. Er aber
sich die Schrifben SfHrs durch Mangel all der galligen Gnade zu finden; sehr unglücklich, um ihn
Leute Sallet oder Kortum,
Masslosigkeiten Schrullen und Verschrobenheiten auszeich- UalX konsequent: da werden ganz kleine
gegen Goethe gehalten, als „Charak-
,

Verfosser der Jobsiade, emsthaft


nen, mit denen Dührings Werke ja reichlich versehen sind, blieben, wie gestern.
tere" Das heis«, wdl mt heute dieselben Esel
und so sehr auch Spir durch vornehmes, abgeklärt» bei Tasso bei Kant.
Und'obendl „Judengeruch«: bei Dante,
Mit naivster
Mensdientum Dühring beschämt, d^ veräi^iert und ver- Wo ab«rDLli vS«rriicht. da ist er schrecküch. ärgern Mit
anderen zu
grellt „anarchistisch wütet* und „wie ein Kettenhund vor Unvomehmheit lobt er den einen, um den
Bürger tötet er
— Schopenhauer schlägt er Fichte und Hegel tot; mit
seiner Philosophie liegt'^ so ist gleichwohl Dühring an
Schiller, und Bynm dientihm zur Rache an Goethens ärgerlicher
wissenschaftlichem Gehalt und persönlicher Begabung Gesmidheit und Ganzheit Da. aber ist ein psychologisch^ Pro-
%ir so sehr überlegen, dass die Si»rsche Philosophie mit
blem: warum dieser Mann woU das JudenOnstentum so tief hasst?
der Dührings verglichen uns oft wie naives kindliches hyper-rationalistischei^ diesseitiger
Er der Vertreter optimistischer,
Gestammel anmutet*). Rachemoral. -
Etwa aus Concurrenzneid? ans Sdbslerkemitms?
als

—— —
. . .

der allerreinste Jude unsoes Z^aters?


Massiosigkett, diese an Scherr
Die Schriften Dührings zeigen uns fast schmerzlich, wie das
*)
Und dennoch! Gerade diese
erinnernde Eckigkeit spricht von Echtheit
und gerader UnmitteU>arw
gesundeste, tapferste Bewusstsein doch ein verfälschtes Weltbild
keit eines starken Menschen. Sie
zeugt nicht gegen ihn, sondern
gewinnen muss, wenn moralische Emotionen sich überall eindrängen
n Wie tief muss er gelitten haben, wie
Pathos ist Leiden; aber ist es nicht beschämend zu sehen, dass gegen u s.
Kennt em «HglP^hcher
• • .

bis der letzte Funke Liebe erlosch.


ein grosser Mann Wunden hat, wenn er sie hat, er
und dass, sein

auf offenem Markte sich entblösst? Wo


Zelotentum in Wissen- Mensch wahre Güte? Fordert man die Tugend <»« «f«»«»^^"
. . .

Lächelns von einem gehetzten, in die Edie


««d^'»^^**^*^!
schaft und Kunst sich zum Lehrer aufwirft, da wird man ausnahmslos amd
Unfertigkeit, Mängel oder Unbegabung dahinter treffen. Wer wie Warm und freundlich sind nur Zufriedene. Döhnngs Schrate»
Dühring es fertig bringt, gegen Goethe wie gegen einen Libertin mora- beschämend. Wir hatten an 21 Universitäten Amt und Brot «r
Wir hatten es nicht ftr jene Mflanor, na^
lisch zu zetern, der durfte selber als Geschlechtunensch sich niemals aus- zahllose Mediocritäten.
Philosophie
leben, um über den Geschlechtsmenschen hinauszuwachsen. Es — deren Namen das letzte Zeitalter der bf«°°*f« JjJ
Nietesche. Einsamkeit, \erkanntheili
ist kennzeichnend, dass Dühring die Moral aus der Rache ableitet für Schopenhauer, Dühring,
Schicksal-, das ist dW
Er selber nimmt fortwährend Rache« Er kebit das Missv^n^ügen Armut, krankhafte Verbitterung, das war ifer
amrigeiienkhHBdaeiaeaiLooteMdiwaBe^ vfmf9 t * I > t
— 8ß —
Wesen
Die Ethik Spirs bezddmet man am besten als
a. die Moral stammt ,,au^ dem ruhenden konstanten
Ethik der Norm. Die Gesetze des moraKschen Handels ^ ^UnbSe, welches ganz und keinenJ3ru"d
sind nicht analytisch und empirisch, sondern kategorisch
und absolut. Sie brauchen nicht erst gefunden und auf-
gestellt zu werden, sondern sie li^en in uns »als
eigenes wahres normales Wesen*.
Normal und gesund sein ist sittlich sein ....
unser
zur Welt
^fnzige Grund all
abo wn hinten herum
ZkT Der .hebe Gott«,

enthalten kam,, soU hiar
H-'^;^,
wieder Grund der
der
.
nun auf em Mal der

durch em unsich bar^


W^
"^wS
heremgelassen
Es bedarf keines Beweises, dass diese Voraussetzung rrS^förteL a Erkenntnislehre
Hmterptörtcnen in der
Vorderportale
einer nicht empirischen, für alle Welt konkludent«! wurde, wird m der Ethilc aurcn mächtige
Ethik
herausgerufen
«ad «e
das siafl die a«BB
alleo
reine Willkür sei und dass hinter diesen Postulaten
unbe- mit Jubelgeschrei
wusst schon bestimmte Bibelstunden bei der Mama.
— .

Ethik stecke, nämlich christliche, Erkenntmstheone aus dem


transcendentale. Von „inneren Normen" weiss das Be- "«Ldbe Norm, die in der
der Erfah-
DenkenTetolgert, aber aus den Bereiclien
wusstsein nichts. Nirgendwo auf Erden giebt es einheit-
liche Moralbegriffe, viehnehr sehen wir Diebstahl, Mord, Xauf Raum,Ethik zum
und Zeit
Postulate gemad*
'"ll^'^J^'^
Unzucht, Rache, Unkeuschheit abwechsdnd gut oder
schlecht genannt, gefordert oder verboten').
Ueberau aber finden wir das Phänomen der socia-
^
^vrird
Ä
^^ZJ^ibxM-^
in der
die Erkenntnis
indifferent, quahtätenK»

als lebendiges Ideal


Hob«,
vorschweben.

wrt^ ton da die absarfe Tmmung eschen


len Instinkte, an das die moderne Ethik, welche aus
dem wa'empirisch
wirkend ist «od '«««' »«^Nr
S Ito

Ä™
Sittenpredigt und Tugendkhrc zur Sodologie und Staats-
das mensdid«
lehre geworden ist, sich ganz allein halten kann. IdeeiJsstabe und Werte für
Spir freilich bietet Moralexhorten. — Handeto,
».s eine Norm mr unser
i„
Weder der Allgemeinnutzen (koinocentrisches geworden^
Princip, Gewissen) noch die individuellen Motive « is" Norm
£ LLe
wirkend d. h. «irklkb
nichts Wirklicheres
geben
(Mitgefühl, Sympathie, Perfektion,
Assoziationen können
Fantasie) noch endlich
Quelle der Moral sein, sondern
SLT^
dSmä
die menschüehe
i^esc£.uii-. operiert mit
Geschichte gestaltet
antiquierten F,chte-ScheUmg-
.unwahrem
Vrgl. Spencer's Ethik
sehen Begnffen von
Ich«, von dem
^uißä^ c^fabst" und
„wahrem ^>^ J^"^^
eines das andere «^»»«T«^
^^
Z^
•) I § 126 ff. Ich selber verwies a. a. O. .

auf Od. XV, 224 u. V, 256. An diesen Stellen wird Mord ganz arg- angeboren, das andere aber
e^ng^^«»^^.
Ice behandelt. Ja Athene, die Göttin selber erscheint harmlos dem Gelegenheit zu edehnutreicher
Telemach als Mörder verkleidet. Weitere Belege für die primitive 1!^lche Sentenz giebt
Moral der Alten findet man in meines 1. Lehrers M.
Schneidewin
Studie über „Homerische Naivetät" (Hameln ^^':Der Mensch soU sich nicht
84 p. 53—60). Ich ver- -^^f^-
weise auch auf Helenas hoch geachtete Stellung in Troia,
legt, wie sehr aesthetische Werte den moralischen übergeordnet
welche be- Natur sondern mit
m1
seiner absoluten

R. d iocj). „Die
^fT^^^
Gesetze des Söltens sind
eboi
wurden. —
Mit welcher furchtbaren Naivetät erzählt Caesar,
dass er
den Verzingetorix am Tage seines Triumphes tückisch ermorden fjfw,
— 88 — - -
69
und thut was er soU« oder .Freiheit ist
Selbst-Sein" (in
der That eine anmutige Lösung der Egoismus ist das abnorm-empirische Ich » Altruismus
Antinomie von Frei-
heit und Determiniertheit) oder
ist das wahre normale Selbst, die Seele, das „Gottesteil-
»Das Gesetz der Moraütät — — die
chen''. Est deus in nobis; agitante calescimus illo
ist somit selbst das Gesetz der Freiheit mid innerüch
frei
reine Kleinkinderphilosophie I

ist der Mensch nur soweit er
moralisch gut ist" (iii) — Moral und Aknusmus sind quand-m6me identisch
(als ob in jedem Augenblicke
unseres Lebens immer dAs-
selbe moralisch gut wäre). — und so ist bewiesai, dass Moral keine Sctopfimg des be-
Die Spirsche Ethik ist kindlich. wussten Geistes, sondern „göttliche Naturanlage** sd
Da Das „Wahre, Schöne und Gute"; „Gott, Freiheit und
fehlen nicht die alten guten Appelationen
an die Unsterblichkeit'' ; die ,^ttliche Weltordnung" werden von
„Menschenwürde" Apostrophen an Reue und Ge-
wissen
(p. 19) ;

grobe Paralogismen (z. B.


Spir glittet*) —
(98),
156), unberechtigtes
Unterscheiden von .inneren" und „äusseren* Gründen der
Man könnte die Ethiker einteilen in solche, welche
Veränderung, von dem nur die äusseren wirkend
sind (95), die idiopathischen Triebe für primär, die socialen für ab-
naive Exhorten ober „Höheres« und
„Tieferes« im Men-
geleitet halten und in solche, welche umgekehrt den Trieb
schen (wobei man paradox ganz wohl
als das Höhere und Spirs
einmal das Tiefere
der Selbsterhaltung und SelbstvervoUkiMmmiung sym- dm
abnorme, empirische Natur als
die normale bezeichnen könnte) pathischen Affekten unterordnen.
über „echte" und „unechte Gruppe würden Ethiker gehören wie
™osoplue«, Zur ersten
„echte* und „unechte Religion« aUes gipfelnd
m dem
;
Hobbes, Mandeville, die Utilitarier (Spencer, Bentham, die
tiefsinnigen Satze „Das Moralische ist die Verur-
talung des Physischen" beiden MiU) ; auch die mdsten Philosophen der Aufklärung
(182).
(Voltaire, Friedrich, die Encyklopädisten) und die meisten
Da wird in einem Atem gesagt, „der
Gottesbegriff
darf die Erkewitnis der Welt Evolutionisten und Darwinianer gehören hierher sowie aller-
in kdner Weise afficieren«
und „der Gottesbegriff bedingt die Beurteilung lei moderne Privat-Denker (Krönig, SteudeljKrapotkin etc.)*').
der Welt",
worauf jeder weiter folgern muss es giebt also Schulzens Vergl. Seelenkunde heissen die „zwei
:
Beurteüung •) In Fritz
ohne Erkenntnis, was Spir allerdings beweisen Urtriebe" abgeflacht Selbsterhaltung und Arterhaltung I, 2 p. 97 fF.
will und
als Ethiker praktiziert Dühring der diese Lehre mit Recht für wichtig hält, leitete sie von
(180^
Anniceris ab. (Krit. Gesch. d. Philos., i. Aufl. p. 94.) Zur charak-
Woher stammt dorn diese „Norm«? Aus der Er- terologischen Verwertung dieser Einteilung vergl. meine Studie
fiihrung^ soU sie nicht kommen,
apriorisch soll sie auch über Maria BashkirtselF (G. Maske, Oppeln 1899) p. 32 ff.
nicht sem; den zureichenden
Grund soü sie nicht enthalten; Auf die 1874 erschienenen ganz unbekannten Essays Krönigs
und doch ist sie auf einmal da? hat neuerdings der Botaniker Reinke in Kiel ein dilettierendes System
Sie kommt aus
dem russisch-christlichen Katechismus. „Die Welt als That" aufgebaut, das für die erwähnte philosophische
Im Mensehen Unbildung unserer Naturforscher erstaunliche Beweise liefert. Reinke
lebt nach Spir der ewige Widerstreit widerlegt ganz lustig Kant, ohne blasse Ahnung von weltschematischcn
zwei Seelen wohnen
; Problemen, geschweige von Erkenntnistheorie selber zu haben;
ach m semer Brust. „Diese beiden Naturen lassen ohne sich nur über die so ganz und gar nicht willkürliche Terminologie
mm^ ans einander erklären" (R, u. M.
sieh
p. 284 ff).
zu unterrichten. Er fabelt in aller Naivetät von „Verstandesan-
schauungen", von den „Allgemeinbegritfen Raum und Zeit", ohne
überhaupt zu wissen, was Kant gelehrt hat
- 9t -
Zu jener zweiten Gruppe gehören Ethiker wie Hut- Notausgang des stets dualistischen mensdüichai Ver-
standes- Es giebt zuletzt keinen Unterschied von
cheson, Smith, Hume und alle die wie Schopenhauer und Egois-

die hkder emm metaphysischen Hintergrund der socialen mus und Tuismus (Feuerbach); ihr Unterschied liegt in
Affdcte annehmen. Begleitvorstelhingen.
Eine dritte, selbständige Gruppe bilden die Kantianer, Gefühle sind idiopathisch, AflFekte ab origine sympa-
als Fortsetzer der Deisten, Lockes und Wolflfs und der
, thisch — Da alles Bewusstsein sekundär, episodisch ist,
. .

Schule von Cambridge, welche — wie fast die ganze engli- so deuten die socialen (sympathischen) Affekte, die über
sdie Ethik —
Moral auf bewusste Erkenntnis gründen. das Bewusstsein huiaus£^:dfen, thatsächlich auf unsere pri-
Eine vierte, seltene Ansdiauung ftthrt moralisdie mitivere Natur hin; wahrend Egoismus (dessen Wesai
Werte auf aesthetische zurück (Shaftesbury, Herbart, ich also Vorstellen der Ziele verlege) wie die
in das
W. E. H. Lecky , Verfasser der vortrefiflichen Sittengeschichte Europa), Vorstellung überhaupttransformirtes Empfinden ist*).
Von diesen Richtungen scheint mir nur die kantische Die Empfindung (Affekte) darf man nur relativ, nicht
dubiOSi wdche Ediik auf Erkenntnis» d. h. auf dem aber an sich egoistisch oder sympathisch nennen ;
doch
ganz schwankenden, sekundären Bewusstsein aufbaut. sind die mit egoistischem Vorstellen vergesellschafteten
Im übrigen ist die Lehre von unserer Doppehiatur Affekte die späteren**).
Nur das Bewusstsein ist „egoistisch"; Bewusstsein
Zuletzt guckt überall der naivste Dualismus durch: Hier der
und Egoismus werden durch Not (Bedürfnisse, Hemmungen)
Mensch, dort „die Natur''. Was aber der Naturforscher unter
„Natur*' versteht ist unbeschreiblich; wahrscheinlich Jehovah. Die
ausgelöst Wille und Affekte aber sind in der Wurzel
„Wirklichkeit" von Raum und Zeit beweist er durch Betrach- sympathisch. Die socialen Empfindungen nennen wir
tung, wie diese: „wie die Beschaffenheit unseres Magens es bedingt, moralisch; somit ist in meiner Weltanschauung der unbe-
dass wir richtig verdauen, so ermöglicht die Beschaffenheit unseres wusst gute Mensch, der Mensch von starken Affekten
Hirnes richtige Raum- imd Zeitvorstellungen, beides sind Anpassungen
und mächtigem ethischen Wollen moralisch; das Wissen
unserer Organisation an die Natur, aus welcher so wenig die Subjek-
tivität des Verdauungsprocesses wie die Subjektivität von Zeit und
imd Bewusstsan dag^n moralisch wertlos.
Raum gefolgert werden darf." —
Herr Prof. Reinke versichert, „die Tugend ist nie ht identisch mit Wissen Ober Tu-
Beschäftigting mit den Philosophen sd ihm meistens etwas unbehag- gend (Sokrates, Kant) ethische Phänomen können nie aus
;

lidi gewesen*'. Ja, das glaub ich gern. — Aber vielleicht feiert Bewusstsein erklärt werden. —
- Hieraus folgt aber
man ihn als dea i^Entdecker des absoluten Verdauungsprocesses auch, dass es absolute Moralbegriffe ebenso wenig giebt
und des transcendenten Dickdarmes". —
Von Steudels dilet-
wie moralisches Verdirast oder^nde; vidm^kasm, da
tantischer „Philosophie im Umriss" bietet Bd. II, Teil I achätxens-
alle moralischen und unmoralischen, egoistischen
oder so-
werthe Quellen für moralkritische Studien (oft schon ganz analog
Nietzsches Genealogie Rees Entstehung des Gewissens etc.). Weit cialen Eigenschaften mit menschlichen Zuständen
wertvollere Aufschlüsse aber findet man z. B. in Georg Simmcfa völlig identisch sind, unser Verhalten gegenüber ethisch-
feinsiiiiuger ^EinflAirang in die Moralwissenschafl'^, deren Lecture
nur durdi Sbnmeb tahnudisdi-^itzen PeriodenstO erschwert wird. Die entg^engesetzte Ansicht habe ich im ersten Teile
•)

In Geoige GnUe Fran^eots on Ethical Subjects (London 1876) dieser Arbdt aus dem Geiste Spirs heraus vertreten.
findet sich ane freOidi sdir fladie Hcfteitung der sodakm Geftktde Das Umgekehrte (die Herkunft der Moral aus Egoismus)
aus flinf Wnrx^ beivast Spencer (Ethik I f ^ &h
~ 9» -
schönem Menschentume einerseits und unethischem an- Aber was sollen wir vorstellen? an welchem Gottes-
dererseits nicht anders sein, als wenn wir hier ein schö-
mche bauoi?
nes Naturprodukt und dort eine anne verkrüppelte Pflanze den Satz der anbeten,
Identität
Sollen wir etwa
vor uns bSMm. — X = X, den substantieüen Untergrund dieser apore-
als

tischen Wandelwelt? ....


b. Die Religionsphilosophie Spirs („Moralität
und Religion", „lieber Religion", ,4üeine Schriften'O ist Besser ist die psychologische Begründung des

Sjmkretismus; wissenschaftlich kaum fruchtbarer als andere Gottesglaubens, die Spir zu bieten hat
Erbauungsschriften : egidyscher, freireligiöser, freimaureri- Man könnte daraus einen neuen Beweis für das Da-
physikotheologischen
scher, freidenkerischer Richtung • . • . sein Gottes gewinnen man soUte den
;

Die „Norm", dieser totgeborene Unbegriff des trans- Beweis umkehren und statt aus der Schönheit und Logi-
cität der Welt aus ihrer
Unvollständigkeit und Bedingtheit
cendenten Seins, zu dem keine Brücke der Causalität hin-
über rettet, die „Norm", die zu allem Werden und Ge- auf das Dasem Gottes sciiliessai.
schehen so wenig Beziehungen hat wie das Nirwana der Das Gefühl des UngenOgens, der Hülfisbedürftigkeit
und Schwäche ist Erwecker der religiösen
Stimmung
Jogga- und Vedantaphilosopbie, entpuppt sich uns auf dn
Mal als all-einige Gottheit, in welcher all die gOttlich-idea- (Bender).

len Qualitäten lebendig sind, die in so hoch-abstrakter


Wären wir wahrhaft logische harmonische Wesen
elementare d. h.
Sphäre keinen Sinn mehr haben. Die Norm, die keine oder wären wir, gleich Pflanze und Tier
Fühlung hat mit uns armen empirischen Geschöpfen, soll ungebrochene Wesen, so hätten wir weder Ethik noch
unser einziges Anbild sein, unser Werdensideal, Strebens- Religion nötig. r r
auf
Vorbild, Entwicklungsirritans? .... Die Existenz des Glaubens deutet auf Bedürfnis,
Was sucht diese Gottheit in der pyrrhonischen Welt aam Krucfa ia unserer Natur.

unseres Bewusstseins; sie sollte lieber das Geulincx ubi Die Promeäiiden der Menschheit müssen immer wie-
der diese Bedürftigkeit als Schmach empfinden
und die
nihil vales, ibi nihil velis beherzigen. — -- --
der Menschheit
stolzesten, höchstentwickelten Bewusstheiten
Jede Vorstellung ist mit dem Impulse, sich zu objek-
werden sich immer neu titanisch aufbäumen gegen Glaubens-
tiviren vergesellschaftet; wollen ist bereits schwaches thun; Sehnsucht
normen, als gegen den Ausdruck bedürftiger
thun ein starkes wollen.
und empirischer Dunkelheit. Die Hybris der faustischen
Die Vorstdlung der Norm, in der wir unser eigen- Naturen anerkennt nur die Herrschaft des Starken als mo-
stes Wesen erkennen, könnte daher als stärkste aller Die Herrschaft des Starken über den Schwachen
ralisch.
Vorstellungen, alle andern verdrängen und von allen rea- noch unmoralisch.
ist Thatsache, weder moralisch
lisirt werden.
Unser Titanismus scheitert am Realsten, das es für
Dies wäre eine BegrOndimg des Glaubensideales, das uns giebt, an der Existenz des Leidens und der
Hemmung,
der Mensch sich schafft, um von ihm geschaffen zu werden, erst möglich machen.
die unser Bewusstsein überhaupt
wird unserer Gattung,
(denn er das, was er glaybt). Denken wir uns späte Geschöpfe
- 94 - - 95
-
glücklich und harmonisch .Die dem Phüosophen eigene
Reügion ist das Studium dessen
ausgestattet, gesund und schön,
Spir aber wertet theo-
stark und selbstsicher, so waren sie doch immer mitleids- wa. ist« heisst ein Satr des Averroes . . .
.echte« Poesie, .echte«
Phüosoph. ,st
bedürftig als Kinder und werden nach kürzester Frist
ratisci AU \ hte^oral,
<«« SdjfljheU Poes.e -d
fhrem wahren Wesen nach religiös (.38);
wieder moralbedürftig sein, sobald sie altem oder erkranken. der (k^ttesofienbarung; die Welt
der aesthetische Genuss ist Medium "n^
Das Bedürfnis fahrt zur Erkenntnis der Relativität unermesslk*e Menge von Atomen
der Naturwissenschalt, „die
durchemander schwirren ist
des transitorischen, accidentiellen Bewusstseins. Im gleich- Molekülen die in lautloser Fmstemis
zeitigen Urteile und Gefühle von der
Leidbedingtheit und ™5'n es ist unbegreiflich,
^^^^fZ^^^^^Z
mm
Dolmetsch der Rdigion noA
üu:
den Schranken des Ich und seiner Welt scheint die Gewähr (138/9). Die Philosophie ist

untergeordnet werden (141).


zu liegen, dass es Besseres giebt; die Existenz des social-pädagogischen Begnfedichtang
Die Kinderformeln der
Glaubens beweist die Existenz des Geglaubten ; Gott ist
lediglich Gotteslehre.
kleiden Wahrheiten ein, die
Inhalt
die
von
Philosophie aiadeute^
Kunst und Relipon von
7'^^
to^
wissl Aber ist der
der Wissensd»ftv^ Ar«
Fomen zu trennen, oder der Inhalt
J>«'^ /**
koncise.
Spirs Religionsphilosophie Ausdrücken und Methoden? Die neue
. . . ist christlich-scholas- Wahrheit ist «»er gaiue Fort-
tisch: religiöse Veilletäten
fung der im Gefühl vorhergegebenen ReU^^
Der Begriff der
tischen Begriffe des Dinges an sich, nur
färben
Norm, welcher
durch seine
sein
sich
Denken a priori.
von dem Kan-
mo-
schritt der Menschen. Nach Spir
phüosophie. Die Aufgabe der
ist alle Philosophie:

Religionsphilosophie

Lere sein als wissenschafüiche Kritik, d. h


aber kam
Versetzung aUer^ü^
„Religionsphilosophie etwas and«;es
^
ralische Färbung unvorteilhaft unterscheidet, und
der Be- ven Dogmen, wofern das Wort
oder »P^^^"" »° '
griirder Abnormität, welcher mit dem christlichen Be- bedeuten soU als „Religionschemie" "»^f !^
und An^
griffedes „AWalls von Gott" nahezu identisch ist, enthal- Spirsschamanistische Privatgnostik werden
hijp«. der „doppelten
Pectoraltheologen
Buchfiihrung" dankbarer sem als
w^
ten schon ein ethisches Urteil über höhere "^y^t'^'^'^,-^.^^^,^^^""^
und niedere sSEm. So tiefiamug die Symbolik seiner
Wertgrade. Wenn ich nun diese Termini der Norm Apologetik der chnstlichen Mytho-
sTwowTeeignet zur
und i«.
Philosophje
Abnormität mit dem Gegensatze von Substanz und Er- S^e,1i doch di! Aufgabe der wissenschaftlichen
ist
oder die Erziehung hall>
Wahrem und Illusorischem identifiziere, so l^eswegs die Gemütserbauung des Mob
fahrungswelt,
^eck^ oder unreifer Intelligenzen').
„Ich höre« h^isst es -
trage ich in die Erkenntnislehre insgeheim eine komplicierte, einer chnsthchen Philosophie
^W. Schtegel (Oeuvres I p. 210) von
gewisser
vielleicht sehr diskutable Moral an schauung hinein, rSen, - «^«iar in unsen« Tagen ein Lieblingsausdruck
contradicUo m adjecto.
welche ich dann hinterher spielend leicht als denknotwen' ^Sstdler geworden. Man nennt das eine Unabhängigkeit von
dige Folge aus der Erkenntnistheorie wieder herauslocken STpiZoplu* ist eben das Denken in völliger
kann jeder positiven Rdigion.*

Gelegentlich wird uns das ganze Inventarium der Scholastik nochemmal
v^rgefüFirt die Welt eine „Contraposition Gottes«, abgdkUea Neuerdings ist von M. Müller („DasPferdebOrla")
:
dmrh •)
worden, so wie es ehemals
Erbsünde, ein Haufe Unrat und Abnormität. (R.
u. M. p. ug od. 14^; der Wert der Volksmetaphysik erläutert be-
das Unbedingte ist Gott, und der Satz der Identität Ein Ablehnung dieses Standpunktes^
drückt das Wesen durch R6nan geschehen ist.
mit dem
Gottes aus (128). Die Natur ist „Erscheinung
Gottes in Fonnen« oder iTdrte bereits Schopenhauer nicht Pf-^^^^T'«''
d.e Aufgabe dass
„Gott verschleiert durch fremdartige Elemente"
(da ist wieder qial fluten Wahrheit, sondern durch den Nachweis,und Erziehung der
die Kralle des Teufels); daneben Baader
eines Philosophen
niemals Volksbeglückung
-KnoBesches »PMloso-
pbatacb" Ober MAlUngottadn und EitoMOg duck die könn«^ sondern dass alle Denker ersten Ranges
Netm«... M^Socritftten sein
96 - - 93
-
Kbenso richtig freilich ist
„Bis j€tet herrscht die Macht in allen faktischen Ver-
ein
Wort Schlegels: „Man anderes
gebe mir irgend einen beliebigen
Volksaberglauben und ich wiU nach-
weisen, dass er in seinen Ursprüngen haltnissen.... aber zwischen dem Physischen und dem
auf einer philosophischeren
Grundlage ruht als die oberflächlichen Moralischen, zwischen der Macht und der Norm, zwisdi^i
Argumente, deren man sich
zu seiner Widerlegung bedient hat
und dass der Irrtum nur In der Natur und Gott besteht ein radikaler Gegensatz. Denn
das Physisdie, die Natur ist etwas Abnormes, d. h. von
willkürlichen und schlecht verstandenen
Anwendung eines im Grund
wahren Prinzipes liegt". — der Norm Abge&Uenes und kann aus derselben nicht ab-
geleitet werden. Das Physische hat darum auch die Ten-
denz, sich selbst zu verleugnen" (IV, 222 ff.). Im Men-
7.
schen ist nun endlich das Bewusstsein der Abnormität er-
Die ganze Geschichte der Menschheit, -
das ist
weckt; es b^nnt sich von der Herrschaft der Naturgesetze
Spirs Grundgedanke, zerfällt in zwei Perioden
die Periode :
2u befrden und dar Horm zuzuwenden. Alle Ableitung
der Mach t und die Periode der Norm. der Ethik aus natürlichen Faktoren; Religiosität,
in ihren Werken niemals anders, welche Gott zum Natur prin cipe macht; Rechtsphilo-
als wie mit sich selber geredet
haben; nicht aber etwa in Röcksicht auf
Staatswohl und BedOrfhisse
sophie, welche die Macht für die Quelle des Rechtes
der Jugend . . Diese unbestreitbare Wahrheit
.
sagt freiUch gar nichts halt, und vor aUem jede Theorie, die das Individuum,
gegen die sonstige Notwendigkeit der
pia fhras. fGanz frappante seine Lust und sein GlQdc zur Axe des Ldt>ens macht,
Beispiele .für die Moralitflt der
LebenslOge« finden ^ch in der Edda gehört der ersten Periode der Menschheit an (M.U.R. 116).
m .Tausend u. eine Nacht« u. besondere im Buch
des Kabus übers Individualismus und Naturalismus sind unsittlich; das In-
Ö>.3ßi-85). Kants Begeisterung ftr die
\
allenV,\ ^f^
Fällen", Ober die sich Schopenhauer
„Wahrheit in
lustig macht, zeigt den T h e o-
dividuum ist Irrtum und kann des höchsten Gutes (Identi-
re1 ker
1
. In einem Briefe an Moses Mendelssohn
.
. (vom 8. April 1766) tät mit sich sdbat) nur teilhaftig werden, soweit es sich
schreibt Kant naiv: .er sage zwar nur
das, was erdenke, aber er denke selber aufgiebt und vernichtet (M. u. R. 63).
vieles mit aUerklärster Ueberreugung,
was auszusprechen er nie den Unser Leben und unsre Welt ist recht eigentfich
Mut haben wo-de«; aber gerade das bezeichnete
Kant (gegen Ben-
jamm Constant) als EfS^ «FsoSoc (s. „Die Religion Wahnsinn. GiEigentlich ist der Mensch von Natur ver-
innerhalb der
Grenzen der Reinen Vernunft« eriäut v. Kirchmann, rOdct ms der Körper von Natur krank ist; die Gesund-
II. Aufl. S 209) •

^ter schreibt er sogar, dass 4as Verschweigen


staatsgefährdender heit uns»«s Gdi^es ist wie die Gesundhek unserer Or-
Wahrlieiten .Unterthanenpflichf sei Ganz ähnlich verhält sich
. . . gane bloss ein häufiges Gelingen und dn schöner ZuM"
Descartes. Am lo. Jan. 1634 schreibt er an P. Mersenne, er Das
grüble, (Taine) Vers. v. Wissensch, u. Relig. p. 45 ff.).
ob er seine Philosophie verleugnen solle, damit es ihm
nicht etwa
Ueberwiegende und das physisch Stärkere sind im Sinne
eigehe wie dem GaHlel Hume aber schreibt sogar
an einen schwer mora-
nngenden jungen Mann, er möge ruhig Theologie studieren, der physischen Ordnung Wechselbegriffe; die
damit
ihm eme fette Pfründe nicht entgehe ; er solle nicht gar so
viel Respekt lische Ordnung aber setzt das hoher berechtigte Ober
vor dem grossen Haufen und seinem Aberglauben
haben. Simulation das physisch stärkere. Auf jener Seite Macht, Natur, In-
gehöre zum ganzen Leben u. der geistliche
Stand fordere nur dividualismus — auf dieser: Norm, Ideal, Logos. Eine
etwas mehr als alle gesellschaftlichen
Vermittlung zwischen diesen Lagern, zwischen Physik und
Pflichten. (Burton, Leben
Humes U. p. 186) .. . dies
etwas anderes, besseres als die
Ist alles
vielverleumdete reservatio mentalis der Jesuiten (Gury, Metaphysik, NaturreiGb und Cukurreichr Naturalismus und
Moraltheologie
pw ao7).Eben solchen Restriktionen redet Paulsen vom
Standpunkt
semer prote^antischen Ethik das Wort. (Syst. d. Ethik
p 588.)
" 99
-
sittlicher Forderung ist niemals möglich, ms^ man nach Wollen und seine Macht zum Gesetze wurde, sind
sie

so viele Compromisse und Synthesen finden*). nicht uavcrgangUche Gegensätze?*)


....
Spir hat kein Verständnis fQr die Wertung, welche Betrachten wir radbch die Vorzüge und Mängel des
die Griechen und die grossen Menschen der Renaissance Schriftstellers Spir, so mOssen wir seine strenge
dem Leben gaben. Seine Gedanken (Gedanken zum Pro- Sachlichkeit, seine Schlichtheit und Akribie
anerkennen.
seine Philosophie keine blosse Beschäfti-
bleme der Cultur, die durch Tolstoi in populärer Foim Auch war ihm
seines ganzen
ach den Zeitgeist wider, so gut wie
verbreitai) spiegeln gung, sondern immer eine Bethätigung
ihr Gegenstock: die Schriften Nietzsches. Spir und Nietz- Menschen und oft ein Verhängnis. Doch ist die Kehrseite
sche darf man zusammen nennen als Antipoden, welche seiner nüchternen Leidenschaftslosigkeit und Kbulieit eine

immer wieder in der Philosophie auftreten imd eine lange


Ahnenreihe haben: dort Kant, Spinoza, Descartes; hier Seitdem die Bücher unseres geistvollsten Philosophen Ge-
)
Nietzschephilologie
Rousseau, Hobbes, Macchiavelli. Spirs Normal- und Edel- meingut der Nation werden, bildet sich bereits eine
aus : Man diskutirt über die Herkunft des „Uebennenschen" . . .

mensch, der seine Individualität vernichtet und das Natür-


A. Riehl weist darauf hin, dass dies Wort
zweimal in Goethes Faust
licheverabscheut und Nietzsches Uebenneasch, dem sein VfWkomme, »owie in der Widmung an Frau v. Stein
„Kaum bist Du Herr des ersten Kinderwillens
*) Ich habe diesen fi^m Dualimins nur noch bd einem So dünkst du dich schon Uebermensch genug,
Philosophen unserer Tage gefiuul^ bei dem edlen jtldisdien Phi- Versäumst die Pflicht des Mannes zu erfüllen.

losophen David LuzattD. Auch er sldlt zwd Wieviel bist du von anderen verschieden?
Gescbiditsperioden
auf, die er mit den Namen zweier Otdtarvtfflcar verimt^: Jiulen und Erkenne Dich, leb mit der Welt in Frieden."
Dttgegen schreibt A. Tille das Wort W.Jordan
zu, der es in seiner
Hdksneo« Jene sind Vdk der Norm, diese Vdk der Macht; Juden-
Rhapsodik" thatsächlich
tmn und Attidsiiius afaid im (künde unveMiuriieh, wenngldeh sie Sdvift »Das Kunstgesetz Homers und die
selber behauptet ernsthaft, Nietzsche habe
sieh oft einander nfthera: z. B. die Dorier ^nna^b
des Attidsoms) gebraucht (S. 17). Jordan
(.,In Taiar u. Harnisch« S. 72), weil in
seinen sehr inte-
dem Judentume; die jodische Renaissance der antiken Cultur. Dort ihn „bestohlen"
hegt der Schwerpui&t jenseits des Bewusstseins; hier im Bewusstsein ressanten aber sehr verhegelten Werken „Demiur,?"
und „Erfiillung
Ideen niedergelegt
sdn>er. Dies ist dasselbe was Metzsäie mk dem ewigen Gegensatze des Christentums* ähnliche evolutionistische
Darwinistischen Anklänge sind nicht wesentlich
von Apoll und Dfonysos oder von Ocddast und Orient kennzeidmete ^yal. Aber
Geschichte der „Entwick-
TroCzdrai war <He jOcSsdie Eduk weltlidi und optimistisch (s. La- ArlfietEache; er gebart gar nicht in Tilles
210-241). Herr Fritz
zarus^ M. Arnolds); das Griechentum im Grunde unweltlich und tid* hmgsethik' C»Von Darwin Ws Nietzsche", p.
Güte
KOgd, ehemals Htfau^eber der Warke Nietzsches, hatte die
pessimistisch Burichardt, vor allem II 386 ff.)- Das Christentum
ist nach Luzatto dem Judoitume ntdit entgegengesetzt, vidmehr Aus-
Rhapsodie Jordans in Basel zwar
mitiuteilen, dass Nietzsche einer
läufer jadischer Cultur; insbesondere ist der moderne Protestantismus dnmal beigewohnt, nadiwdsbar aber kein Buch von ihm gelesen
übrigens bei Emerson,
unver^schtes Judentum. Bnen dogmatisdi^i Unterschied zwischen habe . . . Dss Wort ,lW>crTO«iSch* findet man
Protestantismus und Judentum giebt esnich^ man mOsste denn die so^ bd ehmn Mi^st vef^essenen Schriftsteller W. Nürnberger
(Sditmre). Dodi bradile nrir Zufall den Ort vor
Augen, wo Nietzsche
Trinitftt Ar dogmatisdi haltoi, aber gerade das verwerfen die moder-
der ersten Aufl. der „Ele-
dies Wort i^aai Wege aidgelesen bat* : in
nen Theologen. Ueluigens habe ich selber an a. O. nachgewiesen,
dass auch diese Lehre dem Judentum zugehört und zumal von Simon mente derMeMphysft^ W
Psnl Dsossm (Aachöi, J. A. Mayer 1877)
genannt. Dies Buch
Ben Jochai als die Lehre von den drei Parzufim (Gestaltungen) Gottes wird p 3a Sdwpenbanap »der Udbennensch*
in seinem Werke Schar (Glanz) ausgebildet und von den kabbalisti- hat MietaGbe sicher Uebrigen isi «wer Streit awMilidi
^teat
schen Sohariten propagiert wurde. — ganz irretevant —
^ ioö

übergrosse Trockenheit, die sein Studium reizloser macht, sehe Erklärung der Thatsachen verzichten und die That-
als die Leetüre Kants. Er kleidet seine Ideeen durchweg sachen selbst von ihren Erklärungen unterscheiden lemoi,
in dieselbe graue Uniform ; man findet in seinen zahlreichen werden sie die Dinge notwendig so sehen und auffassen
Schriften kaum jemals ein Gleichnis, ein Bild oder eine wie idL" —
^mmung, die auf das reale Leben hindeuten. „Der Grundgegensatz zwischen mir und allen anderen
Wie er zwischen dem Denken und der Wirklichkdt Menschen auf dem philosophischen Gebiete besteht in
That-
eine unübersteigliche Kluft sieht, so ist auch sein
pmön^ diesem: Alle anderen Menschen glauben, dass die
Nie-
liches Denken weltfremd, starr und von steinerner Passiv sachen erklärt werden können, obgleich sie freilich
dagegen dass die
vität Der Philosoph ist ihm Doktrinair, Theoretiker auch ;
mand bis jetzt etkVm hat, ich zeige,

die Fragen der empirischen Wissenschaften, der Politik


oder Thatsachen nicht endgültig erkUürt werden können und
des socialen Lebens gehen ihn nichts an, da sie einer ge- aus welchem Grunde."*)
ringeren Welt, der Welt des Abnormen, bloss Physischen Bei seiner Abneigung gegen den Individualismus
angehören. hatte Spn- merkwürdige Meinungen über die Unpersön-
lichkeit des Denkens - : die Wahrhdt sei etwas
Allgemein-
Die Frage nach den ersten Principien bezeichnet er
gültiges, Unpersönliches und wenn er sein
System för das
immer wieder als die einzige, die den Philosoph^ be-
schäftigen dürfe, und auch von den Kritikern seiner Höchste halte, was ein Mensch andern mitteilen könne, so
Philosophie verlangt dass sie vor allem seine sei das nicht unbescheiden, denn seine
Person komme
er, Erkennt-
nislehre nachprüfen sollen*). dabei nicht in Betracht
Die Herrschaft der Norm Er war nicht freivon der koquetten Bescheidenheit
fängt in dem Momente an,
wo die Menschen mit ihm begrififoi haboi, dass Natur und der Philosophen, welche ihren Gedanken dadurch abso-
Norm Gegensätze sden, und wo sie in Gott nicht mehr Philosophie
•) Inder Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche
eine ph3rsische Macht und ein Naturprincip sehen, sondern sagt Spir in einem auch in
(hn»g. V. Avenarius, 4. Band, 3. Heft)
wo sie das Natürliche, nämlich das bewusste Denken und seinoi ,Viar Gnind£cagen" (1880) (in erweiterter
Form) —
abgedruckten
alles Wirken und Geschehen als Täuschung und Uebel Anfimtze
nach dem unbedingt
durchschaut haben und somit völlig darauf verzichtet ,Die Aufgabe der Philosophie ist eben die,
Täuschung,
haben, jemals durch Denken das Problem des Lebens Wahren zu suchen, also uns über die natürliche
welche die gesamte Erfahrung bedingt,
hinauszuheben,
(oder was dasselbe ist, die Frage nach der Herkunft des empirischen Wissenschaften
deshalb allein giebt es eine von den
Schmerzes und der Täuschung) lösen zu können. verschiedene Philosophie. Glaubt indessen Jemand,
dass nicht
sondern vielmehr ich selbst im Irrtum
tfSobald die Menschen auf die eaf^^ültige nMHai^)l^«i- er in dem natürUchen Scheine,
widerlege meine Lehren
be&ngen sei, wohlan, so trete er vor und
*) aEin Mami von Verstand* —
sagt er —
„iviid bd jeder ebenso Uar und bündig, wie ich sie dargelegt habe. Wenn es uns
I^losophisdien Lehre vor allem darauf sehen, wieviel SorgbUt datfai nicht «m kiemliche persönUche Ziele
und Interessen sondern wirklich
thun ist, so werden wir not-
attf die Feststelkmg der Grundlagen nnd Plrmzipien verwendet worden nnd emstlich um die wahre Einsicht zu
Denn
is^ und diese allein der PrQfong miterwerfen. Denn halten diese wen^ rar Verständigung und Uebereinstimmung gelangen.gezogen,
n^ jetzt ist nriscben dem Ja und
dem Nein eine scharfe Linie
Stidbi,

gdbftode.'
dann ist auch aUes UcMg« ««rttos^ ein bloases Karten-
wddie aBft «feteca Mütelpoaitioiieii WWcW i ^ ,'
— 103 -
als ich", schreibt er, „hätte
luten Wert geben dass sie sich selbst für das
wollen, £m grösserer Mensch
schlechte Ge&ss gottgegebenen Genies halten,
ihres
etwa wie der Absolute aus dem Esel Bileams sprach, wäh-
im B^ riner soldien Lehre die
Die unsere äussere Erfehrung
Welt bewegt."
bedingende natürliche

rend das arglose Tier Disteln weidete Täusc'hung habe ich in 0^*»
Grund und ihr^W^n
Spir war konsequent Verachter aller äusseren Er- voltetändig aufgedeckt
.... Es war n«r mcht mögbch,
geben,
vollendete Demonstration zu
folge; er ffieht die Vertreter der akademischen
Phüosophie, eine der Fonn nach
aUmähüch zur vollen Klar-
nur einmal besucht er Penjon in Aosta und geht
für zwei da ich nur sehr langsam und
gelangt bin. Dag^^n könn^
andere
Tage von seinen Gewohnheiten ab. heit über die Sache
fertig vorfinden, sehr woW
Mit einer grossen Meinung von setner Lehre ver- wek:he die Elemente schon ....
der Sache haben.
dne vollendete Demonstration
.
bindet er sensitive Bescheidenheit für seine Person
; auf gelieferten Matenahen em^^
die Bitte um
biographische Angaben erwidert er, „es gebe Ueberau ist mit den von mir
der Sache mögUch.
keinen grösseren Widerspruch als zwischen dem
Indivi- bessere und ausÄhtüchere DarsteUung
duum und seinem Werke. Die wahre Erkenntnis habe als ich sie gegeben habe." - u (oder um • •

mit der Person nichts zu schaffen, sie sei ist pessimistisch


aUgemeiner Spirs Lebensanschauung
gebrauchen malistisch
Natur". „Nicht ich bin Urheber meines Systemes,
nicht Bahn^ besseren Terminus zu
Pessimismus
ich habe es gemacht; im Gegenteil, es hat mich zu r^Aufeätzen über „Idealismus und
dem gemacht was ich Unterscheidung emes objektiven
bin und hat mich denken gelehrt. legt Spir Wert auf seine
Ich war sozusagen nur Alles ist ang^
die Erdscholle, darin du Gedanke I^,,cfa,en worden wir auch ganz anders sein".
gross ward.
nach und
Da hat er sich aus seiner Krume entwickelt
nach mk äusserster Langsamkeit während laneer
S^ d^ haben wemi
5^d.?Srkeinen
Inhalt
Wert,
wir nicht (I. 207). Die Denkweise
sie nicht richtig
emes
ist die richtige

Jahre.«-)
* JSSell^^so wenig wie die tugendhafte Gefühlsweise etw^
Gegenstände der Er-
•) „Sereden und wirken wunderbare Sachen, ohne dass sie l^ zwinir«i'ir elber sowohl wie die
> Wahrheit sind wir kerne be-
selber oder andere den Grund erkennen ....
Eigenen Geistes und
Verstandes baar, bieten sie für einen göttlichen Geist und Sinn
vnssermassen eine reinere Behausung als solche, die von
ge-
ÄitS^ JSbSell

SnuTdie
ftr zu halten.
Erkenntnis
naiariichellusehung, blosser
-es ^^^^^^'^^^^^
Schein" (I^ Wir müssen
Substanz, die
Einsieht und eigenen Gedanken erfüllt sind. Sie
eigener
2r!l«! d^Tdas nomate Wesen der Dinge Eine
sind ehrwürdig wie
^Serl^^SiTäSTabnarme Täuschung ist. Was den ge-
der Esel, der die Heiligtümer trägt."« G. Bruno, Heroici ffirori (dt. gilt, ist von
ltZh*n nonnater Zustand des Geistes
Menschen als
n. Kuhlenbeck, Lichtstrahlen Ver-
p. 92, Leipzig 1891). daher aUer Egoismus, alle
*•) Die Kronprinzessin
von Preussen, die jetzige Kaiserin Friedrich WahttTÄ^S^v^en; Welt Im erhabenen Menschen aber
hatte Schriften von Spir gelesen und Uess sich tlhtr«^eAehrtheit der
Abnormität
bei Findel nach ihm
erkundigen; er giebt darauf nicht einmal Antwort. '"Ino^di^NlIf^Söhl Bewusstheit
und «r
ihrer
Doch erfreuten
ihn die ersten französischen Kritiken. (Revue
de Theologie et de
Philosophie Lausanne 187a La Critique philosophique
1878 und Revue
philosophique 1879 ) ... Die „Persönlichkeit" ist
identisch mit zu-
fälligen Zuständen, das Ich eine blosse „Reductionsvorstellung", verliert es, wer
(Ziehen); alle Menschen besitzen dieselben simiung. „Wer sein Seftst gewinnen wiB. der
Eigenschaften ia ver« etc.).
schieden^r Mischung, ^unter anderen Bediagmgm wegwirft, der gewinnt es" (III, 317
gtibena und
und subjeküven Pessimismus,
-Kl-
von denen der letztere Substanz
mittels des ersteren eine ansehen (Mod. Geistesstr. 31), suchten
überwunden werden soll (p. 26 ff)')
Gegen Schopenhauer richtet Spir ihr wahres Selbst in „einem Conglomerat von Dreck,
manche ungerechten nftnti^ in eio^ CcMubinatian raaterieUer Atome'S wahrend
Pnva1.usfälle. Ebenso unsachlich
sind AusfäUe^^

fT^'^TV
lieh
Plurahsten
^'
nennen
^"^^
sollten, da
welche sS dge^
die Philosoph^ nadiwksen, dass unser wahres Selbst
im „Göttlichen'' liege, obwohl der Mensch wahrschein-
sie jedes Atom für lich von den Aflfen der Katarhinengruppe abstamme *)
Schopenhauers praktische
•)
(p. 206 R. u. U.; Geistesstr. 11). Oder: Der Materialis-
Lebensphüosophie billigt Snir'
nicht aber seine
Theorieen. Seine Lehre, da»
m der Vorstellung existiere; G^Wrn 7^ ? mus werde die Bfenschheit fi^mlich verkrüppeln, weO et
stehen
Vo^taTlb^^^r 7'"
die
die Lehre vertrete, dass der Mensch „ein blosses Natur-
sich ge„
und bestehen könne,
fressen,
veiiwSsL mk
bis'Ätt^^^^^^^^^^^
?
,t
produkt sei" (was soll er eigentlich sonst sein?) (R. u. U.
p. 218)

- Hinweis e^ÄI^rÄTh^ Die Lehre von der ,,N<Nrm" rumini^ Spir bis zum
Ueberdruss. Und niemals wird ihm klar, in wdche Widar-
:o"rr
Geniessen,
NeS".es^Ä^ ^r
aesthetischen
sprüche er sich als Moralphilosoph verwickelt hat, indem
er die ganze empirische Natur des Menschen für eitel
der Wille
Egoismus erklärt und aus dem Vorhandensein der Moral
auf das Voriiandensdn da- nkbt«emi»nschai Nonn fol-
besessen, gert, während er doch als Erkenntnistheoriker entschie-
G. Fichte p. lo-M. Mod. y.
Geiatesstr a8) den dabei verharrt, dass die Substanz in keiner Weise
Pessim^"^^'!?
ressimisnms Mt
»""j^'^'^-em und
T
Man frage jeden Sterbenden,
objektivem
ob er unter ^e-
wirkend sei und nichts von alledem, was im Bereiche
der Ei&hrui^ a^petn^en wird, jemals in irgend welche
-1^ JL"b^*:r^>^'^" objektiver ^^""'^^ repetiereTLIfe
Beziehung zu der völlig passiven Substanz sdles Ldbens
den^^i^ir^
den Pe^nusrnw^ ^ ^t^t« erforschen, in
Beweis ffir
weicher gesetzt werden könne.
Indem Spir beständig das Wesen der Weit als ,^b-
I^^lS'JfT^S^r "^"-»^^ auf ihren i^tel! nwm, unmoraiisch und unlo^^sdi*^ erkennt imd aus eba
dr^/i^?S? ^T* Wollaston)? UeberwiegTn in Hinsicht auf

I^^S^^T^^' P^^^^™-^-'^he und Urteilende


' Ur3le" optimistische *) Die Lehre, dass „das wahre Selbst im Sittlichen fiege^
Z^f^Zt'^^''
d«nm«eth«^^ gebc»^n zu werden und was auf Erden her^
gS ist Spinozismus. Pluralistische Lehren sind doch nicht Monopol
als
— Leibnizens Monadologie, Herbarts „inteUegible
Z^S^.
SÄ L^^"^'
^rr^^^ »»d bewusst leben wollen
des Lebens ist nicht
ist dasselb^ W«^
der Materialisten!
BOlanDnigel*^, Lotsens Zustandsreihen der persönlichen Got&dü, mad
Eudren, Claas, TeichmOUer sind nurafisteo; ebenso J*
PhirafiBiinis.

"^Airdid«! Tod ... Man mag aber immerhin jede das


Bahnsen m
sraiem Unteriassenen Systeme (Widenpradi im V^issen
g«^ seben vermessensten Parasiten,
Leben und We
sen der Wdt). (Nach Fakkenberg p. 450 ist Bahnsen glek&
das Bewusst. ei« Hartm^nn Vareiniger von Hegeischen mit Schopenbauersdien Ele-
:^a'k d:^%-''^"°^'^: buddi^^:::^* mentoa; indessen sdiemt er mir nur Sdiopenhaumaner zu sdn, von
Hqgd unberOhrt und Gegner Hartmanns; tr vertritt dne an Ha-
merling addtegmie Atomistik des WUens.)
- io6 - - 107 -
dieser Erkenntnis das Vorhandensein einer Norm fol- Vorstellungen „abnorm*' sden, da von ihnen aus gar keine
gert, vergisst er, sich die Frage vorzulegen, ob nicht Norm oder Substanz erschlossen werden kann; folgere
erst im Besitze der Vorstellung einer vom Realen ab- ich 9b& aus Veränderungen in mir auf veranlassende
strahierten Norm einem Mensdien es beifidlen kcmnte» Momente auss^ Ki^perw^ fSir mich dne
mir, so ist die
von dOTi Vorhandensein einer ,;Täuschung und Abnormi- Realität und ich habe gar keinen Grund, das inribdcannte
tSt"zu reden. Ding an sich, welches nach Abzug meiner Sinnesem-
Die Grundtrennung zwischen der physischen und der pfindungen von dieser Realität übrig bleibt, als „Norm"
moralische (logischen) Welt, welche dem Systeme Spira zu bezeichnau
zu gründe liegt, ist doppelt unhaltbar, denn einerseits ist Die Erkenntnislehre und die Ethik Spirs sind unver-
die altenglische Identificierung von Logik und Moral nicht einbar. Während der Erkenntnistheoriker eine im ^sme
aufrecht zu halten und andererseits bleibt bei Spir
immer die des Descartes „selbständige" „ultrakausale'* Substanz er-
Frage offen, warum denn nur allein das Unlogische und schhesst, macht der praktische Ethiker eben diese Substanz
Unmoraliscbe physisch sein soll und ¥ne es gesdiehen zur Norm unseres Handehis, nicht zwar so, dass er diese
konnte, dass Logik und Moral — wenn sie wirklich aus Denknorm wh-kend hält, sondern derart, dass ihre
filr

Nirgendheim herabgeschneit sein sollten — doch thatsäch- Vorstellung als ideales Ziel allem menschlichen Ge-
lich ebenso wirklich wurden, wie Irrtum und UnmoraL schehen vorschwebt Dies aber ist nur dadurch möglich,
Nach Annahme dner unüberwindlichea Kluft zwischra dass Spir seinem eigenschaftslosen Ideal ausser dem At-
Denken und Wkklidikat hätte S{»r als stirenger Logiker tribute des Seins noch moralische Vollkommenheiten ins-
bei einem erkenntnistheoretischen Akosmismus und ethi- geheim unterschiebt, durch welche diese Vorstellung für
schen Solipsismus halt machen müssen. Der Begriff des uns einigen Reiz und eine affektive Betonung erhalt
Seienden als Gegensatz zum Wirkenden oder Lebenden Er muss sich diesem Normalsein gegenüber fruchtlos ab-
ist schon an sich dubiös. Spir aber madit 2ud^ dad raOhen, Sittenlehre und Staat auf abstrakte Erkenntnisse,
Trugschluss, dass die Objekte, da sie einmal Produkte statt auf sociale sympathische Affekte zurOckzuftthren, und
unserer Organisation seien, als solche nicht substantiell- der Tugend einen Imperativ geben, der die Kenntnis eines
wirklich sein könnten. Er nimmt also das wahrneh- philosophischen Systems voraussetzt.

mende Subjekt und das Wahrgraommene (das Objekt Die „Norm" kann sich einzig dadurch erwdsen, dass
des Wahmehmens) als etwas Consistentes und Seiendes die Ueberzeugung von dem Irrtum des Denkens und der
an, um beweisen zu können, dass sie nichts Consistentes Erfahrung Gemeingut wird.*). —
und Seiendes wären. In Wahrheit handelt es sich bei
jeder Wahrnehmung um Veränderungen. Diese Ver- •) Ich versudie zum Schlüsse Spirs Erkenntnislehre noch einmal
änderungen haben ihre Quelle entweder einzig in mir, in wenigen Sätzen zusammenzufassen: Unser Denken verläuft in
oder es entspridit ihnen auch irgend ein afficierendes unvertasscrlichen Erkenntnisformen, von denen die wichtigsten
Moment ausser mir. Haben sie, so wie Spir es annimmt, Raum, Zeit, Causalität sind. Es ist dem Erkenntnistheoretiker aber
auf
mflgBd^ alle Iftfir*«?" und mathematischen Axiome schliesslich
ihre Quelle einzig in mir, so halte ich beim absoluten der Identität,
ein eiaiiges Axiom zurückzuführen. Dies ist der Satz
Idealismus und habe kein Recht zu bebaiqptei^ dass meine a «B «. Dieser Satt ist das eiazif e Gfundgeacta imeres Denkens.
- io8 -
8. Vom Empedoldes bis heute haben alle grossen Phi-

Schluss. kfiophen dies Problem mit unendlichem Aufwand von


Kraft und Scharfimm immer feiner zugespitzt Die Lehre
Afikan Spir knOpae den Faden wieder da an, von Lockes und Kants bezeichnet Schopenhauer treffend als
wo die neuere Philosophie ausgegangen ist, bei dem kar-
„die Lehre von der absoluten Diversität des Idealen
und
Reako oder Subjektiven und Objektiven"; - Schopen-
tesianischen Dualismus von Körper und Geist.
Diesen
Dualismus, den die modernen DenJcer Oberwimden
glaub- hauo- sdbor bekennt ach ottschiedai zum Dualismus und
nur eine äusserliche Auf&ssung kann sein System mit dem
ten, hat uns Spir aufe klarste als ein auch heute noch
ungelöstes Plroblem dargethan, ja als eines der Haupt- Identitätssysteme Schellings oder gar mit dem ihm so
probleme der Philosophie überhaupt. — gänzlich heterogenen Systeme Hartmanns zusammen nennen.
Dass Spir als Erkenntniskritiker eine heute fast
Zeit, Raum,
Causalität, Substanz, Ding an sich lassen
sieh ans ihm den Mut
Oberall missachtete Lehrmeinung zu vertreten
herleiten.
Dieses Grundgesetz des Denkens a =
a besagt: wir ailid
ungeblendet von dem sehr verlockewlen D(^ma dor
gezwungen, alles so vorzustellen, als ob es mit ach sdber ic^ hatte,
aller Kräfte und Stoffe und auf die Gefahr
hin,
tisch, d. h. substantiell sei. Was wir wahrnehmen, nehmen wir als
Einheit
beharrliches Objekt wahr. Nun giebt es aber m
der Erfahrongs- einer von unbewusster Scholastik ebenso wenig entwöhn-
weit gar keine beharrlichen Be-
Objekte, sondern nichts als Wedisel, ten, als von bewusstem Materialismus präoccupierten
Veränderung, Bewegung. Aus der Erfahrung famn abo «" wr rufsphilosophie gegenüber unwissenschaftlich zu ar-
Grundgesetz nicht stammen. Es findet sich nirgendwo vor, denn
als Norm menschlichen Denkens scheinen, ist das Verdienst, das wir seinem Systeme
Da ganz und gar Nichts mit
dieser uns eingdxiraien Norm übereinstimmt
wahrend wir doch Warum
alles an ihr messen müssen, so Ueibt nichts
öbr^ als die Er&h- Warum müssen wir an eine Substanz glauben?
wir ein „Ding an sich"? Warum ist das Ding an
rungswelt fbr abnorm xu halten. Dies am so mdir, sich, das
ds lOes was suchen
wir fühlen, empfinden, vorstelUsn, diitfsftchSch nur Absolute, die Lebenssubstenz unsre Denknorm? Warum ist „Gott"
Produkt unserer
Wie kommen wir Oberhaupt zu dieser Kategorie?
Organisation sdidnbar objektiv;
ist, k
Wahrheit die Spiegelung Denkkategarie?
- Unsre letzte Wahrheit ist,
eines unbekannten Lebens in unaerm Gehirne. Wir können hier nicht weiter.
aus der wir niemals
In der Welt der Erfahrung
also, in den G^;en-stand(»i (Ob- dass in unserm Denken eine Norm existiert,
in der Welt vor-
jekten) treffen wir mrgendwo Identität VleUeidtt
aber in uns sdber, die Wdt cKkllren kflonen, die wir nirgendwo
in den Sub-jekten (Zu-standen, fittdeo.
Ur-<«eilea, &i-dividnen). Sind wir
denkenden Subjekte SobstamEen? geistige Monaden? Nein! Sie ist Ausdruck des substantiellen
Wesens der Welt, dem
Unsre
Naturprinzip, dem etwas
»Seele" ist eine Summe unaufhörlich dahinflinwender VorsteUungen, wir föHe Sidm. Sie ist das substantielle
do-en gesetzmassige WwderiEdir uns ein uns verwandt ist Und wie die Vernunft und ihre Gesetze so
Ich als av Substrat vor- in
täuscht. sind das VoUkwwnen- Schöne und
das Vollkommen-Sittliche nicht
nie völlig verstehn,
Wir abd identisch mit unsera Zostüiden, mit der Gesetz- von dieser Welt Wir könnoi »e empirisch
einer Welt, wo sie zwar als
mässigkeit unserer VorateBungsassoziatioiien, die sich in jedem Augen- wir können sie nie herleiten aus
blidke neu erzeugen. de fcd» vorhanden sind. VieUeicht ist Vollkommen-
IdeaL nicht ab«-
Logisches, VdUkommen-Sdbönes,
Vollkommen-Gutes wesensver-
Also auch hier keine Identität?! Wo
bleibt ein fester Punkt?!
der .Lebensnorm«, des
|UK icaS (HA! Es ist nicht &ssbar, wie wir Oberhaupt
zu dem wandt Wa üaaea sie zusanmien in BegriflFe
Glauben, zu dar Sicherheit kommen, dass es irgendwo SubstantieUes, Ideales. Wir nennen sie in einem Worte: Gott Es ist unser
Idoidsdies geben rattsset wahres Wesen, zu dem wir hin wollen. —
Vom Empedokles bis heute haben alle grossen Phi-
Aufwand von
losophen dies Problem mit unendlichem
Schluss. immer feiner zugespitzt Die Lehre
Kraft nnd Schariänn
treffend als
African Spir knüpfte den Faden ¥mder da an, von Lodccs und Kants bezeichnet Schopenhauer
wo die neuere Philosophie ausgegangen ist, bei dem kar- „die Lehre von der absoluten DhrersÄ«
des Idealen und
tesianiscben Dualismus von Körper und Geist Diesen Realen oder Subjektiven und Objektiven";
- Schopen-
h^Mif sdbcr bekennt sich entschieden zum Dualismus
und
DwKhms» den de modcfncn Denker aberwunden gbub-
System mit dem
ten» hm ms Spir aufe klarste als ein auch beute noch mn- eine iussetfecfae Auffiosmig kann sein
ungelöstes Problem dargethan, ja
proUeoie der Phüosophie Oberhaupt.
als eines

der Haiqpt- Idcntitatssysteme Schdlings oder gar
gänzlich heterogenen Systeme Hartmanns
wk *™
zusammen nennen. ^ »
Erkenntniskritiker eine heute tast
Dass Spir als
mh vertreten den Mut
Zek, Raum, Caosalhat, SabstanZy Ding an sich Immb aus ihm Oberau mifffy****^*^ Lehrmeinung zu
herleiten. Dieses Gnn%tMti des Oeakcns a = a besagt: wir sind hatte, ungd>lendet von dem sehr
veriockenden Dogma der
gezwangcn, aDes so vorzustdkn, als ob es mit ndi selber idoi- hm,
Einheit aller Kräfte und Stolfe und auf die Gefahr
tiac^ d. h. aabatanddl seL Was wir waknehmen^ nehmen wir ab
einer vonunbewusster Scholastik ebenso wen^ entwöhn-
beharrliches Objekt wahr. Non giebt es aber in der Erfahrongs* Be-
wdt gv kckas behnnSchen Ofeydt^ aoodttn wa^itii als IKFeehsdi ten, von bewusstem Materiaüsmus präoccupierten
als
Verandcnng^ Bem^gmt. Aus der Erfahrnag kaim abo anwr ni&pfailosophie gegenüber unwissenschaftlich zu er
Graadgeactz nidit stammen. Es findet sidi nirgendwo vor, denn scheinen, ist das Verdienst, das wir seinem Systeme
ds Norm mmscWichcn Dentoas Da ganz mid gar I<6dits mit
fieser ans c ingdwwenen Norm flbereinstimm^ wahrend wir doch
Warum müssen wir an eine Substanz glauben? Warm
alles an in* amsMn mftssen, so bidbl nidas tbtig, ds fie Er&h*
suchen wir ein „Ding an sich'? Wartmi ist d« Kng « «»^jj«
r angsiwiit ftr abnorm an hallea. Dies am so mdhr, ds aBea was Denknorm? Wanmi ist
Absolute, die Lebenssubstanz unsre
mr min^ cn^nniiBi,
m^^£^^ tfka^ul^^^K ^^a^^^^^n^^^n^^^^
Tonmo^
^^^käb^^^^ja^a^ nl^^k&^js^i^^l^^hBk ^^u^^m
iiwwmirpBcn nor rroauKC ^kI» a ^^^^^^^^^^^^^
.^B
QBaaw za
Denkkategorie? Wie kommen wir überhaupt
Oirxaiusittion adbaobar objektiv;
ist, Wahrheit die S^egAu^m hier nicht weiter. - Unsre fetzte Wahrbat m,
dnes anbekannten Lebens in unsemi Gehirne.
Wir können
fa der Wdt der Erfahrung also, m den Gegen— stSnden (Ob—
dass in unserm Denken eine Norm
die Welt erklären können, die
existiert,
wir nirgendwo
«P»
der m
«*"
^
W« vo r-
jektn^ trefibn wir nirgaidtro Identüft ^^dleidit aber in tma adbo-,
in den Sab—jcklafi (Zb—aMaden, Ur—teOen, ^vidhmi). Snd wir b— Sie ist Ausdruck des substantiellen
Wesens der Wd^ dem
dettend» Snbjekte Sobalanaen? geisdge Monaden? Ndnl Unsre substantielle Naturprinzip, dem etwas
dne Somme wir ferne stehn. Sie ist das
aSede' ist omntfhOriidi dahmflieiwender Vorstdhingen,
Und wie die Vernunft und >hre^^^f»^"
in uns verwandt ist.
deren gesetanSssige Wiederkdir ans ein Ich ab ihr Sab8b:at vor* Schöne und das VoUkommen-Sitth^eniÄt
änd das Vollkommen-
ttnscht. empirisch nie völlig verstebn,
von dieser Weit Wu- können
sie
'^Mnr sfaid identisdi mit nnsem ZwiiWIndcn^ nut der Gesetz- aus einer Welt wo sie zwar ab
wir können sie nie herleiten
mässigkeit nnserer VontdhiQgaaaaoaatknen, die sidi in jedem Ax^geat- sind. Vielleicht ist Vollkommen.
Ideal nicht aber de facto vorhanden
tfidce nea erzeugen.
Vollkommen-Schönes, Vollkommen-Gutes wesensi^
Loeisches,
Abo audi hier keine IdentitSt?! Wo Udbt dn fester Punkt?! „Lebensnorm , des
So; pc ms ertA! Es ist nicht fassbar, wie wir Oberhaupt zu dem
wMdt Wir fassen sie zusammen in Begriffe der Es ist unser
in einen. Worte: Gott
Meales. Wir nennen sie
Glauben, zu der Sicherheit ilMNMM», dass es irgendwo Substantielles,
tniuea Wesen, zn dem wir hin
wollen. —
Identisches geben müsse!
— III —
IXO
dezidierte Duaüst; Plato
zubilligen möchten. Er konnte dieses Verdienst erwer- Anaxagoras sodann war der erste
ben, eben weil er seinem philosophischen Denken un-
in idealistischer Dualist .... , a »-i;
Platonischen und Anstotdi-
abhängig, seUf made man und Autodidakt war, wie sein In den Gegensätzen der
alten Dualismus des
Sems
glänzender Antipode Stuart MBU. —
Auf das dualistische sehen Schulen finden wir den
welcher zwischen dem
Problem Kants verzichten zu Gunsten irgend eines ästhe- und Wersens. Der Abgrund,
Parmenidelschen Gedichtes
tische und moralische Bedürfnisse besser befriedigenden ersten und zweiten Teile des
wieder auf, wo man um
lag, taucht überall
kunstvollen Amalgames aller Kontraste, heisst auf die sub-
der Ideen oder der Erfahrung
tilsten, hosten Resultate zwe^Enisend^riger Gedanken^ der Sinne oder des Geistes, kehrt
arbeit Verzicht leisten*). — - Der G^cnsaU von Aristoteles und Plato
streitet
Mittelalter; bewegt die
Es ist dasselbe Problem, welches fünfhundert Jahre immer wieder. _ Er erftük das
Scholastik als Streit
d«;^Nomin^sten
vor Christo die Eleaten beschäftigte. Im ersten Teile seines erste Hälfte der
verkleidet sich in der zweiten Hälfte m
b^hmtmi Lehiigedichtes handdte Parroenides über die und Realisten;
der Vor-
Heiicunft des Lebens. einen Streit um den Primat des Willens oder
Als er mit zwdten Teile zur Problem das
Welt der Erfahrung herabsteigen wollte, musste er eine Stellung. - Cartesius bringt dies dualistische
beschäftigt, ja recht «genthch
ihnen
Brücke mit den Worten schlagen „Nun schweigt die auch alle Religionen
mathematische FoTOi^Da^
:

Stinmie der Wahrheit und sterbliche Rede b^^inne.^ — zu gründe liegt, in eine
der SiAstanz
D^Oismus, der bei Cartesius eine Zweiheit
ver-
*) Zu dner Verkennung des dualistischen Problems verleitet eine Zweiheit der Attribute,
war, wird bei Spinoza
ein Grundgesetz unseres Denkens, dessen Darlegung ich an a. O. einem Dualismus der Erkennt-
birgt sich bei Locke hinter
versucht habe. Es sei hier nur an die EigentOmlichkeit der Sprache
-
Sensation), und w«^
erinnert, Entgegengesetztes mit verwandten Sprachwurzeln zu kenn*
nis^rten (Reflexion
mathematischen und erfahrungs-
^J^"^
zeichnen. Nach der Abel'schen Hypothese bezeichnen die ältesten zur Unterscheidung der
Auftreten Kants laufen
Worte gleichzeitig Vorstellung und Gegenvorstellung (wie das Sans- massigen Gewissheit Bis zum
krit schwarz und weiss mit einem Worte benannte); oder es bezeich- rationalistische und empirische
Strömungen nebeneinander,
dereinen
nen ähnliche Lautverbindungen das Entgegengesetzte (hos9>es-hostis, .
derart indessen, dass man bei jedem Vertreter
ipaft;-^tc). Dass den Worten, welche verschiedene Völker und Zeiten als emenverste<^
Är das positive und negative Prinzip (Gott-Teufel) gebraucht habeUf Richtung ein Element der anderen
vermochte. Durch Kant
eui und dieselbe Sprachwurzel untoliqj^ bemalet man schon, wenn Bruch im Systeme aufzuweisen
man daturtfge Worte willkQriidi zusammenstellt: deus, tfieos, tao, endlich wuwicn die beiden
Doktrinen versöhnt, indem der
daimon, duivd, teufel, dewa, sdnwa, diristos» jahve etc. Es gdang alte Gegensatz des Descartes
noch ein Mal -
dieses Md
mir. Ober 90 solcher Variabein des »Gott^teufel'-stammes zusHinnicn*
in zeitgemässer und
exakter Ausdrucksweise formuhert
zustellen. AehnUdie Wahraehmungen ktanen die Denker manchmal des Wissens abgrenzte
herausfiM-dern, zum Schaden der erkemitmstheoretisdien Probleme wurde. Indem Kant das Reich
die dnander bedingenden G^ensfttze auf dne tiefer Ik^ieade und.filr das Reich des
Glaubens Raum fand*), verwan-
Einheit zn bezidien; es sd nnr an die lidilrngsgedanken Bohme^ "^ bdoumte Verr^
Sdiellings, Baaders^ Hegels und auch an die Gnose erinnert . . . — nK^a. Aufl. der r. V. (1787) brachte die um ««»
(Nur in dem Worte Pein sdidnen dch alle Menschen zo venidien.
.

in der es hiess: Jch musste


das Wissen aufheben «j«^
«t
der Dogmatismus der Metaphys^k^
Arab/panan, itaL o. span. pena; Iranzös. pdne; engl, pain; hd>f. Pim; Platz zu bekommen, und
Vernunft forteukonunen,
grlech. wivw;; latein poena u. s. w.) d» Vorurtea, in ihr ohae Kritik der reinen
IIa — ^ ti3

delte er den Gegensatz von Idee und Erfahrung in den


bar ausgefüllte Lücke zwischen der „Welt als Wille^ und
Dualismus von Erscheinung und Djng an sich, Phänomenen
der „Welt als Vorstellung". Der Dualismus, der bei
und Noumenon, Empirischem und Absolutem.
Schopenhauer klar wie nie zuvor ans Licht kam, wurde
Ein neuer Kampf um Versöhnung der
Unversöhn- nachmals vertuscht durch das System £. vcm Hartmanns,
lichen hub an. Die ParallelstrOme, die in der
neueren welches die Doppelheit, die jener in der wahrnehmbaren
Philosophie von Spinoza ausgingen, strebten, nachdem
Welt vorfand, in die unwahrnehmbare zurückdatierte und die
Kant sie gesammelt und filtriert hatte, wieder in die
alten Relation von Wille und Vorstellung in das Unbewusste hin-
Bahnen zurück. Doch führten die Denker den Kampf
um dntrug, bloss um dem Saendoi den trQgmsdien Schein
die alte Frage mit neuen Formulierungen und
der Dua- des „Monismus* zu erretten. Das Verdienst Spirs ist es,
lismus trat von nun an verschämt auf, weil er fllr reak- dieser Philosophie gegenüber das dualistische Problem
tionär galt — bündig und präcise erneuert zu haben, indem er den
Die Probleme, welche die Philosophie gar nicht mehr
Kriticismus Kants nochmals in einer schlichteren Sprache
sah, nachdem der glänzende Aufschwung aller technisdien
vortrug, deren Schärfe und Klarheit er dan Studitmi der
Wissenschaften sie geblendet hatte, lebten im schlichten
englischen Agnostiker und Empiristen, vor allem dem
Glauben des Volkes weiter, dessen Symbole sich wahrheit-
Stuart Mill's verdankte.
suchenden Seelen oft tauglicher erwiesen, als die Gedanken-
Unser Denken wird wohl niemals vom Dualismus
gebäude des Monismus. Die Identitätsphüosophen zauber-
frd werden"^). Immer wiedar taudit die Antithese auf,
ten mit oftbewundernswerter Kunst den Dualismus aus
sei es ein Gegensatz von InteMekt und Er^rung; oder
der Wirklichkeit hinweg und in die Substanz hinein. Hegel
von Metaphysik und Physik, Judentum und Atticismus,
„Oberwand* den Dualismus, indem er alle Gegensätze
Dionysischem und Apollinischem, repulsiver und attraktiver
dem grossen Schopenhauer aber blieb es
identifizierte;
Kraft.
vorbehalten, noch eine wichtige Vertsuischung dw
Pole Wir suchen uns eben den Zwiespalt uns^w Be-
vorzunehmen.
Hatten die Forscher vor ihm ihr Wesen in ihrem
wusstheit auszudeuten.
Denken und die Erfahrung in ihren Sinnen gesucht, so
*) „Der primitiv dualistische Aberglaube der Naturvölker ist von
sah er in den Trieben das Wesen der Welt und'
im den Anschauungen eines modernen Professors der Theologie nicht
Intellektedas Accidentielie und Scheinbare. Die alte Kluft wesentlich verschieden* (Tylor, Die Anfänge der Kultur Bd. I
zwischen dem ersten und zweiten Teüe des Liedes ittpi p. 495) . Der Dualismus von Leib und Seele, der in Spiritismus und
. .

föOMw; tauchte hier noch e i n Mal auf als eine nur schein- Theosophie fortlebt, scheint neuerdings in einem wunderlichen Buche
Bestätigung zu finden, nämlich in dem Werke Des Indes ä la Planete
Mars von Prof. Flournoy in Genf {Eggimann, Genf 1900)* Hier sind
ist die wahre Quelle alles der Moralität
widerstreitenden Unglaubens,
die kühnen Phantastebilder von Kurd Lasswitz Obertrumpft Sollten
der jederzeit gar sehr dogmatisch ist.« —Schopenhauer, Lewes und
«eh Fbumoys Fsqmrimente als unangn^fbar erwetsoo» so wite die
Kuno Fischer und am leidenschaftlichsten Eugen Dühring (Kritische uralte Lehre von der Seetenwandennig und ^ewigen Wiedarkdur*
Geschichte der Philos. i.Aufl. p. 393) sehen in dieser Aeusserung wissenschaftlich erwiesen. Aber auch dann wären die Notb^;ri£k
freilich eine Sinnesänderung oder Veilletät Kants,
(s. vor allem DOb-
vSede* und nGeist* noch nicht am Platze. Leider ist die philo-
rings Sache, Leben und Feinde p. 6ft 87, 369, 373 etc) sophische Sefauinog des Paydiologen Flournoy oienbar prirätttv. —
^ 114 ^
indem Sjmt am Ende des wissensreichsten Jahrhun-
derts wieder am Ausgangspunkte der Philosc^hie an-
langte und das dualistische Problem, welches Descartes
beschäftigte, als ungelöst erwies, erwies er es als un-
löslich.
Das Resultat dieses letzten Platonikers ist ein Erweis,
dass wissenschaftliche Metaphysik dauernd unmöglich sd. — IV. Teil
Der Gegensatz ist die synthetische Kraft in der Geschichte

des Denkens, der Gegensatz von Einzelnem oder Allge-


meinen , Induktion oder Deduktion Individuum und Gat-
,
TabeUarische Uebersicht des Systems der
tung, Subjekt und Objekt, substantieller Einhat, r^ka
Philosophie.
Vielheit
Hier glaubt man an ideae innatae, notiones communes,
Typen, Universaiia, substantielle Formen, logos spermaticos, Die Uebersicht über das System

platonische Ideen oder Begriffe a priori — dort an Seelen, der PhUoiophie sUmmt von %Mr
Atome, Mc»uiden und Realen. Was in d^ Ericenntnis- MSber; äe woBibt dem % Bude der
lehre ein Streit um empirischen Dualismus und abstrakten Ges. Sdiriften einverldbt werden.
Monismus ist, das erscheint in der Ethik als Streit um Durch einen Irrtum blieb die Tabelle

den Primat idiopathischer oder sympathischer Affekte. in der bei Neif erschienenen Ausgabe
Eleaten und Atomistai; Stoa und Epikur; Augu^us von IX und W. fort Es lagen drei

und Pelagius; Ansehnus und Roscellin; Thomas und Duns vanBcUedene Vanrionen dieser Ueber-
Scotus; Averroisten und Alexandristen; Cambridge und richt vor; meine hier beigefügte Be-
Oxford; Cartesius und Hobbes; Spinoza und Geulincx; arbeitung ist eine G)mbination dieser

Locke und Leibniz; Bodinus und Althusius; Cumberland drei Fitammgea, UebenichtUcb-
und Bolingbroke; Hegel imd Fidite; Kant und Schopen- kdk wegen VUbm die Hinweise auf
hauer; Spir und Nietzsche — man kann solche Gegen- „Denken nnd "W^rküdikeit* (die zudem
sätze endlos aneinanderreihen, um in ihnen den Beweis ßXr die ältere Auflage berechnet waren)
zu haben, dass das dualistische Problem schliesslich auf fort

eine fundamentale Dichotomie der menschlichen li9tm


hinauslauft
Uns modernen Menschen stellt sie sich dar als das
Problem der Cultur, als die Frage nach der Herkunft
und dem Werte des Lebens, des Bewusstseins.
Auf diese Frage Yuatoea wir eine Antwort; das aber
ist die letzte Antwort, die wir haben.

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Uebersichtiiche Darstellung des Systems der Philosophie.

Obefster, luuaittelbar gewisser Gnutdsatx: In seinem eignen Wesen ist ein jeder Gegenstand mit sich selbst identisch. (Der Satz der Identität.)

Allgemeine Pranwsse aus Erfahrung: Die Er&hnuig enthält keinen einzigen Gegenstand, dar ein ihm wahrhaft eignes Wesen besiut und mit sich

sdbst voUkommra idaatiscb ist

Allgemeine Folgerung.

Erfceimtnistfaeoretische Sdte. Ontologische Seite.


Der Satz der Identität ist nicht aus Erfahrung geschöpft, drückt 1. Das ogne Wesen der Drage li^ aiaseriialb oder jenseits

also einen Begriff von dem Wesen der Dinge aus, welcher dem der Erfahrung.

Denken ursprünglich, a priori eigen ist 2. Die Erfahrung stellt die Dinge nicht so dar, wie sie an
sich ihrem eigenen Wesen nach beschaifen sind, oder:
dem
Die Erfahrung enthält Elemente, welche zu eigenen

Wesen der Dinge nicht gehören (demselben fremd sind).

Begri&analyse.
Dinges mit sich selbst bedeutet Abwesenheit innerer Unterschiede in demselben. Aus dieser Definition ergeben sich analystisdl cfie folgenden
vier Sätze:
Identität eines
I. Das mit sich selbst Identische ist allein im wahren Sinne eins, da in ihm keinerlei Vielheit unterschieden werden kann.
Das mit sich selbst Identische kann nichts von dnem Anderen, also keine Beziehung auf Anderes, kurz kdne Relativität in adi enthalten, d. h. dasselbe ist unbedingti
mit
2.
anderen Worten, ist dn Substanz.
Das mit ach selbst Identische kann me von «ch sdbst verschiedra worden, d. h. ist beharrlich, unveränderlich; afle Verttidening ist ihm fimd.
3-
4- Das mit dch sdbst Identische kann kemai denkbaren Mangel enthalten, d h. ist vollkommen«

Allgemeine Anmerkung. Obgleich die Gegenstände der Erfahrung mit dem Grundsatze unseres Denkens und dessen Formel, dem Satze der Identität, sämtüch nicht
übereinstimmen, kein Gegenstand -
ist mit sich selbst wahrhaft identisch, keiner ist waMaft eins (einfach), unveränderBch und
Wesen und unbedingt, die sämtMien Gegenstlnde der Ei^hrtn« «ad viehnefar iwsmmcii-
der Erfahrung besitzt ein ihm eignes
gesetzt, ffiessokd und bedingt - so ist MiaH der Eifirimmg von Natur aus derart orgainsieft, um der Norm unseres Denkens scheinbar zu entsprechen, sodass unsere Erfahrung normal «ettM
doch der gesamte
seiende Drage ($nto«n*^) zn eotfialten scheint. Infolge dieser Natureinrichtung glauben wir in unseren inneren Zuständen ein einfaches
und beharrliches Ich oder Selbst und den Empfindungen der äusseren Smne eme m
in dem Nachfolgenden die^physikaüschen, auf d^e Körper
Welt von an sich unwanddbami äusseren Substanzen (Körpern) zu erkennen. Da diese Natureinrichtung Schein oder Täuschung bewirkt und bedingt, so mussten
sich beziehenden Folgerungen von der ontologischen unterschieden werden.
-
Da aber auch die (scheinbare) Körpererkenntnis aus einer Anwendung unseres DenkgesetM» TOf die Dtfa der BftthWWg » ^^~t.
für diese -
freiüch nur soweit dies der Natur der Sache nach iat -
die aus demselbea ikh ei^gd)eiideD Forderungen. Däber der FMDdinin% vdelier
mOj^ ttiMm W9Mm Mi
mfOogwitiKn uftd den PhyttümAcn
Fcrderungcn besteht

Specielle Folgerungen.

erkenntnistheoretische. ontologische. physikalische. moralische u&d religiöse.


logische.
der A. I. Die Körper werden nicht durch einen Schluss auf 1. Das eigene Wesen der Dinge ist unbedingt (s. ob. Die Körper sind unsere eigenen Empfindungen, sofism
I. Prämisse ans Erfahrung: Der Schmerz in ein
Der negative Ausdruck des obersten Denkgesetzes ist

Salzdes Widerspruchs, welcher so lautet: Kein Gegenstand die Ursachen unserer Empfindungen erkannt, sondern die Em- Grundsatz Satz 9).
u. Begriflbanal., diese dm anschauenden Subjekte als Substanzen im Räume Zustand, der sich selbst nicht gleichbleiben kann, die Tendenz
enthält, in einen anderen (schmerzlosen) Zustand Überzugehen.
pfindungen (der flussmn ^ne) werden selbst dem Grundsatze 2. Das eigene Wesen der Dinge ist unwandelbar (s. erscheinen. Die Körper haben daher im Unterschiede von den
kann von sich selbst verschieden sein, oder: Ver- Das heisst: Der Schmerz ist ein Zustand der Micht-
sehiedeues kann nicht aa sieb, als solchea ein und des Denkens gemäss als Substanzen (Körper) eriornnt ^ ober- ob. Grundsatz u. Begriftsanal, Satz 3), oder: Dem unbedingten Empfindungen und nach Abzug dieser keine andere Eigenschaft,
identität mit sich selbst
Begriffsanal. Satz 2V Wesen der Dinge ist alle Veränderung fremd. als die, einen Raum einzunehmen oder zu erfUUen. Damit sind
dasselbe sein. Dieser ist ster Grundsatz u.
ein meta- Folgerungen daraus: als die zwei primären QuaHtflt«! der Körper die Ausdebaong Sdunerz und Uebel sind klentisdi und das CigrnifM
der Grund des conträren und GOillradictorischen Gegen-
I. 2. Der Begriff" der Körper, als Substanzen, ist

Veränderung bedingt, von Antecedentien und die Undurchdringlichkeit gegeben. (Dass letztere beider ist das Gut Also:
satzes, der Unvereinbaikeit von Sein und Nidilsem und
d. h. physischer und Icann i^ht aus ErMrung gesch<^ aan. o) Alle ist

abhftngig, oder Keine Verft&dernng ohne Ursache. Der nicht auf Kräften beruht, darüber weiter unten.) Das Gut ist gleich Identität mit sich selbst.
Qberbaupt von veracfaiedeneB Qu^üsten derscten Art kl ekiem Die Form oder die Art des N^MSiebiaDdeneins von Sub- :

Satz der Causalität. a Ein (physisch) teilbarer Körper, d. h. eine teilbare Aber auch Vollkommenheit ist gleich Identität mit sich
und demselben Gegenstande. stanzen ist aber der Raum. Also
(v^ Begriflkanal^ Satz 4). Daraus firfgt:
^ Auf diesem Grunde
Unwahrheit
beruht die Möglichkeit, uns der
unserer eigenen Vorstellungen bewusst zu werden.
3. ist

lage nadi
auch die
VW aller
Anschauung des
£r&hrung gegeb^.
Raumes ihrer An- ß) Das eigene unbedingte Wesen der
Dinge ist nicht die
Unadie 6er Verindenmgen» cnUiftlt nicht den Gnind dersdbok
7) Die Ursache einer V«rft»dcnti|g kaim nur eine andere
Einheit ist dn Wider^Mnich. Tdlbar kooacn nur Aggregate
von Körpern sab.
notwendig aoagedehnte Atome.
Die dgenäfebea KOrp«^ ^ ndto
sdbst
I. Das eigene Weaea der Ding^ das Unbedingte

ein mit sich selbst identisches) ael|g nnd vnUrmmieHt


ist (als

d. h. ist
D. b. der Satz des V^erqmichs ist das aUgemeioe formale 4. Die Körper sind als Sobstanzen unverBnderü«^ (s* Be-
Veränderung sein. 3. Die Körper ab Substanzen sind unveränderiidL
Gott, die Norm, das IdeaL
<Mlar negative Criterium der Wahrheit. gri&anal., Satz 3).
Folgerungen daraus: In der KOipcrwelt kann keine mar a. Gott ist nicht der Grand oder dfe Uraacbe «les Uebek
Also müssen unsere Empfindungen von Natur aus so 5) Eine erste (unbedingte) Ursache von Veränderungen
In dieser Acception, als Regel für die Urteil^ nniSS der
dass sie mit ihrer AufßKsung als Dinge im ist nidit deidcbar, die R«he der Ursachen gebtin's Unendfidie dere Veränderung vorkommen, als die Verinderang der gegen- imd der UnvoUkommenheit in der Wd^
ja nicht die Umcbe
Satz des Widerspruchs so Ibrmuiiert worden: eingerichtet sein,
der Welt selbst (vgl. ontol. Folg. 5).
würde man rödcwärts. mriticrn Lage, d. h. die Bewegung.
2wei verschiedene Behauptungen, welche Räume (als Kdrper) fi^tisdi eongruieren, sonst in
^ Die Menschen sind nach der Seite ihrer nichtempiri'
ihnen nicht eine Welt v<m an sich unwandelbaren Substanzen D.der Wechsel, das Geschehen hat keinen Ursprung
h. Die Körper sind, als Substanzen, von einander unab-
4.
sich auf denselben Gegenstand in derselben Hin- sdien Natur mit Gott verwandt Denn Gott ist die wahre
und erhält sich durch sein eigenes momentum oder Behar- hängig, stehen unter einander in keiner inneren Verbindung
sicht beziehen, (wie „A ist viereckig" und ist rund'% erk^nen können.
rungsvermögen. (vgl B^ritbanaL, Satz s). Substanz der Dkige, deren normales, durch keine fremden
können nicht beide zugleich wahr sein. 5. Darum hat unsere Erkenntn» der ROrper empiri-
t) Die Verhältnisse zwischen den Ursachen und den Wir- 5. Die Körper sind nicht an sich (von Natur) Ursaclien Beimischungen getrübtes Wesen. In einem höheren Sinne kann
Ein weiterea Derivativ daraus Ist die gew6bnKcbe Formel: sche rnid praktische Gfiltigkeit
6. Aber darum hat diese Erkenntlds keine unbedingte kungen, die Gesetze ihrer Aufeinanderfolge sind selbst unver- der Bewegung (s. ontol. Folg., 2 ß). Somit ist die dritte pri- man daher Gott bildlich den Vater der Menschen nennen.
Die Bejabong Q&d die Verneinung desselben kön- märe Eigenschaft der Körper die Trägheit, die Inertie. Das inuoe Geflkbl unserer Verwandtsdiaft mit Galt
Gültigkeit (nach Kant keine „transcendentale Realität"). D.h. änderlich. Hierauf beruht die Gültigkeit aller Induction. Femer; 4.
nen nicht beide zugleich wahr sein. Folgerung aus den zwm letzten Sätzen: die Religioaitflt, die wahre GMfage aler RdUb%
die Körper existieren nicht in WirkUchkeit, da dasjenige, was Da alle Objekte der Erßüirung zusammengesetzt und in ist
3- Die Gewissheit des SaUes der
Identität ist der ratio-
ihrem Besteben durch Schon und Tauschung bedingt, und so- a) Die Kraft (als Ursache der Bewegung) ist eine Eigen- welche diesen Namen verdient.
nelleGrund des Glaubens an die Goh^eit der faidolttion. WUT als Körper erkenn«!, d^ lehak unserer dgraen Emp&i-
wohl Zusammengesetztheit und Veränderlichkeit als auch Schein schaft nicht der Körper, sondern der Bewegung selbst. Nichts 5. Gott ist nicht durch sein Wirken, sondern durch sein
Denn ans Sun abgddtet ist sowohl der Grundsatz von der Be- dungen ist Deshalb ist unsere Erfahrung bei aller factischer
und Täuschung dem unbedingten, normalen Wesen der Dinge kann Ursache einer Bewegung sein, als eine andere vorher- und das Bewusstsein, welches
blosses Dasein, durch das Gefühl
harrlichkeit der Substanz (s. ontol. Folg., Satz 2) als auch der Consistenz in ihren Grundbegriffen logisch widersprechend.
fremd sind, so ergiebt sich daraus der Schluss, dass donselben gehende Bewegung. wir von ihm haben, der reafe Grund alfer höheren Dtautlwin
Satz der Causalität (s. ontol. Folg., Sätze 2a und s), welche R Eine Veränderung kann nicht als solche wahrge-
nwm
nommen werden. Denn dazu wäre es notig, das VtrgaBgtaef auch die Vielheit der emfdrisdiea Ofajdcfe selbBt fremd ist p) Die Bewegungen haben keinen Ursprung wid erhalten
gen unseres Gc iitM nnd iKfli mcb der Grand dar
allein die Gültigkeit aller Induction verbürgen. Moralitat
Das sich durch ihr eigenes momantum oder BebaimagavcnnQgen*
also Nicbtscaende wahrzunehmen, oder als nichtsciend zu ei^ beisat :
Es giebt der Wirklichkeit nur Eine Substanz, Hieraus folgt weiter: Denn aus den Prämissen:
kennen, was nicht mfl^jUch ist Die Verftadentogen werden 3. in

nicht eine Vielheit von Substanzen. 7) Das Quantum der Kraft oder &iergie, wdciie
hi den 14 Das Gnt ist i^dcfa Uendllt mit Sich sdbst
also erschlossen.
DerSatz: Kein Gegenstand kann von sich selbst 4. 1»e Wdt der Eifiüraig cfitfdlft Wahrheit keine Bewegmi^ Begt^ ist unverAaderlieh. Das <5esetx von der b) Die Vielheit und die Individualität sind dem wahren
Substanzeq, weder gdati^ noch kOrpeifidicv sondern blosse Erhaltung der Kraft. Wesen der Dinge fremd (vgl. onftoL Fo^ ^ oder:
verschieden sein, drtki^t nun die ajmori gewisse Basis aus,
Fbftnomena, Das Obige der rationelle Grund der naturwissenschaft-
ist Alle Menschen sind in Gott ein^
auf welcher die ErlEasutais der Slicce wiüoe n oder Verände-
uns bekannten lichen Tendenz, Alles in der KOrperwelt mechanisch zn erkUren. cipebt Bch mimitldba r die Cflnrlniion, dass
rungen beruht. 5. Die Welt der Erfahrung ist in keinem
6. der Egoiamns {Bejßhaog der Individaaill^ cineife*
Sinne Functk» der wahren Substanz. Letztere enthalt niei^
VethÖNs beider ist teronomie des Willen constituiert, den Willen von dem wahren
den zureichenden Grund der Weit
Endziel, von dem wahren Gut (der Identität mit sich selbst
wicrtuwiii^ff und unbegrBfficiik
ablenkt, das moralische Gesetz dagegen zur Autonomie
de» WIkns gdiOK^ den wahren Wesen der Dinge angemeMen
ist und dem wahren Endziel alles WoUcns (den Gut
Identität skfa selbst aUein naher zu fanagcn vcnn^
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Uebersichtliche Darstellung des Systems der Philosophie.

Oberster, unmittelbar gewisser Grundsatz: In seinem eignen Wesen ist ein jeder Gegenstand mit sich selbst identisch. (Der Satz der Identität)

Allgemeine Prämisse aus Erfahrung : Die Erfahrung enthält keinen einzigen Gegenstand, der ein ihm wahrhaft eignes Wesen besitzt und mit sich
selbst voUkommen identisch ist

Allgemeine Folgerung.

Erkenntnistheoretische Seite. Ontologische Seite.


Der Satz der Identität ist nicht aus Erfahrung geschöpft, drückt 1. Das eigne Wesen der Dinge liegt ausserhalb oder jenseits

also anen Begriff von dem Wesen der Dinge aus, welcher dm der Erfahrung*
Denken ursprünglich, a priori eigen ist. 2. Die Erfahrung stellt die Dinge nicht so dar, wie sie an
sich ihrem eigenen Wesen nach beschaffen sind, oder:

Die Erfahrung enthält Elemente, welche zu dem eigenen


Wesen der Dinge nicht gehören (demselben fremd sind).

Begrüisanalyse.

Identität eines Dinges mit sich selbst bedeutet Abwesenheit innerer Unterschiede in demselben. Aus dieser Definition ergeben sich analystisch die tilgenden vier Sätze:
1. Das mit sich selbst Identische ist allein im wahren Sinne ein s, da in ilmi kdnerlei Vielheit unterschieden werden kann.
2. Das mit sich selbst Identische kann nichts von einem Anderen, also keine Beziehung auf Anderes, kurz keine Relativität in sich enthalten, d. h. dass^>e ist unbedingt, mit
anderen Worten, ist ein Substanz.
3. Das mit sich selbst Identische kann nie von sich selbst verschieden werden, d. h. ist beharrlich, unveränderlich; alle Veränderung ist ihm fremd.
4. Das mit sich selbst Identische kann kdnen denkbare Mangel enthalten, d. h. ist vollkommen.

Allgemeine Anmerkung. Obs^eich die GegenslAnde der Erfahrung mit dmn Grundsätze uns«»^ Denkens und dessra Formd, dem Satze der Idaitiftftt, sämtfidi wdbt ttbardnsrim , kdn G^^enstand mm —
der Er&hmng beatzt ein ihm eignes Wesen und ist mk sich selbst wahrhaft identisch, keiner ist wahrhaft eins (eiofach), unveränderlidi und unbedingt die sämdichen G^enstände der Erfidurung and vidmdur zusammen-
gesetzt, fliessend und bedingt - so ist äodi der gesamte Inhalt der &fahrung von Natur aus derart organisier^ um der Norm unseres Deidcois scheinbar zu ent^Mredien, sodass unsere Erfohrung normal
geartet

sei»de IHnge (Substanzen) zu enthalten scheint Infolge dieser Naturdnrichtung glauben wir m
unseren innmn Zustftnden ein dnfades und bduurltdies Ich oder Sdbst und in den Enq>ft«kaigen der ftusserai Sinne eine
Welt von an sich unwandelbaren äusseren Substanz«! (Körpern) zu erkennen. Da diese Natureinrichtung Sdidn oder Täuschung bewirkt und bedingt^ so mussten in 6tm Nadifolgoidcm die (diysikalisdienf auf die KOrper
sich beziehenden Folgerungen von 4er ontologischen unterschieden werden, —
Da aber auch die (scheinbare) Körperericenntnis aus einar Anwendung unseres Dei&gesc^zes auf die Data dar ErfÜhrung entstd^ so gdten auch
fbr diese — freilich nur soweit dies der Natur der Sache nach möglich ist —
die aus demsdben mxb ergcb«den Forderungen. Daher der Paraltelismus^ wddier tdlweise zwischoi den <»itidogisdien und den phydcaüsdien
Forderungen besteht

Specielle Folgerungen.

logische. erkenntnistheoretische. ontologische. physikalische. moralis


drude des obersten Denkgesetzes ist der A. I. Die Körper werden nidit durch ekien Schluss auf I. Das eigene Wesen der Dinge ist unbedingt (& ob. Die Körper sind unsere eigenen Empfindungen, sofern
X. Prämisse aus 1

weldier so lautet: Kein Gegenstand die Ursachen ui^erer En^pfindungen erkannt, sondern die Em- Grundsatz u. Begriifsanal., Satz a). diese dem anschauenden Subjekte als Substanzen im Räume Zustand, der sich selbst

st verschieden sein, oder: Ver* pfindungen (d^ äusseren Sinne) werdati selbst dem Grundsata» a« Das eigene Wesen der Dinge ist unwandelbar (s. erscheinen. Die Körper haben daher im Unterschiede von den enthält, in einen anderel
cht an sich, als solches ein und des D^ens gemäss ab Substanzen (Körper) erkannt (s. ober- ob. Grundsatz u. BegriflbanaL, Satz 3), oder: Dem uiü>edingten Empfindungen und nach Abzug dieser keine andere Eigenschaft, Das heisst: Der Schnj
r ist ster Grundsatz u. BegriflGumaL Satz 2). Wesen da* Dinge ist alle Verändoimg fremd. als die, einen Raum einzunehmen oder zu erfüllen. Damit sind identität mit sich sd
conträren und contradictorischen Gegen* a. Der Begriff der K&rper, als Substanzen, ist ein meta* Folgerungen daraus: als die zwei primären Qualitäten der Körper die Ausdehnung Schmerz und Ud
einbariceit von Sein und I^tsein und physischer und kann lucht aus Erfahrung geschöpft sem. o) AUe Veränderung ist bedingt, von Antecedentien und die Undurchdringlichkeit gegeben. (Dass letxtere bdder ist das Gut AlJ
denen Qualitäten derselben Art in einem Die Form oder dfe Art des Neb«einanderseuis von Sub- abhängjig, oder: Keine Veränderung ohne Ursache. Der mdit auf Kräften beruht, darCkber weiter unten.) Das Gut ist gleicn
ande. stanzen ist aber der Raum. Also Sau der Causalität a. Ein (physisch) teilbarer Körper, d. h. dne teilbare Aber auch Vollkd
IQnbdt ist ein Widersprudi. Teilbar können nur Aggregate selbst (vgl. Begriffsanam
runde beruht die M^chkei^ uns der 3. ist auch die Anschauung des Raumes ihrer An- ß) Das eigatie unbedingte Wesen der Dinge ist nicht die

enen Vorstellungen bewusst zu werden. lage nach vor aller Erfahrung gegeben. Ursache der Veränderungen, enthält nicht den Grund derselben. von K^^rpem sein. Die eigentüchm Körpa- sdbst smd mithin I. Das eigene Wd
I i(i L'rsachc einer \YT^liid<jj'iiiit>: kann nur eine andere iiüiwendi*: auscedelniLC Atome. mit 1
süiDst laennsciie Kann nie von sicü selbst verschieden werden, d. h. ist beharriicli, unveränderlich; alle VefAndening
4. Das mit skh $dbst Identische kann kanen denkbaren Mangel enthaltap^ d. k. vollkoramen.
Allgemeine Anmerkung. Ob|^eich däe G^;enstSnde der ^fahning mit dm
Grundsätze unseres Denkens und dessra Formel, dem Satze der Identität, sämtiich nicht oberem
der Er&hrung be^ can ihm dgnes Weswi und ist mit mch aeXbai wahrhaft idoitisch, kdner ist wahrhaft dns (dnfach), unverindaiich und unbedingt, die sämtlichen G^enstände der Erfahrui
gi^etzl^ ffiessokd und bedingt — so ist dodi da- gesamte Inhalt der Erfahrung von Natur aus derart organisiert, um der Norm unsms Denkens scheinbar zu entsprechen, sodass unser
sdaide IMnge (Substaazoi) zu eotfaalten scheint bfolge dieser Naturemrichtung glauben wir m unsere inneren Zuständen dn dnfaches und beharrliches Ich oder Selbst und in den Empfindung
Welt von an ach unwwdelbareQ äusseren Substanzen (Körpern) zu «kennen. Da diese Naturdnrichtung Schein oder Täuschung bewirkt und bedingt, so mussten in dem Nachfolgenden die ph\ 3
sidi beziehenden Folgerungen v<m der ontologischen unto^chieden werden. —
Da aber auch die (sdiembare) KOrpererkenntnis aus einer Anwendung unseres Denkgesetzes auf die Data der Erfah
für diese —
fireBidi nur soweit dfes der Natur der Sache nadi möglich ist — die aus demsdben sich ergebenden Forderungen. Daher der Parallelismus, welcher teilweise zwischen den ontologis^
Fordmmgen besteht

Specielle Folgerungen.

logische. erkenntnistheoretische. ontologische. physikalische.


Der negative Ausdruck des obersten Denkgesetzes ist der A. I. Die Körper werden nicht durch einen Schluss auf Das eigene Wesen der Dinge unbedingt
X. ist (s. ob. z. Die Körpar i^nd unsere dgenm Empfind)
Satz des Widerspruchs, welcher so lautet: Kein Gegenstand die Ursachen unserer Empfindungen erkannt, sondern die Em* Grundsatz u. Be{;rifisanaL, Satz 3). diese dem ansduuKnden Subjdte als Substanz«
kann von sich selbst verschieden sein, oder: Ver- pfindungen (der äusseren Sinne) werden selbst dem Grundsatze a. Das dgmt Wesen der IHnge unwandelbar (s.
ist erschdnetL Die Körper haben daher im Unterscl
schiedenes kann nicht an sich, als solches ein und des Denk^is gemäss als Substanzen (Körp«*) erkannt (s. ober* ob. Grundsatz u, BegriflbmaL, Satz Dem unbedingten
^, oder: Empfindtmgen und nach Abzug dies^ kdne anden
dasselbe sein. Dieser ist st^ Grundsatz u. Begriffsanal. Satz 2). Wesen dar Dmge ist alle V^änderung fremd. als die, dnen Raum dnzundunai oder zu erfidlen
1. der Grund des conträren und contradictorischen Gegen- 2. Der Begriff der K^er, als Substanzen, ist dn meta- Fdgerungm daraus: ab die zwd primären Qualität^ der Körper die A
Satzes, d. h. der Unvereinbarkeit von Sein und Nichtsein und physischer und kann nicht aus Er&hrung geschöpft sein. a) Alle Veränderung ist bedingt, von Antecedentira und die Undurchdringlichkeit gegeben. (]
überhaupt von verschiedenen Qualitäten dersell»» Art in einem Dit Form oder die Art des Nebendnandersdns von Sub- abhängig, oder: Keine Veränderung ohne Ursache. Der nicht auf Kräftoi beruhe darüber weiter untoi.)
und demselben Gegenstande. stanzen ist aber der Raum* Also Sm der Causalität a. Ein (physisch) teSbarer Körper, d. h.
2. Auf diesem Grunde beruht die Möglichkeit, uns der audi die Anschauung des Raumes ihrer An* Das eig^
3. ist p) unbedmgte Wesen der Dinge ist nicht die Emhett ist ein Widersprudu Tdlbar können nul
Unwahrheit unserer eigenen Vorstellungen bewusst zu werden. läge nach vor aUer Erfahrung gegeben. Ursadie der Veränderungen, entfiält nidit dra Grund dersdben. von K^tapmi sein. Die eigentlichen Körpo* sdbsj
D. b« der Satz des Widerspruchs ist das allgemeine formale 4. Die Körper smd als Substanzen unv^4nderUch (s. Be* i) Die Ursache dner Veränderung kann nur eine and^ notw^id^ ausgedehnte Atome.
oder negative Criterium der Wahrheit. gri&anaL, Satz Vorändarung sein. 3. Die Körper als Substanzen sind unverän«
In dieser Acception, als Regel für die Uitak^ nnm der Also müssen unsere Em{rifindungen von Natur aus so i) Eme erste (unbec&ngte) Ursadie von Verändarui^^im Fdgerungen daraus: In der Körperwelt
Satz des Widerspruchs so formuliert worden: emgeriebtet sdn, dass sie mit ihrer Auffassung als Dinge im ist nicht detdcbar, die Rdhe dar Ursadira gdbt m's Un^liehe dere Volbiderung vorkommen, als die Veränderui
Zwei verschiedene Behauptungen, welche Räume (als Körper) &ctisch coii^;ruieren, sonst wUrde man in rOckwärts. Seiten Lage, d. h. die Bewegung.
sich auf denselben Gegenstand in derselben Hin« ihnen nicht eine Wdt von an adi unwandelbaren Sabstanzen D. h. der Wechs^
das Geschehoi hat kdnen Ursprung 4. Die Körper sind, als Substanzen, von eii
sieht beziehen^ (wie ^
ist viereckig'' und 1^ ist rund'O^

können nicht beide zugleich wahr sein«


ericom«! können. und erhält äch durdi sein eigmes momentum oder Bduuv hängig, Stehen unter einander in keiner inneren]
5* Darum hat tmsere Erkenntnis der Körper empiri* rungsvarmögen. (vgl. BegriffsanaL, Satz 2).
Ein watiaes Derivativ daraus ist die gewöhnliche Formd: sehe und praktische Galtigkeit t) Die Vertiältnisse zwisdien den Ursach« und den Vfir* Die Körper sind nicht an
5- sich (von Nati
Die Bejahung und die Verneinung desselben kön- 6. Aber darum hat diese Erikenntnia keine unbedingte kungen, die Gesetze ihrer Aufdnanderfolge sind sdbst unvar- der Bewegung (s. ontol. Folg., 2 ß). Somit ist di<
nen nicht beide zugleich wahr sein« Galtigkeit (nach Kant keine „transcendentale Realität''). D.h. änderiidt Hierauf beruht die Gültigkek aOer Induction. Ferner: märe Eigenschaft der Körper die Trägheit, die
3. Die Gewissheit des Satzes der Identität ist der rado- die Körper existieren nicht in Wirklichkeit^ da dasjenige, was Da alle Objekte der Erfahrung zusammengesetzt und in Folgerung aus den zwei letzten Sätzen;
neOe Cärund des Glaubens an die Gfil^^t der Induktion. wir ab Körper erkennen, der hihalt unserer eigenen Emf^- ihrem Bestehen durdi Schdn und Täuschung bedingt, und so- oe)Die Kraft (als Ursache der Bewegung) is(
Denn aus ihm al^deitet ist sowohl der Grundsatz von der Be- dungai ist; Deshalb ist unsere Erfahrung bei aller ßictisdiar wdd Zusammengesetztheit und Veränderlichkeit als auch Schern Schaft nicht der Körper, sondern der Bewegung Si
harrlichkeit der Substanz (& oaauA. Folg., Satz a) als audi der Consistaiz in ihren Grundbegriffen logisch widersprechend. und Täuschung dem unbedingten, normalen Wesen der Dinge kann Ursache einer Bewegung sein, als eine ani
Satz der Causalltat (s. ontoL Fol^, Sätze aa mid t), wddie B. Eine Veränderung kann nidit als sdche wahrge- fremd and, so ergiebt sich daraus der Schluss, dass demselben gehende Bewegung,
aDein die GuMi^teit idler bduction verborge. nommen Denn dazu wäre es t^^, das Vergangene,
werden. auch die Vielheit der empirischen Objekte selbst fremd ist. ß) Die Bewegungen haben keinen Ursprung
also Niditsaendewahrzunehmen, oder als nichtseiend zu er- Das heisst; sich durch ihr eigenes momentum oder Beharrunj
kennen, wasmög^ch ist Die Veränderungen werdra
nidit 3. Es giebt in der Wirklichkeit nur Eine Substanz, Hieraus folgt weiter:
also erschlossen. nicht dne Vielhdt von Substanzen. Das Quantum der Kraft oder Energie, w
Y)
DerSaU: Kein Gegenstand kann von sich selbst 4. Die Welt dw Erfahrung enthält in Wahrheit keine Bewegungen liegt, ist unveränderlich. Das Gej
verschieden sein, dröckt nun die a priori gewisse Basis aus, Substanzen, wed^ geistige noch körperliche, sondern blosse Erhaltung der Kraft.
auf wekher die Eitomtnis der Succesaonen oder Verände* Pbänomena, Das Obige ist der rationelle Grund der natuf
rui^;» beruht 5. Die Welt der Erfahrung ist in keinem uns bekannten liehen Tendenz, Alles in der Körperweit mechanisch
Sinne Function der wahren Substanz, Letztere enthält nicht
den zureichenden Gnmd der Welt Das Verhältnis beider ist
unerkennbar und unbegreiflich«
inges mit sich selbst bedeutet Abwesenheit innerer Unterschiede in demselben. Ai^s dieser Definition ergeben sich analystisch die folgenden vier Sätze:
ntische ist allein im wahren Smne eins» da in ihm keinerlei Vielheit miterschiedea werden kann.
ntische kann nichts von einem Anderen, also keine Beziehung auf Anderes» kurz keine Relativität in sich rathalten, d. h. dassdbe ist unbedingt, mit
n Substanz.
ntische kann nie von sich selbst verschieden werden, d. h. ist beharrlich, unveränderlich; alle Veränderung ist ihm fremd,
entische kann kdnen denkbaren Mangel enthalten, d h. ist vollkommen.

nmerkung. Obgleich &ß Gegenstände der Erfahrut^ mit dm


Grundsatze unseres Doikais und dessen Formd, dem Satze dar Idradtät, sämfiich nidit flberdnstimmen, kaa Gc^^enstaad —
eignes ist mit sieh selbst wahiliaft idratisdi, keinar ist wahrhaft eins (efaifoch), unverand^ch und unbedingt, die sämtUdien Gegenstände der &fidirung and vielmdur zusam men*
Wesen und
— dodi der gesamte Inhalt der Ejrfehrong von Natur aus derart organisier^ um der Norm, unseres Denkens scheinbar zu entspredien, sodass unsare Erfidimng normal geutet
so ist

enthalten schemt Infolge dieser Naturanrichtung glauben wir in unseren inneren Zustanden ein einfadies und behanüdies Ich oder Sdbst und in dai Em^indungen da* änssa^ Sume eine
an äusseren Sid>stanzai (K^tepem) zu erkennen. Da diese Natureinrichtung Sdidn oder Tfiuschung bewirtet und bedingt so musstoi in dem Nachfolgenden die physikalisdien, auf die Kdrper
von der ontologischen unterschiedai werden. —
Da aber auch die (scheinbare) Körpa'erkenntnis aus einer Anwendung unsa^ Daikgesetzes auf die Data der Erfahrung entatdi^ so gdten auch
dies der Natur der Sache nach möglich ist die aus demsdben skh agebenden F<Mrda:ungen. Daher der ParaUelismus, weldier talweise zwischen den «mtotogisctoi imd den phyaäaisdliai

Specielle Folgerungen.

erkenntnistheoretische. ontologische. physikalische. moralische und religiöse.


e Körpa: werden nicht durch einen Schluss auf 1. Das eigene Wesen der Dinge ist unbedingt (s, ob» I.Die Kdrper sind unsere eigenen Empfindungen, sofern Prämisse aus Erfahrung: Der Schmerz ist ein
nserer Empfindungen erkannt, sondern die Em- Grundsatz vl Begrüfsanal., Satz 2). diese dem anschauenden Subjekte als Substanzen im Räume Zustand, der sich selbst nicht gldchbleiben kann, die Tendenz
äusseren Sinne) werden selbst dem Grundsatze 2. Das eigene Wesen der Dinge ist unwandelbar (s. erscheinen. Die Körper haben daher im Unterschiede von den enthält, in einen anderen (sdmierzlosen) Zustand überzugehen.

emäss als Substanzen (Körper) erkannt (s. ober- ob, Grundsatz u. Begriffsanal., Satz 3), oder: Dem unbedingten Empfindungen und nach Abzt^ dieser keine andere Eigenschaft, Das heisst: Der Schmerz ist ein Zustaad der Kicht«»
u. BegiifläanaL Satz 2). Wesen der Dinge ist alle Veränderung fremd. als die, einen Raum einzunehmen oder zu erfüllen. Damit sind fdentität mit sich selbst.
egrifi* der KOrper» als Subs^anzeni ist em meta- Folgerui^n daraus: als die zwei primären Qualitäten der Körp<^ die Ausdehnung Schmerz imd Uebel sind identisch und das Gegenlefl
kann nicht aus Erfahrung geschöpft sein, a) Alle Veränderung ist bedingt, von Antecedentien und die Undurchdringlichkeit gegeben. (Dass letztere beider ist das Gut. Also:
oder die Art des Nebeneinsmderseins von Sub* abhängig, oder: Keine Veränderung ohne Ursache. Der nicht auf Kräften beruhe darüber weiter unten.) Das Gut ist gleich Identität mit sich selbst.
r der Raum. Also Satz der Causalität. 3. Em (physisch) teilbarer Körper^ d. h. eme teilbare Aber auch Vollkommenheit ist gleich Identität naft aidl
h die Anschauung des Raumes ihrer An- Das eigene unbedingte Wesen der Dinge ist nicht die Einbdt ist ein Widerspruch* Teilbar kMnen nur Aggregate seHbst (v8^ Bq;rt£&analyse, Satz 4). Daraus folgt:

aller Erfohrung gegeben, Ursadie der Veränderungen, enthält nicht den Grund derselben. von Körpern sein. Die eigentiidien Körper sdbst sind nütlün I. Das eigene Wesen der Dinge^ das Unbedingte ist (ab

örper sind als Substanzen unverända-fich (s. Be- j) Die Ursache eimar Verändarung kann nur eine aoAere ttotwcmdig ausgeddmte Atome. dn mit sich selbst identisches) se^g und voUkommcii« d. h. ist
3).
Veränderui^ sdn» 3. Die Körper als Substanzen sind miVMändarli«^ Gott, die Norm, das Ideal.
unsere Empfindungen von Natur aus so i) Eine erste (unbedingte) Ursache vm
Veränderungen Folgmingen daraus: In der Körperwelt kann kerne an- a. Gott ist nidit der Gnmd oder die Ursacte des Udids

in, dass sie mit ihrer Auflassung als Dinge im ist nidit denkbar, die Reihe der Ursadien gdit In's Unradlidie dere Veränderung vorkommen, als die V^ftnderung derg^n* und der UnvoUkommenhdit in der ja oidit cBe Ursadie
rper) factisch congruieren, sonst wQrde man in rückwärts. sdt^n Lage, d. h« die Bewegung. der Wdtselbst (vgL ontoL Folg: 5).

e Welt von an sich unwandelbaren Substanzen D. h. der Wechsel, das Geschdien hat keinen Un^rung Die Körper smd, als Sid>stattzen, von einander unab*
4. Die Mensdien and nadi der Seile ihrer niditeiiqMri-
3.

en. und eriiält ddi durdi sein eigenes momentum oder Bc^iar- hängig^ stehai unter einander in k^:ier uumen Vedbondung adien Natur mit Gott verwandt Deim Gott ist die wahre
bat unsere Erkamtnis dar Körper empiri- rungsvermOgen. (v|^ Begri£&anaL| Satz 3). Substanz der Oingei deren nonnalea« durch keine firemden
ktische Gültigkeit s) Die Verhältnisse zwbchen den Ursachen und den Vfir^ 5. Die Körper shid nicht an sich (von Natur) Ursachen Bdmisdiungaa getrabtes Wesen. In dnem hMieren Sinne kann
darum hat diese Erkenntnis keine unbedingte kungra, die Gesetze ihr«: Aufananderfolge amd selbst unver- der Bewegang (s. ontoL Fdg., 3 ß). Somit ist die dritte pnh man dah^ Gott bildlich dmVater der Henschra aeonen.
ach Kant kane ,»transcaidentale Realität*). D. h. änderiidi. Hierauf beruht die GfÜti^eit aller Induction. Foner: märe Eigensdufk der Körper die Trägheit, die Inertie. 4. Das imiere Geflkhl imaerer Verwaodlschaft mit Gott

listieren nicht in Wirklichkeit, da dasjenige, was Da alle Objekte der Erfahrung zusammengesetzt und in Folgerung aus den zwei letzten Sätzm: ist die Religiosität, die wahre fkuodSa^ aller Religion,

erkennen, der Inhalt unserer eigenen Empfin- ihrem Bestehen durdi Schein und Täuschung bedingt, und so- a) Die Kraft (als Ursache der Bew<^:ttng) ist eine E^ra- weldie diesen Namen verdient:
eshalb ist unsere Erfahrung bei aller factischer wdd Zusammengesetztheit und Veränderlichkeit als auch Schdn schaft mcht der Körper, sondmi der Bewegung selbst Ificbts 5. Gott ist nidit durdi sein Wuken, sondan durdi aem

hren Grundbegrifien logisch widersprechend. und Täuschung dem unbedingten, normalen Wesen der Dinge kann Ursadie dner Bewegung sein, als dne andere vorher- blosses Dasdn, durch das Gd&hl und das Bewusstsdn^ welches
Veränderung kann nicht als solche wahrge- fremd sind, so ergiebt sich daraus der Schluss, dass demselben gehende Bewegung. wir von ihm haben, dar reale Grund allor h^diaen Bestrebun-
en. Denn dazu wäre es nötig, das Vergangene, auch die Vielheit der empirischen Objekte selbst fremd ist ß) Die Bewegungen haben kdnen Ursprung und erhalten gen unseres Geistes und namentlich auch der Grund der
de wahrzunehmen, oder als nichtseiend zu er- Das heisst: dch durdi ihr eigenes momentum oder Beharrungsvermögen. Moralität
nicln möglich ist. Die Veränderungen werden 3. Es gtebt in der Wirklichkeit nur Eine Substanz, Hieraus folgt weiter: Denn aus den Prämissen:
s e n. nicht eine Vielheit von Substanzen. 7) Das Quantum der Kraft oder Energie, wddie in den lO Däs Gut ist ^ddi Uentbät mit «di selbst
: Kein Gegenstand kann von sich selbst 4. Die Welt der Erfahrung enthält in Wahrheit keine Bewegungen liegt, ist unveränderlich. Das Gesetz von der b) Die Vidheit und die Individualität ^d dem wahren
sein, drückt nun die a priori gewisse Basis aus, Substanzen, weder geistige noch körperliche, sondern blosse Erhaltung der Kraft. Wesen der Dmge fremd (vgl. ontol. Folg. 3) oder:
le Erkenntnis der Successionen oder Verände- Phänomena, Das Obige der rationelle Grund der naturwissenschaft-
ist ASe Maischen smd in Gott eins^
5. Die Welt der Erfahrung ist in keinem uns bekannten lichen Tendenz, Alles in der Körperwelt mechanisch zu erklären. eigiebt sidi unmittelbar die Condusion, dass
Sinne Function der wahren Substanz. Letztere enthält nicht 6. der Egoismus (Bejahung der Individualität) eine He-

den zureichenden Grund der Welt. Das Verhältnis beider ist teronomie des Willen constituiert, den Willen von dem wahren
unerkennbar und unbegreiflich. Endziel, von dem wahren Gut (der Identität mit sich selbst
ablenkt, das moralische Gesetz dagegen zur Autonomie
des Willens gehört, dem wahren Wesen der Dinge angemessen
ist und dem wahren Endziel alles Wollens (dem Gut oder der
Identität mit sich sdbst) allein näher zu briqgen vermag.
Vita
Ich, Theodor Lessing, lutherisch, geboren am 8. Feb-
ruar 1872 zu Hannover, Sohn des verst. Dr. med. Sig-
mund Lessing und seiner Ehefrau, Adele, geb. Ahr-
weiler, erhidt meine erste Ausbildung im Lyceum I zu
Hannover und auf dem Gymnasium zu Hamdn a. W., wo
der Hartmannianer M. Schneidewin mein Lehrer vrar.
1892 bezog ich die Universität Freiburg B. als Stud.
i.

med., betrieb aber zugleich philosophische Studien bei den


Herren Prot A. Riehl, A. Weismann und Rickert
1894 absolvierte ich das Tentamen physicum in Bonn und
führte zugleich das Studium der Philosophie fort bei den
Herren Prof. J. B. Meyer, Schaarschmidtund Bender
sowie seit 1895 Herren Prof. Th. Lipps und Frhr.
V. Hertling in MOndira, bis midi vor dem med. Rigoro-
sum Krankheit zwang, die Studien drei Jahre lang zu
unterbrechen.
1899 hörte ich zwei Semester lang in Erlangen natur-
wissenschaiUiche Collegiai bei den Herren Prof. Wiede-
mann, Fischer uikl Rosenthal, sowie philosc^hisdie
bei den Herren Prof. Class und Falkenberg; seither

setzte ich die medizinischen und philosophischen Studien


in Cdessra und München fort
Druckfehler und Notizen

Seite II Zeile 7. Lies Aristarch statt Aristanrch.


Seite 16 Zeile Lies Knauer statt Kauer,
3.

Seite 17 Zeile Lies Neff statt Nef.


2.

Zu Seite 20.Ein mir unbekannter Aufsatz Spirs findet sich noch in


Nr. 26 der „Bauhütte", Jahrg. 1875.
Seite 24 Zeile 20. Lies letzten statt lenetzt.
Zu Seite 27. Die Notiz, dass Spirs Bild stets auf Tolstois Arbeits-
tische stehe, entstammt einem Briefe der Tochter
Tolstois an die

Tochter Spirs.
Dagegen finde ich in Kuno Fischers „Schopenhauer" S. iio
den Vermerk, dass noch im Jahre 1890 im Studierzimmer Tolstois
kein anderesBild sich befand als das Bild Schopenhauers.
Zu Seite 99. Ejne artige Notiz über Spir fand ich nachträglich in
dem voluminösen Werke „Die grossen Welträtsel" von Tilmann
Pcdi (Frdburg, Herder 1884) „man sieht, der religiöse Kern
der
ist derart, dass er wohl am bequemsten
in den
FrdmauTOTeligion
DeismuSy aber auch in alle beliebigen Systeme hineinpasst. So
8^elt z. B. „R^der" A, Spir mit geschwelltem Segel in den
PanAdsmus hindn." Sein All—Eins hat zwei Seiten, so zu sagen
zwei Gesichte. Mit dem brummigen Werktagsgesicht wirkt
und wirtschaftet es: das ist die Welt der Erfahrung als Gegen-
stand der Wissaischaft. Mit der liebesäuselnden Sonntags-
miene lächelt es uns als Gefühl in die Seele: das ist Gott als
wirkendai
das VoDkCHttomie. Die Relq;bn hat mit dem mftchtig
Prindp gar nichts zu ttnm; ihre Sache ist es nur, sich mit
dem
lid>8tai Allgfttigen verwandt, ja Eins zu itkhlen.
Dies ist der In-
halt der hodbat fiulen, hmgw^igm Lastungen Spirs/' —
Seite 34 Aom, Zdle 4. Un Sc«» Empiria» «tMt Apippa.
— 121 —
Seite 34 Anm. Zeile 7. Lies Strom statt Stom.
Seite 60 Zeile 6. Lies Robert Mayer statt Robert Meyer.
Seite 44 Zeile 8. Lies roter Gegenstand statt toter Gegenstand. Seite 67. Der Satz „Was nützt es aber die gegebene Welt mit einer
Seite 58 Zeiie 11. Lies Malebranche Mallebranche.
statt anderen zu vermehren, die dem Identitätsprinzipe entsprechen soll,
Notiz zu Seite 60. Das Gesetz von der „Schwächung der Energie" wenn selbst die empirische Wirklichkeit, deren Realität auch Spir
finde ich schon bei antiken Autoren, z. B. im Seneka, Briefe anerkennt, seine ontologische Gültigkeit negiert", welcher im Text
90
37-46. „Die noch nicht vom Erzeugen erschöpfte Welt Heferte als sophistisch bezeichnet wurde, findet sich bei Laas 36 etc.
p.
einst edlere Geburten." Ausserordentliche Belege fände dies Ge- nicht; er ist ein von Spitzer, nach dem dü^ wiffde, her-
setz in Weisaianns Theorie einer konstanten Vererbungssubstanz rührender Zusatz.
(s. zumal Bemkgn. zu Tagesprobl. Aufs, über Vererb. S.
660).
Wunderhche Ideen über Transforniierung der Energie in Intellekt,
und Bewegung der Cultur in Tod hierio s. b. Mainländer Phflos.
d. Erlösg. Bd.
I p. 313 fi. 319 u. s. w.

Zu Seite 59/60. Belege ftr die ftoditigen Theorien Lombrosos und


Galtons liefern neuerdings Paul BeUezza, Antoniri und Cognetti
de
Martiis, BeUezza erklart den mit 88 Jahren verstorbenen
Manzoni,
Dr. Aiitoniri erklärt Alflen für pathologisch. In de Martiis,
Vittorio
Alfieri, Studio patologid lässt sich Lombroso so vernehmen:
,,Ausser der von der Hyperämie des Gehirnes geschaffenen Er-
r^;ttng und der besonderen Polarisation der Gehirnzellen, die sich
bei Wahnsinn und Hysterie finden, bedarf es der besonderen or-
ganischen Disposition in Folge der grösseren Anzahl der Nerven-
zellen, um ein Genie hervorzubringen.« Aehnlich
erklärt ein be-
kannter deutscher Psycliiater m einer Fachzeitschrift sich die
Goiialitat eines unverstandenen, unglücklichen Denkers
aus „be-
ginnender Paralyse, begleitet von hysterisch-rheumatischen
Ge-
lenkaflfectionen'^
Aber diesem Forscher muss die Philosophie dankbar sein.
Er machte ihr auf einer NaturCw^cherversammlung folgendes gütige
Compliment: „Wir Mediziner wollen zugestehen, dass auch die
exakte, strenge Wissenschaft, wie der gebildete Mensch
überhaupt,
das Denken nicht völlig entbehren kann." Ei wie? Werglaubt
denn das?
Em anderer Forscher kommt bei seinen Untersuchungen
über den genialen Menschen zu dem subjektiv gewiss
berechtigten
Satze: ,yDanken wir alle Gott, dass wir keine Genies
sind."
VotreflFliche Beleuchtung finden diese Lehren in
G. Hirth^s Autg.
d. Kunstphysiologie
p. 512—587. Eine psychologische Theorie d.
Kunst (Erklärg. d. Kunstwerkes aus Bedürfnissen u. Hemmungen
der Schöpfer) versuchte ich in nuce niederzulegen
in dem Essay
,^iebe u. Kunst" (Die Gesellsch. Jahrg. 1808).
Seite 60 ^eile 52. hks ve^eUüven statt negativen.
Namenregister.

(Abd^ EL, Aqofptcd«^) ixo« Baumann J. 45.


Agpppa, V. Nettesheim s& (Btoierie G.) 24.
(Ahrweiler, Ad.) 1x9.
(Aken F. Vzig.) oo, 1x3.
Bmjlt P.
(Bdlezu
^ X04.
P.) xaa.
Akzuider v. Apfarodiaias xx4. Bender W. 93. XX9.
(Alezasder IL Rnsd.) 13. Bentt«n J. x% 89.
(Alfieri V.) (Berzdhis J. J. Chem.) 8a
Attfaushis Joh. XX4. Bcfkdey 3& 73-
Anazagores 56^ ixo, BeyleH. (Stendhal) 60.
AiMTOnaikter 39. (Biefaringer J. CheoL) 8a
Annlkeris 89 ^ Bodhnis 1x4.
Ansdm v. Cantaiiary XX4. Böhme J. xxo.
(Anttmini) xaa. do Bois*Reymoiid Q3.
Aristotdes 56, 60, iio, xxx. Bdmgbrcte xi4.
d*Ai^gens 58. Boutroux E, 99.
AriKdds IL 98. Boylc R. 79.
Asti6 fl9 (^-andes G.) 6a
AtCMnisteii 1x4. (Broddiaus Lexik.) ^
Attidsmus 98, 113. Brown Th. xa.
Aagastunis X14. BransdvicK L. 08—09.
Avenanus R. 19, 70, xox. Brano G. 75, xoa.
Averroes 95» 1x4« BOdmer L. 8a
Avogadro A. 8a Bürger 85.
Buddha 104.
Baader Fr. 94, iio. Burckhardt J. 98.
Baco V. Verulam 85. Burton J. H. 96.
Bahnsen J. 103, 105. Byron 85.
(Bashkirtseflf M.) 89.
Batz Ph. s. Mamländer. (Caesar C J.) 86,
— 124 - t25 ^
Cambridge, Schule 90, 106^ 1x4. £ncykk>päd. 89. Herschel J. 63. Lecky W. E. H. 9a
Cartesius s. Descartes. Eubulides 72. Hertiing v. 119. Leon X. 20.
Caspari O. 24, Q5—
Cathrein V. 56.
68, 69. ^ Eudcen 105.
Evolutiofiisten 89^ 99.
Heymanns
Hirnheim Hieronym.
27.
v. 58.
Lessing G. E.
(Lessing S.) 119.
14, 85.

Christus (Christent) 46, 52, 57,94. (Hirech W.) 59. Lewes G. H. 12, iii.
(QaparMe H.) 14, 15, 20. Falckenberg R. 24, ^ 74-"7& Hirth G. T22. Liebmann O. 74.
Class G. 36—37, 105, 119. 105, 119. Hobbes 39, 89, 9^ 114. Lipps Th. 24, 59, 75—7^ «9.
Qemens, Alaandr. 34.
Fechner Th. 6S, 83. Homer 86, 99. Locke 43, 90, 109^ III, 114.
(Q^liietti de Martiis) laa. Feuerbach L. 83, 91. Humanus s. EbeHuund. Lombroso C. 59^ laa.
Cohen H. 25. Fidite J. G. 15, 19, 2^ 39^ Qs, Hume 90, 96 III. Lotze H. 6$^ M, 105.
Comte A. 83. 87, 104, 114. Hotcheson 90. Ludwig O. Q3.
Consta^ B. 96. (Fischer Chem.) 119. Huxley Hi. 56. Lttzzatto D. 98.
(Coc^r Chem.) 80. Fischer Kuno izi, 121.
(Findel Vrig.) 14, 15, 18—19» 21, Inder 39, 90, 92. Machiavelli N. 98.
Cousin V. 39.
James W. 27. Mainländer Ph. 57, 60, 123.
Cumboiand R. 114, 22, 102.
Floumoy Tb* (Jewachow Ph.) Malebranche Nie gB^ 12a.
Czolbe H. &L 113. 11.
Friedridi d. Gr. 89. (Johannes Evaag.) 17.
Mandevilie 89.
Jodi Fr. 16, 24. (Manzoni A.) 122.
Dante 85.
Galton Fr. 122. (Maske G. Vrl.) 89.
Darwin Ch. 56, 58-59, 80, 89, 99.
Jordan W. 99.
Galilei G. 96. (Mayer J. A. Vrlg.) 99.
Dei^us
Descartes
90.
12, 33-34. 43, 55-5^,
(Gatternich
Geulincx A. 92^ 114.
Elis.) 14.
Judent

Kant 12,
Qs, 98, X13.

14, 21, 22, 34, 36, 39,


Mayer Rob. 60, S^t
Melzer E. 21.
^
65, 70, 73, 96, 98, 108, III,
Gnosis IIO. 43. 55; 68; 72, 73; 74-75, 76, Mendelssohn M. 9&
113, IJ4.
Goethe 60, 83, 84, 85. 79, 81, 85, 89, 90, 91, 94, 96, Mersenne P. 96.
D^erminismus 24.
(Gottschall R. v.) 25. 98, 100, 109, III, 112, 113, 114. Meyer B. 85, 1x9.
Deussen P. 39, J.

(Diez Fr.
99, 104. Grote G. 90. (Kekule v. Stradon. A Chem«) 8o. (Meyer Phys.) lo.
v.) 96,
(Guizot) la Kierkegaard S. 15. Michelis Fr. 34.
IMderot 59.
Gury 96. Kirchmann J, H. v. 96. MillJames i^ 89.
Dühring E. 80, 8x, 83, 84—85, Knauer G. 16, 24. 76—80^ zaz. MUl Stuart 12, 21, 35*3^ 3^^
89, III. Häckel E. 57, 82. Kögel F. 99.
Dühring U. 85. 40^ 41, 63, 89, 108, 113.
Hamerling R. 83, 84, 105. König Ed. 28. (Mitscheriidi Eilh. Qiem.) 8ou
Drobisch 14, 42. Hamilton 12, 35, 39—40- (Kortum K. A.) 85. (M6lnus Neurlg.) 59^ 6a
Hartmann E. v. 45—46, 80, 104, Krapotkin P. 89. (Moreau de Tours) 59.
Eberhard (Humanus) 20, 21, 84. 105, 109, 112, 113. Krause K. C. F. 94. Möller Max 26^ 95.
(Edda) 96. Hebbel Fr. 83.
Krönig 89.
Egidy M. 92. Hegel, 25, 39, 43, 53, 56, 73, 85, Natorp P. 19, 20, 41, 76.
Kubleiüieck L. 102.
(Eggimann Vrlg.) 113. 99, 105,HO, H2, 114. (Neft' Vrlg.) 17, 19, 117, 121.
Eleaten 16, 81, iio, 114. Heine H. 85. Laas E. 60—69, ^4» ^23.
22, Nettesheim s. Agrippa.
Emerson R. W. 99. Helmholtz H. 15, 40, 73, 83, 85, Lange F. A, 25-27, 72, 73, 83. Newton Js. 53, 78.
Empedokles 109. (Henke Anat) 14. Land J. P. V. 28. Nietzsche Fr. 52, 83, 85, 90, 98,
Empiristen 12. 40, 73. Heraklit 16. Lasswitz K. 113. 99; 114-
Empiriker 53. Herbart 14, 15, 25, 35, 42, 57, Lazarus M. 98. (Nordau M.) 59.
Epikur X14. 72» 7a 8i> 90» 105. Leibniz X2|37, 39, 61, 85, 105, 114. (Nürnberger W. SoUtaire) 99.
^ 126 -
(Ostwald W. Chem.) 80. Schiel J. 36,
Orient 96. Schiller 83, 85. Tasso 85. (Van fHott Chem.) 8a
(Othon, Diener) Taine Hip. 73, 97. (Verzingetorix) 86.
13. Schlegel Fr. W. 95, 96.
Oxforder Schule X14. Teichmüller G, 105. (Victoria, Kais. Friedr.) 102.
Shaftesbury 90.
Schmidt-Dumont 71. Thiele G. 61, (\^how R. Path.) 53.
Pascal Bl. 15, 58. Schmitz Aug. 21. Thomas v. Aquino 114. Volkelt J. 59.

Paulsen Fr. 53, 96. Schneider G. A. 53. Thouverrez 29. Voltaire 12. 89.
Parmenides 31, 34, 39, no, U2. Schneidewin M. 46, 86, 119. Tille A. 99.
(Patrizzi Bio!.) 59. Tissot 12. (Westermann G. Vrig.) 24, 81.
Schopenhauer A. 12, 21, 24, 34,
J.

Pech Tilm. 121. (Todleben, General) 13. Wdsmami A. 119, laa.


¥h 47. 57» 58, 59, 72, 73,
White d' A* 16, aS-a?.
Pelagius 114. Tolstoi 13, 16, 27, 57, 83, 98, 121.
74"-75. 82, 83, 85, 86, 90, 95,
Penjon (Türck M.) 59. (Wiedemann £.) 119.
16, 17, 20, 28, 78^ ioä 96r 99f 105, 109, iii-xifl^
(Peschel O. Geogr.) 56. Trendelenburg 83. Wolff Ch. 90.
114, 121.
Pessimism. Tylor E. B. 113. WoUaston W. 104.
15, 57, 61, 104. Schulze Fr. 89.
Pindar Wrousky 27.
7. Schulze-Aenesidem 74.
Pillon Fr. 28. Schuppe W. 6i,
Uebmreg*Heinze i^ aB. Wundt W. 36, 56, 83.
Utflitarier 89.
Plato 16, 39, 5a, 5Ö, 70^ HO, III, Scotus,Duns 114. Ziehen Th. loa.
114. Seneka 60^ laa.
Poulevich 27. Sensualism. ai, 35.
(Poulevich Helen.) 10, 13, ai. Sextus £mp. 34, xai.
Pyrrhoa v. £lis gau Shakespeare 12.
Siebeck H. 6i.
R6e 90. Siebert O. 25.
Reid Th, la. (Simon ben Jochai) 9B.
Reinke 89^ 90. Simmel G. 90.
R6nan £. 58, 95. Smith A. 90.
Renouvier Ch. 98. Socrates 16, 91«
Rickert 119, Spencer H. 13, 40^ 861, 8g^ 91.
Riehl A. 99, 119. Spmoza aza, 15, 39, 47, 6S 7<».
Romanes J. G. 53. 82, 98, 105, III, tjst, 114.
RoMellin 114. Spitzer S. Diss ^-34, 67, iaq.
(Rosasthal J.) 119. Spir (Alex Alexw.) zo^ ai.
Rousseau J. J. 5^ 5^ 98. Aristarch 11, lai.
Russn 9i 57. Charitis xi, 13.
Spiritismus 113.
(Sadger)s9. Spruyt B. aS.
(Sskrti) 59. (Stein Ch. v.) 99^
(SalleC Fr. v.) Q5. Stendhal s. B^le.
Scfaaarscfamidt C
24, 45, 1x9. Stirner M. 8^
(Schiffle A. £. Natnlok.) Steodd 89, 90.
Seh^ng 3» 59^ 87« 10» x». Stoa 17, 1x4.
Scberr J. flg.
StCdzle R. SQ.