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IT-Management

Recap
Prof. Dr. Axel Winkelmann

Lehrstuhl für BWL und Wirtschaftsinformatik


Postanschrift:
Josef-Stangl-Platz 2 (2. OG)
97070 Würzburg

Derzeit zu finden am:


Paradeplatz 4
http://www.wiwi.uni-wuerzburg.de/lehrstuehle/wiinf2/
http://www.facebook.com/lehrstuhl.winkelmann
Veranstaltungsziele

„Wirtschaftsinformatik ist die Wissenschaft von dem Entwurf,


der Entwicklung und der Anwendung computergestützter
Informationssysteme zur Unterstützung von
Geschäftsprozessen in Organisationen.“

Die Vorlesung IT-Management bietet darauf aufbauend vertiefte Erkenntnisse in den


Themenbereichen:
▪ Entwicklung und Umsetzung von IT-Strategien
▪ Organisation und Führung im IT-Bereich
▪ Operatives Management von IT-Systemen
▪ Management von IT-Projekten
▪ Sicherheits- und Risikomanagement
▪ Rechtliche Rahmenbedingungen für IT-Management
▪ Planung, Steuerung und Zielausrichtung der IT-Organisation

1 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


IuK-Technologie im Wandel

70er 80er 90er


2 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann
Industrialisierung

Industrialisierung: allgemein die Einführung und


Verbreitung industrieller Formen der Produktion und
Distribution von Waren und Dienstleistungen

IT-Industrialisierung: Automatisierung, Standardisierung


und Modularisierung des IT-
Leistungserstellungsprozesses durch Übertragung
bewährter Methoden und Prozesse aus dem Bereich der
industriellen Fertigung

4 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Hohe Zunahme der Industrialisierung der IT

▪ Capgemini: massive Zunahme der IT-Industrialisierung


□ Reorganisationen
□ Hoher Grad an Standardisierung
□ Reduktion der Fixkosten durch Auslagerung

▪ Vor allem großes Umdenken in der Finanzbranche


□ Outsourcing von IT-Systemen an Dienstleister
□ Konsolidierung der IT-Landschaft

5 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Bereiche der IT-Industrialisierung

IT-Industrialisierung Hardware

Services

Software

4 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Vorlesungsinhalt

IT-Strategie Einführung

Strategieentwicklung

Strategieumsetzung

IT-Organisation Aufbauorganisation

Ablauforganisation

IT-Projektmanagement

IT-Architekturmanagement
IT-Systemlandschaft
IT-Architekturen
EAM

IT-Sicherheit/-Recht

5 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Hardware

▪ Hardware weitgehend standardisiert


▪ Custom Built Hardware nur in wenigen
Fällen wie z.B. Großrechneranlagen
▪ Selbst bei eingebetteter Hardware, z.B. Steuergeräte in der
Automobilindustrie, zunehmend Standards

8 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


IT-Services

▪ Hoher Grad an Standardisierung bei IT-Services mit enger


Hard- oder Software-Bindung, z. B. Wartungsverträge
▪ Geringe Standardisierung bei IT-Dienstleistungen im Umfeld
der Planung, Entwicklung und des Vertriebs komplexer
Geschäftsanwendungen
▪ Best Practice-Ansätze wie ITIL, Cobit,
MOF oder eTOM

9 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Software

▪ Zahlreiche Standardsoftwaregattungen
▪ Hoher Einsatzgrad von Standardsoftware in Unternehmen
▪ Leistungsfähige Programmiersprachen für effektive und
effiziente Softwareentwicklung
▪ Web Services, SOA, MDA, ...

#58/59: Technologiemigration
www.erp-podcast.de

10 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Inhalte der Vorlesung

IT-Strategie Einführung

Strategieentwicklung

Strategieumsetzung

IT-Organisation

IT-Architekturmanagement

IT-Sicherheit/-Recht

6 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Einführung

▪ Stetige Dynamisierung der externen Umwelt


□ Globalisierung
□ Internationalisierung und Liberalisierung des Welthandels
□ Intensivierung des Wettbewerbs
□ Kürzere Time-to-Market-Zyklen
□ Steigende Kundenanforderungen
□ Beschleunigter technologischer Wandel

▪ Konsequenz (insbesondere) für das IT-Management:


□ Unternehmen bzw. öffentliche Verwaltung brauchen neue Konzepte
und Vorgehensweisen, um Schritt zu halten
□ Kompetenzen entwickeln

7 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


IT-Strategie

▪ Abgeleitet aus Unternehmensstrategie


▪ Rahmengebend für IT-Organisation, IT-Personal und das
Management von Anwendungssystemen
▪ Beeinflusst Aufbauorganisation, Prozessgestaltung,
Outsourcinggrad, IT-Architektur und das Management von
Hard- und Software

8 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Produktivitäts-Paradoxon

▪ „You can see the computer age everywhere but in the


productivity statistics“ R. Solow (1987)
▪ Zahlreiche Studien zum Produktivitätsbeitrag
□ Betrachtung der Korrelation von kumulierten Investitionen in IT und
Auswirkungen auf Arbeitsproduktivität
□ Zumeist im Ländervergleich, heute auch auf Branchenebene

▪ Erklärungsansätze
□ Messprobleme: Bewertung und Abgrenzung der IT-Investitionen nicht in
Länderstatistiken enthalten, häufig nicht quantifizierbar
□ Zeitverzögerung: Technologieänderungen brauchen einige Jahres bis zur
Wirkung in Produktivitätsstatistik (z.B. zunächst Schulung / Gewöhnung
von Mitarbeitern an neues System)
□ Änderung in Prozessabläufen und Arbeitsroutinen: tiefgreifende
organisatorische Änderungen (z.B. De-/Rezentralisierung von
Entscheidungsprozessen, Auslagerungen, Aufgabenneuverteilungen etc.)

1 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Brynjolfsson: Produktivitätssteigerungen
und die digitale Organisation
▪ Untersuchung der Merkmale hoch produktiver IT-Nutzer
▪ Resultat: Kennzeichnung erfolgreicher IT-Anwender durch
spezifische organisatorische Strukturen außerhalb des IT-
Kernbereichs („digitale Organisation“):
□ Hoher Automatisierungsgrad von Routineaufgaben (z.B.
elektronische Rechnung)
□ Hoch qualifizierte Mitarbeiter
□ Überwiegend dezentralisierte Entscheidungsprozesse
□ Effizienter vertikaler und horizontaler Informationsfluss
□ Starke Leistungsanreize
□ Starke Betonung von Mitarbeitertraining und -auswahl
→ Strukturen entsprechen Leitbild einer professionellen,
Mitarbeiter-fokussierten Organisation mit
Informatisierungsvorteilen durch Dezentralisierung
15 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann
IT doesn‘t matter (Carr 2003)

4 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Indirekter Beitrag der IT zur
betrieblichen Wertschöpfung

Quelle: Wigand, Picot, Reichwald (1997)

9 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Entwicklung der IT

Quelle: Becker, Winkelmann (2014)


18 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann
IT als Commodity?

9 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


IT-Herausforderungen

Geschäftsstrategie Unternehmensziele IT-Strategie

Herausforderungen:
•Architekturmanagement
• Kundenorientierung
• Projektmanagement
•Informations- und
Wissensmanagement
• Integrierte Lösungen
• Wirtschaftlichkeit

10 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Unternehmensleitbild

Einflusspotential von IT Unternehmensstrategie In welche Richtung


auf Industrie,
• Geschäftsentscheidungen entwickelt sich das
Geschäftsleben und
Unternehmen • Ziele und Ausrichtungen Unternehmen und
• Veränderung warum?

IT-Strategie Informationssystemstrategie

• Geschäftsbasiert Was wird


Nachfrageorientiert benötigt?
• Geschäfts-
Informationsmanagement-
/Anwendungsfokussiert
strategie

• Organisationsbasiert
• Beziehungsorientiert Informations- und
• Management- Kommunikationstechnik- Wie kann
fokussiert strategie
es erreicht
• Aktivitätsbasiert werden?
• Angebotsorientiert
• Technologiefokussiert

-> Abgeleitet aus der Geschäftsstrategie besteht die IT-Strategie aus drei
zusammenhängenden Teilstrategien
11 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann
Unternehmensstrategie

Unternehmensstrategie ist die Beschreibung des


Entscheidungsverhaltens der Unternehmensführung zur
Sicherung zukünftiger Erfolgspotentiale

Wie kommen wir zum Ziel?

Anforderungen an das Möglichkeiten des


Unternehmen Unternehmens

STRATEGIE
IST-Zustand SOLL-Zustand
(„Weg“)

22 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Unternehmensstrategie

▪ Beispiele für strategische Zielsetzungen

□ Persönliche Betreuung von Großkunden vor Ort


□ Erhöhung der Deckungsbeiträge durch Forcierung
bestimmter Produktgruppen
□ Gezielter Einsatz von E-Commerce
□ Optimierung der Lagerverwaltung durch Aufbau einer
zentralen Logistik
□ Erhöhung der Mitarbeitermotivation durch Beteiligung
am Unternehmenserfolg

23 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Informationssystemstrategie

▪ Auswahl der Informationssysteme (Applikationen) zur


Unterstützung der UN-Strategie (z.B. ERP, MES, PPS, etc.)
▪ Orientiert sich an Ausrichtung der Geschäftsprozesse, die
der Umsetzung der UN-Strategie dienen (z.B. SCM, CRM,
etc.)
▪ Abstimmung von geschäftsfeldspezifischen IS-Strategien mit
übergeordneter, unternehmensweiter IS-Strategie (z.B.
Schnittstellen zwischen ERP- und CAD-Systemen)

➢ Kernfrage: Welche Informationssysteme und Applikationen


werden benötigt?

24 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Informationsmanagementstrategie

▪ Definierung von Führungskonzepten


▪ Schaffung von Strukturen und Prozessen
▪ Beziehung zu anderen Organisationseinheiten definieren
▪ Positionierung der IT im Gesamtkontext

➢ Kernfrage: Wie werden die benötigten Informationssysteme


und Applikationen verwaltet und wie ordnen sich diese in der
Unternehmensstruktur ein?

25 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Informations- und Kommunikationstechnikstrategie

▪ Schaffung einer technologischen Infrastruktur, durch die eine


Applikationslandschaft aufgebaut werden kann (z.B.
Internetanbindung, PCs, Mainframe, etc.)
▪ Aufteilung in zwei Teilstrategien:
□ Planung der Infrastruktur
□ Betrieb der Infrastruktur

➢ Kernfrage: Wie können die benötigten Applikationen und


Informationssysteme betrieben und unterhalten werden?

26 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Arten des IT-Managements

Die Definition der IT-Strategie ist zentrale Aufgabe des strategischen IT-
Managements. Die Strategieformulierung steckt den Rahmen für die
Gegenstände und Aufgaben auf der taktischen und operativen
Managementebene ab.
Mangement- Gegenstand Ausgewählte Aufgaben

Quelle: in Anlehnung an Hheinrich (2002), S. 21


ebene
Strategisch Langfristige • Entwicklung der IT-Strategie
Ausrichtung der IT • Qualitätsmanagement
an den • Technologiemanagement
Unternehmszielen • Controlling, Revision, Risikomgmt
Taktisch/ Implementierung • Projekt- und Personalmanagement
administrativ der Strategie • Daten- und Geschäftsprozessmgmt
• Lebenszyklusmanagement
Operativ Betrieb und • Produktionsmanagement
Nutzung der • Problemmanagement
existierenden • Benutzerservice
Infrastruktur
12 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann
IT-Strategieprozess

Effektivität

Effizienz

13 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Top Down (analytisch)

▪ Die IT-Strategieerstellung wird aus der bestehenden


Unternehmenspraxis und -strategie abgeleitet

▪ Ein außerordentliches Ereignis findet im Unternehmen


statt (z.B. Fusion, Filialgründung, neues Geschäftsmodell,
neues Produkt/neue Dienstleistung, etc.)

▪ Kooperation mit Geschäftspartnern erfordert eine neue


strategische IT-Ausrichtung (z.B. Verwendung
elektronischer Standards im ERP-System)

▪ Umfassendes Rightsourcing der IT wird angestrebt (der


richtige IT-Prozess an den richtigen Dienstleister)
29 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann
Bottom Up (bewertend)

▪ Realisierung eines Neuprojekts, dessen Rahmen-


bedingungen erhoben und dokumentiert

▪Einsatz neuer Technologien in Fachabteilungen


(z.B. RFID oder mobile Lösungen in der Logistik)

▪Unzufriedenheit der IT-Nutzer mit den Leistungen


(z.B. lange Antwortzeiten bei Serviceanfragen)

▪ Verhältnismäßig hohe IT-Kosten


(z.B. Durchführung einer Benutzerschulung)

30 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Grundsätze des IT-Strategieprozesses

1. Notwendig für Firmen aller Größen


2. Festlegung von Vision, Mission und strategischen
Zielen zur zukünftigen Nutzung der IT im
Unternehmen (z.B. elektr. Datenaustausch)
3. Skizzieren von Stärken und Schwächen in der IT-
Organisation (z.B. Schulungsbedarf für Mitarbeiter)
4. Entwurf von IT-Soll-Architekturen
5. Erarbeitung notwendiger IT-Projekte und
organisatorischer Veränderungen
6. Zeithorizont von 3-5 Jahren mit jährlicher
Überprüfung
7. Einbezug aller Fachbereiche (z.B. Produktion,
Marketing, Verkauf, Personal)
31 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann
Inhalte einer IT-Strategie

▪ Zentrale Fragestellungen:
1. Effektivität: Wie kann mit Hilfe der IT der Unternehmenserfolg
gesichert und möglichst gesteigert werden?
2. Effizienz: Wie lassen sich die IT-Leistungen verbessern und die
IT-Kosten senken?

Steigerungen der Senkung der


Leistungen für Kosten der IT-
das Unternehmen Organisation

IT- IT-Organisation
Unternehmen
Leistungen

32 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Inhalte einer IT-Strategie

▪ Einfach: Liste von Vereinbarungen und Aktionen


▪ Komplex: Umfassende Dokumente, die Teilstrategien und
verschiedene Perspektiven erfassen

➢ Beispiel eines Inhaltsverzeichnisses einer IT-Strategie:


1 ZUSAMMENFASSUNG (MANAGEMENT-SUMMARY) 3 ZIELE UND RAHMENBEDINGUNGEN

2 SITUATIONSANALYSE 4 GRUNDSÄTZE DER IT(IT-PRINZIPIEN)

1. FACHLICHE BEURTEILUNG 5 BESCHREIBUNG DER TEILSTRATEGIEN – SOLL-KONZEPT UND ENTSCHEIDUNGEN


2. TECHNISCHE BEURTEILUNG
3. ORGANISATORISCHE BEURTEILUNG 1. ZULÄSSIGE BASISSYSTEME DER IT
2. ORGANISATORISCHE POSITIONIERUNG DER IT (E-GOVERNANCE)
2 UMFELDANALYSE 3. METHODEN UND VORGEHEN IM ANFORDERUNGSMANAGEMENT
4. IT-SERVICE-STRATEGIE
5. IT-PERSONALSTRATEGIE
1. INTERNE ASPEKTE
6. IT-SOURCING-KONZEPT
2. EXTERNEASPEKTE
7. METHODEN UND VORGEHENSMODELLE FÜR IT-PROJEKTE
3. TECHNOLOGISCHE ASPEKTE
8. KONZEPT FÜR DAS IT-ORGANISATIONSMANAGEMENT UND DIE QUALITÄTSSICHERUNG
9. RICHTLINIEN FÜR IT-SECURITY UND IT-RISIKOPOLITIK

33 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Umsetzung einer IT-Strategie

▪ Menschliche Faktoren:
□ Einstellung auf komplexe, neuartige Sachverhalte
□ Unterschiedliche Ansichten und Qualifikationen
□ Keine Bereitschaft zur Veränderung

➢ Sozio-technische Transformation erfordert die


Berücksichtigung fachlicher, technischer, menschlicher,
kultureller und politischer Aspekte

34 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Einordnung

▪ Bindeglied zwischen
□ Unternehmensstrategie und
□ Operativen IT-Management

▪ Ausrichtung am
Geschäftsmodell

▪ Wechselwirkung zwischen
Strategischer IT-Planung und
Operativen IT-Management in
Abhängigkeit von:
□ Strategischen Vorgaben
□ Technischen Standards
□ Ziel-Landschaft
5 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann
Strategieentwicklung

Eigenschaften der Vorgehensweise


Strategieentwicklung
Analyse der Unternehmensstrategie
und strategischer Erfolgsfaktoren

▪ Einbindung betroffener
Erfassung und Prüfung der
Führungskräfte Ist-Situation
▪ Projektcharakter
▪ Iteratives Vorgehen Teilstrategien formulieren
▪ Planungsprozess <= 6 Monate
▪ Konkretisierung der
IT-Bebauungsplan festlegen
Umsetzung in Masterplanung
▪ Top-Down vs. Bottom-Up
Vorhabensplanung erstellen

14 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Analyse der Unternehmensstrategie (1/2)

▪ Definition der strategischen Analyse der Unternehmensstrategie


und strategischer Erfolgsfaktoren
Anforderungen
▪ Dokumentation eines
Erfolgsfaktorenmodells Erfassung und Prüfung der
Ist-Situation
▪ Erfassung von IT-Mission und IT-
Visionen
▪ Definition abteilungs-übergreifender Teilstrategien formulieren
strategischer IT-Ziele
▪ Die Unternehmensstrategie häufig
nicht vorhanden, dokumentiert oder IT-Bebauungsplan festlegen
bekannt
▪ Ermittlung von Parametern für IT-
Strategieentwicklung über Interviews Vorhabensplanung erstellen

9 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Analyse der Unternehmensstrategie (2/2)

▪ Gewünschte Ergebnisse der Interviewrunden:


□ Unternehmensstrategie und Teilstrategien
□ IT-Trends in den Fachbereichen
□ Erwartungen und Zielsetzungen an die IT und ihre Lösungen und
Services
▪ Kritische Erfolgsfaktoren (CSF) ermitteln
□ Sind für Unternehmenserfolg essentiell
□ CSF in der IT: Erfolgsfaktoren aus Hardware, Anwendungssoftware,
Daten und Personal
▪ Überprüfung durch Abgleich der IT-Strategie und
Geschäftszielen

Ausrichtung der IT-Strategie an Geschäftszielen

10 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Erfassung der Ist-Situation

▪ Erfassung und Prüfung der Ist- Analyse der Unternehmensstrategie


Situation und strategischer Erfolgsfaktoren
□ Analyse von IT-Produkten- und
Services, sowie Personal- und
Finanzsituation des IT-Bereichs Erfassung und Prüfung der
Ist-Situation
□ Analyse von Stärken und Schwächen
mittels SWOT
□ Expertenanalyse und Erfassung der
Teilstrategien formulieren
Ergebnisse in einem holistischen,
metrischen System
▪ Dokumentation des Ist-Zustandes der
IT-Bebauungsplan festlegen
IT in Verzeichnissen/Tabellen:
□ Derzeitige IT-Politik und -Strategie
□ IT-Kunden und sonstige Partner
□ IT-Produkte und -Dienstleistungen Vorhabensplanung erstellen

□ IT-Prozesse
□ IT-Personal (Anzahl, Qualifikation)

16 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


SWOT-Analyse(1/2)

▪ Ziel: Identifikation von internen Stärken und Schwächen sowie externen


Chancen und Risiken der IT

▪ Implementierung der SWOT-Analyse-Ergebnisse in die IT-Strategie


1) Ausbau von (bestehenden) Stärken
2) Abbau von Schwächen
3) Nutzen von (künftigen) Chancen
4) Bekämpfen von Risiken

17 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


SWOT-Analyse (2/2)

Wo lauern künftig noch Gefahren bzw. Risiken? Worin liegen unsere Zukunftschancen?
Z. B. Markteintritt neuer Konkurrenten Z. B. neue Technologien, innovative IT-Projekte?

Wo liegen typische Barrieren, um erfolgreich


Was sind unsere Stärken?
agieren zu können?
Z. B. IT-Produkte, Personal, Organisation
Z. B. Mitarbeiterqualifikation und Finanzen

18 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Zielfindung (1/2)

▪ Anforderung an Ziele: SMART


□ Spezifisch – Zielen müssen eindeutig definiert sein
□ Messbar – Messbarkeitskriterien
□ Akzeptiert – Ziele müssen vom Empfänger akzeptiert werden
□ Realistisch – Ziele müssen erreichbar sein
□ Terminiert – Terminvorgabe, bis wann das Ziel erreicht sein muss
Zielfindung (2/2)

▪ Beispiele für strategische IT-Ziele nach BSC-Systematik


Zielbereiche Zielsetzungen
Finanzielle Ziele • Umsatzrentabilität pro Jahr erzielen (5-6 %)
• Leistungs- und Kostentransparenz verbessern
Kundenziele • Hohe Kundenzufriedenheit herstellen
• Kundenbindung erhöhen
Prozess-Ziele • Reifegrad der IT-Service-Prozesse erhöhen
(IT-Service-Ziele) • Nutzungsgrad des Service-Desks erhöhen
Personalziele • Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen
• Kompetenz der Mitarbeiter fördern
Ziele zu den IT- • Produktportfolio erweitern
Produkten • Produktinnovationsgrad erhöhen
Prozess-Ziele • Projekterfolgsquote erhöhen
(IT-Service-Ziele) • Termintreue erhöhen (Erreichung der Meilensteine)

20 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Formulierung von Teilstrategien

Analyse der Unternehmensstrategie


▪ Untergliederung der Gesamt- und strategischer Erfolgsfaktoren
strategie in Teilstrategien
▪ Mögliche Teilstrategien: Erfassung und Prüfung der
Ist-Situation
□ IT-Servicestrategie
(z .B. Qualität der IT-Services)
□ IT-Sourcingstrategien Teilstrategien formulieren
(make vs. buy)
□ IT-Personalstrategie
(z .B. strategische
IT-Bebauungsplan festlegen
Personalentwicklung)

Vorhabensplanung erstellen

25 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Festlegung des IT-Bebauungsplans

▪ Festlegung des Soll-Zustands Analyse der Unternehmensstrategie


und strategischer Erfolgsfaktoren
für:
□ IT-Applikations-Architektur
Erfassung und Prüfung der
Ist-Situation
□ Daten-Architektur

□ Sicherheitsarchitektur Teilstrategien formulieren

□ IT-Prozesslandschaft
IT-Bebauungsplan festlegen
□ Technologie-Architektur

□ Fachliche Architektur Vorhabensplanung erstellen

□ Informationsarchitektur

26 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


IT-Applikations-Architektur (1/4)

▪ Architekturen:

□ Gegenseitig abgestimmte Bebauungspläne


□ Für alle relevanten Planungsbereiche der IT
□ Zeigt, wie die Strategie realisiert werden soll

▪ Ziel der IT-Applikations-Architektur: Entwicklung neuer


Lösungen, die

□ Kosten senken oder


□ Kundennutzen steigern

27 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


IT-Applikations-Architektur (2/4)

▪ Die neun Potenziale der Informatisierung nach Davenport 1993:

1. Automational: Ersatz menschlicher Arbeitskraft durch Computer


2. Informational: Führung anhand von Prozessgrößen
3. Sequential: Veränderung der Ablauffolge oder Parallelisierung von
Aufgaben
4. Tracking: Maschinelle Verfolgung von Geschäftsvorfällen
5. Analytical: Verbesserung der Entscheidungsfindung
6. Geographical: Koordination von Prozessen über Distanzen
7. Integrational: Bereitstellung betrieblichen Wissens zur
übergreifenden Integration des im Betrieb vorhandenen Know-Hows
8. Intellectual Potential: Bereitstellung betrieblichen Wissens im
Sinne der betrieblichen Erfahrung
9. Disintermediating: Ausschalten von Zwischenstufen in Prozessen

28 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


IT-Applikations-Architektur (3/4)

▪ IT-Applikations-Architektur beinhaltet
□ Funktionalität:
□ Anwender-Sicht: Darstellung der Soll-Funktionalitäten (orientiert an
Geschäftsprozessen)
□ Technische-Sicht: Systeme aus IT-Sicht (Bausteine, Zusammenwirken,
datenmäßige Integration)
□ System-Design:
□ Design-Prinzipien
□ Genutzte Standards
□ Positionierung und Integration eingekaufter Komponenten

Informationssystem des Unternehmens: Gesamtheit aller Applikationen,


Datenbanken und zugehörigen organisatorischen Regeln

29 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


IT-Applikations-Architektur (4/4)

IS-
IS-Nutzer
Betreiber

30 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Daten-Architektur

▪ Daten sind der „Rohstoff“ für Informationsgewinnung

▪ Wichtige Fragen bzgl. der Daten-Architektur:

□ Welchen Umfang haben unsere (gesamten) Daten?

□ Gibt es ein Verzeichnis aller Daten (Datenbanken/Datenbestände)


des Unternehmens?

□ Gibt es eine Klassifikation der Daten nach der Bedeutung für das
Unternehmen?

□ Ist sichergestellt, dass alle Daten Eigner haben?

31 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Technologie-Architektur (1/2)

▪ Technologie-Architektur

□ Elemente der technischen Basissysteme

□ Technische Konzepte

□ Standards

□ Produktvorgaben

▪ Spannungsfeld zwischen Anforderungen der IT-Nutzer,


Internetoperabilität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit

32 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Technologie-Architektur (2/2)

▪ Wichtige Fragen bzgl. der Technologie-Architektur:

□ Welche Grundsätze sollen hinsichtlich des Innovationsgrades


gelten? („Leader“, „Early follower“, „Cheapest“…)

□ Welcher Zentralisierungs-/Dezentralisierungsgrad wird


angestrebt?

□ Welches Sourcing wird angestrebt?

□ Wie soll mit der Einheitlichkeit, Heterogenität umgegangen


werden?

33 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Sicherheitsarchitektur

▪ Sicherheitskonzepte für alle Ebenen des IT-Einsatzes


▪ Wichtige Fragen bzgl. der Sicherheitsarchitektur:

□ Wie steht es um eine ausformulierte Sicherheitspolitik?

□ Welche Bedeutung hat die Informationssicherheit für das


Unternehmen?

□ Wer sorgt für die Umsetzung der Sicherheitspolitik/-strategie?

□ Welches sind die Eckpunkte des Sicherheitskonzepts?

34 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


IT-Prozesslandschaft (1/2)

▪ Ziel von IT-Prozessen: Optimale Unterstützung der


wertschöpfenden Prozesse
▪ IT-Prozessgestaltung bestimmt Möglichkeiten und Grenzen
der IT auf operativer Ebene
▪ Kernprozesse der IT:
□ Entwicklung und/oder Beschaffung von IT-Applikationen
□ Ausbildung und Skill-Management
□ IT-Beratung
□ IT-Betrieb
□ HW-/SW-Management
□ Technologie-Management
□ Führung (inklusive Qualitätsmanagement, Risikomanagement,
Controlling)

35 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


IT-Prozesslandschaft (2/2)

▪ Wichtige Fragen bzgl. der IT-Prozesslandschaft:

□ Welche IT-Prozesse haben wir im Unternehmen?

□ Wie werden sie dokumentiert und verbessert?

□ Wer ist wofür zuständig – im IT-Bereich bzw. den Fachbereichen?

36 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Erstellung der Vorhabensplanung

▪ Schließt Lücke zwischen IST- Analyse der Unternehmensstrategie


und strategischer Erfolgsfaktoren
Situation und SOLL-Zustand
▪ Machbarkeitsprüfungen
Erfassung und Prüfung der
(Feasability Studies) Ist-Situation

▪ Mittelfristige Planung
(Masterplanung) Teilstrategien formulieren
▪ Erstellung von
Migrationsplänen (von der
alten zur neuen Architektur) IT-Bebauungsplan festlegen

▪ Maßnahmenplanung
▪ Dokumentation Vorhabensplanung erstellen

37 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Strategische Vorhabensplanung

▪ Die strategische Vorhabensplanung (IT-Masterplanung)


übersetzt Konzepte und Teilstrategien in Anforderungen,
Zielvorgaben und CSF für das strategische IT-Management
▪ Konkretisierung von strategischen IT-Zielen in Maßnahmen
▪ Dokumentation in einem Gesamtplanungsdokument:
Kunden-Ziel 1 (goal): Zeitraum (time):
Hohe Kundenzufriedenheit halten Grob geschätzte Kosten (costs): Nutzen
(benefit):
Aktivität/Maßnahme (activities) Veranwortliche Person/Team (Owner):
Hauptaktivität/ 2013 2014 2015
Teilaktivitäten
Aktivität 1 ... ... ...
Aktivität 2 ... ... ...
Aktivität 3 ... ... ...

38 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Inhalte der Vorlesung

IT-Strategie

IT-Organisation Aufbauorganisation

Ablauforganisation

IT-Projektmanagement

IT-Architekturmanagement

IT-Sicherheit/-Recht

15 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


IT-Organisation

▪ Beinhaltet Grundkonzepte für die Organisation von IT


▪ Beschreibt Standards für IT-Prozesse
▪ Beantwortet Fragen der Eignung von IT-Outsourcing und
dessen Potenziale

16 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Ausrichtung an der Unternehmensstruktur

Zu beachtende Punkte:
□ Grad der Zentralisierung
□ Diversität von Geschäftseinheiten und Prozessen
□ Bestehende IT
□ Unternehmenskultur und -strategie
□ (strategische) Bedeutung der IT im Unternehmen
□ räumliche Verteilung des Unternehmens

→ Die Struktur der IT-Organisation ist abhängig von der


Gesamtorganisation des Unternehmens

5 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Einordnungsformen der IT-Abteilung

1) Unternehmens- 2) Unternehmens-
leitung leitung

IT

IT
3) Unternehmens- 4) Unternehmens-
leitung leitung

IT

IT
dez. dez. dez.
IT IT IT

17 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Einordnungsformen (1/4)

1. Linieninstanz in einem Hauptresort


• Einordnung häufig historisch gewachsen
• Oftmals dem Finanz- und Rechnungswesen unterstellt
• Gefahr der Bevorzugung
• Geeignet für Unternehmen mit klar dominanten Hauptressort

7 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Einordnungsformen (2/4)

2. Hauptressort
• Gefahr der Überbetonung
• Trägt der gestiegenen Bedeutung der IT Rechnung
• Geeignet für Unternehmen die Informationsleistungen anbieten
• Gremien zur Entschärfung von Konflikten zwischen den
Hauptressorts notwendig

8 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Einordnungsformen (3/4)

3. Stabsstelle der Unternehmensleitung


• Zuweilen formale Durchsetzungskompetenz gegenüber den
Linieninstanzen nötig
• Hohe Positionierung des IT-Bereichs
• Erleichterung abteilungsübergreifender, zentraler IT-Planung
• Einordnung institutionalisiert Servicecharakter der IT

9 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Einordnungsformen (4/4)

4. IT-Bereich in der Matrixorganisation


• Konfliktpotential durch Doppelunterstellung
• IT-Mitarbeiter in den Fachabteilungen haben guten Verständnis der
abteilungsspezifischen Anforderungen
• Erhöhter Koordinations- und Kommunikationsaufwand
• Möglicherweise redundante oder gegenläufige Aktivitäten der
dezentralen IT-Bereiche

10 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Zukünftige Organisationsstrukturen

Quelle: ATKEARNY – Why Today‘s IT Organization Won‘t Work Tomorrow

11 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Ablauforganisation Organisatorische Gestaltung

Verrichtung an Ziel gebunden

Funktions- und
verrichtungsorientierte
Unternehmensgestaltung
Objekt- und prozessorientierte
Unternehmensgestaltung

Aneinanderreihung von
Einzelverrichtungen

18 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Organisatorische Gestaltung

Funktions- und
verrichtungsorientierte
Unternehmensgestaltung
Objekt- und prozessorientierte
Unternehmensgestaltung

Funktionsorientierung Verrichtungsorientierung

• Statische Struktur der • Dynamische Struktur der


Unternehmensorganisation Unternehmensorganisation
• Traditionelle • Die funktionsorientierte Aufbauorganisation
betriebswirtschaftliche bedingt eine verrichtungsorientierte
Funktionalbereiche definieren Ablauforganisation
die Organisationseinheiten des • Aber: hohe Arbeitsteilung, Hierarchiegrenzen
Unternehmens bleiben Ablaufgrenzen, viele Schnittstellen in
der Bearbeitungsreihenfolge, lange
Prozesszeiten, hoher Koordinationsaufwand

19 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Prozessorientierung

Prozessorientierte Sicht

Incident Management

Telekommunikation
Problem Management
Anwendungen

Client/Server

WLAN
Configuration Management

Change Management LAN

Availability Management

Capacity Management

20 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Prozessorientierung

Technikorientierte Sicht
Drucker funktioniert nicht:
• Hardwareproblem?
• Softwareproblem?

Telekommunikation
Anwendungen

Client/Server

• WLAN Verbindung mangelhaft?


WLAN
LAN

Produkt kann nicht ins IS


eingepflegt werden:
• Anwendungsfehler?
• Client/Server Problem?

16 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Prozessorientierte Sicht

• Verwalten der technischen und


organisatorischen Reaktion auf Fehler
Incident
• Untersuchung einer technischen • Dem Support das Problem über
Störung und Behebung dieser Problem Ticketfunktion melden
• Zu schwache WLAN Verbindung
• Bereitstellung und Dokumentation von wird als Ursache identifiziert und
Informationen über Änderungen Configuration
durch zusätzlichen Access Point
• Anpassen der Unternehmensstruktur behoben
an Veränderungen Change • Neuer AP wird dokumentiert
• Unternehmen über neuen AP
• Identifizieren, ob alle Faktoren für die informieren
Bereitstellung der Services ausreichen • Prüfen, ob weitere neue APs
Availability
notwendig sind
• Sicherstellen, dass Infrastruktur und
Services den Anforderungen
• Ggf. weitere APs einrichten
Capacity
entsprechen
IT-Prozesse

▪ Oftmals unternehmensindividuell, um Wettbewerbsvorteile


zu wahren
▪ Oftmals unvollständige Dokumentation der IT-Prozesse →
fehlende Transparenz
▪ Kundenorientierung anstatt Technologieorientierung
▪ IT als Dienstleister im Unternehmen (Bereitstellen von IT-
Services)

24 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


ITIL (Information Technology Infrastructure Library)

▪ Nicht proprietäres, öffentlich zugängliches Werk


▪ Verfahrensempfehlung für die Planung, den Betrieb, die Überwachung
und die Steuerung von IT-Services
▪ Erstellt durch UK Office of Government Commerce; ursprüngliche Ziele:
□ Schaffung eines zentralen best-practice IT-Standards für das IT-Servicemanagement
(ITSM)
□ Förderung des privaten Sektors bei der Einführung von Trainings, Beratungen und
Tools im ITIL-Umfeld
▪ Fünf Bücher zu den Themen:
□ Servicestrategie (Service Strategy)
□ Service-Entwurf (Service Design)
□ Serviceüberführung (Service Transition)
□ Servicebetrieb (Service Operation)
□ Kontinuierliche Serviceverbesserung (Continual Service Improvement)

25 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


ITIL - Übersicht

▪ Fünf Hauptbücher zur


Abdeckung der einzelnen
Level des Service-Lifecycle
□ von der anfänglichen
Definition und Analyse der
Geschäftsanforderungen in
der Service-Strategie und
dem Service-Design
□ über die Migration in das
bestehende Umfeld in der
Service-Transition
□ zur Ausführung und
Verbesserung in der Service-
Ausführung und
kontinuierlichen Service-
Verbesserung

21 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


ITIL – Service-Lifecycle

Jedes ITIL-Hauptbuch adressiert eine Phase im Servicelebenszyklus und


definiert ein im jeweiligen Schritt nötiges Hauptset von Prozessen:

Continual Service
Improvement
Service Strategy
− 7-Step Improvement Process
− Strategy Generation
− Service Measurement
− Financial Management
− Service Reporting
− Service Portfolio Management
− Demand Management
Service Design
Service Operation
− Service Catalogue Management
− Event Management − Service Level Management
− Incident Management − Capacity Management
− Request Fulfillment − Availability Management
− Problem Management − IT Service Continuity Management
Service Transition − Information Security Management
− Access Management
− Supplier Management
− Transition Planning and Support
− Change Management
− Service Asset & Configuration Mgmt
− Release and Deployment Mgmt
− Service Validation and Testing
− Evaluation
− Knowledge Management

22 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


IT-Outsourcing

▪ Motivation:
□ Ermöglicht eine Konzentration des
Unternehmens auf seine
Kernkompetenzen
□ Senkung der Kosten durch Übertragung
der IT an spezialisierte Dienstleister

▪ Formen des IT-Outsourcings:


□ Einzelpersonen
□ Partner-Unternehmen
□ Outsourcing-Partner

41 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Offshoring

Definition:
Der Leistungserstellungstransfer Richtung fremder Länder, um
Vorteile durch das Angebot von gut ausgebildeten aber relativ
günstigeren Arbeitskräften zu erhalten.

Von „Run my Mess for Less“ zu einer Qualitäts-, Wachstums-


und Innovationsorientierung.

43 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Gründe & Potentiale

Strategische Entscheidungsgründe:
▪ Konzentration auf eigene Kernkompetenzen
▪ Mangel an Know-how oder qualifizierten Mitarbeitern
▪ Höhere Leistung und bessere Performance
▪ Optimale Skalierbarkeit
▪ Schnellere Reaktion auf Veränderungen
▪ Etc.
Einsparungspotenzial (Beispiel: IT-Outsourcing)
▪ Wegfall von Wartungs- und Unterhaltskosten der eigenen
Serverinfrastruktur
▪ Wegfall der laufenden Softwareassurance beim ASP-
Software-Lizenzmodell

44 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Projektierung (1/2)

▪ Das Auslagern gewachsener Strukturen erfordert eine


detaillierte Planung
▪ Kontrolle und Management des Outsourcers als
verbleibende Kompetenz im Unternehmen
▪ Notwendigkeit der Etablierung von
□ Management-Techniken
□ Rechtsschutz
□ Maßnahmen zur Kontrolle der Einhaltung von Spezifikationen
▪ Vor Abschluss eines Outsourcing-Vertrages müssen dem
Unternehmen die eigenen IT-Kosten vollständig bekannt
sein

45 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Projektierung (2/2)

▪ Formulierung einer Outsourcingstrategie


□ Ziele des Outsourcings
□ Outsourcingform
□ Outsourcingobjekte
□ Technologische Aspekte (z. B. Hardware- und Systemplattform,
ERP-System)
• Vision
Vorüberlegungen • Outsourcingstrategie

• Ist- und TCO-Analyse -> Make-or-Buy-Entscheidung


• Umfang des Outsourcing-Projekts definieren
Planungsphase (Plan) • Ausschreibung (Pflichtenheft) / Providerwahl
• Abschluss Letter of Intent (LoI)
Implementierungsphase • Abschluss Outsourcing-Vertrag
(Build) • Schrittweise Übernahme des Betriebs

• Aktivieren der Service-Level Agreements (SLAs)


Laufender Betrieb (Run) • Change Management

46 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Projektmanagement

„Gesamtheit von Führungsaufgaben, -organisation, -techniken


und -mitteln für die Abwicklung eines Projektes.“
(DIN 69901)

Projekte in der Realität:

□ Persönlichkeit: „If you‘re 6 months late on a milestone due next


week but really believe you can make it, you‘re a project manager“

□ Zeitschätzung: „The first 90% of a project takes 90% of the time


the last 10% takes the other 90%“

□ Zeitplan: „Even the nine most competent women can not have a
baby in only one month“
4 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann
Merkmale von IT-Projekten

□ Zeitlich befristete Aufgabenstellung

□ Definierte Zielvorgabe (Leistungs-, Qualitäts-, Termin-, Kostenziele)

□ Aufgabenstellung mit einmaligem Charakter, hoher Komplexität und


Risiko

□ Budgetrestriktionen (festgelegte Ressourcen und finanzieller


Rahmen)

□ Teamwork-Orientierung (meist interdisziplinär)

5 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Projekttypen im IT-Umfeld

□ Softwareentwicklungsprojekte (ERP-System für spezielle


Branche)

□ Integrations- und Implementierungsprojekte für


Geschäftslösungen (Add-Ins, Mobile-Solutions)

□ Informationssystem-Projekte (ERP-Einführungsprojekte)

□ IT-Infrastrukturprojekte (Storage-Lösungen, LAN-


Implementierungen, etc.)

□ Strategische IT-Projekte (EAM-Einführung, Outsourcing-Projekte,


etc.)

23 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Projektmanagement Teufelsquadrat nach Sneed

▪ Die von den Zielgrößen gebildete


Fläche beschreibt die Produktivität
des Projekts

▪ Die Fläche (Produktivität) eines


Projekts ist invariant: Wenn ein
Projekt z.B. in weniger Zeit zu
geringeren Kosten abgeschlossen
werden soll, verringern sich auch
Leistungsumfang und Qualität

▪ „Chinesenprinzip“: Ein Projekt wird


beschleunigt, indem massiv
Personen in das Projekt entsandt
werden. Funktioniert nur bei stark
parallelisierbaren, voneinander
unabhängigen Tätigkeiten, die keine
größere Einarbeitung erfordern.

8 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Auslöser für IT-Projekte

▪ Auslösung von Projekten bestimmt das Auftraggeber-


/Auftragnehmerverhältnis
□ Interne Projekte: Auftraggeber i.d.R. Unternehmensführung oder
Fachabteilung
□ Externe Projekte: Durchführung für unternehmensfremden
Auftraggeber, bspw. Systemhaus <-> Anwenderunternehmen.

▪ Typische Ausgangsfälle:
□ Ableitung aus langfristiger IT-Strategieplanung
□ Konkrete Anforderungen von Fachabteilungen oder
Unternehmensleitung bzw. Praxisprobleme
□ Notwendigkeit aufgrund von Veränderungen (technologischer
Fortschritt, Marktveränderungen, gesetzliche Auflagen, etc.)

9 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Auslöser für IT-Projekte

Zusammenhang von Projektauslösern

Langfristplanung Initiativen aus den


(Gesamtkonzept) durch Fachbereichen oder Änderungen im Umfeld
Führungsebene einzelner Führungskräfte

Projektpriorisierung und Voruntersuchung


Projektportfolios (Projektstudie)

Projekteröffnung

24 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Projektrisiken

▪ Vielzahl von IT-Projekten scheitern:


□ 59% aller IT-Projekte überziehen geplantes Budget
□ 46% aller IT-Projekte überschreiten Deadlines
(durchschnittlich um 7 Monate)
□ Fluktuationsrate bei Projektleitern: 68%

▪ Typische Projektrisiken:
□ Mangelhafte Projektdefinition
□ Mangelnder Einsatz geeigneter Methoden
□ Personelle Risiken
□ Unzureichende Projektplanung
□ Schlechte Projektdurchführung bzw. -steuerung

19 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Angaben zur Projektumsetzung

▪ Qualitätsmanagement
□ Maßnahmen zur Sicherstellung der
Projektergebnisse Qualitätsmanagement

▪ Change-Management
□ Aktivitäten zur Gewährleistung der realen Change-Management
Umsetzung

Risikomanagement
▪ Risikomanagement
□ Denkbare Risikoursachen und mögliche Aktionen
bei Risikoeintritt
Projektberichtswesen

▪ Projektberichtswesen
□ Abzuliefernde Dokumente/Berichte, Deadlines

22 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Risikomanagement – warum?

▪ Ein Risiko hat zwei wesentliche Eigenschaften: „Es kommt nicht


darauf an, die Zukunft
□ Eintrittswahrscheinlichkeit
vorherzusagen,
□ Potentielle Schadenshöhe sondern auf die
(Mehraufwand, Terminverzug, etc. ) Zukunft vorbereitet zu
sein.“
(Perikles)

▪ Risikomanagement ist der planvolle Umgang mit Risiken:


□ Frühes Erkennen von Risiken (vor Eintritt)
□ Explizites Planen (dokumentieren)
□ Ergreifen von entsprechenden Maßnahmen

26 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Projektcontrolling Regelkreis

▪ Projektcontrolling findet in
einem permanenten
Regelkreis statt
▪ Ziele: SMART formuliert
▪ Maßnahmen &
Arbeitspakete für
Zielerreichung definieren
▪ Datenerfassung für Ist-
Soll- Vergleich
Quelle:

▪ Abweichungsanalyse:
http://www.projektmanagementhandbuch.de/projektrealisierun
g/projektcontrolling/

IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


singuläre vs.
29
Plan-Ist-Vergleiche und Audits

▪ Erkennen von Abweichungen im Projektfortschritt


▪ Vergleich geplanter mit aktuellen Daten

▪ Gründe:
□ Unvorhergesehene Änderungen im Projektverlauf
□ Unrealistische Planungen
□ Fehler in der Ausführung
□ Falsche Einschätzung von Umfeldparametern und deren
Auswirkungen
▪ Drei Arten von Abweichungen:
□ Terminabweichungen
□ Ergebnis-/Sachfortschrittsabweichungen
□ Kostenabweichungen

30 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Projektphasen

Projektphase Startphase Analyse & Realisierung Einführung


Entwurf
Methoden & Projektdefinition Projektplanung Projektkontrolle Projektabschluss
Instrumente und -steuerung und -auswertung

Soziale Aspekte Auswahl des Teamentwicklung Meeting- und Auflösung des


Projektteams Konfliktmanage- Projektteams und
ment Reintegration der
Mitarbeiter

Projekt- Rollendefinition Aufgabenverteilung Einbettung von Abschlussbericht


organisation - Controlling und -sitzung
- QS
- Externe

Projektumfeld Stakeholder- Projektmarketing Claim- und Produktübergabe,


analyse Changemanage- Abnahme beim
ment Kunden,
Präsentation

25 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Typische IT-Projektphasen

▪ Softwareentwicklung ▪ Softwareeinführung
□ Visioning □ Projektierung
□ Ist-Analyse □ Soll-Konzept
□ Grobplanung der Lösung □ Design
□ Pilotrealisierung □ Realisierung
□ Test und Abnahme □ Test
□ Techn. Implementierung
□ Organisat. Implementierung

▪ IT-Infrastruktur ▪ Netzwerkprojekte
□ Projektvorbereitung □ Projektplanung
□ Ist-Analyse □ Konzepterstellung
□ Zielplanung □ Vorbereitung
□ Soll-Konzeption □ Durchführung
□ Pilotanwendung □ Nachbereitung
□ Evaluierung
□ Umsetzung Gesamtkonzept
□ Schulung und Gesamtevaluation

34 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Projektleitung

▪ Schlüsselperson für Projekterfolg


▪ Verantwortlichkeit:
□ Erreichung der Projektziele
□ Einhalten des Zeit- und Kostenrahmens
□ Sach- und termingerechter Einsatz der Projektressourcen
□ Bereitstellen der Projektergebnisse gemäß Qualitätsanforderungen

Projektorganisation Linienorganisation

Projekt-
Lenkungsausschuss Unternehmensleitung
Auftraggeber

Projektleitung Beteiligte
Linienbereiche

Projektteam
Quelle: Tiemeyer 2011

35 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Projektauftraggeber

▪ In der Regel auch Initiator des Projekts und unmittelbarer


Anwender der Ergebnisse
▪ Hauptentscheider – Trägt unternehmerisches und
finanzielles Risiko
▪ Interner oder externer Auftraggeber

Projektteam
Aufgaben Verantwortung & Befugnisse
▪ Festlegung der Projekt-Rahmenbedingungen ▪ Übernahme finanzieller und unternehmerischer
▪ Bereitstellung projektrelevanter Informationen Risiken
▪ Begleitung bei der Planung der Projektleitung ▪ Genehmigungen des Projekts
▪ Regelmäßiges Monitoring des Projekts ▪ Entscheider bei wichtigen Meilensteinen und
Zwischenstufen
▪ Freigaben bei Finanzierungsfragen
▪ Abnahme der Projektergebnisse

36 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Project Office und Projektlenkungsausschuss

▪ Project Office
□ Häufig geschaffene Stelle in größeren Unternehmen zur
Administration der Gesamtplanung aller Projekte
□ Übergeordnete Steuerung und Auswertung von Projekten

▪ Projektlenkungsausschuss
□ Entscheidungs-, Koordinations- und Kontrollgremium
□ Schnittstelle zwischen
□ Projekt, Projektleitung, Projektteam
□ Unternehmensführung, externe Beteiligte
□ Zusammensetzung i.d.R. aus hochrangigen Führungskräften

37 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Rolle des Projektteams

Projektteam

Aufgaben Verantwortung & Befugnisse


▪ Selbständige Bearbeitung von Arbeitspaketen ▪ Mitwirkung bei der Sicherstellung der
▪ Qualifizierte Fertigstellung der übernommenen Projektziele
Arbeiten gemäß Terminrahmen ▪ Termin- und kostengerechte Erledigung der
▪ Regelmäßige Statusmeldungen zum Stand Arbeitsaufträge
übernommener Arbeitspakete ▪ Mitbestimmung bei Entscheidungen im Rahmen
▪ Kommunikation sachlicher oder zeitlicher des Projekts
Abweichungen von der Planung an den ▪ Aktive Mitarbeit im Team
Projektleiter ▪ Fristgerechte Einforderung benötigter
▪ Unterstützung bei der Projektplanung Ressourcen
▪ Erarbeitung von Entscheidungsvorlagen
▪ Erstellung zur Projektsteuerung benötigter
Berichte

38 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Projektmanagementsoftware (PMS)

▪ Liefert wichtige Steuerungsinformationen in der


Realisierungsphase:
□ Erfassung tatsächlich realisierter Werte
□ Unterstützung der Projektsteuerung durch permanente Soll-Ist-
Vergleiche

▪ Mögliche Soll-Ist-Vergleiche für die Projektleitung:


□ Projektstatus-Übersichten
□ Termine und Ressourceneinsatz
□ Kostenentwicklungsübersicht
□ Ressourcenauslastungsdiagramme

40 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Projektabschluss

▪ Schritte:
1. Projektabnahme und Produktübergabe
2. Projektabschlussanalyse
3. Erfahrungssicherung
4. Projektauflösung

▪ Aktivitäten im Projektabschluss:
□ Dokumentation für ordnungsgemäße Abnahme beim Auftraggeber
□ Dokumentation der Projekterfahrungen
□ Rückintegration der Projektmitglieder in ursprüngliche
Kernaufgaben oder Integration in neue Projekte

42 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Projektabnahme und Produktübergabe

Projektabschlusssitzung
Themenbereich Themenfragen (Beispiele)
Projektzielerreichung ▪ Projektziele erreicht?
▪ Welche Ziele wurden verfehlt?
Aufgabenbearbeitung ▪ Restarbeit zu erledigen?
▪ Bewertung der Arbeitsqualität
▪ Neue Anforderungen durch Auftraggeber?
Produktabnahme ▪ Fachliche Abnahme der Ergebnisse sichergestellt?
▪ Technische Abnahme der Produkte sichergestellt?
▪ Welche Dokumente sind zu übergeben?
Produktauslieferung ▪ Form der Produktübergabe?
▪ Sicherstellung der Ergebnisumsetzung
Projetteam-Bewertung ▪ Grundsätzliche Einschätzung des Projektteams
▪ Einbindung in weitere Projekte?

43 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Projektabschlussanalyse und
Erfahrungssicherung

▪ Methodische Herangehensweise zur Evaluierung:


□ Projekt-Abschlussworkshop
□ Informelles Gespräch mit Teammitgliedern
□ Schriftliche Befragung

▪ Erfahrungs- und Wissensmanagement:


□ Wesentliche Informationen dokumentieren
□ Wichtige Trends festhalten
□ Wiederholung von Fehlern vermeiden
□ Best Practices für Aufgaben generieren

44 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Inhalte der Vorlesung

IT-Strategie

IT-Organisation

IT-Architekturmanagement
IT-Systemlandschaft

IT-Architekturen
EAM

IT-Sicherheit/-Recht
Ausgangslage IT-Landschaft

In vielen Unternehmen ist die in der Regel historisch


gewachsene IT-Landschaft gekennzeichnet von hoher
Heterogenität und Komplexität

Durchschnittlich etwa 80 verschiedene Applikationen in


deutschen Firmen (nur teilweise integriert)

➢ Hohe Komplexität der IT-Landschaft & veraltete


Grundstrukturen

4 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Ausgangslage IT-Landschaft

Eingeschränkte Transparenz und Beherrschbarkeit durch


unterschiedliche Anwendungsarchitekturen, Betriebssystem-
und Datenbankplattformen sowie viele Schnittstellen

➢ Schlechter Überblick über IT-Architektur

➢ Fehlende Strategieorientierung bei Ad-hoc-


Entscheidungen

➢ Hohe Kosten durch Individualität und große Komplexität

5 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Ausgangslage IT-Landschaft

Verschärfung der Problematik durch Integration mit


Geschäftspartnern & Übernahmen sowie Technologieschübe
(z. B. Internettechnologie, E-Business)

• Steigende Administrationskosten für Hard- und Software


• Aufwand & Komplexität bei Änderungen der IT-
Infrastruktur

➢ Interne und externe Prozesse leiden unter den


Gegebenheiten
➢ Gezieltes IT-Architekturmanagement als Lösung!

6 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Motivation

▪ Laufende An- und Umbaumaßnahmen aufgrund


veränderter Geschäftsprozessanforderungen sind auf
dieser Basis sehr kostenintensiv sind und erhöhen die
Komplexität weiter
▪ Zu lange Anpassungsdauer aus Sicht der Fachanwender

➢ IT-Unterstützung wird als zu unflexibel wahrgenommen


➢ hohe Kosten für laufenden Betrieb und Weiterentwicklung
➢ Kritik durch die Benutzer der IT-Landschaft

7 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Herausforderungen

Bedenken der „Architektur-Konformität“ bei


Architekturentscheidungen und der Durchführung von IT-
Projekten
➢ Einbezug von IT-Architekten bei IT-Projekten auch in der Konzeptions-
und Auswahlphase

Möglichst weitgehende Vereinfachung der integrierten


Systemlandschaft, die auf prozess- und produktübergreifende
IT-Architekturen zielt!

9 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Ziele der IT-Landschaft

1. Gute Ausrichtung von Geschäft und IT (Alignment)


2. Adäquate Abdeckung der geschäftlichen Anforderungen
durch IT
3. Homogenität durch Standardisierung
4. Beherrschbarkeit
5. Akzeptanz, Transparenz und Verständlichkeit
6. Mächtigkeit
7. Wirtschaftlichkeit
8. Skalierbarkeit und Fähigkeit zur Evolution

10 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Grundelemente einer IT-Architektur

Knowledge & Internet


Connectivity
Layer KM CRM BW
Prozesse Organisation

Business
Layer
Office ERP … eMail

Planung und Design

Systemmanagement
Meta-Directory

Directory

Support
Web/Portal Services
IT-
Infrastruktur Operating System
Layer
Storage

LAN
WLAN

27 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Grundelemente einer IT-Architektur (2/2)

Häufig verwendete Grundbausteine zur Beschreibung einer IT-


Architektur:
□ Technologie-Architektur (IT-Infrastrukturen)
□ Anwendungsarchitektur (Applikations-Architekturen, typischerweise
als Business-Layer bzw. Knowledge-Layer im Schichtenmodell
abgebildet)
□ Geschäftsarchitektur (fachliche Architekturen, Prozesse)
□ Daten-/Informationsarchitektur

Idee: Systematisierung von IT-Architekturen anhand von


Schichtenmodellen

15 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


IT-Architekturmanagement
Architektur Organisation
Aufbau Kommuni Control-
Prozesse
Organ. -kation ling

Fachliche Laufzeit

Technologieportfolio
Architektur Architektur
Ausrichtung der IT Architektur
Funktionen Interface
-modell Architektur
Ziele der IT-Architektur
Prozess- Betriebs-
modell architektur
Architekturprinzipien
Security
Architektur

Applikations-Architektur
Anwendungslandschaft
Anw. Anw. Anw. Anw. Anw. Anw.
Struktur Struktur Struktur Struktur Struktur Struktur
Kosten/Budgets

28 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Architekturprinzipien

▪ Architekturprinzipien: Alle Grundsätze und Leitlinien, die


bei der Planung, der Umsetzung und beim Management der
Unternehmens- bzw. IT-Architekturen gelten sollen
▪ Wesentliche Architekturelemente:
□ Definition von Standards
□ Reduktion von Komplexität
□ Unterstützung von Auswahl- und Einsatzentscheidungen
▪ Auswirkung von Architekturprinzipien auf:
□ Planungsaktivitäten
□ Projekte (Auswahl und Steuerung des Projektportfolios)
□ unternehmensübergreifende Steuerungsarbeit (Steuerung des
Produkt-/Serviceportfolios, etc.)
▪ Beständigkeit der Prinzipien, keine Beeinflussung durch
Technologie- oder Produktwechsel
17 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann
Nutzen Enterprise Architecture Management

„Enterprise architecture management is the process of


translating business vision and strategy into effective enterprise
change by creating, communicating and improving key
principles and models that describe the enterprise’s future state
and enable its evolution.“

– Gartner Group

29 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Einordnung (2/2)

▪ Unternehmensarchitektur: Beschreibung der Strukturen


von Business und IT und deren Verknüpfung
▪ Business-Strukturen: Produkte, Prozesse, Organisation
▪ IT-Struktur: IS-Landschaft, technische Unterstützung,
Betriebsinfrastruktur

→Ganzheitliche Sicht auf das Unternehmen


→Ermöglicht schnelle und effektive Reaktionen
→ Wachsende Bedeutung
→ Abbildbarkeit komplexer IT-Landschaften
→ Transparenz, Verknüpfung Business <-> IT

37 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Ziele und Nutzen (1/2)

Transparenz erzeugen:
□ Zeitnahe und zielgruppengerechte Bereitstellung relevanter
Informationen für fundierte Entscheidungen

□ Systematische und überschaubare Darstellung der


Geschäftsarchitektur und IT-Landschaft

→ Erkennen und Verstehen von Zusammenhängen und Abhängigkeiten


→ Schaffen einer Kommunikationsbasis mit Business und Management
→ Vereinfachung von Dokumentationspflichten (z.B. SOX oder Compliance)
→ Unterstützt bei Projekten, Entscheidungen und Weiterentwicklungen

38 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Ziele und Nutzen (2/2)

Integrierte Gestaltung von IT-Landschaft und


Geschäftsarchitektur:
□ Ableitung der Soll-Geschäftsarchitektur und deren
Umsetzungsstufen aus der Unternehmensstrategie und den
Geschäftsanforderungen
Wirksame Steuerung der Weiterentwicklung von IT-Landschaft
und Geschäftsarchitektur:
□ Klare Zielvorgaben, Transparenz über Stand der Umsetzung
□ Integration d. Umsetzung in Planungs-, IT- und Entscheidungsproz.

→ Gestaltung der Soll-IT-Landschaft im Rahmen der IT-Bebauungsplanung


→ Schnellere und flexiblere Umsetzung von Business-Änderungen durch
geeignete IT-Infrastrukturen / Architekturen / Technologien

→ Reduzieren der IT-Kosten durch Nutzen technischer Standards

39 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Beispiel: Prozesse im EAM

Architektur-Informations- Kommunika-
und Komm.prozesse tionsplan
Architektur- Architektur-
Architektur-Controlling- Kennzahlen,
Dokumentations- Bewertungs-
prozesse prozesse
Prozesse Reports
Architektur-
Risikomanagement- Risikopläne
Prozesse
Architektur-
IT- Architektur-Innovations-
Masterplan;
Bebauungsplanung Prozesse / Investitionen Investitionsplan

IT-Servicemanagement IT-Services
Begleitende
Prozesse (mit
Architektur- Projekt-
IT- IT-Portfoliomanagement
unterstüztung) Portfolios
Strategie-
entwicklung
Masterplan-
Multiprojektmanagement
Umsetzung
Architektur- Architektur-
Architektur-Change- Bebauungs-
Entwicklungs- Anforderungs-
prozesse management
Prozesse plan

30 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Größere Kundenmacht

Höhere Kundenerwartungen und


Machtverschiebung
□ Kunden erwarten individuelle, integrierte, lebenszyklusorientierte
Produkte und Dienstleistungen.

□ Tendenz zu integrierten Dienstleistungen beobachtbar → erhöhte


Komplexität in den Unternehmensaktivitäten,

(Vollständige Reiseangebote statt Flugangebote)

→ Zusätzliche Kompetenzen benötigt.


→ Hohes Level an Integration und Orchestration zwischen Prozessen
notwendig.

33 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Outsourcing

Outsourcing als Möglichkeit der

Flexibilisierung im dynamischem Umfeld


□ Konzentration auf Kern-Aktivitäten (Beispiel: Call
Center)
□ Outsourcing → Unternehmenstransformation

(Anpassungen in vielen Unternehmensbereichen)

→ Detaillierte Bewertung der Implikationen des IT-Outsourcings notwendig.


→ Identifikation aller betroffenen Unternehmensbereiche und -prozesse.

34 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Innovationsdruck

Permanente Marktveränderungen führen

zu Anpassungen der Geschäftsmodelle


□ Permanenter Druck zu innovieren (Beispiel: Musikindustrie)
□ Innovationen von der Produktneueinführung über neue Markteintritte
bis zu neuen Geschäftsmodellen

→ Transparenz von Unternehmensaktivitäten haben wesentlichen Beitrag an


den strategischen Zielen

→ Bewertung der Aufwände für Innovationen

35 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Herausforderung: Business-IT-Alignement

Busine
ss

Business IT
definiert erlaubt
Anforderungen neue
Application
Möglich-
keiten
Status

ABC

I
T

36 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Fazit

▪ Ganzheitliche Sicht auf IT, Business und ihr Zusammenspiel


□ Zeitnahe und zielgruppengerechte Bereitstellung von relevanten
Informationen

□ Basis für die Kommunikation zwischen IT und Business


□ Instrumentarium für die Planung und Steuerung der
Weiterentwicklung von Geschäftsarchitektur und IT-Landschaft

▪ Aktuelle, vollständige und qualitativ hochwertige


Bebauungsdatenbasis ist Voraussetzung

▪ Nutzen so weit wie möglich quantifizieren und dem Pflegeaufwand


gegenüberstellen

43 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Zachman Enterprise Architecture Framework

32 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Zachman Enterprise Architecture Framework
(2/3)

▪ Das Zachman Framework


□ Identifiziert verschiedene Stakeholder eines Projekts
□ Spezifiziert deren Sichten (Zeilen der Tabelle)
□ Definiert verschiedene Informationstypen (Spalten)
THE ZACHMAN FRAMEWORK FOR ENTERPRISE ARCHITECTURE

WHAT HOW WHERE WHO WHEN WHY

DATA FUNCTION NETWORK PEOPLE TIME MOTIVATION

List of Things Important to List of Processes the List of Locations inWhich List of Organizations List of Events/Cycles Lists of Business Goals/
SCOPE the Business Business Performs the Business Operates Important to the Business Significant to the Business Strategies
{contextual} ?
Planner Entity = Class of Process = Class of Node = Major Business People = Major Time = Major Business Ends/Means = Major
Business Thing Business Process Location Organizational Unit Event/Cycle Business Goal/Strategy

e.g., Semantic Model e.g., Business Process e.g., Business Logistics e.g., Work Flow Model e.g., Master Schedule e.g., Business Plan
BUSINESS MODEL Model System
{conceptual}

Entity = Business Entity


Owner Relationship = Business Process = Business Process Node = Business Location People = Organization Unit Time = Business Event End = Business Objective
Relationship I/0 = Business Resources Link = Business Linkage Work = Work Product Cycle = Business Cycle Means = Business Strategy

e.g., Logical Data Model E.g., Application e.g., Distributed System e.g., Human Interface e.g., Processing Structure e.g., Business Rule Model
SYSTEM MODEL Architecture Architecture Architecture
{logical}

Designer Entity = Data Entity Process =Application Node = I/S Function


Relationship = Data Function (Processor etc.) People = Role Time = System Event End = Structural Assertion
Relationship I/O = User Views Link = Line Characteristics Work =Deliverable Cycle = Processing Cycle Means = Action Assertion

e.g., Physical Data Model e.g., System Design e.g., Technology e.g., Presentation e.g., Control Structure e.g., Rule Design
TECHNOLOGY MODEL Architecture Architecture
{physical}

Builder People = User


Entity = Segment/Table/etc. Process = Computer Function Node = Hdw/System Software Time = Execute End = Condition
Relationship = Pointer/Key/etc I/O = Data Elements/Sets Link = Line Specifications Work = Screen Formats Cycle = Component Cycle Means = Action

e.g., Data Definition e.g., Program e.g., Network Architecture e.g., Security Architecture e.g., Timing Definition e.g., Rule Specification
DETAILED
REPRESENTATIONS
{out-of-context}
Process = Language
Subcontractor Entity = Field Statement Node = Address People = Identity Time = Interrupt End = Sub-condition
Relationship = Address I/0 = Control Block Link = Protocol Work = Job Cycle = Machine Cycle Means = Step

FUNCTIONING
ENTERPRISE
e.g.: DATA e.g.: FUNCTION e.g.: NETWORK e.g.:ORGANIZATION e.g.: SCHEDULE e.g.: STRATEGY

4 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Perspektiven des Zachman Frameworks (1/2)

Zeile 1 – Strategischer Rahmen SCOPE


CONTEXTS
□ Strategen als Theoretiker Strategists as
Theorists
□ Fokus auf BUSINESS
□ Externe Anforderungen und Treiber CONCEPTS
Executive Leaders
□ Geschäftsfunktionsmodellierung as Owners

Zeile 2 – Geschäftskonzepte SYSTEM


LOGIC

WHERE
Architects as
Geschäftsführer als Eigentümer

WHEN
WHAT
HOW

WHO

WHY
Designers
□ Fokus auf TECHNOLOGY
PHYSICS
□ Geschäftsmodelle Engineers as

Zeile 3 – Systemlogik
Builders
COMPONENT
□ Architekten als Designer ASSEMBLIES
Technicians as
□ Fokus auf Implementers

□ Logikmodelle OPERATION
CLASSES
□ Anforderungsdefinition Workers as
Participants

33 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Perspektiven des Zachman Frameworks (2/2)

Zeile 4 – Technologie SCOPE


CONTEXTS
□ Ingenieure als Gestalter Strategists as
Theorists
□ Fokus auf BUSINESS
□ Physikmodelle CONCEPTS
Executive Leaders
□ Lösungsdefinition und –entwicklung as Owners

Zeile 5 – Applikationen SYSTEM


LOGIC
□ Techniker als Implementierer

WHERE
Architects as

WHEN
WHAT
HOW

WHO

WHY
Designers
□ Fokus auf TECHNOLOGY
□ Einsatz PHYSICS
Engineers as
□ Konfigurationsmanagement Builders

Zeile 6 – operative Umsetzung COMPONENT


ASSEMBLIES
□ Arbeiter als Teilnehmer Technicians as
Implementers
□ Fokus auf OPERATION
CLASSES
□ Unternehmensfunktionalität Workers as
□ Evaluation Participants

34 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Fazit Zachman Framework

▪ Beschreibungskonzepte zur geeigneten Darstellung von


vielfältigen Schnittstellen sowie deren Integration
▪ Verschiedene Sichten und Aspekte auf/von die/der
Unternehmensarchitektur
▪ Darstellung der Sichten als Zeilen (Detaillierungsgrad steigt
mit Tiefe der Zeilen)
▪ Darstellung der Aspekte als Spalten
▪ Kombinationen aller Zeilen- und Spalteneinträge ergeben die
Matrix = Gesamtbild auf das Unternehmen
Framework bietet keine Methode, Tools und Hilfestellung für
die unternehmensspezifische Konzeption und Einführung
8 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann
The Open Group Architecture Framework
(TOGAF)
▪ Zur Entwicklung unterschiedlicher Unternehmensarchitekturen
▪ Erstellung von Unternehmensarchitekturen auf Basis von
□ Beschreibungen vordefinierter Komponenten (Building Blocks)
□ Einem Vorgehensmodell

Quelle: traincanada.com

35 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


The Open Group Architecture Framework

▪ Vier Teilarchitekturen des TOGAF:


□ Business Architecture: Strategien, Governance, Organisation und
Geschäftsprozesse des Unternehmens
□ Data Architecture: Daten und deren Zusammenhänge sowie
Prinzipien für die Organisation und das Management der
Ressourcen im Kontext der IS-Landschaft
□ Application Architecture: Informationssysteme sowie deren
Beziehungen untereinander und zu Geschäftsprozesse
□ Technology Architecture: Aktuelle technische Realisierung und
zukünftige unternehmensspezifische technische Standards

→ Zusammenfassung der Data Architecture und Application


Architecture zur Information System Architecture

36 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


TOGAF-Dokumentation (1/5)

Part I: Introduction

Part II: Architecture Development Method (ADM)


□ Generische Methode zur Entwicklung eines
Unternehmensarchitektur

□ Betrachtet die acht Phasen des Lebenszyklus einer


Unternehmensarchitektur

□ Dokumentation von Zielen, Herangehensweise, Input, Aktivitäten


und Ergebnissen je Phase

11 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


TOGAF-Dokumentation
Prelim: Framework an
Principles A
Architecture
Vision
H
B
Architecture
Business
Change
Architecture
Mgmt.

G C
Implemen- Require- Information
tation ments System
Governance Architecture

F D
Migration Technology
Planning Architecture
E
Opportu-
nities and
Solutions

37 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


TOGAF-Dokumentation (3/5)

Part III: ADM Guidelines and Techniques


□ Hilfestellung für die Anpassung von TOGAF ADM
□ Material für die Architekturentwicklung

Part IV: Architecture Content Framework


□ Detailliertes Modell für die Entwicklung der
Unternehmensarchitektur
□ Core Content Metamodell: Content Meta Modell, Architecture
Artifacts, Architecture Deliverbles und Building Blocks
□ Erweiterungen für Governance-Aspekte, Services,
Prozessmodellierung, Datenmodellierung,
Infrastrukturkonsolidierung und Motivationsaspekte

13 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


TOGAF-Dokumentation (4/5)
Part V: Enterprise Continuum & Tools
□ Sammlung von Referenzbeschreibungen in grafischen Modellen
und Textdokumenten
□ Architecture Repository:
□ Ablage verschiedener Arten von Architekturergebnissen
□ Beinhalt Architecture Metamodel, Architecture Capability, Architecture
Landsscape, Standard Information Base (SIB), Reference Library und
Governance Log

Part VI: TOGAF Reference Models


□ Technical Reference Model (TRM) und Integration Information
Reference Model (IIRM)
□ TRM: Organisationsrahmen für die Einordnung von technischen
Standards
□ IIRM: Referenzarchitekturbeschreibung für die Integration von
Informationssystemen
14 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann
TOGAF-Dokumentation (5/5)

Part VII: Architecture Capability Framework


□ Strukturierte Definition von Organisation, Rollen, Skills und
Verantwortlichkeiten

□ Hilfestellung zur Identifikation der „richtigen“ Architekturbestandteile


entsprechend den Anliegen der relevanten Stakeholder-Gruppen

15 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Zusammenfassung

▪ Umfangreiches, generisch aufgebautes Enterprise


Architecture Framework
▪ Herzstücke:
□ Architecture Development Method
□ Architecture Content Framework
□ Architecture Capability Framework
▪ Gute Dokumentation des Entwicklungsprozesses von
Unternehmensarchitekturen
▪ Zu hohes Abstraktionsniveau für Ad-hoc-Anwendung in der
Praxis
▪ Keine konkreten Anleitungen (z.B. für Visualisierungen oder
die Bebauungsplanung)
24 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann
EAM-Prozesse

▪ Dokumentation von
Geschäftsarchitektur und IT-

Bebauungsplanung
Landschaft Doku-

Analyse
mentation
▪ Qualitätssicherung der
Bebauung Qualitäts-
sicherung
▪ Analyse der Bebauung
▪ Bebauungsplanung
▪ Steuerung der
Weiterentwicklungen Steuerung der Weiterentwicklung

IT-Strategie

Unternehmensstrategie

Quelle: Hanschke 2010

38 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Lebenszyklus der Dokumentation
Dokumentation
▪ Die Dokumentation sowie die Elemente der Bebauungsind
einem Lebenszyklus unterworfen
□ Initiale Erstellung der Dokumentation im Rahmen einer
Bestandsaufnahme
□ Zeitnahes Erfassen von Veränderungen in der IT-Landschaft
□ Entfernung und Archivierung nicht mehr aktueller Aspekte

▪ Initiale Dokumentation in relativ kurzer Zeit durchführbar


(i.A. wenige Monate)
▪ Pflege erfordert intensive Abstimmung mit vielen
Stakeholdern und eine Verankerung in der Organisation
→ Erstellen eines Pflegekonzepts

6 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Pflegekonzept (1/2)

▪ Enthält Modellierungsrichtlinien, regelt die Datenbereit-


stellung, Datenpflege sowie die Werkzeugunterstützung
→ Modellierungsrichtlinien:
□ Festlegung, welche Strukturen in welchen Granularitäten undin
welcher Form abzubilden sind
▪ Benennung von Kerndaten, erweiterten Daten und
Steuerungsgrößen für alle Bebauungselemente
□ Kerndaten: Beschreiben Bebauungselemente; z.B. Namen von
Geschäftsprozessen, Informationssystemen, techn. Bausteinen
□ Erweiterte Daten: Unternehmensspezifische Daten, die den
Bebauungselementen als Zusatzinformationen zugefügt werden
(z.B. Lines of Code für die Größe eines Informationssystems)

7 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Pflegekonzept (2/2)

□ Erweiterte Daten: Unternehmensspezifische Daten, die


den Bebauungselementen als Zusatzinformationen
zugefügt werden
(z.B. Lines of Code für die Größe eines
Informationssystems)
□ Steuerungsgrößen:
□ Unternehmensspezifisch und Maßgeblich für Unternehmens- und IT-
Steuerung
□ Beispiel: Wettbewerbsdifferenzierung von Geschäftsprozessen
□ Gegebenenfalls Einschränkung der Sichtbarkeit von Steuerungsgrößen

→ Festlegung der Modellierungsrichtlinien für alle Teilarchitekturen


der Best-Practice-Unternehmensarchitektur

8 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Datenbereitstellung

▪ Aspekte der Datenbereitstellung:


□ Datenherkunft
□ Prozesse
□ Verantwortliche für die Datenbeschaffung und Übermittlung
▪ Für alle Bebauungselemente und Beziehungen muss
ermittelt werden,
□ entlang welcher Prozesse,
□ von welchem Datenlieferanten und
□ wann und wie die Daten bereitgestelltwerden.

→ Ermittlung von Regeln im Rahmen welcher Prozesse und von wem


die jeweiligen Daten wann verändert werden

9 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Qualitätssicherung der Bebauungen
Qualitätssicherung

▪ Stellt sicher, dass Bebauungen und deren Beziehungen

zueinander bzw. zum Projektportfolio vollständig, aktuell,

qualitativ und entsprechend granular zur Verfügung stehen.

▪ Dies ist notwendig, da die Daten von unterschiedlichen

Datenlieferanten im Bezug auf Aktualität, Qualität und

Granularität stark voneinander abweichen

11 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Typische Qualitätsprobleme (1/2)

▪ Partielle Befüllung (Unvollständigkeit)


□ Involvierung vieler Organisationseinheiten in Business und IT
□ Keine Modellierungsrichtlinien und festgelegten Datenlieferanten
▪ Fehlende Aktualität
□ Keine oder verzögerte Bereitstellung durch die jeweiligen
Datenlieferanten (Mangelnde Organisation)
▪ Unsorgfältige Erfassung
□ Fehlende oder unqualifizierte Datenlieferanten oder
Bebauungsplaner
□ Mangelndes Interesse und unzureichende Zeit bei Datenlieferanten
oder Bebauungsplanern
▪ Keine Unterscheidung zwischen Ist- und Plan-Bebauung
□ Spezialfall der unsorgfältigen Erfassung
□ Vermischung von Projektdaten mit der aktuellen Ist-Bebauung

12 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Typische Qualitätsprobleme (2/2)

▪ Beziehungen zwischen Bebauungselementen unzureichend


gepflegt
□ Weiterer Spezialfall der unsorgfältigen Erfassung/partiellenBefüllung
□ Grund: Fehlende Verantwortlichkeiten für die Beziehungen zwischen
Bebauungselementen
▪ Keine abgestimmten Begriffe
□ Keine Abstimmung der Begriffe für Geschäftsprozesse oder
Geschäftsobjekte mit den Verantwortlichen
▪ Uneinheitliche Modellierung
□ Uneinheitliche Modellierung der Bebauungselemente und Beziehungen
(SOAetc.)
□ Keine, unzureichende, nicht eingehaltene Modellierungsrichtlinien
□ Uneinheitliche Modellierung von Querschnittsaspekten (SOA etc.)

13 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Qualitätssicherung: Zusammenfassung

▪ Eine explizite Qualitätssicherung und regelmäßige


Datenbereinigung sowie fortlaufende Optimierung sorgen für
eine höhere Qualität, Vollständigkeit und Aktualität der
Datenbasis

▪ Die Qualität der Entscheidungsfindung auf Basis von Daten


wird durch die Beschaffenheit der Datenbasis direkt
beeinflusst

14 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Analyse Analyse der Bebauungen

▪ Transparenz zu Auswirkungen und Abhängigkeitenvon


Veränderungen in Business IT
▪ Identifikation von Handlungsbedarf und Optimierungs-
potenzial sowie Ansatzpunkten für Tiefenbohrungen
▪ Darstellung der Analyseergebnisse mittels
aussagekräftigen und fragebezogenen Visualisierungen
□ Bebauungsplan-Grafik für Analyseergebnisse im Kontext Alignment
Business <-> IT
□ Beispielhafte Fragestellung (siehe nächste Folie): „Welche
Informationssysteme unterstützen die Geschäftsprozesse im
Vertrieb und Marketing für welche Kundengruppen?“

16 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Zusammenfassung Bebauungsanalyse (1/2)

▪ Aktuelle, vollständige und konsistente Dokumentation der


Geschäftsarchitektur und IT-Landschaft in einer
Bebauungsdatenbasis ist Voraussetzung für aussagekräftige
Analyseergebnisse
▪ Eine Analyse orientiert sich an Fragestellungen, die die
erforderlichen Strukturen und Visualisierungen bestimmt
▪ Beschränkung auf die wesentlichen, aktuell bekannten
Fragestellungen (Reduzierung desAufwands)
▪ Beschränkung auf Fragestellungen, die wiederholt benötigt
werden (Verhältnis von Aufwand und Nutzenwahren)

21 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Zusammenfassung Bebauungsanalyse (2/2)

▪ Festlegen, welche Visualisierungen welche Fragestellungen


beantworten sollen; genaue Beschreibung von
Visualisierungen und deren Beziehungen
▪ Gegebenenfalls Tiefenbohrungen durchführen (detaillierte
Informationen zur Fortsetzung der Analyse)
▪ Notwendigkeit einer komfortablen Werkzeugunterstützung
für Analyse und grafische Visualisierung (Verhältnis von
Aufwand und Nutzen wahren)

22 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Bebauungsplanung Bebauungsplanung

Gesamt- oder ausschnitthafte Gestaltung des Ziel-Zustands


(Soll) und dessen Umsetzungsplanung (Plan) für eine oder
mehrere Teilarchitektur. Dokumentation
der aktuellen Strategische
Vorgaben aus
Bebauung
Business & IT
Aktuell
Projekte,
Organisationsentwick Plan i + 1
Geschäfts-
lungs- und Plan i anforderungen
Wartungsmaßnahme
n zur Umsetzung der Plan
Plan-Bebauung

G es t a l t ung
Gestaltung

A na l ys e
der Soll-
Bebauung
G es t a l t u n g

Ableitung
A n al ys e

Soll
der Plan-
Bebauung
Ziel-Landschaft
Als Vision

Quelle: Hanschke2010

24 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Ablauf Bebauungsplanung (1/2)

▪ Weiterentwicklung von Geschäftsarchitektur & IT-


Landschaft
□ in einem kontinuierlichen Prozess

□ aus der Dokumentation der aktuellen Bebauung,


□ Gestaltung der Soll-Bebauung

□ und Ableitung der Plan-Bebauung

▪ Identifikation von Handlungsbedarf und Optimierungs-


potentialen des Ist-Zustandes
▪ Erfassung der Geschäftsanforderungen als weiteren Input
für die Soll-Bebauung

25 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Ablauf Bebauungsplanung (2/2)

▪ Erarbeitung alternativer Soll-Bebauung


▪ Planung machbarer und überschaubarer
Umsetzungsschritte zur Überwindung der Ist-Soll-Lücke
▪ Moving Target: Berücksichtigung von veränderten
Geschäftsanforderungen oder Rahmenbedingungen
Geschäftsanforderungen

Soll Plan i = Soll

Plan + 1

Aktuell Plan

IT -S tra te g ie

U n t e r n e h m ensstrategie
Quelle: Hanschke2010

26 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Steuerung und Weiterentwicklung
Steuerung und Weiterentwicklung
▪ Schaffen von Transparenz über Fortschritt in der Umsetzung
▪ Integration in die Planungs-, IT- und Entscheidungsprozesse

▪ Kontrolle des Umsetzungsstatus durch Plan-Ist-Abgleich


Plan-Ist-Abgleich:
□ Vergleich von (Projekt-) Ergebnissen mit der Planung
□ Synchroplan definiert Kontrollpunkte bzw. Meilensteine
□ Synchroplan visualisiert Änderungen in der fachlichen, IS-,
technischen und Betriebsinfrastruktur-Bebauung (bspw. durch
fachliche Cluster-Grafik, Bebauungsplan-Grafik, Cluster-
Informationsfluss-Grafik und Portfolio-Grafik)

28 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Bebauungsplaner

▪ IT-Architekt:
□ Verantwortlich für die technische Bebauung

Geschäfts- Management der


architektur .… Geschäftsarchitektur

IS-Landschaft
& deren …. IT-Bebauungsmanagement
Verknüpfungen

Blueprint .… Technologie-Management

Quelle: Hanschke2010

33 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Nutznießer (1/3)

▪ Größtenteils qualitativer Nutzen durch EAM


▪ Quantitativer Nutzen (z.B. Automatisierung von Abläufen)
nur schwer messbar
➢ Rechtfertigung von EAM durch Ermitteln potentieller
Nutznießer und ihrer Anliegen
▪ Unternehmensführung
□ Unternehmensziele vorgeben
□ Status-Informationen zum Geschäftsbetrieb und Umsetzung vonder
Unternehmensziele einholen
▪ CIO und IT-Verantwortliche
□ IT in ihrem Zusammenspiel mit dem Business strategischplanen
und steuern
□ IT-Ziele vorgeben und deren Einhaltung prüfen
□ Handlungsbedarfe und Optimierungspotentiale identifizieren

34 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Nutznießer (2/3)

▪ Projektportfolio-Controller
□ Transparenz schaffen
▪ IT-Strategen
□ Analyse- und Planungsinstrumentarium für die strategische
Weiterentwicklung der IT-Landschaft
▪ Business-Planer
□ Das zukünftige Geschäftsmodell festlegen
▪ Projektleiter
□ Anhaltspunkte für Tiefenbohrungen schaffen
▪ Business-Verantwortliche
□ Geschäftsanforderungen vorgeben und deren Umsetzung prüfen
□ Handlungsbedarfe und Optimierungspotentiale identifizieren
□ Auswirkungen und Abhängigkeiten von Änderungendefinieren

35 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Nutznießer (3/3)

▪ IS-Verantwortliche
□ Die Dokumentationspflichten vereinfachen und wertvollen Input für
die Wartung der Informationssysteme (z.B. Schnittstellen-

Informationen beschaffen)

▪ Infrastruktur-Architekten
□ Auswirkungen von Änderungen im Business und in der IS-
Landschaft für die Infrastruktur transparent machen

□ Vorgaben sowie Anforderungen aus dem Business wie z.B.SLA-


Anforderungen als Rahmenbedingungen für die Infrastruktur-
Planung verwenden

36 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Datenlieferanten

▪ Liefern Detaildaten zu einzelnen Bebauungselementen


(z.B. Informationssysteme)

▪ Besitzen keine Gesamtsicht


▪ Liefern detaillierte Beschreibungen zu den
Informationssystemen und Schnittstellen inkl. detaillierter
Eigenschaften wie z.B. Herstellerdaten oder
Verantwortlichkeiten

37 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Integration des EAM-Pflegeprozesses in
bestehende Prozesse (1/3)

▪ Die Pflege der aktuellen Bebauung (Ist und Plan) sollte in


das Projektportfoliomanagement und die Projektabwicklung
integriert sein
▪ Aktualisierung der Ist- bzw. Plan-Bebauung zu fest
definierten Zeitpunkten im Rahmen der Projektabwicklung
oder spätestens bei Inbetriebnahme
▪ Zeitnahe Dokumentation der Ergebnisse des
Projektportfoliomanagements → Plan-bebauung hinreichend
aktuell halten
▪ Veränderungen im Rahmen der Wartung und Pflege zu fest
definierten Zeitpunkten entlang des Wartungsprozesses oder
spätestens bei Inbetriebnahme

38 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Inhalte der Vorlesung
IT-Strategie

IT-Organisation

IT-Architekturmanagement

IT-Sicherheit/-Recht

39 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


IT-Sicherheit

▪ Schutz von Organisationen gegen Bedrohungen


▪ Umfasst die Sicherheit der IT-Systeme
▪ Schutzziele:

1. Vertraulichkeit
□ Schutz der Daten vor Unbefugten

2. Integrität
□ Erhalten der Unversehrtheit der Daten

3. Verfügbarkeit
□ Ermöglichen der Nutzung der Daten

40 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Datenschutz

▪ Recht auf informationelle Selbstbestimmung (BVerfG)


□ Recht, über Erhebung und Verarbeitung der eigenen Daten selbst
zu entscheiden
▪ Konkretisiert durch Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)
▪ Einschränkung des Datenschutzes durch die DSGVO:
□ Verarbeitung der Daten durch Dritte (Unternehmen) erlaubt, wenn:
• Daten öffentlich zugänglich sind
• Diese zur Erfüllung von Vertragspflichten notwendig sind
• Einwilligung Seitens des Betroffenen vorliegt

▪ Unternehmen in der Pflicht: Privacy by Design


□ Technische und organisatorische Maßnahmen zur Stärkung des
Datenschutzes
□ Konkret: Schutz der Daten vor Verlust und Manipulation
□ IT-Security

6 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Ausgangslage

Anzahl an Problemen steigt mit dem Ausmaß, in dem ein


Unternehmen Geschäftsprozesse IT-gestützt realisiert.

1. Steigende Dynamik und Abhängigkeiten

2. Zunehmende Öffnung nach außen

3. Erhöhtes Missbrauchspotenzial

Bedeutung der IT-Sicherheit steigt mit der Durchdringung des Unternehmens


durch die IT.

41 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Quellen der Sicherheitsvorgaben

Unternehmensinterne Rechtliche Vorgaben Unternehmensexterne


Regelwerke Regelwerke
Richtlinien Gesetze und Kodizes
Rechtsverordnungen
Hausstandards Rechtsprechung Normen
Verfahrensanweisungen Verwaltungsvorschriften Branchenstandards
Service-Level-Agreements Referenzierte Regelwerke Verbandsstandards
… Verträge …

Rechtsvorschriften bzgl. IT-Security sind nicht in einem Gesetz


zusammengefasst, sondern verteilen sich auf eine Reihe von Gesetzen und
Richtlinien.

42 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Erstellen eines Sicherheitskonzepts

• Physisch
Auswahl der IT- • Organisatorisch
Sicherheitsmaßnahmen • Personell
• IT-bezogen

• Akzeptieren Restrisiko
• Ergreifen weiterer Maßnahmen
Risikoakzeptanz • Abwälzen des Restrisikos
(Versicherungen)

• PC-Sicherheitspolitik
Erstellen von • Netzsicherheitspolitik
Systemsicherheitspolitiken • Internetsicherheitspolitik
• …
• Prioritätenplan
Erstellen des IT- • Ressourcenplan
Sicherheitsplans • Zeitplan
• Festlegung Kontrollmechanismen

43 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Sicherheitsstandards

▪ Standards für das IT-Sicherheitsmanagement versprechen


Effektivität
▪ Fünf Gruppen von IT-Sicherheitsstandards:
1. Gesetze und Vorschriften mit Bezug auf die IT-Sicherheit
(DSGVO, KonTraG, SOX/Euro-SOX etc.)
2. Normen und technische Richtlinien für einzelne
Sicherheitstechnologien (VDI/VDE-Normen, PCI-DSS etc.)
3. Standards für Managementsysteme der Informationssicherheit
(ISMS, ISO 27001, BSI-Grundschutz etc.)
4. IT-Standards, die den Aspekt IT-Sicherheit enthalten
(Cobit, ITIL etc.)
5. Standards zur Evaluierung von IT-Sicherheit
(Common Criteria, CMM etc.)

14 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


DSGVO

▪ Erster Entwurf: Januar 2012


▪ Finaler Text: Dezember 2015
▪ Inkrafttreten: Mai 2016
▪ Anzuwenden ab: 25. Mai 2018

▪ Hierarchische Eingliederung:

DSGVO

Richtlinie
BDSG TKG
96/46/EG

45 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Grundsätzliche Veränderungen

Zweckbindung
• Daten dürfen nur zu dem Zweck verwendet werden, der eindeutig festgelegt wurde

Marktortprinzip
• Sobald Waren oder Dienstleistungen in der EU angeboten wurden, fallen diese unter die
DSGVO
Privacy by Design
• Verarbeitungstechnik muss von vorneherein auf Datenschutz ausgelegt sein

Privacy by Default
• Organisatorische Maßnahmen zur Einhaltung des Datenschutzes müssen gegeben sein

Einwilligung
• Einfache Verständlichkeit
• Hinweis auf die Rechte der Verbraucher
• Transparenz: Hinweis, welche Daten für welchen Zweck erhoben wurden und mit wem
diese Daten geteilt werden

17 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Veränderung – Verbraucher

Recht auf Widerruf


• Einzelne Klauseln der Einwilligung können widerrufen
werden

Recht auf Löschung


• Daten müssen auf Wunsch nach Widerruf gelöscht werden

Recht auf Datenübertragbarkeit


• Daten müssen auf Wunsch an Verbraucher geschickt
werden
Transparenz durch Mitteilungspflicht
• Alle Empfänger der Daten müssen dem Verbraucher auf
Wunsch mitgeteilt werden

18 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Veränderung – Unternehmen

Führung eines Verzeichnisses


• Pflicht zur Führung eines Verzeichnisses aller
Datenverarbeitungstätigkeiten

Dokumentationspflichten und Folgenabschätzung


• Pflicht zur Dokumentation und Datenschutzabschätzung

Vorgaben für Datenschutzerklärungen


• Erweitertet Vorgaben für Datenschutzerklärungen auf Webseiten

Datenportabilität
• Pflicht zur Portabilität sämtlicher Daten auf Anfrage

Vergessenwerden
• Recht auf "Vergessenwerden" von Nutzerdaten

Sanktionierung

19 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Sanktionierung

Leichte Ordnungswidrigkeit (Verstoß Schwere Ordnungswidrigkeit


gegen ...)

Anonymisierungsgebot Verstoß gegen Grundsätze der


Datenverarbeitung
Pflichten als verantwortliche Stelle Verstoß gegen Rechtmäßigkeitsgebot
Pflichten als Auftragsverarbeiter Unzulässige Verarbeitung besonderer
Kategorien personenbez. Daten
Zertifizierungsvorschriften Verarbeitung ohne Einwilligung

Bußgeld bis 10 Mio. € oder 2 % des Bußgeld bis 20 Mio. € oder 4 % des
weltweit erzielten Jahresumsatzes weltweit erzielten Jahresumsatzes

20 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Rechtsquellen

Verwaltungs-
Zivilrecht recht

IT-Recht

Strafrecht

44 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Verwaltungs

Zivilrecht
-recht

IT-Recht

Strafrecht

▪ Regelt Haftung bei Datenverlust/-diebstahl


▪ Beispiel:
□ Identitätsdiebstahl, Ware bestellt
□ Unternehmen haftet, wenn Identität nachweislich geklaut wurde
▪ Datenschutz (DSGVO, TMG)
□ DSGVO: Regelt Datenerhebung, Veränderung und Weitergabe von
privaten Stellen
□ TMG: Spezifiziert Datenschutz in Bezug auf Internet
▪ IT-Vertragsrecht
□ Im Vgl. zu normalen Kaufverträgen erfolgt bei Softwarezusätzlich
die Einräumung des sogenannten Nutzungsrechts
□ Besonderheit: Softwareerstellungsverträge bei nicht-standardisierter
Software

22 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Verwaltungsrecht
Zivilrecht

IT-Recht

Strafrecht

▪ Regelt den Datenaustausch zwischen öffentlichen Stellen


und Privatpersonen

▪ Überschneidungen mit DSGVO


□ Schränkt Datenerhebung durch öffentl. Stellen ein
□ Daten dürfen nur gespeichert, verändert und genutzt werden,wenn
diese der Erfüllung des Zwecks der Stelledienen

▪ Beispiele:
□ „Bundestrojaner“
□ Meldewesen

23 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Verwaltungs

Strafrecht
Zivilrecht -recht

IT-Recht

▪ StGB:
□ Ausspähung von Daten (g202a)
□ Computersabotage (g303b)
□ Datenveränderung (g303a)
□ Betrug
□ Diebstahl

▪ Weitere Tatbestände:
□ Urheberrechtsverletzung (UrhG)
□ Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen (UWG)
□ Datenschutzverletzungen (DSGVO)

24 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


IT-Governance & IT-Compliance

▪ Geringe Aussagekraft der lexikalischen Übersetzungen von


„Governance“ und „Compliance“
□ Governance: Organisation, Kontrolle
□ Compliance: Einhaltung der Gesetze

→ Bedeutung für das IT-Management?

Governance,
Compliance

?
IT-Management

25 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


IT-Governance

▪ Zentrale Organisation, Steuerung und Kontrolle des IT-Einsatzes im


Unternehmen durch Personen in der Unternehmensführung

▪ Konsequente Ausrichtung der IT-Prozesse, IT-Architekturen und IT-


Projekte bzw. IT-Investitionen an Unternehmensstrategie und
resultierenden Geschäftsfeldern und Geschäftsprozessen

▪ Unverzichtbarkeit der Zusammenarbeit von „Strategen“ bzw. Planern und


„Umsetzern“ auf der Tagesgeschäftsebene

▪ Ableitung von Standards und Vorgaben der IT-Governance ausder


Corporate Governance des Unternehmens

IT-Governace ermöglicht Entwicklung, Auswahl und Implementierung von IT-


Lösungen im Sinne der ganzheitlichen Betrachtung des Unternehmens.

26 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


IT-Compliance

▪ IT-Compliance als Zustandsbeschreibung: Nachweisliche


Einhaltung aller die IT des Unternehmens betreffenden und
verbindlichen Vorgaben

=Compliance

enthält erfüllt
Regelwerk Vorgabe Maßnahme

Bsp.: Bsp.: Bsp.:


Zugriffskontrolle Datenzugriff hat Einführung eines
nach Artikel 32 auf Basis von Identity
Absatz 4 Zugriffsberechtigu Management
DSGVO ngen zu erfolgen Systems

28 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Geschäftsregeln Compliance-Anforderungen

4 Formen von Geschäftsregeln für die Einhaltung von


Compliance-Anforderungen:
Kontrollfluss-Regeln: Regeln bzgl. des Kontrollfluss / Ablaufs von Prozessen
(Reihenfolge von Aktivitäten, Existenz bestimmter Aktivitätenusw.)
Temporale Regeln: Regeln bzgl. zeitlicher Abfolge oder Einschränkungen (maximale Zeit für
Anfragenbeantwortungen usw.)

Ressourcen-Regeln: Regeln bzgl. der Nutzung von Ressourcen (Autorisierungsregeln für IT-
Systeme, Trennung von Verantwortlichkeiten in Prozessen usw.)

Geschäftsobjekt-Regeln: Regeln für Daten-Nutzung (Business-Objekte) während des Prozesses


(z. B. Regeln zur Überprüfung bestimmter Kreditbetragsgrenzen)

„If you think compliance is


expensive – try non-compliance“
Roth(2007)

30 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Beispiel Klausuraufgaben

Achten Sie auf die Operatoren:


• Skizzieren = Zeichnen des ARIS Frameworks
• Beschreiben = schriftliche Ausarbeitung des Frameworks
• Erläutern = Einordnen in den Kontext des EAM

Achten Sie auf die Operatoren:


• Nennen = Aufzählung der Klassen

46 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Das Beste zum Schluss

▪ Klausur am 31.07. von 14:30 bis 15:30 Uhr, Hörsaal 004


Zentrales Seminar- und Hörsaalgebäude

47 IT-Management – Prof. Dr. Axel Winkelmann


Prof. Dr. Axel Winkelmann

Lehrstuhl für BWL und Wirtschaftsinformatik


Postanschrift:
Josef-Stangl-Platz 2 (2. OG)
97070 Würzburg

Derzeit zu finden am:


Paradeplatz 4
http://www.wiwi.uni-wuerzburg.de/lehrstuehle/wiinf2/
http://www.facebook.com/lehrstuhl.winkelmann