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SIEBENBÜRGEN ALLTAG

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EHE UND FAMILIE;
KLEIDUNG;
KÜCHE UND KELLER

Siebenbürgen oder Transylvania ist eine Region in Rumänien, die in der Bergregion der
Karpaten liegt und durch ihre bewegte Geschichte gekennzeichnet ist.
Sieben Stühle Zwei Stühle
Broos (Orăştie) Mediasch (Mediaş)
Mühlbach (Sebeş) Schelken (Jeica)
Reußmarkt (Miercurea Sibiului) Nösnergau (Ţara Năsăudului)
Hermannstadt (Sibiu) Bistritz (Bistriţa)
Leschkirch (Nocrich) Burzenland (Ţara Bârsei)
Großschenk (Cincu) Kronstadt (Braşov)
Schäßburg (Sighişoara)
Reps (Rupea)

Die Siebenbürger Sachsen sind eine deutschsprachige Minderheit im heutigen Rumänien.


Sie stammt aus dem Landesteil Siebenbürgen und ist die älteste noch existierende deutsche
Siedlergruppe in Osteuropa.
Die Siebenbürger Sachsen besitzen viele interessante Bräuche. Die Bräuche im Kreislauf
des Lebens beziehen Geburt, Taufe, Konfirmation, Verlobung, Hochzeit, Tod und Begräbnis mit
ein.
Das Geburt ist ein besonderes Moment des Lebens: die Omtfrā (die Hebamme) begrüßte
das Kind mit den Worten Wir haben einen Jungen, einen Soldaten (ein Mädchen). Dann kommen
zum Taufschmaus alle Freunden und Nachbarn und diese helfen mit Geräten und Liebesgaben
den neuen Eltern. Für die Herkunft eines kleines Kindes hat die Hebamme eine sehr lustige
Antwort für die Kinder: die Jungen werden vom Birnbaum und die Mädchen vom
Pflaumenbaum gepflückt.

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Das Gevatter spielt eine sehr wichtige Rolle in eines Kindes Leben. Dem ersten Kind
wurde meistens der Name des Vaters und dem Mädchen jener der Mutter eingegeben. In der
Stadt bekommen die Kinder seit der 20 Jahrhunderts moderne Namen.
Die Taufe behält die altsächsischen Sitten. 14 Tagen nach der Geburt des Kindes, an
einem Sontag, erscheinen die Patinnen im Taufhaus, um den förmlichen Eingruß in die
Gevatterschaft zu begrüßen.
Für das Festschmaus kommen die Verwandten und Nachbarn mit Eier, Butter, Hühner
und sie kochen Hühnernudelsuppe, Braten, Hefeteig und auch Obst und Gemüse. Weil die Mutter
noch nicht imstande ist, selber zu kochen, kümmern sich die Nachbarinnen darum uns sie
schicken zubereitetes Essen und Wein zur Stärkung. Die Männer sitzen nach Alter und Würde an
einem anderen Tisch und der älteste Verwandte begrüßt die Gäste.
Nach ein paar Jahren, als die Kinder schon erwachsen sind, gehen sie immer zur
Schule, oft mit dem kleinen Bruder oder der kleinen Schwester an der Hand, und sich während
des Unterrichts um sie kümmeren. Zuvor mussten die Kinder auch nach der Rückkehr aus der
Schule im Haus und auf dem Feld arbeiten.
Die alte Kinderspiele sind auch heutzutage sehr interessant. Einige Beispiele sind
Ringelreihen, Krigsspiele (Türken und Tattern), Spiele mit Trommel und Trompeten, Trudenfuß,
usw.
Mit 14 Jahren wurden die Mädchen in die Schwesterschaft und mit 15 wurden die
Jungen in Bruderschaft aufgenommen. Die beliebteste Lustbarkeit der Schwester- und
Bruderschaft war der Tanz, wo alle Mädchen und Jungen zusammentrafen im Sommer. Diese
Formel der Bruderschaft finden wir auch heute in den Dörfern.
Im Laufe der Jahrhunderte war Die Eheschliessung nicht nur ein Bund zwischen zwei
Verlobten, sonder auch zwischen zwei Familien, den die Eltern hatten ein entscheidendes Wort
mitzusprechen. Am meistens in den Dörfern heiratete der Hof den Hof und der Weinberg den
Weinberg. Ob die Eltern einverstanden waren, kam der Bursche mit einem Verwandten in Besuch
bei den Eltern des Mädchens. Nachdem er eine positive Antwort bekommen hatte, besuchte er
sein Vater am nächsten Tag und bat um ein Versprechen. Die Antwort wurde mit einem
Wortmann geschickt, der mit den Eltern des Mädchens sprach und ihren Entschluß durch
Handschlag erfüllt. Der nächste Schritt war das Verlobung (Breoktmāchen), das bei den

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Verwandten des Bräutigams gefeiert wurde. Es folgte das Handgels, der Kauftrunk (Almesch)
und der Ringwechsel.
Heute, nach der Verlobung muss der Bräutigam, unter drei verkleideten Frauen seine
Braut erkennen. Die Einladung von Verwandten, Nachbarn und Freunde erfolgt.
Vor nicht allzu langer Zeit arbeiteten Mädchen und Frauen im Hochzeitshaus, backten
und kochten die Hochzeitskuh, die Hühner, und der Kohl wurde geschnitten. Ein anderer Brauch
war die Bidderknechte, als die Jungs am Dienstagmorgen in den Wald gingen zum Hochzeitsholz
zu bringen . Hier fällten sie einen Baum, aßen und tranken. Dienstagabend begann der
Hochzeitsabend (Sheiwomt), an dem nur die Hochzeitsgäste die Braut feierten. In anderen
Dörfern versammelten sich nur die Männer im Haus der Braut und gingen getrennt zur Kirche.
Nach der Hochzeit trafen sie sich im Haus des Bräutigams. Oft ging die Braut mit ihren
Brautjungfern zur Hochzeit. In Süd-Siebenbürgen tanzte jeder Hochzeitsgast eine Runde mit der
Braut. Die Braut wurde nach mitternacht am Jungfrauentag geraubt, um diese von bösen Geister
zu schützen.
Am dritten Hochzeitstag, am Freitag, wurde nur mit der Familie oder mit engenen
Freunden gefeiert. Die mädchen hängen am Rocken Blumen, Äpfel uns Nüsse, Symbole des
Lebens und Fruchtbarkeit. Aber die Nachbarschaft spielte eine sehr wichtige Rolle und sie waren
eine große Hilfe für die Sicherheit von Haus und Hof. Die Nachbarschaft hat heute noch eine
institutionelle Rolle, die die Gepflogenheiten pflegt.
Über den Tod erzählt man lustige Geschichten in Siebenbürgen: der Tod wohnt in einer
tiefen Höhle, in der so viele Lichter brennen, als Menschen auf der Erde leben. Beginnt das Licht
eines Menschen zu flackern, nimmt es der Tod und eilt an sein Krankenbett. Nachdem ein
Mensch gestorben ist, schließt man alle Fenster und Türen, um die Seel nicht zu verschwinden.
Dann kommen die Vorbereitungen zum Begräbnis: diese werden als eine Zeremonie
kennzeichnet. Die Männer werden mit dem Bräutigamshemd, schwarze Jacke und Marderhut
gekleidet, die Mädchen tragen die Brautkrone und auch Volkskleider. Der Pfarrer versprach eine
schöne Leichenpredigt. Beim Tod eines Mannes lautet eine große Glocke, bei eines Mädchens
die mittleren Glocher und eines Kindes die kleine Glocke. Die Sitten in Siebenbürgen war, die
Toten mit reichem Schmuck und Kleidung in den Sarg zu legen.
Bis Ende des 18. Jahrhunderts fand das Begräbnis am nächsten Tag statt, aber dann
wurde auch auf 48 Stunden nach dem Ableben festgestellt. Beim Friedhof wird nach den

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Einsegnungsworten von Nachbarn und Familie das Abdanken (Uedonken) gesagt. Vom Friedhof
gehen alle in das Totenhaus zum Tränenbrot (Trēnebriut) zurück, wie sie heute beim Totenmahl
sich eintreffen. Früher begrub man die Toten auf dem Platz um die Kirchen, und heute kann man
diese Bräuche auch in einigen Dörfern finden.
Siebenbürgen ist ein trachtenreiches Land. Die Kleideung und Volkstracht der
Siebenbürger beschenken Fragmente ihrer Geschichte und Schönheit. Die Tracht der
Siebenbürger Sachsen ist vor allem in den ländlichen Gebieten bis in unsere Gegenwart
weitgehend lebendig geblieben. In der Tracht der Siebenbürger Sachsen kommt besonders das
stark ausgeprägte Gemeinschafts- und Traditionsbewusstsein der Dorfbevölkerung zum
Ausdruck. Obwohl die deutschen Volkstracht hat die Schleier, Bockelnadel, Heftel und
Spangengürtel verloren, die Siebenbürger haben diese bis heute erhalten. Die Bockelnadel sind
mit Edelsteinen oder schillerndem Glas geschmuckt. Um die Kleider zu schmucken, wurde
vergoldeten Silber, Edelsteine wie Türkis, Bergkristalle, Topas und Perle benutzt.
Wir erfahren auch etwas über die zarten Handarbeiten der sächsischen Frauen und die
Stickereien an Hemd, Kopftuch, Schürze, usw. Wenn ein Mädchen größer wird, trägt sie auf dem
Kopf ein geblümtes Stirnband und in die Schwesterschaft trägt den Borten, den nur eine Jungfrau
tragen dürfte. Am Tag der Hochzeit erscheint erstmals die Frau mit der Frauenhaube. Sobald ein
Junge in die Schule geht, erhält er sein Sonntagskleid, Stiefeln, dunkle Hose, weißes Hemd,
dunkle Weste und später kurzen Rock. Im Winter tragen die Burschen schwarze Pelzmütze und
Pelzchen.
Die siebenbürgische Küche bringt Spezialitäten. Die Siebenbürgische Küche basiert auf
dem im siebenbürgischen Becken angebauten Getreide, vor allem Roggen, Mais und Weizen,
und den Kartoffeln hauptsächlich im Burzenland angebaut. Gemüseanbau wird hauptsächlich in
den Gemeinden in der Nähe von Städten; Obst- und vor allem Weinbau wird im Kokel-Hochland
betrieben. Bei der Viehzucht spielen Rinder und Schweine die wichtigste Rolle. Die sächsische
Küche war von den Essgewohnheiten der in Siebenbürgen lebenden Rumänen und Ungarn
beeinflusst. Der Mais ist ein belibtes Nahrungsmittel, der meistens in Dörfern als aus Maismehl
gekochter Brei, wie Mămăligă bei Rumäner, an viele Festen und Gelegenheiten gegessen wurde.
Sehr oft essen sie Kartoffeln, in verschiedenen Formel, von Pellkartoffel, Sterz, Bratkartoffeln
oder Kartoffelpüree bereitet. Typisch für die siebenbürgische Küche ist ein dunkles Graubrot,
welches lange geknetet werden muss, manchmal zusätzlich mit Kartoffeln angereichert. Diese

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werden in großen Laiben gebacken und als Schmalzbrot mit Salz, Pfeffer und Zwiebeln
gegessen. Kennzeichnend für die siebenbürgische Küche sind auch saure Suppen, und für die
Siebenbürger Sachsen Fleischsuppen mit Fruchteinlage (Pflaumensuppe, Weinbeerensuppe,
Rhabarbersuppe etc.) oder Mehlspeisen. Sie trinken gern Wein- hauptsächlich Weißwein. Aus
dieser Region kommen die besten Weißweine mit fruchtig milden Aroma. Auch, trinken sie
Schnaps und feiern gern mit Freunden und Familie.

LITERATURVERZEICHNIS

Göllner, Carl – Im Kreislauf des Jahres, Kriterion 1987


http://www.siebenbuerger.de – Essen und Trinken
http://www.siebenbuerger.de/portal/land-und-leute/essen-trinken/
http://de.wikipedia.org/wiki/Siebenb%C3%BCrgische_K%C3%BCche - Siebenbürgische Küche
http://de.wikipedia.org/wiki/Siebenb%C3%BCrgen – Siebenbürgen
http://www.sibiweb.de
https://povestisasesti.com/