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Grundlagen der Mess- und Automatisierungstechnik 1 (WS 2019/20)

5. Rechenübung: 2. und 3. KW
Dynamische Charakterisierung von Übertragungsgliedern nullter und
erster Ordnung.

Hinweis: Benutzen Sie für die Lösung der nachfolgenden Aufgaben auch das im
Netz verfügbare Skript ,,Statische und dynamische Charakterisierung von Mess-
gliedern“

Aufgabe 1L: Direktgravimetrischer Partikelmasse-Sensor


Das Messprinzip eines direktgravimetrischen Partikelmasse-Sensors folgt dem Prinzip ei-
nes einseitig eingespannten und elektromotorisch angeregten Federpendels. Das Federele-
ment wird durch ein hohles Metallröhrchen mit dem Außendurchmesser R und dem Innen-
durchmesser r gebildet. Dieses Federelement wird über eine Aktorspule magnetisch zu
Eigenschwingungen der Frequenz fSystem angeregt. Eine Sensorspule registriert die
Schwingungen des Federpendels. Am freien Pendelende befindet sich eine auswechselbare
Filterpatrone, in der sich die durch den Probenentnahmeschlauch (mit vorgeschaltetem
Filter) einströmenden Partikel ablagern. Dadurch scheidet sich über die Zeit in der Filter-
patrone die wirksame Gesamtpartikelmasse mp ab, wodurch sich die Eigenfrequenz des
Federpendels zu fw ändert.

a) Betrachten Sie das einseitig eingespannte Röhrchen als Biegebalken der Länge L , an
dessen Ende eine Kraft F quer zum Balken wirkt. Bestimmen Sie die Eigenfrequenz
des Federpendels fSystem , d. h. die Frequenz des schwingungsfähigen Systems der
Masse msystem ohne Ablagerung von Partikeln. Hinweise: Der Elastizitätsmodul E und
das Flächenträgheitsmoment I seien bekannt. Die Durchbiegung des Balkens kann im
Rahmen des Modells eines Federpendels als dessen Auslenkung interpretiert werden.
b) Wie bestimmt sich die angelagerte Partikelmasse mp , wenn die zugehörige Frequenz
fw gemessen wird. Hinweis: Für die Ermittlung des Flächenträgheitsmomentes wird
die Schnittfläche durch das Röhrchen als Kreisringfläche betrachtet.
c) Wie ändert sich in linearer Näherung die Frequenz bei Ablagerung ( x a = ∆fw ) in Ab-
hängigkeit von der sich anlagernden Partikelmasse ( x e = ∆mp )? Als Arbeitspunkt ist
die Eigenfrequenz des Federpendels zu betrachten. Welcher Typ eines Übertragungs-
gliedes ergibt sich mit welchen Kenngrößen?

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5. Rechenübung: 2. und 3. KW
Dynamische Charakterisierung von Übertragungsgliedern nullter und
erster Ordnung.

Aufgabe 2: Sprung- und Anstiegsantwort PIT0-Glied


Bestimmen Sie aus der Differentialgleichung eines PIT0-Gliedes Sprung- und Anstiegsan-
twort und skizzieren Sie deren Verläufe.

Aufgabe 3B: Raumheizung


Betrachtet wird ein Raumheizungssystem, das die Luft in einem abgeschlossenen Raum
erhitzen soll, siehe Bild. Dabei wird als Eingangsgröße der Wärmestrom der Heizung 
Q zu
angesetzt und die Ausgangsgröße bildet die Temperaturdifferenz ∆ϑ= ϑ - ϑa. Stellen Sie
die Differenzgleichung für das System mittels einer Bilanzgleichung auf. Welcher Typ eines
Übertragungsgliedes ergibt sich mit welchen Kenngrößen? Beachten Sie, dass der Raum
über die Wände Wärme an den Außenraum (konstante Außentemperatur ϑ a ) verliert.


Q zu - Wärmestrom
ϑ - Raumtemperatur
ϑ a - Außentemperatur (konst.)
m - Raumluftmasse
cp - spezifische Wärme
k - Wärmedurchgangszahl
A - gesamte Wandfläche

Aufgabe 4L: Strömung mit Drucksprung


Eine Flüssigkeitsströmung mit einer Strömungsgeschwindigkeit c0 soll in einer Rohrleitung
vom Durchmesser D und der Länge L (angerostetes, gusseisernes Rohr mit λ = 0,06) durch
einen Drucksprung ∆p = 100 Pa zwischen Ein- und Austritt beschleunigt werden.
a) Stellen Sie die Differentialgleichung zur Ermittlung der Geschwindigkeitsänderung
∆c = f(∆p) mit Hilfe des Kräftegleichgewichtes auf. Unter der Annahme einer lamina-
ren Strömung, d. h. für die Reynolds-Zahlen kleiner als ein kritischer Wert von 2320,
64 ⋅ ν
gilt λ = . Für die Reibungskraft gilt FR = U ⋅ L ⋅ τ und für die Beschleunigungskraft
c ⋅D
λ ⋅ ρ ⋅ c2
FB = m ⋅ ∆c . Die Wandschubspannung ist τ = . Folgende Parameter seien gege-
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ben: D = 3 cm, L = 100 m, ρ = 998 kg/m3, ν = 1,01⋅10-6 m²/s und c0 = 5 cm/s.
b) Ermitteln Sie den Typ des Übertragungsgliedes. Berechnen Sie die Kennwerte der Dif-
ferentialgleichung. Welche Geschwindigkeit wird im Beharrungszustand erreicht? Hin-
weis: Verwenden Sie die Lösungen der DGL aus der „Charakterisierung von Messglie-
dern“

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Aufgabe 5: Gasdruckmessgerät
Das Bild skizzierte die Funktionsweise eines Gasdruckmessgerätes. Der Gasdruck p(t) wirkt
auf die Kolbenfläche A, wodurch das Kolben-Gestänge-System nach unten [s(t)] gedrückt
wird, bis die Reibung (Reibungskonstante r) durch das flüssigkeitsgefüllte Zylinder-Kolben-
System die Bewegung zum Stillstand bringt. Das bewegliche Gestängesystem habe die
Gesamtmasse m, wobei die Gewichtskraft m·g für die Analyse vernachlässigt wird. Die
Eingangsgröße sei der Druck p, die Ausgangsgröße sei die zeitliche Änderung der Bewe-
gung, v(t)= s (t). Stellen Sie für das System die zugehörige Differentialgleichung auf. Ge-
ben Sie den Typ des Übertragungsgliedes und die zugehörigen Kennwerte an.

Aufgabe 6: Druckbehälter
Bei dem im Bild dargestellten gasgefüllten Druckbehälter ist der Innendruck p in Abhän-
gigkeit von der Stellung y des Einlassventils darzustellen, wenn isotherme Zustandsände-
rungen und ein ideales Gas vorliegen. Es sei gegeben: m  zu = a ⋅ y , m
 ab = b ⋅ p − p a ,
pe=const., pa=const.; b ist eine Ventilkonstante. Was für ein Übertragungsglied lieg vor
und was sind seine Kennwerte? Hinweis: Die notwendige Linearisierung erfolge im Arbeits-
punkt (p 0 , p 0 ) .

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Aufgabe 7H: CR-Hochpass


Gegeben sei der im Bild dargestellte CR-Hochpass. Gesucht ist das Übertragungsverhalten
dieses Netzwerkes mit der Eingangsspannung Ue und der Ausgangsspannung Ua.
C

Ue R Ua

∆Ue ∆Ua

a) Stellen Sie die Differentialgleichung dieses Netzwerkes unter der Anwendung der Ma-
schensätze (Bilanzgleichungen) und den Zusammenhängen zwischen den Größen Ue,
Ua, R und C dar.
b) Bestimmen Sie die Kennwerte der Differentialgleichung (Zeitkonstante und Übertra-
gungsfaktor), wenn R=100 Ω und C= 10 µF sind. Hinweis: 1 F=1 (A·s)/V

Aufgabe 8: Piezoelektrischer Druckaufnehmer


Für einen piezoelektrischen Druckaufnehmer kann das folgende Ersatzschaltbildes verwen-
det werden.

dQL
IL =
dt

dUC
Ic = C
dt

UR
IR =
R

a) Ermitteln Sie die Differentialgleichung des Übertragungsgliedes unter der Annahme,


dass die Spannungsmessung ohne Stromaufnahme passiert.
b) Bestimmen Sie das Übertragungsverhalten des Druckaufnehmers und die Kennwerte
des Übertragungsgliedes.
c) Geben Sie die Gleichung für die Übergangsfunktion an und skizzieren Sie ihren Ver-
lauf. Wie werden die Zeitkonstante und der Übertragungsfaktor grafisch ermittelt?

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Aufgabe 9H: Rechnen mit komplexen Zahlen


Formen Sie die nachfolgenden komplexen Zahlen so um, dass der Nenner reellwertig wird.
Stellen Sie das Ergebnis als z = Re(z) + i ⋅ Im(z) dar. Berechnen Sie außerdem die Beträge
dieser komplexen Zahlen und fassen Sie das Ergebnis so weit wie möglich zusammen.

i⋅c D E
a) z1 = b) z 2 = a + i ⋅ c c) z 3 = 2
d) z 4 =
1+i⋅b 1+ i⋅b 1− a +i⋅b id(1 − a2 + i ⋅ b)

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Anmerkung: Aufgaben mit B sind Beispielaufgaben, Aufgaben mit H sind als Hausaufga-
ben zu lösen und Aufgaben mit L sind Aufgaben für den Lerngruppenbrief.