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Grundlagen der Mess- und Automatisierungstechnik 1 (WS 2018/19)

7. Rechenübung: Themenübersicht.

Aufgabe 1: Hohlzylinder mit Dehnmessstreifen


Auf einem rotierenden Hohlzylinder sind Dehnmessstreifen (DMS) angebracht, die die Ver-
formung des Hohlzylinders in Abhängigkeit von dem angreifenden Moment M messen sol-
len. Die Deformation für die einzelnen DMS infolge der Rotation ist durch

2R a sin(2αi )
εi = M
π(R a4 − Ri4 )G

gegeben. Der 1. DMS ist unter einem Winkel von α1 = 30° = π / 6 angebracht, wobei der
Fehler der Winkelmessung ∆α1 = 1° = π / 180 beträgt. Der Außenradius R a wurde mit 4 cm
vermessen, der Innendurchmesser mit 2 cm. Für beide Messungen wird ein Fehler von
∆R a = ∆R i = 1 mm angenommen. Für das angreifende Moment gilt: M = (10,4 ± 0,6) Nm .
Der Materialwert G (Schubmodul des Metalls) wird als fehlerfrei betrachtet.
a) Berechnen Sie den relativen wahrscheinlichen Fehler (mit vier Nachkommastellen) für
die Deformation ε1 unter Angabe der verwendeten Formel! Geben Sie dafür auch für
die einzelnen Summanden sowohl den analytischen Ausdruck als auch den numerischen
Wert (vier Nachkommastellen) an.
b) Welche Messung sollte verbessert werden, um den relativen wahrscheinlichen Fehler
für die Deformation ε1 zu reduzieren. Begründen Sie Ihre Wahl.

Aufgabe 2: Feder-Dämpfer-Einrichtung
Gegeben sei das im Bild dargestellte mechanische System aus einer parallelen Feder-
Dämpfer-Einrichtung und einer zusätzlich in Reihe geschalteten Feder. Das Eingangssignal
ist die Position x e des Aufhängepunktes. Die Position x a der Feder-Dämpfer-Kopplung ist
das Ausgangssignal. Für die Dämpfungskraft des nichtlinearen Dämpfers gilt:
k 2 xa
4
F3 = (2Lx a − x a )
(d1 + d2 )2 v 30
Die zugelassene Grenzgeschwindigkeit für den Dämpfer ist v 0 ; c1 und c2 sind Federkon-
stanten, k ist die Dämpfungskonstante und L, d1 sowie d2 sind geometrische Größen des
Dämpfers (siehe Bild).

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a) Linearisieren Sie die Dämpfungskraft am Arbeitspunkt, der durch x a,0 und x


 a,0 gege-
ben ist. Geben Sie insbesondere die Formel für Ihre Linearisierung an!
b) Schreiben Sie die Bilanzgleichung und die noch fehlenden Koppelbeziehungen unter
der Annahme auf, dass nur kleine Änderungen (gekennzeichnet durch ∆) der relevan-
ten Kräfte und Variablen betrachtet werden.
c) Leiten Sie die Differentialgleichung aus der Bilanzgleichung ab.
d) Bestimmen Sie den Typ und die charakteristischen Werte des Übertragungsgliedes.

Aufgabe 3: R1-C-R2-Netzwerk
Gegeben sei das folgende Netzwerk mit der Eingangsspannung Ue und der Ausgangsspan-
nung Ua, zwei konstanten Widerständen der Größe R 1 und R 2 sowie einem Kondensator,
der ausschließlich über eine konstante Kapazität C charakterisiert ist.

a) Ermitteln Sie die normierte Differentialgleichung und den Typ des Übertragungsverhal-
tens für dieses Netzwerk. Geben Sie alle verwendeten Bilanzgleichungen und
Koppelbeziehungen an!
b) Bestimmen Sie die Kennwerte.
c) Wie lautet die Übertragungsfunktion G(s) im Frequenzbereich?
Hinweis: Die bis hierher ermittelte Differentialgleichung hat die Form
x a + T1 x a = Kx e + K D x e .
d) Zerlegen Sie G(s) für den Fall einer harmonischen Anregung, also x e = x̂ eeiωt , in
Real- und Imaginärteil als Funktion von ω , K , T1 und KD !
e) Berechnen Sie den Real- und Imaginärteil von G(ω) für ω → ∞, für ω→0 und für
ω = 1 / T1 . Hinweis: Die in b) bestimmten Kennwerte haben die Form K = R 2 /(R1 + R 2 )
und T1 = KD = CR1R 2 /(R1 + R 2 ) .
f) Skizzieren Sie die Ortskurve und kennzeichnen Sie in der Skizze die drei charakteristi-
schen Punkte mit Ihren Frequenzen und Koordinaten!

Aufgabe 4: Wheatstone-Brücke
Eine Welle befindet sich in einem Gleitlager, das mit Öl geschmiert wird. Die Temperatur
des Öls soll durch eine Messbrücke, die in die Lagerschale integriert ist, bestimmt werden.
Zur Verfügung stehen zwei baugleiche Kaltleiter und zwei baugleiche Heißleiter. Im rele-
vanten Temperaturintervall 25°C ≤ ϑ ≤ 40°C kann die Abhängigkeit des Widerstandes von

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der Temperatur für beiden Typen von Thermistoren linearisiert werden. Der Temperatur-
koeffizient für den Kaltleiter beträgt ∂R PTC = 16
Ω (PTC - positive temperature coef-
∂ϑ 30°C K

ficient) und für den Heißleiter ∂RNTC = −20


Ω (NTC - negative temperature coefficient).
∂ϑ 30°C K
a) Geben Sie in einer Skizze für eine Wheatstone-Brücke an, an welcher Stelle die Heiß-
und Kaltleiter eingesetzt werden, um ein größtmögliches positives Spannungssignal zu
generieren. Deklarieren Sie alle Widerstände und auftretenden Spannungen!
b) Welche Größe wird in einer Wheatstone-Brücke gemessen und welche Bedingung muss
diese Messgröße erfüllen, wenn die Brücke abgeglichen ist?
c) Wie groß muss der Grundwiderstand des Kaltleiters R 0,PTC sein, wenn die Brücke bei
ϑ = 25°C abgeglichen sein soll und der Grundwiderstand des Heißleiters durch
R 0,NTC = R NTC (ϑ = 25°C) = 2 kΩ gegeben ist.
d) Stellen Sie die linearen Beziehungen für RPTC (ϑ) und RNTC (ϑ) mit Hilfe der Temperatur-
koeffizienten auf.
e) Berechnen Sie analytisch die Größe der Diagonalspannung, wenn die Temperatur über
25°C steigt. Hinweis: Die auftretenden Widerstandsänderungen sind nicht klein gegen
die Grundwiderstände.
f) Berechnen Sie den Wert der Diagonalspannung bei ϑ = 32°C , wenn die Speisespannung
den Wert U0 = 331 mV hat.

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Anmerkung: Aufgaben mit B sind Beispielaufgaben,Aufgaben mit H sind als Hausaufga-
ben zu lösen und Aufgaben mit L sind Aufgaben für den Lerngruppenbrief.