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Musterlösung

Aufgabe 2-4B: Zweipol

Betrachtet wird der nebenstehende Zweipol, also eine Schaltung, die über zwei abge-
hende Anschlussklemmen charakterisiert ist, und die je nach Situation als Einheit be-
trachtet werden muss.

Um für Aufgabenteil (a) die Spannungsänderung durch Zuschaltung des Messgeräts be-
stimmen zu können, muss zunächst die Leerlaufspannung UL an diesen Klemmen berech-
net werden. Diese entspricht der Spannung über dem Widerstand R 2 , die sich (die Wider-
stände R 1 und R 2 sind in Reihe geschaltet) aus

E = U1 + U2 = I(R1 + R 2 )

UL = U2

UL
I=
R2
R2
UL = E
R1 + R 2

ergibt.
Für die weitere Betrachtung ist nun der Gesamtwiderstand der Zweipolschaltung – ihr In-
nenwiderstand Ri – wichtig. Zu seiner Bestimmung betrachten wir den Zweipol von
den Anschlussklemmen A und B her. Damit ist der Innenwiderstand aus der Parallel-
schaltung von R1 und R2 zu berechnen:

R 1R 2
Ri = .
R1 + R 2

Der aktive Zweipol kann somit als Reihenschaltung einer Spannungsquelle UL und eines
Widerstandes Ri ersetzt werden.
Die zuvor berechnete Leerlaufspannung erzeugt in dem Kreis aus Ri und RM

einen Strom
UL
I= .
Ri + RM

Dieser muss klarerweise (Reihenschaltung) gleich dem Strom durch das Messgerät sein

UM
I= .
RM

Damit erhält man


RM
UM = UL .
Ri + RM

Damit folgt für die Spannungsdifferenz

 RM  Ri
∆U = UL − UM = UL 1 −  = UL .
 Ri + RM  Ri + RM

Die relative Abweichung der Spannungsmessung ist also

∆U Ri R
= ≈ i
UL Ri + RM RM

für R M >> R i . Damit führt die Forderung nach einer Abweichung von maximal 5% zu

Ri 1
≤ 0,05 = → R M ≥ 19 R i .
Ri + RM 20

Aufgabe 2-6B: Wheatstone-Brücke


(a) Versorgung mit konstantem Strom

Ud = f (I0 = const.) (1)

Berechnet wird nun zuerst die Spannung U0, die bei konstantem Strom von den Widerstän-
den abhängt. Der Gesamtwiderstand ergibt sich als Parallelschaltung der Spannungsteiler
aus R1 und R2 sowie R3 und R4.

−1

U0 = I0 ⋅ 
1
+
1 
= I0 ⋅
(R1 + R 2 )(R 3 + R 4 ) (2)

R
 1 + R 2 R 3 + R 4 R1 + R 2 + R 3 + R 4

Für die Diagonalspannung (linke Masche) gilt:

 R1 R3   R1R 4 − R 2R 3 
Ud = U1 − U3 = U0  −  = U0   (3)
 R1 + R 2 R 3 + R 4   (R1 + R 2 )(R 3 + R 4 ) 

Setzt man Gl. (2) in Gl. (3) so erhält man

 R1R 4 − R 2R 3 
Ud(I0 ) = I0   . (4)
 R1 + R 2 + R 3 + R 4 

(b) Versorgung mit konstanter Spannung

Ud = f (U0 = const.) (5)

Hier gilt für die Diagonalspannung der in der Vorlesung hergeleitete Ausdruck (benutzt
wurde die rechte Masche):

 R4 R2   R1R 4 − R 2R 3 
Ud(U0 ) = U4 − U2 = U0  −  = U0   . (6)
 R 3 + R 4 R1 + R 2   (R1 + R 2 )(R 3 + R 4 ) 

Vergleicht man Gl. (4) und (6), so wird deutlich, dass die Zähler gleich sind und die Nenner
unterschiedlich.