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Kaiserlichen freien Reichsstadt

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Fürstlichen Reichsstift St. Emmeran -


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Beurkundeten Geschichte der gegenseitigen
. . Gerechtsamen und darüber entstandenen Differenzien,
Mit Beilagen No. 1. bis 40.

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Summarischer Innhalt.
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Emmeramer Druckschrift,
nachteilige enthält,öffentlich
Grundsätze welche insinuiret werden."
mußbeantwortet worden ist,

S. 2. Der StadtRechte gegenEmmeram beruhenaufKaiserlichen Privilegien,


und aufVerträgen; und dasdarinn gegründetejusprohibendigehetgegen
alle auswärtige Kundschaft." - - - -

. Eine nntersuchung des Alters von St. Emmeram und der unmittel
barkeit hiesiger Stadt, auch der ältern Rechte des Hochfürstl.Hochstifts
gehörtzu dieser Sache nicht.
$. 4. Auchnicht die hiesiger StadtüberEmmeram zustehende Schutzgerechtigkeit
$. 5. Das Verhältnis von St. Emmeram gegen hiesige Stadt in Ansehung
der Stiftshandwerker und des Bierverschleiffes ist der Vorwurfder bisheri
- genStreitigkeiten. - - - - -

§. 6. Kaiserliche Privilegien für das ausschlieffende bürgerliche Gewerb


von I2O7. und 12.3O. - - -- - - - - - -- - - -

s. 7. Derselben Erneuerung in den Jahren 1251. 1331 und 1541.


S. 8. Die nach dem leztern der Stadtzugeteilte Gerichtbarkeit über alle nicht
besonders gefreite Innwohner in geistlichenHäusern, ist von dem Bißthum
nicht widersprochen worden.
S. 9. Der erste Vertrag mit gesammter Geistlichkeit von T484. ist durch einen
Spruchbriefdespäbstlichen Legaten und durch einepäbstliche Bullebestätiget.
$. 10. Innhalt dieses Vertrags, - - - -

$. 11. Emmeram hat daran Teilgehabt, und Vollmacht dazu gegeben.


S. 12. Zweiter Vertrag von I522. der unter Herzoglich Bairischer Vermittee
lungfür gemeine Geistlichkeit und auch für Emmeramgemacht worden ist.
§. 13. Von 1525. bis 1528. war die Geistlichkeit unter der Stadt Schuz.
§ 14. Durch den dritten Vertrag von 1528 erhielt die Geistlichkeit ihre
$.
vorige Rechtegegen eine jährliche Geld-Prästation. - - -
-

$. 15. Verschiedene Ordinations-Befehle gegen den damaligen Lebenswandel


in den Klöstern. -

§ 16.- Die Religions Reformation in der Stadt hat mancherlei Irrungen mit
$.
der Geistlichkeit verursachet. - -

§S. 17. Zu Hebung derselben wandte sich der damalige Bischoff für sich undge
jammte Geistlichkeit an derStadt AusträgalInstanz, die Stadt Augsburg,
woselbst im Jahr 1571,der vierte Vertrag errichtet worden ist.
X - S. 18
--

$. 18. Auch von diesem Vertrag ist Emmeram nicht ausgeschloffen worden.
$. 19. Keiner dieser Verträge ist erzwungen. Kaiserliche Erkenntniffe und
bischöfliche Klagen habendie Veranlassungdazu gegeben.
S. 20. Weitere Verhandlungen zu München im Jahr 1583 -

$. 21. Sie waren fruchtlos, und das einseitige Protokoll darüber beweist
nichts.
-- - - - -- - - - - - -- - - - - - - - --- - - - -- -- - - - - - ''

S. 22. Gleiche Beschaffenheit hat es mit der Kommission von 1590. wobei “
" von Seiten Emmeramder Kanzler gewesen ist. *,
" ,

S. 23. DifferenzmitdemHochfürstlichenHochstiftwegen derLehenbriefe,bis1624,


-

. . -- - - -
S. 24. Anderweite Klagen und Religions-Ansprüche bis 1630.
S. 25. DieStadtbehauptet dieJurisdiction über die Innwohnerin geistlichen -

Häusern, die in der GeistlichkeitPflichten und Brod nicht stehen; dagegen


klagen die vierGeistlichenStände und es wird im Jahr 1653.eine Kommis
sion zur Güte aufEichstätt und Nürnberg erkannt. -

S.26. Unter dieser Vermittelung wird im Jahr 1654. der letzte Hauptvertrag

S. 27. Beschaffenheit des darüber von EmmeramproducirtenProtokolls.


S. 28. Der Emmeramer Kanzler ist bei den Verhandlungen gewesen; zur Un
terschrift hat Emmeram auf den Herrn Bischof die Vollmachten ausge
stellt. Die Vollmacht vom AbtPlacidus d. d.7ten Febr. 1654. ist aus
- drüklich auch im Namen desKonvents errichtet.
S.29. Emmeramische Teilnemung bei den Konferenzenzum VollzugdesVert
tragsundbeim Kaiserlichen Ratifikations Gesuch
S. 30. Erfolg der Kaiserlichen Ratifikation d. d. 26. Apr. 1655. und nach
* "herige Vorstellungen in Kontraventions-Fällen. -

S. 31. Die Verträge von 1484 1571. und 1654. sind die wesentlichte Bei
lage zur Ueberzeugung des Publikums. -

S. 3. Diese Verträge müssen entscheiden, ob die Emmeramer Innwohner an


gefreite und ungefreite Personen arbeiten können, und in wie weit der
Bierverschleiß sich erstreckt? -

S Innhalt des Hauptvertrags über beede Punkte.


33. -

$. 34. Erläuterung desPunktswegen der Handwerker aus dem Kommissions


Protokollvon I654
$. 35. Das jus opifici er pincernandi ist ausdrücklich aufdie Bedürfnis des
Reichsstiftseingeschränkt undbedungen. -
-

S. 36. Emmeram hat immer dieser gesetzlichen Bestimmung eine ausdehnende


Kraft geben wollen, " - - - - - -
- -
---
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S. 37. Daraus sind Reichsgerichtliche Klagen entstanden. Zwölf Jahre nach


, dem Vertrag ergieng ein Kaiserliches Recript nach Emmeram, daß es das
Bierschenken und Zechhalten und die Aufstellung einschichtiger Handwerks
leute abstellen und sich dessengänzlichenthalten soll. - -

S. 38. Emmeramische Erklärung bei derInsinuation des Kaiserlichen Befehls.


S. 39. Auf die Punkte wegen der Handwerker und des Bierverschleiffes hat
Emmeram ausdrücklich eine Vollmacht beim Vertraggestellt.
- $. 40. Auch dasjenseitige Protokollvon 1590. stimmt mit der Disposition des
-, Vertrags überein.
S. 41. Die Emmeramische Erklärung in dem Protokoll von 1661. ist wider
sprechend, aber ein Eingeständnis von der Gültigkeit der Verträge.
- - - - - -,

§ 42. Die Beschwerde gegen die Erweiterung der Emmeramer Schmidtwerk


1665. und I782.zurKaiserlichenEntscheidung gekommen.
fatt, ist im Jahr
S. 43. Die Paritoria von 1783 gehetausdrücklich nachdem Innhalt der Ver
träge gegen allen Handel und Gewerb angefreite und ungefreite Personen.
S. 44 Dagegen hat Emmeram die Revision ergriffen, und nun an hohe Ge
fandtschaften sichgewendet. - /

$. 45. Die Rechtmässigkeit der Klage zeiget sich in dem Emmeramer Einge
ständniß, daß dasige Handwerker auch für andere, die nicht des Stifts
Innwohner sind, arbeiten.
$. 46. Gleiche Beschaffenheit hat es in Ansehung der dafigen Apotheke, des
Buchdruckers und des Mezgers. -

S. 47. Am meisten leidetdasStadtwesen durchdenEmmeramer Bierverschleiß.


S. 48. Reichsgerichtliches Verfaren und Entscheidung darüber von 1709. bis
I736. -

S.49. Weder diese Erkenntniffe, noch ein päbstliches Monitorium, noch an


dere preiswürdigeErinnerungen, sind bisher von einiger Wirkung gewesen.
$. 50. Ob es schon die Stadt an Vorstellungen und rechtlichen Hilfsmitteln
nicht hatfehlen lassen; auch Kurpfälzische Verordnungen und andere Bey
spiele machten keinen Eindruck. -

S. 51. Die Begünstigung des weißenBierbrauens während des dreissigjähri


genKriegs bestätiget die Verbindlichkeit der ältern Verträge.
S. 52. Die angebliche Observanz von 1721. bis 1754 widersprechen die
während dieser Jahre vorgewesene Reichsgerichtliche und Exekutions- Ver
fügungen. - -

53. Das Emmeramer jus opifici et pincernandi gehet nicht weiter , als
auf die Bedürfniß des Reichsstifts; alle andere Schlußfolgen gehören
nichthieher, und sind zum Teil gehässig und unerwiesen.
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• . . - - S. 54.
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Voss
S. 54. Gleiche Beschaffenheit hat es mit denen im zweiten Abschnitt der Druk
-
schrift aufgeworfenen drei Fragen, wodurch ein jus territoriale gegen die
unter Kaiserlicher Autorität errichtete Verträge behauptet werden will.
55. Emmeram war bei den Verträgenpaciscirender Teil; auch als Reichs
stand ist der Herr Fürst an die von seinen Vorfahren eingegangene Com
pactata gebunden, welche diese in ihren Vollmachten ewig und unverbrüch
lichzu halten, geiobet haben.
S. 56. Die angebliche Observanz ist durch Reichsgerichtliche Entscheidungen
verworfen. Die Gesandtschaftlichen Rechte und Freiheiten stehen mit den
vorliegenden Strittsachen in keiner Verbindung und find auch contra ex
pressajura tertiorum weder bei den Verhandlungenvorbehalten, noch sonst
dagegen angewendet worden. -

S. 57. uebrigens hat weder Emmeram noch hiesige Stadt über den Umfang
der Gesandtschafts-Rechte eine Vertheidigung oder Aufklärung zu machen.
S. 58. DieKlagen über Polizei Defekte gehörengar nicht zu dem dermaligen
Gegenstand. - - - -

$. 59. Auch läßt sich das im letzten S. angerühmte sechzigjährige nachbarliche


Betragen mit den vorstehenden Anschuldigungen nicht vereinbaren. d
-

$. 60. Die Schlußfolge gehet allein dahin, daßEmmeram unter keinerlei


Scheingrund der Vertragsverbindlichkeit sich entziehen kann, und diese
erfordert,daß ihreHandwerkerallerArbeit außerhalb desBezirks desReichs
stifts an allefremde und auswärtige sich enthalten, und daßauchdas Bier
nur pro usufuo et füorum gebraut und verkauft, somit die Verträge von
1484. 1571. und 1654.in ihrer Rechtskraft aufrechterhalten werden.
$. 1.
Sine vor kurzem von dem Fürstlichen Reichsstift St. Emmer
- FSV ran verbreitete Druckschrift unter dem Titel:

Beurkundete Geschichte der gegenseitigen Gerechtsame und


hierüber entstandenen Differenzien des Fürstl. Reichs
stifts St. Emmeram, dann des H, R. R. freien Stadt
Regensburg c. - -

verdiener zwar in der Betrachtung keine Beantwortung, da der Ver


faffer am Schluß der Vorrede als Privatschriftsteller erscheinen und
fich erklären will, daß er durch diese Privatmeinung weder dem in sei
mer Maffe mitbeteilten Hochfürstlichen Hochstift und übrigen Reichs
unmittelbaren Stiftern in Regensburg, noch der Reichsstadt, an ihren
beiderseitigen Gerechtsamen einiges Präjudiz zufügen wolle; Allein die
Infinuation dieser Drufschrift bey der Höchstansehnlichen Kayserlichen
Prinzipal-Kommission und bey einigen fürtreflichen Gesandtschaften,
mittelteigner Schreiben von dem Herrn Fürsten zu St.Emmeram,
worinn aufden Innhalt des Aufsatzes sich bezogen wird; der nachherige
öffentliche Verkaufdesselben in derbenachbartenStadtamhof; die darinn
enthaltene, teils ganz unzuverläßige, teils den Gerechtsamen der Stadt
nachteilige und vielfältig beleidigende Aufbürdungen; und die öffentliche
Bekanntmachung derselben eben in der Zeit, da der unglückliche Donau
eisgang das Stadtwesen in eine vermehrte Verlegenheit gesetzt hat –
"Diese

N
AS ( 4 ) DR -

Diese und mehrere hiebei eintrettende Umstände legen es dem


Magistrat zur Pflicht auf, den Zusammenhang seiner Rechte,im Bezug
auf das in der Stadt Ringmauern eingeschloffene Fürstliche Reichsstift -

St. Emmeram und den hieraus erwachsenen und von Einem Höchste
Preißlichen Kaiserlichen Reichs - Hofrat neuerdings für hiesige Stadt
allergerechtest entschiedenen Rechtsausspruch vorzulegen, und einer
erleuchteten unbefangenen Beurteilung anheimzustellen, ob man mit
mehrerer Mäßigung hätte verfaren können, und ob es nicht von Sei
ten der Stadt ganz allein um Abwendung des Schadensund Nachteils
zu thun sey, der durch die Innwohner zu Emmeram der bürgerlichen
Narung zugegangen ist, und täglich vermehret wird?

$. 2.
In dem Verfolgwird fichzeigen, daß der Stadt Rechte gegen
Emmeram auf mehrern unter allerhöchster Kaiserlicher Autorität
errichteten Verträgen beruhen; daß somit alle gegenteilige Beruffung
auf Territorialrechte zum Nachteil der einmal in vim legis perpetuo
valiturae abgeschloffenen, und nicht titulo lucrativo, sondern gegen Aufop
ferung mancherley Prästationen erworbenen Befugniffe rechtswidrig
ist, und daß man von aller Schmälerung der in den Gesetzen des Völ
kerrechts oder in einer stillschweigenden Einwilligung und Verjährung
gegründeten Gesandtschaftlichen Immunitäten und Freiheitenganz und
gar entfernet ist; wenn man gegen besagtes Reichsstift behauptet hat,
daß durch die Gesandtschaftliche Kundschaft die alle auswärtige und
fremde Arbeit und den Verschleiß aufferhalb dem Emmeramer Bezirk
ausschließende Verträge und das darinn gegründete Jus prohibendinicht
aufgehoben werden können. - - -

$. 3.
- Der Herr Fürst von St. Emmeram ist in seiner Geschichte bis
auf den Ursprung seines Stifts undaufdasdamalige Verhältnis gegen
hiesigeStadt eingegangen. Man wird ihm in dieser historischen Unter
suchung nicht folgen, noch über seine diplomatische Beweise vom Kaiser
Karldengroffen,derenBeschaffenheitschonanderwärts bemerktworden
ist, fich einlaffen. Sie gehören eben so wenigzur Sache, von welcher
dermalen die Rede ist; als eine nähere Prüfung über den Ursprung
der Unmittelbarkeit hiesiger Stadt, so wie fie im spätern Zeitalter vom
Aventin undandern, die ihn ausgeschrieben haben, behauptet werden
will; Auch hat man mit Emmeram nicht zu verfechten, welchen
Anteil das Hochfürstl. Bißtum Regensburg an der Gerichtbarkeit und
an andern Rechten in der Stadt ehehingehabt hat! Mafft
- - (If
- AS ( 5 ) DR
Man muß also überhauptzum vorauserklären, daßder derma
len blos St. Emmeram betreffende Rechtsstreit auf das ersagte Biß
thum keinen Bezug habe, und daßallein um der historischen Verbin
dungwillen von demselben hie und da Erwehnung gemacht werden muß.

Die vorliegende Beschäftigunghatalsoblosalleindieauf Kaiserlichen


Privilegien und Entscheidungen beruhende vertragsmäßige Verbind",
lichkeit des Stifts Emmeram gegen hiesige Stadt zum Vorwurf, und
in dessen Folge die Eingriffe in ihrer wahren Gestalt darzustellen, wel
che dagegen von Emmeram gemacht worden, und zu denen teils ganz
erledigten, teils auf der Vollstreckung beruhenden Reichsobristrich
terlichen Erkenntniffen die Veranlassunggegeben haben.:

$ 4.
- - Die Schutzgerechtigkeit hiesigerStadt über St. Emmeram könne
te in gleicher Hinsicht übergangen werden. Da aber in der jenseitigen
Druckschrift die dahingehörige Urkunden in den Beilagen Nro.24, 34,
und 37 angeführt werden, nemlich von den Römischen Königen Lud,
wig und Ruprecht, und vom Kaiser Friedrich von 13:15. 1405 und
1465, so wie auch beide letzte in dem bekannten Emmeramer libro Pro
bationum, von 1752. Nris CLXIV. und CLXXI. eingedruckt sind; sowl
man von dem Innhalt der letztern nur sovielbemerken: - -

Darum so gebieten wir euch, daß ihr den obgenannten Abbt und Condent bey
den Freiheiten, Rechten und Gerechtigkeiten, –– auch unsern sondern
Gnad, Schutz und Schirmen –– an unser Statt und des Reichs
wegen handhabet, schützet und schirmet, und –– in euer Statt––
nicht beschweren, hindern – – noch umtreiben lafft, in keinerley
Weise. ,

Diesem Kaiserlichen Auftraggemäßhat mandem Stift, insonde


heit bei den sich ereigneten Abwahlen, durch Abschickung einiger Mit
glieder mit dem Stadthauptmann und Burgern, zu Aufstellung der
Wache indem Bezirkdes Klosters, bis die Wal verrichtet gewesen,
auch sonstin Nothfällen, alle Assistenz geleistet. Es hatdieserwegen der
Konvent, nach Absterben eines Abts, um den Schutzbehörig reauiri
ret, wie noch in den Jahren 1535. und 1571. geschehen ist. Schon im
Jahr 1575. nach dem Tod des Abts Placidus wollte dieser Schutz nur
auf den Nothfall verstanden werden; Man hat aber in den nachherigen
Fällen von 1623. 1655. 1691. 1694. 1719.1727. 1742 und 17.2. in sei,
mem Befiz fich erhalten, und n bey Sedisvacanzen durch
-- - 00 D:
- FS ( 6 ) ZF
geordnete denSchutz angeboten. Indessen behauptetdieStadtausdie
fer Schutzgerechtigkeit keinen actumjurisdictionis in dem Bezirk des Klo
fers gegen die in dem §. 3. des letzten Vertrags hierüber enthaltene
gesetzliche Disposition. Sie ist aber ein Zeugnis des Ungrundes von
dem derStadt angeschuldigtengewaltsamen Verfahren gegen die Klöster,
da bey dem Bestand von dergleichen Klagen die Römischen Kaiser der
Stadt die Schutzgerechtigkeit nicht würden anvertrauet haben; Freie
lich machte Emmeram öfter ungegründete Anschuldigungen, wie fie
dergleichen auch über Beleidigung ihrer Freiung und wegen anderer
Punkte im Jahr 1392. an Kaiser Wenzel gebracht hat, aber bey der
Untersuchungfand sich das Gegenteil, wie die anliegende Urkunde
- Nro. I.zu erkennen giebt. - - --

$. 5.
-

Da es also im gegenwärtigen Fall allein darum zu thun ist, in


welchem VerhältnißSt. Emmeram, in Ansehungfeiner in demStifts
bezirk fich aufhaltenden Handwerker und wegen des Bier- und Wein
verschleiffesfich befindet, als woraus die dermalen durchKaiserliche Er
kenntniffe entschiedene Irrungen entstanden find; so wäre es wol über
flüßig, die ältern Vorgänge zwischen der Geistlichkeit und der Stadt
in den Jahren 1250. und 1293.wozu ein Aufruhr und die Verweiger
rung eines Beitrags zur Aufrichtung der Stadtmauern, die Veran
laffung gegeben hat, und wobey von wesentlichen Punkten nichts ver
handelt worden ist, umständlichanzuführen. Der Zusammenhang der
Kaiserlichen Privilegien und die mit der Geistlichkeit allhierabgeschloffene
Verträge, undderselbennochbestehende Verbindlichkeit, wird über alle
Punkte den sichersten Aufschluß geben.
$. 6.
unter denKaiserlichen Privilegien für die Sicherstellung derbürger
lichen Narung, und daß jeder Gewerbtreibende alle Abgaben, die der
Burger leistet, tragen müffe, ist das in der Druckschrift No. 17. vom
Kaiser FriedrichII. von 1230. angeführte, nicht das erste. Es gründet
fich solches aufein vorgängiges von dem Römischen König Philipp von
1207.nachder Anlage No. 2. Die hieher gehörigen Stellen find:
1) Quicunque emendo&vendendo ritum negotiationis exercuerit, ille red
dat cum civibus collectas, exceptisclericis, quos Jüper tallus relinquimus
Epilepo corrigendo.
- 2.) --
---

WE ( 7 ) DZ
2) Quod unicuique civiRatisponenfiliceat, cerevisiamfacere, quae familiae
fiae fufficiat, talipačto, quod eam non vendat, fed ad neceflitatem fa
_ miliae fiaetantummodo expendat, illorum contradictione, qui officium
habent, praxandicerevisiam, non obtante.
Niemand wird aus dieser Begünstigung, die selbst nach dem Ein
gang der Urkunde von 1230.propter civium merita erteilet worden ist,
die Auslegung machen, daß andurch den clericis ein selbst nach kanoni
fchen Rechten alschon verbottenesjus negotiandi eingeräumt worden sey;
Eszeiget solches vielmehr, daß dem Herrn Bischofdie Ein- und Abstel- ''
lung der geistlichen Eingriffe in die bürgerliche Narung, deren fiel fich
damalen durch den Weinverschleißangemaßt hatten, übertragenworden,
und daß selbst die Bürger des Bierverschleiffes fich enthalten musten,
und jeder nur so viel bräuen durfte, als er für seine Bedürfnisnothig
hatte. -- -

Das damalige Verhältnis der Geistlichkeit, und daßalle geistliche "

und weltliche Innwohner der Stadt Polizei- Ordnungen zu halten vere


bunden waren; auch daßdie in gefreiten Häusern wohnende und nicht
besonders gefreite Personen, burgerliche Pflicht thun und alle burger-
liche Beschwerung mittragen sollen, zeigen die nachgefolgte auf die
angezogene fich beziehende Privilegien.
- - W

$. 7.
Diese Kaiserliche Begnadigungen und Berechtigungen von den
Jahren I33I. 125U. Und 154I. (Beilage 3-4- 5-D gehen nach ihrem N", 3- 4- 5.
wesentlichen Innhalt dahin: -

1) daßniemand, der nicht gemeine bürgerliche Bürdenträgt, und mitleidet,


Wein, Bier oder andern Trank zu schenken, oder einig Gewerb, Handwerk,
oder Handtierung treiben möge, in keinerlei Beschönung oder Weise.
2) daß alle Innwohner, geistliche oder weltliche, niemand ausgeschlossen, alle
Gese- und Ordnungen, so durch E.Rath daselbst zu Behütung, Befestigung
und Verwahrung Gr. Stadt, auch Erhaltung guter Polizey - - gemacht
werden, zugleich neben und miteinander halten sollen, denn dieweil sie
sich gleicher Sicherheit, Schus und Befriedigung mit unbillig-
freuen, so sollen sie auch gleiche Bürd und Zucht in den Gesetzen mittragen.
3) Wer in einem gefreiten Hauß oder Hof wohnt, und nicht besondersgefreiet
worden, der soll E.RathburgerlichePflicht thun, und gleich andernBurgern
steuern. - " -
Diese Privilegienfindvon dennachherigen glorwürdigstenKaisern
mit den übrigen der Stadt Freiheiten bestätiget worden, $. .
--
-
- - - AS ( 3 ) S.
Gegendaslezte hatdie Geistlichkeitallhier sichbeschweren wollen,
und soweit es ihren Immunitäten entgegen, im Jahr 1551.bey Kaiser
Karl V. um Kaffationgebeten; die Stadt hat aber dagegen ihre schon
vorher bestandne Rechte: - - -

- daßdiejenige , die ingeistlichen Häusern wohnen, und nicht verpflichtet


und besoldet find, ihrer Jurisdiktion unterworfen seien,
umständlichausgeführt. Selbst Bischöflicher Seits wurde in derletzten
Schrift vom 2.Jun. 1551. dahin fich erklärt: -- - -- -
daßallein die, so in der Priesterschaft und des Stifts Hofgesind,oderandern
- geistlichen und weltlichen Personen mit Diensten verwandt und ver
pflichtetfind und in gefreiten oder Bürgershäusern wohnen,ihrer Person
und Güter halben, frey eyn; andere fremde oder Bürger aber, fd
mit Gewerb Handtierung umgehen, wenn sie auch schon in
geistlichen Häusern find, der Stadt Anlagen und Jurisdiktion
nicht zu entziehen; - - - - -

Auch dieses Erbieten, wodurch die weltliche verpflichtete Diener . .


aus der Jurisdiktion kommen sollten, wollte die Stadt nicht annehmen;
es ist aber dabei geblieben undobgedachtesPrivilegium hatgleich nach
her vom Kaiser Ferdinand seine Bestätigung erhalten.
- - -- - $. 9. - - ' - -

Auffer diesen Jurisdiktions Ansprüchen hat die Stadt das ex


privilegis et dispositionibusjuris Canonici ihr zuständigejusprohibendigegen
alle Handelschaft und Gewerb der Geistlichkeit, besonders gegen den
Wein- und Bier Verschleiß behauptet. Andere strittige Punkte ratione
cenfuum, pensionum, redituum & decimarum, kamen noch dazu, und zu
Hebung derselben wurde im Jahr 1484. mit dem damaligen Bischof
Heinrich und denen von den übrigen Stiftern und Klöstern zur Ver
handlung ernannten Deputierten, worunter auch der Abt Johannes
von Emmeram für sein Stift undfür St.Jakobgewesen ist, der erste
Vertragabgeschloffen,welchen derzur Vermittlung erbettene Päbstliche
Legatus à Latere, Bartholomaeus de Maraschis, durch einen Spruchbrief
d. d. Ratisbonae 1484. die Jovis fxta menfis May, der füb No.40. bey den
übrigen Verträgen angedruckt ist, auch nachher der Pabst Innocentius
N,6. VIII.durcheine feierliche Bulle d. d. Laterani nach der Anlage füb No.6.
bestätiget und der nachherige Administrator des Bisthums Johannes
im Jahr 1522 in deutscher Sprache bekannt gemacht hat, §
- - () IO.
- -

- - - " --- - -- - -
------- -- --- -- … -
PS ( 9 ) DR -

S. 10.
Dieser Vertragbefreitdie Geistlichkeit von denen bis dahin von
Wein und Bier bezalten Gabellen, aber unter folgenden in dieser
Bischöflichen Uibersetzung enthaltenen Bestimmungen: -

I.) Daß sie weder Inwohnern, noch Auswohnern, so nicht geweihte Personen
find, fat zu fizen, zu trinken, oder Zech zu machen, nicht zulaffen, auch
Tisch oder Tafel nicht halten, kochte Speiß oder Azung nicht reichen, noch
ichts zulaffen,das in Gasthäusern und Tafernen den Trinkern gestattet wird.
2. Daß in allen Kontraventions Fällen der Bischoftam Apostolica, quam
ordinaria autoritate dasjuscognoscendi et decidendi haben soll und zwar mit
demAnhang: exemtionibus &“ als privilegismonolfantilus acomniappellatione
1'GINOta. -

3.) Daß es erlaubt und freifey, allen und jeden Geistlichen Personen in der
Stadt wohnend, Wein, Bier und allerlei Getränkzu jeder Zeit inner und
aufferder Stadt, ohne alle Beschwerd, Gabelle oder Ungeld frei zu kauffen
und in ihre Klosterhäuser oder Wohnung zu führen, doch allein für sie
oder die ihrigenzu gebrauchen, mit Ausnam der Gäste ausFreundschaft.
4) Daß sie von solchem Wein, Bier oder Getränk inner oder außer ihrer
Klöster, Convent oder Wonung in großer oder kleiner Maaß nichts
verkaufen, oder um andern Werth verwechseln, allen Betrug, Arglist,
verdekte Gefehrdhintangesetzt, mit Bestimmung der Straffe.
5) Wenn die geistlichen Personen für sich undzu ihremGebrauch Bier preuen
wollen, sollen sie solche Preuung verbringen in der Burger zu Regenspurg
Preuhäusern und nicht der Klöster, und das aus viel redlichen Ursachen; will
einer ein eigen Preustat errichten,undfür sein, undder seinen Gebrauch
Preuen, so soll es ihm zugelaffen feyn. -

--

S. 11.

Emmeram scheuetfich nicht, in seiner öffentlichen Drukschrift zu


behaupten, daß es von besagtem Vertrag kein paciscirender Teilgewe
fen fey, und daß darinn von Emmeram nichts vorkomme! DasGegen
teil erhellet aber teils aus demInnhalt, daBischofHeinrichausdrücklich
occasione & contemplatione Prælaturarum, conventuum, dignitatum, perfo
narum ecclesiasticarum, infra urbis moenia confientium die Verhandlung an,
gegangen hat; teils zeiget die No.7. anliegende Vollmacht, welche in curia
Episcopalid. d. 8. Febr. 1484. von der gesammten Geistlichkeit ausgestel
let worden, daß der damalige Abt Johann von St. Emmeram die
vom Bischofgepflogene Handlung mit der Stadt in allen Punkten be
C gnehmi
A
FE (10) DR
gnehmiget, zu Fortsetzung derselben für sich und für St. Jakob zum
Deputierten ernennet worden, und den gemeinsamen Antrag gemacht
hat, daßbeifruchtlosemErfolgvon gesammter Geistlichkeit die Irrun
gen mit der Stadt vor dem Kaiser oder dem Päbstlichen Stuhl, oder
an beiden Orten zugleich beigelegt werden sollen, mit dem Anhang:
ad quae omniafübtenorepraefentium volumus effe firmiter obligatifübpoena
perditions omniumprivilegiorum et immunitatum personam cujuslibet nostrum
quomodo libet respicientium, quibusfè reddit contrafaciens eo ipsum indignum
penitus et privatum.
Diese Verpflichtung in einergemeinsam ausgestellten Vollmacht,
worinn Emmeram ausdrücklich benennet ist, mußdie gefliffenste Ver
heelung der Wahrheit zu erkennen geben, wenn nun der Teilneh
mung an einem so feierlich errichteten Vertrag, der in so vielen gegen
Emmeram ergangenen Reichsgerichtlichen Erkänntnissen bestätiget
worden ist, öffentlich widersprochen werden will. Die nachgefolgten -
Verträge von 1571. und 1654. beziehen sich darauf, und mit diesen
hat auch der erste von dem Kaiser Max. II. und vom Ferd.III. in den
Jahren 1572.und 1656.gleich nach der Errichtung die Bestätigungs
Urkunden erhalten.

S. 12. -

Die in der Geschichte folgende Epoche, dadie Stadtdurch inner


liche Unruhen in die Herzoglich- Baierische Botmäßigkeit gerathen
ist, machte in ihrem Verhältniß gegen die hier befindliche Geistlichkeit
keine Aenderung. Sie dauerte auch nur von 1486. bis 1492. Einige
bald hernach mit dem Regensburgischen Bischof Ruprecht entstandene
Irrungen gehören hieher nicht: Sie giengen blos das damals, mit
Russchlußder übrigen Geistlichkeit, dem Bischof angehörig gewesene
Probstgericht an. Mitgesammter Geistlichkeit kam es erst im nachge
folgten Jahrhundertzu Streitigkeiten, da nemlich die Stadt nach der
im Jahr 1519. mit Kaiserlicher BegnehmigungvollzognenAusschaffung
der Juden,zu der denen Judenzuerkannten Entschädigung von 4750 fl.
von der Geistlichkeit einen Beitrag verlangte; Da solchen die Geist
lichkeit verweigerte, und die Bürger eine zwofache Steuer geben
mußten, so hat bei diesen eine so schwere Last einige Verbitterung er
weckt. Hiezu kam noch der Geistlichen Prätention über die neuerbaute
Kavelle zur schönen Maria, nebst derselben Gefällen, und ein neues
Verbot von Seiten der Stadt, daß man keinen Wein von der Geist
lichkeit holen durfte, er wäre dann verungeldet. Die damals nach
Emmeram hiehergekommene Herzoge aus Baiern, Ludwig und Wils
helm
,
BE ( 11 ) ZR
helm, versuchten eine gütliche Vermittelungder An- und Widersprü
che. Die Stadt erbot sich zum Recht vor dem Kammergericht zu
Nürnberg, und dahin wurden diese Anstände auch gewiesen. Endlich
vereinigten sich beide Teile den 20sten Juni 1522 auf vorbesagte Inter
position, und andurch ist ein neuer Vertrag unterm 25sten Aug. 1522.
zu Stand gekommen, den Emmeram füb Nro. 45. beigedruckt hat.
Er betrifft die neue Kapelle,denJudenzinns, undder Geistlichen Wein
fchenf. Wegen dieses Artikels heißt es ausdrücklich, daß es bleiben
foll, wie es in dem Vertragdurch den Päbstlichen Legat von 14.4. be
griffen ist; Beide Herzoge bekennen, daß dieser Vertrag zu Beile
gung der Irrung zwischen dem Administrator des Bistums und ge
meiner Geistlichkeit daselbst und Kammerer und Rath der Stadt er
richtet worden. Er muß also wol auch für das von der gemeinen
Geistlichkeit nicht ausgeschloffene St. Emmeram verbindlich seyn, und
auch dieses hat durch diese Teilnehmung den vorigen Vertrag von
1484. bestätiget und anerkannt. -

S. 13. -
-

Die im § 9 der Drufschrift der Stadt zur Last gelegte gewalt


“ant
en find.
ien verhalten fich ganz anders, als sie geschildert wor
-
-

Die üble Haushaltung und mancherlei andere Auftritte in einigen


Klöstern, auch die durch den Bauernkrieg in der Nachbarschaft ausge
brochene Unruhen, verursachten, daß der Magistrat gemeine Geistlich
keit auf Mittwoch nach dem Sonntag Misericordia 1525. in das Bar
füffer Kloster versammelte, und ihnen allda den Vortrag machte, daß
fie sich unterder Stadt Schuz begeben, der verarmten Stadt mit Reis
chung des Ungelds, Steuer, Wacht und ander burgerlich Mitleiden
beistehen, und dagegen alles Schuzes, Schirms, Handhabung und
Bewahrunggewärtig sein sollen. Im Namen desAbts von St. Emmer
vam und übrigen Prälaten hatder Domdechant, Kaspar von Gumpen
berg geantwortet, auf ihre Freiheiten sich berufen, und gebeten, fie
- dabey bleiben zu laffen; zumalen fiel auch von dem Vertragvon 1522.
nicht abgehen könnten:da sie sonachaufweiters Verlangen eine Bedenk
zeit sich vorbehalten haben, so wurde solche auch gestattet und find am
Pfinztagnach Philippi Jacobi die in der Anlage No. 8. bemerkte Arti N.8.
keln zu Stand gekommen, auchist hieraufnach einer abgeänderten For,
mel die Pflicht geleistet worden, welche denn auchHerr Ambrosius Abt
zu St. Haimeram für sich und sein Convent gethan hat. Diese Unter
werfungdauerte aber nur bis 1528, da von den Herzogen Wilhelm und
Ludwig
BZ (12) ZR
Ludwig in Baiern besondere Abgeordnete erschienen, mit dem Verlan
gen, daßdie Geistlichkeit in ihre Freiheiten und Rechte wieder eingesezet
werden sollen. Von einem Einfall in die Kirchen ist in dem über diesen
Vorgang annoch vorhandenen Original - Protocoll nichts enthalten.
Die Kleinodien find beschrieben worden, aber in den Klöstern geblieben,
und nach dem Vertragfindauchdie Inventarien zurüfgestellt worden.
Die angeführte Protokollar-Zeugniffe No. 9.& 10.geben den fichersten
N,9.&10.Beweis, daß die Geistlichkeit, während dieser Unterwerfung, aller
Privilegien teilhaftiggewesen, und somit auchburgerlichGewerbgetrie
ben hat; auch daß von Seiten der Stadt durch die Beschreibungder
Kleinodien nie Nutzen und Vorteilgesucht worden ist.

S. 14.
Der von Emmeram in der Beylage N.44. beigefügte Auszug
aus HochwartiCatalogo Episcoporum enthält eine umständliche Erzählung
aller angezeigten Vorgänge von 1519. bis 1528.welche jedoch nicht in
allen Punkten mit dem Protokollübereinkommt.
- Es ist genug, daßdiese Irrungen anfänglich mit denen von dem
damaligen Hochstifts Administrator Johannes ernannten- und dann
durch Kaiserliche Kommissarien beigelegt worden sind. Der Herr Ad
ministrator verlangte die Wiedereinsetzung der Geistlichkeit in ihre vor
rige Rechte und Freiheiten. Die Stadt begehrte, daßdie Geistlichkeit
alljährigeine bestimmte Abgabe an die Stadt zalen soll, mit der beige
fügten Ursache: ne de ipfis conqueripoffet, ceu civitati prorfis inutiles
ent. Diese Summe wurde auf200 fl. gesetzt, und darüber ist der
dritte Vertrag am MontagSt.Bartholomäi 1528, den Emmeram füb
No. 45. beigebracht hat, zu Standgekommen. -

Er ist wiederum von besagtemHochstiftsAdministrator ganzer und


allgemeiner Geistlichkeit hie zu Regensburg womenden wegen an
einem c. durch die von dem Römischen König Ferdinand ernannte
Kommissarien abgeschloffen, und kann also wol die TeilnehmungvonSt.
Emmeram um so weniger widersprochen werden, da der damalige Abt
Ambrosius bei den Verhandlungen gewesen ist. Indiesem Vertrag ist
von einer Klage über Gewalt und Erzwingung nicht ein Wort zufin,
den,vielmehr ausdrücklich vorbehalten, daß sobald aufdem Reichstag
oder aufeinem Concilio, wegen des Mitleidens zwischen dem geistlichen
und weltlichen Stand, eine Ordnung wird gemacht werden, daß auch
die ganze hiesige Geistlichkeit daran gebunden seyn foll, Die übrigen
wesentliche Punkte gehen dahin: - --

1) Die
WIE (13) WE
1) Die Geistlichkeit wird der abgelegten bürgerlichen Pflicht wieder entladen.
2) Der jährliche Erlag dafür von gemeiner Geistlichkeit wird auf200Gulden
bestimmt. -
-

3) Von denen bereits erlangten oder nochüberkommenden Gütern, die in bür


gerlichem Mitleiden oder Verbindung stehen, sollen sie alle Beschwerden, wie
die Burger tragen. -

- € . ,-

4) Die Verträge von 1484. und 1522. werden bestätiget, und sollen genau
gehalten werden. - -

5) Die Geistlichen sollen sich der burgerlichen Handtierung und Gewerbe, so


ihnen gegen den burgerlichen Beschwerden zu gebrauchen vergön
net gewesen, nun wieder müffigen und gänzlich enthalten und abstehen.
6) Die vorgenommene Inventur soll der Geistlichkeit nicht schädlich feyn,
Dieser vorletzte Artikelist ein überzeugender Beweisfür derStadt
Grundgesetz; Selbst die Geistlichkeit, so lange fielin der Verpflichtung
stunde, war der privilegierten Gewerbe teilhaftig. Diese Freiheit
hörte aber auf, sobald sie der Pflichten entsaget hat; es konnte somit
weder von ihr, nochden ihrigen ein blos dem Burger zuständiges Ge
werb getrieben werden. -

S. 15.
Von dem damaligen ungesitteten Lebenswandel in einigen Stift
tern und Klöstern, könnte man zur Erläuterung der Geschichte von
1500. bis 1580. aus den noch vorhandenen Protokollen, auch aus ge
druckten Ordinations-Befehlen und admonitionibus fübpoenis Canonicis
vom Johanne Administratore von 1508. und 1531. und vom Bischoff
Georg von 1553. viele glaubwürdige Beweise beibringen, wenn man
esfür anständig hielte, persönliche Fehler aufzuwärmen und zu rügen,
deren Andenken schon lange verjährt ist; die an und fürfich auch denen
Nachfolgern nicht zur Entehrung gereichen, und niemalen in die der
malige Lage der Gegenstände einen Einflußhaben können.
Hätte Emmeram nach gleichen Grundsätzen gehandelt, wieman
von der Mäßigungeinesgefürsteten Reichsprälatens wol hätte erwart
ten sollen, so würden in der Druckschrift manche unanständige Aus
drücke und unerwiesene Beschuldigungen weggeblieben seyn.
S. 16.
Die nachherige Religions- Reformation in der Stadt, welche
im Jahr 1542 eingetreten ist, hat, so wie an andern Orten,
-
D - MU
e
E ( 14 ) DZ
auchhier mancherleiIrrungen mit der in der Stadt befindlichen katho
lischen Geistlichkeit nachfichgezogen. -

Es kam darüber aufdem Reichstagzu Augsburg von 1548.zur


Untersuchung, und die Bischöfliche Klage wurde den 1sten October der
Stadt hinausgeschloffen, um fich darüber aufden 8ten November vor
den Kaiserlichen Hofräten vernehmen zu laffen. Man ist bis zur Re
plik verfahren; und endlich istdie Sache an Kaiserliche Majestät remitti
ret worden. Da kein Vergleich zu Stand gebracht werden konnte, so
ergieng darüber vom Kaiser KarlV. d. d. 5.Juni 1549. nach der Anla
N. II. gesüb Nro. 1 1. ein Interims-Rezeß - - -

Auch dieser ist für den Bischof und gemeine Geistlichkeit aus
drücklich gestellt, und find darinn der Stadt die 2Co.fl. Schutzgeld aus
dem vorigen Vertrag gesichert; die übrigen Punkte aber zu einer fer
nern Kommißion verordnet. -

den Kaiserlich- und Königlichen


"Im Jahr 1550. wurde vor
Hofräten zu Augsburg die Kommißion fortgesetzt, und am 12ten Fer
. bruari 1551. ein neuer Rezeß errichtet. (Nro. 12) -

Indiesem erhielte das Schutzgeld und die ErholungdesAusstan


des davon seine Bestätigung; zur Producirungder Privilegien, wor
über die Geistlichkeit sichbeschweret hat, wurde der Stadt ein Termin
von 14. Tagen, und übrigens alles zu einer fernern Kommission
ausgesetzt. -
- - -

Dieweitern Verhandlungen,welche auchindenengedrucktenActs


Commissions von 1630. und 1631. fich befinden, zeigen, daß aus den
vorgeschlagenen Kommissarien der Herr LandgrafGeorg zu Leuchten
berg ernennt worden. Die von dem Herrn Bischofund gemeiner Geist
- lichkeit d. d. 29. Oct. 1551. eingereichte Artikel betrafen:
1) Das Bischöfliche Probstgericht. 2) Die an die Stadt ver
fzte Güter und Rechte. 3) Die Beschwerden geistlicher und weltli
cher Diener in Auflegungdes Umgelds, Strafe, VerbietungdesPfla
fers, auch 4) Die EinforderungdesUmgeldes von Wein und Bier,
so die geistlichen Räte und Diener zu ihrer Haushaltungerkaufen. -
Die Stadt beobachtete ihre Nothdurft in einem Gegenbericht
und bezog sich in Ansehungder Abgaben von geistlichen Dienern nicht
allein aufdas Herkommen und Gebrauch in allen benachbarten Orten,
sondern auchauf ihre Privilegiengegen diejenigen, die nicht nur in bür
gerlichen sondern auch in gefreiten Häusern wohnen. Im Entstehung
-- - - - der
-
AS ( 15 ) ZR
der Güte erbot man fich zum rechtlichen Austrag; Man wandte sich -

gegen den Kommissionsbescheid aufdie artikulierte Einlassung vom 27.


Nov.155I. an Kaiserliche und Königliche Majestät, woraufdemHerrn
Kommissario unterm 2.Jenner 1552.die Berichtserstattung aufgetra
gen worden ist. -

Auch eine neue Tagsatzungaufden 9. May 1552 war vergebens.


Endlich nach 5. Jahren den 15. März 1557. ergieng dasfüb N. 13. an- N. 13.
liegende Kaiserliche Dekret: - -

Daß es bei den verabschiedeten Sachen zu lassen, die andern Irrungen aber,
deren Ansprüche nicht erlassen werden wollen, an den WegRechtens ver
. . wiesen seyn sollen.

$. 17. --

Nun wandte sich der damalige Herr Bischof Georg, an der


Stadt privilegierte gefreite Richter, die Wollöbliche Stadt Augsburg.
Die in der Beilage N. 14. enthaltne Vollmacht d. d. 20 Aug. 1557. ist N. 14.
ausdrücklich von dem Herrn Bischoffür sich und gemeine Geistlichkeit
allhier ausgestellt, - -

Bemeldte Reichsstadt setzte den 26.Aug. 1557.zum Rechtstag,


an welchem auch die bischöfliche Gewalt undKlagschrift für fich und ge
meine Geistlichkeit übergeben worden. Die Verhandlungen darüber
dauerten 14. Jahre, obschon von keinem Teil etwas neues vorgebracht
-
worden, bis endlich ein neuer Vergleich d.d. 15 Juni 1571.zu Stand
gekommen ist. Die Kaiserliche Ratifikation vom Kaiser Maximilian II.
erfolgte den 23.Aug. 1572.
Durch diesen Vertragfind die von gemeiner Kleriey und Geist
lichkeit seit 1528.der Stadtjährlichbezalte 200 fl. jammt allen Abgaben
als Umgeld c.wieder aufgehoben,dieJurisdiktions Verhältniffe, inAn
fehungder besoldet und gebrödten Diener festgesetzt, und die Befreiun
gen vom Lendgeld und Brutzoll näher bestimmt; Am Schluß ist aus
drücklich bedungen: daß es wegen des Weinschenkens und in andern
Punkten beiden aufgerichteten Verträgen ein Verbleiben haben soll.
$. 18.

… Auch an diesen Vertragwill Emmeram nicht gebunden seyn,


unter dem Vorwand, daß es dem Bischof keine Gewalt dazugegeben
habe. Es bezeugen aber die Akten von 1548. an, daß der jedesmalige
- - Herr

--
BE (16) ZR
Herr Fürst Bischoffür fich, sein Domkapitel und gemeine Kleriey alle
hie feine Legitimationes gestellet hat, wie auch solches bei der Rechtfer
tigung im Jahr 1557. geschehen, als aus welcher der Vergleich seinen
Ursprung hat; Nebst dem hat sich auch der ganze Clerusdes Vertrags
bedient; der Eremtion von allen von demselben getragenen oneribus
fichteilhaftig gemacht, und an den 200fl,jährlichen Schutzgeldes weit
ter nichts bezalt. Selbst der letzte Vertrag von 1654. beziehet sich auf
diesen und aufdie vorigen Verträge, und da Emmeram diesen ewig
zu halten versprochen hat,wie in der Folge sichzeigen wird; so kann es
sich desselben Verbindlichkeit auf keine Weise entziehen. Gesetzt aber
auch, diese Anwendungen könnten einen Scheingrund abgeben; so
gewinnt doch Emmeram dermalen lediglich nichts dadurch, denn die
Punkte, von denen die Rede ist, find in dem neuesten Vertrag aufdas
deutlichste entschieden. « - -

$. 19. -

Nach dem Schluß der Emmeramer Schrift im S. 11. solldieses


der vierte abgenötigte Vertrag seyn. Diese Behauptung enthält einen
offenbaren Widerspruch, da er auf vorgängige Verhandlungen und
Kaiserliche Erkänntniffe gegründet ist; da die Stadt mehrmalen erklärt
hatte, daßsie den Weg Rechtens vorziehen wollte, und nichtdie Stadt,
sondern der Herr Bischof für sich und gesammte Geistlichkeit an der
Stadt AusträgalInstanz sich gewendet hat, wodann erst nach 14 Jahr
ren der Vertragabgeschlossen worden ist. - -

.. Daß die Stadt auch bei denen dadurch erlangten Gerechtsamen


sich nicht beruhiget habe, ist eine eben so ungegründete Auflage. Man
darfnur die selbst von Emmeram füb No. 53. beigefügte Beschwerde
einsehen; so wird man bald erkennen, daß solche ganz andere Punkte,
als die erledigten, betroffen, und überhaupt die Geistlichkeit den Zeit
punkt zu benutzen gedachte, da Herzogs Wilhelm in Baiern Prinz
Philipp zum Bischofpostuliret war.
$. 20.
Es haben aber diese Verhandlungen folgenden Aktenmäßigen
Zusammenhang - -

Gedachter Herzog, mit dem die Stadt eben in einigen Irrungen


befangen war, schrieb d. d. 23.Febr. 1582.daß er seines Prinzens, des
Hochstifts und der Klerieyfichannehmen müffe, undgerne sehe,
“, -
n all",

- - - - - -- - - - - --- - - --- -
FS ( 17 ) DF- -

allerseitsgute Nachbarschaft gepflogen würde; dasHochstift habe einige


Gravamina abgefaßt, und mögten die nach München Deputierte darüber
instruiert werden. Die Zusammentrettung verzogfich bis den 8. Jen
ner 1583. Die Geistlichkeit brachte weitläufige Beschwerden vor, so
daß beider Verhandlung darüber immer bis zur Quadruplik verfaren
worden. Man schlug vor, die Handlungallhier in Regensburgfortzu
fezen und wo man fich"nicht vergleichen könnte; so stünde vermöge des
Kaiserlichen Rezesses von 1557. (Nro. 13)jedem Teil der Rechtsweg
offen. Man will es nicht widersprechen, daß der damalige Abt von
Emmeram, Hieronymus, gleich beider ersten Tagsatzung am 8. Jen
mer 1583. den Bischöflichen Räten eine Protestation hat infinuirem laß
fen, daß er an die Verträge von 1484. und 1571. nicht gebunden
fyn will. Man darfaber nur die in der Druckschrift Nro.5.5. beige
fügte Urkunde ansehen, so zeigetfich: - -

1) daß der Abt selbst eingestehet, daß er den Gewalt des Herrn
Bischofs zu den Handlungen von 1583.unterschrieben und gefertiget.
2) Daß diese Protestation nur auf einige Artikel, welche vor
züglich das Bißthum betreffen, gerichtet gewesen,
3) Daß der Abt bekennet, daß er in denen das Bistum und ger"
meine Kleriei betreffenden Punkten von denen von Regensburg we
mig beschwert, mit den Worten: -

Und da unsauch in etlich wenig Fällen was beschwerlich zugezogen worden r


feyen doch dieselben von denen von Regensburg in der Güte dermaßen
, abgeschaft worden, daß wir uns ihrem Erbieten nach in dergleichen we
nig Eingrifs weiterzu besorgen;
4) Daß über den wesentlichen Punkt des Vertrags von 1484.
darinnenthalten ist: -

Gleichergestalt hates mit dem Weinschenken, daß wir uns hierinn der
alten Verträge bishero gehalten e.
Dieses ausdrückliche Eingeständniß läßt sich mit dem unbescheid
nen Anhang im S. 11. daß man zu keiner Ruhe komme, solange noch
von den Geistlichen Gerechtsame zu erhaschen find, unmöglich ver
einbaren. - - -

Emmeramgestehe, daßihmvon der Stadtdas beschwerlichein


Güte abgeschaft worden; daß es auch wegen des Weinschenkens den als
ten Vertrag, welches kein anderer, als der von 1484. seyn kann, ge
halten habe, undnun will es doch weder an diesen, noch an den von
1571. gebunden seyn ! -

- GF Der
- AS (18 - SR -

Der hieraus sichergebende Beweis, daß man Emmeramischer,


Seits nicht allein gegen die Stadt, sondern auch gegen das Hochstift
und übrige Teilhaber gefährdevoll gehandelt; utilia fich zugeeignet, von
andern Auskunftsmitteln aber durch den Deckmantel einer angeblichen
Freiheiten sich hat entziehen wollen, ist so offenbar, daßman denselben
gar nicht weiter beleuchten darf; er wird noch bei dem letzten Vertrag “
in seiner Blöffe sichzeigen. - - - - -- - -

- $. 2I. - - -

- In keinem von den flüb Nro. 53. angefügten Beschwerpunkten ist


von Emmeram etwas enthalten, und das füb Nro. 56.beigefügte weit
läuffige Protokoll von 1583. beweiset überhaupt nichts; da die ganze
Verhandlung fruchtlos gewesen, solches nur ein einseitiger Auffaz ist,
und so viele zur Hauvtsache nicht gehörige Punkte angebracht worden
sind, die in die fernere Verhandlungen gar keinen Einflußgehabt haben.
-- - - - - --

- - - $. 22.

Gleiche Beschaffenheit hatte es mit der Fortsetzung der Tagsatzung


in München d. d. J. May 1590. Von wegen St. Emmeram istdabey
der Kanzler, D. Rankh erschienen, und die Stadt-Deputierte waren,
Johann Lerchenfelder und Nicomed Schwäbel, beede Raths-Freunde.
DieEinnehmungmancherleiInnwohner in die geistliche Häuser, -

und der erweiterte Bierverschleiß waren von Seiten der Stadt die
Beschwerpunkte. Es kam aber auch nichts zu Stande. -

Selbst die von dem Gegenteit Nro. 57. angefügte Verhandlun


gen zeigen, daß die Stadt aufdem Innhalt des Vertrags von 1571. be
finden, und von denen Kommissarien den Reichsstiftern, in specie auch
Emmeram, der Weg Rechtens fürgeschlagen worden; sie erklärten sich
aber Seite 205. dahin: -

Da die von Regensburg dem Vertrag und ihren erbieten wegen Auffahung
und fenklicher Annemmung der geistlichen Diener wirklich nachkom
men, daß sie damit zufrieden. - --

Auch bei dem Punkt des Weinschenkens wurde das medium conclu
dendi dahin gesetzt: -

Daß beide Teile beiden Verträgen bleiben, und die Geistlichen sich
des offnen Setzens und Speisen enthalten sollen, auch den Oberländer
nicht weiterzu verkaufen. -

Da indessen auch bei dieser Tagsatzung von keiner Seite etwas


verbindliches geschlossen, die Handlung am 28. Mai geendiget und bei
- - - - andrer

f
- E (19) SR
andrer Gelegenheit die Fortsetzungversprochen worden ist; so muß es
wol auf einen Nebenvorteil seine Absichtgehabt haben, daß Emmeram
die einseitigen nicht zusammenhängenden Verhandlungen hat beifügen
mögen; es sind damit 156gedruckte Seiten angefüllt, die nichtszeigen,
als wasjeder Teil kanngesagt haben, oder wie dessen Meinungvon dem
- -

andern Teileingenommen unddarüber berichtetworden ist.


Die von dem Abt Hieronymuszu St. Emmeram, so wie von
St. Jakob und andern Klösternzu den Verhandlungen von 1590. aus
gestellte Vollmacht d. d.3.Mai. 1590.(Beil. No. 15)beweist den Auf- N, 13.
trag; alleszu handeln, was alle Stift und Klöster, auch insgemein
dieganze Geistlichkeitangehen wird. -

S. 23.
. Nur um des historischen Zusammenhangswillen muß man bei
merken, daßim Jahr 1594. die Geistlichkeit etliche Klagpunkte überge
ben hat; auch bei dem Reichstag von 1613. wurde gegen der Stadt
Inventur in geistlichen Häusern sich beschwert; vorzüglich ist die Stadt
mit dem Hochfürstlichen Hochstift, wegen der den Bischöflichen Lehen
briefen eingerückten Lehenstücke, die durch den Vertrag von 1571. abge
tretten waren, in einen Reichsgerichtlichen Prozeßgerathen. Durch
die Kaiserliche Sentenz d. d.23.Sept. 1622. wurde diese Differenzge
hoben, und da auch der damalige BischofAlbrecht puncto praetenäe
laesionis durchden angezeigten Vertrag, fich beschwerte; so erfolgte prae- -

via causäe cognitione d. d.5. März 1624. (Beil. No. 16) der Bescheid N. 16.
dahin: -- - -

daß es Kaiserliche Majestät bei dem Vertrag und obbemeldter Urtel ungeän
“ dert nochmals allerdingsbewenden lassen. -

- S. 24
… … Aufeine anderweite Klage wegen der Prozessionen und andrer
Punkte vom Jahr 1628 erkannte der Kaiser d. d. 11. Aug.: daß die.
bestehende Differenzen gütlich gehoben werden sollen. Die Stadt erbot
fich sogleich zur Konferenz; Bischöflicher Seits wurde solche verscho
ben, weil die Punkte nicht den Bischofallein, sondern die ganze K.-ri
* seiangiengen. Hiebei blieb es bis 1630. da die im Druk bekannte, aber
zu dieser Sache nicht gehörige Religions-Verhandlung ihren Anfang
genommen hat. - - - - - - -

- - - - - - -

-
-
-
-
-
- - S. 25.
-

-
FS ( 20. ). SR
§ 25.
- Zu neuen An- und Widersprüchen kam esnachher dadurch, daß
man von Seiten der Geistlichkeit überhaupt die durch die Verträge
entschiedene Jurisdiktion über die in dengeistlichen Häusern wohnende,
aber in ihren Diensten und Pflichten, auch Sold und Brod nicht ste
hende Innwohner derStadt bezweifeln wollte; wogegen aber die Stadt
diesen unbesoldeten und ungebrödten Dienern durch mehrere Dekrete
die NachsuchungdesBeifizes und Verpflichtungzugemeiner Stadt Ord
nunganbefohlen hatte. Die 4 geistlichen Stände, nemlich der Herr
Fürst Bischof. Emmeram, Nieder und Obermünster klagten dieserwe
gen bei KaiserlichemReichshofrath und erhielten d. d. 16.Febr. 1652.
das von Emmeramfüb No. 64.angeführte Conclusum: -

daßdie Stadt das erkannte Dekret abtun, und biszur Kaiserlichen Resolu
- tion mit der Exekution einhalten soll. - - - - - -- - - - " -

Der Eingang dieses Conclufzeiget, daß die Geistlichkeit wegen


dieses Punkts, sonderlich aber des braunen Biershalber auf eine güt
, liche Konferenz oder auf eine Handlung coram deputatisCaefäreis bei dem
bevorgestandenen Reichs Konvent den Antrag gemacht hatte. Nach
fernern gerichtlichen Verfahren darüber wurde am 16. Sept. 1653. eine
Kommissionzur Güte aufden Herrn Bischofzu Eichstätt und die Wol
löbl.Stadt Nürnberg in Sachen der 4. geistlichen Stände zu Regens
burg entgegen den Stadt Rath (nach der Emmeramer Anlage süb
No.65)erkannt. AusFurcht,daßauch dieseKommissionfruchtlos sein,
und andere dahin nicht gehörige Gegenstände eingemenget werden möge
ten, stellte die Stadt vor, daß sie bei ihrem foro Auftraegarum und bei
der durch ein Privilegium vom Kaiser KarlV. d. d.ult. Mai 1541. er
haltenen Befreiungvon Kommissionen mögte geschütztwerden, mithin
die 4 geistlichen Stände zu ordentlichem Prozeßzu verweisen; Alleine
N. 17. durch das fernere Dekret vom 22. Oct. e. a.(Beil. No. 17) wurde es,
jedoch unter dem Anhang, daßdie Intention nicht fey, in Entstehung
der Güte, der Stadt ihre Rechte zu benehmen, bei der angeordneten
- Kommission gelassen,wozu dannauch die Stadt sich bequemen muste.
- - - $. 26.
" . Den 9. Jenner 1653.wurde allhier von den Kaiserlichen Herren
Kommissarien die Verhandlung eröffnet, in achtzehen Konferenzen fort
gesetzt, und am 17. May geschlossen; der gemeinsame Receß den 27.
Mai berichtiger und unterschrieben, und sowol von dem damaligen
Kaiser Ferdinand II. als nachher bestätiget, auch in dem Jahr 1656.
mit dem Kaiserl.Bestättigungsbrief durch den Druk bekanntgemacht.
- - § 27.
BE (21) DR
- S. 27.
Ein Protokollvon dieser Kaiserlichen Kommißions Verhandlung
hat Emmeram in der Beilage No. 67.angefügt; man kann solches für
vollkommen authentisch nicht erkennen, da es mit dem diesseitigen Ori
ginal von einem geschwornen Kaiserlichen Notario Hörwartel, und
von dem Hochfürstlich Regensburgischen Hofrath und Kaiserlichen
Notario Brex, welche beide dieserwegen in öffentlicher Seßion ihrer
Pflichten entlaffen worden find, verschiedentlich nicht gleichstimmig ist.

S. 28.
Man verlangt nicht zu widersprechen, daß Emmeram gleich in
der ersten Session erkläret hat, daß dieses Reichsstift, so vieldie Ver
träge von 1484. und 1571.betrift, sich dazu nicht verstehen könne, weil
sichin diesen wegenEmmeram keine Subscription, Sigillation undKon
firmation befinde; aber so richtig hingegen sogleich von Seiten der Stadt
versezet worden,daß gesammte Geistlichkeit,für welche derHerrBischof
communi Cleri nomine die Kommission gesucht habe, allerdings daran
gebunden sey, da ja der ganze Clerus und also auch Emmeram aller
commodorum des Vergleichs, bisaufselbige Stunde genoffen habe; zu
dem es eine protestatiofacto contraria und offenbare Verheelungder Wahr
heit war, da auch beidem Vertrag von 1484. Emmeram an der Voll
machtundan allen Verhandlungen, namentlichder damalige AbtJohan
mes, Teilgenommen hat, übrigens bei dieser neuen Zusammentrettung
der Emmeramer Kanzler,Johann Jakob Handloß,bei allen Konferenz
zen erschienen ist, undzur Unterschrift des Haupt-und Neben-Rezeffes,
aufden damaligen Fürst Bischofdie von dem Abt Placidus undden
Aebtissinnen von Nieder- und Obermünster ausgestellte Vollmachten
CBeilage 18. und 19.) beigebracht hat; so läßt sich die gefärdevolle N.,13. I9.
Absichtgar leicht erkennen, daß nun die Verbindlichkeit der Verträge in
Zweifelgezogen, und dadurch gleichsam ein Vorzugvor den übrigen in
den ReichshofratsConclusis benannten Ständen erzwungen werden will.
Man hat indessen nicht nötig, sich hierüber weiter einzulaffen.
Selbst die vom Gegenteil No. 66. beigedrukte Vollmacht d. d.7.Februar
1654. widerspricht einem Afferto. Der Abt hat ausdrücklich für sich,
sein Convent und Nachkommen den Gewalt aufden Kanzler Handloß
ausgestellt; Er bekennt darinn: “daß die zwischender gesammten Geist
„lichkeit und der Stadt vorwaltende Differenzien, in Sachen die in
„geistlichen Häusern wohnende, und nicht im Brod und Sold stehende
„Personen, dann den Bierverschleiß betreffend, dadurchbeigelegt wer
„den
AS ( 22 ) DZ
„den sollen, und daß er alles,was der Bevollmächtigtehandelt, unvers
brüchlichhaltenwolle!“ auch indenenobenangeführten Vollmachtenzur
Unterschrift vom 25. May, und 30. Dec. e.a. verbindet er sich, daß er
den Haupt-undNebenreceßunzerbrechlichzu erreigen Zeiten haltenund
dabey bestehen wolle. -

DesHerrn Fürst Bischofs Hochfürstl.Gnaden, alsOrdinarius und


apostolica auctoritate munitus, dessen
ruhmwürdigste Vorfahren gleich in
dem ersten Vertrag in allen Kontraventionsfällen das jus cognofendi et
decidendi, und zwar exemtionibus et aliisprivilegis non obstantibus, über-
nommen haben,werden die Zuverlässigkeit aller Vertragshandlungenzu
behaupten, undder offenbaren Abläugnung einer erwiesenen Thatsache
zubegegnen wissen! - - -
Es wird sich aber auchin der Folge zeigen ,daßaufdiese Emmera
mische Exception, selbst von dem höchsten Reichsgericht, niemals Rüf
ficht genommen, sondern aufdie Verbindlichkeit der Verträge erkannt
worden ist.
-

S. 29.
- Zu einem überzeugenden Beweiß,daßEmmeram auch den nach
herigenzum VollzugdesVertrags gehaltnengemeinsamenKonferenzen
beigewohnethat,darfman nur aus dem darüber errichteten Protokoll
so viel anführen: -

Bei der ersten Session d. d. 29.Jul. 1654 warfür Emmeramder


Kanzler Handloß gegenwärtig; -

Desgleichen den 5ten Sept. e. a. - -


-

. . Den 27. Nov. erschien für Emmeram, Kaspar Horcher, Preiter


allda. Bei dieser Session hat man sich einmüthigvereiniget, die Rati
- , fikation des Vertragsbeiderseits bei Kaiserlicher Majestät zu suchen.
Bei der Session am 13. Febr. 1655.vereinigten sich die Interes
senten, in Anlehungder claufilepenals bei derzu suchenden Kaiserlichen
Ratifikation; alles was abgehandelt worden, getreulich zu halten,
und da wider Verhoffen unter uns allerseits sich etwan inskünftige
befindlichefürsezlicheKontravenienten dieses Vergleichs, welche kein
zuvor an sie ergangen gütlich Abmanen und Erinnerung gelten las
fen wollen, nach ordentlicher Befindung zu einen Abscheu mit einer
namhaften Geldstrafe zu verpönen, so der Kaiserlichen Bonfirma
tion zu inferieren. - - -

Den 12. Jun. 1655. erschien von Seiten. Emmeram, Leon


hard Abeltshauser, Preiter desKlosters.
- - - - - - -" Den
S. (23) S.
Den2. Oct.eod. MaurusBarth, Prior und besagter Preiter;
Bei dieserKonferenzwurdenauchdieSpecifikationen derInnwoh
nerin Geistlichen Häusern verlangt, und die Innwohner vorgefordert
Und da die Stadt diese Specification unmittelbar von Emme
ram, Ober- und Niedermünster gefordert hat, so ist solches von Sei
ten des Bißthums in der Session vom 1. März 1656. geahndet wor
den, weil solche zur Fürst-Bischöflichen Kanzlei hätten eingereicht
werden sollen.
Zu einigen nachherigen Konferenzen hat sich niemandvon den
3. Reichsstiftern eingefunden, und wurde daher den " Dec. 1658.
zum Protokoll beliebet :
„Weil Emmeram, Ober- und Niedermünster sich von den Kon
„ferenzen entzogen, und gleichwol mit denenselben gleichfalls neben
„andern geistlichen tranfigiret worden, daß selbige bei den künfti
„gen Konferenzen erscheinen sollen,
Am 21. März 1661. kam von Seiten. Emmeram dessen Konven
tual Fr. Aemilianus und der Kanzler, Lt.Georg Wilhelm Mulzer; Sie
find aber wegen einer Vorfiz-Differenz mit den Domkapitlichen Depu
tirten in das Konferenz-Zimmer nicht hineingegangen. -
Den 17. Sept. 1663. war besagter Kanzler bei der Session, er
brachte dabei die Beschwerde an, daß man von einem für Emmeram
von einem Bauer hereingeführten Ofen einen Bazen Bruckzoll ge
nommen habe; der Vertrag laute zwar nur von einem eigenen Ge
schirr, es sei aber doch eben das,wenn es durch andere verrichtet werde
Die Stadt erklärte sichhierauf, daß nicht allein die eignen Fuh
ren und Geschirr, sondern auch die eignen Unterthanen frei paffirt
werden sollen; die um Lohn fahren, könnten aber darunter nicht ver- -

standen werden. - - - " -

Hiemit endigten sich diese Konferenzen. - -


Die noch dermalen erwünscht fortdauernde allgemeine Reichs
versammlung hatte schon im Jenner 1663 ihren glücklichen Anfangge
nommen; es ist aber von keiner Seite daran gedacht worden, daßdurch
diese Ereignißje in einem Vertragspunkt imgeringsten etwas verändert
werden soll; Es ist daher actis et probatis entgegen, wenn nun Emme
ram in dem S. 17. den Saz aufstellen will, daß zur Zeit des Vertrags
an die Reichsversammlung nicht habe gedacht werden können,
- $. 30.
Nachdem Innhalt desKonferenz-Protokolls, ist die gemeinsam
zu suchende Kaiserliche Konfirmation des Vertrags unterm
- - -
zeit
IÖ55.
WE. (24) DR
1655. angebracht worden. Man darf nur den in der Beilage Nro. 20.
befindlichen Kaiserlichen Reichshofraths Protokoll-Extrakt ansehen, so
wird man augenscheinlich überzeuget werden, daß nicht allein der das
malige HerrFürstBischof Franz Wilhelm, für sich und sein Domka
pitel undKlerifei, sondern auch namentlich die drei in der Stadt wohn
, hafte Reichsstände, Herr Placidus Abt zu St. Emmeram, Maria
Margaretha, Aebtifin zuNiedermünster, und Maria Elisabet, Aebtif
finzu Obermünster, ohne dengeringsten Vorbehalt, den abgeschloff
nen Haupt- und Nebenrezeß übergeben, und um dessen Ratifikation
aus höchster Kaiserlicher Gewalt, vorzüglich mit dem Anführen ge
beten haben: -

Daß durch diese Vertragsmittel zwischen Ihnen Fürsten und


Ständen, so ohnedas in einer Ringmauer beisamm wohnen,
gute Ruhe, Nachbarschaft, Fried und Einigkeit erhalten wer
den könne, und die wider Verhoffen unter ihnen allen und bee
derseits sich etwa ins künftige befindendefürsezliche Kontrave
nienten dieses Vergleichs, welche keiner zuvor anfie ergangene gütliche
Abman und Erinnerung bei sich gelten laffen wollen, nach ordentlicher
Befindungzu einen Abscheuen mit einer gewissen Geldstraffe zuver
pönen. - --

Hieraufist auch eod. die die gebetene Konfirmation cum infertapena


20marcarumauri erkannt worden.

Daßman es auch von Seiten der Stadt in Kontraventionsfällen


an Vorstellungen und Erinnerungen, besonders gegen den unbefugten
Bierverschleißder Geistlichkeit nicht hat fehlen laffen, davon zeuget die
N, 2I. von der Hochfürstlichen Regierungd. d. 14. Nov. 1679. (Beil. No.21)
erfolgte Antwort, wie denn auch selbst Kurbaierischer Seitszu Verhü
tung der Hinausprakticirung des Klosterbiers d. d. 12. Sept. 1697
N.22. (BeilageNo.22) ein Befehl ergangenist.
§ 31.
Da das Reichsstift St. Emmeram, so sehr es auch seine Beilagen
mit unnötigen und nichts beweisenden,meistens auch schon anderwärts
abgedrukten Aktenstüken zu vermehren gesucht; wie denn die Urkunden
von No. 1. bis 12., dann von 26. bis 41., ferner 46, 49, 5O, 51, 58,
59 und60indem obenangeführten LibroProbationum fichbereitsbefinden;
von dem Vertragsinnhalt selbst aber, als dem Hauptgrundgesetz das
wesentlichentscheidende nichtangeführt wird, undhieraufdochdieältere
und neuere allergerechteste Kaiserliche Erkenntniffe gegründetfind, auch
die
dieältern Abdrücke der Verträge sichfastgänzlich vergriffenhaben; so ist
manbemüffiget, solche in ihrem Zusammenhang (No. 4.) so, wie fiel N.40.
im Jahr 1656. bekannt gemacht worden find, beizufügen. Aus dieser
Ouelle kann nunjedermann beurteilen, wer in den dermaligen stritti,
gen Punkten eines Gesetz- und Vertragswidrigen Benehmens sich schul
diggemacht und vel bona velmalafide gehandelt hat!

- -- - - $. 32. - - -

Beidem ersten Anblik dieser Verträge von 1484.1571. und 1654.


wirdfich zeigen, daß gleich im Eingang des Haupt- und Nebenrezeffes,
Emmeram, Ober-undNiedermünster alsKomvacicenten ausdrüklich
benennet find! Man hat nicht nöthig, in alle Punkte einzugehen; es
kommt dermalen nur daraufan,
ob das in hiesiger Reichsstadtbefindliche Reichsstift St. Emmeram, in Ahnse
hung seiner Innwohner und Handwerker und derselben Arbeit angefreite und
ungefreite Personen, so wie auch in Betrefdes Bierverschleiffes an die Ver
träge gebunden sey? oder inbeiden Punkten einesjuristerritorialis sichgebrau
chen könne? - -
--
-

S. 33. -

"Die Disposition der Verträge gehet überbeide Punkte und zwar


1) wegen der Innwohnerund Handwerker sagt der Hauptvertrag
von 1654, S. 8. - -

Anlangend diejenigen Incolas in der Geistlichen Häusern, die sich allein mit
ihrer Handarbeit und dem Taglohn ernähren müffen - ist verglichen worden,
daß zwar die Herren Geistliche solche einnehmen, und sich deren zu ihrer Not
durft bedienen mögen, selbige aber weder in die Burgerschaft, noch
anderwärts insfremd zu handeln und zu arbeiten, und dadurch
besagter Burgerschaft an der0 Narung und Gewerbschaft Ein
tragzuthun nicht befugt, herentgegen aber solche-als Handwerksleur
von allen oneribus civilibusbefreit sein sollen. -
2) wegen des Bierverschleiffes enthält der § 12. des nemlichen
Vertrags: -
-

So viel das strittige Bierausschenken belangt, so bleibt es beidem ao. 1484.


getroffenen Vergleich, und ist dieser paffus dahin vermittelt worden, daß
zwar die Geistlichen insgesammt und deren Angehörige fich des
Bierverkaufs sowol Faß als Maaßweis, inskünftig gänzlich ent
halten, jedoch aber denenselben unverwert seinsolle, etwan ein Fäßlein auf
- - - - G5 - - ihre
AE (26) DI
ihre Höfe zu ihrem Behuf mitzunemen, und ihren bei dem Gottesdienst
brauchenden Priestern - wie auch Advocatis, und ihren Handwerksleuten
aus der Burgerschaft, in Mangel baaren Geldes, an Zalungsstatt zu über
laffen- jedoch daß hierinn kein Gefar und Uebermaas gebraucht und um fd
viel mehr Bier gesotten, sondern bona fide gehandelt werden soll.

$. 34
1) Wegen der Handwerker ist in denen bei der XI.Session der
Konferenz vom 22.Apr. übergebnen (aber in dem Emmeramer Abdruck
nicht befindlichen) Norandis exparte des Herrn Fürst Bischofs, dann
St. Emmeram, Nieder und Obermünster, auch sämmtlicher Geist
lichkeit über der Stadt Erklärung dieser Punktdahin gefaßt:
ratione des Dritten, daß sich die Geistlichkeit der Handwerker in ihren Refi
denzen, Stift, Klöster und andern Häusern, allein zu ihrer Notdurft ge
brauchen, und keineswegs trafigüren und Handlung treiben laffen
wollen; habe man sich schon hievor unter den ersten medis amicabiliscom
positionis vernehmen laffen, dessen man noch erbietig. - -

Dann findet sich in der XIII. Seßion Mittwoch den 10. May 164
Städtische: wegen der Geistlichkeit Handwerker solles also gesetzt werden,
daß sie allein in ihren Häusern für die Geistlichkeit, sonsten aber weder in
die Burgerschaft, noch in und auffer der Stadt unter die Burger
oder Fremde mit arbeiten, noch trafigieren, keine andere ihres
Gewerbs zu sich nehmen, auch keine Zeichen oder Taffeln aushenken,
noch ihre Mezger offne Bänk halten sollen; -

Stiftische: Seyen zufrieden. -

In Ansehung der Gerichtbarkeit über dergleichen Handwerker in


Geistlichen Häusern, entscheidet der fernere Innhalt in besagtem S. 8.
„daß sie in civilibus et criminalibus der Stadt Jurisdiktion und Execution
„unterworfen; selbige weiter keine Wirtschaft, Ausschenken Wein und
„Biers treiben, keine Kostgänger halten, auch sonst denen Burgern
„an ihrer Narung nicht Eintrag und Schaden thun sollen;“ wodurch
also die im Eingang des S. enthaltene Dispofition zu desto mehrerer
Verbindung auch am Schluß wiederholt wird
$. 35.
Der Ausdruk daß solche Inwohner weder in die Burgerschaft,
noch anderwerts ins fremde handeln und überhaupt der bürgerlichen
privilegierten Narung keinen Eintrag und Schaden thun sollen, ist so
deutlich, daß ihm ohne arglistigen Rückhalt keine Ausdehnunggegeben
- - Wer
BE (27) DR
werden kann; der Stadt Privilegium, daß niemand Narung treiben
darf, der nicht Burger ist, zeiget den Grund davon! Die Stifter und
Klöster haben in keiner Vertrags-Verhandlung das jus opifici et pincer
nandiweiter alsprousüfuo et füorum anbegehrt!Sie habennurüber die in
ihrem Sold undBrod stehende Diener und Dienerinnen die Gerichtbar
keit behauptet! Die Handwerker find von allen oneribus civilibus befreiet
worden, weil fie von der Stadt keinen Nutzen haben! Sie find von den
Tagwerkern unterschieden, die ihr Brod überall fuchen können, aber
auch dafür das Ungeld geben und die onera mit Wachten tragen müffen!
Durch den $.3. des letzten Vertrags find die geistlichen Refidenzien,
Gotteshäuser c. wie fielin ihrem Einfang, Mauern und Bezirk begrif
fen find, von den Gerechtigkeiten frey, welche der Stadt durch den
Vertrag mit dem Bischof David von 1571 abgetretten worden find;
könnenfie nun nach dieserBestimmunginnerhalb ihresBezirkseinigerlei
jura territorialia mithin ein jusopificietpincernandi ausüben, so kann doch
solches, auch nur nach allgemeinen Grundsätzen, in ein fremdes Terri
torium nicht wirksam seyn; jeder Reichstand hat ein jusprohibendigegen
fremdes Gewerb, wo nicht ein mutuum Commercium durch Verträge
bedungen ist! Bei dieser allgemeinen und besondern Betrachtung kann
dasjusprohibendider Stadt gegen alle Arbeit und Trafigirungder Stift
ter undKloster Innwohner, auffer für die Bedürfnis der dahin gehörie
gen Personen, nicht widersprochen werden!
Emmeram ist Vertragmäfig verbunden und hat es auch heilig
versprochen, daß seine Inwohner der Burgerschaft keinen Eintragthun
sollen. Dazu muß es also auch diese Inwohner anhalten, und keiner
Ausdehnung stattgeben.
Hohe Gesandtschaften werden einem Stiftprofessionisten ihre
Arbeitnicht aufdringen, wennfie dessen Vorgesetzter in den Vertragmäß
figen Schranken hält, und thut er dieses nicht, so handelt er gegen Re
ligion, Pflicht und Gewissen, und die Stadthat ein feierlichesjusquae
fitum, gegen dergleichen Contraventiones pactorum ObristrichterlicheHilfe
zu suchen. -

$. 36. - - - - - - *

Bei der öffentlich beschehenen Auffoderung muß man es allge


mein bekannt wachen, daß unter den vierzehen in der Stadt Ring
mauern befindlichen Stiftern und Klöstern, noch keines die Vertrags
übertretungen so weit getrieben und für die nachfolgenden ein so macht
rheiliges Beispielgegeben hat, alsin allen Gelegenheiten von St. Em:
.
* -

. "
- - - - meram
S. (28) ZZ
meram geschehen ist; daßdaher von diesem Reichsstift der burgerlichen
privilegierten Narungaufder einen Seite der größte Nachteil, und auf
der andern fast gar kein Erwerb zugehet, da die allerwenigsten Bedürf
miffe von der Burgerschaft genommen werden. Schon in dieser Be
trachtung ist es dem Magistrat gewis nicht zu verdenken, wenn er auf
die fo häufigen Klagen von ganzen bürgerlichen Innungen die rechtlichen
Wege einschlägt, deren Versäumung ihm nicht nur vor der Bürgerschaft,
sondern auch vor Kaiserlicher Majestät und der Nachkommenschaft zur
Last fallen würde.

§ 37.
Der dermalige Vorgang ist nicht der erste. Schon in mehrern
ähnlichen Fällen hat man gegen St. Emmeram Reichsobristrichterliche
Hilfe suchen müssen, undauchsolcheallemalvon der Gerechtigkeiterhalten.
Kaum waren einige Jahre nach dem Hauptvertragverfloffen; so
errichtete Emmeram eine offentliche Schenkstette mitbraun und weißem
Bier und nahm Handwerker auf, die nicht nur für die Notdurft des
Klosters, sondern auch auffer demselben arbeiteten, und gegen die deut
liche Vertrags Disposition der burgerlichen privilegierten NarungScha
den und Eintrag machten. -- -

Die Stadt brachte diese Beschwerden alschonwährenden Bestands


der dermaligen Hochansehnlichen Reichsversammlung, an den glorwür
. digsten Kaiser Leopold im Jahr 1666.(Beil. No. 24) und erhielte von
N. 25. daher d. d.27.Oct. e. a. dasfübNo.25. anliegende allergnädigste Rescript
an den Herrn Prälaten zu Emmeram; defen Disposition dahin gehet:
. Daß du dem a. 1654. zwischen sammtlicher in Regensburg wohnender Geist
lichkeit, und darunter auch deinem Stift und Kloster St. Emmer
ran getroffnen Vergleich allerdings nachsetzest und gedachte Stadt und
Burgerschaft allda darwider keineswegs, sonderbar mit dem Bieraus
schenken und Zechhalten, wie dann auch mit Aufstellung allerhand
einschichtiger Handwerksleute und unwerburgerter Meister be
schwerest, all solches unverweilt abstelleft, auch dich dessen künf,
tig gänzlich enthaltest. -- -

Dieses Restript wurde den 22. Nov. durch einen Deputierten in


Emmeram insinuiert: Da aber derHerr Prälat fich wegen der Einsicht
derBeilagen die Erklärung vorbehielte, so kam es erst den 26. März
1667.zu einer mündlichen Konferenzdarüber.
---
Ds -

-
--
FE ( 29. ) ZF
DasfübNo.26folgende Emmeramer Protokollvom " " ist um. N. 26.
fo merkwürdiger, da es zu erkennen,giebt, wie gering die damaligen
Beschwerden gegen die dermaligen beschaffen gewesen; daß man zwar
auch die Verbindlichkeit der ältern Verträge un Zweifel ziehen wollte,
aber dargegen das Emmeramer Procuratorium von 1484.von Seiten der
Stadt produciret worden ist, und dieses Enumeramischer Seits als ein
novum emergensangesehen worden.
In den Hauptartikeln versetzte Emmeram:
1) Daßes oft in einem Monat nicht einen Eimer Bier heraus
gebe, und nur Gerstenbier für die Herren Gesandten habe sieden laffen.
2) Daß man nicht mehr, als 2 Handwerker habe, einen
Schmidt, der den Stift allein arbeite: Man folte ihn zum Burger
und Meister annehmen, und einen Schreiner, einen Laybruder; der
Herr Prälat brauche solche bloszu ihrem Kloster und Kirchenbau.
Man vergleiche diese Erklärung mit dem im S.54. näher geschil
derten dermaligen Bierverschleiß, und mit den nun allda befindlichen
Handwerkern, die 5.bis 6.Gesellen haben; so wird fich das Verhalten
gegen heilige Verträge und Kaiserliche Befehle von einem Geistlichen
Reichsfürsten näher prüfen laffen! - - --

r
S. 39. -

Emmeram sagtim S. 17.der Druckschrift, daßdie ausgestellte Voll


machtzu dem Vertrag von 1654. nur aufdie zween Punkte, nemlich die
Innwohnerin denReichsstiftischenHäusern unddenBierverschleißgegan- -
gen fey. Obschon derInnhaltder angezogenen Vollmachten klar zu erken
nen giebt, daß Emmeram in ewigen Zeiten den Vertrag, mithin auch
alle darinn enthaltene Punkte, unverbrüchlich zu beobachten sich ver
pflichtet hat; so ist es dermalen dochgar nicht nöthig,in den ganzen Inn- .
halt einzugehen. Jene beede Punkte findaber klar, deutlich und unwie
dersprechlich entschieden, nemlich - -

1) daß die Stifter und Kloster Handwerker, nur für das Stift
und Kloster, und nicht anderwärts ins fremde arbeiten, undder Bur
gerschaft in ihrer Nahrung keinen Eintrag thun sollen; - *

2) daß sichdes Bierverschleiffes sowohlFaßals Maasweißgänzlich


enthalten werden solle! - -

- $. 40.
- - -

Selbst das vom Gegentheil in der BeilageNo.57. beigebrachte


Protokollvon 1590 giebt eine als über beede Punkte:
In
FE ( 30. ) ZF
In Ansehungder fremden Handwerker erklärten die Kommissarien
aufden7ten Punkt, daß der Geistlichen Begehren wegen desGebrauchs
fremder Handwerker nicht von solchen zu verstehen;
denn wer nicht redlich, sichder Gebür nach nicht verhalten, mit einem Hand
werknichtanliegen oder gleiche Bürden tragen und annoch seinen Bauch und
heußliche Wonungallda zu Regensburg haben wollte, daß es mit demselben -

feinen Weeg habe: - ---

ferner Weinschenkenshalberbei dem 6ten PunkterklärtendieGeistlichen:


Pro fecundo, daß den Geistlichen mit alle negotiationes indistincte, sondern
nur allein inhonetae et quaefuof, auch nicht aufalle und jede Fällverbotten,
sondern ihnen mit der Maas zugelassen, wenn sie die Cleri arm und dürftig
feyen, daß sie alsdenn wohl etliche Handwerk treiben und sichmit ihrerHand“
arbeit ernähren mögen; Sonst sey dieses Weinschenkens halber ein sonder
barer alter Vertrag von 1484. vorhanden, dem ihres erachtens
billignachgangen, und dieser Punkt darnach reguliert werden soll.
Das medium concludendiwar, daßbeide Theile bei den Verträgen
bleiben, und die Geistlichen sich des offnen Sezens und Speisens ent
halten sollen, mit dem Anhang: - -

das Pier, wenn solches ein Preu einem Geistlichen Eimerweis gebe und
mit Politen bescheiniget ist, soll Ungeld frey feyn.
Auchbei dieser Verhandlung war D.Rankh, Kanzler von Emme
ram, mit Vollmacht gegenwärtig -

S. 4I.
Aus allen diesen vorangezognen Verbindungen, und eignem
Geständniß muß die Unstatthaftigkeit der gegenteiligen Einwendungen
gegen sofeierliche Verträge undHandlungen augenscheinlich sich zu Tage
legen; und nun soll doch noch, nach dem wörtlichen Innhalt desjenseiti
gen S. 18. der letzte vongesammter Geistlichkeit beiKaiserlicher Majestät
gesuchte undmit so vieler Mühe zu Standgebrachte, selbst vonden Kai
serlichen Kommiffarien und namentlich von den Reichsständen allhier
zur Kaiserlichen Ratifikation gebrachte und nachher vollzogene Haupt
vertrag, als der Grundstein unzäliger Irrungen und Zwistigkeiten
angesehen werden! -

Nach dem Schluß des S.will endlich Emmeram den Vertrag in


so weit anerkennen, als er mit der Observanz übereinkomme; die Bei
lage No. 68. soll solches aufklären! -

Sie giebt aber vielmehr von demEmmeramer Eingeständnis einen


neuen kräftigen Beweis, wenn der damalige Abt dem Herrn Ordinario
- - - - (AIl
-
--
-

WE. (31) ZF ,
tanquamjudiciSedis apostolicae delegato, der ihn fübcomminatione cenfira
rum ecclesiasticarum befragen läßt:
ob er nicht an die Verträge gebunden seyn und in Anlehung der Rezesse den
Herrn Bischofalsjudicem competentem anerkennen will? -

unter andern die Erklärung macht:


daß man vigore dieser Verträge nichts gegen die Stadt Regensburg suchen
und begehren wolle, als was der Innhalt Ihro zueignet, nemlich die
Befreiungvon Zoll, Ungeld, von bürgerlicher Jurisdiktion und dergleichen,
auchdaßSe.Hochwürden mehrers Bier nicht, als die Notdurftfür sich
und die ihrige preuen, das geringste aber davon weder Maas
noch Faßweis um Geld ausgeben lasse!
Die Reservation, daß der Herr Prälat alles dieses als persona
exemta ecclesiastica halten wolle, aber als status Imperi durch die Verträ
gefich nicht binden laffe, enthält einen auffallenden Widerspruch! Alle
pacta und transactiones würden aufhören, wenn ein zur Zeit der Ver
tragserrichtungallschon gewesner, oder erst nachher zu dieser Würde
erhöheter status Imperi exprincipisjuris territorialis an die Verbindungen
nicht gehalten feyn wollte, welche seine Vorfahren mit ihrer Nachbar
fchaft eingegangen haben! Eben so unstatthaft ist auch die Beruffung
auf eine gegenteilige Observanz über Gegenstände, die man von Seiten
des mitpaciscirenden Teilsweder ausdrücklich, noch stillschweigend zu
gestanden; denen man in allen Fällen widersprochen, undzur Sicher
stellung seines Widerspruchs ReichsgerichtlicheErkenntnisse für fich hat.

S. 42.
Was nun insonderheit dieEmmeramer Schmidtstätte anbelangt,
welche im Jahr 1665 und 1782 zur gerichtlichen Klage Veranlassung
gegeben hät; so ist es wohl richtig, daßdas Reichsstift allschon imJahr
1500.einen eigenen Schmidtgehabt hat; Emmeram wird auch einge
stehen müssen, daß über 40. Jahre hiesige Bürger auf dasiger Werk
statt gewesen find. Der darzu erforderliche Notstall, jammt der Be
schlagsbrücke gehört nicht nach Emmeram; er stehet auf der Stadt
Pflaster, und hätte als ein precarium längstens wieder aufgehoben wer
den können, wenn man nicht immer gehofft hätte, durchgütliche Weege
die Sache in den Vertragmäfigen Zustand zu bringen! Bei der Er
weiterung derSchmidte hat die Stadt protestiret. -

Nach dem füb No.25. angezognen Protokoll erklärte der Herr ,


Prälat im Jahr 1667. „daß der Schmidt ihm allein arbeite, auffer
„daß er für des Hofkanzlers Frau Schwester einen Wagen nach Aben
„sperg beschlage; Man soll ihn zum Bürger und Meister annehmen;
-
2,6
ASG) SR
„er würde sich, die Meisterstücke zu machen, nie weigern, Schon
damals dauerte die dermalige hohe Reichsverfammlung einige Jahre!
Von einer Ausnahm für Gesandtschaften ist von dem Herrn Prälaten
gar nichtsgedacht worden. Erst in diesem Jahrhundert in den Jahren
1713. und 1716. wollte Emmeram die Stadt an die Herren Gesandten
weisen, damit diese dem Schmidt keine Arbeit geben. Man hat aber
allemal erwiedert, daß man sichgegen die Stifter schlechterdings an die
Verträge halte; Diese find an derselben unverbrüchliche Festhaltungge
bunden, und gegen Kontraventionen hat man Allerhöchste Kaiserliche
Hilfe gefucht, und solche auch nicht nur im Jahr 1665. sondern auch
in beiden lezt verfloffmen Jahren erhalten.

-
-
S. 43.
Ehe die dermalige Klage wegen der erweiterten Schmidstätte und
der täglich zum Nachteil der fünf bürgerlichen Schmidtmeister fich
vermehrendenKundschaftandenHöchstpreißlichen KaiserlichenReichshof
rath gediehen ist, hat man mehrmals schriftlich an den Herrn Fürsten
von St. Emmeram fich gewendet, und die Beschwerden gegen die Ver
größerungdes Schmidt-Gebäudes vorgestellet. - -

In der ersten Antwort vom 1. Jan. 1781. gab der Herr Prälat
die Verficherung, daß man bei dem Bau in den Marken geblieben,
und daßder Schmidt nur für privilegierte Gesandtschaften arbeite. Da
N, 27. man aber nach der Anlage füb No. 27. die würklich in Erfahrungge
brachte Errichtung von drei Feuerstätten, die sich hieraus ergebende
Kontravention der Verträge, an welche manfich halten müffe, unterm
10.Jenner 1782. vorstellte; auch anbei von den anderweiten Eingrif.
fen dafiger Handwerker in bürgerliche Nahrung Erwehnung machen
mußte; so wurde in der Antwort vom 14. besagten Monats (No.28)
die Anwendung des Kaiserlichen Referipts von 1665. und die Verbind
lichkeit der Verträge, in so weit fiel den Immunitäten nachteiligfind,
- widersprochen, und eine gegenteilige Observanz behauptet.
- Diesen nachteiligen Grundsätzen rechtlich zu begegnen, nahm man
zudem Reichsobristrichterlichen Amt, unter dessenAutorität undBestät
tigungdie Verträge nun über 300 Jahre lang bestanden find, mittelst
. der in der Anlage No. 29. stehenden Imploration d. d. 19.Febr. 1782.
. seine Zuflucht, und erhielt d.d. 15. April 1782. (No.30.)die allerhöchste
Kaiserliche Entschliessung: - - -

Referbatur dem Herrn Fürsten zu St. Emmeram, die Implorantische


Reichsstadt klaglos zu stellen, und, wie solches geschehen, in Zeit 2.
Monaten Kaiserlicher Majestät anzuzeigen.
- - - Mehr
BE ( 33 ) ZF
- Mehrmalen ließEmmeram den gesetzten Termin verstreichen.
Unterm 21. Oct. 1782. (No.31.) wurdefübcomminatione, daßim N.31.
widrigen Referiptumparitorium in contumaciam, erkannt seyn foll, der Ter
min prolongiert. -

Endlicham 23.Dec. 1782. übergab Emmeram sogenannte Exceptio


nesfib-et obreptionis. Undaufdiese ergiengd.d. 12. Dec. 1783, das aller
gerechtestejudicatum (No. 32.) N. 32.
Fiat rejectis exceptionibus referiptum paritorium dahin: daß Impetrat
nach dem Inhalt der Verträge die Burgerschaft der Reichsstadt -
Regensburg mit Handel oder sonstigen Gewerb an gefreite oder
ungefreite Personen, durch eingenommene Handwerker, oder auf
andere Art in ihrer Marung nicht zu beeinträchtigen habe.
. Dieses allergnädigste Erkenntniß ist auch behörig infinuirt und an -

gezeigert worden. - No. 33. - - - N.,33.

$. 44.
Emmeramhat überdieSacheweder währenddemangezeigtenReichs
gerichtlichen Verfaren, noch nachher, dasgeringste an die Stadt gelan,
gen laffen. In der Schmidstätte, und von andern dafigen Professio
nisten wird mit der Arbeit von Meistern und mehrern Gesellen fortge
fahren. Nun wird in der Druckschrift S.22. angekündet, daß man
gegen das Kaiserliche Refeript die Revision ergriffen habe, und der
Revisions-Prozeß in der Instruktion begriffen fey! Wie und aufwelche
Weise, ehe noch über die Revision erkannt worden ist, an die Höchst
ansehnliche Kaiserliche PrinzipalKommission und an mehrere hohe Ge
fandtschaften, mittelt einer nachher öffentlich verkauften Drukschrift
sich gewendet werden könne? will man Allerhöchster Kaiserl. Ermäffi
gung und Entscheidung allergehorsamt anheimstellen.

S. 45.
Die dreiste Anmerkung im S.22. der Emmeramer Schrift über
die obenannte sonderheitliche Einleitung einer angeblich petitorischen
Klage, kan man der Beurteilung des Publikums getrost überlaffen,
und in dieser Absicht ist auch die Implorationsschrift füb No.29. beige
fügt worden.
Freylichwürde es Emmeram lieber gesehen haben, wenn die Ver
träge, die esvorhin selbst gesucht und eingegangen hat, abernun seinen
erweitertenprincipisfiperioritatis territorialis nicht mehr angemeffen
- - J MICHT
AS (34) DR
nicht wieder zur Reichsobristrichterlichen Einficht gekommen wären!
Sein Gegenfaz, daß diese Verträge durch die Observanz aufgehoben
find,würde mehrernScheinbehalten haben!Aber nur die wahreGestalt
einer Sache, nach ihrem ursprünglichen Verhältnis, kann und soll vor
den geheiligten Thron der Gerechtigkeit gebracht werden! Die ganze
Klage besteht darinn,daßEmmeram durchalteundneue Verträgegebun
. . den ist, seines Stifts Handwerker nur für das Stift zu gebrauchen;
da nun der Herr Prälat in seinem Schreiben füb No.26. dieser Verpflicht
tung eine rechtswidrige Auslegung geben will, und doch auch eingestehen
muß, daß feine Handwerker insfremde arbeiten, so mus er durch Kai
ferlicheGebotbriefe zuBeobachtungder Verträgeundder darüber ergan
genen Kaiserlichen Erkenntniffe angehalten werden. -

$. 46.
Wegen der übrigen Nahrungsbeeinträchtigungen von Seiten der
Emmeramer Apotheke, des Buchdrukers und Mezgers allda, wovon in
den S.22. und 23.Erwehnung gemacht wird,will man nur kürzlich von
der Lage dieser Beschwerden anführen: -

1) In Ansehungder Apotheke ist es Aktenmäßig, daß solche erst im


Jahr 1736. errichtet worden. So lange sie in den GränzenderBedürf
mißfür das Reichsstift geblieben ist, hatte man kein Recht, dieser ökono
mischen Einrichtung etwas entgegen zu setzen, obschon die Abficht niema
len rein gewesen seyn mag,da hier fünfbürgerliche Apotheken fich befin
den, welche von hiesigen und fremden Aerzten die besten Zeugniffe für
fich haben. . . - -

Man hat auch in neuern Zeiten, da im Jahr 1776. von Seiten des
Höchstansehnlich Kaiserlichen Herrn Prinzipalcommissarii Durchlaucht
die beträchtliche Kundschaft dem Bürger genommen und dahin verlegt
ist, die Anregung gegen St. Emmeram folange verschoben, bis die bur
gerliche Apotheker in einem Memorial wegen der fich immer weiter aus
breitenden Emmeramer Apotheke um obrigkeitliche Hilfe gebeten haben.
Emmeram sagt, daß erst aufein wiederholtes Ansinnen dem Hoch
fürstlichen Anlangen fichgefüget worden, weil sonst eine eigne Hochfürst
liche Apotheke würde aufgestellt worden seyn! Auch diese Verfügung
hätte man geschehen laffen müffen. Ja, es würde durch eine eigne Hoch
fürstlich Taxische Apotheke der Bürgerschaft weniger Nachtheil zuger
gangen seyn; denn diese hätte gewiß in den Gränzen ihrer Bestimmung
für den Hochfürstl.Hofbleiben müffen. Welcherlei Folgen aber auch
aus dergleichen Anstellungen mit der Zeit erwachsen können; so kann
- - doch
- -
- ---- …--
- - - - -
- - - -

WE. (35) DR -

doch denenselben oder einer unzeitigen Furcht dafür das in compactatis


gegründete jusprohibendi gegen Emmeram nicht aufgeopfert und dem
Reichsstift eine Berechtigung eingeräumet werden, auf die es vor
Jahrhunderten Verzicht gethan hat.
2) Was den Buchdrucker anbelangt; so hat man gleich bei
deffen Aufstellung im Jahr 1680. Vorstellung gemacht. Da aber der
damalige Herr Prälat versicherte, daß sein Buchdrucker den hiesigen
burgerlichen keinen Eintrag thun soll, indem er nichts drucke, als was
von den Konventualen herausgegeben wird, und man doch leiden müß
te, wenn dergleichen Schriften zu Stadtamhof gedruckt würden; so
ließ man es damalen dabey; Es ist aber beiannt genug, wie fähr diese
Officin in neuern Zeiten erweitert worden, und daß viele, auch in Co
mitis ausgetheilte, dann mancherlei hiesiger Stadt gehäsfige und nach
teilige Schriften, die ein verborgner Verfasser dem Burger nicht
hat anvertrauen wollen, um so unbedenklicher daselbst gedruckt worden
find, da allda kein besonder Censuramt aufgestellt ist. Beweise davon
liegen in den Reichstags Akten von 1759. und auch nachher. Wohin
auch diejetzige beurkundete Geschichte gehörig ist. -

3) Wegen des Emmeramer Mezgers dauern die burgerlichen


Beschwerden, schon 100. Jahre. - - - ---

Unterm 15. May 1676. erfolgte aufder Stadt Vorstellung die


Antwort von dem Herrn Prälaten, daß der Mezger das Verbot gegen
alle Erweiterung der Kundschaft habe. Nichtsdestoweniger stieg das
Gewerb oft bis zum Gebrauch von 6. Knechten. Daß man niemalen
mit der von Emmeram behaupteten Einschränkung, daß dafiger Mez
ger an Bürger und Beifizer nichts abgeben soll, sich beruhiget habe,
zeiget das füb No. 34. anliegende Schreiben vom IO. März 1760. und
die weitere Antwort vom 20. ej. (No. 35) wo auch dasKaiserliche Re,
fcript von 1666. beigefügt, und übrigens auf der Vertrags-Verbin
dungbestanden worden ist. Oefters haben die Herren Prälaten ver.
fichert, daß fiel von dergleichen Handwerkern keinen Nutzen haben;
Man mußaber das Gegenteilglauben,wenn dochderMezgerzum Ein
kaufmit Stiftsgeldern unterstüzet wird; oder man müste die Gehäß
figkeit so weit treiben, daß man lieber allen Vorteil aufopferte, um
nur des Bürgers privilegierte Narungzu schmälern. Daß übrigens
auch Rathsglieder bey Emmeram Fleisch genommen haben, bleibt eine
Möglichkeit. Der Stadt Akten fagen nichts davon: Es kann durch
Dienstboten ohne derHerrschaft Wiffen geschehen feyn; hat diese es aber
gewußt; so ist es ein pflichtwidriges Benehmen, wodurch der Stadt
Rechte nicht leiden können. - -

S. 47
AS GO SR
--
'

- $. 47.
II) Die das in seinem geringen Bezirk ohnehin sehr geschmä
lerte Stadtwesen am meisten druckende Beschwerde, von welcher aber
am allerwenigsten in der Druckschrift gelagert wird, und welche der
Herr Fürst von St. Emmeram mit der im $.20. angefürten Paritions
Anzeige von 1721. allschon beendiget wissen will, betrift den Emmera
mer Bierverschleiß. - -

In den angezognen Verträgen hat es eine deutliche Bestim


mung, daß die Stifter und Klöster nur pro fufü0et SuorumBierpräuen,
aber keine Zechen halten, und weder Faß- noch Maasweis verkauf
fen sollen. -

Ueber die häuffigen Kontraventionen ist ein fast ein halb Jahr
hundertgedauertes gerichtliches Verfahren entstanden, welches um so
mehr eine nähere Anfürung erfordert, da es jenseitsgeflissentlich über
gangen wird, und von der fast unglaublichen Renitenz den fichersten
Beweis geben wird, -

S. 48.
Es ist nemlich zu Anfang dieses Jahrhunderts gegen die von Sei
ten der Reichsstifter, St. Emmeram, Ober und Niedermünster, auch
Dominikaner, Augustiner und Jakobiner Klöster fich angemaßte Er
weiterung des Bierhandels und Zechhaltens beim Höchstpreißlich Kai
ferlichen Reichshofrat Klage erhoben, und um Bestättigung der
Verträge, auch Erhöhung des Poenfalls und Abstellung der Kontra
vention gebeten worden. - -

Den 18. Febr.1709. ergieng praevia causäe cognitione diegebetne Be


stättigung, in specie quoadjuspincernandi und der Poenfallwurde um
30 Mark Goldes erhöhet.
Die Stifter undKlöster ergriffen das remediumrevisionis, brachten
anbei puncto Ayli Beschwerden an, und wollten behaupten, daß die
Stadt wegen der Klöster Bierschenk eine Matrikular- Moderation er
halten habe.
Den 10. Sept.1709. ergieng darüber das Erkenntniß: --

daß man es der ungegründeten und unförmlichen Revisions Interposition un


gehindert nochmalen beim vorigen belaffe, doch daß die Stifter ihre Ein
wendungpuncto Aylivon den übrigen zu separieren haben.
Unterm 1. Dec. 1712. machte die Stadt eine weitere Kontraven
tions- Anzeige; - -

-
Em
ATS (37) ZF
Emmeram Ober- und Niedermünster baten in ihrer Gegenvor
stellung um Manutenenz bei dem Bierhandel.
Es erfolgte aber d. d.31.Jan. 1713.fèntentiaparitoria dahin:
Daß die Impetraten, des unerheblichen und bereits verworfnen
Einwendens ungeachtet, den pacis Conventis und darauf erfolgten
Raiserlichen Konfirmationen, unter Bedrohung der Strafe, nachleben
und dieselbe zu erfüllen schuldig seyn. - -

Den 31. Oct. 1713. und 22.Junius 1714. machte die Stadt abermas
lige Kontraventions Anzeigen. - - -

Dagegenbaten die Stifterpro declaratione Concluß vom 31. Jenner


1713.daßfie, als immediate Reichsflände unter der in den Verträgen
benenntenGeistlichkeit nicht begriffen seyn und excipiert werden mögten.
Allein in der d. d.7.Aug. 1714. erfolgten Paritoria fecunda cum Com
millione ad exequendum wurden alle Einwendungen dahin verworfen:
Daß Impetraten des Einwendens ungeachtet,den pathis conventis und
darauf erfolgten Kaiserlichen “ bei Vermeidung würklichere
Exekution der in selbigen enthaltenen Strafe, nachzuleben schuldig seien.
Wobeizugleich dem damaligen Kaiserlichen Herrn Prinzipal Kom
miffario, Fürsten von Löwenstein rescribiert wordenist:
Daß erkraft des ihm amit erteilten Kaiserlichen Gewaltsdie Beklagte nicht
allein zu gebührender Parition nachdrücklich ermahnen, sondern auchzu Ab
stellungder Kontraventionen autoritate Caesarea, und da nötig, executivá
verfaren soll. -

Dieser Kommission hatte sich Höchstgedachter Fürst unterzogen,


und perfübdelegatum in Gegenwart der impetrantischen Deputierten die
Impetraten zur Parition erinnern laffen. - -
Es haben aber die Emmeramer, Ober- und Niedermünster ihre
vorigen Einreden wiederholt undin dem Ungehorsam fortgefaren, so,
wie solches auchvon den Dominikanern, Augustinern undJakobinern
geschehen ist.
Hieraufkam d.d.2.Aug. 1715. dasfernere Kaiserliche Dekret:
Daß die von den dreiReichsständen gebetene Deklaration nicht statt:
habe, sondern der S. 11. des Vergleichs von 1654. dahin zu erklären sey;
Daß solcher allerdings auf selbige mitzu verstehen, und sie denn
gemäs sichzu betragen, mithin vermög der weiter erkannten Paritoriaege,
fammte Imperati schuldig seien, in termino 2. mens. glaubliche Anzeig und
Beweis zutun, daß derden 31. 1713. eröffneten Sentenz, den '
-
- - - “- - - - - - -- - - - - - - - - -- - -- - -- - - - - - 7. Aug.“
- FE (38) ZR -

7.Aug. 1714 erfolgten Paritoriae ein völliges Genüge geschehen sei, mit dem
Anhang, woferne diesen nicht nachgelebet werde, daß imperatischer Teil in
die der Kayserlichen Konfirmation einverleibte Polen erkläret sey, auch der real
Execution halber ergehen soll , was Rechtens ist.
- - -

: . Die hierüber den 19. Jan. 1716. von den Reichsstiftern gemachte
sogenannte Paritions- Anzeige gieng blos dahin, daß sie niemand, als
„ des Umgelds ohnehin befreiten Personen Bier abfolgen zu laffen, in
ihren Schenkkellern befolen hätten. . . . . . . . .
Aufweitere Anzeige von Seiten der Stadt wurde nun unterm 26.
Apr. 1720. an beide ausschreibende Fürsten des baierischen Kreises Com
- - -

milio ad exequendum dahin erlassen: - - -

. Daß sie sammt und sonders den Magistrat zu Regensburg bei den ergangenen
KayserlichenJudicatisund Paritoris kräftigstschüzen, und gegendie ungehorsame,
bei ferner Kontravention, sowol auf die Strafvon 30 Mark Goldes, als
Ersetzung der Kosten, mit würklicher Execution aufderen TemporalEffecten,
- oder wie es am thunlichsten, ohne Anstandverfaren, zuvorderst von Beklag
- ten einehinlängliche Kaution denon amplius contraveniendopactis etjudica
tiserfordern mögten. - -

Von diesen Exekutionshöfenerfolgte d. d. 12.Jun. das erste dehor


tatorium zurParitionbinnen vierzehn Tagen;daszweiteunterm17.Sept.
miteinem Termin von acht Tagen; das drittevom 28.Aug. 1721. mit
einem peremptorischen Termin von acht Tagen; auch muste die Stadt
Exekutions- Vorschläge, in Ansehung derjenigen Stifter und Klöster
machen, die mit temporalibus in Baiern nicht versehen find.
DieStadt bat unterm 22.Jan. 1722, die Temporalien mit Sperr
zu belegen, und den übrigen die Präukeffel und Bier-Vorrat in so lang
zu obsignieren, bis die verwirkte Strafe und Ersetzung der Unkosten
erlegt sein wird. . . -

- unterm 8. Nov. 1723 erklärten die Exekutionshöfe: -

Daß nun contra renitentes die würkliche Exekution vorzunehmen, und mit
Sperrung der Temporalien und Herausreifung der Präukessel durch Sub
delegierte zu verfaren. , -
Sie erlieffen auch d. d. 16.Febr.1725. ein ferner Rescript:
Die bereits verwirkte Strafe, nebst der Kaution de non amplius contrave
niendo in 14 Tagen ohnfelbar einzuschiken, widrigenfalls mit der Exekution
verfaren werden soll. - - -

- Am 19. April1725, machte dieStadt neue Anzeigen, und liquidirte


untermfünften November nachher ihre Unkosten ad zseite
---
AS (39) SR
Als hieraufder Kurfürstlich Baierische Todesfall erfolgte, bat die
Stadt beim Kaiserlichen Reichshofrat um die Transcription der Kom“
mission. Sie erhielt solche auch d. d. 6. Sept. 1726. undzwar isdem
terminis, wie in der Sentenz von 1720. -

Bei dem Kurfürstlichen Exekutionshof war nun aber alle weitere


Vorstellungvergebens. --- - - -

- Obgleich auch aufden Todesfall des Herrn Erzbischofs von Salz


burg die Umschreibung aufden hohen Nachfolger gesucht, und d. 21.
April 1732. una cum referipto executionis erhalten, auch behörig infinuirt
worden ist; so konnte man es dochzur wirklichen Abordnung der Kom
miffarien nicht bringen.
Die Stadt bat daher beim höchsten Reichsgericht d.d,7.Aug. 1733.
das, weil allem Ansehen nach, die Herren DiréctoresCirculi Bedenken hät
ten, sich der Kommission zu unterfangen; solche nachdem J. R.A.$. 160.
- nach Allerhöchstrichterlichem Gutbefinden aufdie ausschreibenden Herren Für
sten des Fränkischen Kreises allergerechtest verleget, oder sonst,wie es cum
effectu geschehen kam, geholfen, anmit Recht und Gerechtigkeitgehandhabet
werden möge. - - -

Undhieraufist vondemglorwürdigstenKaiser KarlVI. dd.3Sept,


1736.das No. 36. anliegende Excitatorium ulterius an höchstgedachte aus N.36
schreibende Fürsten dahin ergangen:
" in conformitate Commiffori von 1720. innerhalb 2 Monaten unaufhaltlich
die Kommissionzu vollziehen; als sonst Kaiserliche Majestät von Amtswegen “
nicht länger sich entbrechen könnten, einem andern Reichstand die Kommission
zu übertragen, damit die Kaiserliche in rem judicatam ergangene Urteln, zur
* Aufrechthaltungder Reichsstadt Regensburg doch dermaleinstvollstreket, mit
" hin die Gottgefällige Justiz auch hierinnbestmöglichstbefördertwerden möge.
Auchdiesesallergerechteste Judicatum blieb unvollstreckt,und dernach
herigeKaiser. Todesfall,und dieKriegsunruhenhabendiesechzehnJahre
lang mit schweren Unkosten gebetene Vollziehungganz unterbrochen.
Es ist von bemeldten Stiftern und Klöstern nicht nur keine Ein
schränkung geschehen, sondern auch noch andere Klöster, nemlich die
Frauenklöster zum H. Kreuz undKlara und die Minoriten, Karmeliten
und vormalige Jesuiten haben diesen Stillstand sich zu Nutzen gemacht,
undein unbefugtes Präuwerk und Zechhalten angefangen; auch zum
Teil neue Präustätten,Brechmüllen und Zechstuben angelegt, welche
leider überall, selbst indem Jesuitergebäude, oder nunmehrigen Schul
institut zu St. Paul, noch fortdauern.
" .. . - -- - - - -- - S. 49.
S. (40) DR
S. 49.
So traurig befindet sich diese das gemeine Stadtwesen am meisten
kümmernde BierverschleißSachein ihrer rechtlichen aktenmäßigen Lage.
Keinerlei mündliche und schriftliche Vorstellungen, weder ein ohne Kon
kurrenz des Magistrats von dem PäbstlichenStuhl d.d. 19.Sept. 1761.
N.37. (No.37.) ergangenes Monitorium, worinnen die Ein- und Abstellung
dieses dem geistlichen Stand und Berufso unanständig- als gesetzwidri
gen Handels undZechhaltens, und zwar binnen sechsTagen und bei
StrafderExkommunikation anbefohlen worden ist; noch die beim Antritt
der ruhmwürdigen Regierung des dermaligen Herrn Fürst Bischofs
Hochfürstl.Gnaden von demselben ergangene,auch neuerdings gegen ein
und andere Klöster wiederholte väterliche Erinnerungen waren von der
geringsten Wirkung. Und durchdiese vorsezliche Renitenz leiden nicht
nur gemeinerStadtEinkünfte, wegen des beträchtlichenAbgangsan dem
privilegirren Umgeld, eine sehr namhafte Beeinträchtigung, sondern
auch selbst viele Jurisdiktions- und Polizei-Verfügungen werden durch
die Kloster-Schenken behindert.

S. 50.
Eine Vernachläfigung des rechtlichen Widerspruchs kann man
der Stadt gewis nicht zur Last legen. Sie hat so viele Jahre lang
darüber mit schweren Kosten Prozeffe gefürt; fie hat es an Aufstellung
tauglicher Leutezur Anzeige der Zecher in den Schenken und zur Kon
fication des herausgetragnen Biers, auch an Vorstellung bei dem Ort
dinariat nicht felen laffen; aber an einem Ort, wo so mancherlei Ju
risdiktions-Verwandte beisammen find; wo jeder gar leicht eine von
der Stadt Gerichtbarkeit befreite Person zum Vertheidiger findet; wo
selbst die Ordinariat Befele durch Beruffung auf Exemtionen, wenn
schon solche selbst nach dem Tridentinischen Kirchen-Recht im caufsvil
tationum, politiae et morum correctione gar nicht statt finden können,
und auch besondern Verträgen entgegen find, nicht respektiert werden,
da find alle ordentliche Wege gehemmt! Auch kein erhabnes Beispiel
macht gegen gewinnsüchtige Abfichten den geringsten Eindruk; - sonst
hätte doch die von Sr. Kurfürstlichen Durchlauchtzu Pfalz unterm 24.
Octobr. 1781. ergangene höchste Landesverordnung, in welcher denen
Manns und Frauenklöstern aller Bierverschleiß geschärfest verboten,
und lediglich der Trunk fürKonventualen erlaubet worden; so wie das
Verbotvon demhöchstseligenKurfürstenvon Mainz von 1773. undnoch
viele andere dahin abzielende preiswürdige Landesgesetze einige Wir
kung haben sollen,
$. 51.
FE ( 41. ) ZF
- $. SI.
Emmeramischer Seits wird angegeben, daß allda auch weißes
Bier geprauet worden. Man widerspricht dieses nicht; es war aber
in dem damaligen dreifigjährigen Krieg, währenderBesetzunghiesiger
Stadt, undgieng die Bewilligungvon Seiten der Stadtd. d.30.Jul.
1633. dahin : - -

so lang die Einquartierung dauern wird, und mit dem Anhang, daß sie das
gewönliche Umgeld und daneben einen Revers dahin geben sollen, daß solches
Schenken der Stadt an ihren Privilegien und Verträgen nicht präjudicirlich
fyn soll. ---

Unter diesem Vorbehalt ist von Emmeram der füb No.38. anlie- N.38
gende Revers d. d. 12. Aug. 1633. gestellt worden, der um so merk
würdiger ist, da in demselben Emmeram die beschehene Begünstigung
nicht nur als eine nachbarliche Gefälligkeit angesehen, sondern auch fich
verbunden hat, daß es alsdann, wann nemlich diese Kommission auf
hören wird, - - -

beimehrerwehnten Vertrag, und defen buchstäblichen Innhalt


beständig verbleiben soll. -

- Auf das nachherige Kaiserliche Reichshofrats- Conclufim d. d. 13.


Jan. und 16. Febr.1637.
der Stadtzuzusprechen, dem Herrn Abtad diesvitae oder auf vier oder fünf
Jahre gegen einen Revers, de non praejudicando, solche Schenk zu bewilligen.
hatdie Stadt beider Allerhöchsten Behörde Vorstellunggemacht, wo
bei es auch damalsgeblieben ist. -

Auch hieraus ergiebt sich ein deutlicher Beweis, daß die Territor
rial-Rechte des Reichsstifts weiter nicht gehen, als die Verträge zu
laffen, und daß somit dasjus opifici etpincernandikeineswegs erweitert,
sondern in den termins der Verträge ausgeübeit werden muß.
Alle pacta und transactiones unter Ständen, würden arglistig und
betrügerisch sein, wenn nicht durch solche diejure statuszustehende Rechte
eine bestimmte vollkommen verbindliche Einschränkungerhalten könnten.
Principibusvero maximepactaferware convenit, aliasmundus corruerer. Ne
que enim paéta tantum obligant privatos, fed etiam Papam et Imperatorem;
immoplus obligaturprinceps quam privatus, quiafidespublica maxime servanda.
Nihil enim ef, quod luce clariore praefulgeat in principe, quam recta fides
et confantia conventorum-Unde contractushabet praeftationis necesitatem, etiam.
in fummoprincipe, five eum cum fübditisfüis, five cum extraneis celebraverit.
REINKING L. 2. dereg.fec. et ecclef clafl. 2. c, 9. n. IO9.
v. ANDLERN in Corp, Constitut. Imp. # alt. Tom. II.p 1537.
S. 52.
AS (42) SR:
§ 52. -

- Noch führt Emmeram im $. 21. an, daß von 1721. bis 1754. das
Reichsstift mit Beschwerden nicht beunruhiget worden. Es ist dieses -
vielleicht in der Abficht bemerkt, um der angeblichen Observanz einen
Scheingrundzugeben. Man hat aber schon angeführt; daß nur allein ,
die Pinzernations-Sache bis 1736.gedauert hat. Zur Vollständigkeit
der Chronologie muß noch bemerkt werden, daß auch im Jahr 1747.
wegen des von Emmeram fich angemaßten Gras-Abmähens auf einen
Gemeingrund im Burgfrieden ein Reichsgerichtlicher Prozeß entstan
den ist. Emmeram verklagte die Stadt bei der Kurfürstlichen Regie
rungStraubing, aber das Kaiserliche Reichshofrats Conclufim d. d. 15.
Aug. 1749. verwarf den an besagte Regierung genommenen Rekurs,
und d. d.23. März. 1752. wurde dem Herrn Prälaten rescribiert, daß
er den Magistrat in seiner Poffeffion vel quafi weiter nicht turbiren soll. -
Endlich, nachdem auch Kurbaiern das Reichsstift an des Magi
strats ordentlichen Richtergewiesen; wurde den 6.Jul. 1753. die Sache
gütlichbeigelegt, undEmmeram hatfürSchaden und Unkosten hundert
undfunfzigGulden bezalt, welcher Vergleich auch den 21. Oct. 1754
in celfiffmojudicio angezeigt worden ist. --

Man übergehet andere in Stellungen, in kriminal undcivilFällen


mehrfältig entsponnene Weiterungen; Immer erst nach langen Rezes,
firen und Ergreiffung der in den Verträgen nachgelaffinen Zwangsmit
tel, konnte dieses Reichsstift zur Erfüllung der Vertragsmäffigen Ob
liegenheit gebracht werden, wovon man dermalen keine weitere Er-,
wehmung thun will, da es hier nur um das in Verträgen bestimmte
jus opificietpincernandizu thun ist. - -

$. 53.
Die ficherste Schlussfolge, welche aus allen vorangeführten Be
fugniffen der Stadt gemacht werden kann, bestehet darinn: daßEmmer
ram, nach dem deutlichen Innhalt der Verträge und nach denen hier,
rüber ergangenen Kaiserlichen Bestätigungen und Erkenntniffen sein,
jus opifici etpincernandiblos allein für die Bedürfniß des Stiftsgebrau
chen darf; alle weitere Erstreckung aber, jenen gesetzlichenunverbrüch
lichen Verbindungen widerspreche.
- Bei dieser unzweifelhaften Bestimmunghat man nicht nöthig, auf
die in der Drukschrift S.23.enthaltene undzum Teil erzwungene Schluß
folgen fich einzulaffen; denn “ ..

- - - -
- -
ada)
. . - - -
AS (43). SR
ad a.) das angerühmte Alterthum, und die Existenz des Mona
fteri S. Haimerani, wenn auch solche bis in das fiebende Jahrhundert
bis in die Zeiten Theodonis Bojorum Ducis, nach Hundio in metrop, T.II.
p. 360. und andern, gefezet wird, giebt gar kein mehrers Recht, als
andere damals schon in der Stadtgewesene oder erst nachher errichtete
Reichsstifter haben, und in soweit die daraus hergeleitete Zuständig
keiten anerkannt worden find! -

adb.) Ueber die Emmeramerjuraftatus, ob nemlich solche auch


in hiesiger Stadt eine Territorial-Superiorität, oder gleichsam nur
ein jus hospiti in fich faffen, wie Pfeffinger ad Vitriar.Tom. I. p. 129.
und der Verfaffer des Europäischen Herolds P.I. p. 595. auch Moser
im Staatsrecht Tom.37.p. 52. anführen, mag sich der Herr Prälat
mit denen Publicisten vereinigen. In Betreff der Regalien hat das
Reichsstift bei dem Matrikular-Moderations-Gesuch von 1634. und
1671. vorgestellt, daß es einige kollektable Reichsgüter, einige Maut
zölle, undandere Regale nicht habe. - - - - - -

ad c) Der angerühmte Befizstand, in so weit er nicht in dem


Verhältnis gegen hiesige Stadt, in den Verträgen bestättiget worden,
ist und bleibt allemalvitiosus et clandestinus; Nach so vielfältigen in con
tradictorio erfolgten Widersprüchen undReichsgerichtlichen Erkenntnissen
überdie Verbindlichkeit der Verträge sollte doch ein geistliches Corpus,
kein Fundamentum juris darauf setzen wollen. - -

add) Regensburg hat ältere Privilegien als vom Kaiser Lud


wigIV. Alle Emmeramische Freibriefe, so wie auch die zur Häufung
der Beilagen bis 1624. angezognen Kaiserlichen Investiturz und B
stättigungsurkunden, haben die Vertrags-Verbindungen nicht gehin
dert, denn auch diese find unter Allerhöchster Kaiserlicher Autorität
und Bestättigung errichtet und vollzogen worden. In die übrige Be
hauptung wegen des Alterthums desBißthums und in dieParification
mit demHochfürstlichenHochstift überhaupt,welches doch den Ort, wo
dasKloster sammt der Abtei stehet, unter seiner Botmäfigkeit gehabt
hat, einzugehen, ist dem diffeitigen Standort nicht angemessen.
ad e) Ueber den Ursprung, Umfang und über die Beschaffer
heit der Stadt.Unmittelbarkeit, im Verhältniß gegen St. Emmeram,
hat man sich mit dem an einemVoto curiato teilhabenden in derStadt
Ringmauern sich befindenden Herrn Prälaten in keine Vergleichung
einzulaffen. - - -- - -

ad f) Gewaltthätigkeiten können unmöglich zu denen auf der


Geistlichkeit Betrieb, nach Obristrichterlichen Erkenntniffen, und un
ter höherer Autorität errichteten, und injedem Jahrhundert
- - - 4 - "
err
(M.
- -

---

--
AS (44.) SR -

ten und bestättigten Verträgen, die Veranlassunggegeben haben; der


historische Zusammenhang zeiget den Ungrund der jenseitigen Behau
ptung, und die angesürte namentlich gegen Emmeram ergangene und
zum Teil blos aufder Vollstreckung beruhende Kaiserliche judicata setzen
die angerühmte Observanz aufihren wahren Werth: übrigens wird
über diesen Punkt von dem Hochfürstl. Hochstift, auch aus dem Inn
halt der Verträge selbst, die man gar nicht zu verheelen begehrt, son
dern nun in der letzten Beilage öffentlich zu jedermanns Prüfung vor
leget, die beste Aufklärungzu erhalten feyn. - -

adg) Auf diese blos gehässige und unerweißliche Beschuldigung


zu antworten, hält man unter der Würde eines Reichsstädtischen
Magistrats. - - - -

S. 54. - -

Um nun aber auch mit wenigem aufdie im zweiten Abschnitt


aufgeworfene dreiFragen zu antworten, undzwar
ad 1.) Ob Emmeram fein aus der Reichstandschaft behaupte
tes.jus opifici et pincernandi unbeschränkt ausüben könne?
Sobrauchteswolkeine rechtliche Erläuterung, daß alle jura status
durch Verbindungen mit andern Reichs Ständen in gewisse Schranken
gesetzt werden können. - -

unter welchem behufigen Vorwanddas selbst nach seinem Einge


ständniß unter der Stadt Schutz stehende Reichsstift St.Emmeram
seine Rechte weiter erstreikenwill, als andere in der Stadt befindliche
9Reichsstifter solches verlangen, und esdie errichteten Verträge zulaffen,
magEmmeram näher aufklären. Zur Entscheidung können weder die
angerühmte Arnolfische und Konradinische Schenkungsbriefe, noch die
Behauptungbeitragen, daß seine Unmittelbarkeit weit über die Reichs
verbindungder hiesigen Stadt hinaufsteige.

meram so vielzu gut thut, ob es schon nur eineBestättigungs-Urkunde


ist, mußdoch wol von einem so weiten Umfang nichtzu verstehen seyn,
daß es alle vor und nachher der Stadt erteilte Freiheiten oder derselben
Verträge mit der Geistlichkeit ausschlieffen sollte. -

Zwei Jahre nachher gab besagter Kaiser, nach der Beilage No. 3.
derStadt dieGerichtbarkeit über geistliche undweltliche Innwohner in
Polizei undandern Sachen niemand ausgeschlossen! Auch für Emme
ramist keine Ausnamdarinnenthalten!– Es istein allgemeinbekannter
Rechtssaz, daß kein Privilegium dem Recht einesdritten nast feyn
MM,
E ( 45. ) ZF
kann,welcher somit auch gegen die angerühmten Emmeramer Begna
digungen seine Anwendung haben muß! Wenn nun die ältesten der
Stadt Freiheiten fügen, daß niemand, der nicht bürgerliche Bürden
trägt, Handwerk undHandtierung treiben soll; wenn daher auch nach
dem $.8.des letzten Vertrags dergleichen Stift-Innwohner der Stadt
Gerichtbarkeit untergeben find; und wenn diese Verträge weiter fest
fezen, daß diese nur ausschliessungsweise für das Kloster arbeiten und
bräuen sollen, ohne daß Emmeram in allen dahin gehörigen Verbin
dungen ausgenommen, vielmehr ausdrücklich als ein Kompaciscen: da
rinn benennt worden ist; so müffen wol die angeblichen Territorial
Rechte, welche auch selbst in dem Verhältnisgegen der Stadt Rechte,
ihre vertragsmäffige Bestimmung haben, diese Verpflichtung nicht wie
der aufheben und weiter erstreckt werden können, als es auch von an
dern in der Stadt befindlichen ebenfalls unmittelbaren Reichsstiftern
geschiehet, welche an eben diese Verträge gebunden find.
Die Klausel aus dem Privilegio Frid. II.füb No. 17. fälvum effe vo
lumusjus ecclesiarum istganzunrichtigangewendet; fie gehet blos allein
auf die cenüales, welche sich in der Stadt befinden, und einen cenfüm
gegeben haben, daßdavon das jus ecclesiarum frei seyn soll; Eben so we
nig kann das ferner angezogene Privilegium Ludovic von 132O.gegen die
Verträge binden, welche nachher unter Kaiserlicher und Päbstlicher
Autorität praevia causae cognitione abgeschloffen worden find.
Niemals ist Emmeram, alsein geistlicher Standzu einer alschon
nach kanonischen Rechten verbottnen Wirtschaft privilegiert worden.
Die Gesinnungen gesammter Reichsstände über die Geistlichen, die als
Oberherrn, aus Oberkeit Wirtschaft treiben wollen, können aus den
Beschwerpunkten gesammter Reichsstände von 1522. bei Goldaft in
Reichs Salzungen P. Ilp.216. nicht unbekannt sein!
Daß dem allen ungeachtet das Reichsstift St. Emmeram ein
Reichstand bleiben und zu des Reichs Bürden beitragen müsse, hat
niemand widersprochen. Diese Reichsbürden können aber durch ein
unbefugtes Gewerb derInnwohner nicht erleichtert werden, denn Em
meram hatja vielfältigversichert, daß es von dergleichen Innwohnern
keinen Vorteil habe!
Hiesige Stadt hat ein weit Beträchtlichers als Emmeram ZU den
SReichs-Prästationen beizutragen; und doch haben ihre jura territorialia
durchdie Verträge mitdem Durchlauchtigsten Haus Baiern, und selbst
durchdie mit der gesammten Geistlichkeit allhier, einige Beschränkung
Der Westphälische Friede gewäret sowol den Stiftern alshiesiger
Stadt ihren Besitzstand; er ger kein neues Recht; Info ferne
- MUM
WE. (46) ZR
nun schon vor dem Entscheidungs-Jahr der Besitzstand durch feierliche
Verträge seine gefezmäffige Bestimmung erhalten hat; so find auch die
Verträge durch diesesReichsgrundgesetz unddurch dieKaiserlicheWalkapi
tulation art I.$.9. unwiderruflich bestättiget, und können nicht einseitig,
sondern nur durch ein Einverständnisvon allen Teilen wieder aufge
hoben werden. - - - -

Zu Bewirkung einer Matrikular, Moderation hat die Stadt in


ihrem Memorial vom 7. Junius 1687. vorgestellt, daß in ihren Ring
mauern fünf Reichsstände neben einer grossen Anzal anderer geistlicher
Klöster beisamen begriffen feyen. Aus diesem Angeben läßt sich aber
weiter nichts schlieffen, als daß die Stadt in ihren Ringmauern sehr
beschränket ist, und daher keine schwere Lasten tragen kann!
Die Ausübung desjuris opifici et pincernandi hat seine vertrag
mäfige Schranken, und aus diesen Verträgen hat die Stadt ein feier
lichesjusprohibendi gegen alle Arbeit aufferhalb des Bezirks des Stifts,
wodurch also im übrigen denen Ständischen und privilegierten Rechten
lediglich nichts vergeben ist. -

Der mehrmals angerühmte Vorteil, welcher von Emmeram


der bürgerlichen Narung zugehet, hätte viel bessergar nicht erwehnet
werden sollen. Er mag von einigem Belang gewesen seyn, als noch
N.39. nach einer Anzeige von 1666. (No. 39.) mithin eben in dem Jahr, da
das im S. 37. angezogne Kaiserliche Verbot nach Emmeram ergangen
ist,gegen funfzigBürger daselbst einen Verdienst gehabt haben. Der der
malige erhellet selbst aus dem letzten Schreiben des Herrn Fürsten vom
15.Jenner 1782.füb No.28. darinnen nur noch folgende Bürger an
gegeben werden:
Wachsler, Buchhändler, Kaufleute, Zukerbeker, Seiffenfie
der, Oeler, Kaminfeger, Steinmez.
Der Handlungsverkehr dieser achtBürger mit Emmeram kann sichge
wis nichtjährlichaufmehrere tausendGulden erstreiken,wie in derjensei
tigenBeilage süb No.6. noch vomJahr 1711.gesagtworden ist, und muß
also auch seit 1711. um ein ansehnliches abgenommen haben! Vielauf
fallender und augenscheinlicher ist dagegen der beträchtliche Schaden
und Nachteil, der nur allein aus dem unbefugten und Obristrichterlich
verbotnen Emmeramer Bierverschleiß dem Aerario und der privilegir
tenbürgerlichen Narungzuwächst
Ganz genau läßt sich solcher nicht bestimmen, aber so viel weiß
man mit Zuverläßigkeit: - - - -

1.) DaßdasdafigeBräuwerkaufdreieinhalbSchaffeingerichtet ist.


2) Daßalljährlichallda auffünfhundert SchaffMalz verfen,
- -- -
3
BE ( 47. ) ZR
3) täglichzwölfbisdreizehnEimerBier ausgeschenkt,undanbeinoch
4) wöchentlich über dreifig Eimer weißes Gerstenbier verschlief
fen werden.
An braunem Bier haben zwei bis drei der stärksten bürgerlichen
Bräuhäuser keinen so namhaften Verschleiß.
Hieraus ergiebt sich die Berechnung, daß durch dieses Emmera
mer Brauwerk vom braunen Bier, wobei Brandwein, Effig und
andere Genuffe gar nicht gerechnet find, nur allein das Stadt-Aera
rium, durch Entbehrung des Umgelds, welches vom SchaffdreiGulden
beträgt, einen gewiß sehr hoch fich belaufenden Schaden leidet, wenn
man auch den Abgang der bürgerlichen Narung nicht in Anschlagzu
bringen verlanget. Man darfauch nicht glauben, daß dieserwegen
das aus eignen oder Zehend-Getraidgesottne Emmeramer Bier wolfei
ler als das bürgerliche abgegeben wird. Oefters ist es noch theurer,
besonders wenn mit dem Sommerbier zurückgehalten, solches erst beim
Abnam des bürgerlichen Vorrats abgegeben, und alsdann oft der Ver
fchleiß bis auffunfzigEimer vermehret wird. Die Fortsetzung des weissen
Bierverschleiffes ist ein neuer Beweis, wie vielfältig Emmeramischer
Seits contradatam fidem gehandelt wird. Im S. 51. ist schon bemerket
worden, daßdie Begünstigung des weißen Bierverschleiffes im Jahr
1633. gegen einen feierlichen Revers nur auf die damaligen Kriegs
Unruhen ihre Einschränkung gehabt habe ! Nun sagt Emmeram in
der Drutschrift §. 15. daß es dieses weisse Bierbräuen aufgegeben habe,
um einen Beweis seines freundschaftlichen Betragens zu geben!
Einen so geflissentlichen Vortrag offenbarer Unwahrheiten im An
gesicht der hohen Reichsversammlung, und zwar an so viele resve
ktable Stellen, wohin solcher in der Drukschrift gebracht worden ist,
sollte man fast nicht für möglich halten, wenn nicht evidentia fach
vorläge.
Billigwäre es wol allerdings, daß die Stifter und Klöster die
bürgerliche Narung vielmehr zu befördern, als zu schmälern suchten,
und hiebei auf den von Seiten der Stadt unentgeldlich genießenden
Schutzund Sicherheit, besonders beiFeuersgefahr, auchauf Pflaster
und Brücken einige Rücksicht nehmen mögten, da fie auch von allen
Brük- und Pflaster-Zoll, so wie von andern Abgaben, vertragmäß
fig frei find!

$. 55.
Die zwote Frage: ob derAusübung der Territorial-Rechte die
Verträge entgegen stehen oder nicht ? hat im vorigen alschon ihre
Abfertigung. In
-
E. (48) D:
In die hiebeiaufdie Frage gestellte Gerechtsame des Herrn Fürst
Bischofs hat man nicht nötig einzugehen. Die mit vieler Schamlosig
keit ausgedachte Bemerkung, daßEmmeram bei den Verträgen weder
paciskirender, noch abschließender Teil gewesen sey, hat durch die bei
reits erwehnte Vollmachten von 1434. und 1654. ihre Abfertigung,
und die von Emmeram füb No. 66. beigedrufte Vollmacht beschämet
das affertum die defectu confenfüsCapituli aufdas überzeugendste, da eben
diese Vollmacht von dem Abt Placidus für sich, sein Konvent und
Nachkommen ausgefeilet ist! Bei dem Vorgangvon 1525. drang
man von Seiten der Stadt auf die Einwilligung des Konvents; der
Abt sagte, daß bei der ihm schuldigen Obedienz dieser Konsens nicht
nötig fey. Nun soll eine Vollmacht ungültig feyn, die auch im Na
men des Kapitels errichtet, aber nur vielleicht von diesem nicht unter
schrieben ist! Wer kann bei solchen Grundsätzen sich mit Emmeram in
Geschäfte einlaffen ! Es ist auch schon angeführt worden, daßin den
Prozeß punctojurispincernandi eben diese Einwendungen vorgebracht
worden sind; sie find aber so damals als neuerdings durch die Reichs-,
gerichtliche Erkenntniffe verworfen worden. -

- Zur Unterschrift des Haupt- und Nebenrezesses haben nach den


Anlagen füb 18. et 19. die Reichsstifter, um einer Vorfizprätention,
auszuweichen, den Herrn Fürst Bischof, Franz Wilhelm, bevollmäch
tiget, mit dem ausdrücklichen Anhang: -

Daß wir so besagten gefertigten Rezeß oder Vertrag genemb und unverbrüch
lichzu erwigen Zeiten halten und dabey bestehen wollen, mit andert, als
wenn wir solchen selbst eigenhändig unterschrieben und gefertiget hätten.
Gegen diese so umständliche Verbindlichkeit kann weder die Protesta
tion von 1583. die ohnehin bei einer fruchtlos gewesenen Handlung ab.
gelegt worden ist, noch die Wiederholung beim Protokoll von 1654.
von einiger Wirkung feyn. Emmeram hat fich aller Vorteile der Ver
räge bedienet; desBeitragszu dem vorigenSchutzgeldad zweihundert
Gulden fich entzogen; keinerlei Umgeld oder andere Abgabe weiter ge
leistet; und in dem Protokoll seiner Beilage No. 68. selbst eingestan
den, daß es als ecclesiastica persöna exemta nichts begehre, als was der
Innhalt der Verträge zueigne. -

Dieses vor einer Hochfürstlichen Kommission abgehaltene Proto


koll ist der stärkste Beweisfür die Unstatthaftigkeit aller Einreden ge
gen die Vertrags Verbindlichkeit. Ganz widersprechend ist es, wenn
diese Verpflichtung nur allein auf den nexum ecclesiasticum gezogen, und
exjure ftatus eine Unabhängigkeit von aller Vertragsobliegenheit be
hauptet, und somitder Herr Fürst als Reichstand an die Gesetze nicht
- - - - - - - - - - - - gebun
- S. (49) SR
gebunden seyn will, die er in gleicher Verbindungmitandern Geistlichen
und Reichsmitständen, mit der Stadt, als einem Reichstand, einge
gangen hat. Die allgemeine Rechtsregel muß dagegen ihre Anwen
dung finden: in contractibus, es mögen solche die Stände unter sich, oder
mit privat Personen abgeschlossen haben, principes utunturjure commerci
communi, fiveut privaticonsiderantur. Beidengegenseitigen Grundsätzen
de uno homine plures fütinente personas, würde niemand mit einer der:
gleichen unter verwandelnder Gestalt sich darstellenden Person, sich in
Geschäfte einlaffen können.
Gleiche Beschaffenheit hat es mit einem anderweit hergeholten Ar-
gument im S.26. von dem Verhältnis des Referentis zu seinen Relatis,
und von der Schlussfolge, daß Emmeram an den letzten Vertrag von
1654, als das referensnicht gebundenseyn will, weil es das relatum nicht
anerkannt habe. Nach richtigen Rechtsgrundsätzen: Relatuminest refe
renti cum omnibusfis qualitatibusp. L.-7. ff.de hered.instit, muß eher das
Gegenteil behauptet werden, und da Emmeram zu dem auf die ältern
Verträge in gewissen Punkten sichbeziehenden Vertragvon 1654. Voll
macht gegeben und denselben ewigzu halten, gelobet hat; so ist es auch
an alles gebunden, was darinn enthalten ist. Zudem ist auch schon
die Emmeramische Beiwirkung zu dem Vertrag von 144. und bei -
allen nachherigen Verhandlungen genugsam gezeigt worden. -
-- - -

Die angezogene Wirkung der Paritions Anzeige von 17:1. wi


derfericht actis erprobatis; dann da hieraufdie Exelutionshöfe erkannt
haben: - - - - - - - - . .
"- - -

... daß nun contra renitentes die würkliche Exekution vorzunehmen;


-

-
-

''. - - - -

und die Verhandlung noch bis 1736, und zwar immer, den vorigen Er
kenntniffen gemäs, fortgedauert hat; so ist es eine offenbare Verdre
hung der Wahrheit, wenn nun Emmeram aus dem Stillstand des erst
funzehn JahrenachobigerAnzeigeaufgehörtengerichtlichen Verfahrens,
Gerechtfanie, tanquam ex rejudicata, erzwingen und von der dispositione
Legisbefreite Personen ausnehmen will, von denen bei den Verhand
lungen gar nicht gedacht worden, obschon so damals als vorher mehrere
dergleichen in der Stadt sich befunden haben. Gewis auch gegenwär
tige Sache würde gleichesSchiksal haben, wenn es Emmeram gelingen
folte, durch sein Revisionsgesuch, und durch die nunmehrige Verwen
dung an die hohe Gesandtschaften einen Stillstand im gerichtlichen Ver
fahren zu bewirken; Man würde behaupten, daßnun auch in contra
--
dictorio die angeblichen Gerechtsame bestätiger seyen, - - - -

- - - - - - - - - -- - - - -

R - S. 56,
", "
-.

- -
-

- - - - -- - - -
AS C300 BR
-
-

- - - - - - - . -. .
-

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--
- - --

- G 56.
6. - - - -
-
-

Bei der dritten Frage: " .

Wie weitist Emmeram im Besitz und Ausübung dieser Gerechtsame, und


wie weit wird selbe durchdie Observanz bestimmt? /

wirdbehauptet, daßdas Reichsstift in einem mehr dann hundertjähri


gen Befiz gegendie
Gesandtschaften nichtVerträge fich befinde,
angewendet unddaß diese gegen die hohe
werden können: v

Der Westphälische Friede Art. VIII. versichert den Reichsstädten


omniaiuraabImperatore etImperio legitime imperatavel longoufiante motus
belicosobtenta, poleff et exercita cum omnimoda jurisdictione intra muros
et in territorio, Caffätisis, quae in contrarium facta et attentata fünt, five
dehinc, nullo praecedente legitimojuris et executionis ordine fieri attentative
-
potuerunt.
-
- -- -- - - - -
Beruhen nun der Stadt Rechte gegen die Emmeramische Erweite
rung des juris opifici, et pincernandi aufKaiserlichen Privilegien, auf
ältern und neuern Verträgen, und darüber ergangenen Kaiserlichen
Erkenntniffen;wie insonderheitdasKaiserliche Reseript nachEmmeram
von 1666.zu erkennengiebt; hat man von Seiten der Stadt gegen die
angemaßtenBeeinträchtigungen nie still geschwiegen, sondern richterliche
Hülfegesuchtunderhalten, so daßauch selbst währenddes dreissigjährigen -

KriegsdieKaiserlicheUnterstützung fürdasweiße Bierbrauen von Em


meram weiter nicht ergangen ist, alsunter Anerkennung der Verträge
aufeine Zulassungaddiesvitae, oder gegen einen Revers de non praejudi
cando; so ist und bleibt es eine allen Rechten widersprechende Behaup
tung, wenn nun, bei der Unstatthaftigkeit andererGründe, eine
hundertjährige Observanz gegen so feierliche Zuständigkeiten, gegen
die noch bis 1736 ergangene Kaiserlichejudicata und gegendie immer fort.
gedauerte der Stadt Widersprüche, der Dekmantel zur Ubertretung
der Verträge feyn soll.
Ein Scheingrund zu einer Beschönung will in dem Schluß des
S. 17.daraufgesetzt werden, daßbei dem Hauptvertragvon 1654 von
den hohenGesandtschaften keine Frage seyn konnte, da die jetzige Reichs
versammlung erst 1663. mithin 9. Jahre nachher angefangen habe.
Allein, wenn nicht auch schon durch die Vertragsworte: Daß über
haupt durch dergleichen KlosterInnleute der Bürgerschaft an ihrer
Narung kein Eintrag geschehen, und daß dergleichen Leute nicht aus-
wärtsinsfremde arbeiten sollen, alle undjede Innwohner, welche nicht
zu dem Stiftbezirkgehören, ausgeschloffen wären; so erhellen der Un --------

- - --
- - - - grUnd - - - -

------- - - -
---

LE ( 51. ). SR
grumdjenes Vorgebens auch daraus, daß die letzten Vertragshandlm
gen, welche den 26.Jenner 1654. angefangen, und den 27. Maige
schloffen worden find, während des in besagtem Jahr vorgewesenen
großen Reichstagsihren Anfang, Fortgang undAbschlußgehabt haben,
ohne daß in den Verhandlungen von einer Ausnahm für das Comitiale
ein Vorbehalt gemacht worden. So waren auch die zum Vollzugdes
Vertrags vorgewesene Konferenzen bei dem allschon bestandnendermali-
gen Reichs Konvent; auch das Kaiserliche Rescript von 1666. ergieng
baldnachher nach Emmeram;vielfältige vorgängigeReichstage wurden
währenden Bestands der ältern Verträge allhier gehalten, und es ist
“ einen Vorbehalt der Gesandtschaftlichen Freiheiten gedacht

Es ist überhaupt von dem Reichsstift St. Emmeram eine absicht


liche Wendung zur Vereitelung der vorangeführten Verträge, wenn
nun die Gesandtschaftliche Rechte und Freiheiten auf die Frage gestellt
werden wollen,welchedoch mit dem vorliegenden Stritt in gar keiner
Verbindung stehen, undgewis auch bei bekannten gerechten undgroß
müthigen Gesinnungen in ihrem wahren Umfang niemals dahin wer
den erstrecket werden, daß dadurchjura tertiorum beschränket undaufge
hoben werden sollen. - -

Jede Ausnam für Emmeram müste auch den andern Stiftern


und Klöstern, welche an ein und eben dieselben Verträge gebunden
find, eingeräumet werden. - -

Selbst in der unter Allerhöchster Kaiserlichen Autorität im Jahr


1663. errichteten Reichstags Policei-Ordnung, Tit.vom Wein- und
Bierverkauf, ist der Stadt sprivilegiertes Umgeld und andere Gebür
fichergestellt worden. -

- Was aus eben dieser Polizei, Ordnung tit.Fleischkaufvon Em


meram angeführt wird, geht blos auffremde Mezger, worunter der
Emmeramer nicht kann verstanden werden, denn schon damals bei
stunden die Verträge, und somit auch der Stadt jusprohibend gegen
das Reichsstift, daß es einem für seine Notdurft bestimmten Mezger
keine auswärtige fremde Arbeit erlaube, die dem Bürger zum Nach
teil undEingrifin eine Narung gereichen kann.
Gegen den anbeiwieder erhobnen Befizstand aus der Protesta
tion von 1583. und 1661. darf man fich nur aufmehrbemeltes Kaiser
liches Rescriptpon 1666. aufdie hierüber von Emmeram gemachte Er
klärungund auf die inder Pinzernations Sache in contradictorio erfolgs
te Kaiserliche judicata:
daß
S. (52). SR
daß die benannten drei Reichsstifter, Einwendens ungeachtet,
an die Verträge gebunden sind, und denenselben nachkommen
sollen. -

ganz freimütig beziehen. - - \

- Je und allemal hat man der Trafigirungderdafigen Innwohner


widersprochen, und wenn auch in einzelnen Fällen Bürger, ja selbst
Magistratspersonenbeidafigem Mezger Fleischgenommen haben sollten;
so kann doch ihr allemal pflichtwidriges Beispiel denen Rechten nichts
vergeben, welche der Magistrat im Namen Kaiserlicher Majestät und
des Reichs zu behaupten hat. - --

- Es ist kein Schattenbild, wenn man wünschet, bittet und arbei


tet, daß ein so reich dotiertes und sich immermehr erhebendes Reichs
stift seine Grenzen nicht überschreiten und seine Vorteile nicht aufden
Schaden der Stadt und des armen Bürgers setzen möge! Emmeram
genießet aller Freiheiten und Rechte, die ihm nach den Verträgen zu
ständigfind. Schwerlich wird ein Fall vorgebracht werden können,
daß die Stadt gegen das Reichsstift einer Uebertrettung ihrer Ver
tragsobliegenheit fich schuldig gemacht hat: so sollte auch ein auf
Rechtschaffenheit, Pflicht und Gewissen gesetztes vomprivat Eigennutz
entfernetes gegenseitiges Benehmen seyn. Selten kann man fich der
Erwiederung eines nachbarlichen Benehmens rühmen. Selbst in dem
kummervollen Jahr vom 177. konnte man nur auf Gesandtschaftliche
Fürsprache von dem dafigen anflimlichen Getreidvorrath ein Quan
tum an Korn und Waiz zu vier und sechzig und resp. acht und sechzig
Gulden vom Schaff bewirken. Die Stadt ließ eben dieses Korn um
sechs undfunfzig Gulden abbacken. - - - -

Dasvertragmässige Einstandrechtbeim Getreid Verkaufhinaus


will ebenso wenigzugestanden werden.

In die von Emmeram im S. 28.berührteFrage, welcherechtliche


Rücksicht der Stadt Forderung in Betref der Gesandtschaften habe?
hat man gar nicht nötig dermalen weiter einzugehen. So wenig die
hohe Gesandtschaften den Herrn Prälaten zum Vertheidiger ihrer
Rechte berufen haben, eben so wenig werden sie darüber von der Stadt
eine Aufklärungerwarten. - - -- --

Man kann in ihren erhabnen Karakter das vollständige Ver


trauen setzen, daß fie ihre Immunitäten zum Nachteil und Schaden
--- - - - eines ...
AS (sz) SR
eines Dritten niemals anwenden, durch Ihren verehrlichen Aufent
halt allhier in der auf Kaiserlichen Privilegien, Erkenntniffen und Vert
trägen beruhenden Verfassung hiesiger Stadt mit ihren in ihren Ring,
mauern wohnenden Nachbarn, nichts abändern, und überhaupt die
so mancherleiInfinuationen in besagter Drukschriftfür eine auffer allem
Verhältniß mit Ihrer respektablen Würde gesetzte Beschäftigunghalten,
auch dem Magistrat zutrauen werden, daß man von aller Bestreitung
Ihrer Zuständigkeitenund Gerechtsamenfichallezeitentfernthalten wird.
- - - - - - - - - -, - - - -

-
-
-
-
- -

$. 58. - - -- - - -
- --- -
" . .
- - --- -
. -
- “:
- --

“ In dem vorletzten S. kommen nochmancherleiKlagen über ei


nen den Stiftern von der Stadt zugehenden Nachteilzum Vorschein.
Die Aufnam der Beiffer und die Diebstäle in den Kirchenwerden da
- - -- - - - - - - - - - --- - - - - - - - - - - - - - - -------- -- - - -- -- - -
hin gerechnet. “ - - -- - -

. . Eine entlehnte Unwahrheit ist es, daß man allen Leuten den
Beifiz geht, wenn sie aufdrei Jahre zum vorausbezalen. Emme
ram mag solche aus der bekannten anonymischen Druckschrift: Denk
buch, was der Reichstag ist, oder aus einer andern unreinen Quelle
geschöpft haben. Man ist überhaupt über die Auf- und Annahm der
Beisitzer besagtem Reichsstift am allerwenigsten Rechenschaft zu geben
zuldig; Auch die Klage über den Bettelstand ist äußerst übertrieben.
Andere in der Stadt befindliche billig denkende Reichsstifter haben
schon lange anerkannt, daß ohne beiderseitige Zusammensetzung der
Kräfte, besonders,aber auch, ohne Abweisung des so häufig eindrin
genden Landvolkes, das aus dem Bettelkommende Uebel nicht gehor
ben werden mag! , -

– Von wem die Diebstäle in den Kirchen ausgeübetworden sind,


kann wohl dem Herrn Prälaten vom St. Emmeram am bestenbekannt ---

seyn, da er allein so glücklich war, den in seiner Kirche entwendeten


Ornat wieder zu erhalten. Mancherlei Angriffe würden verhindert
worden seyn, wenn dieder Stadt Vertragmäfig zustehende Kriminal
Gerichtbarkeit in ihren Zuständigkeiten und Erfordernissen nicht er,
schweret, und die neuern Ordinariats-Verordnungen wegen der Frei
stätten beobachtet würden.

S. 59.
Allervorangezognen bitternKlagen ungeachtet, enthältder legte
S.der Drufschrift das Zeugnis, daß in diesem Jahrhundert seit sechzig
-O Jahr -
AG ( 54. ). SR
Jahren zwischen der Geistlichkeit und der Stadt ein freundschaftlich
machbarliches Benehmen obgewaltet habe! Man überläßt anderweiter
Bemerkung, wie dieses Angeben mit dem Ausruf im $.23. und am
Schlußdes §. 11.daß die Geistlichkeit nie mit der Stadt in Ruhe kom
men werde, solange noch von derselben ein Vorteilzu erhaschen feyn
wird, fich vereinbaren laffe! Man kann jenes Lob nicht verdienen,
wenn es zum Anstrich der gegenteiligen Observanz gebraucht und ein
Stillschweigen beiKontraventionen daraus erwiesen werdenwill. Der
aktenmäfige Verlaufhat schon gezeigt, daßman es weder in derPin
zermations Sache, noch wegen der Handwerker Eingriffe, an öffent
lichen Widersprüchen hat fehlen lassen. Unter so genau verbundnen
Nachbarn ist freilich ein freundschaftlich entsprechendes Benehmen zum
innern Ruh-und Wollstand ein sehr schätzbaresKleinod; solches darf
aber durch Hintansetzung seiner Berechtigungen nicht erkauft werden.
Es wird dadurch am fichersten unterhalten und befördert, wenn jeder
Teil, ohne Eigennutz und Vergrößerungs Begierde, mit seinen Stand
ortzufrieden, in den Schranken bleibt, welche Gesetze und Ordnung
vorgeschrieben haben. - -

S. 60.
Aus dem ganzen Zusammenhang folgt, daß das Fürstliche
Reichsstift St. Emmeram niemals über die Stadt Regensburg eine
gegründete Beschwerde führen kann, in solang die angezeigten Kontra
ventionen gegen die verbindlichsten Verträge annochfortdauern.
Diese unddie hierüber ergangene Kaiserliche Bestätigungen und
Erkenntniffe setzen den Gebrauch der Handwerker und des Bierver
kaufs blosfür des Stifts Bedürfniffe, und schliefen alle Fremde und
Auswärtige davon aus. Dahin gehet auch das allergerechteste Kai
ferlichejudicatum vom 12. Dec. 1783, an welches fich die Stadt zuver
läfig halten kann, und auch dabei von Seiner Kaiserlichen Majestät
wird geschüzet werden.
Diesen feierlichen Zuständigkeiten können weder die angezogne
Emmeramer Territorial und Reichstandschafts-Rechte, noch weniger
aber der angerühmte Besitzstand und eine gegenteilige Observanz einen
rechtlichen Widerspruch geben: Hoc certo fatui porest, sagt Pütter in
elem. Jur. publ. edit. 1756. § 129. observantiam haud adeffe, fi quando
facta, ex quibus eam colligere cui in mentem venit, veladnotitiameorum,
quorum interest, non venerunt, vel interpolita ab is contradictio fuit; aut
fi forte fingulares ob circumstantias et citra consequentiam, quod vocant,
quid
- WE ( 55. ) ZR
quid contigt, quod propterea in posterumfemper ita fieri, nementiquidem
eorum, quorum interest, tum convenit! - -

Ob es nun nach so vieljährigen fruchtlos gewesenen Vorstellun


gen ein unnachbarliches Betragen ist, daß die Stadt Regensburg in
dem ordentlichen Rechtsweg ihre gegründete Beschwerden angebracht
hat ? ob es nicht dem obrigkeitlichen Amt zum harten Vorwurf
gereichen würde, wenn man nicht die ohnehin sehr beschränkte bür
gerliche Narunggegen dergleichen sich immer mehr ausbreitende Ein
griffe, zu schützen suchte? ja ob es nicht von der nachteiligten Folge
fyn müste, wenn man stillschweigen und somit auch denen gleiche
Rechte genießenden übrigen Stiftern und Klöstern zugeben würde,
daß fie fich eines juris opifici et pincernandi an alle Personen, die der
Stadt Gerichtbarkeit nicht unterworfen sind, gebrauchen können, wo
durch gewiß in kurzer Zeit aus mancherlei Nebenabficht das geschwäch
te privilegierte bürgerliche Gewerb denen Stiftern und Klöstern zuges
schoben würde! - -

Un commerce mène à l'autre, le petit au médiocre, le médiocre au


grand; et celui quia eu tant d'envie de gagner peu, se met dans uneSitua
tion, oü ilnen apas moins envie de gagner beaucoup. Esprit des Loix Liv.
XX chap. 4-p: 286. -

Diese Betrachtungen kann man einesjeden unbefangener Beur


teilung überlassen, welcher nur von dem hiesigen Stadtwesen, dessen
Rechten, engem Bezirk und Verfaffung einige Kenntnißhat, und die
Lage der Sache in ihrer wahren Gestalt, nach Recht und Billigkeit,
nach dem Verhältniß der streitenden Teile und nach der hieraus fich
zeigenden Nothwendigkeit, daßdie Verträge von 1484. 1571. und 1654.
genau gehalten werden, zum Augenmerk nimmt!
Sans cette Loi, tous nos biens auroient paffé aux communautés
Religieuses. - - -

Hericourt traité de Loix ecclesiastiques de France.


P. III. Chap: XII.§ 31. -
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Ordnung der Beilagen. -


N Kaiser Wenzels Erkenntnis gegen die Beschuldigungen von St.
Emmeram d. d. Sonnabend v. St. Sophientag 1392.
Extractusprivilegi Philippi R. R. d. d. 9. Mart. 1207.
Extractus aur. bullae Ludowici IV. d. d. 31. Mart. I33 I.
Privilegium Conradi Rom. regis. d.20. Han. 1251. -

Extractus privilegi CaroliV. Rom. Imp. d. d.20. Iul. 1541. -

Innocenti VIII. confirmatio compactatorum cum clero d. d. Laterani


1484.
Mandatum totius cleride ineunda amicabili compofitione; in curia
Episcopalid. d. 8. Febr. I484. - -

Artickel gesammter Geistlichkeit bei der Uebergab in der Stadt Schutz


I 525. -

9) Extrakt Protokollar-Verhandlungen von 1525.


IoJ
II. Extrakt Rezeffes Kaisers Karl V. d. d. 5.Juni 1549. -
I2. Extrakt Rezeffes K.KarlV. d. d. 12.Febr. 1551. - --

I3. Kaiserl. Dekret und Bescheid zwischen dem Herrn Bischofund einem
erbaren Rath d. d. 15. März 1557.
I4. Des Bischofs und gesammter Geistlichkeit Gewalt zu den Verhand,
lungen in Augsburg d. d.20. Aug. 1557. -

Emmeramer Gewalt zu den Verhandlungen in Augsburg d. d. 3.


May 1590. -

Kaiserl. Bescheid wegen der Lehenstücke d. d. 5. März 1624.


. Kaiserl. R. Hofraths Conclusum d. d. 22. Oet 163.
Der drei geistlichen Stände. Emmeram, Nieder- und Obermün
ster Vollmachten zur Unterzeichnung und Sigilirung des Haupt
und Neben Rezessesd. d. 25. Mai& 30. Der. 164.
Extrakt K. R. Hofraths Protokolls d.d26.Apr. 165.die Ratifikat
tiondes Vertrags mitgesammter Geistlichkeit von 1654. betr. -

2 I. Der Hochfürstl. Regensburgischen Regierung Antwort Schreiben d. d.


14. Nov. 1679. - -
22. Copia Kurfürstl.Bayrischen Hofkammer Befels an das Bräuamt zu
Weix d. d. 12. Sept. 1697.
23 vid. Num. 40.
24. Beschwerführung der Stadt beim Kaiser Leopold über der Emmera.
mer Handwerker und Bier-Verschleißd. a. 1666
(34 25.
-

Num. - - - - es
25. Reseript Kaiser Leopolds an den Hrn. Abbten zu St.Emmeram d. d.
- - -
27. Oct. 1666.
- -

-
- -

26. Emmeramer Conferenz Protokoll vom 26. Mart. 1667. die Befolgung
vorgedachten Kaiserlichen Reseripts betreffend.
27. Der Stadt Regensburg Beschwer, Schreiben an den Herrn Fürsten
vom St. Emmeram. d. d. 10. Ien. 1782. -

- 28. Antwort von dem Herrn Fürsten von St. Emmeram d. d. 14. Jenn.
- 1782.
29. Copia Implorations- Schrift an Kaiserl. Majestät vom Kammerer,
und Rathder Stadtgegen den Herrn Fürsten von S. Emmeram
- - - -- -
d. d. 19. Febr. 1782. -
",

30. Kaiserl. R. Hofraths Conclusum hierüber d. d. 15. Apr. 1782.


„3I Kaiserl. R. Hofraths Conclusum hierüber d. d.21. Oct. 1782.
32. Copia Paritoriae d. d. 12. Dec. 1783. -

33. Leztes Kaiserl. R. Hofraths Conclusum d. d. 7. May 1784.


34. Copia Schreibens nach Emmeram d.d. 10.März 1760. dieBeschwer
de gegen des dasigen MezgersNarungsEingriffe betr.
35. Copiader Stadt Antwort nach Emmeram, den dafigen Mezger betr.
d. d.26. März 1760. -- -

36. CopiaKaiser. Excitatorian die Kreisausschreibenden Herren Fürsten


des Löbl. Bayrischen Kreises d. d. 3.Sept. 1736.die Ein- und
Abstellung der Stifter und Klöster Bierverschleißes betr.
- 37. Copia Päbstlichen Monitorigegen den Bierverschleiß und das Zech
halten d. d. 19. Sept. 1761. - -

38. Copia Emmeramer Reverses d. d. 12.Aug. 1633. die ad tempus bei


willigte weiße Bierschenke betr.
39. Copia Emmeramer Anzeige von 1666. derjenigen Bürger, welche in
dem Reichsstift einen Verdienst haben.
40, Abdruck der zwischen gemeiner Löbl. Geistlichkeit und des H. Reichs
freien Stadt Regenspurgin A. 1654. aufgerichteten, auchvon der
Röm. Kaiserl. Majestät allergnädigst confirmiert und verpoenten
Haupt und Neben-Rezeffen, fammt dazu gehörigen alten Verglei
chen, als Beilagen, aufwelche sichobige Receß referieren.
“ - -

Beilagen
–33 ( 3 ) 3 -
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SEEWEIS- ---------------------- -

Num. 1.
Sir Wenzlaw von Gottes gnaden Romischer künig zu allen
SV Zeiten merer des Reichs u. künig zu Beheim Bekenne und tun
und offenlichen mit diesem Brief allen den die in sehen oder horen le
zen, das wirumbfulche fachen als sich zwischen dem Apte und dem Gotthuse zu fand
Haymeran an einem u. dem Burgmeister Rate und Bürg'n gmeinlichen der Stat zu
Regensburg unsin und des Reichs lieben getrewen an dem andern teile als unsfür
gelegt ward folde vorlauffen haben sein wir eigentlichen underweist mitguter kuntschaft
das dieselben Burger und Stat zu Regensburg an fülcher Handelüge unschuldig fein
und dorumb so sprechen wir sie mit rechter wissen aller Zuspruche die denfelben Bur
gern von Regensburg in kunftigen Zeiten von der fachen wegen gescheen mochte, genz
lichen ledig und loze und meine fezen und wollen, das dieselben Burgere von vns vnf"n
nachkommen an dem Reiche Romischen kein und kunigen uns'n Ampfluten und fast
von allermeniclich von fulchenfachen wegen on alle Zuspruche unbekumert und ungehin
dert bleiben füllen. Mit urkundditz briefs vorfgelt mit uns kuniclich"Maietat Infi
gele. Geben zu Prage noch Crists Geburt dreyttenhundert Jar dornach in dem zwey
und newnzigisten Jar des Sunabends von fand Sophientage, uns Reiche des Beh
mischenin dem Newn und zwenizigistem und des Romischen in demsechzehenden Jaren.

- ad röm Borcywoyg de Swinars


fan- Olôm Canoic”

Extrakus ê Privilegio Regis Philippi


de Anno I207. - -
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- .
Item quicunque five clericus five laicus feu etiam iudeus de ratispona pecu
-

niam aliquam feu quodcunque coffherciüvel in civitate vel extra ciuitatem


ad negociationem aliquam tradiderit is cum alis civibus civitatis omneonus
colletarum portabit.“ - -

- - - - - - - - - -- -
--

Testes autemhujus reifunt E. Salzburgensis archiep.O.frifingenis Eps.


M.pataviens. eps. L. dux bawarie O. com.palatinus de Witthelinspach. Co
mesRapoddo et com. H. de ortenbre. Comes Cunradus de Mosebc. H.Mar
fcalch de Kallendin et alii quam plures, Acta sunt haec anno dü MccvII.
signum dhi Philippi secündi Romanorum Regis invictissimi, Ego Cunradus
- - - -

Regalisaulae Cancellarius et Ratisponenfis Eps recognoui.


(Monogr)- honotariSeptime
in Rom p manns
Idus Marti, Seidel
indictione decima. als " - -- -- - -- - -
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- - - -

- s - Num.3.

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3 +33 ( 4 )
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-

Num. 3.
Extračkus ex aurea bulla Ludowici IV.
dat in Lengenvelt. 3 IdMarc. 1331.
t quoniam cuiusvis turbatio tempestatis a facri devocione imperi fillo
unquamtemporepfatosCivesfeiunxit. Grämgraciscumulantes adici
mus et hoc diuali edco perpetue duraturo cenfemus. Ut n’lls deinceps nifi
Civis Ciuitatis pdce, qui cum ipfis Civib” onera dičte Civitatis fubeat, vi
num quovis quefito colore propinare prefumat. Si quis autem hoc contra
notramp;sentem inhibičonem attemptare plumpferit, pfatis Civib“ fibi hoc
inhibendi plenam damus tenore pfencium potestatem. Infuper Ad infar
diue memorie Chunradi quondamin Regem Romanorum elči. hanc fepedčis
Civib” duximus gräm concedendam ut tam fpuäles qm feculares cuiuscüq
3dcönis existant et Iudei Came” nofre fervi dičkam civitatem inhabitantes,
Statuta, que per ipsos cives pro custodia» Municione vel Capitaneo civitatis
-5fate fca fuerint. una cum jpis Civibus custodiant et observent. Maxime
äum hi, qui fimilem cum alis fuscipiunt vitam. fimilem in legib“ fentire
-

debeant disciplinam. -

- -

. . . ",
Privilegium Conradi. -

( onx. divi ang"ti Impris f. fili“ deigfa Rom. in Regé Elcs. Semper
Aug’t“ eth"es Regni Irrm. Tenore presentium notum effe volum“uni
w'sis quodinosadtendentes devota servicia ciuiu Ratisponén fidelium niro24 et
qualit“ expaceturbata ap"ditoribus imperiundiq'impugnantur. iuxta fuplica
c6em i"po24 pro custodia et municôe nec non pro capitaneo ciuitatis Ra
tisponén, talem ipis gfam, que im feius stinet duxim“faciendam. ut tam pi
rituales q“feculares, cuiuscumq% ddicÖis existant. et iudei» fervi came nire
pecialite" statuta, que per eosdem cives facta fiunt. fuperpmiffs cum eis
custodiant et obfervent... Maxime cum hi, qui fimilem cum aliis fuscipiunt
vitam. fimilem in legib” fentire debeant disciplinam. . dat. ap. Ratisponam
xx Ian. vIIIi Indict.

" - - - - -
- - app.Sigill. Caef Maj.
- - - Num. S. - -

- Extract aus dem Privilegio CaroliVi


d. Regenspurg 1541. d.20ten Jul. ,
- Der gefreiten Höfe Inwoner.
-
Jenwere in einemgeferten Haus oder Houeperson
zu Regenspurg so mit sein agen ist,
“fizet oder womet, Er fey dann feiner aigen selbsten vor dato diz
halb,
Brieues, darfür insonderhait gefreit worden, der soll einem Rathe, daselbsten zu Re
genspurg, Burgerliche pflicht thuen, vnd feiner person auch anderer feiner aigengueter
halb, gleich andern Burgern stewrn, vnd andere gewondliche burgerliche Beschwer
rung mittragen. ** * *
- - -
- - --- - - --
-

-
-- N. 6.

- - -- -- - - - -
-33 ( 5 ) FSßn

Num. 6.
C’ op. i a
Confirmationis compaktatorum cum clero ab"Innocentio
VIII. d. d. Laterani 1484. -

nnocentius Episcopus,ServusServorum DEI ad perpetuam reimemoriam,


Debitum pastoralis offici nobis licet immeritis dispofitione divina com
milium exigt, ut ab univerfis notrae vigilantiae creditis jurgiorum con
tentiomumque fublatis dispendis, Pacis & quietis praefidia eis feliciter mi
- nitremus. Illa & nostris munimine roboranda, quae adiplorum pacis &
quietis soliditatem, voluntaris partium medis novimus procefiffe; Sane
Pro Partie dile&torum filiorum Cleri utriusque Sexus Civitatis Ratisponenfis
nobis nuper exhibita petitio continebat, quod venerabilis frater noster,
Bartholomaeus Episcopus Civitatis Castelli, per Alemaniae & Germaniae
Loca Sacro Romano ImperioSubjekta, ac Poloniae, Hungariae, Daciae &
Bohemiae Regna Apostolicae Sedis cumpotestate Legatus de Latere Nuncius
& Orator» intellectis nonnullis discordis exortis, inter Clerum praefatum &
dilettos filios, ProConfules, Consules& Communitatemdictae civitatis, Super
venditionetamin großa quamminutamenfura, quam pincernationem vocant,
vinorum ad Capitula, Conventus & Personas utriuque fexus Cleripraefati
pertinentium, & emptione vinorum, Cerevisiae, & aliorum usualium pota
giorum» infra & extra dictam Civitatem » fine gabella» feudatifolutione, nec
non fuper indičta quadamonerispecuniarifolutione,promolituragrani prae
fati Cleri & illius personarum in molendinisdictae Civitatis facienda, super
Confectione feu braxatione Cerevisiae potagi illarum partium, ac Caufis
Cenfuum pensionum redituum, penfionum decimarum, alisque dejure aut
Confuetudine ad forum Ecclesiasticum pertinentibus, fuper donationibus &
Testamentis» feu Legatis, quae pro tempore fiunt ad pias Caufas, Perfonis
feu Locis Ecclesiasticis, dependentibus quoque ab his omnibus & emergen
tibus, communi accedente partium affenfu, eas discordias de medio fubmo
vere» & qualiter & quomodovina Cleri praefati per dićtum Clerum vendi
& emi» ac in Civitatem Ratisponenfem alia quoque potagia fic emptaintro
duci, aut intus emptain Ufum Cleriverti poffint 5 quantum item idem Cle
ruspro molitura grani fuifolverit, & qualiter in Confectione feu braxatione
Cerevisiae omni modo fe habere pofit» aut debeat» in quo etiam
foro praedictae & aliae causae Ecclesiasticae tračtandae funt & decidendae:
Cum quo onere aequaliter praefatae donationes, Testamenta ac Legata ad
pias Caufis, Personis feu locis Ecclesiasticis pro tempore facienda, adeas
personas feu loca tranfire &permanere debeant, de partium:5 ut profertur
affenfu, ordinare ac alia abhis dependentia ac eis connexa, feu emergentiá
abeisdem fatuere & devenire curavit inipfius Bartholomaei& Nunciliters
desuper confects, quarum tehoren Nobis fub autentiquo transmiffum dili
genter inspici& examinari,acejustenoremde verboadverbum praesentibus
inferifecimus, plenius continetur. Quareproparte Cleripraefati Ne:fuit
-

---
-

-
-
- -$53 ( 6 ) 2 -
humiliter fupplicatum, ut memoratis Episcopi& ordinari Nunci hujusmodi
ac omnibus & singulis in literispraedictis contentis, robur Apostolicae Con
firmationsadjicere, acilla firmiter obfervari mandare, ac pro potiori Cau
telaea omnia» ficut profertur, ordinata de novo ordinare, alisque in pro
miffis opportune providere de benignitate Apostolica dignaremur. Nos ig
tur, qui pacem & quietem quaerimus fingulorum, & ad id tendentia Christi
fidelium vota libenter favoribusprofequimur, opportune hujusmodi fuppli
cationibus inclinati ordinationem praefati Episcopi, ac prout illam concer
nunt, omnia & fingula in literispraedictis contenta, aučtoritate Apostolica,
tenore praesentium ex certa Nostrafcientia approbavimus & confirmavimus,
ac praesentis fcriptiproaemio munivimus. Supplemusque omnes & fingulos
defe&tus, tamjuris, quam fačti» fiqui forfan intervenerint in eisdem,pro
quepotioriCautela, ea omnia, ficutprofertur, ordinata de novo eadem au
&toritate ordinamusac statuimus & decernimus, fic decerto perpetuisfuturis
temporibus deberefirmiter obfervari, & nihilominus venerabilibus Fratri
bus Nostris Alerienfli & Eiffitienfi Episcopis, ac dile&to Filio Decano Eccle
fiae Bambergenfis, per Apostolica scriptamandavimus, quatenus ipfivelduo,
aut unus eorum, perfe vel alium feu aliospraemiffa, ubiquando &quotiens
expediens fuerit, folenniter publicantes, ac eidem Clero in praemiffis effica
cis defenfionispraesidio affifentes, faciant, ordinationem dičti Episcopiper
di&tos Proconfules, Confules communitatis & illius fingulares perfonas ac
fubditospraefatos, ac quoscunque alios inviolabiliter observari» & non per
mittanteosdem,Clerum & illiusperfonas utriusque fexus» per quoscunque
contra praefatum Episcopi & praesentium literarum tenorem quomodo libet
moleftari, contradičtoresper cenfuram Ecclefiaficam», appellatione poftpo
fita compescendo, non obstantibus Fr. Re. Boni. Papae VIII.praedecefloris
Nofri, illis praeftitis, quibus cavetur expreffe, quod nullus ex civitate &
Diocaefinifi in certis exemptis cafibus, etiam illis, ultra unam Dietamafine
fuae Diocaefeos ad judicium evocetur, feu ne judices a fede deputati prae
di&ta extra civitatem& Diocaefin, in quibus deputatifuerunt, contra quos
cunque procedere, feualivelalis vicesfuas committere praefumant, & de
duabus dičtis in Confilio generali, nec non aliis Apostolicis constitutionibus
contraris quibuscunque, feu fi exemplopraefato vel quibusvisalis commu
miterveldiverfim a fede praedikta indultum exemplar» quod interdici, fu
spendi, vel excommunicari non pofint,per literas Apostolicas, non facien
tesplenam & expreffam, ac de verboad verbum deindulto hujusmodimen
tionem. Tenor vero literarum praediktarum fequitur, & eft talis.
W Vid. num. 40. --
-

Null ergo omnino Hominum liceat hancpaginam Nostrae approbationis,


Confirmationis, Interpretationis, Suppletionis, ordinationis, Statuti,
Constitutionis& Mandatiinfringere.vel Aufu temerario contraire. Si quis
autem haec attemptare praefumpferit, indignationem omnipotentis DEI ac - -

beatorum Petri & Pauli Apostolorum ejus fe noverit incurfurum. Datum -

Laterani» Anno incarnationis Dominicae, Millefimo Quadringentesimo


O&tuagesimo Quarto, Pontificatus Nostri Anno primo. - -

- - Num.
Num. 7.
Mandatumtotiuscleride ineunda amicabiliCompositione.
in curia episcopalid. d. 8. Febr. 1484.
- N Franciscus Praepofitus Iohannes Decanus, totum Capitulum Ecclefiae
Ratisponenfis. IohannesSti. Emmerani. David Sti. Iacobi, Monasterio
rum Abbates. Agnes Inferioris, Sibilla Superioris. Anna Sti. Pauli Mona
fteriorum Abbatiffae Iohannes veteris Capellae, Michael Sti. Iohannis, Ec
clefiarum Decani, Capitula & Conventus Ecclefiarum & Monasteriorumeorun
dem, Conradus commendator Sti. Leonhardi, Plebani, ChoriVicari, Capel
lani, Altariftae & beneficiati civitatis Ratisponenfis» fatemur ac recognofi
musfubtenorepraesentium, quod quia inter nos ex unà, ac Confules, Pro
Confules & Cives ejusdem Civitatis Ratisponenfis de & fuper tuendá accon
ferwandá libertate Ecclefiaficá» Iuribusque, Privilegis & hačtenus obfer
vatis rationalibus, confuetudinibus defendendis & fignanter de & fuper ven
ditione vinorum ad Ecclesias & beneficianostra pertinentium, vini & cere
visiae in Civitatem fine Dacia introductione, feu in foro dičtae Civitatis
emptione, Molitorum nimia exaktione» cerevisiae pro ufu Cleri confektione,
Legatorum & donationum ad pios ufus prohibitione, cenfuum etiam &bo
norum immobilium pro Ecclefiis emptione, ac tandem de & fuper Iurisdi
&tione Ecclefiaficá, & caufis ad eampertinentibus illorum omnium ac exeis
quölibet emergentium adea quae connexorum occafione altarispertinentibus
materialdifferentiarum fuborta, fuper quibusdifferentiis coram Reverendiffimo
in Christo Patre Domino, Dño Henrico Episcopo diktae Ecclesiae Ratispo
nenfis plures habitaefuntamicabiles compositionesdictae, ficut& imposterum
habebuntur, fub fpe dičtas differentias amicabiliter componendi, Idcircó
profuturis hujusmodi dičtis profequendis, ac cafu et eventu, quibus dictae
hujusmodi amicabiles compofitiones fru&tum non parerent nobisque feu de
putatis per nos infra nominatis, vifum fuerit, Iuribus nostris & Libertati
Ecclefiaficae expedire apud San&tam fedem Apostolicam, aut apud Caefa
ream Mtem velutrobique locorum hujusmodi, feu coram Iudicibus & Com
miffaris ordinaris, vel delegatisarbitris arbitratoribus feu amicabilibus com
pofitoribus Ele&torum, vel in posterum eligendis quibuscunque causam. feu
causasfuper differentiis anteaÖtis velearum altera agitandas, fub quocunque
modo id fieri contingeret, promifimushinc inde inter nos, ac praesentibus
promittimus nos, quod fub fide praestitá, & fub poenis infra designatis,
omnes & fingulosfirmiter obligamus, quod velimus & debeamus, fub hone
fae conventionis vinculo invicem effe obligati, uniti» Conjuncti & confoe
derati: ufque adeout non liceat nobis, feu alteri nofrorum hoc ipsum con
foederationis vinculum diffolvere, & ab invicem difcedere, nisi de omnium
feu majoris Partisper nos Deputatorum infra defignatorum confenfu expreffe
defuper habito, immo necnifi tunc demum cum communi aut majoris Partis
eorundem deputatorum confilio. compertum fuerit & conclufum a prosecu -

tione causae feu causarum hujusmodi abstinendum, & hoc praesens confoe
derationis vinculum fore diffovendum, Ad quae omnia, fubtenorepraesen
- - - Ü1UN
-

-3 ( 8 ) -
Bum volumus effe firmiter obligati» fubpoena perditionis omnium Privile
giorum & immunitatum perfonam cujuslibet nostrum, quomodo libet respi
cientium quibus fe reddit contrafaciens» eoipso indignum penitus &priva
tum. Item etiam fipoenalis locum ammodo inter nos in conventionibuspu
blicis non habeat, imo a nostro & totius Cleri dictae civitatis consortio & -
communione exclusus omnino habeatur. Vt autem causae & Causarum five
negotiorum hujusmodi tra&tatus &profecutio facilior & expeditior fiat, vo
luimus numerum in his traëtantium & consulentium reddere, prout reddidi
mus minorem, & proinde deputavimus» constituimus & ordinavimus, de
putamus» constituimus & ordinamus nostros certos & indubitatos causae &
causarum five negociorum hujusmodi tračtatores, a&tores, fa&tores, defen
fores, syndicos & Procuratores. Nos feilicet Praepositus& Capitulumdictae
Ratisponenfis Ecclesiae Venerabiles & Egregios Dominos, Iohannem Neun
haufer Iuris Can. Do&torem Decanum, ac Dnum Conradum Sinzenhoffer
eiusdem Iur. Licentiatum, Canonicos Ecclesiae Ratisponenfis ejusdem. Nos"
vero Abbas Sti Iacobi & Conventus Sti Emmeraniac Sti Iacobi Reverendum
Patrem Dominum Iohannem Abbatem, Sti Emmerani Praefectum. Nosau
tem Abbatiffa Inferioris Monaferi dičtum Dnum Conradum Sinzenhoffer,
& nos Abbatiffa fuperioris Monaferi, dičtum Dnum Iohannèm Decanum
Ecclesiae Ratisponenfis» nos quidem Abbatiffa Sti Pauli Dnum Iohannem
Pech, fimiliter Canonicum Ratisponenfem Plebanum nostrum. Nos Capitu
1umveteris Capellae, Dnum Iohannem Decanum nostrum. Nos vero Capi
tulum Sti Iohannis, fimiliter Dnum Michaelem Decanum nostrum, EgoCom
mendator Sti Leonhardi, praefatum Dnum Abbatem Sti Emmerani. - Nos
autem Plebani Chori Vicarii» Capellani, Altariftae, Beneficiati dičtae Ci
vitatis öés & finguli», ficut antescriptis Ecclefiis fubditi, in illis beneficiati
fumus, ita deputamusproparte earundem Dominos Deputatos fupra expreß
fos, nobis alis omnibus, in dičta Civitate beneficiatis, in illos eosdem de
putatos &jam expreffe consentientibus, quos omnes simulpraefentes& onus
in fehujusmodifponte fuscipientes, constitutos effe volumus, & permiflum
eft & illis omnibus, fic deputatis nostro nomine, de & inpraemiflis öib9 &
singulis caufis & negociis: tračtandi, confulendi, faciendi, ordinandi» pro
curandi, concludendi» disponendi, agendi» ac nos & causam feu causas
nofras hujusmodi in öibus &per omnia defendendi unum velplures Procu
ratorem feu Procuratores, defenfores & syndicosin eorum omnium feu alte-
rius eorundem locum deputandi& fubstituendi» eumquevel eos iterato re
vocandi, & alium feu alios ponendi, impofitiones etiam pecuniarias quas
cunque pro causarum & negociorum profecutione & tra&tatu necessarias jax
ta eorundem caufarum exigentiam, ac Perfonarum & Ecclefiarum facultates
faciendi & a Nobis ac quolibet nostrum cum effectu exigendi, aliaque omnia
faciendi, gerendi & exequendi» quae nos ipfipersonaliter facere, gerere, ac
exequi poffemus liberam & omnimodam dedimus & conceflimus» damus &
concedimusfacultatem, fic tamen, utfi praenominati nostri Syndici & pro
curatores, & causarum feu negociorum tra&tatores aliquando in unamenten
tiam, pro hujusmodi varietate convenire non posfent» majorum illorum
Partis, conclusio & confilium femper praevaleat. Promittimus & omne id
- to
-

- - -3 ( 9 ) -
totum ac quicquid tra&tatores ac Procuratores hujusmodi nostro nomine in
Praemiflis egerint, fecerint & concluferint» nos ratum, gratum & firmum
perpetuo habituros omni & cuilibet juris beneficio in contrarium fuffraganti
(quorumcunque appelletur nomine) penitus renunciato. Et si durante cau
farum feu negociorum horum traStatu & profecutione aliquem ex di&tistra
&tatoribus Syndicis & Procuratoribus(quod Deus avertat:) vita fungi, feu
a loco abfentem autaegrotum effe contingeret, ex tuncillius locum exeapar
te, quae ipsum ordinaverat, aliuspro ea vice furrogetur idoneus, ne hoc
contingat obfaculo libertatis.defensionem Ecclefiaficae impediri. In quorum
omnium fidem has inde fecimus fieri literas authenticas figillorum nostri Ca
pituli Ratisponenfis Abbatum & Conventuum Sti Emmerani &StiIacobi Ab
batiffarum & Conventuum inferioris ac fuperioris, ac Sti Pauli, Capitulorum
Veteris Capellae &StiJohannis ac Praefati Commendatoris munimine robo
ratas. Nosvero Plebani Chori Vicari, Capellani.» Altariftae & beneficiati
fupra exprefli, cum proprio careamus figillo, Venerabilis in Christo Patris
Dni Francisci Praepofiti Eccles. Ratispon.fupra nominatiper Procuratorem
notrum specialiter adid constitutumpetvimus & obtinuimuspro nobis ap
poni figillum. A&tum Ratisbonae in Curia Episcopali die 8. Febr. Anno a
Nativitate Dominica. 1484. Indičt. 2 in Pontificatus fančtiflimiin Christo Patris
& Dni. nofri Dni. Sixti divina Providentia Papae quarti, Anno tertio
decimo. -

Num. 8.
Artikel gesammter Geistlichkeit bei der uebergab
in der Stadt Schutz.
u wißen, daß sich alle gemaine Geistlichkeit alhie zu Regenspurg,ganz darinn
Niemand ausgeschloßen auf eines Erb. Statt Cammerers Inner vnd Euffer
Rathes, auch ains Erb. Ausschuß, anstat vnd von wegen einer ganzen Erb. Gemain
der Statt Regenspurg, gütlich freundlich ersuchen vnd gesynnen, gutwilliglich und
freundlich bewilligt,
DaßSie die gemain Geistlichkeit, gemeiner Statt Regenspurg, den Vmgeldt
wollen geben, wie ain ander Burger allhie,
Item Sie wollen gemainer Statt Steurgeben, wie ein ander Bugerahi,
Item Sie wollen all ander Burgerlich mitleiden tragen, wie andere Burgere
alhie. . "- - - -

Da entgegen haben Ihnen ain Erb. Cammerer Inner und auffer Rath, auch
der verordnete Ausschuß, anstatt einer Erb. Gemain anzeigen laßen, daß Sie Ihre
Güttere, wo Sie die aufferhalb gemainer Statt Purg vnd derselben Burkfriden
haben, gemainer Statt mit versteuern dörffen, - -

Ihnen ist auchzugesagt, Sie freundlichzu schützen vnd zufchirmen, wie an


dere Burgere alhie, - -

Daraufhaben Sie die Geistlichen die aydtpflichtdemCammerer angelübdt, für


sich und Ihre Nachkommen. Geschehen am Pfingstag nach Philippi & Jacobi -
Apostolorum Ao. 1525. - - -
* - - - - Es
-

-
<$33 ( 10 ) $5ßn -

Es ist auch zu vermerckhen, foofftein Abt, Thumb-Probst, Dechant, Prior,


Abtiffin oder Comenthur abstirbt, von demselben Prälaten, oder Prälatin, die
Pflicht wie an heut beschehen, anzunehmen 20.

Num. 9.
Extract Protokollar Verhandlungen
von I525.
An Erichtag nach Sand Larenzentag, als königlicher Maieftat
Commiffarien, widerumb allhie in Regenspurg in vorangehefften Ir
thumben ankommen findt haben Herr Hanns Fuchs Ritter Haubtmann
2c. c. Auch ein Erber Camerer und Rate , Jr gestellte Antwurt
auf, meines genedigen Herrn von Regenspurg Jungst, den königlichen
Commiffarien alhie übergeben Clagartickl c. In beywesen beder
Stet Augspurg und Nurmberg gefantten beystende benantlich
von der von Augspurg wegen N.Langenmantl,
und von der von Nurmbergwegen
N.Paumgarttner c.
Wie findt auch (dermaffen also von gemainer gaiftlichait folche gewönlich burger
lichmitleiden zu erfordern und einzenemen ) Nu bis in das vierdt Jar, In
offenlicher wifenlicher rubiger pofeß vel quafi gewesen und noch. Zu dem die gaiftli
chen daneben aufdie obberürtten Jr gethane Bewilligung und zur Beerefftigungder
felben mitler Zeit, mit wissen und gedulden unnfers genedigen Herrn von Regenspurg
gleichwie andere unsere Burger, alle burgerliche Gewerbe, mit schenken, kauffen, ver
kauffen, und dergleichen wider manchs andern unfers mitburgers aigen nutze, an alle
verhinderung getriben und gehandlt haben; Alfo daß wir demnach ganz für unbillich
angesehen, Das sich unser genediger Herr von Regenspurg, oder yemandt fontendes
allererst nach fovil Jaren, von gemeiner gaiftlichait wegen, die sich doch felbstn
fo einer billichen Sachen mitbeschwertnoch mit Fugen thun mag, über unns beklagen
sollen. Züvorab auch dhweil wir und gemeine Stat, über allen derselben vorigen
Unrathe yezo von neuem durch etlichefürgenomene aber doch wendiggemachte Reichs
tege, und wes unns fonsten allenthalb Im vilwege wider die billichait abgeriffen
und entzogen wirdt, In unwiderbringlich Verderben, gefurt findt worden, Inwel
chem unnsfein fürstlichgenad als ain Fürst deshayligen Reichs, und unner genediger
Herr und Nachbar billich bedenken und die fchuldigen mit hilff der gaiftlicheit mit
alain wider gemainer Stat wifenliche Notturfft sich untersteen abzubringen, Son
der wo wir die zuvor mit hetten, mit allem genedigen Vleiß fürdern und darob feyn
folten aufdas uns dieselbig geraicht und gelaist würde.
So mögen sich auch weder die gemelten gaiftlichen noch yemandts fonfinvon
Iren wegen derpflichtendie so gethan, mit ichte beschwern, dhweil wir die mit alain
sonsinmiterberngenugsamengrunden, woes Im stand desrechtenwert erhaltenmöch
-- - -, - ten,
–ss ( 11 ) ---
ten, Sonder auch das fi andern Irenpflichten gar nichtzit billichs benemen oder ent
zihen, Dannye so findt f die gaistlichen schuldig kayserlicher Maietat alsdem Haubt
gehorsam. Deffgleichen auch unns und gemainer Stat als Hauffeffige Inwonerehie
getreu und gewere zu fein, das zu halten undzuvollziehen, welches sy felbstn für billich
bedacht und angenomen haben, und in der warhait vor got und der welt ze thun
fchuldig sein, Inmaffen wir unns auch hinwiderumb zu allen gebürlichenfachen, mit
unfernleiben und guetern zu Inen verpunden haben und were fürwar ein beschwer
liche untröstliche einigkait, wozwischen gemainen Inwonern einer Stat einbartey ge
gen der andern, mit In solchen gemuet Pflichten oder puntnuß stehen oder fein folte,
zuuorab Info geferlichen geschwinden leuffen wie die yezo allenthalb vor augen, und
vielleicht noch mer künftigzu besorgen findt. Zu dem wir auchgenzlichen verhoffendas
gemeine gaitlichait unangesehen unners genedigen Herrn von Regenspurg fürnemen,
sich selbst, auchallegelegenhait der Sachen, und was sonsten daraus ervolgen möchte,
darzu auch Irgethane versprochene zusagen der burgerlichen fchuldigen mitlaidenhalben
gescheen bedenken und die fache wider die fruntlichen Bewonung und ainigkait die
sichnun here mitler zeit zwischen Inen unnd gemainer burgerschaft hie erhalten zu kai
ner weiterung komen laffen werden.

Num. 10.
Extract Protokollar Verhandlungenvon 1525.
es wir auch mit Inuentiren der kirchen unnd Clöster klainoten, In der obbe
rürten peurischen aufturn beuolhenhaben, das ist mit zu untermaigen nutzeoder
einichen unbillichen vortail wider die gaiftlichait fonder Römischer kaiserlicher
Maiestat, unserm allergenedigisten Herrn, und gemainer des hailigen Reichs Stat
Regenspurgzu schuldiger billichen Fürsichtigkait aus, aus viel rechtmefigen ursachen
und bewegmuffen, aus gemainer Stat notturft, und dennest in linder unnd milter
Wege dann uns wol gebürn mögen geschehen, Dhweil wir in solchen leuffen mit
allein schuldig gewesen sind, dieselben also beschreiben zu laffen, damit nichtzitgefer
licher weise, wie sich an etlichen orten und zumtail auch hie begeben unuermerkht
verruckht würde, Sonder auch macht gehabt hetten dieselbften zu uerschlieffen und
zuuerwarn , Und darumb fo nimbt unns wunder, das sich unnfer genediger Herr
von Regenspurg,fo gar billicher fachen halb durch yemandt wider unns zu ungenaden
bewegen left, Verhoffen aber dennest wo fein Fürstlich genad difen unnsern warhaff
tigen bericht allenthalb hörn, Sy werde sich an fünder euer genad und gonsten be
mühung von Jrem vermainten Fürhaben selbsten zu weisen wissen, Des wir auch
fein fürstlich gemad, der billichait nach hiemit untterhonigelich gebeten haben
wölen. -
-33 ( 12 ) -
- - - Num. II,
Extract Recefes K.KarlV. d. d. 5. Iuni 1549.
- ir Carl der Fünffte, von Gottes Gnaden Römischer Kayser, zu allen Zeiten
Mehrer des Reichs c. e. -

Zum andern, alsdann etliche andere Articul angeregt, als memblich des Bi
schofflichen HoffsFreiheit, Geistlicher Ehehalten Stewer, Besiglung vberdie Lehen
kauff auch einen durchgrabenen Feldgrund, des Bischoffs Münzmeister, der Geist
lichen weltlichen diener Straff, zwifach Mefferlohn, den Bruckzoll, die Zeichen, auch
der Abbtißin zu Nidermünster angemalte Hoffmarch, vnd andere der zweyer Abb
tiffin, als memblich zu Ober- und Nider-Münster, Klagenbeschwerung, wider der
Geistlichen Weinschenken, vnd der Burger Lehengeld betreffend, feyen wir auff ihre
deren von Regenspurg felbst gethane Bewilligung mit Gnaden bedacht, fchiedliche
und unpartheyische Commiffarien zu verordnen, fodieselben nechstangeregte Irrungen,
entweders in der Gütezu vertragen, oder aber nachfehleinigen Rechten zu entscheiden,
von uns Macht und Befelch haben follen.– Zum dritten, was dann das Probst
gericht, auch des Stiffs angemalte Verfatzung, als memblich dasFriedgericht, Pfla
sterzoll, Cañerzins, und anders, so in solcher Verfatzung begriffen, desgleichen auch
das Spital belangend, folten die obgemelten vnsere Commiffarien folche Irrung in
der Güte zu vertragen, oder doch in einen Austrag zu bringen, und wo es an demsel
ben erwünde, alsdann uns Bericht aller Handlung, vnd an wem die Gütlichkeit ent
standen, zuzuschreiben Befelch haben, damit wir folgendsausKßl.Ambt, vonObrig
keit wegen, weitergebührliches Einsehen, nach Gestalt der Sachen, zu haben und zu
thun wüsten. – Zum vierdten, alsdann etliche andere Articu,dermaßen geschaffen,
daß wir dieselben weiter zu verschreiben von unnöthen geacht, so wollen wir die Par
theyen nachfolgender maß entscheiden haben: Anfänglich, als die von der Statt,die
/ drey Klöster Bettler Ordens, mit Veränderung der Gebäw nicht beschweren, auch
niemands darinnen zu wohnen, aufferhalb der Orden, oder geistlichen Obrigkeit Be
willigung, verschaffen. Ob auch hievor etwas von Kirchen Ornaten, Cleinodien,
Briefflichen Urkunden, Bücher, Haußrath, oder anders, bemelten Klöstern zugehörig,
zu ihrer derer von RegenspurgHänden kommen, daffelbig dem Orden aufihr Begehren
widerumb einzuantworten, schuldig sein. Ferner, daß sie den Geistlichen ihre Zins
und Gülten keineswegs sperren, oder Abbruch darin thun, noch auch die Geistlichen
für fich erfordern, oder sich einiger Obrigkeit gegen denselben anmaffen, anders oder
weiter, dann ihnen von gemeinen Rechten,in etlichenfonderbaren Fällen,zugelaffenfeyn
möchte. Item, daß sie dem Bischoff die geistlichen oder andere Personen, so ihres
Verbrechens halben in den Bischofflichen Hoffgeantwort, nicht aufhalten, noch ihm
an seiner habenden Jurisdiktion derhalben Eintrag thun sollen. Was sich dannfür
Ehesachen zutragen möchten, die sollen sie ohne Mittel den Vicarien und geistlichen
Gericht zuweisen. Ob sich auch begebe daß jemands aus Sorgen zu den Kirchen
vnd andern geweyhten Orten Zuflucht fuchte, fo follen die Freiheit, fo denselben von
gemeinen Rechten gegeben, vngeschmälert gehalten vnd keineswegs verbrochen werden,
beyPeen und Straff, in berührten Rechten verleibt. Daß auch die von Regenspurg,
die Ordens und Klosterleuth, bei ihrer Regel und Profession, vnbetrübt,vnd dieselben
- auffer
-3 ( 13 ) -
ausserhalb ordentlicher Bewilligung zu besuchen, gänzlich vnterlaffen, desgleichen die
Armen, sonachaltem Gebrauchzuden gestifften Spenden kofien, odernachChristlichen
Herkoffen, dasgewöhnlich Almosen einnehmen, keineswegs davon treiben, noch hin
weg schaffen. Dagegen, so haben auch der Bischoff, fambt feinem Thumb Capitel
und Clerify, die zweyhundert Gulden Schutzgeld, fo sie vor Jahren denen von
Regenspurgzu geben versprochen, hinfüro auchalso entrichten, und beiden Theilen hier
mit auferlegt feyn solle, sich guter friedlicher Nachbarschaft und Gemeinschaft gegen
einander zu befleiffen, aller hätlichen vnfreundlichen Handlungen, es fey mit Worten
oder Werken,gänzlich zu enthalten. Und ob sie gegeneinander sonderbare Sprüch
vndAnforderung hetten, oder gewünnen möchten, dieselben anders nicht, dann durch
, ordentlicheWege undMittel, der Güte oder Rechtens auszutragen, und solchem allem
nicht allein für ihre Personen also nachzukoffen, sondern daffelb auch bei ihren Die
nern, Burgern und Unterthanen, mit allem Fleiß zu verschaffen vnd zu verfügen ohne
Gefährde. Und als uns der vorgedacht unser Fürst, Bischoff Georg zu Regenspurg,
für sich selbst, vnd an statt obberührts seines Thumb Capitels, vnd gemeiner Cleriey
zu Regenspurg, ferner demüthiglich angeruffen und gebeten, daß wir in etlichen Arti
culn in solchem unfern Receß verleibt, weiter Erklärung Enderung und Läuterung
/,

zu thun, undihme, und gemeiner Clerify, desselben vnfers gegebenen Receß vnd
Abschieds,fambtjetztbegehrten Erklärung, Ordnungen und Erläuterungen, glaub
würdig Urkundt, vnter vnserm Kayf Insigil, sich derselben ihrer Notturfft nach
haben zu gebrauchen, mitzuheilen, und zu geben, auch in andern Gebrechen vnd
Beschwerden, die sich zwischen ihnen, vnd den von Regenspurg enthielten, Einsehens
zu haben, gnädiglichgeruheten, alles nachlaut einer sondern Supplication- Schrift,
uns derhalben fürbracht, welche wir gleichermaßen bey vns invnserm Kayf Hofrath
verlesen, und nach stattlicherErwegungderselben, an heutdato diesen Bescheid ergehen
laffen: Memblich, daß wir den ersten Articul die Religion und das Interim belan
- gend, auffvnserer weiter Ordnung, die wir in kürzfürzunehmen gedächten, beruhen.
Zum andern belangend die begehrtCaflation, deren von Regenspurg hievor erlangten
Freiheiten, sofern der Bischoff oderdie Clerifyichts derhaben fürzubringen gedäch
ten, darumb möchten sie ordentlicher weiß füppliciren, daraufalsdann deren von
Regenspurg Antwort angehört, undferner die Billigkeit sollte verschaft werden. Zum
dritten, berührend die burgerlichen Beschwerden, vnd Gelübd deren, so in der
Geistlichen Häusern wohnen, solches soll die Commission, so wir obberührtenvnsern
Commissarien geben wurden, gezogen, vnter dem Articul, davon des Bischoffs
Münzmeister Meldunggeschicht, verstanden werden. Zum vierdten sollen dem Bi
schoffund der Clerify, vners hievor ergangenen hieoben verleibten Receß, Urkunde
in Form Autentica, auf Papier oder Pergament, nach ihrer Wahl, mitgeheilt
werden. Zum fünften soll in nechtgemeltem Receß fürdie Wort Burgermeister vnd
Rath, c. Cammerer vnd Rathdesgleichen für die Wortzweyhundert Gulden
Schutzgelds so sie vor Jahren, c.zweihundert Gulden Gelds, so in
Kraft eines derhalben aufgerichten Vertrags vorJahren, c.gesetzt, vnd
solche ungefährliche Emendation unnd Enderungen künftiglich durch unsere verordnete
Commissarien, denen von Regenspurg, ob sie etwas dawider fürbringen wollten
deßwir uns doch nicht verfehen, anzeigt werden. Zum fechten die Wort angemalte
Hofmarchen, unnd angemalte Verschreibungen belangend, laffen wir esbey demaus
gangenen Receß bleiben, also daß durch solch Wort die angeregten Hofmarchen
- - -- - d) unnd
-
-
-
-

-$3 ( 14 ) ---
nund Verschreibungen, die noch zur Zeit zu keiner Erkamtnuß erwachsen, weder an
probiert noch improbirt feyn sollen. Zum siebendten, so fern der Bischoff etwas
läuterer fpecificiren wurde, in was Articuln die von Regenspurg oftermantem un
ferm Receß, fürnemblich in Vorenthaltung der geistlichen Zinns und Gülten, zu
wider handleten,fofollen ihme alsdann ernstliche Mandaten an die von Regenspurg,
zu Vollziehung des Receß mitgetheilt werden. Und zum achten und letzten, feynd
auf vielgemeltem unferm Receß zu Coffhiffari verordnet, der Hochgebohrne unfer
und des Reichs Fürst, vnd lieben getrenwen, Georg Landgraff zu Leichtenberg, und
Conrad von Rehberg, fambt und sonderlich. Deß alles zu Urkundt, haben wir ge
dachtem unserm Fürsten, BischoffGeorgen zu Regenspurg, für sich, fein Thumb Ca
pitel vnd Clerify, diesen Brief unter vnfrm Kayf anhangenden Insigil verfertigt,
gnädiglich mitgetheilet, der geben ist in vner Statt Brüffel in Brabant, am fünff
ten Tag des Monats Juni, nach Christi vnfers lieben Herrn Geburth.funfzehn
hundert, und im neun und vierzigsten, vners Kayserthumbs im neun und zwanzigsten,
und unserer Reich im vier und dreyfigsten Jahr
Carolus -

- V. C.A. Bertzenot - - - - --

Ad Mandatum Caesareae et Catholicae


- - - - Majestatis proprium. - -
J. Obernburger. -

Extract Rezesses K.Karl V. d.d. 12 Febr. 1551.


WirMehrer
s
Carl der Fünffte, von Gottes Gnaden Römischer Kayser,zu allen Zeiten
des Reichs, c. 2c. - - - - -

- Ferner, fofoll der Bischoff, fambt feinem Thumb Capitel und Clerify, die
200 Gulden,Jährlichs Zinsgelds, denen von Regenspurg, in Krafft vorigen Abschieds,
vngeweigert hinfüran bezahlen, vnd sich des verfallenen halben mit ihnen vertragen,
vnd foll dem Bischoff feine Geistliche, so viel ein jeder an demselben Geld zu geben
schuldig, gebührlicher weiß, vnd wie im Gebrauch herkommen, zu belegen, kein Ver
hinderung beschehen ac.
Es soll auch sonst, der hievorig Abschied, in allen deffelben Puncten vnd Arti
culn,bey feinen Kräfften und Würden bleiben. Deßzu Vrkundt, haben wir ge
dachtem unserm Fürsten, dem Bischoffzu Regenspurg, auffein demüthig Anruffen
und Begehren, durch feinen Anwaldt beschehen, diesen Brieff,vmter unterm Karf
anhangenden Infigil verfertigen vnd zustellen laffen, der geben ist in vnfer und des
Reichs Statt Augspurg, am zwölfften Tag des Monats Februari, nach Christi
unfers lieben Herrn Geburth, funfzehenhundert vnd im ein vnd funfzigsten, vnfers
Kayserthumbsim einvnd dreyfigsten, vnd vnserer Reiche imfechsvnd dreyfigsten Jahr.
§Carolus -

V. C. A. Bertzenot - -

Ad Mandatum Caesareae et Catholicae


Majestatis proprium. -
- - -

- J. Obernburger. ,
Num. 13.
-3 ( 15 ) 3
Num. 13.
Der Röm.Kaiserl.Mayestät Decret und Bescheid,zwischen
dem Herrn Bischoff, vnd einem Erbaren Rathallhie
zu Regenspurgergangen, Anno I557. - - --

-
Nachdem die Rön saft. Mit Baier Allergnädiger Herr, bevor ihren
- auff diesem Reichstag anwesenden Rächen, durch Ihrer Mayet. Com
miffion aufgelegt, zwischen dem Hochwürdigen Fürsten vnd Herrn, Herrn Georgen,
Bischoffen zu Regenspurg, an einem, vnd den Erfamen Weisen, N. Cammerer vnd
Raht der Statt Regenspurg, anders Theils, ihrer schwebenden Irrungen halber,
gütliche Handlungzu pflegen, vmnd wo möglich, die Sachen zu vergleichen, aber die
felben Irrungen, vber ernenter Ihrer König. Majest. Commiffarien fürgewenden
Fleiß, zu keiner Vergleichung gebracht werden mögen, derowegen denn Ihr Kön.
Majest, außführliche vnnd stattliche Relation, von gedachten ihren Coffhiffarien ein
pfangen, vnnd daraus vernoffen, daß die Strittigkeiten, fo sich zwischen ihnen erhal
ten, hievor, zum Thail, vor der Röm. Kayf Majest, vnserm allergnädigsten Herrn,
vnnd derselben Hofräthen gehandlet, auch daselbst decretirt vnd verabschiedet, der
andern aber etlichen gleichwol auffCommission gestellt vnd seithero auch erregt, de
renthalb gedachte von Regenspurg für ihre gefreite Richter, laut ihrer Freiheiten sich
zu rechten erbotten haben. -

So viel nunanfangs,die von hochermelterKayf Majest. vnd deroselben Hoff,


räche, verabschiedete Sachen belange, ist Ihrer Kön. Mai. Will vnd Meinung des
es bey folchen Abschieden, Decreten vnd Erkantnuffen, allerdings gelaffen werden, vnd
bleiben solle: Allein die Sachen ausgenommen, fo durch nachfolgenden Reichstags
Abschiedt, vnd auffgerichten Religionfrieden, verändert vnd anderst geordnet.
Dann foviel derselb Religionfriedt vnd Reichstags Abschiedt klärlich mitbringe
vnd vermag, darbey foll es solcher Sachen halber gelassen werden, vnd von beeden
Theilen der Religionfried fo wol, als die vbrigen andern Punkten vnd Articut,
hochgedachter Kayf Maj. vnd ihres Hoffraths Decret, Endfähiedt vnd Erkandnuß,
gehalten vnd vollzogen werden. Aber alle andere zwischen bemelten Theilen vbrige
Speen vnd Irrung, fo, wie obstehet, durchdie Röm.Kayf Maj. oder derselben Hoff
räche, nicht entschaden, oder verabschiedet worden sein, ist Ihrer König. Maj.gnä
diger Befehl, welcher Theilden andern, derenthalb Spruch und Forderung nicht er
laffen will, daß er ihne an gebührenden Orthen, mit ordentlichen Rechten fürnehme,
vnndfonst beede Theil gegeneinander, in vngutem, oder hätlicher weiß, nichts han
dlen, sondern mit vnnd nebeneinander,friedlich, freundlich,vnd nachbarlichleben, Im
maffen dann solches jeder Theil, vermögdeßHeil. Reichs Recht, Ordnung, Abschied,
vnd ausgekündten Landfriedenszu thun schuldig ist. - - - - - - -- -

- AktumRegenspurg, vnder IhrerKön.Mai.


hiefürgetruckten Secret Insiegel den 15ten Tag
Marti. Anno im Siebenvnd Funfzigstenzc.
.... . .

- - - - - - - -

d2 Num. 14
– ( 16) -
, Num. 14. - -

- Des Bischofs undgesamterGeistlichkeit Gewaltzu den


Verhandlungen in Augsburg d.d. 20 Aug. I557. -

ir Geörg von gottes genaden, Bischoue zu Regenspurg e. Bekhennen Vnnd


ihunkhundtoffentlich mit dem Brieff. Alsdie Fürsichtig, Erbar vnnd weisen,
Vnner lieb besonder, die Ratgeben der Statt Augspurg, Vnns, auf vnner genedig
Erfuechen, Inden nachbarlichengebrechen, speen vnndIrrung sich zwischen vnner, An
ainem, Auch den Fürsichtigen Erbarn vnnd, weisen, Vmmern lieben besondern,
Chamerer vnnd Ratt, der Statt alhie, Anders thails, noch vnentschieden erhalten,
Als ire gefreite Richter, zu befürderung rechtens, vmd anstellung guetter machbar
fchafft gegen vnnd wider bemelte Camerer vnnd Ratt, ainen Tag, Nemlichen auf
den Sechs vnndzwanzigisten die monats August, fruer tagszeit, den Shvnnsfür
peremptorie, selbsten,
den ersten, Andern, dritten, lezten, Vnnd entlichen Reichstag
oder durchvnsere vollmechtige Anweid zu Augspurg aufdem Rathaus, Vor Ihnen
zuerscheinen, vmd der Handlung ainen anfang zemachen Ernent vnnd zugeschriben,
Das wirdemnachfür Vnns Vnndgemaine vmser geistlichaithie in Regen
spurgwonende,inder allerbesten vmdbestendigistenform, ordnung,weis,weg,vnnd
maffen, Wie das Inner vmd außerhalb Rechtens, am aller maisten erafft vnnd
macht haben soll, kan vnnd mag, Vnnern ganzen volkhommen macht vnnd gewalt
bevolhen, Auffvmdvbergeben haben, Beuelhenvnnd vbergeben auchden, Jez be
rurter gestalt, auffvnndvber, Dem Veffen, Erfamen vnnd. Hochgelerten, Vnnfernt
Marschhalckh, Canzler, Retten, vnnd lieben getreuen, Iheronimuffen Nabl, vnnd
Johann Lorichen, der Rechten doctor, fambt vnnd fonder, an vnner vnnd
gemainer Vnner hiesigen geistlichait stat, Invnnfrm vnnd Irem namen,
von vnnern vnnd Iren wegen, Auffobernenten, vnnd all ander nachuolgend ange
fzt Rechtstag, vor benanten Rattgeben zu erscheinen, Vnns vnnd sy beftes
vleiß, als vnnsere Anweld zuuertreten, zuclagen, den krieg beueffligen, Red, wie
derreden, Nachreden, beschluß, vnnd Rechtsaz, schriftlichen vnnd mundlichen thun,
Instrument, brieff, Register, khundtschaffen, Zeugen vnnd andere vrkhunden fuern,
defendiern, vmnd dieselbigen, auch Position vnnd Articut, bei den Ayde darzuege
hörig eingeben, vnnd auffvnners widerthails, dergleichen einbringen, nach Erkhant
muß Rechtens respondieren, Auch folches alles fo von Ihme furbracht, eingelegt,
vmnd gefuert werden möcht, Inner oder außerhalb rechtens, famentlich vnnd sonder
lichzuwiderreden, anzufechten, vmd zuuerwerffen, Auch die Ayde zu latein genant,
Juramentum Columnie, malicie, decisorium, oder in litemzudeferiern vmnd Refe
riern, oder sonsten, ainen Peden zimlichen notturffigen Ayde des Rechtns, Auch
sonderlichs gewalts bedurffende, den wir Ihnen hiemit vnnd in Crafft des brieffs
auch geben vnnd geben haben wellen, Inn vnnserer vmnd vnnserer geistlichen fiel
vnnd gewissen zuschweren, Bey vnnd Endortl zueruordern, zubitten, vnnd zuhören,
dauon vnndfonder ainer Jedenbeschwerden, so Ihnen oder Vnns, infollicher Recht
vertigung vnndfachen, fambtlich, od” sondlichzuesteen vnnd auffgelegt werden möch
ten, an die ort vnnd ende, dahin sich dz nach Recht vnnd gewonhait geburt, zu
Appelliern, oder Supplicirn, Unnd folch appellation, oder Supplicationes zuuer
- - -- -
- -- - -
-- -

- - - khun
-
-

3 ( 17 ) -
khunden, Auch biß zum ende zu profquiren, vnndauszeüben, Apostl, nach ordnung,
der Recht zubegern, empfahen, vnndanzenemmen, Ainen oder mehr Anwäld, Aduo-,
caten, vnnd Procuratores, an Jr stattzu Substituirn, vnnd mechtig bemachen, den
oder denselben vnuerletzt dis gewalts, zu Reuvoieren, Vnnd Iren gegebnen gewalt,
wider an sich zunemmen, desgleichen auch für sich vnnd dieselbigen Affter Anwäld,
vernern gewalt zebringen, vertröstung, Caution, vnnd Burgschafft zethun, so offt,
die notturff, vnnd das recht des eraichen wirdt, Vnndfonsten in gedachter Recht-,
uertigung vnndfachen, Alles das gebrauchen, handlen, thun vnnd laffen, des die
Recht volmechtigen Anwelden, Aduocaten, Gewalthabern vnnd Procuratoribus,zu
geben, Vnnd wir vnnd gemaine vnner geistlichait, felbsten, wann wir Personlich,
entgegen weren, handlen, thun vnnd laffen, folten, khundten, od” möchten, zu allen,
vnnd Peden rechten, Terminnen, vnnd tägen, vor obgenannten ratgeben, Auch allen,
vnnd Jedlichen andern obern richtern, vnnd gerichten, Ob auch die gemelten vnfer
od” Jr nachgefzt Anweld, von Vfis, zu vollendung difer rechtfachen, fambt oder.
fonder mehrers gewalts, dann hierInn begriffen, durffig weren, od” fein wurden,
den wöllen wir Ihnen fambt vmdfonder hiemit vnnd in Crafft des brieffs aber,
Vnnd auch so vollkhommenlich gegeben haben, Als wer der von mergedachten Rat
geben zu Augspurg, oder ainer höhernvmd merern oberigkait,Auch der ort, do dann
dieser gewaltfurbracht wurdt, nach recht, gewonhait, od"fonst möcht erkhent wor
den sein, vnndverlauten sol, Vnnd wasalso, durch die mehrgedachten Vnnsere An
wäld, vnnd den oder die, fo von Ihnen hierInnen fubstituiert werden, gehandlt, ge
thon, vnnd gelaffen wirdet, Solches alles geloben wir, bey vnnern furistlichen
worten, An Aids statt, als ob wirsfelbs gehandlt, gethon, vnnd gelaffen het
ten, stätt, vefft, vnndvmverpruchlich, und darzue dieselben Vnnsere Anweid schad
loßzehalten, vnnd zuentheben, Von aller purden, des "genuegthons, on Jr Cofft
vnnd fcheden, Auch on alle geuerde, zu gewin verlust vnnd allem rechten, Des zu
vrkhundt haben wir dien gewaltsbrieff mit vnnfrm hiefurgedruckhtem Secret verfert
tigt, Geben zu Regenspurg Am zwanzigisten tag des Monats August, Nach Chri- - - -

stivmers lieben Herrn geburt 1557. Jare,


. . .
-

- - - - Num. 15.
Des Abts zu S. Emeram Gewaltzu den Verhandlungen
in Augsburg. . . . . . . ."

on Gottes Gnaden. Wir Hieronymus, Abbte zu St Haimeran, Niuanus


Abbte zue S. Jacob, Simon Henndl Recter des Collegi der Societet Jesu
zue S. Paul, Mathias Priorzu den Predigern, Anthonius Eripus, Prior zu den
Augustinern, unnd Simon Hundpeller, Quardianzue den Parfueßern, alle in Re
genspurg, Bekhennen hiemit für unns, unner Conuent, unnd unner undergebne
Gottsheläfer, unnd thun khundt hiemit in erafft die briefs, Nachdem sich ein Zeit
hero,zwischen dem Hochstifft, unns unnd gemainer Gastlichkhait, an aimem, unnd
dann ainem E. Camrer, unnd Raths auch gemainer Burgerschafft zu Regenspurg,
Anders Thails allerlay mißuerstand und Irrungen zugetragen, Aber zue gütlicher
Hinlegnus, unnd vergleichung derselben, aufbeiderseits wülkhirlich einwilligen, Im
verschienen 1583,Jar vor dem Durchleuchtigen,Hochgebormen Fürsten und Herrn
Herrn Wilhelmen Pfalzgrauen bei Rhein Herzogen in obern, und Nideren Bayrne.
„ . . . . unn
+43 ( 18 ) -
Unnferm gendigsten Herrn, durch unner, und der andern mituerwanten ab
ordnung, guetliche underhanndlung, in der Statt München, gepflogen, Jedoch
daffelbmal zu entlichen Vergleichen mit gebrachtworden, Alfo das eben derselben Jr
rumgen wegen Obhochgedachter Umfr genedigister Herr, Herzog Wilhelm, in
Bayern c aufbeeder Thail erfrechen unnd bewilligen, abermals einen andern Ver
gleichungsTag, aufden sechsten May schierist zu München einzukhommen anzusetzen
genedigist bewegt worden. Derowegen weil wir diesen Tag in der Person abzuwart
ten andrer obligenten gescheff halber, abgehalten werden,. Das demnach wir von
unnfer wegen verordnet haben, den Ehrnuesten umd Hochgelerten Michaeln Ranckhen
der Rechten Doctorn, Fürstl.Bayr- auch Bischofflichen Regenspurgischen Rathund
Canzler. Wie wir, Ime dann hiemit von unnfer wegen volkhommen gewalth über
geben in erafftdie Brifs, Dergestalt, das er aufden bestimmten Tag,zum Mün
chen erscheinen der Handlung alles Vleiß abwarten, und vermögderen, von des
Hochstiffs E. Thumkapitls aller Stiffe und Clöster, auch insgemain der ganzen
Gaistlichkhait wegen, verordneten Abgesandten zugestellten verfertigten Instruktion,
alles dasJenig handeln, thuen und laffen solle, unnd möge, was zu erhaltung
unster, und gemainer Clerify habenden Freyhaiten, und immunitetten, auchPflan
zunggueten nachbarlichen fridliebenden Wesens, Rhue unnd Ainigkhait geraichen,
unndgedeyen mag, Gereden unnd versprechen, hieraufwas obgenannter unnfer Ab
geordneter Gewalthtrager, in ganzer Handlang obangeregter Infručtion gemeß,
handlen werde, folliches alles treulich, unnd genem, Ime dem gewalthtrager, auch
deßwegen allerdings schadlos zu halten, Deß zu Urkhundt, haben wir Ime difen
gewalths Brief, mit umfrm unnd unnserer anbeuolchen Gottsheuffern. Insigln ver
fertigt, Geben zu Regenspurg, den dritten Monats Tag May. Im funfzehenhun
dert unnd Neunzigisten Jare. - -

- - - - Num. 16.
Kaiserl. Bescheid wegen derLehenstücke. d. d, 5. März 1624
Der Röm. Kayf auch zu Hungarn vnd Böheimb König Mai vnem Allegri -

- digsten Herrn, istgnädigst referiert und fürbracht worden, welcher gestalt der
hochwürdige Fürst und Herr Albrecht Bischoffzu Regenspurg gegen vnd wider Ca
merer vnd Rathder Statt daselbsten, wegender am Dato den 23tenSept. im Jahr
1622, ergangnen Kayf Urthel, in Sachen strittiger Investitur» das Probst oder
Domgericht, vndamdere in actis benate Reichs-Lehenstück, betreffend, etliche
geklagte contraventiones» gravamina, vnnd praetendierte laesion, wider einen,
in Anno der wenigern Zahl, siebenzig eins, zwischen seinem Vorfahren, weyland
Herrn Bischoffen Daviden, und einem Ehrwürdigen Domb Capitul, zu besagtem
Regenspurg, an einem; Sodann obernannten Cammerern vnd Rath daselbsten am
andern Theil, auffgerichten Vertrag, bey vbhöchsternannter Ihrer Kayf Maj. vnd
dero Reichs Hoffrath, in Underthänigkeit eingewendet, vnd umb caffirung desselben,
zugleich auch pro refitutione in integrum gebetten; dagegen vorgemelte Cammerer
vnd Raht der Statt Regenspurg, durchihren allhero abgeordneten Rath vnd Syndi
cum, Johann Jacob Wolffen, nach gepflogener communication obangeregter Bi
schoff contraventionen vnd praetendierten laefionen, vber dem auffgerichten Ver
trag,für eine Erklärung, memblichähne den Rahm zu Regenspurg bei mehrgedacht
- auff
- - -3 ( 19 ) - . . . "

aufgerichter Transaktion, vnddaraufergangener Kayf Urthel, zu manutenirn vnd


zuschützen gehorsambst eingereicht, vnd dabei gleichergestalten gebeten. -

Wann nunmehr höchstgedachte Kayf Maj. eins und anders als des Herrn
Bischoffs praetendierte laesion, vnd dann der Start daraufgethane Erklärung,
fambt angeheffter gehorsambster Bitt, in fernere fleißige deliberation vnd Berath
fchlagungziehen laffen. Als geben Ihre Kayf Maj. daraufallergnädigt diesen Be
fchaid, im obbesagten Jahr vfgerichten Vertrag, vnd vorberührter deroKayf Urthel,
vngeändert nochmals allerdingsverbleiben laffen. Do aber fein des Herrn Bischoffs
zu RegenspurgFürstl. Gnad. wider folchen Vertrag, der angegebenen contravention
vnd laeflon haben, billiche Ursachvnnd Klag zu haben vermeinen, stehet deroselben
vnd dero Thumb Capitul, solches vor der Statt Regenspurggefreiten Richtern er
fer Infanzzu thun bevor. Signatum zu Wienn,vnter Ihrer Kayf Maj. aufgetruck,
ken Secret Insigel, den fünfften Marti, Anno sechzehenhundert vier vndzwanzig,
Uc. At - - - - - --- -- - - - -- -
-
- - -- - - - - " - -

(I O O
- - . . . . . -
. -
." -

- - --- --

- Vt - -
-

-- - ,

P. Heinrich von Stralendorff.


. . " J. R. Pucher.
Num. 17.
Kaiserliches Reichs-Hofraths Conclusum d. d. 22ten
Očtobr. 1653.

Indicetur Senatui per Decretum: Ihro Kayf Maj laffen es nochmalen bei der
angeordneten gütlichen Comiffon verbleiben und versehen sich, der Rath werde sich
dazu gutwillig accomodiren und bequemen,zumalen. Ihro Kayf Maj. Intentionnicht
fye, in Entstehung der Güte ihnen an ihren Rechtenichtwaszu benemen. -
-- Et hoc notificetur Coñhiffaris mit der Erinnerung, daß sie die Commission
schleunigfortsetzen. -- -
--
- - -

- Num. 18.
Der dreigeistl.Stände,Emeram, Nieder- und Ober-Münster
- Vollmacht zur Unterzeichnung des Vertrags
d. 25 May 1654.
Zu werckhen, demnach die frittsach, fo sich zwischen dem Hochwürdigsten hochge
borñen Fürsten vmnd Herrn, Herrn Franz Wilhelm Bischouen zu Regenspurg,
Oßnabrugg, Münden vnd Verden, Grauen zu Wartenberg vnd Schaumburg,
Herrn zue Waldt vmd Hohenberg c. c. Derovnndergebnem Clero vnnd vnnß
endtsbemanten drey Reichsstenden an ainem, So dann Gemainer Löbl. Statt Re
genspurg alhie, wegen der Inwohner in der Geistlichen heußer, vnd des Pierchenck
hens halb, durch die hierzu verordnete hochansehliche Herrn Kay. Subdelegierte Com
miffarien» güetlich hin und beigelegt worden, Also das es nun an deme, das der
Receß hieryber von denen Interesflirten vunderschrieben vnd geförtigt
. " L 2 -

- -
- 3 ( 20 ) Lt
Wür gemelt endts benante drey Stendt aber, mit einem hochWrd. Thumb-Capitl -
alhie, wegen des vorsaz halb, in der förtigung vnd vnderschrifft mit vergleichen khin
den Diemnach vnd damit dies Werckh hieran mit gehindert sonder zu seiner voll
fendigen Richtigkheit khomme, haben Wür hochermelt Ihre Hochfürstl. Gn, mit
mit gebüerender Reuerenzdahin erfuecht vnd gebeten, Ob dieselb die mühe aufsich
meinen, vnd gedachten Receß, gleich wie an statt wollermelter anderer Geistlichkheit,
- also auch von vnnert wegen, vnd also ainzig vnd allein vnnderschrieben vnnd förtti
gen wollten, Dahin dieselb Wür hiemit, vnd in crafft diß, gemzlich geuolmechtiget
haben wollen, vmndzwar dergestaldt, das würfe besagtermaßen geförttigten Receß
oder Vertrag genemb, vnd vnzerbrüchlich, zu ewigen Zeiten halten, pnd dabey be
stehen wollen, mit andert als wann wir folchen selbst aigenhendig vnderschriben vnd
geförttigethetten, zuvrkhundt defen, haben mehr höchstgedachtIrer Hochfürstl. Gnd.
Wür dißen, vnnder pnnßeren handzaichen, vnd Abbtey Secreten, geförtigten Ge
waldt, in Diemuth überraicht, Alles mit Vorbehalt vnnßer Rechten vnd Freiheiten,
Act. Regenspurg, den 25 May, aoc. 1654 - - - ",- - -
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Placidus Abbas ad Maria Margaretha - MariaElisabetha Abbatfin


S, Emmeramum Abbatiffin zu Niterminister. zu Oberminister.
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- - - - - - - - - -
- -

- Num. 19.
Der 3 geistlichen Stände,Emeram, N. und O. Münster
- Vollmacht zur Unterzeichnungdes Nebenreceßes. . . . .
- - d. d. 30 Dec. 1654. - - -- - -

Z merckhen, Demnachdie Strittfach fo sich zwischen dem Hochwirrdigisten,Hoch,


- gebornnen Fürsten vmd Herrn, Herrn Franz Wilhelm Bischouen zu Regen
spurg, Oßnabrugg, Münden vnd Vertten, des Heyl. Röm. Reichs Fürst, Grauen
zu Warttenberg, vnd Schaumburg, Herrn zu Waldt, vnd Hachenburg c. c. dero
vnndgebnen Clero, vmnd vmmfendts benannten drei Reichs Stendten, an ainem,
Sodann Gemainer Löbl. Statt Regenspurg alhie, Uber den iungst,wegen der In
wohner in der Geistlichen Heufer, vnd deß Pierchenckhens, aufgericht vnd verfertigten
Receß solcher vnd ander mehrPunkten halber, Abermahlsgüetlichehinlegungvorge
nommen, vnd geschlossen worden, Also das es nun wider an deme bestehe, daß der
Neben Receß hiervber von denen Interesflirten vmndschriben, vnd gefertigt wer
den fol, Wür gemelt endtsbenannte drei Stendt aber, mit ainen hochlöbl. Thumb
Capitl alhie, wegen defvorsatz, in der fertigung, vmd vndschrifft, mit vergleichen
Rhünden, Diemnach vnd damit dies werckh hieran nit gehündert, fonndern zu feiner
vollstenndigen Richtigkheit khoffe, Haben wür Hochermelt Ihre HochFrstl. Gn. mit
gebierender Reuerenz dahin erfuecht, vmd gebetten, Ob dieselb die mihe auf sich
nennen,vnd gedachten Neben Receß, gleichwie anstatt wolrmelterAnderer Geistlich
kheit, also auch von vnnfertwegen, vnnd also ainzig vnd allein vnd schreiben, vmd
fertigen wollten, dahin dieselbwür hiemit, vmnd in crafft dis, genzlich geuolmechtigt
--
-- - - - haben
-
-
-
-3 ( 21 ) -
haben wollen, vmnd zwar dergestaldt, daß wür fo besagtermaffen gefertigten Neben
Receß, oder Vertrag, genemb, vnnd unzerbrechlich zu Ewigen Zeiten halten,vnnd
dabei bestehn wollen, mit andert als wann wür solchen selbst aigenhenndigvmndschri
ben, vnd gefertigt hetten. In Vrkhundt defen, haben mehrhöchstgedacht Irer
Hochfil Gn, würdiesen vmder vnneren Handzaichen,vund Abbas' gefert
igten Gewald, in Diemueth vberraicht, Alles mit vorbehalt vnnserer rechten, und
Freyhaiten; Actum Regenspurg den 30. Decemb. A. 1654. - - - - -

Placidus Abbas Maria Margaretha Maria ElisabethaAbbtissinzu


S. Emmerami. Abbatifin zu Nitr-Minister. - Oberminister.
- - -
- - - - - -- -

- - - -- - - -

- Extr ačkus Reichs Hof- Raths-Protocoli -


- - - - d, d.26. April 1655. - -

-
-
ie Ratification des Vertrags
- -
mit gesammter
d. 1654. betr. -
Geistlichkeit
-... -. . .-
-
- - - -

.. -
- - -*

Z Bischoffen
Regenfurg Cherify contra den Rath daselbst Commimonis auf den Herrn
zu Eichstädt und den Rath zu Nürnberg, den Besitz und Bier- -

Verschleiß betreffend. Sie domini Commifri de dato 11. un"


July ao. 1654.berichten, wie daß solche differentien mit aller interessierten Theilen
guten wißen willen undbelieben den 27. May ejusd. anni gütlich beigelegt und ver,
glichenworden, innhalt der üt - tenRelationihrer Subdelegitten Ersen
vergleich Receiß. -
- Ineodem der Herr Bischoff Franz Wilhelm zu Regensburg für sich und fein
Thund Capital und Elend, wie auch die 3 in der Start wahn"
Ständt, Herr Placidus Abbt zu St. Emmeran, Maria Margaretha Abbißin zit
Niedermünster, und Maria Elisabetha Abbeißin zu Obermünster, sodann Eam
merer und Rath alda in literis ad Caesarem matupropriäftsberiptis et signatis
dedato Regensburg 9: etpraef. 22. Marti nuperi gratias ägant umb die Kays
Commission undinterposition in strittigkeiten, und zweifeln mit, die Henne"
miffrien werden bereits referiert haben, Daß solche Zhre spann und jerungen mit
Ihren der beiden hellen Sorwffen und einhelligen Einnügengütlich und auf ewig
verglichen, hin und beigelegt, auch in einen ordentlichen geschloßenen Receiß ver
fast worden, darzwischen die Supplicanten mit wenigen, die noch übrige mit einge
offene punkten, so damahlen und er wehrender Kayserl Commission nicht abge,
handelt, sondern nachlauf des Recessart, 3. auf eine ' absonderliche
Nachbarliche Conferenz äüsgestellt guten End und Vereinig,“
ung,auch in einen sondern Receß gebracht haben, bitten ierauf beiderseits undins
gefamibt, solche Haube und Neben-Recess, die Sie in Öriginal mit überschicken,
-

: - - f, Us
-

- -

– 3 ( 22 ) 8
aus Höchster Saft, Gewalt und Vollmacht und in betrachtung, daßdurch die
vertragsmittel zwischen Ihnen Fürsten und Ständen so ohne daß in einer Ringmauer
beisammen wohnen, gute ruhe Nachbarschafft, seid und einigkeit erhalten wer
den könne, allergnädigt zu confirmiren und zubestätigen, und die, wiederver
hoffen unter Ihnen aller-und beiderseits sichetwan ins Künftig befindende fürsetzliche
contravenienten dieses vergleichs, welche keines zuvor an. Sie ergangene gütliche
abmahn- und erinnerung bei sich gelten laßenwollen, nach Ordentlicher befindungzu
einem abscheuen mit einer gewißen Geldstraffzu verpöenen.
Fiat petita Confirmatio cüm inferta poena 20
- - --

marcarum auri. Et hoc notificetur DD.


Commiffaris cum gratiarum actione,
- Rheinhard Schröder.
- -
.. . .
NUlm.–- -
---- - -21
- --
- -- -
-- - - -

Der Hochfürstl. Regensburgischen Regierung Antwort


Schreiben an die Stadt. d. d. 14. Nov. 1679.
Unser Freund willigund Nachbarlichedienst undgrußZuvor, Edl
Vest Ehrnvest, Fürsichtig - Hoch - und wolweise, besonders
liebe Herren Freundt undNachbarn. … … -
-

-, -- -
-
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- * - -- -
- -- -
-
- -
-
-- -- - -- - -

as die Herren und Freunden wegen würcklicher abstellung allhiesiger Geistlich


keit unzimlichen Bierschenkens an uns unterm 31.verwichenen Monaths Otto
her erschweiß gelangen laßen, das haben wir anheut zu rechts erhalten, und
ablesend mit mehrern vernommen;
“ Gleichwie wir nun derselben petitionfür so billich als denen aufgerichteten
Pompactaten allerdings gemeß befinden. Also versichern wir auch die Herren und
freunde hiemit, daß wir zu Secundierung derselben führmemlich intention bisher
an unserm orth nichts erwinden auchnoch nichts ermangeln lassen, sondern beständig -

darauftringen werden, damit denen hierinnfalls intereßirten Stifft und Clöstern


dieser unbefugte Bier verschleiß zum offentlichen Verkauf executive in totum ab
gestellt werde. Damit aber die Sache umb sovielbesser instrviert werden möge, So
ersuchen wir die Herren und Freunde, dieselbe belieben noch eine kleine Zeit: und
flang in Gedult zustehen, bis wir von Sr. Hochfürstl. Durch über unsern- unter
heutigen dato dahin nachtrucklich erstatten unterhänigstenberichtgnädigste Resolution
empfangen, welches wirdenenselben Freundtnachbarlich nicht verhaltenund danebenzu
Freund Nachbarlichen wolgefallen bereitverbleiben wollen. Regenspurgden No
Wembris ao 1679 .. . . . . . . . T
Des Hochwürdigst Durchleuchtigsten Fürsten und Herrn Herrn
ä
… . . . Albrecht Sigmundts Bischoffenszu Freysing und
burg in Ob- und Nidern Bayern, auch der obern Pfalz
- Herzogen, P. “ä
. . . tenberg, 1. unfers ''''
- : - -
'
um ---
ein Sachen verordnete President, Anwäld, Canzler
a. - . - 221 GSW
„. . . . . ..
- s .
„ . .. . .. ... . . . . . . . . . . . .“ Weinzierl, --

-- - - - - - 1 - - Num.
d -- -
-3 ( 23 ) Ess- -

Copia Kurfürstl. Baier, HofKafferbefehls an das . .


- Bräuamtzu Weir, d.d. 12. Sept. 1697.
aß aber die Herausbringung des Biers, aus gedachter Statt Regenspurg an
“ belangt, ist das verbot nur auf das Bier, so von denen Clöstern heraus
practicirt wird angesehen, und damit solches um foviel weniger könte heraus pra
Ekicirt werden, habt Ihr mit denen von Regensburg zu Correspondieren, nnddahin
zusehen, daß denjenigen Burgern, und unterthanen, die bei denen Stattpreuen -

daselbst, das Bier nehmen, etwan ein gewißes Kennzaichen erhailt, oder was für
andere dienliche praecautions-mittl an Hand genommen werden möchten, mit zwei
fiend, daß alßdann die unzuläßige Herausbringung des Biers, maistenthails abge
stelt verbleiben wird, wie Ihr dann auch Euer verere fleißige obsichtzuhaben, und
Euren schuldigen Ambts Eifer zuerweisen, daß an Vornehmung der Visitationen
durch die überreuther und ambtleuth, aufdergleichenherausbringend unzuleßiges Bier,
nichts unterlaßen; das befindende sogleich hinweg genommen, und die den ausgan
genen Generalien gemees, daraufgesetzte Straff, von den übertretern eingefordert;
und feines orths verrechnet werden. - ,

Num. 23. - -
Videatur. Num.40.
Num. 24.
Beschwerung der Stadt beim Kaiser Leopold über die Hand

Allerdurchleuchtigster Großmechtigister
vnd Vnüberwindlichster Römischer Kaiserze. -

- . . ." . . . "

Ewr. Kay Mal solle im Rahmen vndt auß habender genesenen Instruation,
“dero Trewgehorsambisten Cañerer vndt Rath, dero undt des Heyl. Reichs
Statt Regenspurg, Meiner Obern, Ich hiemit in aller vnderthengstem Respekt
zueröffnen vndt vorzustellen nicht vmbgehen. Welchermaßen in Anno 1654. durch
Höchstansehnliche Kayserl. Commiffon, zwischen denen in der Statt Regenspurg
wohnenden Geistlichen immediat vndt mediat Ständen, Stiffern vnd Clöstern an.
Einem: vndt dan Camerern und Rath dafelbst, andern Theils, über verschidenen
von langen Jahren hero, Beederseits strittig gewesten puncten ein gewißer Vertrag
aufgerichtet,gefertigt,vndt durch Ewr Kayf Maj. Höchstgeehrtisten Herrn Vatters
Herrn Ferdinandi Terti, nun in Gott Hochstseligst ruhende Kay Maj, Glor
würdigten angedenkhens, Allergnädigst Confirmiert, vnd mit einem angehenkht
Pöensahl von Dreyßig/March Löttges
-
Goldes, absonderlichverwahrt worden?
- -- - - - - -
-- 1,11
-
- -
-
--
-- - -
- - - --- -
- - - --
- -
--
. . . . . . . . . ."
- - - - -- - - - -- -
- -

-
- -
- - f2 - Es
- - - -
-
-

--
-

-
- -
-

-
, -33 ( 24 ) 8
Es haben auch solchen Vertrag, in allen dessen Inhalt unuerbrüchlich nach
zuleben, obbesagte meine Principaln», fambt dero undergebener Burgerschafft sich
- iederzeit sorgfältig angelegen fein laffen, maffen dan ein Wiedriges auf Sie von
Niemandt mit beständigem Grundt wirdtgebracht, noch erwißen werden khönnen.
Danenhero Sye gewünscht, das anderseits mit ebenmäßiger intention, denen
Beederseits verglichenen compaktatis nachgegangen worden wäre; Es hat aber wi
der bessere Zuuersicht vndt Hoffnung der Hochwürdige Herr Coelestinus, Abbt zue
St.Emmeran alda sich nun von geraumber zeit hero angemafet, vor vndt in dem
annoch wehrenden Reichstag, Weiß - vndt Braunes Gersten Bier zusieden, vndt
felbiges nicht nur in dem Vertrag bedingtermaffen, zur fein vndt feines Conuents
täglichem gebrauch vndt Vnderhalt anzuwenden, sondern auch wider den claren
Buchstaben des mehrbesagten Vertrags (woruon der hieher gehörige paffus per
extraktum N° 1. allergehorsambst beigelegt wird) ohne allen fcheu vndt Vnder
fcheidtfrembden vndt Einheimischen, Hohen vndt Niedrigen Stands persohnen Vaß
vndt Maaßweiß, in groffer quantität zuuerkhauffen, ia sogar inner seines Closters
eine Schenckhstatt aufzurichten, Gäste zufzen, vndt hierdurch feines anvertrawten
Conuents Nuzen, mit offenbahren Praejudiz vndt fchmälerung des zwischen ge
fambter Geistlichkheit vnd Gemeiner Statt Regenspurg gemachten Vertrags, zue
empfindlichem fchaden vndt nachtheil der , Meinen Obern anuertrawten: ohne daß
geringen vndt gewerbloßen Burgerschaft zuverbessern, neben dem auch Vorgedachter
Herr Prälath fich Vnderfangen, Verschiedene Handwerckher in fein Closter nicht
allein einzuenehmen, fondern auch contra expreffa Transaktionis Verba wie Bey
khommender Extrakt fub N°.2. zuerkennen giebt, vndt wider die deutliche dispo
fition des mehrberührten Vertrags ihnen nachzusehen vndt zuuerstatten, daß Sie
nicht nur in feinem Closter vndt zue deffen notturfft, sondern außer demselben hie
vndt da Gearbeitet vnd gestöhret vndt dardurch der Burgerlichen Vorhin darnieder
ligenden nahrung merkhlichen abbruch vndt Eintrag zugefuegt haben, wie die vndt
andere von Ihm, dem Vertrag zugegen understandene Attentata bedörffenden
fahls mit behörigen wahrhaffen. Vmbständten, vnd mehrfältigen Beweißthumben
dargethan vnd Verificirt werden. Khönnen. …
Es find gleichwohl eingangs ernante meine Principaln, noch immer in zue
verläßiger hoffnung gestanden, es würde vorbemelter Herr Prälath mit deme Sie
gleich allen andern in vndt außer der Ringmauren Begriffenen . . Benachbahrten
Ständen, in gueter nachbarlichen correspondenz zu continuiren iederzeit verlan
get, dermahleins von felbsten infich gehen, bonam fidem ägnofciren, die einge
führte contraventiones abstellen, vnd sich in den Schranckhen des Vertrages
halten, maßen denßelben Syhierunderfo Schrifft - als Mündlich belangen: vndt
sogar lezthin per Notarium et Teftes hierüber requirieren laßen, als zu dem Ende
vnd Zweckh, damit manjuxtapa&ta conuenta in Fridt vndt ruhe bepfaffiben woh
nen, einiglicher theil bei seiner befuegnus vndtgerechtsambe verbleiben, Eur Kayf
Maj, aber bei dero ohne das vberhäufften höchst importierenden Reichsobliegenheiten
des anlauffens vndt Beheligens, der Partheyen entwbrigt fein möchte; Von ihme
Herrn Prälathen aber, ist nicht einmahl einelautere vnd richtige erkherung zuerhalten
gewest, sondern hat derselbe vilmehr in seinem, ihme einmahl vorgenohmenen B
sünnen,
- -
einen Weg als den andern fortgefahren vndt continuirt.
-

- - - Oh
33 ( 25 ) 25-
Ob nun zwar wohl bei Ewr Kayf Maj, dieses denpaktiszuwiderlaufende
vndt daß ganze Gemeine Stattweeßen zue Regenspurg sehr hart truckhende graua
men aller vnderhengst Clagend anzubringen, Camerer vnd Rath dafelbst Vorlängst -

QVrfach vndt Jüngsthin bey Ewr Kay Maj. Höchstwerthiter anweßenheit alda, ge
mugfambe gelegenheit gehabt hetten. -

So haben doch Eur Kayf Maj. bey dero damahligen Höchstangelegenen -

Reichsgeschäfften meine Principalen hierunder allergehorfambst Verfchonnen auch ",

zuevnbeliebiger weithäuffigkheit vnd beeden Theilen beschwährlicher Rechtfertigung


nicht gerne anlaß geben wollen , find auch noch nicht gemeint mit vorernanten
Herrn Prälathen dermahlen litem zu contefiren, oder sich in einige Schiffwechs
lung eben mit ihme judicialiter einzuelaffen, sondern geraicht allein an Ewr Kayf
Mai. im Nahmen Vorbedittenen meiner obern, meine allervnderthengste Bitte, die
geruehen von tragenden allerhöchstgeehrtisten Kayf. Ambtswegen, durch nachtrückhliche
Kays inhibitoriales iunčta euentuali comminatione pöenali ihne Herrn Präla
ehen dahin Allergnedigst anzuweißen, vndt zu erinnern, daß er dem Anno 1654 zwi
fchen famblicher in Regenspurg wohnender Geistligkheit vndt darunder auch feinem
Stifft vnd Closter St.Emeran einer: dan Camerer vnd Rath ander fiths daselbst
getroffenem Vergleich, allerdings nachfze, vndt Ge.Statt vndt Burgerschafft alda
darwider kheineswegs, sonderbahr mit dem Bier außchenckhen vndt zechhalten, wie
dan auch mitauffstellung allerhandt einschichtiger Handwerckhs Bursch, vndtvnuerbur
gerter Maister Beschwehre, all folches vnuerweilt abstelle, auch sich dessen künffig
gänzlich enthalte, vnd zur formal Clag nicht Vrfach gebe. - -

Gleichwie nun folches von Ewr Kayf Maj. bescheende Allergnedigste dehorta
torial, vndt inhibitorialschreiben bei dem Herrn Prälathen zue St. Emeran, auffer
allen zweiffel dermaßen penetrieren vndt verfangen wird, daß die bißhero feiner fits
fürgenohmene Newerungen cefiren, vndt der hiebey anfiten meiner Principale nab
gezühlte Zweckh erreicht, auch vnder so nahe beisamben lebenden Benachbahrten be
harrliches wohlvernehmen, vnd unzertrente einigkheit, wornach sie außfriedfertigem
Gemüeth jederzeit gestrebet, erhalten werden möge: Also feindt vmb Ewr Kayf Maj.
solche bezeugende Höchstschätzbahre Kays, Gnadt mit allervnderthengster deuotion
vndt allergehorfambster trew, vnuergeßlich zuedemeriren, meine Principalen (welche
nicht anders als die bloffe obferuantiam pa&torum hierbey fuechen vndt begehren)
nach äußersten Vermögen vnd Kräfften, vnablässig befliffen vndt obligrt. Vndt
thue Ewr Kayf Maj. in erwartungallergnedigst gewühriger Resolution,zu beharren
den Kay Hulden vnd Gnaden mehrerwehnte meine Obern, fambt dero anbefohlenen
Gr. Statt vnd Burgerschafft neben meiner wenigen Persohn in tieffester Submission
vnd allergehorsambter Ehrerbietung allervnd"thenigst recommendiren vnd ergeben. -

Ewr Röm.Kayf Maj.


- - -
- - Allervnderhengster Trewgehorsambster,der
Statt RegenspurgAbgeordneter. "
- -
– Johann Albrecht Portner,
Daß obstehende abschrifft nach seinem bei der Kay ReichsHofCanzley Re
- - gistratur sich befindlichen Original collationiert: vnddemselbenvon wort
zu Wort gleichlautendt befunden worden, solches bekenne ich mit Hand
- - - - ' und Pettfchafft. Act. Wienn den 14 Martij 1667. - - - --

(L S) - Johann Lßenmann,
- - - --- . Kays Reichshof CanzleyRegistratoris Adjunkt. , -

- Jv N,25. --
--
-

- -
-
-
- - -
-

+ C 26» -
- Num. 25.
Copia Kaiser Leopolds Reseripts nachSmeram
- d. d. 27. Okt. 1666.
Leopold von Gottesgnaden Erwöhlter Römischer Kayser,
zu allenzeiten. Mehrer des Reichs c. c.
hrfamer lieber Andächtiger; Du hast dichguetermassenzu erinnern, welcher gestalt
in Anno Sechzehenhundert. Vier vnd fünfzig durch Kayser. Commission» zwi
chen denen in der Statt Regenspurg wohnenden Geistlichen jmmediat vnd mediat
Ständen, Stiffern und Clöstern an einem, und dan Camerern vnd Rath daselbst
andern heils, über verschiedenen von langen Jahren herobeederfiths strittig gewesten
Puncten, ein gewisser Vertrag aufgerichtet, gefertiget, vnd durch Vnfers in Gott
ruhenden Herrn Vatters Kaysers Ferdinandt des dritten Lbd. Glorwürdigsten an
denckhens confirmiert, vnd mit einem angehengten Pöenfallvon dreyfig Marckh löl
tiges Goldts absonderlich verwahret worden.
- - ONZan Vns nun gedachte Cammerer vnd Rath Vnfer vnd des Heyl. Reichs
Statt Regenspurg durch ein vnderthenigstes Memorial klagend zuuernehmen geben,
daßdu dich nun von geraumer Zeit hero angemafet, vor vnd in dem annoch wehren
den Reichstag, weis vnd Braunes Gersten Bier zufieden vnd felbiges nicht nur in
dem Vertrag bedingter maffen, zu dein vnd deines Convents täglichem gebrauch vnd
vnderhalt anzuwenden, sondern auch wider den Klaren Buchstaben besagten Vertrags
lauch der Beytag fub lit. A. ohne allen schew vnd vnderschied, frembden und einhei
mischen, hohen und nidrigen Standts Persohnen, Vaß vnd maaßweis in großer
quantitetzu verkaufen, ia fogar immer deines Closters ein fchenckhstatt aufzurichten,
Geste zusetzen, vnd hierdurch deines anuertrauten Convents nutzen mit offenbahren
praeiudizvndschmellerung, deszwischen gefambter Geistlichkeit, undgedachterStatt
Regenspurg gemachten Vertrags, zu empfindlichen schaden und nachheil, der ohne
daßgeringen vnd gewerblosen Burgerschafftzu verbeffern, neben deme du dich auch
vnderfangen, verschiedene handwerckher in dein Closter nicht allein einzunehmen, fon
dern auch contra expreffa transactionisverba» wie bei kommender extraEt fub Int.
B. zuerkennen giebt, vnd wider die deutliche disposition des mehrberührten Vertrags
Ihnen nachzusehen vnd zuuerstatten, das Sie nicht nur in deinem Closter, vndzu
dessen notturfft, fondern auffer demselben hie vnd da gearbeitet, vnd dardurch der
burgerlichen nahrung merckhlichen abbruch und eintragzugefügthetten, wie diesevnd
andere von dir understandene attentata bedörffenden fahlsmit behörigen wahrhaffen
vmbständen vnd mehrfältigen beweißthumben dargethan vnd verificirt werden könn
ten. Vnd ob zwar ernente Cammerer vnd Rath verhofft, du wurdest (gleich wie
Sie mit allen andern in vnd außer den Ringmauren begriffenen benachbartenStän
den in gueter nachbahrlicher correspondenz zu continuiren iederzeit verlangt) der
mahlen einst von felbsten in dich gehen, bonam fidem agnosciren die eingeführte
contraventiones abstellen, vnd dich des Vertrags halten, maffen Sie fogarlezthin
per Notarium &Teftes hierüber requirieren laffen, alles zu dem endt, damit man
juxta pacta conventa in fidt vnd Ruhe beyfamen wohnen, ein iedertheil bey feiner
befuegnus und Gerechtfame verbleiben, Wir aber des überflüffigen anlauffs der Par
- theyen
-3 ( 27. ), 3.
theyenentübrigt sein möchten, Vondir aber nicht einmahlen eine lauthere vndrichti
9e erklerung zuerhalten gewesen, föndern in dem einmahl vorgenohmenen beginnen,
einen Weg als den andern fortgefahren, und continuirt worden; Dannenhero Sh
Bns von tragendenKayf ambts wegen umb Vnsere Kays Inhibitoriales in vnder
thenigkeit gebetten, wie der copeyliche Anschluß fub litt. C. obberührten Memorials
mit mehrern außweifet. - - - -

Als erinnern wir dichhiemitgnedig ist, daßdu dem Anno Sechzehenhundert


Vier vnd fünffig zwischen famentlicher in Regenspurg wohnender Geistlichkeit vnd
darunter auch deinem Stifft vnd Closter St. Emeran an einem: dann Cammerern
und Rath andern theils daselbst getroffenen Vergleich allerdings nachsetzest, vnd ge
dachte Stadt und Burgerschafft aldadarwiderkeineswegs, sonderbar mit dem Bier
ausschenkhen und Zechhalten, wie dann auch mit aufstellung allerhandt einschichtiger
Handtwerckhsleuth vnd vnuer-Burgerter Maister beschwehrest, alsolches vnuerweilt
abstellet, auch dichdessen künftig gänzlich enthaltest, vnd zur formal klag nicht uhr
fach gebet. - - -

An deme beschicht Vnfer nedigist gefälliger will vnd mainung, und Wir
fynddir mit Kayf gnaden wohl gewogen. Geben in Vnser Statt Wienden Si
ben vnd zwanzigisten Octobris annd Sechzehenhundert Sechsund Sechzig, Vnserer
Reiche, des Römischen im Neunten, des Hungarischen im Zwölffen und des Bö
heimischen im eilfften. - - -

Leopoldt. -

Ueberschrift: -

Dem Ehrsamen Vnserm lieben v.


Andächtigen Celestino Abb- - -

ten des Gottshauß S Eme. wilderich Sreyherr von


ran zu Regenspurg. Walderstorfer. . .
Ad Mandatum Sacrae Cel.
- - - - Maiestatis proprium.
- wilhelmb Schröder,
Daßdiese Cope nach der Kayf Reichs Hoff Canzley
- Registratur colationirt, vnd derselben in allen
von wort zu worten gleichlautend befunden
worden, VrKundmeinaigene Handvnderschrift
"A"
- (L. S.) Leonhardt Pipius,

- - - - - - - -- - - - -
-
- -

–3 (28 ) -
Num. 26.
Emmeramisches ConferenzProtocolvom 26Mart. 1667 -

" Die Befolgung vorgedachten Reseriptsbetr


- Die Erste Conferenz. - -

Gehalten im Closter Emmeram in der Taffelstuben,den“


Anno 1667. praesentibus. -

An fitten Löbl Closters. An seiten Löbigem Start


Ihr Hochw.vnd Gnaden Herrn Johann Albrecht
Herrn Prälaten felbst. Portnern. -

-
Titul. H errn p.priorn.
- p. .
Zerrn Ruprecht
Titul. K beedendes Schorern,
Innerngeheimden Raths."
Zerrn P. Kellermeistern.
.. * g
Herrn Johann Georg Gey
eorg Ebey
'' Geörgen ern, beeder Rechten DoStorn,Conf.
Zieglern, Canzlern. alß Naths Deputierten.
Hannß Geörgen Härteln,Protocollisten. Geörgen Hörwärtln, Frotocollisten.

geärrische per Herrn Geyern, propomunt» praemiffis curialibus, die Ursach vnd
intention dießer beliebten conferenz, wollen darbey, daß Ihnenhierdurch weder
judicialiter, vel praejudicialiter nichts vergeben: noch durch diese conferenz
einige litispendenz inducirt werden solle, in anteceffum zierlichst sich verwah
ret haben, sondern da der Scopus nit erreicht, das dicta pro non dićtis, et
factapronon faktisgehalten sein sollen. . . “ -
Emmeran. Durch den Herrn Canzler, praemiffis curialibus infimili, begehrten
die beschwerden, vnd warumb bisher ein vnd andere attentatafürgenomben wor
den,zuvernemben, contefiren von Zeit des Herrn Prælatens angetretener
Prelatur,gute Nachbarschafft gepflogen zu haben, vnd hoffen mit,daßman ei
nigen aktum, dessen man mit befugt, exercirt, wurde sich, nach einlangen
… der Haubt Klag, vnd im proceß zeigen, ob man dem getroffenen Receß(den
man in seinem Werth vnd vnWerth beruhen lasse) nachzugeleben schuldig, oder -

mit, Wolten die gravamina anhören, so denn auchdie gegen gravamina eröff
nen, Im übrigen durchdie conferenz einige litispendenz nicht inducirt, noch
sonsten Ihnen etwas präjudicirt, oder vergeben haben.
grärrische. hetten vernomben, wohin die heutige conferenz ziele, feye forderistian
dem, daß Herrn Cammerer vnd Rath Urfach gewonnen, dier conferenz statt
zugeben, weilen des Herrn Prælatens Hochw. vnlängst gegen Herrn Schorern,
dicursive von ein vnd andern gravaminibus meldung gethan, anseiten der
Statt weren bisher vill mehr gegengravamina verspüret worden, vnd würden
noch dato cumulative verspüret;das haubt gravamen aberfeye, daß man ex
parte Emmeran, zu dem in Anno 1654. mit gesambter löbl. Clerify, vermit
telt der Kayferl. höchstansehentlicher de- vnd fubdelegierter Herrn Commis
farien getroffenen Vergleich nochauchzu denen ältern, vnd der Observanz Ge
- - - mei- - -
+43 ( 29. ) 33
meiner Statt Privilegien sich mit einverstehen, noch demselben nachgeleben wol
te, dies seye fons et Origo, worauß alle andere gravamina herflieffen, Ge.
Statt fegg-auff solchen, fotheuer erworbenen Receß» ihr haubt fundament,
'' hinc inde vill fastidien vnd beschwerlichkheiten sich angeben, in
fpecie das Bierpreuen, fchenkhen, Zechhalten, frembde handtwerckher mit allein
zu ihrem vnd des Closters gebrauch, sondern auch hinc inde außwendigzuar
beiten auffzustellen, Welches, nach angezogenen leztern, vnd vorigen Verträgen,
mit zupaffren. Zwar wisse manexjure communiwoll, was den Herrn Geist
lichen, vnd des Herrn Prælatens, als eines höchern Reichs Standts Hochw.
gebüre, begern Ihnen, so vill ihr Closter betreffe, mit maß zugeben, man wollte
derentwegen die gebürende finceration eingewendet haben, man gebe aber ihr
Hochw. hingegen hochvernünffigzubedenckhen, ob mit ein Reichs Standt medio
pa&torum daraus schreiten khönne, vnd feye man hernach, ob deme, wasboná
fide geschloffen, gehalten, das Bier ausschenckhen zugeschweigen was die cano
nes hievon fagen, feye dem Vertrag de Anno 1484. zuwider, welchen gefambte
löbl. Clerify mit Gr. Statt auffgericht, vnd quod bene notandum, so vill
in specie das löbl.Stifft St. Emmeram concernire, habe das Convent, den
damaligen Herrn Prælaten Johannes Christfel.gedechtnuß, durchein ordentlich
Procuratorium,pro Mandatario constituiert, fehen also nit, wie sie von dem
alten Vertrag, darauff sich der jüngste beteiff, vnd nichts Neues in sich, wel- -

ches, cafu excluso, für ein haubt gravamen angezogen werden khöndte, vnd
von denen, fo bonä fide verglichen, vnd vom Pabst vnd Kayser, Bullá Inno
centig. confirmiert worden, abzuweichen schuldig fein folten, lebten also der
Hoffnung, des Herrn Prælatens Hochw. würde, was darinn enthalten, gebü
rend beobachten, das Bierpreuen ultrafuos etfuorum ufus, aufföffters Münd
vnd fhriffliches ansuchen ein- vnd die Klag abstellen, worzue man Gr. Statt
feyts nit gern khomben, das Kayferl. allergnedigste Refcript melde nicht aller
erst von einer erwartenden Haubt Klag, sondern erfordere die würckliche ab
stellung. - -

Die Handwercksleuth betr. lauffe expreffè wider Gr. Statt vhralte Privi
legia, krafft deren kheimer burgerlichgewerb vnd Handtirungzutreiben befugt,der
nit in burgerlichem mitleiden begriffen, Einlöbl. Magistrat feye fähuldig, vnd die
billigkheit selbst erfordere, auffdie erarmbteburgerschafft zusehen.
. Was mit abnamb des Biers vnd Fleisch geschehen, feye mit pro attentato
zuhalten, fondern licitus in juribus competentibus manutentionis, et defen
Y

fionis modus gewesen, vnd nit zu mißdeuten. - -

"Wann nun diese beschwerden, und haubtsächlich der Vertrag richtig, würden
sichdie übrigen gravamina,derentwegen des Herrn Prälatens Hochw. würden
vernomben fein, alß rivuli, auffer Zweiffel, auch woll geben, womit man noch
in etwas wollte zuruckh halten. -

Emmeramhetten verstanden,daß wegen des Bier ausschenckhens,vnd Handwerckhs


leuth,der Receß de Anno 1654. nit gehalten, fy nit ohn, daß der Receß
auffgericht, weilen aber felbiger dem Closter zu höchstem Praejudiz gereiche, vnd
kein Procuratorium von dem löbl. Convent, so in dergleichen alienationen
ein notwendig stuckh, verhanden, feyen sie darzue mitverbunden, feye wißlich, daß
h das

v",
-- -

– 3 ( 3o ) 8
das Closter mit groffen Schulden belästigt, wie sie denüber "fl. Contribution
abzustatten, hetten sich sonst gern comportiert, wann Ihnen mit die mittl so sehr
entgangen, daß sie nothwendig müsten bedacht fyn, nach vnd nach aus, denn
Schulden sich zu ziehen, wüssten sonst woll, quod quilibetjuri, profe intro
duktorenunciarepofft, das habe statt bey privatis, aber mit Conventen,
-
Elbflern vndSpitälern, hette es ein andere meinung, diekhöndten restitutionem
in integrum begeren, Weilen nun disorts, ihrerseits eine große laefion sich
finde, werde die Statt mitgemeint sein, dem löbl. Stüfft alle mittlzubenemben,
Nachdeme man aber vernembe, daß das procuratorium de Anno 1484. vom
löbl. Convent fubscribirt vnd gefertigt, begerte man communication, feye
novum emergenshetten davon kheine wissenschafft, wollten sich, gestalten Sa
chen nach, darauffweiters resolviren. Der Receß gebe zu, daß siefür ihr
Eloster Bier sieden, Item ihren Bedienten vnd Handwerckhsleuthen solches ge
ben möchten, werde offt ein ganz Monat mit. Ein Eymer heraus geben, hetten
meisten heils weißgerten Bier, für die Gesandten vnd Kranckhen, aufrath
der Medicorum sieden laffen, die Gesandten seien vorhin privilegiert, das Bier
von dem Landt herein zufüren, nemben es nur Faß weiß, feye mit zu erweisen,
daß man in langer Zeit ein Bier außgeden.
Stärrische. Communiciren copias Procuratorii» contradiciren im vbrigendes
Herrn Canzlers praetendirende restitution» werde in Curia Imperiali, &
Papalikhein Exempelauffeinfast 200 Järige zeit zu allegieren sein, so würde
trauen undglauben dardurch auffgehebt, vnd nimmermehr mit Geistlichenetwas
sicherzu handeln feyn.
Des Herrn Prælaten Hochw. haben hierauffselbst einen Discurs angefan
gen, welcher in folgenden Inhalt bestanden. So vill die Zechstuben belange,
hetten sie dieselbe zur Zeit, da des Herrn Erzbischoffens zu Salzburg Hoch
fürstl. Eminenzdroben logiert, das Closter zu eng: vnd khein Platz vor das
gemeine gesind vorhanden gewesen, vmb des continuierlichen Tabackhdrinckhens,
vnd dannenhero besorgender Feuersgefahr willen, fürrichten, vnd woll ver
wahren laffen, wann die Salzburgif wegg, vnd der Reichstag auß, wollten
sie den Ofen herauß reiffen, vnd solche Stuben abthun laffen, hetten offt umb
ihres liederlichen gefindes willen, schlecht Bier gesotten, vnd ihr Hochfürstl.
Eminenz felbst befohlen, bier von der Statt zunemben, so auch beschehen.
Die Statt müste fast Järlich ihren Preuerneine gewisse quantitaetzufieden,
bey der Straff aufferlegen, vnd mangle doch vnterweilen daran, gestalten vor
zweyJaren, außdieser vhrfach geschehen, daß sie erlaubt, das bier aus den
Clöstern zunemben.
Die Statt würde ja dem erarmbten Closter ein wenigen nutzen gerne gönnen,
nutzten der burgerschafft ein Nambhafftes, dörffen keine Vnderthanen colle&i
ren, vnd müsten auch auff mittl gedenkhen, auß denn Schulden zukhomben,
wurde sonst nicht andert, dann für ein Bettl Münch dergestaltengehalten, wenn
Er nichtpreuen und schenkhen dörffe, were beffer, gewester hiesiger Herr Bi
schoff vnd Clerus hetten Ihnen also die händzu schaden, durch Verträg nicht
binden lassen, dörffte doch jeder Edlmann auf dem landt bier preuen, vnd
fchenckhen.
Die
-33 ( 31. ) 8
Die Statt hette das Closter auch mit sperrung des Thors, nunmehr 36.
Jahr hartbeschwert, soJärlich wenigst 100. Ducaten, vnd in allem 108oofi.
Ihnen schedlich gewesen, wormit sie ein großes abtragen khönnen, vermeinten,
es gienge der Statt gleichfalls an dem Pflaster was zue, deme sie mit Ihren
fchweren geschirren groffen fchaden thetten.
Müfften die Schanzen vnd Straffen auff ihren Feldern leiden.
Hette Herzog Bernhards ranzion ein großes gekofft, so man an fitten der
Statt vorfein khönnen.
Hette der PulverThurn groffen fchaden gethan, vnd müften denselben annoch
leiden, vndgefahr erwarten.
Vermeinten, wann man ein leidentliches Vmgelt, etwo funfehen Kreutzer
von dem Eymer bier, fo sie den handwercksleuthen, an bezahlungsstatt: Item
von Ihnen felbst von dem bier, fofie vnter die burgerschafft geben, zumal dem
gerten bier nembe, es were auch ein Mittl.
Hetten derzeit nit mehr, alszweenhandtwerckher, Nemblich Einen Schmidt,
der Ihnen allein arbeite, außer daß Er jetzo, aufdes Herrn HoffCanzlers re
commendation» dessen Frauen Schwester, ein Wagen nach Abensperg be
fchlage , Man folte ihn zum Burger vnd Meister annemben, wurde feine Mai
ferstuckh zumachen sich mit waigern. Vnd Einen Schreiner, fo ein laybruder,
Ein glafer würde sich einkhauffen , vnd khünftig den habit anziehen, fo
erwarteten fiel auch einen Schreiner von Landshuet, Vnd Einen Goldtschmidt,
der zwar liederlich, Ein ledigen bildhauer hetten sie angenomben, brauchten sie
aber nirgend anderswohin, alszu ihrem Closter- vnd Kirchenbau, hetten sonst
auch keine andere recreation, vnd ihr Arbeitgern gut und fauber, anderethet
ten eben dergleichen.
Hetten den Keflmann zwen Altär machen, vnd 200fl. verdienen lassen,wol
ten auch noch gerne der Statt handtwerkhsleuthen das gelt, gönnen, vnd auß
Nachbarlichen guten Willen, mit außzwang oder schuldigkheit, sie gebrauchen,
allein werenfie fehrtheuer, fäumeten sie mitder arbeit, feyen grob, vnd geben
khein gut Wortt. -

Incidentergeschahe auch von des Herrn PrälatensHochw.hiebeymeldung,


der grundzine halber, vnd was doch die Statt hierinnen, für ein befrembdete
Verbschardtung zur nicht lifferung inß Closter gegeben, Hr. Canzler meldete,
feye jajuris,daß ein pensionarius ejusdem Civitatis nachgehe, respondeba
tur, Man lasse sich bei der Verbschardtung, alsRechtlich aller orthen finden,
mit remonstration widriger Rechten, quande debitor &Creditor, velfimilis
funt diversifori ex Bartoload 1. 18.ff. de confitutà pecuniä, feywidriges
begeren, eine Neuerung dißorts, begertens andre Stüffter und Cöster mit.
Herr Canzler wollte in dem Vertrag de Anno 1484. $. praesentibus
quoque declaramus &c.das WortEcclesiastici auff privat geistliche, als
Thumb-und Chorherren torquiren.
Es ist aberfo woll desHerrn PraelatensHochw.theils mit widrigen remon
strationibus begegnet, vnd deren Meinung specialislime zur genüge abgelaint,
sonderlich aber des Herrn Canzlers impertinentes apertum, auß jetztgedachten
-- - h 2, -- - $. I.
- - -453 ( 32 ) Ess - -

$. 1.vers.fin. Monaferis & Coenobis &c. per voc. quoad fe » & fuos - -

gründlich widerlegt, theils vorschläg ad referendum angenomben, vnd dem -


Herrn Cantzler geantwortt worden, ob woll man an fitten Herrn BischoffAl-.
brecht Christlöblichster gedechtnuß sichinfimiliftarkh beworben, medio fuchender -
restitution in integrum, den Vertrag de Anno 1571. zu caffren, feye es
doch mit angangen, bezeuge widriger Erkantnuß, des Hochlöbl. Reichs Hoff
Raths de Anno 1622.vnd 23. feye auch Niemallen einige so vngereimbde
exception gebraucht worden, dergleichen confilia vnd cavillationes dieneten
kheineswegszufrid vnd Einigkheit, Darauffer sich zur Ruhe begeben, Vnd ist
man Endlich, mit beiderfayts hohen contestation fürender Nachbarlicher frid
fertiger guter inclination, vnd Verlaß reaffumirender conferenzpostferias»
zuvernembung, wessen sich der Conventvber das alte procuratorium erkläret,
vnd sonst auch beschechener gegenVertröstung in generalibus müglichster con
descendenz aufgestanden, vnd voneinander gangen.

Num. 27.
Der Stadt Regensburg Beschwerschreiben an den H.
Fürsten von St. Emeram. d. d. 10. Ian. 1782.
(Euer c. haben wir unterm 28.May vorigen Jahrs die Beeinträchtigungen vorge
stellt, welche hiesige bürgerliche privilegierte Schmidtmeister von dem in den dafi
gen Reichsstifts Gebäuden aufgestellten Schmidt bis hieher erlitten und durch die
Erweiterung des Gebäudes noch weiter zu befürchten haben. -

In der hierüber von Euer c. unterm 1. Juni erfolgten sonst sehr verehrlichen
Antwort ist uns nun zwar die Versicherung gegeben worden, daß man bei dem Bau
in den Marcken aufdasgenaueste geblieben, und daß dafiger Innwohner keine an
dere Kundschaft als in den privilegierten Gefandschaftshäufern habe;
Da wir nun aber zuverlässig berichtet sind, daß durch diesen neuen Bau die
Einrichtung wirklich aufdreiFeuerstätten gemacht worden, auch in dem innern Hof
die Zubereitung geschehen ist, daß daselbst Wagen und auch Pferde beschlagen wer
den können; so leget sich genugfam zu Tage, daß Euer c. nicht gemeinet sind, be
nennten Schmidt in die Vertragsmäßige Schranken zurückzuweisen, vielmehr ihm
durch den neuen Bau die Gelegenheit zu Vergrößerung seiner Kundschaft gegeben
und gebilligt worden ist. -

- In dieser Besorgniß werden wir nochmehr bestärkt, da die von uns ange
zogne Verbindlichkeit aus einem allergnädigsten Kayserl. Refeript d. d.27. Octobr.
1666. und aus denen feierlichen Verträgen miskennet, und dagegen auf einen hun
derjährigen Besitzstand sich bezogen werden will! - -

Die Veranlassung zu jenen allergerechtesten Kaiserl. Reseript kann Euer c.


nicht verborgen sein. Es enthält solchesdie ernstliche Erinnerung: „daß mit Aufstel
„llung allerhand einschichtiger Handwercksleute und unverburgerter Meister hiesige
„Stadt und Burgerschafft nicht beschweret, und solches unverweilt abgestellt
„auchsich dessen künftigenhaltenwerden soll. -

-
-

-
-
-
-

-
Da
- -333 ( 23 ) ASF
DasigesHochlöbliches Reichsstift hatte bereits damals schon und lange vor
her einen eignen Schmidt; es war aber deffen auswärtige Kundschaft von keiner
Bedeutung und wenige Monate vorher unterm 6. Junius erhielte hiesige Stadtdie
Zusicherung, daß dessen Arbeit dem Handwerk nicht präjudiciren soll!
Znsonderheit aber giebt der unter Allerhöchster Kaiserlicher Autorität errich
tete Vertrag von 1654. $. 3. die ausdrückliche Entscheidung: ,

Daßdie incolae in der Geistlichkeit Häusern blos zu der Herren Geistlichen


Notdurft dienen, felbige aber weder in die Bürgerschaft, noch anderwerts ins
… …. fremde handeln und
und Gewerbschaft arbeiten
Eintrag undsollen.
thun dadurch der Bürgerschaft an ihrer Narung
J

welche Stelle aus dem gemeinsam errichteten Kommissions Protokoll ganzdeutlichdas


hin erläutert wird:
Daßdie Handwerksleute keine andere ihres Gewerbs zu sich nehmen, auch kein
Zeichen oder Tafel aushängen und nur in ihren Häusernfür die Geistlichkeit,
font aber weder für die Bürgerschaft noch in oder auffer der Stadt
trafigiren follen. -

Daß daher das Gesellenhalten, infoferne nichtdie Bedürfnisder Geistlichkeit solches


erfordert, in dem general Verbot der Paciscenten virtualiter begriffen gewesen,
wie ein folches mehrfältig in denen Verhandlungen wegen dasigen Schmidts, Mez
gers und Buchdruckers vorgestellt worden ist, kann wol bei einer unbefangenen der
Absicht des Vergleichsgeschäfts entsprechenden Auslegung niemals in Zweifel gezo
gen werden. -

Noch weniger wird sich eine Ausnam für die Kundschaft von Hohen Gefand
fchaften begründen laffen, da die damalige Reichsversammlung wenige Tage vor dem
Vertrag abschluß geendiget worden; von einer nachfolgenden darinn nichts hat ge
dacht werden können und überhaupt ja nicht mit denen Gefandschafften, fondern mit
denen Hoch und löbl.Stiftern und Klöstern paciscirt worden, als welche bei ihren
Ehren und wahren Worten, folglich so gut als eidlich, zu ewigen Zeiten dawider
nichtzu handeln,für sich und ihre Nachkommen ausdrücklich versprochen haben.
Bei der gefliffensten Aufmerksamkeit für die Gefandtschaftlichen Rechte und
Freiheiten können doch solche die pacta inter tertios fub autoritate Caesarea inita
nicht umstoffen, ja, wir sind von der Gemüthsbilligkeit der dermaligen fürtreflichen
Herren Gesandten versichert, daß sie ihre Arbeit keinem Stift oder Kloster-Innwoh
ner aufdringen werden, wenn nur diese solche nicht annehmen und in ihren Vertrags
mäffigen Schranken gehalten werden.
Euer c. in Gott ruhende Vorfaren haben selbst mehrfältig und noch unterm
3 Jenner 1716 zu erkennen gegeben, daß dafigem Reichsstift durch die Kundschaft
des Schmidts nicht der geringste Nuzen zugehe; dagegen zeiget sich aber für hiesige
Bürgerschaft der offenbarte Schaden und Nachteil, wenn diese, bei ihren aus
schliessenden Kaiserlichen Freiheits Briefen gegen alle Narungs Eingriffe von denen, die
nicht Bürger sind, und beiihren nahmhafften bürgerlichen Bürden, davon doch ein
beträchtlicher Theilzum allgemeinen Besten und zur Sicherheit verwendet wird, von
dem Aufenthalt einer Hochansehnlichen Reichsversammlung den sonst gehabten und
- - - i selbst
-33 ( 34. ) $
selbst von Kaiserlicher Maj. gebilligten Nutzen nicht haben, und ihre aufeine Vermeh
rung der Kundschafft eingerichtete Gewerbe immer mehr geschmälert fehen sollen -
-Und dahin gehen die Klagen nicht nur von sieben berechtigten Huf- und Waf
fenschmidten, sondern auch von der bürgerlichen Metzgerschaft, von Bierpräuern, von
Buchdruckern, ja auch von den hiesigen Apothekern! “- - -

Bei aller Euer: c. gewidmeten Ehrerbietung können wir anbei nicht verheelen,
daß noch über keines der übrigen in hiesiger Stadt befindlichen Stifter und Klöster
so gehäuffte Klagen an uns gekommen sind, undder hierausaufdas gesammte Stadt
wesen sich erstreckende Nachteil und Schaden ist um so mehr empfindlich, da wir
anbei versichert werden, daß auch andere bürgerliche Innungen und Gewerbe aus
dafigem Reichsstift fast keinen Verdienst haben, sondern fast alles auswärts genom
men werde. . . . . . . . ."
Bei diesen beschwerenden Umständen ist unser Obrigkeitliches Amt aufgefor
dert, alle diejenige Reichsgesetzmäßige Mittel und Wege einzuschlagen, wodurch jene
Beschwerden erlediget und der ohnehin sehr bedrängten Bürgerschafft kann geholffen
werden. - - --

Wir können auch in die allerpreiswürdigte Gerechtigkeitspflege unters aller


glorreichesten Kaisers Majestät das vollständigste Vertrauen setzen, daß Allerhöchstdie
selben die in den ältern Verhandlungen bereits anerkannte und bestätigte Gr. Stadt
Befugniffe auf das wirksamste herstellen und aufrecht erhalten werden!
-- Ehe wir aber unfre endlich bemüßigte Zuflucht dahin nehmen, wollen wir
Euerc. sonst bekannten Aequanimität die Abstellung dieser Beschwerden nochmals
geziemend vorlegen und das dringende Ansuchen wiederholen, daß dasiger Schmidt
und in feiner Maaße auch andere dafige Innwohner in die gebührende Vertragmäß
fige Schranken gesetzt und dadurch uns ein Beweiß von Dero Billigkeit und Gerech
tigkeit gegeben werden möge; als welche Willfarung wir mit aller von uns abhän
genden nachbarlichen Bereitwilligkeit dankbarlich in der vollständigsten Ehrerbietung
erkennen werden, mit welcher allstets beharren ac. - -

Antwort des Hrn. Fürsten von St.Emmeram,


d. d. 14. Jan. 1782.
Von GottesGnaden.Wir Frobenius des heiligen römischen
Reichs Fürst undAbbt des kaiserlichen gefürsteten freien Reichs
Stifts St. Emmeram in Regensburg. -

Unseren Grus zuvor, HochEdle, Hochgelehrte, Edlvest, Ehrm


vest, Fürfichtig, Ehrsam und Wohlweise, sonders liebe
Herrn Freund und Nachbarn! - - - - - - - -

uer HochEdle c. c. beliebten Uns vergangenes Jahr unterm 28ten May eine fo
genannte Klag oder Anzeige Ihrer bürgerlichen Schmid Meisternwieder Unteren
Hoffchmid zuzusenden, und sichzu beschweren, daßfelber sich vorgeblich anmaffe den
burgerlichen SchmidMeisterendie Kundschaffen geflissentlich abzuspannen, weswegen
die Schmidtstatt vergrößert würde. Wir entstunden nicht Denselben den Ungrund
. .. - - . . dieser
-
-43 ( 35. ) 88
dieser unvermutheten Beschwerden ihrer burgerlichen Schmid Meistern in seinemvollen
Liecht und Innhalt darzustellen, und machten das Freundnachbarliche Ansinnen,
daß unsere sonders liebe Herrn Freund und Nachbarn solche mit derley ohngegrünt
deten Klagenzur Ruhezu weisen belieben möchten,
. . . Wir hofften sicher hiedurch in fortsetzung guter Freund- und Nachbarschaft
all dasunsere gethann und Umsaußer allen gegründeten widerspruch hierinnfallsgesetzt
zu haben. :
" " Wir ließen dahero den Bau unddieHerstellung desdurch unfürdenklichen Be
sitz begründeten Schul- und Schmidhausgebäudes ordnungsmäßig fortsetzen, und
ohne mindesten hiegegen eutstandenen widerspruch zu Stande bringen. - - -

Desto unvermutheter, Befremdend, und auffallender müßen. Wir aus dem


sonst verehrlichen Erlaß Unser sonders lieben Herrn, Freund und Nachbarenvon 10,
diß ersehen, daß Dero burgerliche Schmid-Meistere sich neuerdings bergehen laßen,
Dieselbe mit wiederholten gleich ungegründeten Beschwerden zu belästigen, und kein
Bedenken tragen wahrheitswidrig vorzugeben, daß durch diesen neuen Bau würklich
auf dreyförmliche Feuerstädten die Einrichtunggemacht worden, auch in dem inneren
Hofdie Zubereitunggeschehen ist, daßdaselbst Wagen und auch Pferde beschlagen
werden können, Wir müßen denselben hiegegen zueichern, daßdie Schmidstadtnur
zween ordentliche Feuerstädte und eine fehr kleine zu nichts anderen als ein Pferd Be,
fchläg zuzurichten, taugliche Feuerstadt in sich hat, und in dem inneren Hof keine
Schmid Brucke oder andere zubereitung zum Pferde Beschlagen, auch darinn sich
kaum foviel Platzfindet, daß ein einziger Wagen gestellt werden kan, mithin weder
gelegenheit noch nöthigezurichtung zum Pferde und Wagen Beschlagen hierinn vor,
handen ist. -

Wir sehen demnach nicht ein, wie bei einer natürlichen befugnus, was all,
gemeine und Statutarische Rechte erlauben, wozu uns unsere territorialgerechtfane
berechtigen, deme was entgegen oder wenigst zur Beschwerde eingewendet werden
möge. - -- - .

Das angeführte allerhöchste Kayserliche Refkript hat aufgegenwärtigen Fall


keine Anwendung, die angeführte Verträge, welche unser Reichs Stifft foweit sie in
der observanz sind, allzeitbeobachtet hat, und beobachten wird, enthalten hievon we,
nigesoder gar nichts, und können auf gegenwärtigen Fall, wo es um Herstellung
eines alten durch unfürdencklichen Besitzes gegründeten Schul und Schmid Hausge
bäudes und Unfter Uns zukommenden und durch unterbrochener Observanz bestätig
ten territorialgerechtsamen zu thun ist, nicht angewendet werden. Gemeltes aller
höchstes Reskript begründet, und beziehet sich aufden von Sr. Fürstl. Gnaden Lieb
den dem allhiesigen Bischof nomine der gemeinen Löblichen Geistlichkeit mit derkay
ferlichenfreien Reichs Stadt im Jahr 1654. aufgerichteten Receß, welchersichwieder
auf die Receffen von 1571. und 1584. begründet, alle diese Receße haben. Unsere
Höchstselige Vorfahrere und Abbten Uners Fürstl. Reichs Stiffs iederzeit nur in
foweit anerkannt, als selbe unsers Reichs Stiffs Immunitäten, Regalien, Privi
legien, Rechten undGerechtigkeitenzu keiner Schmählerung und Nachtheil gereichen,
weswegen auch weiland der Hochfelige Abbt Hieronimus schon im Jahr 1583.diß
falls über so hane Verwahrung ein Instrumentum notariale hat errichten laßen,
i2 - - wel
-

+43 ( 36) LE- -

welches Unternfonders lieben Herren, Freunden, und Nachbarn von selbst bekannt
ist; Es kann also allegierter Receß von 1654. unfern althergebrachten Reichs Stifi
fchen gerechtfamen aufkeine weisepräjudiciren. - " ",.

unser Hofschmid hat keine andere Kundschaft als jene von unserem Reichs
Stifft und einigenprivilegierten Gefandschafts-Häuseren, denen er feine Arbeit niemahls
angetragen, fondern in Gegentheil von Hochdenenfelben darum ersucht worden, viel
mehrhat er erstkürzlich einem hohen Herrn Gesandten, der ihm die in feinem Hause
nöthige Schmidarbeith anvertrauen wollte, undwelchen man aufverlangen nahmhaft
machen kam, folche zu übernehmenabgeschlagen, er übertritt also die Schrancken der
hergebrachten und ruhig bisher ausgeübten Schmid Arbeit auf keine weise, und die
hohen höchstprivilegierten Gesandschaften werden sich niemals Maasregeln vorschreiben
laßen, wo sie ihre Schmidarbeit verfertigen laffen follen; es kömt nur darauf an,
daß die burgerlichen Schmid Meister durch ihre Geschicklichkeit gleiches vertrauen sich
erwerben, so werden sie alle Kundschaften der hohen Gefandschafften von selbsten an
sichziehen, welches Wir Ihnen von ganzen Herzen angönnen. Bei aller auf seite
unser und unters Reichs Stiffs fits bewiesenen Freund und Nachbarschaft können
wir nicht verhellen, daß Uns Dero äußerung, daß noch über keines der alhier befind
lichen Stiffer so gehäufte Beschwerden als über unser Reichs Stifft an Vnsere
fonders liebe Herrn, Freund und Nachbarn gekommen feyen, und daß andre burger
liche Gewerbe aus unfem Reichs Stifft fast keinen Verdienst haben, sondernfast alles
auswärtiggenommen werde, um fomehr äußerst empfindlich falle, als Wir folche
niemahls vermuthet hätten, indeme dießeits nichts geschieht, wodurch unser Reichs
Stifft einer übervortheilung oder Bekränkung DeroBurgerstandes mit Recht jemahls
beschuldiget werden kan, "anbey die meisten burgerliche Gewerbe als Wachsler,
Buchhändler, Kaufleuthe, Zuckerbecker, Seiffenfieder, Eller, Kamminfächer, Stein
mez ac. ansehnlichen Nutzen von unserenReichsStifftjährlichziehen. Manwünschte
recht sehr allhier Buchhändler zu finden, die mit nötigen Bücher verlag versehen wä
ren, damit man nicht getrungen wäre, mit eben so großen Beschwerden alsKösten
aus entfernten Länderen Bücher beschreiben zu müßen.
Wir hoffen, daß Dero burgerliche Gewerbe unter Reichs Stift mit derley
wahrheitswidrigen Beschuldigungen in zukunft um so gewißer verschonen werden, als
Wir ansonst genötiget feyn würden, das letztere ungegründete angeben wahr zu
machen, und ihnen den bisher von unsern Reichs Stifft gehabten Verdienst zu ent
ziehen." - - -- - - -

-- Eben foungegründet sind die vorgebliche Beschwerden Deroburgerlichen Metz


ger, Bierbräuern, Buchdruckeren und Apoteckern. -
Man wird unterm Reichs Stifft aufkeine weise mit Recht einen gegründeten
vorwurf machen können, daßdesselben Metzgd, Bierfchenck, und Buchdruckereyüber
die Schranken der bisher ruhigen Observanzjemals ausgetreten wären.
WasEndlich unfre Reichs Stiffische Apothecke anbelangt, foverfertigetdiese
nur für Unser Reichs Stifft, und für Se. Hochfürstliche Gnaden Tit. Herrn Prin,
cipal Kommiffarius die Medicin. Höchstdieselben ließen an Uns das wiederholte An
suchen machen, daß Wir an. Sie solche von Unserer Apothecke abgeben möchten,
und zwar mit dem Anhang, daß Höchsdieselbe ansonsteine eigene Apothecke errich
. ten
- -
-

- -833 ( 37. ) 35
tenlaffen wollten; Wir glaubendurch Willfahrungdieses AnfüchensDeroburgerlichen
Apothekern nicht nur keinen Nachtheilzugefügt, sondern solchen vielmehr von ihnen ab- -
gewendet zu haben, und auf ihre Erhaltung bedacht gewesen zu feyn; denn im Fall
Höchstdieselbe eine eigene Apotheke hätten errichten laßen, fo wurden in der Folge alle
gefreite Gefandschafften und Persommen hieraus die nötige Arzneimittel zum nicht ge
ringen Nachtheil Dero hiesigen Apothekern ohne wiederspruch abgenohmen haben;
woraus sich von felbsten ergiebt, wie gar keine rechtliche-Beschwernus Urfache Dero
burgerliche Apotheker gegen Unfte Reichsstiffische Apotheke haben können. . . . . . .
Unsere fonders liebe Herren, Freunde, und Nachbahrn werden von Unfer und
unfersReichs Stifft erprobten Freund und Nachbarschaft vollkommen überzeigtfeyn,
daß Wir Dero Burgerschaft auf keine weise zu Bekränken gedenken,zugleich werden
aber dieselbe die Uns als Vorsteher unters Fürstl. Reichs Stiffs obliegende '
Pflicht aufdie Erhaltungder unterm Reichs Stifft zustehenden gerechtfamen zu wa
chen felbst nicht mißkennen. Auch können. Wir in die allerpreiswürdigte Gerechtig
keits Pflege Unfers Allerglorreichesten Kaysers Majestättdas vollständigste Vertrauen
fezen, daß allerhöchst Dieselben die unserem Reichsstifft zustehende und bestätigte Be
fugnußen, Freyheiten, und Territorial Gerechtfamen, womit wir von Allerhöchst
Dieselben allergnädigst belehnet sind, aufdas würksamste aufrecht erhalten werden.
Wirleben von Dero gegenseitig Freund-Nachbarlichen Betragen inzuversicht
licher Hofnung, Vnsere Sonders liebe Herren Freund und Nachbahrn werden Dero
bürgerliche Schmid-Meister, Mezger, Bierbräuer, Buchdrucker und Apoteker mit -
ihren ungegründeten Beschwerden zur Ruhe zuverweisen belieben. Alles göttlicher
Obhut empfehlend. - - -

- Unserer sondersLieben Herren, Freunden undNachbahrnc.


St.Emmeram in Regensburg -

den 14ten Jenner 1782.


- - Bereitwilligster Freund
- -

- Frobenius Abbt und Reichsfrist mppr.


- - - Num. 29 - - -

Copia Implorationsschrift an Kaiserliche Majestät vom


Kammerer und Rath,gegen den Herrn Fürsten von
- St.Emeram. d. d. 19. Febr. 1782.
(Eure Kaiserl.Majestäterlauben allergnädigt, Allerhöchsdenemselben in tiefer Ermie
* drígung die Beeinträchtigungen allerunterhänigst vorzulegen, welche die Bür
gerschaft der Kaiserlichen freien Reichsstadt Regensburgin ihrer privilegierten Narung
von dem gefürsteten Reichsstift St.Emmeram und den dafigen Innwohnern schon von
langer Zeit herhat erdulten müffen, und welche durch die Aufnam verschiedner Hand
werker, desonders durch die erweiterte Kundschaft des dafigen Hufschmidts, Um ein
beträchtliches vermehret worden sind. - -

- Die zwischen der gesammten Hoch und löbl. Katholischen Geistlichkeit und
dem Magistrat auda von unfürdenklichen Jahren her, insonderheit von den Jahren
1,34. 1571. und 1654. bestehende Verträge, davon der legte nach vorgängigen
Kaiferl.
--

" -33 ( 38. ) 83
Kaiserl. Reichsoberfrichterlichen Erkenntniffen durch die unterm 16. Sept. 1652. aller- -
gnädigst erkannte Kaiser.Kommissarien, den Herrn Fürst Bischofzu Eichstädt und
die Stadt Nürnbergveranlafft und am 30. Dec. 1654.zu stande gebracht, auch am
26. April 1655. von des damalen regierenden Kaisers Ferdinand des dritten Majestät -
unter Ansetzung einer Poen von dreißig Marck Goldes aufden Kontraventionsfall, in
allenPunkten und Artikeln bestätiget worden ist, wovon ein Abdruck fub Litt.A.,zur
Allerhöchsten Einsicht beilieget; geben die deutliche Bestimmung, wie weit ein Stift
oder Kloster einige Handwerker einnehmen könne und wie es mit der Gerichtbarkeit
überdieselben gehalten werden soll, -

- Gleich der Eingang der Allerhöchsten Kaiserl. Konfirmation zeiget, daß der
malige Abt zu St. Emmeram Placidus unter den paeiscirenden Teilen gewesen
ist, wie denn auch dessen Kanzler, Joh. Jakob Handlos denen Verhandlungen im ,
Jahr 1654.wirklich beigewohnt hat. - - -

In diesem letzten Vertrag Art. 8. ist ausdrücklich bestimmt und festgesetzt


worden: -- -

daß zwar die Geistlichkeit incolas, welche gar geringen Standes sind und sich
allein mit ihrer Handarbeit ernähren müffen, einnehmen, und sich deren 3u.
ihrer Worhdurft bedienen mögen, felbige aber weder in die Bürger
fchaft, noch anderwärts ins fremd zu handeln und zu arbeiten und
dadurch besagter Bürgerschaft an derorarung und Gewerbschaft
Eintrag zu rhun, nicht befugt, herentgegen aber solche geringe Personen
als Handwerker – von allen Oneribus befreiet, jedoch das gewöhnliche
Ungeld zu reichen schuldig–– und der Stadtjurisdiktion und execution
in civilibus und criminalibus unterworffen feyn, und fonten denen Bür
gern an ihrer Narung keinen Eintrag und Schaden thun follen.
Diese Disposition wird aus dem Innhaltdes bei denen Verhandlungen ge
meinsam errichteten Protokolls Litt. B. noch deutlicher dahin aufgeklärt:
daß diese Handwercksleute keine andere ihres Gewerbs zu fich nehmen,
und keine Zeichen oder Tafeln aushängen, und nur in ihren Häusern für
die Geistlichkeit, sonst aber weder für die Bürgerschaft noch in- oder
auffer der Stadt trafgiren sollen. - - --

Der Grund dieser feierlichen Bestimmung lieget, auffer der Verordnung der
kanonischen Rechte, teils in ältern Verträgen, vermöge welcher dafiger katholischer
Geistlichkeit alle bis 1528. getragene bürgerliche Bürden nachgelassen worden sind
und diese dagegen versprochen hat, aller bürgerlichen Handtierung und Gewerbe
gänzlich sich zu enthalten; teils in allergnädigsten Kaiserl. der Stadt Regens
burg vom 13den Jahrhundert her bestätigten Privilegien. -
daß niemand, er fey dann Burger der Stadt Regensburg, der mit dem Bur
gergemeine bürgerliche Bürden trägt, und mitleidet, Wein, Bier oder an
dern Tranck daselbst fchencken oder auch einig ander Gewerb, Hand
werck oder Handrierung treiben foll, dürffe oder möge in keinerley
- Beschönung oder Weise. -
- - -
. . . . . ." -
-
- -

--

- Es
453 ( 39. ) 83
Es ist daher eine offenbare allen geistlichen Verbindungen, Verträgen und
Privilegien widersprechende Thathandlung, daß von Seiten besagten Reichsstifts,
auffer dem ohnehin unberechtigten und durch die allergerechtestejüdicata Caesareavon
1709 bis 1736 verbotenen Bierchencken, denen daselbst eingenommenen Handwerkern
und Innwohnern, besonders dem Metzger, Buchdrucker, Apothecker und fürnemlich
einem Hufschmidt freigelaffen wird, für nicht bürgerliche Personen zu arbeiten, zu
diesem Behuf mehrere Gesellen aufzunehmen und neue Feuerstetten zu errichten, und
auffolche Weise die bürgerliche privilegierte Narung zu beeinträchtigen! - -

Aufder Stadt Regensburg allersubmiffeste Vorstellung über dergleichen Na


rungs Schmälerungen von Seiten besagten Reichsstifts, ergieng unterm 27 Okt.
1666. nach der Anlage fub C.per clementifimum Refcriptum der Allerhöchste
Kaiserliche Befehl dahin:
-
-
-. - -
-
- - -

mit dem Bier ausschencken und Zechhalten, auch mit Aufstellung allerhand
einschichtiger Handwercksleute und unwerburgerter Meister hiesige
Stadt und Burgerschaft nicht zu beschweren, all folches unverweil
abzustellen und zur formal Klage nicht Urfach zu geben. - - -

Alleine weder diese allerpreißwürdigste Entschließung noch die in nachherigen Kontra


ventionsfällen von dem Magistrat beschehene dringende Vorstellungen waren bisher
von der geringsten Wirkung; und nunmehr will gegendie ausdrückliche compactata,
inhibitiones &protestationes ein vermeintlicher Besitzstand begründet werden, fo
daß dafige Handwerckerfür fremde und besondersdie Gesandschaften, ohne derStadt
Einwendung, arbeiten könnten! -

Euere. erlauben allergnädigt, daßzum Beweißdieser nachheiligen Grundsätze


die von dem HerrnFürsten zu St. Emmeram noch unterm 14. Jenner h. a. auf der
Stadt Vorstellung vom 10" vorher, erfolgte Antwort allerunterhänigst beigefügt
wird; als woraus deutlich erhellet, daß selbst die Verbindlichkeit der Verträge und
desdarauf sich beziehenden allergnädigsten Kaiserl. Rescripts in eine neue Kontestation
gefezet; die Erweiterung des Schmidhauses mitden vermehrten Feuerstetten auf ter,
- ritorialGerechtfame gegründet, und in Anlehungder übrigen Handwercker eineruhige
Observanz behauptet werden will!
Allergnädigter Kaiser und Herr! Sollte die Berufung auf territorial Rechte
zum Nachteil der einmal in vim legis perpetuo valiturae fub autoritate Cae
farea abgeschloffen und von der Stadt nicht titulo lucrativo, föndern gegen die
Befreiung von den fonst bestandenen jährlichen Präfationen erworbnen Befugniffen
angewendet werden können; so würde auch denen übrigen in hiesiger Stadt befind
lichenStiftern gleiche Rechte eingeräumet werden müffen, und die besonders privi
legierte Bürgerschafft müste endlich zu Grunde gehen. - -

- Es kann aber die angebliche Observanz contra privilegia, pa&ta & trans
aktiones umfo weniger Platz greiffen, da man von Seiten der Stadt, sobald die
aufgenommene Handwercker aufferhalb dem Reichsstifft einer Arbeit sich angemafet
haben, niemals still geschwiegen, sondern feine Gerechtfame gewahret hat, wie es
insonderheit auch gegen die erweiterte Schmidwerckstatt, welche vorher von Burgern
besessen worden, von 1665 an, beidenen der Stadt zur Wissenschaft gekommenen
Neuerungen, mehrfältig geschehen ist und nunmehr um so dringender hat wiederholt
f 2 werden,
-833 ( 40. ) FS
werden müssen, daselbstvon dem Herrn Fürsten nichthat widersprochenwerdenkönnen,
daß durch den neuen Bau die Einrichtung auf zweigroffe und ein kleines Feuer ge
macht worden, als woraus die Absicht aufdie Vermehrungder Kundschaft genugam
zu erkennen ist, wie denn wirklich dafelbst fünf bis fechs Gesellen nicht allein für das
Reichsstifft, sondern auch für Gefandschaften,Domherrn, auch andere manchmal indie
Stadtkommende Fremde arbeiten, unddadurchdieberechtigte sieben burgerliche Hufund
Waffenschmidte, welche gewißin Ansehungder erforderlichen Handwercks Fähigkei
tendem Emmeramer nicht weichen, in ihrer Narung immer mehr geschmälert werden.
- Man vergehet sich keineswegs soweit, daß man dem weiten Umfang, welchen
die Gesandtschaftlichen Immunitäten entweder nach den Gesetzen des Völckerrechts
oder durch eine stillschweigende Einwilligung und Verjährung gewonnen haben, eini -

ge Schranken zu fetzen, sich anmaßen wolle; Niemals werden aber solche die Krafft
und Wirckung haben, daß dadurch die pacta inter tertiosgeschmälert, und somit
die Stifts Innwohner, welche für fremde und auswärts, nemlich aufferhalb dem Be
zirck des Stifts gar keine Arbeit übernehmen follen, zu Ueberschreitungdieser Ver
tragsmäffigen Schranken gleichsam privilegiert werden können; ja man ist von der
Billigkeit der sich hier aufhaltenden Hohen Gefandschaften versichert, daß sie keinem
ihre Arbeit aufdringen werden, wenn er sich in seiner gesetzmäßigen Bestimmung hält
Die Vorsteher der Stiffer undKlöster haben nach dem ausdrücklichen Ver
tragsinnhalt bei ihren Ehren und wahren Worten, mithin fo gut als eidlich, zu ewi
gen Zeiten dawider nicht zu handeln, für sich und ihre Nachkommen versprochen und
es ist also eine offenbare pflichtwidrige Kontravention, wenn sie es gestatten oder auch
noch gar vertheidigen, daßihre Innwohner, von denen sie, nach ihrem eigenen Einge
ständniß, auffer dem Hauszinnß keinen Nutzen haben, nur in Hinsicht aufdie Arbeit
für die Bürgerschaft an die Verträge gebundenfeyen. -

In mehrern wegen der Schuzerteilungen an die Höchstansehnliche Kaiserliche


PrinzipalKommission ergangenen allergnädigsten Kaiserlichen Referipten, wovon das
letzte vom 8. März 1751. in der Beilage fub F. sich befindet, ist aufdie Entfernung
alles Nachteils von den Gesandtschaftlichen Immunitäten und daß einer Kaiserlichen
freien Reichsstadt durch die Gesandtschaften eher Vorteil als Schaden zuwachsen soll,
die allermildeste Rücksichtgenommen worden!
Man entäußert sich einer nähern Anführung des beträchtlichen Abgangs, wel
cher alschon durch die Fleischlieferung des Emmeramer Mezgers für den Höchstreffpe
ktablen Kaiserlichen Herrn Prinzipal Kommiffariumunddurchdie dafige eben zu diesem
Endzweck vor wenigen Jahren erweiterte Apothecke erwachsen ist, wogegen alle fo
wol von dem Magistrat, als von den bürgerlichen Innungen beschehene ehrerbietige
Vorstellungen von keinem Nutzen gewesen sind!
Da aber ohnehin auch sehr viele Gesandtschaftliche Bedürfnisse teils vom
Lande in die Stadt gebracht, teils aus der anstoffenden Stadt am Hof hinein ge
liefert werden, so leget sich genugfam zu Tage, daßdieselben eines Teils an und für
sich an die Bürgerschafft nicht gebunden sind; andern Teils aber der Schaden für
dasgesammte Stadtwesen von den bedencklichsten Folgen sein kann, wenn die Ver
träge nur falvisjuribus legatorum bestehen sollen, somit auch noch andere Handwer,
cker von denen Stiffern und Klöstern eingenommen werden, welche vielleicht, da sie
. . - keine
-3 ( 41. ) 3
keine bürgerliche onera tragen, in einem mindern Preißarbeiten und nach und nach
den noch übrigen Verdienst der Bürgerschafft ganz und gar entziehen. -

Bei allem hieraus für das in seinem innern und äußern. Bezirk ohnehin sehr
beschränkte Regensburgische Stadtwesen fich teils schon gezeigten, teils noch weiter
zu befürchtenden Nachteil und Schaden, kann der Magistratden dringenden Anfüchen
feiner bürgerlichen Innungen und insonderheit der privilegierten Hufund Waffen
fchmidte um weitere rechtliche Hülfe nicht wirksamer entsprechen, als daß erzur
Allerhöchsten Reichsobristrichterlichen Hülfe die allerdevoteste Zuflucht nimmt, und so
mit Eure Kaiserl. Majest. allerunterhänigst anflehet, Allerhöchstdieselben geruhen
allergnädigt, in Gemäßheit der angezogenen feierlichen Verträge und zuderselben un
verbrüchlichen Aufrechthaltung allschon ergangenen gerechtesten Erkenntniffen, ein ge
fchärftes Refcriptum de non contraveniendo pactis conventis & autoritate
Caesarea confirmatis cum citatione ad videndumfe incidiffe in poenam con
firmationiinfertam allermildestergehen zu laffen, fomit dem Herrn Fürsten von Em
meram allergerechtest anzubefehlen, daßer den eingenommenen Handwerckern nichtge
fatte, weder für nichtbürgerliche Personen, noch überhaupt für andere, die nicht zu
dem Reichsstift gehören, zu arbeiten, und dadurch das arme Stadtwesen und dessen
Bürgerschaft gegen die immer weiter sich erstreckende Bedrängniffe beidenen aus den
Verträgen erlangten Befugniffen kräftigst zu fchützen und sicherzustellen. - -

In der gewissen Zuversicht der allergnädigsten Erhörung überläßt Anwald sich


und seine Principalen der allerhöchsten Kaiserlichen Huld und Protektion mit allerun
terthänigster Treue und Devotion c. -

Num. 30.
Kaiserliches Reichs Hofraths Conclusum hierüber
- Lunae d. 15. April 1782. -
-

Regensburg Reichs Stadt Kammerer und Rath, contra den Herrn Fürsten zu
St. Emmeram, Refcripti, die Vertragswidrige Beeinträchtigung bürgerlicher
Nahrung betreffend. Sve Implorantischer Anwald von Ehrenbach fub praef. 26ten
Februari nup. überreichet allerunterhänigte Bitte: Pro decernendo Rescripto
de non contraveniendo Pa&tis conventis & Authoritate Caesarea confirmatis
cum Citatione ad videndum fe incidiffe in poenam Confirmationi infertam.
App. Lit.A- F. in duplo. - - - - - .. . "
mo) Cominclusone Exhibiti de praef,26. Febr. 1782. rescribatur dem Herrn
, Fürsten zuS- Emmeran die Implorantische Reichs Stadt Klagloß zu stellen,
- und wie solches geschehen, in Zeitzwei Monathen Kayserl. Majestät allerunter
hängt anzuzeigen. - - -

2“Communicetur Mandatum procuratorium Partiadverfe altero Exemplari


apuld acta retento, - - -

- -
. Johann Peter Söhngen.

l - Num.
–333 ( 42 ) 83
Num. 31.
Ferners Conclusum des Kaiserl. Reichs Hofraths
Lunae d. d. 2I. Oct. 1782.
Z RegensburgKämmerer und Rath contra den Herrn Fürfen zu St. Emmeran,
respi, die Beeinträchtigung bürgerlicher Nahrung betreffend, five impetrant
Aldt. von Ehrenbachfub praef. 14. hujus accusando lapfum trni. fupplicat, pro
deficiente paritione, decernendo nunc respo paritorio. App. Concl.
Deturpartiimpetratae ex off trnus. 2. 9. ad fatisfacien
dum respo caef.de 15.April. 1782.fubcomminatione,
- daß im widrigen rescriptumparitoriumin contumaciam
erkannt seyn folle.
Johann Peter Söhngen.
Num. 32. - -

Copia Paritoriae
Veneris d. d 12. Dec. 1783.
Z Regenflug Kämmerer und Rath contra dem Herrn Fürsten zu St. Emeran
Rescriptio puncto Beeinträchtigung. Bürgerlicher Nahrung.
Abfolvitur relatio et Conclufm. *
Fiat rejectis exceptionibus Refcriptum paritorium dahin: daß
Impetrat nach dem Innhalt der Verträgen, die Bürgerschafft
der Reichsstadt Regenspurg mit Handel oder sonstigen Gewerb
- an gefreyten oder ungefreyten Personen, durch eingenommene
- Handwerker, oder aufandere Art in ihrer Narung nicht zu be
- einträchtigen habe. Cum Termino 2 mensium.
Johann Peter Söhngen.
- - Num. 33.
-
Letztes Kaiserliches Reichs Hofraths Conclusum
Veneris d. d. 7 May 1784.
Z Regensburg Cämmerer und Rath, contra den Herrn Fürsten zu St. Emmeran,
Refcriptiet Paritoriae die Beeinträchtiguug bürgerlicher Nahrung betr.Sve
Impetrantischer Anwald von Ehrenbach fub praes 4ten hujus docet de infinuato
Rescriptoparitorio de 12ten Decbr. 1793 lapfoque Termino et füpplicat pro
Documentum ad Acta ponendo, et ob non fecutam Paritionem realem de
- Fermendo. App. Docum. Infin.fub Sig. G. et Concluf
- - Ponatur Documentatioinffnuati Refcriptiparitori
de 12ten Decembr. 1783. ad Acta.
- Johann Peter Söhngen.
N. 34.
-3 ( 43. ) -
Num. 34.
Copia Schreibens nach Emmeram d. d. 10März 1760.die
- - Beschwerde gegen desdatigen Metzgers Nahrungs
Eingriffe betr. -

(. .

Gleichwie unser an Euer: c. lezthin wegen vertragsmäffiger Schrancken -Sezung


des angeblichen Stifflichen Mezgers abgeordneter Raths Consulent uns “
von einergnädigen Aufnahme als gleichgearteten Versicherung guter Nachbarscha
einen vergnüglichen Bericht erstattet: also können auch nicht umhin deswegen fowohl
unsee verbindlichste Dancksagung zu machen, als auch von unsern gleichmäßigen Ge
gen-Gesinnungen eine ohnausgefzt aufrichtige Erwiderung anzuerbiethen. Indem
aber dabei gleichwolen nicht genüglichen verständiget worden sind, in wie ferne uns
auch auf das zugesicherte Verboth gegen gedachten Mezger aufein beständiges und
ohnnachläffges werden zu versehen haben, zumahlen äußerlichen Verlaut nach dessen
Fleisch Abgabe noch keineswegs von solcher Beschaffenheit und vertragsmäßiger Ein
leitung sein solle, wornach bloß eine Bedienung zu Stifflicher Nothdurfft abzumes
fen, dabei aber weder in die Burgerschafft noch anderwerts etwas abgegeben, und
dadurch hiesige Burgerschafft an Dero Nahrung und Gewerbschafft kein eintrag ge
than werde. So fehen uns bemüffiget mittelst angefugter Innlagen jenes erinner
lich zu machen, was selbsten Kaiserl. Maj. in Agnofirung bonae fidei hierunter
schon ohnedem vor natürlichohnveränderliche Reichsväterliche Erkänntnüffgeführet hat,
und was fonst auch nach denen obhandenen hochverpönten deutlichen Verträgen eine
wahre und billiche Denckungsart alstets mit sich bringen und nach sichziehen muß;
nicht zu gedencken, daßüberhaupt eigenmächtige Fleisch Abgaben ohne Saz undvor
gängige Beschau von felbsten wider alle gute Einrichtungen und allgemeine Policei Ge
fetze lauffen. Von Euer c. beywohnenden Gemüths-Billigkeit versprechen uns also
um fozuversichtlicher eine ganzohnumwundene vertragsmäßige Erklärungund Entschluß
hierüber, je klährer und ohnwidersprechlicher hiebei blosunfte Absicht ist, dasjenige
zu fuchen und zu verlangen, was Gleich und Recht auch Treu und Glauben, nicht
minder Pflicht und Gewissen erheischet und mit sich bringe, einfolglich auch wir gehö
riger Orten verantworten und vorlegen können, im Gegentheil auch unser sorgfältig
ges Augenmerk ohnabweichlich dahin gerichtet stehet, solches von unserer Seiten in all
len Stücken hinwiederum zu erfüllen, annebst bei möglichen Vorfallenheitenzu zeigen
und darzuthun, daß mit vorzüglicher nachbarlicher Dienstbegierde und ausnehmender
Veneration ohnverrückt sind e. c. ,

Num. 35.
Copia der Stadt Antwort nach Emmeram den dafigen
Mezger betr. d.d.20.März 1760.
- - AC. K. -

So erfreulich uns alle in Euert. Hochschätzbaren Schreiben vom 13. huj. ange
" kündigte rühmliche Veranstaltungen gegen die vertragswidrige Fleisch-Abgabe
dafigen Meigers gewesen: so unvermuthet ist unsgleichwolen gefallen, se:
- - - - - -- - - - - - - - - - 2 - - - - - - - blo
- - --
A

blos auf hiesige Bürger und unterwürffige bezogen und eingeschrenket hat. Die
buchstäbliche Bestimmung Hoch- und Löbl. Geistlichkeit allenfallfiger Handwercksleu
the zur Nothdurfft, und weder in die Burgerschafft noch anderwerts, auch deren
außer deme verbothener unbefugter Eintrag an besagter Burgerschafft Nahrung und
Gewerbschafft,ist abernachdenen bekannten hochverpönten Kaiserlichen Verträgen, wei
tern dergleichen Allerhöchst venerirlichen Anerkenntnüffen,disseitigwohlerworbenen pri
vilegis, ja selbstredender Billichkeit nach, von einer solchenKlahr- und Deutlichkeit,
auch Gewiß- und Unwidersprechlichkeit, daß solche ohnmöglichen mit jener Deutung
bestehen oder mit gänzlichen Stillschweigen übergangen werden kan. Mit ausdrück
licher Bewerfung auf unser voriges vom 10. huj. und dessen Beilagen, ohnnö
thig erachtender Berührung auch Olbertischer Seits eingefloffener verschiedener unrich
tiger Vorspieglungen, können also nicht umhin Euer c. geziemendst anzugehen, auch
hierauf erlauchten Bedacht zu nehmen, und hinnach ernstliche Einsicht, Abstellung
und Remedur darüber veranstalten und verschaffen zu lassen. Wahre Aequani
mität gleichet alles gerade aus, ohne unzulänglichen Ausnahmen Platz zu geben, und
diese glauben auch in- und von Euer 2c. verehren und rühmen zu können, mithin fin
den keinen Anstand uns alles weiters gedeihliches in dieser Sache zum vorauszu ver
sprechen, wogegen auch unsers Ortes die theuere Versicherung von uns geben, nicht
nur mitgleich abgemessenen Schritten aufrichtiger Bilichkeits Liebe Euer c. bey nach,“
barlichen occurenzien hinwiderum eifrig entgegen zu gehen, sondern auchjene diftin
guirte Ehrerbietung jedesmahls zu bestätigen, mit welcher allstets beharrenc. c.

-
Num. 36.
Copia Kaif Excitatorian die Kreisausschreibenden Herrn Für
- sten des löbl. Bair.Kreises d. d.3Sept. 1736. die Ein und Ab- -
stellung der Stifter und Klöster Bierverschleißes betr. -

Carlder VI c. -

CTit)Wir fynd zwar inder gänzlichen Meinunggestanden, daß Ew.Liebd. Liebd.


die ihnen schon Ao. 1720. mithin fchon vor 16. Jahren, in Sachen
Regenspurg Stadt contra die Stiffer, und Cöster dafelbst in puncto des Bier, - -

Schancks Freünde aufgetragene Executions-Commission gegen die drei Reichs


Stiffter St. Emeran, Oder, und Nieder Münster fowohl, als gegen die Clöster zu
Regenspurg nach folangen Zeit Verlauff, und nach so vielen ex Parte der Stadt
gethanen, auch wiederhohlten Münd-und schriftlichen Solicitationen, würcklich
würden vollzogen haben. - -
-, - -
-

Nachdeme aber solches, wieder vermuthen, noch zur Zeith nichtgeschehen,fon


dern viel mehr der Stadt-Magistrat zu Regenspurg in beikommenden Exhibito de
praefent