Sie sind auf Seite 1von 21

„Man muss die Christen ermutigen,

darauf bedacht zu sein, dass sie ih-


rem Haupt Christus ... nachfolgen.“
(94. These gekürzt – w ie viel M ut hatte der Verfasser selbst? )

„Wer Ohren hat zum hören, der höre!“


und „Wer Augen hat zum Sehen, der lese!“

Liebe „Lutheraner“,

ist es Unwissenheit oder Gewohnheit, dass der Mensch Martin Luther zu ei-
ner Popikone und zu einem Mythos hochstilisiert wird, anstatt ihn in seiner
Fragwürdigkeit, Menschenverachtung, Brutalität gegen Andersdenkende,
seinem Antisemitismus, etc. wahrzunehmen?
Dies ist sehr verwunderlich, da die hier folgenden Informationen doch heute
allen Menschen zugänglich sind. Aber es scheint einfacher, konformer und
bequemer zu sein, einen Menschen, aufgrund dessen Reputation man sich
„zugehörig“ fühlt, zu einer Popikone (Lutheroratorium – ein Pop-Oratorium)
und einem Mythos hochzustilisieren, anstatt ihn ernsthaft zu hinterfragen,
insofern passt „hörig“ ja wieder ganz gut. Hier folgen nun aber 48 konkrete,
unwiderlegbare Anhaltspunkte, dies, eben das Hinterfragen, zu tun. Bewei-

Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 1 von 21


sen Sie nun den Mut und die geistige Freiheit und Souveränität eines Chris-
ten, sich dem zu stellen, aus Liebe zum Menschheitsrepräsentanten.

Reformation bedeutet eigentlich, die durch katholische Dogmen und Unauf-


richtigkeiten verformte Botschaft Christi wieder in Form zu bringen. Doch Lu-
ther schoss weit über das Ziel hinaus und verschärfte die vom Katholizismus
entstellte, ja eigentliche ins Gegenteil verkehrte Botschaft Christi noch deut-
licher, er vollzog mit anderen Worten eine weitere DE-formation statt wirkli-
cher RE-formation.

Lesen sie hierzu die folgenden 48 Gegenüberstellungen von Aussagen Lu-


thers und den diametralen Aussagen Christi.

Doch zunächst eine These:


Mit seiner Ermahnung zur uneingeschränkten und absoluten Obrigkeitshö-
rigkeit, egal was diese Obrigkeit auch tut, sowie seinem Antisemitismus, für
dessen Stil man ihn heute als Hassprediger bezeichnen und mit dem Stigma
AfD-Nazi belegen würde, hat Luther die geistige Grundlage für den National-
sozialismus und dessen diktatorischen und menschverachtenden Vorge-
hensweisen gelegt.

Es ist sicherlich äußerst angemessen zu hinterfragen, ob der deutsche Re-


formpädagoge und Erziehungswissenschaftler Peter Petersen aufgrund sei-
nes Antisemitismus und seiner Übereinstimmung mit der Rassenlehre des
Nationalsozialismus als Namenspatron für zahlreiche Schulen, Straßen und
Plätze geeignet erscheint. Doch wenn schon hier zahlreiche Umbenennun-
gen stattgefunden haben, wie viel mehr wäre dies im Falle Martin Luthers
(Luders) im Sinne einer angebrachten und aufrichtigen Verhältnismäßigkeit
erforderlich? Denn gegen die offenen Hasspredigten und den Mordaufrufen
eines Martin Luthers erscheint das Wirken eines Peter Petersens doch schon
eher wie Opportunismus.
Ob die gern vorgetragene Begründung, Luther sei ja auch nur ein „Kind sei-
ner Zeit“ gewesen, denn auch für Peter Petersen und andere NS-Größen und
Mitläufer zu beanspruchen ist bleibt wohl eine Frage, die sich im Sinne der
sogenannten „political correctness“ verbietet aber im Sinne einer geistig
aufrichtigen Korrektheit unbedingt zu stellen ist.

Zudem hat Dr. Martin Luther aus dem Tatchristentum, der aktiven Nachfolge
Christi, eine Glaubensversicherung gemacht, bei der alleinig der Glaube den
Menschen frei sprechen soll, so wie es Luther auch für sich proklamierte und
somit bewiesen hat, dass er nicht in der Lage war, Paulus zu verstehen; denn
dieser meinte nicht, dass der Mensch generell nur durch den Glauben an die
Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 2 von 21
Gnade Gottes erlöst würde, wie Luther es in seiner Rechtfertigungslehre in-
terpretierte, sondern Paulus diesbezügliche Aussagen aus dem Galater- und
Römerbrief müssen alleinig im theologischen Kontext über die Beziehung
von Juden und Heiden gesehen werden und sind keine generelle Antwort auf
die Frage, wie der Mensch erlöst werden kann.
Zudem orientierte sich Luthers Bibelübersetzung zwar am „Maul des Vol-
kes“, nicht aber an der Spiritualität der Schrift, und entzog ihr so weitgehend
den eigentlich geistigen Gehalt.

Für die Menschen mit mehr Geduld und den Mut, der Aufforderung Johannes
des Täufers und Christi „Ändert euren Sinn – Denkt um!“ zu folgen, stehen
im Anhang eine Auswahl von 48 Aussprüchen Luthers, die in der Gegen-
überstellung mit denen Christi eindeutig beweisen, dass Luther eben dessen
Botschaft DE-formiert, gar ins Gegenteil verkehrt hat und somit im eigentli-
chen Sinne antichristlich ist.

In Anbetracht der folgenden Belege nennt euch doch bitte nicht weiterhin
„evangelisch-lutherisch“, denn das ist ein „schwarzer Schimmel“ oder „lich-
te Dunkelheit“.
Nennt euch aufrichtig „evangelisch“, dann folgt ihr dem Christus oder nennt
euch „lutherisch“, doch dann folgt ihr dem Luder (Luthers ursprünglich nie-
derdeutscher Name) und seinem Gedankengut, wie es sich in den folgenden
48 Zitaten darstellt.
Lesen Sie nun selbst, denn „Wer Ohren hat zum hören, der höre!“ und „Wer
Augen hat zum Sehen, der lese!“

Euer BIN. So bin ich, ich kann nicht anders!

Die evangelischen Kirchen berufen sich sowohl auf Jesus, den Christus, als
auch auf Martin Luther und seine "Reformation" der Kirche, obwohl die
Wenigsten je seine 95 sogenannten Thesen wirklich gelesen haben.
Ist Martin Luthers Lehre christlich?

So spricht Martin Luther -


so spricht Jesus von Nazareth
Ein Vergleich in 48 Gegenüberstellungen

Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 3 von 21


1) Martin Luther: Obrigkeit sei strafende Dienerin Jesus: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt"
Gottes a) "Mein Reich ist nicht von dieser Welt."
"Die Obrigkeit ist eine Dienerin Gottes. Von sich aus b) "So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und
könnte sie keine öffentliche Ordnung erhalten. Sie ist Gott, was Gottes ist."
wie ein Netz im Wasser: Unser Herrgott aber jagt ihr (a) Johannes 18, 36; b) Markus 12, 17) Buch: "Der
die Fische zu. Gott führt der Obrigkeit die Übeltäter zu, mutige junge Mann Jesus von Nazareth" (Bestel-
damit sie nicht entkommen ... Gott ist ein gerechter lung; bitte anklicken)
Richter auf Erden. Deswegen entgeht keiner, der nicht
Buße tut, der gerechten Strafe durch die Obrigkeit. Ent-
läufst du mir, so entläufst du doch dem Henker nicht."
(Luther Deutsch. Die Werke Martin Luthers in neuer
Auswahl für die Gegenwart. Herausgegeben von Kurt
Aland. Band 9: Tischreden. Dritte, völlig neu bearbeite-
te Auflage, Stuttgart 1960; Reclam-Ausgabe, Ditzingen
1987, Nr. 430)

2) Martin Luther fordert die Fürsten auf, die auf- Jesus weist auf das Gebot "Du sollst nicht tö-
ständischen Bauern zu töten ten" hin. Er lehrt die Versöhnung und das Zei-
"Solch wunderliche Zeiten sind jetzt, dass ein Fürst den gen von innerer Größe in einem Konflikt
Himmel mit Blutvergießen verdienen kann, besser denn a) "Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die
andere mit Beten ... Steche, schlage, würge hie[r], wer Gebote ... Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehe-
da kann. Bleibst du drüber tot, wohl dir, seliglicheren brechen ... usw."
Tod kannst du nimmermehr überkommen. Denn du b) "Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, so-
stirbst im Gehorsam göttlichen Wortes und Befehls." lange du noch mit ihm auf dem Weg bist ..." c)
(Wider die stürmenden Bauern, Weimarer Ausgabe der "Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt,
Lutherschriften (= WA) 18, S. 357-361) Anmerkung: dem biete die andere auch dar."
Einige der Bauernführer wurden kopfüber aufgehängt (a) Matthäus 19, 17; b) Matthäus 5, 25; c) Mat-
und dann langsam mit der Säge vom Hodensack an bis thäus 5, 39)
zum Bauchnabel aufgesägt, bis sie unter grausamsten
Schmerzen gestorben waren, schreibt Prof. Dr. Huber-
tus Mynarek in seinem Buch Die neue Inquisition
(Marktheidenfeld 1999, S. 42). Dem auf den Aufruf
Martin Luthers folgenden Massaker fielen zwischen
70.000 und 100.000 Menschen zum Opfer, darunter
zahllose Unbeteiligte. Im von der lutherischen Kirche
mitfinanzierten Spielfilm Luther (2003) wird die Ge-
schichte so verfälscht, dass Luther entsetzt über die
Massaker gewesen sei. In Wirklichkeit hatte er sie aber
gefordert.

3) Martin Luther über Prediger: Gott habe ein "Amt Jesus spricht "Folge mir nach", aber Er beruft
des Wortes" befohlen niemanden in ein "Amt des Wortes". Vor den
"Gott ist wunderbar, der uns Predigern das Amt seines Predigern warnt Er
Wortes befiehlt, mit dem wir die Herzen der Menschen "Alles nun, was sie [die Schriftgelehrten] euch sa-
regieren sollen ..." gen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken
(Tischreden, Luther Deutsch, Band 9, a.a.O., Nr. 318) sollt ihr nicht handeln; denn sie sagen´s zwar, tun´s
aber nicht. Sie binden schwere und unerträgliche
Bürden und legen sie den Menschen auf die Schul-
tern; aber sie selbst wollen keinen Finger dafür
krümmen. Alle ihre Werke tun sie, damit sie von
den Leuten gesehen werden ... Sie sitzen gern
obenan bei Tisch ... und haben´s gern, dass sie auf
Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 4 von 21
dem Markt gegrüßt und von den Leuten Rabbi ge-
nannt werden. Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nen-
nen lasen; denn einer ist euer Meister; ihr aber
seid alle Brüder."
(Matthäus 23, 3-8)

4) Martin Luther: Prediger sind die allergrößten Jesus: Keine Gewalt anwenden, sondern die-
Totschläger, weil Gott es angeblich befehle nen
"Prediger sind die allergrößten Totschläger. Denn sie "Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völ-
ermahnen die Obrigkeit, dass sie entschlossen ihres ker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt
Amtes walte und die Schädlinge bestrafe. Ich habe im an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer
Aufruhr alle Bauern erschlagen; all ihr Blut ist auf mei- groß sein will unter euch, der soll euer Diener
nem Hals. Aber ich schiebe es auf unseren Herrgott; der sein ..."
hat mir befohlen, solches zu reden ..." (Markus 10, 42)
(WA, Tischreden, Band 3, Weimar 1914, Nr. 2911b, S. Jesus - von Gott nicht als Richter gesandt,
75) sondern als Retter
"Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt ge-
sandt, dass er die Welt richte, sondern dass die
Welt durch ihn gerettet werde."
(Johannes 3, 17)

5) Martin Luther: "Gott" "henkt, rädert, enthauptet, Jesus: Liebet eure Feinde / Wer das Schwert
tötet und führt den Krieg"; ein Soldat vollbringe im nimmt, wird durchs Schwert umkommen / Hü-
Krieg ein "göttliches" Werk tet euch vor Krieg
"Es ist so, wie wenn ein guter Arzt, wenn die Krankheit "Liebet eure Feinde und bittet für die, die euch
so schlimm und gefährlich ist, Hand, Fuß, Ohr oder Au- verfolgen. Segnet, die euch fluchen, tut wohl de-
gen abnehmen und entfernen muss, um den Körper zu nen, die euch hassen und bittet für die, die euch
retten … So ist es auch: Wenn ich das Amt ansehe, das beleidigen und verfolgen, damit ihr Kinder seid
Krieg führt, wie es die Bösen bestraft, die, die Unrecht eures Vaters im Himmel."
haben, tötet und solchen Jammer ausrichtet, da scheint (Matthäus 5, 44)
es ein durchaus unchristliches Werk zu sein und in jeder "Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das
Hinsicht gegen die christliche Liebe. Sehe ich aber da- Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkom-
rauf, wie es die Gerechten beschützt, Frau und Kind, men. Oder meinst du, ich könnte meinen Vater
Haus und Hof, Gut, Ehre und Frieden damit erhält und nicht bitten, dass er mir sogleich mehr als zwölf
bewahrt, so ergibt es sich, wie wichtig und göttlich das Legionen Engel schickte?"
Werk ist. Und ich merke, dass es auch ein Bein oder (Matthäus 26, 52-53)
eine Hand abhaut, damit nicht der ganze Leib stirbt. "Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei.
Denn wenn nicht das Schwert entgegen tritt und den Seht zu* und erschreckt nicht! Denn das muss so
Frieden bewahrt, müsste alles, was es in der Welt gibt, geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da.
im Unfrieden verderben." Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erhe-
(Martin Luther, Zur Frage, ob man auch als Soldat in ben und ein Königreich gegen das andere; und es
einem Gott wohlgefälligen Stand lebt, WA 19; zit. nach werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und
http://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/ dort. Das alles aber ist der Anfang der Wehen.
wir-ueber-uns/sprengel-kirchenkreise/sprengel- Dann werden sie euch in Bedrängnis preisgeben
lueneburg/ und euch töten. Und ihr werdet gehasst werden
predigten-subhome/Buergerkanzel-Freuding) um meines Namens willen von allen Völkern** ...
Und weiter heißt es bei Martin Luther: "Denn die Hand, Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig wer-
die das Schwert führt und tötet, ist dann auch nicht den." (Matthäus 24, 6-9)
mehr eines Menschen Hand, sondern Gottes Hand, und * Das griechische Wort "horate" wird von Luther
nicht der Mensch, sondern Gott henkt, rädert, ent- mit "Seht zu" übersetzt, von der Einheitsüberset-
hauptet, tötet und führt den Krieg. Das alles sind seine zung mit "Gebt Acht". Möglich ist auch: "Seht euch
Werke und sein Gericht. Zusammengefasst: Man darf vor" oder "Hütet euch". Die Bedeutung ist aber
Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 5 von 21
beim Soldatsein nicht darauf sehen, wie man tötet, eindeutig. Es ist ausgeschlossen, dass Jesus, der
brennt, schlägt, gefangen nimmt, usw. Das tun die un- Christus, damit eine Beteiligung Seiner Nachfolger
geübten, einfältigen Kinderaugen, die [auch] dem Arzt an "Kriegen und Kriegsgeschrei" befürworten wür-
nicht weiter zusehen, als wie er die Hand abnimmt oder de.
das Bein absägt, aber nicht sehen oder bemerken, dass ** Das "Gehasst werden um meines Namens willen
es um die Rettung des ganzen Körpers geht. Ebenso von allen Völkern" ergibt sich daraus, dass die
muss man auch dem Amt des Soldaten oder des Nachfolger von Jesus nicht in das "Kriegsgeschrei"
Schwertes mit männlichen Augen zusehen, warum es einstimmen, wenn "sich ein Volk gegen das ande-
so tötet und grausam ist. Dann wird es selber bewei- re" erhebt. Vgl. auch die Gegenüberstellung Nr. 46
sen, dass es ein durch und durch göttliches Amt ist und
für die Welt nötig und nützlich wie Essen und Trinken.
Dass aber einige dieses Amt missbrauchen, ... ist nicht
Schuld des Amtes, sondern der Person ... sie können
zuletzt doch nicht dem Gericht Gottes, d.h. seinem
Schwert entrinnen. Er findet und trifft sie schließlich
doch, wie es auch jetzt den Bauern in [ihrem] Aufruhr
ergangen ist."
(Martin Luther, Zur Frage, ob man auch als Soldat in
einem Gott wohlgefälligen Stand lebt, WA 19, S. 623-
662)

6) Martin Luther verleumdet die jüdische Bevölke- Jesus weint über das jüdische Volk
rung und fordert ihre Verfolgung "Und als er nahe hinzukam, sah er die Stadt [Jeru-
a) "... dass man ihnen verbiete, bei uns ... öffentlich salem] und weinte über sie und sprach: ´Wenn
Gott zu loben, zu danken, zu beten, zu lehren bei Ver- doch auch du erkennen würdest zu dieser Zeit, was
lust (des) Leibes und Lebens ..." zum Frieden dient! Aber nun ist´s vor deinen Augen
b) "Wenn ich könnte, so würde ich ihn [den jüdischen verborgen ...`"
Mitbürger] niederstrecken und in meinem Zorn mit (Lukas 19, 42)
dem Schwert durchbohren."
c) Der "verböste Jude" wird "nicht ablassen", "dich aus-
zusaugen und (wo er kann) dich zu töten." Die Juden
können Arzneien verabreichen, "davon er [der Patient]
in einer Stunde, in einem Monat, in einem Jahr, ja in
zehn oder zwanzig Jahren sterben muss. Die Kunst kön-
nen sie."
d) "Diese Taugenichtse und Ausplünderer sind keiner
Gnade und keines Mitleids wert."
(a) Martin Luther, Von den Juden und ihren Lügen, Wit-
tenberg 1543, Tomos (= Bezeichnung für die Jenaer
Ausgabe der Lutherschriften aus dem 16. Jhdt.) 8, S.
98b; auch in: "Volksausgabe"; Hrsg.: Hans Ludolf Parisi-
us, München o. J., S. 46; b) 1543, Tischrede, zitiert nach
Hans-Jürgen Böhm, Die Lehre M. Luthers - ein Mythos
zerbricht, Eigenverlag, Postfach 53, 91284 Neuhaus,
1994, S. 250; c) Martin Luther, "Letzte Kanzelabkündi-
gung vom 15. Februar 1546", drei Tage vor seinem Tod
in Eisleben; zitiert nach Walther Bienert, Martin Luther
und die Juden, Frankfurt 1982, S. 174-177; d) Tischrede
vom 18.12.1536, zitiert nach Böhm, a.a.O., S. 250)

Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 6 von 21


7) Martin Luther fordert dazu auf, die jüdischen Jesus hat den Wunsch, das jüdische Volk zu
Häuser und Versammlungsorte zu vernichten sammeln
"... dass man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer "Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen
anstecke, ... dass man auch ihre Häuser desgleichen wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel."
zerbreche und zerstöre ... " (Lukas 13, 34)
(Martin Luther über die Juden - Weg mit ihnen! Hrsg.:
Landesbischof Martin Sasse, Freiburg 1938, S. 9

8) Martin Luther ruft zum Krieg und zum "Morden" Jesus beteiligt sich nicht am Krieg. Auch in
der türkischen Kriegsgegner auf / Korangläubige Kriegszeiten ruft Er zur Verbreitung Seiner
seien nicht wert, "Menschen" zu heißen Friedensbotschaft auf
"... weil die Christen ... ein jeglicher von seiner Obrig- "Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei;
keit, zum Streit wider die Türken gefordert und berufen seht zu und erschreckt nicht. Denn das muss so
werden, sollen sie tun als die treuen und gehorsamen geschehen ... Und weil die Ungerechtigkeit über-
Untertanen (wie sie denn gewisslich tun, so sie rechte hand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkal-
Christen sind) und mit Freuden die Faust regen und ten. Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig
getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden werden. Und es wird gepredigt werden dies Evan-
tun so viel sie immer mögen, weil [= solange] sie eine gelium vom Reich Gottes in der ganzen Welt zum
Ader regen können ... werden sie darüber erschlagen, Zeugnis für alle Völker."
wohlan, so sind sie nicht allein Christen, sondern auch (Matthäus 24, 6.12-14)
gehorsame, treue Untertanen gewesen, die Leib und
Gut in Gottes Gehorsam bei ihren Oberherrn zugesetzt
haben. Selig und heilig sind sie ewiglich ..."
(Eine Heerpredigt wider den Türken, D. Mar. Luther.
Anno 1529; Tomos 4, S. 494 b-496)
"Wo nun die Türken ... dem Koran mit Ernst glauben, so
sind sie nicht wert, dass sie Menschen heißen."
(Confutation Alcorani, WA 53, S. 388)

9) Martin Luther: "Böse" sind unter uns Jesus: Erst den "Balken" aus dem eigenen Au-
"Aus Abraham und den Erzvätern kamen die, die Chris- ge ziehen
tus ans Kreuz schlugen, aus der römischen Kirche ging "Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders
der Antichrist hervor, aus den Aposteln kamen Judas Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem
und die Pseudoapostel, ... aus Konstantinopel die Tür- Auge? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bru-
ken, aus den Einsiedlern Arabiens - Mohammed, aus der: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge
dem Weib - der Ehebruch, aus der Jungfrau - die Hu- ziehen?, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge?
re ... aus der Kirche kommen die Ketzer. Aus Speise Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem
wird Kot, aus Wein Urin, aus Blut Eiter. Aus Luther Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus dei-
kommen Müntzer und die Aufrührerischen - also was nes Bruders Auge ziehst."
Wunder, wenn Böse unter uns sind und von uns ausge- (Matthäus 7, 3-5)
hen?"
(Tischreden, Luther Deutsch, Band 9, a.a.O., Nr. 271)

Anmerkung: Der Theologe Thomas Müntzer schloss sich
dem Bauernaufstand in Thüringen an und wurde im
Mai 1525 hingerichtet.

10) Martin Luther: Christus hätte Todesstrafe be- Jesus warnt vor Vergeltung. Es gilt das Gesetz
stätigt von Saat und Ernte
"Dieses Gesetz des Schwertes hat es von Anfang an in "Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das
der Welt gegeben, ... dass man die Mörder wieder tö- Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkom-
ten solle. Nach der Sintflut hat es Gott ausdrücklich men. Oder meinst du, ich könnte meinen Vater
Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 7 von 21
wieder eingesetzt und bestätigt, indem er 1. Mose 9, 6 nicht bitten, dass er mir sogleich mehr als zwölf
sagte: ´Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll Legionen Engel schickte?"
wieder durch Menschen vergossen werden.` ... ´Wer (Matthäus 26, 52-53)
das Schwert nimmt, soll durch das Schwert umkom-
men` [Matth. 26, 52], was zu verstehen ist wie 1. Mose
9, 6: ´Wer Menschenblut vergießt` usw. Ohne Zweifel
verweist Christus mit diesem Wort auf jene Stelle und
will damit jenen Spruch [neu] einführen und bestäti-
gen."
(Martin Luther, Die weltliche Obrigkeit und die Grenze
des Gehorsams, in: Martin Luther Taschenausgabe,
Band 5, Berlin 1982, S. 112)
Anmerkung: Martin Luther hat Matthäus 26, 52 aus
dem Zusammenhang gerissen und in einer Übersetzung
wiedergegeben, welche den Sinn der Bibelstelle gravie-
rend verfälscht. Auch 1. Mose 9, 6 hat er in einer den
Sinn auf gleiche Weise verfälschenden Übersetzung
wiedergegeben. Und die eine Verdrehung der ur-
sprünglichen Bedeutung hat Martin Luther schließlich
mit der anderen begründet. Der konkrete Sachverhalt:
Im hebräischen Urtext des 1. Mosebuches ist nicht ge-
meint: "Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll
wieder durch Menschen vergossen werden", wie es
Martin Luther übersetzt hat. Die Hauptbedeutung des
hebräischen Satzes heißt in deutscher Übersetzung:
"Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut wird wieder
durch Menschen vergossen werden," was auf das geis-
tige Gesetz von Saat und Ernte bzw. Ursache und Wir-
kung hinweist. Und im griechischen Urtext des Matthä-
usevangeliums ist die Hauptbedeutung ebenfalls "wird"
und nicht "soll" (siehe obige Zitate bei Luther und bei
Jesus). Auch Jesus weist auf das Gesetz von Ursache
und Wirkung hin. Weder das 1. Mosebuch noch Jesus
geben der Obrigkeit ein Recht zur Todesstrafe.

11) Martin Luther fordert den Tod von "Wucherern" Jesus kehrt bei "Wucherern" und Betrügern ein
"... so man die Straßenräuber, Mörder ... rädert und "´Zachäus, steig eilend [vom Baum] herunter; denn
köpft, wie viel mehr sollte man alle Wucherer rädern ich muss heute in dein Haus einkehren.` Und er
und ädern und alle Geizhälse verjagen, verfluchen und stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freu-
köpfen ..." den. Als sie das sahen, murrten sie alle und spra-
(An die Pfarrherren wider den Wucher zu predigen. chen: ´Bei einem Sünder ist er eingekehrt.` Zachäus
Vermahnung D. Martini Lutheri, Anno 1540, Tomos 7, S. aber trat vor den Herrn und sprach: ´Siehe, Herr,
415) die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen,
und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe
ich es vierfach zurück.` Jesus aber sprach zu ihm:
´Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, denn
auch er ist Abrahams Sohn.`"
(Lukas 19, 5-9)

12) Martin Luther fordert den Tod untreuer Partner Jesus verurteilt einen untreuen Partner nicht
"... es wäre besser: tot, tot mit ihm, um böser[e]s "Die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten eine

Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 8 von 21


Exempels willen zu meiden ... Es ist der Obrigkeit Frau zu ihm, beim Ehebruch ergriffen, und stellten
Schuld: Warum tötet man die Ehebrecher nicht?" sie in die Mitte und sprachen zu ihm: ´Meister, die-
(Martin Luther, Vom ehelichen Leben - Das ander[e] se Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen
Teil; Erstausgabe Wittenberg 1522; zitiert nach Böhm, worden.` ... [Nach dem Gesetz sei es] ´geboten,
a.a.O., S. 153; dort zitiert nach Lorenz, Vom ehelichen solche Frauen zu steinigen. Was sagst du dazu?`
Leben, Reclam-Ausgabe, Ditzingen 1978, S. 16 f.) Jesus sprach zu ihnen: ´Wer unter euch ohne Sün-
de ist, der werfe den ersten Stein auf sie!` ... [Zu
der Frau:] ´So verdamme ich dich auch nicht; geh
hin und sündige hinfort nicht mehr.`"
(Johannes 8, 3.5.7.11)

13) Martin Luther: Jesus: Prostituierte kommen eher ins Reich


Foltertod für Prostituierte Gottes als Theologen
"Wenn ich Richter wäre, so wollte ich eine solche fran- [Zu den Schriftgelehrten:] "Wahrlich, ich sage euch:
zösische, giftige Hure rädern und ädern lassen." Die Zöllner und Prostituierten kommen eher ins
(Ernste Vermahn- und Warnschrift Luthers an die Stu- Reich Gottes als ihr."
denten zu Wittenberg, am 13.5.1543 öffentlich an der (Matthäus 21, 31)
Kirche angeschlagen, Tomos 8, S. 172-172b)

14) Martin Luther: Frauen mit geistigen oder magi- Jesus verheißt geistige Vollmachten
schen Fähigkeiten foltern und töten "Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt
a) "Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen ... Es ist ihr sagen zu diesem Berge: Hebe dich dorthin!, so
ein gerechtes Gesetz, dass sie getötet werden. Sie rich- wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich
ten viel Schaden an ... sie können auch ein Kind bezau- sein."
bern, dass es fortwährend schreie und nicht mehr esse (Matthäus 17, 20)
noch schlafe. Schaust du solche Weiber an, wirst du Jesus droht keinem mit Folter und Tod. Er be-
sehen, dass sie ein teuflisches Gesicht haben. Ich habe jaht das Positive im Menschen. Von einer ver-
deren etliche gesehen ... man töte sie nur." achteten Frau lässt Er sich die Füße salben
b) "Deshalb töte man sie, weil sie mit dem Teufel Um- "Deshalb sage ich dir [einem Kritiker]: Ihre vielen
gang haben." Sünden sind vergeben, denn sie hat viel Liebe er-
c) "Wenn sie sich nicht bekehren, werden wir sie den zeigt."
Folterknechten befehlen." (Lukas 7, 47)
(a) "Hexenpredigt" über Exodus 22, 17 von 1526; WA
16, S. 551 f.) b) Tischgespräche, zitiert nach Drutenjagd
in Franken; Hrsg.: Birke Grieshammer, Pyrbaum
1999; c) Zitiert nach Hans-Jürgen Wolf, Sünden der Kir-
che, Erlensee 1995, S. 717 ff.)
Ein Mitstreiter Martin Luthers: Gegen die "Hexen"
beten, um sie zu entdecken und zu töten, damit die
Henker Arbeit und Lohn bekommen
Über den Wittenberger Diakon G. Röhrer: "Am 12.9.
[1529] ... wiederholt er [Röhrer] die Mahnung, dass
man gegen die Hexen beten soll, damit sie entdeckt
werden und damit die Henkersknechte ihren Lohn er-
halten."(Zitiert nach H.-J. Wolf, a.a.O., S. 720)

15) Martin Luther: Einige teufelsähnliche Kinder Jesus mahnt zur Achtung gegenüber allen
seien wahre Teufel. Sie sollen ertränkt werden. Kindern
"Wenn man aber von den teufelsähnlichen Kindern "Seht zu, dass ihr nicht einen von diesen Kleinen
erzählt, von denen ich einige gesehen habe, so halte ich verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Him-
dafür, dass sie entweder vom Teufel entstellt, aber mel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im
nicht von ihm gezeugt sind, oder dass es wahre Teufel Himmel."
Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 9 von 21
sind." (Matthäus 18, 10)
(Opery exegetica, Erlanger Ausgabe, II., S. 127)

"Selbst Luther empfahl, man solle die ´Wechselbälge`
und ´Kielkröpfe` ersäufen, denn solche Wechselkinder
seien lediglich ein vom Satan in die Wiege gelegtes
Stück seelenloses Fleisch (´massa carnis`), ´das denn
nicht gedeiht, sondern nur frisst und seugt`." (Dieter
Mattner, Behinderte Menschen in der Gesellschaft,
Stuttgart 2000, S. 22, unter Verweis u. a. auf Hermann
Meyer, Geistigbehindertenpädagogik in: Geschichte der
Sonderpädagogik, Stuttgart 1983, S. 91; Meyer verweist
u. a. auf Luthers Tischreden Nr. 4513 und Nr. 5207)
Anmerkung: Martin Luther übernimmt hier den Glau-
ben der mittelalterlichen katholischen Kirche. Dazu
heißt es bei http://www.trisomie21.de/lh_fuerth.html#I.6.:
"Die Überzeugung, ein neugeborenes Kind, das nicht
den damaligen Vorstellungen von Normalität ent-
sprach, sei ein ausgewechseltes, von satanischen Mäch-
ten untergeschobenes Kind, ein ´Wechselbalg`, schmä-
lerte die Überlebenschancen behinderter Kinder. Um
satanische Mächte zur Rückgabe des Kindes zu bewe-
gen, wurde geraten, den Wechselbalg mit ´geweihten
Ruten` bis auf das Blut zu schlagen, ihm die Nahrung zu
entziehen, es auszusetzen oder zu töten."
Martin Luthers Erben: Behinderte Kinder töten
a) "Der lutherische Hexenglaube nimmt dramatische
Formen an, denn er mündet in die Auffassung, dass
man arme, blödsinnige und geistesgestörte Kinder, in
denen man Teufelskinder zu erkennen glaubte, erträn-
ken soll." b) "Diese Verzerrung des menschlichen Ant-
litzes ..." ist "dem Schöpfer zurückzugeben".
(a) Hans-Jürgen Wolf, a.a.O., S. 719;
b) Der leitende Arzt der evangelischen Behinderten-
Einrichtungen Neuendettelsau, Dr. Rudolph Boekh, zit.
nach: Ernst Klee, Die SA Jesu Christi, Frankfurt am Main
1989, S. 180) Anmerkungen:
Zu a) "Die teuflische Besessenheit erwachsener Behin-
derter wurde auch im Rahmen von Hexenprozessen
durch die damals üblichen Folterungen "bewiesen" und
dann durch - teilweise äußerst grausame - exorzistische
Behandlungsmethoden oder durch Verbrennen geahn-
det." (trisomie21.de)
Zu b) Die den evangelischen Behinderteneinrichtungen
in Neuendettelsau/Bayern anvertrauten Menschen
wurden in den Jahren 1940/41 schließlich mit Berufung
auf die Staatslehre Martin Luthers (Gehorsam gegen-
über der Obrigkeit) den staatlichen Behörden ausgelie-
fert. Dass sie umgebracht werden, war den Verantwort-
lichen bekannt.

Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 10 von 21


16) Martin Luther und sein Kollege Philipp Melan- Jesus lehrt keine Kindertaufe. Er spricht: Erst
chthon: Ungetaufte Säuglinge seien von ewiger lehret, dann taufet!
Verdammnis bedroht. Gegner der Säuglingstaufe "Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet
sollen getötet werden. sie ... und lehret sie halten alles, was ich euch ge-
"Kindertaufe, Erbsünde ... dieweil diese Artikel auch boten habe."
wichtig sind, denn es ist wenig daran gelegen, die Kin- (Matthäus 28, 19-20)
der aus der Christenheit zu werfen und in einen unge- Anmerkung: Jesus bittet darum, erst zu "lehren"
wissen Stand zu setzen, ja zur Verdammnis zu brin- bzw. zu "unterrichten" bzw. "zu Schülern zu ma-
gen ... Dieweil man doch sieht und greift, dass grobe, chen" und später die Unterrichteten, so sie es wol-
falsche Artikel [bei den Andersgläubigen] sind, schlie- len, zu taufen. Die Getauften werden auch nach
ßen wir, dass in diesem Fall die Halsstarrigen auch mö- ihrer Taufe weiter unterrichtet (mehr zum Sach-
gen getötet werden." verhalt siehe hier). Die oben wiedergegebene
(Philipp Melanchthons mit Zustimmung Luthers erstell- Übersetzung stammt aus der von der Kirche "revi-
tes Gutachten "Ob christliche Fürsten schuldig sind, der dierten" Lutherübersetzung von 1964. Von 1984
Wiedertäufer unchristliche Sekte mit leiblicher Strafe bis 2016 stand dort jedoch anstelle des ersten
und mit dem Schwert zu wehren", 1536; Tomos 8, S. "Lehrens" der unklare Begriff "Machet zu Jüngern",
383 ff.; ein inhaltsgleiches Gutachten wurde von Luther der jedoch in seiner Wortbedeutung mit "Lehren"
und Melanchthon bereits 1531 erstmals veröffent- identisch ist. In der revidierten Lutherübersetzung
licht) Das Gutachten wurde von Philipp Melanchthon von 2016 heißt es deshalb auch wieder "lehret".
verfasst, jedoch auch von Martin Luther, Caspar Cruzi-
ger und Johannes Bugenhagen unterschrieben. Durch
die Unterschrift macht es sich Martin Luther zu 100 %
zu eigen. Mehr zu Philipp Melanchthon siehe hier. Zu
diesem Zeitpunkt hatte der 2. Reichstag zu Speyer 1529
auf Druck des Klerus bereits die Todesstrafe für Eltern
beschlossen, die ihre Neugeborenen nicht sogleich
kirchlich taufen lassen. Die Theologen der evangeli-
schen Reformation forderten die Fürsten nun auf, die
Hinrichtungen auch wirklich gnadenlos zu vollstrecken
und keine Milde gegenüber den Eltern walten zu lassen,
die ihre Kinder später selbst entscheiden lassen möch-
ten. Vgl. die Hinrichtungsaufrufe Martin Luthers gegen
andersgläubige Christen unter Nr. 17, 20, 22, 23, 24
und 42

17) Martin Luther verfolgt Christen, zum Beispiel Jesus tröstet die verfolgten Christen
die so genannten "Täufer" "Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um mei-
a) "Uns liegt nun viel daran, diese umgekehrt zu ver- netwillen schmähen und verfolgen und reden aller-
dammen und als Verdammte bekanntzumachen, damit lei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. Seid
die Nachkommen von ihrer Ketzerei abgeschreckt und fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reich-
den zweifelnden und schwankenden Gewissen gehol- lich belohnt werden. Denn ebenso haben sie ver-
fen werde." folgt die Propheten, die vor euch gewesen sind."
b) Sie gelten als "Aufrührer" und "Mörder". (Anmer- (Matthäus 5, 11-12)
kung: ... obwohl fast alle friedfertig leben)
c) "Darum ist ohne Zweifel die Obrigkeit schuldig ... und
soll ... mit leiblicher Gewalt und nach Gelegenheit der
Umstände auch mit dem Schwert strafen", ... "Meister
Hansen befehlen." (= töten)
(a) Tischreden, Luther Deutsch, Band 9, a.a.O., Nr.
272; b) und c) Der 82. Psalm durch D.M.L. geschrieben
und ausgelegt, Anno 1530; Tomos 5, S. 74 b-76 b)

Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 11 von 21


18) Martin Luther: Allein der Glaube genüge zum Jesus erklärt, dass das Tun entscheidend für
Heil das Heil ist
"So sind wir also in uns Sünder und dennoch, sofern a) "Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr,
uns Gott als gerecht ansieht, gerecht durch den Glau- Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die
ben." den Willen tun meines Vaters im Himmel."
(Scholien zum Römerbrief, WA 56, S. 271 ff.) b) "Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie,
der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf
Fels baute."
c) "Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun
sollen, das tut ihr ihnen auch! Das ist das Gesetz
und die Propheten."
d) Ein Schriftgelehrter fragt Jesus, was er tun muss,
um das ewige Leben zu erben. Der Mann zitiert das
Gebot der Gottes- und Nächstenliebe, und Jesus
sagt zu ihm: "Tu das, so wirst du leben."
(a) Matthäus 7, 21; b) Matthäus 7, 24; c) Mat-
thäus 7, 12; d) Lukas 10, 25-27)

19) Martin Luther lehrt die Freiheit von den Gebo- Jesus lehrt, wie das Leben nach den Zehn
ten. Er behauptet aber, dass die Anhänger seiner Geboten und der Bergpredigt zum Leben führt
Lehre trotzdem gute Werke tun, um ihrem Nächs- "Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die
ten zu dienen Gebote ... Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehe-
"So sehen wir, dass ein Christenmensch am Glauben brechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht
genug hat; er bedarf keines Werkes, dass er fromm sei. falsch Zeugnis geben; ehre Vater und Mutter; und:
Bedarf es denn keines Werkes mehr, so ist er gewisslich Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst ...
von allen Geboten und Gesetzen entbunden; ist er ent- Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe,
bunden, so ist er gewisslich frei. Das ist die christliche was du hast, und gib´s den Armen, so wirst du ei-
Freiheit, der einzige Glaube, der da macht, nicht dass nen Schatz im Himmel haben; und komm und folge
wir müßig gehen oder übel tun können, sondern dass mir nach."
wir keines Werkes bedürfen, zur Frömmigkeit und Se- (Matthäus 19, 18-21)
ligkeit zu gelangen ..." Die Werke ... "sind die ersten Jesus erklärt: Wer nur ankündigt, das Gute zu
Früchte des Geistes." ... "Darum soll seine [des Chris- tun, es aber nicht tut, erfüllt nicht Gottes Willen
ten] Absicht in allen Werken frei und nur dahin gerich- "Was meint ihr aber? Es hatte ein Mann zwei Söh-
tet sein, dass er andern Leuten damit diene und nütze ne und ging zum ersten und sprach: ´Mein Sohn,
sei, nicht anderes sich vorstelle, denn was den andern geh hin und arbeite heute im Weinberg`. Er ant-
not ist." wortete aber und sprach: ´Nein, ich will nicht`. Da-
(Martin Luther, Von der Freiheit eines Christenmen- nach reute es ihn, und er ging hin. Und der Vater
schen; Hrsg. L. E. Schmitt, 1954, 3. Auflage, 37,1 - ging zum zweiten Sohn und sagte dasselbe. Der
79,21; WA 7, 20,24 - 38,15) aber antwortete und sprach: ´Ja, Herr!` und ging
Anmerkung: Tatsächlich hat Luther mit dieser Lehre die nicht hin. Wer von beiden hat des Vaters Willen
Hemmschwelle für Kriege, Verbrechen, Schandtaten getan? Sie antworteten: ´Der erste.`"
und Tierquälereien aller Art herabgesetzt. Die Kirchen- (Matthäus 21, 28-31)
geschichte der lutherischen Kirche mit unzähligen Krie-
gen, Gewaltaufrufen, Folterungen und Hinrichtungen
Andersdenkender beweist es. Von den "guten Wer-
ken", die man laut Luther nicht tun müsse, zieht sich
die "Tradition" beispielsweise hin bis zu den alljährli-
chen gewissenlosen grausamsten Gemetzeln an Walen
an den Stränden der Färöer-Inseln - nur zum Vergnügen
der dort lebenden Lutheraner, die glauben, ohne gute
Taten später in den "Himmel" zu kommen (94 % der
Bevölkerung sind evangelisch - 84 % gehören zur luthe-
Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 12 von 21
rischen Staatskirche, 10 % zu evangelischen Freikir-
chen).

20) Martin Luther fordert Verbrennung auf dem Jesus gebot denen, die sich auf Ihn berufen,
Scheiterhaufen ohne vorherige Gerichtsverhand- die gegenseitige Liebe
lung für Christen, die anders denken als er "Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch un-
"Mit Ketzern braucht man kein langes Federlesen zu tereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit
machen, man kann sie ungehört verdammen. Und wäh- auch ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann
rend sie auf dem Scheiterhaufen zugrunde gehen, sollte erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr
der Gläubige das Übel an der Wurzel ausrotten." Liebe untereinander habt."
(Tischreden, Band 3, 175) (Johannes 13, 34-35)
"Ebenso soll die Obrigkeit auch strafen oder je nicht Jesus kündigt Hinrichtungen Seiner Nachfolger
leiden, die, so da lehren, Christus sei nicht für unsere durch die Priesterkaste an
Sünde gestorben, sondern ein jeglicher solle selbst da- "Darum siehe, ich sende Propheten, Weise und
für genug tun ... Moses in seinem Gesetz gebietet auch, Schriftgelehrte zu euch; ihr aber werdet einige von
solche Lästerer, ja alle falschen Lehrer zu steinigen. ihnen töten und kreuzigen ..." (Matthäus 23, 34)
Also soll man hier nicht viel Disputierens machen, son- Jesus: Fürchtet euch nicht!
dern auch unverhört und unverantwortet verdammen "Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib
solch öffentliche Lästerung." töten, doch die Seele nicht töten können."
(Der 82. Psalm durch D.M.L. geschrieben und ausgelegt (Matthäus 10, 28)
Anno 1530, Tomos 5, S. 74 b-76 b)
Anmerkung: Das Gebot zur Steinigung Andersgläubiger
geht nicht auf den Propheten Mose zurück, sondern
wurde ihm nur unterstellt.

21) Martin Luther über den Wunsch, den Papst Jesus warnt die Richtenden:
und die Bischöfe zu töten Sie werden mit gleichem Maß gemessen
a) "So wir Diebe mit Strang, Mörder mit Schwert, Ketzer "Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.
mit Feuer strafen, warum greifen wir nicht viel mehr an Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr
diese schädlichen Lehrer des Verderbens als Päpste, gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt,
Kardinäle, Bischöfe und das ganze Geschroürm (= Ge- wird euch zugemessen werden."
schwür) der Römischen Sodoma mit allerlei Waffen und (Matthäus 7, 1-2)
waschen unsere Hände in ihrem Blut ...? Aber Gott, der
da spricht: Die Rache ist mein, wird diese Feinde zu
rechter Zeit wohl finden, die zeitlicher Strafe nicht wert
sind, sondern müssen ewiglich im Abgrund der Hölle
ihre Strafe haben."
b) "Der Papst ist der Teufel; könnte ich den Teufel um-
bringen, warum wollte ich´s nicht tun?"*
c) "Luther fordert, man müsse dem Papst und der Kurie
die Zungen hinten zum Hals herausreißen und sie wie
Siegel an den päpstlichen Bullen der Rangordnung nach
an den Galgen nageln."
(a), b) Martin Luther, Zwo harte ernstliche Schriften
Doct. Martini an den Christlichen Leser, 1518, Tomos 1,
Punkt II., S. 24 und 24 b; c) Erik Erikson, Der junge
Mann Luther, 1958, S. 227; zitiert nach Friedrich Heer,
Gottes erste Liebe, Esslingen 1967) * Anmerkung: Mar-
tin Luther bezeichnet auch in vielen anderen Schriften
den Papst als "Teufel", so z. B. in seiner Schrift "Wider
das Papsttum vom Teufel gestiftet" (1545) oder in sei-

Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 13 von 21


ner "Heerpredigt gegen die Türken" (1529; WA 30/2, S.
169): "Ich glaube, dass der Papst ein vermummter und
leibhaftiger Teufel ist, weil er der Endchrist ist". Für
Luther ist das Wort "Endchrist" gleichbedeutend mit
"Antichrist". Dies fiel jedoch später auf ihn selbst zu-
rück. Der Reformator Andreas Karlstadt nannte Luther
mehrfach "Des Endchrists Vetter" (WA 18, S. 113). Für
Thomas Müntzer und so genannte "Täufer" wurde auch
Luther zum "Antichrist", als er die urchristliche Bewe-
gung vom Fürstenstaat verfolgen ließ.

22) Martin Luther erklärt seine Lehre zur Gottes- Jesus sagt voraus, dass die Lehre eines "an-
lehre und sein Gericht zum Gottesgericht und er- deren" angenommen wird
klärt sich auch zum Richter der Engel "Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und
"Ich will meine Lehre ungerichtet haben von jeder- ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer kom-
mann, auch von allen Engeln. Denn da ich ihr gewiss men wird in seinem eigenen Namen, den werdet
bin, will ich durch sie euer und auch der Engel, wie St. ihr annehmen."
Paulus spricht (Gal. 1,18), Richter sein, dass, wer meine (Johannes 5, 43)
Lehre nicht annimmt, dass er nicht möge selig werden. Jesus wirbt um den Glauben, dass Seine Leh-
Denn sie ist Gottes und nicht mein; darum ist mein Ge- re von Gott ist und weist auf die Werke hin
richt auch Gottes, und nicht mein." "Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in
(Wider den falsch genannten geistlichen Stand des mir; wenn nicht, so glaubt mir doch um der Werke
Papstes und der Bischöfe, Index verborum, Martin Lu- willen."
ther´s German Writings, 1516-1525, Boston College (Johannes 14, 11)
1999, Volume 10/2, S. 107)

23) Martin Luther fordert, Prediger zu töten, die Jesus lässt einen Mann gewähren, der in Sei-
keinen amtskirchlichen Auftrag nachweisen kön- nem Namen Wunder tut, sich aber der Ge-
nen, auch wenn sie Engel aus dem Himmel sind meinschaft der Nachfolger nicht anschließt
und das reine Evangelium lehren "Johannes sprach zu ihm: ´Meister, wir sahen ei-
"... wenn sie gleich das reine Evangelium wollten leh- nen, der trieb böse Geister in deinem Namen aus,
ren, ja wenn sie gleich Engel und Gabriel vom Himmel und wir verboten´s ihm, weil er uns nicht nach-
wären ... Will er predigen, so beweise er den Beruf oder folgt.` Jesus aber sprach: ´Ihr sollt´s ihm nicht ver-
Befehl ... Will er nicht, so befehle die Obrigkeit solchen bieten. Denn niemand, der ein Wunder tut in mei-
Buben dem rechten Meister, der Meister Hans heißt (= nem Namen, kann so bald übel von mir reden.
dem Henker)." Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.`"
(Der 82. Psalm durch D.M.L., geschrieben und ausgelegt (Markus 9, 38-40)
Anno 1530, Tomos 5, S. 74 b ff.)

24) Martin Luther droht Bürgern, die nicht verraten, Jesus sieht vielfachen Verrat an Seinen Nach-
wenn jemand ohne amtskirchlichen Auftrag pre- folgern voraus, auch unter Familienangehöri-
digt, indirekt die Todesstrafe an gen
"Und ein Bürger ist schuldig, wo solcher Winkelschlei- "Und ihr werdet verraten werden von Eltern, Brü-
cher (= Prediger ohne amtskirchlichen Auftrag) einer zu dern, Verwandten und Freunden; und man wird
ihm kommt, ehe er denselbigen hört, dass er es seiner einige von euch töten ... Seid standhaft, und ihr
Obrigkeit ansage und auch dem Pfarrherrn, des Pfarr- werdet euer Leben gewinnen."
kind er ist. Tut er das nicht, so soll er wissen, dass er als (Lukas 21, 16.19)
ein Ungehorsamer seiner Obrigkeit wider seinen Eid tut
und als ein Verächter seines Pfarrherrn (dem er Ehre
schuldig ist) wider Gott handelt, dazu selbst schuldig ist
und gleich auch mit dem Schleicher (Anmerkung: der
hingerichtet wird) ein Dieb und Schalk wird ..."
Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 14 von 21
(Der 82. Psalm durch D.M.L., geschrieben und ausgelegt
Anno 1530, Tomos 5, S. 74 b ff.)
25) Martin Luther verurteilt zynisch Opfer, die unter Jesus zu den Männern, die Ihn am Marter-
der Folter ein falsches Geständnis ablegen. Sie kreuz grausam folterten
würden damit eine schwere Sünde begehen und
sie seien deshalb an ihrer anschließenden Ermor- "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie
dung selbst schuld Der Historiker Prof. Dr. Peter tun."
Schuster schreibt: "Fehlurteile könnten zwar passieren, (Lukas 23, 34)
so betonte Luther, doch sei das niemals die Schuld der
Richter, sondern der Verurteilten, die beispielsweise
unter der Folter falsche Geständnisse ablegten und
damit eine schwere Sünde begingen." (Verbrecher,
Opfer, Heilige - Eine Geschichte des Tötens, Stuttgart
2015, S. 220 unter Berufung auf WA, Tischreden V,
Weimar 1919, 39, Nr. 5271 und Tischreden I, Weimar
1912, 81, Nr. 180)

Hintergrund: Die "Tortur der Geistlichen" sei "weit


schärffer als (die) der Henker" (Johannes Matthäus
Meyfart, 1635, zit. bei Schuster, a.a.O., S. 353). "Sie
quälten die Seele so lange, bis die Angeklagten sich aus
Angst um ihr Seelenheil zu Geständnissen überreden
ließen ... Die Reformatoren waren die ersten, die eine
Theologie der Todesstrafe predigten, ... um auf diese
Weise die Sünde auszurotten." (Schuster, a.a.O., S.
354)

26) Martin Luther spricht sich selbst die Wahrheit Jesus warnt vor Selbsterhöhung
zu und betrachtet seine von ihm bekämpften jüdi- "Der Pharisäer stand für sich und betete so: ´Ich
schen und christlichen Gegner als "Feinde" Gottes danke dir Gott, dass ich nicht bin wie die anderen
a) "Denn also wage ich mit Paulus, mir die Erkenntnis Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie
zuzusprechen und dir [seinem Gesprächspartner] sie dieser Zöllner` ... Denn wer sich selbst erhöht, der
zuversichtlich abzusprechen." wird erniedrigt werden; und wer sich selbst ernied-
b) "Mein lieber Schöpfer und Vater, du wirst gnädiglich rigt, der wird erhöht werden."
zu gut halten, dass ich ... so schändlich muss reden wi- (Lukas 18, 11.14)
der deine verfluchten Feinde, Teufel und Juden. Du Jesus sagt voraus, dass Mörder von Christen
weißt, dass ich´s tu aus Brunst meines Glaubens und zu glauben, sie tun Gott einen Gefallen damit
ehren deine göttliche Majestät." "Es kommt aber die Zeit, dass wer euch tötet, mei-
(a) WA 18, S. 601 - Die Aussage Martin Luthers ist hier nen wird, er tue Gott einen Dienst damit."
auf die Auseinandersetzung mit dem Gelehrten Eras- (Johannes 16, 2)
mus von Rotterdam bezogen. b) WA 53 (1920), S. 605) Jesus sagt voraus, dass Seine Nachfolger als
"Teufel" verleumdet werden
"Es ist für den Jünger genug, dass er ist wie sein
Meister ... Haben sie den Hausherrn Beelzebul ge-
nannt, wie viel mehr werden sie seine Hausgenos-
sen so nennen! Darum fürchtet euch nicht vor
ihnen."
(Matthäus 10, 25)

27) Martin Luther: Gott wolle den Tod bestimmter Jesus: Der Menschensohn sucht die Verlore-
Sünder und deren ewige Verdammnis nen und hilft ihnen zur Umkehr
"... der Empfang des Heils und des Unheils hängt allein a) "Denn der Menschensohn ist gekommen, zu
Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 15 von 21
davon ab, ... welche Menschen er [Gott] verloren gehen suchen und selig zu machen, was verloren ist."
lassen will, und welche nicht ... Luther ... präzisiert b) "So sage ich euch, wird Freude sein vor den En-
auch, ... was er [Gott] will, nämlich den Tod des Sün- geln Gottes über einen Sünder, der Buße tut."
ders, den er keineswegs betrauert oder gar aufzuheben c) Gleichnis vom verlorenen Sohn: "... mein Sohn
bereit ist. Und zwar aus dem bereits vorgebrachten war tot und ist wieder lebendig geworden; er war
Grund, dass Gott ´omnia in omnibus` (= alles in allem) verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen
wirkt, auch den Tod." an, fröhlich zu sein."
(Der lutherische Theologe und Kirchenrat Dr. Wolfgang (a) Matthäus 19, 10; b) Lukas 15, 10; c) Lukas 15,
Behnk über Martin Luther in: Contra Liberum Arbitrium 24)
Pro Gratia Dei, Frankfurt 1982, S. 362)

28) Martin Luther hat Andersgläubige gern, die Jesus: Bedingungslose Liebe zu allen Men-
sich selbst umbringen schen
"Ich habe die fanatischen und wütenden Schwärmer "Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen
gern; sie bringen sich selbst um." Dank habt ihr davon? Denn auch die Sünder lieben
(Tischreden, Luther Deutsch, Band 9, a.a.O., Nr. 279) ihre Freunde ... Vielmehr liebt eure Feinde."
(Lukas 6, 32.35a)

29) Martin Luther: Angeblich der Heilige Geist set- Jesus: Der Heilige Geist tröstet
ze den Tod zur Strafe ein a) "Wenn aber der Tröster kommen wird, den ich
"Die Christen könnten den Tod leicht erdulden, wenn euch senden werde vom Vater, der Geist der
sie nicht wüssten, dass der Zorn Gottes mit dem Tod Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis
verbunden ist. Das macht uns den Tod sauer ... Der Hei- geben von mir ..."
lige Geist setzt den Tod ein zur Strafe, dass er uns b) "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer
schrecken soll - nicht zum Spaß." an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er
(Tischreden, Luther Deutsch, Band 9, a.a.O., Nr. stirbt ..."
814.816) (a) Johannes 15, 26; b) Johannes 11, 25)

30) Martin Luther: Gott müsse zeitweise Teufel Jesus: Sein Tun hat nichts Teuflisches an sich.
werden / Geglaubtes verberge sich angeblich unter Es bewirkt sichtbar Gutes
dem Schein des Gegenteils a) "Ich habe keinen bösen Geist, sondern ich ehre
a) "Gott kann nicht Gott sein, er muss zuvor ein Teufel meinen Vater."
werden ... Ich muss dem Teufel ein Stündlein die Gott- b) Jesus auf die Frage, ob Er es ist, "der da kommen
heit gönnen, und unserem Gott die Teufelheit zuschrei- soll": "Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige
ben lassen. Es ist damit aber noch nicht aller Tage werden rein, und Taube hören, Tote stehen auf,
Abend. Es heißt doch zuletzt: Seine Güte und Treue und Armen wird das Evangelium gepredigt. Und
waltet über uns." selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt."
b) Das Geglaubte "verbirgt sich unter dem Schein des (a) Johannes 8, 49; b) Matthäus 11, 5-6)
Gegenteils".
(a) WA 31, S. 249 f.; b) WA 18 zitiert nach H.G. Pöhl-
mann, Abriss der Dogmatik, Gütersloh 1980, 3. Auflage,
S. 82)

31) Martin Luther: Kein freier Wille bei den ent- Jesus lädt die Menschen ein, Ihm aus freiem
scheidenden Glaubens- und Lebensfragen und Willen nachzufolgen. Den Suchenden ver-
keine Freiheit, Gott zu suchen spricht Er, dass sie finden
"Auf diese Weise ist der menschliche Wille mitten zwi- a) "Folge mir nach!" b) "Suchet, so werdet ihr fin-
schen beide [Gott und Satan] gestellt, ganz wie ein Reit- den."
tier, wenn Gott darauf sitzt, will er und geht, wohin (a) Lukas 9, 59; 18, 22 u. a.; b) Matthäus 7, 7)
Gott will ... Wenn der Satan darauf sitzt, will er und
geht, wohin der Satan will. Und er hat nicht die Ent-
scheidungsfreiheit, zu einem der Reiter zu laufen oder
Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 16 von 21
ihn zu suchen, sondern die Reiter selbst streiten darum,
ihn festzuhalten und zu besitzen."
(WA 18, S. 635)

32) Martin Luther: Theologen seien im Himmel Jesus: Theologen gehen nicht in den Himmel
"Es ist sehr fraglich, ob Juristen selig werden, da es und hindern auch andere daran
doch den Theologen schwer ist, obwohl die Theologen "Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr
bereits gerecht und im Himmel sind." Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließt vor
(Tischreden, Luther Deutsch, Band 9, a.a.O., Nr. 361) den Menschen! Ihr geht nicht hinein, und die hin-
ein wollen, lasst ihr nicht hineingehen."
(Matthäus 23, 13)

33) Martin Luther: Der Kirche gehe es um den Jesus: Theologen und ihre Anhänger machen
Himmel aus Menschen "Kinder der Hölle"
"Beim Zorn der Kirche geht es um die Seele und den "Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr
Himmel." Heuchler, die ihr Land und Meere durchzieht, da-
(Tischreden, Luther Deutsch, Band 9, a.a.O., Nr. 512) mit ihr einen für euren Glauben gewinnt; und wenn
er´s geworden ist, macht ihr aus ihm ein Kind der
Hölle, doppelt so schlimm wie ihr."
(Matthäus 23, 15)

34) Martin Luther über den Zorn als beste Arznei Jesus über den Zorn als Verstoß gegen die
"Ich habe ... keine bessere Arznei als den Zorn. Denn Gebote
wenn ich gut schreiben, beten und predigen will, dann "Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: ´Du
muss ich zornig sein; da erfrischt sich mein ganz Geblüt, sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Ge-
mein Verstand wird geschärft, und alle Anfechtungen richts schuldig sein.` Ich aber sage euch: ´Wer mit
weichen." seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schul-
(Tischreden, Luther Deutsch, Band 9, a.a.O., Nr. 357) dig.`"
(Matthäus 5, 21-22)
Anmerkung: Mit dem "Gericht" ist das Gesetz von
Saat und Ernte gemeint, mit dem sich jeder selbst
richtet. Denn alles, was jemand einem anderen
zufügt, fällt wieder auf ihn selbst zurück.

35) Martin Luther: Gott strafe Jesus über den liebenden Gott
"Gott straft selbst, aber heimlich, entweder durch Ar- "Was meint ihr? Wenn ein Mensch hundert Schafe
mut, eine böse Frau, durch ungehorsame Kinder und hätte und eins unter ihnen sich verirrte; lässt er
auf viele andere Weise. Was für eine Strafe wünscht du nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin
also?" und sucht das verirrte? Und wenn es geschieht,
(Tischreden, Luther Deutsch, Band 9, a.a.O., Nr. 655) dass er´s findet, wahrlich, ich sage euch: er freut
sich darüber mehr als über die neunundneunzig,
die sich nicht verirrt haben."
(Matthäus 18, 12-13)

36) Martin Luther: Krankheiten würden vom Teufel Jesus: Die "Sünde" des Menschen verursacht
verursacht letztlich Krankheiten
"Aber sie [die Ärzte] sehen nicht auf den Teufel als den a) Zu einem Gelähmten: "Mein Sohn, deine Sünden
Urheber der sonst natürlichen Ursache eine Krank- sind dir vergeben."
heit ... Ich glaube, dass bei allen schweren Krankheiten b) Zu einem Geheilten: "Siehe, du bist gesund ge-
der Teufel der Urheber und Anstifter ist." worden; sündige hinfort nicht mehr, dass dir nicht
(Tischreden, Luther Deutsch, Band 9, a.a.O., Nr. 678) etwas Schlimmeres widerfahre!"
(a) Markus 2, 5; b) Johannes 5, 14)
Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 17 von 21
37) Martin Luther: Frage nach dem "Warum" bei Jesus: Wer Sünde erkennt und Buße tut, kann
Unglück und Wohlergehen sei schlimmste teufli- negative Wirkungen verhindern
sche Versuchung "Meint ihr, dass diese Galiläer mehr gesündigt ha-
"Die schwersten Anfechtungen sind, wenn der Teufel ben als alle anderen Galiläer, weil sie das erlitten
uns dahin bringt, dass wir nach den Ursachen des haben? Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr
Wohlergehens und des Unglücks forschen ... Das nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkom-
´Warum` hat alle Heiligen gequält." men."
(Tischreden, Luther Deutsch, Band 9, a.a.O., Nr. 672) (Lukas 13, 2 - Der Turm von Siloah war eingestürzt.
18 Menschen waren dabei ums Leben gekommen.)

38) Martin Luther: Vernunft sei eine Hure des Teu- Die Menschen sind beeindruckt vom Verstand
fels des jugendlichen Jesus
Die Vernunft "ist die höchste Hur, die der Teufel hat". "Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich
(WA 51, 126; vgl. 10 I, 1.326; 18, 164; 24, 182) über seinen Verstand und seine Antworten."
"Wer ... ein Christ sein will, der ... steche seiner Ver- (Lukas 2, 47)
nunft die Augen aus." Jesus bezieht die Vernunft des Menschen mit
(Martin Luther, Gesamtausgabe in 25 Bänden, heraus- ein
gegeben von Johann G. Walch, Concordia Publishing Ein Beispiel dafür: "An dem Feigenbaum aber lernt
House St. Louis 1880-1910, Band V, S. 452) ein Gleichnis: Wenn jetzt seine Zweige saftig wer-
den und Blätter treiben, so wisst ihr, dass der
Sommer nah ist. Ebenso auch: wenn ihr seht, dass
dies geschieht, so wisst, dass er [der Tag, an dem
Jesus wiederkommt] nahe vor der Tür ist."
(Markus 13, 28-29)

39) Martin Luther gegen Offenbarungen aus Pro- Jesus für das Prüfen von Offenbarungen aus
phetenmund Prophetenmund
"Eurem Geist hau ich auf die Schnauzen." "An ihren Früchten sollt ihr sie [die Gottesprophe-
(1520 gegen die Zwickauer Propheten; zitiert nach Wal- ten] erkennen. Kann man denn Trauben lesen von
ter Nigg, Prophetische Denker, Rottweil 1986, S. 87) den Dornen oder Feigen von den Disteln?"
(Matthäus 7, 16)

40) Martin Luther über die Passivität als Kennzei- Jesus über den aktiven Glauben, also das
chen des Christen rechte Tun, als Kennzeichen des Christen
"Ein Christ ist vor Gott passiv, weil er hier nur emp- "Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie,
fängt, und vor den Menschen, denn hier duldet er nur." der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf
(Tischreden, Luther Deutsch, a.a.O., 604) Fels baute ... Und wer diese meine Rede hört und
tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der
sein Haus auf Sand baute."
b) "Was ihr getan habt, einem von diesen meinen
geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan."
(a) Matthäus 7, 21.25; b) Matthäus 25, 40)

41) Martin Luther: Sündige tapfer, aber glaube tap- Jesus: Dein Glaube hat dir geholfen. Sündige
ferer! nicht mehr!
"Sündige tapfer, aber glaube [noch] tapferer und freue a) "Steh auf, geh hin; dein Glaube hat dir gehol-
dich in Christus, der Sieger ist über Sünde, Tod und fen."
Welt!" (Brief an Philipp Melanchthon (nach anderer b) "Siehe du bist gesund geworden; sündige hinfort
Schreibweise: "Melanchton") vom 1.8.1521; WA, Brief- nicht mehr!"
wechsel 2, 424) (a) Lukas 17, 19; b) Johannes 5, 14)

Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 18 von 21


42) Martin Luther wünscht seinen Gegnern den Jesus: Vergebung für Seine Mörder
Tod "Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie
Man solle sie wie "Hunde und Säue" sterben lassen. tun!"
(In: Vermahnung zum Sakrament, 1530, bei Hans- (Lukas 23, 34)
Joachim Neumann, Luthers Leiden, Berlin 1995, S. 173)

43) Der Schriftgelehrte Luther: Das Wichtigste sei Jesus warnt vor Schriftgelehrten, die reden,
das Reden aber nicht tun.
"Mag ich immerhin als hoffärtig, geizig, als ein Ehebre- Zu Seiner Familie gehört, wer Seine Lehre
cher, Totschläger, Feind des Papstes und aller Laster auch tut
schuldig gefunden werden, wenn ich nur nicht des gott- a) Über die Schriftgelehrten: "... nach ihren Werken
losen Stillschweigens angeklagt werde." sollt ihr nicht handeln; denn sie sagen´s zwar, tun´s
(Brief an seinen Ausbilder und "Beichtvater" Johann aber nicht."
von Staupitz, WA Br2, 264, 24-27) b) "Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die
Anmerkung: Der Biograf und Luther-Freund Hans- Gottes Wort hören und tun."
Joachim Neumann stellt viele Indizien zusammen, die (a) Matthäus 23, 3; b) Lukas 8, 21)
darauf hinweisen, dass Luther (der bis 1517 "Luder" Anmerkung: Vgl. die Belegstellen dafür, dass es
hieß) seinen Freund Hieronimus Buntz 1505 im Duell Jesus auf das Tun ankommt unter Nr. 18
tötete und aus Schutz vor der Strafverfolgung ins Klos-
ter eintrat. Außerdem hatte Luther seit 1503 demnach
offenbar ein Verhältnis zu einer verheirateten Frau (Lu-
thers Leiden, a.a.O., S. 151 ff.).

44) Martin Luther wird von vielen geehrt Jesus: Weh euch, wenn euch jeder wohl redet!
Zum Beispiel von Adolf Hitler: "Luther war ein großer "Weh euch, wenn euch jedermann wohl redet!
Mann, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach er die Denn das gleiche haben ihre Väter den falschen
Dämmerung; sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu Propheten auch getan."
sehen beginnen." (Lukas 6, 26)
(Adolf Hitler in: Dietrich Eckart, Der Bolschewismus von
Moses bis Lenin, Zwiegespräche zwischen Adolf Hitler
und mir, München 1924; S. 35)
Nach 1945 in Ost und West:
Martin Luther wird gelobt, geehrte und gefeiert, zum
Beispiel im "Lutherjahr" 1983 anlässlich seines 500.
Geburtstags oder bei den Lutherfeiern 1996 anlässlich
seines 450. Todestags. Oder bei den jährlich wiederkeh-
renden Lutherfesten, etwa in der Lutherstadt Witten-
berg oder in Eisenach; und seit 2007 im Rahmen der so
genannten "Luther-Dekade" zum Reformationsjubilä-
um, die von 2007-2017 andauert und daran erinnern
soll, wie Luther vor 500 Jahren mit seinem Wirken be-
gann (1517 verkündete er seine 95 Thesen), was als
Beginn der Reformation verstanden wird.

45) Das Vermächtnis Martin Luthers Jesus: Jeder muss Rechenschaft für seine
Der Präsident und spätere Landesbischof der Thüringer Worte abgeben
Evangelischen Kirche, Hugo Rönck, erklärt: "Über Jahr- "Ich sage euch aber, dass die Menschen Rechen-
hunderte hinweg mahnt uns das Vermächtnis Martin schaft geben müssen am Tag des Gerichts von je-
Luthers: ´Solche wunderliche Zeiten sind jetzt, dass ein dem nichtsnutzigen Wort, das sie geredet haben.
Volk den Himmel eher mit Blutvergießen gewinnen Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden,
kann, denn anders sonst mit Beten`... Heil Hitler." und aus deinen Worten wird das Urteil gesprochen
(b) Aufruf zur Jahreswende 1943/1944 in: Thüringer werden."
Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 19 von 21
Kirchenblatt und Kirchlicher Anzeiger Nr. 1 / (Matthäus 12, 36)
1944; Kirchenpräsident Hugo Rönck verändert dabei
gemäß der geänderten äußeren Situation den Luther-
Satz "Dass ein Fürst den Himmel eher mit Blutvergießen
gewinnen kann, besser denn andere mit Beten".)

46) Martin Luther und seine Nachfolger: Im Krieg Jesus: Stifte Frieden, und schlage auch nicht
notfalls tapfer töten! zurück!
"´Sei ein starker Sünder, aber umso stärker glaube und a) "Selig sind die Friedensstifter; denn sie werden
erfreue dich in Christus`, hat Luther an Philipp Melan- Gottes Kinder heißen!"
chthon geschrieben, als dieser in der Gewalt das einzige b) "Wenn dich jemand auf deine rechte Backe
Mittel gegen die Bilderstürmerei sah, aber vor dem schlägt, dem biete die andere auch dar."
sündhaften Charakter der Gewalt zurückschreckte. Mit (a) Matthäus 5, 9; b) Matthäus 5, 39)
diesem erlösenden Satz sollten Feldgeistliche auf dem
Balkan jeden Morgen den Soldaten Trost zusprechen." Vgl. auch die Gegenüberstellung Nr. 5
(Der lutherische Theologe und Journalist Dr. Uwe Sie-
mon-Netto, Gründer eines Zentrums für Lutherische
Theologie in den USA, im April 1999 anlässlich des Ko-
sovo-Krieges, zitiert nach idea-spektrum Nr. 14 /
1999) "Müssen wir die Bundeswehr in fremde Konti-
nente schicken? Ja! ... Christen sind in der paradoxen
Lage, ... erlöst zu sein, sich aber gerade deshalb in der
noch unerlösten Welt einbringen zu müssen ... mit dem
probaten Werkzeug, dem Bösen zu widerstehen,* not-
falls auch fernab, wo die ´Völker aufeinanderschla-
gen`". (Der Luther-Nachfolger Dr. Uwe Siemon-Netto,
zit. nach idea-spektrum Nr. 7 / 2014) * Damit ist Krieg
gemeint.

47) Martin Luther: Rechtfertigung statt Gerechtig- Jesus sprach immer wieder von der Gerechtig-
keit keit
"Das christliche Leben besteht ... nicht in der Gerech-
tigkeit, sondern in der Rechtfertigung." (Martin Luther, a) "Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu
zit. nach der Predigt von Pfarrer Helmut Schütz im Got- erfüllen."
tesdienst zum Reformationsfest am 4.11.2007 in der
evangelischen Pauluskirche in Gießen) b) "Selig sind, die da hungert und dürstet nach Ge-
Anmerkung: Martin Luther verfälscht mit seiner "Recht- rechtigkeit; denn sie sollen satt werden."
fertigungslehre" das urchristliche Prinzip der Gerechtig-
keit (das auch bei den Propheten des Alten Testaments c) "Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die
zentral war) in eine angebliche "Rechtfertigung" trotz der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr
eines Lebens voller Verstöße gegen die Gottesgebote. nicht in das Himmelreich kommen."

d) "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und
seiner Gerechtigkeit."
(a) Matthäus 3, 15; b) Matthäus 5, 6; c) Mat-
thäus 5, 20; d) Matthäus 6, 33a)
48) Martin Luther: "Gott" sei voll "Ungerechtigkeit" Jesus lehrt das Vertrauen zu einem Vater-
und bestimme unzählige Menschen schon bei ihrer Mutter-Gott, der jedes Seiner Kinder unendlich
Geburt als Babys zu ewigen Höllenstrafen voraus liebt und in allen Lebenslagen immer wieder
"Das ist der höchste Grad des Glaubens, zu glauben, helfen möchte
jener [Gott] sei gütig, der so wenige rettet und so viele "Ist ein Mensch unter euch, der seinem Sohn,
verdammt; zu glauben, dass er gerecht ist, der uns wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete? Oder
Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 20 von 21
durch seinen Willen unabänderlich verdammenswert der ihm, wenn er ihn bittet um einen Fisch, eine
macht, so dass er … an den Qualen der Unglücklichen Schlange biete? Wenn nun ihr, die ihr doch böse
Gefallen zu haben und eher hassens- als liebenswert zu seid, dennoch euren Kindern gute Gaben zu geben
sein scheint. Wenn ich also auf irgendeine Weise be- wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel
greifen könnte, wie denn dieser Gott barmherzig und Gutes geben denen, die ihn bitten." (Matthäus 7,
gerecht ist, der solchen Zorn und solche Ungerechtig- 9-11) "Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so
keit zeigt, wäre der Glaube nicht nötig. Da es nun nicht sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glau-
begriffen werden kann, wird Raum gegeben zur Ein- be, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen
übung des Glaubens, indem Derartiges gepredigt und die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast,
öffentlich verbreitet wird; und zwar nur so, dass, indem auf dass sie eins seien, wie wir eins sind, ich in
Gott tötet, der Glaube an das Leben im Tod eingeübt ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen eins
wird." seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt
(WA 18, S. 632 f.) hast und sie liebst, wie du mich liebst ... Gerechter
Martin Luther lehrt, "dass ein Teil der Menschen end- Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne
gültig nicht gerettet wird - Menschen nämlich, die nicht dich, und diese haben erkannt, dass du mich ge-
aus freiem Willen von Gott abgefallen, sondern von sandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen
Gott zur ewigen Verdammnis vorherbestimmt worden kund getan und werde ihn kundtun, damit die Lie-
sind ... Entsprechend nimmt er [Luther] an, dass sich im be, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in
Leben vor dem Tode am Glauben oder Unglauben eines ihnen. (Johannes 17, 21-23.25-26)
Menschen zeigt, ob er sozusagen in Richtung Himmel Anmerkung: Unheil erklärt Jesus von Nazareth mit
oder Hölle nach dem Tode fährt." (Werner Thiede, dem Gesetz von Saat und Ernte, auch über Inkarna-
Auferstehungshoffnung nach Martin Luther, Evangeli- tionen hinweg.
sche Zentrale für Weltanschauungsfragen, Impulse Nr.
34, Stuttgart 1992, S. 19)
Vgl. auch die Gegenüberstellung Nr. 31.

Nun möge jede und jeder selbst entscheiden, von welchem Geist sie / er sich
scheiden möchte, doch eine Entscheidung ist unerlässlich, zumindest wenn
man geistig gesund bleiben möchte oder endlich werden will.

Und weil das sogenannte Christentum spätestens seit Kaiser Konstantin


derartig infiltriert und manipuliert wurde, dass die Bezeichnung Christentum
schon eine fortwährende Blasphemie darstellt, haben wir bis heute auch nie
ein wirkliches am Christuswesen orientiertes Christentum gehabt, denn die-
ses ist bis heute lediglich ein Judentum für Unbeschnittene, in dem weiterhin
der trennende, exklusive und rachsüchtige Ego-Gott Jahwe zelebriert wird.
Und dieser scheint zumindest nicht der GOTT der ALLumfassenden und
ALLdurchdringenden bedingungslosen LIEBE zu sein, den uns der
CHRISTUS in Gestalt des Jesus immer wieder nahe gebracht hat bzw. an
dessen Nähe er uns erinnert hat und weiterhin erinnern will.
Und wie schon an der Endsilbe sichtbar wird, scheint sich hier eine Steige-
rungsform zu offenbaren: Irr-tum - Juden-tum - Christen-tum.
Daher möge das hier Dargestellte nun eine Ermunterung sein, das „-tum“
aufzugeben und zum SEIN in CHRISTUS zu wechseln, zum Christsein.

Was ist noch christlich? Ist Luther christlich? Seite 21 von 21