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VL Akustik und elektroakustische Medien Anton Bruckner Privatuniversität

Akustik und elektroakustische Medien


(© Erich Pintar, MSc, erstellt 04.2012)

Raumakustik

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Inhalt:

1. Allgemeines

2. Geometrische Raumakustik
2.1. Reflexion von Schallwellen
2.2. Interferenz in der Raumakustik
2.3. Schallbeugung
2.4. Diffusität
2.5. Echo
2.6. Schallbrechung

3. Statistische Raumakustik
3.1. Nachhall
3.2. Zeitlicher Aufbau des Schallfeldes
3.3. Hallradius
3.4. Schallabsorption
3.5. Absorbertypen
3.6. Energie-Zeit-Maße zur Abschätzung von Deutlichkeit und Durchsichtigkeit
3.7. Akustische Raumgestaltung
3.8. Akustische Planungskriterien
3.9. Normen
3.10. Anhang

4. Literaturhinweise

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Raumakustik

1. Allgemeines:

Die Raumakustik ist ein Teilbereich der Akustik, der sich mit der Auswirkung der
baulichen Gegebenheiten eines Raumes auf die darin stattfindenden Schallereignisse
beschäftigt. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Raumakustik liegt in der Optimierung der
Hörsamkeit in Konzertsälen, Theatern, Versammlungssälen, Schulzimmern, Fernseh- und
Rundfunkstudios, Kirchen und anderen Räumen, in denen akustische Darbietungen den
Zuhörern zugänglich gemacht werden. Weiters müssen die Eigenschaften des
menschlichen Gehörs, die Besonderheiten der Sprachverständlichkeit sowie subjektive
Hörgewohnheiten und auch die Musikästhetik mit berücksichtigt werden, weil eine
Wechselwirkung zwischen diesen Faktoren und dem Raum besteht.

Einflüsse auf die Schallausbreitung im Raum:


 Reflexion der Schallwelle
 Beugung der Schallwelle (Diffraktion)
 Brechung der Schallwelle (Refraktion)
 Streuung der Schallwelle (Diffusität)
 Absorption der Schallwelle (Dissipation)

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Die Kriterien und Maßnahmen des raumakustischen Planungsprozesses

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2. Geometrische Raumakustik:
Die geometrische Raumakustik verfolgt und bewertet den Schallverlauf im Raum vom
Schallerzeuger bis zum Schallempfänger ausschließlich nur nach raumgeometrischen
Gesichtspunkten:

 Reflexion von Schallwellen


 Interferenz in der Raumakustik
 Schallbeugung
 Diffusität
 Echo
 Schallbrechung

2.1. Reflexion:

 Reflexionen an ebene Flächen:


Bei vereinfachter Annahme, dass beim Schallrückwurf (Reflexion) kein Energieverlust
auftritt, entsprechen akustische Reflexionen jenen der optischen Reflexionen
(Einfallswinkel = Ausfallswinkel).

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 Reflexionen an Krümmungen:
Gekrümmte Reflexionsflächen führen meist zu unregelmäßiger Schallverteilung.

konkav parabolisch konvex

ungünstige Schallkonzentration günstige Schallzerstreuung sehr gute Schallverteilung

 Reflexion an einer Krümmung in Abhängigkeit zur Entfernung:

a > r/2 a < r/2

a = r/2 a>r

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Beispiele:

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2.2. Interferenz, Raummoden:


Interferenzen entstehen durch Überlagerung
(nach Reflexion an parallelen Wänden) von
direktem und indirektem Schall mit gleicher
Frequenz und Amplitude.
Stehende Wellen (Ausprägung von Wellenknoten
und Wellenmaxima) entstehen dann, wenn der
Wandabstand entweder eine halbe Wellenlänge
beträgt oder einem Vielfachen der Wellenlänge entspricht.
Das Klangbild und die Lautstärke können dadurch unausgewogen und - abhängig vom
Hörort - unterschiedlich wahrgenommen werden.

Als Raumeigenmoden bezeichnet man dreidimensionale stehende Wellen im Raum, die


bei bestimmten Frequenzen (meist Resonanzfrequenzen), die direkt mit der
Raumgeometrie verknüpft sind, auftreten. Sie entstehen durch Überlagerungen von
Direktschall und reflektiertem Schall und sind im Bassbereich bis 300 Hz besonders stark
ausgeprägt. Zu jeder Eigenmode gehört eine typische räumliche Schalldruckverteilung.
Raummoden äußern sich in einer teilweise stark ausgeprägten Orts- und

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Frequenzabhängigkeit des Schalldruckes. Bewegt man sich in einem Raum, in dem eine
Eigenmode angeregt wird, nimmt man darin stark schwankende Schallintensitäten wahr.

Dargestellt ist das Betragsquadrat des


Schalldrucks an den Wänden des
Raumes. Dunkle Bereiche entsprechen
hohen Schalldruck bzw. hohe
Lautstärke.

Raumeigenmode (1 2 1)

2.3. Schallbeugung (Diffraktion):


Beugung tritt dann auf, wenn die Wellenlänge
des Hörschalls (2cm – 20 m) groß gegenüber
der Ausdehnung des Hindernisses (Säule,
Mauervorsprung oder eine Öffnung) ist.
Tieffrequentierte Schallwellen umgehen
das Hindernis, während hochfrequente
Schwingungen abgeschirmt und am Hindernis
reflektiert werden. Es entstehen dadurch Schallschatten. Die Schallbeugung ist daher
auch frequenzabhängig.

Schallbeugung an unterschiedlich großen Öffnungen

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Beugung in einen akustischen Schatten hinter einem Hügel

Beugung in einen akustischen Schatten bei Aufwärtsbrechung

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2.4. Diffusität (Streuung):


Die Diffusität oder Diffusion beschreibt allgemein den Grad der Verteilung von
reflektiertem Schall einer Quelle im Raum und über die Zeit durch Körper in möglichst
viele Richtungen (Streuung). Sie wird gebildet durch das Verhältnis zwischen jener
Schallenergie, die innerhalb von 0,005 s beim Hörer eintrifft und der gesamten
eintreffenden Schallenergie. Das Ziel ist die möglichst gleichmäßige Verteilung der
Schallenergie auf alle Zuhörerplätze im Saal.
Schon in den ersten Konzertsälen der Geschichte erfüllten reiche Verzierungen, Rosetten
und Figuren an Balkonen und Wänden die Aufgabe von Diffusoren. Durch moderne,
schlichtere Bauweise wurde die Konstruktion von speziell konstruierten Diffusoren nötig.
Nicht nur in großen Sälen, sondern auch in kleinen Räumen, wie etwa Tonstudios oder
Übungsräumen für Musiker ist der Einsatz von Diffusoren von großer Bedeutung.
Die Struktur von Diffusoren wird so ausgelegt, dass ein möglichst großer Teil der
reflektierten Schallenergie aus der Richtung der geometrischen Reflexion herausfällt und
sich auf andere Richtungen verteilt. Außerdem wird darauf geachtet, einen großen
Winkelbereich gleichmäßig abzudecken.
Das diffuse Schallfeld baut sich umso rascher auf, je mehr es reflektiert, abgelenkt und
zerstreut wird.

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Diffusoroberflächen:

Moderne Diffusoren:

Maximalfolgendiffusor QRD- oder Schröder Diffusor

Streuung von Schallwellen im freien Schallfeld:


Wind kann zu zufälligen Druck- und Dichteschwankungen in der Luft führen. Ist die Größe
der turbulenten Wirbel etwa so groß wie die Wellenlänge der Schallwellen, so wird ein
Teil der Schallenergie gestreut und von der eigentlichen Ausbreitungsrichtung abgelenkt.
Auch Hindernisse in der Luft, deren Ausdehnung kleiner ist als die jeweilige Wellenlänge,
führen zur Streuung von Schallwellen, z.B. Zweige und Blätter im Wald.

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2.5. Echo:
Ein Echo entsteht, wenn Reflexionen einer Schallwelle so stark verzögert sind, dass man
diesen Schallanteil als separates Hörereignis wahrnimmt. Die Hörwahrnehmung kann den
Direktschall mit dem indirekten Anteil nicht mehr vermischen. Dies ist ein
psychoakustisches Phänomen. Die Verzögerungen, die ein reflektierter Schall aufweisen
muss, um separat wahrgenommen zu werden, bezeichnet man als Echoschwelle oder
Echowahrnehmungsschwelle. Die Echoschwelle ist stark abhängig von der Charakteristik
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des Schalls und dem Pegel der Reflexionen. Die zeitliche Grenze beträgt 62,5 ms ( /16 s
= 21,5 m bei einer Schallgeschwindigkeit von 344 m/s).
Unterhalb der Echoschwelle werden die Reflexionen als Nachhall wahrgenommen.

Nachhall < 62,5 ms < Echo

Echos sind insbesondere dann leicht wahrnehmbar, wenn nur eine oder nur wenige
reflektierende Flächen existieren (Hausfassaden, Felswände usw.) bei einer Vielzahl von
Eine Millisekunde Zeitverzögerung entspricht 34 Zentimeter Wegdifferenz.

Flatterecho:
Ein Flatterecho (Mehrfachreflexion) – ein ähnliches Phänomen wie das normale Echo –
tritt aber vorwiegend im höheren Frequenzbereich in Erscheinung. Begünstigt wird
dessen Wahrnehmung, wenn die andere Raumrichtung (quer zur Schallausbreitung) -
zum Beispiel durch starke Absorbierung - nur wenig Schall zurückwirft.

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Vermeidung von Flatterechos:


 Erhöhung der Diffusität
 Geeignete Absorption
 Auflösung der Parallelitäten in der Raumgeometrie

Flatterecho (Entstehung und Vermeidung)

2.6. Schallbrechung (Refraktion):


Die Schallbrechung, auch Refraktion genannt, ist ein grundlegendes Phänomen bei der
gestörten Ausbreitung von Schallwellen. Trifft eine Schallwelle unter einem gegebenen
Einfallswinkel α schräg auf eine Grenzfläche auf, so wird in der Regel - und zwar in
Abhängigkeit von den physikalischen Eigenschaften des Schallvorgangs und den
molekularen Kenngrößen des Übertragungsmediums - ein gewisser Anteil in das
schallzuführende Medium zurückgeworfen (vergleiche Schallreflexion), während ein
anderer Anteil in das aufnehmende Medium eindringt und sich dort weiter ausbreitet.
Dabei erfährt der Schall an der Grenzfläche eine Richtungsänderung, die man als
Schallbrechung bezeichnet.
Die auftretende Richtungsänderung hängt vom Verhältnis der Schallgeschwindigkeiten
des zuführenden c1 und des aufnehmenden c2 Übertragungsmediums ab. In Anlehnung
an die optische Brechzahl bezeichnet man diesen Quotienten als akustische Brechzahl
oder Schallbrechzahl n:

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Brechzahl:

Temperatureinfluss und Schallbrechung:

Zusammenfassung:
Mit Hilfe der geometrischen Raumakustik können Räume bereits vor ihrer Errichtung bis
zu einem bestimmen Grad auf ihre akustischen Eigenschaften hin untersucht werden.
Dadurch können vor allem akustische Defizite und Schwächen (bedingt durch ihre
Architektur) schon im Vorfeld erkannt und rechtzeitig auf diese aufmerksam gemacht
werden. Die Untersuchungsparameter beschränken sich auf: Reflexionseigenschaften,
Interferenz, Schallbeugung, Schallbrechung, sowie Echoerscheinungen und Diffusität.
Wesentliche Erkenntnisse betreffend der Raumwahrnehmung können jedoch nur über die
statistische Raumakustik erlangt werden, der wichtigste Parameter ist die Nachhallzeit.

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3. Statistische Raumakustik:
Die statistische Raumakustik geht von der Annahme aus, dass die Schallenergie im
Raum nach Größe und Richtung gleichmäßig (also statistisch) verteilt ist.
Vorausgesetzt wird dabei ein über die Zeit unveränderliches diffuses Schallfeld.
Die wichtigsten Kenngrößen der statistischen Raumakustik sind der Nachhall bzw. die
Nachhallzeit.

3.1. Nachhall:
Definition: Nachhall = Abklingen des diffusen Schallfeldes.
Zum Unterschied vom Echo (siehe Punkt 2.5) tritt beim Nachhall eine Verschmelzung des
direkten und indirekten (reflektierten) Schallfeldes auf. Der reflektierte Schallanteil trifft
innerhalb von 62,5 ms wieder am Hörort ein.

3.1.1. Nachhallzeit (T oder RT)


Die Nachhallzeit T60 ist jene Zeit, die vom Aussetzen einer Schallquelle an verstreicht, bis
die Schallenergie des Nachhalls um 60 dB (10-6 = 1 Millionstel) des ursprünglichen
Wertes abgesunken ist. Die Nachhallzeit wird zumeist in Terzbändern zwischen 63 Hz
und 6300 Hz messtechnisch oder rechnerisch ermittelt.
Vergleiche T30: Die Berechnung mit T30 ist dann sinnvoll, wenn aufgrund zu hoher
Nebengeräusche der Messvorgang schon nach einem Pegelabfall von 30 dB abschließt.
Dadurch können exaktere Werte erzielt werden.

Die Nachhallzeit ist unter anderem maßgebend für die Verständlichkeit im Raum. Bei zu
langer Nachhallzeit werden die Schallereignisse „verwischt“ und somit undeutlich
wahrgenommen. Bei zu kurzem Nachhall wirkt ein Raum zu „trocken“ und wird als
unbelebt empfunden.

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Die Raumakustik im Allgemeinen und die Nachhallsituation im Speziellen lösen eine nicht
unwesentliche Wechselwirkung auf Musik- und Sprachdarbietungen aus.
Eine gute Hörsamkeit im Raum ist Voraussetzung für das Wohlbefinden beim Musizieren.

3.1.2. Optimale Nachhallzeit:


Eine als optimal empfundene Nachhallzeit hängt von verschiedenen Faktoren ab; in
erster Linie von der Art der Darbietung, bei Musik vom Stil und der Besetzung, von der
Interpretation des Musikstückes, aber auch ganz erheblich von der Raumgröße, sowie
der Feinstruktur des Nachhalls (Frequenzgang, Anfangsnachhall) und vom
Zeitgeschmack. Da ein Raum ohnehin im Allgemeinen für mehrere Darbietungsarten
genutzt wird, kann es sich bei der optimalen Nachhallzeit nur darum handeln, Richtwerte
für den Nachhall im mittleren Frequenzbereich anzugeben, die möglichst nicht unter- und
überschritten werden sollten.

Kammermusik: 1,1 – 1,5 s Kino / Sprache: 0,5 – 1 s


Klassische Musik: 1,5 s Opernhaus leer: 1,3 – 1,8 s
Romantische Musik 2.1 s Opernhaus besetzt: 1,1 – 1,5 s
Kompromiss: 1,7 s Kirchen: 2 – 13 s
Probenräume: 0,5 – 0,8 s Konferenzräume: ca. 0,5 s

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Empfohlene Nachhallzeiten für Musikstile und Sprache

Frequenzabhängigkeit des Nachhalls bekannter, unbesetzter Konzertsäle:

1. Musikverein Wien
2. Alte (zerstörte) Philharmonie
Berlin
3. Symphony Hall – Boston
4. Oetkerhalle Bielefeld
5. Herkulessaal München
6. Musikhalle Hamburg
7. Royal Festival Hall London

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3.1.3. Nachhallzeitberechnung:
Berechnung nach „Sabine“:

0,163 . V
Nachhallzeit T60 = ─────────
A ges.

A = F.α

A ges = ΣA

0,163 = Sabin’sche Zahl (Konstante)


V = Raumvolumen (m³)
A = Absorption
A ges = äquivalente Absorption
F = Fläche (m²)
α = Absorptionskoeffizient
Vergleiche Nachhallzeitberechnung nach „Eyring“

3.1.4. Anhallzeit:
Die Anhallzeit ist jene Zeitspanne, bis der gesamte Raum nach Erklingen einer
Schallquelle gleichmäßig mit Schallinformation gefüllt ist. Der Anhall hängt ab von den
Abmessungen des Raumes, den Schallabsorptionsgraden seiner Begrenzungsflächen
und der Schallfrequenz.

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3.2. Zeitlicher Aufbau des Schallfeldes:


Wird ein Schallimpuls in einem Raum abgestrahlt, so wird dieser von den
Begrenzungsflächen und von Gegenständen in Abhängigkeit vom Material reflektiert,
absorbiert, zerstreut, gebündelt oder gebeugt. Dadurch treffen am Hörort nach dem
Direktschall zuerst einzelne sogenannte „erste Reflexionen“ ein. Diese frühen Reflexionen
sind sehr wichtig für das Hörerlebnis, weil sie wichtige Richtungsinformationen liefern. Die
folgenden Reflexionen verdichten sich sehr rasch und bilden insgesamt den Nachhall, der
wiederum etwas verzögert gegenüber der ersten Reflexion einsetzt. Nachhall beinhaltet
selbst keine Richtungsinformation mehr, sondern ausschließlich Rauminformation.

 Direktschall liefert Deutlichkeit, Transparenz und Entfernungsinformation


 1. Reflexionen beinhalten wichtige Richtungsinformationen
 Nachhall: beinhaltet Rauminformation

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 Eine gute Direktschallversorgung erhöht die Deutlichkeit (bei Sprache und bei
schnellen Tonfolgen), die Transparenz (Durchsichtigkeit) des Klangbildes und
liefert zusätzlich einen wichtigen Eindruck über die Entfernung der Schallquelle.
 Die Stärke und Verzögerung der ersten Reflexionen beeinflusst das Hörereignis in
verschiedener Weise. Alle Reflexionen erhöhen die Lautstärke des Direktschalls,
die Deutlichkeit aber nur dann, wenn sie um weniger als 50 ms verzögert sind.
 Ein Raum erscheint umso größer, je mehr die erste Reflexion verzögert ist, umso
kleiner und enger, je früher sie eintrifft.

3.3. Hallradius:
Bei einem statistischen Schallfeld überlagern sich direktes und indirektes Schallfeld. Der
Hallradius oder auch Hallabstand beschreibt jene Entfernung von der Schallquelle, bei
welcher Energiegleichheit zwischen Direktschall und reflektiertem Schallanteil herrscht.
Idealerweise wird dabei eine kugelförmige Schallausbreitung angenommen.

V
rH = 0,057 .
T

0,057 = Konstante
rH = Hallradius (m)
V = Raumvolumen (m³)
T = Nachhallzeit (s)
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Beispiel:
Raumvolumen: 37,5 m3
Nachhallzeit: 1,925 s
Daraus erhalten wir mit der Formel für den Hallradius:

Hallradien in Abhängigkeit von Raumvolumen und Nachhallzeit

Der Hallradius ist ein akustischer Kennwert und wird meist in der Fachliteratur zusammen
mit der Nachhallzeit (T60 bei 500 Hz), dem Raumvolumen, der Anzahl der Sitzplätze und
dem Raumvolumen pro Sitzplatz (ca. 6 – 9 m³ pro Platz) angegeben.

3.4. Schallabsorption (Dissipation):


(bedeutet: aufsaugen, in sich aufnehmen)
Bei der Betrachtung der Schallreflexion wurde vereinfacht angenommen, dass der
Schallrückwurf verlustfrei erfolgt. Dies ist in der Praxis jedoch nicht der Fall. Ein Teil des
Schalls wird nicht reflektiert, gebrochen oder gebeugt, sondern von den
Begrenzungsflächen des Raumes absorbiert. Der Grad der Absorptionsfähigkeit hängt ab
vom Material der Begrenzungsoberfläche, von der Konstruktionsart bestimmter
Absorbertypen und –systeme sowie von der Frequenz.
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0,163.V 0,163.V
A=Fα→T= →A=
Ages . T

Absorptionskoeffizient α = Verhältnis zwischen absorbierter und gesamter


Schallenergie.
α = 1 ( = 100%) → totale Absorption
α=0(= 0%) → keine Absorption → totale Reflexion

Der Absorptionskoeffizient α ist dem Akustiker mittels eigener Tabellen, Datenbanken


oder sonstiger Materialpublikationen bekannt. Dieser Wert wird in Abhängigkeit von
bestimmten aussagekräftigen Frequenzen angegeben. Häufig werden die α – Werte bei
folgenden Oktavfrequenzen dokumentiert (125, 250, 500, 1000, 2000, 4000 und 6300
Hz). Durch die starke Frequenzabhängigkeit der Absorption (speziell bei porösen, rauen
und weichen Materialien) ist auch die Nachhallzeit T 60 frequenzabhängig.
Glatte und harte Oberflächen sind hingegen nur wenig von der Frequenz abhängig.

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3.5. Absorbertypen:

3.5.1. Absorber verschiedener Frequenzen:


1. Höhenabsorber (ab 1 kHz):
Der Absorptionsbereich liegt über 1 kHz. Als Höhenabsorber wirken hauptsächlich
„poröse“ Absorber wie Faserstoffe (Stein-, Glas-, Baum- oder Schafwolle), Textilien
(Vorhänge, Teppiche, Polstermöbel) und Schaumstoffe. Auch Publikum wirkt als guter
Höhen- und Mittenabsorber.
Die Wirkungsweise liegt darin, dass die auftreffende Schallenergie in den zahlreichen
Poren und Fasern durch Reibung in Wärmeenergie umgewandelt wird.
Das Schallschnellemaximum (maximale Absorptionsfähigkeit) liegt bei einem Viertel der
Wellenlänge, also bei λ / 4.

Einfluss der Wellenlänge λ,


der Absorberdicke und des
Abstandes Absorber/Wand
auf die Absorption.

a Absorber direkt auf die Wand gesetzt


b Absorber auf Lattenrost (2,2 cm) vor der Wand befestigt

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Ein einfacher, jedoch sehr wirksamer Höhenabsorber ist ein frei hängender, dicht
gewebter, schwerer Vorhang. Er absorbiert dabei jene Wellenlängen, die kürzer als der 4-
fache Abstand zwischen Wand und Vorhang sind (λ / 4). Eine zahlreiche Faltenbildung
garantiert einen regelmäßigen Frequenzgang.

8500
Untere Grenzfrequenz (Vorhang): fu 
d

d (cm) Abstand zwischen Wand und Vorhang

c 34.000 8500
Diese Formel ist abgeleitet von: f   
 4d d

d=   4.d
4

2. Mittenabsorber (300 – 1 kHz):


Wird der Wandabstand eines Höhenabsorbers (z.B. durch Lattenrost) oder die
Schichtdicke des Absorbers vergrößert und eine löchrige, perforierte Abdeckung gewählt,
so entsteht ein Mittenabsorber. Ebenso eignen sich sogenannte Plattenschwinger zur
Mittenabsorption (siehe später).

Absorptionsverlauf eines Mittenabsorbers

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3. Tiefen-, Bassabsorber (70 – 300 Hz):


Häufiger Aufbau: Luftdichte Montage von Sperrholzplatten auf einen Lattenrost, der
Zwischenraum wird mit schalldämmenden Faserstoffen ausgefüllt und somit bedämpft.
Je tiefer die Absorptionsfrequenz, desto häufiger kommen sogenannte Resonanz-
systeme, wie Platten- oder Folienschwinger und Helmholtz-Resonatoren zum Einsatz. Die
Ausführung erfolgt über die Dimensionierung der Resonanzraumes.
Die Resonanzfrequenz sinkt mit zunehmendem Flächengewicht (bei Plattenschwingern)
oder mit steigendem Wandabstand (Helmholtz-Resonatoren).

Bei den Resonanzabsorbern wirkt das sogenannte „Masse-Feder-Prinzip“. Die Masse


kann entweder durch die Abdeckplatte oder durch den Luftpfropfen gebildet werden. Als
Feder wirkt immer der Luftpolster im Innenraum des Absorbers.

Absorptionsverlauf eines Tiefenabsorbers (a: mit Resonanz, b: ohne Resonanz)

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3.5.2. Funktionsweise von Absorbern:


 Reibung durch Luftbewegung in Poren:
Durch die Bewegung der schwingenden Luftteilchen in offenporigen Materialien
(Faserstoffe, ...) wird Schallenergie durch Reibung entzogen und in Wärmeenergie
umgewandelt. Die Absorption ist bei höheren Frequenzen in einem relativ breiten
Frequenzbereich wirksam.

 Reibung durch Resonanz verstärkte Luftbewegung in Helmholtz-Resonatoren:


Die Luftbewegung wird im Hals der Hohlraumresonatoren durch Resonanz
verstärkt. Dadurch wird die Reibung und damit die Absorption vergrößert. Diese
Absorber sind in einem relativ schmalen Frequenzband um die Resonanzfrequenz
wirksam (hauptsächlich als Mitten- aber auch als Tiefenabsorber verwendet).
Existierende Raummoden im Tieftonbereich können damit gezielt bekämpft
werden.

 Anregung von Platten zum Mitschwingen:


Dem Schallfeld wird dadurch Energie entzogen, dass Platten, die verglichen mit
Luft ein sehr hohes spezifisches Gewicht (Masse) haben, zum Mitschwingen
angeregt werden, in ihrer Bewegung aber durch federnde Unterlagen und innere
Reibung gedämpft werden. Die Absorption ist schmalbandig, kann aber durch
Kombination verschiedener Elemente breitbandig gemacht werden.
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Verschiedene Absorberaufbauten:
Überblick:

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Helmholtz-Resonatoren:

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Platten- Membranschwinger:

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Breitbandabsorber:

Breitbandabsorber bieten bis zur unteren


Grenzfrequenz einen gleichmäßigen
Schallabsorptionsgrad. Durch den
speziellen Aufbau und die
Materialkombinationen werden die unteren
Grenzfrequenzen der Breitbandabsorber
bereits bei einer Materialstärke von 21cm
erreicht.

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Absorptionsgrade:

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Äquivalente Absorptionsflächen:

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3.6. Energie-Zeit-Maße zur Abschätzung von Deutlichkeit und


Durchsichtigkeit:

Deutlichkeit

Der Schallanteil, der den Zuhörer als erstes erreicht, wird als Direktschall bezeichnet.
Dieser wird zeitlich gefolgt von den frühen Schallreflexionen. Der Anteil der Schallwellen,
welcher innerhalb der ersten 50 ms beim Zuhörer eintrifft, trägt positiv zur Deutlichkeit bei.
Alle später eintreffenden Reflektionen werden als undeutlich und störend empfunden.

3.6.1. Deutlichkeitsmaß C50:


C50 wurde als Kriterium für Räume mit Sprachnutzung entwickelt, es ist ein Maß für die
Deutlichkeit einer Sprachdarbietung, es ist ein logarithmisches Maß und wird in dB
angegeben. Dieser Wert gibt an, wie gut der Vortragende an einem bestimmten
Zuschauerplatz verstanden werden kann. Das Deutlichkeitsmaß beschreibt das
Verhältnis zwischen jener Schallenergie W 0...50ms, die innerhalb von 50 ms am Hörort
eintrifft zur restlichen Schallenergie W 50ms. Der Wertebereich für gute
Sprachverständlichkeit liegt zwischen –3 dB und +2 dB. Je höher das Deutlichkeitsmaß,
desto besser die Sprachverständlichkeit.

W0...50ms
C50 = 10*log
W50ms

3.6.2. Klarheitsmaß C80:


C80 ist das Verhältnis der im Zeitraum bis 80 ms nach dem Direktschall eintreffenden
Schallenergie am Hörerort zur gesamten (nach dem Zeitpunkt 80 ms am Hörerort

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eintreffenden) Schallenergie. Das Klarheitsmaß kennzeichnet die Durchsichtigkeit und


Transparenz (Erkennbarkeit) einzelner aufeinander folgender Töne und wird ebenso in dB
angegeben. Dieser Wert ist ein objektives Kriterium für die Bewertung von Räumen für
Musikdarbietungen. Der Wertebereich für gute Klarheit bei klassischer Musik beträgt –2
bis +2 dB, bei Unterhaltungs-, bzw. Popmusik +4 bis +6 dB.

W0...80ms
C80 = 10*log
W80ms

3.7. Akustische Raumgestaltung:

Ziele der akustischen Raumgestaltung:


 gute Schallabstrahlung
 geeignete Verzögerung und Lenkung der 1. Reflexion
 günstige Gestaltung der Nachhallzeit; des Frequenzganges und der Diffusität

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Direktschall/1. Reflexionen:
Bei guter Sichtverbindung zur Schallquelle ist normalerweise auch reichliche
Direktschallversorgung gewährleistet.
Die ersten Reflexionen werden durch Reflektoren an den Wänden (freihängend,
Seitenfächer, Lamellen) und durch Deckenreflektoren zu den Hörerplätzen geleitet.
Unerwünschte Effekte können durch unbehandelte parallele Wände entstehen (z.B.
Flatterechos) und lassen sich durch Neigung von mindestens einer Wand (Unparallelität)
oder durch Absorptionsmaterial beheben. Echos können durch Erhöhung der Diffusität
(z.B. Kassettenkonstruktionen an der Decke) weitgehend vermieden werden.

Gestaltung der Nachhallzeit:


Die Nachhallzeit ist durch die Raumform und das Raumvolumen vorgegeben und wird
durch geeignete Schallabsorber gelenkt.
Für folgende Frequenzbereiche gilt:
 f < 160 Hz: Platten-, Helmholz-, Folien-, Lochresonatoren
 300 Hz - 1000 Hz: dicke Mineralfaserstoffe, Resonatoren (auf Lattenkonstruktion)
 f > 1000 Hz: poröse Materialien direkt an der Wand

Bedingung:
Absorber müssen an der Decke und auf mindestens zwei zueinander senkrecht
stehenden Wandflächen angeordnet werden. Der Einsatz von veränderbaren Reflektoren
oder Absorbern kann besonders bei Mehrzweckräumen sinnvoll sein.

Einfluss des Publikums:


Das Publikum absorbiert mittlere bis höhere Frequenzen.
Durch Polsterstühle kann der raumakustische Unterschied zwischen leerem und voll
besetzten Saal gut ausgeglichen werden (ca. 70 – 80 %).

Toleranzen:
Im Frequenzbereich von 250 – 2.000 Hz soll die Nachhallzeit um nicht mehr als 25.%
vom Wert bei 500 Hz abweichen. Die Nachhallzeit bei 500 Hz ist ein repräsentativer Wert,
der auch meist als sogenannte „Einzahlangabe“ als Vergleichswert herangezogen wird.

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3.8. Akustische Planungskriterien:

 Ausreichende Direktschallversorgung
 Viele frühe Reflexionen
 Vermeidung von Flatterechos
 Optimale Nachhallgestaltung über den gesamten Frequenzgang
 Hohe Diffusität
 Gleichmäßige akustische Situation auf allen Plätzen
 Möglichst geringe Abhängigkeit von der Saalbesetzung
 Minimierter Störgeräuschpegel von außen

3.8.1. Planungsschritte:
 Klärung aller relevanten Randbedingungen mit dem Architekten im Vorfeld
 Welche akustischen Maßnahmen sind denkbar?
 Raumgeometrie auf Direktschallkriterien und Reflexionseigenschaften prüfen
 Volumenkennzahl in Abhängigkeit der geplanten Saalnutzung und Sollabsorption
prüfen
 Erforderliche Gesamtabsorption für ausgeglichene Nachhallstruktur bestimmen
 Absorberart und –verteilung festlegen
 Optimierung der akustisch relevanten Bauteile (Neigung der Reflektoren,
Ausrichtung der Absorber,...)
 Echogefährdung prüfen
 Besprechung aller kritischen Punkte mit dem Architekten

3.8.2. Dokumentation des Istzustandes:


 Messung aller akustisch erfassbaren Parameter
 Überprüfung mit den Sollwerten laut Planung
 Gegebenenfalls Nachbesserung
 Dokumentation des gesamten akustischen Projektes

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Einschub: „Goldener Schnitt“


Dieses besondere Verhältnismaß wurde erstmals bereits ca. 300 v. Chr. vom Griechen
Euklid erwähnt. Das Teilungsverhältnis wird vom Menschen als harmonisch und
angenehm empfunden und ist vor allem bei Formproportionen und Flächenteilungen in
Kunst und Architektur zu finden.
Definition:
Zwei Strecken stehen im Verhältnis des Goldenen Schnittes, wenn sich die
größere zur kleineren Strecke verhält wie die Summe aus beiden zur größeren.

Die Goldene Zahl Φ ist das Verhältnis zwischen der größeren zur kleineren Seite.

Ein Goldenes Rechteck lässt sich daher stets


in ein kleineres, ebenfalls Goldenes, und ein
Quadrat zerlegen

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3.8.3. Messung in der Raumakustik:


Zur Erfassung der Nachhallzeit und zur Beurteilung der Reflexionen in einem Raum
werden Impulsantworten oder sogenannte Reflekogramme eines Raumes aufgenommen.
Dabei wird der Schalldruck in Abhängigkeit von der Zeit nach einer Impulsanregung, z. B.
durch einen Pistolenschuss, dargestellt. Die Raumantwort (Abfall des diffusen
Schallfeldes) wird in Terzabständen erfasst und dargestellt. Ein repräsentatives
Messergebnis erhält man nur nach einer Mehrfachmessung und anschließender Mittelung
aller Werte.

Reflektogramme von Räumen unterschiedlicher Hörsamkeit

Herkömmliche Messvariante:
Anregung des zu messenden Raumes mittels Rauschen aus einem Mehrfachlautsprecher
(siehe Abbildung).

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3.8.4. Modellierung von Räumen:


Physikalische Modelle:
Verkleinerte Nachbildung von Räumen (Maßstab 1:8 bis 1:100), Untersuchung der
raumakustischen Eigenschaften mit elektroakustischen Mitteln.
Computermodelle:
Nachbildung von Raum und akustischem Geschehen auf CAD-Basis.
Auralisierung:
Hörbarmachen von akustischen Darbietungen auf der Basis von Modellierungen

Gipsmodell der Dresdner Oper vor deren Erbauung

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3.9. Normen:
Ö-NORM 8115-3, Fassung 2005

Anzustrebende Nachhallzeit:

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Toleranzbereiche:

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3.10. Anhang:

Großer Musikvereinsaal Wien (Goldener Saal)

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Großer Saal, Wiener Konzerthaus

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Brucknersaal Linz

Rückwand

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Seitenwand

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Längsschnitt

Grundriss

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Marmorsaal, Stift St. Florian

Berliner Philharmonie

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Royal Festival Hall London

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Grundrissformen:

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4. Literaturhinweise:

Meyer, J.: Akustik und musikalische Aufführungspraxis


Dieses sehr schön gestaltete Buch gibt einen Überblick über die wichtigsten
Musikinstrumente, beschreibt ihre Wirkungsweise und stellt die Richtcharakteristiken ihrer
Schallabstrahlung dar. Ein Muss für jeden Akustiker, der sich mit Räumen beschäftigt, in
denen Musik unterrichtet, geübt oder aufgeführt wird; ein Genuss für jeden, der ein
Instrument spielt.
Verlag Erwin Bochinsky, Frankfurt am Main 1995
ISBN 3-923639-01-5

Barron, M.: Auditorium Acoustics and Architectural Design


Auditorium Acoustics and Architectural Design bietet eine ausführliche Analyse des
akustischen Designs von Konzertsälen, Theatern, Opernhäusern und Mehrzwecksälen.
Das Buch enthält 40 Fallstudien und architektonischen Zeichnungen von 70 Auditorien im
Maßstab 1:500. Es ist eine wertvolle Informationsquelle für Architekten, Akustiker und
Ingenieure. In Englisch.
E&FN Spon, London 1993
ISBN 0-419-17710-8

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Fasold, W.; Veres, E.: Schallschutz und Raumakustik in der Praxis


Hier werden die Grundlagen der Raum- und Bauakustik mit vielen praktischen Beispielen
ausführlich erklärt. Das Buch ist für Studenten des Bauingenieurwesens und der
Architektur ebenso geeignet wie für den Praktiker und Planer im Hochbau.
Verlag für Bauwesen, Berlin 2003
ISBN 3-345-00549-2

Heckl, M.; Müller, H. A.: Taschenbuch der Technischen Akustik


Eine Zusammenstellung der wichtigsten Gebiete der Technischen Akustik: Grundlagen,
Messtechnik, numerische Methoden, Gehörschutz, Geräuschimmissionen und -
emissionen, elektrische und mechanische Maschinen, Verkehrslärm, Schallabsorption,
Schalldämmung, Raumakustik, Beschallungstechnik.
Springer Verlag, Berlin Heidelberg New York 1994
ISBN 3-540-54473-9

Randall, R. B.: Frequency Analysis


Eine anschauliche Einführung in die Welt der Signalverarbeitung. Beginnend bei den
Grundbegriffen wie Betrag und Phase einer Schwingung werden Stück für Stück die
Fourier-Analyse, Faltung und Hilbert-Transformation und schließlich deren Anwendungen
in der Messtechnik erklärt. In Englisch.
Brüel&Kjær 1987
ISBN 87 87355 07 8
Ford, R. D.; McGormick, M. A.: Panel Sound Absorbers. J. Sound Vib. 10 (1969), H. 3, S.
411-423.

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Hunecke, J.; Zha, X.: Akustische Eigenschaften von Diffusoren aus mikroperforierten
Streifen. Rundfunktechnische Mitteilungen 42 (1998), H. 1, S. 1-12.
Maa, D.-Y.: Microperforated-Panel Wideband Absorbers. Noise Control Engineering
Journal 29 (1987), H. 3, S. 77-84.

Meyer, E.; Bohn, L.: Schallreflexionen an Flächen mit periodischer Struktur. Acustica 2
(1952), Beiheft 4, S. 195-207.

Meyer, E.; Kuttruff, H.; Rischbieter, F.: Messung der Schallstreuung an Flächen mit
periodisch wechselnder Impedanz (Phasengittern). Acustica 12 (1962), H. 5, S. 334-341.
Schroeder, M. R.: Diffuse sound reflection by maximum-length sequences. J. Acoust.
Soc. Am. 57 (1975), H. 1, S. 149-150.

Schroeder, M. R.: Binaural dissimilarity and optimum ceilings for concert halls: More
lateral sound diffusion. J. Acoust. Soc. Am. 65 (1979), H. 4, S. 958-963.

DIN 15996: Elektronische Laufbild- und Tonbearbeitung in Film-, Video- und


Rundfunkbetrieben. (April 1996).

DIN 18041: Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen Räumen. (Mai 2004)


DIN EN 20354: Messung der Schallabsorption im Hallraum. (Juni 1993).
ÖNORM B 8115-3: Schallschutz und Raumakustik im Hochbau, Teil 3: Raumakustik.
(November 2005)

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