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ADS-Kinder:

Die Zukunft der Menschheit


Hanspeter Diboky

ADS-KINDER:
DIE ZUKUNFT DER MENSCHHEIT
Überarbeitete und erweiterte Fassung einer Aufnahme
der in Küsnacht im Februar 2006 gehaltenen Vorträge.

D E LTA D Y N A M I K
in den Feldern
1. Auflage
© 2006 CMD Publishing, Zürich
Alle Rechte vorbehalten.
Satz & Gestaltung: Christian Diboky, Zürich
www.cmdpublishing.ch
ISBN-13: 978-3-033-00790-1
ISBN-10: 3-033-00790-2

Printed in Switzerland.
Ich danke meiner Frau und meinen Kindern für ihr Mitdenken
und ihre Anregungen sowie für die technische Umsetzung.
Inhalt
Einleitung 11
Gegenwärtigkeitstest 13
Eine immer grösser werdende Minderheit 14
Wie wache ich auf ? 16
Aufwachen in den Vergangenheitsstrukturen 18
Die Egostruktur 19
Ich bin 21
Wo bin ich? 22
Wo sind die ADS-Kinder? 23
Wo sind die Normalbürger? 25
Ein neues Menschenbild 27
Unter- und überbewusste Felder 29
Der Mensch 31
Die Geist-Seele 31
Der Seelen-Leib 31
Der Leib 33
Geist, Seele und Leib 33
Vom Körper- zum Feldbewusstsein 36
Wie kommt man ins G-Feld? 39
1. Übung 40
2. Übung 42
3. Übung 44
Was ist im Nichts? 46
Die biologische Evolution 48
Die postbiologische Evolution 50
Die Felder bei den ADS-Kindern 52


Mit Drogen ins G-Feld? 54
Wie wirkt Ritalin? 55
Das schwierige Leben von ADS-Kindern 57
Delta Dynamik: Das Umsetzen der Felderkenntnis 60
Tipps 62
Zusammenfassung 65
Ausblick 66
Literaturhinweise 72

10
Aufwachen ist der erste Schritt
zur Selbsterkenntnis.

*
Was ich nicht bin – meine Egostruktur – erkenne ich
nur durch Aufwachen.

*
Was ich bin – meine Individualität – kann ich nicht
erkennen, sondern nur bewusst sein . Mein Bewusstsein erlebt
sich in der Gegenwart, erlebt sich im Sein.

Hanspeter Diboky
Einleitung

ADS heisst Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom. Beobachtet


man ADS-Kinder, stellt sich schnell heraus, dass sie kein
Defizit in ihrer Aufmerksamkeit haben. Ganz im Gegenteil:
Sie sind äusserst aufmerksam! Sie leben in ihrem Umfeld
mit grösster Aufmerksamkeit. Das Defizit besteht lediglich
darin, dass sie mit ihrer Aufmerksamkeit nicht bei den Auf-
gabenstellungen sind, wo wir sie als Eltern oder Lehrer ger-
ne hätten. Eigentlich müsste man die Bezeichnung ADS für
unsere heutige moderne Gesellschaft anwenden. Wo man
hinblickt sieht man Aufmerksamkeitsdefizitsyndrome:
Beim Zappen am TV-Gerät, beim Musikhören während
man einer anderen Beschäftigung nachgeht, beim Gespräch.
Wer kann heute noch mehr als 30 Sekunden konzentriert
zuhören, ohne innerlich abzuschweifen oder äusserlich zu
unterbrechen? Wer ist fähig einen Gegenstand, eine Pflan-
ze, ein Bild nur 20 Sekunden zu betrachten? Wenn wir
wirklich aufmerksam wären, würden wir das Aufmerksam-
keitsdefizit nicht primär bei den ADS-Kindern, sondern
als Urphänomen unserer Gesellschaft bemerken.
Aufmerksamkeit ist immer auch Gegenwärtigkeit. Wie lan-
ge sind wir wirklich gegenwärtig im Verlaufe eines Tages?
Gegenwärtig sein heisst: Keine störenden Gedanken tau-
chen in mir auf, ich widme mich mit voller Aufmerksamkeit
meiner Aufgabe. Ich denke nicht, was nach dieser Tätigkeit
sein wird. Ich frage mich nicht, wie man über meine jetzige
Tätigkeit urteilen wird. Ich überlasse mein Tun nicht mei-
nen Gewohnheiten, dem «Autopiloten».
Den grössten Teil des folgenden Vortrags kann jeder auf-
merksame Zeitgenosse durch Beobachtung seines eigenen
 Mit ADS-Kindern sind auch Kinder mit ADHS, Asperger, Autismus, Legas-
thenie, Diskalkulie und ganz wache, hochbegabte «normale» Kinder gemeint.
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Wesens nachvollziehen. Ebenso kann man auf der Grund-
lage, die man sich durch Selbstbeobachtung geschaffen
hat, die ADS-Kinder beobachten und sich selbst davon
überzeugen, dass sie nicht krank sind. Allerdings kommt
man dann zum Schluss, dass unsere Gesellschaft krank
sein muss. Normalität ist heutzutage ein krankhafter Zu-
stand (Kühlewind, 2005). Diese Schrift soll anregen, die
Phänomene selbst zu beobachten und aus der Erkenntnis,
die man dabei erringt, entsprechend handeln zu können.
Das Thema Aufwachen wird permanent wiederholt, weil
es das Zentralanliegen des Vortrags ist und aus den ver-
schiedensten Gesichtspunkten beleuchtet werden soll. Am
Ende des Vortrags sollte man seinen Wachheitsgrad ge-
steigert haben und mit andern Augen die Welt betrachten
können. Der Vortrag ist ein Hindernislauf durch unsere
festgefahrenen Strukturen, er ist anstrengend. Aufwachen
und wach bleiben ist ohne innere Aktivität nicht möglich!
Die Leere nach den einzelnen Kapiteln soll anregen, sich
selbst zu beobachten und eigene Gedanken zu bilden. Das
Logo und die kurzen Sätze können eine Meditationshilfe
zum Thema sein.

Das Ich-Bewusstsein ist nicht das Bewusstsein vom wahren Ich,


sondern das Bewusstsein meiner Egostruktur.

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Gegenwärtigkeitstest

Der Durchschnittsbürger von heute hat keinen Begriff


mehr, was Gegenwärtigkeit überhaupt bedeutet. Was ist
Gegenwärtigkeit?
Ich lasse mich nicht durch Gedanken und aus der Seele auf-
steigende Emotionen ablenken. Zukunftsängste begleiten
meine Tätigkeit nicht. Ich lebe mit voller Aufmerksamkeit
in der Gegenwart. Ich arbeite mit Hingabe. Ich bin bei jeder
Tätigkeit mit voller Aufmerksamkeit dabei. Keine Tätigkeit
ist so unbedeutend, dass ich Zeit und Energie habe, sie mit
Musikhören oder anderen Begleitphänomenen interessanter
zu gestalten. Dies ist Gegenwärtigkeit!

Wie lange bin ich täglich gegenwärtig?

• Beim Essen? Anzahl Minuten:


• Beim Arbeitsweg? Anzahl Minuten:
• Bei meiner Arbeit? Anzahl Minuten:
• In meiner Freizeit? Anzahl Minuten:

Total:

Der Normalbürger ist vermutlich maximal 30 Minuten


pro Arbeitstag gegenwärtig. Mit anderen Worten sind wir
höchstens 5% unseres wachen Lebens gegenwärtig! Da Ge-
genwärtigkeit auch mit Wachheit gleichzusetzen ist, kann
man sagen, dass der Normalbürger von heute etwa 95%
seines Lebens in einem wachen Traumzustand verbringt.
Wenn wir leben, sind wir nur ganz selten anwesend. Wir
schlafen auch, wenn wir glauben wach zu sein. Wir leben
nicht, wir werden gelebt!

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Eine immer grösser werdende
Minderheit
Da ADS, ADHS, Asperger-Autismus, Legasthenie, Dis-
kalkulie, Autismus und Hochbegabungen immer häufiger
auftreten – man spricht schon von epidemischem Auftreten
– wird man in Zukunft nicht mehr von einer Minderheit
sprechen können, deren Probleme einige Fachleute lösen
sollen. Wie im Weiteren gezeigt werden soll, ist dieses epi-
demische Auftreten keine Krankheit, sondern ist ein wich-
tiger Faktor im Bewusstseinswandel der Menschheit. Es
ist nicht erstaunlich, dass der heutige Bewusstseinszustand
der modernen Menschheit, nämlich das Verschlafen der
Wachzustände des täglichen Lebens, zu den uns längst be-
kannten bedrohlichen Zuständen auf der Erde im Kleinen
und im Grossen geführt hat. Es ist höchste Zeit, dass wir
aufwachen!
Die ADS-Kinder sind seit ihrer Geburt schon aufgewacht.
Sie werden betreut und erzogen von schlafenden Eltern und
schlafenden Lehrern, die erst dann ein bisschen aufwachen,
wenn sie von diesen Kindern im Schlafen allzu stark ge-
rüttelt werden. Nicht die Gesellschaft hat ein Problem mit
den ADS-Kindern, sondern die ADS-Kinder mit unserer
Gesellschaft.
Im Schlaf kann man den Wachzustand nicht begreifen.
Unser Problem ist es heute, dass wir meinen zu wachen,
aber das Wichtige verschlafen. Wie können wir aus diesem
Teufelskreis ausbrechen? Schlafen in einer Zeit, in der wir
wachen sollen, kann sehr gefährlich werden. Die Weltlage
zeigt uns dies täglich. Auch im Zusammenleben mit ADS-
Kindern können wir in gefährliche Gewässer gelangen. Wie
die unsinkbare Titanic unterging, so gehen im Zusammen-

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leben mit ADS-Kindern Familien unter, Klassen kommen
vom Kurs ab und die meisten Institutionen sind überfordert,
weil man es verpasst hat, frühzeitig aufzuwachen.
Auch im Wachzustand ist es nicht einfach mit ADS-Kin-
dern zusammenzuleben. Man hat jedoch gute Chancen das
Zusammenleben so zu gestalten, dass es für alle Beteiligten
menschlich wird. Menschlich leben bedeutet, nicht weiter-
zuschlafen, sondern aufzuwachen. Im Zustand des Auto-
piloten sind wir Roboter – nicht Menschen. Menschlich
Leben ist immer mit innerer Anstrengung verbunden, weil
aufwachen ohne innere Aktivität nicht möglich ist. Alte
Strukturen, Automatismen, Vorurteile, d.h. Urteile aus
der Vergangenheit, die der gegenwärtigen Situation über-
gestülpt werden, sind die Voraussetzungen für unmensch-
liches Handeln. Im Umgang mit ADS-Kindern können wir
Menschen werden.

Mein gegenwärtiges Lächeln öffnet das Tor zum andern Ich.

17
Wie wache ich auf ?

Aufwachen ist eintreten in die Gegenwart. Deshalb ist der


erste Schritt beim Aufwachen, dass man sich bewusst wird,
was alles Vergangenheit ist. Im Grossen gedacht, ist der
ganze Kosmos, die gesamte Schöpfung – die heute abge-
schlossene Phase der biologischen Evolution – Vergangen-
heit. Auch unser menschlicher Leib und die mit dem Leib
verbundene und vom Leib abhängige Leib-Seele ist Vergan-
genheit. Alle Instinkthandlungen der Tiere und Menschen
sind vergangenheitsgesteuert. Erst in der postbiologischen
Evolution (Pearce, 2005) beginnt die Gegenwart. Die post-
biologische Evolution kann erst mit den aufgewachten und
gegenwärtigen Menschen beginnen. Ohne Menschen, die
sich zum Teil aus den vergangenheitsgesteuerten Instinkt-
handlungen lösen können und ganz gegenwärtig, schöpfe-
risch tätig sein wollen, gibt es keine postbiologische Evo-
lution. Die Phase der Evolution, in der wir heute stehen,
ist die Phase der Evolution des menschlichen Bewusstseins.
Ein Bewusstsein, das sich nicht nur seines Leibes und der
damit verbundenen Seelenstruktur bewusst ist, sondern ein
Bewusstsein, das sich in der Gegenwart unabhängig vom
Leib im leiblichen Dasein seiner selbst bewusst wird. Ein
Bewusstsein, das bildlich gesprochen, aus der Gegenwart auf
die Vergangenheitsstrukturen seiner Leib-Seele hinabblickt
und erfährt, dass es in sich selbst auch ohne Abhängigkeit
vom Leib existiert. Mit andern Worten ist die Menschheit
heute am Punkt angelangt, an dem jeder Mensch durch
Selbstbeobachtung ein Bewusstsein des in jedem mensch-
lichen Wesen existierenden individuellen Geistes bekom-
men kann. Jeder kann sich heute selbst davon überzeugen.
Wir beginnen heute bewusst im Feld der Gegenwart des

18
Geistes, der Aufmerksamkeit, zu leben! Die Evolution des
Bewusstseins kann uns nicht von aussen (von Gott oder
dem Zufall) gegeben werden. Von aussen können uns nur
die Probleme, die wir lösen sollten, gegeben werden. Da wir
die meisten Probleme schlafend nicht mehr nachhaltig lö-
sen können, erleben wir die Notwendigkeit des Aufwachens
existentiell.
ADS-Kinder sind die Vorkämpfer der postbiologischen
Evolution, indem sie uns so lange wecken, bis wir beginnen,
selbst aufzuwachen. Da die biologische Evolution Jahrmil-
lionen dauerte und die postbiologische Evolution für die
Mehrheit der Menschen erst seit ungefähr hundert Jahren
möglich ist, ist das Bewusstsein für die neuen Verhältnisse
in der menschlichen Bewusstseinsevolution noch nicht all-
gemein bekannt. Die letzten hundert Jahre Geschichte ge-
ben uns einen deprimierenden Anschauungsunterricht, was
geschieht, wenn die Mehrheit der Menschen, inklusive der
wissenschaftlichen, politischen und religiösen Elite, nach
den Gesetzen der Vergangenheit das Zusammenleben der
Menschen regeln will. Wir können uns auf jedes ADS-Kind
freuen, das unsere Welt der alten Strukturen kompromiss-
los in Frage stellt und zum Bewusstseinswandel beiträgt.

Das Bewusstsein vom wahren Ich erhalte ich nur durch


Aufwachen, durch gegenwärtig sein.

19
Aufwachen in den
Vergangenheitsstrukturen
Gegenwärtigkeit kann nur im menschlichen Seelenleben
zur Realisierung kommen. Der seelische Normalzustand
ist dadurch charakterisiert, dass ich mich mit meinen Ge-
danken und Gefühlen identifiziere. Meistens werden durch
Gedanken, die im Seeleninnenraum auftauchen auch Emo-
tionen aktiviert. Ich werde vom Gedanken-Emotionsstrom
mitgewirbelt und glaube, dass ich mit diesem Strom iden-
tisch bin. Jeder kann beobachten, wie Gedanken und Emo-
tionen auftauchen. Lasse ich mich nicht mitreissen, werde
ich wach. Dadurch erlebe ich mich als ein auf dem Turm
der Gegenwart stehendes Ich, das den unter sich fliessenden
Gedanken-Emotionsströmen zuschaut, die aus der Vergan-
genheit in die Gegenwart strömen. Sogar wenn ich meine
gedachten Gedanken beobachte, muss ich feststellen, dass
diese schon Vergangenheit sind. Gegenwärtig bin ich nur,
wenn ich etwas mit voller Aufmerksamkeit beobachte. Beim
Beobachten bin ich gegenwärtig, das Beobachtete ist schon
Vergangenheit!
Schon einmal Gedachtes, schon einmal Gefühltes gehört
zur Vergangenheitsstruktur des Seelenlebens. Man kann
diese Struktur auch Egostruktur nennen (Tolle, 2004).

Leben in der Egostruktur ist leben in der Vergangenheit.

20
Die Egostruktur

Die Egostruktur besitzt kein Bewusstsein der Gegenwär-


tigkeit. Meine Egostruktur ist es, die im täglichen Leben
agiert und das uns bekannte Selbstbewusstsein entfaltet.
Die Egostruktur – eine Vergangenheitsstruktur – kann
selbstverständlich kein Bewusstsein der echten Gegenwart
entwickeln. Sie verschläft die Gegenwärtigkeit des eigenen
Ich-Wesens, indem sie den Menschen meinen lässt, er sei
wach. Sobald ich meine Egostruktur beobachte, muss ich
sie verlassen und im Ich aufwachen. Die Egostruktur kann
sich nicht selbst beobachten! Die Vergangenheit kann nicht
die Vergangenheit wahrnehmen.
Das durch Selbstbeobachtung offenbar werdende Geheim-
nis des menschlichen Seins ist: Mein gegenwärtiges Wesen,
mein Ich, kann sein aus der irdischen Vergangenheit gebil-
detes Wesen, seine Egostruktur, jederzeit beobachten.
Ich erscheine als Doppelwesen. Mein Gegenwarts-Ich kann
mein Vergangenheits-Ich beobachten. Da beide miteinan-
der in der Seele verbunden sind und Offenbarungen des-
selben individuellen Geistes sind, kann das Vergangenheits-
Ich, die Egostruktur, das Gegenwarts-Ich überwältigen und
verdrängen. Die Egostruktur ist durchsetzt von Emotionen
und ist deshalb eine Instanz, die hin und her gerissen ist
und die Aussen- und Innenwelt sehr subjektiv beurteilt.
Die Egostruktur weiss, dass sie sich im Lichte des Ichs ver-
wandeln muss. Dies will sie auf keinen Fall. Sie will im
Wachen weiterschlafen. Dies ist einer der Gründe, weshalb
das Geheimnis unserer Doppelnatur noch nicht Allgemein-
wissen der Menschen ist.
Zusammenfassend gilt: Ich bin nicht meine Gedanken,
meine Gefühle und meine Vorstellungen. Schon gar nicht
bin ich mein Leib.
21
Alle Formen – Gefühls-, Gedanken-, Handlungs-
und physische Formen – sind Vergangenheit.

22
Ich bin

Ich bin die in der Gegenwart lebende Aufmerksamkeit. Mit


diesen einfachen, aber noch nicht alltäglichen Beobach-
tungen habe ich mich vom Beobachten meiner Leib-Seelen-
struktur zu mir selbst, zu meinem Geist hingewendet. Mein
Geist kann für mich nicht Objekt sein. Ich kann ihn nicht
von aussen betrachten. Ich bin die Aufmerksamkeit. Ich bin
der Geist. Ich bin ein Ich-bin-Wesen.
Alle Objekte – Gegenstände, Gedanken, Gefühle, usw. –
sind aus der Gegenwart heraus gefallene Prozesse. Objekte
sind Prozesse, die von der Vergangenheit gesteuert werden.
Sie sind Produkte des Geistes. Unsere mit dem Hirn er-
zeugten Gedanken sind die toten Produkte unseres leben-
digen Geistes. Die Welt, wie sie mir erscheint, ist verlang-
samte Gegenwart, also schon Vergangenheit. Könnte ich
mit vollem Bewusstsein in der Gegenwart leben, würde die
Welt als lebendiger Prozess erscheinen.
Die Welt, wie wir sie heute erleben, ist das Produkt unseres
Schlafens im Wachen. Materialismus ist nur im Schlafzu-
stand möglich. Im Wachzustand erlebe ich meine eigene
lebendige Aufmerksamkeit. Geist, der in der Vergangen-
heit erscheint, ist Materie. Echtes Aufwachen gibt es nur
im Geiste.

In der Egostruktur vergesse ich meine Individualität.

23
Wo bin ich?

Wo bin ich, wenn ich aufwache? Folgende Situation aus dem


Alltag kann dies aufzeigen: Bei voller Aufmerksamkeit bin
ich im Theater mitten unter den Schauspielern, auch wenn
mein Leib im Publikum sitzen bleibt. Sogar mein Zahn-
schmerz bleibt im Leib zurück, da er ja leibliche Ursachen
besitzt. Bei jeder Sinneswahrnehmung bin ich mit meiner
Aufmerksamkeit dort, wo ich etwas wahrnehme (Sheldrake,
2003). Ich bin mit meiner Aufmerksamkeit in der Blume,
die ich betrachte. Ich bin mit meiner Aufmerksamkeit im
andern Menschen, dessen Gedanken ich nachvollziehe. Da
ich, wenn ich aufmerksam bin, hellwach in meinem Geist
lebe und der Geist unabhängig von Raum und Zeit existiert
– er ist ja nicht materiell – ist dieses Leben ausserhalb des
Körpers möglich. Die Egostruktur ist leibgebunden. Das
Ich existiert überall, auch ausserhalb des Raums, ausserhalb
des «Körper-Raums» und der Zeit, der «Körperzeit», der
Lebenszeit. Deshalb ist das Ich ungeboren und unsterblich.
Es existierte schon vor der Geburt und wird nach dem Tod
weiter existieren!

Ich bin im wahren Ich eins mit dem Objekt,


das ich wahrnehme.

Ich bin eins mit allen Ich-Menschen und Ich-Wesen.

24
Wo sind die ADS-Kinder?

ADS-Kinder können so in der Gegenwart leben, wie es der


Normalbürger erst nach langer Aufmerksamkeitsschulung
kann. Diese Kinder verstehen jedoch das Besondere ihres
Bewusstseinszustands nicht. Sie fühlen sich mit der Zeit
als Versager, als krank, da sie mit dem Vergangenheitsbe-
wusstsein und dem Zweckdenken ihrer Umgebung nicht
zurecht kommen. ADS-Kinder sind mit ihrer Aufmerk-
samkeit überall, auch ausser Raum und Zeit, nur nicht dort,
wo sie die Lehrer gerne hätten. Sie sind in ihren inneren
Welten, beim Bauarbeiter vor dem Schulhaus, beim Kind
in der hintersten Reihe… Wenn ein Kind im Wald seine
Jacke verloren hat, wissen meistens die ADS-Kinder unter
welchem Baum die Jacke liegen geblieben ist, da sie mit ih-
rer Aufmerksamkeit draussen waren und nicht schläfrig in
ihrem Körper vor sich hin trotteten. Das ADS-Kind lebt
nicht nur im Körper, sondern auch im Raum zwischen den
andern Menschen. Da es im Aufmerksamkeitsfeld lebt, das
auch die Körper durchdringt, hat es auch ein Bewusstsein,
was in unserer Vergangenheitsstruktur vor sich geht. Es er-
fasst unseren Charakter, unsere Gefühle, unsere Gedanken
und sogar unsere Willensimpulse. Seine Wachheit ist die
Wachheit seines Geistes, der ausser Raum und Zeit exi-
stiert. Es bekommt alles mit, was in der Gegenwart abläuft.
Ebenso stellt es immer häufiger fest, dass seine Eltern und
Lehrer das meiste verschlafen. Die Eltern und Lehrer leben
in den Vergangenheitsstrukturen ihrer Vorstellungen und
Emotionen, indem sie wachend schlafen. Sie bekommen
nur selten mit, was gerade wesentlich ist. Die ADS-Kinder
leben in einer Welt der Blinden und Tauben, die ihnen zei-
gen wollen, wie man am besten sehen und hören kann! Ihre

25
Tragik ist jedoch, dass die Blinden und Tauben sich in ihrer
Scheinwelt bestens zurechtfinden. Deshalb behaupten diese
auch immer wieder, es gebe kein Licht und keinen Klang.
Mit der Zeit verlieren die ADS-Kinder die Fähigkeit, Licht
und Klang, das heisst die Gegenwart des Geistes, wahrzu-
nehmen. Als Folge sinken sie in ihre eigenen Vergangen-
heitsstrukturen ab. Das Wirken der von der Umwelt und
Vererbung beeinflussten Strukturen kennen wir alle: Es ist
das schwierige Verhalten der ADS-Kinder.

Mein wahres Ich ist nicht im Körper, sondern über-all.

Mein wahres Ich lebt im L-ich-t.

26
Wo sind die Normalbürger?

Wenn der Normalbürger wachend schläft, lebt er in den


Vergangenheitsstrukturen seiner Seele. Er erlebt nicht, was
jetzt aktuell geschieht. Er sieht nur seine Vorstellungsbilder,
die unter der Mitwirkung seines Gehirns in seinen Seelen-
raum projiziert werden. Er erlebt die Produkte, nicht die ge-
genwärtig ablaufenden Prozesse. Dies gilt für alle Bereiche
seines Wahrnehmens. Deshalb fühlen wir uns mit unseren
Wahrnehmungen in uns, in unseren Körper- und Seelen-
strukturen. Der heutige Mensch geht ja so weit, dass er sich
mit seinem Gehirn oder seinem Körper identifiziert. Er hat
kein Bewusstsein mehr, dass er als geistiges, individuelles
Wesen nicht sein Körper ist. Wenn man sich mit seinem
Körper identifiziert, identifiziert man sich mit seinen Ver-
gangenheitsstrukturen und vergisst dabei sein gegenwär-
tiges Ich, seinen schöpferischen, geistigen Urquell! Aufwa-
chen heisst immer, den eigenen Geist erleben und gleichzei-
tig die Identifikation mit seinen Vergangenheitsstrukturen,
seinem Körper, seinen Denk- und Emotionsstrukturen zu
überwinden. Welche Erleichterung, erleben zu können, dass
ich meine unvollkommene Vergangenheit hinter mir lassen
oder verwandeln kann, ohne mich aufzulösen! Ich kann
immer neu beginnen. Auch in der schlechtesten Lage kann
ich schöpferisch sein, sofern ich aus meinem gegenwärtigen
Ich handle. Der unerbittliche Zwang vieler religiöser Vor-
stellungen, der Zwang der allmächtigen Genetik wird so
relativiert.
Erlebe ich wach meinen Geist, kann ich mich noch im Kör-
per befinden, bin aber nicht mehr körpergesteuert. Wende
ich meine Aufmerksamkeit nach aussen, kann ich ebenso
fühlen wie die ADS-Kinder. Ich bin im Aufmerksamkeits-

27
feld, das von meinem Geist fortwährend geschaffen wird.
Ich bin mit anderen Menschen verbunden, auch mit den
Kindern. Ich erlebe meinen Körper als Objekt mit dem Na-
men, den meine Eltern ihm gegeben haben. Auch ein Nor-
malbürger kann aufwachen und im positiven Sinn ADS-
Mensch werden.

In der Egostruktur lebe ich getrennt von den


anderen Menschen. Streit ist oft die Folge.

*
Leben im Ich heisst, miteinander im Frieden zu leben.

28
Ein neues Menschenbild

Ein neues Menschenbild ist nötig, um die Phänomene der


ADS-Kinder zu verstehen. Wir müssen uns von unseren
statischen Menschenbildern verabschieden. Der Mensch
als Wesen ist nicht nur Leib, er ist auch Seele und Geist.
Die Seele und der Geist durchdringen den Leib, auch wenn
sie selbst nicht materiell sind. Die moderne Quantenphysik
zeigt uns von materialistischer Seite, dass wir auch von den
materiellen Objekten eine dynamische Vorstellung haben
sollten. Jedes materielle Objekt ist ein Prozess. Ein perma-
nenter Auf- und Abbau findet statt. Materie kann heute
sogar als Welle – eine nichtmaterielle Funktion – beschrie-
ben werden. So können wir sagen: Leib, Seele und Geist exi-
stieren in nichtmateriellen, sich durchdringenden Feldern.
Anders formuliert sind die Seele und der Leib Vergangen-
heitsstufen oder Verdichtungen des gegenwärtigen Geistes.
Die erwachte Aufmerksamkeit lebt in der Umgebung, sie
kann in Raum und Zeit nicht lokalisiert werden. Sie lebt
im so genannten G-Feld (Gegenwartsfeld). Alle Menschen
leben mit ihrem Geist im G-Feld. Die meisten haben jedoch
davon noch kein Bewusstsein, da sie im Lärm der Egostruk-
tur die Stimme ihres Geistes noch nicht gehört haben. Sie
leben überbewusst in den G-Feldern.
Für ADS-Kinder ist das Leben in den G-Feldern zum Teil
bewusst geworden. Die überbewussten G-Felder, die ausser
Raum und Zeit existieren, den Raum aber auch durchdrin-
gen und in der Zeit wirksam werden können, gehören genau-
so zum Menschen wie der sichtbare Leib. Unsere Existenz
auf der Erde ist jedoch nicht nur von den überbewussten
G-Feldern geprägt sondern auch von ihrem Gegenteil: den
unterbewussten V-Feldern (Vergangenheitsfeldern).
 Die Forschung an den Spiegelneuronen zeigt, dass .jeder Mensch die Hirn-
funktionen des andern durch sein Denken beeinflussen kann. 29
Im Menschen offenbaren sich
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

30
Unter- und überbewusste Felder

Die unterbewussten V-Felder sind die Vergangenheitsfelder,


die unsere Egostruktur unter der Bewusstseins-Schwelle be-
einflussen. Unterbewusst ist auch der tiefe Schlaf. Unsere
Egostruktur ist auch nicht auf unseren Leib beschränkt. Sie
wird im V-Feld (Vergangenheitsfeld) gebildet, in dem auch
die Strukturen unserer Familie, unseres Volks und unserer
Zeit vorhanden sind.
Die Werbewirtschaft und alle, die die schlafenden Massen
für gruppen-egoistische Zwecke (ver-)führen wollen, arbei-
ten mit diesen Feldern. In diesen Feldern kann man rassis-
tische Ausbrüche vorbereiten, kann man die Konsumenten
unterbewusst auf gewisse Produkte einstimmen und vieles
mehr.
Die überbewussten G-Felder sind Gegenwartsfelder, Auf-
merksamkeitsfelder und Fähigkeitsfelder. Die individuellen
Fähigkeiten der Menschen sind in ihnen enthalten. Sie sind
nicht strukturiert. Alles ist im Entstehen. Echte Zukunft
ist noch möglich.
Durch das Aufwachen werden die überbewussten Felder
bewusst. Wenn ich bewusst in den G-Feldern lebe, werden
mir auch die unterbewussten V-Felder bewusst.
Das Unterbewusste kann ich nicht mit dem Schlafbewusst-
sein meiner Egostruktur erkennen. Nur mein waches Ich
kann aus dem G-Feld die Abläufe in den unterbewussten
V-Feldern erkennen.
In den G-Feldern wirkt der wache, bewegliche, dynamische
individuelle Geist des Menschen. In den V-Feldern wirken
die unpersönlichen Vergangenheitsstrukturen auf die Ego-
struktur zwanghaft ein. Die Befreiung von diesen Zwängen
ist nur durch Aufwachen im G-Feld möglich. Nur Bewusst-
sein befreit!
31
Im Dunkel des Seelenschlafs kann ich manipuliert werden.

32
Der Mensch

Die Geist-Seele

Der Mensch besteht aus seiner individuellen, schöpferischen


Geist-Seele, die in den G-Feldern ihre Existenz hat und den
Leib durchdringt. Sie ist mit dem Allgeist verbunden. Die
Vergangenheitsprodukte der Geist-Seele bilden im V-Feld
den strukturierten Seelen-Leib.

Der Seelen-Leib

Die erste Seelenstruktur bildet sich am Übergang vom


G-Feld zum V-Feld. Die lebendige, individuelle, gegenwär-
tige Geist-Seele beginnt sich zu strukturieren und verliert
ihre helle Wachheit, da sie sich in Richtung der Egostruktur
bewegt. Sie ist jedoch immer noch fähig, das Bewusstsein
der Gegenwärtigkeit, des G-Felds in den Vergangenheits-
Strukturen des V-Felds aufrecht zu erhalten.
Diese erste Seelenstruktur ermöglicht uns das Aufwachen
in der Egostruktur. Sie hat noch ein klares Bewusstsein,
dass zur Erzeugung der Gedankenformen im V-Feld die
hirnunabhängige Dynamik der Geist-Seele nötig ist. Sie
weiss, dass das Begriffsgeflecht, in das sich jeder Begriff
eingliedert, zum G-Feld gehört. Ebenso hat sie im Gegen-
satz zur Egostruktur die klare Vorstellung, dass das Gehirn
als Leibstruktur hilft, das Gedachte zu strukturieren und
im V-Feld zu positionieren.
Die Egostruktur, die aus der zweiten und dritten Schicht
des Seelen-Leibes gebildet wird, ist nicht mehr fähig, das
helle Bewusstsein der ersten Schicht aufrecht zu erhalten.

33
Sie lebt schon im wachen Alltagsschlaf-Bewusstsein. Sie hat
vergessen, dass sie ein Produkt der individuellen Geist-Seele
ist. So kann sie überzeugt sein, dass das Gehirn denkt. Sie
kann nicht mehr zwischen dem Denk-Akt und dem Denk-
Inhalt unterscheiden. Sie anerkennt das G-Feld nicht und
führt alles auf die Vorgänge im V-Feld oder in der Materie
zurück. Die Egostruktur verleugnet den ihr zugrunde lie-
genden eigenen Geist oder degradiert ihn zu einem toten
Begriff ohne Inhalt!
Da die Egostruktur aus der zweiten und dritten Schicht des
Seelen-Leibes gebildet wird, besitzt sie zwei Bewusstseins-
zustände:

1. Den Pseudo-Wachzustand des Alltagsbewusstseins, mit


dem sie die Welt beurteilt und wahrnimmt, der als Vorstel-
lungs- und Gedankenautomatismus ohne Pause «rattert».

2. Das Traumbewusstsein, in dem die Emotionen auf- und


abtauchen.

In der Egostruktur mischen sich die beiden Bewusstseins-


zustände. Vorstellungen sind mit Emotionen durchsetzt.

Ich habe nicht nur «zwei Seelen in meiner Brust» (Goethes


«Faust») sondern drei.
Die erste Seele ist bei vielen noch nicht erwacht. Die zweite
und dritte leben im V-Feld und durchdringen den Körper.
Die Welt hat die erste aber nötig. Sie verbindet uns mit
unserem individuellen Geist. Die Zweite und Dritte agieren
stolz in und mit der Welt und tragen zum geistlosen Chaos
auf der Welt bei, weil sie mit den Kräften der Vergangen-
heit die Zukunft gestalten wollen.
Zusammenfassend gesagt bauen unsere Gedankenmuster,

34
unsere Vorstellungen, unsere Emotions- und Handlungs-
muster unsere Vergangenheitsstruktur, unseren Seelen-Leib,
im V-Feld auf. Das V-Feld ist das Vergangenheitsfeld, ohne
das unser Leben im Körper nicht weitergehen könnte. Es ist
unser Autopilot! In meinem bewussten Ich bin ich gar nicht
fähig, alles zu beherrschen. Ich kann dankbar sein, dass die
biologische Evolution mir einen gut funktionierenden See-
len-Leib zur Verfügung stellt, in dem ich aufwachen und
frei werden kann. Ich muss in der postbiologischen Evolu-
tion nicht alles vom Urbeginn her nochmals schaffen. Ich
sollte jedoch dort weiterfahren, wo die Natur zu Ende ist:
Ich sollte die Evolution des Bewusstseins weitertreiben, in-
dem ich stufenweise erwache.

Der Leib

Der Leib ist die dichteste Struktur im V-Feld. Eine Struk-


tur, die so weit in die Vergangenheit reicht, dass sie so stabil
geworden ist, dass sie als materieller Leib in seinen Gren-
zen sinnlich wahrnehmbar wird. Auch wenn ich mich be-
mühe in meiner Seele aufzuwachen, bin ich in der Regel
noch nicht fähig, selbst zu beobachten, dass mein Leib die
dichteste Form meines Geistes darstellt. Dazu müsste ich
mir noch einige Wachheitsstufen mehr erringen.

Geist, Seele und Leib

Geist ist lebendiges, gegenwärtiges Leben im G-Feld, Seele


sind die Vergangenheitsstrukturen, die im V-Feld zu fin-
den sind und sich im Leib spiegeln. Leib ist die sogenannt
 Materie wird oft als verdichtetes Licht oder Kruste des Geistes bezeichnet.

35
materielle Grundlage des Menschen, die in Raum und Zeit
lokalisierbar ist und für den physischen Menschen im Ma-
teriefeld sichtbar wird.
Geist ist der hellwache Bewusstseinszustand der Geist-Seele,
Seele ist der Wachtraum im irdischen Leben der Geist-See-
le und Leib ist das Tiefschlafbewusstsein der Geist-Seele.
Geist ist gegenwärtiges Sein oder Sein in der Zeitlosigkeit,
Seele ist das Sein der Vergangenheit, das bis maximal zur
Zeugung zurückgeht und Leib ist das Sein der Vergangen-
heit, das die gesamte biologische Evolution umfasst.
Der Seelen-Leib ist vergangenheitsorientiert, die Geist-See-
le kommt aus der Zukunft! 

 Geist ist lebendiges, gegenwärtiges Leben in den höchsten Regionen des G-


Felds, Geist-Seele ist das Leben aus der Zukunft, das sich der Verwirklichung
in den V-Feldern nähert, Seelen-Leib sind die Vergangenheitsstrukturen, die
im V-Feld zu finden sind und sich im Leib spiegeln. Leib ist die so genannt
materielle Grundlage des Menschen, die in Raum und Zeit lokalisierbar ist.
Geist ist der hellwache Bewusstseinszustand der Geist-Seele, Seele ist der
Wachtraum im irdischen Leben der Geist-Seele und Leib ist das Tiefschlafbe-
wusstsein der Geist-Seele.
Geist ist gegenwärtiges Sein oder Sein in der Zeitlosigkeit, Geist-Seele ist das
Verarbeitungsprodukt in Form von Fähigkeitspotenzialen aller vergangener In-
karnationen, Seelen-Leib ist das Sein der Vergangenheit, das bis maximal zur
Zeugung zurückgeht und Leib ist das Sein der Vergangenheit, das die gesamte
biologische Evolution umfasst.
Geist ist Licht, Geist-Seele ist Farbe, Seelen-Leib ist Schatten, Leib ist Finster-
nis.
Der Seelen-Leib ist vergangenheitsorientiert, die Geist-Seele kommt aus der
Zeitlosigkeit, der Ewigkeit, durch die Dimension der Zukunft, Zukunft als
Dimension, in der sich die sich realisieren wollenden Ideen vorbereiten in den
V-Feldern sichtbar zu werden! Zukunft ist entstehende Gegenwart. Die Geist-
Seele wird erst in Zukunft ihre volle Verwirklichung finden.

36
Geist ist Licht,
Seele ist Farbe,
Leib ist Finsternis.

37
Vom Körper- zum
Feldbewusstsein
Wir befinden uns seit einigen Jahrzehnten in einer extrem
wichtigen Übergangsphase. Die biologische Evolution hat
mit dem heutigen Menschen ihren Höhepunkt erreicht.
In der postbiologischen Evolution, die eine Evolution des
Bewusstseins ist, entwickelt sich nun das auf den Körper
zentrierte Bewusstsein zum Feldbewusstsein, das alle Men-
schen umschliesst. Die Menschen leben nicht mehr getrennt
in ihren «Körperkisten». Ich weiss, wie es dem andern Men-
schen geht, auch wenn ich räumlich von ihm getrennt bin.
Ich kann seine Gedanken, seine Intentionen auch «spüren»,
bevor er sie geäussert hat (Sheldrake, 2003). Ich kann nicht
mehr wegschauen, wenn es dem anderen schlecht geht. Ich
leide mit allen Leidenden. Ich kann nicht mehr glücklich
sein, wenn andere unglücklich sind. Ich kann nur im alten
Bewusstsein – in meiner Egostruktur – Egoist bleiben. Das
Leib-Erleben wird abgelöst vom Felderleben. Im G-Feld
gibt es keine Egostruktur, also auch keinen Egoismus!
Die ADS-Kinder und Kinder überhaupt, beginnen ihr ir-
disches Bewusstseinsleben im G-Feld. Jede Mutter weiss
aus Erfahrung, dass sich zwischen ihr und dem Säugling
ein Bewusstseinsfeld aufbaut, das sie mit ihrem Kind auch
auf Distanz verbindet. In diesem Feld geschieht das meis-
te wortlos. Die ADS-Kinder bleiben in diesem Feld, auch
wenn sie älter geworden sind. Sie sind die Vorkämpfer der
postbiologischen Evolution.
Nun besteht die Aufgabe unserer Zeit darin, das Feld- und
das Leibbewusstsein ins Gleichgewicht zu bringen. Sowohl
die ADS-Kinder als auch die Gesellschaft leben im Un-
gleichgewicht.

38
Die ADS-Kinder leben zu stark in den Feldern und haben
zu wenig Bewusstsein von ihrem Leib. Sie sind oft auch
feinmotorisch ungeschickt, vergessen für sie unwichtige
Details und wollen nicht üben, d.h. sie wollen ihre leibzen-
trierten Prozesse nicht ins Hirn «einprägen».
Die Gesellschaft verlangt genau das Gegenteil: Auswendig-
lernen von toten Begriffen und üben, üben, üben.
Unserer Gesellschaft fehlt das Feldbewusstsein der über-
materiellen Sphäre der Seele und des Geistes.
Jedoch taucht als Zerrbild des übermateriellen Feldbe-
wusstseins das Bewusstsein der untermateriellen Felder im-
mer mehr auf. Elektromagnetische Wellen und radioaktive
Strahlung durchdringen immer mehr Lebensbereiche. Mit
Handys, Internet, TV und Radio, die alle in den unterma-
teriellen Feldern miteinander verbunden sind, vernetzen wir
uns weltweit. Auf der untermateriellen Ebene gelingt uns
mit Hilfe der Technik dasjenige, was wir mit innerer An-
strengung, durch Aufwachen, in den G-Feldern erreichen
sollten.
Der Übergang vom Leib-Erleben zum Feld-Erleben geht
heute automatisch vor sich. Die Frage ist nur: Welche Feld-
er – im Wach- oder im Schlafzustand – erleben wir? Im
Bewusstsein der Egostruktur können wir uns problemlos
dank der Technik in sämtliche untermateriellen Felder ein-
klinken. Von den V-Feldern werden wir auch im wachen
Schlafzustand ergriffen und beeinflusst. Rassismus, Mob-
bing usw. sind Phänomene der unterbewussten V-Felder.
Nur das G-Feld drängt sich nicht auf! Es muss in innerer
Aktivität und Freiheit betreten werden.
Die ADS-Kinder haben diese innere Aktivität schon mit-
 Das bewusste Wirken aus der Gegenwärtigkeit des G-Felds im Materiellen
ist eine freie Tat. In allen anderen Handlungen sind wir unfrei, da sie aus der
Vergangenheitsstruktur des Seelischen und Körperlichen gesteuert sind. Aus
der Vergangenheit kann nie eine freie Tat kommen.

39
gebracht. Wir haben die Pflicht, diese nicht erlahmen zu
lassen. Wir müssen auch darauf achten, dass sie sich nicht
ganz ins G-Feld zurückziehen, d.h. die für sie fremde Erde
wieder verlassen wollen!
Die Gesellschaft ist sich noch nicht bewusst geworden,
dass das Verharren im Leibbewusstsein, in der Materie in
Zukunft nicht mehr möglich ist. Wir haben nur noch die
Wahl aufzuwachen und unser Leben menschlich zu gestal-
ten oder weiterzuschlafen und Spielball der für uns dann
unterbewussten unmenschlich wirkenden Strukturen zu
werden. Die Zukunft hat schon begonnen. Die Menschheit
ist potenziell erwachsen geworden! 

Erwachsen sein – erwacht-sein.

 Die formlosen «Strukturen der Individualität», der Geist-Seele, sind ihre


individuellen Fähigkeiten, die sie sich im irdischen Leben als Persönlichkeit
erworben und verinnerlicht hat. Unsere Individualität lebt im Gegenwartsfeld
und lässt heute ihre Wirkungen in unsere Persönlichkeit, die im Vergangen-
heitsfeld lebt, stärker einfliessen. Denn Fähigkeiten im Gegenwartsfeld sind die
Potenziale, die zur Strukturbildung im Vergangenheitsfeld nötig sind.
An dieser Stelle lässt sich auch eine Brücke zu einer europäischen Wiederge-
burtslehre schlagen.

40
Wie kommt man ins G-Feld?

Sämtliche Übungen, die nun erklärt werden, können nur


aus innerer Freiheit gemacht werden. Bin ich dazu bereit,
habe ich schon den aller ersten Schritt ins G-Feld getan.
Am besten geht man die Übungen das erste Mal theore-
tisch, mit allen Erklärungen durch und übt sie danach ohne
die Erklärungen zu beachten.
Im G-Feld habe ich keine äusseren Stützen durch den Leib
oder meine Vergangenheitsstrukturen meiner Seele. Ich
bin nur solange dort, wie ich in innerer Aktivität bleibe.
Niemand zwingt mich im G-Feld zu bleiben. Sobald ich
schläfrig werde, passiv werde, verlasse ich automatisch das
G-Feld und lande im V-Feld der Egostruktur. Ich muss
vom Konsumenten, der gestützt durch seine Egostruktur
und seinen Leib, die Welt konsumieren kann zum Pro-
duzenten meines Bewusstseins im G-Feld werden. Ich bin
nur so lange aufmerksam, solange ich dazu meinen Willen
aufbringe. Ich darf mich nicht ärgern, wenn ich in meiner
Egostruktur lande.
Ins G-Feld kann ich durch meinen seelischen Innenraum
gelangen oder durch die Sinneswahrnehmung in der Aus-
senwelt. Das G-Feld ist innen und aussen, also überall!

Aufmerksamkeit ist der Schlüssel zum G-Feld.

41
1. Übung

Ich sitze auf einem Stuhl und beobachte mein Innenleben.


Die grössten Ablenkungen kommen durch meine Sinnesor-
gane in meinen Seelenraum. Ich höre Geräusche, ich sehe
Bilder, ich fühle die Wärme, die Härte des Stuhls, auf dem
ich sitze. Ich versuche hellwach zu unterscheiden, was mich
von aussen tangiert und was meine eigene Wachheit ist.
Nun beobachte ich in gleicher Weise meine Atmung, mein
Hungergefühl, meinen Puls. Ich versuche zu unterscheiden,
was ohne mein Zutun auf mich einwirkt und was meine
Aufmerksamkeit ist. Ich habe jetzt die Einflüsse der materi-
ellen Welt beobachtet und bin mir klar geworden, dass mei-
ne Aufmerksamkeit nicht die materielle Welt sein kann.
Nun gehe ich zur Beobachtung meines Seelenlebens, meiner
Egostruktur über. Ich beobachte, wie Emotionen aufstei-
gen und wieder untertauchen, wie Gedanken automatisch
ablaufen, wie Erinnerungsbilder auftauchen. Ich stelle fest,
dass meine Aufmerksamkeit die Vergangenheitsstrukturen
wie Emotionen, Gedanken und Erinnerungsbilder, beo-
bachten kann. Ich bin also die Aufmerksamkeit, nicht die
Vergangenheitsstrukturen. Ich bin nicht die Emotion. Die
Emotion will mich im Bewusstsein abdämpfen und mich
mitreissen. Ich stelle fest, dass ich auch in meinem see-
lischen Innenraum ein Aussen und ein Innen habe. Emoti-
onen und Gedankenfetzen kommen von aussen, berühren
mich und gehen wieder.
Nun greife ich in das Geschehen ein. Ich stelle mir ein Bild
vor, das ich in den letzten Ferien gesehen habe, zum Beispiel
ein Gebäude. Durch meine innere Aktivität taucht das Bild
mehr oder weniger deutlich auf. Ich beobachte, dass ich mit
meiner inneren Aktivität das Bild zur Erscheinung gebracht
habe und in meinem seelischen Aussenraum betrachten

42
kann. Das letzte Mal habe ich das Bild mit meinen Augen
gesehen. Zur ersten Entstehung des Bilds sind materielle
Prozesse nötig. Beim Erinnerungsbild betrachte ich imma-
terielle Bildstrukturen im V-Feld, die vom materiellen Leib
geprägt wurden.
Meine Aufmerksamkeit war beim Sehen des materiellen
Gebäudes dabei, sie war wieder nötig, um das nichtmateri-
elle Erinnerungsbild des Gebäudes in den Vergangenheits-
feldern zu sehen. Meine Aufmerksamkeit existiert im G-
Feld. Wenn ich nun mit Bewusstsein im G-Feld wahrneh-
men will, darf ich meine Aufmerksamkeit nicht mehr auf
die Sinnesfelder des Leibes und die Vergangenheitsfelder
der Egostruktur richten, sondern muss die Aufmerksamkeit
auf mein gegenwärtiges Sein richten. Die Aufmerksamkeit
wird auf sich selbst aufmerksam. Wenn ich meine Wachheit
so steigern kann, dass ich nicht mehr durch die Sinnesreize
und Automatismen der Egostruktur abgelenkt werde, lebe
ich in der gegenwärtigen Aktivität meines Geistes. Ich bin
aktiv im G-Feld. Diese aktive, innere Ruhe des Seins ist das
erste Erlebnis des eigenen Geistes. Es existiert nur so lange,
solange ich hellwach und aufmerksam bin.

Zusammenfassung

Ich richte zuerst meine Aufmerksamkeit auf alle äusseren Reize


aus der Sinneswelt und aus der Innenwelt. Ich werde mir be-
wusst, dass ich mit diesen Reizen nicht identisch bin. Ich erlebe,
dass ich die Aufmerksamkeit bin. Nun richte ich meine Aufmerk-
samkeit auf meine Aufmerksamkeit, auf mich selbst! Keine äus-
seren Strukturen lenken mich ab. Es wird still in mir. Ich erlebe
das hochaktive «Nichts», das die Fülle meines Wesens, meiner
unstrukturierten Potenziale in sich hat.

43
2. Übung

Ich beginne im Materiefeld, bei der Wahrnehmung durch


die Sinne. Ich betrachte eine dreieckige, weiss rote Ver-
kehrstafel («kein Vortritt») aus Aluminium. Nun stelle ich
mir die Tafel vor. Ich sehe im V-Feld meiner Erinnerungs-
strukturen die dreieckige Tafel, die rote und weisse Farbe,
die Dicke der Tafel, das Dreieck, das auf dem Kopf steht
und vieles mehr. Das genaue Betrachten dieser materiellen
Eigenschaften wie Dicke, Farbe, Grösse, Stellung im Raum
(Dreieck auf der Spitze stehend) ist dank der Stütze durch
die V-Felder relativ leicht. Fast automatisch erhalten wir
durch unsere Gehirn- und Feldstrukturen ein inneres Bild
der Verkehrstafel. Wir sind nicht mehr im Feld der Materie,
aber noch lange nicht im G-Feld.
Diese Aussage ist jedoch nicht genau. Die erhöhte Aufmerk-
samkeit, die nötig ist, das Vorstellungsbild im V-Feld zu
beobachten, ist schon unsere im G-Feld lebende Aktivität.
Sie ist aber ausschliesslich auf das Beobachten des Erinne-
rungsbildes in den unteren Feldern gerichtet.
Nun reduziere ich schrittweise die Eigenschaften aus der
materiellen Welt. Die Tafel verliert die Farbe, ihre Dicke,
die Qualität des Aluminiummetalls. Ich verändere nun die
Grösse. Ich lasse die Tafel schrumpfen, dehne sie so aus,
dass sie grösser als mein Leib wird. Ich sitze im Dreieck.
In der Vorstellung ist dies möglich, da meine Seelenstruk-
turen grösser als mein Leib sind. Sie sind ja im V-Feld!
Nun lasse ich das Dreieck – mehr ist die Tafel nicht mehr
– rotieren und verändere dabei seine Grösse. Ich kann mich
nun auch an keine Raumstrukturen innerlich halten. Wenn
meine Aufmerksamkeit erschlafft, verliere ich sofort alles
und muss wieder neu beginnen. Höchste Aufmerksam-
keit ist nun nötig, da ich alle Strukturen der unteren Feld-

44
er bewusst aufgelöst habe. Ich habe nur noch den Begriff
Dreieck vor mir. Doch diese Formulierung ist im G-Feld,
in dem ich mich nun mit meiner Wahrnehmung befinde,
nicht möglich. In diesem Feld gibt es keine Objekte, die von
meinem Subjekt angeschaut werden können. Durch meine
Denkaktivität, die auch meine Aktivität zur Wahrnehmung
des Begriffs Dreieck ist, ermögliche ich die Erscheinung des
Begriffs Dreieck. Ich bin der Begriff geworden und doch
mich selbst geblieben. Ich bin ein Denkwillens-Wesen, das
die Möglichkeit hat, sich in alle Gedankenformen zu ver-
wandeln. Ich lebe im Willensstrom, der Quell jedes Ge-
dankens ist. Ich lebe im Strom, der noch nicht mit Hilfe
des Gehirns zu Gedankenstrukturen auskristallisiert ist.
Ich lebe im Gedankenstrom, der die Ursache des Hirn-
denkens ist. Mit den gedachten Gedanken kann ich diesen
Quell nicht denken. Der Quell existiert in der Gegenwart.
Wie schon erwähnt kann die Vergangenheit (die gedachten
Denkstrukturen) die Gegenwart (den unstrukturierten Ge-
danken-Willensstrom) nicht beobachten.

Zusammenfassung

Ich gehe von einer Sinneswahrnehmung aus und stelle mir den
Gegenstand möglichst genau vor. Ich reduziere den Gegenstand
um alle sinnlich sichtbaren Eigenschaften wie Farbe, Material,
Grösse, Gewicht, Lage im Raum. Es bleibt der nichtmaterielle An-
teil des Gegenstands, sein Begriff, zurück. Diesen Begriff muss
ich mit höchster Aktivität im G-Feld bilden, ja ich muss dieser Be-
griff werden, um seine Realität im G-Feld wahrnehmen zu kön-
nen. So erlebe ich mich als aktives Gedankenwesen. Das Nichts
der ersten Übung ist schon konkreter geworden.

 Dadurch entstehen die Erkenntnisgrenzen von Kant.

45
3. Übung

Einleitung
Durch die beiden Übungen, die wir kennen gelernt haben
und in vielen Eigenvariationen üben können, haben wir uns
die Grundlage geschaffen, auch die Sinneswahrnehmungen
anders zu erleben. Die Grundlage ist die Fähigkeit aus der
inneren Stille, mit dem hellwachen, hochaktiven Bewusst-
sein ohne äussere und innere Ablenkung etwas gegenwärtig
wahr zu nehmen.
Wenn wir mit den Sinnen – Prozessen im Materiefeld
– Objekte beobachten, haben wir auch beim sinnlichen
Wahrnehmen das Zusammenwirken zweier Feldprozesse
zu berücksichtigen. Das G-Feld, das Begriffsfeld, durch-
dringt die Objekte, die ja auch als Prozesse im Materiefeld
aufgefasst werden können. Ebenso durchdringt das V-Feld
das Materie-Feld. Beim Wahrnehmen im schlafenden All-
tagswachbewusstsein verbinde ich meine Vorstellungsbilder
(die in meiner Egostruktur verankert sind und diese auch
aufbauen) mit den Objekten im Materiefeld. Erst durch
das Zusammenwirken beider Vergangenheitsstrukturen
(V-Feld-Vorstellungen und Materiefeldstrukturen) ergibt
sich ein mir sichtbares Objekt. Wenn ich keine Vorstellung
eines Objekts in mir habe, sehe ich das Objekt nicht oder
nur unvollständig. Beispiele: Wenn ich keine Vorstellung
vom Sternbild des grossen Bären in meiner Vergangenheits-
struktur habe, sehe ich nur Sterne. Wenn ich keine Vorstel-
lung der Marke Ford habe, sehe ich nur ein Auto, keinen
Ford. Wenn ich keine Vorstellung von Gotik habe, sehe ich
nur eine Kirche, keine gotische Kathedrale. Wenn ich aus
der Sicht eines Adlers keine Vorstellung von Kirche habe,
sehe ich nur einen Felsen, der sich als Nistplatz eignen wür-
de, keine Kirche.

46
Übung
Zuerst begebe ich mich in die Stille der ersten Übung. Nun
beobachte ich eine Blume mit voller Hingabe so lange wie
möglich. Was sehe ich nun?

Beobachtungen
Ich durchdringe das Objekt Blume nicht wie üblich mit mei-
ner Vergangenheitsvorstellung der Blume, sondern mit dem
im G-Feld lebendigen, gegenwärtigen Begriff der Blume.
Meine Wahrnehmung wird wie neu sein. Die Farben wer-
den leuchtender, die Blume sagt mir etwas, was ich noch nie
gesehen habe. Ihre Formen werden zu sprechenden Gesten.
Da ich im G-Feld bin, fühle ich mich auch in der Blume. Ich
bin eins mit ihrem Wesen, mit ihrem Begriff, geworden. Ich
habe mich mit ihrem ewigen Teil, der nicht verwelkt, ver-
bunden. Diese Wahrnehmung dauert nur so lange, wie ich
aktiv meinen hellwachen Bewusstseinszustand aufrechter-
halten kann. Beim Absturz ins Alltagsbewusstsein sehe ich
wieder meine «Alltagsblume», wie ich sie schon tausendmal
gesehen habe. Gelingt die Übung nicht, muss man die er-
sten zwei Übungen vertiefen, um nicht beim Wahrnehmen
zu stark von allen Reizen abgelenkt zu werden und in den
alten Vorstellungen «kleben» zu bleiben.

Zusammenfassung

Wenn ich mit der inneren, hochaktiven Stille der ersten Übungen
ein Objekt beobachte, erfasse ich das Objekt in seiner Wirk-
lichkeit. Ich sehe das erste Mal, das in allen Objekten wirkende
G-Feld. Das Objekt wirkt wie neu. Frische Farben leuchten mir
entgegen. Ich bin im Feld mit dem Objekt vereint. Ganz andere,
tiefe Gefühle werden in mir aktiviert.

 Goethes Urpflanze
47
Was ist im Nichts?

Durch die Übungen habe ich ein Bewusstsein von meiner


im G-Feld existierenden Geist-Seele erhalten. Ich habe aus
der Perspektive der Gegenwart in meine Vergangenheits-
strukturen oder in die Vergangenheitsstrukturen der Sin-
neswelt geblickt. Ich habe in meinen Seelenleib oder auf
Objekte der Aussenwelt geblickt.
Will ich nun zu Beobachtungen im G-Feld kommen, muss
mir bewusst sein, dass es in diesem Feld keine Objekte
geben kann, die Vergangenheitsstrukturen aufweisen. Für
mein Alltagsbewusstsein bin ich im Nichts. Es gibt auch
keine Sinnesorgane, die mich bei der Wahrnehmung un-
terstützen. Die Wahrnehmung muss eine produzierende,
aktive Wahrnehmung sein. Ich nehme nur wahr, solange
ich aktiv bin. Was mir erscheinen kann, sind Gegenwarts-
aktivitäten anderer Gegenwartswesen, die mir ähnlich sind.
Letztlich existieren im G-Feld nur die Geist-Seelen der
andern Menschen oder mir ähnliche, schöpferische Ich-
Wesen, die noch nicht, nicht mehr oder nie in die Vergan-
genheitsstrukturen der Seelen- und Materiefelder gefallen
sind.
In der zweiten Übung habe ich erlebt, dass ich im G-Feld
Gedanken durch innere Aktivität wahrnehmen kann, die
noch nicht materiell tangiert sind. Diese Gedanken sind
die Begriffe oder ewigen Ideen Platos.
Ein Bereich des G-Felds ist deshalb ein immaterielles,
überphysisches Begriffs- oder Ideenfeld. Durch aktives
Denken, nicht zu verwechseln mit der Beobachtung der
Gedankenstrukturen, komme ich ins G-Feld und erlebe
mich gestaltend im Ideennetz, das die Welt durchdringt.
Die Aktivitätswesen, die ich durch eigene Aktivität wahr-

48
nehmen kann, offenbaren sich in einer ersten Stufe als le-
bendige, gegenwärtige Gedanken. Dieses Denken ist Hirn
unabhängig. Die gedachten Gedanken – die Gedanken-
strukturen – sind die toten Produkte meiner vom G-Feld
aus angeregten Hirntätigkeit.

Im Sprung über den Abgrund, über das Nichts, wechsle ich


von der Vergangenheit in die Gegenwart.

49
Die biologische Evolution

Die Natur und die V-Felder entwickelten sich in der biolo-


gischen Evolutionsstufe der Menschheit ohne Bewusstsein
des Einzelnen durch die Gemeinschaft in den Sippen, Völ-
kern und Rassen.
Diese leiblichen und seelischen Strukturen wurden auch
vererbt und sind heute noch vorhanden. Die Individualität
des Menschen war im G-Feld noch nicht so ausgeprägt wie
heute. Die individuelle Entfaltung des Einzelnen war noch
nicht möglich. Der Einzelne lebte als Glied seiner Familie,
Sippe, seines Volks und seiner Rasse. Wichtig war die Ent-
wicklung der Gruppenstrukturen. Die wenigen, die schon
eine individuelle Geist-Seele im G-Feld ausgebildet hatten,
waren die Priester und Könige, die ihre Stammesgemein-
schaften führten. Diese waren schon fähig, ein individuelles
Bewusstsein im G-Feld zu erreichen und waren dadurch fä-
hig, ihrem Volk sinnvolle Strukturen zu geben, die in den
V-Feldern der Menschen weiterlebten. Mit anderen Worten
wirkten vor allem die Gruppenstrukturen der Vergangen-
heitsfelder.
Die Einbindung der Stämme in eine rituelle Gliederung
des Jahres, das Leben nach religiösen Vorschriften und al-
les, was aus der Tradition der alten Kulturen bekannt ist,
dienten dazu, die V-Felder so zu strukturieren, dass die
Gemeinschaft sich entwickeln konnte. Der Einzelne störte
durch sein Verhalten selten. Der Sohn des Bauern wur-
de selbstverständlich auch Bauer, die Frau hatte ihre klar
umrissenen Aufgaben. Da die Menschen in den V-Feldern
ihres Volkes miteinander verbunden lebten, konnten sie
problemlos geführt werden.
Der einzelne Mensch lebte, geführt durch seinen König,

50
der ein Bewusstsein des G-Felds hatte. In den täglichen
Abläufen war er geführt von seinen V-Feldstrukturen, die
gleichzeitig auch die Strukturen seines Volks, seiner Sip-
pe, seiner Familie waren. Seine individuelle Geist-Seele war
noch nicht aufgewacht und forderte noch keine individu-
ellen Wege für sich. Sein G-Feld durchdrang seine V-Feld-
struktur noch kaum.
Die Durchdringung des V-Feldes mit dem G-Feld begann
erst zu Beginn der Neuzeit. Die grossen Entdecker und Er-
finder (Kolumbus, Galilei, Leonardo da Vinci usw.) waren
die Ersten, die nicht mehr blind ihren vorgegebenen Denk-
strukturen und Handlungsstrukturen folgten. Sie ergriffen
ihr Leben als Individuen, die vieles neu dachten und gegen
den Widerstand ihrer Zeit, unabhängig von Papst und Kö-
nig, ihre Ideen umsetzten.

Die biologische Evolution ist die Kindheitsstufe der Menschheit.

51
Die postbiologische Evolution

Wie schon erwähnt, entwickelt sich in der postbiologischen


Evolution nichts mehr automatisch weiter. Der Mensch
kann aus eigener Aktivität die Evolution des Bewusstseins
weitertreiben. Auf Grund der Erkenntnisse seines Gegen-
wartsbewusstseins, könnte er das Zusammenleben der
Menschen auf der Erde neu gestalten.
Heute will die Mehrheit der Menschen ihr Leben indivi-
duell gestalten und ist nicht mehr bereit, einem Führer zu
folgen. Dies ist auch ein Zeichen, dass die postbiologische
Evolution schon begonnen hat. Die Zeit der Möglichkeit
individuell frei zu handeln, ist angebrochen. Die alten
Strukturen prägen jedoch das Leben weiterhin mit grosser
Kraft. So kann man sich auch das Phänomen des Führer-
kults in der Politik und in diversen Sekten erklären. Wenn
etwas nicht mehr zeitgemäss ist, wirkt es zerstörerisch. Die
letzten hundert Jahre zeigten dies deutlich!
In die Sprache der Felder übersetzt, sind wir heute in der
folgenden Lage: Im G-Feld wachen immer mehr Menschen
in ihrer individuellen Geist-Seele auf und wollen ihre V-
Feldstrukturen individuell ergreifen. Nicht mehr das von
der biologischen Evolution und der Gesellschaft program-
mierte Vergangenheitsfeld soll das Leben bestimmen, son-
dern die aufgewachte, individuelle Geist-Seele möchte ihre
eigenen Ziele auf der Erde erreichen.
Da dieser Aufwachprozess seit etwa hundert Jahren von den
meisten verschlafen wurde, fühlen sich die Menschen in ih-
ren Vergangenheitsstrukturen unwohl. Sie erleben sich in
den alten Strukturen unbewusst hilflos gefangen, spüren
im Überbewusstsein ihrer Geist-Seele Hoffnungslosigkeit,
da sie ihrem Leben keinen tieferen Sinn geben können. Die

52
Folgen sind oft Suizid oder lange depressive Phasen. Diese
treten zunehmend bei Jugendlichen auf.
Die Probleme der heutigen Zeit spitzen sich zusätzlich zu,
da die Strukturen in den Vergangenheitsfeldern von der
Gesellschaft und in den Familien nicht mehr weiterent-
wickelt und -gepflegt werden. Das Bewusstsein für klare
Strukturen wie Jahresfeste, Essensrhythmen, moralische
Strukturen und vieles mehr ist verschwunden. Das indivi-
duelle Bewusstsein, das sich aus dem G-Feld neue zeitgemä-
sse Strukturen geben könnte, ist noch nicht Allgemeingut
geworden. In dieser Lage wächst die Sehnsucht nach den
alten, klar strukturierten Zeiten. Der Fundamentalismus in
allen Spielarten nimmt deshalb weltweit zu.
Überall, wo ermöglicht wird, dass das individuelle Bewusst-
sein aus dem G-Feld zur Wirkung in den V-Feldern kom-
men kann, verhält man sich zeitgemäss, d.h. man nimmt
die Entwicklungsmöglichkeiten in der Zeit der postbiolo-
gischen Evolution ernst.

Der Beginn der postbiologischen Evolution ist das Verlassen


der Kindheitsstufe der Menschheit.

53
Die Felder bei den ADS-Kindern

Da die ADS-Kinder durch ihr Wesen Vorkämpfer der post-


biologischen Zeit sind, zeigen sich bei ihnen die Gesetze der
postbiologischen Evolution noch viel deutlicher als bei den
noch schlafenden Normalbürgern. Die Trennung der ver-
schiedenen Felder geht bei ihnen noch viel leichter vor sich.
Im Feinen können wir alle Phänomene, die nun geschildert
werden, auch bei uns selbst – auch wenn wir keine ADS-
Menschen sind – beobachten.
Können ADS-Kinder in einer Umgebung aufwachsen, die
ihrem Bewusstseinszustand entspricht, wird ihr V-Feld von
ihrem G-Feld durchdrungen. Ihr individueller Geist diri-
giert die von ihm und der Umwelt geprägten Strukturen.
Das ADS-Kind ist ein hellwaches, liebenswürdiges Ge-
schöpf, das mit grosser Hingabe seine Projekte verwirkli-
chen will. Es macht keine Kompromisse mit der Wahrheit.
Es befolgt nur Regeln, die Sinn machen. Das Kind weigert
sich etwas zu tun, weil man es so macht, weil es für den
Erfolg im Beruf wichtig ist, weil man mit Halbwahrheiten
besser durchs Leben kommt, weil die Nachbarn oder die
Lehrer es so wollen. Es lässt sich nicht mit starren Lehr-
methoden und veralteten Lehrplänen unterrichten. Diese
andere Art Schwerpunkte zu setzen und ohne Rücksicht
auf die Strukturen des alten Denkens zu handeln, ist für
die Mitmenschen – sofern sie noch von den alten Struk-
turen geprägt sind – äusserst schwierig. Diese Schwierig-
keiten sind nicht den ADS-Kindern anzulasten. Sie sollten
uns dazu bringen, selbst aufzuwachen und nach Wegen zu
suchen, die für uns und die Kinder möglich sind.
Ein ganz anderes Bild zeigt sich, wenn das ADS-Kind er-
müdet ist, durch zu grosse Sinnesreize überfordert wird,
durch seine eigenen hohen Ansprüche frustriert oder durch
54
unmenschliche Forderungen geschockt wird. Nur ein Fak-
tor genügt, dass es sich aus dem V-Feld zurückzieht. So
durchdringt sein G-Feld den Seelen-Leib und Leib nicht
mehr. Das V-Feld kommt nun ohne Korrektur durch das
G-Feld zum Vorschein.
Nun steht uns nicht mehr das sympathische, bewegliche,
hoch moralische Wesen gegenüber. Ganz im Gegenteil
können wir nun ein Kind erleben, das uns mit den gröbsten
Ausdrücken beschimpft, das primitivste Verhaltensweisen
seines Umfelds zeigt, das uns bedroht, das uns raffiniert
mit unseren eigenen Waffen schlägt. In diesem Zustand
kann das ADS-Kind auch zum ADHS-Kind mutieren. Es
wird hyperaktiv und ist nicht mehr zu halten. Was liegt
nun vor?
Die Individualität des Kindes, die wir im ersten Zustand
sehr schätzen, hat sich zurückgezogen. Das Negative, das
wir nun erleben, ist der negative Spiegel unserer Gesell-
schaft, der Schule oder der Familie. Dieses Verhalten ist für
die Umgebung äusserst schmerzhaft, da es uns einen Spie-
gel unserer ins Negative gerutschten Vergangenheitsstruk-
turen vorhält. Dieses Verhalten können wir nachhaltig nur
verbessern, wenn es uns gelingt, die Kinder so zu erziehen,
dass sie sich nicht aus den oben genannten Gründen in ihr
Umkreisbewusstsein «zurückziehen» müssen.
Ein anderer Weg wäre, unsere Vergangenheitsstrukturen so
zu ändern, dass sie erträglich werden, wenn sie uns von den
ADS-Kindern gespiegelt werden. In der Praxis wird es sich
darum handeln, eine sinnvolle Kombination beider Wege
anzustreben. Die dritte Möglichkeit, diese Kinder mit Me-
dikamenten ruhig zu stellen und unser gewohntes Leben
im wachen Schlafzustand weiter zu führen, ist sicher der
bequemste Weg, bringt uns und die Gesellschaft jedoch
nicht weiter, sondern immer näher an den Abgrund.

55
Mit Drogen ins G-Feld?

Zum hundertsten Geburtstag Albert Hofmanns, dem Er-


finder von LSD, wird das Thema der Bewusstseinserweite-
rung durch Drogen wieder aktuell. LSD soll den modernen
Menschen den Weg in die ausserkörperlichen Felder ermög-
lichen. Führt dieser Weg auch ins G-Feld und kann LSD
die innere Arbeit zur Aufmerksamkeitssteigerung ersetzen?
Um Klarheit zu bekommen, ob ich mich nach der Einnah-
me von Drogen im G-Feld befinde, muss ich mir folgende
Frage stellen: Kann ich jederzeit in Freiheit den neuen Be-
wusstseinszustand verlassen und ins Alltagsbewusstsein
zurückkehren? Wie unzählige Studien belegen, ist dies
nicht möglich. Auch Albert Hofmann konnte seine Trips
nicht jederzeit beenden. Es ist ja die Wirkung der Droge,
die eine Bewusstseinsveränderung ohne Eigenaktivität des
Konsumenten herbeiführt. Die Länge des Aufenthalts im
neuen Bewusstsein wird von der Dosis bestimmt. Materie-
prozesse ersetzen die eigene geistige Aktivität. Die Droge
bringt mich noch tiefer in die leibabhängigen Vergangen-
heitsfelder! Dies gilt auch für Bewusstseinsänderungen
durch technische Manipulationen (TV, Computerspiele,
Meditationselektronik und viele Neuerfindungen).
Die Technik arbeitet in den untermateriellen V-minus-
Feldern. Das Bewusstsein wird in ihnen in noch tiefere
Schlafzustände geführt, die Manipulation des Menschen
wird noch undurchschaubarer und grösser!

Freies Ergreifen des Seelischen oder Zwang im Seelischen?


56
Wie wirkt Ritalin?

Ritalin und ähnliche Produkte sind von der Substanz her


kokainähnliche Drogen. Da diese Produkte chemische Sub-
stanzen sind, wirken sie über das Materiefeld ins V-Feld.
Beim Normalbürger wirken sie aufputschend, aktivierend,
die Wachheit im Körperbewusstsein fördernd. Sie erzeugen
in den Vergangenheitsfeldern der Seele und des Leibes das
Zerrbild der Wirkung des G-Feldes.
Folgendes Beispiel soll die Wirkung des G-Feldes im Seelen-
Leib und Leib erklären: Wenn ich ohne Droge mit meiner
Geist-Seele durch waches Interesse, durch grosse Aufmerk-
samkeit an einer bestimmten Tätigkeit, meinen Seelen-Leib
und meinen Leib durchdringe und ergreife, kann ich mei-
ne Müdigkeit überwinden, bleibe weiterhin leistungsfähig
und drifte nicht in schlafähnliche Zustände ab, in denen
nur noch meine Vergangenheitsstrukturen dominieren. Der
Sprachgenius spricht nicht zufällig von der Be-geist-erung.
Begeisterung, Freude an der Tätigkeit, Aktivität, Vertrauen
in die eigenen Fähigkeiten, haben ohne Drogeneinwirkung
einen ähnlichen Effekt wie die Drogen. Einen Effekt, der
aber selbst gesteuert und nicht süchtig machend ist. Ein
Effekt, der den Körper nicht schädigt.
Drogen «ent-geist-ern» und setzen ihre Wirkung an Stelle
des individuellen Geistes. Nicht umsonst spricht man vom
Weingeist im Wein. Die Wirkung des Weingeistes ist allen
bekannt.
Das ADS-Kind durchdringt sein Materie-Feld und sein V-
Feld nicht so intensiv mit seinem G-Feld wie wir. Besonders
im Zustand, der für die Umwelt und das Kind problema-
tisch wird, meistens, wenn es ermüdet ist, löst sich das G-
Feld aus den Leibesfeldern. Es kann aus eigener Kraft das

57
labile Gleichgewicht der Felddurchdringungen, die für ein
menschliches Verhalten nötig sind, nicht mehr aufrecht-
erhalten. Falls nun eine andere vom ADS-Kind geliebte
Individualität die Aufmerksamkeit des Kindes wieder in
den Seelen-Leib und die Sinnesbezirke führen kann, sta-
bilisiert sich das Verhalten des Kindes wieder. Ist niemand
anwesend, der diese menschliche Stütze geben kann, kann
durch Ritalin eine Pseudostütze gegeben werden. Das ADS-
Kind wird durch die starke Einwirkung der Droge nicht
aufgeputscht, sondern in seinen Leibstrukturen besser ver-
ankert. Sein Leib-Seelengefüge braucht im Vergleich mit
Menschen, in denen die postbiologische Konstitution noch
nicht so ausgeprägt ist, die starke Pseudostütze durch die
Droge, um ohne Eingreifen der eigenen Geist-Seele konven-
tionell «funktionieren» zu können. Die Droge hält die stets
schnell auseinander driftenden Strukturen zusammen.
Viele Eltern erleben ihr Kind nach der Medikamentein-
nahme depressiv oder seelenlos. Sie erleben, dass nicht die
Individualität des Kindes zurückgekehrt ist, sondern die
Wirkung der Droge.
Die Frage, die sich jeder Betroffene selbst beantworten muss,
ist folgende: Ist es für das Kind und die Betroffenen besser,
den Ausbruch der Vergangenheitsstrukturen zu erleiden
oder ist das Medikament im Sinne einer Notfallmassnahme
einzusetzen? Klar ist sicherlich, dass das Medikament keine
Dauerlösung sein sollte. Wenn wir unsere Familien- und
Schulstrukturen nicht ändern wollen, bleibt uns jedoch nur
noch die Variante Ritalin und das Wegsperren der Kinder
in Extremsituationen.

Die Kraft des Individuums oder die Kraft der Substanz?


58
Das schwierige Leben
von ADS-Kindern
Wenn die ADS-Kinder im Zustand der körperzentrierten
Präsenz leben, sind sie gleichzeitig auch im Umkreis, im
G-Feld bewusst. In dieser für sie gesunden und normalen
Phase überfordern sie ihre Mitmenschen oft mit ihrer Krea-
tivität, mit ihrer Ehrlichkeit und mit ihrer Klarsicht für die
Seelenstrukturen der anderen. Die Lehrer sind überfordert,
weil sich diese Kinder oft weigern, wenn sie üben sollten.
Ausserdem lösen sie die Aufgaben auf ihre oft geniale Art,
die die Lehrer im ersten Nachdenken oft nicht nachvollzie-
hen können. Prüft man sie auf das vom Lehrplan gefordete
Wissen, versagen sie meistens. Hört man ihnen zu, was sie
sich selbst angeeignet haben, staunt man oft. Es gibt kleine
Ingenieure, Biologen, Physiker usw. unter ihnen. Sie lassen
sich nicht in ein von der Gesellschaft gefordertes Schema
einordnen. Mit Druck, also auch Leistungsdruck, erreicht
man selten sein Ziel. Die ADS-Kinder sehen nicht ein, wes-
halb sie Vergangenheitsstrukturen in ihrem Vergangen-
heitsfeld einschleifen sollten. Sie leben ja in der schöpfe-
rischen Gegenwart des G-Felds. Sie können deshalb nicht
nachvollziehen, dass Wissen (Vergangenheitsstrukturen)
und Übungsabläufe wichtig sind, um in der Zukunft einen
Beruf zu erlernen. Sie leben mit dem unbewussten Gefühl,
dass ihre Fähigkeit, gegenwärtig zu sein, ihnen helfen wird,
die Probleme in der Zukunft zu lösen. Auf die Aufforde-
rung des Lehrers, das Kind solle rechnen üben, damit es
einmal eine Berufslehre beginnen könne, antwortete ein
zehnjähriges ADS-Kind: » Ich muss keinen Beruf erlernen,
in der Zukunft werde ich meine Ideen verkaufen!»
Wie die Eltern durch die grossen Begabungen ihres Kindes

59
überfordert werden, wird im Film «Vitus» von Fredi Murer
(2006) exemplarisch gezeigt.
Da im G-Feld keine Vergangangenheitsstrukturen, son-
dern Fähigkeitspotenziale, freies lebendiges Denken, Auf-
merksamkeitskräfte und Sympathiekräfte das Geschehen
bestimmen, lehnen die Kinder alle Arten von Zwang und
Fremdbestimmung extrem ab. Lieblose kalte Logik, Stress,
Forderungen, die für sie keinen Sinn machen und Anwei-
sungen von schlafenden Zeitgenossen schnüren ihnen den
Atem ab und lassen sie störrisch werden. Wenn der Erwach-
sene in einer stressfreien, liebevollen Stimmung dem Kind
hilft, seine Aufgabe zu erledigen, wird das Kind problemlos
mitarbeiten.
Da diese Kinder unsere Seelenstrukturen mit einem erken-
nenden Fühlen abtasten, sind sie erst dann bereit, unsere
Anweisungen zu befolgen, wenn sie an uns erleben, dass wir
eine innere Bereitschaft zeigen, uns selbst auch zu ändern.
Die Kinder erwarten nicht, dass wir perfekt werden, sie er-
warten nur unsere Bereitschaft, uns zu wandeln oder mit
anderen Worten, unsere Bereitschaft aufzuwachen.
Ihre Ehrlichkeit wird oft als Taktlosigkeit oder Frechheit
empfunden. Die Negativreaktionen der Betroffenen sind
für die ADS-Kinder schmerzhaft. Sie können nicht verste-
hen, weshalb die anderen so reagieren, wenn sie doch nur
die Wahrheit sagen.
Versuchen Therapeuten diese Kinder zu heilen, verweigern
sie die Therapie oft. Diese Kinder müssen eigentlich erst
dann therapiert werden, wenn sie durch jahrelange Fehlre-
aktionen ihrer Umwelt wirklich krank geworden sind. Die
ADS-Kinder werden oft in die Isolation getrieben und es
besteht die Gefahr, dass sie sich unverstanden fühlen und
zu Einzelgängern werden. Andererseits gibt es auch Kinder,
die sich allein sehr gut fühlen, da sie ja in den Feldern oh-

60
nehin mit den andern verbunden sind. So fühlte sich ein
ADS-Kind, das in der Klasse nicht mehr unterrichtet wer-
den konnte, im Einzelunterricht nicht einsam. Es genügte
ihm, seine Klasse einige Minuten zu Beginn des Einzelun-
terrichts zu sehen. Der Kontakt mit den Kindern der Klasse
bestand für das ADS-Kind auch im Einzelunterricht weiter.
Das Kind fühlte sich nicht ausgeschlossen oder isoliert, da
es im Feld mit seinen Klassenkameraden verbunden war.
Da die Körpersysteme der ADS-Kinder durch die Gegen-
wärtigkeit des G-Feldes anders reagieren, wird das Ver-
ständnis für unsere Wahrnehmung der Welt für sie noch
schwieriger. Ihre Nerven, Sinne, Atmung, Herz und Ver-
dauung reagieren anders. Ihre Wahrnehmung entspricht
nicht unserer «normalen» Wahrnehmung. Ihre Sinne sind
viel feiner und empfindlicher. Ihr Denken und Fühlen ist
komplexer und für uns oft unverständlich.
In Stresssituationen flüchten sie ins Umkreisbewusstsein
und überlassen ihre Leiber den V-Strukturen. Nun über-
nimmt der Autopilot das Ruder. Da der Autopilot von dem
veralteten Programm der Vergangenheitsstrukturen und
den Negativstrukturen der Umwelt gesteuert wird, beginnt
das Leiden der ADS-Kinder sich zu potenzieren. Wenn sie
wieder zu sich kommen, realisieren sie, was sie alles zerstört
haben, wie sie gewirkt haben und fühlen sich schuldig und
flüchten noch weiter in die Isolation. Auch die Eltern iso-
lieren sich mit ihrem Kind immer mehr, da sie das Unver-
ständnis der Bekannten und Verwandten fürchten.
Wie es diese Kinder auch machen, es ist immer falsch. Le-
ben sie ihre Begabungen aus, stören sie, zeigen sie uns unse-
re Schwächen, sind sie untragbar!

61
Delta Dynamik: Das Umsetzen
der Felderkenntnis
Die Voraussetzung um Sicherheit im Erkennen der ver-
schiedenen Felder zu bekommen, ist die Fähigkeit jedes
Menschen, die seelisch-geistigen Vorgänge in der eigenen
Seele beobachten zu können. Diese wichtige Fähigkeit ist
das letzte Produkt der biologischen Evolution. Sie ermög-
licht die postbiologische Evolution. Man kann diese Fähig-
keit so schulen, dass man diese seelisch-geistigen Vorgänge
mit naturwissenschaftlichen Methoden beobachtet (Steiner,
1992). Somit kann jeder geschulte Beobachter die Resul-
tate nachvollziehen! Der Unterschied zu den Methoden
der heutigen Wissenschaft besteht darin, dass man die Be-
obachtungen am Seelisch-Geistigen des Mitmenschen mit
Liebe und Achtung durchführen sollte. Ausserdem sind die
beobachteten Objekte immaterielle Strukturen von Feldern.
Der Beobachter muss sich selbst aktivieren und seine sub-
jektiven Einflüsse, die aus der Egostruktur kommen, aus-
schalten. Dieses bewusste Beobachten der Felder soll Delta
Dynamik in den Feldern genannt werden.
Der erste Schritt ist das Aufwachen in der obersten See-
lenschicht der Vergangenheitsfelder – in der Schicht, die
ans Gegenwartsfeld angrenzt. Aus dieser Perspektive kann
man die eigene Vergangenheit, das Gedachte, das Gefühl-
te und das Gewollte beobachten. Dadurch bekommt man
auch das Verständnis für die Vergangenheitsstrukturen der
Mitmenschen. Man kann sehen, auf welcher Stufe der Mit-
mensch sich im Moment bewegt.
Fühlendes Erkennen in den Gegenwartsfeldern, das beim
Beobachten des ADS-Kindes nötig ist, wenn es sich aus
dem leibzentrierten Bewusstsein zurückzieht, ist eine Fä-

62
higkeit, die eine viel grössere Aufmerksamkeit fordert. Alle
Beobachtungen sind nur durch die innere Aktivität des Be-
obachters möglich. Die Wahrnehmung dauert nur so lange
an, wie die Denkaktivität, der Denkwille, die helle Auf-
merksamkeit des Beobachters anhält. Diese Aktivität ist die
treibende Kraft der postbiologischen Evolution.
Delta Dynamik ist keine neue Theorie. Grundlage der Del-
ta Dynamik ist die Eigenaktivität und die Aufmerksam-
keitssteigerung des interessierten Menschen. Alle Schriften,
die zum Thema etwas beitragen wollen – auch diese Schrift
– , sollen aus der wachen Gegenwärtigkeit des Lesers beo-
bachtet und hinterfragt werden. Sich stützen auf Autori-
täten und intellektuelles Kombinieren von Theorien – auch
eine Form der biologischen Evolutionsstufe – sind heute
im Bereich der Menschenerkenntnis nicht mehr zeitgemäss.
Eigene Erkenntnisse durch vorurteillose, gegenwärtige Beo-
bachtungen aus dem G-Feld sind die Alternative!
Folgende Tipps sind als Hinweise für die eigene Beobach-
tung gedacht. Sie können eine Grundlage für eine Delta
Pädagogik und Delta Methodik bilden.

Im G-Feld gibt es keinen Autopiloten!

63
Tipps

Tipp 1
Die Delta Dynamik ist eine Methode und kein Rezeptbuch!
Wichtig ist die Schulung der eigenen Aufmerksamkeit und
Flexibilität.

Tipp 2
Seien Sie aufmerksam auf die Phase, in der das Kind mit
seiner Aufmerksamkeit das körperzentrierte Bewusstsein
verlässt und in die Felder abdriftet.

Tipp 3
In der Anfangsphase des Abdriftens können Sie das Kind
durch Ihre liebevolle Aufmerksamkeit wieder zurückholen.

Tipp 4
Alle bewährten und vernünftigen Regeln der konventio-
nellen Pädagogik (konsequentes Handeln, Regeln einhal-
ten, Zielvereinbarungen, Verträge mit dem Kind, Anspre-
chen der Vernunft, …) sind auch beim ADS-Kind in der
körperzentrierten Phase sinnvoll und nötig.

Tipp 5
Wenn das Kind sein Bewusstsein ins G-Feld, d.h. nach
«draussen» verlagert, müssen Sie ihm ins G-Feld folgen. Die
Regeln, die im körperzentrierten Bewusstsein zum Erfolg
führen, sind nun nicht mehr wirksam. Ganz im Gegenteil
beschleunigt das Pochen auf diese Regeln das Abdriften
ins Umkreisbewusstsein.

 Wenn sich das G-Feld, das V-Feld und das Materie-Feld gut durchdringen.

64
Tipp 6
Im G-Feld gelten unter anderem folgende Regeln:
Leben Sie in einer liebevollen, entspannten Aufmerksam-
keit für Ihr Kind.
Lassen Sie sich unter keinen Umständen unter Druck set-
zen.
Geben Sie Ihre Vorstellungen auf, wie man sich nun verhal-
ten muss, wie man konventionell auf diese oder jene Situa-
tion reagieren muss!
Beobachten Sie Ihr Kind genau. Oft zeigt uns das Kind
selbst, was es nun braucht.
In einer Gruppe kann die Lösung auch von andern Kindern
kommen, die sich oft besser in die Situation ihres Kindes
einfühlen können.

Tipp 7
Seien Sie gegenwärtig, lebendig und fühlen Sie sich im
G-Feld wie auf dünnem Eis. Wenn Sie einbrechen, sind Sie
wieder im körperzentrierten Bewusstsein, in der Vergan-
genheitsstruktur gelandet.

Tipp 8
Wenn in Ihrem Kind die Vergangenheitsstrukturen wirken,
bleiben Sie ruhig und seien Sie sich bewusst, dass Sie nun
Einblick in die Negativstrukturen der Familie (also auch
in Ihre eigenen Negativstrukturen!), der Gesellschaft, des
Volkes, der weltweiten Strömungen bekommen. Machen Sie
nicht Ihr Kind für dieses Negativverhalten verantwortlich.
Stempeln Sie es nicht als Sündenbock ab.

65
Tipp 9
Versuchen Sie Ihr Kind durch ihre Präsenz, Ihre innere
Kraft in schwierigen Situationen zu stärken. Sie können
durch Ihre hellwache Aktivität im G-Feld auch die Ver-
gangenheitsstrukturen Ihres Kindes zur Ruhe bringen. Als
Folge davon hat das Kind die Möglichkeit, sich selbst zu
ergreifen und wieder präsent zu sein.

Tipp 10
Tauschen Sie Ihre Erfahrungen mit den Menschen aus, die
an der Erziehung Ihres Kindes beteiligt sind. Wecken Sie
das Bewusstsein für die Art Ihres Kindes bei den Erwach-
senen. Bilden Sie Selbsthilfegruppen. Die Hilfe kann auch
bei diesen Problemen nicht nur von aussen kommen. Auch
in diesem Bereich der Erziehung ist eigene Aktivität nötig.
Seien auch Sie ein Mensch der postbiologischen Evolution!

Tipp 11
Vergessen Sie den guten Kern – die Geist-Seele – Ihres Kin-
des auch in Extremsituationen nie. Besonders wenn Metho-
den angewendet werden müssen, die dem sanften Weg der
G-Felder widersprechen. Versuchen Sie, sobald es wieder
möglich ist, die Tipps 1-10 zu berücksichtigen.

Du bist der Spezialist!

66
Zusammenfassung

Die Evolution steht nicht still. Die biologische Evolution


der Körper wird von der Evolution des menschlichen Be-
wusstseins abgelöst. Das im Körper zentrierte Objekt- und
Selbstbewusstsein wird durch ein Umfeldbewusstsein er-
gänzt.
Die Phänomene dieser Bewusstseinsevolution zeigen uns
die ADS- und ADHS-Kinder, Autisten, die Legastheniker
und Kinder mit Diskalkulie, sowie Kinder mit Hochbega-
bungen. Diese Kinder sind nicht Heilige und Eingeweihte,
wie sie oft unter dem Modebegriff der Indigokinder be-
schrieben werden. Sie sind jedoch auch keine kranken und
hirngeschädigten Kinder, wie sie aus der Sicht der Wissen-
schaft und der heutigen Medizin beurteilt werden.
Sie zeigen uns mit ihren Stärken und Schwächen die Folgen
der Verschiebung des Bewusstseins vom Körper ins Umfeld.
Dieser Prozess wird nach und nach alle Menschen erfassen.
Diese Kinder haben grosse Schwierigkeiten im Leben, weil
unsere Gesellschaft immer noch nach den Gesetzen der bi-
ologischen Evolution organisiert ist. Unsere Gesellschaft ist
krank, nicht die Kinder!
In dieser Schrift wurde der Versuch unternommen, Wege
zu zeigen, die ins Gegenwartsbewusstsein führen. So kann
sich jeder Interessierte durch eigenes Erleben und Beobach-
ten der eigenen Verhaltensweisen ein Verständnis für die
heutigen Kinder und die Phänomene der Evolution des
menschlichen Bewusstseins erringen.
Mit naturwissenschaftlicher Methodik soll eine Brücke
zwischen Forschungen der modernen Medizin und den
Schilderungen über Indigokinder gebaut werden. Eine Brü-
cke, die sich jeder interessierte Mensch durch Steigerung sei-
ner Aufmerksamkeit, selber bauen kann.
67
Ausblick

Möchte man den Kindern des postbiologischen Zeitalters


– d.h. unserer Zeit – Lebensbedingungen schaffen, die
ihnen ermöglichen, ihre besonderen Talente in die Ge-
sellschaft einzubringen, muss der Wandel im Elternhaus
beginnen. Die Familien, die sich durch die Erkenntnis der
Verhältnisse des postbiologischen Zeitalters oder als Folge
ihres Leidens ihre Kinder zeitgemäss erziehen, müssen auch
Schulen finden, die den Kindern ein geeignetes Umfeld bie-
ten wollen und können. Diese Schulen sind wiederum auf
einen Wandel des Bildungssytems und letztlich der Gesell-
schaft angewiesen.
Das Thema ADS-Kinder ist das Thema der Gesellschaft.
Da die ADS-Kinder die Kinder der postbiologischen Evolu-
tionsstufe sind, kann man auch fragen: Wollen wir auch als
Gesellschaft die postbiologische Stufe ernst nehmen oder
wollen wir mit den Konzepten der biologischen Evolution
die Zukunft der Menschheit weiterhin verhindern?
Um die heutigen Kinder nicht mit einem falschen Negativ-
begriff zu bezeichnen, schlage ich vor, diese Kinder schlicht
als Kinder zu bezeichnen. Eine Anomalie besteht in Zu-
kunft erst, wenn ein Kind keine Affinität zum G-Feld be-
sitzt.
Viele Aussagen müssten viel genauer erklärt und begründet
werden. Diese Schrift soll den Bogen über ein Kardinal-
thema der heutigen Zeit spannen. Damit der Hauptbogen
nicht durch allzu viele Nebenkapitel überlastet wird, konn-
ten die Verständnisgrundlagen oft nur mit groben Pinsel-
strichen skizziert werden. Die folgende Inhaltsübersicht
soll auf eine weiterführende Schrift hinweisen.

68
Die 3 Leibprozesse
Leibprozesswandel in der postbiologischen Evolution
Sinnes-Nervenprozesse – 12 Sinne – Wahrnehmung
Rhythmische Prozesse
Gliedmassen-Stoffwechselprozesse

Die 3 Bewusstseinszustände der


Leib-Seele im V-Feld
Emotionsstrukturen
Gedankenstrukturen
Bewusstsein der Gegenwart des G-Feldes
Freiheit im Denken – freier Wille
Orientierung in den V-Feldern
Dreisacktheorie – farbige Hüte

69
Die 3 Bewusstseinsstufen der
Geist-Seele im G-Feld
Lebendige Bilder und Ideen
Vom Punkt ins Umkreisbewustsein
Sphärenklang
Die Sphäre der Individualität
Wort-Wesen
Eins-Sein mit allen Ich-Wesen
Methoden der Feldaktivierung
Stabilisierung der Emotionen im Feld
Akausale Gleichzeitigkeit bei Feldaktivierung
Die Zukunft wirkt in die Gegenwart

G- und V-Felder sind


überphysische Felder
Die Verdichtungsstufen des geistigen Lichts von den
höchsten Regionen des G-Felds bis zur Sichtbarwerdung
im Seelischen des V-Felds.

70
Die materielle Welt ist ein
physisches Feld
Objekte sind Prozesse
Materie als verdichtetes Licht
Quantenphysik: Atome als Wellenfunktion

Die V-minus-Felder
sind unterphysische Felder
Elektromagnetische Felder
Kernkräfte
Die Gegenkräfte aus den Delta Minus-Feldern
Lebensfeindlicher Elektrosmog
Lebensfeindlicher «Seelensmog»
Lebensfeindliche radioaktive Strahlungen
Schmerzkörperwirkungen
Das erschreckende Zerstörungspotenzial im menschlichen
Unterbewusstsein

71
Delta Pädagogik
Konsequentes Umsetzen der Felderkenntnisse
Wie arbeiten Hunde- und Pferdeflüsterer?
Der Schritt vom Tier- zum Menschenflüsterer
Vom Pauker zum Menschenflüsterer
Harter Wille
Sanfter Wille
Die Bedeutung des künstlerischen Prozesses
Fallbeispiele und praktische Tipps

Delta Heilpädagogik
Wie geht man mit ADS-Kindern um, die die Phänomene
extrem ausleben (Gewaltanwendungen, extreme Forde-
rungen an die Eltern und Lehrer)
Spiegelneuronen und Autismus

72
Gesellschaftswandel
Ein von der Wirtschaft und vom Staat unabhängiges
Bildungswesen als Folge der Felderkenntnis
Umwandlung der freien Marktwirtschaft in eine faire,
nachhaltige Wirtschaft
Der schlanke Staat
Unabhängiges Bildungssystem
Demokratie: Rechtsgleichheit und -sicherheit
Wahrung der Menschenrechte
Im Feld leben wir alle miteinander
Sozialwerden durch Feld-Erleben

73
Die Zukunft ist die Brücke aus der Zeitlosigkeit
in die Gegenwart.

*
Die Zukunft ist die noch nicht geformte Gegenwart.

*
Zukunft ist Potenzial.

74
Literaturhinweise

Zum Thema Aufwachen


Kühlewind, G. (1998). Aufmerksamkeit und Hingabe.
Stuttgart: Freies Geistesleben.
Kühlewind, G. (2005). Vom Normalen zum Gesunden.
Stuttgart: Freies Geistesleben.
Steiner, R. (1992). Die Philosophie der Freiheit. Dornach:
Rudolf Steiner.
Tolle, E. (2004). Jetzt! Die Kraft der Gegenwart. Bielefeld:
Kamphausen.

Zum Thema postbiologische Evolution


Pearce, J. C. (2005). Die magische Welt des Kindes und
der Aufbruch der Jugend. Freiamt: Arbor.

Zum Thema Felder


Lazarev, S.N. (2004). Karma-Diagnostik. Berlin: Karma.
Sheldrake, R. (2003). Der siebte Sinn des Menschen. Bern:
Scherz.
Steiner, R. (1986). Theosophie. Dornach: Rudolf Steiner.

Zum Thema Hochbegabung


Murer, F. (Regie). (2006). Vitus [Film]. Zürich: Frenetic.

75
Delta Dynamik

Die Schrift «ADS-Kinder: Die Zukunft der Menschheit»


ist das Produkt eines fünfundzwanzigjährigen Ringens um
die Erkenntnis der Gesetze der postbiologischen Evolution
und ihre Anwendung in der Erziehung und Schulung der
Kinder. Der Inhalt jedes Kapitels ist zusätzlich im Leben als
Familienvater, Lehrer, Schulgründer und Schulleiter durch
Freude und Leid auf seine Praxisnähe «geprüft» worden.
Die zweite, stark erweiterte Ausgabe der Schrift mit dem
Arbeitstitel «Delta Dynamik» soll die Erfahrungen – nicht
die Theorien – anderer Menschen mit einbeziehen.
Falls Sie zu den Menschen gehören, die eigene Erfahrungen
zum Thema gemacht haben, bitte ich Sie, mir diese per E-
Mail (ersichtlich auf der Website www.deltadynamik.com)
mitzuteilen.

www.deltadynamik.com
Für Buchbestellungen, Veranstaltungen, Fragen zum In-
halt, weitere Informationen zum Thema Aufwachen, ADS,
ADHS, Asperger Autismus etc.

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Der Autor

Hanspeter Diboky
1957 in Bern geboren.
Oberstufenlehrer, Vater von vier
Kindern.
Seit 1976 intensive Weiterbildung in
Pädagogik, Philosophie, Psychologie
und Meditation.

1980–1990: Sekundarlehrer phil. II in der


staatlichen Schule; Mitarbeiter am
Lehrplan des Kantons Zürich.
1990–1997: Lehrer in einer nicht-staatlichen
Schule.
1997: Gründung der Delta Schule in
Zürich; seither Lehrer und Schulleiter
der Delta Schule.

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