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Sozialpsychologie der Schule und Familie Klausur: 10. Juli 2015, 8.

00 Uhr

I. Soziale Wahrnehmung und Urteilsverzerrung


Soziale Wahrnehmung

….bezeichnet den Einschätzungsprozess anderer Personen und beginnt beim spontanen Ersteindruck

Einfluss:

- Attraktivität, Kleidung, äußere Merkmale


- Name, Geburtstag
- Umgebung des zu Beurteilenden
- Aus bestimmten Signalen werden z.B. Status / Expertise abgeleitet (aus Kleidung, Titel,…)
Beispielstudie: Gesunde in Klinik
- Verhalten in bestimmten Situationen – Urteil erfolgt häufig attributional
(„ursachenzuschreibend“)

Problem: Nur bestimmte Informationen werden aufgenommen und verarbeitet -> Verzerrung des
Urteils

Annahme von Heider (1958)

Informationen zum Verhalten einer Person werden so zusammengefügt, dass man auf die Ursache
des Verhaltens schließen kann. Dies können
…internale Gründe sein (Person selbst verantwortlich – Charakter, Einstellung, Persönlichkeit)
…externale Gründe sein (Situation oder Umstände spielen eine Rolle)

Theorie der Kausalattribution

Wie kommt es dazu, dass Personen internal oder external attribuieren? Die Entscheidung ist
abhängig von drei Kriterien:

Distinktheit Konsensus Konsistenz


hoch niedrig * hoch niedrig * hoch * niedrig
Die Person verhält sich in Andere Personen verhalten Die Person verhält sich in der
anderen Situationen meist … sich in der gleichen Situation … gleichen Situation meist …
anders ähnlich ähnlich anders ähnlich anders
* Internale Attribution (Charakter, Einstellung…)

Beispiele:
Schüler in verschiedenen Situationen unzuverlässig (niedrige Distinktheit) -> Rückschluss auf Eigenschaften des Schülers
Ganze Lerngruppe kommt zu spät (hoher Konsensus)
Einer ist unpünktlich (niedriger Konsensus)
Kommilitone kommt zu jedem Treffen zu spät (hohe Konsistenz)

ABER Es liegen nicht immer alle Informationen vor / sind nicht eindeutig. Um dennoch zu urteilen,
bedienen wir uns verschiedenster Heuristiken („Faustregeln“). Dadurch kann eine fehlerhafte
Attribution auftreten.
Die wichtigsten Heuristiken: Repräsentativitätsheuristik (Student im Anzug & Laptop -> eher BWL),

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Ankerheuristik, Verfügbarkeitsheuristik (wie leicht bzw. schwer einem etwas einfällt, beeinflusst die
Schlussfolgerung)

Soziale Urteile

Urteilsbildung erfolgt bereits anhand weniger Informationen

Einschätzungen werden systematischer und akkurater, wenn…


- man jemanden länger kennt
- das Urteil wichtig ist
- wir konkrete Handlungen / Verhaltensweisen von Personen vorhersagen sollen

Ersteindruck

Der Prozess ist unbewusst und erfolgt weitgehend automatisch, ist aber nicht immer richtig
(Einschätzung von Sympathie und Kompetenz stark von bestimmten Merkmalen abhängig)

„first impression error“

Tendenz, andere Personen auf Grund des ersten Eindrucks zu beurteilen. Der erste Eindruck kann
u.U. einflussreicher für unsere Beurteilung sein, als das aktuell tatsächlich gezeigte Verhalten.

Beispiel:
Lehrer nimmt wegen negativem ersten Eindruck nicht wahr, dass die Leistung eines Schülers sich
verbessert.
Lehrer nimmt die Leistungsverschlechterung eines Schülers nicht wahr, da ein positiver erster
Eindruck des Schülers vorlag.

„Halo-Effekt“

Der Eindruck einer zentralen Eigenschaft (z.B. Attraktivität) führt dazu, dass auch nicht beobachtbare
Eigenschaften konsistent eingeschätzt werden (Übertragung auf z.B. Intelligenz, Beliebtheit,
Sympathie)

 Bewertung von Einzelaspekten (z.B. Intelligenz) nicht unabhängig vom Gesamteindruck


 Wenn ein Merkmal dominiert (auch negativ), schließen wir auf den Gesamteindruck
 Fehlbeurteilungen möglich („Gute Ausdrucksweise im Unterricht -> kann logisch denken“)

„similar to me“

Tendenz, Personen, die einem in irgendeiner Weise ähnlich sind (Name, Gewohnheiten,
Wertvorstellungen, Weltanschauung, soziodemografische Variablen [Alter, Geschlecht, Beruf..]), in
einem positiven Licht wahrzunehmen.

Grund: Ähnliche Personen wie ich es bin, akzeptieren uns eher und bestätigen meine Einstellung.
Annahme, dass der Effekt auf Gegenseitigkeit beruht.

„Vertrautheit und Sympathie“

Personen, mit denen wir Kontakt haben, sind uns vertrauter und sympathischer. Vertrautheit kann
auch ohne echte Interaktion entstehen (z.B. durch wiederholtes Sehen/Nebeneinandersitzen)

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 Je häufiger wir Personen begegnen und mit ihnen interagieren, umso wahrscheinlicher
werden sie unsere Freunde (Experiment im Studentenwohnheim)

„mere exposure“

Die wiederholte Wahrnehmung einer Person steigert das Mögen ihr gegenüber

 Je häufiger wir einer Person begegnen, desto mehr mögen wir sie (Gefühl der Vertrautheit).
Beispiel: Politiker im Fernsehen
 Kann in Gruppenbildung von großer Bedeutung sein: neue Gruppen -> Sympathie i.d.R.
relativ gering -> regelmäßige Treffen -> Sympathie nimmt zu
Der Effekt verstärkt sich, wenn harmonische und kooperative Gruppenaktivitäten
unternommen werden
Der Effekt wird vermindert, wenn Feindseligkeit und Disharmonie auftreten
 Der Effekt tritt nicht auf, wenn die Person anfangs negativ bewertet wird
 Funktioniert nicht beliebig lange (ab einer bestimmten Anzahl von Wiederholungen
beurteilen wir den Reiz als neutral, später als unangenehm [Bsp. Hits im Radio])

Einflussfaktoren auf soziale Wahrnehmung und soziale Urteile

- Aus bestimmten Signalen werden z.T. Status bzw. Expertise einer Person abgeleitet (z.B.
Luxusartikel, Kleidung, Titel…), aber auch die Umgebung ist entscheidend (z.B. Büro,
Wohngegend) -> Beispielstudie „Klinik“
- Nonverbales Verhalten (z.B. Blickkontakt, Gesichtsausdruck, Mimik, Stimme, Gestik,
Bewegung)

Heuristiken, fundamentaler Attributionsfehler, Akteur-Beobachter-Effekt

Heuristiken sind „Faustregeln“ bzw. „mentale Abkürzungen“, die Menschen zur schnellen und
effizienten Urteilsbildung verwenden.

- Repräsentativitätsheuristik (z.B. Student in Anzug + Laptop -> eher BWL als Kunst)
- Ankerheuristik (z.B. erste genannte Zahl als „Anker“ -> anschließende Verhandlung)
- Verfügbarkeitsheuristik (wie leicht bzw. schwer einem etwas einfällt -> Schlussfolgerungen)

Fundamentaler Attributionsfehler

- Tendenz, Verhalten ausschließlich anhand von Persönlichkeitsmerkmalen zu erklären. Dabei


unterschätzen wir die Macht des sozialen Einflusses
- Aus dem Verhalten anderer Personen wird auf stabile Sozialer Einfluss: „Eine Veränderung
Persönlichkeitseigenschaften (Dispositionen) des Akteurs der Urteile, Meinungen und
geschlossen Einstellungen einer Person infolge
der Konfrontation mit den
Beim Akteur-Beobachter-Effekt dreht sich der fundamentale
Auffassungen anderer Menschen.“
Attributionsfehler um, wenn wir selbst Akteure sind (!), d.h. wenn wir
Ursachen für unser eigenes Verhalten angeben sollen

- Hier haben wir nicht nur die zu beurteilende Person, also uns selbst, sondern auch die
Situation im Blickfeld -> Wir sehen auch vermehrt situative Faktoren

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II. Soziale Vorurteile und Intergruppenkonflikte
Soziale Vorurteile

Vorurteile sind bereits im Gedächtnis gespeichert und ermöglichen so ein schnell abrufbares Urteil.
Es erleichtert den Umgang mit anderen, unbekannten Menschen, kann jedoch zu ungerechtfertigter
Benachteiligung im Alltag führen.

Niemand ist gänzlich frei von Vorurteilen. Es wird aber unterschieden, wie stark die Vorurteile sind
und welchen Gruppen gegenüber sie Vorurteile haben.

Komponenten von Vorurteilen

Kognitive Komponente (Stereotyp): „Von Männern wird gesagt, sie seien schlechte Zuhörer.“

- Grundlage von Vorurteilen


- Kein Umsetzen von Verhalten / keine Wertung dabei

Affektive Komponente (Stereotypakzeptierung): „Ich finde, dass Männer schlechte Zuhörer sind.“

- Positive oder negative Empfindung gegenüber Personen auf Grund ihrer Zugehörigkeit zu
einer Fremdgruppe
- Echtes Vorurteil: Stereotyp + Stereotypakzeptierung

Verhaltenskomponente (Diskriminierung)

- Ausdruck von Vorurteilen in ungerechtfertigt negativem oder schädlichem Verhalten


gegenüber Personen auf Grund ihrer Zugehörigkeit zu einer Fremdgruppe
- Empfänglichkeit gegenüber rationalen und logischen Argumenten auf Grund der affektiven
Komponente nur schwer möglich

Die meisten Personen einer Gesellschaft haben ein ähnliches stereotypes Wissen über bestimmte
Gruppen (kulturelle Prägung). Der Unterschied liegt dann bei der affektiven Komponente.

Soziale Kategorisierung und Intergruppenwettbewerb bzw. Intergruppenkonflikte

Vorurteile entstehen durch

- Soziale Kategorisierung
o Tendenz, soziale Welt in Kategorien bzw. Eigen- (ingroup) und Fremdgruppen
(outgroup) aufzuteilen
o Zuschreibung bestimmter Eigenschaften, Fähigkeiten oder Motive
o erfolgt kognitiv (Vereinfachung von Informationsverarbeitung)
o motivational (Erhöhung des Selbstwertgefühls)
o Folgen: Eigengruppenaufwertung und Fremdgruppenabwertung
o Fremdgruppenhomogenitätseffekt: „Die BWL-Studenten sind alle gleich, aber wir
(LA-Studenten) sind ziemlich unterschiedlich.“
- Intergruppenwettbewerb
o Gruppen stehen miteinander im Wettbewerb, ihre Ziele schließen sich gegenseitig
aus -> negative Einstellung gegenüber der Fremdgruppe

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Minimal group paradigm

Willkürliche, bedeutungslose Kategorisierung reicht bereits aus, um Prozesse der Kategorisierung mit
anschließender Tendenz zur Diskriminierung auszulösen

Theorie des realistischen Gruppenkonflikts

Der Wettbewerb um wertvolle, aber knappe Ressourcen (negative Interdependenz) führt zu


Konflikten zwischen Gruppen (Interessenskonflikten) -> Feindseligkeit, vermehrte Vorurteile und
Diskriminierung

WICHTIG: Vorurteile können nicht nur entstehen, wenn Ressourcen knapp sind, sondern auch aus
sog. relativer Deprivation (Diskrepanz zwischen eigenen Erwartungen und dem Erreichten)

Kontakthypothese

Annahme, dass Feindseligkeiten und Vorurteile durch vermehrten Kontakt zwischen Gruppen
vermindert werden können

„Jigsaw-Classroom Konzept“ bezeichnet eine bestimmte Klassensituation, die Vorurteile vermindern


und das Selbstwertgefühl der Schüler erhöhen soll -> Arbeit in gemischten Kleingruppen, jeder
Schüler ist bei der Erarbeitung des Stoffs wichtig

Reduktion von Gruppenkonflikten

- Dekategorisierung (Auffälligkeit und Stärke sozialer Kategorien soll abgeschwächt werden)


- Rekategorisierung (Neue Kategorisierung auf einer höheren Ebene, z.B. neue große Grupp)
- Wechselseitige Differenzierung (Vergrößerung der Anzahl von Vergleichsdimensionen – „Die
eigene Gruppe ist nicht besser, sonder anders.“)

Was fördert Vorurteile bzw. erhält sie aufrecht?

- Illusorische Korrelation (wahrgenommene Zusammenhänge, die eigentlich nicht bestehen)


o Nicht alle Informationen werden gleichermaßen abgespeichter
o „Confirming bias“ (Tendenz, bevorzugt Informationen zu suchen, die eigene
Annahme bestätigen)
- Subtyping
o Stereotypinkonsistente Exemplare werden in Untergruppen geschoben, z.B.
erfolgreiche Frau -> Karrierefrau
o Folge: Das globale Frauenbild wird nicht verändert
- Attributionale Verzerrung
o Ultimativer Attributionsfehler = selbstwertdienliche Attributionstendenz auf
Gruppenebene

- Sich selbst erfüllende Prophezeiung


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III. Gruppenprozesse
Gruppen

Eine Ansammlung von zwei oder mehr Personen, die folgende Kriterien aufweisen:

(direkte) Interaktion, zeitliche Stabilität, gemeinsame Ziele (oder Normen, Werte), Wir-Gefühl,
Rollendifferenzierung

Funktionen von Gruppen

- Überleben (Schutz, Sicherheit, ermöglichen Partnerschaften)


- Soziale Unterstützung (gemeinsame Ziele verwirklichen, erhöhte physische und psychische
Gesundheit durch Gefühle wie Zuneigung und Geborgenheit)
- Sozialer Austausch und sozialer Vergleich
- Soziale Identität und positiver Selbstwert (Wir-Gefühl)
- Produktivität

Der Einfluss von Gruppen auf Meinungen und Entscheidungen

Positive vs. negative Beeinflussung durch Anwesenheit anderer

- Abhängig vom Aufgabentyp (soziale Erleichterung vs. soziale Hemmung)

Motivationsverlust und Leistungsreduktion

- Gimpel-Effekt („sucker effect)


o Leistungsreduktion, wenn man den Eindruck hat, dass die anderen sich nicht so sehr
anstrengen
- Trittbrettfahrer („free riding“)
o Leistungsreduktion, wenn der eigene Beitrag für das Gruppenergebnis als nicht
wichtig wahrgenommen wird
- Soziales Faulenzen („social loafing“)
o Eigener Beitrag ist in der Gruppe nicht identifizierbar bzw. nicht bewertbar

„Hidden Profile“

„Wenn wir nicht sagen, was nur wir wissen“, also Informationen, die nicht allen Mitgliedern bekannt
sind. In Gruppen konzentriert man sich eher auf Informationen, die bereits allen bekannt sind (d.h.
auf das „gemeinsame Wissen“), wodurch weniger „eigenes Wissen“ eingebracht wird

Gruppenentscheidungen sind nicht immer besser als Einzelentscheidungen

Gegenmaßnahmen: Advocatus diaboli (ein ausgewähltes Gruppenmitglied, das eine ablehnende


Haltung einnimmt)

Gruppenextremisierung und –polarisierung

Annahme: Gruppenmeinung ist ein Mittelmaß von allen


Aber: Phänomen der „Gruppenpolarisierung“: Vertretung einer extremeren Position der Gruppe

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„Risky shift phenomenon“

Gruppen tendieren – im Vergleich zur durchschnittlichen Ausgangsmeinung ihrer Mitglieder – zu


riskanteren Entscheidungen

„Groupthink“

Mögliche Fehlentscheidung trotz vorhandener Informationen. Grund: Gruppenprozesse


Wird begünstigt durch:

- In Gruppen oft Gleichgesinnte


- Kohäsive Gruppe (starker Zusammenhalt)
- Streben nach Konsens
- Gruppe von alternativen Informationsquellen isoliert
- Anführer favorisiert klar eine bestimmte Lösung
- Illusion der eigenen Unverwundbarkeit

Konformität

…ist die Übereinstimmung des eigenen Verhaltens oder der eigenen Meinung mit der Bezugsgruppe,
auch entgegen der evtl. eigenen „echten“ Meinung.

…ist abhängig von

- Mehrdeutigkeit der Situation


- Gruppengröße
- Einstimmigkeit der anderen Personen
- Bedeutsamkeit der anderen Personen
- Bedeutsamkeit der Gruppenzugehörigen
- Glaubwürdigkeit / Expertise der anderen Personen
- Kulturelle Unterschiede
- Krise

Gründe für öffentlich konformes Verhalten

- Fundamentales Bedürfnis, von anderen gemocht und akzeptiert zu werden


o Normativer Einfluss anderer Personen (Angleichung an die Mehrheitsmenge, ohne
dass sich die innere Überzeugung ändert)
o Compliance (öffentliche Konformität ohne innere Überzeugung)
- Bedürfnis mit der eigenen Meinung richtig zu liegen
o Informativer Einfluss (Prinzip sozialer Bewährtheit)
o Conversion (öffentliche Konformität und private Überzeugung)

Mehrheiten- bzw. Minderheitseinfluss

Bedingungen

- Konversionstheorie
o Konsistenter Verhaltensstil -> Attribution von Sicherheit und Überzeugtheit
- Größe der Minderheit, Starke/Gute Argumente, Vermeiden von Widerständen

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IV. Aggression
Nicht versehentliches bzw. absichtsvolles Verhalten mit dem Ziel, eine andere Person, sich selbst
oder einen Gegenstand zu schädigen.

Tendenziell neigen Männer eher zur offenen Aggression, Frauen eher zur verdeckten Aggression
(Gerüchte, etc.). Serotonin hemmt aggressive Impulse, Testosteron fördert diese.

Feindselige Aggression vs. instrumentelle Aggression

feindselige Aggression instrumentelle Aggression


Schädigung selbst ist Endziel der Handlung Schädigung nur als Mittel zum Zweck, um ein
übergeordnetes Ziel zu erreichen (z.B. im Sport)

Annahmen und Hypothesen zur Aggression

Katharsishypothese

Das Ausführen oder Beobachten von aggressiven Handlungen hat einen reduzierenden Effekt
ABER: Wissenschaftliche Befunde sprechen dagegen (Experiment von Bushman [Sandsäcke])

Frustrations-Aggressions-Hypothese

Frustration löst die Motivation aus, aggressiv zu handeln und andere Personen zu schaden –
besonders dann, wenn einem diese als ungerechtfertigt oder vermeidbar erscheint (LoL)

o Kritik: Nicht jede Frustration löst Motivation aus


o Frustration ist nicht die einzige Quelle, die aggressives Verhalten fördern kann

Mögliche Auslöser und beeinflussende Faktoren

- Frustration (d.h. die unerwartete Blockade eines Ziels)


o Steigerung durch größere Erwartung, die dann nicht befriedigt wird
- Soziale Zurückweisung (Amoklauf)

Beeinflussende Faktoren

- Schmerz (Bewertung unter Schmerzen -> weniger Belohnung, mehr Bestrafung)


- Hitze (mehr gewalttätige Straftaten im Sommer als Winter)
- Lärm
- Deindividuation (Verhalten in Gruppen, Gefühl von persönlicher Verantwortung sinkt)
- Aggressive Hinweisreize (z.B. Schusswaffen im Raum, aggressive Songtexte, Bilder, …)
- Aggression in den Medien (verminderte Sensibilität)
- Gewalttätige Computerspiele

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V. Prosoziales Verhalten
Die Absicht, aus freien Stücken einer anderen Person etwas Gutes zu tun. Dies kann einen Nutzen für
den Helfer beinhalten

o Spezialfall: altruistisches Verhalten (Motivation durch Empathie mit dem Opfer)


 Hat keinen offensichtlichen Nutzen für den Helfer

Bedingungen von Hilfeverhalten

1. Ereignis bemerkt? -> Nein, weil Ablenkung, Zeitdruck, negative Stimmung


2. Ereignis als Notfall erkannt? -> Nein, weil pluralistische Ignoranz
3. Verantwortung übernommen? -> Nein, weil Bystander-Effekt, Verantwortungsdiffusion
4. Kompetenzgefühl vorhanden? -> Nein, weil subjektives Kompetenzgefühl, Bewertungsangst
5. Kosten-Nutzen-Verhältnis? -> Nein, weil Kosten bzw. Gefahr oder Blamage zu hoch
ERST JETZT ERFOLGT HILFE!

Motive für prosoziales Verhalten

- Biologisches Motiv
o tritt in allen Kulturen auf -> biologisch-genetische Basis
o Evolutionstheoretische Perspektive (Weitergabe der Gene [Verwandte])
o Verwandtenselektion (je enger verwandt, desto mehr Besorgnis um Wohlbefinden)
- Gefühle als Motiv
o Notsignale lösten häufig Gefühle aus: Empathie oder Unbehagen
o Empathie -> altruistische Motivation
o Unbehagen -> egoistische Motivation
- Prosoziale Normen als Motiv
o Helfen, um gesellschaftlichen Regeln bzw. sozialen Normen gerecht zu werden
 Soziale Verantwortung: „Hilf denen, die Hilfe benötigen!“
 Gerechtigkeitsprinzip: „Hilf denen, die Hilfe verdient haben!“
 Reziprozitätsprinzip: „Hilf denen, die dir helfen!“

Zusammenfassung von Jonathan Paulsteiner


LA Gym Mathematik & Wirtschaft

„Viel Erfolg bei der Klausur!“ 