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rade gepflanzt hatte, oder das Unkraut im Garten zu jäten.

Er hätte eher Geld für gute Erde ausgegeben als für das
Vorwort
Essen auf dem Tisch... und so geschah es oftmals auch, und
meine Mutter war darüber nicht wenig indigniert. Wir
haben in verschiedenen Häusern in Virginia Beach im Staat
Virginia gewohnt und eine ganze Spur von Obstbäumen,
Rosenbüschen und Weinstöcken hinterlassen.
Bei Edgar Cayce schien alles gut zu gedeihen. Ich habe
Eine persönliche Erinnerung an Edgar Cayce immer angenommen, daß ein Teil seiner medialen Fähigkei-
ten auch in seine alltägliche Arbeit einzufließen schien,
Ich erinnere mich noch gut: In seinen letzten Jahren war denn soweit ich mich erinnern kann, ist er niemals mit lee-
mein Vater Edgar Cayce ein schlanker hochgewachsener ren Händen von einem Fischereiausflug oder aus dem Gar-
Mann, fast 1,80 m groß. Seine durchdringenden grauen ten zurückgekehrt. Mit dem Geld war es jedoch eine andere
Augen blitzten noch immer durch die randlose Brille, die er Sache. Er schien immer pleite zu sein, es gelang ihm nicht
trug. Seine Haare waren grau und etwas schütter, und da er Geld anzuhäufen. Es rann ihm wie Sand durch die Finger.
zuviel von der guten Küche meiner Mutter genoß und sich Bevor wir nach Virginia Beach kamen, waren wir aus
nicht genügend Zeit nahm, um Gymnastik zu treiben, hatte Selma in Alabama nach Dayton in Ohio umgezogen. Ich
er einen kleinen Bauch angesetzt. Er war ein begeisterter Fi- erinnere mich an einen ganz besonders kalten Tag in Day-
scher und Gärtner und ein geschickter Handwerker. Für ton, an dem mein Vater Zeitungen in meine Hose und mein
diese Dinge, mit denen er sich so gerne beschäftigte, hatte er Hemd stopfte, um den kalten Wind abzuhalten, denn ich
immer weniger Zeit, da immer mehr Menschen von seiner hatte keinen Mantel. Meine dünnen Kleider waren nicht für
einzigartigen medialen Fähigkeit erfuhren und ihn um >Rea- nördliche Winter geschaffen. In jenem Winter in Dayton
dings< baten. wäre ich fast erfroren, und ich war voller Freude, als wir
Diese Readings waren für die Menschen, die sie erhielten, wieder nach Süden zogen, nach Virgina. Obwohl unsere Le-
merkwürdig und wunderbar, aber ich wuchs damit auf und bensumstände nicht gerade glänzend waren, waren die vie-
nahm sie als ganz normale, alltägliche Vorfälle hin. Ich len Jahre in Virginia Beach für die ganze Familie sehr ab-
selbst hatte sowohl Körper- wie auch Lebensreadings von wechslungsreich. Im Winter zogen wir Fichtenpfähle, die
meinem Vater erhalten, und hin und wieder hörte ich zu, von den ausgebreiteten Fischernetzen abgebrochen waren,
wenn er sie Besuchern erteilte. Aber ich freute mich mehr vom Strand nach Hause und zersägten sie zu Brennholz.
darauf, mit ihm zusammen zum Fischen zu gehen oder Dann saßen wir um das Feuer, während der Nordostwind
handwerkliche Arbeiten zu verrichten... Weder ich noch um das Haus heulte. Unser Vater erzählte Geschichten,
mein Bruder Hugh Lynn haben jemals die Begeisterung un- oder wir spielten alle zusammen Parcheesi. Durch diese Fa-
seres Vaters für die Gartenarbeit geteilt. Aber dadurch ließ miliengespräche erfuhr ich, wie mein Vater seine medialen
er sich nicht beirren, vielmehr war er ständig damit beschäf- Fähigkeiten entwickelt hatte, und warum er sie niemals ein-
tigt, irgendeinen Baum oder Strauch zu pflegen, den er ge- setzte, um damit Geld zu verdienen.

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Edgar Cayce wurde im Jahre 1877 in der Nähe von Hop- dann mit der Maschine abgeschrieben. Deshalb wußte
kinsville in Kentucky geboren. Als Kind hatte er einige Cayce niemals die Fragen, die gestellt worden waren, wenn
merkwürdige Erfahrungen durchlebt, und sein erstes >Rea- er am Ende des Readings aufgefordert wurde zu erwachen.
ding< bezog sich auf ihn selbst. Als junger Mann hatte er als Manchmal war die Person, die um das Reading bat, auf der
Angestellter in einem Buchladen gearbeitet, und in dieser Suche nach persönlichem Gewinn und fragte nach dem zu-
Zeit hatte er seine Stimme verloren. Keiner von den ortsan- künftigen Ergebnis eines Pferderennens, oder suchte um
sässigen Ärzten war imstande gewesen, ihm zu helfen. In Rat in Börsen- oder Immobilienangelegenheiten an. Cayce
seiner Verzweiflung wandte er sich an einen Mann, der mit beantwortete die Fragen durchwegs zum Vorteil des Fra-
dem damals neuen Modegag der Hypnose experimentierte. genden, aber er erwachte dann jedesmal nervös und müde,
Mit der Hilfe des Hypnotiseurs war Cayce imstande, sich hatte oft auch starkes Kopfweh.
willentlich in einen schlafähnlichen Zustand zu versetzen. Als er erfuhr, in welcher Weise er benützt wurde, gab er
Der Hypnotiseur ermutigte ihn, seinen Zustand zu beschrei- die Readings auf und widmete sich voll und ganz seiner Ar-
ben und ein Heilmittel vorzuschlagen, und Cayce begann beit als Photograph, einem Beruf, in dem er ganz buchstäb-
aus seinem selbsthypnotischen Zustand heraus zu sprechen. lich eine Feuerprobe zu bestehen hatte. In seinem Ge-
Er beschrieb ein Heilmittel für seinen Zustand, das seine schäftslokal brach ein Brand aus und stürzte ihn in tiefe
Stimme tatsächlich wieder herstellte. Einer der Ärzte dieses Schulden. Ein anderes Mal explodierte eine Büchse, die mit
Ortes, der den Vorgang beobachtet hatte, begann sich dafür einem Blitzlichtpulver gefüllt war, und verätzte Hugh
zu interessieren. Er war der Meinung, daß der Schritt von Lynns Augen. Die Ärzte rieten zur Entfernung des einen
der Eigendiagnose zur Diagnose der Krankheitszustände an- Auges und erklärten, daß er wahrscheinlich nicht fähig sein
derer Menschen nur sehr klein war. Die Experimente erwie- würde, mit dem anderen zu sehen. Mein Vater war verzwei-
sen sich als erfolgreich, und der Erfolg dieses Arztes wie felt. Es war seine letzte Zuflucht, ein >Reading< für Hugh
auch Cayces Berühmtheit breiteten sich aus, denn Cayces Lynn zu versuchen. Und dieses Reading skizzierte eine Be-
Diagnosen, seine >Readings< der Patienten waren sehr handlung, die nicht nur Hugh Lynns beide Augen rettete,
genau. Das Wort >Reading< setzte sich durch, und Cayces sondern auch sein Augenlicht wieder herstellte.
Äußerungen aus seinem schlafähnlichen Zustand wurden Durch diesen beachtlichen Erfolg ermutigt, begann
als >Readings< bekannt. Cayce wieder Readings abzuhalten. Aber um die Probleme
Zunächst mißtraute Cayce dieser seiner Fähigkeit, er zu vermeiden, mit denen er vorher zu tun hatte, insistierte
fürchtete, daß er einen Fehler machen könnte, und daß er darauf, daß die Readings nur von seiner Frau geführt
irgend jemand aufgrund einer falschen Diagnose leiden werden sollten. Von diesem Augenblick an war meine Mut-
könne. Doch seine schlimmsten Ängste wurden niemals ter Gertrude diejenige, die ihm nahelegte, ein Reading abzu-
Wirklichkeit, und anstatt zu leiden, fanden immer mehr und halten, sie war es, die die Fragen stellte und ihn zum Ende
mehr Menschen Erleichterung, wenn sie den Empfehlungen des Readings aufforderte, zu erwachen.
seiner Körperreadings folgten. Cayce erinnerte sich niemals Im Laufe der nächsten 27 Jahre fanden Tausende von
an irgend etwas, was er in seinem tranceartigen Zustand ge- Menschen Erleichterung von Schmerz und Leiden, indem
sagt hatte. Seine Worte wurden zuerst stenographiert, später sie den Empfehlungen aus Edgar Cayces Readings folgten.

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Die Berichte darüber, die in der Bücherei der Association for Es soll eine Unze reinen Olivenöls erhitzt, aber nicht um
Research and Enlightenment (A.R.E.) in Virginia Beach ge- Kochen gebracht werden und während das Olivenöl noch
sammelt sind, zeugen von seiner Genauigkeit. Die Berichte warm ist, soll folgendes hinzugefügt und hineingerührt wer-
der Ärzte und die Krankheitsgeschichten der Patienten kön- den, und zwar in der angegebenen Reihenfolge: Eine halbe
nen dort von allen eingesehen werden. All die vielen Bücher Unze Benzoetinktur, eine Viertel Unze Myrrhentinktur,
und Artikel über Edgar Cayce kommen zu dem Schluß, daß eine halbe Unze weißes russisches Öl, eine Viertel Unze Ha-
er ein erstaunlich genauer medialer Diagnostiker war. Als selnußöl, zwei bis drei Kaffeelöffel Sassafrasöl.
Beispiel eines Körperreadings möchte ich Ihnen von meiner Diese Mischung soll am Abend und am Morgen einmas-
eigenen persönlichen Erfahrung erzählen. siert werden und zwar über die ganze rechte Seite hin, in der
Im Jahre 1934 spielte ich im Alter von 16 Jahren oft Blinddarmgegend, in der ganzen Gegend um den Hüftkno-
Rugby. Ich versuchte einen Mitspieler aufzuhalten, der fast chen, ferner in der Kreuzbeingegend,.. .also auf der ganzen
doppelt so groß war wie ich. Es war ein schlechter Angriff, rechten Seite.
weil ich hochsprang, um ihn niederzuschlagen. Er aber hob Es soll darauf geachtet werden, daß auch die Ausschei-
seine Knie, um meinen Körper in der Luft abzuwehren, und dungen gut kontrolliert werden. Das Stoffwechselsystem
seine Kniescheibe traf die Vorderseite meines Hüftkno- und der Darm müssen genügend aktiv sein, um all die Dinge
chens. Sofort schoß ein Schmerz durch meinen ganzen Kör- auszuscheiden, die vielleicht in den Kreislauf gelangen.
per, und mein Bein wurde von der Hüfte an abwärts gefühl- Der Körper soll nicht angestrengt werden, solange, bis
los. Für die restliche Saison war es aus mit Rugby, ich dieser Zustand zurückgeht.
hinkte mit einer schmerzenden Hüfte umher, bis ich schließ- (Die Mutter fragte, ob ich überhaupt nicht mehr trainie-
lich von meinem Vater Hilfe durch ein Reading erlangte. ren solle). Nein. Nur diese Seite soll nicht angestrengt wer-
Das Reading sagte: den, wie es etwa beim Ringen oder ähnlichem geschehen
Bezogen auf die rechte Seite, die Hüfte, finden wir, daß könnte.
die Knochenhaut des Hüftknochens verletzt wurde... Ich folgte vier oder fünf Monate lang den Empfehlungen,
Damit geht eine Quetschung der Muskeln und der Mem- die im Reading gegeben wurden. Der Schmerz in meiner
bran einher, die zu dieser Region gehören. Es ist sozusagen Hüfte wurde schwächer, aber dennoch blieb die Stelle ein
eine Entzündung der Knochenhaut selbst. wenig wund. Mein Vater gab mir ein zweites Reading, in
Es geht darum, Schwierigkeiten oder Entzündungen zu dem er mir riet, nicht aufzugeben. Er sagte, der Zustand
verhindern, die langzeitige Störungen erzeugen... oder eine hätte sich verbessert, aber daß es noch einige Zeit dauern
Entzündung zu verhindern, die die Aktivität der Schleim- würde, bis er vollständig ausgeheilt sei. Ich blieb also aus-
häute des Zwerchfells stören könnte, und deshalb sollte dauernd und erlangte schließlich eine vollständige Heilung.
etwas aufgelegt werden, was die Neigung zur Akkumulation Ich war dann wieder imstande, Baseball, Basketball und
und Verdickung des Gewebes absorbiert oder reduziert... Tennis ohne schmerzhafte Folgen zu spielen, für mich
damit das Gewebe nicht falsch zusammenwächst. waren die Readings von Edgar Cayce sehr effektiv. Sie
Deshalb würden wir diese Seite gründlich mit einer haben es mir ermöglicht, mein Bein wieder voll und ganz
Mischung in Form einer Lotion massieren. gebrauchen zu können.

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Die Körperreadings machen ungefähr 60% von Edgar kussionen zwischen Lammers und Cayce, wie auch die lan-
Cayces 14000 Readings aus. Es gibt eine Reihe von kleine- gen philosophischen Familiendiskussionen. Allerdings be-
ren Kategorien, wie etwa Geschäftsratschläge und Traumin- gleitete ich die Familie nach Dayton in Ohio, wo Lammers
terpretationen, aber die zweitgrößte Kategorie, etwa 20% eine Wohnung für uns stiftete, um seinen Wissensdurst zu
der Gesamtheit, sind Lebensreadings. Diese Readings befas- befriedigen. Was hat meinen Vater davon überzeugt, daß
sen sich mehr mit psychologischen als mit psychischen Pro- diese neuen >Lebensreadings< einen Wahrheitsgehalt hatten?
blemen. Sie versuchen Fragen zu beantworten, die die Men- Waren es die philosophischen Diskussionen mit dem gebilde-
schen mit ihren Berufsproblemen, ihren Lebenszielen und ten Lammers? War es die Übereinstimmung der Informa-
Ehebeziehungen, wie auch menschlichen Beziehungen hat- tion, die vollständig unbekannten Personen erteilt wurde,
ten. Das erste Lebensreading entstand wie folgt: mit verifizierbaren Fakten? Oder war es die Art, in der die
In den frühen 20er Jahren eröffnete ein Mann mit einer Readings christliche Ideale in den Rahmen der Reinkarna-
geradezu unstillbaren Neugier über metaphysische Fragen tion integrieren konnten? Wahrscheinlich hatte jedes dieser
eine neue Dimension für Cayce und seine medialen Rea- Argumente sein eigenes Gewicht, aber ich nehme an, daß
dings. Dieser Mann, Arthur Lammers, wollte von Cayce ein das letzte den größten Einfluß hatte.
Horoskop bekommen, aber in dem Reading wurde ihm ge- Was immer der Grund gewesen ist, Edgar Cayce gewann
sagt, daß die Wirkungen von Sternen und Planeten auf das die Überzeugung, daß die Lebensreadings ebenso hilfreich
Leben einer Person nicht im entferntesten so einwirken waren wie die Körperdiagnosen. Sie schienen niemandem zu
konnten, wie das vergangene Leben dieser Person auf ihr ge- schaden, deshalb fuhr er damit fort, sie auch weiter auf An-
genwärtiges. Dann ging Cayce dazu über, Lammers einen frage zu erteilen. Er kam zu dem Schluß, daß die Lebensrea-
Bericht über seine früheren Leben zu geben. dings erteilt wurden, um einem Individuum dabei zu helfen,
Als Cayce erwachte und hörte, was er gesagt hatte, war er Fragen und Probleme über sein oder ihr gegenwärtiges
wie vor den Kopf geschlagen. Im Wachzustand wußte er Leben zu verstehen und zu beantworten, und daß es eine
ebensowenig über Reinkarnation und das Okkulte, wie er Vergeudung von Zeit war, ein Lebensreading aus irgendwel-
über Medizin wußte. War es möglich, daß Reinkarnation chen leichtfertigen oberflächlichen Gründen abzuhalten. In
wahr sein konnte? Wie paßte das mit seinen Bibellehren und seinen Readings drückte er diese Ansicht folgendermaßen
den christlichen Wurzeln zusammen? Cayce war sich nicht aus:
im klaren. Abstrakte Fragen über philosophische Probleme Suche nicht nach Wissen, nur um dich selbst zu befriedi-
hatten ihn niemals interessiert. Er kannte sich gut im Chri- gen. Denke an Adam. Versuche nicht, etwas zu erhalten,
stentum und in der Bibel aus, aber andere Weltreligionen was du nicht in deiner eigenen Erfahrung und in der Erfah-
hatte er niemals zuvor studiert. Er wußte nicht, daß die rung all jener, mit denen du Tag für Tag in Kontakt stehst,
Reinkarnation in den Lehren des Hinduismus und Buddhis- konstruktiv anwenden kannst. Versuche nicht, dein Wissen
mus eine grundlegende Glaubensvorstellung ist. Als Cayce auf andere zu übertragen, es ihnen aufzuzwingen... Wisse
in den Jahren 1923 und 1924 heftigst über diese neue Infor- bei deinen Studien, wohin du strebst. Du kannst Wissen
mation aus seinem Unbewußten zweifelte, war ich erst fünf auch nur zu deiner eigenen Befriedigung erlangen, aber das
bzw. sechs Jahre alt. Es entgingen mir all die lebhaften Dis- ist nur dann empfehlenswert, wenn es in deinem Bewußtsein
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nicht ein Gefühl erzeugt, aufgrund deines Wissens besser zu unterbrach ihn) »Aber nur zum Teil!«(Nr. 257/151,22. Juni
sein als andere. Es ist ganz offensichtlich, daß das zu einem 1935). Diese Person folgte Cayces Rat nur zögernd. 17 Rea-
Entwicklungshindernis werden kann. dings später sagte er: »Nun gut, wir haben um Rat angefragt
Denn herauszufinden, daß du gelebt hast, daß du gestor- und werden ihm nun folgen.« »Ja, dieser ist schon 40mal er-
ben bist und unter dem Kirschbaum im Garten der Groß- teilt worden, dennoch haben Sie das noch nicht getan, was
mutter begraben wurdest, macht dich nicht zu einem besse- Sie hätten tun sollen!« (Nr.257/168, 2. Juli 1936)
ren Nachbarn, Bürger oder Elternteil. Aber zu wissen, daß Manchmal war Cayces Spott recht ätzend. Als einmal
du unfreundlich gesprochen hast und dafür dann auch ge- eine Frage über Massage gestellt wurde: »Soll es außen ein-
litten hast, und daß du dies im gegenwärtigen Leben gerieben werden?« antwortete Cayce: »Kannst du es etwa
durch eine rechtschaffene Verhaltensweise zurechtrücken innen einreiben!« (Nr.34/7, 9.Juni 1911) Und in Antwort
kannst... das lohnt sich. Was ist Rechtschaffenheit? Es ist auf eine Frage, wie ein Medikament genommen werden soll-
Freundlichkeit, innerer Adel, Selbstaufopferung und die Be- te: »Wie soll ich das Bromochinin einnehmen?« »Einfach
reitschaft, die Blinden zu führen, die Lahmen zu tragen... schlucken!« (Nr.528/15, 17. Januar 1938)
das ist konstruktiv. Du kannst ein Wissen in dieser Richtung Es gibt zahllose andere Beispiele für Cayces Humor. In
erlangen, denn Inkarnationen sind eine Tatsache. Wie vielen Readings empfahl er sogar den Humor als wichtigen
kannst du es beweisen? In deinem täglichen Leben. Faktor, um die Gesundheit aufrechtzuerhalten.
(Nr.5753/2, 29.Juli 1937)* Die Art der Information, die in einem Lebensreading ent-
Mein Vater war nicht immer tiefernst. Im Wachzustand halten ist, wird durch das folgende Beispiel deutlich. Der
hatte er genauso wie auch im Trancezustand einen Sinn für Name des Patienten wurde durch seine Nummer 2962 er-
Humor und eine schnelle Kombinationsgabe. Er zögerte setzt. Dieses Reading spricht von den bei dieser Person
nicht, einen Patienten zu schelten, wenn er dumme Fragen gleichzeitig vorhandenen Eigenschaften der Sorge wie auch
stellte oder vorgab, Empfehlungen befolgt zu haben, die er der Gleichgültigkeit:
in Wirklichkeit nicht befolgt hatte. Z. B. begann ein Patient (2962) ist eine Person, die sich selbst dann, wenn sie mit
bei einem Reading folgendermaßen: »Der Rat der Kräfte anderen zusammen war, viele Sorgen gemacht hat. Sie war
wurde während der vergangenen Woche befolgt...« (Cayce aber auch sehr gleichgültig, welche Ergebnisse durch irgend-
unterbrach ihn:) »Nicht sehr gut!« (Nr.257/137, 7.August welche gemeinsamen Handlungen erreicht würden, oder
1934) welche Beziehungen aus einem Kontakt entstehen würden
Dieselbe Person leitete in einem späteren Reading eine und zeigte es auch durch die Art ihres Verhaltens, durch
Frage mit folgender Behauptung ein: »Da ich den Anwei- ihre Mimik, so daß es andere auch wahrnehmen konnten,
sungen des letzten Readings entsprochen habe...« (Cayce andere Menschen, mit denen sie entweder im Geschäft oder
im sozialen Umgang zu tun hatten.
* Jedes der Edgar-Cayce-Readings wurde mit einer zweiteiligen Zahl gekenn- Diese Person interessiert sich für viele Dinge, sie liest
zeichnet, um das Nachschlagen leichter zu machen. Jede Person, die ein Rea- gerne gute Bücher, löst Kreuzworträtsel und Puzzles usw.
ding erhielt, bekam eine anonyme Nummer. Das ist die erste Hälfte der zweiteili-
gen Zahl. Da viele Personen mehr als ein Reading erhielten, gibt die zweite
... Manchmal aber sind diese Dinge für sie auch sehr lang-
Nummer die des Readings in der ganzen Reihe an. weilig.

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Diese Person interessiert sich sehr für die okkulte oder esse am Okkulten, aber auch am Lösen von Rätseln wie
esoterische Seite des Lebens, sie scheint eine sehr genaue Be- auch eine Geschicklichkeit bei der Herstellung von mecha-
obachtungsgabe zu haben und dennoch viel gelten zu las- nischen Geräten habe. Aber im Falle des Radios und Fern-
sen, was andere nicht im geringsten für möglich halten wür- sehens interessierte er sich inzwischen mehr dafür, wie das
den. Die Person gibt gerne Geld aus, dennoch ist sie nicht Material hergestellt und bearbeitet wurde, nicht so sehr, wie
sehr geschickt bei der Verfolgung ihrer eigenen Interessen. es mechanisch funktionierte.
Aber mechanische Dinge, Dinge, die mit Transport oder Erst 30 Jahre später wurde dieser Fall wieder aktuell. Mr.
ähnlichem zu tun haben, könnten Kanäle sein, durch die 2962 war gestorben, aber vorher hatte er noch ein zweites
diese Person die Möglichkeit hätte, sich im Leben besser zu Mal geheiratet. Seine jetzige Frau lebte noch immer und
stellen oder tiefere Erfahrungen in dieser Inkarnation zu war mit der A.R.E. durch die Vermittlung eines regionalen
sammeln. Vertreters in Kontakt gekommen. Sie erwähnte, daß ihr frü-
(Das Reading nannte vier vergangene Inkarnationen, die herer Ehemann, Mr. 2962, ein Lebensreading erhalten
letzte fand zu der Zeit statt, als New York von den frühen hatte. Meine Tochter Gail Cayce Schwartzer, die zu dieser
Siedlern gegründet wurde, die zweite in England während Zeit für die Edgar Cayce Foundation arbeitete, schrieb die-
der Zeit der Kreuzzüge, die dritte beim Auszug der Israeli- ser Frau in der Hoffnung, daß sie einige der Aussagen des
ten aus Ägypten, und die vierte im prähistorischen Ägypten. damaligen Lebensreadings für 2962 bestätigen könnte. Die
Aus der englischen Inkarnation blieb ein Interesse an Kom- folgenden Auszüge aus der Antwort dieser Frau illustrieren
munikationsmitteln und mechanischen Dingen, die in der Cayces Genauigkeit. Was seine Besorgnis und Gleichgültig-
gegenwärtigen Inkarnation zur Wirkung kam). keit betraf, so sagte sie:
Zu jener Zeit zeigte diese Person ihre Neigung zur Schaf- »2962 war nicht direkt schüchtern, aber er erschien oft-
fung von Dingen mechanischer Natur... wie etwa Kommu- mals so, da er ziemlich zurückgezogen war. Als wir vor un-
nikationsmittel, wie sie sich heutzutage in der Telegraphie serer Eheschließung beide im selben Fernsehsender arbeite-
oder im Radio darstellen, oder aber in Mitteilungen jeglicher ten, hatte ein Geschäftsmann mir gesagt, daß mein ehemali-
Art, die die Verteilung bestimmter Güter zum Ziel hat, die ger Ehemann manchmal nicht zuzuhören schien, wenn er
entweder einem Teil von Menschen oder allen gemeinsam versuchte, irgendeine Geschäftsangelegenheit mit ihm zu
von Nutzen sind. Und in jenen Berufsfeldern, die mit Trans- besprechen. Ich erwähnte dies so höflich wie nur möglich, in
port oder Kommunikation zu tun haben (Flugzeuge, Tele- der Hoffnung, daß er sein Verhalten vielleicht verändern
fon, Radio usw.) liegen besondere Vorteile für diese Person. würde. Obwohl wir darüber lachten, beharrte er darauf, daß
(Nr. 2962/1, 13. April 1943) er gleichzeitig über mehr als nur ein Thema nachdenken
Zur Zeit dieses Readings war diese Person in der kanadi- konnte, und daß er in Wirklichkeit aufmerksam war, selbst
schen Armee. Als dieser Mann um das Reading ansuchte, wenn es nicht so aussah. Ich aber glaube, daß er sich tat-
sagte er, daß er zwar verheiratet sei, von seiner ersten Frau sächlich manchmal in seinen Gedanken verlor, und daß der
aber getrennt lebe. Er stellte keine Fragen. Nachdem er das Vorwurf durchaus zutraf. Aber er war nicht gleichgültig.
Reading erhalten hatte, schrieb er an Edgar Cayce und Aber er war einer der vernünftigsten Menschen, die ich je-
dankte ihm für die Information. Er gab zu, daß er ein Inter- mals kannte.«

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(Das Reading hatte auch behauptet, daß Berufsfelder, die daß die Beweise für die Genauigkeit der Körperreadings un-
mit Kommunikation oder Transport zu tun hätten, wie umstößlich sind. Es gibt zu viele Berichte von Patienten und
Flugzeuge, Telefon und Radio, für 2962 Vorteile gewähren Ärzten, die den empfohlenen Behandlungen folgten und
könnten. Seine Frau bestätigte, daß er während des Zweiten gute Ergebnisse erzielten. Die Beweise dafür sind in der
Weltkrieges bei einem Sender in London gearbeitet hatte A.R.E. Bücherei in Virginia Beach gesammelt und stehen
und später dann einen Direktorenposten bei einem Fernseh- dem Publikum zur Verfügung. Ich weiß, daß auch viele von
sender in den Vereinigten Staaten bekam. Sie sagte, daß er den Lebensreadings den Personen, die um sie ansuchten,
sich intensiv für alle visuellen Medien interessierte und von halfen. Wir können mit einiger Berechtigung annehmen,
einem Interesse am Theater zum Film und Fernsehen über- daß auch sie relativ genau sind.
gegangen war.) Es war nicht nur ein Brotverdienst, sondern Das beweist noch nicht, daß die atlantischen Lebensrea-
sein eigentliches Interesse. dings zutreffen, aber die Daten, die in den letzten Jahren in
Weiterhin sagte sie, daß 2962 Bücher, Puzzles und Rätsel bezug auf frühere Veränderungen auf der Erde, Klimaver-
liebte und daß er sich für die okkulte Seite des Lebens inter- änderungen, Polsprünge und die Migrationen der Menschen
essierte. Sie attestierte ihm eine große Geschicklichkeit in in prähistorischen Zeiten gewonnen wurden, weisen eher
mechanischen Dingen. Ein Kommentar eines Kameraman- auf die Genauigkeit der Readings hin als auf ihre Falsch-
nes, mit dem er zusammen arbeitete, schien mir sehr bedeu- heit. Die faszinierende Story Edgar Cayces über Atlantis ist
tungsvoll zu sein. Er sagte: »2962 verlangt von uns das Un- zumindest einer ernsthaften Betrachtung würdig.
mögliche und dann zeigt er uns, wie das gemacht wird.«
Mit diesem vorstehenden Lebensreading und den Kom- Edgar Evans Cayce
mentaren dazu möchte ich keinen Beweis für Reinkarnation
antreten, sie sollen vielmehr ein Beispiel für ein Lebensrea-
ding sein und die Genauigkeit der darin enthaltenen Aussa-
gen bezeugen. Die zweite Frau von Mr. 2962 kannte ihn im
Jahre 1943, als das Reading erteilt wurde, noch nicht. Er
traf sie später und sie heirateten im Jahre 1948. Aber die Ei-
genschaften, die 2962 im Reading zugeschrieben wurden,
sind offenbar genau die gewesen, an die sie sich erinnern
konnte, und die sie 33 Jahre später mit ihm in Verbindung
bringen konnte!
Cayces Aussagen über Atlantis sind aus seinen Lebens-
readings abgeleitet. Für mich als Ingenieur ist es schwierig,
diese Story aufzutischen. Ich kann die Geschichte selbst
kaum verdauen, obwohl ich zur Familie gehörte, selbst so-
wohl Lebens- wie auch Körperreadings erhielt und bei vie-
len anderen Readings zuhörte. Ich kann Ihnen nur sagen,

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ßen und ganzen noch immer nicht bereit, übersinnliche In-
Einführung formation ernst zu nehmen, und in vielen Fällen ist dies
auch gerechtfertigt. Aber es ist mit Sicherheit möglich, über-
sinnliches Material mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu
vergleichen und im Zusammenhang damit auch zu bewer-
ten. Wir werden geologische und archäologische Entdek-
kungen betrachten, die einen Bezug zu Cayces Geschichte
haben, und zwar von der Zeit, als das erste Atlantisreading
Der Name >Atlantis< beschwört Bilder einer geheimnisvol- erteilt wurde (1923), bis zum heutigen Tag. Neue For-
len Zivilisation in uralter Vergangenheit herauf. Tausende schungsmethoden, die zur Zeit der Readings nicht verfüg-
von Büchern sind über dieses Land geschrieben worden, bar waren, machen es jetzt möglich, viele von seinen Rea-
manche versuchen es als Tatsache zu beweisen, andere ver- dings neu zu beurteilen. Manche der Äußerungen, die
suchen es als dichterische Fiktion abzulehnen. In diesem Cayce vor vielen Jahren abgegeben hatte, klangen damals
Buch versuchen wir einen anderen Zugang. Hier werden Sie geradezu lächerlich, inzwischen aber sind sie Teil eines wis-
mit dem bemerkenswerten Medium Edgar Cayce und sei- senschaftlichen Mainstreamdenkens geworden. Andere sind
nem Material über Atlantis bekannt gemacht. Aber wir wie- noch immer strittig, werden aber von manchen Forschern
gen das übersinnliche Material mit einer wissenschaftlichen sorgfältig untersucht. Einige seiner Voraussagen über zu-
Betrachtungsweise von Cayces Genauigkeit auf. Hatte er künftige geologische Katastrophen werden von heutigen
recht, hatte er unrecht? Können wir jemals mit Sicherheit Geologen durchaus ernstgenommen.
wissen, ob Atlantis existierte? Ein einzigartiger Aspekt der Arbeit von Cayce sind die
Dieses Buch blickt auf die Legende von Atlantis in ihren Expeditionen, die von der Edgar Cayce Foundation gestiftet
vielen Formen: von Plato, der als erster über Atlantis wurden, um nach den Berichten von Atlantis zu suchen,
schrieb, über Gelehrte, die die Richtigkeit von Piatos Aussa- und zwar von der ägyptischen Sphinx bis zur Insel Bimini in
gen zu beweisen suchten, über Okkultisten, die die ganze Le- den Bahamas. Die Geschichte dieser Expeditionen und ihre
gende diskreditierten, bis zu Skeptikern, die versuchten zu Ergebnisse werden in diesem Buch zum ersten Mal erzählt.
beweisen, daß Atlantis niemals existiert hat. Wir haben Wir glauben, daß Sie nach der Lektüre dieses Buches eine
Edgar Cayces Geschichte über Atlantis aus etwa 700 Rea- größere Achtung für das Potential übersinnlicher Informa-
dings zusammengestückelt, Readings, die im Laufe eines tion haben werden, und daß Sie erkennen werden, daß dies
Zeitraumes von 22 Jahren erteilt wurden. Cayces Bericht ein Beitrag zum Wissen unserer gegenwärtigen Welt ist. Die
beginnt mit der Ankunft der Menschheit auf der Erde vor Cayce-Readings haben keineswegs blinden Glauben gefor-
ungefähr 10 Millionen Jahren und endet mit dem Versinken dert, sondern vielmehr betont, daß alle diese Aussagen
der letzten Überbleibsel von Atlantis um etwa 10000 v.Chr. durch Beweise und Datenmaterial geprüft werden müssen.
Als die Readings erteilt wurden, war Atlantis im Bereich Im Jahre 1927 hieß es in einem Reading für einen Mann,
des Okkulten und die Wissenschaft hielt diese Art von Infor- der Artikel über die Cayce-Readings veröffentlichte: »Stell
mation für wenig glaubwürdig. Die Wissenschaft ist im gro- sie vor und schau, wie es weitergeht... Viele werden es ab-

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lehnen, viele werden es annehmen... Aber das Wichtigste
ist, daß die Menschheit zu denken beginnt! Und das wird
Anlaß zum Denken geben!« (Nr. 195/43, 19. Juli 1927)
Dieses Buch ist eine Einladung an Sie zu denken... nach-
zudenken über das wissenschaftliche Material, aber auch
über die Wirkung der Geschichte auf Ihr eigenes Leben. Sie
werden eine neue Sicht der menschlichen Geschichte auf
der Erde entwickeln und eine Vorstellung davon gewinnen,
was wir von der Zukunft zu erwarten haben.
Teil I

Geschichten
über
Atlantis

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1 • Wo entstand die Geschichte von Atlantis?
• Warum wird Atlantis als der >Verlorene Kontinent be-
zeichnet?
Der Mythos von Atlantis • Gibt es irgendwelche Beweise dafür, daß ein solcher Ort
jemals existiert hat?
• Warum suchen noch immer Menschen danach?

Die Encyclopädia Britannica beschreibt Atlantis wie folgt:


Atlantis - Eine legendäre Insel im Atlantischen Ozean.
Plato beschreibt im Timäus, wie ägyptische Priester im Ge-
ATLANTIS ... DIE SUCHE NACH DER >VERLORENEN ZIVILISA- spräch mit Solon die Insel als ein Land darstellten, das grö-
TION WIRD WEITERHIN DISKUTIERT! Dies ist eine Zeitungs- ßer ist als Kleinasien mit Libyen zusammengerechnet und
schlagzeile vom 2 3 . April 1987 aus dem Virginian Pilot. Der unmittelbar hinter den Säulen des Herkules liegt. Jenseits
Artikel ging über ein Symposium über den verlorenen Kon- davon lag dann ein Archipel von kleineren Inseln. Atlantis
tinent, das von der Atlantic University und der Edgar Cayce war 9000 Jahre vor der Geburt des Solon ein mächtiges Kö-
Foundation von Virginia Beach gesponsort wurde. Die nigreich gewesen, und seine Armeen hatten die Mittelmeer-
Skala der Referenten reichte von Skeptikern bis zu glühen- länder überrannt, nur Athen konnte sich wehren. Schließ-
den Anhängern: Forscher, die von der Echtheit der stritti- lich hatte das Meer Atlantis überflutet, und nur einige Un-
gen Funde der 60er und 70er Jahre in der Nähe der Insel Bi- tiefen kennzeichneten die Stelle, wo es sich einstmals befun-
mini überzeugt waren, Forscher, die der Meinung waren, den hatte. Im Kritias fügt Plato eine Geschichte über den
daß einige dieser Fundstätten durch natürliche Prozesse zu- idealen Staat von Atlantis hinzu. Es ist unmöglich zu ent-
stande gekommen waren; Archäologen, die von Atlantis scheiden, wie weit dieser Mythos aus Piatos Erfindung ent-
nicht überzeugt waren, sich dennoch aber für sorgfältige stand, und inwieweit er auf Fakten beruht, über die es keine
Forschungen ohne eine Zerstörung der Fundstätten einsetz- Aufzeichnungen mehr gibt.
ten. Für viele Menschen signalisierte dieses Symposium ein Die Säulen des Herkules bestanden aus dem Felsen von
neu entstandenes Interesse an der Geschichte von Atlantis, Gibraltar (der in den alten Zeiten Calpo oder Alybe hieß)
einem Mythos, der so leicht nicht verschwindet. Es kommt und Abyla, einem Berg in Afrika auf der anderen Seite der
immer neues Beweismaterial heran, manchmal verblüffend, Straße von Gibraltar in der Nähe von Ceuta. Diese beiden
oft aber auch zweideutig... und das, obwohl die Skeptiker Naturdenkmäler markierten den Übergang aus der bekann-
ihr Bestes tun, um es in den Bereich der Fiktion zu ver- ten Welt rings um das Mittelmeer in die unbekannte Welt
weisen. des Atlantischen Ozeans.
Bei den meisten Menschen ruft der Name >Atlantis< das Plato zufolge besagt die Information, die Solon von den
Bild eines Landes irgendwo im Atlantischen Ozean hervor, ägyptischen Priestern erhielt, daß Atlantis, eine Insel von
das in uralten Zeiten unter den Wogen versank. Ganz folge- der Größe eines Kontinents, im Atlantik in einer heftigen
richtig entsteht eine Reihe von Fragen: vulkanischen Katastrophe vor etwa 9000 Jahren vom Meer

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verschlungen wurde. Plato lebte von 428 bis 348 v. Chr., Cornwall über Lyonnesse, eine mythische Insel vor der eng-
Solon lebte ungefähr 200 Jahre vor Piatos Zeit. Das würde lischen Küste, die im Meer verschwand. Die Franzosen
Atlantis ungefähr in das Jahr 9600 v. Chr. versetzen. haben eine Legende von der Isle Verte (Grüne Insel), und die
Gibt es noch frühere Verweise auf Atlantis? Hesiod, ein Portugiesen nennen es Ilha Verde. St. Brendan's Island und
griechischer Dichter, der im 8. Jahrhundert v. Chr. lebte, er- andere Legenden von verlorenen Inseln sind das Thema
wähnte die >Inseln der Seligen< oder die >Glückseligen In- vieler Sagen in verschiedenen Sprachen, sie wurden sogar
seln<. Sie sind zu einem Teil der griechischen Mythologie ge- auf Karten eingezeichnet und waren bis zum 18. Jahrhun-
worden und wurden im >Westlichen Ozean< (also dem Atlan- dert Ziel von Entdeckungsreisen. Buchstäblich Tausende
tischen Ozean) lokalisiert. Es hieß, daß sie von Sterblichen von Büchern und Artikeln sind über Atlantis geschrieben
bevölkert waren, denen die Götter Unsterblichkeit verliehen worden. Vor einigen wenigen Jahren hat die A.R.E. die
hatten, und die Sommer und Fülle ohne Unterlaß genossen. Egerton-Sykes-Sammlung von Büchern über Atlantis käuf-
Homer (dessen Zeit irgendwo zwischen 850 und 1200 lich erworben. Sie füllen die vier Wände eines drei auf drei
v. Chr. geschätzt wird) hat vielleicht einen noch früheren Meter großen Raumes vom Boden bis zur Decke. Ihre Titel
Hinweis auf Atlantis geäußert: In seiner Odyssee spricht er aufzuzählen würde ein Buch von der Größe des hier vorlie-
von dem Land der Phäaken. Unglücklicherweise hat Homer genden erfordern.
den genauen Ort dieses Phäakenlandes nicht angegeben. Die Autoren reichen von Wissenschaftlern und Amateur-
Gegner der Geschichte von Atlantis stellen die Frage, archäologen bis zu Medien und Okkultisten. Manche Auto-
warum es keine ägyptischen Berichte über dieses Land gibt. ren sammeln Beweise dafür, daß Piatos Geschichte ebenso
Die Vertreter der Theorie kontern mit der Vermutung, daß wahrscheinlich wie auch möglich war. Andere versuchen,
Hinweise auf Atlantis vielleicht beim Brand der Bibliothek sie rationeller zu gestalten, indem sie den Ort verändern und
von Alexandria verlorengingen. das Datum ein wenig früher ansetzen. Wieder andere be-
Mittelalterliche Autoren, die Piatos Geschichte von ara- trachten diese Geschichte lediglich als Mythos und sammeln
bischen Geographen hörten, hielten sie für wahr. Sie hatten Daten, um ihre Meinung zu erhärten.
auch schon andere Traditionen über legendäre Inseln im
Westlichen Meer. Z. B. kannten die Portugiesen die Insel
Antilia (oder Antillia, Insel der Sieben Städte), die auf einem
Viele Geschichten über Atlantis
Globus erschien, der im Jahre 1492 in Nürnberg hergestellt Donnellys Version
wurde. Der Geograph Martin Behaim erzählt, daß die Insel
Antilia von christlichen Flüchtlingen kolonisiert wurde, als Das bekannteste Buch über Atlantis ist zweifellos Ignatius
die Mauren Spanien und Portugal im Jahre 714 eroberten. Donnellys Atlantis, die vorsintflutliche Welt. Es wurde zum
Vielleicht kann das Wort >Antilia< bis zu dem lateinischen ersten Mal im Jahre 1882 veröffentlicht, im Jahre 1949
Wort >Anterior< (früher) zurückverfolgt werden, es wäre dann von Egerton Sykes überarbeitet und wird noch immer
dann die Insel, die vor Cipeango (Japan) oder sogar Atlantis gedruckt. Donnelly hatte ein großes Publikum. Während
erreicht worden wäre. Es gibt eine walisische Legende von seiner Amtszeit als Senator in Minnesota durchforschte er
Avalon, einem Königreich der Toten und eine Legende aus gründlich die Sammlung der Kongreßbibliothek. Er stellte

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eine ungeheure Menge von geologischem, archäologischem Mit jeder Idee wurde Donnellys Vorstellungskraft stärker.
und mythologischem Material zusammen, um seine Ideen Er kam zu dem Schluß, daß die Einwohner von Atlantis die
zu unterstützen. Seine Argumente zugunsten der Geschich- ersten Menschen waren, die Bronze und Eisen schmieden
te Piatos klingen wirklich überzeugend. William Gladstone, konnten, und daß ihr Alphabet der Vorläufer sowohl der
der Premierminister von Großbritannien, war von Donnellys phönizischen Alphabete wie auch der Maja-Hieroglyphen
Buch so begeistert, daß er im Parlament den Antrag stellte, waren. Die ursprüngliche Heimat der arischen oder innereu-
eine Stiftung zu gründen, damit mit einem Schiff nach den ropäischen Völkerfamilie wie auch der semitischen Völker
Resten des Kontinents im Atlantik geforscht werden könne. mußte Atlantis gewesen sein. Schließlich kam er zu der Auf-
Aber die Skeptiker zweifelten sowohl an Donnellys Quellen fassung, daß nach der schrecklichen Katastrophe, die Atlan-
wie auch an seiner "Argumentation und begannen eine Dis- tis zerstörte, die Überlebenden sowohl nach Osten und We-
kussion, die heute noch andauert. sten gingen und von dort Geschichten über die Katastrophe
Donnelly wollte beweisen, daß Atlantis eine Insel von der mit sich nahmen, die in den Mythen von der Sintflut über-
Größe eines Kontinents war, die einstmals im Atlantischen lebt haben.
Ozean existierte. Er war überzeugt, daß Piatos Geschichte Donnelly argumentierte, daß Piatos Bericht auf Tatsa-
keine Sage war, sondern auf Wirklichkeit beruhte. Er glaub- chen beruht, weil seine atlantische Geschichte nicht mit
te, daß Atlantis die Wiege der Zivilisation war, wo mensch- Göttern oder Dämonen beginnt, sondern mit Menschen, die
liche Wesen der Barbarei entwuchsen. In seiner Vorstellung Tempel, Schiffe und Kanäle bauten, und die mit umliegen-
waren die Könige, Königinnen und Heroen von Atlantis die den Ländern Handel trieben und Krieg führten. Da Plato
Götter und Göttinnen der griechischen, phönizischen, indi- ein berühmter Philosoph war, schloß Donnelly, daß er sich
schen und skandinavischen Mythen. Die Handlungen, die nicht auf Fiktionen einlassen würde.
ihnen in der Mythologie zugeschrieben worden waren, Donnelly weist darauf hin, daß die Oberfläche der Erde
waren in Wirklichkeit eine verwirrte Erinnerung an histori- nach der übereinstimmenden Meinung der Geologen in der
sche Ereignisse. Vergangenheit ganz anders aussah. Viele Länder, die einst-
Für Donnelly stellte Atlantis die universelle Erinnerung mals über den Meeren lagen, sind nun unter Wasser und
an ein großartiges Land dar und war die Grundlage für die Länder, die einstmals unter den Fluten waren, ragen nun
Geschichten vom Garten Eden, dem Garten der Hesperi- über den Wasserspiegel empor. Der Punkt aber, an dem sie
den, dem Olymp und anderen traditionellen Orten, wo die sich nicht einig werden können, ist die Zeit, die der Ablauf
Menschheit einst in Frieden und Glück lebte. Die Einwoh- solcher Ereignisse in Anspruch nimmt. Geologen denken in
ner von Atlantis trieben einstmals Handel mit Ägypten, Tausenden und Millionen von Jahren, nicht aber in so einer
Afrika, Nord- und Südamerika, Skandinavien und Ländern, kurzen Zeitspanne, wie sie von Plato genannt wird.
die an das Mittelmeer grenzten. Sie waren Sonnenanbeter Mit Sicherheit können Erdbeben und Vulkanausbrüche
und breiteten ihre Religion bis nach Ägypten im Osten und schnell vonstatten gehen. Z. B. brach am 18. Mai 1980 der
bis nach Peru im Westen aus. Da Ägypten die älteste Ko- Mount St. Helen im südwestlichen Washington aus, genau
lonie von Atlantis war, ähnelte ihre Zivilisation der von 60 km im Norden von Portland in Oregon. In einer Explo-
Atlantis. sion, die von Menschen nur selten erlebt wurde, wurden fast

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2,5 km des Berges in Staub verwandelt. Die Explosion ent- Donnelly weist darauf hin, daß in der Schweiz Fossilien
sprach 500 Atombomben der Größe, die einstmals Hiroshi- von mehr als 800 Tierarten aus dem Miozän gefunden wor-
ma zerstörten. Eine Wolke von Staub, Asche und Gas erhob den sind, von denen der größte Teil auch in Amerika vor-
sich in eine Höhe von 20 km über der Erde und verdunkelte kommt. Wenn es keine Landbrücke zwischen Europa und
die Sonne. Mehr als 400 m von der Bergspitze wurden weg- Nordamerika gegeben hat, oder wenn keine Menschen da
gesprengt. Der Schnee und das Eis auf den Berghängen waren, um sie zu transportieren, wie konnten sie dann den
schmolz und der darauffolgende Bergrutsch aus Lehm und Weg zwischen den beiden Kontinenten überwinden? Er
Felsen zerstörte den Spirit Lake und füllte ihn mit Geröll nennt die Banane oder Plantane, die in Asien und Afrika
und Trümmern an. Lehm und Sand wurden bis zum Colum- vorkommt und in Afrika vor Columbus kultiviert wurde. Sie
bia River getragen, und am nächsten Tag war das Bett dieses ist ohne Samen und hat nur eine Jahreswurzel. Menschen
Flusses, das normalerweise 13 m tief ist, bis auf eine Tiefe müssen sie über das Meer gebracht haben. Donnelly ist der
von nur 6 m aufgeschüttet. Meinung, daß die Plantane oder Banane in Atlantis kulti-
Das war natürlich eine lokale Katastrophe. Abgesehen viert wurde und sowohl nach Osten als auch nach Westen
von den Nachrichten und den spektakulären Sonnenunter- gebracht wurde, denn eine Kulturpflanze, die keine Samen
gängen, die durch den Staub in der Atmosphäre erzeugt besitzt, muß sehr lange Zeit kultiviert worden sein. Er sagt,
wurden, war den Einwohnern der Staaten an der Ostküste daß es unwahrscheinlich ist, daß zwei Länder auf beiden Sei-
wie auch in der Mitte Amerikas relativ wenig bewußt, daß ten des Meeres dieselbe Pflanze so lange Zeit gezüchtet
irgend etwas geschehen war. Die Geologen sind der Mei- haben. Aber die Plantane ist nicht das einzige Beispiel. Don-
nung, daß die meisten dieser Vulkanausbrüche und Erdbe- nelly zitiert Autoritäten, die behaupten, daß bestimmte
ben lokal begrenzt sind, sie können sich nicht vorstellen, daß Rosen, ferner die Tuberose, der Flieder und bestimmte Ge-
ein solches Ereignis einen ganzen Kontinent dazu veranlas- treidesorten wie Weizen, Hafer, Roggen, Gerste und Mais
sen könnte, abzusinken. Manche von ihnen sind der Mei- so lange kultiviert worden sind, daß man sie in ihrem wilden
nung, daß eine Kollision oder Fast-Kollision mit einem Zustand nicht kennt. Außerdem ist auch ihr Ursprung unbe-
Asteroiden oder Kometen umfassende Veränderungen in kannt. Er ist der Meinung, daß Atlantis das Ursprungsland
der Erde verursachen könnte, sie weisen aber auch darauf dieser Pflanzen ist.
hin, daß ein solcher Vorfall unwahrscheinlich ist. In bezug Als nächstes wendet sich Donnelly den Sitten und Ge-
auf die Ähnlichkeiten der Flora und Fauna zitiert Donnelly bräuchen zu und zählt eine lange Liste ähnlicher Gewohn-
die Autoritäten seiner Zeit: »Wenn die Pflanzen und Tiere heiten auf beiden Seiten des Ozeans auf, die auf ein gemein-
der Alten und Neuen Welt miteinander verglichen werden, sames Ursprungszentrum verweisen. Z. B. sagt er, daß die
kann man angesichts ihrer Ähnlichkeit nur staunen. Fast Gewohnheit des Tabakrauchens unter den Indianern so-
alle gehören zu denselben Klassen, viele aber, die zur selben wohl Nord- wie auch Südamerikas vorhanden war, bevor
Spezies gehören, kommen auf beiden Kontinenten vor. Das die Europäer ankamen. Auch Eingeborene in verschiedenen
ist wichtig, denn es hat einen Bezug zu unserer Vorstellung, Teilen von Afrika verwenden Pfeifen, um Hanf und Tabak
nach der sie sich nach der Eiszeit von einem gemeinsamen zu rauchen, und die Verwendung von Pfeifen, um Ha-
Zentrum ausgebreitet haben.« schisch und Opium zu rauchen, erstreckte sich von China

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bis nach Arabien. Er zitiert zahllose andere Gebräuche, die auf einen Zeitraum von 13 900 Jahren als die Herrschaft der
den Peruanern und den frühen Europäern gemeinsam Götter Bezug nimmt.
waren. Z. B. haben sie beide die Sonne und den Mond ver- Schließlich sagt er zusammenfassend, daß die kulturellen
ehrt, glaubten an die menschliche Unsterblichkeit, die Auf- Ähnlichkeiten auf beiden Seiten des Atlantik beweisen, daß
erstehung des Körpers und mumifizierten ihre Toten. Auf diese Kulturen aus einem gemeinsamen Zentrum entstan-
beiden Seiten des Atlantik beobachteten die Menschen die den sind. Er führt für seine Theorie ins Feld, daß die Basken
Eingeweide von geopferten Menschen und Tieren, sie hat- aus den Pyrenäen sich von ihren Nachbarn in ihrem Er-
ten Vestalinnen, die lebendig begraben wurden, wenn sie scheinen und in ihrer Sprache unterscheiden.
ihre Gelübde brachen. Weitere gemeinsame Gewohnheiten Donnellys kraftvoller Stil, seine Bildung und seine Be-
waren das Jahr mit seinen zwölf Monaten, die Zahl 10 als geisterung machen den Leser geneigt, sich von ihm mitrei-
Zähleinheit, das Vorhandensein von Kasten und die Weiter- ßen zu lassen und die Mängel zu übersehen, die spätere Kri-
gabe des Berufes vom Vater zum Sohn. tiker in seiner Logik gefunden haben. Trotz seiner Genialität
Donnelly füllt Seiten mit weiteren Vergleichen. Er argu- und Eloquenz behaupten seine Gegner, daß er von einem
mentiert, daß so viele gemeinsame Gebräuche nicht unab- >Molekül der Tatsache auf einem Berg der Annahmen<
hängig voneinander auf beiden Seiten des Ozeans entstehen schließt. Sie weisen auch darauf hin, daß einige von Donnel-
konnten. lys Annahmen unrichtig waren und ihn zu falschen Folge-
Bezogen auf Plato merkt Donnelly an, daß der Philosoph rungen führten. Z. B. ist Baskisch die einzig nicht-arische
auf eine Route hinweist, die von den Inseln von Atlantis zu Sprache Westeuropas, aber sie hat keine Ähnlichkeiten mit
anderen Inseln und einem Kontinent dahinter führt, der das nordamerikanischen Indianersprachen, wie Donnelly be-
wirkliche Meer umgibt. Er nennt den Atlantik ein wirkli- hauptete. Viel von der Erörterung Donnellys über die
ches Meer im Gegensatz zum Mittelmeer, das von allen Sei- Mayakultur beruht auf dem Werk eines französischen Ge-
ten wie ein Hafen von Land umgeben ist. Aber die Griechen lehrten, dem Abbe Brasseur de Bourbourg. Brasseur ver-
haben keine Seereisen nach Amerika durchgeführt, woher suchte eines der drei noch erhaltenen Mayamanuskripte zu
wußte Plato also davon? Das Wort Atlantik und das Wort übersetzen, den Troano Codex, der auf dem Maya->Alpha-
Atlas sind aus keiner bekannten europäischen Sprache ent- bet< des Bischofs Diego de Landa beruhte, der für die Ver-
lehnt. Es gibt das Atlasgebirge auf der Westküste von Afrika brennung aller übrigen Mayabücher verantwortlich war.
(das seit ältester Zeit bekannt ist) und eine Stadt Atlan an Mit de Landas falschem Alphabet und Brasseurs Mangel an
der Ostküste Amerikas. Die Azteken behaupten, daß sie von linguistischem Wissen war die daraus resultierende >Über-
Aztlan kommen. Selbst in der griechischen Mythologie trägt setzung< wertlos. Man weiß inzwischen, daß der Troano
ein mythisches Wesen namens Atlas die Welt auf seinen Codex eine Abhandlung über Astrologie und nicht eine Be-
Schultern. schreibung von Vulkanausbrüchen ist. Donnelly und sein
Donnelly versucht die griechischen Mythen mit Atlantis Zeitgenosse, der Forscher Augustus LePlongeon, nahmen
zu verbinden, er sagt, daß die alten griechischen Götter und Brasseurs Übersetzung ernst und zitieren in ihren Geschich-
Göttinnen die Könige und Königinnen von Atlantis waren. ten über Atlantis Äußerungen wie die folgende: »Ein Drittel
Er weist darauf hin, daß der ägyptische Historiker Manetho der Mayasprache ist reines Griechisch.«
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Lewis Spences Version hoch, hatten eine hohe Stirn, vorstehende Backenknochen
und ein festes Kinn, ihr Schädelumfang lag über dem von
Nach Donnelly fuhren viele andere Autoren damit fort, Be-
modernen menschlichen Wesen. Aber niemand weiß, wo
weismaterial für die Existenz von Atlantis anzuhäufen. Zwi-
diese Rasse entstand. Es gab eine andere Invasion durch
schen 1924 und 1928 schrieb Lewis Spence drei Bücher: Das
eine ähnliche Rasse vor 16000 Jahren und eine dritte Inva-
Problem von Atlantis, Die Geschichte von Atlantis und
sion durch eine Rasse der sogenannten Azilier vor ungefähr
Atlantis in Amerika. Das erste ist das beste, weil seine Ar-
10000 Jahren, also ganz in der Nähe des Datums, das Plato
gumente und sein Stil dort am wissenschaftlichsten sind. Er
für das Sinken von Atlantis angegeben hat. Bramwells Buch
behauptet, daß es genügend Beweise aus der Geologie, der
enthält eine gute Kritik an den Argumentationsfehlern an-
Biologie und den prähistorischen europäischen und südame-
derer Autoren bei ihren Bemühungen, die Existenz von At-
rikanischen Kulturen gibt, um daraus zu schließen, daß
lantis zu beweisen, darüber hinaus auch einiges wenige Be-
Atlantis zumindest wahrscheinlich ist. Er folgert daraus,
weismaterial dafür, daß es vielleicht wirklich existiert haben
daß Plato in seinem Timäus und Kritias wirkliche Fakten
könnte. Er beendet sein Buch mit der Bemerkung, daß
beschreibt und keine Geschichte erzählt. Lewis Spences
Atlantis wahrscheinlich ein Mythos ist.
zweites Buch Die Geschichte von Atlantis beinhaltet mehr
Spekulation als logische Analyse und versucht griechische
Mythen mit Atlantis zu verflechten. Sein drittes Werk At- Berlitz' Version
lantis in Amerika versucht zu zeigen, daß Atlantis eine
Im Jahre 1969 ging Charles Berlitz die Argumente für At-
Landbrücke zwischen Europa und Südamerika bildete. Er
lantis in seinem Werk Das Geheimnis von Atlantis durch
spekuliert, daß der Cro-Magnon-Mensch vielleicht auf die-
und fügte einige seiner eigenen Entdeckungen hinzu. Eine
sem Weg von Atlantis nach Europa gekommen ist. Ferner
der verblüffendsten Illustrationen in seinem Buch ist ein
enthält das Buch noch weitere Ähnlichkeiten zwischen den
Vergleich zwischen einer Art von Hieroglyphen aus den
Gebräuchen und Legenden der Eingeborenen von Nord-
Osterinseln im Pazifik mit einer Probe aus dem Industal im
und Südamerika und der Eingeborenen von Ägypten und
Pakistan. Keine von beiden wurde entziffert, aber die Ähn-
Afrika.
lichkeit zwischen ihnen ist so groß, daß man nur schwer
glauben kann, daß sie keinen gemeinsamen Ursprung
Bramwells Version
haben. Im Jahre 1984 brachte Berlitz sein Atlantismaterial
James Bramwell schrieb sein Buch Das verlorene Atlantis mit der Publikation von Atlantis, der Achte Kontinent auf
im Jahre 1935. Er glaubt, daß Piatos Bericht nur die halbe den Stand der Zeit. Sein Material erscheint eindrucksvoll,
Wahrheit ist, ein Kern von Fakten, der von imaginären und aber wie wir in einem späteren Kapitel noch sehen werden,
irrelevantem Material umgeben ist. Er legt die Irrtümer von hat dieses Thema viele Aspekte, und einige der Neuentdek-
anderen Autoren über Atlantis dar, faßt aber einige Argu- kungen werden recht skeptisch betrachtet.
mente für diesen Kontinent zusammen, eines davon ist die Für die meisten Leser, die an einer schnellen unparteili-
Invasion der Cro-Magnon-Menschen in Europa vor 25 000 chen Zusammenfassung interessiert sind, ist Roy Stemmans
Jahren. Die Cro-Magnon-Menschen waren nahezu 2 m Atlantis und die verlorenen Länder sehr ansprechend. Die-
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ses Werk, das im Jahre 1977 veröffentlicht wurde, gehört zu wurden, unter den Okkultisten seiner Zeit gang und gäbe
den neueren. Roy Stemman behält einen neutralen Blick- waren, widersprechen die Cayce-Readings oftmals vielen
winkel und verdichtet die Argumente von einigen der popu- Einzelheiten der okkulten Tradition. Cayce scheint viel ge-
lärsten Autoren, und zwar sowohl für wie auch gegen die nauer gewesen zu sein, wenn man es mit dem gegenwärtigen
Vorstellung von einem Kontinent, der mitten im Atlantik wissenschaftlichen Denken vergleicht. Aber da viele von
liegt. Er nimmt sogar die Okkultisten mit hinein. Er erwähnt den Menschen, die um Readings ansuchten, mit den zeitge-
die Ergebnisse, die das Ausbaggern und Schürfen von Ge- nössischen okkulten Lehren vertraut waren, hat Cayce viel-
steinsproben aus der Tiefe des Ozeans in letzter Zeit ergeben leicht versucht, ihre vergangenen Inkarnationen mit Begrif-
haben: Kalkstein- und Kontinentalgranitproben haben ge- fen zu erklären, die sie verstehen konnten.
zeigt, daß Teile des Meeresbodens in der Vergangenheit über Was bedeutete >okkult< für jemand, der um ein Reading
der Oberfläche lagen. Sein Werk ist voll von bunten Photo- von Edgar Cayce ansuchte? Das Wort >okkult< kann bei vie-
graphien und phantasievollen Illustrationen. Z. B. präsen- len Menschen negative Bilder heraufbeschwören, man
tiert er Photographien von der Entstehung der Insel Surtsey denkt an Hexerei oder an Voodookulte. Im Werk von Edgar
30 km im Südwesten von Island, die durch Vulkanausbrü- Cayce aber bedeutet >okkult< etwas ganz anderes. Es bezieht
che zwischen 1963 und 1966 entstand. Einige wenige Seiten sich auf eine Tradition geheimer Lehren, die durch Jahrhun-
später sieht man eine phantasievolle Zeichnung eines Lemu- derte und Jahrtausende von Eingeweihten weitergereicht
riers, wie ihn W. Scott-Elliott, ein bekannter Okkultist, be- wurden, die in hellseherischer Wahrnehmung geübt waren.
schreibt. Die Photographien von den massiven Steinstatuen Dadurch hatten sie ein viel genaueres Verhältnis vom Wesen
der Osterinseln stehen neben der Vorstellung eines Künst- der Wirklichkeit, als es traditionelle Religionen oder neuere
lers von einem atlantischen Flugzeug. wissenschaftliche Theorien anbieten konnten. Das populär-
ste okkulte System zu Cayces Zeit war die Theosophie, die
in den späten Jahren des 19. Jhs. von Helena P. Blavatsky
Die Okkultisten entdecken Atlantis gegründet worden war. Diese okkulten Lehren sind teilweise
von östlichen Religionen einschließlich des Buddhismus und
Die Geschichte von Atlantis (die von Plato, Donnelly u. a.) Hinduismus abgeleitet und enthalten einen detaillierten
basierte bisher auf akademischem Wissen. Aber obwohl es Weltplan von verschiedenen Ebenen der Existenz und von
vom Establishment angegriffen wurde,|8asierte dieses Wis- der Abfolge von >Wurzelrassen< der Menschheit. In der ok-
sen dennoch auf geschriebenen Berichten, empirischem Be- kultistischen Tradition spielt die mystische Erfahrung eine
weismaterial und logischer Spekulation. Die >okkulte< Tradi- Schlüsselrolle, und hellseherische Offenbarungen erweitern
tion weicht von diesem akademischen Zugang ab. Sie ver- und intensivieren ununterbrochen das Material.
läßt sich auf >geheime< Lehren, die nur für >Eingeweihte< Die Okkultisten haben die akademischen Werke über
verfügbar waren. Atlantis nicht zurückgewiesen, sondern vielmehr als Aus-
Cayces Methode war die unmittelbare hellseherische gangspunkt verwendet. Ihr Ziel war viel weiter gesteckt, als
Wahrnehmung von metaphysischen Berichten. Aber ob- einfach nur zu erklären, warum Sprachen oder Gebäude auf
wohl einige der Bezeichnungen, die von Cayce verwendet beiden Seiten des Atlantik ähnlich sind. Sie wollten den Ab-

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stieg der Menschheit von ihren spirituellen Ursprüngen in einen solchen verlorenen Kontinent, beispielsweise durch
die physische Welt verstehen. Das Cayce-Material ist im Be- den Autor der Zwei Planeten oder Atlantis — oder Poseidia
wußtsein vieler Menschen sehr eng mit diesen Traditionen und Lemuria - was durch einige Werke der theosophischen
verbunden, denn auch er versuchte die Beziehung des Spiri- Literatur veröffentlicht wurde. Was aber die Frage betrifft,
tuellen zum Physischen zu erklären. ob diese Information wahr ist oder nicht, hängt davon ab,
Die Grundlage des okkultistischen Zugangs besteht darin, wieviel Glauben die Individuen dieser Art von Information
daß es Informationsquellen gibt, die von Raum und Zeit schenken.«, (Nr. 364/1, 3. Februar 1932)
nicht begrenzt sind. Rudolf Steiner, ein hervorragender Ok- Cayce kannte also einige von den populären okkultisti-
kultist wie auch einer der bedeutendsten Gelehrten in Euro- schen Büchern, wie etwa das Buch Ein Bewohner von Zwei
pa, legte dar, daß die Geschichte uns sehr wenig in bezug Planeten, aber er machte seine Zuhörer darauf aufmerksam,
auf die Menschheit prähistorischer Zeiten erzählen kann. daß sie das ernst zu nehmende okkulte Material sorgfältig
Selbst Geologie und Archäologie sind durch die physischen aussuchen sollten. Die Ausdrücke, die Cayce verwendet,
Daten, die erhalten blieben, begrenzt. Menschen aber, die wie etwa Akascha-Chronik, Atlantis und Lemuria werden
die Fähigkeit haben, die spirituelle Welt hellseherisch wahr- auch von den Okkultisten verwendet. Aber Cayce unter-
zunehmen, können über Ereignisse berichten, zu denen Hi- scheidet sich von ihnen dadurch, daß er die Beziehung zwi-
storiker keinen Zugang haben. Die Skeptiker werden natür- schen der antiken Geschichte zu den vergangenen Inkarna-
lich sagen, daß dieses ganze Material einer überaktiven Vor- tionen individueller Menschen herstellt. Alle Okkultisten
stellungskraft entstammte, dennoch haben diese Ideen das malen ein detailliertes Bild von Atlantis und der Entwick-
Interesse vieler Gelehrter auf sich gezogen und sind nicht lung des menschlichen Bewußtseins, aber Cayce fügt die Ge-
nur irgendein Modegag. Steiner gibt zu, daß spirituelles schichte von Individuen und ihrer persönlichen Entwick-
Wahrnehmen nicht unfehlbar ist: Die Vision kann ungenau, lung hinzu.
verzerrt oder selbst dem wirklichen Zustand genau entge- Die nun folgende Zusammenfassung der okkulten An-
gengesetzt sein. Aber Steiner war der Meinung, daß Men- sicht über Atlantis gibt annähernd das wieder, was Cayces
schen, die eine bestimmte Ebene der Spiritualität erreicht Zeitgenossen gehört hatten. Sie sollten es nicht mit der
haben, logisch konsistente Information erhalten können. Cayce-Geschichte verwechseln, sondern als historischen
Die Frage, die unser Buch zu beantworten versucht, lautet, Hintergrund nehmen. In vielen Fällen hat Cayce es modifi-
ob Cayces Material einfach nur imaginativ war, oder ob er ziert oder bestritten.
eine Quelle angezapft hat, die es ihm erlaubte, einen Bericht
vergangener Ereignisse tatsächlich zu sehen.
Die Version der Theosophen
Was hatten die Cayce-Readings über die Okkultisten zu
sagen? Cayce war selbst kein Mitglied von irgendeiner die- Helena P. Blavatsky, die Gründerin der Theosophie, schrieb
ser Gruppen und war auch mit ihren Lehren nicht vertraut. über Atlantis in ihrem Hauptwerk Die Geheimlehre. Bla-
Aber einige seiner Anhänger waren es. In der ersten Ab- vatsky behauptete, diese Lehre während ihrer ausgedehnten
handlung über das allgemeine Thema Atlantis sagen die Reisen aus einer vergleichenden Studie der okkulten Tradi-
Readings: »Es gibt nun eine Menge Material bezogen auf tionen der ganzen Welt bezogen zu haben. Die Geheimlehre

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besteht aus Auszügen aus dem Buch von Dzyan, das ihrer Bindungen an den ätherischen Körper. Sie sahen nicht so
Aussage nach ein altes Weisheitsbuch war, dazu kommen aus, wie wir uns normalerweise Menschen vorstellen, und
dann noch Kommentare, die sie selbst zu ihrer Übersetzung man konnte sie mit freiem Auge nicht sehen.
abgibt. Ihre Gegner wie etwa der Schriftsteller L. Sprague de Bei der dritten Wurzelrasse, den Lemuriern, hakt die theo-
Camp zweifeln an der Echtheit des Buches von Dzyan und sophische Geschichte beim akademischen Denken vom
beschuldigen sie, es aus verschiedenen östlichen philosophi- Ende des 19. Jhs. ein und liefert einen Hintergrund für die
schen Werken abgeschrieben zu haben. Vielleicht hat sie Cayce-Readings. Lemuren, Tiere, die mit den Affen ver-
dieses Buch auch einfach nur medial empfangen. Was auch wandt sind, haben eine auffallende Verteilung in der Welt.
immer der Ursprung ist, ihr Buch Die Geheimlehre hatte Der deutsche Biologe Ernst Haeckel merkte an, daß die Le-
einen großen Einfluß auf das allgemeine Denken über die muren auf der Insel Madagaskar im Überfluß vorhanden
spirituelle Entwicklung der Menschheit. Das Ziel der theo- sind, sie kommen aber auch in Afrika, Indien und auf man-
sophischen Sichtweise besteht darin, den Ursprung und die chen Inseln des Malaiischen Archipels vor. Er spekulierte,
Evolution des Universums wie auch den Ursprung und die daß zu irgendeiner Zeit eine Landbrücke existiert haben
Evolution der Menschheit zu erklären. Atlantis spielt eine könnte, auf der die Lemuren dann von einem Kontinent
wichtige Rolle. Die Theosophie sieht die Zahl 7 als mysti- zum anderen gewandert sein könnten. Haeckel vermutete
sche Zahl: Es gibt 7 Existenzebenen, 7fache Zyklen, in dann im weiteren, daß diese inzwischen versunkene Land-
denen sich alles entwickelt, und 7 Wurzelrassen der Mensch- brücke vielleicht die ursprüngliche Heimat der Menschheit
heit. Es sind diese Wurzelrassen, und vor allem die vierte gewesen ist. Zu dieser Zeit wurde auch die Darwinsche
oder atlantische, die uns hier interessieren. Da >Wurzelrasse< Evolutionstheorie populär, und die Geologen hatten auffäl-
ein Ausdruck war, der von Cayce auf eine ganz andere Art lige Ähnlichkeiten zwischen Felsformationen in Indien und
verwendet wurde, ist es wichtig, das theosophische Konzept Südafrika bemerkt. Der Name Lemuria wurde in einem or-
zu erläutern. thodoxen wissenschaftlichen Zusammenhang von dem briti-
Die theosophische Saga beschreibt den Abstieg des schen Zoologen Philip Sclater geprägt und meinte diese hy-
menschlichen Geistes in die Materie, der dann von einer pothetische Landbrücke im Indischen Ozean zwischen In-
aufwärts gerichteten Evolution gefolgt war. Die Wurzelras- dien und Madagaskar. Die Vorstellung von Lemuria war
sen entsprechen nicht unserer üblichen Vorstellung von eines der ersten Beweisstücke, die zu der Theorie des Konti-
Rasse, nicht einmal unserer Vorstellung von Menschheit. nentaldriftes führte, die in unserer Zeit nun weithin akzep-
Die Wurzelrasse beginnt mit der ersten, der Polarrasse. Die tiert ist. Aber zu jener Zeit war sie nur eine von vielen Theo-
Polarische Wurzelrasse existierte nur in der Form von rien, die die Verteilung von alten geologischen Formationen
Astralkörpern, in dem unvergänglichen Heiligen Land<, und Tierfossilien zu erklären versuchten.
nicht aber in physischer Materie. Die zweite Wurzelrasse, Die Theosophen geben gerne zu, daß sie Sclaters Bezeich-
die Hyperboräische, weilte in dem arktischen Kontinent Hy- nung verwendeten, um ihr eigenes viel breiteres Konzept zu
perboräa, einem hypothetischen Kontinent, den die griechi- beschreiben. Das theosophische Lemuria, eine viel größere
sche Mythologie im fernen Norden lokalisierte. Die Hyper- Fläche als die, die von Haeckel und Sclater angenommen
boräer hatten physische Körper, aber sie hatten noch starke wurde, war ein großer südlicher Kontinent, der große Teile

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von Afrika, Asien, dem Indischen Ozean und Teile des Pazi- zeigen Atlan,tis, das den größten Teil des Atlantischen Oze-
fischen Ozeans einnahm. Die Geschichte der Lemurier be- ans einnimmt. Vor etwa 200000 Jahren verschwand Atlan-
schreibt den menschlichen Abstieg in die physische Materie. tis weitgehend und es blieben nur zwei große Inseln im At-
Der lemurische >Mensch< wurde nicht so sehr als mensch- lantik zurück, die Scott-Elliott Ruta und Daitya nannte. Im
liches Wesen, sondern vielmehr als ein Tier betrachtet, das Gegensatz zum Cayce-Material waren die Bahamas kein
die Menschlichkeit erst noch erreichen sollte. Dem Theoso- Teil des theosophischen Atlantis. Die dritte Zerstörung fand
phen W. Scott-Elliott zufolge hatten die früheren Lemurier vor 80000 Jahren statt und ließ nur die Insel Poseidonis
riesige, gelatineartige Körper, die sich erst in der Mitte der übrig, die in der Gegend lag, wo jetzt die Azoren im Atlantik
Lemurischen Periode zu verfestigen begannen. Diese späte- liegen. Schließlich fand die vierte Zerstörung im Jahre 9564
ren Lemurier waren zwischen 4 und 5 m groß, sie hatten v. u. Z. statt. Scott-Elliott nennt dieses genaue Datum und
keine Stirn, ihre Augen waren so weit voneinander getrennt, liefert auch andere Daten. Er sagt, daß die erste Wanderung
daß sie genauso gut zur Seite wie auch nach vorne sehen nach Ägypten vor 400000 Jahren stattfand, und daß es vor
konnten, und sie hatten ein Auge an der Hinterseite des 14000 Jahren in Peru die Inkas gab.
Kopfes. Viele von ihnen waren sogar in ihrer Erscheinung Die Daten von Scott-Elliott stimmen mit denen von
noch weniger menschlich. Cayce nicht überein, und wie wir später sehen werden, sind
Cayces Daten im Licht des modernen wissenschaftlichen
Wissens viel vernünftiger. Dennoch war Cayces Beschrei-
Scott-Elliotts Version
bung von Atlantis enger mit dem okkulten Denken als mit
Mit dem Erscheinen der vierten Wurzelrasse, der Atlanter, dem wissenschaftlichen Denken seiner Zeit verbunden.
wurde die theosophische Geschichte komplexer. W. Scott- Scott-Elliott wiederholt viele von den Spekulationen der
Elliott war der Theosoph, dessen Werk sich am direktesten letzten Jahre und Jahrzehnte des 19. Jh.s, die die Wissen-
auf das Atlantis von Cayce bezieht. Scott-Elliott veröffent- schaftler im Jahre 1925 als falsch bewiesen hatten... darun-
lichte als erstes Die Geschichte von Atlantis im Jahre 1896, ter auch die Behauptung, daß die Baskensprache eine Ähn-
aber es war sein erweitertes Buch Die Geschichte von Atlan- lichkeit mit der nordamerikanischen Indianersprache habe,
tis und das verlorene Lemuria (1925), das einige von Cayces daß die Mayaschrift den ägyptischen Hieroglyphen ähnlich
Hörern wahrscheinlich gelesen hatten. sei, und daß LePlongeon zufolge ein Drittel der Mayaspra-
Das Material von Scott-Elliott war auch medial empfan- che reines Griechisch sei. Keine von diesen Fehlinformatio-
gen worden und folgte der konventionellen theosophischen nen erscheint in Cayces Readings.
Linie von den sieben Wurzelrassen. Er betrachtete in großer
Detailliertheit die Wurzelrassen und ihre Unterrassen. Scott-
Churchwards Version
Elliott liefert auch genaue Karten und Daten für die Zerstö-
rungen von Atlantis. Bevor wir die Okkultisten verlassen, müssen wir James
Scott-Elliotts Atlantisgeschichte umfaßt ungefähr 5 Mio. Churchward und Mu erwähnen. Mu war der Name eines
Jahre, in denen 4 große Zerstörungen stattfanden. Die erste Landes, den LePlongeon von der Falschübersetzung des
Katastrophe ereignete sich vor 800000 Jahren. Die Karten Troano-Codex der Mayas ableitete. Es ist mittlerweile be-

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kannt, daß der Troano-Codex in erster Linie astrologisch aufgenommen hat. Jedenfalls waren die Okkultisten die er-
und kalendarisch zu verstehen ist. Aber in den letzten Jah- sten, die im Zusammenhang mit Atlantis von fortgeschritte-
ren des 19. Jh.s erschien diese Übersetzung, die von einem ner Technologie wie etwa Flugmaschinen sprachen. Cayce
alten Land Mu erzählte, ebenso vernünftig wie viele andere verfolgte dieses Thema später in vielen Lebensreadings. In
Interpretationen der Mayaschriften. Von der Geschichte gleicher Weise haben auch die Okkultisten als erste auf die
über den Kontinent Mu leitete Churchward eine Menge von vielfältigen Zerstörungen von Atlantis hingewiesen, aber
Theorien ab, die in einer Serie von Bänden erschien, welche Cayce nannte andere Daten und eine andere Zahl von Zer-
in den 20er und 30er Jahren unseres Jahrhunderts veröf- störungen.
fentlicht wurden. Der Kontinent Mu, der nicht mit Lemuria Andererseits spricht Cayce von Lemuria, aber nur beiläu-
verwechselt werden sollte, hat einstmals den größten Teil fig. Von den anderen Wurzelrassen spricht er überhaupt
des Pazifischen Ozeans eingenommen. nicht. Von den sieben Unterrassen von Atlantis ist keine
Obwohl Churchward behauptete, er habe Dokumente Spur. Cayce verwendet den Ausdruck >Wurzelrasse< aber
übersetzt, gibt es keinen Beweis dafür, daß diese Dokumente nur in bezug auf fünf verschiedene menschliche Rassen in
wirklich existiert haben, und er kann am besten unter die verschiedenen Teilen der Welt. Genauso wie die Theoso-
Okkultisten gerechnet werden. Zur Zeit der Lebensreadings phen gängige wissenschaftliche Bezeichnungen verwende-
von Cayce wurden Mu und Lemuria manchmal von Okkul- ten, um ihre Theorien zu vermitteln, verwendete Cayce
tisten gleichbedeutend verwendet, sie meinten damit einen theosophische Ausdrücke für seine Zuhörer. Aber Cayces
Kontinent im Pazifischen Ozean, und Cayce verwendet Vorstellungen mit der Theosophie oder irgendeiner anderen
diese Ausdrücke ebenfalls in einigen seiner Lebensreadings. okkulten Doktrin gleichzusetzen, wäre ein grobes Mißver-
ständnis. Die Readings sind keine Wiedergabe von früheren
Werken, vielmehr schöpfen sie aus diesen Werken, um die
Cayce und die Okkultisten
Sache für Menschen, die sich in die okkulte Überlieferung
Was sollen wir mit dieser detaillierten okkulten Geschichte dieser Zeit versenkt hatten, klarer zu machen.
anfangen, und wie bezieht sie sich auf die Cayce-Geschich-
te? Die Okkultisten empfingen wie Cayce viel von ihrem
Material in medialen Trancen. Ein Theosoph, der Cayce zu- Die Antwort der Skeptiker
gehört hätte, hätte im ersten Augenblick geglaubt, daß sein
Material nur eine Erweiterung der grundlegenden theoso- Die skeptischen Bücher über Atlantis sind zwar weniger
phischen Theorie sei. Aber abgesehen von der Verwendung zahlreich, aber sie sind unterhaltsam und stellen die Fakten
einiger gemeinsamer Ausdrücke hat die Cayce-Geschichte genauer dar. In seinem Buch Reise nach Atlantis vermittelt
wenig Ähnlichkeit mit der Geschichte der Okkultisten. Ein Dr. James Mavor den Eindruck, daß er den Titel und den
geringer Teil des okkulten Materials schien im Cayce-Mate- Mythos nur verwendete, um die Aufmerksamkeit des Publi-
rial enthalten zu sein. Wir können nicht wissen, ob dies kums auf seine Entdeckung einer möglicherweise versunke-
daran lag, daß sie beide dieselbe Quelle angezapft haben, nen Stadt im Ägäischen Meer zu lenken. Zu diesem Zweck
oder daß Cayce dieses Material von seiner Zuhörerschaft argumentiert er, daß Plato den Ort von Atlantis wie auch

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das Datum seiner Zerstörung falsch angegeben hat. Er ver- Stellungen weltumspannend sein können, und daß die Tat-
sucht, Atlantis mit einer minoischen Stadt auf der Insel sache von ähnlichen Gebräuchen auf beiden Seiten des At-
Thera in Verbindung zu bringen. Wie Atlantis rühmte sie lantik nichts beweist. Er sagt, daß es nicht wahr ist, daß die
sich einer hohen Zivilisation und wurde durch ein Erdbeben peruanischen Indianer ein Schriftsystem hatten, und daß
und einen Vulkanausbruch zerstört. Aber diese Zerstörung zwar auf beiden Seiten des Ozeans Baumwollpflanzen ge-
fand ungefähr 1500 v. u. Z. statt. funden werden, daß sie aber zu verschiedenen Arten gehö-
In seinem Buch Ein anderer Blick auf Atlantis beginnt ren. Er ist der Meinung, daß man die ägyptische Kultur von
Willy Ley damit, den Ursprung der Geschichte anzugreifen, den primitiven Menschen bis zu der hochgelobten Vierten
und er argumentiert, daß nicht alle Kollegen von Plato ihm Dynastie verfolgen kann. Um Spence zu widerlegen, be-
glaubten. Er sagt, daß Aristoteles (Piatos Schüler) der Mei- hauptet de Camp, daß Überreste von Cro-Magnon-Men-
nung war, daß die Atlantisgeschichte eine Fiktion sei, daß schen in Palästina gefunden wurden, und daß sie vielleicht
auch der Geograph Strabo ihr nicht zustimmte, und daß Pli- nicht aus dem Westen, sondern aus dem Osten kamen.
nius der Ältere bei der Erwähnung von Atlantis hinzufügt: Donnelly verglich Städtenamen in Kleinasien und Mittel-
»Soweit wir Plato glauben können.« Im weiteren gibt Ley amerika, wie etwa Chol und Chol-ula, Colua und Colua-can,
Mavor darin recht, daß Plato sowohl das Datum wie auch Zuivana und Zuivan, Cholina und Colina sowie Zalissa und
den Ort von Atlantis falsch angegeben haben mußte. Er hält Xalisco. Er sagte, daß Städte mit so ähnlichen Namen auf
es für wahrscheinlich, daß die Zivilisation, auf die Plato beiden Seiten des Atlantik irgendeine Beziehung beinhalten.
Bezug nahm, die minoische Zivilisation auf der Insel Thera De Camp widerspricht ihm und sagt, daß man ähnlich klin-
war, die durch einen Vulkanausbruch um 1500 v. u. Z. zer- gende Wörter wie etwa das englische water und das deut-
stört wurde. Die vielleicht erschöpfendste Kritik der ver- sche Wasser oder das französische dix und das hottentotti-
schiedenen Atlantisgeschichten ist L. Sprague de Camps sche disi (beides bedeutet >zehn<) hernehmen kann, um die
Verlorene Kontinente. Er folgt derselben Argumentations- Verwandtschaft von Sprachen zu beweisen. Er sagt, daß es
linie wie Willy Ley und behauptet, daß Piatos Geschichte nur etwa 20 bis 50 Phoneme (Klangeinheiten) gibt, dagegen
eben genau das war, eine Geschichte. Er insistiert darauf, aber mehrere tausend Wörter in jeder Sprache, und deshalb
daß die Menschen sich immer nach einem Land der Schön- wird es mit unausweichlicher Sicherheit irgendwelche Ähn-
heit und Fülle gesehnt haben, wo Friede und Gerechtigkeit lichkeiten zwischen ihnen geben. De Camp sagt dann auch,
herrschten und daß sie imaginäre Edens und Utopias erschu- daß es mehr Unterschiede als Ähnlichkeiten zwischen den
fen, da sie sie in der Realität nicht finden konnten. Er greift Pflanzen der Alten und Neuen Welt gäbe, und keine Bezie-
die Plato-Geschichte an, indem er sagt, daß es weder in der hung zwischen ägyptischen Hieroglyphen und Maya-Hiero-
griechischen noch in der ägyptischen Literatur irgendeine glyphen. Er macht sich über die Okkultisten und Theoso-
andere Erwähnung von Atlantis gibt als die von Plato, aber phen lustig, die so reichhaltig über Atlantis geschrieben
er gibt zu, daß es möglich ist, daß Berichte darüber verloren- haben, und glaubt nicht, daß irgend jemand diese Geschich-
gegangen sind oder zerstört wurden. te ernst nehmen kann. Er gibt allerdings zu, daß das, was
De Camp beschuldigt Donnelly eines vorschnellen und Plato mit dem >Ozean und Kontinent jenseits von Atlantis<
unkritischen Urteils. Er argumentiert, daß gemeinsame Vor- gemeint hat, bis zum heutigen Tag nicht klar ist.

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Der Anthropologe Robert Wauchope gehört ebenfalls zu auf das gegenwärtige Leben dieses Individuums sprechen.
den Gegnern, er ist der Autor des Buches Verlorene Stämme Hätte es den Ort niemals gegeben, so wären viele von den
und versunkene Kontinente. Er bedauert, daß die meisten Lebensreadings ganz offenbar zweifelhaft. Aber Cayce hat
professionellen Anthropologen keine Bücher schreiben, die Atlantis oft erwähnt und vor allem in Zusammenhang mit
für den Durchschnittsleser angenehm zu lesen sind. Er sagt, seiner letztendlichen Zerstörung und der Wanderung von at-
daß Sensationsjournalismus wie auch die Schriften von My- lantischen Flüchtlingen nach Ägypten, den Pyrenäen sowie
stikern, die von verlorenen Sternen und verlorenen Konti- Süd- und Mittelamerika. Einige von diesen Flüchtlingen,
nenten erzählen, bei weitem vorgezogen werden. Er be- sagte er, brachten Berichte von ihrer verlorenen Heimat mit
fürchtet, daß viele unbedachte Leser die Überzeugung ge- sich. Die Entdeckung solcher Berichte würde mit aller
winnen, daß Forschung ein Vorgang der Manipulation und Sicherheit die Existenz von Atlantis beweisen und Cayces
Vermischung von Fakten mit Intuition und Imagination ist. Geschichte von diesem verlorenen Kontinent Gültigkeit
Im Gegensatz zu seinen Bemerkungen über die meisten An- verleihen.
thropologen schreibt Wauchope mit Geschick und Humor. Cayce beschrieb die Entwicklung der Zivilisation seit der
Es ist der Mühe wert, sein Buch zu lesen, damit man den Zeit, zu der menschliche Wesen auf der Erde erschienen
Skeptizismus versteht, mit dem die Mehrheit der akademi- (Cayce zufolge vor über 10 Mio. Jahren), bis in die Zeit um
schen Wissenschaftler alles betrachten, was auch nur im ent- 10000 v. u. Z., als die letzten Reste von Atlantis im Atlan-
ferntesten mit dem Wort Atlantis in Beziehung steht. Wau- tik versanken. Edgar Evans Cayce brachte archäologische
chope kommt zu dem Schluß, daß die Geschichte von Atlan- Entdeckungen, die bis zum Jahre 1968 gemacht worden
tis ein Mythos ist. waren, in Zusammenhang mit Äußerungen aus den Rea-
Wir haben die Anhänger und die Skeptiker, die Wissen- dings. Aber im Jahre 1968 wußten wir viel weniger über die
schaftler und die Okkultisten, und dennoch kommen all in diesem Zusammenhang relevante Archäologie, als wir
diese Haltungen zu keinem abschließenden Urteil. Sie nä- jetzt wissen. Die archäologischen und geologischen Entdek-
hern sich an Atlantis aus einer Unzahl von Blickrichtungen, kungen, die in den letzten 20 Jahren seit der Veröffent-
aber keine von ihnen kann uns dabei helfen, die Frage zu be- lichung von Edgar Cayce über Atlantis gemacht wurden,
antworten, ob das Cayce-Material eine Perspektive bietet, verleihen vielen von seinen Äußerungen mehr Wahrschein-
die die Kontroverse lösen kann. lichkeit. Diese Entdeckungen werden in den letzten Kapi-
teln behandelt. Aber jetzt wollen wir Edgar Cayces
Geschichte von Atlantis betrachten.
Edgar Cayce über Atlantis

Der letzte Hinweis auf Atlantis (Edgar Cayce über Atlantis)


wurde im Jahre 1968 veröffentlicht. Er entstammte den Be-
mühungen von Edgar Cayce, sich in die 700 Lebensreadings
zu versenken, die individuelle Inkarnationen in Atlantis er-
wähnen und von der Wirkung dieser vergangenen Leben

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2 salt zurück, der unten am Fluß zutage tritt. Eine Wande-
rung durch den Grand Canyon wird den größten Skeptiker
davon überzeugen, daß die Ansichten der Geologen über die
Edgar Cayces Geschichte über Atlantis lange Geschichte der Erde auf hartem Beweismaterial beru-
hen und nicht auf bloßer Spekulation.
Auch Edgar Cayce reiste tief in die Vergangenheit. Aber
anstatt die Geschichte der Erde in den Felsen zu lesen, las er
in der Akascha-Chronik, die in seinen Readings als ein über-
sinnlicher Bericht eines jeden Ereignisses beschrieben wird,
das jemals stattgefunden hat und >in die Kettenfäden von
»Heute werde ich eine Meile weit spucken.« Zeit und Raum eingewoben wurde<. Die Geologen können
Dieses etwas unehrerbietige Statement stammt von einem nur in die Schichten von Felsen und fossilen Skeletten ural-
kleinen Jungen, der einmal am Bright Angel Point am südli- ter Tiere blicken, aber die Reise Cayces in die Akascha-
chen Rand des Grand Canyon stand und auf den Colorado Chronik offenbarte einen ungeheuren Reichtum von Infor-
River hinabblickte, der dort unten eine Meile tiefer floß. Um mation, der auch die vergangenen Inkarnationen vieler Indi-
einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, kann man kaum viduen einschloß. Durch diese Lebensreadings verstreut fin-
etwas Besseres tun, als den Grand Canyon National Park zu det man die Geschichte eines großen Kontinentes, der eine
besuchen. Diese ungeheuer große Schlucht, die durch den Ebene der Kultur und Technologie erreichte, die in der Ge-
Colorado River in das Hochplateau des nördlichen Arizona schichte nicht ihresgleichen hat. Die Readings erzählen
eingeschnitten wurde, ist wirklich ein Fenster in die Zeit. auch, wie diese große Gesellschaft - in dem Kampf zwi-
Das Ausmaß des Canyons ist ungeheuer. Seine Breite liegt schen Menschen, die sich Gott hingaben und jenen, die sich
zwischen 6 und 27 km. Vom Bright Angel Point aus hat materiellen Zielen hingaben — alles zerstörte, was sie hatte.
man eine großartige Sicht auf den Colorado River, der eine Es war die Auswirkung ihres moralischen Kampfes und
Meile tiefer liegt. Im Canyon selbst gibt es eine Unzahl von ihres falschen Einsatzes von Technologie.
Bergspitzen, Plateaus, Schluchten und kleineren Canyons. Die Cayce-Readings stimmen insofern mit den Geologen
Auf seinen verschiedenen Höhenlagen trifft man auf mehre- überein, indem sie sagen, daß die Oberfläche der Erde in der
re verschiedene Klimatypen. In den Wänden und Felsen des Vergangenheit ganz anders aussah. Viele Länder sind ver-
Canyons können wir einen Bericht über die Vergangenheit schwunden, wieder aufgetaucht und wieder verschwunden.
lesen, die sich Millionen von Jahren zurückerstreckt. Hier Aber die Readings gehen über die akzeptierte geologische
sind die vom Wind verwehten Sandmassen einer Wüste, Theorie hinaus, und die Geologie kann uns nichts über die
dort sind Muscheln, Korallen und Spuren eines Meeresle- Menschen selbst sagen, wie sie lebten, wie sie starben, und
bens aus längst vergessenen seichten Meeren, dort drüben welche Bedeutung ihr Leben heute für uns haben könnte.
Überbleibsel von Pflanzen und Wasserleben aus einem frü- Wir wollen hier auf Cayces Beschreibung von Atlantis
heren Süßwassersee. Die Aufzeichnungen der vergangenen blicken, wie sie aus seinen Reisen durch die Zeit zusammen-
Äonen gehen von der Oberfläche bis zu dem schwarzen Ba- gesetzt wurde. Das Kapitel ist chronologisch geordnet, es be-
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ginnt mit dem Eintritt menschlicher Wesen in die physische Cayce drückte diesen Gedanken folgendermaßen aus:
Ebene vor 10 Mio. von Jahren und endet mit den letzten »Wenn es wahr ist, daß es die Reinkarnation gibt, und daß
Auswanderungen aus Atlantis. Seelen, die einstmals in Atlantis beschäftigt waren, nun die
Diese Geschichte malt ein ganz anderes Bild von der Ver- irdische Sphäre von neuem betreten und in gegenwärtigen
gangenheit als das, das von der Wissenschaft zu Cayces Individuen wohnen, ist es dann erstaunlich, daß sie bei
Zeit akzeptiert wurde. Sie forderte die wissenschaftliche ihrem jetzigen Eintritt Veränderungen in den Angelegenhei-
Sichtweise heraus, indem sie von großen Katastrophen noch ten von Völkern und Individuen zuwege bringen? Denn sie
in der Zeit um 10000 v. u. Z. sprach, in denen Inseln und haben ja zu ihrer Zeit in den Angelegenheiten der Erde sol-
selbst ein ganzer Kontinent im Meer versanken. Und den- che Veränderungen zuwege gebracht, daß sie sich selbst zer-
noch folgte sie nicht einfach Plato oder den Okkultisten. Die stört haben.« (Nr. 364/1, 3. Februar 1932). Und an anderer
Cayce-Geschichte erzählt von mehreren atlantischen Kata- Stelle heißt es: »Wir treffen wenige Leute hier durch Zufall,
strophen, die in Intervallen über eine ganze Zeitspanne von vielmehr sind all diese Begegnungen Möglichkeiten in der
40000 Jahren hin auftraten, und nicht von einer Zerstörung einen oder der anderen Inkarnation. Wir schulden ihnen
während eines einzigen Tages, einer einzigen Nacht, wie es oder sie schulden uns Zuwendung.« (Nr. 3246/1, 28.Sep-
von Plato erzählt wurde. Wie Donnelly sprechen auch die tember 1943)
Cayce-Readings von Wanderungen über die ganze Welt, Wenn das, was Cayce gesagt hat, wahr ist, so sind viele
aber Cayce zufolge geht die Wirkung dieser Wanderungen von unseren Problemen mit anderen Menschen vielleicht
viel weiter, als Donnelly es sich vorgestellt hat. Das Atlantis Überbleibsel aus irgendeiner vergangenen Inkarnation.
von Cayce mit seinen großen technologischen Errungen- Wenn sie jetzt nicht gelöst werden, so können sie durchaus
schaften und moralischen Konflikten ähnelt der heutigen wiederkehren, um uns in zukünftigen Inkarnationen zu quä-
Welt mehr als der orthodoxen Vorstellung der Antiken Welt len. Wenn wir diesen Gedanken einen Schritt weiterführen,
oder selbst der Welt, wie sie zu Cayces Zeit aussah. kommen wir zu dem Schluß, daß viele Menschen, die Inkar-
Weshalb sind die Atlantis-Readings so besonders? Wie nationen in Atlantis hatten und jetzt zur Erde zurückkeh-
alle Lebensreadings wurden sie erteilt, um Individuen dabei ren, vielleicht zu demselben Problem zurückkehren, das
zu helfen, die Fragen und Probleme zu verstehen, die sie in einen solchen Aufruhr in Atlantis erzeugte.
ihrer gegenwärtigen Lebenszeit hatten. Im Falle von Men- Es ist nicht schwierig, Parallelen zu ziehen zwischen der
schen mit vergangenen Inkarnationen in Atlantis sind diese atlantischen Zivilisation, wie Edgar Cayce sie beschreibt,
Probleme von besonderer Dringlichkeit, sowohl für diese und der Zivilisation der heutigen USA. Beide haben eine
Menschen selbst, wie auch für die Welt im ganzen. Cayce höchst technisierte Gesellschaft entwickelt. Beide waren
zufolge waren viele Menschen, die in Atlantis lebten, aktiv, Weltmächte, und beide waren von Rassen- und sozialen Pro-
einflußreich und fähig. Diese Atlanter inkarnieren sich in blemen betroffen. Beide entwickelten eine Waffentechnik,
der heutigen Welt von neuem. Da ihr Einfluß auf die Welt- die im Falle ihres falschen Einsatzes ihr Land zerstören und
zivilisation in der Vergangenheit so groß war, ist es wahr- selbst das Weltklima in Mitleidenschaft ziehen konnte.
scheinlich, daß sie irgendwann einmal die Weltereignisse In Atlantis ist das Schlimmste geschehen... Nicht einmal,
wieder stark beeinflussen. sondern zu drei verschiedenen Zeitpunkten, wobei die letzte

52 53
Katastrophe die endgültige Zerstörung und das Versinken Lebensreadings zusammenstückeln, die im Verlaufe eines
des Landes unter den Ozean zufolge hatte. Man muß sich Zeitraumes von 20 Jahren gegeben wurden und eine oder
kaum wundern, daß viele von den Lebensreadings, die von mehr atlantische Inkarnationen erwähnen. Dieses Set von
atlantischen Inkarnationen sprachen, mit Warnungen an Readings enthält geringfügig weniger als 30% von den an-
Menschen gefüllt waren, ihre Fähigkeiten nicht zu mißbrau- nähernd 2500 Lebensreadings.
chen. Individuen, die ihre Talente schon einmal mißbraucht Die Geschichte von Atlantis aus den Lebensreadings zu
hatten, konnten leicht dem Weg des geringsten Widerstan- weben, ist aus zwei Gründen eine ungeheure und fordernde
des folgen und sie von neuem mißbrauchen. Aufgabe. Zunächst einmal hatten die meisten Bemerkungen
Nicht jeder, der in Atlantis lebte, war ein «chlimmer über Atlantis oder irgendein anderes Land den Charakter
Junge<. Es heißt, daß die Individuen in vielen der dortigen von Nebenbemerkungen. Die Readings nannten Gründe für
Inkarnationen >gewonnen< hatten, wie Cayce es ausdrückte, die Triebe, Neigungen und persönlichen Eigenschaften eines
bzw. ihr Verständnis der Beziehung zu Gott und anderen Individuums, ja sogar für seine geistigen und physischen
Menschen verbessert hatten. Mit Sicherheit ist eine Bot- Fähigkeiten und Unfähigkeiten. Aber sie haben die Zeiten
schaft der Lebensreadings die, daß es möglich ist, in allen und Orte, in denen die Person lebte, nicht ausführlich be-
Umständen ein konstruktives Leben zu führen. schrieben.
Wenn die Vorstellung der Inkarnation Sie verwirrt, so Zweitens wurden nur wenige Daten über den genauen
wird Cayces Story über die Herabkunft menschlicher Wesen Zeitpunkt der einzelnen Inkarnation gegeben. Da die Inkar-
in Atlantis und die damit verbundene Philosophie Sie viel- nationen in Atlantis weit in die Vorgeschichte zurückreich-
leicht noch mehr verwirren. Wahrscheinlich wird sie weder ten, war es schwierig zu sagen, vor wie langer Zeit die Inkar-
den Evolutionisten noch den Schöpfungsgläubigen gefal- nation stattfand.
len, denn sie enthält ein klein wenig von beiden Theorien, Zugegebenermaßen ist vieles von der ganzen Geschichte
dazu aber eine Menge von anderem Material, welches das nur sehr skizzenhaft aufgezeichnet. Aber trotz dieser Pro-
Dogma vieler Disziplinen herausfordert. Ich erwarte von bleme enthalten viele Readings Bemerkungen über die Sit-
Ihnen nicht, daß Sie Ihre Glaubensvorstellung verändern, ten oder auch die Zeiträume, und einige wenige haben auch
sondern nur, daß Sie mit offenem Bewußtsein lesen, und ganz genaue Daten angegeben. Viele der Bemerkungen
zwar vor allem im Lichte der Entdeckungen und Ereignisse, weichen vom konventionellen Denken ab, viele von ihnen
die wir seit der Zeit dieser Readings erlebt haben. klingen ebenso phantastisch wie jede andere Science-fiction-
Geschichte und genauso unglaublich. Als ich (Edgar Evans
Cayce) jedoch das Kaleidoskop der Leben durchging, war
Die Cayce-Geschichte über Atlantis wird ich von der inneren Konsistenz der Information beein-
zusammengesetzt druckt. Da gab es Readings, die 20 Jahre auseinander lagen,
die sich auf verschiedene Individuen bezogen und dennoch
Im Gegensatz zu Plato, Donnelly und selbst den Okkultisten bis ins kleinste Detail miteinander übereinstimmten. Es gab
wie Steiner schrieb Edgar Cayce keine Bücher über Atlan- wenige Widersprüche zwischen den Readings für die glei-
tis. Wir müssen die Geschichte aus den fast 700 einzelnen chen oder verschiedene Individuen, auch wenn dazwischen

54 55
Jahre vergangen waren. Die Atlantis-Readings nannten die sie während der letzten Zerstörung in ein anderes Land aus-
Namen von über 400 verschiedenen Menschen ohne irgend- gewandert war, so konnten wir das jeweilige Individuum
eine Verwechslung. grob zeitlich einordnen. Unglücklicherweise haben viele von
Cayce erzählt von den drei wichtigsten Zeiträumen, in den Readings keine dieser Zerstörungen erwähnt, und des-
denen Katastrophen wie Vulkanausbrüche, Erdbeben, Flut- halb war es dann unmöglich, die ungefähre Zeit der Inkar-
wellen und das Sinken des Landes stattfanden, und zwar nation dieser Person zu fixieren.
zwischen 50000 und 10000 v. u. Z.: Die 700 Atlantis-Readings sind mit diesen Zeiträumen
• Die erste fand etwa um 50000 v. u. Z. statt, und in der wie folgt verbunden:
Folge wurde ein Teil des Kontinentes zerstört.
• Die zweite fand um 28 000 v. u. Z. statt, und nun wurde
das restliche Land in zwei Inseln gespalten. A Verbunden mit der ersten Zerstörung, 50 000 v . u . Z . 21
• Die endgültige Zerstörung fand um 10000 v. u. Z. statt, B Verbunden mit der zweiten Zerstörung, 28 000 v. u. Z. 52
als die letzten Inseln versanken. (Das ist ohne Zweifel die C Verbunden mit der letzten Zerstörung, 10 000 v. u. Z. 352
Zerstörung, auf die Plato sich bezog.) D Zeitlich unbestimmt 275
700
Das waren nicht die einzigen Katastrophen, die in Atlantis
stattfanden, es wurden auch andere Daten genannt. Aber in Tabelle 2/1
diesen drei Zeiträumen kam es zu größeren Veränderungen,
die Form der Landfläche veränderte sich, und große Men-
gen von Menschen mußten in andere Länder fliehen oder Auf der Basis der allgemeinen Beschreibungen von Situatio-
auswandern. Um herauszufinden, was Edgar Cayce über At- nen und Gebräuchen glauben wir, daß ein Großteil der Rea-
lantis zu sagen hatte, lasen wir ein jedes der 700 Readings, dings, der >zeitlich unbestimmt ist, irgendwo in den Zeit-
in denen es erwähnt wurde. Wir kopierten die Absätze her- raum zwischen 50000 und 10000 v. u. Z. fällt, und der grö-
aus, die sich auf Atlantis bezogen und versuchten, diese ßere Teil liegt mehr in der Nähe des zweiten Datums.
Daten in chronologischer Reihenfolge anzuordnen. Wir Cayce erwähnte nicht alle Inkarnationen, die ein Indivi-
nahmen schließlich diese drei Zeiträume der Zerstörung duum erlebt hatte, sondern nur die, die den größten Einfluß
durch Katastrophen, von denen ein jeder mit einem be- auf sein gegenwärtiges Leben hatten. In den meisten Le-
stimmten Datum verbunden war, als die Höhepunkte der at- bensreadings dehnten sich die früheren Leben über mehrere
lantischen Geschichte und versuchten die Hinweise, die wir Jahrhunderte in die Vergangenheit aus. Im allgemeinen
gesammelt hatten, mit einem dieser Zeiträume in Verbin- waren die atlantischen Inkarnationen die ältesten, und man-
dung zu bringen. Cayce nannte diese Zeiträume die erste, che Individuen hatten zwei oder mehr Inkarnationen in At-
zweite und letzte Periode des Aufruhrs oder der Zerstörung. lantis. Es ist wahrscheinlich, daß spätere Leben stärker auf
Wenn ein bestimmtes Lebensreading besagte, daß die Per- das gegenwärtige Leben eines Individuums einwirken, als
son in Atlantis >vor der ersten Zerstörung< gelebt hatte oder ein Leben, das vor vielen tausend Jahren stattfand, weil die
nach der Periode der zweiten Zerstörung, oder daß er oder jeweilige Person inzwischen Zeit hatte, viele Probleme zu

56 57
bearbeiten. Tab. 2/1 zeigt an, daß die überwiegende Mehr- Geschichte von Atlantis aus den Readings zusammenge-
heit der atlantischen Inkarnationen, die Cayce zufolge einen setzt wird, so wird klar, daß Cayces Geschichte keine Idee
Einfluß auf das gegenwärtige Leben einer Person hatten, war, die als Modegag in einem bestimmten Jahr entstand.
um 10000 v. u. Z. stattfanden. Ein anderer Faktor, der viel- Tab. 2/2 zeigt die Verteilung der atlantischen Lebensrea-
leicht zu dieser ungleichen Verteilung beigetragen haben dings über eine 20jährige Zeitspanne.
mag, ist die Tatsache,, daß Edgar Cayce selbst eine Inkarna-
tion in Ägypten um 10000 v. u. Z. hatte, und daß viele At-
lanter dorthin wanderten, um sich vor dem Versinken der Anzahl der Lebensreadings,
letzten Inseln zu retten. Da sie damals bereits mit Cayce in Jahr des Readings in denen Atlantis
Verbindung gestanden hatten, fühlten sie sich auch in die- erwähnt wurde
sem Leben zu ihm hingezogen und erhielten sowohl Körper- 1923 2
wie auch Lebensreadings, die dann wiederum die Statistik 1924 7
beeinflußten. 1925 14
Zusätzlich zu den Readings über die drei Zerstörungspe- 1926 10
rioden von Atlantis schieben andere Readings nicht nur das 1927 6
Alter von Atlantis, sondern auch das Alter der Menschheit 1928 5
weit in die Vergangenheit zurück. Nicht alle von diesen Rea- 1929 10
dings sind Lebensreadings über Inkarnationen in Atlantis. 1930 21
Manche von ihnen wurden erteilt, um eine Antwort auf all- 1931 17
gemeine Fragen über die Geschichte dieses mythischen Lan- 1932 7
des zu geben, andere befassen sich mit der Natur menschli- 1933 25
cher Wesen und unserer Beziehung zu Gott und den ande- 1934 35
ren Menschen. Der Grund für die Einbeziehung von Daten 1935 45
aus solchen Readings in ein Kapitel über Atlantis besteht 1936 42
darin, daß Atlantis Cayce zufolge einer der Orte war, an 1937 35
dem menschliche Wesen zum ersten Mal auf der Erde er- 1938 48
schienen. Es war der Ort, wo menschliche Wesen sich am 1939 66
schnellsten auf das hinentwickelten, was wir als Zivilisation 1940 66
betrachten, und es war der Ort, wo die Probleme, die die 1941 58
Menschen für sich selbst schufen, am schärfsten hervor- 1942 35
traten. 1943 64
Kapitel 1 erklärte, wie die Cayce-Readings über die Inter- 1944 J4
essen der Okkultisten zu seiner Zeit sprachen. Ein Skeptiker Insgesamt 672
könnte sich vorstellen, daß Cayce das Thema von Atlantis Tabelle 2/2
als Reaktion auf eine Modeneuheit berührte. Aber wenn die

58 59
Die Kolumne in Tab. 2/2 addiert sich nicht zu der wickelte diese Seelenentität viel und gab jenen Menschen
Summe von 700, weil sie nur die individuellen Lebensrea- viel, die nach ihr in dieses Land wie auch zu den Ruinen
dings und nicht die allgemeinen Readings über Atlantis mit kamen, die in den Hügeln und Höhlen im nordwestlichen
einschließt. Im Jahre 1932 wurde eine Serie von 13 Rea- Teil von New Mexico gefunden werden. Dort kann man
dings (Nr. 364) erteilt, und zwar als Antwort auf eine Bitte auch einige von den Zeichnungen sehen, die von dieser
um eine allgemeine Lesung über Atlantis. Würde sie hinzu- Entität geschaffen wurden. Etwa 10 Mio. Jahre ist es her.
gerechnet, so würde sie die Gesamtsumme für dieses Jahr er- (Nr. 2665/2, 17. Juli 1925)
geben. Die Verteilung folgt höchstwahrscheinlich der allge- Um dies dem heutigen Menschen begreiflich zu machen,
meinen Verteilung aller Lebensreadings und aller Readings muß man sich darum bemühen, daß die Erdoberfläche und
der verschiedensten Arten. So waren z. B. die Jahre 1927 die Position des Menschen auf der irdischen Ebene verstan-
und 1928 >magere< Jahre, denn damals wurden überhaupt den wird, denn seit der gegenwärtigen Zeit des mensch-
nur sehr wenige Readings erteilt. Das Interessante an den lichen Lebens auf Erden hat sich vieles immer wieder ver-
Cayce-Readings scheint mir darin zu liegen, daß Äußerun- ändert. Viele Länder sind verschwunden, manche sind wie-
gen, die er in einem Abstand von 20 Jahren abgab, mitein- der aufgetaucht und wieder verschwunden. Zu jener Zeit
ander übereinstimmen. Das trifft sowohl für die Informa- gab es in Asien und Europa nur die Länder, die jetzt als Sa-
tion zu, die er in bezug auf das Wesen und das erste Erschei- hara, Tibet, Mongolei, Kaukasus und Norwegen bekannt
nen der Menschheit auf der Erde übermittelte, wie auch auf sind. Dann gab es die südlichen Cordilleren und Peru in der
das Material, das die Lebensumstände in Atlantis zu ver- südwestlichen Hemisphäre wie auch die Ebene des gegen-
schiedenen Zeiten seiner Geschichte beschrieb. wärtigen Utah-Arizona, sowie Mexiko in der nordwest-
lichen Hemisphäre.
Die Wohnplätze des Menschen waren damals in der Sa-
Die Ankunft des Menschen hara und der Gegend des Oberen Nils, wobei das Wasser da-
mals von der Nilregion zum Atlantis, nicht aber nach Nor-
Wann und wo entstanden menschliche Wesen? Die Atlantis- den floß. Das Wasser der tibetischen und kaukasischen Ge-
Geschichte beginnt in einer fernen Vergangenheit. Die Geo- genden floß ins Nordmeer, das der Mongolei in den Pazifik,
logie erzählt uns von Skeletten menschlicher Wesen und das auf der Nordamerikanischen Hochebene in die Nord-
ihrer Verwandten, aber die Cayce-Geschichte ist viel kom- see... (Nr. 5748/1, 28. Mai 1925)
plexer. Cayce beschreibt unseren spirituellen Ursprung, un- Die Zahl menschlicher Seelen, die damals auf der irdi-
sere Herabkunft auf die physische Ebene und unsere schritt- schen Ebene weilten, betrug 133 Mio.... Der Zeitraum in
weise Entwicklung zu einem spirituellen Bewußtsein. der Existenz der Welt liegt 10500000 Jahre zurück. Als der
Was waren die frühesten Daten, die in den Readings er- Mensch als Herr dieser Sphäre auf die irdische Ebene kam,
wähnt wurden? Ich habe zwei Readings gefunden, die als erschien er in fünf Orten gleichzeitig... den fünf Sinnen,
Datum 10 Mio. und mehr Jahre nannten: den fünf Verstandesformen, den fünf Sphären, den fünf Ent-
In dem Land, das jetzt Utah oder Nevada heißt, als die er- wicklungsfolgen, den fünf Nationen. (Nr.5748/2, 28.Mai
sten Völker sich in Gruppen und Familien aufteilten, ent- 1925)

60 61
Vor 60 Jahren wurde die menschliche Geschichte in hatte die Vereinigung des Geschlechtes in einem Körper...«
Jahrtausenden gemessen. Wenn man vermutete, daß (Nr. 5056/1,6. Mai 1944)
menschliche Wesen, oder auch nur menschenartige Lebewe- Was bedeuten diese Aussagen? Was ist eine Gedanken-
sen schon vor 10 Mio. Jahren auf der Erde gelebt hätten, so form ? War nicht Adam der Bibel zufolge der erste Mensch ?
erntete man nur verächtliches Lachen. Aber seither hat sich Um zu erklären, worüber die Readings sprechen, ist es
das Denken verändert. Neue Entdeckungen haben die Däm- wahrscheinlich am besten, einen Aufsatz zu zitieren, der ur-
merung der Menschheit Millionen von Jahren in die Ver- sprünglich von Hugh Lynn Cayce im Jahre 1935 zusam-
gangenheit verschoben. In einem späteren Kapitel werden mengestellt wurde. Die Ankunft des Menschen basierte auf
wir diese Entdeckungen detaillierter untersuchen und sie der Gruppe der Readings, die unter der Nummer 364 zu-
mit den entsprechenden Äußerungen in den Cayce-Rea- sammengefaßt waren, dies sind die einzigen Readings, die
dings vergleichen. Im Augenblick genügt es festzustellen, Edgar Cayce unmittelbar auf eine Bitte um eine Lesung
daß neuere wissenschaftliche Entdeckungen die Readings über Atlantis erteilt hatte. Er beginnt seine Abhandlung mit
keineswegs in Bausch und Bogen widerlegen, sondern sie im einem Zitat aus der Bibel:
Gegenteil eher wahrscheinlich machen. Dann sagte Gott: »Wir wollen den Menschen nach unse-
Waren das >Menschen<, wie wir sie uns heute vorstellen? rem Ebenbild schaffen, und er soll über die Fische im Meer,
Das Cayce-Szenario von dieser 10 Mio. Jahre zurückliegen- über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze
den Zeit war weit von der akzeptierten wissenschaftlichen Erde, über jedes Ding, das auf der Erde kriecht, herrschen.«
Meinung seiner Zeit entfernt, ist aber eine milde Häresie im So erschuf Gott den Menschen in Seinem eigenen Bild, im
Vergleich zu seinen Readings, die die Ankunft der Mensch- Bild Gottes erschuf Er ihn. Den Mann und die Frau erschuf
heit auf der Erde beschreiben. Cayce sprach zuerst von Pro- Er. (Genesis 1:26/27, KJV)
jektionen durch >Gedankenformen< anstatt von physischen Es ist wichtig, daß wir aus dem eben Gesagten eine Idee
Wesen. »Als es diese Entwicklungen gab, in denen Individu- ganz deutlich begreifen. Der Mensch wurde ursprünglich im
en das entstehen lassen konnten, was in der Gegenwart als Bild des Schöpfers geschaffen. Gott war und wird immer ein
Gedanke bezeichnet wurde...« (Nr.2906/1, 19.September spirituelles Wesen sein. Als der Mensch zum ersten Mal
1931). »...Es geht darum, die Veränderungen zu verstehen, diese Ebene betrat, geschah es nicht in physischer Form. Er
die durch den Wechsel von der Gedankenform zu den ver- trat als Seele, als spirituelle Entität ein, in der ein Funken
schiedenen Verbindungen mit den materiellen Dingen dieses des Göttlichen Feuers ruhte. Es war der Mensch, nicht
Zeitraumes entstanden.« (Nr. 268/3, 15. Februar 1933) Gott, der den physischen Körper schuf, in dem die Seele
Sehr wenige Lebensreadings beziehen sich spezifisch auf jetzt während ihres irdischen Daseins wohnt. Es war der
Inkarnationen in dieser alten Zeit. Aber in den wenigen, wo Mensch, der sich nach und nach auf das dreidimensionale
dies geschieht, sind die Bemerkungen in der Tat seltsam. Ein Bewußtsein beschränkt hat, das sein gegenwärtiger Wahr-
Reading stellt fest: »Diese Seelenentität war im Atlanti- nehmungsmodus ist.
schen Land und zwar in jenen Zeiträumen, bevor Adam auf Gott erschuf die Erde, genauso wie man einen schönen
der Erde war. Die Entität war unter jenen, die damals nur Gedanken schaffen kann. Jeder Teil, jedes Element strebte
Gedankenprojektionen waren, und das physische Wesen nur danach, den Schöpfer zu loben und zu preisen. Friede

62 63
und Schönheit herrschten unangefochten in einem harmoni- Gedanken Form faßte... ganz in der Art der Amöbe im
schen Ausdruck des Großen Willens. In diese Sphäre, in Wasser eines ruhigen Teiches.
diese Schwingungsschicht kam Amilius, der Sohn des Höch- Und als sie sich dann formten, indem sie ihr eigenes Ver-
sten, und mit ihm kamen andere Seelen, Entitäten aus ande- langen nach materiellen Umständen befriedigten, verhärte-
ren Reichen. In vollkommener Übereinstimmung mit den ten sie sich oder ließen sich in einem Körper nieder, der dem
Gesetzen, die bereits durch den Schöpfer in Bewegung ge- heutigen ähnlich ist. In ihrer Farbe paßten sie sich der Um-
bracht worden waren, genossen diese Entitäten ein wirklich gebung an. Es gab die Fähigkeit, sich in jede beliebige Rich-
spirituelles Leben in einem Reich, in dem Gedankenkraft tung auszudehnen. Diese Wesen waren imstande, sich der
alles beherrschte, und die Eigenschaften der Seele ihren nor- Umgebung in Farbe, in der Harmonie und in jeder sonstigen
malen Ausdruck fanden. Das war nicht die Welt, die wir denkbaren Weise anzugleichen. Und diese Kraft resultierte
heute um uns sehen. Es war eine Welt, die in Einklang stand in Projektionen wie in Musik, in Kunst, in allen möglichen
mit dem Höchsten Willen. Amilius war mit einem freien Arten und Weisen, in denen alle Reiche der Lebenswelt un-
Willen und dem kreativen Drang des Vaters begabt. Er be- terworfen wurden.
gann, Begleiter zu erschaffen, Gedankenformen, die nach Durch diese Gedankenformen begann der Mensch sich zu
dem Vorbild der Lebewesen gestaltet waren, denen Gott das binden, denn seine Selbstsucht wandte sich gegen ihn, er
Leben geschenkt hatte. Diese Gedankenformen waren Pro- war tatsächlich eine Art Frankenstein. Es entstand Chaos.
jektionen des Seelenbewußtseins. Als sie begannen, die Be- Friede und Schönheit flohen vor dem Schrecken aus der
friedigung der Sinne zu suchen, wie auch die physischen Le- Not. Zu diesem Zeitpunkt erschuf Gott die Frau, indem er
bewesen in ihrer Umgebung sie hatten, begannen sie sich zu das spirituelle Wesen des Menschen trennte, und auf diese
verhärten und nach physischen Formen zu suchen, durch Weise schuf er eine spirituelle Balance und bereitete den
die sie sich der Aktivität der physischen Sinne bewußter Weg für den Sieg des Guten über das Böse.
werden konnten. Wir verstehen heute, daß man tatsächlich (Mehrere Readings deuten darauf hin und formulieren es
zu dem wird, was man als Nahrung in sich aufnimmt, was folgendermaßen: »... Als die erste Trennung der Geschlech-
man einatmet und aus den umgebenden Elementen absor- ter stattfand... während der ersten Nachkommenschaft
biert. In gleicher Weise wird man zu dem, was man bestän- einer solchen Trennung« [Nr.2753/2, 14.Juni 1942]. Und:
dig als mentale Vision mit sich trägt. Die daraus entstehen- »Als die Zwitterhaftigkeit beendet wurde und es nicht mehr
den Geschöpfe und Mischungen waren unvollständig und möglich war, sich geschlechtslos fortzupflanzen« [Nr. 2390/
ungleichgewichtig und brachten deshalb Disharmonie und 1, 2. November 1944].)
Streit in die Welt. Die Übersteigerung eines jeden Wunsches, Amilius erkannte, was geschah, er erkannte, daß die Har-
der ausschließlich nach selbstsüchtiger Befriedigung strebt, monie durch selbstsüchtige Befriedigung und den Miß-
wird seinem Schöpfer letztendlich nur Not und Zerstörung brauch von kreativer Kraft zerstört worden war. Deshalb
bringen. nahm Er die Bürde der Welt, die Verantwortung für die Welt
Diese physischen Formen hatten nun das Wesen von Ge- auf sich. Mit der Hilfe von Seelenentitäten, die ihm zu Hilfe
dankenformen, sie waren imstande, sich aus sich selbst in kamen, machte Er sich daran, die Selbstprojektionen zu be-
die Richtung hinauszudrücken, in der die Entwicklung in siegen, die den Kontakt mit Gott immer mehr verloren. Aus

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den vielen physischen Formen und Größen, die aus den Mi- Schwierigkeiten. Probleme entstanden fast unmittelbar, da
schungen resultierten, wählte Er die Gestalt des gegenwärti- viele dieser Wesen ihren neuen physischen Körper für die
gen Menschen als das angemessenste Fahrzeug für die phy- Erfüllung ihrer eigenen Bedürfnisse verwendeten. Diese Ge-
sische Manifestation auf diesem Planeten aus. Dann proji- dankenformen verhärteten sich zu wirklichen physischen
zierte er sich selbst in den fünf Zentren gleichzeitig als Körpern, die das Tierleben dieser Zeit nachahmten und er-
Adam, der erste Mensch, und wählte die fünf notwendigen zeugten groteske Ergebnisse. Vielleicht haben sie sich sogar
Ausdrucksformen aus, da die entsprechenden fünf physi- mit dem tierischen Leben dieses Zeitraumes vermischt. Eini-
schen Sinnesorgane überwunden werden mußten, bevor spi- ge Readings sprechen von menschenartigen Lebewesen mit
rituelles Bewußtsein erreicht werden konnte. tierischen Eigenschaften wie etwa Schwänzen, Federn, Pel-
Diese fünf Projektionen erschienen gleichzeitig an fünf zen, Schuppen und Hufen, es gab sogar Zwerge und Riesen.
Orten auf der Erde. Die weiße Rasse erschien in der Gegend Vielleicht gibt es wirklich einen Hintergrund für die alten
der Karpaten, die schwarze Rasse im nördlichen Teil Afri- griechischen Mythen über die Satyren, Kentauren, Nym-
kas, die braune in Lemuria, die rote in Atlantis und die gelbe phen und anderen merkwürdigen Lebewesen.
in der Wüste Gobi. Je mehr sich diese Seelen dem Sinnesvergnügen ihrer eige-
Auf diese Weise bereitete Amilius, der erste und letzte nen selbstsüchtigen Wünsche auf Kosten der anderen hinga-
Adam, den Weg für Seine Überwindung der Welt durch den ben, um so weniger gelang es ihnen, frei aus ihrem physi-
Menschen. Im Laufe unzähliger Jahrhunderte hat Er sich schen Körper ein- und auszusteigen. Schließlich waren sie
unter Menschen fortbewegt, sie unterstützt, ihnen geholfen, von der Geburt bis zum Tod in ihnen gefangen, und viele
ihre Ängste beruhigt, sie aufgemuntert. Er wanderte und vergaßen ihre Beziehung mit ihrem Schöpfer.
sprach mit Menschen aus allen Weltgegenden, Er nährte die Cayces Readings für einzelne Menschen werfen ein
Samen jeder großen Religion, die die Einheit Gottes verkün- Schlaglicht auf die Probleme von Atlantis. Er bezieht sich
dete, Er fachte die Feuer jeder großen Philosophie an, die auf bestimmte Gruppen und bestimmte Konflikte. Einige
nach oben auf den Weg zeigte. In den Herzen und Geistern Zitate aus den atlantischen Lebensreadings beziehen sich
der Menschen hat Er den Kampfschrei nach einer Überwin- auf diesen frühen Zeitraum vor der ersten Zerstörung eines
dung des Selbst am Leben erhalten und als individuelle Enti- Teiles dieses Kontinents: »Als es im Atlantischen Land diese
tät hat Er den Weg aus der großen Illusion gezeigt, den der chaotischen Kräfte g a b . . . oder kurz vor diesen ersten chao-
innere Mensch für sich erschaffen hat und auch weiterhin tischen Kräften, die die erste Zerstörung des Kontinentes
erschafft. zuwege brachten... und zwar durch die Anwendung von
Das ist eine vollkommen andere Geschichte über die spirituellen Dingen zum Zweck der materialistischen Befrie-
Schöpfung und die Ankunft der Menschheit auf der irdi- digung der eigenen Bedürfnisse. Das waren die Zeiträume,
schen Szene, als ihn sowohl der Schöpfungsbericht wie auch die in der Schrift folgendermaßen bezeichnet werden: >Die
die Evolutionstheorie zeigt. Wahrscheinlich wird sie keine Söhne Gottes blickten auf die Töchter der Menschen und
der beiden Seiten befriedigen. Wenn die Readings die Wahr- sahen, daß sie schön waren.«< (Nr. 1406/1, 13.-Juli 1937)
heit wiedergeben, dann gerieten die Menschen offenbar sehr Sechs Jahre später bezog sich ein anderes Reading auf
kurz nach der Gewinnung einer materiellen Gestalt in dasselbe Problem: »...Die Entität war in Atlantis, als es da-

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mals das Chaos zwischen den Söhnen des Belial und den ihrer Situation zu einer Situation größerer Beziehung mit dem
Kindern des Gesetzes des Einen gab. Die Entität war unter universellen Bewußtsein erheben konnten.« (Nr. 2 2 4 6 / 1 ,
den Töchtern der Kinder des Gesetzes des Einen und fand 11. Juni 1941)
die Söhne des Belial attraktiv für ihre materiellen Wünsche, Es ist wichtig zu verstehen, wie sich die Menschen in At-
für die Befriedigung materieller Emotionen.« (Nr. 3376/2, lantis entwickelt haben, und die beiden Parteien zu erken-
22. November 1943) nen, die daraus resultierten. Individuen, die diese beiden
Um Hugh Lynn Cayce ein weiteres Mal zu zitieren: Parteien repräsentierten (die Anhänger des Gesetzes des
Sehr früh in der Geschichte von Atlantis entstanden zwei Einen und die Anhänger von Belial), bekämpften einander
Parteien, die sich zutiefst darüber uneins waren, wie man während ihres ganzen Lebens. Viele dieser Kämpfe müssen
mit den Seelen umgehen solle, die sich so mit der Materie über lange Zeiträume hinweg stattgefunden haben, weil
eingelassen hatten. Die Readings prägten die Ausdrücke: manche Readings darauf hinweisen, daß eine Lebenszeit
>Söhne des Gesetzes des Einen< und >Söhne von Beliak. Die von 500 bis 700 Jahren damals nicht mehr war als für uns
Söhne des Gesetzes des Einen waren diejenigen, die glaub- heute 50 bis 70 Jahre. Cayce scheint das fünfte Kapitel der
ten, daß die Seele ein Gottesgeschenk war und danach streb- Genesis zu spiegeln, in dem eine Reihe von Männern, dar-
ten, die Rasse rein und frei von tierischen Merkmalen und unter auch Methusalem, angeblich sehr lange gelebt haben
Anhängseln zu halten. Sie wollten denen helfen, die tief mit sollen.
der physischen Welt verstrickt waren, damit sie ihre Position Cayce zufolge waren diese Menschen extrem. Wenn ihre
als Geschöpfe Gottes wiedergewinnen könnten. Die Söhne Talente richtig eingesetzt wurden, so führte dies zu großen
Belials waren ohne moralische Werte und glaubten nur an spirituellen und materiellen Fortschritten. Aber wenn sie
die Befriedigung der Sinne ohne Rücksicht auf die anderen. mißbraucht wurden, so führte es zu einem ebenso großen
Sie verachteten diese verstrickten Seelen als >Dinge<, die als spirituellen Rückschritt, ferner zu selbstsüchtiger Wunsch-
Sklaven oder Maschinen behandelt werden sollten. befriedigung und physischem Kampf.
Diese >Dinge< oder Seelen, die sich o h n e die Überlegung Seit jener Zeit waren die Menschen damit konfrontiert,
oder die Fähigkeit zur Selbstkontrolle in die Materie ge- ein selbstloses Wesen zu entwickeln, das sich nach einer
drängt hatten, wurden n u n von den anderen beherrscht, Rückkehr zu einer spirituellen Beziehung mit Gott sehnt,
ganz ähnlich wie ein Sklave oder ein Haustier angeleitet und oder aber der selbstsüchtigen Seite zu erliegen, die nach der
ernährt werden muß. Erfüllung der eigenen Wünsche selbst auf Kosten von ande-
Ein solcher Zustand wird durch das folgende Zitat erläu- ren strebt und behauptet, daß es nur das physische Leben
tert: »... ein Priester, der sich um die physischen Bedürfnisse gibt. Es ist gar nicht schwierig, eine Parallele zwischen den
der Menschen kümmerte. Deshalb waren jene, die ihrem Be- heutigen und den damaligen Umständen zu ziehen: M a n be-
wußtseinszustand nach geistig und körperlich nur für ande- trachte nur die Unterschiede zwischen den reichen und
re arbeiteten und die manuellen Aktivitäten vollzogen, für armen Nationen der Erde oder die Rassendiskriminierung in
diese Entität von besonderem Interesse. Sie hat versucht, Südafrika und selbst in unserem eigenen Land.
ihre spirituellen Kräfte so einzusetzen, daß das Bewußtsein Die Hauptprobleme, mit der die Welt heute konfrontiert
jener Individuen so wach werden konnte, daß sie sich aus ist (nämlich unsere Beziehung zu Gott und unsere Bezie-

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hung zueinander), sind nicht neu. In Atlantis führten diese Zwei Auszüge aus zwei verschiedenen Readings erwäh-
Probleme zu Kampf unter den Einwohnern des Landes und nen diesen Zeitraum und die hohe Technologie, die sich seit
schließlich zur Zerstörung des Landes selbst. dem Eintritt der Menschen auf die physische Ebene entwik-
kelt hatte: »Bevor in Atlantis zerstörerische Kräfte entstan-
d e n . . . im Zusammenhang mit Telekommunikation... mit
Die erste Zerstörung Maschinen, die leichter als Luft w a r e n . . . mit radioaktiven
Kräften.« (Nr. 1023/2, 17.0ktober 1935) Und: »In Atlantis
Die erste Zerstörung eines Teiles von Atlantis scheint zufäl- vor der ersten Zerstörung... war die Entität damit beschäf-
lig gewesen zu sein oder aber durch explosive Stoffe erzeugt tigt, jene Zerstörungsmaschinen zu bauen, die sowohl durch
worden zu sein, die außer Kontrolle gerieten und Vulkan- die Luft wie auch unter dem Wasser dahinglitten.«
ausbrüche auslösten: »...durch die beständige Mißachtung (Nr. 1735/2, 16. Oktober 1930)
derjenigen, die die Rasse rein, die Völker rein hielten... ließ Ein anderer Hinweis auf die atlantische Technologie und
die Menschheit zu, daß zerstörerische Kräfte von den Herr- ihr Potential zum Mißbrauch erscheint in einem Reading.
schenden eingesetzt wurden. Diese zerstörerischen Kräfte das im Jahre 1941 erteilt wurde: »...Im Land Atlantis...
verbanden sich mit den natürlichen Stoffen der Gase und unmittelbar vor dem ersten Aufbrechen des Landes, als
mit den elektrischen Kräften der Natur und erzeugten in der viele von jenen Kräften verwendet wurden, die jetzt wieder
sich langsam abkühlenden Erde Vulkanausbrüche. Betrof- entdeckt werden, und die die Söhne von Belial in zerstöreri-
fen waren die Gegenden, die heute als Sargassosee bezeich- sche Kräfte verwandelten... Maschinen, die für Telekom-
net werden, sie sanken als erste in die Tiefe. Daraufhin kam munikation, Transport usw. gedacht waren.« (Nr. 2 5 6 0 / 1 ,
es zu Auswanderungen von Völkern.« (Nr. 364/4, 16. Fe- 8. Mai 1941) Worüber konnte Cayce gesprochen haben, als
bruar 1932) Unglücklicherweise gibt es keine einfache Chro- er Einflüsse oder Kräfte nannte, die im Jahre 1941 gerade
nologie der Ereignisse zwischen 10 Mio. v. u. Z. und 50000 wieder entdeckt wurden, Kräfte, die stark genug waren, um
v. u. Z., dem nächsten genauen D a t u m der Cayce-Readings. ein Land zu zerstören, die aber auch eine wohltätige An-
Einige Readings beziehen sich auf eine Zeit >vor der ersten wendung bei der Telekommunikation und beim Transport
Zerstörung<. Weil 50000 v. u. Z. als der Zeitpunkt des er- haben konnten? Im Jahre 1940 entdeckten die Wissen-
sten Absinkens eines Teiles von Atlantis genannt wird, neh- schaftler, daß die Spaltung des normalen Urans nicht von U-
men wir an, daß >vor der ersten Zerstörung< den Zeitraum 238, sondern von dem Isotop U-235 kam. Im Dezember
vor diesem ersten Absinken meint, aber wie lange dies nun 1942 wurde die erste anhaltende und kontrollierte Produk-
genau gedauert hat, m u ß sich jeder selbst ausdenken. Das tion von Atomenergie an der Universität von Chicago
können 100, 1000, vielleicht auch eine Million Jahre sein. durchgeführt. Wenn Cayce recht hatte, so war dies nicht das
Weil viele von diesen Hinweisen von >gerade zuvor< oder erste Mal, daß menschliche Wesen über eine Kraft verfüg-
>unmittelbar vorher< formuliert werden, gewinnen wir den ten, die stark genug war, um ein Segen oder ein Fluch zu
Eindruck, daß der zeitliche Rahmen relativ eng ist, das heißt sein. Seit dem Jahr 1941 sind die Nebenprodukte der Atom-
also vielleicht einige wenige hundert oder höchstens wenige energie höchst nützlich gewesen. Z. B. wurden viele der mo-
tausend Jahre. dernsten medizinischen Methoden aus dieser Technologie

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entwickelt. Die Zerstörung von Atlantis begann offenbar ...Es gab eine Versammlung von Menschen aus vielen
mit dem Versuch, eine große Anzahl von Tieren zu töten, Ländern, um die Mittel und Wege zu bestimmen, durch die
die zu einer Bedrohung geworden waren. Die Information man die Tiere unter Kontrolle bringen könnte, die so viele
der Readings ist durchaus konsistent. Im folgenden acht Länder zerstörten. Die Entität hatte damals die Funktion,
Hinweise, die in acht verschiedenen Readings über einen Schiffe zu lenken, die sowohl in der Luft als auch unter Was-
Zeitraum von 18 Jahren erschienen: ser dahinglitten, sie arbeitete auch an der Erzeugung der
... In jenem Land, wo Menschen diejenigen vertraten, die Hebeschrauben und Verbindungsrohre, die durch kompri-
das Land vor den Tieren des Feldes und der Luft schützten. mierte Luft, Dampf und metallische Emanationen betrieben
(Nr. 2740/2, 21. Januar 1926) wurden... Das bezog sich vor allem auf Dinge, die durch die
... Unter jenen, die als Boten von fernen Ländern kamen, Strahlungsaktivität der Sonne auf Metallen kontrolliert
als die Menschen vorhatten, sich vor den Tieren des Feldes wurden und dadurch wurden Luftschiffe betrieben.
und der Luft zu schützen. (Nr. 2675/4, 15. April 1926) (Nr. 2157/1,27. März 1940)
...In den Tagen, als sich die Nationen sammelten, um ... Im indianischen Land, als Saad herrschte, war er unter
sich gegen die Tiere der Luft und des Feldes zu verteidi- jenen, die sich versammelten, um die Erde von den unge-
gen... Sie trafen sich in Maschinen, die leichter als Luft heuer großen Tieren zu befreien, die die Erde überrannten,
waren. (Nr. 2749/1, 13. Mai 1926) aber das Eis, die Natur, Gott veränderte die Pole, und die
...Von jenem Land, zu dem die Boten kamen, als die Tiere wurden ohnehin zerstört, obwohl auch der Mensch es
Menschen sich versammelten, um sich gegen die Tiere des zu jener Zeit versuchte. (Nr. 5249/1, 12. Juni 1944)
Feldes und der Luft zu wehren. (Nr.2855/1, 29.Mai 1926) Konnte es geschehen sein? Wir werden im nächsten Kapi-
... In jenem Land, als sich die Nationen sammelten, um tel sehen, daß Cayces Erwähnung eines Polsprunges und
die Kräfte des Tierreiches zu bekämpfen, die das Leben der einer Klimaveränderung uns die Möglichkeit gibt, die Rea-
Menschen elend machten, war die Entität unter jenen, die dings wissenschaftlich zu betrachten. In jedem Falle war
die Elemente der Luft, des Meeres, des Landes einsetzten, dies eines der wichtigsten Ereignisse um die Zeit der ersten
um jene Tiere zu bekämpfen. Aus jener Inkarnation hat die Zerstörung.
Entität die Fähigkeit mitgebracht, sich vorzustellen, was der Cayce bezog sich des öfteren auf eine Weltversammlung
Grund für das Verschwinden dieser bekannten prähistori- und eine Bedrohung durch Tiere. In einem besonderen
schen Tiere war. (Nr.2893/1, 13. August 1929) Reading wurde er über diese Versammlung befragt. Er ant-
... Im Land Atlantis während jener Zeit, als es die ersten wortete:
Rebellionen gab, die den Mißbrauch des Wissens mit sich In dem Zeitraum, als dies notwendig wurde, hat sich das
brachten oder jene Kräfte, die konstruktiv hätten eingesetzt Bewußtsein von Gruppen in den verschiedenen Teilen der
werden können, die aber zerstörerisch eingesetzt wurden. Erde darauf gerichtet, so ähnlich, als ob heute eine weltum-
Die Entität schloß sich den Söhnen des Belial an, die zerstö- spannende Radiosendung von einer Bedrohung in einer be-
rerische Kräfte schufen, um das tierische Leben zu zerstö- stimmten Gegend oder in vielen Gegenden warnen würde.
ren, das die Menschen in anderen Ländern überrannte. Und die Leute, die sich darum kümmerten, würden den wis-
(Nr. 1378/1, l.Juni 1937) senschaftlichen Geistern der gegenwärtigen Zeit entspre-

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chen, die sich darum bemühen, Mittel und Wege zu finden, materie mit normaler Materie in Kontakt kommt, so würde
um diese bestimmte Bedrohung zu überwinden. die daraus entstehende Explosion um ein Vielfaches größer
Und was die Frage betrifft, wie diese Versammlungen sein als die einer Kernspaltung oder Kernfusion (also einer
stattfanden, so muß man es sich so vorstellen, als ob der Atombombe oder Wasserstoffbombe). Mit Sicherheit könn-
Graf (Graf Zeppelin?) sich auf den Weg zu den verschiede- te der Ausdruck >Todesstrahl< auf jede dieser beiden Entdek-
nen Ländern machen würde, um Vertreter mitzunehmen, kungen angewendet werden.
die bei diesem Unternehmen mitmachen sollten. Und das Obwohl viele Menschen in der ersten Zerstörung umka-
fand damals in jenem Land statt, das seit langem seine Ge- men, und viele in andere Länder auswanderten, wurde die
stalt verloren hat und nur noch im inneren Denken oder den atlantische Zivilisation nicht vollkommen zerstört. Die Rea-
Visionen derjenigen weiterlebt, die aus diesem Land in die dings, die sich auf den Zeitraum von 50000 bis 28000 bezie-
gegenwärtige Lebenswelt zurückgekehrt sind oder zurück- hen, sprechen weiterhin von einer hohen Zivilisation. Inkar-
kehren. Und die Mittel und Wege, die man sich ausdachte, nationen aus diesem Zeitraum erwähnen Berufe, die einen
sollten die Umwelt verändern, die diese Tiere brauchten; sie hohen Entwicklungsstand der Technologie beinhalten. Von
sollten an bestimmten Gegenden der Erde, wo sie vorkamen, manchen Menschen wird gesagt, daß sie mit Maschinen, mit
ihre nähere Umgebung verändern. Und das geschah ziem- elektrischen und chemischen Kräften, mit Strahlung und
lich in derselben Art und Weise, als ob von verschiedenen Erhitzung sowie mechanischen Geräten gearbeitet haben.
zentralen Anlagen so etwas ausgeschickt würde, was man Von anderen heißt es, daß sie in der Kunst und im Kunst-
heute als Todesstrahl oder superkosmischen Strahl bezeich- handwerk, oder als Botschafter und Diplomaten gearbeitet
nen würde, aber das wird erst in den nächsten 25 Jahren ent- haben. Wieder andere arbeiteten mit >Kristallen<, was an
deckt werden... Das Datum dieser Versammlung war moderne Laser erinnert. Viele Readings lassen die Existenz
50722 v. u. Z. (Nr.262/39, 21.Februar 1933). von Atomkraftwerken vermuten, wie auch die Fähigkeit.
Es ist interessant, über Cayces Hinweis auf den Todes- Kraft drahtlos zu übermitteln. Wir sollten nicht vergessen,
strahl nachzudenken; er behauptete, daß er in den nächsten daß diese Readings lange Zeit vor der Entwicklung der
25 Jahren, also bis 1958 entdeckt werden würde. Im Jahre Atombombe, dem Bau und Einsatz von Atomkraftwerken
1958 gelang es drei Ingenieuren in den Bell Telephone Labo- und atomgetriebenen Schiffen erteilt wurden. Zu jener Zeit
ratories, einen MASER, den Vorgänger des Lasers, zu kon- betrachtete man den Einsatz der Atomkraft zu Energiege-
struieren und in Gang zu setzen. Seither werden Masers und winnung als wenig plausibel. Heutzutage ist ihre Verwen-
Lasers in der Telekommunikation, der Medizin und vielen dung ganz selbstverständlich. Viele von den infrastrukturel-
anderen Gebieten angewendet. Die Verwendung eines La- len Einrichtungen unserer Nation beziehen einen großen
sers als Todesstrahl unterliegt der Geheimhaltung, aber es ist Teil ihrer elektrischen Kraft aus Atomkraftwerken.
ein offenes Geheimnis, daß beim Militär in der Waffentech- Wir halten es noch immer für unplausibel, daß eine Zivili-
nologie der sogenannten >Star Wars< daran gearbeitet wird. sation vor vielen tausend Jahren bereits eine solche Techno-
Drei Jahre zuvor, im Jahre 1955, haben Wissenschaftler das logie entwickelt haben könnte. Aber Technologie kann sich
Antiproton entdeckt. Im Jahre 1957 kamen sie zu dem sehr schnell entwickeln. So war z. B. die Verwendung von
Schluß, daß Antimaterie eine Möglichkeit sei. Wenn Anti- Atomkraft zur Energiegewinnung oder zur Herstellung von

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Bomben vor weniger als 50 Jahren noch unbekannt; den Die Tendenz, den Emotionen zu unterliegen, muß deshalb
Computer und den Laser gab es nur in der Science Fiction. überwunden, aber gelenkt werden! (Nr. 1206/3, 16.Dezem-
Düsenflugzeuge, Radar und Fernsehen gibt es erst seit dem ber 1936)
Zweiten Weltkrieg. Wir beginnen nun damit, an der Ober- Die Readings über die zweite Zerstörung besagten, daß
fläche der Gentechnologie zu kratzen, und erleben schnelle das Land in drei Hauptinseln und einige kleinere Inseln auf-
Fortschritte im Bereich der Supraleitungs-Technologie, gespalten war. Cayce nannte diese Inseln >Poseida, Aryan
alles Dinge, die unsere Wissenschaft revolutionieren kön- und Og< (Nr.364/6, 17.Februar 1932). Poseida oder Posei-
nen. All das hat in weniger als 100 Jahren stattgefunden. dia wurde oft als die größte noch verbleibende Insel ge-
Der Zeitraum von 50000 bis 28000 v.u.Z., also 22000 nannt. Glücklicherweise haben wir ein Datum für diesen
Jahre, ist länger als unsere aufgezeichnete Geschichte: Es ist zweiten Zeitraum der Zerstörung. Auf eine Frage nach
mit Sicherheit ein ausreichend großer Zeitraum für be- einer Inkarnation in Peru erwiderte Cayce:
trächtliche wissenschaftliche Fortschritte. Wie aus dem Gesagten bereits hervorgeht, war die Entität
während der zweiten Zeit der Zerstörung in Atlantis, und
das ist etwa 20 500 vor der Zeit des Auszuges aus Ägypten.
Die zweite Zerstörung Oder es war etwa 28 000 v. Chr.
Dann kam ein Zeitraum, wo sich die Aktivitäten in Atlan-
Jahrtausende nach der ersten Zerstörung geriet das Land tis mehr in Provinzen abspielten, es gab aber kleine Kanäle,
von neuem ins Chaos, da der Kampf zwischen den Kindern die die Verbindung zwischen vielen Gegenden herstellten.
des Gesetzes des Einen und den Kindern von Belial fortdau- Und dann gab es Menschen, zu denen auch die Entität und
erte. Wie immer betonten die Readings den Einfluß der ver- ihre Freunde gehörten, die die Aktivitäten in Atlantis hinter
gangenen Inkarnationen in Atlantis auf die Möglichkeiten sich ließen, um sich am Aufbau der Aktivitäten in Peru zu
in der gegenwärtigen Inkarnation: beteiligen. Denn die Altanter wurden dekadent, sie zersplit-
... Die Entität war damals in dem Land, das wir heute als terten sich aufgrund des Streites zwischen den Kindern des
Atlantis bezeichnen, und zwar während jenes Zeitraumes, Gesetzes des Einen und den Kindern von Belial. (Nr. 470/22,
der als die zweite Veränderung oder die zweite Zerstörung 5.Juli 1938)
bekannt ist, damals, als die Versuche der Söhne des Belial Eine Gruppe von Atlantern versuchte dem Streit zwi-
und des Gesetzes des Einen begannen, Teile des einfachen schen den Anhängern Belials und den Anhängern des Ge-
Volkes oder Menschen, die in den Dienstleistungsbereichen setzes des Einen zu entkommen. Einige gingen nach We-
dieses Landes arbeiteten, zu unterrichten. sten, ins heutige Peru, nach Yukatän und Teile von Nevada
Damals war die Entität Priesterin im Tempel des Gesetzes und Colorado. Andere Gruppen strebten nach Osten zu den
des Einen. Deshalb sind mechanische Dinge, die sich auf Pyrenäen und nach Ägypten. Die technologische Entwick-
elektrische Kräfte oder auf Reinigung beziehen (die ihre An- lung hielt an und wurde zu einem Schlüsselelement im
wendung in Kinderpflege, Unterricht und Verwaltung fin- Kampf zwischen den Kindern des Gesetzes des Einen und
den), ein Teil der Kräfte dieser Person, und sie werden ihren den Kindern von Belial. Z. B.: »Als in Atlantis die zweite
Ausdruck durch die Emotionen des Körpers finden. Teilung oder Zerstörung des Landes erfolgte, durch die Po-

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seidia zum restlichen Teil wurde, fand die größere Aktivität verwendeten. Im Lichte ihrer technologischen Errungen-
der Söhne des Gesetzes des Einen auf eben dieser Insel statt. schaften aber scheint es vernünftig anzunehmen, daß sie
In diesen Zeiten wurde viel angewendet, was heute wieder Hybridgattungen entwickelten und Kunstdünger verwende-
entdeckt oder neu entdeckt wird, und das bezieht sich so- ten, um auf diese Weise ihre Ernteerträge zu steigern, und
wohl auf Transportmittel wie auch auf die Steigerung der daß sie vergleichbare Fortschritte im Bereich der Transport-
Produktivität von Ernten für den Verzehr der einzelnen mittel erzielten.
Menschen... Es war ein Zeitraum, in dem viel über Zahlreiche Readings, die diesen Zeitraum des technologi-
Annehmlichkeiten jeglicher Art nachgedacht wurde.« schen Fortschrittes beschreiben, enthalten hie und da War-
(Nr. 2562/1,9. Mai 1941) nungen an jene Menschen, auf die sich die Readings bezo-
Was konnte im Jahre 1941 >neu entdecke oder auf Trans- gen: Sie sollten sorgfältig darauf achten, daß sie ihre Fähig-
portmittel und die Steigerung der Ernteerträge angewendet keiten für gute und konstruktive Zwecke einsetzen, nicht
werden? Der Encyclopädia Britannica zufolge: »In der aber für schlechte und zerstörerische Zwecke. Beispielswei-
Mitte der 30er Jahre begann der Dieselmotor die Dampfma- se: »...In Atlantis, als dort die Aktivitäten stattfanden, die
schine zu ersetzen, und um 1950 war nur noch ein kleiner das zweite Chaos im Land verursachten. Damals war die
Teil der neuen Lokomotiven dampfbetrieben.« Weiterhin: Entität in etwa das, was man heute als Elektroingenieur be-
»Die Kriegsjahre (der Zweite Weltkrieg) kennzeichneten zeichnen würde: Denn die Entität wendete jene Kräfte zur
den Beginn eines schnellen Wachstums im Einsatz der Flug- Lenkung von Flugzeugen, Schiffen und was man heute als
zeuge beim Transport von Waren.« Und nur wenige Jahre Strahlen bezeichnen würde an, und zwar ebenso sehr für
später transportierten Frachtflugzeuge der Vereinigten Staa- zerstörerische wie auch für konstruktive Zwecke.«
ten mehr als 100 Mio. Tonnen/Meilen Fracht und 80 Mio. (Nr. 1574/1, 19. April 1938) Die Readings erwähnen im wei-
Tonnen/Meilen Expreßgut im Jahr. In diesen Jahren be- teren dann auch den Kampf zwischen zwei Parteien, den
gann auch die Anwendung des Helikopters als Kurzstrek- Söhnen des Gesetzes des Einen und den Anhängern von Be-
kentransportmittel. lial. Die Prinzipien dieses Konfliktes wurden vor vielen Zeit-
Was die Landwirtschaft betrifft, so kennzeichneten diese altern definiert, dauern aber bis zum heutigen Tag fort:
Jahre den Beginn der landwirtschaftlichen Mechanisierung. »... In Atlantis während jener Zeiträume, als es den Streit
Der Einsatz von Traktoren auf den Farmen steigerte sich gab, ob die Gesetze der Kinder des Einen oder die der Söhne
von 250000 im Jahre 1920 auf mehr als 2 Mio. im Jahre des Belial angewendet werden sollten, überlegte man auch,
1945. Bezogen auf Pflanzenernährung lag der Einsatz von ob man jene unendlich starken Kräfte, die man aus den Ele-
Düngemitteln im Jahre 1944 85% über der Menge, die zwi- menten wie auch aus geistigen oder übernatürlichen Kräf-
schen 1935 und 1939 verwendet wurde. Der Einsatz von ten gewann, in zerstörerische Kanäle lenken sollte. Die Enti-
Hybridgattungen erbrachte eine Steigerung von 400 Mio. tät schwankte zwischen den beiden Möglichkeiten, und als
Scheffel in der Getreideernte der frühen 40er Jahre. Die die Zerstörung durch die Anwendung jener Strahlen erfolg-
USA wurden zur Getreidekammer der Vereinten Nationen. te, die zuvor nur für wohltätige Zwecke angewendet wur-
Ich möchte mit dieser Analogie nicht behaupten, daß die den, mißbrauchte auch die Entität ihre Fähigkeit... Und
Atlanter Dieselmotoren oder landwirtschaftliche Traktoren deshalb ist die Wirkung der Atomkraft oder elektrischer

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Kräfte jeglicher Art auch heute ein Kanal für gut oder den, ruhte in dieser zentralen Kraftstation, dem Tüaoi-Stein,
böse.« (Nr. 1792/2, 11.Februar 1939) er war der Strahl, der die Fortbewegung ermöglichte.
Ein anderes Zitat bezieht sich auf eine Inkarnation, in der Im Anfang war dies die Quelle, aus der auch spiritueller
eine Frau menschlichen Wesen half, die ihre tierischen und mentaler Kontakt herrührte. (Nr. 2072/10, 22. Juli
Merkmale verlieren und einen vollkommeneren physischen 1940)
Körper entwickeln wollten. Der Zeitraum dieser Inkarna- Dieser Auszug scheint darauf hinzuweisen, daß der soge-
tion wird mit >vor der zweiten Zerstörung< angegeben, wäre nannte Tuaoi-Stein oder Tuaoi-Kristall ursprünglich in den
also in etwa um 28000 v. u. Z. anzusetzen: »Sie half jenen, frühen Tagen der atlantischen Geschichte ein Kommunika-
die sich aus Gedankenformen zu physischen Manifestatio- tionsmittel mit dem Reich des Spirituellen war, das scheint
nen entwickelten, einen Begriff davon zu gewinnen, was sie also jene Zeit gewesen zu sein, als die Menschen begannen,
tun mußten, um einen vollkommeneren physischen Körper sich in das Materielle zu projizieren. Später wurde es zu
zu entwickeln und viele von den hinderlichen Eigenschaften einem Ausdruck für eine jede Kraftquelle, aus der große
zu verlieren.« (Nr.444/1, lö.November 1933) Energie ausstrahlte und hieß dann >Feuerstein< oder
Es war während der Periode der zweiten Zerstörung, daß Schreckliches Kristalk. Ein anderes Reading, das eine gra-
Cayce bei der Beschreibung der technischen Errungenschaf- phische Beschreibung des Feuersteins oder -Kristalles ergibt,
ten der Atlanter den Ausdruck >Tuaoi-Stein<, >Feuerstein< erscheint mir wie der Versuch eines Laien, einen riesigen
und >Kristalle< verwendete, um eine Kraftquelle zu beschrei- Laser zu beschreiben. Cayce wurde gebeten, »einen Bericht
ben. Diese Kraft sollte ein Schlüsselelement der atlantischen über das elektrische und mechanische Wissen der Entität
Zivilisation werden und schließlich sogar die Zerstörung Asal Sine in Atlantis zu geben«. Wie immer verband Cayce
selbst hervorrufen. Als man Cayce nach dem Tüaoi-Stein in seiner Antwort die vergangenen Inkarnationen der Indi-
fragte, antwortete er: viduen mit ihren Möglichkeiten in der Gegenwart:
Er hatte die Form einer sechsseitigen Figur, in der das Ja, wir haben die Aktivitäten der Entität während jener
Licht als Kommunikationsmittel zwischen dem Unendli- Inkarnation. Wie angegeben hatte die Entität mit jenen
chen und dem Endlichen erschien. Es war das Mittel, durch Menschen zu tun, die während dieser Inkarnation mit me-
das mit jenen Kräften kommuniziert werden konnte, von chanischen Geräten und ihrer Anwendung befaßt waren.
denen die Energien ausstrahlten, also dem Zentrum, von Und wir sehen, daß es eine Zeit war, in der es viel gab,
dem aus die Strahlenaktivität die verschiedenen Formen des woran man gegenwärtig nicht einmal denkt.
Übergangs oder der Fortbewegung in jener Zeit lenkten. Und den Feuerstein setzte diese Entität sowohl für kon-
Er war einem Kristall ähnlich, hatte aber eine etwas an- struktive wie auch für zerstörerische Kräfte ein.
dere Form. Er sollte nicht mit einem einfachen Kristall ver- Es wäre günstig, irgendeine Beschreibung dieses Steines
wechselt werden, denn es gab viele Generationen dazwi- zu geben, damit die Person in der Gegenwart besser ver-
schen. In der atlantischen Zeit lenkte man mit diesem Stein steht, wie durch die Aktivität dieses Steines sowohl kon-
Flugzeuge oder sonstige Fortbewegungsmittel, man beweg- struktive wie auch zerstörerische Kräfte entstanden.
te sich damit in der Luft, im Wasser oder unter dem Wasser Der Stein wurde in einem Bauwerk aufbewahrt, dessen
fort. Aber die Kraft, aus der diese Fahrzeuge gelenkt wur- Innenseite, wie wir heute sagen würden, mit nichtleitenden
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Metallen oder nichtleitendem Stein überzogen war... Etwas oder des Kraftwerkes (wie man heute sagen würde) aufbe-
in der Art von Asbest, mit den vereinten Kräften von Wake- wahrt war.
lit oder anderen nichtleitenden Stoffen, die jetzt in England (Im weiteren sagt dieses Reading, daß Kraftwerke dieser
unter einem Namen hergestellt werden, der vielen bekannt Art in verschiedenen Gegenden von Atlantis lagen. Unab-
ist, die mit solchen Dingen zu tun haben. sichtlich waren sie zu hoch eingestellt und führten zu der
Das Bauwerk über dem Stein war oval, eine Art Dom, der zweiten Zerstörung, in deren Verlauf das Land in Inseln auf-
aber geöffnet oder geschlossen werden konnte, so daß die gespalten wurde.) (Nr.440/5, 20.Dezember 1933)
Aktivität des Steines durch die Sonnenstrahlen oder die Diese Kraftquelle wurde auch für medizinische Behand-
Sterne empfangen werden konnte. Die Konzentration der lung verwendet, genauso wie die heutigen Laser in bestimm-
Energien, die von feurigen Körpern ausgehen... wobei diese ten Arten der Chirurgie angewendet werden: »Durch diese
Körper Elemente beinhalten, die in der Erdatmosphäre vor- Art des Feuers wurde auch der Körper von Individuen rege-
kommen, andererseits aber auch Elemente, die dort nicht neriert, durch die Anwendung von Strahlen aus dem Stein,
vorkommen. Die Konzentration durch Prismen oder Glä- die Einflüsse, die für den tierischen Organismus zerstöre-
ser, wie man heute sagen würde, geschah in einer Weise, daß risch waren. Deshalb konnte sich diese Person oft verjüngen
die Energie auf Geräte einwirkte, die mit den verschiedenen und blieb in jenem Land bis zur endgültigen Zerstörung.«
Mitteln der Fortbewegung verbunden waren. Und das hatte (Nr. 440/5, 20. Dezember 1933)
eine gewisse Ähnlichkeit mit der Fernlenkung von Fahrzeu- In dieser zweiten Zeit der Zerstörung wurde Atlantis
gen durch Radiostrahlen, wie wir sie heute kennen. Aber im nicht vollkommen zerstört. Die Readings besagen, daß eine
Unterschied dazu wirkte die Kraft, die durch den Stein ange- Reihe von Vulkanausbrüchen, Erdbeben und Überflutun-
trieben wurde, auf die Motoren in den Fahrzeugen selbst. gen das restliche Land in Inseln aufspaltete. Wahrscheinlich
Zur Vorbereitung mußte man die Kuppel zurückrollen, fand ein weiterer Polsprung statt, da manche Readings auch
damit die Anwendung dieser Kraft nur wenig oder gar nicht von einer Klimaveränderung sprechen. Trotzdem erhielt
behindert wurde, so daß also die verschiedenen Fahrzeuge sich diese fortgeschrittene Zivilisation, auch wenn ein Teil
durch den Raum getrieben werden konnten, sei es nun im der Technologie beim Versinken einer großen Landfläche
Radius der natürlichen Sichtweise oder aber unter Wasser verlorengegangen sein mag. Jedenfalls überlebten die bei-
oder zu Lande. Die Herstellung dieses Steines war in den den Parteien diese Katastrophe und führten ihren Streit
Händen weniger Eingeweihter zu dieser Zeit, und die Enti- fort. Ein Reading erzählt von diesem Zeitraum: »...In At-
tät gehörte zu denjenigen, die die Strahlungswirkungen lantis während der Zeit zwischen der zweiten und letzten
lenkten, welche für das Auge zwar unsichtbar waren, aber Zerstörung, als es große widerstrebende Gefühle zwischen
die Fortbewegung ermöglichten. Und das bezog sich auf alle den Kindern des Belial und den Kindern des Gesetzes des
Fahrzeuge, ob sie nun sich in die Luft erhoben oder ob sie Einen gab. Die Entität gehörte zu den Kindern des Gesetzes
sich auf der Erde fortbewegten oder auch auf oder unter des Einen, die sich damals bemühten, das Los der einfachen
dem Wasser. Arbeitskräfte zu verbessern, jener Arbeiter, die von vielen
Sie wurden also durch die Konzentration der Strahlen aus als bloße Dinge und nicht als individuelle Seelen betrachtet
dem Stein angetrieben, der in der Mitte der Kraftstation wurden.« (Nr. 1744/1, 12.November 1938)

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Daß einiges von der Technologie die zweite Zerstörung fluß auf all jene, die sich ihm näherten.« (Nr. 275 / 38, 16. Fe-
von Atlantis überlebte, folgt auch aus den folgenden Auszü- bruar 1934)
gen: »... In Atlantis, als es die Versuche gab, nach der zwei- Die Menschen von Atlantis waren ebenso verschieden
ten Zerstörung und dem Auseinanderbrechen des Landes wie die heutigen Menschen, einige entwickelten sich in die-
oder Kontinentes die alten Aktivitäten wiederherzustel- sen Inkarnationen weiter, manche entwickelten sich zurück.
len... wurde Elektrizität materiell angewendet.« (Nr. 1861 / 2, In den 18 000 Jahren zwischen der zweiten und letzten Zer-
23.November 1939) Und: »...In jenem Land, das heute störung erhielt sich einiges von der Wissenschaft, es erhiel-
Atlantis heißt, gab es damals die Versuche, das Chaos zu be- ten sich auch die beiden Parteien, die Kinder der Gesetze
ruhigen, das durch die zerstörerischen Kräfte ausgelöst wor- des Einen und die Kinder von Belial. Die folgenden Auszüge
den war: Vulkanausbrüche, die Spaltung des Landes und aus den Readings erzählen die Geschichten von Menschen
der Übergang von einem gemäßigten zu einem dürren aus Atlantis und illustrieren die Verschiedenheit der Lebens-
Klima.« (Nr. 884/1, 9. April 1935) bedingungen zu dieser Zeit.
Über die atlantische Kultur und Technologie im Zeitraum Einige halfen den Unterdrückten und gewannen in die-
zwischen 28000 und 10000 v. u. Z. gibt es in den Readings sem Kampf viel für die Entwicklung ihrer Seele: »...Die
nicht mehr viel Information, aber es scheint eine Zeit der Entität war in Atlantis, als es jene Zeiträume der Unterdrük-
Kulturblüte gewesen zu sein. kung durch die Kinder des Gesetzes des Einen gab, die sich
gegen die tiefer stehenden Menschen der arbeitenden Klasse
richtete. Die Entität half ihrem Lebensgefährten, sich für
Die letzte Zerstörung jene Menschen einzusetzen, die zu den Unterdrückten und
Ausgebeuteten gehörten, zu denen, die die Früchte ihrer Ar-
Die meisten Readings über Atlantis bezogen sich auf die beit im Kreise ihrer Familie immer weniger genießen konn-
Zeit der letzten Zerstörung. Wie die Readings, die sich auf ten.« (Nr. 1261/1, 14.September 1936)
die frühen Zeiten konzentrierten, beschrieben sie Lebenssi- Andere machten Fortschritte durch die Entwicklung
tuationen in vergangenen Inkarnationen, die eine Wirkung ihrer jeweiligen Talente und durch die Auseinandersetzung
auf die gegenwärtige Inkarnation hatten. Diese Inkarnatio- mit den schwierigen Zeiten während der letzten Zerstörung:
nen helfen uns, die atlantische Kultur dieser Zeit zu verste- »... Die Entität war einer der großen Unterhaltungskünstler
hen und führen bis zur letztendlichen Zerstörung und zu dieser Zeit, hat es aber nicht vermocht, eine Veränderung in
den Wanderungen in sichere Gebiete. dem Menschen herbeizuführen, der für diesen Bereich zu-
Diese letzten Atlanter hatten seit langem bereits mensch- ständig war. In dieser Entwicklung gewann die Entität viel,
liche Form angenommen. Ein Reading beschreibt einen At- und vor allem durch ihre Fähigkeit, auch unter schlechte-
lanter zur Zeit der letzten Zerstörung: »Dieser Atlanter war sten Bedingungen zu arbeiten.« (Nr.2665/2, 17. Juli 1925)
1,75 m groß, wog etwa 80 kg und hatte eine Hautfarbe wie Eine andere Person war eine Priesterin, die sich in jenem
Gold, die Farbe des scharfen Auges war grau, das Haar so Leben auf die physischen Aspekte konzentriert hatte: »... In
golden wie der Körper. Er war wachsam und scharf in seiner jenem Land, das nun versunken ist, war die Entität unter
Aktivität, hatte ein durchdringendes Auge und einen Ein- den Hohenpriesterinnen... Sie liebte Ruhm und Pracht, sie

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liebte es, sich mit all jenen Dingen zu umgeben, die Bequem- ... In Atlantis in der Zeit der letzten Zerstörungen bzw.
lichkeit und irdisches Vergnügen vermitteln. Trotzdem hat des Verschwindens der Inseln von Poseidia... unter jenen,
sie in jener Inkarnation wenig verloren.« (Nr.37/1, 2. Au- die zu dem späteren Inka-Land gingen, das heute Peru heißt.
gust 1927) (Nr. 3611/1, 31. Dezember 1943)
Zwischen 11000 und 10000 v. u. Z. erkannten die Füh- In den meisten Fällen sind Einzelheiten über diese Wan-
rer von Atlantis allmählich, sei es durch übersinnliche derungen durch die Lebensreadings verstreut. Aber ein all-
Wahrnehmung oder eine Interpretation natürlicher Vorgän- gemeines Reading befaßte sich mit dem Ursprung und der
ge, daß auch die noch übrigen Inseln auseinanderbrechen Entwicklung der Maya-Zivilisation. Der folgende Auszug
und versinken würden. Das Versinken dieser letzten Inseln aus diesem Reading wird aufgrund seiner Beziehung mit
erfolgte nicht auf einmal, sondern über einen längeren Zeit- Atlantis und den angegebenen Daten zitiert.
raum hinweg und vielen Einwohnern gelang es, aus dem Wir gehen 10600 Jahre, bevor der Prinz des Friedens in
Land zu fliehen. Das heißt nicht, daß das Verschwinden der das verheißene Land kam, zurück und finden eine Zivilisa-
letzten Landflächen nicht gewaltsam oder ohne Verluste an tion, die von innen her so korrumpiert war, daß die hart-
Leben vonstatten ging. Aber Cayce zufolge entkamen viele gesottene und ehebrecherische Bevölkerung sich selbst zer-
Atlanter in andere Länder und trugen den Bericht ihres Hei- störte.
matlandes mit sich. Das wird durch die folgenden Zitate aus Während der zweiten und dritten Zerstörung von Atlan-
Lebensreadings verdeutlicht: tis gab es Individuen, die dieses Land verließen und in diese
Als die Kinder des Gesetzes des Einen erkannten, daß damals noch sichtbare Gegend kamen.
das poseidianische-atlantische Land letztlich auseinander- Aber die Oberfläche war damals ganz anders als die ge-
brechen würde, kam es zu Wanderungen in verschiedene genwärtige. Denn es war kein tropisches, sondern ein gemä-
Länder. (Nr. 1007/3, 26. Juni 1938) ßigtes Land und in den Lebensumständen und Oberflächen-
... In Atlantis, als die Inseln auseinanderbrachen und die formen sehr verschiedenartig.
Information ausgegeben war, daß alle, die sich retten woll- Wenn man die Geschichte einer Zivilisation untersuchen
ten, in die verschiedenen Weltgegenden ausreisen mußten, will, so versteht man sie besser, wenn man die Handlungen
für die die Führer die Erlaubnis erteilt hatten. Die Entität eines Individuums einer Gruppe oder ihren Beitrag zu einer
gehörte zu denen, die als erste zu den heutigen Pyrenäen ge- solchen Zivilisation betrachtet. Dann erhält man zwar nicht
langte und später dann in Ägypten ankam, nachdem dort das vollständige historische Bild, sondern vor allem die
bereits atlantische Aktivitäten etabliert worden waren. Handlungen eines Individuums und seiner Anhänger oder
(Nr. 633/2, 26. Juli 1935) die eines von ihnen gewählten Führers.
... In Atlantis während jener Zeit, als die Handlungen der So kam also Iltar aus Atlantis (genauer gesagt Poseidia)
dortigen Menschen die letzte Zerstörung erzeugten... durch mit einer Gruppe von Anhängern, die aus dem Haushalt des
den Streit zwischen den Kindern des Gesetzes des Einen und Atlan stammte und den Einen verehrte, mit einer Gruppe
den Kindern von Belial... war die Entität unter denen, die von etwa zehn Individuen nach Westen zu dem heutigen
zu dem heutigen Yukatän flohen. (Nr. 1599/1, 29. Mai Yukatän. Und zusammen mit den Aktivitäten der dortigen
1938) Völker entstand eine Zivilisation, die der atlantischen ganz

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ähnlich war. Einige hatten das Land später verlassen, einige Teilen von Nordamerika und Ägypten. Ein Reading nannte
früher. Es hatte auch Zerstörungen im Kontinent Mu oder sogar Indochina und Siam (jetzt Thailand). Die Berufe
Lemuria gegeben, und auch sie prägten ihre Grundsätze in waren damals genauso verschiedenartig wie heute: Es gab
den verschiedenen Teilen des Landes ein. Dieses Land hatte Psychologen, Chemiker, Lehrer und Diplomaten. Eine be-
bis zur letzten Zerstörung von Atlantis eine viel größere Flä- stimmte Art von Flugzeugen war noch immer im Gebrauch,
che. Erst später veränderte sich der Umriß des Landes in und in Krankenhäusern wandte man elektrische Behandlun-
Mittelamerika und Mexiko in der Art, daß die heutige gen an, um >Anhängsel< von jenen Personen zu entfernen,
Küstenlinie entstand. (Nr.5750/1, 12.November 1933) die noch immer diese tierischen Merkmale trugen. Z. B.:
Einige Atlanter setzten ihre Fähigkeiten ein, um während »... In Poseidia vor der letzten Zerstörung... gab es kontrol-
ihrer Wanderungen ein neues Leben aufzubauen: lierte Aktivitäten im Bereich der Kommunikation mit vielen
Während der Zeit, als die vielen Spaltungen erfolgten, die Ländern, es gab Fahrzeuge, die sich durch die Luft oder das
die Freisetzung der zerstörerischen Kräfte dieses Landes Wasser fortbewegten. In ihnen brachte die Entität viele
auslösten, war diese Entität in Atlantis. Als die Herrschen- Menschen nach Iberien, später dann nach Ägypten, und
den damals beschlossen, die niederen Klassen, also die Land- zwar nachdem festgesetzt worden war, daß die Berichte dort
arbeiter und sonstige Dienstleistende zu fördern, war diese aufbewahrt werden sollten.« (Nr. 3184/1, 28. August 1943)
Person der Vermittler zwischen seiner eigenen, niedrigeren Ein weiteres Reading erwähnt ganz besonders die letzte
Klasse und den Menschen der höheren Klasse... Zerstörung: »...Vor der letzten Zerstörung führte diese
...Diese Entität gehörte zu denjenigen, die zum heutigen Entität Menschen aus Atlantis nach Ägypten... Sie arbei-
Yukatän in Mittelamerika gingen, und auf dieser Wande- tete an der Verzierung von Bauwerken mit Edelsteinen.«
rung bemühte sich diese Person, eine Entwicklung in der (Nr. 955/1,20. Juli 1935)
Landwirtschaft voranzutreiben, um eine Ernährungsbasis Ein anderes Reading erwähnt die vollständige Zerstö-
im neuen Land zu schaffen. (Nr.801/1, 27. Januar 1935) rung^ mit der wahrscheinlich die letzte gemeint ist: »... Als
Einige Readings nennen Inkarnationen in Ägypten zur in Atlantis die Rebellion der Kinder des Belial stattfand...
Zeit der letzten Zerstörung von Atlantis. Über diese An- und man sich anschickte, aufgrund der chaotischen Einflüs-
kunft der Atlanter in Ägypten und die Berichte, die sie mit se und Wirkungen, die die vollkommene Zerstörung auslö-
sich brachten, enthalten die Readings einiges Material. Wir sen sollten, das Land zu verlassen... da reiste diese Entität
werden uns in Kapitel 5 eingehend mit dieser Geschichte be- in eine Gegend des heutigen Spanien, später nach Ägyp-
fassen, dort werden die Forschungen der Edgar Cayce ten.« (Nr.2283/1, 14.Juni 1940) Die letzte Zerstörung der
Foundation in Ägypten erörtert. letzten Inseln ging wie die beiden ersten vielleicht mit einem
Obwohl die Technologie von Atlantis in den letzten Zei- Polsprung und einer Klimaveränderung wie auch mit Vul-
ten vielleicht nicht mehr so hoch war wie in der Vergangen- kanausbrüchen und Erdbeben einher. Wir haben darüber
heit, gab es dort zu der Zeit, als die letzten Inseln im Meer keine Einzelheiten, sondern nur die Information, daß das
verschwanden, dennoch eine fortgeschrittene Zivilisation. Versinken des Landes langsam vonstatten ging, und viele
Es gab Kontakte und Reisen zwischen Atlantis und anderen seiner Einwohner Zeit hatten, in andere Länder auszuwan-
Ländern wie Indien, Gobi, den Pyrenäen, Peru, Yukatän, dern. Cayce hat für das Verschwinden der letzten Insel kein

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genaues Datum angegeben. Es heißt, daß Menschen bereits die Quellen des Amazonas oder das Herz von Afrika, wo
um 10500 v. u. Z. aus Atlantis flohen, andere Daten, die Menschen sehr primitiv leben. Die Überlebenden könnten
mehr an 10000 v. u. Z. liegen, erwähnen Menschen, die ihre vierrädrigen Lastwägen nicht mit sich nehmen, es gäbe
nach Ägypten flohen und Berichte mit sich führten. Das keine Straßen und keine Treibstoffe. Ihre Radios und Fern-
letzte Verschwinden fand wahrscheinlich nach 10000 sehapparate wären ohne Sendestationen nutzlos. Ohne Kre-
v. u. Z. statt, denn das folgende Reading (eines der ersten, ditkarten und Supermärkte hätte die größere Mehrheit
das jemals Atlantis erwähnte) spricht von einer Inkarnation Schwierigkeiten, das erste Jahr zu überleben. Wer jedoch
in Atlantis um 10000 v. u. Z.: »In einer vergangenen Inkar- überleben würde, könnte es nur, indem er sich an ein Leben
nation war diese Entität in dem schönen Land Alta oder anpaßt, das dem der Eingeborenen ähnlich ist. Nach einigen
richtiger Poseidia... und zwar im Haushalt des Herrschers wenigen hundert Jahren würden nur Legenden über ihre
dieses Landes... Das war fast 10000 Jahre bevor der Prinz Heimat übrigbleiben. Nach 12000 Jahren wäre es unwahr-
des Friedens kam.« (Nr.288/1, 20.November 1923) scheinlich, daß irgendeine Spur von ihnen noch gefunden
Das Verschwinden der letzten Inseln kennzeichnet das werden könnte.
Ende der atlantischen Geschichte und das Ende dieses Kapi- Bevor Sie sich vor der Möglichkeit verschließen, daß eine
tels. Kapitel 5 untersucht die Möglichkeit, daß Berichte über fortgeschrittene Zivilisation in der fernen Vergangenheit
Atlantis in Ägypten vergraben wurden, und erzählt von der existiert hat, sollten Sie das Zeugnis der Geologie und Ar-
Forschung der Edgar Cayce Foundation nach diesen Be- chäologie in den nächsten Kapiteln lesen und sehen, wie
richten wie auch von ihren Bemühungen, die Große Pyra- viele von Cayces Aussagen (die zur damaligen Zeit noch tö-
mide zu datieren. Falls solche Berichte jemals gefunden wer- richt erschienen) sich als präzise erwiesen haben. Sehen Sie
den, müßte die Geschichte umgeschrieben werden. sich die Forschung an, die bisher stattgefunden hat, um Be-
Wie konnte eine so technisch fortgeschrittene Zivilisation richte über Atlantis zu entdecken. Sehen Sie, welche Rich-
bereits vor 12000 bzw. 50000 Jahren existiert haben und tungen für weitere Entdeckungen vielversprechend ausse-
ohne irgendeine Spur verschwunden sein? Vielleicht gibt es hen. Die Fakten könnten Sie in Erstaunen setzen.
Spuren, vielleicht haben wir nur nicht an den richtigen
Orten nach ihnen gesucht. Archäologische Arbeit ist teuer
und zeitraubend. Sie interessiert das breite Publikum viel
weniger als die Frage, wer den Europapokal gewinnen wird.
Die Archäologie erhält nicht einen Bruchteil der Geldmittel,
die unsere Regierung für die Verteidigung ausgibt.
Wie konnte eine fortgeschrittene Zivilisation verschwin-
den? Denken Sie einen Augenblick lang nach. Je technisch
fortgeschrittener eine Zivilisation ist, um so leichter ist sie
zu zerstören. Stellen Sie sich vor, die Vereinigten Staaten
würden ins Meer versinken. Stellen Sie sich vor, die Überle-
benden müßten in ferne Gegenden auswandern, wie etwa

90 91
Teil II

Der
wissenschaftliche
Zugang

93
3 eingemischt, so daß es schwierig wird, Fakten von Fiktionen
zu unterscheiden. Wir wollen hier einen anderen Kurs ein-
schlagen. Die wirklich wissenschaftlichen Entdeckungen
Das Zeugnis der Geologie sind oftmals aufregender als die populär-wissenschaftliche
Sensation, und sie passen auch erstaunlich gut zu den
Cayce-Readings. Sie beinhalten eine ernst zu nehmende
Möglichkeit, daß Atlantis noch gefunden werden kann.
Dieses Kapitel und das nächste sollen wissenschaftliche
Entdeckungen beleuchten, die für die Readings relevant
sind, sie versuchen aber nicht, all die betreffenden Gebiete
»Atlantis als Kontinent ist eine Legende, ein Märchen... In in ihrer Tiefe auszuschöpfen. Das würde zu viele Bände fül-
letzter Zeit aber wurde dieses Thema immer wichtiger, denn len. Aber alles aus diesen Kapiteln stammt aus der wissen-
einige Wissenschaftler haben erklärt, daß ein solcher Konti- schaftlichen Literatur, die Quellen sind angegeben, so daß
nent nicht nur eine vernünftige und plausible Annahme sei, Sie Ihre eigenen Forschungen durchführen können, wenn
sondern aufgrund der allmählich gesammelten Daten auch Sie das wünschen. Diese Information ist nicht notwendiger-
sehr wahrscheinlich ist.« (Nr. 364/1, 16. Februar 1932) weise die letztendliche Wahrheit, denn viele wissenschaftli-
Edgar Cayce begann dieses Reading, als man ihn auffor- che Entdeckungen und Theorien werden durch spätere Ent-
derte, eine Vorlesung über Atlantis zu geben. Die Readings, deckungen modifiziert, und wissenschaftliche Kontroversen
die er erteilte, verbanden sich logisch mit den vielen Lebens- können viele Jahre lang andauern. Aber diese Information
readings, sie boten ein Bild der Geographie, Geologie und spiegelt den Stand der wissenschaftlichen Meinung wider,
Archäologie dar, das einen Zeitraum von mehr als 10 Mio. und zwar sowohl zu Cayces Zeit wie auch jetzt. Sie zeigt,
Jahren umfaßte. Gibt es irgendeine wissenschaftliche Gül- wie viele von Cayces Aussagen, die zu seiner eigenen Zeit
tigkeit für Cayces Geschichte von Atlantis? als lächerlich betrachtet wurden, inzwischen Teil eines ak-
Wie wir in Kapitel 1 gesehen haben, wurde über Atlantis zeptierten Korpus wissenschaftlichen Wissens geworden
viel geschrieben, und die Skala der Bücher reicht von Igna- sind. Andere Aussagen von Cayce passen noch immer nicht
tius Donnelly im 19. Jh. bis zu der Flut von populär-wissen- in die Konzepte der modernen Wissenschaft; einige wenige
schaftlichen Büchern in den 70er Jahren unseres Jahrhun- laufen wichtigen wissenschaftlichen Theorien sogar zuwi-
derts. Einige der Aussagen in diesen Büchern basieren auf der, bei anderen gibt es noch keine zwingenden Beweise für
der besten wissenschaftlichen Meinung der Zeit, aber leider oder gegen ihre Wahrheit.
beruhen andere auf dem bloßen hypothetischen Hörensa- Wir wollen unmittelbare Beweise für und gegen Atlantis
gen. Viele von diesen Büchern verewigen Gerüchte, die in betrachten. Waren Teile des Atlantischen Ozeanbodens zu
anderen Büchern über Atlantis in die Welt gesetzt wurden, den in den Readings angegebenen Zeiten über Wasser? Gibt
ohne daß die Quelle angegeben oder ihre Genauigkeit ge- es irgendwelche Ruinen einer hohen Zivilisation? Wir wer-
prüft wurde. Nur zu häufig werden Geschichten über das den auch einige der indirekten Beweise betrachten. Gab es
Bermudadreieck und die UFOs in dieses Kuddelmuddel hin- Katastrophen wie Vulkanausbrüche und Überflutungen? Ist

94 95
die Menschheit so alt, wie die Readings es behaupten? Ist es Form in seinem klassischen Text Elemente der Geologie dar-
möglich, daß Nord- und Südamerika von Flüchtlingen aus gelegt worden war, behauptet das Gegenteil von Cuviers
Atlantis bevölkert wurden? Ansichten. Der Uniformitarianismus behauptet, daß die
geologischen Prozesse der Erde ohne heftige Veränderungen
stattfanden, und zwar während der ganzen Erdgeschichte in
Die wissenschaftliche Weltsicht in Cayces Zeit immer denselben Zeitabständen. Diese Abstände sind die
gleichen, die man auch heute beobachten kann, und sie wei-
Mindestens seit der Zeit der Bibel haben die Menschen ge- sen ganz offensichtlich auf allmähliche, und nicht plötzliche
wußt, daß die Welt in vergangenen Zeitaltern ganz anders Prozesse in der Natur hin. Eine unmittelbare Schlußfolge-
aussah. Hoch in den Alpen hat man Fossilien von Meeres- rung aus diesem Prinzip besteht darin, daß die Erde nicht
muscheln gefunden, und unter den Wassern der Arktis stieß Tausende, sondern Millionen von Jahren alt sein muß, wenn
man auf Öl, das aus längst verstorbenen tropischen Pflan- die beobachteten Veränderungen stattgefunden haben
zen stammt. Die biblische Erklärung dafür besagte, daß sollen.
eine riesige Katastrophe, die >Flut<, fast das ganze Leben auf Diese Kontroverse tobte während des ganzen 19. Jh.s
Erden vernichtet hatte. Im Jahre 1654 stellte der irische Bi- Selbst Charles Darwin, dessen Evolutionstheorie durch
schof Ussher Berechnungen auf, die auf den Abstammungs- Lyells Arbeit inspiriert wurde, war der Meinung, daß irgend-
tafeln der Bibel beruhten und gelangte dadurch zu einem eine Katastrophe notwendig gewesen sein muß, um die
Schöpfungsdatum von 4004 v. Chr. ... Und das heißt, daß gleichzeitige Vernichtung vieler Arten zu verursachen. Zu
die Kraft, die für die ungeheuren Veränderungen in der Erde Beginn des 20. Jh.s war die Kontroverse aber im großen und
verantwortlich war, ganz plötzlich und katastrophisch ge- ganzen zugunsten der Vorstellung uniformer geologischer
wirkt haben mußte. Im 19. Jh. war der Katastrophismus, die Prozesse entschieden worden. Die Geologen waren der Mei-
Vorstellung, daß die Erde durch uralte Katastrophen ge- nung, daß die Welt Millionen von Jahren alt war, aber die
formt worden war, zu einem Teil der akzeptierten Wissen- Daten konnten nur dadurch berechnet werden, daß man die
schaft geworden. Der große französische Naturforscher Zahlenverhältnisse des gegenwärtigen Prozesses schätzte.
Baron Cuvier veröffentlichte seine Theorie von der Erde im Z. B. konnte ein Geologe die Sedimentierung in Seeböden
Jahre 1812 und dort wurde die Erdgeschichte durch Kata- oder die Erosion von Flußufern messen, und daraus dann
strophenbegriffe interpretiert. Cuvier war der Meinung, daß berechnen, wie lange es gedauert haben könnte, bis sich ein
die Oberfläche des Globus einer >ungeheuren und plötzli- See mit Sediment gefüllt hat oder eine tiefe Schlucht einge-
chen Revolution anheim gefallen war, in der Länder unter schnitten wurde.
der Erde begraben wurden, die früher von Menschen be- Die Sedimentschichten, die Fossilien enthielten und sich
wohnt waren, und durch die auch der Boden des früheren auf bestimmte geologische Zeitalter bezogen, erhielten
Meeres trockengelegt wurde. Er glaubte, daß diese Katastro- Namen, aber die Datierung dieser Zeitalter war noch immer
phe vor etwa 5000 - 6000 Jahren stattgefunden habe. größtenteils ein reines Rätselraten. Wirkliche Katastrophen
Das Prinzip des Uniformitarianismus, das im Jahre 1838 aber machten die Datierung unmöglich und wurden nicht in
durch den englischen Geologen Charles Lyell in definitiver Betracht gezogen.

96 97
Das war die paradoxe Situation zu Cayces Zeit: Katastro- des, das Mississippibecken ist, war damals nichts als Ozean.
phen betrachtete man als unwissenschaftlich, aber geologi- Nur das Plateau war über Wasser, die Gegenden, die jetzt
sche Datierung war größtenteils reine Vermutung. Der Teile von Nevada, Utah und Arizona sind, bildeten den grö-
Autor Francis Hitching zitiert Derek Ager, Professer der ßeren Teil dessen, was wir als die Vereinigten Staaten ken-
Geologie an der Universität von Swansea in England: »Der nen. Dieses Gebiet an der Atlantischen Küste bildete damals
Katastrophismus wurde zu einem Scherz und kein Geologe den äußeren Teil, die Niederungen von Atlantis. Die Anden
hätte es gewagt, irgend etwas zu behaupten, was man als bzw. die Pazifikküste von Südamerika nahmen damals den
>Katastrophe< bezeichnen könnte, aus Angst, ausgelacht zu äußersten westlichen Teil von Lemuria ein. (Nr. 364/13, A/6,
werden.« So konnten also Cayces Hinweise auf vielfache 17. November 1932)
Katastrophen nicht ernst genommen werden, und seine spe- Cayces Aussagen verbinden offenbar Aspekte von ver-
zifischen Daten waren für die Wissenschaft weder verifizier- schiedenen Theorien der alten Geographie und der Klima-
bar noch falsifizierbar. veränderungen, aber ihre Betonung von Katastrophen war
weit von der orthodoxen Position dieser Zeit entfernt. Die
Beschreibung Cayces von der Welt, die 10 Mio. Jahre zu-
Cayces alte Geographie rücklag, schien der bereits bekannten späten Kreidezeit
ziemlich nahe zu kommen, die mit 80 Mio. Jahren angesetzt
Was sagte Cayce genau über die alte Welt, was so strittig wird. In sich aber war die Sicht Cayces von der Welt durch-
war? Seine Atlantis-Readings umfassen einen Zeitraum, der aus konsistent. Im Jahre 1959 schrieb ein Geologe ein Heft
zwischen 10,5 Mio. Jahren und 12000 Jahren in der Ver- für die A.R.E. mit dem Titel Veränderungen der Erde.
gangenheit liegt. Sie sprechen von ungeheuren katastrophi- Darin wurde die innere Übereinstimmung von Cayces Bild
schen Veränderungen: »Viele Länder sind verschwunden, der alten Welt erörtert. Dies war der erste Versuch eines
viele sind wieder aufgetaucht und von neuem verschwun- Wissenschaftlers, einen Sinn in den Cayce-Readings zu fin-
den in dieser ganzen Zeit...« (Nr.5748/2, 28.Mai 1925) den. Er wollte anonym bleiben, denn er befürchtete, daß
Die Readings beschreiben eine Geographie, die der heuti- seine Karriere bedroht wäre, wenn er auch nur Interesse an
gen vollkommen unähnlich ist: Cayce zeigen würde.
.. .Die heutigen südlichen Gegenden von Südamerika und Der Geologe zeigte, daß die Weltgegenden, die in den
die Arktis im Norden, das heutige Sibirien, die heutige Hud- Readings erwähnt werden, genau in den entsprechenden
son Bay lagen in den Tropen... (Nr.364/4, 16.Februar Positionen für die ihnen zugeteilten Klimaten liegen, wenn
1932) man den Globus in bezug auf die Lage der Pole so dreht, wie
Die extrem nördlichen Gegenden waren damals im es Cayce beschreibt. Die geographische Position des Nord-
Süden, anders gesagt: Die Polargegenden waren damals pols läge bei 15° südlicher Breite und 40° östlicher Länge,
dorthin gedreht, wo sie die tropischen und subtropischen Re- was grob dem Staat Mozambique entspricht. Der geographi-
gionen ausmachten... Der Nil floß in den Atlantischen sche Südpol läge bei 15° nördlicher Breite und 140° west-
Ozean. Was jetzt die Sahara ist, war ein bewohntes Land licher Länge oder, grob gesagt, etwa 2000 km ostsüdöstlich
und sehr fruchtbar. Was jetzt der mittlere Teil unseres Lan- von Hawaii.

98 99
Die Geologen erkannten zu Cayces Zeit, daß die Klimate sie nicht durch festes wissenschaftliches Beweismaterial aus
in der Vergangenheit sehr verschieden gewesen waren, aber seiner eigenen Zeit gesichert.
sie waren noch nicht zu einer umfassenden Theorie gelangt, Wegener hätte sich gefreut, wenn er gewußt hätte, daß die
die die alte Geographie erklärt hätte. Einige der geologi- Theorie des Kontinentaldriftes heute der Schlüssel zur mo-
schen Schichten, die tropische Pflanzen und tierische Fossi- dernen Geologie ist. Erst in den 40er Jahren begann man die
lien enthielten, entdeckte man in gemäßigten Zonen. Viele Beweise zu finden, die Wegeners Theorie erforderte. Mit
Gegenden, die einstmals ganz offenbar unter Wasser gelegen dem Sonargerät, das im Zweiten Weltkrieg entwickelt
hatten, gehörten nun zu Bergketten. Manche Tiere, wie wurde, konnte man den Bergrücken in der Mitte des Atlan-
etwa die Lemuren von Madagaskar, die im ersten Kapitel er- tischen Ozeans kartographieren, der seit Donnelly als ein
wähnt wurden, hatten eine unübliche Verteilung. Das führt möglicher Ort für Atlantis betrachtet worden war. Die Geo-
die Geologen dazu, alte Landbrücken zu postulieren. Aber logie dieses Bergrückens war unüblich. Die ganze Kette, die
das geologische Bild war zu Cayces Zeit keineswegs voll- von Südamerika bis zum Nordpol reicht, schien einer ständi-
ständig, es konnte die Frage nach der Existenz der Land- gen vulkanischen Aktivität zu unterliegen. Sie war geolo-
brücken oder verlorenen Kontinente nicht befriedigend gisch höchst aktiv, und der Meeresboden schien sich tat-
lösen. sächlich auseinander zu bewegen. Das konnte die treibende
Kraft für den Kontinentaldrift sein. Der Beweis dafür kam
dann aus einer Forschung über die Magnetfelder in der
Die Revolution in der geologischen Theorie
alten Lava unter dem Meeresspiegel.
Seit Cayces Tod im Jahre 1945 hat die Welt eine Revolution Wenn geschmolzene Lava sich verhärtet, so wird die
in unserer Vorstellung von der alten Geologie erlebt. Unser Richtung des unterirdischen Magnetfeldes zur Zeit der Er-
Verständnis von den Bewegungen der Kontinente basiert härtung in die Lava eingeschlossen. Sie kann noch Millio-
nun auf einer Theorie, die man einstmals als ebenso un- nen von Jahren später gemessen werden. In den frühen 60er
wahrscheinlich betrachtete wie das Szenario, das Cayce er- Jahren entdeckte man, daß die magnetischen Pole in den
stellte. Der erste Schritt zum Verständnis der modernen geo- letzten paar Millionen Jahren oftmals gewechselt hatten.
logischen Argumente für und gegen Atlantis besteht darin, Messungen auf beiden Seiten dieses mittelatlantischen
ein wenig über die Theorie des Kontinentaldriftes zu verste- Rückens zeigten magnetische Streifen von einer Breite von
hen. Alfred Wegener legte als erster in seinem Werk Die Ur- mehreren Kilometern, die in abwechselnder Richtung ma-
sprünge von Kontinenten und Ozeanen, das 1929 in Eng- gnetisch gepolt waren. Das ließ vermuten, daß die Lavaaus-
lisch veröffentlicht wurde, die Vorstellung dar, daß Konti- brüche aus dem Bergrücken einen neuen Meeresboden er-
nente sich bewegen konnten, und daß Afrika und Südameri- zeugt haben, und daß sich der Meeresboden tatsächlich aus-
ka einstmals zusammenpaßten wie die Stücke eines Puzzles. dehnte. Um das Jahr 1965 wurde die Vorstellung, daß sich
Wegener wurde ausgelacht, weil es ihm nicht gelang zu er- der Meeresboden ausdehnen könnte, von den Geologen ak-
klären, welche Kraft es erlaubte, daß »Kontinente aus Gra- zeptiert, und ein neuer wissenschaftlicher Bereich, die Tek-
nit sich durch Ozeane aus Felsen pflügen könnten«. Wege- tonik, war geboren. Man stellte sich nun die Kontinente als
ners Intuition war stark, aber wie im Falle von Cayce war riesige Platten vor, die durch die Ausdehnung des Meeres-

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boden bewegt wurden, wobei diese Bewegung ihren Ur- und mit der Menge des nicht radioaktiven Kohlenstoffes
sprung an dem Bergrücken in der Mitte des Ozeans hatte. vergleicht. Radioaktiver Kohlenstoff entsteht in der Atmo-
Eines der besseren Bücher, das diese Theorien beschreibt, ist sphäre, wenn kosmische Strahlen Stickstoffatome bombar-
Walter Sullivans Kontinente in Bewegung, ein Bericht aus dieren. Dieser radioaktive Kohlenstoff wird während der
erster Hand über die Expeditionen, die zur Annahme der Photosynthese durch das Pflanzenleben aufgenommen, spä-
Theorie der Plattentektonik führten. ter dann durch Tiere, die sich von diesen Pflanzen ernähren.
Nach dem Tod des Organismus hört die Aufnahme von Car-
bon-14 auf, und der radioaktive Kohlenstoff, der im Körper
Die neue Technologie der prähistorischen Datierung
vorhanden ist, beginnt in einem bestimmten Verhältnis wie-
Seit Cayces Tod im Jahre 1945 hat die Welt eine Revolution der zu zerfallen, um zu Stickstoff zu werden. Nachdem eine
in der Technologie der prähistorischen Datierung erlebt, die bestimmte Zeitspanne vergangen ist, wird sich die Menge
die Theorien aus dem ersten Teil dieses Jahrhunderts voll der Radioaktivität in einem Stoff auf genau die Hälfte redu-
und ganz durcheinanderwirbelte. Heute ist es möglich, Er- ziert haben. Nach Verstreichen desselben Zeitraumes hat sie
eignisse, die viele Millionen von Jahren zurückreichen, sich wiederum auf die Hälfte der noch vorhandenen Menge,
genau zu datieren.Diese Datierung hat gezeigt, daß die Erde also auf ein Viertel der ursprünglichen Menge reduziert...
noch viel älter ist, als selbst die Uniformitaristen vorausge- usw. Die Halbwertszeit von CarbonT4 liegt darum bei un-
sagt hätten, und sie hat darüber hinaus auch bestätigt, daß gefähr 5730 Jahren, diese Methode erlaubt also eine Datie-
hin und wieder tatsächlich katastrophische Veränderungen rung bis zu 40000 Jahren in die Vergangenheit.
auftreten. Man mißt die Menge der Radioaktivität, die in tierischen
Die Methoden der prähistorischen Datierung beruhen Knochen, in altem Pflanzenmaterial und in verkohlten
größtenteils auf der Messung kleiner Mengen von Radioak- Holzresten aus alten Feuerstätten vorhanden ist, und auf
tivität in Proben von altem Material. Verschiedene Elemen- diese Weise ist es möglich, über eine Datierung hinauszuge-
te geben radioaktive Teilchen in verschiedenen Abständen hen, die nur auf geologischen Schichten beruht, und >abso-
ab, und verwandeln sich über lange Zeiträume in andere lute< Daten für den Tod dieser Tiere oder Pflanzen zu erhal-
Elemente. Indem man den relativen Prozentsatz dieser ra- ten. Indem man die Art der geologischen Schicht festhält,
dioaktiven Elemente mißt, kann man das Alter einer Probe kann man auf das Alter derselben Schicht in anderen Ge-
bestimmen. genden schließen, in denen es keinen Kohlenstoff gibt. Die
Für die Archäologie, die sich mit einer Zeitperiode befaßt, Radiocarbon-Datierung ist manchmal kritisiert worden,
auf die sich auch die Cayce-Readings beziehen, ist die nütz- weil sie von der Annahme abhängt, daß der Anteil von Car-
lichste Methode die C-14-Datierung gewesen, die von Wil- bon-14 im Laufe der Zeit in der Atmosphäre konstant ge-
lard Libby von der Universität von Chicago in den späten blieben ist. Glücklicherweise können die Radiocarbonwerte
40er Jahren erfunden wurde. Carbon-14 ist ein radioaktives durch die Datierung mit Hilfe der Baumringe nachgeprüft
Isotop des Kohlenstoffes. Die Radiocarbon-Datierung be- werden. Jedes Jahr erzeugt ein lebender Baum eine Schicht
steht darin, daß man die Menge von Carbon-14, die in von Zellen, die im Querschnitt als Ring erscheint. Indem
einem einstmals belebten Organismus vorhanden ist, mißt man die Ringe zählt, kann man sagen, wie alt ein Baum ist.

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In den amerikanischen Wüsten und einigen anderen Gegen- War Cayces alte Geographie richtig?
den gibt es äußerst alte Bäume, die noch stehen oder aber
umgebrochen sind. Indem man den radioaktiven Kohlen- Was haben wir seit Cayces Zeit erfahren, was ihn entweder
stoff in den Ringen der gestürzten Bäume mißt, kann man als richtig oder als falsch erweisen konnte? Die Existenz von
die Menge von Carbon-14 nachprüfen. Die Ergebnisse Atlantis als Kontinent ist noch immer höchst umstritten,
haben gezeigt, daß diese Methode bis auf einen Fehlerbe- aber die Auffassung der Readings von Geographie und den
reich von etwa 10% genau ist. Seit der Erfindung der C-14- geologischen Prozessen gewinnt immer mehr Glaubwürdig-
Datierung wurden viele anderen Methoden absoluter Datie- keit. Cayces Aussagen beschreiben eine Welt, die von der
rung entwickelt. Jede von ihnen ist am genauesten bei be- heutigen äußerst verschieden ist. Die Sahara ein fruchtbares
stimmten Arten von Stoffen über einen bestimmten Zeit- Land! Ein Nil, der in den Atlantischen Ozean mündet! Und
raum von Jahren. Bei Töpferware beispielsweise hat sich die dennoch haben sich skeptische Meinungen oftmals viel eher
Datierung durch Thermoluminiszenz als nützlich erwiesen aus Mangel an Beweisen gebildet, als aus irgendeinem star-
und zwar im selben Zeitraum, der auch durch Carbon-14 er- ken Beweis gegen die Vorstellungen Cayces. Die Existenz
faßt wird. Diese Methode basiert auf der Luminiszenz, dem von Atlantis ist noch immer umstritten; aber im Gegensatz
Leuchten, das durch das Brennen der Töpferware erzeugt dazu ist eine von Cayces unwahrscheinlichsten Aussagen,
wird. Für geologische Ablagerungen ist die Kalium-Argon- nämlich daß der Nil einst in den Atlantischen Ozean mün-
Datierung in einem Zeitraum von Millionen von Jahren dete, vor kurzem durch Satellitenphotographie und Radar
nützlich. bestätigt worden.
Durch diese neuen Theorien und Methoden haben sich Der Nil ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie schnell
unsere Interpretationen der geologischen und archäologi- sich die wissenschaftliche Meinung ändern kann, wenn neue
schen Geschichte dramatisch verändert. Welche Relevanz Beweise erscheinen. Die Readings haben behauptet: »Die
hat das für Atlantis? Erstens: Da nun die Bewegungen der Wohnstätte der Menschen war damals in der Sahara und der
Kontinente besser verstanden wurden, konnte man das Be- Gegend am Oberen Nil, als das Wasser in den heutigen At-
weismaterial für die Existenz von Atlantis neu überprüfen. lantik floß, nicht aber nach Norden.« (Nr.5748/1, 28.Mai
Zweitens: Die Entdeckung der magnetischen Polsprünge er- 1925)
zeugte eine neue Forschungslinie, die ein wichtiges Konzept ».. .Der Nil (oder Nol damals) ergoß sich in das, was jetzt
der Cayce-Readings bestätigen sollte: die Vorstellung, daß der Atlantische Ozean ist, und zwar auf der Seite des Lan-
sich die Pole der Erde in der Vergangenheit verlagert hatten, des, wo auch der Kongo ins Meer mündet.« (Nr. 5748/6,
und dadurch Katastrophen in Gang gesetzt wurden, die At- A/15, 13. Juli 1925)
lantis schließlich zerstören sollten. Drittens und letztens: »...Dieses Land, das jetzt als Ägypten bezeichnet wird
Die Erfindung von Methoden der prähistorischen Datierung idas war, bevor die Berge im Süden sich erhoben haben und
eröffnete die Möglichkeit, Cayces Daten für diese katastro- als der Fluß, der heute Nil heißt, in das mündete, was jetzt
phischen Ereignisse zu bestätigen oder zurückzuweisen. Im der Atlantische Ozean ist).« (Nr.276/2, 20.Februar 1931)
Lichte dieser neuen Entdeckungen wollen wir Cayces Die Beschreibungen Cayces vom alten Nil, die auch die
Atlantis-Readings genauer betrachten. Datenangabe von 10,5 Mio. Jahren enthalten (Nr. 5748/2,

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28. Mai 1925), sind der jetzigen Meinung der akzeptierten ein großes Thema, aber die Existenz oder Nicht-Existenz
Wissenschaft inzwischen sehr ähnlich. In einem Artikel von Atlantis zu beweisen, hat viel Energie mobilisiert. Wo
vom August 1986, der in dem Journal Science veröffentlicht genau lag Atlantis Cayces Angaben zufolge, und gibt es ir-
wurde, erörterte R. Kerr, wie die Wissenschaftler ein zuvor gendeinen geologischen Beweis dafür, daß es wirklich dort
unentdecktes Netzwerk von Flußtälern unter dem trocken- gelegen hat?
sten Teil der Sahara, an der Grenze zwischen Libyen, Ägyp- Die Gegend, die der Kontinent Atlantis einnahm, liegt
ten und dem Sudan entdeckten. Sie verwendeten dafür den zwischen dem Golf von Mexiko einerseits und dem Mittel-
Shuttle Imaging Radar aus dem Space Shuttle. Als an be- meer andererseits. Es gibt einige hervorragende Teile des
stimmten Punkten am Lauf des Flusses gegraben wurde, amerikanischen Kontinentes, die zu irgendeiner früheren
fanden die Wissenschaftler 250000 Jahre alte Lagerplätze. Zeit zu diesem großen Kontinent gehört haben mußten: die
Die Quelle des Flusses war das Rotmeergebirge zwischen britischen westindischen Inseln oder die Bahamas, und ein
dem Roten Meer und dem heutigen Nil, und der Strom floß Teil von ihnen, der auch in der Gegenwart noch sichtbar ist.
quer durch die Sahara und mündete am unteren Teil der Dort könnte man geologische Untersuchungen durchfüh-
Ausbuchtung von Westafrika in den Atlantik... genau da, ren. Vor allem in Bimini und in der Gegend des Golfstroms.
wo Cayce es angegeben hatte. (Nr.364/3, 16.Februar 1932)
Cayce nannte als Wohnstätte der frühen Menschen die
oberen Nilgegenden (oberen bezog sich dabei auf die Quell- Frage 3: Wie groß war Atlantis zur Zeit des Amilius (des
gegend des Flusses), eine Region, die jetzt als fruchtbar ersten Atlanters)?
bestätigt wurde. Antwort 3: So groß wie Europa einschließlich des euro-
Die Daten, die durch diese neuen Entdeckungen be- päischen Asiens, nicht des ganzen Asiens, aber
stimmt wurden, stehen auch in Einklang mit Cayces Daten. des europäischen Teils von Asien. So hatte es
Cayce sagte, daß der Nil vor 10,5 Mio. Jahren in den Atlan- sich während oder nach der ersten Zerstörung
tik geflossen sei, und daß es später in dieser Gegend Ansied- herausgebildet.
lungen gegeben habe. Frage 4: War Atlantis ein großer Kontinent oder eine
Die neuen Entdeckungen haben erhärtet, daß dieser alte Gruppe von großen Inseln?
Nil wahrscheinlich bis zu fast 6 Mio. Jahren v. u. Z. existierte, Antwort 4: Es war ein großer Kontinent, solange bis die er-
dann aber erhoben sich die Berge, er veränderte seinen Lauf sten Vulkanausbrüche diese Veränderung mit
und schnitt sein gegenwärtiges Flußbett in Richtung auf das sich brachten... Dann wurden durch das Auf-
Mittelmeer ein. brechen größere Inseln gebildet... (Nr.364/6,
17. Februar 1932)
Hat Atlantis existiert?
Was bedeutet das für die Geologie des Atlantischen Ozeans?
Die Wissenschaft unterstützt also einige der Vorstellungen Gab es im Muster des Kontinentaldriftes genügend Raum
über den Nil, die in den Cayce-Readings vorkommen. Aber für eine Landmasse, die größer als Europa war? Dies ist
Atlantis ist wesentlich problematischer. Der Nil war niemals eine schwierige Frage.

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Möglichkeit erörtert, daß bestimmte Teile des Ozeans einst-
mals trockenes Land waren.
Einer der Streitpunkte in bezug auf Atlantis hängt an dem
Wort >Kontinent<. In der Theorie des Kontinentaldriftes
sind Kontinente große Granitmassen, die sich deutlich vom
Felsen des Ozeanbodens unterscheiden. Als sich der Meeres-
boden durch Vulkanausbrüche am Atlantischen Rücken
ausbreitete, bildete sich der Ozeanboden aus der Lava. Des-
halb ist für einen Geologen die Verwendung des Wortes
>Kontinent< unangemessen. Eine bessere Ausdrucksweise
für die Frage nach Atlantis wäre wie folgt: »Könnte irgend-
ein Teil des heutigen atlantischen Meeresbodens in den
letzten paar tausend bis Millionen Jahren über Wasser ge-
legen haben?« Wenn die Frage so gestellt wird, verschwin-
den die theoretischen Einwände vieler Geologen. Atlantis
wird zu einem Thema legitimer wissenschaftlicher Unter-
suchung.
Der Atlantische Ozean kann in drei Hauptgegenden un-
terschieden werden, von denen jede einem verschiedenen
geologischen Typus angehört: der Atlantische Rücken, die
Ozeanbecken und die Kontinentalufer. Jede dieser drei For-
mationen nimmt ungefähr ein Drittel von der Breite des
Bild 3/1: Ozeans ein. Die größte geologische Formation ist der Atlan-
Karte des Atlantischen Ozeans tische Rücken, eine Gebirgskette unter Wasser, die sich wie
und der umgebenden Kontinente mit möglichen Orten ein langes Rückgrat an der Achse des Ozeans ausdehnt. Die-
für Atlantis und atlantische Migrationen ser Rücken spielt eine wichtige Rolle beim Kontinentaldrift.
Er ist seit dem letzten Jahrhundert bekannt und war eine
wichtige Quelle der Inspiration für Donnellys Theorien über
Atlantis.
Die Geologie des Atlantischen Ozeans ist nicht einfach... Die Cayce-Readings besagen, daß Atlantis in allen drei
Es gibt für verschiedene Gegenden verschiedene Wahr- Gegenden des Atlantik existierte, aber nur die Bahama
scheinlichkeitsgrade, daß sie einstmals über Wasser gelegen Bank in der Nähe des Kontinentalufers von Nordamerika
haben. Die gegenwärtige geologische Theorie hält es für un- wurde als geographischer Ort genannt, wo man wirklich Be-
möglich, daß der ganze Atlantische Ozean einstmals ein weise finden würde. Wir werden alle drei Gegenden betrach-
Kontinent gewesen sein soll, aber die Geologen haben die ten, aber Cayces spezielle Lokalisierung (der Bahama Bank)

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hatte ein besseres Geschick als seine allgemeine Beschrei- 5000 m auf und »fand keinen Hinweis auf verschüttete
bung. Die Frage, ob die Mitte des Atlantischen Ozeans je- Städte«. Inzwischen haben freilich 40 weitere Jahre der For-
mals über Wasser war, wird noch immer von Geologen dis- schung stattgefunden. Auch wenn sie nicht der Vorstellung
kutiert, aber daß die Bahama Bank über Wasser war, ist all- von Atlantis zuneigen, werden nur wenige Geologen der
gemein akzeptiert. Wie wir in Kapitel 6 sehen werden, Meinung sein, daß Ewing eine gründliche Forschung durch-
haben Forscher umstrittene Entdeckungen von Unterwas- geführt hat.
serformationen gemacht, die Ruinen von Atlantis sein Trotz all der geologischen Forschungen, die dort stattge-
könnten. funden haben, ist das mittelatlantische Riff noch immer
Aber zuerst wollen wir nach einem verlorenen Kontinent einer der Orte, wo es am wahrscheinlichsten ist, Beweise für
in der Mitte des Atlantischen Ozeans suchen. Der Atlanti- eine versunkene Zivilisation zu finden. Aber solche Beweise
sche Rücken ist eine Gebirgskette, die aus parallelen Berg- kann man nur sehr schwer erhärten. In den meisten Fällen
rücken besteht, die durch Täler von einer Breite von 30 bis erheben sich die Spitzen dieser Berge nur bis zu einer Höhe
40 km getrennt wird. Die Berge, die diese Senkungsgräben von weniger als 3 km unter der Meeresoberfläche, aber
begrenzen, fallen auf beiden Seiten über mehrere Terrassen manche sind auch heute Inseln. Manche haben flache Gip-
in tiefe Meeresbecken ab. Eine Reihe von Bergrücken lau- fel und enthalten Korallenriffe und Seichtwassersedimente,
fen quer von dem mittelatlantischen Riff zu den Kontinen- was darauf hinweist, daß sie einstmals nahe der Wasserober-
ten, beispielsweise der Azoren-Gibraltar-Rücken. Robert fläche lagen. In den späten 70er Jahren verkündeten die
Ballard, der das Wrack der einstigen Titanic entdeckt hat, Russen, daß sie die Ruinen von Atlantis gefunden hätten.
hat einen Atlas vom Atlantischen Rücken und den Sen- Einem Artikel von Oleg Sulkin in der Zeitschrift Sowjeti-
kungsgräben dazwischen veröffentlicht, der dieses zerklüfte- sches Leben, September 1980 zufolge nahm das sowjetische
te Land unter Wasser zeigt. Seine steilen Klippen, tiefen Forschungsschiff Moskovskij Universitet Unterwasserpho-
Schluchten und seine Berge wären für Bergsteiger eine grö- tographien von Formationen auf, die riesige Treppen zu sein
ßere Herausforderung als irgendein bekanntes Gebirge. schienen. Aber diese Photographien wurden sowohl als at-
Viele Geologen haben sich über die Möglichkeit eines ver- lantische Ruinen wie auch als natürliche Formationen inter-
sunkenen Atlantis auf dem Atlantischen Rücken geäußert, pretiert. Ein Jahr später verkündete Dr. Andrej Aksjonov,
aber ihre Meinungen basierten im allgemeinen auf sehr der Vizedirektor des Zirsov-Institutes für Ozeanographie,
wenig wirklicher Information. Schon 1949 hat der Geologe vor der Presse, daß man glaubte, daß neuere Photographien
Maurice Ewing, der zu einem der Väter der neuen geologi- dieses Phänomens nun auf eine natürliche Formation hin-
schen Theorien wurde, einen kurzen Artikel in der Aprilaus- weisen, und daß die Suche nach Atlantis in dieser Gegend
gabe des Science Digest mit dem Titel Ein verlorener Konti- unterbrochen wurde. (AP im Virginian Pilot, Freitag,
nent, Mythos genannt veröffentlicht. Er sagt, daß er »die 26. Juni 1981.) Angesichts der katastrophischen Zerstörung
Meerestiefen seit 1935 kartographiert und mit dem Echolot von Atlantis wäre es wahrscheinlich zuviel verlangt, in die-
untersucht hat, daß er Gesteinsproben entnommen hat und ser vulkanisch aktiven Region erkennbare Gebäude zu er-
selbst auch hinabgetaucht ist«. Er nahm Unterwasserphoto- warten. Trotzdem haben die Russen und Wissenschaftler
graphien vom Atlantischen Rücken bis in einer Tiefe von aus osteuropäischen Ländern Atlantis oftmals ernster ge-

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nommen als die Amerikaner. Zdenek Kukal, ein skeptischer Einer der erstaunlichsten Funde wurde von dem schwedi-
tschechischer Geologe, befaßte sich mit der Möglichkeit, schen Geologen R. W. Kolbe im Jahre 1957 veröffentlicht.
daß die gegenwärtigen Inseln des mittelatlantischen Riffes Kolbe untersuchte Bohrmaterial aus einer Tiefe von un-
die Überreste von Atlantis sind. Alle Inseln auf dem Riff gefähr 3000 m im atlantischen Rücken zwischen dem Kari-
sind extrem vulkanisch und unstabil. Die Azoren, die im bischen Meer und Nordafrika, dort wo der südliche Teil von
Westen von Spanien liegen, sind eine der wahrscheinlichsten Atlantis gelegen haben könnte. Er berichtet in dem Journal
Stellen für Atlantis. Alle liegen auf einem ausgedehnten Pla- Science von Pflanzen (Kieselalgen), die ausschließlich im
2
teau, das eine Fläche von ungefähr 80000 km hat und nur Süßwasser gedeihen. Daraus folgerte er, daß dieser Teil des
wenig mehr als 1500 m unter dem Meeresspiegel liegt. Die Atlantischen Rückens einstmals über der Wasseroberfläche
Azoren sind bezogen auf die Ausdehnung des Meeresbodens gelegen haben mußte, und daß diese Kieselalgen ursprüng-
sehr aktiv und haben eine beträchtliche seismische und vul- lich in einem Süßwassersee entstanden waren. Kolbe akzep-
kanische Aktivität. In dieser Gegend gibt es viele unter Was- tiert Atlantis als ernst zu nehmende Hypothese. Er zitiert
ser liegende Gipfel mit abgeflachten Spitzen. Besonders in- einen anderen Geologen, Rene Malaise, der der Meinung
teressant ist eine starke Schwerkraftanomalie, die auf ein war, daß Teile des Atlantischen Rückens bis zum Ende der
Übermaß an Masse unter dem Azorenplateau hinweist. Rät- letzten Eiszeit oder sogar später große Inseln gewesen seien,
selhaft ist auch das Vorhandensein von zahlreichen Kieseln, die erst in frühen historischen Zeiten unter die Meeresober-
die nicht aus dieser Gegend stammen können: Sie sind fläche abgesunken seien.
aus Granit, Sandstein, Kalkstein und anderen Stoffen; es Kolbes Funde und ähnliche Entdeckungen veranlaßten
gibt keine gute Erklärung dafür, wie sie dort hinkamen. die Skeptiker, sie anders zu erklären und dadurch zu entkräf-
Das ganze Plateau ist älter als das Miozän (eine geologi- ten. Die zwei Haupterklärungen bestanden in Staubteilen,
sche Periode, die vor grob 7 Mio. Jahren zu Ende ging), und die vom Wind transportiert wurden und in unterseeischen
die Bildung des Plateaus muß begonnen haben, als sich der >Strömungen<, die Material aus den Strömen der Kontinente
Atlantische Ozean während der Kreidezeit auszudehnen be- transportierten.
gann. (Die Kreidezeit ging ungefähr vor 65 Mio. Jahren zu Viele Geologen bevorzugen diese Alternativerklärungen.
Ende.) Beträchtliche Teile des Plateaus waren einstmals Z. B. entschieden sich J. K. Rigby und L. H. Burckle in
über Wasser, und es hat in der Vergangenheit viele Erhebun- einem Artikel in dem Journal Science aus dem Jahre 1958
gen und Absenkungen gegeben. Aber wie die meisten ande- für diese Erklärung; andere Wissenschaftler haben darauf
ren Geologen akzeptiert Kukal die Vorstellung von nur kurz hingewiesen, daß Sand, der durch den Wind transportiert
zurückliegenden Katastrophen nicht. Er stimmt zu, daß die wurde, den Tiefseesand erklären könnte, der fern vom Fest-
meisten atlantischen Inseln einschließlich der größeren, sich land gefunden wurde. Kolbe antwortete auf diese Kritik,
in relativ kurzen und sporadischen Zeiträumen vulkanischer indem er darlegte, daß beide dieser Vorgänge mit hoher
Aktivität bildeten, zwischen denen viel längere Perioden der Wahrscheinlickeit zu einer Mischung von Süßwasser- und
Ruhe lagen. Aber er ist der Meinung, daß es unwahrschein- Meereswasserkieselalgen führen würden, er aber hatte eine
lich ist, daß das Azorenplateau im Jahre 10000 v. u. Z. in Schicht von reinen Süßwasserkieselalgen gefunden. Diese
nennenswerter Weise über Wasser gelegen haben könnte. Diskussion dauert noch immer an... Oftmals ist sie sehr hit-

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zig, sie findet aber auf einer wissenschaftlichen und nicht lumbus Angst vor Untiefen. Aber in Cayces Zeit hatten
okkulten Ebene statt. Die umfangreichste ernsthafte Unter- Echolotuntersuchungen gezeigt, daß die Sargassosee eine
suchung der Möglichkeit von Atlantis wurde im Jahre 1970 der tiefsten Flächen des Atlantischen Ozeans ist, und daß
durch den sowjetischen Wissenschaftler N. Zirov veröffent- der dortige Seetang keine Verbindung mit dem Boden hat.
licht. Zirov erörtert die große Komplexität der Geologie des Der Meeresboden liegt in einer Tiefe von mehr als 4500 m
Atlantischen Rückens, zitiert mehr als 800 Veröffentlichun- unter der Wasseroberfläche und gehört zu dem atlantischen
gen darüber und wirft den amerikanischen Geologen vor, Tiefbecken. Er ist so flach, daß diese Regionen als Tiefsee-
ausländische Veröffentlichungen nicht mit in Betracht zu ebenen bezeichnet werden.
ziehen, vor allem die sowjetischen! Zirov behauptet, daß die In den letzten Jahren haben wir durch die Leistungen des
Süßwasserkieselalgen, der Sand und die Kiesel wie auch die Tiefseebohrprojektes (Deep Sea Drilling Project) viele Er-
erodierten Terrassen, die man auf dem Atlantischen Rücken kenntnisse über den Meeresboden gewonnen. In diesem
gefunden hat, wirkliche Anomalien sind, und er nimmt an, Projekt wurden Bohrungen durch die Sedimente auf dem
daß große Teile des Rückens einstmals über Wasser gelegen Meeresboden durchgeführt, um fossiles Plankton (mikro-
haben. Ob Zirov recht hat, muß sich erst herausstellen, aber skopische Pflanzen und Tiere) zu fördern, um dadurch die
er ist mit Sicherheit gründlicher als seine Kritiker. Geschichte der Sedimente zu bestimmen. Die Bohrungen
Es gibt also die Möglichkeit, daß größere Teile des Atlanti- brachten dicke Schichten von Tiefseesedimenten zutage.
schen Rückens innerhalb des zeitlichen Rahmens, den Vielleicht war Cayces Aussage, daß die Sargassosee als er-
Cayce angegeben hat, über Wasser gelegen haben, aber die stes in der Tiefe des Atlantischen Ozeans versunken ist,
meisten Geologen sagen, daß es gegenwärtig keine schlüssi- wahr, jedenfalls aber sind sich die Geologen einig, daß dies
gen Beweise dafür gibt. Der Atlantische Rücken ist geolo- vor Millionen und nicht Tausenden von Jahren geschah. Es
gisch aktiv, es gibt Vulkanausbrüche und Erdbeben, aber paßt nicht in den zeitlichen Rahmen des übrigen Cayce-
eine größere Katastrophe, als sie zur Zeit angenommen Materials über Atlantis.
wird, wäre nötig gewesen, um ausgedehnte Teile dieses Das allgemeine Bild der dicken Tiefseesedimentschichten
Rückens um 10000 v. Chr. versinken zu lassen. macht ein Auftauchen des atlantischen Ozeanbeckens in
Und wie steht es mit dem tiefen atlantischen Ozeanbek- jüngerer Vergangenheit eher unwahrscheinlich, aber die
ken vor dem Rücken? Könnte dieser Teil über dem Wasser- meisten Bohrungen durch die Sedimente haben gelegentli-
spiegel gelegen haben? »...Jener Teil, der in der Nähe des- che große Lücken gezeigt, die manchmal über Millionen
sen liegt, was man heute als Sargassosee bezeichnen würde, von Jahren hinwegreichen. Diese Lücken könnten auf drei-
versank als erster...« (Nr.364/4, 16.Februar 1932) erlei Weise erklärt werden. Erstens: Der alte Zustand des
Cayces Aussage über die Sargassosee in der Mitte des Meeres könnte für einen gewissen Zeitraum verhindert
Ozeanbeckens ist problematischer als die Spekulation über haben, daß sich Sedimente ablagerten. Zweitens: Die Sedi-
den Atlantischen Rücken. Die Sargassosee ist eine große mentschichten können durch ein Phänomen der Art wie die
Gegend im Atlantischen Ozean, wo die Strömungen große vorher erwähnten trüben Strömungen erodiert worden sein.
Mengen von Seetang zusammentreiben. Aufgrund dieser Drittens: Die ganze Gegend könnte für kurze Zeit über Was-
schwimmenden Meerespflanzen hatte man zur Zeit des Co- ser gelegen haben, so daß sich keine Meeressedimente abla-

114 115
gern konnten. Die Geologen neigen nicht zu dieser Vorstel- etwa die Erosion der Sedimente durch trübe Strömungen
lung, da sie nach einer Katastrophe als Erklärung verlangt, oder mangelnde Ablagerung aufgrund von ungünstigen
und kein Teil des tiefen Ozeanbodens ist gegenwärtig über Wassergegebenheiten. Die Geologen brauchen deutliche Be-
Wasser. Dennoch gibt es noch immer einige Anomalien, die weise für Festlandsablagerungen, wie etwa Süßwasserfossi-
schwer zu erklären sind. lien, um sich davon zu überzeugen, daß die betreffende Ge-
Zwei Orte im Meeresbecken sind für Cayces Atlantis von gend einstmals über Wasser gelegen haben könnte. Viel-
besonderer Bedeutung. Der eine ist die Gegend der Bermu- leicht lag Atlantis näher an den Kontinenten, vielleicht um-
da-Inseln, eine Gegend, die aus dem Tiefseeboden im west- faßte es sogar den Kontinentalschelf. Es ist durchaus
lichen Nordatlantik emporgestiegen ist; sie ist ein weiterer bekannt, daß große Teile des Kontinentalschelfs zur Zeit der
wahrscheinlicher Kandidat für das versunkene Atlantis. Im Gletscherschmelze durch den steigenden Wasserspiegel un-
allgemeinen haben die Ergebnisse der Tiefseebohrungen die tertauchten. Eine Gegend, die entsprechend der einstimmi-
Theorie bestätigt, daß diese Gegend mehr als 80 Mio. Jahre gen Meinung aller Geologen unter Wasser lag, und zu der
lang tief unter dem Wasserspiegel gelegen hat. Aber ein Arti- Zeit, die von Cayce angegeben wurde, überflutet wurde,
kel vom Februar 1977 in dem Journal Science News gab be- war gleichzeitig auch die einzige Gegend, die Cayce als be-
kannt, daß in den Sedimenten eine Gruppe von runden und sonderen Ort für die Ruinen von Atlantis angab, die Baha-
stark geschliffenen Kieseln gefunden wurde, die eine starke ma Bank: Die Bahama Bank ist ein Plateau, das knapp
Ähnlichkeit mit den Kieseln von Stränden aufweisen, die 70 km östlich von der Küste von Florida beginnt und eine
durch die Wellen bearbeitet wurden. Zu dieser Zeit zog man Gegend von der Größe Floridas bedeckt. Die Insel, die Flo-
daraus keine Schlußfolgerungen. Aber es könnte bedeuten, rida am nächsten liegt, heißt Bimini: »Ja, wir haben das
daß einer der tiefsten Teile des Atlantischen Ozeans einst- Land Bimini im Atlantischen Ozean... Dies ist der höchste
mals fast in der Höhe der Wasseroberfläche gelegen haben Teil eines einstmals großen Kontinentes, welcher noch über
könnte. Wasser geblieben ist. Und auf diesem Kontinent fand eine
Eine weitere interessante Gegend ist das Blakeplateau, historische Zivilisation die Mittel, um sich zu erhalten.«
eine seichte Gegend unter dem Meeresspiegel im Norden (Nr. 996/1, 14. August 1926)
der Bahamas, über das im Februar 1976 in GeoTimes be- Cayce ist der einzige, der die Bahama Bank als möglichen
richtet wurde. Die Bohrungen im Blakeplateau zeigen, daß Ort für Atlantis nennt. Weder die Okkultisten noch die aka-
es sich tatsächlich als Korallenriff über Wasser gebildet hat, demischen Atlantologen waren davon jemals ausgegangen.
allerdings in der Kreidezeit vor über 65 Mio. Jahren. Un- Dennoch aber lag es zu der Zeit, die von Cayce angegeben
glücklicherweise für die Atlantis-Hypothese ist dies wahr- wurde, unbestreitbar über Wasser und wurde durch das Ab-
scheinlich die letzte Zeit, zu der das Blakeplateau über Was- schmelzen der Gletscher um 10000 v. Chr. überflutet.
ser war. Es ist von Meeressedimenten aus Jahrmillionen Ist es sinnvoll, in den Bahamas nach Ruinen von Atlantis
überlagert. Aber seine Geologie ist komplex, und einige geo- zu suchen? Daß diese Gegend um 10000 v. Chr. über Was-
logische Schichten fehlen vollständig. Das könnte ein Be- ser lag, ist durch Untersuchungen, wie die von J. D. Milli-
weis dafür sein, daß diese Gegend zu jener Zeit über Wasser man und K. O. Emery, die im Jahre 1968 in Science er-
lag, aber die Geologen ziehen andere Erklärungen vor, wie schien, gut belegt. Sie konnten das Alter der Seeböden auf

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35000 Jahre bestimmen. Und daß dieses Terrain zu dieser Eine der Hauptkräfte, die die Welt zur Zeit von Cayces
Zeit von Menschen bewohnt wurde, wird im Lichte des jün- Atlantis formte, waren die Gletscher, riesige Eisflächen, die
geren Datenmaterials über die frühe Besiedlung von Florida sich nach Süden fortbewegten und auf ihrem Weg alles be-
und den Karibischen Inseln immer wahrscheinlicher. Ein deckten. Ungeheure Mengen von Wasser waren in diesem
Artikel in Science aus dem Jahre 1979 beschreibt, wie ein Eis enthalten, und dadurch lag der Meeresspiegel vielleicht
Forschungsteam, das von dem Archäologen Carl Clausen -zig Meter unter dem heutigen Stand. Das allein bereits
aus Florida geleitet wurde, Beweise für menschliche Besied- hätte Gegenden wie Bimini über Wasser liegen lassen. Die
lung gefunden hat, die auf mindestens 12000 Jahre zurück- Gletscher bewegten sich im Laufe der Jahrtausende viele
geht, und zwar in Abfallgruben in Florida. In Cuba und Male vor und wieder zurück, bis zum letzten Rückzug um
Hispaniola, den beiden Inseln, die den Bahamas am näch- 10000 v. u. Z., also ungefähr zu der Zeit, die sowohl von
sten liegen, wurden Abfallhaufen und andere Überreste ge- Cayce wie auch von Plato für die letztendliche Zerstörung
funden, die mehrere Tausende Jahre alt sind. Darüber von Atlantis angegeben wurde. Das oben zitierte Reading
haben die Archäologen Jose Cruxent und Irving Rouse in Nr.364/3 ist eine hervorragende Beschreibung für die Glet-
einem Artikel des Scientific American im November 1969 scherschmelze. In Nordamerika schürfte das Schmelzwasser
berichtet. Einem Artikel aus dem Science aus dem Jahre die Chesapeake Bay aus und häufte Ablagerungen am östli-
1967 zufolge sind Mammutzähne in den alten Küstengegen- chen Ufer an. Es schuf aus Tausenden von Tonnen Fels und
den gefunden worden, die von dem steigenden Wasser aus Geröll, die es vorwärts geschoben hatte, Long Island in New
der Gletscherschmelze überflutet wurden. Dieser Bericht York. Es überflutete riesige Flächen des Kontinentalschelfs.
stammt von einer Gruppe von Geologen, unter ihnen F. C. Wie schnell geschah das? In einem einzigen Tag, wie Plato
Whitmore und K. O. Emery. Emerys Gruppe hat auch nach behauptete, über Jahrhunderte hin, wie man aus Cayce ent-
menschlichen Erzeugnissen auf dem Kontinentalschelf der nehmen kann, oder über Jahrtausende hin, wie die Geolo-
USA gesucht. Es ist nicht unvernünftig zu spekulieren, daß gen zu Cayces Zeit dachten? Im Jahre 1979 untersuchte der
die Bahama Bank, als sie noch über Wasser war, besiedelt Geologe Hermann Flohn von der Universität Bonn in West-
war. Allerdings ist von den Mainstream-Archäologen noch deutschland Materialien, die das Cayce-Szenario unterstüt-
kein Beweis für eine solche Besiedlung akzeptiert worden. zen könnten. Flohn wollte wissen, wie schnell sich die Glet-
Im Kapitel 6 wollen wir die gegenwärtige Suche nach Atlan- scher bildeten. In einem Artikel in Quaternary Research aus
tis in der Nähe von Bimini erörterrl>^ dem Jahre 1979 berichtete er, daß man aufgrund von Boh-
Und wie steht es mit dem Zeitfaktor? Konnte Atlantis in rungen durch das Eis im Camp Century in Grönland einen
einer relativ plötzlichen Flutkatastrophe, die die Zerstörung fast augenblicklichen Wechsel von einem warmen Klima
einer Zivilisation verursachte, untergegangen sein? Die Rea- (wärmer als unser gegenwärtiges) zu einer vollen Gletscher-
dings äußern sich dazu folgendermaßen: »In jenen späteren kälte annehmen könnte. >Augenblicklich< wird hier natür-
Zeiten, 10700 Jahre, bevor der Prinz des Friedens kam... lich in der Sicht des Geologen gebraucht, erstreckt sich also
das Wegschmelzen in den Bergen, dann in den Tälern, dann auf einige hundert Jahre. Flohn erörterte die seiner Mei-
in das Meer selbst... und die schnelle Zerstörung der Län- nung nach >überzeugende Beweislage< für eine enge Bezie-
der...« (Nr.364/3, 16.Februar 1932) hung zwischen Gletscherbildung, großen Vulkanausbrü-

118 119
chen und einer ganzen Reihe von heftigen Erdbeben. Er be- Die Readings erwähnen Polspünge in Verbindung mit
merkte, daß sich unser Klima innerhalb einer menschli- Erdveränderungen in der fernen Vergangenheit wie auch in
chem Zeitspanne von hundert Jahren oder weniger viel unserer Zukunft:
schneller verändern kann, als man bisher angenommen Es gab Veränderungen... zu der Zeit, als die Aufstände in
hatte. Kann dasselbe auch für das Schmelzen der Gletscher Atlantis und die Reisebewegung nach Süden erfolgten...
gesagt werden? Für die Plötzlichkeit einer Flut von und die Veränderung kam mit der Drehung der Achse...
Schmelzwasser hat der bekannte Meeresgeologe der Uni- (Nr.364/13, A/8, 17.November 1932)
versität von Miami, Cesare Emiliani, in einem Artikel in ...Die Veränderungen, die durch die Unruhen und den
Science aus dem Jahre 1975 starke Beweise genannt. Der Polsprung erzeugt wurden... (Nr. 378 /16,29. Oktober 1933)
Artikel von Emiliani ist insofern von Bedeutung, als er Pia- ... Es wird Aufruhr in der Arktis und Antarktis geben, der
tos Geschichte ganz besonders erwähnt, einschließlich des zu Vulkanausbrüchen in den trockenen Gegenden führen
von Plato angegebenen Datums, nämlich 9600 v. u. Z., das wird, und dann wird der Polsprung stattfinden... Es wird
dem von Cayce angegebenen Datum sehr nahe ist. Emiliani also das, was vorher eine kalte oder zumindest halbtropische
führte Bohrungen im Meeresboden des Golfes von Mexiko Gegend war, tropischer werden, und das Moos und die
durch. Anhand von Daten, die er aus Sauerstoffisotopen- Farne werden wachsen. (Nr. 3976/15, 19. Januar 1934)
tests zur Messung von früheren Temperaturen, aus Radio- Was ist ein Polsprung? Es gibt zwei verschiedene Arten
carbontests und Fossilienfunden zur Datierung geologischer von Polen auf der Erde: Die geographischen Pole und die
Vorgänge gewann, konnte er eine Zeitspanne beschleunigter magnetischen Pole. Die geographischen Pole sind die End-
Gletscherschmelze feststellen, durch die sich die Meeres- punkte der Achse, um die sich die Erde dreht, sie werden als
oberfläche in einer solchen Geschwindigkeit hob, daß man >echter< Norden und Süden bezeichnet. Die anderen Pole
es durchaus als >Flut< bezeichnen konnte. sind die, auf die eine magnetische Kompaßnadel zeigt, sie
werden als >magnetischer< Norden und Süden bezeichnet.
Zur gegenwärtigen Zeit ist der magnetische Nordpol irgend-
Polsprünge wo in Kanada, mehrere hundert Kilometer vom geographi-
schen Nordpol entfernt, und er bewegt sich jedes Jahr ein
Gibt es noch weitere Beweise dafür, daß die großen Zerstö- wenig. An den meisten Orten der Welt ist der Unterschied
rungen, von denen Cayce sprach, wirklich stattgefunden nicht so stark. Beispielsweise beträgt der Unterschied in Vir-
haben könnten? Die Vorstellung der Polsprünge, die auch ginia Beach nur etwa 3°. Der Grund für das magnetische
mit Klimaveränderungen und Zerstörungen verbunden ist, Feld der Erde und seine Pole ist nicht bekannt, aber es
stellt einen Schlüssel zu der Auffassung von katastrophi- scheint mit der Erdrotation in Verbindung zu stehen.
schen geologischen Veränderungen in den Cayce-Readings Es gibt Beweise dafür, daß sich jeder einzelne oder beide
dar. Das Beweismaterial für Polsprünge, verbunden mit der Poltypen in der Vergangenheit verlagert haben, und so
Vulkanausbrüchen, Erdbeben, Aussterben von Tiergattun- gut wie alle Beweise dafür sind erst nach den Cayce-Rea-
gen und Klimaveränderungen ist eine der stärksten Grund- dings gesammelt worden. Zu Cayces Zeit war der einzige
lagen für die Cayce-Geschichte. Beweis für jegliche Polsprünge das häufige Vorkommen von

120 121
tropischen Fossilien in gemäßigten Klimazonen. Das konnte Cayce sprach über einen Polsprung, der mit Eis und der
ein Beweis für einen Polsprung sein, genausogut aber nur Vernichtung von großen Tieren verbunden war: »Damals
für eine weltweite Tendenz zur Erwärmung. gehörte die Entität zu jener Gruppe, die die Erde von den
ungeheuer großen Tieren befreien wollte, die damals die
Erde überrannten, aber dann kam das Eis und die Natur
Magnetische Polsprünge, Klimaveränderungen und Gott veränderten die Pole und die Tiere wurden ver-
und Artensterben nichtet, obwohl auch der Mensch das in diesen Gruppen-
In den 60er Jahren unseres Jahrhunderts wurde der größte treffen versuchte.« (Nr. 5249/1, 12. Juni 1944)
Teil der Arbeit geleistet, durch die der Kontinentaldrift be- Zwei der Cayce-Daten passen in dieses Szenario, und
wiesen wurde. Zu dieser Zeit war die Datierung von magne- zwar die Daten für die erste und die letzte Zerstörung. Die
tischen Polsprüngen ziemlich grob. Man dachte damals, daß erste Zerstörung, auf die im oben stehenden Zitat verwiesen
Polsprünge alle Millionen Jahre stattfanden, der letzte vor wird, fand 50772 v. u. Z. statt, also der Zeit dieses Welttref-
etwa 700000 Jahren. Aber in den 70er Jahren machten Wis- fens. Für dieses Datum ist noch kein Pol entdeckt worden,
senschaftler Entdeckungen, die genau mit Cayces Daten für aber der Hinweis auf ein umfassendes Aussterben von
die Zerstörungen von Atlantis übereinstimmen. Die Rea- Großtieren ist sehr deutlich. Paul Martin von der Universi-
dings besagen: »Die Entität war in Atlantis, als die Zeit der tät von Arizona datiert ein katastrophisches Aussterben von
zweiten Zerstörung stattfand... Das war etwa 22500 Jahre Großtieren in Afrika am Ende der Acheuleen-Periode vor
vor der Zeit des Exodus oder etwa 28000 Jahre v. Chr.« etwa 50000 Jahren. In einem Artikel in Nature aus dem
(Nr. 470/22, 5. Juli 1938) Jahre 1966 legte Martin dar, daß seiner Meinung nach die-
In einem Artikel in Nature aus dem Jahre 1972 veröffent- ses Aussterben ganz deutlich mit der Ausbreitung mensch-
lichten zwei australische Geologen, Michael Barbetti und licher Wesen und ihrer kulturellen Entwicklung in Verbin-
Michael McElhinney die Entdeckung eines magnetischen dung steht. Die Acheuleen-Kultur dieser Zeit verwendete
Polsprunges, die sie auf 28000 v. u. Z. datierten... Und das grobe Steinwerkzeuge, einschließlich großer Handäxte, die
ist genau der Zeitpunkt, der von Cayce für eine der Zerstö- auf verschiedenen Kontinenten gefunden wurden. Die Trä-
rungen von Atlantis angegeben wurde. Der betreffende ger der Acheuleen-Kultur wurden etwa um die Zeit, mit der
Fund hatte sich in den Feuerstätten früher Menschen aus Cayce die erste Zerstörung angibt, durch die spezialisierte-
Australien erhalten. Barbetti und McElhinney untersuchten ren mittelsteinzeitlichen Kulturen abgelöst.
Lehmklumpen, deren magnetische Feld-Orientierungen sich Eine noch aufregendere Bestätigung der Readings, die
erhalten hatten, als sie im Feuer gebrannt wurden. Die Ra- alle Elemente, die von Cayce erwähnt wurden, verbindet,
diocarbon-Datierung der Holzkohlenreste am Feuerplatz er- bezieht sich auf einen Polsprung, der auch als der magneti-
gaben das Alter. Als sie ihre Ergebnisse mit den Ergebnissen sche >Flip< von Gothenburg bezeichnet wird, weil er nur
anderer Studien verglichen, kamen sie zu dem Schluß, daß kurz angedauert hat. Und diese Polverlagerung wird zeitlich
die Polverlagerung weniger als 4000 Jahre angedauert hatte, so angesetzt, daß sie mit dem Datum, das Cayce für die letz-
also viel zu kurz, als daß es in Messungen von Tiefsee- te Zerstörung von Atlantis um 10000 v . u . Z . angegeben
magnetismus aufscheinen könnte. hat, übereinstimmt. Das war das am häufigsten erwähnte

122 123
Datum in den Readings. Viele Readings haben besondere mit der Ausrottung von Tieren, sondern auch mit Zeiten
Daten zwischen 10000 und 10700 v. u. Z. angegeben. großer Vulkan- und Erdbebenaktivität. Das Artensterben,
Die schwedischen Geologen Nils-Axel Morner und Johan auf das sie in ihrer Untersuchung hinwiesen, bezog sich auf
Lanser haben den Gothenburg-Flip als erste aus Messungen mikroskopisch kleines Meeresplankton. Das Beweismate-
eines Bohrfundes aus den botanischen Gärten von Gothen- rial, das die Polwanderung in Verbindung mit Vulkankata-
burg in Schweden eruiert. Sie berichten darüber in einem strophen, Klimaveränderungen und Artensterben unter-
Artikel in Nature aus dem Jahre 1974. Seither wurde der stützt, ist sehr stark. Das alles beweist noch nicht, daß Cayce
Flip von anderen Forschern in der ganzen Welt bestätigt. Er mit Atlantis recht hatte, aber mit seinen geologischen Vor-
war kurz, dauerte nicht länger als 2000 Jahre bis zu einer stellungen war er sicherlich seiner Zeit voraus.
Zeit vor etwa 12400 oder 12350 Jahren (etwa 10400 bis Ein weiteres Darum, das in den Readings erwähnt wurde,
10350 v. u. Z.), das Datum lag also genau in der Mitte des steht ebenfalls mit Klimaveränderung in Verbindung, ob-
von Cayce angegebenen Zeitraumes. wohl dieses Datum nicht genau genug war, um wirklich be-
Im Jahre 1977 veröffentlichte Rhodes Fairbridge, ein stätigt werden zu können. Das Reading Nr. 364/11 erwähnt
Geologe von der Columbia Universität in New York einen den Zeitpunkt einer Zerstörung, der 7500 Jahre vor der letz-
Artikel in Nature über den Gothenburg-Flip, der mit dem ten Zerstörung lag (also etwa um 18000 v. u. Z., je nach-
Cayce-Szenario so eng übereinstimmte. Fairbridge unter- dem, wie man das Datum der letzten Zerstörung präzisiert).
suchte die Beziehung zwischen Polsprüngen und Erdklima- Und das liegt nahe an der Zeit, als die Gletscher ihren letz-
ten. Als Gletscher große Teile von Nordamerika und Euro- ten Rückzug antraten, es ist verbunden mit weltweiten Kli-
pa bedeckten, wimmelte es von großen Tieren, von einer maveränderungen, allerdings nicht mit einem bekannten
>Megafauna<: Mammuts, riesige Bodenfaultiere, Säben- Polsprung.
zahntiger. Fairbridge wies darauf hin, daß die Gletscher zur
Zeit der Polverlagerung zwar im Abschmelzen begriffen
Geographische Polsprünge
waren, daß für kurze Zeit das Eis jedoch zurückkam. Es gab
eine kurze, aber eine intensive Abkühlung. Er bemerkte Der größte Teil des bisher genannten Materials bezog sich
ganz besonders, daß bedeutende Veränderungen der auf magnetische Polsprünge. Aber wie steht es mit den geo-
menschlichen Evolution mit Polverlagerungen dieser Art graphischen Polsprüngen? Cacye sagt darüber nichts
verbunden sind. Wie wir im nächsten Kapitel sehen werden, Genaues, scheint sich aber auf die Verschiebung der Rota-
hat Paul Martin noch mehr über dieses ungewöhnliche Ar- tionsachse der Erde zu beziehen. Die magnetischen Pole
tensterben zur Zeit der letzten Zerstörung von Atlantis zu scheinen durch die Rotation der Erde bedingt zu sein, aber
sagen. Beweismaterial für wirkliche Verlagerungen der Rotations-
Eine Untersuchung, die im Jahre 1977 von J. P. Kennett achse ist zweifelhaft geblieben.
und N. D. Watkins von der Graduate School of Ozeanogra- Der Autor John White erörtert in einem Artikel Pole
phy der Universität von Rhode Island veröffentlicht wurde, Shift die verschiedenen Theorien über die geographischen
kann ebenfalls die Konzepte von Cayce unterstützen. Diese Polsprünge. Zu Cayces Zeit waren sich die Wissenschaftler
Untersuchung verbindet viele frühere Polsprünge nicht nur darüber einig (basierend auf Analysen des Physikers James
124 125
Clerk Maxwell und Sir George Darwin, dem Sohn von eine Störung, die beispielsweise von einem vorbeiziehenden
Charles Darwin), daß keine vorstellbare Kraft aus dem Inne- Asteroiden verursacht würde, genügend Schwerkraftwir-
ren der Erde selbst sie dazu bringen könnte, ihre Rotations- kung ausüben könnte, um die Erde zum Umkippen zu ver-
achse zu verlagern. Fossilienfunde wurden in der letzten anlassen. Ein solches Ereignis könnte innerhalb eines Tages
Zeit im Sinne des Kontinentaldriftes interpretiert: Die Pole stattfinden! Warlows Artikel ist spekulativ, wird aber durch
sind zwar fest, aber die Kontinente bewegen sich und erzeu- detaillierte Analysen untermauert.
gen scheinbare Polwanderungen. Es ist offensichtlich, daß Diese Vorstellungen über geographische Polsprünge sind
Kontinentaldrift stattgefunden hat, aber schließt dies Pol- auf eine Minderheit unter den Geologen beschränkt. Die
sprünge aus? meisten sind der Meinung, daß nur wenig Polbewegung
Im Jahre 1955 wandte sich Thomas Gold in einem Arti- stattgefunden hat, und daß die Bewegung der Kontinental-
kel des Journals Nature dem Thema von neuem zu. Er be- platten ausreicht, um die Verteilung von Fossilien der tropi-
hauptete, daß die Nutation der Erdachse ein plastisches schen und gemäßigten Zonen zu erklären. Dennoch ist die-
Fließen des Erdinneren erzeuge, das den Wulst am Äquator ses Konzept sehr lebendig und wird vielleicht in der Zukunft
ausgleichen könne. Man könne also erwarten, daß eine grö- bewiesen werden. Jedenfalls aber sind die Beweise für ma-
ßere Polverschiebung in den Zeiträumen geologischer Zeit gnetische Polsprünge und ihre Verbindung mit Erdbeben,
stattfinden könne, und daß die Erde während ihrer Ge- Vulkanausbrüchen, Klimaveränderungen und Artensterben
schichte mehrere Male ihre Achse verlagert haben könnte. offensichtlich.
Der zeitliche Rahmen von Golds Polverschiebung lag Wenn man Cayces Aussagen auf magnetische Polsprünge
zwischen 10000 und 1 Mio. Jahren. bezieht, so stimmen sie vollkommen mit dem modernen wis-
Vor nicht allzu langer Zeit, im Jahre 1978, erweckte Ed- senschaftlichen Denken überein, sowohl in bezug auf den
ward Weyer Golds Vorstellung in einem Artikel in Nature theoretischen Rahmen wie auch auf die darin angegebenen
zu neuem Leben. Er wies darauf hin, daß eine Eiszeit der Daten.
Auslösemechanismus für ein gewisses Polschlenkern sein Im großen und ganzen hat die Revolution der Geologie
könnte und verband auf diese Weise den geographischen die Vorstellungen Cayces tendenziell unterstützt, auch
Polsprung mit einer Klimaveränderung. Weyers Forschun- wenn dies noch keinen Beweis für die Existenz von Atlantis
gen zeigten, daß es rhythmische Poloszillationen in einem selbst darstellt. Die geologischen Ergebnisse lassen den
Zyklus von 5600 Jahren gab, die synchron mit den Glet- Schluß zu, daß Teile des Atlantischen Ozeans (aber nicht
scherperioden von 14700 bis 28000 Jahren verliefen, also notwendigerweise ein >Kontinent<) einstmals über Wasser
genau zur Zeit der Hochblüte von Cayces Atlantis. gelegen haben. Unabhängig voneinander haben Geologen
Die jüngste ernsthafte Betrachtung einer schnellen Pol- die Veränderungsmechanismen, die in den Cayce-Readings
verlagerung wurde in dem anspruchsvollen Journal of Phy- genannt werden, miteinander verbunden: Polsprünge, Erd-
sics im Jahre 1978 veröffentlicht. Der britische Physiker beben, Vulkanausbrüche und Gletscherschmelze. Aber in
und Mathematiker Peter Warlow behauptete, daß sich nicht bezug auf die Bewohner von Atlantis selbst, ihre Häuser,
das magnetische Feld verlagert, sondern daß sich die Erde in ihre Kultur, ihre Knochen, müssen wir uns an die Archäo-
diesem magnetischen Feld umkehrt. Er berechnete, daß logie wenden.

126 127
4 die verschiedensten Weltgegenden gelangten. Dieses Kapitel
soll das untersuchen, was die Archäologie in bezug auf Cay-
ces Geschichte der Ursprünge und Wanderungen zu sagen
Das Zeugnis der Archäologie hat.

Der Ursprung der Menschheit

Wie die Theosophen versuchte Cayce nicht nur unseren


physischen Ursprung, sondern auch unsere spirituelle Her-
Was in den Readings über die Existenz von Atlantis be- kunft zu erklären. Im Gegensatz zu den Theosophen legte
hauptet wurde, war umstritten. Aber es paßt in den allgemei- Cayce ein relativ klares und einfaches Bild vom Ursprung
nen Kontext der >katastrophenorientierten Geologien die in der Menschheit und ihrer Evolution vor. Es gab keine >Pola-
einigen ihrer Aspekte für Mainstream-Geologen immer rier< oder >Hyperboräer<, keine gigantischen Lemurier mit
mehr akzeptiert wird. Aber die Geschichte über den Ur- gelatineartigen Körpern, fehlender Stirn und Augen auf bei-
sprung der Menschen und der Auszug aus Atlantis in seinen den Seiten des Kopfes. Cayce aber sprach von der Herab-
verschiedenen Etappen war der Vorstellung der Geologen kunft des menschlichen Geistes in den physischen Körper,
zu Cayces Zeit unmittelbar entgegengesetzt. Es klang für sie und seine spirituellen Vorstellungen sind im Lichte der Wis-
wie eine Wiederaufnahme der Theorie Donnellys: Nämlich senschaft schwierig zu interpretieren. Aber seine physischen
die vereinfachende Vorstellung, daß fliehende Atlanter für Beschreibungen dieser frühen Menschen waren, wenn auch
die Zivilisationen der Ägypter, der Maya und der Inka ver- umstritten, so doch innerhalb des Bereiches, in dem zu sei-
antwortlich waren. Selbst zu Cayces Zeit konnten die Ar- ner Zeit eine ernsthafte wissenschaftliche Hypothesenbil-
chäologen bemerken, daß Donnellys Parallelen viele Irrtü- dung stattfand. Viel von dem, was er sagte, gewinnt heute
mer enthielten, und daß die Daten für seine Abzweigungen noch zusätzlich an Wahrscheinlichkeit, obwohl es noch
aus Atlantis um Jahrtausende fehlgingen. Aber Cayces Ge- immer einige Anomalien gibt, die für die Wissenschaft
schichte unterscheidet sich von der Donnellys in einigen schwer zu akzeptieren sind.
sehr wichtigen Punkten. Archäologische Entdeckungen Als die Erde zu ihrer Zeit den Samen hervorbrachte, und
haben viele von Donnellys Spekulationen tendenziell weni- der Mensch als Herr dieses Reiches auf die irdische Ebene
ger wahrscheinlich gemacht, Cayces Version aber wurde kam, da erschien er gleichzeitig an fünf Orten: Das ent-
durch sie tendenziell eher wahrscheinlich. Die Cayce-Rea- spricht den fünf Sinnen, den fünf Arten des Verstandes, den
dings enthalten viel mehr als nur Aussagen über die Aus- fünf Sphären, den fünf Entwicklungsetappen, den fünf Na-
wanderung zur Zeit der letzten Zerstörung von Atlantis. Sie tionen. (Nr.5748/1, 28.Mai 1925)
beginnen mit dem Ursprung der Menschheit, folgen ihrem Der Zeitraum in der Existenz der Erde von jenem Augen-
wiederholten Aufstieg und Fall im Laufe von drei Zerstö- blick bis zur gegenwärtigen Zeit beträgt 10,5 Mio. Jahre...
rungen von Atlantis und erzählen von Auswanderern, die in (Nr.5748/2, 28.Mai 1925)

128 129
... In den Ruinen, den Hügeln und Höhlen, die man im hellseherisch begabter Menschen die nützlichste Methode
Nordwesten von New Mexico gefunden hat, kann man eini- ist, um diese Art von Information zu sammeln. Einige Äuße-
ge der Zeichnungen sehen, die die Entität damals angefer- rungen in den Readings über frühe menschliche Wesen aber
tigt hat. Vor etwa 10 Mio. Jahren. (Nr. 2665/2, 17. Juli können mit Hilfe der wissenschaftlichen Methode bestätigt
1925) bzw. zurückgewiesen werden. Die Wissenschaft kann sich
Die Atlanter konnten viele verschiedene Körpergrö- nur mit den physischen Überresten befassen: unseren Er-
ßen annehmen von zwergenhaftem bis zu riesenhaftem zeugnissen und unseren Knochen. Auf den ersten Blick
Wuchs... »Denn damals gab es Riesen auf der Erde.« kann das recht einfach erscheinen... Das Beweismaterial be-
(Nr. 364/11, 29. April 1932) steht aus einem fossilen Skelett, das auf eine bestimmte Zeit
Sowohl heute wie auch zu Cayces Zeit haben diese Theo- in der Vergangenheit datiert werden kann.
rien über den Ursprung des Menschen zu einigen der größ- Unglücklicherweise ist es aber nicht so leicht. Fossilien-
ten Kontroversen in der Geschichte der Wissenschaft ge- funde sind sehr selten, und vollständige Skelette so gut wie
führt... Auf diesen wenigen Seiten können wir kaum nicht existent. Manchmal können bestimmte Arten mit
wagen, diese Auseinandersetzung wiederzugeben. Es ist hier Hilfe eines einziges Zahnes identifiziert werden. Die meisten
lediglich unser Ziel zu untersuchen, ob, und welchen Beitrag Theorien über die menschliche Evolution basieren auf Schä-
die Wissenschaft zu den folgenden Fragen leisten kann, die del- oder Kieferfragmenten. Auch Steinwerkzeuge und
aus den Cayce-Readings folgen: Asche von Feuerplätzen zählen zum Beweismaterial. Das
• Sind menschliche Wesen zum ersten Mal vor 10 Mio. Problem besteht darin, daß diese Gegenstände oftmals ohne
Jahren erschienen? Knochen gefunden werden, deshalb kann man nur indirekt
• Gibt es irgendeinen Beweis für menschliche Kultur in der auf die Spezies schließen. Selbst mit modernen Datierungs-
fernen Vergangenheit? methoden sind geologische Schichten oftmals so komplex,
• Wo liegt der Ursprung der Rasse? Gab es fünf Wurzel- daß eine genaue Datierung schwierig wird. Dennoch wur-
rassen, gibt es irgendwelche Beweise für >Zwerge< oder den große Fortschritte gemacht, und man hat nun Überreste
>Riesen<? von wahrscheinlich menschlichen Ahnen gefunden, die
• Wo sind menschliche Wesen zum ersten Mal erschienen, mindestens 3 Mio. Jahre, möglicherweise sogar noch älter
und in welchem zeitlichen Rahmen haben sie sich über sind.
die Welt verteilt?
Theorien über den Ursprung der Menschheit
Was betrachtet die Wissenschaft als Beweise für frühe
zu Cayces Zeit
menschliche Wesen? Über unseren spirituellen Ursprung
hat die Wissenschaft nur wenig zu sagen. Viel von dem Ma- Wie dachte man zu Cayces Zeit über den Ursprung und die
terial des Buches The Becoming of Man, das in Kapitel 2 Evolution des Menschen? Cayce lebte inmitten einer hitzi-
erörtert wurde, liegt im Bereich der Theologie. Rudolf Stei- gen Debatte über dieses Thema. Der berühmte >Affenver-
ner, dessen Theorien in Kapitel 1 dargelegt wurden, hatte such< von Scopes fand im Jahre 1925 statt, er spielte die
wahrscheinlich recht, als er sagte, daß die Wahrnehmung Darwinsche Evolutionstheorie gegen den biblischen Krea-

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tionismus aus. Dieser Versuch eines Oberschullehrers, die selbe Jahr, in dem zum ersten Mal Beweise für wirklich alte
Evolution zu lehren, entzündete großes Interesse in Ame- Verwandte des Menschen entdeckt wurden, was man zu die-
rika und im Ausland, und bereitete den Weg für die weitver- ser Zeit allerdings noch nicht erkannt hatte. Der Anthropo-
breitete Annahme evolutionären Denkens. Dennoch aber loge Raymond Dart entdeckte im Jahre 1925 den Taung-
hat er wenig dazu beigetragen, die Frage nach der Ahnenrei- Schädel, von dem man inzwischen weiß, daß er etwa 3 Mio.
he des Menschen zu klären. Das fossile Material zu Cayces Jahre alt ist. Zu jener Zeit wurde diese Entdeckung von der
Zeit war so mager, daß man davon fast jede Theorie hätte archäologischen Gemeinschaft mit einer Mischung von Ver-
ableiten können. achtung und Gleichgültigkeit aufgenommen. Roger Lewin
Die ersten Fossilienfunde eines alten Verwandten des weist in einem Artikel des Journals Science aus dem Jahre
Menschen, des Neandertalers, wurden im Jahre 1848 auf 1985 darauf hin, daß Dart seine Auffassung auf den geologi-
der Insel Gibraltar entdeckt. Weitere Knochenfunde, nach schen Kontext stützte und daraus dann folgerte, daß der
denen dieser Typus benannt wurde, hat man im Jahre 1856 Schädel sehr alt sei. Aber im Jahre 1925 war man der Mei-
im Neandertal in Deutschland entdeckt. Der Neanderta- nung, daß das Alter der Erde selbst nur 65 Mio. Jahre betra-
ler wurde zum Prototypen des >Höhlenmenschen<, und zu ge, und daß sich die Säugetiere gewissermaßen in die letzten
Cayces Zeit bestand unter Evolutionisten allgemeine Ein- 3 Mio. Jahre eingezwängt hätten. Die Anthropologen dieser
stimmigkeit darüber, daß der Neandertaler eine Zwischen- Zeit glaubten, daß ein so alter Knochenfund ganz einfach
form zwischen den Affen und den Menschen sei. Zu Beginn nicht zu einem menschlichen Vorfahren gehören könne...
der 30er Jahre aber wurden noch primitivere alte Knochen denn die menschliche Rasse könnte allerhöchstens einige
gefunden, darunter der Java- und Pekingmensch. Zu dieser wenige tausend Jahre alt sein.
Zeit konnte man mit Sicherheit nur sagen, daß es primitive Die Cayce-Readings paßten also keineswegs bequem in
Formen menschlicher Wesen gab, und daß ihr Alter unbe- die zeitgenössische wissenschaftliche Lehrmeinung. Sie un-
stimmt blieb. Das >missing link< zwischen Affen und terstützten die Vorstellung von einer uralten Abstammung
menschlichen Wesen war noch immer ein Thema, zu dem des Menschen... was mit den Knochenfunden, die man in-
man nur Vermutungen anstellen konnte, da absolute Datie- zwischen entdeckt hat, übereinstimmt, von der Interpreta-
rungstechniken noch nicht gefunden worden waren. Der tion jener Zeit aber weit abwich. Aber obwohl Cayce be-
beste Kandidat für das missing link zu Cayces Zeit war der hauptete, daß die menschliche Rasse viel älter sei, als die
Piltdown-Mensch, der im Jahre 1912 entdeckt wurde, und Wissenschaft annehme, wandte er sich andererseits auch
von dem man nun weiß, daß er aus einer Kombination eines gegen die populäre Version der Evolution: »...Der Mensch
menschlichen Schädels mit dem Kiefer eines Affen ge- stammt nicht vom Affen ab, sondern er ist in gewissen Zeit-
schickt gefälscht wurde. Kenneth Oakley setzte im Jahre abständen zu seiner Entwicklung erweckt worden...«
1953 moderne Datierungsmethoden ein (siehe den Artikel (Nr.3744/4, A/46, 14.Februar 1924)
im American Scientist), um zu zeigen, daß der Piltdown- Aber auch den Kreationisten trat er entgegen, indem er
Schädel nur einige wenige Jahrhunderte alt war. sagte: »Ja, die Erde war von Tieren bevölkert, bevor der
Cayces erstes Reading, in dem das Alter von 10 Mio. Jah- Mensch dort lebte!« (Nr. 364/6, 17.Februar 1932) Und
ren angegeben wurde, erfolgte im Jahre 1925. Es war das- bezogen auf unsere Urahnen sagte er: »Sehen Sie, sehen

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Sie, die meisten Menschen hatten damals Schwänze!« Arten mit jeweils verschiedenen Körpergrößen. Obwohl
(Nr.5748/6, l.Juli 1932) Menschen und Affen in einer fernen Vergangenheit einen
Cayces Position war einzigartig, und er konnte weder von gemeinsamen biologischen Vorfahren hatten, scheint dieser
der Wissenschaft noch von der Religion seiner Zeit viel Un- Vorfahre noch vor dem Datum existiert zu haben, das
terstützung erwarten. Haben wir seither irgend etwas erfah- Cayce mit 10 Mio. Jahren angab, dem Datum der Herab-
ren, was uns darüber Auskunft geben kann, ob Cayce recht kunft des Geistes auf die physische Ebene. Seither ist das
hatte, oder ob er mit seinen Ansichten fehlging? Bild der Evolution verwirrt und komplex geworden.
Viele Knochenfunde sind seit Cayces Zeit entdeckt wor-
den, aber sie haben das Problem eher noch komplizierter als
Die gegenwärtigen Theorien über den Ursprung
einfacher gemacht. Seit man moderne Datierungsmethoden
des Menschen erfunden hat, ist das Alter der Verwandten des Menschen
Auf dem wissenschaftlichen Terrain hat die Evolutionstheo- immer weiter in die Vergangenheit geschoben worden.
rie gewonnen. Aber die Kontroverse über den Ursprung des Heute diskutiert man hauptsächlich darüber, welche Fossi-
Menschen ist seit Cayces Zeit keineswegs abgeflaut. Eher lienarten wirklich menschliche Vorfahren sind, und welche
hat sie sich noch intensiviert. Moderne >Affenversuche<, in sich von ihnen in andere Richtungen abzweigen. Selbst den
denen eine Auseinandersetzung zwischen Kreationisten und Neandertaler hält man nicht mehr unbedingt für ein Glied
Evolutionisten stattfindet, werden noch immer durchge- der Kette der menschlichen Abstammung.
führt. Selbst unter Evolutionisten gibt es weiterhin beträcht- Aber eine der Äußerungen Cayces wurde mit aller Klar-
liche Uneinigkeit darüber, was nun als Beweismaterial für heit bestätigt: Vor Jahrtausenden und sogar Jahrmillionen
die menschlichen Vorfahren akzeptiert werden kann. lebten viele Formen menschlicher oder menschenähnlicher
Eine gute, populäre Darstellung, die allerdings in ihren In- Wesen auf der Erde, sowohl Riesen wie auch Zwerge. Arten
terpretationen der Knochenfunde etwas widersprüchlich ist, wie der Ramapithecus, der Gigantopithecus und der Austra-
ist das Buch Lucy: Der Beginn der Menschheit von Donald lopithecus könnten alle unsere uralten Verwandten sein.
Johanson und Maitland Edey. Johanson entdeckte Kno- Der Ramapithecus, eine uralte Primatenart (Primaten
chen, die mehr als 3 Mio. Jahre alt waren, und die durchaus umfassen sowohl Affen wie auch Menschen und Menschen-
zu einem unmittelbaren menschlichen Vorfahren gehören affen), ist einer der möglichen Kandidaten, wenn es um die
konnten. Dabei aber hat Johanson keineswegs das letzte menschliche Ahnenreihe geht. Der Ramapithecus war klein,
Wort. Bücher wie The Bone Peddlers (Die Knochenkrämer) seine Körpergröße betrug nur ein wenig mehr als einen
von William Fix beleuchten unsere Verständnislücken, Meter. Im Jahre 1964 schrieb der Paläontologe Elwyn Si-
indem sie die unterschiedlichen Interpretationen darstellen, mons: »Der Ramapithecus punjabicus ist fast mit absoluter
die auf die spärlichen Knochenfunde angewendet werden Sicherheit der 15 Mio. Jahre alte Vorfahre des Menschen.
können. Aber im großen und ganzen erscheinen viele von Diese Zuordnung steigert die Zeitperiode, in der die Ur-
Cayces Äußerungen heute wahrscheinlicher als in den 30er sprünge des Menschen nun mit einiger Sicherheit verfolgt
Jahren, vor allem angesichts des hohen Alters menschlicher werden können, um etwa das lOfache.« Diese Ansicht
Vorfahren und der gleichzeitigen Existenz verschiedener wurde von vielen Autoren im Verlaufe der 70er Jahre aufge-

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nommen, aber in letzter Zeit wurde der Ramapithecus mehr Diese Wesen gingen aufrecht, vielleicht sind sie auch un-
als ein Seitenzweig der Evolution betrachtet. sere Vorfahren gewesen. Aber wir sind auch durch unsere
Das Bibelzitat von Cayce: »In jenen Tagen gab es Riesen Kultur definiert. Die Cayce-Readings sprechen von hohen
auf der Erde« (Genesis 6:4) wurde durch die Entdeckung kulturellen Leistungen in einer fernen Vergangenheit. Wel-
der riesenhaften Knochen des Gigantopithecus im Jahre che Beweise haben wir für eine solche Kultur?
1946 bestätigt, dessen Alter man auf fast 10 Mio. Jahre da- Louis Leakey, einer der großen Entdecker früher mensch-
tiert hat. Der Gigantopithecus war mehr als 2 m hoch und licher Knochenfunde, hat die frühesten eindeutig datierten
wog zwischen 200 und 250 kg. In den 40er Jahren hielten Steinwerkzeuge in Ostafrika gefunden, die vom Australopi-
einige Wissenschaftler den Gigantopithecus für einen guten thecus oder einer frühen Art des Homo (unserer eigenen
Kandidaten für das >missing link<, aber wie den Ramapi- Spezies) hergestellt wurden. Er datierte ihr Alter auf unge-
thecus betrachtet man ihn mittlerweile nun eher als einen fähr 2,61 Mio. Jahre.
Seitenzweig der Evolution. Im Jahre 1986 wurden fast 300 Steinwerkzeuge, die
Die Knochenfunde des Gigantopithecus und des Ramapi- offensichtlich vom Homo habilis, einem sehr engen Ver-
thecus gehörten vielleicht nicht zu den Vorfahren des Men- wandten des Homo sapiens hergestellt wurden, auf ein Alter
schen, zumindest aber waren sie Zeitgenossen unserer wirk- von 2,5 Mio. Jahren datiert.
lichen Vorfahren. Diese Primaten waren tatsächlich Riesen Bruce Bower berichtet darüber in der Zeitschrift Science
und Zwerge und manche lebten noch vor mehr als 10 Mio. News. Zusätzlich zu den Werkzeugfunden berichtete der
Jahren, jenem Zeitpunkt also, den Cayce für das Auftreten Anatom Dean Falk von der Universität von Puerto Rico im
der ersten menschlichen Wesen nannte. Anatomisch waren Jahre 1983 in Science, daß er menschenähnliche Gehirn-
sie nicht moderne Menschen. Unsere Urahnen hatten aller muster in Schädeln gefunden habe, die man auf ungefähr
Wahrscheinlichkeit nach >Schwänze<! Der gegenwärtigen 2 Mio. Jahre (Ostafrika) und 3 Mio. Jahre (Südafrika) datie-
wissenschaftlichen Meinung zufolge ist der beste Kandidat ren konnte.
für die unmittelbare Abstammung des Menschen ein Primat Angesichts des hohen Alters dieser Funde sind selbst
namens Australopithecus. Der Australopithecus lebte vor Steinwerkzeuge ein eindrucksvoller Beweis dafür, daß diese
fast 4 Mio. Jahren. Donald Johanson gab einem zu 40% Wesen mit Sicherheit mehr als die >Affen< der gängigen Evo-
vollständigen Skelett des Australopithecus, das er im Jahre lutionslehre zu Cayces Zeit waren, wie auch immer sie aus-
1974 in Afrika entdeckte, den Namen >Lucy<. Lucy zeichnet gesehen haben mögen. Sie zeigen, daß unsere Verbindung
sich dadurch aus, daß niemals zuvor ein so relativ vollstän- mit den anderen Primaten Millionen von Jahren älter ist, als
diges menschenähnliches Skelett entdeckt wurde. Lucys man in den 20er Jahren annahm. Aber Cayce sprach über
Schenkelknochen erlauben den Schluß, daß sie genauso wie mehr als nur Steinwerkzeuge. Er sprach von etwas, was wir
wir aufrecht ging. Es wird noch immer darüber diskutiert, heute als fortgeschrittene Technologien bezeichnen würden
wie eng Lucy mit den modernen Menschen verwandt ist. und er schien Laser, Atomenergie und Flugmaschinen zu
Aber diese Entdeckung verleiht der Vorstellung von einer beschreiben. Diejenigen von seinen Readings, die die hohen
sehr alten Abstammungslinie des Menschen noch mehr Ge- technischen Errungenschaften dieser frühen Menschen dar-
wicht. stellen, gehören zu den umstrittensten. Bisher ist noch über-

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haupt kein Beweis für die Art der Technologie, von der er R. S. Solecki darauf hin, daß in den Gräbern eines Neander-
sprach, gefunden worden. Offensichtlich liegt ein Problem talers in der Schanidar-Höhle im Irak aus der Zeit um
bei der Entdeckung solcher Beweise darin, daß sich Steingut 60000 v. u. Z. Pollengruppen von verschiedenen Blumen-
erhält, während Metall, Holz, Papier und andere Materia- arten entdeckt wurden. Diese Grabbeigabe gehörte aller
lien dieser Art zerfallen. Im nächsten Kapitel werden wir Wahrscheinlichkeit nach zu einem Begräbnisritual. Und dar-
sehen, daß die Cayce-Readings bestimmte Orte spezifizie- aus kann man schließen, daß der Körper zwar archaisch
ren, wo man vielleicht Spuren von dieser entwickelten Tech- war, der Geist aber modern.
nologie finden könnte. Aber trotzdem würden die Wissen- Wie mit dem Alter der Menschheit, so geht es nun auch
schaftler Cayces technische Beschreibungen allenfalls mit mit dem Alter der Technologie: Es wird ständig in die Ver-
Skepsis betrachten. gangenheit zurückgeschoben. Im Jahre 1975 datierte Fred
Dennoch gibt es zumindest gewisse Beweise dafür, daß Wendorf von der Southern Methodist University entwickel-
frühe Menschen kulturell erstaunlich verfeinert waren. te Steinwerkzeuge in Mitteläthiopien, und schloß daraus,
Alexander Marshack erörtert in der Januarausgabe des daß die Mittelsteinzeit in Ostafrika vor mindestens 180000
National Geographie aus dem Jahre 1975 einen Gegen- Jahren begann.
stand, der von einem eiszeitlichen Volk hergestellt wurde, Aber noch 1970 glaubte man, daß der frühest mögliche
und der astronomische Beobachtungen festhält. Einkerbun- Beginn um etwa 40000 gelegen habe. Daraus können wir
gen auf einem Stück Rentierknochen, die mindestens 30000 entnehmen, daß die technologischen Entwicklungen, die die
Jahre alt sind, zeigen mit erstaunlicher Genauigkeit ein Ab- Mittelsteinzeit charakterisieren, viel älter sind, als man
laufschema der Mondphasen, und damit eine Verständnis- zuvor geschätzt hatte.
ebene, die viel höher liegt, als man es von >primitiven< Men- Von wirklich fortgeschrittener Technologie aber haben
schen erwarten würde. Marshack erwähnt auch, daß der wir viel weniger Zeugnisse. Es wurden nur Gegenstände ge-
französische Geologe und Archäologe Francois Bordes im funden, die wesentlich jünger sind, als man aus den in den
Jahre 1969 einen Artikel veröffentlichte, in dem die Entdek- Readings angegebenen Daten entnehmen kann. Die alten
kung einer Ochsenrippe beschrieben wurde, die aus einer Griechen haben vielleicht Batterien und Rechenmaschinen
Höhle in Frankreich stammte, mehr als 250000 Jahre alt gehabt, aber daß selbst ihre Technologie schwer zu identifi-
war und auffallende Einkerbungen aufwies. Die Symbolik zieren ist (und dabei ist die griechische Kultur noch reich be-
dieser Einkerbungen ist unbekannt. Aber Marshack zeigte, legt), läßt bereits vermuten, wieviel schwieriger es sein muß,
daß sie systematisch angelegt waren und von einer bildhaf- die Existenz einer prähistorischen Technologie in Atlantis
ten Abfolgestruktur geprägt waren. Marshack ist der Mei- zu beweisen.
nung, daß solche Bilder von Intelligenz, Abstraktion und Die uralte entwickelte Technologie, von der die Readings
selbst einer Verwendung von Sprache zeugen. sprachen, ist noch nirgendwo gefunden worden. Aber die
Es gibt noch mehr Hinweise auf menschliche Kultur. Es Entdeckungen der Archäologie zeigen weiterhin, daß der
scheint, daß selbst der Neandertaler Achtung für die Toten menschliche Geist (wenn nicht die menschliche Technolo-
hatte und sich um die Reise des Geistes kümmerte. In einem gie) sehr entwickelt war... jenseits der Verständnisschwelle
Artikel in Science aus dem Jahre 1975 weist der Archäologe von Archäologen in Cayces Zeit.

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Der Ursprung der Rassen und die Verbreitung von sieben Wurzelrassen, von denen jede noch sieben Unter-
der Menschheit rassen hatte. Cayce lieferte auch den Theorien der weißen
Rassenüberlegenheit keine Unterstützung. Die Okkultisten
Und wie steht es mit Cayces Äußerungen zum Ursprung der hielten die Arier, unsere gegenwärtige weiße Rasse, für
Rassen? Cayce sprach von fünf Wurzelrassen: Nachfahren der Atlanter. Aber Cayces Atlanter, die ihm zu-
folge zu den entwickeltsten Kulturen der Welt gehörten,
Frage 5: Sind die fünf Rassen gleichzeitig aufgetaucht? wurden als rote Rasse identifiziert, sie standen den amerika-
Antwort 5: Auf einmal. (Nr.364/13, 17.November 1932) nischen Indianern am nächsten, die man damals für Primi-
Frage 7: Sind die folgenden Orte die richtigen? Hat die tive hielt.
rote Rasse in Atlantis gelebt? Cayce lokalisierte den Ursprung der weißen Rasse ganz
Antwort 7: Atlantis und Amerika, die rote Rasse. eindeutig in der Kaukasusgegend, und darin stimmt er mit
Frage 8: Und die schwarze Rasse in Nordafrika? dem modernen anthropologischen Denken überein. Als er
Antwort 8: Der westlichere Teil von Oberägypten für die darum gebeten wurde, die Gegend deutlicher zu nennen,
schwarze Rasse. Aber mit den Umwälzungen, sagte er: »Die weiße Rasse eher in den Karpaten als in In-
als es zu den Aufständen in Atlantis und der dien.. . der südliche Teil von Europa und Rußland wie auch
Auswanderung nach Süden kam, als die Achse Persien und diese Gegenden. Die kaukasischen Berge.«
sich gewendet hat, ist die weiße und gelbe Rasse (Nr. 364/13, 17.November 1932)
mehr in diesen Teil Ägyptens, Indiens, Persiens Was sagt die Wissenschaft heute über den Ursprung der
und Arabiens gelangt. (Nr. 364/13, 17.Novem- Rassen? Gab es fünf davon, und konnten sie gleichzeitig in
ber 1932) verschiedenen Teilen der Welt entstanden sein? Die erste
wissenschaftliche Untersuchung der Rassen, die enge Paral-
Im Jahre 1932 hielt man Asien für die Wiege der Mensch- lelen mit der Cayce-Geschichte aufweist, war ein umstritte-
heit, nachdem der Java- und Pekingmensch entdeckt wor- nes Buch mit dem Titel The Origin of Races (Der Ursprung
den war. Die zahlreichen Entdeckungen in Afrika lagen der Rassen), das im Jahre 1962 veröffentlicht wurde. Der
noch in der Zukunft, und in Amerika hatte man noch nichts Autor war ein bekannter Anthropologe, es war Carleton
gefunden. Knochen und Steinwerkzeuge konnten uns nur Coon von der University of Pennsylvania. Vor Coon hielt
wenig über die menschlichen Rassen sagen, und die Theo- man die Rassen für ein relativ junges Phänomen. Man ver-
rien über den Ursprung der Rassen hatten in der Vergangen- mutete, daß sie sich erst voneinander differenzierten, nach-
heit einen starken rassistischen Unterton. So konnte ein wei- dem sich menschliche Wesen zu ihrer modernen Form ent-
ßer europäischer Anthropologe z. B. sagen, daß die afrikani- wickelt hatten, vor etwa 30000 Jahren. Aber wie Cayce
schen oder australischen Ureinwohner enger mit den Affen stellte auch Coon die These auf, daß es fünf grundlegende
verwandt waren als weiße Europäer. Rassen gab, und daß sie sich parallel zueinander über Hun-
Cayce vewirrte die Rassisten, er sagte, daß die fünf Ras- derttausende von Jahren entwickelt hatten. Coon war der
sen gleichzeitig erschienen seien. Dies stand im Gegensatz Meinung, daß eine einzige menschliche Spezies vor 500000
zur okkulten Doktrin mit ihrer verwirrenden Anordnung Jahren existiert hatte, nämlich der Homo erectus, und daß

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er die modernen Rassenmerkmale auf die Skelettformen des oder ob sie sich unabhängig voneinander in verschiedenen
Homo erectus in den verschiedenen Weltgegenden zurück- Gegenden entwickelten. Die Cayce-Readings sprechen von
verfolgen könne. Falls das stimmt, so würde es ziemlich fünf Regionen, behaupten aber auch, daß die Immigratio-
genau Cayces Version von den fünf Rassen entsprechen, die nen aus Atlantis, die vor 50000 Jahren begannen, die Atlan-
in ferner Vergangenheit erschienen sind. Coon spekulierte ter über die ganze Welt verbreiteten. Deshalb können wir in
sogar, daß die //owo-Verwandtschaft 8 Mio. Jahre zurück- der Gegenwart widersprüchliche Beweise erwarten.
verlaufen könne, und auch hier befindet er sich in enger Ein Schlüsselereignis ist die plötzliche Ablösung des Ne-
Übereinstimmung mit Cayce. Da einige von Coons Behaup- andertalers durch den Cro-Magnon-Menschen in Europa
tungen implizierten, daß die schwarzen Rassen primitiver vor etwa 35000 Jahren. Die Erscheinung des Cro-Magnon-
waren, wurde sein Buch damals heftig angegriffen. Heute Menschen war vollkommen modern... sowohl seine Größe
stellt seine Theorie nur eine Perspektive in einer Vielzahl wie auch sein Gehirnvolumen lagen über dem Durchschnitt
von Erklärungen auf das Erscheinen der modernen Men- moderner Europäer. Die Anthropologen sind sich noch
schen dar. immer nicht sicher, woher die Cro-Magnon-Menschen
Die meisten Anthropologen glauben heute, daß das Kon- kamen. Die Daten für das Verschwinden der Neandertaler
zept der Rasse selbst eine zu starke Vereinfachung der gene- weichen beträchtlich voneinander ab: Lewin spricht davon,
tischen Vielfalt der menschlichen Spezies ist. Im Verlaufe daß es im Nahen Osten vor 45 000 Jahren, und in Europa
von Migrationen hat sich der Aufbau der Bevölkerung so vor 32000 Jahren geschah. Der zeitliche Rahmen stimmt in
häufig umgeschichtet, daß scharfe Trennlinien äußerst sel- etwa mit Cayces Daten für die Immigrationen aus Atlantis
ten sind, und Unterschiede in sichtbaren physischen Merk- überein: Er spricht von 50772 v. u. Z. (Nr. 262/39, 21. Fe-
malen nicht immer auf verschiedene Vorfahren schließen bruar 1933) und 28000 v . u . Z . (Nr.470/22, 15. Februar
lassen. Dem Anthropologen Clyde Kluckhohn zufolge be- 1938).
wegt sich die Anzahl der Rassen, die von kompetenten For- Eine der verblüffenderen Parallelen zu den Cayce-Rea-
schern angegeben werden, in einem Bereich zwischen 2 und dings entstammt jüngeren genetischen Untersuchungen,
200. Angesichts der umfangreichen Migrationen, die in den über die im britischen Journal New Scientist vom 14. Mai
Cayce-Readings beschrieben wurden, wäre es mit Sicherheit 1987 berichtet wird. Die Readings besagten: »...Die Varia-
schwierig, die Gültigkeit der symbolischen Zahl von >fünf< tionen in Atlantis dehnen sich über einen Zeitraum von eini-
Wurzelrassen abzusichern. gen 200000 Jahren aus...« (Nr.364/4, 16.Februar 1932)
Die jüngsten Theorien über den Ursprung des Menschen Die Biochemiker Allan Wilson, Mark Stonekin und Rebec-
waren das Thema einer Konferenz der Cambridge Univer- ca Cann von der University of California in Berkeley unter-
sity im Jahre 1987, von der Roger Lewin in Science berichte- suchen evolutionäre Beziehungen zwischen verschiedenen
te. Das Bild ist kompliziert: Es gibt eine Konkurrenz zwi- Rassen. Sie befaßten sich mit den Genen der Mitochon-
schen Theorien, die auf genetischen Analysen, und Theo- drien, jenen Bestandteilen menschlicher Zellen, die nur von
rien, die auf der Datierung von Knochenfunden basieren. der Mutter ererbt werden. Durch den Vergleich zwischen
Die Frage ist, ob moderne Menschen sich an einem Ort ent- den Rassen und die Schätzung der Zeiträume, in denen ge-
wickelten und dann in andere Weltgegenden auswanderten, netische Veränderung stattfindet, kamen sie zu dem Schluß,

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daß alle menschlichen Wesen von einer gemeinsamen müt- Die Wissenschaftler haben keine Fossilienfunde aus At-
terlichen Urahnin abstammen, einer >Eva<, die vor 200000 lantis selbst, deshalb ist es nicht erstaunlich, daß die Anthro-
Jahren lebte. D. h., daß alle menschlichen Wesen diese Gene pologen Atlantis nicht als möglichen Ort für die ursprüng-
in sich haben, und daß die Divergenz unter den Rassen sich liche Heimat der Menschheit betrachten. Dennoch aber
seit dieser Zeit entwickelt hat. Konnte dieser Prozeß in At- stimmen die Cayce-Readings ganz erstaunlich mit den mo-
lantis begonnen haben? Aufgrund der relativen Unter- dernen Vorstellungen über die Vergangenheit des Menschen
schiedlichkeit zwischen den Rassengruppen, die sie unter- überein. Wie wir im nächsten Abschnitt sehen werden, ent-
sucht hatten, sind diese Forscher der Meinung, daß es in hält auch der indirekte Beweis der atlantischen Migrationen
Afrika war, aber natürlich haben sie keine lebenden Atlan- interessante Parallelen mit den Cayce-Readings. Das Werk
ter, um genetische Vergleiche anzustellen. von Louis Leakey enthält die Möglichkeit, daß die Vorfah-
Bezogen auf die Verbreitung von menschlichen Wesen ren des Menschen vor bereits 500000 Jahren in Nordameri-
über die ganze Welt findet auch ein weiteres Datum, das ka gelebt haben könnten.
Cayce angegeben hat, seine Entsprechung, und zwar in der Eine Aussage in den Readings würde von der modernen
Arbeit von Christy Turner, einem Anthropologen der Ari- Biologie geradewegs zurückgewiesen werden: Cayces Vor-
zona State University, der die Anatomie von Zähnen unter- stellungen von >Dingen<, die halb tierisch und halb mensch-
sucht. Cayce sprach von der ersten Zerstörung von Atlantis lich sind, so ähnlich wie die Zentauren der griechischen My-
im Jahre 50772 v. u. Z., einer Zeit, als sich internationale thologie, die einen Pferdekörper mit einem menschlichen
Führer trafen, und das deutet auf eine weltweite Verbrei- Oberkörper verbanden. In den Cayce-Readings erschienen
tung menschlicher Wesen hin. (Nr. 262/39, 21. Februar Dinge dieser Art sehr früh in der Entwicklung der Mensch-
1933) Indem Turner den Zeitraum der Veränderung der heit, als spirituelle Wesen mit dem physischen Leben auf der
Zahnanatomie in verschiedenen Rassen auf der ganzen Welt Erde experimentierten, und sie existierten bis kurz vor der
vergleicht, kommt er zu dem Schluß, daß der Zeitpunkt der letzten Zerstörung von Atlantis um 10000 v. u. Z. Die my-
Verbreitung der Menschheit vor ungefähr 50000 Jahren thologische Vorstellung dieser Wesen ist sehr bekannt, nicht
stattgefunden haben mußte (Science). Natürlich ist ein sol- nur aus der griechischen Mythologie, sondern auch aus
cher Zeitraum unexakt, aber er paßt zu den Cayce-Rea- Zeichnungen in ägyptischen Gräbern, die Götter mit Vogel-
dings. Turners Analyse läßt jedoch vermuten, daß die ameri- köpfen darstellen und auch aus dem Körper der Sphinx
kanischen Indianer in erster Linie asiatischer Herkunft sind, selbst. Aber gibt es irgendeinen Grund dafür, zu glauben,
und unterstützt damit die Meinung der meisten Main- daß diese Wesen wirklich gelebt haben?
stream-Anthropologen, nicht jedoch die Cayce-Geschichte. Die naheliegendste Antwort ist >nein<, und zwar sowohl
Turners konservativer Zugang zur Vergangenheit des Men- aus evolutionärer wie auch kreationistischer Perspektive.
schen enthält auch große Skepsis in bezug auf Atlantis. Den- Sowohl Evolutionisten wie auch Kreationisten würden
noch ist der Ursprung der amerikanischen Indianer viel- darin übereinstimmen, daß ihre jeweiligen Theorien die Vor-
leicht sehr komplex. Wir werden im nächsten Abschnitt auf stellung von Tieren, die aus Teilen zweier verschiedener Ab-
diesen Punkt zurückkommen, wenn wir über Migrationen stammungslinien zusammengesetzt sind, nicht akzeptieren
aus Atlantis sprechen. können. Für die Evolutionisten hatten Menschen und Pfer-

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de einen gemeinsamen Vorfahren, aber sie haben sich im tionen der Atlanter in viele verschiedene Gegenden geführt,
Laufe der Evolution auseinanderentwickelt, und Menschen wo nach Aussage der Readings auch Berichte vergraben lie-
konnten in keiner Weise die Gene für Hufe in sich haben. In gen. Vielleicht werden diese Berichte die Antwort auf diese
der Sicht der Kreationisten dagegen wurden Menschen und Fragen enthalten.
Pferde als zwei verschiedene >Arten< von Tieren geschaffen,
die sich nicht vermischen konnten. Und bezogen auf das
Cayce-Material liegt das Problem darin, daß es höchstwahr- Die Migrationen aus Atlantis
scheinlich unmöglich ist, überzeugende Beweise zu finden,
selbst wenn seine Aussage wahr ist, denn das Zeugnis der Die meisten Lebensreadings, in denen Atlantis erwähnt
Knochenreste ist begrenzt. Die Wissenschaftler rekonstruie- wurde, befaßten sich nicht mit dem Ursprung der Mensch-
ren Skelette manchmal aus einem ungeordneten Haufen heit, sondern vielmehr mit dem Leben von Individuen wäh-
von Knochen und verwenden dabei evolutionäre Annah- rend der Zerstörung von Atlantis und der Wanderungen in
men. Wenn man Hufe in Verbindung mit einem mensch- sichere Länder. In Kapitel 2 haben wir detaillierte Berichte
lichen Skelett finden würde, so würde man annehmen, daß über das Leben von einem dieser Menschen in den Cayce-
beide Teile zu verschiedenen Tieren gehört haben mußten. Readings gelesen. Zusätzlich zu Plato, Donnelly und Cayce
Carl Bindar hat das in einem Artikel in Historical Geology ist eine ausgedehnte okkulte Literatur in bezug auf die atlan-
gezeigt, und zwar mit dem Bild von Mammutknochen, die tischen Wanderungen entstanden, die sich in wichtigen
von einem phantasiebegabten Paläontolgen im Jahre 1663 Aspekten von den Cayce-Readings unterscheidet. Es ist der
als Einhorn zusammengesetzt wurden (mit einem einzigen Mühe wert, hier zu betonen, was die Readings nicht gesagt
Stoßzahn als Horn!). Alle Rekonstruktionen orientieren sich haben, denn populäre Vorstellungen über Atlantis werden
an Theorien, und die heutigen Theorien würden Cayces Ar- oftmals fälschlicherweise für Cayces Version gehalten.
tenmischungen für ebenso unwahrscheinlich halten wie Die Cayce-Readings haben viel über die Migrationen von
Einhörner. Atlantern nach Ägypten, Yucatän, Mittelamerika, Peru und
Bevor diese Aussagen von Cayce ernstgenommen werden Südamerika zu sagen. Sie erwähnen die atlantische Beteili-
können, müßte eine größere Veränderung in den grundle- gung bei der Errichtung der ägyptischen Pyramiden, be-
genden Vorstellungen der Biologie erfolgen. Aber der jüng- haupten aber nicht, daß die Atlanter die Pyramiden nach
ste Fortschritt in der Gentechnologie hat die Möglichkeit, Yucatän gebracht oder dort selbst Pyramiden gebaut haben.
verschiedene Teile von verschiedenen Tieren zu kombinie- Die Readings behaupten auch nicht, daß die Atlanter die er-
ren, aus dem Bereich der Phantasie in den der Wissenschaft sten Menschen waren, die sich in Ägypten, Peru oder Yuca-
gerückt. Es gibt keine unüberwindbare Grenze für die Er- tän niedergelassen haben. Es gab an diesen Orten bereits
schaffung neuer Lebensformen. Aber die moderne Gentech- blühende Zivilisationen, wenn auch die Ankunft der Atlan-
nologie ist entwickelte Technologie, und niemand hat ir- ter eine starke Wirkung zeitigte. Die Vorstellung Donnellys
gendeinen Beweis für eine so entwickelte Technologie in der und anderer, daß diese Kulturen ohne Vorgänger plötzlich
fernen Vergangenheit gefunden. Hatte Cayce unrecht? Wie in voller Blüte vorhanden waren, wird weder von der Wis-
wir im nächsten Abschnitt sehen werden, haben die Migra- senschaft noch von den Cayce-Readings unterstützt. Die

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Readings behaupten auch nicht, daß die Atlanter für die Wir werden zunächst die Wänderungen in die Neue Welt,
klassische Maya- oder Inkazivilisation verantwortlich waren, dann nach Europa betrachten, und Ägypten werden wir im
ebensowenig wie auch für die Kultur der mound-builders nächsten Kapitel behandeln. Die Cayce-Readings haben
von Nordamerika. Erst ihre Nachkommen schufen diese spezifische Daten für die Wanderungen aus Atlantis ange-
Zivilisationen, und das ist eine ganz andere Sichtweise. Ob- geben:
wohl es selbst zu Cayces Zeit ein beträchtliches wissen- 50772 v . u . Z . (Nr.262/39, 21. Februar 1939), 28000
schaftliches Wissen über die klassischen Zivilisationen gege- v. u. Z. (Nr.470/22, 5. Juli 1938) und eine Reihe von Daten
ben hat, sind die Readings gewöhnlich so formuliert, daß zwischen 10000 v. u. Z. und 11000 v. u. Z. in einer großen
vollkommen klar wird, daß Cayce nicht über die historisch Anzahl von Readings, die sich mit der letzten Zerstörung
bekannten Zivilisationen sprach. Mit seltenen Ausnahmen befaßten. Wir haben gesehen, daß es in der Geologie einige
ist sein Yucatän prä-Maya, sein Peru prä-Inka. Hinweise auf größere Veränderungen der Erde in diesen
Wir wollen jetzt betrachten, was Cayce im einzelnen Zeiträumen gibt. Existiert irgendein Beweis dafür, daß Men-
sagte. Wir werden es mit der wissenschaftlichen Meinung schen schon vor so langer Zeit in Nord- und Südamerika leb-
seiner Zeit wie auch mit jüngeren wissenschaftlichen Ent- ten, und daß es zu den von Cayce angegebenen Zeiten grö-
deckungen vergleichen. ßere Migrationen gab?
Zur Zeit einer jeden Zerstörung und vor allem der letzten
Zerstörung sprach Cayce von Wanderungen aus Atlantis. Die Archäologie zu Cayces Zeit
Diese Migrationen führten zu den Gegenden, die an Atlan-
tis grenzten, dazu gehören Nord- und Südamerika, Europa Der amerikanische archäologische Mainstream in den 20er
und Ägypten. Jahren dieses Jahrhunderts wurde von Dr. AleS HrdliCka an-
Beweise für diese verlorene Zivilisation können in den geführt. HrdliCka war Kurator am U.S. National Museum
Pyrenäen und Marokko auf der einen Seite, in Britisch und der Smithsonian Institution in Washington. Er war der
Honduras, Yucatän und Amerika auf der anderen Seite ge- Meinung, daß menschliche Wesen relativ spät in Nordame-
funden werden. (Nr. 364/3, 16. Februar 1932) rika ankamen, vor höchstens 2000 bis 3000 Jahren. Man
Es gab also Niederlassungen in Yucatän, in Luzom, was glaubte, daß diese Menschen mit dem Boot aus Asien über
dann zum Inkaland wurde, in Nordamerika und in dem die Bering-Straße lange nach dem Abschmelzen der Glet-
Land der mound-builders, das später dann Ohio hieß. scher in Amerika angekommen seien. Den Ursprung der ein-
(Nr. 1215/4, 4. Juni 1937) geborenen Amerikaner hielt man für durch und durch mon-
Die Entität gehörte zu jenen, die mit dem Schiff nach golisch, obwohl viele frühe Forscher weite Abweichungen
Ägypten aufbrachen, dann aber in den Pyrenäen, den Ge- der physischen Typen beschrieben. HrdliCkas Ansichten
genden, die heute zu Portugal, Frankreich und Spanien ge- gaben drei Jahrzehnte lang den Ton an, und die amerikani-
hören, anlangten. Dort kann man noch immer in den Kalk- schen Gelehrten räumten der Möglichkeit, daß die Besied-
felsen von Calais die Zeichen sehen, die von den Anhängern lung Amerikas früher erfolgte, keine ernsthafte Betrachtung
dieser Person dort angebracht wurden... (Nr.315/4, ein. Es gab ja auch keine existenten Beweise, die diese An-
18. Juni 1934) sicht hätten widerlegen können.

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Die Cayce-Readings aus dem Jahre 1923 aber besagten: v . u . Z . in mindestens sechs Readings vor 1934 genannt
»... Diese Person lebte in dem schönen Land Alta oder Po- hatte. Wenige Archäologen haben wahrscheinlich jemals
seidia... und das war fast 10000 Jahre, bevor der Prinz des von den Cayce-Readings gehört.
Friedens kam.« (Nr.288/1, 20.November 1923) Und im Vor Cayces Zeit waren die Theorien über den Ursprung
Jahre 1925 heißt es: ».. .Die Entität lebte in den Ebenen von der Rassen in der Neuen Welt spekulativ. Die gängigen Vor-
Nord- und West-Arizona, als die Völker aus Atlantis sich stellungen umfaßten Quellen, die von Atlantis über die
dort niedergelassen hatten und herrschten.« (Nr. 4211/1, Juden bis zu den Wikingern reichten. In der Scientific Com-
16. Juli 1925) munity herrschte Hrdliökas Theorie über den ausschließlich
Die erste ernsthafte Herausforderung an HrdliCkas Vor- asiatischen Ursprung. Um das Jahr 1933 aber veränderten
stellung erfolgte im Jahre 1926, drei Jahre, nachdem Cayce sich die Auffassungen. Earnest Hooton von der Harvard
zum ersten Mal das Datum 10000 v. u. Z. für eine atlanti- University legte dar, daß die amerikanischen Indianer zwar
sche Niederlassung genannt hatte. In der Nähe der Stadt in vielen Merkmalen homogen sind, sich in anderen aber
Folson in New Mexiko fand ein Cowboy namens George deutlich unterscheiden. Hooton bemerkte im Jahre 1944 in
McJunkin steinerne Speerspitzen und in unmittelbarer einem Kapitel seines Buches The Maya and Their Neigh-
Nähe davon die Knochen eines großen Bison, der um 8000 bours (Die Mayas und ihre Nachbarn), daß sich Mayaskelette
v. u. Z. ausgestorben war. Andere Archäologen entdeckten aus einem Brunnen in Chichen Itza in Yucatän nicht sehr
ähnliches, und schon bald waren diese Speerspitzen aus Fol- von Skeletten aus dem Mittleren Osten unterschieden, und
son der Beweis dafür, daß in Nordamerika Menschen auch daß sie nicht sehr mongoloid aussahen. Diese Abweichung
vor 10000 v . u . Z . gelebt hatten. Und trotzdem blieb konnte man entweder als Differenzierung aus einem einzi-
HrdliCka auch noch im Jahre 1928 bei seiner Meinung. gen Typus erklären, der die Neue Welt betreten hatte (eben
Eine weitere Entdeckung in der Nähe von Clovis in New des mongoloiden Typus), oder aber als die Fortführung ver-
Mexiko aus dem Jahre 1932 bestätigte die frühe Existenz schiedener Rassenformen unter mehreren verschiedenen
von Menschen in Nordamerika. Die Speerspitzen von Clo- Gruppen von Immigranten (das würde zu Cayces Atlantis-
vis, die noch älter als diejenigen von Folson waren, ließen geschichte, wie auch zu anderen Erörterungen passen).
vermuten, daß schon um 10000 v. u. Z. Menschen hier ge- W.W. Howells von der University of Wisconsin untersuch-
lebt hatten. Der wahrscheinlichste Weg war der über die Be- te den Stellenwert dieser Vorstellung in einem weiteren Ka-
ring-Straße, diesmal aber über die Landbrücke von Sibirien pitel seines Buches und kam zu dem Schluß, daß der größte
nach Alaska, die durch den gesunkenen Meeresspiegel (auf- Teil des Materials auf einen vorwiegend asiatischen Rassen-
grund der Gletscherbildung) entstanden war. Diese Daten typus hinwies. Er bemerkte jedoch, daß vor allem die ameri-
wurden erst 10 Jahre und Hunderte von Readings, nachdem kanischen Indianer im östlichen Teil Nordamerikas eine Af-
Cayce zum ersten Mal gesagt hatte, daß Menschen aus At- finität zum weißen Rassentypus aufweisen. Also hatte sich
lantis in der Zeit um 10000 v. u. Z. ausgewandert waren, die wissenschaftliche Meinung noch zu Cayces Lebzeiten zu
einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Allerdings hat man verändern begonnen.
Cayce nicht zugute gehalten, daß er für diese Meinungsän- In den darauffolgenden Jahren bis zu Cayces Tod im
derung verantwortlich sei, obwohl er das Datum 10000 Jahre 1945 und danach hatten zahlreiche Funde, die sich

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zwischen 10000 und 9000 v. u. Z. bewegten, die meisten Man hat diese Vorstellung als die >Overkill-Hypothese< be-
Archäologen davon überzeugt, daß in diesem zeitlichen zeichnet. Sie resultiert aus der Beobachtung, daß im glei-
Rahmen Menschen die Neue Welt betraten und sich schnell chen Zeitraum sowohl eine deutliche Zunahme menschli-
ausbreiteten. Diese Daten passen genau zu denen, die Cayce cher Siedlungen wie auch eine scharfe Abnahme in der Po-
angibt, aber man hat keine älteren Fundplätze entdeckt, die pulation von Großtieren stattfand. Die Cayce-Readings un-
Cayces Geschichten von früheren Wanderungen hätten be- terstützen die Vorstellung, daß Menschen das Aussterben
stätigen können. Und als möglicher Ort für den Ursprung dieser Großtiere geplant hatten, sie besagen aber auch, daß
des Menschen wurde Atlantis nicht ernsthaft betrachtet. Klimaveränderungen für das frühere Aussterben um 50000
v . u . Z . verantwortlich waren. (Nr.5249/1, 12.Juni 1944)
Diese Theorie einer Klimaveränderung wird auch von wis-
Das gegenwärtige Beweismaterial
senschaftlicher Seite unterstützt und die Diskussion wird
Die modernen Datierungsmethoden verbunden mit weite- noch immer von Martin und anderen weitergeführt: In
ren Ausgrabungen haben zu einem vollkommen neuen Bild einem Buch Quaternary Extinctions: A Prehistoric Revolu-
der frühen menschlichen Besiedlung der Neuen Welt ge- tion (Vierfaches Aussterben: Eine prähistorische Revolu-
führt. Wir können nur einen kleinen Teil des wichtigsten tion) wird die Frage behandelt, ob das Aussterben durch das
Materials zusammenfassen. Klima oder die Menschen verursacht wurde. Aber noch in
Vor den 70er Jahren hielt man die Speerspitzen von Clo- den frühen 70er Jahren gab es einige wenige, die die erste
vis für die ältesten Zeugnisse menschlicher Wesen in der Besiedlung Nordamerikas vor etwa 12000 Jahren in Frage
Neuen Welt. Man hat sie inzwischen zuverlässig auf ca. stellten. Etwa um das Jahr 1976 begann diese 12000-Jahre-
10000 v. u. Z., also auf ein Alter von etwa 12000 Jahren Grenze in sich zusammenzubrechen. Richard S. MacNeish,
datiert. Woher kamen die Menschen, die diese Speerspitzen Direktor des Peabody Museum of Archaeology in Massa-
hergestellt haben? Im allgemeinen glaubt man, daß sie über chusetts, schrieb einen Artikel im American Scientist, in
die Bering-Straße von Sibirien über Alaska auf einer Land- dem er von der Entdeckung noch älterer Fundstätten be-
brücke nach Amerika kamen, die zu einer Zeit existierte, als richtet, die über den ganzen Weg bis zur Südspitze von Süd-
durch die Entstehung der Gletscher der Meeresspiegel ge- amerika verteilt lagen. Dies gab Anlaß zu der Vermutung,
sunken war. Das Klima in dieser Gegend war wenig gast- daß Menschen schon früher als vor 12000 Jahren die Neue
freundlich, aber es schien keinen anderen Zugangsweg zur Welt betreten hatten. Der Haken an der Sache aber lag
Neuen Welt zu geben, und man wußte, daß diese Land- darin, daß es während dieser Zeit im großen und ganzen
brücke vor 12000 Jahren begehbar war. keine Landbrücke in der Bering-Straße gab. Jesse Jennings
Die populärste Theorie war die von Paul Martin, der be- legt in Prehistory of North America (Vorgeschichte von
hauptete, daß menschliche Wesen die Neue Welt in einer Nordamerika) dar, daß die einzige andere mögliche Zeit, zu
Migration von Asien über die Bering-Straße betraten (vor der die Bering-Straße über Wasser war, in der Mitte der letz-
etwa 10000 Jahren), und daß ihre Bevölkerung schnell ten Eiszeit (vor ungefähr 30000 Jahren) gelegen haben muß,
wuchs. Dadurch soll das Aussterben von großen Tieren er- oder aber vor Beginn der letzten Eiszeit (vor etwa 72000
klärt werden, die zu dieser Zeit Amerika durchstreiften. Jahren). Wenn nicht über die Bering-Straße, wie gelangten

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dann Menschen zum ersten Mal in die Neue Welt? Die Parallelen. Dieses Material stimmt mehr mit Cayce als mit
Cayce-Readings antworten auf diese Frage natürlich mit Donnellys Parallelen zwischen den Mayas und den Ägyp-
einer Migration aus Atlantis... also nicht von Westen, tern überein. Natürlich hat Greenman Atlantis nicht er-
sondern von Osten her. wähnt. Er dachte nur an eine Bootsreise über den Atlantik,
Gibt es irgendwelche wissenschaftlichen Beweise dafür, vielleicht am Rande des arktischen Eises entlang, aber sein
daß Menschen über den Atlantischen Ozean, vielleicht sogar Material stimmt mit Sicherheit mit der Atlantis-Hypothese
von Atlantis nach Amerika gekommen sind? Die Mehrheit überein.
hält diese Möglichkeit für unwahrscheinlich, da es genü- Das beste Zeugnis dafür, daß es in der Neuen Welt auch
gend Beweise dafür gibt, daß manche Völker, wie etwa die schon zu der Zeit der früheren Zerstörung von Atlantis
Eskimos, erst vor kurzer Zeit über die Bering-Straße nach Menschen gab, ist die große Anzahl von Fundstätten aus
Amerika gekommen sind. Aber angesichts der großen Zahl dieser Zeit, und die Tatsache, daß man jedesmal mehr findet
alter Zeitangaben ist es immer schwieriger geworden, Land- und datieren kann. Die ältesten Daten sind noch immer sehr
brücken auch in den dafür erforderlichen Zeiträumen zu umstritten, aber es gibt mehrere akzeptierte Daten, die mehr
finden. Im Jahre 1963 legte der Anthropologe E.F. Green- als 12000 Jahre zurückreichen. Der Artikel von MacNeish
man eine Theorie vor, die weitaus mehr mit der Atlantis- faßt alle Ausgrabungsstätten zusammen, die man vor 1976
Theorie übereinstimmt. entdeckt hat, und ein Buch, das von dem Anthropologen Ri-
Greenman, ein Professor für Anthropologie an der Uni- chard Shutler im Jahre 1983 herausgegeben wurde, bringt
versity of Michigan, argumentierte in einem Artikel, der im diese Aufzählung auf den neuesten Stand. Jeffrey Goodman
Current Anthropology erschien, daß Menschen aus Europa schreibt in seinem Buch American Genesis aus dem Jahre
mit dem Boot in die Neue Welt gekommen seien: Er fand 1961, daß moderne Menschen in Amerika früher erschienen
viele kulturelle Ähnlichkeiten zwischen den Steinzeitvöl- als in anderen Weltgegenden. Es ist ihm vielleicht nicht ge-
kern Europas und Nordamerikas. Seine imposante Aufzäh- lungen, das zu beweisen, immerhin aber liefert er einen de-
lung von Ähnlichkeiten umfaßte sowohl Kunstgegenstände taillierten Führer durch die frühe menschliche Besiedlung
wie auch Objekte aus Stein, wie etwa Speerspitzen. Hier Amerikas. Goodmans Arbeit ist von Skeptikern kritisiert
haben wir also einen Beweis für transatlantische Verbrei- worden, wie es immer mit allen Versuchen geschieht, über-
tung von Technologie, und zwar genau in dem von Cayce sinnliche Materialien mit Archäologie in Verbindung zu
angegebenen Zeitraum. Dies ist zwar keine entwickelte bringen. Die Anthropologen Marshall McKosick und Ken
Technologie wie die der Mayas oder Ägypter, sondern nur Feder haben das ganze Konzept medialer Archäologie ange-
einfache Steinwerkzeuge. Dennoch war es für die paläolithi- griffen, und vor allem die Bücher von Goodman und die
schen Völker eine kulturelle Revolution. Diese Technologie Readings von Cayce. Der Leser wird selbst beurteilen müs-
ist vielleicht das einzige gewesen, was aus den Wanderungen sen, welche Quelle ihm am vernünftigsten erscheint.
einer zusammenbrechenden Zivilisation überlebt hat. Cayce Eine der Ausgrabungsstätten, die die Archäologen zuver-
nannte die Pyrenäen als eine weitere Gegend, in die die lässig datieren konnten, ist die Pikimachay-Höhle in Ayacu-
Atlanter flohen, und sowohl die Pyrenäen wie auch andere cho in Peru. Peru wurde in zahllosen Cayce-Readings als
europäische Gegenden sind die Quellen für Greenmans das Ziel der Atlanter während der früheren Zerstörungen

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genannt. Richard MacNeish hat Schichten mit mensch- von Menschen erzeugte Gegenstände enthalten waren,
lichen Erzeugnissen auf ein Alter von 14500 Jahren datiert. 250000 Jahre alt sind. Für die Archäologen war ein so
Diese Gegenstände wurden zusammen mit vielen Knochen hohes Alter schwer zu akzeptieren, da es das lOfache von
ausgestorbener Säugetiere gefunden. MacNeish ist der Mei- den üblichen Datierungen in Nord- und Südamerika betrug.
nung, daß Menschen diese Gegend seit mindestens 20000 Die Diskussion in der Zeitschrift Quaternary Research wird
Jahren bewohnten. noch immer fortgeführt.
Eine der wichtigsten Fundstätten in Nordamerika ist der Noch älter und noch umstrittener sind die Calico Hills in
Meadowcroft Rock Shelter im Südwesten von Pennsylva- Kalifornien, die von Louis Leakey ausgegraben wurden.
nia. Als die Archäologen, geführt von James Adovasio von (Science, 1970). Leakey schätzt das Alter der Stein Werkzeu-
der University of Pittsburgh, in der Tiefe dieser Höhle gru- ge aus der Fundstelle in Calico Hills auf 500000 Jahre! Für
ben, entdeckten sie mehr als 400 Steingegenstände aus einer die anderen Archäologen war dies ganz einfach undenkbar,
Schicht, die aufgrund der Holzkohle an einer Feuerstelle auf und sie lieferten sofort eine alternative Erklärung, nämlich
ein Alter von 15000 Jahren datiert wurden. Dazu gehörten daß die Steinwerkzeuge ganz einfach natürlich verwitterte
auch schmale Gegenstände, die so ähnlich wie eine Messer- Felsen seien. Vance Haynes von der University of Arizona
schneide geformt waren und eine Ähnlichkeit mit Gegen- hat am allermeisten die natürliche geologische Entstehung
ständen aufwiesen, die an europäischen Cro-Magnon-Fund- vertreten, und das ist jetzt die herrschende Theorie [Science,
stellen entdeckt worden waren. Aus einer noch tieferen 1973). Leakey starb kurz nach der Ausgrabung an diesem
Schicht kam eine C-14-Datierung für ein Stück Flecht- Ort und konnte die Diskussion nicht weiter führen. Die
werk.. . Es wurde auf mehr als 17000 Jahre geschätzt. Ado- Fundstelle bleibt umstritten, aber wie mit Hueyatlaco wird
vasios Arbeit wurde in der Zeitschrift American Antiquity die Kontroverse zwischen Mainstream-Archäologen ge-
im Jahre 1977 veröffentlicht. führt, nicht jedoch von der Wissenschaft und dem Okkul-
In einer neueren Entdeckung, über die Bruce Bower in tismus.
Science News im Jahre 1986 berichtete, wurde ein Felsenun- Bezogen auf die Cayce-Geschichte ist das Material durch-
terschlupf in Brasilien (Pedra Furada) durch die C-14-Metho- aus konsistent. Vor ungefähr 12000 Jahren, zur Zeit der
de auf mehr als 32000 Jahre geschätzt. Eine Herdstätte in letzten Auswanderung aus Atlantis, gab es eine starke Be-
diesem Unterschlupf, deren Alter auf 17000 Jahre datiert völkerungsexplosion, verbunden mit einer Polverschiebung,
wird, enthält einen Felsen mit zwei roten gemalten Linien, klimatischen Veränderungen und dem Aussterben von gro-
und das läßt vermuten, daß die Höhlenmalerei in Nord- und ßen Tieren. Beweise für eine frühe menschliche Besiedlung
Südamerika ungefähr zur selben Zeit begann, wie auch in Eu- vor diesem Datum gibt es nicht nur im Südwesten, wo sie zu
ropa und Afrika. Die Mauern und Decken von Pedra Furada Cayces Zeit entdeckt wurde, sondern einige der ältesten
sind noch immer mit prähistorischen Malereien bedeckt. Überreste wurden in Mexiko, in Südamerika und dem Osten
Andere umstrittenere Fundstellen weisen auf ein noch der Vereinigten Staaten (West Pennsylvania) entdeckt, alles
höheres Alter hin. Hueyatlaco in Mexiko ist vielleicht ganze Orte, die Cayce als Ziel der Auswanderungen von Atlantis
250000 Jahre alt. Virginia Steen-Mclntyre vom U.S. Geolo- genannt hatte. Im Jahre 1983 kam Richard Shutler zu dem
gical Survey zeigte im Jahre 1981, daß Schichten, in denen Schluß, daß der bedeutsamste jüngere Fortschritt in der

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Archäologie des frühen Menschen darin besteht, daß wir die oder Atlantis bezeichnet wird, und zwar in jener Zeit, als es
erste Besiedlung von Nordamerika mit mindestens 20000 auseinanderbrach, und damals wanderten die Kinder des
Jahren angeben können, dabei aber die Möglichkeit mitein- Gesetzes des Einen (zu denen auch diese Person gehörte)
beziehen müssen, daß sie bereits vor 50000 Jahren erfolgte. aus Atlantis in Teile des heutigen Yucatän.« (Nr. 2073/2,
Die Archäologen zu Cayces Zeit hätten nicht im entfernte- 12. April 1940). »Die Entität gehörte zu denen, die in das
sten daran gedacht, an diesen Orten und in diesem zeitlichen heutige Yucatän geschickt wurden, was später dann zur
Rahmen nach frühen Menschen zu forschen. Ob die ersten Mayazivilisation wurde.« (Nr. 1599/1, 29.Mai 1938)
Amerikaner über die Bering-Straße oder aus Atlantis Die Cayce-Readings erläutern also nicht die eigentliche
kamen, ist eine Frage, die noch beantwortet werden muß. Entwicklung der Mayakultur, sondern vielmehr die Ur-
Aber Cayces Äußerungen und vor allem seine Daten liegen sprünge einer Prä-Mayakultur um das Jahr 10600 v. u. Z.
inzwischen mit aller Sicherheit nicht mehr außerhalb des Be- Wären die Readings bezogen auf die Maya-Archäologie zu
reiches der Wissenschaft, wie noch zu seiner Zeit. Cayces Zeit vernünftig? Seit der Mitte des letzten Jahrhun-
Was geschah mit den Atlantern, nachdem sie aus Atlantis derts hatte die Maya-Archäologie große Fortschritte ge-
geflohen waren? Wenn man Cayces Antworten wörtlich macht, auch wenn gleichzeitig Bücher wie das von Donnelly
nimmt, so gewähren sie nur wenig Unterstützung für die weiterhin populär blieben. Forscher hatten viel von der
Ansichten von Donnelly und der Okkultisten, stimmen aber Mayazivilisation entdeckt, darunter auch die drei >Bücher<,
mit jüngerem wissenschaftlichem Material überein. die die spanische Invasion überdauerten, hohe Pyramiden,
riesige Baudenkmäler und selbst Höfe für basketballähn-
liche Spiele.
Auswanderungen nach Yucatän
Die Übersetzung des Mayabuches Troano-Codex von Le
41 Cayce-Readings erwähnen Yucatän in Mittelamerika, Plongeon, die von der Hypothese eines Kontinentes Mu
und fast durchgehend in Verbindung mit Auswanderungen ausging, war inzwischen gründlich diskreditiert worden, und
aus Atlantis. Als Cayce gebeten wurde, eine historische Ab- etwa ein Drittel von den Symbolen der Mayaschrift konnte
handlung über den Ursprung und die Entwicklung der Ma- gelesen werden. Sylvanus Morley, ein bekannter Experte
yazivilisation zu geben, antwortete er: »Ja, wenn wir über für die Mayasprache, schrieb im Jahre 1940, daß zwei Ar-
die Zivilisation in diesem Teil der Welt berichten, so sollten chäologen, Ernst Forstemann und G.T. Goodman, im
wir daran denken, daß mit dem Fortschreiten der Forschun- Jahre 1900 unabhängig voneinander schlüssig bewiesen hat-
gen immer mehr davon entdeckt wird... Wir müssen uns in ten, daß der Dresden-Codex eine astrologische Abhandlung
die Zeit um 10600 zurückversetzen, bevor der Prinz des war, die sich mit Sonne, Mond und Venus befaßte. Im Ge-
Friedens in das verheißene Land kam.« (Nr. 5750/1, ^ . N o - gensatz zu Donnellys Behauptung gab es ganz offensichtlich
vember 1933) Im weiteren Verlauf des Readings werden die keine Ähnlichkeit zwischen der Mayasprache und dem
Anfänge einer Zivilisation in Yucatän beschrieben, aus Griechischen.
denen dann schließlich die Mayazivilisation werden sollte. Zu Cayces Zeit lag die Basis, aus der die Mayakultur ent-
Auch in anderen Readings wird Yucatän erwähnt: sprungen war, noch immer im Dunkeln. Der Archäologe
»...Die Entität war in jenem Land, das jetzt als Poseidia A. L. Krober faßte den Stand der Maya-Archäologie im

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Jahre 1940 zusammen und verwendete dazu Beweismate- Ausgrabungen viel über die Geschichte der Mayas zutage
rial, das zu der Zeit gesammelt worden war, als Cayce seine gefördert. In diesem Fall gibt es nur wenig Material, das
Readings erteilte: Cayce unmittelbar bestätigt, da man nur einige wenige po-
Es wird inzwischen allgemein akzeptiert, daß uns konti- tentiell sehr alte Plätze wie Hueyatlaco gefunden hat. Die
nuierliche Forschungen in Teilen von Mexiko und im Süd- Readings beziehen sich auf einen Zeitraum, der lange vor
westen unseres eigenen Staates höchstens 2000 Jahre in die den großen Mayadenkmälern liegt, die die Phantasie der Öf-
Vergangenheit zurückführen. Die früheren Ansichten, die fentlichkeit stimuliert. Aber die Äußerungen in den Rea-
die ersten entdeckten Stadien im 2. Jt. v. u. Z. oder selbst dings sind zumindest nicht unvereinbar mit den Entdeckun-
noch früher lokalisiert haben, halten der Kritik nicht mehr gen der Archäologie. Gordon Willey erörterte in einem Ka-
stand. Obwohl es für Peru noch immer keine absolute Chro- pitel seines Buches Social Progress in Maya History aus dem
nologie gibt, zeigen konservative Schätzungen die Tendenz, Jahre 1977 den Fortschritt der Maya-Archäologie seit 1940.
die ganze bekannte Entwicklung dieser Kultur erst mit dem Um 1977 hatte man das früheste Datum für die frühe vor-
Beginn der christlichen Ära entstehen zu lassen. (The Maya klassische Mayakultur bis auf 2000 v. u. Z. zurückgescho-
and their neighbours.) ben. Der Bau von großen Zeremonialzentren begann nach
Ein weiterer bekannter Archäologe, Alfred Kidder, sagte, 300 v. u. Z. Die klassische Zivilisation blühte zwischen 300
daß frühere grundlegende Aspekte zum Ursprung der Maya- n. u. Z. und 900 n. u. Z. Zu der Zeit, als die Spanier unter
kultur noch immer im Dunkeln der Vergangenheit verbor- Cortes im Jahre 1541 in Mittelamerika anlegten, war die
gen sind. Er wies darauf hin, daß der Glaube an einen bärti- Mayakultur seit langem schon dekadent. Ein jüngerer Arti-
gen weißen Kulturheros - Quetzalcoatl bei den Azteken, kel von Willey, der im Jahre 1982 in Science veröffentlicht
Kukulkan bei den Mayas, Bochica bei den Chibcha von wurde, zitiert Beweismaterial, das von Richard MacNeish
Kolumbien und wahrscheinlich auch Viracocha bei den gesammelt wurde: Es bezieht sich auf noch frühere Einwoh-
peruanischen Indianern - weit verbreitet ist, aber seinen ner von Mittelamerika, die vor der Mayakultur dort gelebt
Ursprung kann man nur schwer irgendeinem bestimmten hatten. Ihre Anwesenheit wird bis ins Jahr 9000 v. u. Z. zu-
Zeitraum zuordnen. Donnelly hatte diesen weißen Heros/ rückverfolgt. Man glaubt nun nicht mehr, daß die Maya ein-
Gott als Beweis für Atlantis genommen, aber das war weder fach in voller Blüte auf den Plan traten. Zudem fand man
zu Cayces Zeit noch in der Gegenwart eine akzeptierte Er- dieses Material in Belize, dem früheren British Honduras,
klärung. einem Ort auf der Südseite von Yucatän, der ganz besonders
Wenn Cayce Donnellys Theorien hätte unterstützen wol- in dem Reading Nr. 364/3 aus dem Jahre 1932 genannt
len, so wäre er nicht einmal innerhalb des akzeptierten zeit- wurde. Zwar gab es während des ganzen fraglichen Zeit-
lichen Rahmens seiner Zeit gelegen. raumes beträchtliche Wanderungsbewegungen in und aus
Wie hat sich unser Wissen über die Mayakultur seit Cay- dieser Gegend, aber die Prä-Mayabesiedlung kann nun fast
ces Zeit verändert? Haben wissenschaftliche Entdeckungen bis zu der Zeit zurückverfolgt werden, die von Cayce an-
die Geschichte der Readings wahrscheinlicher oder weniger gegeben wurde.
wahrscheinlich gemacht? Ein weiteres Mal haben moderne In Cayces Beschreibung des Klimas finden wir ein weite-
Datierungsmethoden in Zusammenhang mit ausgedehnten res Element, das mit der Forschung übereinstimmt: »Diese

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Gegend war damals nicht so sehr tropisch, sondern vielmehr aber es gibt in Washington auch andere archäologische
gemäßigt...« (Nr.5750/1, 12.November 1933). Unser Wis- Sammlungen.
sen über das Klima in dieser Gegend vor 12000 Jahren be- Auch das >Pennsylvania State Museum< ist problema-
stätigt diese Behauptung. Die Gletscher waren noch immer tisch, da es dort mehr als eine Möglichkeit gibt. Viele Men-
am Schmelzen und ganz Nordamerika war viel kälter als schen haben vermutet, daß Cayce das University of Penn-
jetzt. sylvania Museum meinte. Jeffrey Goodman versuchte in
Das war ein indirekter Beweis für die Konsistenz und seinem Buch Psychic Archaeology, Cayces Hinweisen zu
Plausibilität der Cayce-Geschichte. Aber die Readings ent- folgen. Er entdeckte, daß das University Museum im Jahre
halten einen Hinweis darauf, der die Cayce-Geschichte von 1933 tatsächlich Ausgrabungen in Pedras Negras in Guate-
Atlantis selbst wie auch von den Maya bestätigen könnte. mala durchführte. Der Bericht darüber wies viele Gemein-
Er sprach von einem verschütteten Tempel, in dem man In- samkeiten mit Cayces Beschreibung auf: Es gab eine Über-
formation und Berichte über die Konstruktion des >Feuer- lagerung von mehreren verschiedenen Zeiträumen, und der
steins< oder >großen Kristalls< finden würde: »In Yucatän leitende Forscher bei dieser Ausgrabung, Dr. Linton Sat-
gibt es ein Exemplar davon. Es kann vielleicht leicht gefun- terthwaite, sagte, daß er »versucht sei, eine Mischung von
den werden. Man wird es nach Amerika, in die Vereinigten Maya- und Nicht-Mayastilen dort zu sehen«. War das die
Staaten bringen. Ein Teil davon wird ins Pennsylvania State Ausgrabungsstätte, die Cayce beschrieb? Vielleicht, aber die
Museum gebracht werden, ein weiterer Teil in ein Museum Bibliothek der A.R.E. hat Photographien und einen Kata-
in Washington, oder nach Chicago.« (Nr.440/5, ^.Dezem- log vom William Penn Memorial Museum in Harrisburg,
ber 1933). Als gefragt wurde: »Wer führt diese Arbeit in das noch weitere archäologische Ausgrabungen in Yucatän
Yucatän durch?«, antwortete das Reading: »Doch nur von zeigt, diese Photographien sind aus den 30er Jahren, die dar-
denen, die mit den oben genannten Museen in Verbindung auf abgebildeten Menschen unbekannt. Dieses Museum
stehen!« wurde früher als Pennsylvania State Museum bezeichnet.
Und hat man etwas gefunden? Viele Menschen hätten Dennoch aber ist noch nichts gefunden worden, was in ir-
sich gewünscht, daß Cayce in einigen seiner Readings deut- gendeiner Weise dem Feuerstein ähneln könnte.
licher geworden wäre. Es gab tatsächlich Expeditionen in
jene Gegend und zu der Zeit (1933), als Cayce dieses Rea-
Auswanderungen nach Peru
ding erteilte, aber die Identifikation eines einzelnen Gegen-
standes, der zudem nicht beschrieben ist, ist natürlich eine Cayce erteilte 73 Readings, in denen Inkarnationen in Peru
Herausforderung. erwähnt wurden, und zwar in einem Zeitraum zwischen der
Unglücklicherweise waren die Readings in bezug auf die- Zerstörung von Atlantis bis zum Sieg der Spanier über die
sen Gegenstand unklar, genauso unklar war auch ihr Be- Inkas. Die historischen Zeiträume scheinen in den Readings
stimmungsort. >Nach Chicago< konnte heißen: in das Field durchaus konsistent zu sein: Cayce verwechselt keineswegs
Museum of Natural History in Chicago, aber auch überall die Spanier mit den Atlantern! Wie seine Maya kommen
anderswo in dieser großen Stadt. >Das Museum in Washing- auch die Inkas erst lange Zeit nach der Zerstörung von At-
ton .. .< meinte wahrscheinlich die Smithsonian Institution, lantis in Spiel. Vor den Atlantern wurde Peru von dem Volk

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der Ohlms oder Ohums bewohnt: »In der vorhergehenden Einzelheiten liefern, den wir brauchen, um die Cayce-Rea-
Inkarnation lebte die Entität in jenem Land, das heute Peru dings vollständig zu beurteilen, aber wir sehen ein weiteres
heißt, und zwar zur Zeit der Ohlms, bevor die Inkas und die Mal, daß Cayces Äußerungen über die Vorläufer der Inkas
Völker von Poseidia das Land betraten.« (Nr. 1916/5, nicht ohne wissenschaftliche Unterstützung sind. Die Rea-
19. Januar 1931). »In dieser Inkarnation war die Entität eine dings sprechen auch von einer späteren Zeit in der Ge-
Priesterin, das war bei den Incals, den Verlorenen Stämmen, schichte von Peru, noch immer aber vor der Ankunft der
den Menschen aus Atlantis, die aus den Aktivitäten im Spanier: »...In dem heutigen Peru zu jener Zeit, als es die
Kontinent Lemuria nach Westen gekommen waren.« Verfolgungen gab... das waren aber nicht die Verfolgungen,
(Nr. 1159/1, 5.Mai 1936) die von den Spaniern durchgeführt wurden, vielmehr waren
Was wissen wir über die Inkas und ihren Ursprung? Der es Verfolgungen, die aus dem Abbruch der Beziehungen mit
Anthropologe Loren Mclntyre beschrieb ihre Zivilisation in den Menschen aus Yucatän resultierten.« (Nr. 1637/1,
einem Buch für die Zeitschrift National Geographie aus 12. Juli 1938)
dem Jahre 1975. Die Inkas selbst betraten erst sehr spät die Selbst zu Cayces Zeit war man sich darüber im klaren,
Bühne der Geschichte. Der erste Inkakaiser Pachacuti be- daß die Mayas ihren Einfluß auch in Südamerika geltend ge-
gann die Ausdehnung seines Reiches erst um 1438 u. Z. Zur macht hatten, und daß es zu einem bedeutsamen kulturellen
Zeit seiner größten Ausdehnung umfaßte das Inkareich Austausch gekommen war. Samuel Lothrop erörterte im
knapp 4000 km, also in etwa soviel wie das Römische Reich. Jahre 1940 die verschiedenen Vorstellungen darüber, wie
Im Jahre 1532 nahm der Spanier Francisco Pizarro den diese kulturellen Formen nun genau ausgetauscht wurden.
Inka Atahualpa gefangen. Diese Handlung zerschmetterte Manche Autoren (Lothrop zitiert als Beispiel dafür Max
das Imperium auf der Höhe seiner Macht. Uhle) sind der Meinung, daß sich alle Manifestationen der
Uns interessieren hier jedoch die Vorgänger der Inkas. Ri- Andenkultur aus Mittelamerika abgeleitet haben, und zwar
chard MacNeish, der im Zusammenhang mit der Datierung größtenteils als Ergebnis einer wirklichen Einwanderung.
von alten Ausgrabungsfunden erwähnt wurde, hat in Scien- Mit Sicherheit ist es vernünftig anzunehmen, daß ein Ergeb-
tific American eine Studie der frühen Völker von Peru ver- nis dieses kulturellen Kontaktes die Verfolgung durch die
öffentlicht. Das Ayacucho Tal hoch in den Anden von Peru Eindringlinge aus Yucatän war, wie Cayce sagte.
birgt Beweise für eine menschliche Besiedlung, die in unun- Die Readings sprechen auch von einer Zerstörung von
terbrochener Abfolge von 20000 v. u. Z. bis 1500 u. Z. an- Peru vor der von Atlantis, und zwar als dort die Zivilisation
dauerte. Es gibt ein Fortschreiten vom frühen Jäger über der Ohlms herrschte: »In der vorhergehenden Inkarnation
den Bauern bis zum Untertanen eines Imperiums. Tief in lebte diese Person in jenen Tagen, als die Völker aus den
einer Höhle fand MacNeish eine Anordnung von ziemlich überfluteten Gegenden des südlichen Teils von Peru
groben Steinwerkzeugen, die er nach einem nahegelegenen kamen...« (Nr.470/2, 15.Mai 1925) »In der vorhergehen-
Dorf als den Paccaicasa Komplex bezeichnete. Die Men- den Inkarnation lebte die Person in dem heutigen Peru, als
schen, die diese speziellen Werkzeuge herstellten, lebten im die Menschen durch die Überflutung des Landes vernichtet
Ayacucho Tal vor 22000 bis 13000 Jahren. Waren das die wurden. Damals lebte diese Person in der Nähe des Herr-
Ohlms? Steinwerkzeuge können uns nicht den Reichtum an schers der Ohlms.« (Nr.2903/1, 26. Juni 1925)

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Wie wir gesehen haben, neigen Geologen im allgemeinen der Vorstellung einer atlantischen Einwanderung besteht
nicht zu Theorien von katastrophischen Überflutungen. Er- darin, daß das vorhandene Material größtenteils auf die Ab-
staunlicherweise aber gibt es tatsächlich Beweismaterial für kunft der nordamerikanischen Bevölkerung von Einwan-
ein tiefes Absinken von Landmasse vor der Küste von Peru, derern aus Asien hinweist. Trotz kultureller Parallelen mit
möglicherweise sogar einige versunkene Ruinen. Dr. Robert Europa, wie sie etwa Greenman festgestellt hat, scheinen die
Menzies, der Direktor des Duke University's Oceanographic eingeborenen Amerikaner genetisch am engsten mit den
Program soll einem Artikel in der New York Times vom Asiaten verwandt zu sein. Was für Folgen hat das für die
17. April 1966 zufolge behauene Felssäulen entdeckt haben, Cayce-Geschichte ?
die auf einer lehmigen Ebene vor der Küste von Peru 200 m Die Readings geben zu, daß es eine komplexe Mischung
unter dem Wasserspiegel lagen. Menzies und seine Kollegen von Einwanderern in Nordamerika gibt: »...Die Entität
suchten nach der Neoplinia, einer Art Meeresmolluske, die lebte damals in der Gegend, wo sie auch heute geboren ist
zu den ältesten bebenden Fossilien< der Erde gehört. Sie (Nebraska), und zwar zu der Zeit, als sich die Völker des Sü-
konnten zwar einige der gesuchten Arten mit ihren Schlepp- dens von denen absetzten, die vom Westen über die Inseln
netzen zutage fördern, aber mit ihren Tiefseetauchkameras im Meer gekommen waren.« (Nr. 3179/1, 26. August 1943)
hatten sie Säulen photographiert, die, wie es schien, mit Robert Wauchope diskutiert in seinem Buch Lost Tribes
einer Art Schrift bedeckt waren. Menzies wird dabei folgen- and Sunken Continents (Verlorene Stämme und versunkene
dermaßen zitiert: »Zwar erscheint die Vorstellung von einer Kontinente) all die wirren Theorien über den Ursprung der
versunkenen Stadt im Pazifik unglaubwürdig, aber das Ma- eingeborenen Amerikaner. Lange vor Cayce bis zurück in
terial, das bisher zutage gefördert wurde, läßt eine der aufre- die frühen Jahre des 18. Jh.s gab es die verschiedensten
gendsten Entdeckungen dieses Jahrhunderts vermuten.« Es phantastischen Theorien darüber. Es ist schwer, sich nicht
ist uns nicht gelungen, irgendwelche späteren Berichte zu in diese Gesellschaft zu begeben, wenn man dieses Thema
finden, die diese Entdeckung bestätigt oder zurückgewiesen auch nur aufwirft. Ganz offensichtlich mußte Cayces Publi-
haben und es läßt sich nur schwer sagen, ob sie von den Wis- kum mit einigen dieser Vorstellungen vertraut gewesen sein.
senschaftlern jemals ernstgenommen wurde. Sie stammt auf Gibt es irgendeine wissenschaftliche Basis für die Vorstel-
jeden Fall von einem angesehenen Forscher. lungen, daß die eingeborenen Indianer sich aus verschiede-
nen Quellen ableiten, daß sie nicht nur über die Bering-Stra-
ße nach Amerika kamen, sondern auch aus Afrika, Europa
Auswanderungen nach Nordamerika oder selbst auch aus Atlantis? Die Cayce-Readings scheinen
Den Cayce-Readings zufolge lebten Menschen schon vor diese Spekulationen widerzuspiegeln und erwähnen sowohl
10 Mio. Jahren in Nordamerika. Das bisher älteste wissen- die Verlorenen Stämme und einen atlantischen Ursprung
schaftliche Material, das von Leakey in Calico Hills ent- der mound-builders: »Die Entität gehörte zu den ersten
deckt wurde, ist möglicherweise 500000 Jahre alt, wurde Menschen der zweiten Generation aus Atlantis, die sich von
aber nicht allgemein akzeptiert. Die meisten Readings spre- Yucatän aus nach Norden vorwärts kämpfte und sich in
chen von viel späteren Einwanderungen während der Zeit einer Gegend niederließ, die heute zu Kentucky, Indiana
der atlantischen Zerstörungen. Das dornigste Problem bei und Ohio gehört. Sie gehörte also zu jenen Menschen der

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früheren Periode, die man als mound-builders bezeichnet.« bloßlegte, von denen jede 10 m dick war und auf ein Alter
(Nr.3528/1, 20.Dezember 1943) von mehr als 9000 Jahren datiert wurde. Vor dieser Entdek-
Die mound-builders, eine Bezeichnung, die nicht allzu kung hatte man angenommen, daß die eingeborenen Ameri-
stringent auf Kulturen angewendet wird, die die Archäolo- kaner während des größten Teils ihrer Geschichte primitive
gen auch als Adener, Hopewell und Mississippian bezeich- nomadische Sammler und Jäger waren. Aber in Koster fand
nen, waren die Einwohner des amerikanischen Osten und Streuver geschickt konstruierte Gebäude, die möglicherwei-
Mittelwesten, und zwar von etwa 1000 v. u. Z. bis 1673 se verputzte Wände enthielten und Jahrtausende alt waren.
u. Z., als die ersten französischen Forscher das Land betra- Die berühmten Hügelbauer stellten also nicht die erste ent-
ten. Die >mounds< (Hügel) sind große Gebilde aus Erde, die wickelte Kultur in dieser Gegend dar, sondern nur die sicht-
oftmals auch für Bestattungen verwendet wurden. Der be- barste. Streuver zufolge gab es in dieser Gegend schon 9500
rühmteste von ihnen ist der Cahokia-Mound in Illinois, der v. u. Z. menschliche Niederlassungen. Er ist der Meinung,
um die 30 m hoch ist. Die Erdaufschichtungen der mound- daß sich die späteren Hügelbauer von diesen früheren An-
builders sind zwar nicht so eindrucksvoll wie die Pyramiden kömmlingen ableiten, da die späteren Skelette, die man in
von Yucatän, trotzdem aber waren frühe Forscher der Mei- Koster fand, den frühen sehr ähnlich sind. Dieses Material
nung, daß sie die Fähigkeit der >primitiven< ortsansässigen widerlegt tendenziell Donnelly, stützt aber Cayces Aussa-
Indianer überstiegen. Robert Silverberg erörtert in seinem gen. Es gab zwar einen späteren kulturellen Einfluß aus Mit-
Buch The Mound-Builders die zahlreichen phantasievollen telamerika auf die Konstruktion der Hügel in späteren Jah-
Theorien über ihren Ursprung, einschließlich der Vorstel- ren, aber die ursprünglichen Siedler konnten tatsächlich >zu
lung, daß Menschen aus Atlantis oder sogar dänische Wi- der zweiten Generation von Atlantern gehört haben<.
kinger diese Hügel erbaut haben. Eine C-14-Datierung hat Sind irgendwelche neuen Beweise dafür gefunden wor-
gezeigt, daß diese Hügel von den unmittelbaren Vorfahren den, daß die ursprünglichen Vorfahren der mound-builders
der eingeborenen Amerikaner erbaut wurden, manche von aus dem Süden kamen, wie Cayce behauptete, und nicht aus
ihnen wurden sogar noch nach der Ankunft der Europäer dem Westen, nachdem sie die Bering-Straße überquert hat-
aufgeschichtet. Aber das beantwortet nicht die Frage nach ten? Eines der interessanteren Beweisstücke, das mit der
dem Ursprung der mound-builders. Wie lange haben sie Cayce-Geschichte von Atlantern in Nordamerika überein-
schon dort gelebt, und woher sind sie gekommen? Die stimmt, kommt aus der Linguistik. Die Readings besagten:
Cayce-Readings teilen uns mit, daß zwar nicht die Atlanter »Die Entität gehörte damals zu den Indianern, den Iroke-
diese Hügel gebaut haben, wohl aber ihre Nachfahren. Der sen, und zwar zu denjenigen, die von adeliger Geburt wa-
Ausgrabungsort Koster in Illinois liefert uns Informationen ren, den reinen Abkömmlingen der Atlanter.« (Nr. 1219/1,
über die Menschen, die zu den mound-builders wurden und 13. Juli 1936) Eine neuere linguistische Untersuchung von
vermittelt uns einen Bericht über eine bereits verfeinerte Richard Rogers, einem Anthropologen von der University
Kultur, die fast in die Zeit von Cayces Atlantis zurück- of Kansas, die 1985 in Quaternary Research veröffentlicht
reicht. Der Anthropologe Stuart Streuver von der Northwe- wurde, behauptet, daß es vor 18000 Jahren, als die Glet-
stern University, der die Ausgrabungen an diesem Ort gelei- scher noch einen großen Teil von Nordamerika bedeckten,
tet hat, war verblüfft, als er eine ganze Reihe von Schichten bereits eine linguistisch unterscheidbare Bevölkerung im

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Südosten gab. Als die Gletscher ungefähr zu der Zeit der >Verlorenen Stämme von Israek waren, die im 8. Jh. v. u. Z.
letzten Zerstörung von Cayces Atlantis abschmolzen, wan- von dem König der Assyrer gefangengenommen wurden.
derten die Menschen nach Norden. Ihre linguistische Fami- Eine damit verwandte Theorie taucht auch im Buch der
lie, das Algonquin, unterscheidet sich von den Idiomen des Mormonen auf. Die Mormonen glauben an zwei weitere
Westens. Auch die Sprache der Irokesen, die zu einer östli- Migrationen von Juden nach Amerika. Cayce hat nicht
chen Sprachfamilie gehört, ist mit den Sprachen des Westens genau spezifiziert, was er mit >Verlorenen Stämmen< meinte.
nicht verwandt. In dem Artikel wird die Atlantis-Theorie Obwohl heute kein Wissenschaftler der Meinung ist, daß die
nicht diskutiert, er zeigt aber zumindest, daß die eingebore- Juden ganz buchstäblich die wichtigsten Vorfahren der ame-
nen Amerikaner nicht von einer einzigen Population ab- rikanischen Eingeborenen waren, gibt es dennoch einiges
stammen, die vor 12000 Jahren über die Bering-Straße kam. Beweismaterial für transatlantische Kontakte. Die Wissen-
Wieder einmal wirft das wissenschaftliche Beweismaterial schaftler diskutieren noch immer darüber, wie wichtig dieser
ein relativ günstiges Licht auf Cayce. Woher auch immer Kontakt war, oder ob man ihn für die Erklärung kultureller
diese Menschen stammten, es scheint, daß sie die Gegend in Parallelen wirklich braucht.
dem von Cayce angegebenen zeitlichen Rahmen betraten, Thor Heyerdahl ist einer der wichtigsten Vertreter der
um dann schließlich zu den mound-builders zu werden. transatlantischen Diffusion. Heyerdahl ist ein norwegischer
Jahrtausendelang war ihre Kultur auf einer höheren Ebene, Forscher, der in primitiven Booten über die Ozeane gesegelt
als es irgend jemand für möglich gehalten hatte. Dieses Ma- ist, um zu beweisen, daß dies auch für die Menschen der
terial stützt die These vom atlantischen Ursprung nicht un- Antike und der Vorgeschichte möglich war. Im Jahre 1970
mittelbar, sie ist aber mit ihr konsistent. segelte er auf der RA II von Nordafrika in die Karibik. Ra II
Stammen die amerikanischen Eingeborenen von irgendei- war ein Schilfboot, das so ähnlich aussah wie die Boote, die
ner anderen Rasse als der asiatischen ab? Die Antwort ist sowohl in Afrika wie auch im Titicacasee in Südamerika
nicht einfach. Selbst wenn es Beweise für mehr als einen ras- verwendet werden. In seinem Buch Die frühen Menschen
sischen Einfluß gibt, kann dies dadurch erklärt werden, daß und die Ozeane zeichnet Heyerdahl die Geschichte des
man von aufeinanderfolgenden Einwanderungswellen über diffusionistischen Denkens auf und stellt etliche kulturelle
die Bering-Straße ausgeht. Einige von diesen Migrationen Merkmale zusammen, die durch die Theorie der Diffusion
können auch die Vorfahren von heutigen Kaukasiern nach am besten erklärt werden können. Darunter sind auch
Amerika geführt haben, nachdem sie Asien durchquert einige von Donnellys Parallelen, aber Heyerdahl ist der
hatten. Meinung, daß sie durch Kontakte über die Weltmeere hin
Cayce selbst wirft ein weiteres Problem bei der Entdek- entstanden sind, er braucht also Atlantis und die Atlanter
kung eines atlantischen Einflusses in den Rassen der ameri- nicht als Erklärung. Trotzdem stimmt auch seine Version
kanischen Eingeborenen auf: Eine spätere transatlantische mit den Cayce-Readings überein, denn dort wird eine Zeit
Migration. Die Readings nehmen Bezug auf die >Verlorenen beschrieben...
Stämme<. Eine der populären Theorien, die von den meisten ... in der ein Teil der Völker, die zu den Verlorenen Stäm-
Anthropologen nicht ernstgenommen wird, behauptet, daß men gehörten, in das Land kamen. Das war 3000 Jahre
die amerikanischen Eingeborenen die Abkömmlinge der bevor der Prinz des Friedens kam.
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Frage 1: Wie haben die Verlorenen Stämme dieses Land Beitrag aus Atlantis von späteren Einwanderern aus Asien
erreicht? überschwemmt. Arbeiten aber, die die Cayce-Geschichte
Antwort 1: In Booten. (Nr.5750/1, 12.November 1933) stützen könnten, wurden wenig beachtet. Um Cayces Theo-
rien genau zu prüfen, werden Vergleiche über die gesamte
Heyerdahl weist darauf hin, daß kurz vor 3000 v. u. Z. im Atlantikküste hin notwendig sein.
Bereich des Mittelmeeres eine außerordentlich starke kultu- Die Cayce-Readings sind insofern einzigartig, als sie so-
relle Aktivität erfolgte, neue Dynastien kamen plötzlich an wohl die Theorie der Diffusionisten wie auch die Theorie
die Macht und bauten in Mesopotamien und Ägypten fort- von Atlantis im richtigen zeitlichen Rahmen miteinander
geschrittene Zivilisationen auf. Er stellt einen Zusammen- vereinen, und die entsprechenden Daten wurden lange,
hang mit dem Jahr 0 des alten Mayakalenders her (das ge- bevor sie Archäologen bekannt waren, schon genannt. Ob
naue Datum beträgt 3113 v. u. Z.) und äußert die Vermu- irgendeine der beiden Theorien letztlich mit der Main-
tung, daß dies ein Beweis für transatlantische Kontakte ist. stream-Wissenschaft kompatibel wird, ist eine andere Frage,
Ivan Van Sertima ist ebenfalls ein Diffusionist. In seinem aber es sieht so aus, als ob das Fundament gelegt worden ist.
Buch They Came Before Columbus (Sie kamen vor Kolum- Die Debatte findet nun auf einer wissenschaftlichen und
bus) behauptet er, daß >Stämme< aus Afrika mit dem Boot in nicht okkulten Ebene statt.
Mittelamerika ankamen. Als Beweismaterial nennt er u. a.
die Steinskulpturen der Olmeken und zahlreiche Maya-
Einwanderungen nach Europa
schnitzereien, die negroide und semitische Gesichtszüge auf-
weisen. Van Sertima übernimmt viel aus den Arbeiten von Bevor wir die Expeditionen nach Ägypten und Bimini in
Alexander von Wuthenau, einem Professor für mexikani- ihren Einzelheiten untersuchen, wollen wir noch einen kur-
sche Kunstgeschichte an der Universität der Americas in zen Blick auf die Migrationen zur östlichen Atlantikküste
Mexico City. Im Laufe von 35 Arbeitsjahren hat er Hun- werfen:
derte von Beispielen für andere rassische Gruppen in der Das Europa der französischen und spanischen Pyrenäen.
Mayakunst entdeckt. Wie zuvor bereits gesagt, ist Europa die Gegend, in der der
Diese diffusionistischen Ansichten gehörten nicht zum Cro-Magnon-Mensch, die erste bekannte Form des anato-
Mainstream der Archäologie. Der größte Teil der anthropo- misch modernen Menschen, entdeckt wurde. Dieses plötzli-
logischen Arbeit über Rassenmerkmale der amerikanischen che Auftreten, und zwar mit einer Kultur, die weit über der
Eingeborenen konzentrierte sich auf die westliche Seite des der Neandertaler lag, wurde so gut wie von jedem Autor, der
Kontinentes und die Pazifikküste. Es ist klar, daß die Eski- sich seit Donnelly über Atlantis verbreitete, zitiert. Wissen
mos und die Eingeborenen des Nordwestens der Vereinigten wir mehr darüber, was die Cayce-Readings bestätigen oder
Staaten und Kanadas relativ spät aus Asien eingewandert widerlegen können?
sind. Christy Turner hat mit Hilfe der Zahnanatomie ge- Die Gegend von Südfrankreich, Spanien und Portugal,
zeigt, daß es auch bei den amerikanischen Eingeborenen und vor allem die Pyrenäen an der Grenze zwischen Spa-
Mittel- und Südamerikas eine bedeutsame asiatische Kom- nien und Frankreich wurden in mehreren Cayce-Readings
ponente gibt. Vielleicht wurde der ursprüngliche genetische als ein wichtiger Ort genannt, zu dem Atlanter flohen. In

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einigen Readings wurde es als eine Wegstation auf der Reise sehen kommt es zu bedeutenden Veränderungen. Obwohl
nach Ägypten erwähnt. Ein anderes Reading sprach von die Technologie noch immer steinzeitlich war, erfolgten be-
den Kalkfelsen von Calais (Nr.315/4, 18. Juli 1934). Dieser deutsame Entwicklungen der Technologie, der sozialen Or-
Hinweis ist ein Beispiel für Diskrepanzen, die gelegentlich in ganisation und der Planung. Die Werkzeuge wurden deut-
den Niederschriften der Cayce-Readings erscheinen und ihr lich verfeinert. Es gibt sogar zuverlässiges Beweismaterial
Studium erschweren. Calais ist eine bekannte Gegend in für menschliche Bautätigkeit vor 29000 Jahren in Cueva
Frankreich, liegt aber weit von den Pyrenäen entfernt. Gla- Morin, darunter eine große ausgegrabene menschliche Pla-
dys Davis Turner, die die Readings stenographiert hat, kam stik, Löcher für Pfeiler und Gräber, die möglicherweise Op-
später zu der Überzeugung, daß Cayce einen anderen Ort fergaben enthalten.
gemeint haben mußte. Ein A.R.E.-Mitglied aus Frankreich Genau datierte Kulturen des Jungpaläolithikums (das So-
erklärte, daß eine Gegend in Spanien in der Nähe von Por- lutrian vor 20500 bis 17000 Jahren und das Magdalenien
tugal wie auch der Pyrenäen Galicia heißt. Sie liegt im vor 17 000 bis 11000 Jahren) zeigen eine große Entwicklung
Norden Spaniens, wo auch alle anderen Cayce-Readings die sowohl in der bereits bekannten Höhlenkunst wie auch in
atlantischen Auswanderer lokalisieren, und sie enthält Klip- spezialisierten Technologien wie etwa dem Speerwerfen und
pen und bergiges Terrain. Calais dagegen ist flach und liegt Pfeilschießen. Mehr als 60 Höhlen mit Höhlenmalereien
fast 1000 km weiter nördlich am Ärmelkanal. wurden in dieser Gegend entdeckt. Diese Menschen haben
Nordspanien und die Pyrenäen sind als reiche Quelle für auch den Einsatz des Feuers geschickt fortentwickelt.
archäologische Entdeckungen wohlbekannt. In einem Arti- Der Übergang zum Mesolithikum, der Mittelsteinzeit, er-
kel über die Vorgeschichte von Nordspanien hat der Ar- folgt vor etwa 11000 Jahren, also etwa zur Zeit der letzten
chäologe L.G. Straus dargelegt, daß diese Gegend eine der Zerstörung von Atlantis. Wie wir in Nordamerika bereits
besten Informationsquellen zur physischen und kulturellen gesehen haben, gab es zu dieser Zeit einschneidende Klima-
Entwicklung des Menschen darstellt. Seit den 70er Jahren veränderungen, neue Wälder begannen zu wachsen, und
des letzten Jahrhunderts, als man in einer Höhle von Alta- der Meeresspiegel hob sich. Das Neolithikum, die Jungstein-
mira Felsmalereien entdeckte, wurde kontinuierlich immer zeit, begann vor etwa 5000 Jahren, lange nach dem Versin-
weiter geforscht. So gut wie alle bekannten Fundplätze, die ken von Atlantis. In dieser Zeit wurden Tiere gezähmt und
sich auf den Zeitraum beziehen, den Cayce für Atlantis ge- Tongefäße hergestellt, in ihr kündigt sich bereits unsere mo-
nannt hatte, sind Höhlen. Was unter offenem Himmel war, derne Zivilisation an. Aus den vorgeschichtlichen Funden
wurde entweder erodiert oder tief verschüttet. in Europa kann man nur schwer Argumente für oder gegen
Der Neandertaler kommt an mehreren Fundplätzen Atlantis beziehen. Andererseits gab es in dem von Cayce an-
vor, und zwar bis vor etwa 35000 Jahren. Zu dieser Zeit gegebenen zeitlichen Rahmen wichtige kulturelle Fort-
gibt es kaum Beweise für Kunst oder Dekorationen, und die schritte in Europa, die in vielen Fällen wahrscheinlich von
Technologie scheint auf sehr einfache Stein- und Knochen- außen her importiert worden sind. Greenmans Beweise für
werkzeuge beschränkt gewesen zu sein. kultureile Parallelen mit Nordamerika lassen transatlanti-
Vor etwa 35000 Jahren, zu Beginn des Jungpaläolithi- sche Kontakte vermuten. Andererseits waren all die Tech-
kums und dem Auftreten von anatomisch modernen Men- nologien, die man sowohl in Nordamerika wie auch in Euro-

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pa fand, Steinzeittechnologien, nicht aber die hochentwik-
kelten Technologien, von denen Cayce gesprochen hatte.
Vielleicht war alles, was von der Zerstörung einer Zivilisa-
tion übrigblieb, das grundlegende Wissen, aber ohne die
Mittel, diese Zivilisation neu aufzubauen.
In diesem Kapitel haben wir gesehen, daß Geologen und
Archäologen, die von den Cayce-Readings keine Ahnung
hatten, in vielen Fällen unabhängig voneinander Beweisma-
terial geliefert haben, das Cayces Theorie stützt. Dennoch
wurden Cayces Readings nicht als forschungsleitende Mittel Teil III
eingesetzt, da er als Esoteriker galt. Die Readings haben
viele Fragen formuliert, die auf wissenschaftliche Weise ein-
fach nie gestellt wurden. Es gibt bisher noch keine gemeinsa-
men Bemühungen, um auf dem Atlantischen Rücken Rui-
Die Suche
nen von Atlantis zu entdecken. Der größte Teil des Beweis-
materials, das vielleicht nur die Möglichkeit von Atlantis
nach
unterstützt, wurde durch Zufall gefunden, und die Wissen-
schaftler haben durchaus recht, wenn sie sagen, daß es zwei-
Beweisen
felhaft ist.
Was müßte geschehen, um Cayce zu bestätigen oder zu
widerlegen? Wo hätten Forscher die beste Chance, Beweise
für Atlantis zu finden? Diese Fragen stellte man sich auch
zu Cayces Zeit, und die Readings gaben darüber genaue
Auskunft. Es hieß, daß man Berichte über Atlantis an drei
Orten finden könne, und zwar in Ägypten, Bimini und Yu-
catän. Cayces Zuhörer in den 30er Jahren versäumten die
Chance, Zugang zum archäologischen Material aus Yuca-
tän zu finden, bevor es in die Vereinigten Staaten transpor-
tiert wurde. Aber in den nächsten beiden Kapiteln wollen
wir den Forschern folgen, die durch die Cayce-Readings in-
spiriert nach Ägypten und Bimini gegangen sind, um dort
vielleicht Hinweise auf Atlantis zu finden.

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5 schließlich wird in diesem ganzen Material Ägypten als ein
Speicher für Berichte genannt: Berichte über Atlantis und
das Alte Ägypten während der Zeit von Ra-Ta, die man viel-
Forschungen in Ägypten leicht eines Tages noch finden wird. Auch wird immer wie-
der auf Gräber und Pyramiden in Ägypten verwiesen, die
>erst noch entdeckt werden müssen<, und es werden spezifi-
sche Daten für den Bau der Großen Pyramide von Gizeh
angegeben. Aber die von Cayce dargelegte Geschichte
Ägyptens unterscheidet sich stark von der gegenwärtigen
Denkweise der Ägyptologen. Sowohl Archäologen wie
Das Alte Ägypten: Die Sphinx, die Große Pyramide und die Ägyptologen, die versucht haben, die Geschichte von Ägyp-
Tempel mit ihren Hieroglyphen. Allein schon die majestäti- ten zu enträtseln, waren mit einer überwältigenden Aufgabe
sche Größe dieser rätselhaften Bauten flößt Ehrfurcht ein konfrontiert, denn die Aufzeichnungen sind nur spärlich,
und erregt die Phantasie der Menschen. Ernsthafte For- und Berichte von antiken Gelehrten widersprechen sich...
scher und wißbegierige Laien stellen dieselben Fragen: Wer außerdem wurde die Bibliothek von Alexandria vollkom-
hat sie erbaut? Warum? Wie? Welche antike Kultur war im- men zerstört, wie auch ägyptische Baudenkmäler und
stande, sie zu entwerfen und zu erbauen? Jahrhundertelang Schriften geplündert und vernichtet wurden. Die Überreste
haben die Archäologen versucht, diese Fragen zu beantwor- dieses komplizierten Mosaikes zusammenzustückeln, ist so-
ten, das Ergebnis waren widersprüchliche Theorien und An- wohl fesselnd wie auch frustrierend. Aber über eines sind
sichten: Keine einzige von ihnen wurde von allen anderen sich die gängigen Meinungen vollkommen einig, nämlich
Denkrichtungen als befriedigend angenommen. daß das Cayce-Datum von 10000 v. u. Z. und davor nicht
Aber was haben Fragen über Ägypten und seine archäo- einmal in der Nähe der gegenwärtigen Theorien über die
logischen Wunder mit Edgar Cayce und Atlantis zu tun? Chronologie der Regierungszeiten der Pharaonen liegt. Die
Die Geschichten von Atlantis und Ägypten sind in den meisten Gelehrten sind der Meinung, daß alles, was zeitlich
Cayce-Readings miteinander verflochten. In Lebensrea- vor 4000 v. u. Z. lag, nur zu primitiven steinzeitlichen Kul-
dings, in denen Atlantis vorkommt, hat Cayce oftmals Orte turen gehört haben kann. Der Ägyptologe Cyril Aldred fi-
beschrieben, zu denen einzelne Menschen während der letz- xiert den Beginn der 1. Dynastie auf ungefähr 3168 v. u. Z.
ten Zerstörung flohen. Unter anderen Gegenden wies er und ordnet den Bau der Großen Pyramide von Gizeh den
wiederholt auf Ägypten als eines der wichtigsten Ziele der Khufu oder Cheops aus der 4. Dynastie um 2700 v. u. Z. zu.
Flüchtlinge aus Atlantis. Die Readings besagen auch, daß Können die Ägyptologen unrecht haben? Könnten einige
eine von Edgar Cayces wichtigsten Inkarnationen ein ägyp- von diesen großen Ruinen die Überreste einer wesentlich äl-
tischer Priester und Führer namens Ra-Ta oder Ra war, und teren Kultur sein, die sich die heutigen Ägyptologen über-
daß sie in diesem zeitlichen Rahmen stattfand. Viele Men- haupt nicht vorstellen können?
schen, die Lebensreadings erhielten, waren seinen Angaben Die Edgar Cayce Foundation (ECF) hat die Herausforde-
nach mit ihm in diesen vergangenen Leben verbunden. Und rung des Alten Ägyptens angenommen. Das Ziel dieser Or-

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ganisation ist es, die Cayce-Readings aufzubewahren und aufregendsten archäologischen Fundorte seiner Zeit aus...
Material zu sammeln, das sie bestätigt oder widerlegt. Die es war Troja! So wurde seine Entdeckung schließlich zu
ECF hat sich aus zwei Gründen in Ägypten engagiert: Er- einer Freude für die Archäologen, aber daß ein Mythos Rea-
stens, um festzustellen, ob die Daten, die Edgar Cayce für lität wurde, verlangte nach einer Neuordnung von vergange-
Ägypten und Atlantis angegeben hat, gültig sind, zweitens, nen Vorstellungen. Die Cayce-Readings sind jedoch viel
um die Finanzierung von archäologischen Forschungspro- exotischer als die Bibel oder die Geschichte von Troja, und
jekten in Ägypten zu ermöglichen. archäologische Projekte, die einen Mythos zu bestätigen
Einige dieser Projekte hatten also keine unmittelbare Be- oder zu widerlegen versuchen, sind nicht die Regel. Die Ar-
ziehung zu einer Entdeckung von verborgenen Grabkam- chäologie erforscht die menschliche Geschichte, um sowohl
mern oder den Berichten, die in Readings erwähnt werden. uns selbst wie auch unsere Kultur besser zu verstehen...
Sie konzentrierten sich entweder auf andere mögliche Paral- Aber nach den Spuren eines legendären Landes zu suchen,
lelen zu diesen Daten oder waren für sich genommen wert- die auf den Informationen eines medialen Menschen beru-
volle Beiträge zur Ägyptologie. hen? Selbst wenn man einen wissenschaftlichen Zugang zu
Diese Art der Arbeit ist in Ägypten nicht einzigartig: Seit diesem Thema versucht, zucken die meisten professionellen
langem müssen sich Bibelforscher und Archäologen mit Archäologen zusammen.
einem ähnlichen Problem auseinandersetzen. Denn der Vor mehr als 20 Jahren begann die ECF das Fundament
Bibel zufolge war »Moses erfahren in der Weisheit der dazu zu legen, was später zu wirklicher Feldarbeit in Ägyp-
Ägypter« (Chronik 7:22) und: »Nur Salomons Weisheit ten wurde. Die für Forschungen interessantesten Gegenden
übertraf die der Ägypter« (1 Könige 4:29/31). Aber die waren die Sphinx, die Große Pyramide sowie ihre unmittel-
ägyptischen Texte berichten nicht von den biblischen Ge- bare Umgebung, das Giza-Plateau. Die treibende Kraft für
stalten eines Moses oder Josef, auch nicht von einem Aus- diese Forschungen war Edgar Cayces ältester Sohn Hugh
zug aus Ägypten oder vielen anderen Ereignissen, die die hi- Lynn Cayce. Motiviert durch die Readings seines Vaters (die
storische Basis des jüdischen und christlichen Glaubens aus- seine früheren Leben in Atlantis und Ägypten beschrieben)
machen. Die Archäologen können nicht einmal mit Sicher- wie auch durch ein persönliches Interesse an der Archäolo-
heit identifizieren, welchen Pharao die Bibel in diesen gie, verwandte er seine Energie und Begeisterung darauf, um
Zeiträumen beschreibt. Andererseits wird die Bibel durch solide archäologische Forschungen zu initiieren, die diese
viele andere Quellen gestützt und ohne Zweifel wird man Readings bestätigen könnten. Nur durch Hugh Lynn Cay-
weiterforschen, um ihrer Geschichte archäologische Gültig- ces Energie und Zielstrebigkeit konnten diese Arbeiten
keit zu verleihen. durchgeführt werden. Ihm gelang es, junge Wissenschaftler
Heinrich Schliemanns Entdeckung von Troja in den 70er und Sponsoren zu inspirieren.
Jahren des letzten Jahrhunderts ist ein anderes Beispiel. Die Forschungen, in denen sich die ECF in dieser Zeit en-
Schliemann nahm Homers Erzählung über Troja sehr ernst gagierte, waren ihrem Inhalt nach sehr seltsam, und daß sie
und beschloß mit aller Sicherheit festzustellen, ob Homer überhaupt stattfanden, ist erst recht erstaunlich. Ein großer
recht hatte. Trotz der Verachtung und des Spottes seiner Teil der Geschichte ist nicht in den wichtigen Entdeckungen
Zeitgenossen gab er nicht auf und grub schließlich einen der enthalten, sondern in den zähen Bemühungen, überhaupt

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Forschungen dieser Art anzustellen. Einige von den Arbei- und die Große Pyramide von Gizeh zeugen jedenfalls von
ten wurden von Menschen durchgeführt, die sich für das dem Versuch der Alten Ägypter, einen Bericht über sich und
Cayce-Material nur wenig interessierten, aber der größte ihr Weltverständnis an die Nachwelt weiterzugeben. Stellen
Teil der Forschung entstand durch die Anstrengungen von wir uns einen Augenblick lang vor, daß das Atlantis und das
Individuen, die die Cayce-Information zumindest überprü- Ägypten, das Edgar Cayce beschrieben hat, wirklich exi-
fen wollten bzw. Vorstellungen hatten, die die traditionelle
Ägyptologie herausforderten. Angesehene Organisationen Bild 5/1:
willigten ein, mit der ECF zusammenzuarbeiten, mit einer Karte von Ägypten mit Angabe archäologischer Fundorte
unbekannten Organisation, die sie zunächst einmal schräg
ansahen, weil ihr Hauptinteresse in der Durchführung von
Forschungen lag, die sich auf die Cayce-Readings beziehen.
Die bisherigen Forschungen haben Anomalien zutage ge-
fördert, die unsere Vorstellungen über die ägyptische Ge-
schichte verändern können. Sie haben Cayce nicht wirklich
bestätigt, enthalten in manchen Fällen sogar Argumente
gegen die Cayce-Geschichte... Dennoch aber haben sie Re-
sultate gezeigt, die man nur schwer mit traditionellen Ent-
deckungen in Einklang bringen kann, und mehrere Projekte
wurden von Experten als wichtige Beiträge zur Ägyptologie
anerkannt.
Der erste Teil dieses Kapitels wird die Cayce-Readings be-
handeln, die zu diesen Forschungen geführt haben. Der
zweite Teil wird die Projekte der ECF erörtern, mit denen
die Gültigkeit der Readings überprüft werden sollte. Zur
leichteren Orientierung haben wir in diesem Kapitel zwei
Karten eingefügt, Bild 5/1 und 5/2.

Aufzeichnungen in Ägypten?

Seit undenklichen Zeiten haben die Menschen versucht, Be-


richte über ihre Tätigkeiten zu bewahren: von Mythen und
groben Markierungen auf Höhlenwänden bis zu unseren
modernen Denkmälern und Büchereien. Die Methoden sind
verschieden gewesen, der Zweck war derselbe. Die Sphinx

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stierte. Ist es dann so merkwürdig, sich vorzustellen, daß At- denen nomadischen Einwanderungen von Völkern ins Nil-
lanter vor 12000 Jahren irgendein Zeugnis ihrer Kultur hin- tal entwickelte. Diese Völker kamen sowohl aus den Karpa-
terlassen wollten? Oder daß die Ägypter denselben Wunsch ten, wie auch aus arabischen Gegenden, sie ließen sich in-
hatten? Wenn die atlantische Gesellschaft wirklich tech- mitten der Völker nieder, die bereits in Ägypten lebten und
nisch so fortgeschritten war, wie es im letzten Kapitel be- übernahmen die politische Kontrolle. Einige von diesen
schrieben wurde, wenn sie wirklich philosophische Begriffe Readings weisen sogar darauf hin, daß diese Kultur sich
über Geist, Bewußtsein und Materie hatte, wie es im vorigen aktiv damit beschäftigte, frühere Gesellschaften archäolo-
Kapitel dargestellt wird, so wäre es fast lächerlich, wollte gisch zu erforschen!
man das Gegenteil annehmen. Wenn wir von den Bauwer- Während der letzten Zerstörung von Atlantis fand eine
ken auf dem Gizeh-Plateau sprechen, was meinen wir dann Einwanderung von Atlantern nach Ägypten statt, und auch
damit? Die Exzerpte aus den Readings erwähnen größere dies war Cayce zufolge ein wichtiger äußerer Einfluß auf
Objekte, wie etwa die Sphinx, die Große Pyramide und Py- diese Kultur. Cayce sagte, daß die oberen Klassen der atlan-
ramiden und Gräber, die in der Umgebung erst noch ent- tischen Rasse den modernen Menschen sehr ähnlich sahen,
deckt werden müßten. Wenn Sie Bild 5/1 anschauen, so sie setzten die weniger entwickelten >Dinge< als Diener und
haben Sie einen schnellen Überblick über alle wichtigen ar- Forschungsobjekte ein. Sie hielten die Mehrheit der ägypti-
chäologischen Gegenden von Ägypten. Gizeh ist im Norden schen Bevölkerung bezogen auf ihre physische Entwicklung
Ägyptens in der Nähe des Nils. Bild 5/2 beschreibt das für unterlegen und betrachteten ihren kulturellen und tech-
Gizeh-Plateau und die Anordnung der Pyramiden und nischen Stand als äußerst unterentwickelt.
wichtigeren Bauwerke. Die Große Pyramide ist die ausla- Cayces Aussagen über Ägypten beziehen sich darauf, wie
dendste unter drei großen Pyramiden. Die Sphinx liegt mehr die Atlanter mit dieser Situation umgingen und sie verbes-
im Osten in Richtung auf den Nil. Die Gegend zwischen der serten, wie diese Kultur versuchte, ein Verständnis der Be-
Sphinx und dem Fluß war zu Cayces Zeit größtenteils unbe- ziehung zwischen menschlichen Wesen und den Schöpferi-
wohnt, heute aber liegt dort das überfüllte Dorf Nazlet el- schen Kräften aufzubauen und zu pflegen, und was sie
Samman. Rings um die drei großen Bauwerke gibt es zahl- getan hat, um der Nachwelt einen Bericht über ihr Wissen
reiche kleinere Pyramiden, Gräber und Tempel, von denen und ihre Geschichte zu hinterlassen. Es geht über die Ziel-
viele noch immer unter dem Sand begraben sind. setzung dieses Buches hinaus, alle Unruhen (politisch, ras-
Aus welchen Cayce-Readings kamen die Vorstellungen sisch und spirituell) wie auch die letztendliche Lösung dieser
über Aufzeichnungen in Ägypten? Wie bei Atlantis erfolg- Probleme wiederzugeben (siehe dazu die A. R. E.-Broschüre
ten zufällige Bemerkungen im Laufe von 20 Jahren indivi- The Egyptian Heritage [Die ägyptische Erbschaft], bzw. die
dueller Lebensreadings, wie auch in einigen wenigen Rea- Cayce-Readings selbst.) Wir werden in diesem Zusammen-
dings, die sich speziell auf Atlantis und Ägypten beziehen. hang nur eine Auswahl von Zitaten wiedergeben, die sich
Um es kurz zu sagen: Cayces Aussagen über Ägypten mit den folgenden Inhalten befassen: Erstens, eine Beschrei-
schieben die aktive ägyptische Kultur bis zu einem Datum bung der atlantischen Auswanderung nach Ägypten und
von ungefähr 10500 v. u. Z. zurück. Sie beschreiben die ur- den Entschluß dieser Menschen, Aufzeichnungen zu hinter-
sprüngliche Gesellschaft und Kultur, die sich aus verschie- lassen, zweitens, Hinweise auf verschüttete Pyramiden und

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Gräber, die man in Ägypten noch immer finden könne, drit- ... Die Entität gehörte zu denen, die in den Gräbern bestat-
tens, eine genaue Beschreibung, wo diese Aufzeichnungen tet wurden, die noch entdeckt werden müssen... aber gegen-
verborgen sind, und viertens, die Angabe genauer Daten für über der Sphinx und in nächster Nähe von den Menschen, die
die in Ägypten gefundenen Bauwerke. auf dieser Erhebung begraben wurden. (Nr. 1717/1,25. Juni
Was hat Cayce nun genau über den atlantischen Einfluß 1930)
in Ägypten zur Zeit der letzten Zerstörung gesagt? Welche Es gibt viele Tempel, die später in den Ebenen in der Nähe
Bemerkungen lassen eine atlantische Verbindung mit der der Sphinx gebaut wurden und noch entdeckt werden müs-
ägyptischen Kultur und die Sorge um die Erhaltung der sen... (Nr.900/275, 22,Oktober 1926)
Aufzeichnungen vermuten? Cayce zufolge wußten viele At- ...Denn die späteren Pyramiden, diejenigen, die noch
lanter zur Zeit der letzten Zerstörung, daß ihr Land im Be- nicht entdeckt worden sind... liegen zwischen der Sphinx
griff war, auseinanderzubrechen und flohen sowohl nach (dem Geheimnis) und dem Nil... (Nr.2124/3, 2.0ktober
Osten wie auch nach Westen. Beispielsweise: »...Man 1931). ...Die Entität hat die ersten von den Pyramiden er-
wußte in Atlantis, daß es bald zu der Zerstörung des Landes baut, die noch nicht entdeckt sind.
kommen würde, und viele einzelne Menschen versuchten,
das Land zu verlassen. Die Entität war unter denen, die Frage 1: An welchem Platz sind die Pyramiden, die man
nach Ägypten gingen.« (Nr.708/1, 25.Oktober 1934) noch nicht entdeckt hat?
»...Es gab Prophezeiungen und Hinweise darauf, daß Antwort 1: Zwischen dem sogenannten Geheimnis der
Atlantis auseinanderbrechen würde, und Ägypten würde als Zeitalter und dem Fluß. (Nr. 2124/3,2. Oktober
eine der Gegenden ausgewählt, wo man Aufzeichnungen 1931).
über diese alte Kultur herstellen und aufbewahren würde.«
(Nr.275/38, 16.Januar 1934) Andere Zitate sind noch genauer und lassen den Schluß zu,
Als die Atlanter nach Ägypten auswanderten, war es eine daß diese Pyramiden vielleicht noch entdeckt werden. Min-
ihrer Hauptsorgen, wie sie ihre Aufzeichnungen aufbewah- destens eine solche unentdeckte Grabkammer oder Pyrami-
ren könnten... auf dem Gizehplateau wie auch anderswo. de enthält Cayce zufolge Aufzeichnungen über Atlantis:
Beispielsweise: »In einer anderen Inkarnation war die Enti- »Die Entität war unter jenen, die bei dem Bau von eini-
tät in dem heutigen Ägypten, und zwar während der Zeit gen dieser noch vorhandenen Bauwerke mitgeholfen haben,
der Auswanderung aus Atlantis, als die Aufzeichnungen wie auch bei der Bauplanung der Halle der Aufzeichnun-
nach Ägypten gebracht wurden.« (Nr. 764/1, 18.Dezember gen, die noch entdeckt werden muß, wo viel ans Licht kom-
1934). »Denn diese Entität trug die Verantwortung für die men wird.« (Nr. 519/1, 20. Februar 1934)
Aufzeichnungen, als die letzten Bevölkerungsteile aus At- Ein weiteres Reading verspricht ebenfalls die Entdeckung
lantis in die verschiedenen Gegenden des Erdballes wander- dieser >Halle der Aufzeichnungen^ »Die Entität schloß sich
ten.« (Nr. 378/13, 14. August 1933) den Menschen an, die die Aufzeichnungen teilweise in
Was sagten die Readings über Gräber und Grabkammern, Buchstaben des alten oder frühen Ägyptens, teilweise in
die man in Ägypten noch entdecken würde? Es entsteht der einer neueren Form der Atlanter, abfaßten. Diese Aufzeich-
Eindruck, daß in Ägypten noch viel entdeckt werden kann: nungen werden vielleicht in einigen wenigen Jahren ent-

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deckt werden, vor allem wenn das Haus oder die Grabkam- Zwei weitere Readings nennen ziemlich genaue Orte für
mer der Berichte geöffnet wird.« (Nr.2537/1, 17. Juli 1941) die Suche nach der Halle der Aufzeichnungen:
Dieses Reading gibt einen ungefähren Platz für das Haus Die Position ist wie folgt: Wenn sich die Sonne über das
der Aufzeichnungen an: Wasser erhebt, so fällt die Linie des Schattens zwischen die
...Diese Wahrheiten wurden auf Tontafeln niederge- Vorderbeine der Sphinx, die später als Wache an diesem
schrieben und zusammen mit der Entität im Grab der Auf- Punkt gesetzt wurde. Die Kammer darf von den Verbin-
zeichnungen aufgeschichtet. dungsgängen unter der rechten Vorderpfote der Sphinx erst
dann betreten werden, wenn die Zeit erfüllt ist, wenn es im
Frage 7: Wo sind diese Tafeln oder Aufzeichnungen aus
Bewußtsein der Menschen zu Veränderungen kommen
jener ägyptischen Inkarnation, die ich untersu-
muß. (Nr.378/16, 29.0ktober 1933) Es gibt einen Gang
chen könnte?
von der rechten Vorderpfote zum Tor der Grabkammer der
Antwort 7: Im Grab der Aufzeichnungen, wie gesagt. Denn
Aufzeichnungen. (Nr. 5748/6, 31. Juli 1932)
das Grab dieser Entität war damals Teil der
Das nächste Reading scheint eine Beziehung oder einen
Halle der Aufzeichnungen, die noch nicht ent-
Plan zwischen der Sphinx und den anderen Pyramiden und
deckt worden ist. Sie liegt zwischen der Sphinx
Bauwerken auf dem Giza-Plateau anzudeuten:
und dem Tempel bzw. der Pyramide, und zwar
in einer eigenen Pyramide. (Nr.2329/3, l.Mai Frage 6: In welcher Funktion handelte die Entität bezo-
1941) gen auf den Bau der Sphinx?
Antwort 6: Als die Monumente in der Ebene, wo die heute
Andere Readings haben noch genauere Hinweise auf Grab-
sogenannte Pyramide von Giza liegt, neu aufge-
kammern, Pyramiden und unterirdische Gänge unter den
baut wurden, legte diese Entität das Funda-
Pfoten der Sphinx und vor der Sphinx genannt. Die beiden
ment. Sie kalkulierte die geometrische Position
Orte für verborgene Aufzeichnungen scheinen also unter
der Sphinx in bezug auf die bereits bestehenden
der Sphinx selbst zu liegen sowie in einer Kammer, die von
Bauwerke. Und die Daten, die sich darauf bezie-
dem Ort unter der Sphinx aus erreicht werden kann.
hen, kann man in den Gewölben der Sphinx fin-
»Diese und viele andere Entdeckungen können unter der
den. (Nr. 195/14, 18. Juli 1925)
linken Vorderpfote des ausgestreckten Tieres unter dem
Fundament gefunden werden, nicht aber in dem unterirdi-
Die folgenden Zitate nennen ein Datum für den Bau der
schen Gang, der viele Jahre und Jahrhunderte später von
Großen Pyramide wie auch die Arbeit an der Sphinx. Sie
einem Herrscher geöffnet wurde, sondern im wirklichen
nennen auch Namen von Erbauern:
Fundament.« (Nr.953/24, 12.Juni 1926)
»...Diese Entität hat als erste die Aufzeichnung über Frage 5: Wann wurde der Bau der Großen Pyramide
Atlantis niedergelegt, die erst noch entdeckt werden muß, wirklich begonnen und beendet?
und zwar auf dem Weg zwischen der Sphinx und der Pyra- Antwort 5: Der Bau dauerte 100 Jahre, er wurde zur Herr-
mide der Aufzeichnungen.« (Nr. 1486/1, 26. November schaftszeit von Araaraarts Zeit zusammen mit
1937) Hermes und Ra begonnen und vollendet.
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Frage 6: Und wann war das bezogen auf unsere Zeit- 1957:
rechnung? Die Suche beginnt
Antwort 6: 10490 bis 10390, bevor der Prinz des Friedens
nach Ägypten kam. (Nr. 5748/6, 1. Juli 1932) Die ersten Anstrengungen wurden von einer entschlossenen
und abenteuerlustigen Universitätsstudentin unternommen.
Dann mit Hermes und Ra... begann der Bau der heute soge- >Rhonda James< (ein Pseudonym, das sie während ihrer For-
nannten Pyramide von Gizeh... (Nr.281/43, 8.November schung verwendete) begann sich für Edgar Cayce zu interes-
1939). ...Etwa 10500 Jahre, bevor Christus in das Land sieren, kam nach Virginia Beach und studierte viele von den
kam, gab es zum ersten Mal den Versuch, das zu renovieren Lebensreadings, die sich auf das Alte Ägypten bezogen. Ihre
und zu vervollständigen, was bereits begonnen worden war, Neugier wuchs, als sie von den Aufzeichnungen hörte, die
nämlich die Sphinx, ferner auch das Schatzhaus, das ihr ge- angeblich in der Nähe der Sphinx aufbewahrt waren, und
genüberliegt, also zwischen der Sphinx und dem Nil, in dem sie beschloß, dieser Sache auf den Grund zu gehen.
diese Berichte aufbewahrt wurden. (Nr. 5748/5, 30. Juli Die ECF hatte keine Geldmittel verfügbar, um ihre For-
1932). schungen zu unterstützen, aber sie war fest entschlossen. Sie
Wenn man diese Zitate liest, so klingt es, als ob man ein- war 27, als sie zusammen mit einer Freundin genügend
fach unter den Pfoten der Sphinx nachgraben könnte und Geld zusammensparte, um auf einem Frachtschiff nach
dort eine verborgene Pyramide zutage fördern könnte. Aber Ägypten zu reisen. Und im Herbst 1957 waren sie bereits
eine solche Forschung ist nicht so einfach. Die Sphinx ist ein auf dem Weg nach Kairo. Rückblickend sagt Rhonda
Nationaldenkmal von Ägypten. Dort Ausgrabungen anzu- James, daß es verwegen und schon fast anmaßend klingt:
stellen, wäre so ähnlich, als ob man um die Erlaubnis bitten Zwei junge Frauen auf dem Weg nach Ägypten, um irgend
würde, die Fundamente des Washington- oder Lincoln-Denk- etwas im Cayce-Material zu bestätigen oder zu widerlegen.
mals aufzugraben, um festzustellen, ob es dort Schächte oder Damals aber erschien es ihr ganz natürlich. Wirkliche Feld-
verborgene Kammern gibt. forschung an dem Ort, den Cayce genannt hatte, erschien
Aber die Zitate waren dennoch spannend genug, um For- als die einzige logische Möglichkeit, um die Gültigkeit der
schungen in Ägypten einzuleiten, die schließlich zu tech- Information zu bestimmen und ihre eigenen persönlichen
nisch bestens ausgerüsteten Untersuchungsprojekten und Fragen zu beantworten.
Ausgrabungen in bestimmten Gegenden wie auch einer So merkwürdig es klingen mag: Rhonda James erhielt
gründlichen Untersuchung der Sphinx führten. schließlich die Erlaubnis, acht Löcher etwa 3 m voneinan-
Die Ägypten-Readings wurden alle im Jahre 1941 erteilt, der entfernt am Fundament der Sphinx zu bohren. Sie ver-
zu einer Zeit, als niemand daran denken konnte, eine Expe- wendeten handbetriebene Bohrer, und in einer Tiefe von
dition auszurüsten, um nach den Aufzeichnungen zu su- knapp 3 m stießen sie auf Wasser. Obwohl sie sich nach
chen. Ägypten war nur ein Traum für viele Menschen, Kräften bemühte, konnte sie jedoch keine Kammern und
denen man sagte, daß sie dort in einem früheren Leben ge- Gänge entdecken.
lebt hatten. Erst im Jahre 1957 begann man damit, For- Rhonda kehrte zu ihrem Studium zurück und heiratete
schungen voranzutreiben. später, aber ihr Interesse an Ägypten blieb nach wie vor
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wach. Sie faßte ihre Ergebnisse in einem unveröffentlichten warum erbaute, kann nur vermutet werden. Unter den
zwölfseitigen Bericht für die ECF zusammen. Ihre Beobach- meisten Tempelfundamenten wurden Aufzeichnungen, die
tungen waren nur der Vorläufer für umfangreiche Arbeiten, solche Informationen enthielten, niedergelegt. Man könnte
die später von anderen Forschern durchgeführt wurden, also unter einem der großen Kalksteinblöcke, aus denen die
und ihre volle Bedeutung wird später in diesem Kapitel noch Pfoten bestehen, eine solche Information finden. Auch die
klarer werden. Sphinx selbst wurde nicht umfassend untersucht. Eine Ar-
Rhonda sprach mit einem Mann, der den ägyptischen Ar- beit dieser Art wäre notwendig und würde auch einen wert-
chäologen Dr. Selim Hassan vor Jahren begleitet hatte, als vollen Beitrag zur Ägyptologie bilden.
dieser die bis zu diesem Zeitpunkt vollständigsten Ausgra-
bungen in Gizeh durchgeführt hatte. Sie zitiert diesen Mann
in ihrem Bericht: 1973-1976:
...Am hinteren Teil des Körpers, wo der Schwanz be- Der Aufbau von Forschungsprojekten in Ägypten
ginnt, waren große Kalksteinblöcke. Diese Blöcke wurden
nicht untersucht, sondern mit Ziegeln bedeckt, auch die an- »Der Biber und das Kaninchen standen am Fuß des großen
deren Blöcke wurden nicht untersucht. Hoover-Dammes und starrten nach oben. >Nein<, sagte der
Genau im Osten der Sphinx, auf der anderen Seite der Biber, >ich habe ihn nicht selbst gebaut, aber er beruht auf
Straße, die zur Großen Pyramide führt, ist ein kleiner Sand- einer Idee von mir!«< Das sagte der Nobelpreisträger
hügel. (Der Hügel wurde untersucht, aber die Forschungen Charles H. Town in bezug auf seine Rolle in der Entwick-
drangen nicht weit genug nach Westen vor.) Man fand ge- lung der Lasertechnik. Aber genausogut könnte man es auf
ringe Mengen von geschwärztem Kalkstein, der einstmals das Engagement der Edgar Cayce Foundation bei den For-
Teil einer mit Zinnen versehenen Fassade aus dem Alten schungen in Ägypten beziehen, die seit 1973 erfolgten. Die
Reich gewesen zu sein scheint, möglicherweise hat sich diese Idee für dieses Projekt kam von Hugh Lynn Cayce. Die
Fassade in einem kleinen Tempel befunden. Da man ange- ECF hatte zu dieser Zeit Financiers, die sich für diese Pro-
nommen hat, daß es über dem Punkt, wo sich die Halle der jekte interessierten und sah auch das langfristige Potential
Aufzeichnungen befand, damals eine kleine Pyramide gab, von Hugh Lynn Cayces Ideen, deshalb also wurden Geld-
ist dies vielleicht ein brauchbarer Hinweis, vielleicht aber mittel zur Verfügung gestellt. Die Bemühungen und die Ent-
auch nicht. schlossenheit eines begabten Individuums führten schließ-
Das Material ist zwar nicht umfangreich und auch nicht lich zu greifbaren Ergebnissen.
eindeutig, aber vielversprechend. Es genügt bereits, die Das erste Projekt, das die ECF in Ägypten durch ihre
Sphinx nur anzuschauen, um daraus den Grund für eine ge- Geldmittel initiierte, war keine wirkliche Feldforschung im
nauere Untersuchung abzuleiten, die es bisher nicht gibt. Sinne einer Ausgrabung. Vielmehr war es ein zweijähriges
Dr. Selim Hassan hat bei seinen Ausgrabungen den Sand Hochschulstipendium für eine Person an der amerikani-
von der Sphinx entfernt und die beschädigten Teile repa- schen Universität in Kairo. Hugh Lynn Cayce hoffte, daß
riert, aber er hat keine Steine entfernt. Es gibt so gut wie ein thematisch nicht festgelegtes akademisches Stipendium
keine zeitgenössische Information über die Sphinx. Wer sie für eine Person, die sich intensiv für Ägyptologie interessier-

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te, sowohl für die betreffende Person wie auch für die ECF Akademiker, der die Kontakte mit Individuen in Organisa-
gleichermaßen vorteilhaft sei. Der Student konnte einen Ab- tionen herstellte, und da er als Wissenschaftler höchst ge-
schluß in Kairo machen, und innerhalb der Akademischen achtet war, konnte er auch für die ECF, die ihn gesponsert
Community Erfahrungen aus erster Hand gewinnen, er hatte, eintreten. Das alles geschah nicht über Nacht. Es er-
konnte auch an Feldforschungen teilnehmen und Kontakte forderte mehr als vier Jahre Geduld, Anstrengung und Zu-
in seinem wissenschaftlichen Bereich herstellen. Für die sammenarbeit.
ECF konnte eine solche Unterstützung eine realistische Per- Die Arbeit der ECF und dieses Akademikers richtete sich
spektive auf Forschungen in Ägypten schaffen, sie konnte nicht ausschließlich auf Fragen, die aus den Cayce-Readings
Kontakte vermitteln und schließlich zu einer Beteiligung an über Ägypten und Atlantis resultierten. Während dieser
Forschungen in dieser Gegend führen. Der Student sollte Zeit unterstützte die ECF in Ägypten auch andere Ausgra-
zwar von der ECF unabhängig sein, aber seine Anwesenheit bungen, die für sich genommen wertvoll waren. Der betref-
in Ägypten sollte eine effektive Verbindung, einen Kanal für fende Akademiker konnte dadurch Erfahrung in der Feldar-
die ECF herstellen, um sich dort langfristig engagieren zu beit gewinnen und seine Kompetenz erweitern. Die Finan-
können. zierung dieser Projekte steigerte auch die Glaubwürdigkeit
Die ECF unterstützte ihren Studenten von 1 9 7 3 - 1976, der ECF in den Augen der Akademiker und akademischen
und schließlich wurden Hugh Lynn Cayces Vorstellungen Forschungsorganisationen und bereitete den Weg für spä-
und die Investitionen der Sponsoren gerechtfertigt. Der Stu- tere Arbeiten vor.
dent schloß sein Studium im Jahre 1976 mit Auszeichnung Die Unterstützung der ECF der Nag-Hammadi-Ausgra-
ab. Nun unterstützte ihn die ECF mehrere Jahre lang als bung in Faw Qibli in Ägypten in den Jahren 1976 und 1977
Forschungsstipendiaten an der amerikanischen Universität ist ein Beispiel für eines dieser Projekte. Unter den Auspi-
von Kairo in der Abteilung für Anthropologie. Während zien des Institutes für Altertumsforschung und Christentum
dieser Zeit führte dieser Student nicht nur seine akademi- in Claremont in Kalifornien und der Leitung von Dr. James
schen Studien fort, sondern stellte auch Kontakt mit Men- Robinson übersetzte und veröffentlichte die Koptische Bi-
schen und Organisationen her, die für ihre Forschungen in bliothek in Kairo die 42 Manuskripte über die Gnostik, die
Ägypten bekannt waren. Diese Kontakte ermöglichten es in den späten 40er Jahren in der Nähe der Stadt Nag Ham-
der ECF, wirkliche Feldforschung zu finanzieren... in eini- madi gefunden worden waren. Vorstellungen über die
gen Fällen unmittelbar und vollständig, in anderen teil- frühen Christen, die in diesen Schriften dargelegt werden,
weise. ähneln oftmals Cayces Vorstellungen in den Readings. Die
Es klingt vielleicht merkwürdig, aber manchmal ist es tat- neue Ausgrabung von Nag Hammadi begann, nachdem
sächlich schwierig, Geld auszugeben. Viele Akademiker alle Texte übersetzt und veröffentlicht waren.
wollen nicht, daß ihr Name mit einer Organisation in Ver- Die Finanzierung dieser Expeditionen half dem von der
bindung gebracht wird, deren Hauptziel darin besteht, die ECF geförderten Akademiker zu beruflicher Qualifikation,
Arbeiten eines Mediums zu untersuchen. Viele Organisatio- wie auch zu neuen Kontakten für spätere Projekte. Sie zeig-
nen nehmen von einer solchen Organisation nur zögernd te auch das Interesse der ECF an wertvollen archäologi-
Geld entgegen. Es war der betreffende Student und spätere schen Projekten in Ägypten.

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1974 und 1977: Das Projekt des Jahres 1977 entwickelte sich ganz natür-
Archäologie ohne Schaufel: lich aus dem Mißerfolg des vorigen Projektes (der Radar-
Die Verwendung moderner Technologie zur technologie) und wurde ebenfalls durch die National
Science Foundation gefördert. Es war eine Fortsetzung der
Erforschung der Vergangenheit
vorigen Arbeiten, aber mit neuen Instrumenten. Wie zuvor
In der Mitte der 70er Jahre finanzierte die National Science stellte auch dieses Forschungsprojekt einen kreativen Ver-
Foundation zwei Projekte, die von anderen Forschern such dar, moderne Technik in den Bereich der Archäologie
durchgeführt wurden. Auch zu diesen Forschungsprojekten zu integrieren.
konnte die ECF Kontakt aufnehmen. Die Arabische Repu- Die Reichweite dieses Projektes war jedoch viel größer.
blik Ägypten vertreten durch die Ain-Schams-Universität Sorgfältig geplante Forschungen fanden an sechs bekannten
und die Vereinigten Staaten, vertreten durch das Stanford archäologischen Fundorten in Ägypten statt: Giza,
Research Institute, finanzierten die Arbeit von zwei For- Saqqara, Taschur, Alexandria, Tanis und Theben. Anstatt
schungsteams, die die Möglichkeit des Einsatzes von moder- nur eine Art von Sensoren zu verwenden (wie den Radar im
ner Technologie bei der archäologischen Feldforschung un- Projekt des Jahres 1974), setzten sie mehrere ergänzende
terstützten. Das Projekt des Jahres 1974 wandte Radartech- Techniken ein: erstens Widerstandsmessungen, zweitens die
niken in der Nähe der Pyramiden von Gizeh und der umge- Messung des Magnetfeldes, drittens Luftaufnahmen und
benden Nekropolis an. Das Hauptziel dabei bestand darin, viertens Darstellung von Infrarotstrahlen.
Anomalien zu entdecken, die auf verborgene Kammern hin- Widerstandsmessung besteht darin, daß man in regelmä-
weisen könnten, ohne dabei die existierenden Bauten und ßigen Abständen Metallstäbe in die Erde treibt, um den Wi-
Anlagen zu beschädigen. Mit einer solchen Methode könnte derstand des Bodens gegen einen elektrischen Strom zu mes-
man noch vor Beginn der eigentlichen Ausgrabungen die sen. Die Theorie besagt, daß Höhlungen dem Strom einen
entsprechenden Stellen genau lokalisieren. hohen Widerstand entgegensetzen werden und als Anoma-
Unglücklicherweise war die Radaruntersuchung der Py- lie erscheinen, wenn die Widerstandswerte graphisch darge-
ramiden aufgrund der hohen Porosität und schlechten Qua- stellt werden. Mit Hilfe dieser Methode entdeckte das SRI
lität des Felsens wie auch der Beschränkungen der verfügba- (Stanford Research Institute) fünf Anomalien, zwei davon
ren technischen Methoden nicht erfolgreich, es wurden vor den Pfoten der Sphinx! Unglücklicherweise hatte man
keine unbekannten Grabkammern oder Gänge gefunden. die Sphinx nicht als Ausgrabungsort eingeplant. Die Wider-
Diese Methode kann mit Erfolg nur in Gegenden wie der standsmessung an der Sphinx erfolgte erst am Ende des Pro-
Sahara angewendet werden, wo es trockenen, vom Wind jektes, und man konnte dieser Sache aufgrund von Zeitman-
transportierten Sand gibt; dennoch aber war dies ein Meilen- gel nicht mehr nachgehen. Das folgende Zitat aus dem Be-
stein auf dem Weg der Arbeiten der 80er Jahre, in denen es richt des SRI* kann eine Vorstellung von dieser Datenerhe-
tatsächlich gelang, verborgene Kammern zu entdecken. In bung und ihren Ergebnissen vermitteln:
der Zwischenzeit erwogen die Forscher andere Methoden
* L.T. Dolphin, A.H. Moussa, et alteri, Applications of Modern Sensing Tech-
zur Untersuchung der wichtigsten ägyptologischen Fund- niques to Egyptology (Menlo Park, California, SRI International, September
orte mit dieser oder ähnlicher Geologie. 1977).

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Durch die Widerstandsmessung in der Nähe der Sphinx irgendwelche absolut sicheren Folgerungen zu erlauben, und
konnte man mehrere Anomalien beobachten. Aufgrund des wir sind der Meinung, daß detailliertere Untersuchungen
zeitlich beschränkten Programmes konnte nur eine begrenzte durchgeführt werden sollten.
Zahl von Messungen durchgeführt werden. Das Team ent- Der SRI-Bericht empfahl eine detailliertere Widerstands-
deckte fünf interessante Stellen. messung der Sphinx, um eine dreidimensionale Karte der
Hinter den Hinterpfoten am nordwestlichen Ende haben Anomalien unter der Erdoberfläche herzustellen. Er schlug
wir zwei Reihen von Elektroden gesteckt, die jeweils in auch den Einsatz anderer Methoden vor, um die Anomalien
einer Linie verliefen. Und beide dieser Linien haben eine zu bestimmen, u. a. auch den Einsatz von Photographie per
Anomalie gezeigt, die möglicherweise durch einen unterirdi- Sonde, um die bereits entdeckten Anomalien noch vor der
schen Gang erzeugt wird, der von Nordwesten nach Süd- Ausgrabung zu prüfen.
osten verläuft. Eine weitere Anomalie liegt in der Mitte der Das SRI-Projekt war für die ECF wichtig, und zwar nicht
südlichen Seite in der Nähe einer Kuppel, die offenbar in rö- nur deswegen, weil man möglicherweise verborgene Hohl-
mischer Zeit hinzugefügt wurde. Diese Anomalie wurde räume gefunden hatte, die in der Nähe der von Edgar Cayce
durch zwei sich überschneidende Reihen festgestellt. Als die genannten Stellen lagen, sondern auch weil es den ECF-For-
Elektroden etwa zwei Meter von der vorigen Reihe entfernt schern die Möglichkeit verschaffte, Kontakte mit dem SRI-
wurden, nahm die Stärke der Anomalie ab. Das ist typisch Team herzustellen und mehr über die verwendeten Metho-
bei einem vertikalen Schacht. den zu lernen.
Vor den Vorderpfoten der Sphinx gibt es zwei weitere Die Nützlichkeit dieser Methoden wurde durch die Ent-
Anomalien. Das Grundgestein vor der Sphinx ist mit Pfla- deckung weiterer Anomalien bewiesen, wie etwa einer Kam-
stersteinen aus der römischen Zeit bedeckt und der schwa- mer in der Nähe der Großen Pyramide, in der man ein Boot
che elektrische Kontakt zwischen den Pflastersteinen und aus Holz fand, und weiterer Anomalien in Theben, die nicht
dem Urgestein ergab etwas geräuschvolle Widerstandstra- vor 1987 untersucht wurden.
versen. Eine Anomalie aber trat auch bei einem großen Ab-
stand der Elektroden voneinander auf, was eine Höhle oder
einen Schacht bis zu 10 Meter Tiefe vermuten läßt. Wenn es 1978:
diese Höhle wirklich gibt, so ist sie wahrscheinlich mit Das Projekt zur Erforschung der Sphinx
Schotter gefüllt. Das Urgestein in der Umgebung der Sphinx
scheint aus Kalkstein zu bestehen, der, so weit man es aus Das letzte SRI-Projekt hat zwar spannende Ergebnisse ge-
der Beobachtung der Oberfläche schließen kann, keine deut- zeitigt, aber keine letzten Antworten geliefert. Das Team
lichen Fissuren oder Adern mit mineralisierten Materialien entdeckte zahlreiche Anomalien, die einer archäologischen
aufweist. Auf der Südseite der Sphinx verläuft ein flacher Untersuchung im Umfeld bestimmter Bauwerke wert sind,
gullyartiger, etwa 30 cm breiter Streifen von Südwesten und zwar sowohl auf dem Giza-Plateau wie auch an ande-
nach Südosten. ren archäologischen Stellen in Ägypten... und das alles
Die Widerstandsanomalien, die wir rings um die Sphinx wurde möglich, ohne das existierende Terrain besonders zu
gefunden haben, sind nicht genügend bestimmt, um uns stören oder zu beschädigen.

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Im Jahre 1977 traf sich der ECF-Forscher mit dem SRI- gefüllt sind, können sich jedoch möglicherweise der Ent-
Team, als er von seinem ersten Aufenthalt bei der Nag- deckung entziehen.
Hammadi-Expedition zurückkehrte. Die vorbereitende Wi- Die Widerstandsmessung offenbarte zahlreiche Anoma-
derstandsmessung bei der Sphinx, die in dem zuletzt er- lien, von denen einige deutlich mit Verwerfungen, die auf
wähnten Projekt durchgeführt wurde, resultierte aus Dis- der Erdoberfläche wahrnehmbar waren, in Verbindung ge-
kussionen und Vorschlägen zwischen ihnen. Diese Untersu- bracht werden konnten. Anomalien, die keinen solchen Zu-
chung hat also ermutigende Resultate gezeitigt, und die sammenhang mit Oberflächenformen hatten, wurden durch
ECF begann die Forschung bei der Sphinx zu finanzieren. Ultraschall weiter untersucht, und in jedem Falle bestätigt.
Die ECF und das SRI schlössen einen Vertrag über eine Aber alle Anomalien erwiesen sich als natürlich entstanden,
umfassende Remote-sensing-Untersuchung des ganzen als sie angebohrt und durch die Sondenkamera betrachtet
Sphinx-Heiligtums und des Sphinxtempels, der unmittelbar wurden.
im Osten davon liegt. Während das SRI die Untersuchung Das SRI fand es unwahrscheinlich, daß irgendwelche
der Sphinx für die ECF durchführte, arbeitete es gleichzeitig wichtigeren, in der Nähe der Oberflächen verlaufenden
auch an einem ähnlichen Programm im Umfeld der ersten Gänge, Gräber oder Tunnels im Umfeld der Sphinx durch
und zweiten Pyramide von Giza, allerdings für eine andere diese Methode übersehen wurden. In einer Tiefe von mehr
Organisation. Die Feldarbeit fand in den ersten drei Mona- als 4 m gibt es mehr Unsicherheit über das Vorhandensein
ten des Jahres 1978 statt. Das Programm für die Sphinx er- von solchen Anomalien, und zwar erstens aufgrund des
forderte eine Widerstandsuntersuchung, bei der auf jedem Wasserspiegels, zweitens wegen der abnehmenden Sensitivi-
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m des gesamten Grundgesteins der Sphinx und ihres Tem- tät der Meßinstrumente für tiefliegende Kammern, und drit-
pels Daten erhoben wurden. Es erforderte weiterhin die Be- tens aufgrund der Möglichkeit, daß manche dieser Kam-
stätigung von Anomalien durch Ultraschallmessung, Präzi- mern oder Hohlräume mit Geröll gefüllt sind.
sionsbohrungen an besonders auffallenden Anomalien und Unglücklicherweise wurden nicht bei allen Anomalien,
die Beobachtung aller Hohlräume per Sonde. Der letzte Vor- die im Umfeld der Sphinx entdeckt wurden, Bohrungen an-
gang erforderte die unmittelbare Beobachtung durch eine gestellt. Eine neue >Sound<-Methode, die erst am Ende des
Sondenkamera, die in das Bohrloch hinabgelassen wurde. Projektes angesetzt wurde, war sehr vielversprechend. Diese
Alle Oberflächenmerkmale, die von dieser Kamera aufge- Methode, die als >Immersionsakustik< bezeichnet wird,
nommen wurden, konnten auf einem Bildschirm beobachtet funktionierte im Grunde nach demselben Prinzip wie der
werden. Ultraschall, hatte aber einen stärkeren Transmitter, den
Dem Interimreport des SRI zufolge erlaubt die Wider- man am Boden eines Bohrloches ins Wasser eintauchen
standsmessung die Ortung von Hohlräumen, vorausgesetzt, mußte. Mittels einer starken elektrischen Ladung schickte
daß die Tiefe der Höhlung geringer ist als das Drei- bis Fünf- der Transmitter Klangwellen in alle Richtungen aus. Der
fache des Durchmessers dieser Höhlung. Durch diese Me- Receiver konnte überall in einem Bereich von 20 bis 30 m
thode können sowohl kleine Hohlräume in der Nähe der aufgestellt werden, und wenn kein >Loch<, oder keine Spalte
Oberfläche wie auch große Hohlräume, die tiefer liegen, im Felsen auftrat, so ertönte auf dem Receiver ein dumpfer
wahrgenommen werden. Hohlräume, die dicht mit Geröll Klang. Wenn jedoch ein Hohlraum den Weg verstellte, er-

202 203
reichte kein Klang den Receiver. Die Forscher konnten die 1978-1982:
Größe und Form eines solchen Hohlraumes auf ganz ein- Das Survey-Projekt der Sphinx und die
fache Weise dadurch bestimmen, daß sie den Receiver hin Untersuchung ihrer Verwitterung
und her bewegten.
Mit Hilfe dieses Gerätes entdeckte das SRI im Grundge- Obwohl die Sphinx von Giza wahrscheinlich das am besten
stein blinde Stellen, die auf verborgene, unterirdische Dis- bekannte Symbol Ägyptens und der ganzen Antike ist, war
kontinuitäten, wie etwa Spalten hinwiesen und diese Stellen sie bis 1979 noch nie sorgfältig untersucht und gemessen
wurden als «ehr bedeutsame Schattenzonen< bezeichnet. worden, es waren auch keine detaillierten Zeichnungen von
In nur drei Arbeitstagen entdeckte das SRI mehrere wichti- ihr veröffentlicht worden. Die umfangreichste Ausgrabung
ge Schattenzonen. Einige davon waren bei den Widerstands- an diesem Ort, die von Waraize zwischen 1925 und 1936
messungen nicht erschienen. Ein bedeutsamer blinder Fleck durchgeführt wurde, blieb vollständig unveröffentlicht. Frü-
liegt unter der Kuppel neben der Sphinx auf der südlichen here und spätere Ausgrabungen lieferten, wenn überhaupt,
Seite. Zuvor hatte das SRI dort elektronisch geforscht und nur unvollständige Berichte. Das vorhergehende ECF-Pro-
keinen Schacht gefunden. Die Methode der Immersionsaku- jekt hatte den bedenklichen Verfall der Sphinx wie auch den
stik weist darauf hin, daß diese Gegend noch immer >ver- Mangel an Information darüber gezeigt. Im Jahre 1979 er-
dächtig< ist. Es gibt aber in der Nähe diese blinden Fleckes kannte der Archäologe Mark Lehner den Wert einer syste-
keine offenbaren Spaltungen im oberflächlichen Gestein, matischen archäologischen Untersuchung und Erfassung
auch kein Anzeichen für irgendwelche mit Geröll gefüllten der Sphinx und schlug dem America Research Center in
Gänge. Ägypten (ARCE) die Durchführung einer solchen Untersu-
Das Projekt erzeugte mehr Fragen, als es beantwortete. chung vor. ARCE wurde im Jahre 1948 geschaffen, um die
Nur fünf der Anomalien wurden mit der Sondenkamera Arbeiten des Ägyptologen George A. Reisner in Giza und
überprüft, und die blinden Stellen blieben geheimnisvoll. Libyen weiter zu führen. Im Jahre 1962 hat das ARCE
Aber es wurde deutlich, daß die Sphinx unbedingt restau- seine Ziele weitergesteckt und ist jetzt eine Forschungsorga-
riert werden mußte, um in ihrem Zustand erhalten zu blei- nisation in Ägypten, die von einem Konsortium amerikani-
ben. Eine gründliche Reinigung der Sphinx offenbarte bis- scher Universitäten und Museen sowohl mit öffentlicher
her unbekannte Einzelheiten und es wurde empfohlen, daß wie auch privater Förderung unterhalten wird. Das Ziel der
die Restauration innerhalb der nächsten 5 Jahre stattfinden ARCE wurde »die umfassende Erforschung aller Phasen
müsse, um das Bauwerk zu retten. der ägyptischen und islamischen Geschichte und Kultur seit
Das Projekt endete allerdings mit einer leisen Enttäu- frühester Zeit«. Diese Organisation stellt ein weites Spek-
schung, da man an einigen der Anomalien nicht mehr boh- trum von Dienstleistungen für die besonderen Bedürfnisse
ren konnte. Viele, die an dem Projekt beteiligt gewesen von Individuen und Gruppen, die in Ägypten arbeiten, zur
waren, hatten noch immer unbeantwortete Fragen, aber die Verfügung.
Kosten der Ausrüstung und des Personals, verbunden mit Mark Lehners Vorschlag beinhaltete sowohl Arbeiten an
zahlreichen internen Problemen beendeten schließlich wei- der Sphinx wie auch an dem kleinen Isis-Tempel, der am
tere Forschungen. Fuße der Großen Pyramide liegt. Hier hat Auguste Mariette

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im Jahre 1958 jene Stele gefunden, auf der geschrieben der Direktor des Steinkonservierungslaboratoriums der
steht, daß Khufu, der angebliche Erbauer der Großen Pyra- Geologischen Fakultät an der Universität von Louisville in
mide, sowohl den Isis-Tempel wie auch die Sphinx in beschä- Kentucky, zu dem Projekt, um eine Diagnose der Sphinx zu
digtem Zustand aufgefunden und restauriert hatte. Wenn erstellen und die Möglichkeiten ihrer Konservierung zu un-
man dem Text glauben kann, so würde das heißen, daß die tersuchen. Auf diese Weise wurde das Anliegen des Projek-
Sphinx viel älter ist, als die übliche ägyptische Chronologie tes noch breiter. Zwei britische Archäologen begannen
behauptet. Ob die Stele, die Mariette gefunden hat, eine Fäl- ebenfalls, im Rahmen des Projektes am Isis-Tempel zu arbei-
schung war oder nicht, jedenfalls würde die Untersuchung ten, das war im Jahre 1980. Dr. Jihan Ragai, ein ägyptischer
des Tempels erlauben, bestimmte chronologische Abfolgen Chemiker am AUC in Kairo, begann alte Gesteins- und
der Nekropolis von Giza zu überprüfen. Mörtelproben zu analysieren. Dr. Christianne Zivie, eine
Dr. Paul Walker, damals Direktor des ARCE, unterstütz- französische Ägyptologin, die sich auf die Nekropole von
te Lehners Vorschlag. Dr. James Allen, Ägyptologe und Vi- Giza und das Neue Reich spezialisiert hat, arbeitete eben-
zedirektor des ARCE (in der Abteilung von Kairo), willigte falls zwei Jahre lang mit diesem Projekt zusammen.
darin ein, als Projektleiter mit Mark Lehner als Leiter der Nach drei Jahren harter Arbeit, von 1979 bis 1982, er-
Feldforschung zusammenzuarbeiten. Der Antrag wurde zielte das Projekt folgende Resultate: Erstens, eine vollstän-
vom Revisionsausschuß des ARCE angenommen und die dige Architekturdokumentation der Sphinx, zweitens, eine
ägyptische Organisation für Altertumsforschung (EAO) er- geologische Analyse und kartographische Erfassung des
teilte die Arbeitserlaubnis. Die ECF war der Hauptsponsor Umfeldes der Sphinx, drittens, eine Diagnose der Verwitte-
des ARCE-Sphinx-Projektes. Zusätzliche Geldmittel wur- rungsursachen der Sphinx, und viertens, einleitende For-
den auch von der Chase National Bank of Egypt und von schungen zur Entwicklung einer Konservierungsmethode
der Franz-Hein-Synergy zur Verfügung gestellt. Ursprüng- der Sphinx. Die Sphinx und das ganze Umfeld, das drei
lich beinhaltete das Projekt Feldarbeit an der Sphinx, und große alte Tempel umfaßt, die vor der Sphinx liegen, sind
zwar mit konventionellen archäologischen Erfassungs- und mit der gleichen Detailhertheit gründlich kartographisch er-
Untersuchungsinstrumenten. Aber bald dehnte sich das faßt worden. Die Zeichnungen sind der Organisation für Al-
Projekt aus, nahm internationalen Maßstab an und vereinte tertumsforschung zum Zwecke ihrer Restaurationsarbeit
konventionelle Erfassungsmethoden mit Photogrammetrie. zur Verfügung gestellt worden. Als Resultat der sorgfältigen
Die Photogrammetrie ist eine höchst entwickelte Methode, Kartographierung und Dokumentation stieß man auf neue
um sehr detaillierte Architekturzeichnungen aus genauen Informationen. Im September 1980 entdeckte man einen
Photographien zu gewinnen. Im September 1949 beschloß Gang unter dem rückwärtigen Teil der Sphinx. Dieser Gang
das German Archaeological Institute in Kairo, sowohl Per- war bereits seit 1926 bekannt, als man die ganze Oberfläche
sonal wie auch die teure Ausrüstung zur Verfügung zu stel- der Sphinx abtrug, er wurde jedoch danach mit Mauerwerk
len, die für eine photogrammetrische Untersuchung der und Zement geschlossen.
Sphinx notwendig war, um auf diese Weise genaue Zeich- Als Nebeneffekt der ARCE-Sphinx-Erfassung war der Er-
nungen von der Sphinx herzustellen, auf denen jede Struk- werb von 200 Archivphotos von der Ausgrabung an der
tureinzelheit sichtbar wurde. Später stieß Dr. K. Lal Gauri, Sphinx aus den Jahren 1925 bis 1936 sehr nützlich, die

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ARCE konnte diese Photos nun reproduzieren und auch in Aus diesen intensiven Untersuchungen resultierten etli-
Zukunft publizieren. Über diese früheren Ausgrabungen ist che Aufsätze und Veröffentlichungen; viele von ihnen, wie
bisher kein Bericht veröffentlicht worden, und die Photos etwa >Geological Study of the Sphinx< von K. L. Gauri,
sind ein bildhafter Bericht über die Arbeit, der sich kontinu- ARCE News Letter, 1984, konzentrierten sich auf zuverläs-
ierlich Monat um Monat fortsetzt. Die Photos zeigen, daß sige Restaurationsrichtlinien für die Sphinx. Der letzte Auf-
die Archäologen viel von dem steineren Mantel der Sphinx satz wurde beim Jahrestreffen der Geologischen Gesell-
abtrugen, als man die Sphinx in den 20er Jahren ausgrub. schaft von Amerika im Oktober 1987 vorgelegt, er trug den
Die Archäologen gruben sogar in dem Körper, wahrschein- Titel >Die Entwicklung des Porensystems und ihr Einfluß
lich auf der Suche nach Kammern, die dort vielleicht ver- auf die Dauerhaftigkeit des Kalksteins bei der Großen
borgen waren. Zwei oder drei Photos scheinen eine Art Sphinx<.
Hohlraum im nördlichen Teil des mittleren Körpers zu zei- Aber der ursprüngliche Plan, einen umfassenden Atlas
gen, in dem ein Mann stand, allerdings auf einem etwas über die Sphinx zu veröffentlichen, in dem dieses ganze Ma-
tieferen Niveau als dem der Erdoberfläche. Ein weiteres terial aufscheint, muß erst noch verwirklicht werden. Ein
Photo zeigt ganz deutlich ein Loch in der südlichen Hinter- vorbereitender Bericht dieser Untersuchung wurde im
pfote. Diese Formen wurden alle wieder mit den alten Stei- ARCE News Letter (1980, Nr. 112) veröffentlicht und man
nen und mit modernem Zement zugedeckt. Dieser wichtige kann nur hoffen, daß in nächster Zukunft eine vollständige
Satz von Photographien hat all diese Jahre in einem Institut Veröffentlichung erfolgen wird. Es wäre ein Klassiker der
in Paris gelegen. Ägyptologie.
Für die Verwitterungsuntersuchung teilte K. Lal Gauri
den Felsen der Sphinx in vier Hauptbestandteile ein: Urge-
stein, Granit, Kalkstein und Mörtel. Aufgrund seiner Ana- 1982 bis heute:
lyse kam er zu dem Schluß, daß wasserlösliche Salze der Das Survey-Projekt des Gizeh-Plateaus
Hauptgrund für die Verwitterung seien. Solche Salze wären
ohne Wasser harmlos. Aber ein Steigen des Grundwasser- Das Projekt des ARCE-Projektes zur Erfassung der Sphinx
spiegels, eine Durchfeuchtung durch den Restaurationsmör- führte zu einem weitergefaßten Projekt, in dem die ganze
tel und die Art des Kalksteins, der bei der Wiederherstellung Nekropole von Gizeh erfaßt werden sollte. Untersuchungen
verwendet wurde, waren die Hauptfaktoren der Erosion. In- der Geologie der Sphinx und ihre räumliche Anordnung in
teressanterweise erschien auf dem bei der Restauration ver- bezug auf andere Bauwerke auf dem Gizeh-Plateau lassen
wendeten Kalkstein und Mörtel das sogenannte >Duricrust<, vermuten, daß die wichtigsten Bauwerke einem ausgeklügel-
eine natürliche Oberflächenbedeckung, die Erosion und ten Plan zufolge angeordnet sind. Z. B. hat man während
Verfall abhält; das war aber nur der Fall bei Materialien, die des Survey-Projektes der Sphinx mehrere erstaunliche Ent-
vor 1925 bei der Restauration eingesetzt wurden. Auf Kalk- deckungen gemacht. Die Ägyptologen waren früher der
stein, der später eingesetzt wurde, bildete sich diese Schicht Meinung, daß der Sphinx-Tempel der Anbetung der Sonne
nicht, da eine andere Art von Stein und Mörtel verwendet gewidmet war. Man glaubte, daß die 24 Säulen der Säulen-
wurde. halle die 24 Stunden von Tag und Nacht darstellten. Es ist
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merkwürdig, daß die Achse des Tempels nicht auf die Der nächste Schritt besteht darin, den Plan dieser Fläche
Sphinx zeigt, sondern seitlich an der Sphinx zur Südseite der mit Hilfe von Luftaufnahmen und Photogrammetrie aufzu-
zweiten Pyramide in Gizeh, der Pyramide des Khafra ver- zeichnen. Der dritte Schritt sind dann Ausgrabungen nach
läuft. Und genau an diesem Punkt geht die Sonne während einem früheren Hafen und einem Arbeiterdorf in den uner-
der Tagundnachtgleichen unter, wenn man sie vom öst- forschten Teilen im Süden und Osten der Pyramiden. Die ur-
lichen Heiligtum des Sphinx-Tempels aus betrachtet. Die sprünglichen Aktivitäten, die sich aus dem Survey-Projekt
architektonische Anordnung des Tempels halbiert sowohl der Sphinx und den Anfangsstadien des Survey-Projektes
den Tag wie auch das Jahr, und seine Achse zeigt auf die des Gizeh-Plateaus entwickelt haben, erschienen in einem
astronomische Jahresmitte. Zur Zeit der Sommersonnwen- Artikel in der Zeitschrift Smithsonian vom April 1986.
de, wenn die Sonne ihren nördlichsten Punkt auf dem West-
horizont erreicht hat, also bevor sie sich wieder nach Süden
wendet, geht sie genau zwischen den beiden größten Pyra- Von 1978-1980:
miden von Gizeh unter, wenn man vom Sphinx-Tempel auf Weitere Entdeckungen in der Nähe der Sphinx
sie blickt.
Sind diese Anordnungen von den Erbauern damals be- Trotz der uneindeutigen Resultate des SRI-Projektes hat
wußt geplant worden? Haben antike Geographen die Pyra- eine Reihe zufälliger Entdeckungen durch andere Archäolo-
miden entworfen und die inneren Beziehungen auf dem gan- gen in den 70er und den frühen 80er Jahren gezeigt, daß der
zen Plateau bestimmt? Platz vor der Sphinx, der von Cayce erörtert wurde, keines-
Fragen dieser Art führten zu dem Projekt zur Kartogra- wegs richtig verstanden wird, und daß es noch immer ein
phierung des Gizeh-Plateaus. Ein so detaillierter Plan der Potential für viele zukünftige Entdeckungen gibt.
Sphinx und ihrer Umgebung hatte vor dem Projekt zur Kar- Im Frühjahr des Jahres 1978 begann Zahi Hawass, ein
tographierung der Sphinx nicht existiert, es gab keine Karte ägyptischer Archäologe, der von der ägyptischen Organisa-
mit einem so großen Maßstab, die die gesamte alte Architek- tion für Altertumsforschung unterstützt wurde, mit Ausgra-
tur und zusätzlich auch die Topographie des Gizeh-Plateaus bungen im Nordosten der Sphinx neben der Stadt Nazlet el-
umfaßte. Samman. Bei dieser Ausgrabung wurden Gegenstände aus
Die Anfangsfinanzierung kam von mehreren verschiede- der römischen Zeit, aus dem Neuen und Mittleren Reich
nen Sponsoren, aber die ECF beteiligte sich ebenfalls mit entdeckt. In der Zeit zwischen dem 22. und dem 24. April er-
Beiträgen an diesem internationalen Projekt. Wie wir gese- folgte ein wichtiges Ereignis: die Entdeckung eines in den
hen haben, gibt es in den Cayce-Readings Hinweise darauf, Felsen gehauenen Grabes aus dem Alten Reich. Es war be-
daß die Bauwerke auf dem Gizeh-Plateau miteinander in Be- reits im Altertum geplündert worden, enthielt aber noch die
ziehung stehen. Dieses Projekt ist noch im Laufen, die Kar- Bestattungsurne und die Skulpturen des Verstorbenen und
tographierung des ganzen Terrains wurde nach zwei Ar- seiner Gattin, die in den Felsen des Grabes gemeißelt waren,
beitssaisons vollendet. Ein Bericht über den Fortgang der ferner auch einige Hieroglyphen. Diese Entdeckung läßt
Arbeiten erschien im ARCE News Letter, Nr. 131, Herbst den Schluß zu, daß unter der Stadt, die an die Sphinx grenzt,
1985. noch weitere wichtige Altertümer begraben liegen.

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winde ein beachtlich großes Stück von rotem Granit herauf.
Die Sandoberfläche hat ungefähr dieselbe absolute Höhe Roten Granit gibt es normalerweise nur in Assuan (etwa
wie der Urgesteinsboden des Sphinxheiligtums 600 km im Süden von Gizeh), also mußte der Granit in die-
Bohrung des Bewässerungsministeriums (Sept. 1980) ser Tiefe von den alten Ägyptern künstlich herantranspor-
tiert worden sein. Sowohl der Steilabfall wie auch der rote
Granit eröffnen interessante Möglichkeiten. Der Steilabfall
könnte der Rand eines alten Hafens sein, der Granit ein
Stück, das in der Vierten Dynastie von einer Fähre herab-
fiel. Eine andere Erklärung wäre, daß der Granit das Bruch-
stück eines alten Tempels oder Monumentes sein könnte.
Ohne weitere Forschungen und Ausgrabungen können
diese Fragen und Möglichkeiten nicht geklärt werden.
(Größe und Ausmaß unbekannt)

Der Wasserspiegel hat ungefähr


dieselbe absolute Höhe bei der Von 1982 bis heute:
Sphinx wie an der Sanddecke
im Osten des Sphinxtempels.
Die C-14-Datierung der Gebäude auf dem
Gizeh-Plateau

Bild 5/3: Für die Cayce-Geschichte von Atlantis und Ägypten ist das
Karte des Terrains vor der Sphinx Datum 10000 v. u. Z. zentral, aber gerade dieses Datum ist
jener Teil der Geschichte, der von den Archäologen am
meisten bezweifelt wird. Nun gründen die archäologischen
Im Jahre 1980 bohrte das ägyptische Bewässerungsmini- Datierungen der Pyramiden aber historische Chronologien,
sterium Löcher in den Boden, um in der Nähe der Ausgra- und es waren noch keine Methoden angewendet worden,
bungen von Zahi Hawass den Grundwasserspiegel zu be- um ein objektives Datum zu finden. Die Idee, die Pyrami-
stimmen. Die Ausgrabungen von Hawass waren auf Urge- den mit der C-14-Methode zu datieren, entstand in einer
stein gestoßen, das relativ nahe an der Oberfläche lag, die Reisegruppe des ARCE in Ägypten im November 1982.
Wasserbohrung wurde im September 1980 vorgenommen, Nachdem man die archäologischen Unterschiede zwischen
und zwar 15 bis 20 Meter im Osten von den Ausgrabungen der konventionellen Ägyptologie und der Information der
von Hawass. (Bild 5/3 zeigt die Beziehung des Bohrortes zur Cayce-Readings diskutiert hatte, drückten mehrere ARCE-
Sphinx.) Die Bohrsonde stieß erst nach 16 m von weichem Mitglieder ihr Interesse aus, das lOOOO-v.-u.-Z.-Datum der
Schutt auf eine feste Oberfläche. D. h. also, daß zwischen Großen Pyramide durch die C-14-Methode datieren zu las-
dem Ort, wo Hawass ausgrub, und dem Ort, wo die Bohrung sen und stimmten schließlich zu, diesen Test durch die ECF
vorgenommen wurde, ein unterirdischer Steilabfall mit einer zu finanzieren, wenn dies möglich sei. Mark Lehner legte
beträchtlichen Tiefe liegt. Aus dieser Tiefe zog das Bohrge- diese Idee Dr. Norbert J. Wenke vor, einem Vorgeschichtler

212 213
der Universität von Washington, der damals auch Direktor auch die richtige Beschriftung einer jeden Probe, die geprüft
des ARCE war. werden sollte, eine lange und umständliche Arbeit.
Eine solche Untersuchung konnte nur dann einen Wert Die meisten Proben waren Holzkohle, die aus Kalkmörtel
sowohl für die C-14-Methode wie auch für die ägyptische stammte. Kalkmörtel erscheint auf den meisten exponierten
Chronologie haben, wenn das Programm auch Proben von Oberflächen der Gizeh-Pyramiden, und hie und da findet
anderen wichtigen Pyramiden aus hervorspringenden Punk- man Holzkohlestücke in dem Mörtel zwischen den Steinen.
ten des Alten Reiches enthalten würde, das man auch das Die meisten der Proben aus Gizeh gewann man aus Mörtel,
Zeitalter der Pyramiden nennt. Idealerweise hätte das Pro- der zwischen Steinen hervorkam oder an Steinen klebte,
jekt je fünf Proben aus 16 verschiedenen Bauwerken, also deren äußere Schicht abgelöst worden war. In manchen Fäl-
eine Summe von 80 Proben erfordert. Die ECF beschloß, len traten die Holzkohlestücke aus der Oberfläche eines
das Programm zu finanzieren, die Kosten betrugen etwa Mörtelklumpens hervor, in anderen Fällen gewann man die
17000 Dollar. Dr. Wenke bestimmte ein Laboratorium für Holzkohlenprobe vollkommen frisch, indem man den Mör-
die Datierung der Proben, das Radiocarbon-Laboratory of tel aufschlug. Das Team sammelte Proben auch von mehre-
the Institute for the Study of Earth and Man der Southern ren Pyramiden außerhalb des Gizeh-Plateaus, aber auf-
Methodist University unter der Leitung von Dr. Herbert grund der Schwierigkeiten bei der Gewinnung von guten
Haas. Für die kleinsten Proben, für die ein Laboratorium Holzkohleproben aus diesen anderen Pyramiden nahm
mit einer feineren Methode (accelerator dating) nötig war, man statt dessen mehr Proben aus der Großen Pyramide.
gewann Dr. Haas ein Laboratorium der Eidgenössischen Ideal wäre es gewesen, so tief wie möglich im Inneren der
Technischen Hochschule in Zürich unter der Leitung von Großen Pyramide Proben zu entnehmen. Anfangs dachte
Prof. Willy Wölfli als Mitarbeiter, um dort die C-14-Datie- man, daß man sie aus den Seitenwänden der Gänge gewin-
rung durchzuführen. In einem Zeitraum von drei Monaten nen könnte, die frühe Forscher von den inneren Gängen
vom Dezember 1983 bis zum Februar 1984 sammelte das und Kammern aus in die Mauern geschlagen hatten. Auch
Team 71 Proben aus 13 Pyramiden, dem Sphinx-Tempel und von diesen inneren Gängen und Kammern selbst glaubte
einem Grab der Ersten Dynastie. Mehrere Faktoren zwan- man Proben entnehmen zu können. Aber die Steine lagen
gen zur Modifizierung des ursprünglichen Planes. Erstens hier so eng aneinander, daß es keine organischen Einschlüs-
gab es große Schwierigkeiten, 5 weit voneinander entfernte se gab, die man mit bloßem Auge hätte sehen können, vor
Holzkohleproben oder Stücke von anderem organischen allem auch deswegen, weil das Licht so trüb war. Auch
Material auf jedem der zu analysierenden Bauwerke zu fin- waren die Wände der Kammern und Gänge zum Teil durch
den, deshalb nahm man von manchen Bauwerken mehr die Fackeln der Menschen geschwärzt, die die Pyramiden
Proben als von anderen. Zweitens lieferten einige der Bau- besuchten, bevor man dort elektrisches Licht installiert
werke, die man hatte analysieren wollen, keine Proben, die hatte. Man war der Annahme, daß Proben aus diesen
für die C-14-Datierung verwendet hätten werden können, Räumen bereits zu kontaminiert waren, als daß man sie
und bei einigen Bauwerken war darüber hinaus auch noch durch die chemische Vorbehandlung, der alle Proben im La-
der Zugang aus militärischen Gründen untersagt. Schließ- boratorium unterworfen wurden, erfolgreich hätte reinigen
lich war das Sammeln, Photographieren, Einpacken wie können.

214 215
Eine andere Möglichkeit wäre es gewesen, Mörtel aus den sie nicht nach der Carbon- 14-Methode datiert werden. Aber
5 Kammern über der Königskammer zu gewinnen, die die der Boden der Sphinx ist mit mehreren Schichten von Kalk-
Funktion hatten, das auf der Königskammer lastende Ge- steinmauerwerk bedeckt, und im Füllmaterial zwischen den
wicht mitzutragen. Es war jedoch nicht möglich, die Erlaub- frühesten Schichten von restauriertem Mauerwerk und dem
nis für ein besonderes Gerüst zu bekommen, das notwendig natürlichen Felskern des Sphinxkörpers sind Holzkohlestük-
gewesen wäre, um diese Mörtelproben zu gewinnen. ke enthalten. Der Körper der Sphinx war stark verwittert,
Letztlich kamen die meisten Proben aus der äußeren bevor die erste Schicht Mauerwerk hinzugefügt wurde, des-
Oberfläche. Auf verschiedenen Ebenen der 200 Steinschich- halb konnte die Datierung des Füllmaterials eine Vorstel-
ten, aus denen die Große Pyramide besteht, entnahm man lung über das Datum der ersten Restauration vermitteln.
statt nur 5 ganze 16 Proben: Unglücklicherweise konnte man aus der Sphinx keine Pro-
• 5 Proben von ganz unten, und zwar hauptsächlich das ben gewinnen, da gleichzeitig mit dem Projekt offizielle Re-
Mauerwerk aus Schicht 2 staurationsarbeiten an der Sphinx vorgenommen wurden.
• 4 Proben aus Schicht 5 Die beiden oben genannten Laboratorien analysierten die
• 1 Probe aus Schicht 25 Proben mit einer ungeheuren Genauigkeit, die Resultate
• 1 Probe aus Schicht 65 waren sowohl für Cayces Anhänger wie auch für die tradi-
• 1 Probe aus den Schichten 108 und 109 tionellen Ägyptologen eine Überraschung. Die Daten ent-
• 3 Proben aus der Schicht 198 sprachen weder der einen noch der anderen Version!
• 1 Schicht aus der obersten Plattform Keine einzige der Proben, einschließlich derer aus der
Großen Pyramide, konnten auch nur im entferntesten in der
Die letzte Probe gewann man aus der Höhle, die mitten im Nähe des Zeitraumes angesiedelt werden, der in den Cayce-
Zentrum liegt, wo auf dem ursprünglichen Felsboden massi- Readings genannt wird. Die 14 Datierungen aus der Großen
ves Mauerwerk ruht. Unmittelbar hinter dieser Höhle befin- Pyramide, die jetzt in den Laboratorien in Zürich aufbe-
det sich ein Schacht, der mit kleinen Kalksteinblöcken ver- wahrt werden, reichen von 3100 v. u. Z. bis 2850 v. u. Z.
kleidet ist. Man ist der Meinung, daß dies entweder ein Teil Diese Daten beinhalten auch die zeitliche Bestimmung
eines Fluchtweges für diejenigen ist, die die Pyramide abge- durch die Dendrochronologie. Obwohl diese einleitenden
schlossen haben, ein gewaltsamer Eingang für frühe Grab- C-14-Daten mit Sicherheit mehr dem ägyptologischen Zeit-
räuber oder aber ein Luftabzug für die Erbauer der Pyrami- rahmen als dem der Cayce-Readings entsprechen, sind sie
de. Im Mörtel der Blöcke, mit denen dieser Schacht verklei- bezogen auf die gegenwärtige ägyptologische Chronologie
det ist, hatte man keine organischen Einschlüsse gefunden. noch immer sehr früh.
Man hat eine Mörtelprobe entnommen, um nach organi- Als die Datierung beendet war, sagte Herbert Haas am
schen Spuren zu suchen, fand aber keine Carbonbestand- 6.Februar 1986 vor dem Verlagsteam der ARE/ECF in
teile. bezug auf die Ergebnisse: »Dieses Histogramm aller Datie-
Der Plan beinhaltete auch die Sammlung von Proben aus rungen zeigt in einem glockenförmigen Umriß die numeri-
der Sphinx. Die Sphinx ist unmittelbar aus dem natürlichen sche Verteilung der Fehlschätzungen, deren Mittelwert bei
Felsen des Gizeh-Plateaus herausgeschlagen, deshalb kann >374 Jahre älter als die historische Schätzung< liegt.«

216 217
Das war eine Enttäuschung für die Mitglieder der ECF, schaftlichen Community vorgelegt. Die erste Präsentation
die auf eine Verifizierung von Cayces Daten für die Große war im November/Dezember 1986 beim internationalen
Pyramide gehofft hatten. Aber diese Resultate erzeugten Kolloquium des Centre National de Recherche Scientifique
auch bei den Ägyptologen beachtliche Betroffenheit. an der Universität von Lyon in Frankreich. Das Thema des
Am besten wird man diesen Projekten wahrscheinlich ge- Kolloquiums war der Vergleich von relativen und absoluten
recht, wenn man davon ausgeht, daß die Resultate bedeut- Chronologien im Nahen Osten. Herbert Haas legte einen
sam genug sind, um viele Fragen entstehen zu lassen, und Bericht über diese Entdeckungen vor, der zusammen mit
mit aller Sicherheit ist weitere Forschung garantiert. Eine den anderen Beiträgen des Kolloquiums in dem British
gründlichere Gewinnung der Proben und noch genauere Archaeological Record in der internationalen Reihe Band
C-14-Datierung sowohl der Großen Pyramide wie auch an- 379/2, Seite 585 bis 606, veröffentlicht wurde. Den zweiten
derer ägyptischer Baudenkmäler könnte durchaus noch Vortrag über diese Entdeckungen, den wir später noch erör-
mehr verwirrende Daten und Einzelheiten mit sich bringen, tern werden, hat Dr. Haas in Kairo bei einem anderen inter-
wenn man es mit der gegenwärtig angenommenen Zeitfolge nationalen Kongreß gehalten.
der ägyptischen Chronologien vergleicht.
Ein weiteres interessantes Ergebnis aus diesem Projekt 1987:
sind die Daten, die sich aus dem Versuch einer detaillierten >Die Technik öffnet uralte Türen<
Altersbestimmung ergeben. Wenn wir das Alter der Proben
aus den obersten Schichten der Gizeh-Pyramide mit dem Am 24. Februar 1987 stand diese Schlagzeile über einem Ar-
Alter der Proben vergleichen, die nahe am Boden gewonnen tikel der New York Times, in dem berichtet wurde, wie im
wurden, so stellt sich heraus, daß die obersten Schichten Januar 1987 moderne Remote-sensing-Methoden bei ar-
älter sind, als die der niedrigsten Ebene der Pyramide! Ob- chäologischen Entdeckungen in Ägypten angewendet wur-
wohl es in diesen Daten einen gewissen Unsicherheitsbe- den. Mit Hilfe eines Magnetometers wurde ein noch unbe-
reich gibt, sieht es so aus, als ob die Spitze der Pyramide kanntes Grab im Tal der Könige in Theben auf der Westseite
mindestens 2 Jh.e älter ist als der untere Teil. Aber die Pyra- des Nils gegenüber von Carnac und Luxor entdeckt. Diese
miden können nicht von oben nach unten gebaut worden Entdeckung hatte das Projekt zur kartographischen Erfas-
sein, folglich könnte diese Abweichung aus Restaurationen sung von Theben (University of Berkeley) zufolge. (Interes-
resultieren, die zu einer späteren Zeit an den niedrigsten santerweise hatte auch das SRI im Jahre 1956 dort ein Ter-
Schichten vorgenommen wurden. Eine andere mögliche Er- rain gefunden, das für sorgfältigere Forschungen interessant
klärung ist die Verbrennung von zunehmend älteren Holz- zu sein schien, und auch zukünftige Arbeit dort empfohlen.)
stücken bei der Vorbereitung des Mörtels für die oberen Am Ende des Artikels zitierte die New York Times Zähl Ha-
Teile der Pyramide. Unglücklicherweise hat man während wass, den jetzigen Kurator der Gizeh-Pyramiden: Er berich-
dieses Projektes keine Proben aus dem Kern der Pyramide tete, daß französische und japanische Forschungsteams mit
oder der Sphinx entnommen. Hilfe von seismischem und magnetischem Remote-sensing
Die Ergebnisse dieser C-14-Datierung sind noch nicht ver- vor kurzem mehrere Hohlräume in der Großen Pyramide
öffentlicht worden, aber sie wurden zweimal der wissen- und unter der Sphinx entdeckt hatten.

218 219
Offensichtlich waren die High-tech-Methoden der Ar- Es ist unwahrscheinlich, daß Fehlerquellen der CT4-Me-
chäologie, die das SRI vor 10 Jahren initiiert hatte, und an thode, wie etwa die Verwendung von altem Holz oder einer
denen sich die ECF im Jahre 1975 beteiligte, verfeinert wor- unerkannten Kontamination die beobachtete Verteilung
den und sind jetzt weithin im Gebrauch. Diese Methoden von Altersunterschieden erzeugen.
bieten spannende Zukunftsaussichten für archäologische Cayces Daten für den Bau der Großen Pyramide stimm-
Forschungen. Es wird noch viel Forschung nötig sein, um ten mit den im Laboratorium gewonnenen Daten nicht
festzustellen, ob in diesen >verdächtigen< Zonen sowohl im überein, dasselbe gilt aber auch für die Chronologie der
Gizeh-Plateau wie auch an anderen ägyptischen Fundorten Ägyptologen. Auch hier wieder sind weitere Forschungen
etwas von archäologischem Wert entdeckt werden kann. erforderlich, um zu erkennen, wie alt diese Bauwerke wirk-
Die Suche in Ägypten entwickelte sich zäh und langsam lich sind.
im Laufe vieler Jahre, aber das Jahr 1987 erlebte eine Explo- Die Beiträge des Forschungsteams unter der Leitung von
sion neuer Entdeckungen, als die neuen Methoden ernsthaft Sakuji Joshimura von der Wasseda University in Japan
eingesetzt wurden. Die japanischen und französischen Ent- waren aus der Perspektive der Cayce-Readings ebenfalls
deckungen führten im Zusammenhang mit einigen der Be- sehr spannend. Die Japaner setzten zwei Arten von Radar
mühungen, die ich hier beschrieben habe, zu einer spannen- ein, mit dem sie den Boden durchleuchten konnten. Mit der
den Konferenz in Kairo vom 14. bis 17.September 1987, einen Radarart maßen sie Reflexionen von unterirdischen
dem Ersten Internationalen Symposium über die Anwen- Objekten, mit der anderen suchten sie nach Hohlräumen,
dung von moderner Technologie auf archäologische For- indem sie die Radartransmission durch den Felsen maßen.
schungen in der Nekropole von Gizeh. An diesem Kongreß Sie entdeckten eine Reihe von Hohlräumen in der Großen
nahmen führende Wissenschaftler aus der ganzen Welt teil. Pyramide, die die Entdeckungen eines französischen For-
Herbert Haas legte zum zweiten Mal die Entdeckungen des schungsteams vom Jahre 1986 bestätigten und noch erwei-
ECF-finanzierten C-14-Datierungsprojektes vor und konnte terten. Einige Hohlräume enthalten Sand, aber es scheint
überzeugend darlegen, daß die ägyptische Chronologie revi- einen 30 m langen Gang zu geben, der hinter der westlichen
diert werden muß. Die folgenden Exzerpte aus seinem Be- Seite der nördlichfeh Wand der >Kammer der Königin< be-
richt bei diesem Symposium heben die akzeptierte ägypti- ginnt. In der Nähe der Großen Pyramide entdeckten die
sche Chronologie aus den Angeln: Japaner die berühmten Gruben der Boote.
Alle C-14-Datierungen von Proben, deren Herkunft und Eine davon war vor Jahren geöffnet worden und enthielt
Qualität unbestreitbar ist, sind älter als ihre geschichtliche ein Begräbnisboot aus der Zeit des Khufu. Die andere ist
Datierung. noch nicht geöffnet worden, aber eine Gruppe, die von der
Die größte Anzahl der Proben, nämlich 15, wurden der National Geographie Society finanziert wurde, bohrte hin-
Khufu-Pyramide entnommen, deren mittleres C-14-Alter ein, entnahm Luftproben, und photographierte ein zerfalle-
auf ungefähr 2966 ± 50 Jahre geschätzt wird. Dieses Datum nes Boot. In der Nähe der Sphinx entdeckten die Japaner
liegt ungefähr 390 Jahre früher als die Mitte von Khufus unterirdische Hohlräume, die über die Entdeckungen der
Herrschaftszeit, wie sie in der Cambridge Ancient History SRI-Projekte vor 10 Jahren hinausgehen und die Möglich-
aufscheint. keit eröffnen, daß Cayces >Halle der Aufzeichnungen noch

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gefunden werden kann. In der Nähe der rechten Pfote fan- Khufu als dem Erbauer der Großen Pyramide berichtet.
den sie einen möglichen unterirdischen Gang in einer Tiefe Noch überzeugender ist die Existenz von Inschriften, in
von 2,5 bis 3 m unter der Erdoberfläche. Weitere Messun- denen Khufus Name in den versiegelten Kammern der Py-
gen ließen die Möglichkeit eines unterirdischen Ganges ramide angegeben wurde, und diese Kammern waren bis in
unter der Sphinx vermuten. Es wurden mehrere weitere die jüngste Zeit niemals geöffnet worden.
Hohlräume entdeckt, die ihrer Meinung nach Metall oder Dagegen steht das Material aus den Cayce-Readings, aber
Granit enthalten konnten. Gegenwärtig gibt es keine Mög- das ist nicht das einzige. Die alten arabischen Historiker
lichkeit herauszufinden, woraus diese Hohlräume und Tun- sagen, daß Hermes zusammen mit Ra die Große Pyramide
nels bestehen. Herbert Haas vermutet, daß es vielleicht erbaut hat. Das Ägyptische Totenbuch wie auch uralte Le-
kleine natürlich entstandene Hohlräume sind, die mit stark genden erzählen von unterirdischen Kammern in der Nähe
eisenhaltigen Verbindungen gefüllt sind, und durch das Flie- der Sphinx. Der ägyptische Historiker Manetho schiebt die
ßen des Grundwassers abgelagert wurden. Die Japaner pla- ägyptische Kultur 13 000 Jahre in die Vergangenheit. Schie-
nen weitere Forschungen, darunter auch weitere Bohrun- ferpaletten mit Einkerbungen, die auf eine mehr als stein-
gen, um die Frage mit zuverlässigem Beweismaterial beant- zeitliche Kultur hinweisen, wurden in Fundorten entdeckt,
worten zu können. die mehr als 5000 Jahre alt sind. Man entdeckte auch eine
Wie sind nun die Ergebnisse der Bemühungen der Edgar Stele, die davon erzählt, daß Khufu den Tempel der Isis in
Cayce Foundation in Ägypten? Es ist wahr, daß keine Be- Ruinen vorgefunden hatte und die Sphinx restaurieren ließ.
richte über Atlantis entdeckt wurden, und daß das Alter der Eines der größten Rätsel in bezug auf die Große Pyra-
Sphinx und der Großen Pyramide noch immer unbekannt mide ist die Frage, wie sie erbaut wurde. Man schätzt, daß
ist. Gezeigt wurde letztlich nur die Notwendigkeit weiterer sie aus über 2 Mio. Blöcken besteht, von denen einige mehr
Forschung. Es gibt noch viele Geheimnisse, selbst nach 200 als 13 t wiegen. Um all diese Blöcke an ihre Stelle zu setzen
Jahren archäologischer Forschung in Ägypten. (ganz abgesehen von ihrer Gewinnung aus den Steinbrü-
Die Ägyptologen bestreiten in keiner Weise, daß jahr- chen und ihrem Transport an den Bauplatz), müßte man alle
tausendelang Menschen im Niltal gelebt haben, aber sie sind 5 min einen Block an seine Stelle setzen, und das 24 h/Tag
der Ansicht, daß jegliches Leben vor 4000 v. u. Z. nur einer 20 Jahre lang. Darin ist aber noch nicht einmal die Zeit ent-
steinzeitlichen Kultur angehört haben kann. Im allgemeinen halten, die notwendig ist, ein solches Bauwerk zu entwerfen
glauben die Ägyptologen, daß die Zivilisation, die die Pyra- oder auch Zeiten des Wartens aufgrund von ungünstigen
miden und andere Bauwerke erbaut hat, um etwa 4000 Wetterbedingungen. Der Bau einer Pyramide in so kurzer
v. u. Z. begann. Um 3150 v. u. Z. eroberten Streitkräfte aus Zeit wäre ganz offensichtlich eine unmögliche Aufgabe,
dem Süden Ägyptens den Norden und vereinten das Land selbst mit modernen Geräten.
unter der Ersten Dynastie von Menes. Die Pyramiden von Diese und andere Rätsel widersetzen sich noch immer der
Gizeh kamen später, um 2700 v. u. Z., und die Große Pyra- Erklärung. Was die Arbeit der ECF betrifft, erwiesen sich
mide von Gizeh wird dem Cheops oder Khufu aus der Vier- zwar einige von den Anomalien, die in der SRI-Erfassung
ten Dynastie zugeschrieben. Als Zeugen für diese Chronolo- der Sphinx entdeckt wurden, als natürlichen Ursprungs,
gie zitiert man den griechischen Historiker Herodot, der von aber man hat nicht an allen gebohrt. Wie steht es um die

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Öffnungen in der Sphinx, die in den Fotos der Expedition Das neue Projekt, mit dem Titel international Radiocarbon
von 1925 erschienen und dann zuzementiert wurden? Die Data Base<, wird eine zentrale computerbetriebene Daten-
Ergebnisse der japanischen Forschung lassen vermuten, daß bank einrichten, zu der eine internationale Community von
noch viel entdeckt werden kann. Was die Große Pyramide Forschern beiträgt, die solche Untersuchungen entweder lie-
betrifft, so stimmen die C-14-Datierungen, die aus den weni- fern oder selbst brauchen und anwenden, und das sind vor
gen Proben entnommen wurden, nicht mit Cayces Daten allem Archäologen. Alle C-14-Datierungen werden in einem
überein, aber sie entsprechen auch nicht den akzeptierten zentralen Computer gespeichert werden, sie werden fortlau-
Daten. Ganz offensichtlich ist die Entnahme weiterer Pro- fend auf den neuesten Stand gebracht werden und durch die
ben notwendig. Die genaueste Untersuchung und karto- Möglichkeiten der Telekommunikation für Forscher auf der
graphische Erfassung der Sphinx muß noch veröffentlicht ganzen Welt von einem Augenblick zum anderen zugäng-
werden. Viele von Ägyptens Geheimnissen sind noch lich sein. Die dritte Planungskonferenz wurde im März
immer Geheimnisse und warten auf zukünftige Forscher. 1988 an der Jail-University abgehalten. Das ursprüngliche
Pilot-Projekt wird wahrscheinlich Radiocarbon-Daten ver-
wenden, die aus dem Alten Ägypten gewonnen wurden.
Jetzt wollen wir uns nach Westen zu den Bahamas wen-
1988 bis ?:
den und untersuchen, ob Entdeckungen vor der Küste von
Weitere Forschungen und mögliche Entdeckungen
Florida irgendwelche Hinweise auf Atlantis geliefert haben.
Die Edgar Cayce Foundation, die ihre Arbeit Individuen
und anderen Organisationen widmet, ist noch immer sehr
daran interessiert, diese Geheimnisse zu lüften und fördert,
soweit die Mittel es zulassen:
• Die Veröffentlichung des Atlas der Sphinx von Robert
Wenke, Mark Lehner, James Allen, u. a.
• Das Projekt zur Kartographierung von Giza, das von der
ARCE, Mark Lehner, Zahi Hawass u. a. weitergeführt
wird. Wie erwähnt, ist nur der erste Schritt dieses Projek-
tes vollendet, und die nächsten beiden Schritte lassen
Entdeckungen zu, die denen ähnlich sind, die in der New
York Times beschrieben wurden (dem Survey-Projekt
von Theben).
• Ein vollkommen neues Projekt, das nichts mit der ECF
zu tun hat, wird gegenwärtig von Renee Kra, der Heraus-
geberin des Journals Radiocarbon vorangetrieben; diese
Zeitschrift befaßt sich mit C-14-Datierungen, die an der
Jail-University veröffentlicht werden.
224 225
6 sches Wasser zu erhalten, wie auch Hinweise auf heilkräfti-
ges schwefel- und mineralhaltiges Wasser, um das Projekt zu
finanzieren. Die Pläne für den Kurort sind nicht gereift,
Die Suche nach Atlantis in Bimini dennoch aber lösten die Readings eine Suche nach Atlantis
aus, die bis heute fortdauert, und immer heftiger diskutiert
wird. Warum ist die Vorstellung einer versunkenen Zivilisa-
tion in Bimini so umstritten? In Bimini ist die Situation an-
ders als in Ägypten. In Ägypten ist es leicht, Ruinen zu fin-
den. Das Problem besteht darin, ihr Alter zu beweisen, oder
überhaupt zu beweisen, daß sie irgend etwas mit Atlantis zu
»Ja, es gibt die Gegend Bimini im Atlantischen Ozean... es tun haben. In Bimini besteht das Problem darin, überhaupt
ist der höchste Teil eines einstmals großen Kontinentes, der irgend etwas zu finden. Wenn irgendwelche Überreste einer
noch über Wasser liegt und die Zivilisation, die auf diesem hohen Zivilisation gefunden werden könnten, so müßten
Kontinent existierte, war der heutigen durchaus überlegen.« sich selbst die heftigsten Skeptiker mit der Möglichkeit von
(Nr. 996/1, 14. August 1926). Atlantis auseinandersetzen. Wir haben vorher bereits ge-
Cayce hat sein erstes Reading über Bimini nicht Archäo- hört, daß die Geologen zugeben, daß die Bahama-Bank zu
logen erteilt, die nach Beweisen für Atlantis suchten, son- der Zeit, die Cayce für Atlantis angegeben hatte, über Was-
dern einer Gruppe von Geschäftsleuten und Schatzsuchern, ser lag, und dann durch das Steigen des Wasserspiegels wäh-
die schnell reich werden wollten. Die Bimini-Readings rend der Gletscherschmelze untertauchte. Aber die Überre-
waren Teil einer großen Reihe von Readings, die Menschen ste von frühen Menschen, die man an ähnlichen Stellen
erteilt wurden, die in Florida und Bimini nach Öl und Schät- unter Wasser fand, gehören zu einer primitiven steinzeit-
zen suchten. Obwohl sie sich monatelang anstrengten, fan- lichen Kultur, es sind nicht die Städte und Tempel von
den sie keinen Schatz, und das Öl blieb ebenfalls verborgen. Cayces Atlantis.
Die Readings erklärten: Die Archäologen nahmen Cayces Readings zu seiner Zeit
Die Information, die durch die Manifestation der univer- nicht ernst, da die Bahama-Bank mindestens 8000 Jahre
sellen Kräfte in diesem Menschen Edgar Cayce aus dem Un- unter Wasser gelegen hatte, und sie waren der Meinung, daß
terbewußten geschöpft wird, hat den Zweck der individuel- menschliche Wesen nicht einmal in Nordamerika so lange
len Entwicklung und sollte auch nur dafür verwendet wer- existiert hätten.
den... (Nr. 996/10, 24. Februar 1927). Obwohl es heute neues Material gibt, passen Behauptun-
Die Readings nannten allerdings ein Projekt, mit dem gen über versunkene Städte noch immer nicht in das gegen-
man den Menschen helfen könne, nämlich den Aufbau wärtige archäologische Konzept einer alten Besiedlung von
eines Kurortes, der gleichzeitig auch archäologische Bedeu- Amerika. Da die Readings jedoch noch viel weniger Infor-
tung haben solle, und gab detaillierte Pläne für die Finanzie- mationen über die Bahama-Bank als über Ägypten geben,
rung und Gestaltung eines solchen Projektes an. Sie enthiel- hat die Erforschung dieser Gegend bisher nur sehr langsame
ten Anweisungen für die Bohrung eines Brunnens, um fri- Fortschritte gemacht.

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Die frühen Forschungen Forschung. Und wenn man dann mit solchen Aktivitäten
begonnen hat, so wird man in den Gebieten unter dem Mee-
Nach ihrer ursprünglichen Schatzsuche scheinen die Leute, resspiegel mehr Gold finden, als heute auf der ganzen Welt
die Cayce um diese Readings gebeten hatten, ihre Suche im Umlauf ist!
aufgegeben zu haben. Trotz der Empfehlungen, die in den Aber man sollte das aus vielen verschiedenen Richtungen
20er Jahren in den Readings gegeben wurden, hat niemand betrachten.
wirklich versucht, einen Kurort auf der Insel zu bauen. Man kann auch um Unterstützung bei verschiedenen Ge-
Die Suche wurde im Jahre 1935 neu ins Leben gerufen, sellschaften ansuchen, die sich geologischen und archäologi-
und zwar durch eine Frau, die zu den ersten weiblichen schen Aktivitäten widmen. Denn dort wird man viel finden.
Flugzeugpiloten zählte. Sie begann sich für die Readings zu Und wenn die Veränderungen beginnen, so werden diese
interessieren und flog ebenfalls nach Bimini, um dort zu for- Teile als erste wieder auftauchen. (Nr. 587/4, 1. Juli 1935)
schen. Es ist unklar, was sie zu ihrer Suche inspirierte. Die (Ein weiteres Reading hat noch mehr Information gelie-
Frischwasserquelle, die im Reading Nr. 996/12 erwähnt fert) ... In den versunkenen Teilen von Atlantis oder Posei-
wurde, erforderte eine Bohrung bis in eine Tiefe von 300 m, dia kann man noch einen Teil der Tempel entdecken...
während das schweflige Wasser angeblich in einer Tiefe von unter dem uralten Schlamm des Meereswassers, in der Nähe
30 m zu finden war. Gladys Davis, Edgar Cayces Stenogra- von Bimini vor der Küste von Florida. (Nr.440/5, 20. De-
phin, vermutete, daß diese Idee vielleicht aus Gesprächen zember 1933)
mit Cayce entstanden war, in denen er von den Dingen er- Die Empfehlungen dieser Readings wurden auch diesmal
zählte, die er im Jahre 1927 auf seiner Reise nach Bimini zu- nicht beachtet, und das Thema von Atlantis in Bimini sollte
sammen mit den Schatzsuchern gesehen hatte. viele Jahre lang weiterschlummern. Verschiedene Men-
Was auch immer ihre Informationsquelle gewesen sein schen, die mit den Readings vertraut waren, haben ohne
mag, die Pilotin flog nach Bimini und berichtete, was sie Zweifel im Laufe der 40er und 50er Jahre dort geforscht.
dort gefunden hatte: »Einen Brunnen mit frischem Was- Aber ob sie dort nun etwas fanden oder nicht, es gibt dar-
ser..., der oben mit merkwürdig zusammengesetzten Stei- über keine Berichte. Die Archive der Edgar Cayce Founda-
nen ummauert war, die seltsame Symbole trugen.« So steht tion erzählen jedoch von einer Expedition, deren Geschich-
es in ihrer Korrespondenz mit Cayce, die in der Edgar Cayce te das Potential der Probleme mit der Suche nach Atlantis il-
Foundation aufbewahrt wird. Im Reading Nr. 587/4 bat sie lustriert.
Cayce um einen Kommentar zu dieser Entdeckung. Er ant- Joe Gouveia, ein Pilot und begeisterter Anhänger von
wortete in ganz ähnlicher Weise, wie er auch den Schatzsu- Cayce, organisierte diese Expedition im Jahre 1957 und ge-
chern geantwortet hatte: wann auch Amateurarchäologen und Geschäftsleute, die an
Man könnte dort ein Zentrum für zwei verschiedene den Cayce-Readings interessiert waren. Berichte über Säu-
Zwecke aufbauen: Als Kurort für Menschen mit bestimm- len, die unter Wasser lagen, erregten die Phantasie und das
ten Typen von Krankheiten (nicht nur wegen des Brunnens Interesse dieser Gruppe, man konnte sich vorstellen, daß das
und seinem Wasser, sondern auch wegen des Meeres und die Überreste des Tempels waren, von denen Cayce gespro-
dem Meeresleben), zweitens ein Zentrum für archäologische chen hatte. Aber da sie von stürmischem Wetter heimge-

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sucht worden waren und keine Möglichkeit hatten, diese Ein Geologe erforscht Bimini
Orte genau anzusteuern, hatten sie nur wenig Möglichkeit,
um zu forschen. Sie fanden Säulen und Granitblöcke, konn- Im Jahre 1940 sagte Cayce in einer Nebenbemerkung:
ten aber nicht bestimmen, ob diese Objekte die Überreste »Und Poseidia wird der Teil von Atlantis sein, der als erstes
eines atlantischen Tempels waren oder vielleicht erst in jün- wieder aufsteigt. Man kann es im Jahre 1968 oder 1969 er-
gerer Vergangenheit von einem gestrandeten Schiff gefallen warten.« (Nr. 958/5)
waren. Als das prophezeite Aufsteigen im Jahre >68 oder 69< nä-
Eine merkwürdige Entdeckung aus dieser Expedition ist herrückte, wurde die Suche nach Atlantis intensiviert. Zum
noch immer nicht geklärt, aber die veröffentlichten Photo- ersten Mal nahm auch ein professioneller Geologe daran
graphien lassen etwas viel Ungewöhnlicheres als den Ballast teil. Er konnte sehen, daß die möglichen Kontroversen seine
eines Schiffes vermuten. Im Jahre 1957 tauchte Dr. William professionelle Reputation schädigen könnten, deshalb be-
Bell, ein Mitglied der Expedition aus North Carolina, in schloß er anonym zu bleiben, und nannte sich ganz einfach
einer Tiefe von etwa 15 m und bemerkte eine senkrechte >der Geologen Sein Buch Earth Changes (Veränderungen
Säule, die in einer Höhe von fast 2 m aus dem Meeresboden der Erde), das im Jahre 1959 zum ersten Mal veröffentlicht
ragte. Ihr Durchmesser betrug oben etwa 10 cm, unten wurde, war der erste Versuch, das Cayce-Material streng
etwas mehr als 20 cm und verschwand dann im Schlamm wissenschaftlich zu betrachten. In den 60er Jahren wandte
des Meeresbodens. Unmittelbar unter diesem Schlamm lag er seine Aufmerksamkeit nach Bimini. Der Geologe wollte
ein radähnliches Gebilde an der Säule, sein Durchmesser be- die Vorstellung Cayces von einem Kurort, der zugleich auch
trug etwa 60 cm. Rings um die Säule lagen zahlreiche kleine archäologische Bedeutung haben solle, befolgen. Diese Vor-
Steinplatten. Der merkwürdigste Teil in Beils Entdeckung stellung war seit den 30er Jahren vernachlässigt worden. Er
sind die Photographien. Er nahm mehrere Bilder auf, und entwickelte einen Plan für einen Kurort, der auf den Rea-
alle von ihnen zeigten wolkige Muster, die die Säule umga- dings basierte und begann dann nach den Mineralien und
ben. Der Forscher David Zink veröffentlichte diese Bilder in dem Wasser zu forschen, das Cayce zufolge auf den Inseln
seinem Buch Die Steine von Atlantis und erarbeitete die gefunden werden könne:
Möglichkeit, daß eine von dieser Säule ausgehende Strah- ... Denn diese Erhebungen, vor allem diejenigen am nörd-
lung den Film >bewölkt< hatte. Es gibt keine Möglichkeit lichen und östlichen Ufer der südlichen Insel, enthalten viel
herauszufinden, ob es an einer Art von Strahlung lag, oder verschiedene Mineralien und andere Stoffe. Wenn diese Pro-
ob es ganz einfach ein Fehler in der Entwicklung des Filmes jekte in Gang gesetzt werden, so wird sich das auszahlen.
war. (Nr. 996/12, 2. März 1927)
Bell wählte bestimmte geologische Strukturen in Bimini
als Orientierungspunkte, aber in den 70er Jahren gelang es Frage 1: Ist das der Kontinent Alta oder Poseidia?
Zink nicht, diese Säule wiederzufinden. Ihr wahrer Charak- Antwort 1: In einem Teil dieses Landes gab es einen Tempel
ter wird wahrscheinlich Geheimnis bleiben, aber sie diente der Poseidianer (Atlanter).
dazu, weitere Forscher zu ermutigen, die Suche nach dem so Frage 2: Welche Mineralien wird man hier finden?
schwer faßbaren Atlantis fortzusetzen. Antwort 2: Gold, Spat und Ichtyolith (?).

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Frage 3: Wie tief im Boden wird man das finden? 1968... Jahr der Entdeckung?
Antwort 3: In einem Streifen, der vom westlichen Teil der
Südinsel zu den Erhebungen im südlichen Teil Im Jahre 1968, jenem Jahr, für das Cayce das Wiederauf-
der Südinsel verläuft, und zwar in einer Tiefe tauchen von Atlantis vorhersagte, erfolgte ein dramatisches
von 4 bis 5 m. Die mineralische Ader verläuft Ereignis. Zwei Piloten, Trigg Adams und Robert Brush,
vom Nordosten nach Südwesten. (Nr. 996/2, sichteten in der Nähe von Andros Island, der nächsten grö-
2. März 1927) ßeren Insel der Gegend von Bimini, Strukturen unter dem
Meeresspiegel, die das Fundament eines Gebäudes zu sein
(Auch in einem späteren Reading wurde noch einmal zu schienen. Kurz danach entdeckte der Zoologe und Ama-
einer geologischen Forschung von Bimini aufgefordert). teurarchäologe J. Manson Valentine zusammen mit Dimitri
Man kann geologische Untersuchungen in den British West Rebikoff, einem bekannten Unterwasserforscher und Pho-
Indies oder den Bahamas durchführen, und vor allem in tographen, in einem Abstand von knapp 1 km vor Bimini
Bimini und in der Gegend des Golfstromes. (Nr. 364/3, etwas, was die Ruinen einer Mauer oder Straße zu sein
16. Februar 1932) schienen. Wie Robert Marx im November 1971 in Argosy
Der Geologe las diese Informationen über die Geologie bemerkte, begann nun allen Ernstes die Jagd nach Atlantis.
von Bimini und kam zu dem Schluß, daß die Äußerungen in Der Ort, an dem die >Straße< gefunden worden war, war
den Readings vernünftig seien. Zwar enthalten die Korallen auch mit einem kleinen Boot leicht erreichbar und zog die
und Karbonatfelsen, die in dieser Gegend häufig vorkom- meiste Aufmerksamkeit auf sich. Die Anordnung bestand
men, normalerweise keine Mineralien, aber wenn die Inseln aus riesigen Steinblöcken, die sich in einer Tiefe von etwa
von Bimini Überreste von Berggipfeln waren, so konnte 5 m unter dem Wasserspiegel mehr als 100 m erstreckte. In
man dort vielleicht trotzdem Mineralien finden. einigen Abschnitten dieses Fundortes waren die Blöcke fast
Der Geologe begann also in Bimini selbst zu forschen und perfekt rechteckig und sahen aus, als ob sie von Menschen
nahm im Jahre 1965 Bohrungen vor, um nach Mineral- gemacht seien. An anderen Stellen schienen die Blöcke eher
lagern zu suchen. zufällig angeordnet zu sein. An einem Ende schlug dieses
Ermutigt wurde er auf seiner Suche durch die Entdek- Pflaster eine 90°-Kurve ein, so daß die ganze Anordnung
kung von ungewöhnlichen Felsarten, als er in dieser Gegend wie ein riesiges umgekehrtes J aussah.
Gräben aushob. Unglücklicherweise fand er in all seinen In gemeinsamer Anstrengung mit Adams und Brush
Bohrungen nur die normalen Karbonatfelsen der Bahamas gründeten Valentine und Rebikoff die Marine Archaeology
und keine mineralhaltigen Adern. Research Society (MARS) und versuchten von der Regie-
Im Jahre 1967 kehrte der Geologe zurück und entdeckte rung der Bahamas die Erlaubnis zu erhalten, an diesen
nun grauen und braunen Schiefer, aber noch immer keine Orten Ausgrabungen durchzuführen. Inzwischen hatten die
Mineralien. Er betrachtete seine Bohrungen als nicht schlüs- Eigentümer der Uferstreifen, die der >Straße< unter dem
sig, denn einige der Bohrlöcher reichten nicht bis in die Tiefe Meereswasser am nächsten lagen, exklusive Rechte für sich
von 4 bis 5 m, den Wert, der in den Readings von Cayce ge- selbst erhalten. Sie erlaubten einigen Geologen und Archäo-
nannt worden war. logen, den Ort zu untersuchen, schlössen aber die MARS-

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Gruppe und viele Amateure aus, die in Scharen heranrei- hen schien, die auf dem Meeresboden lagen. Trotz ihres un-
sten, um diese Entdeckungen zu sehen. Man erlaubte Besu- gewöhnlichen Aussehens war er der Meinung, daß er es mit
chern, an diesem Ort zu tauchen, sie durften aber nichts einer natürlichen geologischen Bildung zu tun habe. Harri-
daran verändern oder beschädigen. Das Buch Atlantis: The son befaßte sich auch mit den versunkenen Säulen, die von
Autobiography of a Search (Atlantis: Die Autobiographie früheren Forschern gefunden worden waren und sprach die
einer Forschung) von Robert Ferro und Michael Grumley Vermutung aus, daß sie vielleicht aus einem Schiffbruch
zeichnet die Bemühungen von einigen dieser Amateure auf. stammten, denn sie waren nicht in der Art eines Gebäudes
Das Verbot von Ausgrabungen an diesem Ort entsprach angeordnet.
zwar guter archäologischer Gewohnheit, frustrierte aber Die andere Gruppe wurde von John Gifford, einem Geo-
jene Personen, die möglichst schnell herausfinden wollten, logiestudenten, der an seiner Doktorarbeit an der Universi-
ob die Cayce-Readings stimmten. Die Zeitungen waren voll tät von Miami arbeitete, geleitet. Er führte eine gründliche
von unbewiesenen Geschichten über atlantische >Tempel<, Untersuchung der Geologie dieser Gegend durch und kam
enthielten aber nur wenige Fakten. Die Cayce-Readings
wurden häufig falsch zitiert. Er sagte nicht, daß man in dem
Jahr 1968 oder 1969 einen Tempel entdecken würde, son- Bild 6/1:
dern er sagte, daß Teile von Atlantis wieder auftauchen wür- Karte von Bimini mit archäologischen Fundorten
den. Seine Erwähnung eines Tempels erfolgte in einem ganz
anderen Reading (Nr. 440/5) und dort wurde kein Entdek-
kungsdatum genannt.
Zwei Gruppen in den frühen 70er Jahren erhielten die Er-
laubnis, intensivere Forschungen an diesem Ort durchzu-
führen. Die eine wurde von dem Geologen Wyman Harri-
son geleitet. Im Gegensatz zu der großen Zahl von populä-
ren Zeitschriften- und Zeitungsartikeln, in denen dieser Ort
als Atlantis bezeichnet wurde, veröffentlichte Harrison im
Jahre 1971 einen kritischen Artikel in dem Journal Nature,
und lieferte dort alternative natürliche Erklärungen für den
Ursprung dieses Ortes. Er war der Meinung, daß die riesigen
Blöcke ganz einfach natürlicher Küstenfelsen (beach rock)
seien. Beach rock, der in den Bahamas häufig vorkommt,
ist ein Felsen, der sich längs der Küste in flachen Platten bil-
det. Er bricht leicht, und die Bruchstücke haben oftmals
Ähnlichkeit mit großen Blöcken. Harrison wies darauf hin,
daß die Anordnung in etwa parallel mit der Küste verlief,
und daß sie aus einer einzigen Schicht von Blöcken zu beste-

234 235
SP

weitgehend zu demselben Schluß wie Harrison: nämlich daß fängliche Begeisterung schwand hinweg und wurde erst wie-
die Blöcke natürlich gebildet worden waren. Trotzdem hielt der im Jahre 1971 neu zum Leben erweckt, als ein neuer
Giffords Interesse an dieser Gegend an und er schloß sich Forscher, Dr. David Zink auf dem Plan erschien.
zwei Amateurarchäologen an, Talbot Lindstrom und Steven
Proctor, die die Scientific Exploration and Archaeology So-
ciety (SEAS) gegründet hatten. Auf SEAS-Expeditionen Die Zink-Expeditionen
wurde diese Gegend während der 70er Jahre weiterhin er-
forscht, da man hoffte, noch andere Fundorte zu entdecken, Zink begann eine Reihe von Expeditionen, die schließlich
die vielleicht besseres Material liefern würden. Eine der in- die gründlichste Untersuchung der Unterwasserstraßen von
teressantesten Entdeckungen war ein Fundort, den sie nach Bimini lieferten. Trotzdem aber konnte er die meisten Wis-
seinem Entdecker >Proctor's Road< nannten. Dieser neue senschaftler nicht davon überzeugen, daß hier tatsächlich
Fundort, der in der Nähe der ersten berühmten Straße lag, Ruinen von Atlantis lagen. Sein Buch The Stones of Atlan-
war ganz anders. Er bestand aus Steinhaufen, die in regel- tis (Die Steine von Atlantis) vermittelt die besten Informa-
mäßigen Abständen in einer geraden Linie etwa 1,5 km über tionen, die wir über diesen Fundort haben, aber seine Speku-
dem Meeresboden verliefen. Diese Linie durchquerte die lationen haben Kritiker veranlaßt, sein Werk in Frage zu
alten Küstenlinien diagonal, sie verlief nicht parallel zum stellen.
Ufer, deshalb war also Küstenfels eine unwahrscheinliche David Zink war Professor für Englisch an der Lamar-Uni-
Erklärung. Aber welche Funktion konnte ein von Men- versität in Texas. Er hatte seit langem Interesse an übersinn-
schen erzeugtes Gebilde dieser Art erfüllen? Am einen Ende lichen Dingen, Atlantis und den Cayce-Readings. Da er
fand man die Überreste eines Schiffbruchs, aber die For- nicht als Archäologe ausgebildet war, hatte er auch keine
scher fanden große Metalltanks, die den Beweis dafür dar- Angst davor, von Mainstream-Archäologen und -Geologen
stellten, daß dieser Schiffbruch vor nicht allzu langer Zeit abzuweichen, wie etwa Harrison, der Bimini mit einer geolo-
stattgefunden haben mußte und mit den Steinen nicht in gischen Erklärung beiseite legte. Mit sich aber brachte er das
Verbindung stand. Lindstrom faßte diese Entdeckungen in Können eines Generalisten: Er war ein Experte im Segeln,
der Märzausgabe des Explorers Journal aus dem Jahre im Tiefseetauchen, in der Unterwasserphotographie und
1982 wie auch in dem Periodical Epigraphic Society Occa- hatte eine Karriere als Offizier für militärisches Fernmelde-
sional Publications von 1980 zusammen, aber die meisten wesen und als früherer Professor an der Airforce Academy
Archäologen kümmerten sich nicht sonderlich um Lind- vorzuweisen. Nachdem er Bücher über Atlantis und Berich-
stroms Veröffentlichungen. te über die Entdeckungen in der Nähe von Bimini gelesen
Die hohen Kosten der Unterwasserarchäologie wie auch hatte, ließ er sich von seiner Universität beurlauben, um in
die Schwierigkeiten, die Erlaubnis für Ausgrabungen zu er- eigener Person die Suche fortzusetzen. Schließlich sollte er
halten, schränkten die Möglichkeiten für ernsthafte Arbeit die akademische Welt voll und ganz hinter sich lassen, um
in der Nähe von Bimini ein. Die meisten Besucher waren sich nur noch der Suche nach Atlantis zu widmen.
ganz einfach Touristen, die einen Tag lang an den Fundor- Im Winter 1974 segelte Zink mit seiner Frau und seinen
ten tauchten, sie aber nicht sorgfältig untersuchten. Die an- Kindern in ihrer 12 m langen Schaluppe mehr als 1000 km

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quer über den Golf von Mexiko und um die Südspitze von Er stellte mehrere Beweislinien zusammen, die darauf
Florida herum nach Bimini. In Miami traf er J. Manson Va- schließen ließen, daß dieser Ort von Menschen erbaut wor-
lentine, der ihm die Einzelheiten der neuen Entdeckungen den war. Zunächst war da die allgemeine Anordnung, paral-
mitteilte und ihn veranlaßte, die Unterwasserstraße als lele Reihen von Blöcken, die in etwa parallel mit der heuti-
Hauptarbeitsgebiet zu wählen. gen Küstenlinie verliefen, und die Überreste von früheren
Andere wie etwa Rebikoff und Gifford hatten kleine Ab- Küstenlinien sein konnten. Aber das gekrümmte Pflaster
schnitte dieses Ortes detailliert untersucht, aber Zink war konnte man nur schwer anders als durch menschliche Hand-
der erste, der die ganze Anlage kartographierte und ihren arbeit erklären. Auch paßten bestimmte Steine mit Sicher-
Aufbau zu entziffern versuchte. Die ganze Anordnung hat heit nicht in die normale Beschreibung des Küstenfelsens
die Form eines riesigen auf den Kopf gestellten Buchstaben (beach rock). Einige von ihnen ruhten auf kleineren Steinen
J. Der lange Arm, der etwa 65 m mißt, besteht aus zwei wie die Dolmen der megalithischen Zentren von Europa,
parallelen Reihen von großen Blöcken, die nicht parallel mit und nicht unmittelbar auf dem Boden. Andere hatten deutli-
der Küstenlinie verlaufen, sondern etwa 800 m davon ent- che geometrische Formen, beispielsweise quadratisch, keil-
fernt sind und an einem breiten pflasterartigen Abschnitt förmig oder pfeilförmig. Konnte das das Ergebnis von zufäl-
von kleineren, weniger systematisch angeordneten Blöcken lig gebrochenen Küstenfelsen sein? Es gibt auch eine Stelle,
enden. Dieser Abschnitt wendet sich mit einem 90°-Winkel wo ein Riß im Meeresboden unter den Blöcken in einer an-
dem Ufer zu. Mehrere noch genauer parallele Abschnitte deren Richtung verläuft als die Bruchlinien der Blöcke
von Steinblöcken bilden den anderen Arm des J. In den fünf selbst. Und schließlich ließen Messungen an diesem Ort nu-
Wochen, die Zink an diesem Ort verbrachte, war er von der merische Muster und Winkel in Erscheinung treten.
Regelmäßigkeit der großen Steinblöcke so beeindruckt, daß Die spannendsten Entdeckungen dieses Sommers waren
er bereits Pläne für eine viel größere Expedition im folgen- eine Marmorskulptur, die 150 kg schwer war und wie ein
den Jahr faßte. stilisierter Kopf aussah, sowie ein Block, der wie Nut und
Zinks >Poseidia 75<-Expedition entzündete die Diskussion Feder geformt war. Beide Objekte lagen auf dem Meeresbo-
über die Unterwasserstraße von neuem. Zink mietete zwei den in der Nähe der Unterwasser>straße<. Vor diesen Ent-
Boote, wie auch die Wohnung des Autors Peter Tomkins, die deckungen hatte niemals jemand irgendwelche anderen Ob-
auf dem Uferstreifen lag, und versammelte dort eine Grup- jekte außer Steinblöcken gesehen. Wenn man auch für diese
pe von mehr als 12 Tauchern, Archäologen und Geologen, neuen Fundstücke beweisen konnte, daß es nur Küstenfel-
die eine detaillierte Kartographierung der Blöcke durchfüh- sen waren, so würde es keine Möglichkeit mehr geben, um
ren sollte. Während andere Forscher von den wenigen sehr diesen Fundort mit Atlantis in Verbindung zu bringen. Der
regelmäßigen Blöcken im kurzen Arm des J ausgehend ver- Marmorblock stammte mit aller Sicherheit nicht aus den Ba-
allgemeinert hatten, fand Zink in der ganzen Anordnung hamas. Unglücklicherweise konnte man ihn auch nicht da-
auffallende, seltsam geformte Steine. Diese Steine überzeug- tieren und daß es eine Skulptur war, war auch nicht ganz
ten ihn, daß dieser Ort keine Straße, sondern vielleicht ein klar zu sehen. Da dieser >Kopf< und der Steinblock beide auf
megalithisches Zentrum in der Art von Stonehenge sein dem Meeresboden lagen, waren die Kritiker der Meinung,
könnte. daß sie einfach von einem Schiff herabgefallen sein konnten.

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Der Kopf blieb auf dem Meeresboden liegen, da Zink weder gewesen, um viele Archäologen zu verärgern, aber Zink
die Ausrüstung noch die Erlaubnis hatte, um ihn zu heben. ging noch weiter. Aufgrund von Readings anderer Medien
Im Winter 1976 traf Zink Vorbereitungen, um den Kopf im kam er zu der Behauptung, daß Außerirdische bei der Kon-
folgenden Sommer aus dem Meer zu bergen. Seine Entdek- struktion dieses Ortes mitgeholfen hätten.
kung sprach sich herum und die International Explorer's Diese Behauptungen wurden natürlich bestritten. Eugene
Society of Florida nannte ihn den Forscher des Jahres. Im Shinn, ein Geologe des U.S. Geological Survey (USGS),
Sommer 1976 nahm die Cousteau-Gesellschaft mit ihm führte eine Untersuchung durch, um festzustellen, ob die
Kontakt auf, und er begleitete Philippe Cousteau in dem Blöcke von Menschen gefertigt oder natürlichen Ursprungs
Film >Calypsos Suche nach Atlantis< durch die Fundorte seien. Obwohl er ein orthodoxer Geologe war, vermerkte er
von Bimini. in seinem Artikel in Nature aus dem Jahre 1980, den er zu-
An Zinks erster Expedition dieses Jahres, Poseidia 76, sammen mit dem Archäologen Marshall McKusick schrieb,
nahm auch einer der Autoren dieses Buches (Douglas Ri- daß er diese Untersuchung aus eigenen Mitteln finanzierte,
chard) teil und berichtet: Das Ziel dieser Expedition bestand daß es nicht Teil eines von USGS finanzierten Projektes sei.
darin, die Karten von der Fundstätte zu verfeinern und den Shinn befaßte sich nicht mit Zinks Behauptungen über
Marmorkopf zu heben. Die erste Aufgabe war schnell erle- die ungewöhnliche Anordnung der Fundstätte. Statt dessen
digt. Mit Hilfe eines Theodolithen maßen wir vom Strand konzentrierte er sich auf die innere Struktur der Blöcke, um
aus Winkel zwischen Bojen, die an zentralen Punkten der sagen zu können, ob sie durch natürliche Einflüsse an Ort
Fundstätte plaziert worden waren und errechneten daraus und Stelle gebrochen waren, oder ob Menschen sie zusam-
die erste genaue Karte der Fundstätte. Frühere Karten, wie mengesetzt hatten. Er argumentierte, daß nebeneinander
die von Valentine, erwiesen sich als sehr ungenau; das ist ein liegende Blöcke identische Sedimentschichten enthalten
Problem, das bei Karten von dieser Gegend sehr häufig auf- würden, falls sie sich an Ort und Stelle gebildet hätten und
taucht. Indem wir uns an den Sonnenpositionen orientier- dort auch zerbrochen wären. Blöcke dagegen, die durch
ten, konnten wir feststellen, daß magnetische Anomalien die Menschen bewegt worden seien, würden mit aller Wahr-
kartographische Erfassung mit Hilfe eines magnetischen scheinlichkeit verschiedene Muster aufweisen. Shinn bohrte
Kompasses stören. Der Versuch, den Block zu bergen, war Löcher in nebeneinander liegende Blöcke und notierte sorg-
nicht leicht. Der tropische Wirbelsturm Dottie türmte 4 m fältig die Orientierung der Bohrlöcher. Röntgenaufnahmen
hohe Wogen auf, und der Kopf konnte nicht gefunden wer- von einigen der Bohrlöcher zeigten ähnliche Winkel und
den. Schließlich wurde er im Jahre 1977 gehoben. Es gelang Ebenen und brachten Shinn zu der Überzeugung, daß sich
Zink auch, die Ausrüstung für professionelle Bohrungen an die Blöcke als ein Küstenfelsen auf einem abschüssigen Ufer
den Steinblöcken zu erhalten, allerdings waren die Ergeb- gebildet hatten und an Ort und Stelle zerbrochen waren.
nisse dieser Bohrungen nicht schlüssig. Aber nicht alle seiner Bohrlöcher haben so deutliche Resul-
Zinks Arbeit wurde vielfach veröffentlicht, aber die Dar- tate ergeben. Bohrungen im nördlichen Teil des Fundortes
stellung in seinem Buch machte es unwahrscheinlich, daß stießen auf große Kiesel, die die normale Entstehung von
die Archäologen seine Arbeit ernst nehmen würden. Bereits Schichten verhinderte. Trotzdem blieb Shinn bei seiner Mei-
die Annahme, daß dieser Fundort atlantisch sei, wäre genug nung, daß diese Blöcke natürlich zerbrochener Küstenfelsen
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sind, aber es gab mit Sicherheit Unterschiede an den ver- hauptsächlich dazu, viele Geologen und Archäologen darin
schiedenen Stellen dieses Fundortes. zu bestätigen, daß dieser Ort natürlichen Ursprungs ist: altes
Shinn versuchte auch, diese Blöcke mit Hilfe der C-14- Grundgestein, das ohne menschliche Intervention an Ort
Methode zu datieren. Die Datierungen lagen weit auseinan- und Stelle durch natürliche Einflüsse zerbrochen ist. Dem-
der, der Mittelwert lag bei einem Alter von etwa 3000 Jah- gegenüber betrachtete man die Anomalien dieses Ortes, wie
ren. Für Cayces Atlantis war dies viel zu jung. Unglückli- etwa die 90°-Biegung und die großen Steine auf den kleine-
cherweise stimmte es aber auch nicht mit verschiedenen an- ren Steinen, als wenig bedeutsam. Das Datenmaterial ist na-
deren Schätzungen des Alters dieser Fundstätte überein. türlich noch nicht vollständig und es bietet Raum für Inter-
Wasserspiegelkurven von anderen Stellen in diesem Gebiet pretation: Doch klarerweise wird es schwierig sein zu bewei-
weisen darauf hin, daß die Fundstätte vor 3000 Jahren sen, daß diese >Straße< für sich genommen zu den Ruinen
schon längst unter Wasser lag, also konnten die Steine nicht von Atlantis gehört.
auf dem Strand entstanden sein. In ihrem Artikel in Nature Aber Zink hat auch andere Fundorte in dieser Gegend
erklären McKusick und Shinn diese Abweichung dadurch, untersucht. Wie steht es mit ihnen? Bieten sie bessere Be-
daß angeblich eine beträchtliche Menge von Sand unter den weismöglichkeiten?
Blöcken wegerodiert wurde, und daß sie dadurch in ihre ge- Valentine entdeckte ein ungewöhnliches Muster im Mee-
genwärtige Tiefe versanken. Aber dieses Thema ist kompli- resboden unmittelbar im Osten von Nordbimini, und Zink
zierter. Zink erörtert Daten, die er aus John Giffords Unter- nannte es den >Fundort im Ostenc Irgend etwas unter dem
suchung bezogen hat, und vergleicht sie mit den alten Mee- Sand veranlaßte das Seegras, scharf definierte geometrische
resspiegelkurven. Die Daten siedeln das Alter der Blöcke in Muster zu bilden. Zink hatte nicht die Mittel, um dort Aus-
einem Bereich zwischen 6000 und 2500 Jahren an, das dar- grabungen zu beginnen, er erkannte aber, daß sich dort ir-
unter liegende Urgestein wird auf ein Alter von 15000 Jah- gend etwas Ungewöhnliches befinden mußte. Bei der Suche
ren geschätzt. Angesichts einer so breiten Verteilung der Da- nach anderen Fundstellen war er nicht so erfolgreich. Trotz
tierungen ist es schwierig, auch nur zu irgendeinem Schluß intensiver Suche gelang es ihm nicht, die Säule, die Bell in
über diesen Fundort zu kommen. Zink hat das Problem ein- den 50er Jahren entdeckt hatte, zu orten. Seine Expeditio-
gestanden, und dieser Teil von seiner Diskussion war ebenso nen aus den Jahren 1978, 1979 und 1980 stießen auf einige
kritisch wie der Artikel von McKusick und Shinn. ungewöhnliche geologische Phänomene, wie etwa heiße Un-
Was war das Endergebnis von Zinks Expeditionen? Er- terwasserquellen, nicht aber auf weitere Ruinen.
stens hat er die erste gründliche Untersuchung der Fund- Es gelang Zink, einige andere Stellen als mögliche Fund-
stätte vorgenommen. Keiner von seinen Kritikern hat sie plätze auszuschließen, was für zukünftige Forschungen sehr
bisher ebenso gründlich betrachtet. Obwohl er kein profes- nützlich ist. Bei einem Besuch beim >Tempel< von Andros Is-
sioneller Archäologe ist, hat er begriffen, wie wichtig es ist, land zusammen mit Valentine entdeckte Zink, daß die
eine Fundstätte kartographisch zu erfassen, anstatt sie zu Wände nicht aus bearbeitetem Stein, sondern aus rohen
plündern. Seine Pläne, die die Positionen der einzelnen Stei- Felspfeilern bestanden. Er hielt es für wahrscheinlich, daß
ne in der >Straße< zeigen, werden von bleibendem Wert sein. die Wände von Fischern gebaut worden waren, um darin
Unglücklicherweise diente sein Werk im großen und ganzen Schwämme aufzubewahren. Zink zeigte auch, daß ein

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Schiffswrack, das manche für phönizisch gehalten hatten, in Die Forscher der 80er Jahre und ein Ausblick
Wirklichkeit aus den 80er Jahren des vergangenen Jahrhun- auf die Zukunft
derts stammte. Er ging Geschichten über Granitblöcke in
der Moselle-Untiefe im Norden von Bimini nach, fand aber Die Arbeit der 60er und 70er Jahre hat gezeigt, daß man viel
die Kennzeichen von modernen Steinbrüchen, wodurch die Mühe in diese Art von Projekten investieren kann, ohne
Spekulationen, daß dieser hier nicht vorkommende Stein daraus irgendwelche greifbaren Resultate ziehen zu können.
von Atlantern zurückgelassen worden war, gegenstandslos Man fühlt sich an den Mann erinnert, der unter der Straßen-
würden. Zink zog sich im Jahre 1980 aus der Bimini-Szene laterne nach seinen verlorenen Autoschlüsseln sucht. Er
zurück und hinterließ viele Fragen über diese Fundorte, glaubt zwar nicht, daß er sie dort verloren hat, aber zumin-
aber nur wenige Antworten. dest ist dort das Licht! Die >Straße< beanspruchte deshalb so-
Zinks Arbeit enthielt natürlich einige Probleme. Trotz sei- viel Zeit von Kritikern wie Anhängern gleichermaßen, weil
ner umfangreichen kartographischen Arbeit wurde seine sie so leicht zu entdecken war. Die vielen anderen Fundorte,
Darstellung archäologischen Standards nicht gerecht, und von denen berichtet wurde, von denen es auch eindrucks-
Kritik war unausweichlich. Aber McKusick und Shinn gin- volle Photographien gab, die Gitter und Kreismuster zeig-
gen weit über Kritik aufgrund unorthodoxer Untersuchun- ten, waren nicht mehr auffindbar, als die Zeit kam, sie zu er-
gen hinaus. Einen großen Teil ihres Artikels verwenden sie forschen, oder sie waren zu weit vom Land entfernt. Die
für einen Angriff auf den religiösen Kult< von Cayce, und Seekarten für diese Gegend waren so schlecht, daß selbst die
sie interpretieren die Bimini-Kontroverse als einen »Zusam- Bestimmung des gegenwärtigen Standortes, nur um den
menprall zwischen wissenschaftlicher Interpretation und Rückweg zu finden, schwierig war. Die Kosten für die Her-
religiösem Dogma«. Wie die Leser dieses Buches gesehen stellung von guten Karten lagen weit jenseits der Geldmit-
haben, kann nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein. tel, die in diesen größtenteils amateurhaften Unternehmun-
Die Cayce-Readings sind eine unorthodoxe Informations- gen zur Verfügung standen.
quelle, aber sie enthalten nichts, was in sich antiwissen- Inzwischen aber hatte die Technik Geräte entwickelt, die
schaftlich wäre. Das Ziel dieses Buches besteht darin, wis- den ganzen Verlauf einer Forschung verändern konnten.
senschaftliche Parallelen mit den Cayce-Readings zu zeigen, An erster Stelle steht hier die Satellitenphotographie, die Sa-
und viele von diesen Parallelen werden zweifellos die tellitennavigation und der Side-Scan-Sonar. Wenn man diese
meisten Archäologen in Erstaunen setzen. Aber es gibt si- drei Methoden zusammen verwendete, so war es möglich,
cherlich einige problematische Stellen in den Cayce-Rea- mit ihnen einen genauen Survey der Untiefen und der Tief-
dings, die wir in den vorigen Kapiteln gezeigt haben. Es sah see vorzunehmen. Zum ersten Mal lag es im Bereich der
so aus, als ob Bimini die besten Chancen böte, die Konzepte Möglichkeiten, Cayces Rat wörtlich zu nehmen, »wenn
im Cayce-Material zu beweisen oder zu widerlegen, aber man eine Karte von diesen Gegenden, vor allem in der Nähe
selbst die Arbeit von mehreren Jahren hat die Kontroverse von Bimini und dem Golfstrom anfertigt, so kann man diese
nicht beilegen können. Gibt es irgendeine Hoffnung, weitere Stellen bestimmen« (Nr.364/3, 16.Februar 1933).
Fundorte zu entdecken, an denen man leichter zu wissen- Die erste Satellitenphotographie von der Biminigegend
schaftlicher Übereinstimmung kommen wird? wurde im Jahre 1973 von dem Satellit Landsat 1 aufgenom-
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men, aber erst 10 Jahre später hat jemand versucht, auch Die Satellitenphotos zeigten im Umkreis von vielen Kilo-
hier archäologisch interessante Stellen zu finden. Sie erfaßte metern rings um Bimini ungewöhnliche Muster im Meeres-
eine riesige Fläche von Tausenden von Quadratkilometern, boden, aber es gab keine Garantie dafür, daß man sie vom
aber das kleinste Objekt, das auf diese Weise noch wahrge- Schiff aus finden würde. Unsere Expedition des Jahres 1984
nommen werden konnte, mußte über 70 m groß sein. Das ist war mit Satellitenphotos und Karten ausgestattet, die auf-
günstig, wenn man Karten mit großem Maßstab anlegen grund der Photos angefertigt waren, und es sollte darum
will, nicht aber, um archäologische Fundorte zu entdecken. gehen, die erwähnten Muster persönlich zu lokalisieren. An
Trotzdem erschienen auf dem Satellitenphoto ungewöhn- der Expedition nahm einer der Autoren dieses Buches (Dou-
liche geometrische Formen, darunter auch Fünfecke und glas Richards), ferner Marty Obando, ein Kapitän und
Rechtecke. Im Jahre 1984 wurde das erste Landsat 4-Photo Amateurarchäologe, und mehrere Mitglieder der Edgar
zugänglich, bei dem bereits stark verbesserte Methoden an- Cayce Foundation teil. Unser erstes Ziel bestand darin, die
gewendet worden waren. Darum konnte man die geometri- Muster aus der Luft zu lokalisieren, wir verwendeten dafür
schen Muster noch deutlicher erkennen, und es wurde eine die Photos als Navigationskarten. Wir mieteten ein viersitzi-
Expedition geplant, um herauszufinden, worin sie bestan- ges Flugzeug und einen Piloten aus Miami. Es war eine
den. Verglichen mit der jahrelangen Arbeit früherer For- Cessna, wir konnten die Fenster öffnen, uns hinauslehnen
scher war die Expedition von 1984 eher unbedeutend, aber und ohne irgendwelche Hindernisse Photos machen. Aus
ihr Zweck war es, eine sehr wichtige Frage zu stellen: Konnte einer Höhe von über 2000 m ist das recht aufregend! Das
Satellitenphotographie eingesetzt werden, um Fundorte zu Wetter war strahlend, es gab nur einige wenige Wolken, von
lokalisieren und sie mit dem Schiff anzusteuern? Die Navi- denen aber keine die Sicht versperrte. Die Muster auf dem
gation war das ständige Problem bei der Suche nach den Meeresboden sahen genauso wie auf dem Satellitenphoto
Ruinen von Atlantis gewesen. Es gibt zahllose Geschichten aus. Wir flogen über diesem Gebiet hin und her, nahmen
über Entdeckungen wie etwa Beils geheimnisvolle Säule, die nacheinander viele Bilder von diesen geometrischen Mu-
man aber nicht mehr wiederfinden konnte. Bimini ist eine stern auf und suchten nach Einzelheiten, die uns offenbaren
kleine, sehr flache Insel, und der einzige Orientierungspunkt konnten, ob sie natürlich oder von Menschen gemacht
ist ein hoher Sendeturm auf der südlichen Insel von Bimini. waren. Man konnte ohne weiteres verstehen, warum einige
Sobald man einige wenige Kilometer von der Insel entfernt von diesen Mustern nie entdeckt worden waren. Sie sind so
ist, verschwindet auch dieser Turm normalerweise im Nebel- groß, daß man ihre Regelmäßigkeit nur von einem Satelliten
dunst. aus feststellen kann. Aus einer etwas geringeren Höhe konn-
Aus diesem Grunde hielten sich die früheren Forscher in ten wir auch interessante innere Einzelheiten erkennen. In
der Nähe des Ufers. Die berühmte >Straße< lag nur etwa dem kilometerlangen rechtwinkeligen Muster schien ein lan-
800 m vor dem Strand von Nordbimini, und selbst da konn- ger versunkener See zu liegen, der von einem dünnen wei-
te es mehrere Stunden dauern, bis man diesen Ort fand, ßen Strand umgeben war. Andere Muster zeigten überhaupt
wenn man nicht genau wußte, wo man suchen sollte. Aber keine Einzelheiten, die dunklen Flecken, die in den Photos
es bleiben noch Hunderte von Kilometern in der Nähe von auftauchten, waren noch immer einfach dunkle Flecken.
Bimini zu erforschen. Aus der Luft gab es für uns keine Möglichkeit zu erkennen,

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was die Farbmuster verursachte, oder wie tief das Wasser raschung war es anders. Als wir unter Wasser nachsahen,
war. konnten wir nur dichtes schwarzes Seegras erkennen, aber
Zurück auf festem Boden skizzierten wir unser Hauptziel: keine Veränderung der Tiefe. Wir wußten nicht, was dieses
Wir wollten mit einem Schiff zu dieser Fläche fahren, um Muster erzeugte, aber es schien hier nichts Ungewöhnliches
die Muster von dort aus genauer zu beobachten. In der Ge- zu geben.
gend im Osten von Bimini, wo diese Muster lagen, war es Wir setzten unsere Fahrt zu einer der am deutlichsten
überhaupt schon ein großes Problem, nur ein Schiff zu be- geometrischen Formen in den Photos fort: dem Rechteck,
sorgen. Die meisten Menschen denken bei dem Begriff Ex- das von Valentine entdeckt worden war. Die Veränderungen
pedition an Bilder von Jacques Cousteau mit seiner Calypso. im Pflanzenwachstum auf dem Meeresboden waren höchst
Wir waren ein wenig bescheidener. Wir mieteten einen 4 m auffallend. Innerhalb eines einzigen Meters sahen wir einen
langen Boston Whaler (der so ähnlich aussieht wie ein Ru- Wechsel von nacktem Sand zu Seegras. Und dennoch fan-
derboot mit einem Außenmotor) und begannen mit unserer den wir keine Anzeichen für irgendwelche Objekte oder von
Suche. Ein größeres Boot wäre nutzlos gewesen: Wir muß- Menschen hergestellte Gebilde. Vom Wasser aus konnte nie-
ten Sandbänke durchqueren, die nur 30 cm unter Wasser mand die Anomalie, die man aus der Luft erkennen konnte,
lagen, und zeitweise mußten wir aussteigen und das Boot auch nur ahnen. Was auch immer diese Muster erzeugt,
ziehen. Die Propeller von anderen Booten hatten eine Rinne liegt unter dem Sand, vielleicht unter meterdicken Sediment-
ausgehöhlt, die ein wenig tiefer war. Wir folgten diesem schichten. Unglücklicherweise hatten wir weder eine Sonar-
>Pfad< und erreichten bald tieferes Wasser. Wir navigierten, ausrüstung, noch die Erlaubnis, Grabungen durchzuführen.
indem wir uns am Sendeturm orientierten, die Geschwindig- Am nächsten Tag fuhren wir in demselben kleinen Boot
keit unseres Bootes schätzten und Pfadveränderungen im mehr als 10 km auf das Meer hinaus, um das Muster mit
Wasser unter uns sorgfältig beobachteten. dem >See< in der Mitte zu suchen. Aus so großer Entfernung
Innerhalb von wenigen Minuten hatten wir unfraglich vom Ufer war Bimini nur ein zarter Nebelhauch in der
einen archäologischen Fundort entdeckt. In dem Wasser vor Ferne. Von Horizont zu Horizont gab es nur blaugrünes
der Spitze der Flugzeuglandebahn von Südbimini lag das Wasser. Wieder einmal waren die Satellitenphotos sehr hilf-
Wrack eines Flugzeuges. Schmuggeln ist in der Nähe von reich, da sie uns erlaubten, die Muster des Meeresbodens als
Bimini ein großes Geschäft, und die Gegend ist übersät von Navigationshilfe zu verwenden. Wir hatten nicht genügend
Flugzeugwracks, die nachts ohne Lichter zu landen ver- Zeit und Treibstoff, um die ganze Stelle zu betrachten,
suchten. Aber das war nicht Atlantis. Wir führten unsere sahen aber im großen und ganzen das, was wir schon zuvor
Suche fort. Das Wasser war etwa einen Meter tief und wir gesehen hatten: Seegras und Sandmuster, aber nicht den ge-
überquerten dunklere Muster. Wir näherten uns einem der ringsten Hinweis auf versunkene Bauwerke.
>Flecken<, die wir auf den Satellitenphotos gesehen hatten. Während der restlichen Expedition forschten wir nur
Es war eine vollständig kreisförmige Fläche mit einem noch am Ufer und noch einmal aus der Luft. Diesmal war
Durchmesser von ungefähr 100 m, das Schwarz war von unser Pilot John Hollis, der zusammen mit Dr. James Wind-
weißem Sand umgeben. War dies eines der geheimnisvollen sor, dem Präsidenten der Edgar Cayce Foundation und in
tiefen >blauen Lochen der Bahamas? Zu unserer Über- seinem eigenen Flugzeug nach Bimini geflogen war. Wir

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fuhren mit der Forschung aus der Luft fort und kamen im tionen! Die Forschungsabteilung der Atlantic University
Süden nach Ocean Cay, wo ein Bergwerksunternehmen rie- hat mit dem Biminiprojekt begonnen, das als Zentrum eines
sige Gräben in den Meeresboden geschürft hat. In der For- Netzwerkes von Forschern, Archäologen und Laien fun-
schung an Land fanden wir in einem Abstand von weniger giert, die an diesem Gebiet interessiert sind.
als 1 km von der >Straße< Küstenfelsen, der sich zu großen Man hat wieder begonnen, ernsthaft in der Gegend von
Blöcken formten. Bimini zu forschen, und zwar im Sinne der Empfehlung
Wir kehrten zurück, enttäuscht, daß wir keine versunke- Cayces, daß man mit Hilfe einer guten kartographischen Er-
nen Ruinen gefunden hatten, aber zufrieden darüber, daß fassung die >Geologen< inspirieren könne. Mittlerweile gibt
sich die Satellitenphotos als nützlich erwiesen hatten und es Methoden, um mit dem Side-Scan-Sonar den Rand des
faßten den Plan, bessere Karten anzufertigen. Mit Karten, Golfstromes zu erfassen, und mit dieser Methode kann man
die aufgrund von Satellitenphotos hergestellt werden, wer- alle Bauwerke zeigen, die sich über dem Seeboden erheben.
den zukünftige Forscher sehr viel weniger Schwierigkeiten Selbst Forscher, die nicht unmittelbar mit Atlantis zu tun
haben. Seit 1984 sind die Pläne für eine gemeinsame Bemü- haben, können Fundorte entdecken. Während dieses Buch
hung um die Enträtselung der Geheimnisse von Bimini lang- geschrieben wird, führt Stephan Schwartz von der Möbius
sam herangereift. Im Jahre 1987 gab es schon genügend In- Society in Kalifornien eine Expedition im Süden von Bimini
teresse, um das Symposium über Atlantis und Bimini in Vir- durch, bei der er sowohl medial begabte Menschen wie auch
ginia Beach zu finanzieren, mit dem wir das erste Kapitel höchst entwickelte technische Geräte einsetzt. Das Haupt-
dieses Buches begannen. Das Symposium brachte Men- ziel seines Projektes besteht darin, Wracks vonSchiffen zu
schen aus allen Richtungen zusammen, von Verfechtern der entdecken, und das ist ihm bereits in mehreren Fällen gelun-
wildesten Theorien bis zu orthodoxen Archäologen. Alle gen. Mit einigem Glück kann er vielleicht auch Atlantis fin-
waren sich über zwei Hauptforderungen einig: Erstens, daß den. Was auch immer er entdeckt, sein Zugang weist in die
eine gute kartographische Erfassung des Gebietes absolut Zukunft. Mit übersinnlichen Methoden in der einen Hand
notwendig sei und daß eine Zerstörung der Fundorte um und modernster Technologie in der anderen Hand können
jeden Preis vermieden werden müßte. Für einen Archäolo- die Forscher vielleicht das Geheimnis von Bimini lüften.
gen bedeutet der Kontext, in dem ein Objekt gefunden wird,
alles. Das neue Ideal ist eine Archäologie, in der überhaupt
nichts berührt, sondern zuerst sorgfältig kartographiert und
mit modernen elektronischen Geräten untersucht wird. Re-
mote-sensing-Methoden, wie etwa der Side-Scan-Sonar und
die Magnetometer, sind die Instrumente der neuen Archäo-
logen. Wenn Sie an diesen Forschungen teilnehmen wollen,
so berühren Sie bitte keine Schaufel! Ein Eintritt in archäo-
logische Fundorte ohne Erlaubnis ist ein ernsthaftes Verge-
hen. Jeder kann suchen und Entdeckungen machen, aber
bewahren Sie das, was Sie finden auch für spätere Genera-

250 251
Teil IV

Spiegel
unserer
Zukunft

253
7 Aus diesem Papier geht deutlich hervor, daß die Erfor-
schung und Untersuchung von Erdbebenschäden noch
immer erforderlich ist, um die Wirkung zukünftiger Erdbe-
Atlantis in unserer Zukunft: Erdbeben? ben auf die Energieverteilungssysteme bestimmen zu kön-
nen, besonders wenn diese Erdbeben in einer Größenord-
nung von 6 - 8 auf der Richterskala liegen. Ganz offensicht-
lich gibt es auch eine echte Bedrohung für den Osten der
Vereinigten Staaten durch zukünftige zerstörerische Erd-
beben. Aufgrund unseres heutigen Wissens ist das Mississip-
pi-Tal am meisten bedroht, dann folgt Charleston und South
»Erdbeben bedrohen den Osten der Carolina.
Vereinigten Staaten« Im schlimmsten Falle könnte die Wiederholung eines
Erdbebens, wie es 1811 und 1812 stattfand, nicht nur für
Ist das die Warnung eines Mediums vor dem Jüngsten Tag?
Nein. Die Schlagzeile stammt aus einem Leitartikel von
George Hilbert, der in der Zeitung Ledger Star vom 13. Fe- Bild 7/1:
bruar 1987 in Norfolk in Virginia erschien. Hilberts Artikel Karte von starken und mittleren Erdbeben
zitierte die Ergebnisse einer vor kurzem veröffentlichten in den Vereinigten Staaten
Studie der American Association of Engineering Societies
(AAES). Sie setzt die Wahrscheinlichkeit eines größeren
Erdbebens im Osten der Vereinigten Staaten (wo 80% der
Menschen leben) bis zum Jahr 2010 mit 100% an! Die wich-
tigsten Gefahrenzonen, die in dem Artikel erwähnt werden,
entsprechen einigen Äußerungen, die Edgar Cayce in Rea-
dings aus den Jahren 1932 und 1941 gemacht hat. Dies ver-
anlaßte ein Mitglied der A.R.E., die Zeitung anzurufen. In-
nerhalb einer Woche erhielt er den Bericht, dessen Titel fol-
gendermaßen lautete: Die Verletzlichkeit von Energievertei-
lungssystemen durch ein Erdbeben im Osten der Vereinigten
Staaten — Eine Übersicht.
Dieser 26seitige Bericht war von der AAES zusammen
mit dem Coordinating Committee on Energy zusammenge-
stellt worden. In der Bibliographie dieses Artikels wurden 51
• starke und mittlere Epizentren
Literaturhinweise aufgelistet. Einige ziemlich bestürzende • Stärke > 6 im Osten der Vereinigten Staaten
Fakten wurden in der Zusammenfassung beleuchtet: • Stärke <6 und >5 im Osten der Vereinigten Staaten

254 255
diese Gegend verheerend sein, sondern auch eine starke Antwort 14:Wir werden über das ganze Land hinweg
Wirkung auf das ganze Land haben. Man glaubt zwar, daß viele physische Veränderungen von geringe-
dies im Laufe der nächsten 25 Jahre unwahrscheinlich rem oder größerem Ausmaß sehen. Die größ-
ist, aber zu Beginn des 21. Jh.s wird das Risiko wesentlich te Veränderung in Amerika wird an der
größer. nördlichen Atlantikküste stattfinden. Ach-
Um es zusammenzufassen: Die Bedrohung des Ostens der ten Sie auf New York, aber auch auf Con-
Vereinigten Staaten durch Erdbeben ist real. Zerstörerische necticut! (Nr.311/8, 9.April 1932)
Erdbeben sind in der Vergangenheit erfolgt, und sie werden
auch in der Zukunft erfolgen. Die einzige wirkliche Unsi- Was die Geographie der Welt und dieses Landes betrifft, so
cherheit besteht im Wo und Wann. Wenn ein solches Erd- wird es hier langsam zu Veränderungen kommen. Viele
beben stattfindet, so ist es wichtig, daß der Osten der Ver- Teile der Ostküste werden beschädigt werden, wie auch viele
einigten Staaten darauf vorbereitet ist, um die zerstöreri- Teile der Westküste, aber auch der mittlere Teil der Vereinig-
schen Wirkungen abzumildern. Dies kann nur durch effek- ten Staaten. In den nächsten paar Jahren wird sowohl im
tive Forschung, Bautätigkeit, Planung und öffentliches Atlantik wie auch im Pazifik Land auftauchen. Und was
Bewußtsein geschehen. jetzt die Küstenlinien von vielen Ländern ist, wird dann das
Der Bericht enthielt auch drei Karten. Bild 7/1 zeigt Bett des Ozeans sein. Selbst viele von den Schlachtfeldern
wichtige und weniger wichtige Epizentren (die Stelle auf der der Gegenwart werden Ozean sein (1941). Meereswasser,
Oberfläche der Erde, die unmittelbar über dem Ursprung Buchten, ...und die Länder der neuen Ordnung werden
eines Erdbebens liegt) in den Vereinigten Staaten. Diese ihren Handel miteinander fortführen. Das Wasser der gro-
Karte zeigt Gefahrenzonen in South Carolina, Georgia und ßen Seen wird sich in den Golf von Mexiko ergießen und
in der Nähe von New York City. Nach dem Mississippi-Tal nicht über die St. Lawrence Seaway. Es wäre gut, wenn die-
ist auch die Umgebung von Charleston in South Carolina ser Wasserweg vorbereitet werden würde, aber nicht zu dem
sehr bedroht. Vergleichen Sie diese Informationen mit den Zweck, den man gegenwärtig verfolgt. (Nr. 1511/11,
folgenden Daten aus den Cayce-Readings: 13.August 1941)
Teile der jetzigen Ostküste von New York oder New York Der AAES-Bericht enthält zwei weitere interessante Ab-
City selbst werden vollständig verschwinden. Aber das wird sätze. Der eine vergleicht den Schaden durch Erdbeben im
erst in einer späteren Generation geschehen. Auch die süd- Osten und Westen der Vereinigten Staaten, der andere
lichen Teile von Carolina und Georgia werden verschwin- schätzt die Wahrscheinlichkeit eines verheerenden Erdbe-
den. Das wird früher stattfinden. (Nr. 1152/11, 13. August bens im Laufe der nächsten 25 Jahre.
1941) Wir haben in der letzten Zeit an der Westküste Erfahrun-
gen mit verheerenden Erdbeben gemacht. Eines oder mehr
Frage 14: Wird es irgendwelche physischen Veränderun- Erdbeben von 6,0 auf der Richterskala oder mehr erfolgen
gen in der Erdoberfläche von Nordamerika jedes Jahr irgendwo im Westen der Rocky Mountains. Das
geben? Wenn ja, welche Abschnitte werden letzte verheerende Erdbeben war das Coalinga-Beben vom
davon berührt sein und wie? 2. Mai 1983, das auf der Richterskala eine Stärke von 6,5

256 257
troffenen Menschen je nach der Lage des Epizentrums we-
sentlich größer sein. Aufgrund der großen Bevölkerungszahl
des Ostens kann der Schaden lOmal so groß sein, vielleicht
sogar mehr als lOmal so groß.
Die Wahrscheinlichkeit eines verheerenden Erdbebens
(mit einer Stärke von etwa 6,0 — 6,5 auf der Richterskala),
das zwischen jetzt und dem Jahr 2010 in der seismischen
Zone von New Madrid stattfindet, kann mit etwa 60% an-
gesetzt werden. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Erdbe-
bens in der seismischen Zone der südlichen Appalachen
kann grob auf 1% bis 3% geschätzt werden.Wenn man alle
Wahrscheinlichkeiten für alle Gegenden des Ostens der Ver-
einigten Staaten zusammenzählt, so ergibt sich daraus eine
Wahrscheinlichkeit von nahezu 100%, es ist also fast sicher,
Bild 7/2: daß innerhalb der nächsten 25 Jahre im Osten der Vereinig-
Vergleich von erdbebengefährdeten Gegenden ten Staaten ein verheerendes Erdbeben stattfindet. Die ein-
im Osten und Westen der USA zige wirkliche Unsicherheit besteht darin, wo es stattfinden
wird.
Cayces Vorhersagen von Veränderungen der Erdoberflä-
hatte. Das letzte signifikant destruktive Erdbeben war das che in Kalifornien und anderen wohlbekannten Erdbeben-
San-Fernando-Beben von 1971 mit einer Stärke von 6,4 auf zonen sind viel beachtet worden, dennoch aber ist die Vor-
der Richterskala. Aber keines von diesen Erdbeben hat eine hersage eines Erdbebens in Kalifornien zu irgendeiner Zeit
so große Fläche in Mitleidenschaft gezogen, wie es im Falle in unbestimmter Zukunft nicht gerade ein sehr eindrucks-
eines Erdbebens im Osten der Vereinigten Staaten der Fall voller Beweis für die Fähigkeiten eines Mediums. Aber diese
sein würde. Bild 7/2 zeigt die betroffenen Zonen der Erdbe- Erdbebenvorhersagen für den Osten der Vereinigten Staaten
ben von San Francisco aus dem Jahre 1906 und San Fer- bezogen sich auf Zonen, die nicht als Gefahrenzonen be-
nando aus dem Jahre 1971 wie auch von den Beben von kannt waren. Bei vielen dieser Vorhersagen war der Kontext
New Madrid aus den Jahren 1811 und 1812 und Charleston so gehalten, daß Cayces Zuhörer dachten, diese Verände-
aus dem Jahr 1886. Aufgrund der unterschiedlichen geologi- rungen würden bereits in den 30er Jahren stattfinden. Aber
schen Bedingungen, die im Osten vorhanden sind, wäre die nichts davon geschah. In anderen Readings gab Cayce an,
betroffene Zone etwa lOmal so groß wie die im Westen. daß ein Großteil der Veränderungen in den Jahren 1958 bis
Man kann also grob schätzen, daß die gleiche Stärke eines 1998 beginnen würde.
Bebens trotzdem einen lOmal größeren Schaden im Osten Welche Schlüsse können wir aus diesem Vergleich zwi-
hervorrufen würde, und da die Bevölkerung des Ostens grö- schen den Cayce-Readings und dieser jüngsten Warnung der
ßer als die des Westens ist, könnte auch die Anzahl der be- Geologen ziehen? Cayce selbst sagte, daß die Zukunft nicht
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Bild 7/3: unabänderlich festgelegt ist, und dennoch hat die Wissen-
Die Stärke der möglichen Erderschütterung durch schaft ihn durch ihre Vorhersagen zu 100% bestätigt.
potentielle Erdbeben im Osten der Vereinigten Staaten. Bei der Interpretation eines Traumes von Cayce, in dem
große Veränderungen der Erde stattfanden, sagte das Rea-
ding:
Das ist dann die Interpretation: Es steht geschrieben
»Fürchtet Euch nicht!« Haltet am Glauben fest, denn dieje-
nigen, die mit Dir sind, sind stärker als die, die gegen Dich
sind. Auch wenn der Himmel herabfällt, wenn die Erde sich
verändert, auch wenn der Himmel vergeht, sind Seine Ver-
heißungen fest und stark und werden durch das Leben und
das Herz Deiner Mitmenschen bewiesen werden...
Das ist die Interpretation. Auch wenn es morgen zu Ver-
änderungen kommen sollte, so bezieht sich dies auf den Kör-
per, nicht jedoch auf die Seele. Deshalb tu Deine Pflicht
heute! Morgen wird für sich selbst sorgen.
Diese Veränderungen in der Erde werden stattfinden,
denn die Zeit ist am Ende, und die Weichen müssen neu ge-
stellt werden. Denn wie steht geschrieben? »Die Rechtschaf-
fenen werden die Erde erben.«
Habt Ihr, meine Brüder eine Erbschaft auf der Erde?
(Nr. 295/185, 30. Juni 1936)

• Stärke III

C Z i Stärke IV

Anmerkung des Autors:


Stärke I und II sind in dieser Veröffentlichung
nicht unterscheidbar. Die Gegend mit der Stärke I liegt in
der Mitte der dunkelsten Fläche um den Mississippi.

260 261
ren über die Welt ausgebreitet haben, in der Nähe also des
Nachwort Zeitpunktes, den Cayce für die erste Zerstörung von Atlan-
tis angegeben hat. Cayces Daten für die anderen Zerstörun-
gen von Atlantis entsprechen ziemlich genau denen, die die
Geologen für magnetische Polsprünge, Klimaveränderun-
gen, Erdbeben, Vulkanausbrüche und Artensterben berech-
net haben. Vor ungefähr 12000 Jahren, also nach der letz-
ten Zerstörung, gab es in Nord- und Südamerika eine Bevöl-
Gab es Atlantis wirklich? kerungsexplosion. Die Wurzeln der großen amerikanischen
In diesem Buch haben wir die Readings über Atlantis un- Zivilisation (nicht aber ihr letzter Ausdruck in den klassi-
voreingenommen betrachtet und ihre Beziehungen zu histo- schen Maya- und Inkakulturen) können jetzt in diese Zeit
rischen Quellen über Atlantis, zum Okkultismus und zur zurückverfolgt werden.
modernen Wissenschaft untersucht. Trotz seiner geschraub- Für die Autoren wäre es einfach gewesen, Edgar Cayces
ten Sprache und gelegentlichen Zweideutigkeit scheint Treffer aufzuzählen, seine Äußerungen, die er getan hatte,
Edgar Cayce zumindest einige Male vergangene Ereignisse und die sich nun als richtig herausstellten. Es gibt aber ver-
genau erkannt zu haben. Manche seiner Readings sind vage wirrende Aspekte in den Readings, die ganz einfach nicht
und unkonzentriert, andere aber genau und direkt. Zeit- mit dem übereinstimmen, was wir heute über die alten Völ-
weise beinhalten sie populäre Vorstellungen, oftmals aber ker wissen. Zuallererst wissen wir nicht, ob Atlantis wirklich
mit einer Wendung, aus der hervorging, daß Cayce seine Zu- existiert hat. Ohne gesicherte Funde von atlantischen Rui-
hörer zu einer anderen Sicht der Dinge zu führen versuchte. nen kann man Skeptiker nur schwer davon überzeugen, daß
Manchmal widersprach er ihren Vorstellungen, indem er Atlantis die Quelle aller Zivilisation gewesen ist. Man stößt
beispielsweise ständig wiederholte, daß der ägyptische Tem- ständig auf Anomalien wie etwa die Unterwassermuster in
pel der Aufzeichnungen nicht in der Großen Pyramide lag, der Nähe von Bimini, die Frischwasserfossilien in der Mitte
sondern in einer noch verschütteten Pyramide, die erst noch des Atlantiks, aber der Tempel »unter dem Schlamm von
entdeckt werden müsse. Die Daten, die er für vergangene jahrtausendealtem Meereswasser«, von dem die Cayce-Rea-
Ereignisse nannte, lagen weit ab von denen, die zu seiner dings sprechen, bleibt unfaßbar. Dies trifft auch für die Aus-
Zeit akzeptiert waren, dennoch werden sie in manchen Fäl- sagen über Ägypten zu: Zwar hat man in der Nähe der
len inzwischen als recht vernünftig betrachtet. Sphinx mögliche Hohlräume entdeckt, aber die C-14-Datie-
Das wissenschaftliche Material dafür, daß unsere deutlich rung hat diesen Aussagen einen heftigen Schlag versetzt.
identifizierbaren Vorfahren nicht vor Jahrtausenden son- Wenn man aber den Tempel der Aufzeichnungen öffnen
dern vor Jahrmillionen auf der Erde erschienen, ist heute könnte, so würde das viele Fragen beantworten. Einige von
sehr stark. Frühe Menschen waren über die ganze Welt ver- den Beschreibungen des Lebens im Alten Atlantis strapazie-
teilt, aber anatomisch moderne Menschen scheinen erst ren ebenfalls die Vorstellungskraft, wenn da beispielsweise
etwa seit 200000 Jahren existiert zu haben, und die Wissen- von modernster Technik und geologischen Monstrositäten
schaftler sind der Meinung, daß sie sich vor etwa 50000 Jah- gesprochen wird. Aber seit Cayces Zeit hat die Technik ge-

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zeigt, daß es manches gibt, was früher noch undenkbar ge- Ebenso wie es gute Baseballspieler gibt, gibt es auch gute
wesen wäre. Medien. Edgar Cayce war eines der genauesten Medien aller
Was also sollen wir mit dieser Geschichte anfangen? Zeiten, und mit Sicherheit auch das am besten dokumentier-
Sollen wir sie gläubig annehmen oder als Zufallstreffer ab- te. Aber ebenso, wie ein Baseballspieler eine schlechte Nacht
haken? Wieviel Glaubwürdigkeit können wir den Cayce- haben kann, trifft auch das beste Medium nicht immer mit
Readings zugestehen? einer Genauigkeit von 100%.
Die Antwort auf diese Frage ist ziemlich komplex, da es Was können wir mit diesem Material anfangen? Wir kön-
im Grunde mehrere Antworten gibt. Cayce scheint bei ver- nen es nicht einfach gläubig annehmen oder trocken zurück-
schiedenen Gelegenheiten Informationen aus verschiedenen weisen, vielmehr sollten wir persönliche und wissenschaftli-
Quellen bezogen zu haben. Wahrscheinlich war das nicht che Forschungen durchführen, um seine Gültigkeit zu be-
nur bei Cayce, sondern auch bei anderen Medien der Fall. stimmen. In einem Reading des Jahres 1935 für die A.R.E.,
Mögliche Quellen sind die folgenden: die damals noch in ihren Anfangsgründen stand, sagt
• Unbewußte Erinnerungen an Material, von dem Cayce Cayce: »Es ist oft gesagt worden, daß die Arbeit Forschung
gelesen oder gehört hatte. Viel von seinen Bibelzitaten und innere Entwicklung enthalten soll. Aber wie viele For-
kam mit Sicherheit aus dieser Quelle. schungen habt ihr durchgeführt? Wollt ihr die innere Ent-
• Hellseherische Beobachtungen von Menschen und Ereig- wicklung ohne irgendwelche Forschungen? Spannt nicht
nissen. den Wagen vor das Pferd! Das funktioniert nicht! Selbst
• Telepathische Kommunikation zwischen Cayces Be- wenn er stromlinienförmig wäre!« (Nr.254/81, 12.Januar
wußtsein und dem anderer Individuen. Die Qualität die- 1935)
ser Information hängt natürlich von dem Wissen der be- Dieses Buch war ein erster Schritt in der Forschung, aber
treffenden Individuen ab, ob sie nun am Leben oder es ist keineswegs das letzte Wort. Ob die Einzelheiten der
schon tot sind. Readings nun alle stimmen oder nicht, das allgemeine Büd,
• Die Akasha-Chronik, von der Cayce sagte, daß es einer das von der Archäologie enthüllt wird, ist deutlich genug.
besonderen Einstimmung bedürfe, um sie zu lesen. Man Die Weltgeschichte war nicht ein ständiges Aufsteigen aus
kann es auch anders sehen: Cayces unbewußte Wahrneh- der Ebene des wilden Höhlenmenschen^ Viele Zivilisatio-
mung konnte sich in der Zeit bewegen und vergangene nen sind im Laufe der Zeit aufgestiegen und niedergegan-
Ereignisse ebenso wie zukünftige Wahrscheinlichkeiten gen. Wir sind nicht einzigartig. Die Cayce-Readings fügen
sehen. noch die Perspektive hinzu, daß wir vielleicht in der Vergan-
genheit schon viel höher gestiegen sind und seither viel tie-
Weitere Einflüsse waren mit Sicherheit Cayces eigene physi- fer gefallen sind, als die Archäologen es jemals für möglich
sche, mentale und emotionale Zustände, wie auch der Zu- gehalten hätten. Kann das noch ein zweites Mal geschehen?
stand der Person, die gerade das Reading erhielt. Insofern Oder könnte man es vermeiden?
war die Übermittlung von übersinnlicher Information mög- Ebenso wie Cayces Beschreibungen der Vergangenheit
licherweise ebenso gestört, wie eine elektrische Interferenz werden auch seine Vorhersagen über zukünftige Wahr-
Radio- und Fernsehsendungen stören kann. scheinlichkeiten von Geologen bestätigt. Viele Menschen
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sehen voller Angst einer Zerstörung durch ungeheure Erd- Sind wir jetzt in der Lage der Comicstrip-Figur Pogo,
beben entgegen. Aber Cayce sagte, daß die Zukunft nicht wenn er sagt: »Wir haben den Feind gestellt, der Feind sind
unabänderlich festgelegt sei, und daß selbst Veränderungen wir!« Sollen wir wie die Kinder von Belial ohne Rücksicht
der Erde abgewendet werden könnten. Selbst in seiner eige- auf andere nach Selbstbefriedigung suchen? Oder sollen wir
nen Zeit stellten sich bestimmte Vorhersagen nicht ein, so wie die Kinder des Gesetzes des Einen danach streben, den
sagte er, weil sich die Haltung der Menschen verändert Willen Gottes zu tun?
hatte. Diese Geschichte ähnelt ein wenig der des Jonas in Irgend jemand fragte Edgar Cayce einmal, wie man
der Bibel: Glück und Seelenfrieden finden könne. Er antwortete: »An-
Gott befahl Jonas nach Ninive zu gehen, um seine Zerstö- deren helfen bringt Erleichterung, Frieden und Harmonie.
rung zu prophezeien, da seine Einwohner so böse seien. Genauso wie Er damals verheißen hat, so sagt Er noch
Jonas versuchte sich Gottes Befehl zu entziehen, aber nach- heute: >Meinen Frieden gebe ich Euch, meinen Frieden
dem er eine Zeitlang im Walfisch verbracht hatte, folgte er lasse ich Euch<, aber nicht wie die Welt den Frieden kennt,
Gottes Befehl und verkündete in den Straßen von Ninive die nicht als Bequemlichkeit, sondern vielmehr im Sinne einer
zukünftige Katastrophe. Jonas war sehr überzeugend, und inneren Überzeugung: >Mögen andere tun, wie sie wollen,
die Menschen (vom König bis zum Sklaven) wurden sich aber ich will dem lebendigen Gott dienen.< Das ist die ein-
ihrer Sünden bewußt, sie bereuten und schrien zu Gott um zige Möglichkeit, das einzige Ventil, das gebundene Kräfte
Gnade. befreit. Denn die Wahrheit wird Dich freimachen, und Du
»Als Gott sah, was sie taten, daß sie sich vom Bösen ab- wirst in Wirklichkeit frei sein!« (Nr.27/86, 24. Juli 1942)
wendeten, bedauerte er das Übel, das er ihnen antun wollte,
und er tat es nicht.« (Jonas 3:10)
Jeder in Ninive freute sich außer Jonas, der verstimmt
war, weil seine Prophezeiung nicht eintraf.
Sind wir wie Jonas, oder können wir die Botschaft der
Cayce-Readings in einer Weise aufnehmen, daß wir nicht
den Weg von Atlantis gehen müssen?
Selbst wenn Sie glauben, daß Cayces Geschichte über At-
lantis schlimmstenfalls eine Ausgeburt seiner Vorstellungs-
kraft, bestenfalls eine Allegorie ist, hat sie deshalb nicht
trotzdem einen Wert für uns? Wer kann bestreiten, daß wir
noch immer nach unserer Beziehung zu unserem Schöpfer
und unseren Mitmenschen suchen? Gibt es nicht dafür
einen Hinweis in der Geschichte über Atlantis? Die Zukunft
ist nicht unabänderlich festgelegt. Wir haben die Kraft,
unser Schicksal zu ändern, sowohl als Individuen als auch
Nation.

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