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Sonderabdruck aus den Neuen Jahrbüchern. Jahrgang 1911. 1. Abteilung. XXVII. Band. 1. Heft.
Druck und Verlag von 13. G.Teubner in Leipzig

LOMIE
BABYLON UND DIE GRIECHISCHE ASTRON
V, on CUMONT')

Die Geschichte der geistigen ET1tW]ck-Itinr, der ^nfik-e kennt kein wichtigeres
Problem als die Frage, wie weit die babyloniscbe Wissensch„)ft einen Einfluß
auscletibt habe auf das Helleilenturn. In der jiiii„^^teti Zeit hat eine gewisse
Schule von Assyriologen die Tra g weite dieses EiiiflLi„,s( „,i unzweifelhaft stark
Überschätzt, und die Exzesse der Paiibabvloni-,teii' liaben ein gerechtfertigtes
Mißtrauen g"en die VorsteUun g en liervor„ertifeii, die das Land der Clial(läer
als die Quelle der Urweislieit betrachten. bleibt die Tat-
sache, daß Griechenland dern senntischen Orient gewisse wissenschaftliche Er-
kenntnisse verdankt, bestehen.`)
in
So erhielt es frühen Zeiten von dort das Duodezinial- und Sexagesimal-
systern als Maß von Zeit mid Gregenständen; 7o verdankte es den niesopota-
ruischen Ob ,^erv„Ltorien die Kenntnis der nötigsten Beobaehtungsinstruinente,
z. B. des Gnomon'), und zu g leich damit die Kenntnis der wichtigsten Daten der
Uranographie, der Ekliptik, der Zeic.ben des Tierk-reises und der Planetenrelbe.
in
Aber diese ersten a.stronomischen Einführunc ren erfoluten notorigeh einer Zeit,
als die Handelsstiidte loniens überhaupt asiatischem Importe weithin ihre Tore
zu
geöffnet hatten. Es wäre infere-santer feststellen können, daß selbst nach den.
Perserkriegen, als die helleniscbe ibre Autunomie erlangt hatte, chal-
In
däische Einflüsse sich fortdauernd dort geltend inachten. der Tat scheinen
einio-e iietiet-dincrs ans Licht ^,-etretene Tatsachen zu beweisen, daß züi keiner
Zeit die direkten oder indirekten Beziehungen zwi-chen den Zentren der baby-
lonischen und der griechischen Wissenseliaft vollständig unterbrochen waren.
den
Meton gilt bekanntlich für Erfinder des nennzehnjährigen Schaltzyklus
(Enneakaideka^tf., ris), der eine periodische Übereinstimniung zwischen dern alten
den
Mondjahr und dem Sonnenjahr herstellen und bisher Üblichen achtjkihrigen
Zyklus (OktaUeris) ersetzen sollte. Die 'goldne' Zahl unserer Kalender 4 ) erinnert

1 ,^ Die übersetzung des französischen Manuskripts verdanken wir der großen Freund-
in Berlin, der auch manchen wertvollen Zusatz hinzu-
lichkeit des 11rn. Gebeimrftt Diels
gefügt hat.
Ich verweise, für diese babylonisichen Einflüsse hier nur auf das eben erschienene
Buch von Kugler, Im Bannkreis Babels (1910) S. 116 ff.
11) Herodot. 11 109.
das
4) D. h. die, Zahl, die angibt, wievielte ein fahr im «.Nfondzirl,-ei (d. h. in der
Periode von 1 1
. ) Jahren )
. ist, naeh deren Ablauf die, '2Ntondphasen wieder auf dasselbe Datum
fallen.
Neue Jahrbücher. 1911. 1

Document

111 11H111111111111

M
0000005405015
,WO"—

2 F. Cu rnont: Babylon und die griechische Astronomie

an
noch dieses Erei g nis, (la nach der Le g ende die über die Mitteilung dieser
Entdeckung höchlichst entzückten Athener im Jahre 432 be s chlossen haben
sollen, die Kalenderzahlen Metons in goldenen Buchstaben auf einer Tafel auf
dem Markte aufzuschreiben.')
Nun ist der Gebrauch der OktaUeris in Babylon durch Urkunden des
Vll. Jahrh., der der Enneakaidel,-aöteris durch solche des 1V. Jahrh. v. Chr.
festgestellt?) Letztere kann sehr wohl in viel ältere Zeit hinaufreichen?) Man
darf daher annehmen, daß Meton durch den Vorgang der Orientalen sich zur
Feststellung seines Zyklus hat bestimmen lassen. Dies erscheint um so wahr-
scheinlicher, als seine -4stronornie einen astrologischen Anstrich gehabt zu haben
scheint, wenn man den Berichten der Alten trauen dürfte, die ihm eine Vor-
ahnung der sizilischen Katastrophe schon bei der Abfahrt der Flotte zuschreiben.4)
Freilich man könnte hier auch an ein unabhängiges Zusaininentreffen babyloni-
seher und hellenischer Forschung denken. Ja man könnte sogar die umgekehrte
Annahme verfechten, daß die Orientalen durch Kleinasien, wo ja der Metonische
Zyklus Eingang fand'), die neue Kalenderreform kennen gelernt und adoptiert
bitten.
Aber es gibt auch noch einen überzeugenderen Beweis für die Priorität
der Orientalen auf diesem Gebiete. Ursprünglich trugen die fünf Planeten bei
den Hellenen Namen, die ihre Eigenschaften bezeichnen sollten. Der Planet
Venus^ den schon Homer als Vorboten der Morgenröte kennt'), hieß, je nach-
dem man ihn als Morgen- oder als Abendstern hetrachtete7 , ` (Ocad-
99deog) oder Merkur wurde als der 'Funkelnde' (Zriißwz,) bezeichnet,
Mars we en seiner rötlieben Farbe als der 'Feuri g e' Jupiter als der
'Leuchtende' (Oaz'ec.)v), Saturn. als der 'Glänzende' (Outz,0)v) oder, wenn man
das Wort in anderm Sinne nimmt, als der 'Kündende'. Seit dein vierten vor-
christlichen Jahrhundert erscheinen nun aber an Stelle dieser alten Beneniiunc„en
neue, die allmählich die früheren ini Gebrauch verdrän rDg en. Die Planeten
nun
heißen Sterne des Hermes, der Aphrodite, des Ares, des Zeus, des Kronos
a'azi;Q us%v.).") Diese Umnennung deutet auf Babylon

1 ) Über diese Fabelei vgl. 1'. Tannery, Recherches sur l'histoire de


Fastronomie ancienne
(Paris 1893) S. 12. Sicher steht nur der Anfang des Zyklus auf den 127. (bezw. 2„1.) Juni
432 v. Chr. Über die Einrichtung seines Parapegma vgl. Diels und Rehm, Parapegmen-
fragmente aus Milet, Berl. Sitz.-Ber. 1904 S. 132 ff.
Kugler. Irn Kamikreis 13abels S. 87. 1-26.
Ich sehe von der noch kontroverseil Ansicht Mahlers ab, daß Nabonassar8 erstes
Regierungsjahr den Beginn der babylonischen Enneakai(leiza^.teris darstellt, obgleich sie
Ed. Aleyer und Ginzel glänzend bestätigt gefunden haben. Vgl. Ginzel, Spezieller Kanon
(Berlin 1899) S. 236 ff.
11 ) Ael. V. 11. Xiii I L; vgl. Plut. Aleib. 17- Nic. is. Doch siehe dagegen Redlich,

Meton (Hamburg 1854) Is. 1 ff.


1 . ) S. Diels-Rehm a. a. 0.

211 2'26: j^110 ; d' g (06rf, ^Q O 9 t'J(St (FiC09 g (t"WV i7ri iV Ti iig'Ca

Die Identität der beiden war noch nicht erkaDnt,


Die kurze Bezeichnung 'zig^()odir7i usw. ist der klassischen E I )oche fremd.
F, Cumont: Babylon und die griechische Astronomie .3

hin, wo diese Planeten den Gottheiten Nebo, Islitar, Ner g al, Marduk und Ninib
geweiht waren. Nach antiker Gewohnheit hatten die Griechen den barbarischen
Gottheiten ihre eigenen substituiert, je nachdem diese gewisse Ähnlichkeiten
mit den fremden zeictf.,n."' Hier sind offenbar exotische Ideen, die aus dem
semitischen Sterndienste stammen, maß g ebend gewesen. Denn die bodenstümdige
Mvtholo(rie der Hellenen dachte nicht 7daran, die Sterne Linter den Schutz der
O^vinpier züi stellen. Mithin sind die heute noch üblichen Planetennamen eine
lateinische Übersetzuno, der aus der babylonisehen Bezeichnung ins Griechl^,che
übertragnen Nameii.
Vielleicht könnte noch ein leiser Zweifel bleiben, wenn nian nicht sähe,
wie zu jener selben Zeit sehr ei g entümliche Vorstellungen der babylonischen
Sternverehrum, in die Theorien der „riechischen Philosophen Eingang finden.
Diese babylonische Astralreligion hatte bekanntlich eine Göttertrias Sin-
Shamash-Ishtar ausgebildet. An den Mondgott, den man als den mächtigsten
dieser Dreieinigkeit betrachtete, und an den Sonnengott hatte man den glän-
zendsten Planeten, die Venus, angereilit. Da,> sind die drei großen Regenten des
Tierkreises. Ihre Symbole (Halbmond, Scheiben mit Sternen zii vier und zu
sechs Punkten) ersüheinen auf den Spitzen der Grenzsteille l^ud^irrit) seit dem
XIV. Jahrh. v. Chr.') Diese selbe Verbindun g der Gestirne findet sieh nun
auch in einem doxographischen Bericht über Denlokrits Astronomie, in dem
Sonne, Mond und Venus von den übri lgren Planeten gesondert werden. 3) Der
Nachklang dieser Theorie findet sich noch bei den Körnern. Plinius, der seine
Weisheit irgendeinem 'ehaldälsclien' Autor der hellenistischeu Zeit verdankt,
bemerkt'), daß Venus der Nebenbuhler der Sonne und des Mondes ist, und fügt
hinzu, nur dieser Stern verbreite eine solche Helligkeit, daß er Schatten werfe.
Diese Beobachtung erscheint für das Klima von Rom ebenso unmöglich, wie
und
sie für den klaren Himmel Syriens Mesopotamiens vollkommen exakt ist.,5)
Eine andere Entlehnung liegt noch klarer vor Augen. Für die babyloni-
sehen Astrolocren ist Saturn der Planet der Sonne, er ist 'die Sonne der Nacht'.,-)
Nämlich nach dem eigentümlichen Substitutionssystein der Chaldiier, von dem

1)Vgl. Über diesen ganzen Vorgang Ro8cher, Lexikon u. d. W. 'Planeten' mit Bolls
Noten Sp. 2-522 ff.
2) Kugler, Bannkreis S. 57, Fig. IV ff.
1) Diels, Doxogr. S. 344, 16 (Vors. 2 S'. 366, 3 12): Hee^ Te^II.,v Cog &Glrg()WV.
b7rIav4 7roCOZOV, lt„, t& di ruüra rov^ -rzcxvli"Irccg, iv olg Vgl. Boll
bei Roscher a. a. 0. Sp. 2519 n. *).
1) N. H. 11 86: infta solem (onbit ingems sidus appellaftan Veneris alterno mea g e4 vagum
ipsisflue cogno^ilinibies ael?I.Ulw?t solis ae 1-ii)ute, 37: magnitud^ne extra cuj?cta. alia ^idera
es(, claritatis quidem tattae, ut iinius hunts stüllue radiis undirac reddantur.
11 ) Kugler a. a. 0. S, 61: 'Ihr Licht (der Venus) en-eicht im OrieDt nicht selten eine
am
solche Intensität, daß es Schatten zu werlen vermag und hellen Tage aufstrahlt. Mein
Freund P. Colungettes aus Beirtit teilte mir mit, daß er die Venus sogar den ganzen Tag
hindurch mit bloßem Auge verfolgen konnte.'
") Kugler, Sternkunde und Sterndienst in Babel 11 10.5. 1-Ir. Jastrow hat über diese
eigentümliche Vorstellung einen besondern Artikel vürfaßt, der deinnächst encheinen soll.
l*
4 F. Cumont: Babylon und die griechische Astronomie
in
inan mehrere Beispiele kennt'), konnte Saturn den astrologischen Kombina-
tionen die Stelle des Ta g esgestirnes nach dessen Untergang einnehmen. Diodor
kennt diese eigentümliche Theorie genau. Er setzt (11 30, 3) auseinander,
die Chaldäer bezeichneten die Planeten als Dolmetscher (iottr„viig) i weil sie
durch ihre Bahnen den Menschen den Willen der Götter enthüllten. Dann setzt
er hinzu: 'Sie nennen speziell den bei den Griechen Kronos genannten Planeten,
der am auffälligsten ist und die meisten und wichtigsten Dinge
vorher verkündet, den 'Sonnenstern' (zaZob6tv 'HX^ov)-1)
Diese eigentümliche Lehre finden wir nun in der Epinornis wieder. Es
macht für unsere Fracre nicht viel aus, ob wir diese Schrift dem greisen Platon
selbst oder seinem Schüler Philippos von Opus zuschreiben.") Bei der Auftählung
der Planeten heißt es in diesem Buche 4 ), daß der langsamste dieser Sterne nach
einigen den Beinamen Helios tr^gt. Zwar haben einige Abschreiber, die den
Sinn dieser ldentifikation nicht faßten, statt 'II).^t)v Kg(^voi^ g esetzt, aber Bidez
hat erwiesen-), daß die Überlieferung der besten Handschriften nicht angetastet
werden darf.
Daß Übri^rens der Verfasser der Epinomis orientalische Theorien gekannt
an
hat, ergibt sich nicht minder aus gewissen Andeutungen, die jener Stelle
vorkamen"), -wie aus der ganzen Tendenz des Verfassers. Er träumte ja von
einer Verschmelzung des delphischen Apollonkultes mit dein der Gestirngötter,
den Syriens und Ägyptens Frömmigkeit die Griechen gelehrt hatte. Er be-
trachtet es als die den Hellenen zukommende Aufgabe, diesen neueingeführten
Sterndienst zur Vollendung zu bringen, wie sie es mit allein gemacht hätten,
was sie von den Barbaren empfangen hätten.`) Diese Änßerungen sind sehr
charakteristisch, insofern sieh darin ebensosehr der hellenische Nationalstolz
-wie (las Geständnis der Abhängigkeit voin Auslande ausprägt. Jetzt, wo eine
typische Einzelheit die Entlehnung aus der Lehre der 'Chaldäer' uns enthüllt

1 ) Die Ähre der Jungfrau (Spiea), der glänzendste Fixstern, ei-setzt nach Bedarf Venlis,
den glänzendsten Planeten. S. Kugler, Bannkreis 8. 122 und 124.
I') Vgl. Boll, Sphaera 318 3 . Roscher, Art. 'Planeten' Sp. 2523 f Bidez, Rev. de phil.
XXIX (1905) S 119. Cumont, Rev. bist. des relig. 1910 S. 138, 3.
g
Die Echtheit ist neuerdin s wieder verteidigt worden von II. Raeder, Platons philo-
und
sophische Entwicklung (Lpz. 413 ff. H. Reuther, De l^,'1)inomidi, Platonica (Lpz. 1907).
Daceuen Wilamoivitz, Hermes XLV 405; 'Daß das Epinomion jetzt für platonisch gilt, ist
hart. Dann bat auch Schwegler die rümiiclie Geschichte von Clason und Goethe die Nau-
sikaa von Schreyer verfaßt.'
") Fpinom. c. 9 S. 987e: lourol Ni -r@Eig &6T:g etg, W
'v eig g^v P9CC8vrilrt (^tcz(p9ewv czär4^)V

llÄiov 8' "r6 p Tivig i,-rcovvltt'«v wü9770vzat. TöW 6 14,-Tü rof)Tor ^Quav-ri^TZ liyetv

A. a. 0. Schade, (laß Burnet diesen Artikel übersehen hat. Allein sein eigener
Apparat lehrt, daß ^^iov die echte Lesart ist.
996 B: 6 -r Q Coro^ rczijrcz -,c«rt(Y(Lv ^r^ (ißupo^ (7)"v; 987 B: -/.«i I LCUU ZVQLCO V0iLoetzil
7ro97rov. Man kennt den klassischen Gelimuch der> Wortes 2:i^ Q iog, —"zet'cz, woinit Syrien
,Lind Assyrien in gleicher ^^ , eise bezeichnet wird,
'.)d7 D:
F. Cumont: Babylon und die griechische Astronomie 5

hat, gewinnen diese Verweise ihren g anz besonderen Wert. Vielleicht darf man
7
nunmehr gebührenderweise auch einiges Gewicht auf eine Notiz der berkulani-
scheu Rollen le g en, die sich wahrscheinlich gerade auf unsern Philipp von
Opus bezieht, dem man die Abfassung der Epitiomis zuschreibt. Es heißt da
in dem Index academicus l ), daß Platon im hohen Alter einen ehaldäischen
Fremdling bei sich aufgenommen habe. Das Weitere ist leider abgebrochün,
aber es läßt sieh denken, daß von einer MitteilungZD chaldälscher Weisheit die
Rede war.
Ein weiterer Hörer Platons, der Astronom Eudoxos von Knidos, warnte
zu derselben Zeit, der Weissagung und Nativitätsstellerei der Chaldäer irgend-
welchen Glauben zu schenken.')
Solange man sich darin gefiel, die grieehische Geschichte wie ein Experi-
ment im geschlossenen Gefäß zu behandeln, insofern ein gütiges Greschick jedes
störende Element von ihr ferngehalten habe, um den modernen Forschern zu
gestatten, ihre ungestörte Entwicklung zu beobachten, bat man hartnäckig die
Möglichkeit bezweifelt, daß Eudoxos wirklich die orientalische Genethlialogie
habe kennen und verdammen können. Aber es scheint jetzt, als ob schon ge-
raume Zeit vor ihin die Pythagoreer und Demokrit unter den Philosophen
und Meton unter den Astronomen` die chal(Iäiöelle Weisheit rekannt hätten,
g
und inan hat neuerdin s diese Erkenntnis zur Erklät-uii(r einer Pindarstelle
mit Erfolg benutzt.') Sicher ist, daß Theophrast, der Schüler des Aristoteles,
in seinem Buche Ilfob' 6ri iii^ov die Theorie der Chaldäer gekannt hat.') Er
findet ihre Anmaßung merkwürdig, nicht mir gutes und gehlechtes Wetter im
allgemeinen, sondern auch Lebens- und Todesschieksale jedes einzelnen prophe-
zeien zu wollen.
Die universelle Wißbet,lerde der Hellenen hat also die Astrologie keines-
wegs ignoriert, aber ihr nüchterner Verstand hat ihre abenteuerlichen Lehren
zurückgewiesen. Ihr g eschärfter kritischer Sinn hat wohl züi scheiden gewußt
zwischen den wissenschaftlichen Beobaeütuti-en der Chaldiier und ihren irrtüm-
in
liehen Schlußfolgerungen.
m g er Ruhm,
Es bleibt ihr ewi ZD dein wirren Kom-

1) Academicorum phil. ind. Hercul. ed. Mekler S. 13 col. 111 86: &6>Qo2.6yog

gen 7 ,^ir, azrcot ytyol"i)g


X«18u(iov . . .
Cie. De div. 11 42, 87: ad Clit41^l(ieoi-u^?z. nionstra veniee^ii2i,^, de quibus Eudoxus Platoetis
audilor in astrologia faeile prirteeps sie opinatur, id quod
seriptuen reliquit: 'Cltakiaeis in 1.r^-ae(lietio^^2e et in 2iofttti&iie euiizs(Iiie vitue ex natali die
minüne esse credendwie.'
-1 ) S. o. S. 2 Aum. 4.
4) Boll, Zur Erforschung der Astrologie, Neue Tabrb. 1908 = 119.
11) Procl. in Tim. 111 151, 1 Diehl: *c4 ,v ii«oLcarcirrv (i^ eivaL Tquiv 0'
Xar , ,ze0Worg
a^)rbv ZI'i 'V rCog, -Valdi-twv ziei raürcc ü L C,)QL'UV re^ zt tWa -Z Q Q). g 7 0vaav ^/M r" i;
otovg ixduzüüz , Nal .
ro i';g 'üf^lC2rov^, Xcu " ri^ ;,^otviz 1C6Z . ov Otox, Zktli(üvag7 Xal e ^'6Leg, (ZU7rko

%dX! röV &6rieu -roo Eegoü Z^ige»vo; g^V ix(Pccvil Y,-Vöt(FVOV Ipiz^ I xcri'ipar« ö^
,ü g e"g Eig xal r& r(5 ^ ce xcei, ra' Xotva 7rQoyLvc^6%eLw
äxö ziav
6 F. ( i iii,^oijt : Hab y lon un,1 die griechisclie Astrow,iiiie

plexe von exakten Beobachtungen und abergläubischen Vorstellungen, welche die


Priesterweisbeit des Orients ausmacht, die ernsten, wissenschaftlichen Elemente
herauscrefinden
C und nutzbar gemacht, dagegen den pliantasti,;chen Plunder bei-
sei rn
«eworfen züi haben.
Nach der Eroberung des Orients durch Alexander, als Babel eine belleni-
sierte Stadt geworden — die dort g efundenen Inschriften bezeuoeii (lies')
7 r71
stellte sieh ein ununterbrochener Vürkühr zwischen den einheimischen und ein-
gewanderten Gelehrten her. lIellenen rechneten es sich nuntnehr zur Ehre an,
in den Tempelschulen. der babylonischen Priester ihre Sturlien gemacht zu
haben, und leuten sieh den Beinamen 'CL-,ildäer' wie einen Ehrentitel zu. So
ward diese Bezeichnung schl i eßl i ch ein Reh-laineschild für alle Schwindler, die
vorgaben, die Zukunft in den Sternen lesen zu können. Die Tatsächlichkeit
eines regen Verkehrs, zwiscben der Wissensühaft des Orients und Olzzidents unter
der Seleulildenberrschaft ist unbestreitbar und unbestritten. Massenhafte Be-
weise ließen sieh dafür anführen. Allein die Schwierigkeit liegt hier darin, in
jedem einzelnen Falle zu entscheiden, ob der eine oder der andere Einfluß als
primär anzusehen ist. Hat man doch behauptet, die alten Bahylonier hätten
bereits das Vorrücken der Nachtgleichen gekannt! Allein die Prüfung der
Keiliiischrifttafeln ei-gibt, die folgenschwere Tatsache, (laß sie mindestens bis
zum Ende des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts jene Erscheinung ni(^ht
gekannt haben. Also bleibt der Ruhm dieser großen Entdeckung, wie die
antike Überlieferung ja auch stets behauptet bat, durchaus dem Astronomen
Hipparchos von Nicäa (ungefähr 161-126). Ihm also verdanken die Stern-
warten Mesopotamlens ihre Kenntnis des Phänomens.')
Aber auch umgekehrt kann man dank den kürzlich veröffentlicliten astro-
loo , ischen Texten späterer Griechen nachweisen, daß gewisse, bisher Hipparchos
in
zu geschriebene Entdeckungen M`irklichkeit von echten Clialditern gemacht
worden sind. Wir können in einem Ausnahmefall eine solche Entlehnunc, auf
der Tat ertappen und den Vermitfelungsweg genan nachweisen. Vielleich t ist
es nicht unnützlich, darüber einiges Nähere mitzuteilen.`)
den
Der Zweig der Astronomie, die Babylonier aller Wahrscheinlichkeit
nach am meisten kultiviert haben, war di(^ Berechnung der Mondbahn, durch
die sich die periodische Wiederkehr der Finsternisse voraussagen ließ. Un-
zweifelhaft bildet dieses Studium eines der ältesten Färher ihrer priestürlich-
wissenschaftlichen Tätigkeit. Sin, der Mondgott, war für sie e]De viel wichtigere
Gottheit als der Sonnencfott Shaniash selbst. Ehe nian den Laut' des natür-
lichen Jahres kannte, dienten die Mondphasen zur Zeitinessung und Fixierung
der heiligen Kalenderdaten. Endlich läßt sich dieses nächtliche Gestli-n
besser als ir(yendein anderes mit bloßem Auue beoba(,^liten. Man konnte fast

1) Haussoullier, Klio IX (1909) S. 352 ff.


2) Kugler, Sternkunde und Sterndienst 11 (1909) iS. 30 ff.
3) Ich habe die durch die griechischen Texte gegebenen Daten zusammengestellt in
dem Florilegium de VogU 1909 (Comnient les Grees connurent les tabies lunaires des
ChaWens) 8. NA ff.; vgl. Kroll, Cat. eodd. astrol. V part. II S. 128, 1.
F. Cuinont: Babylon und die griechische Astronoinie 7

beständig seinen gewundenen Lauf am Himmel verführen. Die tausendjährige


Erfahrung hatte diese Priesterastrologen allmUhlich' zur Aufstellung von
astronom-Ischen Tafeln befähigt, die zur Ze ilt Alexanders einen hohen Grad
von Genauigkeit erreicht hatten. Die Griechen treten nun mit dieser Wissen-
g ehaft in direkte Verbindung. Die Überreste jener Tafeln sind von Pater
Kugler entziffert und erklärt` worden.') Erstaunfieherweise haben sie diesem
Gelehrten die Möglichkeit gegeben, einen Fehler, der sich in die Rechnungen
der modernen Astronomen eingeschliehen und bis jetzt fortgepflanzt hatte, auf-
zudecken. Die alten Aufzeichnungen der Chaldier haben uns wirklich befähigt,
die Oppolzerschen Canones Yti korrigieren. ULn das Jahr '200 vor unserer Ära
in
waren diese (,eIchrten Priester so weit der Wissenschaft vorgesührItten, daß
sie nicht nur Mondphasen und Mondfinsternisse, sondern auch Sonnenfinster-
nisse und die wesentlichsten Phiinomene der fünf Planeten voraus berechnen
konnten. Der gelehrte Exeget dieser Tafeln, Pater Kugler, ist zwar von Hause
aus eher geneigt, aus Opposition gegen die maßlose Cberschätzung
I issergewi
Assvriolo^ren die babylonische, Wissenschaft herabzudrücken, aber hier bric-Iit er
den
doch in die höehste Bewunderun(r aus vor 'uroßen Rechnungstafeln mit
zahlreichen gesetzmäßig entwickelten Koluinnen, deren Zahlenwerte wie (110
den
Räder einer Maschine ineiiianflei-(rreifeii', und vor 'besonderen Lehrtexten die
Über die Herstellung jener Tafeln Aufsebluß geben'. ',Man weiß hier wirklich
nicht', ruft er aus, 'was inan inehr 1 )ewundern soll, die außerordentliche Gre-
nauigkeit der Perioden, welche in den einzelnen Zahlenkoluninen versteckt liegen,
in
oder die sinnreiche Art, der die alten Meister alle in Betracht komtufiide
Faktoren zu verknüpfen wußten'.')
Schon vor der Entzifferung der Keilinschriften hatten die Historiker an-
genommen, daß die Chaldäer ans ihren empirischen, von Generation zu Gene-
ration angewachsenen Beobachtun km
g en eine Theorie der Mondbewegun r,
g abgeleitet
hätten, die -auf die Entwicklung der griechischen Astronomie von Einfluß ge-
wesen wäre.') Es cibt dafür einen schlacenden Beweis lin Almagest des Ptole-
maios. Denn die in Babvlon beobachteten Finsternisse der Jahre 621 1, 523^
50-9, 491, 383 v. Chr. werden dort nach Hipparchos angeführt, und inan hat
in
in der Tat die erste einem assyrischen Texte wiedergefunden .4) W ie eng
nun aber der berühmte Astronom von -_N- icäa sich an seine orientalischen Vor-
gähiger anschließt, kann man heute sogar
e13 znziffernmäßig nachweisen. Ptolemalos
legt
r^I Hipparchos eine äußerst genaue Berechnung der Mondperloden bei. Man
kann nun aber zeigen ', daß die Dauer, die er den vers(Iiedenen Monaten gibt,
genau mit den Daten der Kü.ilschrlf*ttafelti übereinstimmt, nämlich:

Die babylonische Mondrechnung, Freibur.- i. Br. 1900.

Kugler, Kulturhistorische Bedeutung der bab y loniichen Astronomie (Vereinsg. der


Görresges., Köln 1907) S. 42.
1) Tannery, Reeherches sur l'hist. de Fastron. anc. (189.3) S. 184 ff.

"i Ptolern. Synt. V 14; IV S, 11. Vgl. Boll in Paxity-^Vissowa g Realene. VI, Art.
'Finsternisse' SI). 2354-6.
8 F. Cumont: Babylon und die griechische Astronoraie

Mittlerer synodischer Monat 29" 12 11 441 31


siderischer 2) 7 d 7 " 4.3' 1 1
anomalistischer —') —d d 1.3 1, 18 , 3.1,9

drakontischer 27 " 5 " 5' ^35,8"

Die Priorität dieser Entdeckung gehört -,icher den Orientalen, ebenso wie Sie
die Unom leichheit der Dauer der Jahreszeiten vollkommen gekannt haben.')
Aber wie sind diese Daten und Lehren vom Lfer des Euphrat züi den
griechischen Städten gelangt? M l er war der Vermittler zwischen Ilipparchos
und den habylonischen Priestern? Auf dlese Frage g eben neuedierte griechische
Texte Antwort und enthüllen uns den -Namen des Autors.
Strabon') teilt uns init, daß es bei den Bibyloniern mehrere Astronomen-
geschlechter oder Schulen gegeben habe. 'Die Matlieniiitik-t!r', fährt er fort,
'nennen auch einige davon mit Namen wie Kidenas, Naburlanos und Sudines.'
Nach Pfinlus 3 ) Latte Kidenas entdeckt, daß Merkur sich niemals mehr als
voll der Sonne entfernt. Er ist vermutlich ein Zeitgellosbe des Sudines, der in
der zweiten Hälfte des 111. Jahrh. v. Chr. lebte .4 Der Astroloffe Vettius Valens
111111, der unter den Antontilen lebte, 1)eliaul)tet^"), er habe selbst einen Karion der
da
Sonnen- und Mondfinsternisse entwerfen wollen, allein ihin die Zeit fehlte,
so habe er sieh entschlossen, Hipparch für die Sonne, Sudines, Kidenas und
Apollonlos dagegen für den Mond heranzuzlehen, indem er, wie billig, die
ÄquInoktien und Solstitien auf den 8. Grad der Zeichen des Tierkreises gesetzt
habe. Mehr noch, eine Stelle eines atioiiyiiien Kommentars zu Ptoleni;iios l *) be-
schäftigt sich mit Kidenas als dein Entdecker einer Finsternisperlode , von
251 synodischen Monaten und 269 anomalistischen Motiaten ('avolla).^ag ezzo-
für deren Urlieber allgemein Hipparchos galt.') Es ergibt sich aus
diesem Traktat, daß Hipparch nicht, ivie man bisher glaubte s ), zwei Finsternis-
perioden gleichzeiti g adoptiert hat, eine große Periode voll 4267 synodischen
und 4573 anomalistischen Monaten und eine 17mal kleinere von 251 syllodi-
sehen und. 269 anomafistischen Monaten, sondern daß er diese letztere Periode
von Kidenas entlehnte l ) und sie einfach mit 17 multipliziert hat, um sie auf

Die Dauer des synodischen und sideriseben Monats ist von EIpping, die der beiden
anderen von Kugler berechnet worden (Mündrechniing S. '21 ff. 24. 40. 46'^; vgl. Banlikreis
S. 121 und Jensen, Gött. Gel. Anz. 1902 S. 364,
-^KV1 1, 6, S. i39 C.
N. H. 11 39: nunquaab ab eo (sc. sole) 'XXII [XXIII B i partibus remotior, ta. Ci<leitas
et sosigenes docent.
4 ) Vgl. meine 'Tables lunaires' (s. Oben S. 6 162. 164.

b) Vettius Val. IX 11 (S. 35-3, 2 ..) ff. Kroll'. : 9(i0.^k; v o^V [Lo^ zQi76 ,ücct it'EV -
,robg

röV 'Illtov, Z"OV8i" -re Xcel KI.(YIJZ!iz xcu 'Airo^^.Cavt(,) -r(Jbg z^,i, irL N
Lioi eloxzi.
Erhalten ini Cod. Paris, gr. 2841 f. a2. Der Verfas,er iA vielleicht Theon ' von
Alexandria; vgl. Ruelle, Cat. codd. astrol. Vill part. 11 8. 1-2Z5, wo der vollstAndige Text
erscheinen wird.
Ptoleill. Synt. IV 2 (trii, -20 ileil)erg^i. Tannery a. a. 0. S. 1.,^s ff.
Das drückt Ptoleinaios so aus: 'i-tireel og &7r6 re r&v XaX8«i-ACov rCüv Y.uü' iavröv
^S- 270, 19 H.).
umw

F. Cumont: Babylon und die grieelli s cbe Astronomie

eine ungefähr genaue Anzahl von Jahren anzupassen, d. li. 4612 siderische
Umläufe (345 Jahre) weniger 701/,.
Nun gibt es eine in 18 Kolumnen gesehriebene, keiliiischriftliche Mond-
tafel des 11. Jahrh. v. Chr., ein Meisterwerk von Präzis i on, auf der man die
Signatur Ki-di^^-ni, liest. Währeud die gewöhnlichen Schreiber ihrem Namen
den ihres Vaters zuzusetzen pflegten, liest man den Namen Kidinnu ohne jeden
Zusatz. Das ist eben der allbekannte Astronom. Svlion Schiaparelli hatte die
Identität dieser Persönlichkeit mit dem Kidenas der Grie(,hen vermutet.') Pater
Kugler hat dann den end n g ülti ri
g en Beweis dafür geliefert.`) Denn die Gleich-
wertigkeit der 254 synodischen nilt den 269 anomalistischen Monaten, die ihm
der Kommentar zu Ptoleinaios zuschreibt, findet sieh auf das genalleste in
dieser Keilschrifttafel Kidinnus wieder-. Ja noch mehr, sie setzt die Äqui-
noktien und Solstitien in den 8. Grad, der Zeichen des ZodiaL-us, wie Valeils, der
sich dafür auf die Kanonez-, des Kidenas beruft. 1 ) Für Hipparch dagegell ist
der Frühlingsanfang im Grad 0 des ^Yldders, während die römischen Kalender
allgemein den 8. Grad entsprechend dein alten babylonischen. Modus wählen.
Kidenas oder Kidinnti gehörte also zu der Gruppe hellenisiertor Chaldäer,
deren berühmtester Vertreter Berosos ist. Sie waren es, die im dritten vor-
ehristli(-hen Jahrhundert es sieh zur Aufgabe machten, den Griechen den in
ihren heimischen Bibliotheken aufgesannnelten Schatz von keilinschriftlichen
astronomischen Texten zu g änglich zu machen, Kidenas ersinnt, auf diesen über-
lieferten Daten fußend, seine neue, die früher bei den Chakläern übliche-') an
Genauigkeit übertreffendc Finsternisperiode, die Hipparchos und später Ptole-
maios benutzten. Die Zitate, die im Okzident auf seine Arbeiten Bezu g
nehmen,
beweisen schon allein, daß er seine SeLriften ins Griechische übertragen ließ,
und daß er hierdurch die holleni g ehe Astronomie mit jenen Mondkanones be-
reicherte, denen die vielhundertj-iihrigen Beobachtungen der Babylonier eine be-
wunderilswürdige Genauigkeit gegeben hatten.
So sehen wir, wie die kritisc.he Forschunc, allm^ I iil i ch imnier sicherer den
Anteil begrenzt, den Babylon an der Wissensch ' aft der flellenen züi beanspruelien
hat, wie sie durch greifbare Tatsachen die schratikenlosen Phantonie ersetzt,
die fin Halbdunkel der Prähistorie umherschwirrten.
Der literarische Einfluß der orientalischen Kultur hat sich nicht nur
auf
das wissenschaftliche Gebiet beschränkt. Hr. Diels hat neulich ausgeführt, wie
die gewöhnlichen, öfters satirischen Baum- und Pflanzenfabeln einer wohl zu-
erst in Assyrien gepflegten Fabelgattun g angehören, die dann spi^ter in den
Iamben des Kalliinachos und den Lops ihre griechi^^,elit- Vertretung
finden.') Die Entdeckung einer arainäli schen Version des Romans des weisen
Achikar in Elephanti' De zeifft , wie diese ursprünglich assyrische Literatur von

SehispareAli, 1 pro ftressi dell' astronomia presso i B,^l bilone s i ( M ail . lW, S l( ff

Baunkreis S. 1 12^2. ') S. ollen S. 8 Aurn. 5.


i tber diese v0. Tannery a. a. (i. S. 183.
''l Diels, Orientalische Fahe ln im grieebischen Gewande ihtern. Wochenschrift
f. Wiss -
6. Aug.
' 1910).
10 F. Cumont.- Babylon und die griecbische Astronomie

dem Ufer des Euphrat zu den jüdischen Gemeinden Palästinas und Ägyptens
vordringt und schließlich bis nach Griechenland gelangt, wo Theophrast, einer
der ersten Kenner der ehaldäischen Astrologie, zuerst auch den Namen Achikars
verewigt. Aber Babylon war doch für die antike Welt die Mutter der Astro-
nomie so gut wie der Astrologie. Hier wird man vor allein zeigen können,
wie die Hellenen die gelehrten Theorien und die positiven Daten zu ihrem
Nutzen verwandten, welche die alten Priester Mesopotamiens sich ausgedacht
und beobachtet hatten
lo)2^qa per assiduam co7^?,plexi saecu.la, ciii-am.1)

1) Manil. 1 54.