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Also sprach

Zarathustra
„ein Buch für alle
und keinen“
Friedrich Nietzsche
• Geboren 1844 in Röcken (Preußen)
• Zieht 1869 nach Basel zum Studium und wird Professor für
klassische Philologie
• Zieht sich dann aus gesundheitlichen Gründen zurück und
verfasst u.a. „Also sprach Zarathustra“. ( 1883-1885)
• 1889 Nervenzusammenbruch, von dem er sich nie erholt
• Erst dann werden seine Werke bekannt und beliebt.
• Tod 1900 in Weimar, nach mehreren Schlaganfällen und
starker Demenz (Erfolg der letzten Jahre gar nicht mehr
wahrgenommen
Friedrich Nietzsches Buch

• Zarathustra als persischer Prediger des Nihilismus


 Gott ist tot!
• Lehre des Übermenschen; Der Mensch muss sich selbst
überwinden.
• „ein Buch für alle und keinen“
• Geschichte konfus, da sich seine psychische Krankheit
für viele Leser schon in der Handlung widerspiegelt.
• Nach Nietzsches Nervenzusammenbruch wird das Buch
zu einem der meist gelesenen Bücher jener Zeit

Richard Strauss‘ Vertonung

• 1894 bis August 1896, Uraufführung 27.11.1896


Frankfurt mit Strauss als Dirigent.
• Synfonisches Orchester mit sehr großer Besetzung
! 6 Hörner, 2 Basstuben, Orgel, 2 Harfen
• „Intro“ verwendet in zahlreichen Kinofilmen (Odyssee
im Weltraum), Intros für Bandauftritte auf Festivals
• Strauss selbst lehnte die Kirche ab
(Nihilistisch/atheistisch geprägt)
Gliederung der Komposition

• 9 Abschnitte, eigentlich 8
• (Introduktion („Sonnenaufgang“); am bekanntesten)
• Von den Hinterweltlern
• Von der großen Sehnsucht
• Von den Freuden und Leidenschaften
• Das Grablied
• Von der Wissenschaft
• Der Genesende
• Das Tanzlied
• Nachtlied
„Sonnenaufgang“

• Im Werk: Zarathustra lebt zurückgezogen und in


Einsamkeit in den Bergen, entschließt sich eines
Tages seine Lehre zu des „Übermenschen“ zu
verbreiten und geht aus den Bergen zu den
Menschen in die Stadt
• Vertonung: Trompeten in C, „Naturmotiv“
Grundton  Quinte  Oktave


Von den Hinterweltlern

• Im Werk: Aufgegriffen sind die von Zarathustra


verächteten Menschen, die an einen
unvollkommenen Gott glauben und zwischen Gut
und Böse gefangen sind.
• Vertonung: Weiter C-Dur in tiefen Streichern, Thema
des forschenden Geistes: „Suchvorgänge“,
eingeleitet durch Celli und Kontrabass

Von den Hinterweltlern

• Im Werk: Aufgegriffen sind die von Zarathustra


verächteten Menschen, die an einen unvollkommenen
Gott glauben und zwischen Gut und Böse gefangen sind.
• Vertonung: Weiter C-Dur in tiefen Streichern, Thema des
forschenden Geistes: „Suchvorgänge“, eingeleitet durch
Celli und Kontrabass
• Credo-Motiv als ironischer Einwurf von Hörnern gespielt.

Von den Hinterweltlern

• Im Werk: Aufgegriffen sind die von Zarathustra


verächteten Menschen, die an einen unvollkommenen
Gott glauben und zwischen Gut und Böse gefangen
sind.
• Vertonung: Weiter C-Dur in tiefen Streichern, Thema des
forschenden Geistes: „Suchvorgänge“, eingeleitet
durch Celli und Kontrabass
• Credo-Motiv als ironischer Einwurf von Hörnern gespielt.
• Dann Trost-Thema gespielt von Streichern und Hörnern in
As Dur, Orgel als Symbol für Kirche  Naiver Trost, den
Von der großen Sehnsucht

• Im Werk: Prinzip der Selbstüberwindung, Nietzsche


lässt Zarathustra vom Übermenschen predigen. Der
Mensch steht seinem Aufstieg selbst im Weg und
muss sich selbst überwinden.
• Vertonung: Zunächst erneut Suchvorgang des
forschenden Geistes
• Naturmotiv in den Oboen
• Magnificat in der Orgel
Von der großen Sehnsucht

• Credo-Motiv in den Hörnern


• Zarathustras Aufbegehren gegen die religiösen
Fesseln der alten Welt als Thema, gespielt von Celli
und Bässen, begleitet von Credomotiv als Gegensatz
und Störfaktor Zarathustras
Von den Freuden und Leidenschaften

• Im Buch: Zarathustra widmet sich keinen kirchlichen


Tugenden und Dogmen sondern seinem Heil in den
Leidenschaften
• Vertonung: Thema der Leidenschaft (kombiniert mit
Thema des Aufbegehrens aus dem vorherigen
Kapitel, gespielt von Oboen, Horn, Violinen, Fagotte,
Violoncelli
Von den Freuden und Leidenschaften

• Fortspinnung des Themas der Leidenschaft




• Dann „Ekel“-Thema, als Zeichen von Zarathustras
Abwenden von seinen Leidenschaften. Zarathustras
sieht das Ziel seines Daseins doch nicht als das
Wahre an:

Das Grablied

• Im Buch: Zarathustra sucht im Sinne der Daseinsfrage erneut


nach seinem Aufstieg zum Übermenschen. Er scheint
gescheitert und ratlos.
• Vertonung: Strauss zieht das Grablied vor und ändert so
Nietzsches Reihenfolge in seiner Handlung
• Leidenschaftsmotiv jetzt in h-moll, dann forschender-Geist-Motiv
• Naturmotiv, das aber zusammenfällt und auf einem Cis7 Akkord
endet  Abstieg von Zarathustras Philosophie

Von der Wissenschaft

• Im Buch: Zarathustra sucht nun das Heil in den kognitiven


Fähigkeiten  Wissenschaft
• Komposition: Fuge als Thema der Wissenschaft





• Fächerfuge, Durchgang der Tonarten durch den Quintenzirkel
Von der Wissenschaft

• Die Fuge verdichtet sich und reduziert sich wieder auf


Kopf des Themas
• Tempowechsel dann h-moll und erstes Tanzthema

Von der Wissenschaft

• Zarathustra bemerkt, dass die Wissenschaft auch


nicht zur Vollendung des Menschen führt, dabei
kommen „mahnend“ das Naturmotiv, gefolgt vom
„Ekel“-Thema ins Spiel


Der Genesene

• Handlung im Buch: Zarathustra wird wahnsinnig, verfällt


in eine Art Raserei und erleidet Nervenzusammenbruch,
wird bewusstlos und kommt nach einigen Tagen wieder
körperlich und psychisch auf die Beine und diskutiert mit
den Tieren im Wald vor seiner Höhle.
• Komposition: Wissenschaftsfuge allerdings sehr wirr und
schnell, Kontrapunkt „Ekel“-Thema plus Natur Thema.
• Nach Nervenzusammenbruch folgt eine Generalpause.
• Diskussion mit Tieren durch Thema des forschenden
Geists, welches sich mit dem Ekelthema im stetig
ansteigenden Tempo vermischt.  Dann Tanzthema
Tanzlied

• Strauss nutzt einen Walzer, indem fast alle Themen


nach und nach zu einem Walzer verschmelzen.
• Der Übermensch scheint am Ziel angekommen



• Naturmotive
Drittes Tanzthema
Tanzlied

• Beide Tanzmotive sind abgeleitet vom Naturmotiv, sowie


von der Akkordbrechung des forschenden Geistes.
• Die Vereinigung von Mensch und Natur als Ziel des
Übermenschen
• Alle Themen werden nochmal angespielt
• Mit einem decrescendo kehrt das erste Tanzthema zurück
• Dann 12 Glockenschläge und das letzte Kapitel beginnt
Nachtwanderlied

• Alle Motive finden ihren Ausklang in h-Dur, der


„menschlichen Tonart“, wobei Posaunen stetig einen C-
Dur Akkord um darzustellen, dass der Kampf zwischen
Natur und Mensch nicht vorbei ist.
• Beide Tonarten existieren bis zum Schluss miteinander
• Alles geht, alles kommt zurück; ewig rollt das Rad des
Seins. Alles stirbt, alles blüht auf, ewig läuft das Jahr des
Seins. – Alles bricht, alles wird neu gefügt: ewig baut sich
das gleiche Haus des Seins. Alles scheidet, alles grüßt
sich wieder; ewig bleibt sich treu der Ring des Seins.“