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Wetter und Klima

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Das Wetter ist für viele ein beliebtes Thema, um ein Gespräch
zu beginnen. Zum Wetter hat eigentlich jede/-r eine Meinung.
Dem einen ist es zu kühl, der anderen schon wieder zu warm.
Manche sagen, es gäbe kein schlechtes Wetter, sondern nur
schlechte (unangemessene) Kleidung …

Wie aber entsteht „unser Wetter“ und was unterscheidet das


Wetter vom Klima? Warum liegt in den Bergen manchmal noch
Schnee, wenn es im Tal schon schön warm ist?

Solche Fragen begleiten euch in diesem Kapitel. Wenn ihr auf-


merksam mitarbeitet, werdet ihr am Ende des Kapitels zwar
nicht euer eigenes Wetter machen können. Jedoch ist es ziem-
lich wahrscheinlich, dass ihr eigene Wettervorhersagen treffen
könnt. Nicht immer werden eure Wettervorhersagen mit der
Wirklichkeit übereinstimmen. Aber das ist auch bei gut bezahl-
ten Wetterfachleuten oft auch nicht anders.

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Wetter, Witterung und Klima

Unterwegs auf der Autobahn – im Winter …


M 1  Drei Tage in Folge …
M 4 

Wetter
Wetter ist der kurzfristige (mehrere Stun­
den andauernde) Zustand der boden­
nahen Lufthülle der Erde (Atmosphäre).
Hauptmerkmale des Wetters sind die
Temperatur und der Niederschlag.

Witterung
Unter dem Begriff Witterung verstehen
Fachleute den mittelfristigen (mehrere
Tage andauernden) Zustand der Atmo­
sphäre – anders gesagt: das Wetter mehre­
rer Tage.
… und im Sommer
M 2 
Klima
Klima ist der typische (mehr oder weniger
regelmäßig wiederkehrende) langfristige
Zustand (mindestens 30 Jahre) eines grö­
ßeren Raumes (einer Region). So kennen
wir beispielsweise das „Mittelmeerklima“.

Die Kraft der Sonne


Ähnlich wie ein Motor wirkt die Sonne auf
das Wettergeschehens ein. Äquatornahe
Räume sind ganzjährig heiß, weil dort die
Sonne in einem hohen Maß einstrahlt. An
Nord- und Südpol ist die einstrahlende
Sonnenenergie gering. Deswegen herr­
Aufströmende Luft an einem Gebirge
M 3  schen hier mehrere Monate (Nordpol)

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Heißluftballon
M 5  Wärme im Tal – Eis im Hochgebirge
M 6  M 7  Hoch am Himmel

oder ganzjährig (Südpol) Frost, Schnee


und Eis.

Temperatur
Die Erwärmung der Erde erfolgt, indem
die Sonne den Untergrund bestrahlt.
Dunkle feste Flächen wie Asphaltstraßen
erhitzen sich schnell. Warme Luft ist leich­
ter als kalte. Sie steigt daher auf und er­
wärmt nach und nach die oberen Luft­
schichten.
Mit zunehmender Höhe nimmt die Luft­
temperatur ab. In mehreren Tausend Me­
tern Höhe herrscht Frost (Temperaturen Kilometerhohe Gewitterwolke
M 8 
unterhalb von null Grad Celsius oder an­
ders ausgedrückt: unterhalb des Gefrier­
1 Vergleiche M1 mit M2. Beschreibe die Unterschiede.
punkts).
2 Fasse in deinen Worten mündlich zusammen, was unter Wetter,
Niederschlag ­Witterung und Klima verstanden wird (Text).
In der Luft befindet sich Wasser in feinster
3 M4: Verfasse einen kurzen Text, wie das Wetter am Freitag ist und
Form (Luftfeuchtigkeit). Warme Luft kann
wie es sich bis Sonntag entwickelt.
mehr Wasser aufnehmen als kalte. Kühlt
sich warme (aufsteigende) Luft ab, wird 4 Erläutere, warum in M3 die aufsteigende Luft dunstig wird (Text).
der Wasserdampf sichtbar (Dunst, Dampf,
5 Gib für M5 bis M7 Erklärungen, die sich auf warme und kalte Luft
Nebel, Wolken). Erfolgt eine starke Ab­
beziehen: Warum steigt der Ballon? Weshalb liegt auf den Gipfeln
kühlung, kann die Luft den in ihr enthal­
Schnee? Wieso entstehen die weißen Streifen hinter dem Flugzeug?
tenen Wasserdampf nicht mehr halten. Es
kommt zu Niederschlag (Regen, Schnee, 6 Beschreibe zunächst das Foto M6. Versuche anschließend zu erklären,
Hagel). warum die Wolke in die Höhe wächst.

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METHODE
Wir beobachten das Wetter

Lufttemperatur
Ein Thermometer genügt, um die Luft-
temperatur festzustellen. Dabei muss je­
doch darauf geachtet werden, dass sich das
Thermometer an einem festen Ort im
Schatten befindet. Idealerweise wird das
Thermometer an einem windgeschützten
Ort in etwa anderthalb Metern Höhe an­
gebracht.

Niederschlag
Der Niederschlag wird mit einem Mess-
becher aufgefangen. Auch dieser Messbe­
cher sollte an einem windgeschützten Ort
platziert werden. Dabei ist es wichtig, dass
der Niederschlag richtig gemessen wird –
nicht etwa der zusammentropfende oder
zusammenfließende Niederschlag unter
einem Baum.
Auch Schnee ist Niederschlag und kann
gemessen werden. Dazu wird der Mess­
becher ins Warme gebracht, wo der Schnee
schmilzt. Die so entstehende Wassermen­
ge wird wie Regenwasser gemessen.
Da es in Deutschland oft Tage oder sogar
Wochen ohne Niederschläge gibt, ist eine
tägliche Leerung des Niederschlagssamm­
lers nicht möglich oder sinnvoll. Es reicht
aus, den Niederschlag eines längeren Zeit­
M 1  „Wetterstation-Bildschirm-Bildschirm“ in einer Wohnung raums (Tage/Wochen) zu messen oder nur
dann zu messen, wenn wirklich nennens­
Wetterstationen werter Niederschlag entstand.
Manche Haushalte verfügen über kleine
Wetterstationen. Messfühler im Freien er­ Sternenklar, heiter, bewölkt und
mitteln die Lufttemperatur, die Luftfeuch­ bedeckt
tigkeit und den Luftdruck. Computertech­ Zu den ebenfalls leicht möglichen Wetter­
nik sorgt dafür, dass die Daten in der beobachtungen gehört eine Aussage zum
Wohnung abgelesen werden können. Zustand des Himmels. Ist der Himmel
tagsüber frei von Wolken, wird er auch als
Wetterbeobachtung heiter bezeichnet (nachts ist der Himmel
Wetterbeobachtung und eine gezielte entsprechend „sternenklar“).
M 2 Mechanisches Sammlung von Wetterdaten sind auch mit Bewölkt ist der Himmel, wenn etwa auf
­Thermometer mit Zeiger einfachen Mitteln möglich. der halben Fläche Wolken zu sehen sind.

30
Datum Uhrzeit Temperatur (in ⁰C)

M 3  Wetterbeobachtungsbogen (Beispiel)

Bedeckt ist der Himmel, wenn infolge der


Wolkendichte die Sonne (bzw. die Sterne)
nicht mehr zu sehen ist (sind). Auch
die Lufttrübung lässt sich leicht beobach­ M 5  Niederschlagssammler (Messbecher)
ten und beschreiben: klar, dunstig/diesig,
­nebelig.

Erweiterte Wetterbeobachtung
Neben Temperatur, Niederschlag sowie
Wolkenbedeckung können andere Wetter­
bestandteile (Wetterelemente) beobachtet M 7 Scheibenthermome-
und gemessen werden. Die Windge­ ter (vor einem Fenster)
schwindigkeit und die Windrichtung ge­
hören dazu. Allerdings muss insbesondere
für die Feststellung der Windgeschwindig­
keit ein spezielles Messgerät vorhanden
sein.

Wetterbeobachtungsbogen M 6  Messung der Windgeschwindigkeit


Zu allen Wetterbeobachtungen gehört ein
Protokoll. Darin schriftlich dargestellt
1 Beschreibt das gegenwärtige Wetter an eurem Schulort.
sind die Angaben zu den beobachteten
bzw. gemessenen Wetterbestandteilen. 2 Führt in den folgenden sieben Tagen mithilfe von M4 eine Wetter­
beobachtung durch und haltet eure Ergebnisse schriftlich fest (M3).

3 Tauscht eure Erfahrungen bei euren Wetterbeobachtungen aus.


Was funktionierte gut, wo gab es vielleicht Probleme?
Wir messen in regelmäßigen Abständen
die Außentemperatur und notieren sie. 4 Mutige vor! Was denkt ihr, wie das Wetter der nächsten Tage sein
könnte? Wie kommt ihr auf eure Vermutungen?
Wir sammeln Niederschlag in einem
Gefäß (Messbecher). 5 Verfolgt eure Wettervorhersagen mit der Wirklichkeit. Zufrieden mit
der Trefferquote?
Wir führen einen Wetterbeobachtungs-
bogen (mit Datum und Uhrzeit). 6 Wer kann nähere Angaben zum Segelsportschüler in M6 machen?
Was verwendet er? Wie funktioniert das Messgerät? Warum misst er
M 4  Checkliste für die Wetterbeobachtung eurer Meinung nach die Windgeschwindigkeit?

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Wetterkarten
0 250 500 km sonnig
Sonnenschein, wolkenlos,
blauer Himmel
2
Oslo leicht bewölkt
überwiegend blauer Himmel,
Teile des Himmels sind
mit Wolken bedeckt
bedeckt
Dublin überwiegende Teile des Himmels
5 9 6 sind mit Wolken bedeckt, keine
London Warschau oder nur sehr wenig Sonne, trocken
Berlin
9

6 Regen
Paris 8 Wien Niederschlag in flüssiger Form
10 München
Bordeaux Belgrad
16
Gewitter
14 14 Split Blitz und Donner, in der Regel
Nizza 12 begleitet von kräftigem Regen,
Madrid Hagel oder Windböen
Lissabon 7 Rom
15
14 15 Athen Schnee
Palma 18 Niederschlag in fester Form aus
Malaga Palermo
17 18 feinen Eiskristallen

<0 0 5 10 15 20 25 30 35 > 35 M 2  Die Wettersignaturen zu M1


0 250 500 km
Wetterkarte
Eine Wetterkarte stellt den tatsächlichen
5 oder einen zu erwartenden Zustand der
Oslo
Atmosphäre für einen Teilraum der Erde
grafisch dar.
Im zuerst genannten Fall entspricht sie
­damit einem Wetterbericht. Wird ein
Dublin
8 10 6 wahrscheinlicher Zustand der Atmosphä­
London Warschau re für einen zukünftigen Zeitpunkt oder
Berlin
10 Zeitraum dargestellt, entspricht sie einer
7 Wettervorhersage.
Paris 10 Wien Wie bei allen anderen Karten werden für
11 München
Wetterkarten spezielle Kartenzeichen (Si­
Bordeaux Belgrad
16
gnaturen) verwendet.
16 16 Split Die Umfänge der Informationen der Wet­
Nizza 12
Madrid terkarten sind unterschiedlich. Einfache
Lissabon 7 Rom
17
Wetterkarten informieren lediglich über
14 18 Athen Temperatur, Bewölkung und Niederschlag
Palma 18
Malaga Palermo für bestimmte Orte (Messstationen). Sol­
17 20
che Karten kennen wir aus Tageszeitungen
M 1  Zwei Wetterkarten und aus dem Internet.

32
M 4 London

*Meteorologe
Wissenschaftler, der sich
mit der Erforschung des
Wetters und des Klimas
befasst
M 3  Eine Wetterkarte wird erstellt.

Andere Wetterkarten enthalten zusätzli­


che Angaben wie Luftdruck, Windge­
schwindigkeit und -richtung. M 5 Paris
Solche detaillierten Karten sind insbeson­
dere für Piloten und die Kapitäne der See­
schifffahrt wichtig.

Wird es wirklich so?


Wer Wettervorhersagen (Prognosen) –
egal ob mündlich oder in Form von Kar­
ten – mit der Wirklichkeit vergleicht, wird
Abweichungen feststellen. Manchmal wird
es weniger warm als erwartet, manchmal M 6 Rom
regnet es, obwohl Trockenheit angekün­
digt wurde – oder umgekehrt. Dennoch
sind Wettervorhersagen nicht unbedingt
1 Beschreibe die obere der beiden Wetterkarten in M1.
frei erfunden.
Meteorologen* sammeln Wetterdaten und 2 Beschreibe die untere der beiden Wetterkarten in M1.
werten die Wetterentwicklung im Rück­
3 Benenne die Unterschiede der Wettersituationen in den beiden
blick aus. Aufgrund solcher Auswertun­
­Wetterkarten in M1 anhand von fünf Beispielen.
gen versuchen sie, ähnliche Entwicklun­
gen vorherzusagen. 4 Stelle fest, bei welchem Ort in M1 sich die Wettersituation (Tempe­
Da beim Wetter viele verschiedene Fakto­ ratur und Bewölkung bzw. Niederschlag) nicht verändert hat.
ren zusammenwirken, ist eine Vorhersage
5 Erläutere, warum Wettervorhersagen schwierig sind (Text, M3).
immer mit Unsicherheiten verbunden.
Insbesondere ist der zeitliche Horizont bei 6 Betrachte M4 bis M6. Welche(s) Foto(s) würde(n) zu einer der beiden
Vorhersagen von großer Bedeutung. Je Wetterkarten, zu beiden oder zu keiner passen? Begründe.
weiter ein Ereignis (nicht nur das Wetter)
7 Stelle dir vor, du wärest Rundfunksprecher/-in. Beschreibe die Wet-
in der Zukunft liegt, desto größer ist das
teränderung für München, wie sie in M1 zu erkennen ist.
Risiko, dass eine Vorhersage nicht oder
nur zu einem (kleinen) Teil zutreffen wird. 8 Berichte über Wetterkarten aus Zeitung, Fernsehen und Internet.

33
METHODE
Wir zeichnen ein Klimadiagramm

Nürnberg (Deutschland) 49° N / 11° O


T 8,4 °C 310 m Das Klimadiagramm
Dargestellt wird das Klima oft mithilfe
°C von  Klimadiagrammen, die einen durch­
schnittlichen Jahresverlauf hinsichtlich
Lufttemperatur und Niederschlag abbil­
30 den. Die Temperatur wird darin als eine
rote Linie eingetragen, die Niederschläge
werden als blaue (oder z. T. gelbe) Säulen
20
dargestellt.

10
Zwölf Spalten
Ein Klimadiagramm wird in zwölf Spalten
0 unterteilt, die den Monaten eines Jahres
entsprechen. Links beginnend werden die
J F M A M J J A S O N D
Werte für Januar dargestellt, rechts die
M 1  Temperaturkurve (Nürnberg) Werte für den Monat Dezember. Auf der
linken Hochachse werden die Temperatu­
Nürnberg (Deutschland) 49° N / 11° O
T 8,4 °C 310 m ren in einer Skala in Grad Celsius angege­
100 ben. Auf der rechten Hochachse werden
°C mm die Niederschläge in einer Skala in Milli­
80 metern angegeben. Ein Millimeter Höhe
der Niederschlagssäule bedeutet, dass auf
30 60 einem Quadratmeter ein Liter Nieder­
schlag fiel.
Die Nullachse für beide Skalen ist gleich
20 40
(identisch). Wichtig ist, dass die Nieder­
schlagswerte in der Skala auf derselben
10 20
waagerechten Linie doppelt so hoch sind
wie die Temperaturwerte. So stehen zehn
0 0 Grad Celsius (links) 20 Millimetern Nie­
derschlag (rechts) auf derselben Linie (ho­
J F M A M J J A S O N D
rizontalen Achse) gegenüber. Bei den
M 2  Eintragung der Niederschläge (Anfang) Temperaturwerten können null Grad Cel­
sius unterschritten werden. Deswegen
kann die Temperaturkurve auch unterhalb
der Nulllinie verlaufen

J F M A M J J A S O N D Jahr
Mittlere Temperatur in °C –1,4 – 0,4 3,7 8,2 13,0 16,5 18,0 17,3 13,8 8,4 3,7 0,0 8,4
Mittlerer Niederschlag in mm 43 39 35 40 55 71 90 75 46 46 41 42 623

M 3  Klimatabelle für Nürnberg

34
Nürnberg (Deutschland) 49° N / 11° O
T 8,4 °C 310 m N 623 mm Damit niemand mitten in der Nacht auf­
100 Mittlere Mittlerer
stehen musste, wurde der Abendwert dop­ Tempe- Nieder-
°C mm pelt aufgeführt. Der mittlere Tageswert ratur schlag
80 der Temperatur ergibt sich aus diesen in °C in mm
„vier“ Messungen. Der mittlere Monats­
30 60 wert der Temperatur ergibt sich aus Tages­ J –2,4 59
mittelwerten, deren Summe entsprechend
20 40
den Tageszahlen eines Monats geteilt wird. F –1,2 55
Die mittlere Jahrestemperatur (Jahres­
durchschnittstemperatur) wiederum er­ M 3,0 51
10 20
gibt sich aus der Teilung der Jahressumme
durch zwölf. A 7,6 62
0 0 Bei den Niederschlägen werden jeden Mo­
J F M A M J J A S O N D
nat die Mengen gemessen und aufgelistet. M 12,2 107
Der Jahreswert des Niederschlags ergibt
M 4  Klimadiagramm von Nürnberg sich aus ihrer Summe von zwölf Monaten. J 15,4 125

Zweimal Blau und einmal Gelb J 17,2 140


Im Bereich der Temperaturkurve werden
die Niederschlagssäulen in zwei Blautönen Wir beschaffen uns die Klimadaten A 16,6 104
und in gelber Farbe dargestellt. Dunkel­ eines Ortes.
blau ist der Bereich oberhalb der Tempe­ S 13,3 87
Wir legen den Rahmen eines Klimadia-
raturkurve, hellblau der Bereich unterhalb. gramms an (links: Temperaturskala,
Dort, wo die Niederschlagssäule nicht bis O 7,8 67
rechts: Niederschlagsskala, unten: Mo-
an die Temperaturkurve heranreicht, wird nate, oben: Angaben zur Klimastation).
gelbe Farbe eingesetzt. N 2,9 57
Wir tragen die Klimadaten für jeden
Monat ein – beginnend mit der Tempe- D –0,9 50
Angaben zur Messstation raturkurve.
Zu jedem Klimadiagramm gehört eine
Jahr 7,6 964
Messstation. Die Angaben zur Messstation Wir ergänzen in hellblauer Farbe die
umfassen: den Ortsnamen (mit Staat), die Niederschlagssäulen bis zur Tempera-
turkurve.
Höhe sowie die Lage des Ortes im Grad­ M 6  Klimatabelle für
netz der Erde. Links oben (über der Tem­ München (48° N/12° O,
Wir vervollständigen das Klimadia-
peraturskala) wird die Jahresdurchschnitts­ gramm mit dunkelblauen Säulen. 527 m)
temperatur (in roter Farbe) eingetragen,
rechts oben (in blauer Farbe) der Wert des M 5  Checkliste für das Zeichnen eines
gesamten Niederschlag eines Jahres. ­Klimadiagramms

Summen- und Durchschnittswerte 1 Gebt den Inhalt von M3 mit euren Worten wieder.
Temperaturangaben eines Klimadia­
2 Erklärt, wie die Temperaturkurve entstand (M1). Verwendet dafür
gramms sind Mittelwerte. Sie errechnen
auch den Autorentext.
sich aus zunächst aus vier Tagesmesswer­
ten. Temperaturmessungen werden alle 3 Erläutert, wie der zweite Teil des Klimadiagramms entstand (M1).
sieben Stunden, und zwar um 7, 14 und ­Verwendet dafür ebenfalls den Autorentext.
21 Uhr durchgeführt. Der vierte Messwert
4 Beschreibt mithilfe des Autorentextes das Klimadiagramm M4.
entstand in den Anfängen der Wetterbe­
obachtungen und Wetteraufzeichnungen. 5 Zeichnet mithilfe der Klimatabelle M6 ein Klimadiagramm.

35
METHODE
Wir werten Klimadiagramme aus

Trockenzeit Auswertungen in sinnvollen


Schritten
Palermo (Italien) 38° N / 13° O
T 17,4 °C 71 m N 512 mm Wenn ihr Klimadiagramme auswerten
100 sollt, werden von euch Benennungen, Be­
höchste °C mm höchster schreibungen und Zusammenfassungen in
Temperatur Niederschlag
80 nachvollziehbarer Form erwartet. Sinnvoll
ist es, zunächst die Lage der Klimastation
30 60 im Gradnetz der Erde sowie deren Höhen­
lage zu benennen.
20 40 Ob ihr mit der Beschreibung des Tempe­
raturverlaufs oder mit Auswertungen zum
10 20 geringster Niederschlag beginnt, ist nicht festgelegt.
Niederschlag
niedrigste
Hinsichtlich der Temperatur ist es sinn­
Temperatur 0 0 voll, zunächst die Monate mit den höchs­
ten und den niedrigsten Werten zu benen­
J F M A M J J A S O N D
nen. Danach solltet ihr den Kurvenverlauf
M 1  Mögliche Ansatzpunkte für den Beginn einer Auswertung von zusammenfassend beschreiben. Schwan­
­Klimadigrammen ken die Temperaturen innerhalb eines Jah­
res stark oder bleibt die Temperatur ähn­
Klimadiagramme lesen und lich? Entsprechend eignen sich Aussagen
auswerten zum Niederschlag: Wann überhaupt fällt
Klimadiagramme erlauben eine schnelle Niederschlag (in allen Monaten)? In wel­
Vorstellung in Bezug auf die Temperatur- chem Monat fällt am meisten, in welchem
und Niederschlagsverhältnisse eines Ortes am wenigsten Niederschlag? Gibt es (gro­
(Messstation) bzw. einer Region (eines ße) Unterschiede?
Raumes).
Insbesondere der Vergleich von Klimadia­ Trockenzeit
grammen lässt mitunter rasch Ähnlichkei­ Die Darstellung gelber Bereiche im Klima­
ten und Abweichungen erkennen. Ist es an diagramm ist nicht zufällig. Hierbei han­
einem Ort ähnlich warm wie an einem an­ delt es sich um Monate, in denen wenig
deren? Wie sieht es mit den Niederschlä­ Niederschlag fällt. Im Verhältnis zur Tem­
gen aus? Gibt es Trockenzeiten? peratur ist es so wenig Niederschlag, dass
Ähnlich wie das Lesen (Auswerten) einer von einer Trockenzeit gesprochen wird.
Karte ist die Auswertung eines Klimadia­ Pflanzen und Tiere sind in solchen Mona­
gramms. Eine gute Auswertung beginnt ten besonders herausgefordert. Auch die
mit einer (stillen und konzentrierten) Waldbrandgefahr ist dann erhöht.
Phase des Betrachtens. Landwirte müssen dem Boden in solchen
Wichtig für die Auswertung eines Klima­ Phasen unter Umständen Wasser zufüh­
diagramms ist nicht, möglichst viele Ein­ ren, weil es nicht ausreichend regnet (ab­
zelheiten zu erkennen und zu benennen. hängig von dem, was angebaut wurde).
Vielmehr geht es darum, Aussagen zu tref­ Dieser Sachverhalt wird Bewässerung ge­
fen, die Sachverhalte zusammenfassend nannt.
beschreiben.

36
Nürnberg (Deutschland) 49° N / 11° O Würzburg (Deutschland) 50° N / 10° O
T 8,4 °C 310 m N 623 mm T 9,1 °C 174 m N 646 mm
100 100
°C mm °C mm
80 80

30 60 30 60

20 40 20 40

10 20 10 20

0 0 0 0

J F M A M J J A S O N D J F M A M J J A S O N D

M 2  Das Klimadiagramm von Nürnberg M 4  Das Klimadiagramm von Würzburg

Kapstadt (Südafrika) 35° S / 19° O


T 17,0 °C 17 m N 506 mm
100
Wir betrachten zuerst ein Klimadia-
°C mm
gramm still und konzentriert.
80
Wir nennen dann die Angaben
zum Ort (Lage im Gradnetz, Höhe,
30 60
Jahresmitteltemperatur, Niederschlags-
menge).
20 40
Wir kennzeichnen danach ein Klimadia-
gramm anhand von Höchst- und Tiefst-
10 20 werten.

0 0 Wir beschreiben abschließend den


Temperaturverlauf und die Nieder-
J F M A M J J A S O N D schläge eines Jahres.

M 3  Das Klimadiagramm von Kapstadt M 5  Checkliste für die Auswertung von
­Klimadiagrammen

Winterregen 1 Fasst mündlich die Auswertung von Klimadiagrammen zusammen.


In einigen Teilräumen Europas fällt insbe­ Nehmt dazu den Autorentext sowie M1 und M5 zu Hilfe.
sondere im Winter deutlich mehr Nieder­
schlag als sonst im Jahr. Hier spricht die 2 Vergleicht die Klimadiagramme M2 und M4 miteinander. Was ist ähn-
Fachfrau bzw. der Fachmann von Winter- lich, was ist unterschiedlich? Könnt ihr es vielleicht sogar begründen?
regengebieten. 3 Wertet das Klimadiagramm M1 mithilfe von M5 aus.
Weite Teile der Mittelmeeres gehören da­
zu. Im Klimadiagramm erkennt man es an 4 Vergleicht die Klimadiagramme M1 und M3 miteinander. Was ist ähn-
hohen Niederschlagssäulen in den Mona­ lich, was ist unterschiedlich?
ten zwischen September und März. 5 Für besonders Pfiffige: Erklärt den Verlauf der Temperaturkure in M3.

37
Europäische Klimafaktoren
Klimafaktoren
Klimafaktoren beeinflussen die Ausprä­
gung des Klimas und führen zu klimati­
schen Veränderungen von (Teil-)Räumen.
Beispielsweise weisen Orte im (Hoch-)Ge­
birge ein anderes Klima auf als der sie um­
gebende Großraum. Die Temperaturen
sind dort im Durchschnitt geringer als die
Temperaturen im Tal oder Flachland (oder
in einem Becken).
Liegt das Gebirge in einem Raum, durch
den oft feuchte Luftmassen strömen, so ist
dort auch mit höheren Niederschlägen zu
M 1  An der Westküste Irlands rechnen als im Flachland (Steigungsre­
gen). Fachleute sprechen in Zusammen­
hang mit diesem Klimafaktor von der
­Höhenlage.
Meeresströmungen sind auch Klimafak­
toren. Je nachdem, ob es sich um eine kal­
te oder warme Meeresströmung handelt,
wird das Klima der küstennahen Orte be­
einflusst.
Für Europa hat der Golfstrom eine stark
klimaprägende Wirkung. Dieser warme
Meeresstrom (aus dem Golf von Mexiko)
wirkt wie eine gigantische Heizung. Die
Winter an der europäischen Atlantikküste
sind infolge der Einwirkung des Golf­
M 2  Im Pariser Becken stroms milder als im Inneren des Konti­
nents. Im Sommer ist es an den europäi­
schen Atlantikküsten nicht so heiß wie im
Mittelmeerraum. Die Meeresentfernung
+3 °C
+2 °C kann also auch eine Rolle für die Ausprä­
-4 °C gung eines Klimas spielen.

-12 °C
Westwindzone
-18 °C Ungefähr zwischen dem 40. und 60. Brei­
Golf- -22 °C tengrad (Nord wie Süd) herrschen West­
strom -27 °C winde vor. Daher wird dieser Großraum
auch als Westwindzone bezeichnet. In
„Zusammenspiel“ mit dem Golfstrom
führt dies in Europa dazu, dass küstenna­
M 3  Durchschnittliche Januartemperaturen (entlang 60 Grad Nord) he Orte häufig feuchte Luft vom Atlantik
erhalten.

38
Windrichtung mittlerer Jahresniederschlag
Föhn über 2000 mm bis 1000 mm
Steigungsregen (Regenschatten)
bis 2000 mm bis 800 mm
bis 1500 mm bis 600 mm
Glasgow
Belfast
Nord see
kühle Luft warme Luft Liverpool
Dublin
M 4 Steigungsregen Birmingham Amsterdam

Nordostlagen
trocken, kalt London
Nordlagen Brüssel
kalt, feucht

Le Havre Luxemburg

Nordwestlagen Paris Straßburg


kühl, feucht
Ostlagen Nantes
trocken
Westlagen
feucht Atla nt i s c h e r
Südwestlagen O z e a n Lyon
feucht, warm
Bordeaux
Vb-Lagen*
Südlagen Marseille
feucht, warm 0 100 200 300 km Toulouse Mittel-
meer

M 5 Großwetterlagen M 6  Niederschläge in Westeuropa

Jetstreams Wie ist die Lage? *Vb-Lage


In der Westwindzone herrschen in rund Neben den Westlagen in der Westwindzo­ gesprochen: „fünf-b“
(V = römisch 5); südliche
zehn bis zwölf Kilometern Höhe starke ne gibt es in Europa weitere Großwetter-
Luftströmungen mit
(bis zu 400 km/h schnelle) Stürme: die Jet- lagen. Über mehrere Tage können dann ­hohen Temperaturen
streams. die Luftmassen aus derselben Richtung in können viel Feuchtigkeit
Sie sind für die Luftfahrt über den Atlantik ein Gebiet strömen. In der Folge kann es transportieren; dies führt
von großer Bedeutung. Auf einem Flug zu hohen Belastungen wie Hitze im Som­ manchmal zu ergiebigem
von Europa in westliche Richtung kann mer oder anhaltende Schneefälle im Win­ Niederschlags am südli-
chen Alpenrand.
ein Flugzeug auf solche Jetstreams treffen, ter kommen.
die dann die Geschwindigkeit des Flug­
zeugs stark verringern.
1 Vergleiche die Fotos M1 und M2. Welche Aussagen zu den jeweiligen
Piloten versuchen deswegen, ihnen auszu­
Niederschlagsverhältnissen triffst du?
weichen. Manchmal fliegen die Piloten
dann über Grönland. Die Strecke ist zwar 2 Erläutere mithilfe des Autorentextes die Grafik M3.
weiter, aber es werden Treibstoff und Flug­
3 Fasse die Informationen zu Westwindzone und Jetstreams mündlich
zeit eingespart.
zusammen (Text).
Auf dem Rückweg hingegen können die
Piloten die Jetstreams oft nutzen. Bei star­ 4 Erkläre die Entstehung von Steigungsregen (Text, M4).
kem Rückenwind kann so eine gleich lan­
5 Werte M5 aus (k Wir werten thematische Karten aus, S. 56/57).
ge Flugstrecke um mehr als eine Stunde
Dauer verkürzt werden. 6 Beschreibe mithilfe von M6 die Niederschläge in Westeuropa.

39
Europäische Klimagebiete

10. Februar in Brest (Frankreich)


M 1  10. Februar in Pensa (Russland)
M 2 

*subpolar Klimazonen in Europa Im westlichen Teil Europas ist das Klima


„unterhalb“ (= sub) der Europa lässt sich grob in sieben Klimazo­ durch den Atlantik geprägt. Hier befindet
Polarzonen gelegen nen unterteilen. Am nördlichen Rand Eu­ sich die gemäßigte Zone (Seeklima).
ropas befindet sich die subpolare* Zone. Im kontinentalen Bereich (des östlichen)
*subtropisch Diese Klimazone ist wesentlich von Kälte Europas gibt es eine große zweigeteilte Zo­
„unterhalb“ (= sub) der gekennzeichnet. ne, die durch Merkmale eines Landklimas
tropischen Zone gelegen Im Süden Europas befindet sich die sub- geprägt ist.
tropische* Zone, die wesentlich von Wär­ Hier gibt es große Temperaturunterschie­
me gekennzeichnet ist. Zwischen beiden de zwischen Sommer und Winter. Die
Klimazonen befindet sich (in Mitteleuro­ Niederschläge sind geringer als in der Zo­
pa) eine Zone des Übergangsklimas. ne des Seeklimas.

1132 1126
19,6 18,5 19,2 18,8
739 18,1
16,0
14,0 581 606 559
10,8 502
9,7 10,5
8,9 8,1
5,1 6,1 5,3 3,9
1,3
Belmullet -0,6
-3,5 Pensa
-7,5
Minsk -12,1

Berlin
Warschau
Brest
Mittel des wärmsten 19,2
Monats in °C
Dijon 502 Jahres-
Mittel der 8,1 nieder-
Temperatur in °C schläge
in mm
Mittel des kältesten
-3,5
Monats in °C
0 200 400 600 800 1000 km

Ausgewählte europäische Klimadaten (Temperaturen und Niederschläge)


M 3 

40
Barents-
Europäisches see
Nordmeer
Reykjavik
is
rkre
Nordpola
n
Ozea

Helsinki
Stockholm
Oslo

Moskau
cher

Nord-

ee
see s
Ost
tis

Minsk
London
Charkow
lan

Berlin
Brüssel Kiew
Paris Kasp.
At

Prag gemäßigte Zone, Seeklima


Meer
Wien
München Übergangsklima
Lyon Budapest
Mailand Schwarzes
Landklima, nördlicher Teil
Belgrad Bukarest Meer
Landklima, südlicher Teil
Istanbul
Madrid Rom subpolare Zone

subtropische Zone
M i t
t e Palermo Athen Gebirgsklima
l m
e e r 0 500 1000 km warme Meeresströmung

Klimazonen in Europa
M 4 

Klimawandel
T 8,1 °C 107 m N 502 mm
100 Weltweit beobachten Wissenschaftler/-in­
°C mm nen eine allmähliche Veränderung der
80 ­klimatischen Verhältnisse. Zusammenfas­
send kann hier von einer allgemeinen
oder globalen Klimaerwärmung gespro­
30 60
chen werden.
Das bedeutet, dass die Klimazonen sich
20 40
verschieben werden. Bereits heute ist der
Anbau einiger landwirtschaftlicher Pro­
10 20 dukte bereits weiter nördlich möglich, als
es noch vor wenigen Jahrzehnten war. Ein
0 0 Beispiel hierfür ist der Wärme „liebende“
Wein.
J F M A M J J A S O N D

M 5 Klimadiagramm von …? 1 Fasse mündlich die Informationen zur geographischen Lage der
­europäischen Klimazonen dieser Doppelseite zusammen (Text, M4).
Fließende Übergänge
2 Werte M3 aus und formuliere am Ende eine allgemeine Aussage.
Die Grenzen der Klimazonen sind nicht so
scharf (deutlich) wie etwa Staatsgrenzen. 3 Beschreibe, vergleiche und erkläre M1 sowie M2 mithilfe von M3.
Zwischen den Klimazonen gibt es Über­
4 Finde mithilfe von M3 den Ort für das Klimadigramm M5 heraus.
gänge. Eine Einteilung in Klimazonen er­
leichtert lediglich einen groben Überblick. 5 Entwickle weitere Gedanken zum Thema „Klimawandel“ (Text).

41
Vegetationszonen in Nordeuropa
Vegetation
Vegetation sind die gesamten natürlich
vorkommenden Pflanzen eines größeren
Gebiets (Raums). Weite Flächen natürlich
vorkommender Pflanzen befinden sich
nur noch fernab dicht bebauter und be­
wohnter Gebiete. Im Laufe der Jahrhun­
derte hat der Mensch in die Pflanzenwelt
eingegriffen. Er nutzte den Boden für den
Anbau von Pflanzen, die ihm besonders
nützlich und/oder für seine Ernährung ge­
eignet waren (Kulturpflanzen).
Wenn beispielsweise in Deutschland zu­
Tundra (Fjell)
M 1  künftig keine Landwirtschaft mehr betrie­
ben würde, würde sich im Laufe einer län­
geren Zeit auch hier wieder eine natürliche
Vegetation ansiedeln/einrichten. Langfris­
tig entstünde hier ein großes Laub- oder
Mischwaldgebiet (abhängig von der jewei­
ligen Bodenqualität).

Vegetationszonen
Ähnlich wie Klimazonen sind auch Vege­
tationszonen von typischen Merkmalen
gekennzeichnet, nach denen sie benannt
wurden. So gibt es große Nadelwaldregio-
nen im nördlichen Teil Europas, in denen
diese Baumart vorherrscht. Nadelbäume
Waldtundra
M 2  wachsen auch auf kargen (nährstoffar­
men) Böden und halten Kälte aus.
Anspruchsvoller als Nadelbäume sind
Laubbäume. Sie finden wir hauptsächlich
in der nach ihnen bezeichneten Vegetati­
onszone.
Gründlandwirtschaft und Ackerbau sind
keine natürlichen Vegetationszonen. Da
in  diesen Regionen der wirtschaftende
Mensch eingreift, verändert er hier die
„Pflanzenwelt“.
Forstwirtschaft ist die wirtschaftliche Tä­
tigkeit des Menschen in Wäldern. Am bes­
ten eignen sich hierfür Gebiete, die der
Mensch zu seinen Zwecken mit Pflanzun­
Nadelholzgewinnung in Nordeuropa
M 3  gen und Wirtschaftswegen angelegt hat.

42
warme Meeresströmung Krakenes
T 7,5 °C N 1160 mm
regelmäßig zufrierende 160
Meeresteile °C mm
140
Fjell, Tundra
Waldtundra 120
Nadelwald
100
Laubwald
Grünlandwirtschaft Narvik 80

Ackerbau 30 60
is
Nordgrenze der n ö rd l i c h e r P o l a rkre
Obstbäume 20 40
0 250 500 km
10 20

0 0
Krakenes Kuopio
Härnösand
-10
J F MAM J J A S ON D

Bergen
Härnösand Kuopio
Oslo T 4,4 °C N 697 mm T 2,8 °C N 498 mm
Helsinki 100 100
°C mm °C mm
Stockholm 80 80

30 60 30 60

20 40 20 40

Kopenhagen 10 20 10 20

0 0 0 0

-10 -10
J F MAM J J A S ON D J F MAM J J A S ON D

Vegetationszonen und landwirtschaftliche Nutzung in Nordeuropa


M 4 

1 Beschreibe die geographische Lage der nordeuropäischen Vegetati-


onszonen (M4, Text).

2 Unterscheide Vegetationszonen von Regionen der Gründlandwirt-


schaft und des Ackerbaus (Text, M4): Warum sind die letztgenannten
Regionen keine Vegetationszonen?

3 Finde in der Karte M4 die zugehörigen Vegetationszonen zu den


­Fotos M1 und M2 und zeige sie.

4 M3: Antworte mit Begründung, wo dieses Foto entstanden sein


könnte.

5 M5: Vermute begründet, ob ein solches Foto eher selten oder eher
öfter gemacht werden könnte.

6 Ordne den drei Klimadiagrammen in M4 die geographische Lage der


drei Orte (Messstationen) in der thematischen Karte zu.

7 Versuche Ähnlichkeiten und Unterschiede der drei Klimadiagramme


in M4 mit klimatischen Aussagen zu erklären.

8 Ein Nachbar aus deinem Wohnort möchte in Narvik Apfelbäume


Im Hafenbecken von Helsinki
M 5  pflanzen. Hältst du es für eine gute Idee? Berate ihn kurz.

43
Im sonnenreichen Süden Europas

Valencia
M 1 

Sonne oder Regen?


Spanien gilt zu Recht als ein sonnenrei­
ches Land in Südeuropa, in dem viele ih­
ren Sommerurlaub verbringen möchten.
Auch im Winter ist es noch angenehm
an  der sonnenreichen spanischen Mittel-
meerküste, wenn es in anderen Teilen Eu­
ropas eher ungemütlich ist.
Die Küste des Lichts (Costa de la Luz) und
die Sonnenküste (Costa del Sol) befinden
sich im Süden Spaniens und wecken Er­
In der Mitte Spaniens
M 2  wartungen an Licht und Wärme.
Große Gebiete Spaniens erleben alljähr­
lich eine mehrmonatige Trockenzeit. Eine
Trockenzeit kann bis zu acht Monate eines
Jahres andauern.
Im Norden Spaniens hingegen ist es ganz­
jährig feucht. Die Pyrenäen im Osten und
das Kantabrische Gebirge im Westen lie­
gen wie eine Barriere vor den feuchten
Luftmassen, die vom nördlichen Atlantik
hereinströmen.
Steigungsregen entsteht an den Gebirgs­
hängen und liefert dem nördlichen Spani­
In der Region der Stadt Gijón
M 3  nen dauerhaften Niederschlag.

44
T 17,0 °C 13 m N 422 mm
100
FRANKREICH
°C mm Gijón
80

Ebr
o o
30 60 Duer
Barcelona

L
G A
20 40 Madrid

T U
Valencia ganzjährig
Tajo feucht

P O R
10 20 Badajoz Trockenzeit
n

a
dia 1– 3 Monate
Gua Alicante Trockenzeit
0 0 ivir 4 – 5 Monate
dalqu
Gua Murcia Trockenzeit
Sevilla 6 – 8 Monate
J F M A M J J A S O N D Stausee
Costa Tajo-Segura-
Klimadiagramm A
M 4  de la Luz Almeria
Überleitung
Costa
del Sol
0 100 200 km
T 14,0 °C 29 m N 1034 mm

120 Trockenzeiten in Spanien


M 6 
°C mm
100

80

30 60

20 40

10 20

0 0 Bewässerung in der spanischen Landwirtschaft


M 7 

J F M A M J J A S O N D
1 Beschreibe das Foto M1. In welche Himmelsrichtung schaute
Klimadiagramm B
M 5 
die Fotografin /der Fotograf? Antworte mit Begründung.

Die Planzenwelt Südeuropas 2 Vergleiche M2 mit M3. Welche Hinweise findest du zu den jeweiligen
Das überwiegend trockene Klima Süd­ Niederschlagsverhältnissen?
europas ist durch eine „genügsame“ Vege­
3 Ordne die beiden Klimadiagramme (M4 und M5) begründet den
tation gekennzeichnet. Einige haben tief
­Orten Gijón und Valencia zu (Text, M6).
reichende Wurzeln, andere können gut
­
Feuchtigkeit speichern. 4 Berichte über die Pflanzenwelt Südeuropas.
Infolge des Sonnenreichtums ist die Land­
5 Erläutere, warum zurückgehende Wassermengen für die spanische
wirtschaft begünstigt. Ohne Bewässerung
Landwirtschaft bedenklich sind.
wäre ein Anbau kaum möglich. Stauseen
und Grundwasserspeicher versorgen die 6 Werte M7 aus und denke darüber nach, ob eine derartige Bewässe-
Ackerflächen. Aber die Wassermengen ge­ rung eher günstig ist oder eher nicht. Hättest du einen Verbesse-
hen stark zurück. rungsvorschlag zu machen?

45
Wetter extrem – alles nur ein Zufall?

Ein beeindruckendes Foto, aber auch eine bedrohliche Situation …


M 1 

Unwetter Wetterextreme
Hin und wieder braut sich an einem Som­ Aufgrund ihrer Seltenheit werden be­
mertag etwas zusammen, was manchen stimmte Ereignisse manchmal als Wetter-
Menschen Furcht bereitet. Tagsüber wach­ extreme bezeichnet. Dauerregen, heftige
sen in flirrender Hitze bei Windstille kilo­ Gewitter, monatelange Dürre, schwere
meterhohe Wolken, die nach und nach Stürme, nahezu endlose Schneefälle und
den Himmel verdunkeln. Dann folgen extreme Glätte gehören dazu.
Blitz und Donner nahezu zeitgleich. Sturm Streng genommen kennen Meteorologen
kommt auf … diesen Begriff nicht. Alltagssprachlich be­
Solche „Unwetter“ kennen wahrscheinlich gegnen wir ihm jedoch öfter. Insbesonde­
auch noch eure Groß- und Urgroßeltern re greifen Versicherungsunternehmen
aus ihren Erinnerungen. den Begriff auf.

... mehr Gut versichert?


steigende Wasserdampf
Temperaturen in der Gegen einige Naturgefahren kann man
führen zu ... Atmosphäre sich in Deutschland versichern. Doch so
etwas wie eine „Ernteausfall-Versiche­
stärkeren rung“, wie sie US-Landwirte abschließen
... mehr Niederschlägen
können, gibt es hierzulande nicht. Bei
Dürre oder Überschwemmung werden
den Versicherten in den USA acht Zehntel
der Einnahmen eines durchschnittlichen
Erntejahrs erstattet. Bei uns tragen die
Dürre- Hochwasser, Hagelschlag, Landwirte allein das Risiko.
perioden heftigen Gewittern

Wetterextreme infolge steigender Temperaturen


M 2 

46
Hagelkörner groß wie Taubeneier
M 3  Glück im Unglück – niemand war im Wagen
M 5 

Viel zu tun in der Wetterküche …


M 4  Anhalten oder weiterfahren?
M 6 

Ausnahme oder Regel? Andererseits kann beispielsweise durch *kompliziert


Ob extreme Wettersituationen auf die glo- planmäßig angelegte Überflutungsgebiete schwierig
bale Klimaerwämung zurückzuführen Hochwasser aufgefangen werden. Hoch­
sind oder ob es sich dabei um „normale“ wasser selbst ist nicht zu vermeiden, seine *komplex
Ereignisse handelt, wird von Wissen­ Folgen lassen sich jedoch beeinflussen. viele Einzelteile
­umfassend
schaftlern diskutiert. Dabei ist es keines­
wegs einfach, eine wissenschaftlich ver­
tretbare Aussage zu treffen, denn Klima ist
1 Halte einen kurzen mündlichen Vortrag zum Thema „Unwetter und
ein hochgradig kompliziertes* und kom­
Wetterextreme“ (Text).
plexes* Thema.
2 Erkläre die Grafik M2.
Schutz
3 Finde zu den Fotos M1, M3, M5 und M6 entsprechende Ursachen
Unabhänging von der Frage, wie extreme
(Wetterereignisse).
Wettersituationen entstehen, ist es wich­
tig, Vorhersagen und Vorkehrungen zu 4 Werte die Karikatur M4 aus.
treffen. Einerseits lässt sich manchmal
5 Gib eine begründete Antwort auf die Frage unter dem Foto M6.
Schlimmeres verhindern, wenn rechtzeitig
eine Wetterwarnung erfolgte. 6 Erläutere, warum die Versicherungswirtschaft in Zukunft mit immer
höheren Schadenssummen infolge des Klimawandels rechnet.

47
Das kann ich …

 Wetter
 Witterung
 Klima
 Wetterbericht
 Wettervorhersage
 Wetterkarte
 Bewässerung
 Höhenlage
 Klimadiagramm
 Trockenzeit
 Meeresentfernung
 Klimafaktor
 Wetterlage
 Westwindzone
Wichtige Begriffe aus dem Kapitel 2
M 1  Ein Sommer in Spanien
M 3 

M 2  Drei Möglichkeiten


einer Wettervorhersage

48
Im Fall der Fälle: gut versichert
M 4  Ein Buch, das jede/-r
M 7 
haben sollte …

3
2

4
8

Schlechte Aussichten …
M 5 
7
5
a b c d e f g
6

Hinweis:
Wetterlagen
M 8 
Bitte nicht in das
Buch
­schreiben.

1 Gib die Bedeutung der wichtigen Begriffe wieder (M1).

2 Nenne die drei Möglichkeiten von Wettervorhersagen in M2. Ent-


scheide dich mit Begründung für die deiner Meinung nach beste.

3 Erläutere, warum der See im Foto M3 ausgetrocknet sein könnte.

4 Werte die Karikatur M4 aus.

5 Vermute mit Begründung, wie das Foto M5 entstanden sein könnte.

6 Vervollständige die fehlenden Angaben in M6.


h 7 Entwirf dein spannendes Buch zum Thema – was käme darin vor?

Ein Klimadiagramm
M 6  8 Benenne die Wetterlagen in M8 und ihre Hauptmerkmale.

webcode: MUR645671-049 49