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Akinom Frasch
Anna‘s Traum vom Kamel
Anna entdeckt ein seltsames Tier, das Kamel.

Wieder war ein spannendes und turbulentes Jahr wie ein Wind-
stoß verflogen.
Eine kleine Stadt im Ruhrgebiet, dort lebte ein kleines Mädchen
mit Namen Anna. Anna hatte viele Träume und am meisten
freute sie sich immer auf die Weihnachtszeit, wenn die ersten
Schnee-flocken tanzten und ein eisiger Wind die Äste gefrieren
ließ, dann stand Anna am Fenster und drückte sich ihr kleines
Näschen platt.
Anna lebte in einem Haus, das aussah, wie ein verwunschenes
Hexenhaus. Früh brach die Dun-kelheit herein und sie freu-
te ich schon auf den Abend, wenn die Eisblumen am Fenster
Figuren malten, von Sternen, Wolken und Blumen. In diesem
Haus lebten die Großeltern und die Tante, die auch nur wenig
älter war als Anna. Ihre Mutti und ihr Vati lebten drei Häuser
weiter in einer engen Dreizimmerwohnung. Anna blieb lieber
bei ihrer Großmutter und dem fröhlichen Großvater Hans. Sie
musste zwar das Bett in dieser kleinen und eisigkalten Dach-
kammer mit ihrer Tante teilen. Doch zu zweit war es dann so
richtig kuschelig warm und man vertrug sich auch so leidlich.
Da sie abends früh zu Bett gebracht wurde, hatte sie immer das
Pech, diese eiskalten Federn auf ihrem Hemdchen anwärmen
zu müssen.
Sie durfte ihre Großmutter aber auch zu vielen Einkäufen be-
gleiten und immer wenn sie zu dieser Metzgerei in die kleine
Stadt mussten, kamen sie an einem Spielzeuggeschäft vorbei.
Weil sie ein ruhiges und liebes Kind war, durfte sie zur Beloh-
nung an der Schaufensterscheibe stehen und die wunderschö-
nen Spielsachen betrachten. Sie war immer ganz aufgeregt, all
diese schönen Plüschbären und Puppen zu sehen. Sie hatten
wenig Geld, es reichte so gerade zum Leben. Eines Tages stand
sie wieder mit Ihrer Großmutter vor dem Schaufenster und
sie entdeckte in diesem herrlichen Plüschtier durcheinander
ein Tier, das sie nicht kannte. Es sah so fremd aus, hatte ei-
nen großen Kopf und stelzenartige Beine, ein zottiges Fell und
das Spannendste waren diese beiden großen Höcker auf dem
Rücken. So ein Tier hatte sie noch nicht gesehen; „Oma, Oma
schau mal, warum hat das Tier solche großen Beutel auf dem
Rücken?“ Die Großmutter musste eine Weile nachdenken und
erklärte ihr dann, dass man weit weg, in fremden Ländern, sol-
che Tiere als Packesel brauchen würde. Man transportierte mit
diesen seltsamen Tieren Weihrauch und Myrrhe. Bei diesen
Überlegungen hatte die Großmutter einen Geistes-blitz und
ihr fiel die Geschichte von den heiligen Dreikönigen ein.
Auf dem Weg nach Hause erzählte sie Anna die Geschichte
der drei Weisen aus dem Morgenland. Kaspar, Melchior und
Balthasar. Eines Nachts war ihnen der Engel erschienen, sie la-
gerten gerade auf den Feldern, weit ab jeglicher Behausungen.
Dieser Engel brachte ihnen die Botschaft, ihre Arbeit niederzu-
legen, sich die besten Kleider anzuziehen und zu dem Stall von
Bethlehem zu gehen. Da sie einen mühevollen und beschwerli-
chen Weg hatten, aber sehr schnell sein wollten, nahmen sie ihre
Kamele, bepackten sie mit ihren Habseligkeiten und machten
sich auf zum Stall nach Bethlehem. Mit großen Augen und hei-
ßen Wangen hörte sich Anna diese Geschichte an. Das Kamel
war so wunderschön. Allein die Vorstellung, dass es irgendwo
lebt, in einem Land, dass man auch Morgenland nennt. Der
Gedanke daran war für sie so aufregend, dass sie freiwillig an
diesem Abend früh zu Bett gehen wollte. Sie freute sich auf das
Fenster mit den schönen Eisblumen. Die jeden Abend anders
aussahen. Manchmal wie kleine Sterne und glitzernde Steine
oder wie gepresste Blüten. Das Licht der Gaslaterne vor dem
Haus der Großmutter zauberte in Annas Kammer manchmal
gespenstige Figuren an die Decke. Die Buchen und Eichen in
dem Wald warfen Schatten gegen das Fenster und Anna mein-
te kleine Engel zu sehen, sie träumte mit offenen Augen.
Jeden Abend stand sie vor dem Fenster und hauchte die Eisblu-
men an. Unten in der Wohnung hörte sie geschäftiges Treiben
und ab und zu wehte ein wunderbarer Duft von Plätzchen und
Schokolade zu ihr hinauf. Doch an diesem Abend dachte sie
nur über die Kamele nach. Sie träumte mit offenen Augen von
einem Ritt durch die Wüste, vorbei an Nomadenzelten und
Oasen. Sie nahm sich vor gleich am nächsten Tag den Wunsch-
zettel zu schreiben. Gesagt, getan und abends, bevor sie hoch
ging, legte sie den Wunschzettel auf die Fensterbank in der
Küche. An erster Stelle stand in diesem Jahr das Plüschkamel.
Dort konnten die Engel ihn am besten finden.
Das Weihnachtsfest rückte immer näher und end-lich kam die
Heilige Nacht. Anna war so aufge-regt, dass sie nicht einschla-
fen konnte. Sie träumte in ihrem kalten und ungemütlichen
Bett. Von dem Land, das man Morgenland nennt. Dort wollte
sie hin, da müsste sie nicht mehr frieren überlegte sie und sie
könnte auf diesen wunder-baren lustigen Tieren reiten. Es war
schon spät geworden, als der Schlaf sie endlich übermannte.
Ein Engel kam zu ihr und lud sie ein, auf einem Bollerwagen
platz zunehmen, der natürlich von einem Kamel gezogen wur-
de. Sie fuhren über weite Ebenen, hohe Berge, vorbei an Seen
und Dörfer. Die Landschaft wurde karger und karger, es gab
kaum noch grünes Land. Alles sah braun und karrst aus. Dann
kamen sie endlich, diese hohen Sandberge, die man Wüs-
te nennt. Es war wunderbar warm und angenehm, der Sand
wehte leicht über die Kämme der Dünen. Diese Verwerfungen
zauberten Licht und Schatten, manchmal Figuren auf die Erde.
Anna jauchzte vor Freude. Sie brauchte nie mehr frieren und
konnte mit diesen lustigen Kamelen leben. Sie war das erste
Mal in ihrem Leben so richtig glücklich.
In diesem Moment ihres Traumes wurde sie von Ihrer Mutter
geweckt. Nun war sie zurück in der kalten Wirklichkeit. Anna
zog sich brav an, sie ging schnell nach unten und schaute auf
die Fens-terbank. Vielleicht hatten die Engel schon ein Ge-
schenk hinterlegt. Doch die Enttäuschung war groß. Wie jedes
Jahr fand sie dort einen neuen Schal, Handschuhe und Mütze,
wieder alles Selbst gestrickt von ihrer Mutter. Sie hasste die-
se kratzigen Teile, weil sie Anna ständig zwickten. Sie musste
sich beeilen, müde und schlechtgelaunt musste sie um vier Uhr
morgens mit in die Christ-mette. Diese dauerte zwei Stunden
oder mehr, sie ging halb noch schlafend und frierend neben
den Erwachsenen zur Kirche. Das Schlimmste waren die vielen
Menschen dort, es gab nie Sitzplätze und sie musste die ganze
Zeit stehen. Das einzig schöne an der Mette waren die Weih-
nachtslieder und endlich wurde „Stille Nacht, Heilige Nacht“
gesungen, dann gingen sie nach Hause auf dem Weg dachte sie
an warmen Kaffee und selbstgeba-ckenen Stuten mit Rosinen.
Der Großvater machte immer das Frühstück für alle und da-
nach gab es die Bescherung. Sie waren neun Personen und die
Großmutter machte jedes Jahr einen schönen bun-ten Weih-
nachtsteller. Es gab eine Tafel Schokola-de, Nüsse, Äpfel und
Orangen. Für den Großvater immer Feigen und Datteln, das
war Tradition.
Aus dem Wald wurde ein Tannenbaum geholt und dieser hat-
te echte Wachskerzen. Wenn der Großvater aufstand, in das
Wohnzimmer ging und die Kerzen anzündetet übermannte
die Aufregung sie fast und sie konnte kaum noch abwarten, zu
ihrem Weihnachtsteller zu kommen. Der Tannenbaum war in
diesem Jahr wieder festlich, mit silbernen Kugeln und Vögeln,
viel Lametta und einigen süßen Sachen geschmückt. Anna
stürzte gleich zu ihrem Platz, ihre Augen machten die Runde,
doch erst wurde noch das Weihnachtslied gesungen. Es duftete
nach Äpfeln und Nüssen, doch oh welche Enttäuschung, sie
konnte kein Kamel entdecken. Mit kleinen Tränen in den Au-
gen packt sie die Geschenke aus. Es waren alles praktische Sa-
chen, wie eine neue Hose, Strümpfe und einen selbstgestrick-
ten Pullover. Artig bedankte sie sich für die Geschenke und
dachte, sie müsse dringend mit den Engeln über das Kamel re-
den. Schade, es hatte nicht den Weg zu ihr gefunden, aber sie
schwor sich schon damals, dass sie diesen Traum nie auf-geben
würde. Sie beschloss am Dreikönigstag mit ihrer Großmutter
in die Kirche zu gehen und das Christkind zu bitten, ihr doch
einmal ein persönli-ches Geschenk zu machen. Ihr ganzes Le-
ben sollte sie dieser Traum begleiten.

Die Puppe Bärbel als Ersatz für das Kamel.


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