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Private Krankenversicherung

… das sollten Sie wissen


Pflicht zur Versicherung. Jeder in Deutschland muss für den Krankheitsfall abgesichert sein.
Die meisten sind Pflichtmitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung (Basiswissen
Krankenkassen). Privat versichern dürfen sich nur wenige.

Gesetzliche Grenzen. Angestellte dürfen sich nur privat krankenversichern, wenn ihr
Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze von derzeit 62 550 Euro brutto im Jahr liegt
(Wert für 2020). Beamte und Selbstständige dürfen unabhängig vom Einkommen in die private
Krankenversicherung.
Teuer für Familien. In der privaten Krankenversicherung gibt es keine kostenlose
Mitversicherung von Kindern und Ehe- oder Lebenspartnern. Jede Person braucht einen Vertrag,
für den Beiträge zu zahlen sind. Rechnen Sie pro Erwachsenen mit mindestens 500 Euro und pro
Kind mit etwa 150 Euro monatlich.
Freie Vertragswahl. Wer sich privat versichert, hat eine große Auswahl an Angeboten. Kunden
sind selbst dafür verantwortlich, dass alle wichtigen Leistungen im Vertrag enthalten sind.
Deshalb ist es wichtig, vor dem Abschluss zu vergleichen ( zum Vergleich Private
Krankenversicherung).
Rücklagen bilden. Die Beiträge der privaten Krankenversicherung steigen im Alter stark an –
auch wenn das Einkommen geringer wird. Wer sich privat versichert, sollte deshalb von Anfang
an mehrere Hundert Euro im Monat ansparen, um sich die Beiträge später leisten zu können.
Rückweg schwierig. In die gesetzliche Krankenversicherung können privat Versicherte nicht
ohne weiteres zurückkehren. Ab dem 55. Geburtstag ist eine Rückkehr nahezu unmöglich.

Kasse oder privat


Wer sich privat versichern kann
Nur wenige Bundesbürger können die gesetzliche Krankenversicherung verlassen. Und nicht für
jeden, der gehen kann, ist ein Wechsel zur privaten Versicherung zu empfehlen. Gehen dürfen
Angestellte mit einem Monatseinkommen über der Versicherungspflichtgrenze von derzeit 5 212,50
Euro brutto (62 550 Euro brutto im Jahr. Werte für 2020). Die Einkommensgrenzen der
Sozialversicherung sind gesetzlich geregelt und ändern sich jährlich. Hauptberuflich Selbstständige
und Beamte dürfen sich unabhängig vom Einkommen privat versichern.

Gesetzliche und private Krankenversicherung – zwei Welten


In der privaten Krankenversicherung ist vieles ganz anders geregelt als in der gesetzlichen. Das fängt
schon damit an, dass Versicherte dann nicht mehr Mitglieder einer öffentlichen sozialstaatlichen
Einrichtung sind, sondern Kunden eines privatwirtschaftlichen Unternehmens. Wer den Schritt in die
PKV tut, sollte wissen, worin die Unterschiede zwischen den beiden Systemen bestehen. In unserem
Special Kasse oder privat? haben wir die wichtigsten Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater
Krankenversicherung in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst.

Kasse oder privat – auf die Leistungen kommt es an


Soll ich mich privat versichern? Diese Entscheidung hat sehr langfristige Auswirkungen, die Vor- und
Nachteile sind genau abzuwägen. Dabei lohnt sich ein Blick auf die Leistungen. Für einen Wechsel zu
den Privaten sprechen höhere Leistungen, beispielsweise im Krankenhaus durch Chefarztbehandlung
oder Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer. Auch beim Zahnersatz gibt es in vielen Tarifen
höhere Erstattungen als in der Gesetzlichen. Doch nicht alle Leistungen sind besser. Bei der Psycho-
therapie oder bei häuslicher Krankenpflege etwa sind viele ältere Privatversicherungs-Tarife
schlechter. Kunden sollten bei der Auswahl eines geeigneten Angebots genau darauf achten, dass
alle wichtigen Leistungen im Vertrag enthalten sind. Im Krankheitsfall den Versicherungsschutz zu
erhöhen, ist in der Regel nicht möglich.

Tipp: Unsere Checkliste: Kasse oder privat zeigt im Detail, für wen die private Krankenversicherung
geeignet ist und wer besser in der gesetzlichen bleiben sollte. Darin enthalten ist auch ein ausführ-
licher Vergleich der Leistungen von gesetzlicher und privater Krankenversicherung.

Wechsel des Versicherers – Problem Vorerkrankungen


Gegen einen Wechsel sprechen außerdem Vorerkrankungen, denn hier drohen hohe Zuschläge oder
sogar Ausschlüsse vom Versicherungsschutz. Außerdem müssen Privatversicherte anders als
gesetzlich Versicherte viel Papierkram in Kauf nehmen: Sie müssen alle Arztrechnungen, Therapien
und Medikamente zunächst selbst bezahlen und die Rechnungen dann zwecks Erstattung bei ihrer
Versicherung einreichen. Generell abzuraten von einem Wechsel ist außerdem Neukunden ab Mitte
vierzig. Wer erst in diesem Alter einsteigt, muss mit hohen Beitragssteigerungen im Rentenalter
rechnen, weil die angesparten Alterungsrückstellungen, die der Versicherer vornimmt, möglicherweise
nicht ausreichen, um den späteren Beitragsanstieg zu bremsen.

Tipp: Wenn es um Gesundheitsfragen beim Wechsel geht, hilft unser Special Mit Gesundheitsfragen
optimal umgehen.

Private Krankenversicherung – Sonderfall Beamte


Leicht zu entscheiden ist die Frage für Beamte. Für die meisten von ihnen ist die private Kranken-
versicherung aus finanziellen Gründen sinnvoller als die gesetzliche Krankenversicherung. Ihr Dienst-
herr beteiligt sich mit der Beihilfe an den Behandlungskosten – bei ledigen Bundesbeamten zum
Beispiel zu 50 Prozent. Für die verbleibenden Kosten schließen sie am besten eine private Kranken-
versicherung ab. Würde sich ein Beamter gesetzlich krankenversichern, müsste er den gesamten
Versicherungsbeitrag aus der eigenen Tasche bezahlen. Anders als bei Angestellten, für die der
Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags zahlt, beteiligen sich der Bund und die meisten Bundesländer nicht
an den Versicherungsbeiträgen ihrer Staatsdiener. Lediglich in Hamburg, Berlin, Brandenburg,
Bremen und Thüringen können Neubeamte wählen, ob sie anstelle der Beihilfe einen Zuschuss zur
gesetzlichen Versicherung wollen. Auch in anderen Bundesländern wird darüber diskutiert, Beamten
diese Möglichkeit künftig anzubieten.

Angestellte und Selbstständige sollten genau überlegen


Schwieriger ist die Entscheidung für Angestellte und für Selbstständige. Für Angestellte zahlt der
Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags, egal ob sie privat oder gesetzlich versichert sind. Im Rentenalter
erhalten sie einen Zuschuss vom Rentenversicherungsträger. Der deckt jedoch nicht mehr die Hälfte
des dann zu zahlenden Beitrags ab, sondern nur einen geringen Anteil.

Selbstständige müssen sowohl im aktiven Berufsleben als auch im Rentenalter alles selbst zahlen.
Deshalb kann es sich für sie lohnen, trotz der anfänglich höheren Beiträge in der gesetzlichen
Krankenkasse versichert zu bleiben. Seit 2019 ist die gesetzliche Krankenversicherung für gering
verdienende Selbstständige günstiger, es gelten niedrigere Mindestbeiträge. Welche Möglichkeiten
Existenzgründer und andere Solo-Selbstständige haben, beschreibt das Special Gesetzliche
Krankenversicherung.

Teuer für Familien: Arbeitnehmer und Selbstständige sollten sich einen Wechsel zur privaten
Krankenversicherung gut überlegen, wenn sie in der gesetzlichen Versicherung beitragsfrei
mitversicherte Familienangehörige haben. Bei den Privaten zahlt jedes Familienmitglied extra. Das
kann teuer werden.

Krankenversicherung – passende Angebote finden


Wer sich für den Weg in die private Krankenversicherung (PKV) entschieden hat, steht einer großen
Anzahl von Angeboten gegenüber. In der PKV legen Versicherte selbst fest, welchen Leistungs-
umfang sie wünschen, zum Beispiel beim Arzt, im Krankenhaus, beim Zahnarzt oder für
Medikamente. Jeder Versicherer bietet unterschiedliche Tarife, oft können Kunden ihren
Versicherungsschutz aus verschiedenen Bausteinen selbst zusammenstellen.

Tipp: Sparen Sie nicht an den Leistungen. Es ist wichtig, einen umfassenden Versicherungsschutz zu
vereinbaren, der möglichst über dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung liegt. Sind sie erst
einmal erkrankt, können sie Lücken im Schutz in der Regel nicht nachträglich schließen.

Private Krankenversicherung im Vergleich


In unserem Test der privaten Krankenversicherung bewerten wir Angebote für Angestellte, Selbst-
ständige und Beamte nach ihrem aktuellen Preis-Leistungs-Verhältnis. Als Hinweis auf die Stabilität
der Beiträge ist außerdem die Beitragsentwicklung in der Vergangenheit ein wichtiger Indikator. Da die
privaten Krankenversicherer seit Ende 2012 nur noch Tarife mit geschlechtsneutral kalkulierten
Beiträgen (Unisex-Tarife) verkaufen dürfen, gibt es erst ab dem Test 2019 wieder aussagekräftige
Zahlen für die Beitragsentwicklung. Alle in unseren Test aufgenommenen Tarife erfüllen
die Mindestanforderungen der Stiftung Warentest. Was die Leistungen angeht, sind Kunden also mit
jedem dieser Angebote auf der sicheren Seite.
Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag
Ob Sie einen Vertrag bekommen und wie viel Sie dafür bezahlen müssen, hängt von Ihrem Gesund-
heitszustand ab. Im Versicherungsantrag müssen Sie deshalb eine Reihe von Gesundheitsfragen
beantworten. Bei bestimmten Diagnosen wie zum Beispiel Diabetes, Krebs oder psychischen
Erkrankungen ist es sehr wahrscheinlich, dass der Versicherer Sie ablehnt. Für andere Erkrankungen
wie zum Beispiel Rückenprobleme kann der Versicherer Risikozuschläge verlangen oder Leistungen
ausschließen.

Keine Krankheiten verschweigen


Im Antrag Krankheiten zu verschweigen oder zu verharmlosen, ist keine gute Idee. Der Versicherer
darf bei Ärzten nachforschen. Kommt dann heraus, dass Ihre Angaben falsch oder unvollständig
waren, kann Sie das den Versicherungsschutz kosten. Das ist bei allen Versicherungen so, die mit der
Gesundheit oder dem Leben zu tun haben, also

Krankenversicherungen Berufsunfähigkeitsversicherungen Unfallversicherungen Lebensversicherung

Tipp: Unser Thema Versicherungsantrag zeigt, wie Sie mit Gesundheitsfragen optimal umgehen.

Vorsorgen für hohe Beiträge


Angestellte und Selbstständige sollten gleich beim Einstieg in die private Krankenversicherung
beginnen, regelmäßig Geld anzusparen und verzinslich anzulegen. Es ist notwendig, jeden Monat
mehrere Hundert Euro auf die hohe Kante zu legen. Das so angesparte Geld ist im Alter notwendig,
um sich die hohen Beiträge der privaten Krankenversicherung dann noch leisten zu können. Die
Beiträge für Beamte steigen zwar genauso, sie werden aber beim Eintritt in den Ruhestand deutlich
entlastet: Die Beihilfe übernimmt dann einen höheren Anteil der Krankheitskosten, so dass sie ihre
private Versicherung reduzieren können. So sind sie von Beitragserhöhungen weniger stark betroffen.

Mit starkem Anstieg der Versicherungsbeiträge rechnen


Versicherungskunden sollten davon ausgehen, dass die Beiträge sich vom Abschluss des Vertrags bis
zum Renteneintritt mindestens verdreifachen und auch danach noch weiter steigen. Eine Möglichkeit
der Vorsorge bieten die Krankenversicherer selbst an: Beitragsentlastungstarife sollen den Beitrags-
anstieg im Alter abmildern. Welche Vor- und Nachteile sie gegenüber anderen Formen der Geld-
anlage bieten und was die Konditionen der einzelnen Anbieter sind, steht in unserem Vergleich der
Beitragsentlastungstarife.

Zähne, Brille, Krankenhaus: Extras für Beamte


Beamte bekommen ihre Krankheitskosten von zwei Seiten erstattet: Zum einen erhalten sie Beihilfe
vom Dienstherrn, zum anderen übernimmt ihr privater Krankenversicherer Kosten. Die Beihilfe fällt für
Bundesbeamte und in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich aus und kann auch gekürzt
werden. Nicht in allen Bundesländern haben Staatsdiener beispielsweise Anspruch auf Chefarzt-
behandlung im Krankenhaus. Auch die Kosten von Heilpraktikerbehandlungen sind nicht überall in der
Beihilfe enthalten. Oft bleiben Beamte auch beim Zahnarzt auf einem erheblichen Teil der Labor- und
Materialkosten für Zahnersatz sitzen. Für solche Fälle können Beamte mit einem Beihilfeergänzungs-
tarif vorsorgen, der den gleichen Zweck erfüllt wie Zusatzversicherungen für Kassenpatienten. Kunden
können den Ergänzungstarif immer nur bei dem Krankenversicherer abschließen, bei dem sie auch
den Hauptvertrag haben. Hier geht es zu unserem Vergleich von Beihilfeergänzungstarifen.
Sonderfall: Menschen ohne Krankenversicherung
Offiziell ist es in Deutschland gar nicht zulässig, ohne Absicherung für den Krankheitsfall zu sein. Es
gibt jedoch extreme Lebenssituationen, in denen es nicht anders geht. Menschen ohne Kranken-
versicherung, die zuletzt privat krankenversichert waren und keine Möglichkeit haben, in der
gesetzlichen Krankenversicherung unterzukommen, haben Anspruch auf Aufnahme in den Basistarif
der privaten Krankenversicherung. Er steht allen Kunden offen, auch wenn sie schon alt und krank
sind. Seine Leistungen sind bei allen Versicherern gleich und entsprechen ungefähr denen der
gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), der Beitrag ist auf den GKV-Höchstbeitrag begrenzt.
Das Infodokument zum Basistarif informiert darüber, für wen der Basistarif infrage kommt und stellt
gegenüber, welche Leistungen er im Vergleich zur „normalen“ privaten Krankenversicherung enthält.

Ärger mit dem Versicherer – so gehen Sie vor


Die häufigsten Probleme von privat Krankenversicherten
Wer eine langwierige oder schwere Erkrankung hat, macht oft die Erfahrung: Das Leben als
Privatpatient ist oft kompliziert. Manchmal begleicht der Versicherer Rechnungen nicht oder kürzt die
Erstattung. Manchmal dauert es lange, bis die Zahlungen eingehen. Der Papierkrieg mit der
Versicherungsgesellschaft – für Beamte zusätzlich mit der Beihilfestelle – ist gerade für ältere und
kranke Menschen sehr anstrengend.

In unserem Special Häufige Probleme mit der privaten Krankenversicherung erfahren Sie, welches die
häufigsten Probleme sind. Das Special zeigt anhand von Beispielen, wie Leser mit den häufigsten
Problemen umgehen. Außerdem erhalten Sie hier viele praktische Tipps und weiterführende
Informationen.

Außergerichtliche Streitschlichtung: der PKV-Ombudsmann


Gibt es Stress mit dem Versicherer oder mit dem Versicherungsvermittler, der ihnen den Vertrag
verkauft hat, können Kunden sich beim Ombudsmann der privaten Krankenversicherung beschweren.
Dieser darf zwar nicht verbindlich entscheiden, doch er kann Empfehlungen aussprechen, an die sich
die Versicherungsunternehmen meist halten.

Zwischen Arzt und Versicherer: Verträge mit zwei Seiten


Ein großer Teil der Probleme resultiert aus der besonderen rechtlichen Rolle von privat Kranken-
versicherten. Als Patienten haben sie einen Behandlungsvertrag mit Ärzten, Therapeuten oder
Krankenhäusern und müssen deren Rechnungen bezahlen. Unabhängig davon haben sie einen
Vertrag mit ihrer Versicherungsgesellschaft. Was darin vereinbart ist und welche Leistungsgrenzen
gelten, braucht die Ärzte nicht zu interessieren – sie stellen ihre Rechnungen an den Patienten. Gibt
es Verzögerungen oder Diskussionen um einzelne Rechnungsposten, kann es passieren, dass
Privatpatienten auf den Kosten sitzen bleiben. Auch für die Folgen von Zahlungsverzug und Mahn-
kosten müssen sie selbst geradestehen.

Das Special Private Krankenversicherung: So handeln Sie wenn es Probleme gibt zeigt, wie
Versicherte vorgehen können, um die Kostenerstattung für medizinische Leistungen schon im Vorfeld
abzuklären und welche Rechte sie haben, wenn es zum Streit mit Ärzten oder dem Versicherer
kommt. Darin enthalten ist auch eine Sammlung beispielhafter Gerichtsurteile, auf die sich Versicherte
beziehen können.
Tipp: Hat der Arzt zu viel abgerechnet? Der Verband der Privaten Krankenversicherung bietet ein
kostenloses Prüfprogramm für Arztrechnungen. Damit können Privatpatienten eine erste Einschätzung
vornehmen, ob die Rechnung den Vorgaben der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte entspricht.

Kosten senken durch Tarifwechsel


Kündigung und Anbieterwechsel ist meist keine Lösung
Auch wenn es häufige Konflikte mit der Versicherungsgesellschaft gibt und die Beiträge sich massiv
erhöhen – Kunden mit älteren Verträgen können ihrem Versicherer nicht einfach den Rücken kehren.
Aufgrund ihres Alters würden sie bei einem anderen Versicherer wahrscheinlich noch mehr bezahlen
oder müssten mit dramatischen Beitragsanstiegen rechnen. Grund: Bei einem Wechsel des Anbieters
verlieren sie die Rückstellungen, die dieser gebildet hat, um erforderliche Beitragsanstiege im Alter
abzumildern. Sind sie bereits erkrankt, ist es schwierig bis unmöglich, einen neuen Versicherer zu
finden, der sie überhaupt noch in einen regulären Tarif aufnimmt.

Weniger zahlen durch klugen Tarifwechsel


Die Lösung für viele privat Krankenversicherte heißt Tarifwechsel. Kunden haben in der privaten
Krankenversicherung das Recht, bei ihrem Versicherer in andere gleichartige Tarife zu wechseln. Oft
gibt es Angebote, die vergleichbare Leistungen enthalten, aber deutlich günstiger sind. Es ist wichtig,
sich vor einem Wechsel gut zu informieren, denn nicht immer sind die Informationen vom Versicherer
oder die Empfehlungen des Versicherungsvermittlers die beste Lösung. Beim Wechsel des Tarifs
innerhalb desselben Unternehmens behalten Kunden die für sie gebildete Alterungsrückstellung und
alle anderen im bisherigen Vertrag erworbenen Rechte. Unser Special zeigt, wie Privatversicherte mit
einem Tarifwechsel viel Geld sparen können.

Tipp: Den Tarif wechseln dürfen Kunden, so oft sie wollen. Der Wechsel ist kostenlos.

Auf Tarife mit geringeren Leistungen umsteigen


Noch mehr Kosten senken können privat Versicherte, indem sie auf Tarife mit geringeren Leistungen
umsteigen. Sie können beispielsweise im Krankenhaus das Ein- oder Zweibettzimmer abwählen und
stattdessen einen Tarif mit Unterbringung im Mehrbettzimmer wählen. Weitere Möglichkeiten sind der
Verzicht auf die Behandlung beim Heilpraktiker oder eine niedrigere Erstattung für Zahnersatz. Solche
Leistungskürzungen lassen sich jedoch nicht rückgängig machen. Wer später wieder in einen Tarif mit
höheren Leistungen will, muss dafür eine Gesundheitsprüfung machen und unter Umständen hohe
Risikozuschläge zahlen.

Den Selbstbehalt in der privaten Krankenversicherung erhöhen


Einfach den Selbstbehalt zu erhöhen, wie manche Versicherer vorschlagen, ist ebenfalls riskant: Es
bedeutet, Behandlungskosten in erheblicher Höhe selbst zahlen zu müssen. Selbstbehalte können
ebenso wie Beiträge vom Versicherer weiter erhöht werden. Unterm Strich fällt die Ersparnis also
deutlich geringer aus, als es zunächst erscheint. Außerdem ist es in der Regel nicht möglich, den
Selbstbehalt später wieder zu senken, wenn man bereits erkrankt ist.

Wenn es finanziell eng wird


Wenn der Wechsel in einen günstigeren Tarif nicht reicht und Kunden weiterhin Schwierigkeiten
haben, die Beiträge aufzubringen, gibt es zwei Auswege: Den Standardtarif für Versicherte, die schon
länger privat krankenversichert sind, und den Basistarif für alle anderen. Diese sogenannten Sozial-
tarife wurden der privaten Krankenversicherung vom Gesetzgeber vorgeschrieben und enthalten bei
allen Unternehmen dieselben Leistungen. Auch die Regeln für den Zugang und die Beitrags-Ober-
grenzen sind bei allen Versicherern gleich.

Standardtarif: Ein guter Ausweg


Eine sinnvolle Lösung, um die Beiträge deutlich zu reduzieren, ist der Standardtarif. Er bietet ungefähr
die gleichen Leistungen wie die gesetzliche Krankenversicherung und bringt vor allem für langjährig
Versicherte eine erhebliche Entlastung. Der Standardtarif steht allerdings nur denjenigen offen, die
ihren privaten Krankenversicherungsvertrag vor dem 1. Januar 2009 abgeschlossen haben. Im Artikel
zum Standardtarif erfahren langjährig Versicherte, unter welchen Voraussetzungen sie in den Stan-
dardtarif wechseln können, wie hoch die maximalen Beiträge für Einzelpersonen und für Ehepaare
sind und für wen der Standardtarif empfehlenswert ist. Sie erhalten dort außerdem eine detaillierte
Übersicht der Leistungen des Standardtarifs im Vergleich mit denen der gesetzlichen Kranken-
versicherung einerseits und der „normalen“ privaten Krankenversicherung andererseits.

Basistarif: Nur im äußersten Notfall


Versicherte, die ihren Vertrag 2009 oder später abgeschlossen haben, dürfen nicht in den Standard-
tarif wechseln. Ihnen steht lediglich der Basistarif zur Verfügung, wenn sie ihre Beiträge nicht mehr
zahlen können. Seine Leistungen orientieren sich ebenfalls an denen der gesetzlichen Kranken-
versicherung. Die meisten Basistarif-Versicherten müssen allerdings den Höchstbeitrag der
gesetzlichen Krankenversicherung plus durchschnittlichem Zusatzbeitrag zahlen, das heißt, um die
700 Euro im Monat.

Im Artikel zum Basistarif erfahren sie, für wen der Basistarif trotzdem sinnvoll ist, unter welchen
Voraussetzungen der Versicherer die Beiträge halbieren muss und wann das Sozialamt einspringt.
Interessierte erhalten dort außerdem eine detaillierte Übersicht der Leistungen des Basistarifs im
Vergleich mit denen der gesetzlichen Krankenversicherung einerseits und der „normalen“ privaten
Krankenversicherung andererseits.

Zurück in die gesetzliche Krankenkasse


Der Weg in die private Krankenversicherung ist als Einbahnstraße angelegt. Einmal privat versichert,
ist es nicht ohne weiteres möglich, in die gesetzliche Krankenversicherung zurück zu wechseln. Das
gesetzliche System basiert auf sozialen Prinzipien: Die jüngeren, gesünderen und besser
verdienenden Kassenmitglieder bezahlen für die älteren, kränkeren und ärmeren mit. Dieser soziale
Ausgleich würde nicht mehr funktionieren, wenn junge Leute von den günstigen Beiträgen der privaten
Krankenversicherung profitieren und später, wenn sie älter sind und höhere Behandlungskosten
verursachen, beliebig in die gesetzliche Krankenkasse zurückkehren könnten. Deshalb hat der
Gesetzgeber hohe Hürden zwischen beiden Systemen aufgebaut.

Für Arbeitnehmer ist der Rückweg am einfachsten


Arbeitnehmer haben es noch vergleichsweise einfach: Sobald ihr regelmäßiges Bruttogehalt unter
die Versicherungspflichtgrenze sinkt, werden sie wieder versicherungspflichtig in der gesetzlichen
Krankenversicherung und können dann auch ihre Kinder wieder mit zurück in die beitragsfreie
Familienversicherung nehmen. Wenn jemand vorübergehend sein Einkommen reduziert, etwa durch
Teilzeitarbeit, und später wieder mehr verdient, kann er als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen
Krankenversicherung bleiben.

Selbstständige müssen ihre Selbstständigkeit aufgeben


Selbstständige kommen – unabhängig von ihren Einkünften – nicht zurück in die gesetzliche Kranken-
versicherung, solange sie ihre selbstständige Tätigkeit hauptberuflich ausüben. Sie müssen also zwei
Veränderungen organisieren: Ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis finden und ihre
Selbstständigkeit auf ein so geringes Maß zurückfahren, dass der Zeitaufwand und die Einkünfte der
Arbeitnehmertätigkeit überwiegen.

Ab 55 sind die meisten Türen verschlossen


Über eine Versicherungspflicht wieder in die gesetzliche Kasse zu kommen, funktioniert aber nur bis
zum 55. Geburtstag. Alle, die 55 oder älter sind, müssen auch bei sehr niedrig bezahlten Stellen privat
versichert bleiben. Selbst wenn jemand arbeitslos wird, ALG II bezieht oder in Rente geht, bleiben die
Türen zur gesetzlichen Krankenkasse verschlossen.

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