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Harald Weinberg (MdB)

DIE LINKE im Bundestag

Obmann der Linksfraktion im


Gesundheitsausschuss

Wahlkreisbüro
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D-90461 Nürnberg
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Massenentlassung wegen Betriebsratswahl


Zu den Massenentlassungen bei dem Callcenter defacto meint der Nürnberger MdB Harald Weinberg
(DIE LINKE): „Die Einhaltung von Arbeitnehmerrechten gilt auch für die Callcenterbranche. Die
fingierte Massenentlassung muss vom Tisch. Die Beschäftigten haben meine volle Unterstützung.“

Für Weinberg ist kann es nicht angehen, dass ein Unternehmer meint, über Massenentlassungen das
Betriebsverfassungsgesetz auszuhebeln. Es ist das Recht der Beschäftigten, einen Betriebsrat wählen zu
können. Der Nürnberger MdB bemerkt dazu: „Die Gesetze beschließt immer noch das Parlament. Da
kann ein einzelner Unternehmer nicht einfach sagen, das gilt nicht für mich!“

„Offensichtlich brauchen wir im Betriebsverfassungsgesetz noch klarere Regeln braucht, damit sie auch
jeder Unternehmer versteht!“ so Weinberg. Er fordert: „Die derzeitigen Regeln zur Wahl eines
Betriebsrat müssen geändert werden. In jedem Betrieb sind Betriebsräte zu wählen bei Androhung von
empfindlichen Strafen.“

Die in diesem Fall angewandten Methoden sind aber auch ein Beispiel dafür, welche Blüten die von rot-
grün-schwarz-gelb beschlossene Arbeitsmarktpolitik in Deutschland treibt: Obwohl die Löhne bei
defacto bereits im Niedriglohnbereich liegen, werden hier auch noch die demokratische Rechte der
Beschäftigten mit Füssen getreten. „Die Kündigungsdrohung mit der Folge von Arbeitslosigkeit und der
Perspektive Hartz-IV macht nicht nur arm. Eine solche Politik entrechtet auch. Wer traut sich hier noch
seine Rechte wahrzunehmen?“ so Weinberg weiter.

Wie einem solchen Unternehmen aber noch in 2008 der JobStar des Marketing-Vereins Metropolregion
Nürnberg verliehen werden konnte, bleibt ein Rätsel. Weinberg fordert dessen Vorstand auf, zum
überwiegenden Teil Bürgermeistern und Landräte der Region, jetzt diesen Preis zurückzunehmen.

Als geradezu skandalös wirkt das Lob der bayerischen Staatsregierung für die Betriebsverlagerung von
Erlangen und Nürnberg nach Amberg. „Während hier in der Region die Arbeitsplätze abgebaut werden,
werden in Amberg neue Beschäftigte offensichtlich zu noch niedrigeren Löhnen eingestellt. Offensicht-
lich legt die Staatsregierung die bayerische Verfassung sehr eigenwillig aus, wie im ganzen Land gleiche
Lebensbedingungen zu schaffen sind.

Für Weinberg ist klar: Die Kündigungen müssen vom Tisch. Solche Unternehmen haben Betriebsräte
nötiger denn je. Er sicherte den Beschäftigten seine volle Unterstützung zu.

02.12.2010 / HW