Sie sind auf Seite 1von 1

Das Theodizee-Problem:

Laßt sich die Gott zugeschriebene


absolute Vollkommenheit mit dem Übel
in der Welt vereinbaren?
Was ist der Mensch?
Untersuchen wir zuerst, was der Mensch eigentlich ist: in einem SPIEGEL-Magazin las ich, dass der
Mensch „eine vorwärtsgepeitschte, sich fortpflanzende Überlebensmaschine“ ist. Der Mensch sei ein
„Prothesengott“, sagte der große Menschheitskränker Sigmund Freud, „recht großartig, wenn er all
seine Hilfsorgane anlegt“. Nach Charles Darwin ist der Mensch nicht Gottes Ebenbild, sondern ein
hochkomplexer, haarloser Affe. Der Evolutionspsychologe Steve Stewart-Williams meint, dass wir
„halt der einzige Affe sind, der das Universum versteht“. Für Ernst Barlach ist der Mensch „ein
sehnsüchtiges Mittelstück zwischen einem Woher? Und einem Wohin?“. Dann war Friedrich
Nietzsches Übermensch letztlich auch nur ein Versuch, selbst zum Gott zu werden, um den Göttern
„würdig zu erscheinen“. Anreihen möchte ich jetzt noch Psychiater Dr. Markus Preiter, der meint,
dass wir das einzige Tier sind, „das sich fragen kann und muss: Wo komme ich her? Wo gehe ich hin?
Was soll ich glauben? Was kann ich hoffen? Was ist der Sinn des Lebens? Wann werde ich sterben?“.
Generell ist die Existenz Gottes oder von etwas Göttlichem bei allen Völkern in allen Zeitaltern
anzutreffen, deshalb nun ein Blick auf Gott und den Menschen, aus der Perspektive von Muslimen:
Dass Jesus für die Christen gleichzeitig Mensch und Gott ist, können Muslime nicht verstehen, es
widerspricht ihrer Auffasssung fundamental. Für Muslime ist Jesus nicht der Sohn Gottes, sondern
ein besonderer Mensch, der Wunder wirkt, weil Gott es will.
Johann Hinrich Claussen, Pastor und Kulturbeautragter der Evangelischen Kirche in Deutschland und
Volker Gerhardt, ein Philosoph der aus der Kirche aus- und später wieder eingetreten ist, sagen: „Im
Begriff ‚Gott‘ verbirgt sich ein optimiertes Spiegelbild der menschlichen Existenz, die immer auch voll
offener und verdeckter Unmoral ist. Gott – eine Art besseres Ich des Menschen“.

Der Wagenheber-Effekt
Fast allen anderen Tieren voraus hat der Mensch , dass er bei Geburt nicht bei null anfangen muss.
Der Mensch ist das Tier, das sein wachsendes Wissen speichert und an die nächste Generation
weitergibt. Ein bekannter Hirnforscher erläutert hierzu: „Das menschliche Gehirn ist nun einmal das
anpassungsfähigste im gesamten Tierreich. So können Menschenkinder überall überleben, wo
Menschen sind, die ihnen helfen und zeigen, worauf es ankommt.“ Einzigartig für den Menschen sind
die Mechanismen der kulturellen Evolution, bei der Errungenschaften der Artgenossen aufeinander
aufbauen im Leben der Gesellschaft wie des Individuums. Eine „kumulative Kultur“ mit
„Wagenheber-Effekt“, in der die aufeinanderfolgenden Generationen, jeweils das Erreichte
weiterführend, zu rasend schnellen Innovationen in der Lage sind, etwa: vom Trommelzeichem zum
Schriftzeichen, vom Brief übers Telefon zum Internet. So etwas existiert im Tierreich nicht einmal in
Ansätzen. Mit der Erwähnung des Wagenheber-Effekts betreten wir bereits den Bereich der
Verbrechen der Menschen:
[Ende Einführung]