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Die sokratische Methode

Sokrates entwickelte eine Methode, um zu sicherer Erkenntnis zu gelangen: das


elenktische Verfahren: Er führte Dialoge (Streitgespräche) mit den Athenern, um
praktisches Wissen zu erlangen. Dabei prüfte er das Wissen seiner
Gesprächspartner und ließ sie selbst zu Erkenntnissen kommen (Mäeutik).

Sokrates bittet seinen Gegner darzulegen, was er unter einem Begriff wie Tugend,
Gerechtigkeit oder Wissen verstehe. Zuerst versucht der Gegner häufig, den Begriff
zu definieren, indem er verschiedene Beispiele für seine Anwendung aufzählt. Geht
es z. B. um den Begriff der Tugend, zählt er die Tugend des Soldaten, der Frau, des
Sklaven usw. auf. Dann macht Sokrates darauf aufmerksam, dass die verschiedenen
Dinge, die unter den Begriff fallen, etwas gemeinsam haben müssen; nur dadurch
können sie dieselbe Bezeichnung tragen. Nun möchte er von seinem Gegner wissen,
worin dieses Gemeinsame bestehe. Wenn dem anderen eine allgemeine Definition
des entsprechenden Begriffs geglückt ist, greift Sokrates wieder ein und fragt ihn
aus. In dieser Phase erschöpft sich die Funktion des Gegners meist darin, mit Ja
oder Nein zu antworten. Sokrates verliert sich in scheinbar belanglosen
Abschweifungen und stellt umständliche Analogien auf. Nicht selten bedient er sich
logischer Kniffe, die einer genaueren Prüfung nicht standhalten. Plötzlich wird klar:
Ohne es zu merken, hat sich der Gegner auf Behauptungen festgelegt, die mit seiner
Definition unvereinbar sind. Der Dialogpartner hat gezeigt, dass seine Auffassung in
sich nicht schlüssig ist; und Sokrates behauptet, das einzige, was er wisse, sei, dass
er nichts wisse. (Dass Sokrates nichts weiß, bedeutet: Er hat alle die Meinungen
durchschaut, die normalerweise als Wissen hingestellt werden. In diesem Sinn weiß
er mehr als die meisten). Die sokratische Methode dient dazu, fehlerhafte Ansichten
zu widerlegen. Sie widerlegt sie nicht auf allgemeingültigem Weg, sondern immer mit
Hilfe von Prämissen und Schlussformen, die vom Gesprächspartner mehr oder
weniger unkritisch übernommen sind. Die sokratische Methode führt also nicht direkt
zur Erkenntnis; aber es ist Platon Auffassung, dass sie indirekt die Augen für die
Wahrheit öffnet.

Ablauf sokratischer Dialoge:


 Fragen des Sokrates nach der Tugend und dem Guten (Definition)
 Aufdeckung des Scheinwissen des Gefragten
 Prüfung und Widerlegung des Scheinwissens
 Aporie (Umschlagpunkt)
 Gesprächspartner gibt zu, nicht zu wissen
 Neuauflage der Frage
Sokrates
Die Philosophenschulen
nach Sokrates

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