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KONSTRUIEREN

MIT
STAHLHOHLPROFILEN

Herausgeber: Comité International pour le Développement et l’Etude de la


Construction Tubulaire

Autoren: X.-L. Zhao, Monash University


S. Herion, University of Karlsruhe
J. A. Packer, University of Toronto
R. S. Puthli, University of Karlsruhe
G. Sedlacek, University of Aachen
J. Wardenier, Delft University of Technology
K. Weynand, University of Aachen
A. M. van Wingerde, Delft University of Technology
N. F. Yeomans, Chairman CIDECT Technical Commission
Die Deutsche Bibliothek – CIP-Einheitsaufnahme

Ein Titeldatensatz für diese Publikation ist bei der


Deutschen Bibliothek erhältlich.

ISBN 3-8249-0688-0

© by TÜV-Verlag GmbH,
Unternehmensgruppe TÜV Rheinland Berlin Brandenburg, Köln 2002
Entirely printed by: TÜV-Verlag GmbH, Köln
Printed in Germany 2002
Vorwort
Hohlprofilkonstruktionen finden eine weite Anwendung bei der Konstruktion von
Bauwerken oder technischen Anlagen. Ermüdung ist dabei sowohl bei der Bemessung als
auch bei der Herstellung ein wesentlicher Aspekt. Grundsätzlich gelten für Hohlprofile die
gleichen Bemessungsprinzipien wie für offene Querschnitte. Geschweißte Anschlüsse in
Hohlprofilkonstruktionen (z.B. K-Knoten) müssen jedoch insbesondere im Hinblick auf die
ungleichförmige Spannungsverteilung entlang der Schweißnähte und wegen sekundärer
Biegemomente anders betrachtet werden.

Ziel dieser Bemessungshilfen ist es, Empfehlungen für den Entwurf und die Bemessung
von Hohlprofilkonstruktionen unter Ermüdungsbelastung zu geben. Die vorgestellten
Verfahren in diesem Handbuch basieren insbesondere auf der Methode der Spannungs-
konzentrationsfaktoren. Dabei konnten die Ergebnisse der neuesten Forschungsarbeiten,
die von CIDECT und anderen Forschungsinstituten durchgeführt wurden, in den hier vor-
gestellten Bemessungshilfen Verwendung finden.

Dieses Handbuch ist das achte Buch aus der Reihe „Konstruieren mit Stahlhohlprofilen“,
die CIDECT bisher veröffentlicht hat:

1. Berechnung und Bemessung von Verbindungen aus Rundhohlprofilen unter vorwiegend


ruhender Beanspruchung
2. Knick- und Beulverhalten von Hohlprofilen
3. Knotenverbindungen aus rechteckigen Hohlprofilen unter vorwiegend ruhender
Beanspruchung
4. Bemessung von Hohlprofilstützen unter Brandbeanspruchung
5. Bemessung von betongefüllten Hohlprofilverbundstützen unter statischer und
seismischer Beanspruchung
6. Anwendung von Hohlprofilen im Maschinenbau
7. Fabrikation, Zusammenbau und Montage von Hohlprofilkonstruktionen
8. Geschweißte Anschlüsse von runden und rechteckigen Hohlprofilen unter
Ermüdungsbelastung

Wir möchten unseren besonderen Dank für ihre wertvollen Beiträge und Anregungen aus-
sprechen an Dipl.-Ing. D. Dutta, Deutschland, Dr.-Ing. D. Grotmann, RWTH Aachen,
Deutschland, Dr.-Ing. S. Herion, Universität Karlsruhe, Deutschland, Prof. Dr.-Ing. F. Mang,
Universität Karlsruhe, Deutschland, Prof. Dr. J. A. Packer, Universität Toronto, Kanada,
Dr. Ir. E. Panjeh Shahi, Vekoma, Niederlande, Prof. Dr.-Ing. R. S. Puthli, Universität Karls-
ruhe, Deutschland, Dr. Ir. A. Romeijn, Technische Universität Delft, Niederlande, Prof. Dr.-
Ing. G. Sedlacek, RWTH Aachen, Deutschland, Dr.-Ing. N. Stranghöner, RWTH Aachen,
Deutschland, Prof. Dr. Ir. J. Wardenier, Technische Universität Delft, Niederlande, Dr.-Ing.
K. Weynand, RWTH Aachen, Deutschland, Dr. Ir. A. M. van Wingerde, Technische Univer-
sität Delft, Niederlande, N. F. Yeomans, British Steel Tubes and Pipes, England, und
Dr. X. L. Zhao, Monash Universität, Australien. Ferner sei den CIDECT-Mitgliedsfirmen für
ihre Unterstützung herzlich gedankt.

Reijo Ilvonen
Vorsitzender der Technischen Kommission
CIDECT

5
INHALT
Bezeichnungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

1 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
1.1 Anwendungen . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
1.2 Anschlusstypen und Belastungsarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
1.3 Bestimmung der Lebensdauer ... .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
1.4 Ermüdungsfestigkeit . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
1.5 Schadensakkumulation . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
1.6 Teilsicherheitsbeiwerte . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

2 Klassifizierungsmethode . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
2.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
2.2 Kerbfallgruppen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
2.3 Nennspannungsschwingbreiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
2.4 Ermüdungsfestigkeitskurven . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23

3 Strukturspannungsmethode . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
3.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
3.2 Schnittgrößen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
3.3 Schwingbreiten der Nennspannung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
3.4 Spannungskonzentrationsfaktoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
3.5 Schwingbreite der lokalen Bezugsspannung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
3.6 Ermüdungsfestigkeitskurve mit Blechdickenkorrektur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29

4 Spannungskonzentrationsfaktoren für KHP-Anschlüsse . . . . . . . . . . . . . . . 31


4.1 Ebene T- und Y-Anschlüsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
4.2 Ebene X-Anschlüsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
4.3 Ebene K-Anschlüsse mit Spalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
4.4 Räumliche XX-Anschlüsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
4.5 Räumliche KK-Anschlüsse mit Spalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39

5 Spannungskonzentrationsfaktoren für RHP-Anschlüsse . . . . . . . . . . . . . . . 42


5.1 Ebene T- and X-Anschlüsse . . . . . . . ... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
5.2 Ebene K-Anschlüsse mit Spalt . . . . . ... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
5.3 Ebene K-Anschlüsse mit Überlappung .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
5.4 Räumliche KK-Anschlüsse mit Spalt . ... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48

6 Konstruktive Ausbildung für Ermüdung und Verstärkungen . . . . . . . . . . . 50


6.1 Konstruktive Ausbildung hinsichtlich Ermüdung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
6.1.1 Parameter für Entwurf und Bemessung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
6.1.2 Konstruktive Details ................... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
6.1.3 Nachbehandlungsverfahren für Schweißnähte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
6.2 Konstruktive Verstärkungen und Reparatur .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
6.2.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
6.2.2 Einfache Reparatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
6.2.3 Verstärkungen von KHP-T-Anschlüssen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
6.2.4 Verstärkungen von RHP-T-Anschlüssen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55

6
6.2.5 Verstärkungen von K- und N-Anschlüssen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
6.2.6 Einfluss von Verstärkungen und Reparaturen auf die Lebensdauer . . . . . . . . . 59

7 Bemessungsbeispiele für KHP-Anschlüsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60


7.1 Beispiel 1: Ebene KHP-K-Anschlüsse mit Spalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
7.2 Beispiel 2: Räumliche KHP-KK-Anschlüsse mit Spalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64

8 Bemessungsbeispiele für RHP-Anschlüsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66


8.1 Beispiel 1: Ebener RHP-T-Anschluss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66
8.2 Beispiel 2: Ebene RHP-K-Anschlüsse mit Spalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69
8.3 Beispiel 3: Räumliche RHP-KK-Anschlüsse mit Spalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73

9 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76

Anhang A: Ermüdungslasten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81

Anhang B: Kerbfallgruppen für die Klassifizierungsmethode . . . . . . . . . . . . . . . . . 83

Anhang C: Die Bestimmung von SCFs mit Hilfe von Versuchen und
der Finite-Elemente-Methode . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87
C.1 Lokale Bezugsspannung und SCF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87
C.2 Experimentelles Vorgehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88
C.3 Finite-Elemente-Berechnungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90

Anhang D: SCF-Formeln und Diagramme für KHP-Anschlüsse . . . . . . . . . . . . . . 92


D.1 Ebene KHP-T- and Y-Anschlüsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92
D.2 Ebene KHP-X-Anschlüsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95
D.3 Ebene KHP-K-Anschlüsse mit Spalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97
D.4 Räumliche KHP-XX-Anschlüsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100

Anhang E: SCF-Formeln und Diagramme für RHP-Anschlüsse . . . . . . . . . . . . . 104


E.1 Ebene RHP-T- and X-Anschlüsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104
E.2 Ebene RHP-K-Anschlüsse mit Spalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
E.3 Ebene RHP-K-Anschlüsse mit Überlappung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112

Allgemeine Informationen über CIDECT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119

7
Bezeichnungen
Definition von geometrischen Parametern

i = 1 oder 2 (überlappende Strebe)


j = überlappte Strebe

Überlappungs-
grad

8
Abkürzungen

KHP Kreishohlprofil (auch als rundes oder kreisförmiges Hohlprofil bezeichnet)


RHP Rechteckhohlprofil (einschließlich quadratische Hohlprofile)
FEM Finite Elemente
MCF Räumlicher Korrekturfaktor (engl. multiplanar correction factor)
MF Vergrößerungsfaktor zur Berücksichtigung sekundärer Biegemomente
(engl. magnification factor)
SCF Spannungskonzentrationsfaktor (engl. stress concentration factor)
SNCF Dehnungskonzentrationsfaktor (engl. strain concentration factor)

Bezeichnungen
A Fläche
D Schadensakkumulationsindex
L Gurtlänge
Lr Abstand vom Schweißnahtübergang
Mipb Biegemoment in der Ebene (engl. in-plane bending)
Mopb Biegemoment aus der Ebene (engl. out-of-plane bending)
N Anzahl der Spannungsspiele
Nf Anzahl der Spannungsspiele bis zum Versagen
R Verhältnis von minimaler zu maximaler Spannung in einem Zyklus
Pax Normalkraft
Sn Schwingbreite der Nennspannung
Srhs Schwingbreite der lokalen Bezugsspannung
Wo,Wi elastisches Widerstandsmoment von Gurt, Strebe

bo Gurtbreite (RHP)
do Gurtdurchmesser (KHP)
bi Breite der Strebe i (RHP)
di Durchmesser der Strebe i (KHP)
e Anschlussexzentrizität
g Spaltlänge
g´ g/to
ho Gurthöhe (RHP)
hi Strebenhöhe (RHP)
m Neigung der S-N-Kurve oder Verhältnis der Strebenkräfte
p Projektion der Anschlusslänge der Gurte von überlappender Strebe in
Anschlüssen mit Überlappung
q Überlappungslänge
ro Ausrundungsradius des Gurtes
ri Ausrundungsradius der Strebe
to Gurtwanddicke
ti Strebenwanddicke

 relative Gurtlänge (2L/do oder 2L/bo)


 Durchmesser oder Breitenverhältnis (di/do oder bi /bo)
 Verhältnis Halbmesser oder halbe Gurtbreite zu Wanddicke (do/(2to) oder bo/(2to))
Ff Teilsicherheitsbeiwert für Ermüdungsbelastung
Mf Teilsicherheitsbeiwert für Ermüdungsfestigkeit
Ov Überlappungsgrad der Streben (q/p in %)
 relativer Spalt (g/do oder g/bo)
 Winkel zwischen Strebenebenen in räumlichen Anschlüssen

9
 spitzer Winkel zwischen Streben- und Gurtachse (in Y-, X-, N-, K- und KT-
Anschlüssen)
ax Normalspannung infolge Normalkraft
ipb Normalspannung infolge Biegung in der Ebene
opb Normalspannung infolge Biegung aus der Ebene
Wanddickenverhältnis (ti /to)

Indizes
0 Gurt
i Strebennummer (1, 2, 3 etc.)
ax axial
ipb Biegung in der Ebene (engl. in-plane bending)
opb Biegung aus der Ebene (engl. out-of-plane bending)
ref Bezugsstrebe
cov mitwirkende Strebe (engl. carry-over)
br Strebe (engl. brace)
ch Gurt (engl. chord)

Abkürzungen von Organisationen, Instituten etc.


API American Petroleum Institute
AWS American Welding Society
CEN Europäisches Komitee für Normung
DEn Department of Energy
EN Europäische Norm
EC3 Eurocode 3
EKS Europäische Konvention für Stahlbau
IIW International Institute of Welding

10
1 Einleitung

1.1 Anwendungen

Sowohl Kreishohlprofile (KHP) als auch Rechteckhohlprofile (RHP) finden einen breiten Einsatz
in den unterschiedlichsten Tragwerken, in denen verschiedene Belastungsarten wirken. Dies
wurde bereits in den früheren CIDECT-Bemessungshilfen gezeigt (Wardenier et al. [1991],
Rondal et al. [1991], Packer et al. [1992], Twilt et al. [1996], Bergmann et al. [1995], Wardenier
et al. [1995], Dutta et al. [1997]). Die bisher veröffentlichten CIDECT-Bemessungshilfen für
Hohlprofilkonstruktionen mit KHP- und RHP-Anschlüssen haben dabei im Wesentlichen nur
ruhende Belastungen behandelt (Wardenier et al. [1991], Packer et al. [1992]).

Viele Hohlprofiltragwerke sind jedoch auch durch Ermüdungsbelastung beansprucht. Einige


typische Beispiele werden in den Bildern 1.1 bis 1.11 gezeigt. Ziel des vorliegenden Bandes ist
es, dem Ingenieur in der Praxis Bemessungshilfen für geschweißte KHP- und RHP-Anschlüsse
unter Ermüdungsbelastung an die Hand zu geben.

Bild 1.1 Drehpflugmaschine

Bild 1.2 Landwirtschaftliche Entkernungsanlage

11
Bild 1.3 Mobilkran

Bild 1.4 Riesenrad in einem Freizeitpark

12
Bild 1.5 Hochsee-Bohrinsel

Bild 1.6 Greifschaufel

13
Bild 1.7 Seilbahn

Bild 1.8 Brücke

14
Bild 1.9 Fachwerkträgerbrücke

Bild 1.10 Räumliches Fachwerk als Längsträger einer Brücke

15
Bild 1.11 Sendemast

1.2 Anschlusstypen und Belastungsarten

Die Anschlusstypen und Belastungsarten, die in den Bemessungshilfen behandelt werden,


sind in Tabelle 1.1 zusammengestellt. Ein „ja“ in der Tabelle bedeutet, dass für diesen
Anschlusstyp Bemessungsregeln angegeben werden und ein „nein“ bedeutet, dass ent-
weder keine Regeln zur Verfügung stehen oder dass eine Bemessung nicht erforderlich ist.
Die verschiedenen Anschlusstypen sind in den Bildern 1.12 und 1.13 schematisch darge-
stellt. Die behandelten Belastungsarten sind in Bild 1.14 gezeigt. Für K-Anschlüsse sind
beide Streben identisch und unter dem gleichen Winkel angeschlossen.

16
Tabelle 1.1 Anschlusstypen und Belastungsarten

Anschlusstyp: Belastung Strebe Belastung Gurt


e = eben
r = räumlich
Querschnittstyp: Normal- Biegung Biegung Normal- Biegung
KHP = Kreishohlprofile kraft in der aus der kraft in der
RHP = Rechteckhohlprofile Ebene Ebene Ebene
T/Y e ja ja ja nein nein
X e ja ja ja nein nein
KHP K(Spalt) e ja nein nein ja ja
XX r ja ja ja ja nein
KK(Spalt) r ja nein nein ja ja

T/X e ja ja nein ja ja
K(Spalt) e ja nein nein ja ja
RHS K(Überlappung) e ja nein nein ja ja
KK(Spalt) r ja nein nein ja ja

(a) KHP-T-Anschlüsse (b) KHP-Y-Anschlüsse (c) KHP-X-Anschlüsse

(d) KHP-K-Anschlüsse mit Spalt (e) RHP-T-Anschlüsse (f) RHP-X-Anschlüsse

(g) RHP-K-Anschlüsse mit Spalt (h) RHP-K-Anschlüsse mit Überlappung

Bild 1.12 Ebene Anschlusstypen in diesem Handbuch

17
(a) KHP-XX-Anschlüsse (b) KHP-KK-Anschlüsse mit Spalt

(c) RHP-KK-Anschlüsse mit Spalt

Bild 1.13 Räumliche Anschlusstypen in diesem Handbuch

Bild 1.14 Belastungsarten

18
1.3 Bestimmung der Lebensdauer

Das Phänomen der Ermüdung ist durch eine progressive Abnahme der Festigkeit infolge
zeitlich veränderlicher Spannungen gekennzeichnet. Erkennbar wird die Ermüdung durch
sichtbare Risse und ein Anwachsen dieser Risse, was schließlich zum Versagen eines
Bauteils oder sogar zum Versagen des gesamten Tragwerks führen kann. Die Lebensdauer
einer Tragstruktur kann in zwei Abschnitte unterteilt werden: die Phase der Rissbildung, in
der Mikrorisse entstehen, und die Phase des Rissfortschritts, in der die Risse dann sicht-
bar werden oder die kritische Rissgröße erreichen. Letzteres führt zum Versagen.

Die Lebensdauer von geschweißten Anschlüssen hängt vom Anschlusstyp, der


Belastungsart und der konstruktiven Ausbildung der Anschlüsse ab. Die Belastung
(Normalkräfte oder Biegemomente) eines Anschlusses ergibt sich aus der Art des
Tragwerks und den Ermüdungslasten, siehe Anhang A. Die Auswirkung der konstruktiven
Ausbildung der Anschlüsse auf die Lebensdauer wird im Kapitel 6 erläutert. Das Handbuch
beschäftigt sich hauptsächlich mit der Bestimmung der Ermüdungsfestigkeit von KHP-
und RHP-Anschlüssen, d.h. der Berechnung der Anzahl der Spannungsspiele bis zum
Versagen für die verschiedenen Anschlusstypen unter vorgegebenen Lasten.

1.4 Ermüdungsfestigkeit

Für die Bestimmung der Ermüdungsfestigkeit von geschweißten Hohlprofilknoten wurden


verschiedene Verfahren entwickelt:

a) Klassifizierungsmethode
b) Punching-Shear-Methode
c) Verfahren der Versagenskriterien
d) Methode der statischen Festigkeit
e) Strukturspannungsmethode (auch SCF-Methode genannt)
f) Verfahren der Bruchmechanik

Die Verfahren werden nachfolgend kurz beschrieben:

a) Bei der Klassifizierungsmethode (auch Nennspannungsmethode genannt) werden


Anschlussdetails in verschiedene Kerbfallklassen eingeteilt, die etwa die gleiche
Lebensdauer besitzen. Jeder Kerbfall korrespondiert mit einer Spannungsschwing-
breite, für die der Anschluss nach 2 Millionen Lastzyklen versagen wird. Dieses Verfah-
ren ist im Kapitel 2 detailliert beschrieben. Die Klassifizierungsmethode findet in vielen
Normen Verwendung (EC3 [1992], SAA [1990], JSSC [1995], AISC [1993], CSA [1994]).

b) Die Punching-Shear-Methode ähnelt sehr der Klassifizierungsmethode. Der Unter-


schied besteht darin, dass hier die Abscherspannungsschwingbreite anstelle der
Normalspannungsschwingbreite verwendet wird, um die Lebensdauer abzuschätzen.
Dieses Verfahren wurde vom American Petroleum Institute (API [1991]) und vom
American Welding Society (AWS [1998]) eingeführt. Das Verfahren wird von Marshall
[1992] ausführlich beschrieben.

c) Beim Verfahren der Versagenskriterien werden Diagramme angegeben, die die Span-
nungsschwingbreiten oder maximalen Spannungen bei 2 Millionen Zyklen in Abhängig-
keit von der Anschlussgeometrie und den Belastungsparametern angeben. Mit Hilfe
dieser Diagramme können die kritischen Bauteile in einem Anschluss bestimmt wer-
den. Das Verfahren ist nur für eine begrenzte Zahl von Anschlusstypen mit einge-

19
schränkten Anwendungsgrenzen anwendbar. Weitere Erläuterungen sind bei Mang and
Bucak [1982] zu finden.

d) Die Methode der statischen Festigkeit stellt eine Beziehung zwischen dem Ermüdungs-
verhalten und dem Verhalten unter ruhender Belastung auf. Im Rahmen eines vor-
gegebenen Parameterfeldes können ausreichende gute Zusammenhänge beobachtet
werden. Es gibt jedoch theoretische Einwände gegen diesen Ansatz. So ist z.B. die
Ermüdungsfestigkeit vom schwächsten Punkt in der Struktur abhängig (d.h. ein An-
schluss mit großer Tragfähigkeit kann eine kleine Ermüdungsfestigkeit haben, wenn es
nur eine Schwachstelle gibt), während die statische Festigkeit mehr von der Gesamt-
festigkeit abhängt und Spannungsumlagerungen ermöglicht (van Wingerde et al.
[1997a]). Das Verfahren ist ausführlich von Kurobane [1989] and Niemi [1995] be-
schrieben. Das Verfahren kann als Abschätzung im Rahmen einer Vorbemessung durch-
aus herangezogen werden, wenn noch keine genaueren Kerbfaktoren verfügbar sind.

e) Bei der Strukturspannungsmethode (international auch SCF-Methode genannt) wird


die Lebensdauer eines Anschlusses mit einer lokalen Bezugsspannung am Anschluss
abgeschätzt. Dabei wird die ungleichförmige Spannungsverteilung über den Umfang
der angeschlossenen Profile direkt berücksichtigt. Das Verfahren ist im Kapitel 3 näher
beschrieben. Die SCF-Methode wird auch von der Arbeitsgruppe XV-E (IIW [1985]) des
International Institute of Welding (IIW) für die Bemessung von geschweißten Hohlpro-
filanschlüssen unter Ermüdungsbelastung empfohlen.

f) Die Bruchmechanik kann angewendet werden, um die Dauer des Risswachstums von
Bauteilen mit Anrissen abzuschätzen. Das Verfahren wurde hauptsächlich für einfache
geschweißte Anschlüsse angewendet (Fisher et al. [1970], Gurney [1979], Bell et al.
[1989], Swanmidas et al. [1989], Maddox [1991], Sedlacek et al. [1992], Nguyen und
Wahab [1995], Mori et al. [1997], Mashiri et al. [1998]). Die Methode erfordert jedoch
hohe Rechnerkapazitäten und spezielle Software, um die Lebensdauer von geschweiß-
ten Hohlprofilanschlüssen zu bestimmen (Sedlacek et al. [1998]).

In diesem Handbuch werden nur die Klassifizierungsmethode (siehe Kapitel 2) und die
Strukturspannungsmethode (siehe Kapitel 3) im Detail erläutert.

1.5 Schadensakkumulation

Wie in Anhang A gezeigt, ist die Spannungsschwingbreite S (= Smax – Smin) der entschei-
dende Faktor für die Ermüdungsbemessung. Aufgrund von Eigenspannungen wird das
Spannungsverhältnis R (= Smin/Smax) in modernen Normen für die Ermüdungsbemessung
nicht berücksichtigt. Nur wenn ein Tragwerk vollständig spannungsarm geglüht ist, kann
es vorteilhaft sein, mit dem Spannungsverhältnis zu arbeiten.

Für eine konstante Spannungsamplitude ist kein Versagen durch Ermüdung zu erwarten,
wenn die Spannungsschwingbreite kleiner als die Dauerfestigkeit ist. Die Dauerfestigkeit
ist definiert als die Spannungsschwingbreite für eine bestimmte S-N-Kurve (Bild 2.1 und
3.3) bei N = 5 · 106 Spannungsspielen.

Bei veränderlichen Spannungsamplituden liefern Spannungsschwingbreiten, die unter


dem Schwellenwert der Ermüdungsfestigkeit bei N = 108 (Bilder 2.1, 2.2 and 3.3) liegen,
keinen Betrag zur Berechnung der Schadenssumme.

20
Wenn die Spannungsschwingbreite für periodische Beanspruchung oder wenn die maxi-
male Spannungsschwingbreite für nichtperiodische Beanspruchung oberhalb der
Dauerfestigkeit liegt, kann die Schadenssumme (D) mit der Palmgren-Miner-Regel abge-
schätzt werden, d.h.

D =
ni /Ni

wobei ni die Anzahl der Spannungsspiele für eine bestimmte Spannungsschwingbreite Si


und Ni die Anzahl der Spannungsspiele beim Versagen für diese bestimmte Spannungs-
schwingbreite ist.

Die ertragbare Schadenssumme (D) wird für Tragwerke in nicht aggressiver Umgebung i.A.
als 1,0 angenommen, wenn Effekte aus Ermüdungsrissen und Möglichkeiten der
Inspektion in den Teilsicherheitsbeiwerten berücksichtigt werden.

1.6 Teilsicherheitsbeiwerte

In Normen, die Konstruktionen in Grenzzuständen bemessen, müssen Teilsicherheits-


beiwerte für Ermüdungsbelastung (Ff) und für Ermüdungsfestigkeit (Mf) beim
Ermüdungsnachweis berücksichtigt werden. Im Eurocode (EC3 [1992]) werden beispiels-
weise für Ff = 1,0 und für Mf , welcher von den Schadensfolgen und den Überprüfungs-
und Zugangsmöglichkeiten abhängt, die Werte in Tabelle 1.2 empfohlen. Schadens-
tolerante Bauteile sind hierbei Bauteile, bei denen örtliches Versagen nicht zum Einsturz
des gesamten Tragwerkes führt.

Tabelle 1.2 Teilsicherheitsbeiwert Mf für die Ermüdungsfestigkeit nach Eurocode 3

Überprüfung und Zugäng- Schadenstolerante Nicht-schadenstolerante


lichkeit Bauteile Bauteile

Regelmäßige Überprüfung
und Unterhaltung, 1,0 1,25
zugängliche Kerbstelle

Regelmäßige Überprüfung
und Unterhaltung, 1,15 1,35
schlechte Zugänglichkeit

21
2 Klassifizierungsmethode
2.1 Allgemeines

Bei der Klassifizierungsmethode (auch Nennspanungsmethode genannt) werden Kon-


struktionsdetails für verschiedene Anschlusstypen unterschiedlichen Kategorien zugeord-
net. Jede Kategorie (Kerbfallklasse) entspricht einer Nennspannung (auch als Nominal-
spannung bezeichnet). Diese Klassifizierung beruht auf der Auswertung von Versuchs-
ergebnissen. Hierbei wurde das Wandstärkenverhältnis von Gurt und Strebe (to/t1) berück-
sichtigt und es wurden untere Grenzwerte ermittelt. Bei diesem Verfahren werden die Ein-
flüsse anderer Parameter und die Einflüsse aus den Bleckdicken in gewissem Umfang zusam-
mengefasst (Noordhoek et al. [1980], Wardenier [1982]).

Das Verfahren ist in der Anwendung äußerst einfach. Die Vorgehensweise beim Nachweis
kann wie folgt zusammengefasst werden:

• Bestimmung der Kerbfallklasse abhängig vom Anschlusstyp und den Anschlussdetails,


siehe Abschnitt 2.2
• Bestimmung der Nennspannungsschwingbreiten mittels elastischer Tragwerksberech-
nung gemäß Abschnitt 2.3
• Bestimmung der möglichen Lastwechsel für diese Spannungsschwingbreite mit Hilfe
der Ermüdungsfestigkeitskurven für den zugehörigen Kerbfall, siehe Abschnitt 2.4

Im Anhang B sind die Anwendungsgrenzen für die Nennspannungsmethode für


Anschlüsse in Konstruktionen aus Hohlprofilen für einfache Verbindungen und für Fach-
werkträgerknoten angegeben. Für Fachwerkträger sind Kerbfallklassen nur für ebene K-
und N-Anschlüsse zu finden und Parametervariationen sind nur begrenzt möglich.
Außerdem ist eine weite Streuung beim tatsächlichen Ermüdungsverhalten für Anschlüsse
derselben Kerbfallgruppe möglich, was zu signifikant unterschiedlichen Werten für die
Lebensdauer führen kann (van Wingerde et al. [1997b]).

2.2 Kerbfallgruppen

Die Kerbfallgruppen für die Klassifizierungsmethode sind im Anhang B sowohl für einfache
Verbindungen als auch für Fachwerkträgerknoten aufgelistet. Diese Auflistung ist auch im
Eurocode 3 (EC3 [1992]) enthalten.

Der Anhang B gibt in Tabellen eine Beschreibung des Konstruktionsdetails, anhand deren
die zugehörige Kerbfallklasse gefunden werden kann. Die kleinen Pfeile in den Skizzen zei-
gen die Richtung der wirkenden Spannung und die dicken Linien sollen den möglichen
Ermüdungsriss darstellen, der i.A. senkrecht zur auftretenden Belastung ist. Bei
Fachwerksträgerknoten hat das Wanddickenverhältnis einen großen Einfluss auf die
Einstufung in die Kerbfallklasse.

2.3 Nennspannungsschwingbreiten

Für den Ermüdungsnachweis ist die Nennspannungsschwingbreite im maßgebenden


Bauteil zu ermitteln. Für einfache Verbindungen ist die Berechnung meist einfach möglich.
Bei ebenen oder räumlichen Fachwerkträgern können die Normalkräfte und
Biegemomente in den Bauteilen wie in Abschnitt 3.2 beschrieben berechnet werden. Die
Nennspannungsschwingbreiten können entsprechend Abschnitt 3.3 ermittelt werden,

22
wobei sekundäre Biegemomente infolge exzentrischer Lasteinleitung durch
Vergrößerungsfaktoren berücksichtigt werden können. Im Eurocode 3 (EC3 [1992]) sind
solche Vergrößerungsfaktoren für KHP-Anschlüsse nach Tabelle 2.1 und für RHP-
Anschlüsse nach Tabelle 2.2 empfohlen.

Tabelle 2.1 Vergrößerungsfaktoren zur Berücksichtigung von sekundären Biegemomenten in


Anschlüssen von Fachwerkträgern aus KHP

rechtwinklige diagonale
Anschlusstyp Gurte
Streben Streben

Anschlüsse K – 1,3
mit Spalt N 1,8 1,4
1,5
Anschlüsse K – 1,2
mit Überlappung N 1,65 1,25

Tabelle 2.2 Vergrößerungsfaktoren zur Berücksichtigung von sekundären Biegemomenten in


Anschlüssen von Fachwerkträgern aus RHP

rechtwinklige diagonale
Anschlusstyp Gurte
Streben Streben

Anschlüsse K – 1,5
mit Spalt N 2,2 1,6
1,5
Anschlüsse K – 1,3
mit Überlappung N 2,0 1,4

2.4 Ermüdungsfestigkeitskurven

Die Ermüdungsfestigkeitskurven werden häufig als Sn-Nf-Kurven bezeichnet, wobei Sn die


Nennspannungsschwingbreite und Nf die zugehörige Anzahl der Spannungsspiele bis zum
Versagen ist. Statt Sn wird auch als Symbol ∆ verwendet. Die Kurven werden im doppelt
logarithmischen Maßstab aufgetragen. Die Sn-Nf-Kurven des Eurocode 3 für einfache
Verbindungen unter Längsspannungen zeigt Bild 2.1. Die entsprechenden Kurven für
Anschlüsse von Hohlprofilen sind in Bild 2.2 dargestellt. Sn-Nf-Kurven in anderen nationa-
len Normen sind ähnlich den Kurven des Eurocode 3. Bild 2.1 ist in Verbindung mit Tabelle
B.1 des Anhangs B und Bild 2.2 ist in Verbindung mit Tabelle B.2 des Anhangs B anzu-
wenden.

23
24
1000 (N/mm2)
Spannungsschwingbreite Sn (N/mm≤)
1000 Spannungsschwingbreite Sn (N/mm2)

500 500
Kerbfall

Dauerfestigkeit
14
0 1
6
0
11
2 1 Kerbfall
90 2 5
1 10
71 0
100 80 100
m 56 Schwellenwert der 90
63 Ermüdungsfestigkeit
45 1
m=3 50 71
36 56 Schwellenwert der
50 40 50 m=5 Ermüdungsfestigkeit
45 50

36

m=5

10 10
104 5 105 5 106 2 5 107 5 108 104 5 105 5 106 2 5 107 5 108

Anzahl der Spannungsspiele Nf Anzahl der Spannungsspiele Nf

Bild 2.1 Ermüdungsfestigkeitskurven für Spannungsschwingbreiten der Bild 2.2 Ermüdungsfestigkeitskurven für Anschlüsse von Hohlprofilen
Längsspannungen
In Bild 2.1 sind wie bereits in Kapitel 1.5 erläutert drei Werte von besonderer Bedeutung:
Kerbfall, Dauerfestigkeit und Schwellenwert der Ermüdungsfestigkeit. Eine Zusammen-
stellung dieser Werte ist in Tabelle 2.3 zu finden. In Bild 2.1 haben alle Sn-Nf-Kurven eine
Neigung von m = 3, solange Nf kleiner als 5 · 106 ist, und eine Neigung von m = 5, wenn
Nf zwischen 5 · 106 and 108 liegt. In Bild 2.2 wird nur eine einheitliche Neigung von m = 5
verwendet. Die Schwellenwerte der Ermüdungsfestigkeit für die Kurven in Bild 2.2 sind in
Tabelle 2.4 angegeben.

Tabelle 2.3 Dauerfestigkeit und Schwellenwerte der Ermüdungsfestigkeit für Längsspannungen

Kerbfall Dauerfestigkeit Schwellenwerte der


(N/mm2) (N/mm2) Ermüdungsfestigkeit (N/mm2)
160 117 64
140 104 57
125 93 51
112 83 45
100 74 40
90 66 36
80 59 32
71 52 29
63 46 26
56 41 23
50 37 20
45 33 18
40 29 16
36 26 14

Tabelle 2.4 Schwellenwerte der Ermüdungsfestigkeit für Anschlüsse von Hohlprofilen

Kerbfall (N/mm2) Schwellenwerte der Ermüdungsfestigkeit (N/mm2)


90 41
71 32
56 26
50 23
45 20
36 16

25
3 Strukturspannungsmethode

3.1 Allgemeines

In geschweißten Hohlprofilanschlüssen ist die Steifigkeit entlang den Schnittlinien der


Profilquerschnitte nicht gleichförmig. Dadurch ist auch die Spannungsverteilung ungleich-
förmig, wie anhand eines Beispiels in Bild 3.1 dargestellt.

σnom, Strebe
σmax, Gurt
σmax, Strebe

σnom, Strebe

Bild 3.1 Geometrische Spannungsverteilung in einem axial belasteten X-Knoten aus Kreishohlprofilen

Bei der Strukturspannungsmethode wird die Lebensdauer eines Anschlusses nicht auf die Nomi-
nalspannung (Nennspannung) im Strebenquerschnitt, sondern auf die lokale Bezugsspannung
(auch als geometrische Spannung, Strukturspannung oder Spitzenspannung bezeichnet) bezo-
gen. Die lokale Bezugsspannung berücksichtigt neben der ungleichförmigen Spannungsver-
teilung am Anschluss entlang der Schnittlinie der Profile auch die Belastungsart. Sie
berücksichtigt aber nicht die Einflüsse aus der Fertigung wie z.B. Nahtausbildung (flach, kon-
vex, konkav) und die örtlichen Gegebenheiten am Schweißnahtübergang (Radius am
Nahtübergang, Einbrand etc.). Die lokale Bezugsspannung ist die maximale Spannung, die in
einem Anschluss an den Stellen auftritt, an denen typischerweise Risse entstehen. Weitere
Informationen zur lokalen Bezugsspannung findet man im Anhang C.

Der Ermüdungsnachweis kann wie folgt zusammengefasst werden:

1. Bestimmung der Schnittgrößen in Gurt und Streben mit den üblichen Verfahren der
Tragwerksberechnung gemäß Abschnitt 3.2
2. Bestimmung der Nennspannungsschwingbreite (Sn oder n)
3. Bestimmung des Spannungskonzentrationsfaktors (SCF) gemäß Abschnitt 3.4
4. Bestimmung der Schwingbreite der lokalen Bezugsspannung (Srhs) gemäß Abschnitt 3.5
5. Bestimmung der zulässigen Lastwechsel für die gegebene Spitzenspannungsschwingbreite
an einer bestimmten Anschlussstelle mittels einer Ermüdungsfestigkeitskurve, siehe Abschnitt 3.6

Das Verfahren kann für alle in Tabelle 1.1 angegebenen Anschlusstypen und Belastungs-
arten angewandt werden.

3.2 Schnittgrößen

Für geschweißte Hohlprofilkonstruktionen sind die Schnittgrößen aus einer Berechnung


des gesamten Tragwerkes unter Berücksichtigung der Exzentrizitäten der Schwereachsen
der einzelnen Bauteile an den Anschlüssen und der Knotensteifigkeiten zu ermitteln
(Romeijn et al. [1997] und Herion und Puthli [1998]). Dieses kann durch verschiedene Verfahren
wie in den Abschnitten 3.2.1 bis 3.2.3 beschrieben geschehen:

26
3.2.1 Detaillierte räumliche Finite-Elemente-Berechnung, bei der Platten-, Schalen- und Starr-
körperelemente an den Anschlüssen verwendet werden (nur für erfahrene Anwender), oder
3.2.2 vereinfachte Stabswerksberechnung für räumliche Dreigurtträger oder ebene Fachwerke.
Bei ebenen oder räumlichen Fachwerkträgern können die Normalkräfte und Biegemomente in
den Bauteilen berechnet werden, indem die Gurte als durchlaufende Träger und die Streben
(Füllstäbe) als an die Gurte gelenkig angeschlossen modelliert werden, siehe Bild 3.2. Daraus
ergeben sich dann für die Streben nur Normalkräfte und die Gurte werden durch Normalkräfte
und Biegemomente beansprucht. Dieses Vorgehen ist insbesondere für bewegliche Lasten
(z.B. bei Brücken oder auf dem Gurt fahrende Krane) geeignet, oder
3.2.3 Rahmenberechnung als zwei- oder dreidimensionale Vierendeelträger.
Modellierung für die
meisten Anschlüsse
mit Überlappung
starre Stäbe Gelenk

starre Stäbe Modellierung für die


meisten Anschlüsse
mit Spalt

Bild 3.2 Anschlussmodell eines ebenen Rahmens für ein Stabwerksprogramm

3.3 Schwingbreiten der Nennspannung

Die Bestimmung der Nennspannungsschwingbreiten richtet sich nach der gewählten


Methode zur Berechnung der Schnittgrößen.

3.3.1 Im Fall einer Schnittgrößenermittlung gemäß Abschnitt 3.2.1 können die Nennspan-
nungsschwingbreiten in den Bauteilen wie folgt ermittelt werden:
P Mipb Mopb
Sr, ax = ax Sr, ipb = Sr, opb =
A Wipb Wopb
3.3.2 Im Fall einer Schnittgrößenermittlung gemäß Abschnitt 3.2.2 können die Nennspan-
nungsschwingbreiten in den Bauteilen wie folgt ermittelt werden:
P Mipb
Sr, ax = MF · ax Sr, ipb =
A Wipb
wobei MF ein Vergrößerungsfaktor nach Tabellen 2.1 und 2.2 ist.

3.3.3 Im Fall einer Schnittgrößenermittlung gemäß Abschnitt 3.2.3 können die Nennspan-
nungsschwingbreiten in allen Bauteilen wie in Abschnitt 3.2.1 angegeben berechnet werden.

3.4 Spannungskonzentrationsfaktoren

Da die Bestimmung der Schwingbreite der lokalen Bezugsspannung entlang einer großen
Anzahl von Linien rechtwinklig zum Schweißnahtfuß mittels Dehnungsmessstreifen auf
Probekörpern oder mit Hilfe von Finite-Elemente-Berechnungen für den Konstrukteur nicht
praktikabel ist, werden Spannungskonzentrationsfaktoren (SCFs) als Multiplikatoren für die
Nennspannungen benutzt. Der Spannungskonzentrationsfaktor gibt das Verhältnis von lokaler
Bezugsspannung zur Nennspannung an. Er kann über den Knotenbereich variieren. Mehrere

27
festgelegte Linien werden für einen Knoten gewählt, entlang derer die SCFs ermittelt werden.
Die üblicherweise verwendeten Linien für K-Knoten aus Kreishohlprofilen sind von Romeijn et
al. [1992] und Karamanos et al. [1997], für T- und X-Knoten aus Rechteckhohlprofilen von van
Wingerde [1992] und für RHP-K-Knoten von Mang et al. [1989] und von van Wingerde et al.
[1997a] angegeben. Im Detail sind diese auch in den Kapiteln 4 und 5 zu finden.

Die Berechnung der SCFs kann auf eine der folgenden Arten erfolgen:

• Bestimmung der SCFs mittels Versuchen oder FE-Simulationen, siehe Anhang C


• Bestimmung der SCFs mit Hilfe detaillierter Parameter-Formeln
• Bestimmung der SCFs mit vereinfachten Parameter-Formeln oder Diagrammen

In diesem Handbuch werden hauptsächlich die vereinfachten Formeln oder Diagramme


aus den Kapiteln 4 und 5 zur SCF-Berechnung verwendet. Bezüglich der detaillierten
Formeln wird auf die Originalliteratur verwiesen.

Im Fall einer Schnittgrößenermittlung gemäß Abschnitt 3.2.1 können die SCFs entweder
direkt aus diesen Berechnungen oder für KHP mittels Kapitel 4 bzw. für RHP mittels Kapitel 5
ermittelt werden. Wurde die Schnittgrößenermittlung nach den Abschnitten 3.2.2 oder
3.2.3 durchgeführt, können die SCFs ebenfalls nach Kapitel 4 bzw. 5 ermittelt werden.

3.5 Schwingbreite der lokalen Bezugsspannung

Im Fall einer Schnittgrößenermittlung gemäß Abschnitt 3.2.1 können die Schwingbreiten der
lokalen Bezugsspannungen direkt aus diesen Berechnungen für die jeweilige Belastungsart
ermittelt werden. In allen anderen Fällen sollte das folgende Verfahren zur Bestimmung der
Schwingbreiten der lokalen Bezugsspannungen verwendet werden:

Die Schwingbreiten der lokalen Bezugsspannungen an einer Stelle infolge eines Lastfalls ist das
Produkt aus der Nennspannungsschwingbreite mit dem entsprechenden Spannungskonzen-
trationsfaktor (SCF). Die Überlagerung von lokalen Bezugsspannungsschwingbreiten an der-
selben Stelle ist für Lastfallkombinationen möglich. Wenn es nicht möglich ist, für jede
Belastung die maßgebende Stelle für die lokale Bezugsspannung zu ermitteln, so sind die maxi-
malen SCFs an allen Stellen entlang den Anschlussschnittlinien anzuwenden. Schwingbreiten
der lokalen Bezugsspannungen sind sowohl für die Streben als auch für Gurte zu ermitteln.

Für eine beliebige Belastung können die Schwingbreiten der lokalen Bezugsspannungen
für die Gurte wie folgt ermittelt werden:

• Für alle Anschlüsse mit Ausnahme von XX-Anschlüssen aus KHP:


S rhs = SCFaxial-force-in-brace · Sr, axial-force-in-brace + SCFipb-in-brace · Sr, ipb-in-brace
+SCFopb-in-brace · Sr, opb-in-brace + SCFaxial-force-in-chord · Sr, axial-force-in-chord
+ SCFipb-in-chord · Sr, ipb-in-chord

Für K-Anschlüsse bezieht sich Sr, axial-force-in-chord auf die zusätzliche Schwingbreite infol-
ge Pch entsprechend Tabellen D.3, E.2 und E.3 in den Anhängen.

• Für XX-Anschlüsse aus KHP, bei denen bisher kein räumlicher Korrekturfaktor MCF
angegeben werden kann:
Srhs = SCFaxial-force-in-REF-brace · Sr, axial-force-in-REF-brace + SCFipb-in-REF-brace · Sr, ipb-in-REF-brace
+SCFopb-in-REF-brace · Sr, opb-in-REF-brace + SCFaxial-force-in-chord · Sr, axial-force-in-chord
+SCFaxial-force-in-COV-brace · Sr, axial-force-in-COV-brace + SCFopb-in-COV-brace · Sr, opb-in-COV-brace

28
Für eine beliebige Belastung können die Schwingbreiten der lokalen Bezugsspannungen
für die Streben wie folgt ermittelt werden:

• Für alle Anschlüsse mit Ausnahme von XX-Anschlüssen aus KHP:


Srhs = SCFaxial-force-in-brace · Sr, axial-force-in-brace + SCFipb-in-brace · Sr, ipb-in-brace
+ SCFopb-in-brace · Sr,opb-in-brace

• Für XX-Anschlüsse aus KHP, bei denen bisher kein räumlicher Korrekturfaktor MCF
angegeben werden kann:
Srhs = SCFaxial-in-force-in-REF-brace · Sr, axial-force-in-REF-brace + SCFipb-in-REF-brace · Sr, ipb-in-REF-brace
+SCFopb-in-REF-brace · Sr, opb-in-REF-brace + SCFaxial-force-in-COV-brace · Sr, axial-force-in-COV-brace
+ SCFopb-in-COV-brace · Sr, opb-in-COV-brace

Bei räumlichen Knoten kann die Belastung einer Strebenebene die Schwingbreiten der
lokalen Bezugsspannungen der anderen Strebenebene beeinflussen. Diese Mitwirkung
wird auch als „carry-over effect“ bezeichnet und wird in den Abschnitten 4.4 und 4.5 erörtert.

3.6 Ermüdungsfestigkeitskurve mit Blechdickenkorrektur

Ähnlich der Klassifizierungsmethode werden anhand tabellierter Kerbfälle Ermüdungs-


festigkeitskurven (Srhs-Nf-Kurven) für den Ermüdungsnachweis herangezogen, wobei Srhs
die Schwingbreite der lokalen Bezugsspannungen ist. Für Hohlprofilknoten werden
Anschlüsse mit einer Wanddicke von 16 mm als Referenz-Srhs-Nf-Kurve verwendet
(Thorpe und Sharp [1989], DEn [1993], Dimitrakis et al. [1995], van Wingerde et al.
[1996a,1997a,1997b]). Für Knoten mit abweichenden Bleckdicken werden Faktoren zur
Dickenkorrektur eingeführt. Der Einfluss des Dickeneffektes auf das Ermüdungsverhalten
von Hohlprofilknoten ist umfassend untersucht worden (Gurney [1979], van Delft [1981],
Marshall [1984,1992], van Delft et al. [1989], Berge und Webster [1987], Haagensen [1989],
Thorpe und Sharpe [1989], van Wingerde [1992]). Der Dickeneffekt wird auch in den meis-
ten Konstruktionsempfehlungen berücksichtigt (IIW [1985], DEn [1990], EC3 [1992], AWS
[1996]), welcher in der Regel zu höheren Srhs-Nf-Kurven für kleinere Wanddicken führt.
Zwei verschiedene Scharen von Srhs-Nf-Kurven wurden für KHP- bzw. RHP-Knoten ent-
wickelt (van Wingerde et al. [1997b] und Wardenier et al. [1995]).
Neuerlich wurden neue Srhs-Nf-Kurven und Formeln zur Dickenkorrektur veröffentlicht (van
Wingerde et al. [1997c, 1998]). Aufgrund der Auswertung von Daten für rechteckige und
kreisförmige Hohlprofile wird die „T-Linie“ des DEn (entspr. EC3, Kerbklasse 112) als ein-
heitliche Referenzkurve für 16 mm Wanddicken für Knoten sowohl aus kreisförmigen als
auch aus rechteckigen Hohlprofilträgern empfohlen. Die Srhs-Nf-Kurven mit Dickenkor-
rektur sind in Bild 3.2 dargestellt. Die Gleichungen für diese Kurven zeigt Tabelle 3.1.

Folgende Punkte sollten bei der Verwendung von Bild 3.2 und Tabelle 3.1 beachtet werden:

(1) Bild 3.2 und Tabelle 3.1 sind nur gültig für KHP-Knoten mit Dicken zwischen 4 mm und
50 mm sowie RHP-Knoten mit Dicken zwischen 4 mm und 16 mm.
(2) Bei geschweißten Knoten mit Dicken unter 4 mm können Schweißfehler die geometri-
schen Einflüsse überlagern und bisweilen zu erheblich niedrigeren Ermüdungsfestig-
keiten führen (Wardenier [1982], Puthli et al. [1989], van Wingerde et al. [1996a], Mashiri
et al. [1998]).
(3) Werte für die Dauerfestigkeiten und die Schwellenwerte der Ermüdungsfestigkeit aus
Bild 3.3 sind in Tabelle 3.2 zusammengefasst.

29
Tabelle 3.1 Gleichungen für die Srhs-Nf-Kurven für KHP-Anschlüsse (4 mm ≤ t ≤ 50 mm) und
RHP-Anschlüsse (4 mm ≤ t ≤ 16 mm)

für 103 < Nf < 5 · 106 log(Srhs) = 1 · (12,476 – log(Nf)) + 0,06 · log(Nf) · log 16
3 t
 
12,476 – 3 · log(Srhs)
oder log(Nf) =
 
1 – 0,18 · log 16
t

für 5 · 106 < Nf < 108 log(Srhs) = 1 · (16,327 – log(Nf)) + 0,402 · log 16
5 t
 
(nur veränderliche
Schwingbreiten) oder log(Nf) = 16,327 – 5 · log(Srhs) + 2,01 · log 16
t
 
1000
Schwingbreite der lokalen Bezugsspannungen (N/mm2), Srhs

100
t = 4 mm
t = 5 mm
t = 8 mm
t = 12 mm
t = 16 mm
t = 25 mm
t = 32 mm
t = 50 mm

10
103 104 105 106 107 108 109

Anzahl der Spannungsspiele Nf

Bild 3.3 Ermüdungsfestigkeitskurven für KHP-Anschlüsse (4 mm ≤ t ≤ 50 mm) und RHP-Anschlüsse


(4 mm ≤ t ≤ 16 mm) für die Strukturspannungsmethode
Tabelle 3.2 Werte für Dauerfestigkeit und Schwellenwerte der Ermüdungsfestigkeit in Bild 3.3
Schwellenwerte der
Querschnittstyp Dicke Dauerfestigkeit Ermüdungsfestigkeit
(mm) (N/mm2) (N/mm2)
4 147 81
KHP 5 134 74
& 8 111 61
RHP 12 95 52
16 84 46
25 71 39
KHP 32 64 35
50 53 29

30
4 Spannungskonzentrationsfaktoren für KHP-Anschlüsse

In diesem Kapitel und im Anhang D wird detailliert die SCF-Berechnung für Anschlüsse aus
Kreishohlprofilen gezeigt. Tabelle 4.1 gibt eine Zusammenstellung, wo entsprechende
Tabellen und Bilder zu finden sind. Sofern im Anhang D nicht ausdrücklich angegeben ist,
dass die SCFs vernachlässigt werden können, wird ein Mindestwert von SCF = 2,0 emp-
fohlen (siehe hierzu Abschnitt C.1 des Anhangs C).

Tabelle 4.1 Zusammenstellung der SCF-Berechnungen für KHP-Anschlüsse

Anschlusstyp Tabellen und Bilder für SCF-Berechnungen


Ebene KHP-T- und Y-Anschlüsse Tabelle D.1
Bilder 4.2 bis 4.4
Ebene KHP-X-Anschlüsse Tabelle D.2
Bilder 4.6 bis 4.8
Ebene KHP-K-Anschlüsse mit Spalt Tabelle D.3
Räumliche KHP-XX-Anschlüsse Tabelle D.4
Räumliche KHP-KK-Anschlüsse mit Spalt Tabelle D.3 und Tabelle 4.2

4.1 Ebene T- und Y-Anschlüsse

Definition des Anschlusstyps


Einen ebenen KHP-T- bzw. Y-Anschluss mit Definition der geometrischen Parameter (, ,
,  and ) und maßgebenden Stellen (Krone und Sattel) zeigt Bild 4.1.

Typische SCF-Formeln
Die SCF-Berechnungen für diesen Anschlusstyp beruhen auf Arbeiten von Efthymiou und
Durkin (1985) und Efthymiou (1988). Eine typische SCF-Formel ist für die Gurtkrone in
einem Y-Anschluss unter Normalkraftbeanspruchung nachfolgend gegeben.
SCF = 0,2 (2,65 + 5( – 0,65)2) + (0,5 C  – 3) sin 
Man erkennt, dass der Spannungskonzentrationsfaktor eine Funktion von , , , ,  und
C ist. Der Faktor C erfasst die Lagerung an den Gurtenden. Im Falle von voll eingespann-
ten Gurten wird C = 0,5, für gelenkige Lagerung wird C = 1,0. Als realistischen Wert gibt
Efthymiou [1988] C = 0,7 an. Wenn  kleiner als 12 ist, wird ein Korrekturfaktor nötig, um
die eingeschränkte Verformbarkeit von kurzen Gurten zu berücksichtigen.
d1
t1 d1
γ=
d0
β=
d0 2t0

t1 2L
τ= α=
t0 θ t0 d0

Kronenrückseite
Sattel

d0 Kronenvorderseite

L
Bild 4.1 Ebener KHP-T- oder Y-Anschluss

31
Beurteilung der Parameter
Für eine begrenzte Anzahl von Anschlusskonfigurationen werden die SCFs graphisch in
den Bildern 4.2 bis 4.4 für KHP-T-Anschlüsse unter Normalkraftbeanspruchung, für
Biegung in der Ebene bzw. für Biegung aus der Ebene wiedergegeben. Es ergeben sich
folgende Schlussfolgerungen für Gurt und Strebe:

• Die größten SCFs treten am Sattel auf


• Die größten SCFs am Sattel ergeben sich für mittlere -Werte
• Mit Ausnahme für die Strebenkrone unter Normalkraftbeanspruchung sinken die SCFs
mit abnehmenden -Werten
• Mit abnehmenden 2-Werten sinken auch die SCFs

Anmerkung: Für  ≥ 0,95 kann der SCF für  = 0,95 abgegriffen werden.

Strebensattel Strebenkrone

Gurtsattel Gurtkrone

Bild 4.2 SCFs für KHP-T-Anschlüsse unter Normalkraftbeanspruchung ( = 12 und C = 0,7)

32
Gurtkrone Strebenkrone

Bild 4.3 SCFs für KHP-T-Anschlüsse für Biegung in der Ebene ( = 12)

Gurtsattel Strebensattel

Bild 4.4 SCFs für KHP-T-Anschlüsse für Biegung aus der Ebene ( = 12)

33
Detaillierte Formeln und Diagramme
Die Diagramme in den Bildern 4.2 bis 4.4 können für eine schnelle Abschätzung der SCFs
verwendet werden. Die SCF-Formeln für alle maßgebenden Stellen (Gurtsattel, Gurtkrone,
Strebensattel und Strebenkrone) in T- und Y-Anschlüssen unter Normalkraftbeanspru-
chung, Biegung in der Ebene und Biegung aus der Ebene sind im Anhang D.1 gegeben.
Es gelten dabei folgende Anwendungsgrenzen:

0,2 ≤  ≤ 1,0
15 ≤ 2 ≤ 64
0,2 ≤ ≤ 1,0
4 ≤  ≤ 40
30o ≤  ≤ 90°

4.2 Ebene X-Anschlüsse

Definition des Anschlusstyps


Einen ebenen KHP-X-Anschluss mit Definition der geometrischen Parameter (, , ,  und
) und maßgebenden Stellen (Krone und Sattel) zeigt Bild 4.5.

d1
t1 d1
γ=
d0
β=
d0 2t0

t1 2L
τ= α=
t0 θ t0 d0

Kronenrückseite
Sattel

d0 Kronenvorderseite

Bild 4.5 Ebener KHP-X-Anschluss

Typische SCF-Formeln
Die SCF-Berechnungen für diesen Anschlusstyp beruhen auf Arbeiten von Efthymiou und
Durkin [1985] und Efthymiou [1988]. Eine typische SCF-Formel für die Gurtkrone in einem
X-Anschluss unter Normalkraftbeanspruchung ist nachfolgend gegeben:

SCF = 0,2 (2,65 + 5( – 0,65)2) – 3 sin 

Man erkennt, dass der SCF eine Funktion von , ,  und  ist. Wenn  kleiner als 12 ist,
wird ein Korrekturfaktor nötig, um die eingeschränkte Verformbarkeit von kurzen Gurten zu
berücksichtigen.

34
Beurteilung der Parameter
Für eine begrenzte Anzahl von Anschlusskonfigurationen werden die SCFs graphisch in
den Bildern 4.6 bis 4.8 für KHP-X-Anschlüsse unter Normalkraftbeanspruchung, für
Biegung in der Ebene bzw. für Biegung aus der Ebene wiedergegeben. Es ergeben sich die
gleichen Schlussfolgerungen für Gurt und Strebe wie für T- und Y-Anschlüsse, siehe
Abschnitt 4.1. Anmerkung: Für  ≥ 0,95 kann der SCF für  = 0,95 abgegriffen werden.

Detaillierte Formeln und Diagramme


Die Diagramme in den Bildern 4.6 bis 4.8 können für eine schnelle Abschätzung der SCFs
verwendet werden. Die SCF-Formeln für alle maßgebenden Stellen (Gurtsattel, Gurtkrone,
Strebensattel und Strebenkrone) in X-Anschlüssen unter Normalkraftbeanspruchung,
Biegung in der Ebene und Biegung aus der Ebene sind im Anhang D.2 gegeben. Es gel-
ten dabei folgende Anwendungsgrenzen:

0,2 ≤  ≤ 1,0
15 ≤ 2 ≤ 32
0,2 ≤ ≤ 1,0
4 ≤  ≤ 40
30o ≤  ≤ 90°

Strebensattel Strebenkrone
(unabhängig von )

Gurtsattel Gurtkrone

Bild 4.6 SCFs für KHP-X-Anschlüsse unter Normalkraftbeanspruchung ( = 12 und C = 1)

35
2= 15 2= 30 2= 50

Gurtkrone Strebenkrone

Bild 4.7 SCFs für KHP-X-Anschlüsse für Biegung in der Ebene ( = 12)

Gurtsattel Strebensattel

Bild 4.8 SCFs für KHP-X-Anschlüsse für Biegung aus der Ebene ( = 12)

36
4.3 Ebene K-Anschlüsse mit Spalt

Definition des Anschlusstyps


Einen ebenen KHP-K-Anschluss mit Spalt mit Definition der geometrischen Parameter und
maßgebenden Stellen (1 bis 4) zeigt Bild 4.9. Im Allgemeinen findet man die größte
Strukturspannung im Gurt für ausgeglichene Belastung (d.h. im Gleichgewicht stehende
Normalkräfte) entweder an der Kronenspitze (Stelle 1) oder am Gurtsattel (Stelle 2). Bei den
Streben ist die Lage der maximalen Strukturspannung sehr von den Anschlussparametern
abhängig, meist findet man aber die Spitzenspannung an der Kronenrückseite (Stelle 3)
oder am Strebensattel (Stelle 4).
d1 d d0
= 1 =
d0 2t0
t
t1 = 1
Bezugsstrebe t0
mitwirkende Strebe
t0 θ 3 4
θ
1
2
d0

Bild 4.9 Ebener KHP-K-Anschluss mit Spalt

Typische SCF-Formeln
Die SCF-Berechnungen für diesen Anschlusstyp beruhen auf Arbeiten von Romeijn [1994],
Dijkstra et al. [1996] und Karamanos et al. [1997]. Spätere Vereinfachungen wurden von
van Wingerde et al. [1998] vorgeschlagen. Die allgemeine Form ähnelt den IIW-Formeln
[1985], d.h., es werden für verschiedene Werte von  und  und für einige konstante Werte
von  und (also o, o) Diagramme gegeben. Für o und o wurden die Werte 12 bzw. 0,5
als Bezugsgrößen gewählt und die entsprechenden Spannungskonzentrationsfaktoren wer-
den als Bezugswert SCFo angegeben. Eine typische SCF-Formel hat dann folgendes Format:

 1 2  1 2
SCF =    
0
·
o
SCF0 = 12 · 0,5    
· SCF0

Die Exponenten 1 und 2 hängen ihrerseits von der Belastungsart und von der maßge-
benden Stelle ab. Sie variieren zwischen 0 und 1,1. Werte für 1, 2 und SCFo sind in
Tabelle D.3 im Anhang D gegeben.

Beurteilung der Parameter


Aus der allgemeinen Formel für die Berechnung des SCF können folgende Schlussfolge-
rungen für KHP-K-Anschlüsse gezogen werden:

• Sinkende SCFs für kleiner werdende -Werte


• Sinkende SCFs für kleiner werdende 2-Werte

Aus den Diagrammen im Anhang D.3 können folgende Zusammenhänge abgeleitet werden:

• Für ausgeglichene Normalkraftbeanspruchung sinken die SCFs mit abnehmendem 


• Für ausgeglichene Normalkraftbeanspruchung sinken die SCFs mit zunehmendem 
• Für reine Gurtbelastung sinken die SCFs mit zunehmendem 

37
Detaillierte Formeln und Diagramme
Die SCF-Formeln für Gurt und Streben in KHP-K-Anschlüssen mit Spalt für ausgeglichene
Normalkraftbeanspruchung und für reine Gurtbelastung sind im Anhang D.3 gegeben. Es
gelten dabei folgende Anwendungsgrenzen:

Keine Exzentrizität
Gleiche Streben
0,3 ≤  ≤ 0,6
24 ≤ 2  ≤ 60
0,25 ≤ ≤ 1,0
30o ≤  ≤ 60°

4.4 Räumliche XX-Anschlüsse

Definition des Anschlusstyps


Einen räumlichen KHP-XX-Anschluss mit Definition der geometrischen Parameter und
maßgebenden Stellen zeigt Bild 4.10. Vier kritische Stellen sind für diesen Anschlusstyp zu
berücksichtigen:

Stelle 1: Gurtkrone
Stelle 2: Gurtsattel
Stelle 3: Strebenkrone in der Bezugsstrebe
Stelle 4: Strebensattel in Bezugsstrebe

d1
Bezugsstrebe

t1 θ
Gurt

φ
3 4 2
1
t0

mitwirkende Strebe

d0

Bild 4.10 Räumlicher KHP-XX-Anschluss

Typische SCF-Formeln
Die SCF-Berechnungen für diesen Anschlusstyp beruhen auf Arbeiten von Romeijn [1994],
Dijkstra et al. [1996] und Karamanos et al. [1997]. Die vier nachfolgend aufgeführten
Lastfälle sind zu berücksichtigen:

1. ausgeglichene Normalkräfte in den Streben


2. ausgeglichene Beanspruchung in den Streben für Biegung in der Ebene
3. ausgeglichene Beanspruchung in den Streben für Biegung aus der Ebene
4. ausgeglichene Normalkraftbeanspruchung im Gurt

38
Ähnlich wie für K-Anschlüsse werden in diesem Handbuch auch für XX-Anschlüsse verein-
fachte Formeln und Diagramme vorgeschlagen, um die SCFs abschätzen zu können. Das
allgemeine Format lautet auch hier:
 1
2  1 2
SCF =   0   o
· SCF0 = 12    
· 0,5 · SCF0

Werte für die Exponenten ( 1 and 2) und für SCFo sind im Anhang D.4 angegeben.

Beurteilung der Parameter


Hier gelten ähnliche Schlussfolgerungen wie bei den ebenen KHP-X-Anschlüssen.

Räumliche Effekte durch die mitwirkenden Streben (so genannte „carry-over“-Effekte) wer-
den nur an den Sattelpunkten für Normalkraftbeanspruchung oder Biegung aus der Ebene
beobachtet.

Für Biegung in der Ebene kann kein räumlicher Effekt festgestellt werden.

Effekte aus reiner Gurtbelastung ergeben sich ausschließlich an den Gurtkronen.

Detaillierte Formeln und Diagramme


Detaillierte Formeln und Diagramme für die SCF-Berechnung für räumliche KHP-XX-An-
schlüsse sind im Anhang D.4 zusammengefasst. Es gelten folgende Anwendungsgrenzen
für die Berechnung der SCFs für räumliche XX-Anschlüsse:

Keine Exzentrizität
Gleiche Streben
0,3 ≤  ≤ 0,60
15 ≤ 2 ≤ 64
0,25 ≤ ≤ 1,0
 = 90°
 = 90°
=  – 2 arc sin () ≥ 16,2°

4.5 Räumliche KK-Anschlüsse mit Spalt

Definition des Anschlusstyps


Einen räumlichen KHP-KK-Anschluss mit Definition der geometrischen Parameter und
maßgebenden Stellen zeigt Bild 4.11. Sechs kritische Stellen sind zu untersuchen:

Stelle 1: Gurtkronenvorderseite
Stelle 2: Innerer Sattel des Gurtes
Stelle 3: Äußerer Sattel des Gurtes
Stelle 4: Kronenrückseite der Bezugsstrebe in der Bezugsebene
Stelle 5: Innerer Sattel der Bezugsstrebe
Stelle 6: Äußerer Sattel der Bezugsstrebe

Typische SCF-Formeln
Die SCF-Berechnungen für diesen Anschlusstyp beruhen auf Arbeiten von Romeijn et al.
[1993], Romeijn [1994], Dijkstra et al. [1996] und Karamanos et al. [1997] und späteren
Vereinfachungen von van Wingerde et al. [1998]. Zwei Lastfälle sind zu berücksichtigen:
39
1. ausgeglichene Normalkraftbeanspruchung in den Streben
2. Beanspruchung des Gurtes infolge Normalkraft und Biegung

d1

Bezugs- d d
t1 ebene = 1 = 0
d0 2t0
äußerer
Äußerer innerer Sattel θ t 4 5
θ
6 5 0
Sattel
3 2 2 1 t
φ d0 Kronenvorderseite = 1
t0

mitwirkende
Ebene

Bild 4.11 Räumlicher KHP-KK-Anschluss

Die Definition für ausgeglichene Normalkraftbeanspruchung in den Streben ist in Bild 4.12
angegeben. Die Streben des Knotens bilden zwei Ebenen, eine wird als Bezugsebene und
die andere als mitwirkende Ebene betrachtet. Die Belastung in der mitwirkenden Ebene
wird durch den Faktor m (siehe Bild 4.12) ausgedrückt.

P mP

m gilt für
1 symmetrische Belastung
mitwirkende Ebene
Bezugsebene 0 nur Bezugsebene belastet
–1 antimetrische Belastung

mP
P

Bild 4.12 Bedingung für ausgeglichene Normalkraftbeanspruchung in räumlichen KHP-KK-Anschlüssen

Die SCFs für räumliche KHP-KK-Anschlüsse können aus den SCFs für ebene KHP-K-An-
schlüsse (SCFK ) mit Hilfe von zwei Korrekturfaktoren (fgeom und fload) ermittelt werden,
welche Einflüsse aus Geometrie und Belastung berücksichtigen ( Dijkstra et al. [1996] und
Karamanos et al. [1997]). Das allgemeine Format ist:

SCFKK = fgeom fload SCFK

Das Produkt der beiden Faktoren (fgeom and fload) variiert in Abhängigkeit von den geo-
metrischen Parametern und der Belastung zwischen 1,0 und 1,25. Zur Vereinfachung
wurde ein einziger Faktor als räumlicher Korrekturfaktor (MCF, engl. mulitplanar correction
factor) vorgeschlagen (van Wingerde et al. [1998]). Das allgemeine Format lautet dann

SCFKK = MCF · SCFK

40
Für  = 180° ist MCF = 1,0 für alle m-Werte. MCF-Werte für  ≤ 90° sind in Tabelle 4.2
gegeben. Lineare Interpolation ist für –1 < m < 0 und für 90° <  < 180° möglich.

Tabelle 4.2 Räumlicher Korrekturfaktor (MCF) für SCFs für KHP-KK-Anschlüsse mit Spalt
( ≤ 90°)

Lastfall Gurt Strebe


m = +1 m=0 m = –1 m = +1 m=0 m = –1
Normalkraftbean-
spruchung der Strebe 1,0 1,0 1,25 1,0 1,0 1,25
Beanspruchung
des Gurtes 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0

Beurteilung der Parameter


Es gelten die gleichen Schlussfolgerungen wie für ebene KHP-K-Anschlüsse.

Für ausgeglichene Normalkraftbeanspruchung der Streben werden räumliche Effekte nur


für antimetrische Belastung (m = –1) berücksichtigt. Für Beanspruchung der Gurte ist keine
räumliche Korrektur erforderlich.

Detaillierte Formeln und Diagramme


Detaillierte Formeln und Diagramme für die SCF-Berechnung für ebene KHP-K-Anschlüsse
findet man im Anhang D.3. Räumliche Korrekturfaktoren (MCF) sind in Tabelle 4.2 ange-
geben. Es sei darauf hingewiesen, dass der tatsächliche SCF für ebene KHP-K-Anschlüsse
verwendet werden soll, auch wenn dieser Wert kleiner als 2,0 ist. Der Mindestwert von
SCF = 2,0 gilt erst nach Erhöhung durch den MCF. Es gelten folgende Anwendungsgrenzen
für die Berechnung der SCFs für räumliche KHP-KK-Anschlüsse:

Keine Exzentrizität
Gleiche Streben
0,3 ≤  ≤ cos ()
24 ≤ 2 ≤ 48
0,25 ≤ ≤ 1,0
30° ≤  ≤ 60°
60° ≤  ≤ 180°

41
5 Spannungskonzentrationsfaktoren für RHP-Anschlüsse

In diesem Kapitel und im Anhang E wird detailliert die SCF-Berechnung für Anschlüsse aus
Rechteckhohlprofilen gezeigt. Tabelle 5.1 gibt eine Zusammenstellung, wo entsprechende
Tabellen und Bilder zu finden sind. Sofern im Anhang E nicht ausdrücklich angegeben ist,
dass die SCFs vernachlässigt werden können, wird ein Mindestwert von SCF = 2,0 emp-
fohlen (siehe hierzu Abschnitt C.1 des Anhangs C). Die SCFs gelten für quadratische
Hohlprofilstreben und für rechteckige Hohlprofilgurte mit ho/bo zwischen 0,75 und 1,5.

Tabelle 5.1 Zusammenstellung der SCF-Berechnungen für RHP-Anschlüsse

Anschlusstyp Tabellen und Bilder für SCF-Berechnungen


Ebene RHP-T- und X-Anschlüsse Tabelle E.1, Bilder 5.2 bis 5.4
Ebene RHP-K-Anschlüsse mit Spalt Tabelle E.2, Bilder E.1 bis E.8
Ebene RHP-K-Anschlüsse mit Überlappung Tabelle E.3, Bilder E.9 bis E.17
Räumliche RHP-KK-Anschlüsse Tabelle E.3 und Tabelle 5.2

5.1 Ebene T- und X-Anschlüsse

Definition des Anschlusstyps


Bild 5.1 zeigt einen ebenen RHP-T-Anschluss mit Definition der geometrischen Parameter
und maßgebenden Stellen (Linien A bis E).
t1
b1

Strebe

E A B
D C
t0 45°

Gurt

b0

Bild 5.1 Ebener RHP-T- oder X-Anschluss

Typische SCF-Formeln
Die SCF-Berechnungen für diesen Anschlusstyp beruhen auf Arbeiten von van Wingerde
[1992]. Das allgemeine Format für die SCF-Formeln kann wie folgt angegeben werden:
SCF = (a + b  + c 2 + d 2) (2)(e+f+g ) h
2

wobei die Konstanten a, b, c, d, e, f, g und h jeweils abhängig von der maßgebenden Stelle
(Linien A bis E) und der Belastung (Biegung in der Ebene, Normalkraftbeanspruchung von
Strebe bzw. Gurt) sind. Wenn die Last am Gurt wirkt, vereinfacht sich die SCF-Formel zu

SCF = a (2)e h

42
Beurteilung der Parameter
Als Anhaltswert sind Spannungskonzentrationsfaktoren für einige Anschlusskonfigu-
rationen in den Bildern 5.2 bis 5.4 angegeben. Man erkennt folgende Zusammenhänge:

• Die größten SCFs findet man im Allgemeinen im Gurt (für = 1) an den Stellen B und C
• Die größten SCFs findet man für mittlere -Werte
• Je kleiner die 2-Werte, desto kleiner die SCFs
• Je kleiner die -Werte, desto kleiner die SCFs für den Gurt; der Einfluss auf die
Strebe ist jedoch gering

2γ = 12,5 2γ = 16 2γ = 25
τ = 0,5

τ = 1,0

16 32

12 24

8 16
SCF

SCF

4 8

0 0
0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0
β β
Linien A und E (für alle τ ) Linie B

32 20

16
24
12
16
SCF

SCF

8
4

0 0
0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0
β β
Linie C Linie D

Bild 5.2 SCFs für T- und X-Anschlüsse von quadratischen Hohlprofilen mit Normalkraftbeanspruchung
in der Strebe
43
2γ = 12,5 2γ = 16 2γ = 25
τ =0,5

τ =1,0

16 20

12 16

12
8

SCF
SCF

8
4
4

0 0
0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0
β β
Linien A und E (für alle τ ) Linie B

20 20

16 16

12 12

8 8
SCF
SCF

4 4

0 0
0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

β β
Linie C Linie D
Bild 5.3 SCFs für T- und X-Anschlüsse von quadratischen Hohlprofilen mit Biegung in der Strebe

Detaillierte Formeln und Diagramme


Im Anhang E.1 sind detaillierte Formeln für die Linien A bis E und für verschiedene
Belastungen gegeben. Es gelten folgende Anwendungsgrenzen:

0,35 ≤  ≤ 1,0
12,5 ≤ 2 ≤ 25,0
0,25 ≤ ≤ 1,0

Bei der Verwendung der Formel zur Berechnung der SFCs sind außerdem folgende Punkte
zu beachten:

• Für T-Anschlüsse ist der Einfluss aus Biegung im Gurt infolge von Normalkräften in den
Streben zusätzlich bei der Schnittgrößenermittlung zu berücksichtigen
• Für Anschlüsse mit Kehlnähten ist der SCF für die Strebe mit 1,4 zu multiplizieren

44
• Für nicht rechtwinklige RHP-X-Anschlüsse kann der SCF mit Hilfe des SCFs für 90°
RHP-X-Anschlüsse unter Verwendung von Korrekturfaktoren bestimmt werden (Packer
und Wardenier [1998]):

Für die Linien B, C und D ist für den Gurt: SCF = 1,2 · SCF = 90° · sin2
Für die Linien A und E ist für die Strebe: SCF = 1,2 · SCF = 90° · sin
Beide Formeln sind gültig für 40° ≤  ≤ 80°

2γ = 12,5 2γ = 16 2γ = 25
τ =0,5

τ =1,0

4
SCF

0
0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

β
Linie C

4
SCF

0
0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

β
Linie D
Bild 5.4 SCFs für T- und X-Anschlüsse von quadratischen Hohlprofilen mit Normalkraft- und
Biegebeanspruchung im Gurt
45
5.2 Ebene K-Anschlüsse mit Spalt

Definition des Anschlusstyps


Bild 5.5 zeigt einen ebenen RHP-K-Anschluss mit Spalt mit den maßgebenden Stellen
(Linien A bis E).
Strebe 1

A ED
C
Strebe 2 E
A B
Rückseite
B
E D C
A C
A B Vorderseite
E B
D C
Rückseite

Gurt

Bild 5.5 Ebener RHP-K-Anschluss mit Spalt

Typische SCF-Formeln
Die SCF-Formel für diesen Anschlusstyp wurde von van Wingerde et al. [1996] entwickelt,
wobei insgesamt 36 Formeln angegeben werden. Mit diesen Formeln können SCF-Werte
für die maßgebenden Stellen (Linien A bis E) nach Bild 5.5 bestimmt werden. Vereinfachte
Formeln werden später von van Wingerde et al. [1997a, 1997b] abgeleitet, wodurch sich
die Anzahl der Gleichungen auf drei reduziert. Die vereinfachten Formeln beziehen sich auf
die maximalen SCFs in Gurt und Strebe und sind insgesamt konservativ (Puthli und Herion
[1996], Zhao und Puthli [1998]).

Für ausgeglichene Normalkraftbeanspruchung kann das Format für die Berechnung der
SCFs wie folgt angegeben werden (Puthli und Herion [1996]):

SCF = f(, 2, , , g´ ) = SCF0 · f(2, )

Der Bezugswert SCF0 ist der SCF für 2 = 24 und = 0,5. Für andere Werte von 2 und
ist SCF0 mit einem Korrekturfaktor f(2, ) zu multiplizieren.

Für reine Normalkraftbeanspruchung des Gurtes braucht nur der SCF im Gurt berücksich-
tigt zu werden. Die Formel für den SCF ist dann

SCF = (2,45 + 1,23 · ) · g´ – 0,27

Beurteilung der Parameter


Aus den Diagrammen im Anhang E.2 können folgende Schlussfolgerungen gezogen werden:

• Die größten SCFs findet man für mittlere Werte von 


• Im Gurt sinken die SCFs mit kleiner werdenden 2- und -Werten
• In der Strebe sinken die SCFs mit kleiner werdenden 2-Werten und steigenden -Werten

46
Detaillierte Formeln und Diagramme
Detaillierte Ausdrücke für SCF = f(, 2, , , g´ ) sind im Anhang E.2 gegeben. Es gelten
folgende Anwendungsgrenzen:

0,35 ≤  ≤ 1,0
10 ≤ 2 ≤ 35
0,25 ≤ ≤ 1,0
30° ≤  ≤ 60°
2 ≤ g´
–0,55 ≤ e/h0 ≤ 0,25

Diagramme für den Bezugswert SCF0 und den Korrekturfaktor f(2, ) sind ebenfalls im
Anhang E.2 gegeben. SCF0-Werte für den Gurt sind mit Kurven für  = 30°, 45° und 60°
über  in einzelnen Diagrammen jeweils für g´ = 1, 2, 4 und 8 aufgetragen. Für die Strebe
ist nur ein SCF0-Diagramm für  = 30°, 45° und 60° aufgetragen über  erforderlich, da die
Spaltgröße keinen signifikanten Einfluss auf den maximalen SCF-Wert hat. Interpolationen
sowohl zwischen den Kurven für die Winkel  als auch zwischen den Diagrammen für die
Spaltgrößen sind möglich.

5.3 Ebene K-Anschlüsse mit Überlappung

Definition des Anschlusstyps


Bild 5.6 zeigt einen ebenen RHP-K-Anschluss mit Überlappung mit den maßgebenden
Stellen (Linien A bis E).
Strebe 1

Strebe 2
A ED
E E A C
B Rückseite
A
A
E B Vorderseite
D C
Rückseite

Gurt

Bild 5.6 Ebener RHP-K-Anschluss mit Überlappung

Typische SCF-Formeln
Die SCF-Formel für diesen Anschlusstyp wurde von van Wingerde et al. [1996] entwickelt,
wobei insgesamt 60 Formeln angegeben werden. Mit diesen Formeln können SCF-Werte
für die maßgebenden Stellen (Linien A bis E) nach Bild 5.6 bestimmt werden. Vereinfachte
Formeln wurden später von van Wingerde et al. [1997a, 1997b] abgeleitet, wodurch sich
die Anzahl der Gleichungen auf drei reduziert. Die vereinfachten Formeln beziehen sich auf
die maximalen SCFs in Gurt und Strebe und sind insgesamt konservativ.

47
Für ausgeglichene Normalkraftbeanspruchung kann das Format für die Berechnung der
SCFs wie folgt angegeben werden:

SCF = f(, 2, , , Ov) = SCF0 (, , Ov) · f(2, )

Der Bezugswert SCF0 ist der SCF für 2 = 24 und = 0,5. Für andere Werte von 2 und
ist SCF0 mit einem Korrekturfaktor f(2, ) zu multiplizieren.

Für reine Normalkraftbeanspruchung des Gurtes braucht nur der SCF im Gurt berücksich-
tigt zu werden. Die Formel für den SCF ist dann:

SCF = 1,2 + 1,46 ·  – 0,028 · 2

Beurteilung der Parameter


Aus den Diagrammen im Anhang E.3 können folgende Schlussfolgerungen gezogen werden:
• Die größten SCFs findet man für mittlere Werte von  für RHP-K-Anschlüsse mit 50% Überlappung
• Im Gurt sinken die SCFs mit kleiner werdenden 2- und -Werten
• In der Strebe sinken die SCFs mit kleiner werdenden 2-Werten und steigenden -Werten
• Für K-Anschlüsse mit Überlappung sind die SCFs im Allgemeinen kleiner als für K-An-
schlüsse mit Spalt

Detaillierte Formeln und Diagramme


Detaillierte Ausdrücke für SCF = f(, 2, , , Ov) sind im Anhang E.3 gegeben. Es gelten
folgende Anwendungsgrenzen:

Gleiche Streben
0,35 ≤  ≤ 1,0
10 ≤ 2 ≤ 35
0,25 ≤ ≤ 1,0
30° ≤  ≤ 60°
50% ≤ Ov ≤ 100%
–0,55 ≤ e/ho ≤ 0,25

Diagramme für den Bezugswert SCF0 und den Korrekturfaktor f(2, ) sind ebenfalls im
Anhang E.3 gegeben. SCF0-Werte sind mit Kurven für  = 30°, 45°, 60° über  in einzel-
nen Diagrammen jeweils für 50%, 75% und 100% Überlappung aufgetragen.
Interpolationen sowohl zwischen den Kurven für die Winkel  als auch zwischen den
Diagrammen für die verschiedenen Überlappungsgrade sind möglich.

5.4 Räumliche KK-Anschlüsse mit Spalt

Definition des Anschlusstyps


Bild 5.7 zeigt einen räumlichen RHP-KK-Anschluss mit Definition der geometrischen Parameter.

Typische SCF-Formeln
SCFs für räumliche RHP-KK-Anschlüsse können mit Hilfe der SCFs für ebene RHP-K-
Anschlüsse (SCFK) und räumlichen Korrekturfaktoren (MCF), welche Einflüsse aus Geometrie
und Belastung berücksichtigen, berechnet werden (van Wingerde et al. [1998b]), d.h.
SCFKK = MCF · SCFK

48
Werte für MCF für  ≤ 90° sind in Tabelle 5.2 gegeben, wobei der Ausdruck „m“ in gleicher
Weise wie für räumliche KHP-KK-Anschlüsse in Bild 4.12 definiert ist. Werte für MCF für
 = 180° sind für alle Werte von m gleich 1,0. Lineare Interpolation ist für –1 < m < 0 und
für 90° <  < 180° möglich.

θ
g

b1 b1
φ

β = b1 / b0
t1 τ = t1 / t0
2γ = b0 / t0
t0 g` = g / t0

φ = 90°
b0 b0

Bild 5.7 Räumlicher RHP-KK-Anschluss mit Spalt

Tabelle 5.2 Räumlicher Korrekturfaktor (MCF) für SCFs für RHP-KK-Anschlüsse mit Spalt ( ≤ 90°)

Lastfall Gurt Strebe


m = +1 m=0 m = –1 m = +1 m=0 m = –1
Normalkraftbean-
spruchung der Strebe 1,0 1,0 1,25 1,0 1,0 1,25
Beanspruchung
des Gurtes 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0

Beurteilung der Parameter


Es gelten die gleichen Schlussfolgerungen wie für ebene RHP-K-Anschlüsse mit Spalt.
Für ausgeglichene Normalkraftbeanspruchung der Streben werden räumliche Effekte nur
für antimetrische Belastung (m = –1) berücksichtigt. Für Beanspruchung der Gurte ist keine
räumliche Korrektur erforderlich.

Detaillierte Formeln und Diagramme


Detaillierte Formeln und Diagramme für die SCF-Berechung für ebene RHP-K-Anschlüsse
findet man im Anhang E.2. Räumliche Korrekturfaktoren (MCF) sind in Tabelle 5.2 angege-
ben. Es sei darauf hingewiesen, dass der tatsächliche SCF für ebene KHP-K-Anschlüsse
verwendet werden soll, auch wenn dieser Wert kleiner als 2,0 ist. Der Mindestwert von
SCF = 2,0 gilt erst nach Erhöhung durch den MCF. Es gelten folgende Anwendungs-
grenzen für die Berechnung der SCFs für räumliche RHP-KK-Anschlüsse:

Gleiche Streben
0,25 ≤  ≤ 0,60
12,5 ≤ 2 ≤ 25
0,5 ≤ ≤ 1,0
30° ≤  ≤ 60°
2 ≤ g´
–0,55 ≤ e/ho ≤ 0,25
60° ≤  ≤ 180°
49
6 Konstruktive Ausbildung für Ermüdung und Verstärkungen

6.1 Konstruktive Ausbildung hinsichtlich Ermüdung

6.1.1 Parameter für Entwurf und Bemessung

Das Prinzip, dass richtige konstruktive Ausbildung und Herstellung signifikant die Gesamt-
kosten einer Konstruktion reduzieren, gilt gleichermaßen für Tragwerke aus Hohlprofilen
wie für Tragwerke, die aus offenen Profilen hergestellt werden. Insbesondere gilt dieses
Prinzip im Hinblick auf die Ermüdungsfestigkeit, wo falsche Bemessung und schlechte
Ausführung vor allem bei der Herstellung der Schweißnähte zu deutlich größeren
Ermüdungsschäden führen als erwartet.

Die günstigste Bemessung gegen Ermüdung wird erreicht, wenn die SCFs am kleinsten
sind. Betrachtet man den Einfluss der Strukturparameter wie in den Kapiteln 4 und 5
beschrieben, kann man folgende Regeln aufstellen:

• Vermeide mittlere -Werte; -Werte um 1,0 liefern die niedrigsten SCFs


• Die Wanddicke der Streben sollte im Verhältnis zur Wandstärke der Gurte so dünn wie
möglich ausgeführt werden (d.h. kleine Werte für )
• Wähle relativ dickwandige Gurte (d.h. kleine Werte für 2)
• K-Anschlüsse mit Überlappung sind günstiger als K-Anschlüsse mit Spalt
• Stumpfnähte (Hohlkehlnähte) sind günstiger als Kehlnähte

Ermüdungsrisse entstehen immer an Querschnittssprüngen, Ecken oder Spannungs-


spitzen. In geschweißten Verbindungen können solche Risse fast immer mit mikroskopi-
schen Fehlern am Schweißnahtübergang in Zusammenhang gebracht werden. Die Folge:
Ermüdungsrisse entstehen hier unabhängig von der Stahlgüte. Hochfeste Stähle können
durchaus eingesetzt werden, doch solange die Schweißnähte nicht in irgendeiner Form
nachbehandelt werden, wird die Lebensdauer nicht verbessert.

6.1.2 Konstruktive Details

Schweißnahtdetails, Schweißfolgen und -verfahren sollen hier nicht weiter erörtert werden.
Ausführliche Informationen findet man in den CIDECT-Handbüchern Nr. 6 und 7 (Wardenier
et al. [1995], Dutta et al. [1997]). An dieser Stelle sei nur auf die Details in den Bildern 6.1
und 6.2 verwiesen, in denen typische Schweißnahtdetails eines T-Anschlusses von runden
bzw. rechteckigen Hohlprofilen gezeigt werden.

Ansatz- und Endpunkte von Schweißnähten sollten so festgelegt werden, dass sie nicht in
Bereiche der Spitzenspannungen fallen, da sie selbst schon Ursache für Spannungs-
spitzen sind. Bild 6.3 zeigt Empfehlungen für die Lage von Ansatz- und Endpunkten von
Schweißnähten (Wardenier et al. [1995]). Für RHP-Streben sollten die Schweißnahtansätze
und -enden ausreichend entfernt von den Ecken liegen und in KHP-Streben sollten die
Punkte ausreichend entfernt von Krone und Sattelpunkt liegen.

6.1.3 Nachbehandlungsverfahren für Schweißnähte

Um die Ermüdungsfestigkeit von geschweißten Verbindungen zu erhöhen, gibt es ver-


schiedene Verfahren zur Nachbehandlung (Haagensen [1989, 1997], Bignonnet [1987]).

50
Sie sollen die Geometrie der Schweißnaht verbessern, um Schweißnahtfehler und
Spannungsspitzen zu minimieren bzw. um die Eigenspannungen im Anschluss zu reduzie-
ren. Die Verfahren können in zwei Gruppen eingeteilt werden:

Zum einen kann die Schweißnahtgeometrie verbessert werden. Hierzu zählen Ausschleifen
(Knight [1978]), Aufschmelzen (Haagensen [1978]) und Schweißnahtprofilieren (AWS [1998],
Kobyashi et al. [1977]). Zum anderen gibt es Verfahren, die die Eigenspannungen reduzieren.
Hierzu zählen Hämmern und Strahlhämmern (Knight [1978]).

Abschnitt 6.2 beschreibt einige Verfahren zur Reparatur von Tragwerken, in denen bereits
Ermüdungsrisse aufgetreten sind. d 1

X Z
θ Y
d0

Kantenvorbereitung
X1) senkrecht zum Strebenblech Y1) Z1)
3 mm max.
L
3 mm max.
L

3 mm max. L
L
θ < 60°

t1

X2) Y2)
L 3 mm max.

3 mm max. H
L d1 = d0
θ > 60°

t1

t1
1 bis 2,5 mm 1 bis 2,5 mm 3 mm max.
X3) Y3)
H
H
3 mm max.

Hmin = t1

Bild 6.1 Kehlnähte und Stumpfnähte (Hohlkehlnähte) in Fachwerkanschlüssen aus Rundhohlprofilen

51
b1

X Z
Y
h0 θ

b0

Kantenvorbereitung L
senkrecht zum Strebenblech
X1) Y1) Z1)
L
3 mm max. 3 mm max.
L
3 mm max.
L
θ < 60°
wobei b1 < b0

X2) Y2)
L 3 mm max.

3 mm max.
L
θ > 60° wobei b1 = b0

t1
t1
1 bis 2,5 mm
X3) Y3)

45˚
45∞
H
3 mm max. t0
Hmin = t1

Bild 6.2 Kehlnähte und Stumpfnähte (Hohlkehlnähte) in Fachwerkanschlüssen aus Rechteckhohlprofilen

52
1
1
3
oder
4
2 2

1
oder
2

4 1 2

Bild 6.3 Empfohlene Positionen für Ansatz- und Endpunkte von Schweißnähten

6.2 Konstruktive Verstärkungen und Reparatur

6.2.1 Allgemeines

Stahltragwerke werden üblicherweise entsprechend der vorgesehenen Nutzung für eine


bestimmte Lebensdauer oder Ermüdungslast bemessen. Wird die berechnete
Lebensdauer überschritten, müssen Ermüdungsschäden an der Konstruktion erwartet
werden. Ist dann eine weitere Nutzung geplant, sind Reparaturmaßnahmen unvermeidbar.
Andererseits ist eine Erhöhung der ursprünglich vorgesehenen Nutzlast denkbar. In diesem
Fall sind Verstärkungsmaßnahmen an den kritischen Anschlüssen erforderlich. Weil
Reparaturen in den meisten Fällen auch eine Art von Verstärkung darstellen, werden die
beiden Aspekte im folgenden Kapitel gleichermaßen behandelt.

Eine andere Möglichkeit besteht darin ganze geschweißte Anschlüsse durch Schmiede-
oder Gussteile zu ersetzen, wie dies in der nuklearen Industrie üblich ist. Hier sind jedoch
hohe Kosten zu erwarten und die Reparaturzeiten sind deutlich länger als dies bei norma-
len Schweißverbindungen der Fall ist. Wird diese Methode gewählt, sollten die Hersteller
der Schmiede- oder Gussteile möglichst früh in das Projekt einbezogen werden.

Ermüdungsschäden in einem Tragwerk beginnen stets mit kleinen Rissen. Diese treten
normalerweise am Schweißnahtübergang geschweißter Verbindungen auf. Regelmäßige
Wartung des Tragwerkes ist erforderlich, um Risse so früh wie möglich erkennen zu kön-
nen. Wird ein Riss entdeckt, sind sofort entsprechende Maßnahmen einzuleiten, um einem
weiteren Rissfortschritt vorzubeugen. Eine einfache Methode ist es, Löcher jeweils an den
Rissenden ins Grundmaterial zu bohren wie in Bild 6.4 (a) und (b) gezeigt. Der
Lochdurchmesser sollte dabei etwa so groß wie die Blechdicke sein, um den Riss voll-
ständig zu erfassen, auch wenn er in einem Winkel durch die Blechdicke verläuft.
Gleichzeitig werden durch das runde Loch die Spannungsspitzen an den Rissenden abge-
baut. Anschließend kann dann eine Reparatur des Bauteils erfolgen.

Verschiedene Verfahren zur Reparatur von Rissen und zur eventuellen Verstärkung von
Hohlprofilanschlüssen sind in den Abschnitten 6.2.2 bis 6.2.4 beschrieben.

53
a) ursprünglicher b) Bohrungen an c) Riss ausschleifen d) neu verschweißen
Riss den Rissenden und glatt schleifen
Bild 6.4 Schleifen oder Aushöhlen von Rissen und neu verschweißen

6.2.2 Einfache Reparatur

Dieses Reparaturverfahren, bei dem keine Verstärkungen erforderlich sind, siehe Bild 6.4,
ist gleichermaßen für runde und rechteckige Hohlprofile geeignet. Ist der Rissfortschritt
durch Bohrungen an den Rissenden wie zuvor beschrieben gestoppt, muss im nächsten
Schritt der Riss vollständig mit einer Schleifscheibe ausgeschliffen werden oder mit einer
Schweißelektrode ausgehöhlt werden. Die Reparatur erfolgt dann, indem der Bereich
wieder mit den üblichen Verfahren zugeschweißt und die Oberfläche gegebenenfalls glatt
geschliffen wird.

6.2.3 Verstärkungen von KHP-T-Anschlüssen

Bei Ermüdungsschäden an T-Anschlüssen von Rundhohlprofilen, bei denen der Riss von
der Schweißnaht in den Gurtquerschnitt verläuft, sind drei Verfahren zur Verstärkung möglich:

(a) Einsatz von innenliegenden Ringsteifen

Ein Möglichkeit besteht darin, wie in Bild 6.5 (a) gezeigt, innen liegende Ringsteifen anzu-
ordnen, vorausgesetzt das Profil ist hierfür zugänglich. Diese Lösung wird häufig im
Bereich konzentrierter Lasteinleitung (z.B. an Auflagern) angewandt. Es kommt zu einer
Umverteilung der Lasten zu benachbarten Steifen und die Spannungsspitzen werden
abgebaut.

(b) Einsatz von Seitenblechen

Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz von Seitenblechen wie in Bild 6.5 (b) dargestellt.
Seitenbleche können vor oder auch nach dem Auftreten von Rissen angebracht werden.
Die Enden der Seitenbleche sind so zu plazieren, dass sie an Stellen mit homogener
Spannung liegen, um ungünstige Kerbwirkung durch die Bleche selbst zu vermeiden.

(c) Einsatz von Gussteilen

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den ganzen Bereich des Anschlusses durch
Gussteile zu ersetzen, siehe Bild 6.5 (c). Solche Komponenten sind äußerst homogen und
ermöglichen eine lange Lebensdauer für das Tragwerk. Aufmerksamkeit ist jedoch bei der
Herstellung geboten. Die Schweißnahtausbildung ist mit Sorgfalt auszuwählen, um eine
ausreichende Verbindung zwischen dem Gussstück und dem ursprünglichen Rohr zu
erreichen. Das Verfahren ist jedoch kostspielig und zeitaufwendig. Es sollte daher nur in
besonderen Fällen Anwendung finden.

54
(a) Einsatz von innen liegenden Ringsteifen

(b) Einsatz von Seitenblechen

(c) Einsatz von Gussstücken


Bild 6.5 Verstärkungen von KHP-T-Anschlüssen

6.2.4 Verstärkungen von RHP-T-Anschlüssen

Wenn sich in einem T-Anschluss ein Riss im Gurt entlang der Hauptlastrichtung ausgebil-
det hat (Bild 6.4), stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verstärkung des Anschlusses zur
Verfügung, siehe Bild 6.6 (a) bis Bild 6.6 (c).

(a) Einsatz von Gurtflanschblechen

Die Strebe wird vom Gurt gelöst und dann wird zwischen Gurt und Strebe ein Blech wie in
Bild 6.6 (a) gezeigt geschweißt. Da die Gurtplatte (ähnlich wie eine normale Stirnplatte) in
Dickenrichtung belastet wird, ist hier auf entsprechende Stahlqualität (z.B. Z-Güte) zu achten.

(b) Einsatz von seitlichen Knotenblechen

Seitliche Knotenbleche können eingesetzt werden, um die Spannungen im Knotenbereich


zu reduzieren, siehe Bild 6.6 (b). Die Länge der Aussparungen sollten größer als die Außen-
abmessungen der Strebe sein. Die Verbindung der Strebe mit den Knotenblechen führt zu
einer direkten Lastübertragung der Schnittkräfte in den Gurt. Diese Umlagerung der Kräfte
bewirkt eine Reduktion der Spannungsspitzen am Anschluss.

55
(c) Einsatz von Vouten

Seitlich an den Hohlprofilen werden wie in Bild 6.6 (c) dargestellt in Gurtlängsrichtung
voutenähnliche Steifen angeordnet. Die Aussparungen sind erforderlich, um die Überlage-
rung von thermischen und strukturellen Spannungen zu vermeiden. Außerdem können die
Kehlnähte umlaufend durchgeschweißt werden. Statisch gesehen ist dies die beste
Lösung, da die angeschlossenen Flächen signifikant vergrößert und somit die Spannungen
reduziert werden. Diese Alternative kann jedoch in der Fertigung kostspielig sein.

6.2.5 Verstärkungen von K- und N-Anschlüssen

Ermüdungsrisse in K- und N-Anschlüssen können entlang den Schweißnähten sowohl im


Gurt als auch in der Strebe auftreten. Verstärkungen sind sowohl bei KHP- als auch bei
RHP-Anschlüssen möglich durch Aufschweißen von Flanschblechen, siehe Bild 6.7 (a),
durch quer angeordnete Knotenbleche (Bild 6.7 (b)) oder durch Kombination dieser beiden
Varianten, siehe Bild 6.7 (c). All diese Reparaturmaßnahmen sind meist schwierig durch-
zuführen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, einen Knoten durch ummantelnde
Komponenten zu verstärken, die aus Rechteckprofilen gefertigt werden. Beispiele sind in
Bild 6.8 (a) für KHP-K-Anschlüsse und in Bild 6.8 (b) für RHP-K-Anschlüsse zu sehen.

(a) Einsatz von Gurtflanschblechen

(b) Einsatz von seitlichen Knotenblechen

(c) Einsatz von Vouten

Bild 6.6 Verstärkungen von RHP-T-Anschlüssen

56
(a) Verstärkung durch Flanschblech

(b) Verstärkung durch quer angeordnetes Knotenblech

(c) Verstärkung durch Kombination aus Flanschblech und Knotenblech

Bild 6.7 Verstärkungen von RHP-K- und N-Anschlüssen mittels angeschweißter Bleche

57
(a) KHP-K-Anschlüsse

(b) RHP-K-Anschlüsse

Bild 6.8 Verstärkungen von K-Anschlüssen mittels ummantelnder Komponenten

58
6.2.6 Einfluss von Verstärkungen und Reparaturen auf die Lebensdauer

Anhaltspunkte für die Verbesserung der Ermüdungsfestigkeit durch die verschiedenen


Reparatur- und Verstärkungsmaßnahmen zeigt Tabelle 6.1. Ausführliche experimentelle
Untersuchungen werden von Puthli et al. [1992] und Mang und Bucak [1996] beschrieben.
In Tabelle 6.1 steht der Wert Nf für die ursprüngliche Lebensdauer ohne Reparatur- oder
Verstärkungsmaßnahmen.

Tabelle 6.1 Verbesserung der Ermüdungsfestigkeit aufgrund verschiedener Reparatur- und


Verstärkungsmaßnahmen
An- Anhaltspunkte
Reparatur- bzw. Verstärkungsmaßnahme für zusätzliche
schluss
Lebensdauer
Reparatur mit RHP-Stücken
KHP-K- (siehe Bild 6.8) > 200% · Nf
Anschluss
Reparatur mit Aussteifungsblechen
und > 100% · Nf
(siehe Bild 6.7)
RHP-K-
Anschluss Reparatur durch Ausschleifen der Risse und neu
verschweißen (siehe Bild 6.4) > 40% · Nf

59
7 Bemessungsbeispiele für KHP-Anschlüsse

7.1 Beispiel 1: Ebene KHP-K-Anschlüsse mit Spalt

Gegeben:
Gegeben ist das in Bild 7.1 gezeigte ebene Fachwerk. Die Abmessungen sind die gleichen
wie in dem Beispiel im CIDECT Design Guide 1 auf Seite 46 für Verbindungen aus KHP
unter vorwiegend ruhender Beanspruchung (Wardenier et al. [1991]). Die Exzentrizität (e)
der Knoten sei e = 0. Der Fachwerkträger wird durch die in Bild 7.1 angegebenen Kräfte
beansprucht. Aus der Belastung, die von Null bis zu den angegebenen Lasten variiert,
ergibt sich eine als konstant angenommene Schwingbreite.

Die Profile werden wie folgt gewählt:


Obergurt: KHP 219,1 x 7,1, Ao = 4728 mm2, Wo = 0,243 x 106 mm3
Streben: KHP 88,9 x 4,0 A1,2 = 1070 mm2, W1,2 = 0,0217 x 106 mm3
Untergurt: KHP 177,8 x 7,1, Ao = 3807 mm2, Wo = 0,156 x 106 mm3

Die Nachweise unter ruhender Belastung sind erfüllt.


, , , , , , ,

Bild 7.1 Ebenes Fachwerk und Belastung (Spannungsschwingbreite konstant)

Problem:
Bestimmung der Lebensdauer für Knoten 6, siehe Bild 7.1.

Lösung:
Schritt 1: Parameter

 = d1/do = 88,9/177,8 = 0,5


2 = do/to = 177,8/7,1 = 25
 = 12,5
= t1/to = 4/7,1 = 0,563
 = arc tan (2,4/3,0) = 38,7°

Die Parameter liegen innerhalb der zulässigen Grenzen gemäß Tabelle D.3.

Schritt 2: Schnittgrößenermittlung

Für die Tragwerksberechnung des Trägers werden durchlaufende Gurte und gelenkig an-
geschlossene Streben angenommen. Die berechneten Schnittgrößen (Normalkräfte und
Biegemomente) sind in Bild 7.2 angegeben. Diese können als eine Lastkombination aus
zwei Lastzuständen dargestellt werden, Bild 7.3.
Lastfall 1: Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte

60
Lastfall 2: Restschnittgrößen im Gurt (Normalkräfte und Biegung)

17,2 kN 17,2 kN
Strebe 2
Strebe 1

θ 242 kN
215 kN

0,786 kNm 0,786 kNm


Anschluss 6
Gurt 2 Gurt 1

Bild 7.2 Schnittgrößen am Knoten 6 (Normalkräfte und Biegung)

Anschluss 6 Anschluss 6

Lastfall 1 Lastfall 2
(im Gleichgewicht stehende Normalkräfte) (Restschnittgrößen im Gurt)

Bild 7.3 Zwei Lastzustände am Knoten 6

Schritt 3: Nennspannungsschwingbreiten in den kritischen Bauteilen

Wie in Bild 7.2 zu erkennen, ist die maßgebende Beanspruchung wegen der größeren
Zugkraft im Gurt 1. Von den beiden Diagonalen wird nur die zugbeanspruchte Strebe 2
nachgewiesen. Anmerkung: Im Allgemeinen kann angenommen werden, dass nur Streben
mit einer positiven Schwingspannung (Zug) Ermüdungsversagen hervorrufen.

Für Lastfall 1 (Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte):

Strebe,ax = MF · 17,2 · 103 /1070 = 1,3 · 16 = 21 N/mm2


Für Lastfall 2 (Restschnittgrößen im Gurt):

Gurt,ch = Gurt,ax + Gurt,ipb = MF · 228,5 · 103/3807 – 0,786 · 106/(0,156 · 106)


= 1,5 · 60 – 5 = 85 N/mm2

Anmerkung: Die Biegemomente im Gurt reduzieren die Zugspannung des Gurtes auf der
Seite, auf der die Streben angeschlossen sind. Der Vergrößerungsfaktor MF zur
Berücksichtigung sekundärer Biegemomente ergibt sich nach Tabelle 2.1.

61
Schritt 4: SCF-Berechnung für Lastfall 1 (Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte)

Mit Tabelle D.3

Gurt

0,4 1,1 0,4 1,1

SCFch,ax = 12 0,5 · · SCFo,ch,ax =   


12,5
12
·
0,563
0,5  · SCFo,ch,ax

= 1,16 · SCFo,ch,ax

wobei für  = 0,5 und  = 30°, SCFo,ch,ax = 2,6


für  = 0,5 und  = 45°, SCFo,ch,ax = 2,9
somit für  = 0,5 und  = 38,7°, SCFo,ch,ax = 2,77

und SCFch,ax = 1,16 · 2,77 = 3,2

Strebe
0,5 0,5 0,5 0,5

       
 12,5 0,563
SCFb,ax = · · SCFo,b,ax = · · SCFo,b,ax
12 0,5 12 0,5
= 1,08 · SCFo,b,ax

wobei für  = 0,5 und  = 30°, SCFo,b,ax = 1,3


für  = 0,5 und  = 45°, SCFo,b,ax = 1,8
somit für  = 0,5 und  = 38,7°, SCFo,b,ax = 1,59

und SCFb,ax = 1,08 · 1,59 = 1,72

Überprüfung der Mindestwerte für die SCFs:

für  = 30°, min SCFb,ax = 2,64


für  = 45°, min SCFb,ax = 2,30
somit für  = 38,7°, min SCFb,ax = 2,44

Maßgebend ist der kleinste SCF-Wert, also SCFb,ax = 2,4

Schritt 5: SCF-Berechnung für Lastfall 2 (Restschnittgrößen im Gurt)

Mit Tabelle D.3

Gurt
0,3 0,3

SCFch,ch = 1,2  
0,5
· (sin )–0,9 = 1,2 ·  0,563
0,5  · (sin 38,7°)–0,9 = 1,9

Maßgebend ist der SCF-Mindestwert, SCFch,ch = 2,0

Strebe

SCFb,ch = 0 (kann vernachlässigt werden)

62
Schritt 6: Schwingbreiten der lokalen Bezugsspannung

Lastfall 1 (Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte):

Srhs,Gurt = SCFch,ax · Strebe,ax = 3,2 · 21 = 67 N/mm2


Srhs,Strebe = SCFb,ax · Strebe,ax = 2,4 · 21 = 50 N/mm2

Lastfall 2 (Restschnittgrößen im Gurt):

Srhs,Gurt = SCFch,ch · Gurt,ch = 2,0 · 85 = 170 N/mm2


Srhs,Strebe = SCFb,ch · Gurt,ch = 0 N/mm2

Überlagerung der Lastfälle 1 und 2:

Srhs,Gurt = 67 + 170 = 237 N/mm2


Srhs,Strebe = 50 + 0 = 50 N/mm2

Schritt 7: Bemessungswerte der Schwingbreiten der lokalen Bezugsspannung

Für die Berechnung der Bemessungswerte sind die maximalen Spannungsschwingbreiten


um den Teilsicherheitsfaktor zu vergrößern. Für das vorliegende Beispiel wird folgende
Kategorie angenommen: „Nicht-schadenstolerant“ und „Zugängliche Kerbstelle“. Für
diese Kategorie gilt nach Tabelle 1.2 ein Teilsicherheitsfaktor von 1,25.

Srhs,Gurt = 1,25 · 237 = 296 N/mm2


Srhs,Strebe = 1,25 · 50 = 63 N/mm2

Schritt 8: Lebensdauer für Anschluss Nr. 6

Ermüdungsbruch im Gurt:

t = 7,1 mm und Srhs,Gurt = 296 N/mm2

Mit Hilfe von Tabelle 3.1 oder Bild 3.3 kann nun die Lebensdauer bestimmt werden.

Mit Tabelle 3.1


log(Nf) = 12,476 – 3 · log(Srhs) = 12,476 – 3 · log(296) = 5,41
1 – 0,18 · log( 16 ) 1 – 0,18 · log( 16 )
t 7,1
Nf = 105,41 = 257.000 Lastspiele

Ermüdungsbruch in der Strebe:

Hier ist t = 4 mm und Srhs,Strebe = 63 N/mm2. Der Bemessungswert für die Schwingbreite der
lokalen Bezugsspannung von 63 N/mm2 ist kleiner als die Dauerfestigkeit (5 Mio. Lastwechsel)
von 147 N/mm2 nach Tabelle 3.2. Daher ist kein Ermüdungsversagen in der Strebe zu erwarten.

Ergebnis:
Die zu erwartende Lebensdauer für Ermüdungsversagen für den Knoten Nr. 6 liegt bei ca.
257.000 Lastwechseln. Maßgebend für ein Ermüdungsversagen ist der Gurt.
63
7.2 Beispiel 2: Räumliche KHP-KK-Anschlüsse mit Spalt

Gegeben:
Gegeben ist ein räumlicher KHP-KK-Anschluss mit den gleichen Abmessungen und inne-
ren Füllstäben wie der Anschluss Nr. 6 in dem zuvor gezeigten ebenen Beispiel im Ab-
schnitt 7.1. Es wird weiter angenommen, dass die Streben antimetrisch belastet sind, d.h.
m = –1, so dass die Schnittgrößen im Gurt vernachlässigt werden können, siehe Bild 7.4.
Der räumliche Parameter , d.h. der Winkel zwischen den Strebenebenen, beträgt 90°.

Im vorliegenden Beispiel werden andere äußere Lastamplituden angenommen als im vor-


angegangenen Beispiel 7.1. Im folgenden Beispiel soll nicht der räumliche Einfluss auf die
Lebensdauer, sondern vielmehr der Berechnungsgang bei einem räumlichen Anschluss für
gegebene innere Schnittgrößen aufgezeigt werden.

, ,

, ,

Bild 7.4 Angenommene Lastamplitude für den räumlichen Anschluss

Problem:
Bestimme die Lebensdauer für den räumlichen KHP-KK-Anschluss

Lösung:
Schritt 1: Räumliche Korrekturfaktoren (MCFs) für die SCFs

Mit Tabelle 4.2

Für Lastfall 1 (Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte), m = –1 :

Gurt: MCFch,ax = 1,25


Strebe: MCFb,ax = 1,25

Für Lastfall 2 (Restschnittgrößen im Gurt), m = –1

Gurt: MCFch,ch = 1,0


Strebe: MCFb,ch = 1,0

Schritt 2: Modifizierte SCFs

Die SCFs für dieses Beispiel werden dem vorangegangenen Beispiel im Abschnitt 7.1
entnommen.

Für Lastfall 1 (Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte):

Gurt: SCFch,ax,mp = MCFch,ax · SCFch,ax,up = 1,25 · 3,2 = 4,0


Strebe: SCFb,ax,mp = MCFb,ax · SCFb,ax,up = 1,25 · 1,7 = 2,13
aber: maßgebend ist der SCF-Mindestwert,
SCFb,ax,mp = 2,4 (siehe Beispiel in Abschnitt 7.1)
64
wobei „mp“ für „räumlich“ (engl. multiplanar) und „up“ für „eben“ (engl. uniplanar) steht.

Anmerkung: SCFb,ax,up ist der berechnete Wert und nicht der SCF-Mindestwert.

Für Lastfall 2 (Restschnittgrößen im Gurt):

Gurt: SCFch,ch,mp = SCFch,ch,up = 2,0


Strebe: SCFb,ch,mp = SCFb,ch,up = 0 (kann vernachlässigt werden)

Schritt 3: Schwingbreiten der lokalen Bezugsspannung

Für Lastfall 1 (Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte):

Srhs,Gurt,mp = SCFch,ax,mp · Strebe,ax = 4,0 · 21 = 84 N/mm2


Srhs,Strebe,mp = SCFb,ax,mp · Strebe,ax = 2,4 · 21 = 50 N/mm2

Lastfall 2 (Restschnittgrößen im Gurt):

Srhs,Gurt,mp = 0 N/mm2
Srhs,Strebe,mp = 0 N/mm2

Überlagerung der Lastfälle 1 und 2:

Srhs,Gurt,mp = 84 + 0 = 84 N/mm2
Srhs,Strebe,mp = 50 + 0 = 50 N/mm2

Schritt 4: Bemessungwerte der Schwingbreiten der lokalen Bezugsspannung

Für die Berechnung der Bemessungswerte sind die maximalen Spannungsschwingbreiten


um den Teilsicherheitsfaktor zu vergrößern. Für das vorliegende Beispiel wird folgende
Kategorie angenommen: „Nicht-schadenstolerant“ und „Zugängliche Kerbstelle“. Für
diese Kategorie gilt nach Tabelle 1.2 ein Teilsicherheitsfaktor von 1,25.

Srhs,Gurt,mp = 1,25 · 84 = 105 N/mm2


Srhs,Strebe,mp = 1,25 · 50 = 63 N/mm2

Schritt 5: Lebensdauer für den räumlichen Anschluss

Ermüdungsbruch im Gurt:
Hier ist t = 7,1 mm und Srhs,Gurt,mp = 105 N/mm2. Die Schwingbreite der lokalen
Bezugsspannung von 105 N/mm2 ist kleiner als die Dauerfestigkeit (für t = 7,1 mm),
welche zwischen 111 N/mm2 (für t = 8 mm) und 134 N/mm2 (für t = 5 mm) entspre-
chend Tabelle 3.2 ist. Es ist demnach kein Ermüdungsversagen im Gurt zu erwarten.

Ermüdungsbruch in der Strebe:


Hier ist t = 4 mm und Srhs,Strebe,mp = 63 N/mm2. Die Schwingbreite der lokalen Bezugs-
spannung von 63 N/mm2 ist kleiner als die Dauerfestigkeit von 147 N/mm2 entspre-
chend Tabelle 3.2. Demnach ist kein Ermüdungsversagen in der Strebe zu erwarten.

Ergebnis:
Für diesen räumlichen Anschluss ist kein Versagen durch Ermüdung zu erwarten.
65
8 Bemessungsbeispiele für RHP-Anschlüsse
8.1 Beispiel 1: Ebener RHP-T-Anschluss

Gegeben:
Gegeben ist ein T-Anschluss aus quadratischen Hohlprofilen nach Bild 8.1, wobei für die
Kehlnähte ein Wurzelmaß von 5 mm angenommen wird.

RHS
RHP 140 140 5
140x140x5

+- P

Kehlnaht, a = 5 mm

RHS
RHP 200 200 12,5
200x200x12,5

L = 1.500

Bild 8.1 Ebener RHP-T-Anschluss

Die Abmessungen seien wie folgt:

Gurt: RHP 200 x 200 x 12,5, Ao = 8973 mm2, Wo = 513.444 mm3


Strebe: RHP 140 x 140 x 5,0, A1 = 2661 mm2, W1 = 114.711 mm3
Gurtlänge: L = 1500 mm

Für den T-Anschluss wird angenommen, er sei schadenstolerant (Versagen des An-
schlusses führt nicht zum Versagen des Gesamttragwerkes) und nur schwer zugänglich.
Er wird durch eine konstante Ermüdungsbelastung beansprucht.

Problem:
Bestimme den Bemessungswert für die Strebenkraft P, die sich aus einer Nennspannungs-
schwingbreite für den T-Anschluss bei 2·106 Lastwechseln und konstanter Schwingbreite ergibt.

Lösung:
Schritt 1: Parameter

 = b1/bo = 140/200 = 0,7


2 = bo/to = 200/12,5 = 16
=8
= t1/to = 5/12,5 = 0,4

Die Parameter liegen innerhalb der zulässigen Grenzen gemäß Tabelle E.1.

66
Schritt 2: Nennspannungsschwingbreiten

Die Nennspannungsschwingbreite in der Strebe (Sn,ax) erzeugt Biegespannungen im Gurt


(Sn,ch) von:

Sn,ch = (1/4) · P · (L–b1)/Wo = (1/4) · Sn,ax · A1 · (L–b1)/Wo

Ein allgemeiner Ausdruck für die Schwingbreiten der lokalen Bezugsspannung ergibt sich dann zu

Srhs = SCFax · Sn,ax + SCFch · Sn,ch = Sn,ax · (SCFax + SCFch · (1/4) · A1 · (L–b1)/Wo)

Nach Einsetzen der geometrischen Parameter erhält man

Srhs = Sn,ax · (SCFax + SCFch · 1,76)

Somit wird

Sn,ax = Srhs/(SCFax + SCFch · 1,76)

Den Bemessungswert für die Strebenkraft erhält man dann aus

Prange = A1 · Sn,ax

Schritt 3: SCFax für die Normalkraftbelastung in der Strebe

Für die Strebe (Linien A und E)

Mit Bild 5.2 erhält man dann eine schnelle Abschätzung von SCFA&E, ax = 7,5.

Mit Tabelle E.1 wird

SCFA&E,ax = (0,013 + 0,693 ·  – 0,278 · 2) · (2)(0,790 + 1,898 ·  – 2,109 ·  )2

= 0,362 · 161,085
= 7,33

In diesem Beispiel ist eine Kehlnaht ausgeführt. Gemäß Tabelle E.1 ist der SCF in der Strebe
(Linien A und E) mit einem Korrekturfaktor 1,4 für den Schweißnahttyp zu multiplizieren
(dieser Faktor braucht auf der Gurtseite der Naht nicht berücksichtigt zu werden). Also:

SCFA&E,ax = 1,4 · 7,33 = 10,3

Für den Gurt (Linien B, C und D)

Nach Bild 5.2 ist SCFB,ax ungefähr 5,0

Mit Tabelle E.1 ergibt sich

SCFB,ax = (0,143 – 0,204 ·  + 0,064 · 2) · (2)(1,377 + 1,715 ·  – 1,103 ·  ) · 0,75


2

= 0,03156 · 162,037 · 0,40,75


= 4,5

und in gleicher Weise

SCFC,ax = 4,27
SCFD,ax = 2,07
67
Schritt 4: SCFch Gurtlasten

Mit Tabelle E.1 ist

SCFA&E,ch = 0

SCFB,ch = 0

SCFC,ch = 0,725 · (2)0,248 ·  · 0,19 = 0,725 · 160,1736 · 0,40,19 = 0,99


SCFC,ch = 2,0 (Mindestwert)

SCFD,ch = 1,373 · (2)0,205 ·  · 0,24 = 1,373 · 160,1435 · 0,40,24 = 1,64


SCFD,ch = 2,0 (Mindestwert)

Schritt 5: SCFStrebe und SCFGurt

Wie zuvor in Schritt 2 ergibt sich ein gesamter SCF = SCFax + SCFch · 1,76

SCFA&E = SCFA&E,ax = 10,3


SCFB = SCFB,ax = 4,5
SCFC = SCFC,ax + SCFC,ch · 1,76 = 4,27 + 2,0 · 1,76 = 7,79
SCFD = SCFD,ax + SCFD,ch · 1,76 = 2,07 + 2,0 · 1,76 = 5,59

Die maximalen SCFs in Strebe und Gurt sind also

SCFStrebe = SCFA&E = 10,3


SCFGurt = SCFC = 7,8

Schritt 6: Lokale Bezugsspannung Srhs bei 2 · 106 Lastwechseln

Mit Tabelle 3.1

Für die Strebe (t = 5 mm):

log(Srhs,Strebe) = (12,476 – log(Nf))/3 + 0,06 · log(Nf) · log(16/t)


= (12,476 – log(2 · 106))/3 + 0,06 · log(2 · 106) · log(16/5)
= 2,058 + 0,191 = 2,249

Srhs,Strebe = 102,249 = 177 N/mm2

Für den Gurt (t = 12,5 mm):

log(Srhs,Gurt) = (12,476 – log(Nf))/3 + 0,06 · log(Nf) · log(16/t)


= (12,476 – log(2 · 106))/3 + 0,06 · log(2 · 106) · log(16/12,5)
= 2,058 + 0,041 = 2,099

Srhs,Gurt = 102,099 = 126 N/mm2

68
Schritt 7: Bemessungswert für die Schwingbreite in der Strebe

Um die Bemessungswerte der Schwingbreite der lokalen Bezugsspannung zu berechnen,


sind die ermittelten Werte, wie im Abschnitt 1.6 erläutert, um einen Teilsicherheitsbeiwert
zu reduzieren, der sich nach Tabelle 1.2 zu 1,15 ergibt. Die Bemessungswerte für die
Schwingbreite der lokalen Bezugsspannung sind dann

Srhs, Strebe = 177/1,15 = 154 N/mm2


Srhs, Gurt = 126/1,15 = 110 N/mm2

Gemäß Schritt 2 und Schritt 5

Sn,ax = Srhs/SCF = Srhs,Strebe/SCFStrebe = 154/10,3 = 15,0 N/mm2


oder
Sn,ax = Srhs/SCF = Srhs,Gurt/SCFGurt = 110/7,8 = 14,1 N/mm2

Maßgebend ist der kleinere Wert (14,1 N/mm2), mit dem die gesuchte Kraft in der Strebe
berechnet wird.

Psd = A1 · Sn,ax = 2661 · 14,1 = 37520 N = 37,5 kN

Ergebnis:
Die Lastamplitude in der Strebe sollte nicht größer als 37,5 kN sein.

8.2 Beispiel 2: Ebene RHP-K-Anschlüsse mit Spalt

Gegeben:
Gegeben ist das in Bild 8.2 gezeigt ebene Fachwerk. Die Abmessungen sind die gleichen
wie im Beispiel im CIDECT Design Guide 3 auf Seite 55 für Verbindungen aus RHP unter
vorwiegend ruhender Beanspruchung (Packer et al. [1992]). Die Exzentrizität (e) der
Knoten sei e = 0. Der Fachwerkträger wird durch die in Bild 8.2 angegebenen Kräfte bean-
sprucht. Aus der Belastung, die von Null bis zu den angegebenen Lasten variiert, ergibt
sich eine als konstant angenommene Schwingbreite.

Die Profile werden wie folgt gewählt:

Obergurt: RHP 180 x 180 x 8, Ao = 5410 mm2, Wo = 0,282 x 106 mm3


Strebe: RHP 100 x 100 x 4, A1,2 = 1480 mm2, W1,2 = 0,0446 x 106 mm3
Untergurt: RHP 180 x 180 x 8, Ao = 5410 mm2, Wo = 0,282 x 106 mm3

Die Nachweise unter ruhender Belastung sind erfüllt.


, , , , , , ,

Bild 8.2 Ebenes Fachwerk und Belastung (Spannungsschwingbreite konstant)

69
Problem:
Bestimmung der Lebensdauer für Knoten 6, siehe Bild 8.2

Lösung:

Schritt 1: Parameter

 = b1/bo = 100/180 = 0,556


2 = bo/to = 180/8 = 22,5
= t1/to = 4/8 = 0,5
 = arc tan (2,4/3,0) = 38,7°
g = bo/tan() – b1/sin() = 180/tan(38,7°) – 100/sin(38,7°) ≈ 64 mm
g´ = g/to = 64/8 = 8

Die Parameter liegen innerhalb der zulässigen Grenzen gemäß Tabelle E.2.

Schritt 2: Schnittgrößenermittlung

Für die Tragwerksberechnung des Trägers werden durchlaufende Gurte und gelenkig an-
geschlossene Streben angenommen. Die berechneten Schnittgrößen (Normalkräfte und
Biegemomente) sind in Bild 8.3 angegeben. Diese können als eine Lastkombination aus
zwei Lastzuständen dargestellt werden, Bild 8.4.

Lastfall 1: Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte


Lastfall 2: Restschnittgrößen im Gurt (Normalkräfte und Biegung)

Strebe 2
Strebe 1

Anschluss 6
Gurt 2 Gurt 1
Bild 8.3 Schnittgrößen am Knoten 6 (Normalkräfte und Biegung)

Anschluss 6 Anschluss 6

Lastfall 1 Lastfall 2
(Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte) (Restschnittgrößen im Gurt)

Bild 8.4 Zwei Lastfälle am Knoten 6

70
Schritt 3: Nennspannungsschwingbreiten in den kritischen Bauteilen

Wie in Bild 8.3 zu erkennen, ist die maßgebende Beanspruchung wegen der größeren
Zugkraft im Gurt 1. Von den beiden Diagonalen wird nur die zugbeanspruchte Strebe 2
nachgewiesen. Anmerkung: Im Allgemeinen kann angenommen werden, dass nur Streben
mit einer positiven Schwingspannung (Zug) Ermüdungsversagen hervorrufen.

Für Lastfall 1 (Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte):

Strebe,ax = MF · 17,2 · 10 3/1480 = 1,5 · 12 = 18 N/mm2

Für Lastfall 2 (Restschnittgrößen im Gurt):

Gurt,ch = Gurt,ax + Gurt,ipb = MF · 228,5 · 103/5410 – 1,106 · 106/(0,282 · 106)


= 1,5 · 42,2 – 3,9 = 59 N/mm2

Anmerkung: Die Biegemomente im Gurt reduzieren die Zugspannung des Gurtes


auf der Seite, auf der die Streben angeschlossen sind. Vergrößerungsfaktor MF
zur Berücksichtigung sekundärer Biegemomente nach Tabelle 2.2.

Schritt 4: SCF-Berechnung für Lastfall 1 (Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte)

Gurt Mit Bild E.4 (Bezugswert SCFo)


für  = 0,556 und  = 30°, SCFo = 4,7
für  = 0,556 und  = 45°, SCFo = 9,5
somit für  = 0,556 und  = 38,7°, SCFo = 7,5

Mit Bild E.5 (Korrekturfaktor)


für = 0,5 und 2 = 20, Korrekturfaktor = 0,7
für = 0,5 und 2 = 25, Korrekturfaktor = 1,1
somit für = 0,5 und 2 = 22,5, Korrekturfaktor = 0,9

SCFch,ax = 7,5 · 0,9 = 6,8

Strebe Mit Bild E.6 (Bezugswert SCFo)


für  = 0,556 und  = 30°, SCFo = 6,7
für  = 0,556 und  = 45°, SCFo = 10,5
somit für  = 0,556 und  = 38,7°, SCFo = 8,9

Mit Bild E.7 (Korrekturfaktor)


für = 0,5 und 2 = 20, Korrekturfaktor = 0,8
für = 0,5 und 2 = 25, Korrekturfaktor = 1,06
somit für = 0,5 und 2 = 22,5, Korrekturfaktor = 0,93

SCFb,ax = 8,9 · 0,93 = 8,3

Schritt 5: SCF-Berechnung für Lastfall 2 (Restschnittgrößen im Gurt)

Gurt Mit Bild E.8, SCFch,ch = 1,8,


aber maßgebend ist der SCF-Mindestwert, SCFch,ch = 2,0

Strebe Mit Tabelle E.2, SCFb,ch = 0 (kann vernachlässigt werden)

71
Schritt 6: Schwingbreiten der lokalen Bezugsspannung

Lastfall 1 (Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte):

Srhs,Gurt = SCFch,ax · Strebe,ax = 6,8 · 18 = 122 N/mm2


Srhs,Strebe = SCFb,ax · Strebe,ax = 8,3 · 18 = 149 N/mm2

Lastfall 2 (Restschnittgrößen im Gurt):

Srhs,Gurt = SCFch,ch · Gurt,ch = 2,0 · 59 = 118 N/mm2


Srhs,Strebe = SCFb,ch · Gurt,ch = 0 N/mm2

Überlagerung der Lastfälle 1 und 2:

Srhs,Gurt = 122 + 118 = 240 N/mm2


Srhs,Strebe = 149 + 0 = 149 N/mm2

Schritt 7: Bemessungswerte der Schwingbreiten der lokalen Bezugsspannung

Für die Berechnung der Bemessungswerte sind die maximalen Spannungsschwingbreiten


um den Teilsicherheitsfaktor zu vergrößern. Für das vorliegende Beispiel wird folgende
Kategorie angenommen: „Nicht-schadenstolerant“ und „Zugängliche Kerbstelle“. Für
diese Kategorie gilt nach Tabelle 1.2 ein Teilsicherheitsfaktor von 1,25.

Srhs,Gurt = 1,25 · 240 = 300 N/mm2


Srhs,Strebe = 1,25 · 149 = 186 N/mm2

Schritt 8: Lebensdauer für Anschluss Nr. 6

Ermüdungsbruch im Gurt:

t = 8 mm und Srhs,Gurt = 300 N/mm2

Mit Hilfe von Tabelle 3.1 oder Bild 3.3 kann nun die Lebensdauer bestimmt werden.

Mit Tabelle 3.1

12,476 – 3 · log(Srhs) 12,476 – 3 · log(300)


log(Nf) = = = 5,33
1 – 0,18 · log( 16 ) 1 – 0,18 · log( 16 )
t 8

Nf = 105,33 = 214.000 Lastspiele

72
Ermüdungsbruch in der Strebe:

t = 4 mm und Srhs,Strebe = 186 N/mm2

Mit Tabelle 3.1

12,476 – 3 · log(Srhs ) 12,476 – 3 · log(186)


log(Nf ) = = = 6,36
16
1 – 0,18 · log( ) 1 – 0,18 · log(16)
t 4

Nf = 106,36 = 2.270.000 Lastspiele

Ergebnis:
Die zu erwartende Lebensdauer für Ermüdungsversagen für den Knoten Nr. 6 liegt bei ca.
214.000 Lastwechseln. Maßgebend für ein Ermüdungsversagen ist der Gurt.

8.3 Beispiel 3: Räumliche RHP-KK-Anschlüsse mit Spalt

Gegeben:
Gegeben ist ein räumlicher RHP-KK-Anschluss mit den gleichen Abmessungen und inne-
ren Füllstäben wie der Anschluss Nr. 6 in dem zuvor gezeigten ebenen Beispiel im Ab-
schnitt 8.2. Es wird weiter angenommen, dass die Streben antimetrisch belastet sind, d.h.
m = –1, so dass die Schnittgrößen im Gurt vernachlässigt werden können, siehe Bild 8.5.

Im vorliegenden Beispiel werden andere äußere Lastamplituden angenommen als im vor-


angegangenen Beispiel 8.2. Es soll nicht der räumliche Einfluss auf die Lebensdauer, son-
dern vielmehr der Berechnungsgang bei einem räumlichen Anschluss für gegebene inne-
re Schnittgrößen aufgezeigt werden.

Der räumliche Parameter  , d.h. der Winkel zwischen den Strebenebenen, beträgt 90°.

, ,

Streben

Gurt

Streben

, ,

Bild 8.5 Angenommene Lastamplitude für den räumlichen Anschluss

Problem:
Bestimme die Lebensdauer für den räumlichen RHP-KK-Anschluss

73
Lösung:

Schritt 1: Räumliche Korrekturfaktoren (MCFs) für die SCFs

Mit Tabelle 5.2

Für Lastfall 1 (Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte), m = –1

Gurt: MCFch,ax = 1,25


Strebe: MCFb,ax = 1,25

Für Lastfall 2 (Restschnittgrößen im Gurt), m = –1

Gurt: MCFch,ch = 1,0


Strebe: MCFb,ch = 1,0

Schritt 2: Korrigierte SCFs

Die SCFs für dieses Beispiel werden dem vorangegangenen Beispiel im


Abschnitt 8.2 entnommen.

Für Lastfall 1 (Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte):

Gurt: SCFch,ax,mp = MCFch,ax · SCFch,ax,up = 1,25 · 6,8 = 8,5


Strebe: SCFb,ax,mp = MCFb,ax · SCFb,ax,up = 1,25 · 8,3 = 10,4
wobei „mp“ für „räumlich“ (engl. multiplanar) und „up“ für „eben“
(engl. uniplanar) steht.

Für Lastfall 2 (Restschnittgrößen im Gurt):

Gurt: SCFch,ch,mp = SCFch,ch,up = 2,0


Strebe: SCFb,ch,mp = SCFb,ch,up = 0 (kann vernachlässigt werden)

Schritt 3: Schwingbreiten der lokalen Bezugsspannung

Für Lastfall 1 (Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte):

Srhs,Gurt,mp = SCFch,ax,mp · Strebe,ax = 8,5 · 18 = 153 N/mm2


Srhs,Strebe,mp = SCFb,ax,mp · Strebe,ax = 10,4 · 18 = 187 N/mm2

Lastfall 2 (Restschnittgrößen im Gurt):

Wegen der Spannung im Gurt gleich Null ist auch:


Srhs,Gurt,mp = 0 N/mm2
Srhs,Strebe,mp = 0 N/mm2

Überlagerung der Lastfälle 1 und 2:

Srhs,Gurt,mp = 153 + 0 = 153 N/mm2


Srhs,Strebe,mp = 187 + 0 = 187 N/mm2

74
Schritt 4: Bemessungswerte der Schwingbreiten der lokalen Bezugsspannung

Für die Berechnung der Bemessungswerte sind die maximalen Spannungsschwingbreiten


um einen Teilsicherheitsfaktor zu vergrößern. Für das vorliegende Beispiel wird folgende
Kategorie angenommen: „Nicht-schadenstolerant“ und „Zugängliche Kerbstelle“. Für
diese Kategorie gilt nach Tabelle 1.2 ein Teilsicherheitsfaktor von 1,25.

Srhs,Gurt,mp = 1,25 · 153 = 191 N/mm2


Srhs,Strebe,mp = 1,25 · 187 = 234 N/mm2

Schritt 5: Lebensdauer für den räumlichen Anschluss

Ermüdungsbruch im Gurt:

t = 8 mm und Srhs,Gurt,mp = 191 N/mm2

Mit Tabelle 3.1

12,476 – 3 · log(Srhs ) 12,476 – 3 · log(191)


log(Nf) = = = 5,96
16
1 – 0,18 · log( ) 1 – 0,18 · log( 16 )
t 8

Nf = 105,96 = 903.000 Lastspiele

Die Lebensdauer des Gurts für diesen räumlichen RHP-KK-Knoten beträgt etwa
903.000 Lastwechsel.

Ermüdungsbruch in der Strebe:

t = 4 mm und Srhs,Strebe,mp = 234 N/mm2

Mit Tabelle 3.1

12.476 – 3 · log(Srhs) 12.476 – 3 · log(234)


log(Nf) = = = 6,02
16
1 – 0,18 · log( ) 1 – 0,18 · log( 16 )
t 4

Nf = 106,02 = 1.050.000 Lastspiele

Die Lebensdauer der Strebe für diesen räumlichen RHP-KK-Knoten beträgt etwa
1.050,000 Lastwechsel.

Ergebnis:
Für den räumlichen Anschluss wurde eine Lebensdauer von etwa 903.000 Lastwechseln
mit Versagen im Gurt berechnet.

75
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80
Anhang A: Ermüdungslasten

Ermüdungslasten können bei der Bemessung berücksichtigt werden, indem nur die
Arbeitsbedingungen, z.B. besondere Lastzustände bei Kranen oder Maschinen, berück-
sichtigt werden. Diese Fälle können herangezogen werden, um die maßgebenden
Ermüdungslasten speziell für ein bestimmtes Tragwerk zu ermitteln. Ermüdungslasten kön-
nen auch geeigneten Empfehlungen oder Richtlinien wie z.B. den EKS-TC6-Empfehlungen
(1985) entnommen werden.

Ermüdungslasten sind aber auch in den entsprechenden Normen für Lastannahmen für
Eisenbahn- oder Straßenbrücken oder Krane oder Windlasten, z.B. Eurocode 1 (1994),
enthalten. Zusätzliche Daten wie Spektren, schadensäquivalente Lasten und Sicherheits-
beiwerte können in den Projektspezifikationen angegeben werden, welche dann die
Regeln der Normen ergänzen oder ersetzen.

Ein einfaches Beispiel ist in Bild A.1 zu sehen, in dem das allgemeine Verfahren
veranschaulicht wird, mit dem Ermüdungslasten und Schädigung geschätzt werden
können. Das Verfahren umfasst folgende Schritte:

(a) Bestimmung von einer oder mehreren Lastfolgen, die typischerweise während der
Nutzungsdauer des Tragwerkes auftreten, z.B. Lasten PA und PB in Bild A.1 (a) seien
typisch für einen Lastwechsel.

(b) Bestimmung des Spannungs-Zeitverlaufs an der maßgebenden Stelle im Bauwerk


für dieses Lastbild, z.B. Spannungsschwingbreitenverlauf (S) an der Stelle X-X wie in
Bild A.1 (b).

(c) Überführen des Spannungsschwingbreitenverlaufs in ein Spannungsspektrum mittels


eines Lastwechsel-Zählverfahrens, sofern der Spannungs-Zeitverlauf veränderliche
Amplituden aufweist. Hier stehen zwei gängige Verfahren zur Verfügung: die Rainflow-
Methode und die Reservoir-Methode. Die Rainflow-Methode eignet sich mehr für
Auswertungen von langen Zeitverläufen mit Hilfe eines Computers. Die Reservoir-
Methode kann für einfache Handrechnungen herangezogen werden, wenn nur kurze
Zeitverläufe auszuwerten sind, siehe Bild A.1 (c).

(d) Vereinfachung des Spektrums, das im vorherigen Schritt ermittelt wurde, in


eine handhabbare Anzahl von Spannungsblöcken, wie in Bild A.1 (d) dargestellt.

(e) Bestimmung der ertragbaren Lastwechsel (Ni) für jedes Spannungsniveau (Si) mit Hilfe
der entsprechenden Ermüdungsfestigkeitskurven nach Bild A.1 (e).

(f) Berechnung der Schadenssumme z.B. mit Hilfe der Palmgren-Miner-Regel, siehe
Bild A.1 (f). Die Regel besagt, dass die Summe der Schädigungen der einzelnen
Spannungsblöcke einen Wert von 1,0 nicht überschreiten darf. Um Versagen während
der geplanten Nutzungsdauer auszuschließen, muss dieses Kriterium also für die
Palmgren-Miner-Regel erfüllt werden.

81
Typischer Lastzyklus
(n Wiederholungen während der Lebensdauer)
PB
Last

PA PA
Detail X-X
Zeit

(a) Lastfolge PB
Zeit

(b) Schwingbreitenverlauf S
an der Stelle X - X Zeit

S3 S4 S2
S1
(c) Zähler der
Lastwechsel
(Reservoir-Methode)
S1

S S2
S3
S4

(d) Spannungsspektrum n1 n2 n3 n4 Anzahl der Lastwechsel

S
S-N Linie für Detail X-X

S1

S2
S3
(e) Lastwechsel bis S4
zum Versagen
N1 N2 N3 N4
Anzahl der Lastwechsel

(f) Schadensakkumulation D = Σ ni/Ni = n1/N1 + n2/N2 + n3/N3 + n4/N4


(Palmgren-Miner-Regel)

Bild A.1 Ein einfaches Beispiel zur Bestimmung der Ermüdungsfestigkeit

82
Anhang B: Kerbfallgruppen für die Klassifizierungsmethode
Die Kerbfallgruppen für die Klassifizierungsmethode (auch Nennspannungsmethode
genannt) sind für Längsspannungen in Hohlprofilen und einfache Verbindungen in
Tabelle B.1 aufgeführt und für Anschlüsse in Fachwerkträgern in Tabelle B.2. Die hier an-
gegebenen Werte sind die Werte, wie sie derzeit im Eurocode 3 (EC3 [1992]) empfohlen
werden. Sie können in anderen nationalen Normen etwas unterschiedlich sein. Tabelle B.1
gilt für Blechdicken zwischen 4 mm and 12,5 mm. Die Wanddicken in Tabelle B.2 liegen
zwischen 4 mm und 8 mm.
Tabelle B.1 Kerbfallgruppen in Hohlprofilen und einfachen Verbindungen

Details belastet durch Längsspannungen


Kerb-
gruppe Konstruktionsdetail Beschreibung
m=3
160 Gewalzte und gepresste Erzeugnisse,
nahtlose Rohre. Scharfe Kanten und
Oberflächenfehler sind durch
Schleifen zu beseitigen.
140 Durchgehende Längsnähte.
Automatisch geschweißte
Längsnähte ohne Ansatzstellen,
frei von erkennbaren Fehlern

71 Quernähte
Mit durchgeschweißten Nähten ge-
schweißte Stöße von Rundhohlprofilen
Anforderungen:
– Nahtüberhöhung ≤ 10% der
Schweißnahtdicke mit verlaufendem
Übergang in die Blechoberfläche
– In Wannenlage geschweißte
Nähte und nachweisbar frei von
erkennbaren Fehlern
– Konstruktionsdetails mit t > 8 mm
dürfen 2 Kerbgruppen höher
eingestuft werden (=> 90)
56 Quernähte
Mit durchgeschweißten Nähten ge-
schweißte Stöße von Rechteckhohlprofilen
Anforderungen:
– Nahtüberhöhung ≤ 10% der Schweiß-
nahtdicke mit verlaufendem Übergang
in die Blechoberfläche
– In Wannenlage geschweißte
Nähte und nachweisbar frei
von erkennbaren Fehlern
– Konstruktionsdetails mit t > 8 mm
dürfen 2 Kerbgruppen höher
eingestuft werden (=> 71)
71 Nicht tragende Schweißnähte
Mit Kehlnähten an einen anderen
Querschnitt angeschweißte runde
oder rechteckige Hohlprofile
Anforderungen:
– Nicht trag. Schweißnähte
– Querschnittsbreite parallel zur
Spannungsrichtung ≤ 100 mm

83
Tabelle B.1 Kerbfallgruppen in Hohlprofilen und einfachen Verbindungen (Fortsetzung)

Details belastet durch Längsspannungen


Kerb- Konstruktionsdetail Beschreibung
gruppe
m=3
50 Tragende Schweißnähte
Mit einer Kopfplatte gestoßene, mit
durchgeschweißter Naht ange-
schweißte Rundhohlprofile
Anforderungen:
– Tragende Schweißnähte
– Nähte nachweisbar frei von erkenn-
baren Fehlern
– Konstruktionsdetails mit Wanddicken
t > 8 mm können eine Kerbgruppe
höher eingestuft werden (=> 56)
45 Tragende Schweißnähte
Mit einer Kopfplatte gestoßene,
mit durchgeschweißter Naht ange-
schweißte Rechteckhohlprofile
Anforderungen:
– Tragende Schweißnähte
– Nähte nachweisbar frei von erkenn-
baren Fehlern
– Konstruktionsdetails mit Wand-
dicken t > 8 mm können eine Kerb-
gruppe höher eingestuft werden
(=> 50)
40 Tragende Schweißnähte
Mit einer Kopfplatte gestoßene, mit
einer Kehlnaht angeschweißte
Rundhohlprofile
Anforderungen:
– Tragende Schweißnähte
– Wanddicken t ≤ 8 mm
36 Tragende Schweißnähte
Mit einer Kopfplatte gestoßene,
mit einer Kehlnaht angeschweißte
Rechteckhohlprofile
Anforderungen:
– Tragende Schweißnähte
– Wanddicken t ≤ 8 mm

80 l ≤ 50 mm Längsnähte
Die Kerbfallgruppe hängt von der
Länge l der Naht ab
71 50 ≤ l ≤ 80 mm

63 80 ≤ l ≤ 100 mm

56 l > 100 mm

80 t ≤ 12 mm Quernähte
Das Schweißnahtende muss mehr
als 10 mm vom Blechrand entfernt
71 t > 12 mm sein

80 t ≤ 12 mm Quernähte
Am Steg oder Flansch angeschweiß-
te Querschotte in Kastenträgern
71 t > 12 mm

84
Tabelle B.1 Kerbfallgruppen in Hohlprofilen und einfachen Verbindungen (Fortsetzung)

Details belastet durch Längsspannungen


Kerb- Konstruktionsdetail Beschreibung
gruppe
m=3

80 Quernähte
Einfluss geschweißter
Kopfbolzendübel auf den Grund-
werkstoff

71 Verbindungen von sich kreuzenden


Tragelementen mit durchgeschweiß-
ten Nähten.
Anforderungen:
– Die Ausmittigkeit der belasteten
Bleche muss < 15% der Dicke
des Zwischenbleches sein
– Nach Prüfung frei von erkenn-
baren Fehlern

36 Verbindungen von sich kreuzenden


Tragelementen mit Kehlnähten
Zwei Ermüdungsnachweise sind
erforderlich:
1. Untersuchung Rissbildung in der
Schweißnahtwurzel, Berechnung
der Spannungsschwingbreite für
die Schweißnahtfläche,
Kerbgruppe 36
2. Untersuchung Rissbildung am
Schweißnahtübergang,
Berechnung der Spannungs-
schwingbreite in den belasteten
Blechen, Kerbgruppe 71
Anforderungen:
– Die Ausmittigkeit der belasteten
Bleche muss < 15% der Dicke des
Zwischenbleches sein
– t < 20 mm

50 Gurtlamellen auf Walzprofilen und


geschweißten Blechträgern
Endbereiche von einlagig oder
mehrlagig aufgeschweißten
Gurtplatten mit und ohne Stirnnaht
Anforderungen:
Wenn die Lamellen breiter sind als
der Flansch, ist eine Stirnnaht, die
sorgfältig ausgeschliffen wird, um
Einbrandkerben zu entfernen,
erforderlich.

85
Tabelle B.2 Hohlprofilanschlüsse

Details belastet durch Längsspannungen

Kerb- Konstruktionsdetail Beschreibung


gruppe
m=5

Anschlüsse mit Spalt


90 t0/ti = 2,0 Rundhohlprofile, K- und
N-Anschlüsse

45 t0/ti = 1,0

Anschlüsse mit Spalt


71 t0/ti ≥ 2,0 Rechteckhohlprofile, K- und
N-Anschlüsse
Anforderungen:
• 0,5 (b0 – bi) ≤ g ≤ 1,1 (b0 – bi)
36 t0/ti = 1,0 • g ≥ 2 t0

Anschlüsse mit Überlappung


K-Anschlüsse
71 t0/ti ≥ 1,4 Anforderungen:
• Überlappung zwischen
30 und 100%

56 t0/ti = 1,0

Anschlüsse mit Überlappung


N-Anschlüsse
71 t0/ti ≥ 1,4 Anforderungen:
• Überlappung zwischen
30 und 100%

50 t0/ti = 1,0

Allgemeine Anforderungen:

4 ≤ to ≤ 8 mm* 4 ≤ t1 ≤ 8 mm* 35° ≤  ≤ 50°


bo ≤ 200 mm 0,4 ≤ b1/bo ≤ 1,0 –0,5 ho ≤ e ≤ 0,25ho (bo/to) · (to/t1) ≤ 25*
do ≤ 300 mm 0,25 ≤ d1/do ≤ 1,0 –0,5 do ≤ e ≤ 0,25do (do/to) · (to/t1) ≤ 25*

Ausmittigkeit rechtwinklig zur Ebene: ≤ 0,02 b0 oder ≤ 0,02 d0


Bei Füllstäben mit Wanddicken ≤ 8 mm sind Kehlnähte erlaubt

– Für Zwischenwerte t0/ti ist eine lineare Interpolation zwischen den benachbarten Kerbfällen erlaubt.
– Für Streben und Gurte sind verschiedene Ermüdungsnachweise erforderlich.
* Diese Werte basieren auf Messergebnissen. Sie unterscheiden sich vom Eurocode 3, wo to ≤ 12,5 mm,
t1 ≤ 12,5 mm, bo/to ≤ 25 und do/to ≤ 25 ist.

86
Anhang C: Die Bestimmung von SCFs mit Hilfe von
Versuchen und der Finite-Elemente-Methode

C.1 Lokale Bezugsspannung und SCF

Die Strukturspannungsmethode (engl. Hot Spot Stress Method) bezieht die Ermüdungslebens-
dauer von Anschlüssen auf die so genannte lokale Bezugsspannung (Hot Spot Stress) am
Anschluss und nicht auf die Nennspannung im angeschlossenen Bauteil. Dabei wird die un-
gleichmäßige Spannungsverteilung im Knotenbereich direkt berücksichtigt. Die Schwingbreite
der lokalen Bezugsspannung beinhaltet die geometrischen Einflüsse, berücksichtigt aber nicht
Effekte, die auf der Herstellung beruhen, wie etwa Ausbildung der Schweißnaht (flach, konvex,
konkav) und lokaler Zustand des Schweißnahtfußes (Radius, Einbrand etc.). Die lokale Bezugs-
spannung ist die maximale geometrische Spannung, die im Knoten an der Stelle auftritt, an der
in der Regel Risse entstehen. Im Falle von geschweißten Knoten aus Hohlprofilen tritt dies im
Allgemeinen am Schweißnahtübergang auf.

Der Spannungskonzentrationsfaktor (SCF) ist das Verhältnis von lokaler Bezugsspannung


am Knoten zur Nennspannung des Bauteils, dessen Belastung die lokale Bezugsspannung
hervorruft. Die lokale Bezugsspannung muss am Schweißnahtübergang bestimmt werden,
und zwar über ein Spannungsfeld außerhalb des Bereiches, der durch die lokale
Geometrie des Schweißnahtfußes beeinflusst wird. Die Stellen, über die die Spannungen
extrapoliert werden, der so genannte „Extrapolationsbereich“, hängt von der Größe des
Knotens und den entsprechenden Positionen vor den Schweißnähten ab. Die Grenzen des
Extrapolationsbereiches für KHP- und RHP-Anschlüsse sind in Tabelle C.1 und Bild C.1
(Romeijn [1994]) definiert.

Tabelle C.1 Grenzen für den Extrapolationsbereich für KHP- und RHP-Anschlüsse

Abstand vom Gurt Strebe


Schweißnaht-
übergang Sattel Krone Sattel Krone

Lr,min *) 0,4 · t0 0,4 · t1


KHP
Lr,max **) 4
0,09 r0 0,4 · r0 t0 r1 t1 0,65 r1 t1

Lr,min *) 0,4 · t0 0,4 · t1


RHP
Lr,max **)
Lr,min + t0 Lr,min + t
1

*) Mindestwert für Lr,min ist 4 mm


**) Mindestwert für Lr,max ist Lr, min + 0,6 · t1

Die lokale Bezugsspannung oder der Spannungskonzentrationsfaktor (SCF) kann mit Hilfe
von Dehnungsmessstreifen oder der Finite-Elemente-Methode bestimmt werden. Dieser
Anhang gibt Hilfestellung zur Anwendung dieser beiden Verfahren zur Bestimmung der
lokalen Bezugsspannungen und der SCFs.

87
Ein Mindestwert SCF von 2,0 wird empfohlen, es sei denn, dieser ist vernachlässigbar.
Dies ist wie folgt begründet:
• Die SCFs werden entlang einer begrenzten Anzahl von maßgebenden Linien bzw.
Stellen bestimmt. Die ermittelten lokalen Bezugsspannungen können unter den „wah-
ren“ lokalen Bezugsspannungen liegen, falls die Richtung der Hauptspannung von der
Richtung dieser Linien abweicht, besonders wenn die Spannungskonzentration weni-
ger ausgeprägt ist.
• Schwierigkeiten bei der FE-Modellierung für den Fall, dass ß = 1,0 ist, und auch aufgrund
der Tatsache, dass die Form der Schweißnaht einen großen Einfluss auf die SCFs hat.
• Rissbildung ausgehend von der Schweißnahtwurzel für kleine SCF-Werte.

t1

Strebenwand

∆σhs

t0
Lr,min Gurtwand

Lr,max
Bild C.1 Definition des Extrapolationsbereichs

C.2 Experimentelles Vorgehen

Hilfestellung wird für folgende Gesichtspunkte gegeben:

a) Spannungs- und Dehnungskomponenten

Es existieren unterschiedliche Meinungen darüber, welche Spannungs- (bzw. Dehnungs-)


Komponenten für die Bestimmung der SCFs herangezogen werden sollen: die
Hauptspannung (-dehnung) oder die Spannung (Dehnung) senkrecht zur Schweißnaht. Im
IIW, DEn und EC3 wird die Hauptspannung herangezogen, wogegen die Spannung senk-
recht zur Schweißnaht im AWS und API verwendet wird. Die Unterschiede zwischen die-
sen zwei Spannungen werden in der Nähe des Schweißnahtfußes weniger signifikant
(Marshall [1992], Romeijn et al. [1992]). Dehnungen senkrecht zur Schweißnaht können mit
einfachen Dehnungsmessstreifen gemessen werden, wogegen Messstreifen-Rosetten
erforderlich sind, um Hauptspannungen zu bestimmen. Es wird hier empfohlen,
Spannungen (Dehnungen) senkrecht zur Schweißnaht zu verwenden.

b) Stellen für Dehnungsmessstreifen

Dehnungen für Gurte müssen im Extrapolationsbereich senkrecht zur Schweißnaht und für
Streben parallel zur Stabachse gemessen werden. Der Extrapolationsbereich wird in Bild C.1

88
und Tabelle C.1 definiert. Maßgebende Linien bzw. Stellen werden in den Bildern
4.1, 4.5, 4.9, 4.10, 4.11, 5.1, 5.5 und 5.6 vorgeschlagen, entlang deren Dehnungsmess-
streifen zur Messung der Dehnungsverteilung angebracht werden sollten.

c) Effekte aus Biegemomenten

Neben den aufgebrachten Momenten in der Ebene (in-plane bending [ipb]) oder aus der
Ebene (out-of-plane bending [opb]) treten in Knoten, besonders in denen von Fachwerk-
trägern, Momente 2. Ordnung auf. Biegemomente 2. Ordnung werden durch unvermeid-
liche Lastexzentrizitäten und die Nachgiebigkeit der Knoten hervorgerufen (Romeijn et al.
[1997], Herion und Puthli [1998]). Es ist erforderlich, in einem Versuch die Dehnungen aus
Biegemomenten sowie aus Normalkräften zu messen. Dies erreicht man durch Aufbringen
von Dehnungsmessstreifen über zwei oder drei Querschnitte entlang jeder Strebe. Die
Dehnungen aus Biegemoment und aus Normalkräften können mit Hilfe des Verfahrens der
Superposition getrennt werden. Der Abstand zwischen Messquerschnitten in den Streben
und Schweißnahtübergang sollte mindestens 3d1 bzw. 3b1 betragen, wobei d1 und b1 der
Durchmesser bzw. die Breite der jeweiligen Strebe ist.

d) Extrapolationsmethoden

Wie bereits erwähnt, beinhaltet die Schwingbreite der lokalen Bezugsspannung zwar
geometrische Einflüsse, nicht aber solche Effekte, die aus der Herstellung, wie die
Schweißnahtgestalt (flach, konvex, konkav) und die lokale Ausbildung des Schweißnaht-
fußes (Radius, Einbrand etc.), resultieren. Einerseits sollte die Extrapolation der Dehnungen
im Extrapolationsbereich, wie in Tabelle C.1 und Bild C.1 definiert, ausgeführt werden.
Andererseits müssen die Extrapolationspunkte derart gewählt werden, dass die
Dehnungsgradienten globalen geometrischen Effekten entsprechen. Zwei Extrapolations-
methoden sind üblich, nämlich die lineare und die quadratische, um die lokalen Bezugs-
spannungen zu bestimmen. Sie werden in Bild C.2 gezeigt. Für Knoten aus kreisförmigen
Hohlprofilen kann die lineare Extrapolation angewendet werden. Für Knoten aus recht-
eckigen Hohlprofilen wird wegen der hier beobachteten stark nichtlinearen Dehnungs-
verteilung die quadratische Extrapolation empfohlen.
SNCF

0,4 t
aber > 4 mm Extrapolationszone

SNCF
quadratisch

SNCF
linear Messpunkte

Schweißnaht-
übergang

Abstand
Bild C.2 Extrapolationsmethoden

89
e) Beziehung zwischen SNCF und SCF

Weil nur Dehnungen direkt mittels Dehnungsmessstreifen gemessen werden können, wird
zunächst der Dehnungskonzentrationsfaktor (SNCF) bestimmt. Danach wird der SNCF in
einen SCF umgerechnet.

Die Formeln für SNCF lauten:

SNCFRHP = max/( ax + ipb + opb) für RHP-Knoten

SNCFKHP = max/( ax +  ipb2 + opb2 ) für KHP-Knoten

wobei max die extrapolierte maximale Dehnung ist und ax, ipb, und opb Nenn-
dehnungskomponenten aufgrund von axialer Last und Biegemomenten in und aus der
Ebene darstellen.

Der SNCF kann wie folgt in SCF umgerechnet werden:

SCFRHP = 1,1 SNCFRHP für RHP-Knoten

SCFKHP = 1,2 SNCFKHP für KHP-Knoten

f) Sonstiges

Die Versuche müssen in einem gut ausgerüsteten Labor von Spezialisten ausgeführt
werden. Auf korrekte Lagerung und Lasteinleitung ist zu achten.

C.3 Finite-Elemente-Berechnungen

Hilfestellung wird zu folgenden Gesichtspunkten gegeben:

a) Vorüberlegungen zum FE-Modell

FE-Berechnungen sollten nur mit Hilfe eines hinreichend getesteten FE-Programms durch-
geführt werden. Die Verfahren werden nur für erfahrene Experten empfohlen. Einige der in der
Vergangenheit zur Bestimmung von SCFs verwendete Programme sind ABAQUS, ANSYS,
DIANA und MARC. Es ist weiterhin wichtig, sich im Hinblick auf die erforderlichen Computer-
kapazitäten einen Überblick über den Umfang der Problemstellung zu verschaffen.
Symmetrie aus Geometrie und Belastung sollte genutzt werden, um das Problem zu verein-
fachen. Es ist auf die Lagerungsbedingungen in der Symmetrieachse bzw. -ebene zu achten.

b) Elemente

Die Diskretisierung des FE-Netzes eines Hohlprofilknotens hängt vom Typ der Elemente
und vom Spannungs- bzw. Dehnungsgradienten über das einzelne Element ab. Die
Diskretisierung des Netzes sollte derart gewählt werden, dass eine weitere Verfeinerung
nicht zu einer wesentlichen Änderung der Spannungsverteilung außerhalb des gekerbten
Bereichs führt. Elementabmessungen von 0,5 t1 bis 0,5 to können verwendet werden
(Herion [1994]). Bei der Verwendung von Volumenelementen sollten bei diesem Verhältnis
von Seitenlänge zu Elementdicke keine Probleme entstehen. Im Falle von dünnen
Schalenelementen mit diesen Abmessungen sollte die Zuverlässigkeit der Berechnung
überprüft werden. In Bereichen, die weniger von Interesse sind, können die Element-

90
größen (Abmessungen) zur Einsparung von Rechenzeit vergrößert werden.

c) Modellierung der Details

Eine Modellierung der Form der Schweißnaht verbessert die Genauigkeit der SCFs erheb-
lich. Deshalb werden Volumenelemente zur Modellierung der Schweißnaht und
Schweißnahtumgebung sowie des Extrapolationsbereichs empfohlen. Wegen der hohen
Anforderungen an die Genauigkeit wird die Verwendung von 20-Knoten-Elementen mit
2 x 2 x 2 Integrationspunkten empfohlen (Romeijn [1994]).

Bei rechteckigen Hohlprofilen kann besonders bei Stumpfnähten eine Spannungsum-


verteilung an den Ecken beobachtet werden. Eine Modellierung mit mehreren Elementen
wird empfohlen. Die benötigte Mindestanzahl von Elementen hängt von der Dicke (t) des
Rohres ab, d. h. 2 für t ≤ 8 mm, 3 für 8 < t < 16 mm und 4 für t ≥ 16 mm (Herion [1994]).
Auch sollte der Radius der Ecken beachtet werden. Bei der Verwendung von
Volumenelementen kann der innere Eckenradius zu 1,5 t angenommen werden, falls die
Breite des Querschnitts weniger als 140 mm beträgt, sonst ist dieser Radius mit 2 t anzu-
nehmen (Herion [1994]).

d) Beurteilung der Ergebnisse

Es sollte ein Vergleich von gerechneten SNCF und experimentellen Werten durchgeführt
werden. Es wird empfohlen, vor dem Vergleich mit experimentellen Ergebnissen folgende
Punkte zu überprüfen:

Einfache Geometrie und Belastung. Dies kann mit Hilfe der Prüfroutinen des zur
Generierung benutzten Pre-Prozessors erreicht werden.

Lagerbedingungen. Dies kann durch Überprüfen der globalen Gleichgewichtsbedingungen


erreicht werden, das heißt, die Knotenkräfte von fest gelagerten Knoten mit den aufge-
brachten Kräften zu vergleichen.

Netzeinteilung. Dies kann durch den Vergleich der Spannungen in benachbarten


Elementen erreicht werden. Größere Differenzen werden meist durch große Unterschiede
in den Elementabmessungen hervorgerufen.

e) Sonstiges

Spannungen und Dehnungen müssen über den Extrapolationsbereich senkrecht zur


Schweißnaht oder in Richtung der Hauptspannungen bestimmt werden.

91
Anhang D: SCF-Formeln und Diagramme für KHP-Anschlüsse

Sofern nicht anders angegeben, wird ein Mindestwert SCF von 2,0 für alle Anschluss-
typen, alle Stellen und alle Lastfälle empfohlen.

D.1 Ebene KHP-T- und Y-Anschlüsse

Tabelle D.1 SCFs für ebene KHP-T- und Y-Anschlüsse

Stellen Anwendungsgrenzen
d1
t1 d1 d0 0,2 ≤  ≤ 1,0
γ=
β=
d0 2t0
15 ≤ 2 ≤ 64
0,2 ≤ ≤ 1,0
τ=
t1
α=
2L 4 ≤  ≤ 40
t0 θ t0 d0 30° ≤  ≤ 90°
Kronenrückseite
Sattel
Parameter C für Lagerung
d0 Kronenvorderseite der Gurtenden
C1 = 2 (C – 0,5)
L
C2 = C/2
C3 = C/5
eingespannt C = 0,5
gelenkig C = 1,0
sonst C = 0,7

Lastfälle

Lastfall 1 Lastfall 2
Normalkraftbeanspruchung mit Normalkraftbeanspruchung mit
eingespannten Gurtenden allgemeiner Lagerung der Gurte

Lastfall 3 Lastfall 4
Biegung in der Ebene Biegung aus der Ebene

92
Tabelle D.1 SCFs für ebene KHP-T und Y-Anschlüsse (Fortsetzung)

Lastfall 1 Normalkraftbeanspruchung mit eingespannten Gurtenden


(ebene KHP-T- und Y-Anschlüsse)

Gurt (Sattel und Krone) Strebe (Sattel und Krone)

SCFch_Sattel,ax = T1 · F1 SCFb_Sattel,ax = T3 · F1
SCFch_Krone,ax = T2 SCFb_Krone,ax = T4

T1 =  · 1,1[1,11 – 3 · (ß – 0,52)2] · sin1,6

T2 = 0,2 · [2,65 + 5 · (ß – 0,65)2] + · ß(0,25 ·  – 3) · sin 

T3 = 1,3 +  · 0,52 · 0,1[0,187 – 1,25 · ß1,1(ß – 0,96)] · sin(2,7 – 0,01) 

T4 = 3 + 1,2 · [0,12 · exp(–4 · ß) + 0,011 · ß2 – 0,045] + ß · · (0,1 – 1,2)

wenn  ≥ 12: F1 = 1,0

wenn  < 12: F1 = 1 – (0,83 · ß – 0,56 · ß2 – 0,02) · 0,23 · exp[– 0,21 ·  –1,16 · 2,5]

wobei exp[x] = ex

Lastfall 2 Normalkraftbeanspruchung mit allgemeiner Lagerung der Gurte


(ebene KHP-T- und Y-Anschlüsse)

Gurt (Sattel und Krone) Strebe (Sattel und Krone)

SCFch_Sattel,ax = T5 · F2 SCFb_Sattel,ax = T3 · F2
SCFch_Krone,ax = T6 SCFb_Krone,ax = T7

T5 =  · 1,1[1,11 – 3 · (ß – 0,52)2] · sin1,6 + C1 · (0,8 – 6) · · ß2(1 – ß2)0,5 · sin22

T6 = 0,2 · [2,65 + 5 · (ß – 0,65)2] + · ß · (C2 ·  – 3) · sin 

T7 = 3 + 1,2 · [0,12 · exp(–4 · ß) + 0,011 · ß2 – 0,045] + ß · · (C3 ·  – 1,2)

wenn  ≥ 12: F2 = 1,0

wenn  < 12: F2 = 1 – (1,43 · ß – 0,97 · ß2 – 0,03) · 0,04 · exp[–0,71 · –1,38 ·2,5]

wobei exp[x] = ex

93
Tabelle D.1 SCFs für ebene KHP-T- und Y-Anschlüsse (Fortsetzung)

Lastfall 3 Biegung in der Ebene


(ebene KHP-T- und Y-Anschlüsse)

Gurt (Sattel und Krone) Strebe (Sattel und Krone)

SCFch_Sattel,ipb = 0 (vernachlässigbar) SCFb_Sattel,ipb = 0 (vernachlässigbar)


SCFch_Krone,ipb = T8 SCFb_Krone,ipb = T9

T8 = 1,45 · ß · 0,85 · (1 – 0,68ß) · sin0,7 

T9 = 1 + 0,65 · ß · 0,4 · (1,09 – 0,77ß) · sin(0,06 – 1,16) 

Lastfall 4 Biegung aus der Ebene


(ebene KHP-T- und Y-Anschlüsse)

Gurt (Sattel und Krone) Strebe (Sattel und Krone)

SCFch_Sattel,opb = T10 · F3 SCFb_Sattel,opb = T11 · F3


SCFch_Krone,opb = 0 (vernachlässigbar) SCFb_Krone,opb = 0 (vernachlässigbar)

T10 =  · · ß · (1,7 – 1,05 · ß3) · sin1,6 

T11 = 0,95 · 0,46 · ß · (1,7 – 1,05 · ß3) · (0,99 – 0,47 · ß + 0,08 · ß4) · sin1,6 

wenn  ≥ 12: F3 = 1,0

wenn  < 12: F3 =1 – 0,55 · ß1,8 · 0,16 · exp[–0,49 · –0,89 · 1,8]

wobei exp[x] = ex

94
D.2 Ebene KHP-X-Anschlüsse

Tabelle D.2 SCFs für ebene KHP-X-Anschlüsse

Stellen d1 Anwendungsgrenzen
t1 d1
γ=
d0
β=
d0 2t0 0,2 ≤  ≤ 1,0
15 ≤ 2 ≤ 64
τ=
t1
α=
2L
0,2 ≤ ≤ 1,0
t0 θ t0 d0
4 ≤  ≤ 40
Kronenrückseite 30° ≤  ≤ 90°
Sattel

d0 Kronenvorderseite

Lastfälle

Lastfall 1
Ausgeglichene Normalkraftbeanspruchung bei gelenkigen Gurtenden

oder

Lastfall 2 Lastfall 3
Biegung in der Ebene Biegung aus der Ebene

95
Tabelle D.2 SCFs für ebene KHP-X-Anschlüsse (Fortsetzung)

Lastfall 1 Ausgeglichene Normalkraftbeanspruchung bei gelenkigen Gurtenden


(ebene KHP-X-Anschlüsse)
Gurt (Sattel und Krone) Strebe (Sattel und Krone)

SCFch_Sattel,ax = X1 · F2 SCFb_Sattel,ax = X3 · F2
SCFch_Krone,ax = X2 SCFb_Krone,ax = X4

X1 = 3,87 ·  · · ß[1,10 – ß1,8] · (sin ) 1,7

X2 = 0,2 · [2,65 + 5 · (ß – 0,65)2] – 3 · · ß · sin 

X3 = 1 + 1,9 ·  · 0,5 · ß0,9 · (1,09 – ß1,7) · sin2,5 

X4 = 3 + 1,2 · [0,12 · exp(–4 · ß) + 0,011 · ß2 – 0,045]

wenn  ≥ 12: F2 = 1,0

wenn  < 12: F2 = 1 – (1,43 · ß – 0,97 · ß2 – 0,03) · 0,04 · exp[–0,71 · –1,38 · 2,5]

wobei exp[x] = ex

Lastfall 2 Biegung in der Ebene


(ebene KHP-X-Anschlüsse)

Es gelten die gleichen SCFs wie für ebene T-Anschlüsse bei Biegung in der Ebene,
siehe Tabelle D.1

Lastfall 3 Biegung aus der Ebene


(ebene KHP-X-Anschlüsse)

Gurt (Sattel und Krone) Strebe (Sattel und Krone)

SCFch_Sattel,opb = X5 · F3 SCFb_Sattel,opb = X6 · F3
SCFch_Krone,opb = 0 (vernachlässigbar) SCFb_Krone,opb = 0 (vernachlässigbar)

X5 =  · · ß · (1,56 – 1,34 · ß4) · (sin )1,6

X6 = 0,95 · 0,46 · ß · (1,56 – 1,34 · ß4) · (0,99 – 0,47 · ß + 0,08 · ß4) · (sin )1,6

wenn  ≥ 12: F3 = 1,0

wenn  < 12: F3 =1 – 0,55 · ß1,8 · 0,16 · exp[ –0,49 · –0,89 · 1,8]

wobei exp[x] = ex

96
D.3 Ebene KHP-K-Anschlüsse mit Spalt

Tabelle D.3 SCFs für ebene KHP-K-Anschlüsse mit Spalt

Stellen Geometrische Bedingungen:

d1
Keine Exzentrizität
Gleiche Streben
t1
Bezugsstrebe
Anwendungsgrenzen:
mitwirkende Strebe
t0 θ 3 θ
4
1
0,30 ≤  ≤ 0,60
2
24 ≤ 2 ≤ 60
d0
0,25 ≤ ≤ 1,00
30° ≤  ≤ 60°

d1 d t
= = 0 = 1
d0 2t0 t0

Lastfälle

PaxCOS PaxCOS

Lastfall 1 Lastfall 2
Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte Restschnittgrößen im Gurt
(Normalkräfte und Biegung)

97
Tabelle D.3 SCFs für ebene KHP-K-Anschlüsse mit Spalt (Fortsetzung)

Lastfall 1 Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte


(ebene KHP-K-Anschlüsse mit Spalt)

Gurt

12  0,5 
0,4 1,1
SCFch,ax = SCFo,ch,ax = Korrekturfaktor · SCFo,ch,ax

SCFo,ch,ax Gurt, nur Normalkräfte Korrekturfaktor für andere Werte von 2 und
,
,

, , ,

Korrekturfaktor
,
,
,

,
,

, ,

,
,
,
,
, , , , , , , , , , , ,
, , , , , , , , , , ,

Strebe
 0,5

0,5
SCFb,ax =    
12 0,5
SCFo,b,ax = Korrekturfaktor · SCFo,b,ax

Mindestwerte für SCFb,ax sind 2,64, 2,30 und 2,12 für  = 30°, 45° und 60°

SCFo,b,ax Streben, nur Normalkräfte Korrekturfaktor für andere Werte von 2 und

, ,

, ,
,
,
Korrekturfaktor

,
,

, ,

,
,
,

,
,

, ,
, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

98
Tabelle D.3 SCFs für ebene KHP-K-Anschlüsse mit Spalt (Fortsetzung)

Lastfall 2 Restschnittgrößen im Gurt (Normalkräfte und Biegung)


(ebene KHP-K-Anschlüsse mit Spalt)

Gurt
0,3
SCFch,ch = 1,2 · 0,5  · (sin )–0,9

SCFch,ch kann ebenfalls im unten stehenden Diagramm abgegriffen werden, wo bereits


ein Mindestwert SCF von 2,0 berücksichtigt ist
,

,
,

,
,
,
,

,
, , , , , , , , , ,

Strebe

SCFb,ch = 0 (kann vernachlässigt werden)

99
D.4 Räumliche KHP-XX-Anschlüsse

Tabelle D.4 SCFs für räumliche KHP-XX-Anschlüsse

Stellen Geometrische Bedingungen:


d1
Bezugsstrebe Keine Exzentrizität
θ Gleiche Streben
t1 Gurt

φ Anwendungsgrenzen:

3 4 2 0,3 ≤  ≤ 0,6
15 ≤ 2 ≤ 64
1
0,25 ≤ ≤ 1,0
t0  = 90°
 = 90°
mitwirkende Strebe =  – 2 · arcsin() ≥ 16,2°
d1 d t
d0 = = 0 = 1
d0 2t0 t0

Lastfälle

Lastfall 1 Lastfall 2
Im Gleichgewicht stehende Ausgeglichene Biegung in den
Strebenkräfte Streben in der Ebene

Lastfall 3 Lastfall 4
Ausgeglichene Biegung in den Streben Im Gleichgewicht stehende
aus der Ebene Gurtkräfte

100
Tabelle D.4 SCFs für räumliche KHP-XX-Anschlüsse (Fortsetzung)

Lastfall 1 Im Gleichgewicht stehende Strebenkräfte


(räumliche KHP-XX-Anschlüsse)

Normalkraftbeanspruchung in Bezugsstrebe (Pref)

Normalkraftbeanspruchung in Bezugsstreben Pref


Gurt (Stellen 1 und 2)

 0,9
SCF1,ref,ax = 5 · 12  · (1 – )

 1,1 1,15
SCF2,ref,ax = 12  · 0,5 · SCFo,2,ref

-5
Strebe (Stellen 3 und 4)
,
SCF3,ref,ax = 2,0 -10
, , , ,
 0,5
0,75
SCF4,ref,ax =    
12
·
0,5
· SCFo,4,ref

Normalkraftbeanspruchung in der mitwirkenden Strebe (Pcov)


Normalkraftbeanspruchung in
Gurt (Stellen 1 und 2) der mitwirkenden Strebe Pcov
SCF1,cov,ax = 0 (kann vernachlässigt werden)

 1,1
1,15
SCF2,cov,ax = 12  · 0,5  · SCFo,2,cov ,

Kein Mindestwert für SCF2,cov,ax


erforderlich
-5
Strebe (Stellen 3 und 4)
-10
SCF3,cov,ax = 0 (kann vernachlässigt werden) , , , ,

12  · 0,5 
0,5 0,75
SCF4,cov,ax = · SCFo,4,cov

Kein Mindestwert für SCF4,cov,ax erforderlich

101
Tabelle D.4 SCFs für räumliche KHP-XX-Anschlüsse (Fortsetzung)

Lastfall 2 Ausgeglichene Biegung in den Streben in der Ebene


(räumliche KHP-XX-Anschlüsse)

Biegung in der Ebene in der Bezugsstrebe (Mref)

Gurt (Stellen 1 und 2)


 0,6 0,8
SCF1,ref,ipb =    
12
·
0,5
· SCFo,1,ref

wobei SCFo,1,ref = 1,45 · ß · 0,85 · (1 – 0,68ß) · sin0,7 

SCF2,ref,ipb = 0 (kann vernachlässigt werden)

Strebe (Stellen 3 und 4)

SCF3,ref,ipb = 2,0

SCF4,ref,ipb = 0 (kann vernachlässigt werden)

Biegung in der Ebene in der mitwirkenden Strebe (Mcov)

Gurt (Stellen 1 und 2)

SCF1,cov,ipb = SCF2,cov,ipb = 0 (kann vernachlässigt werden)

Strebe (Stellen 3 und 4)

SCF3,cov,ipb = SCF4,cov,ipb = 0 (kann vernachlässigt werden)

Lastfall 3 Ausgeglichene Biegung in den Streben in der Ebene


(räumliche KHP-XX-Anschlüsse)

Biegung aus der Ebene in Bezugsstrebe (Mref)

Biegung aus der Ebene in Bezugsstrebe


Gurt (Stellen 1 und 2)

SCF1,ref,opb = 0 (kann vernachlässigt werden)


 1,25
1,05
SCF2,ref,opb =  12 ·  0,5 · SCFo,2,ref

Strebe (Stellen 3 und 4)

SCF3,ref,opb = 2,0
,
 0,65 0,65
SCF4,ref,opb =  
12
·
0,5   · SCFo,4,ref , , , ,

102
Tabelle D.4 SCFs für räumliche KHP-XX-Anschlüsse (Fortsetzung)

Lastfall 3 Ausgeglichene Biegung in den Streben in der Ebene


(räumliche KHP-XX-Anschlüsse)

Biegung aus der Ebene in der


mitwirkenden Strebe (Mcov) Biegung aus der Ebene in der
mitwirkenden Strebe
Gurt (Stellen 1 und 2)

SCF1,cov,opb = 0 (kann vernachlässigt werden)


,
 1,25
1,05
SCF2,cov,opb =    
12
·
0,5
· SCFo,2,cov

Kein Mindestwert für SCF2,cov,opb


erforderlich

Strebe (Stellen 3 und 4)

SCF3,cov,opb = 0 (kann vernachlässigt werden) , , , ,

 0,65
0,65
SCF4,cov,opb =  
12
·  
0,5
· SCFo,4,cov

Kein Mindestwert für SCF4,cov,opb


erforderlich

Lastfall 4 Im Gleichgewicht stehende Gurtkräfte


(räumliche KHP-XX-Anschlüsse)

Gurt (Stellen 1 und 2)

SCF1,ch = 2,0

SCF2,ch = 0 (kann vernachlässigt werden)

Strebe (Stellen 3 und 4)

SCF3,ch = 0 (kann vernachlässigt werden)

SCF4,ch = 0 (kann vernachlässigt werden)

103
Anhang E: SCF-Formeln und Diagramme für RHP-Anschlüsse
Sofern nicht anders angegeben, wird ein Mindestwert SCF von 2,0 für alle Anschluss-
typen, alle Stellen und alle Lastfälle empfohlen.

E.1 Ebene RHP-T- und X-Anschlüsse


Tabelle E.1 SCFs für ebene RHP-T- und X-Anschlüsse

Stellen
t1 Anwendungsgrenzen:
b1
0,35 ≤  ≤ 1,0
12,5 ≤ 2 ≤ 25
Strebe
0,25 ≤ ≤ 1,0

E A B Herstellung
D C
t0 45°
Für Anschlüsse mit Kehlnähten:
b1 SCF für die Strebe mit 1,4 multipli-
Gurt =
b
= 0 zieren
b0 2t0
b0
t1
=
t0

Lastfälle
1. Normalkraftbelastung in der Strebe
2. Biegung in der Ebene in der Strebe
3. Restschnittgrößen im Gurt (Normalkräfte und Biegung)

Lastfall 1 Normalkraftbelastung in der Strebe


(ebene RHP-T- und X-Anschlüsse)

Gurt (Linien B, C und D)


2
SCFB,ax = (0,143 – 0,204 ·  + 0,064 · 2) · (2)(1,377 + 1,715 ·  – 1,103 ·  ) · 0,75
2
SCFc,ax = (0,077 – 0,129 ·  + 0,061 · 2 – 0,0003 · 2) · (2)(1,565 + 1,874 ·  – 1,028 ·  ) · 0,75
2
SCFD,ax = (0,208 – 0,387 ·  + 0,209 · 2) · (2)(0,925 + 2,389 ·  – 1,881 ·  ) · 0,75

für X-Anschlüsse mit  = 1,0:


ist SCFC,ax mit einem Faktor von 0,65 zu multiplizieren
ist SCFD,ax mit einem Faktor von 0,50 zu multiplizieren

Strebe (Linien A und E)


2
SCFA,ax = SCFE,ax = (0,013 + 0,693 ·  – 0,278· 2) · (2)(0,790 + 1,898 ·  – 2,109 ·  )

Für Anschlüsse mit Kehlnähten:


SCFs (SCFA,ax, SCFE,ax) für die Strebe mit 1,4 multiplizieren

104
Tabelle E.1 SCFs für ebene RHP-T- und X-Anschlüsse (Fortsetzung)

Lastfall 2 Biegung in der Ebene in der Strebe


(ebene RHP-T- und X-Anschlüsse)

Gurt (Linien B, C und D)


2
SCFB,ipb = (–0,011 + 0,085 ·  – 0,073 · 2) · (2)(1,722 + 1,151 ·  – 0,697 ·  ) · 0,75
2
SCFC,ipb = (0,952 – 3,062 ·  + 2,382 · 2 + 0,0228 · 2) · (2)(– 0,690 + 5,817 ·  – 4,685 ·  ) · 0,75
2
SCFD,ipb = (–0,054 + 0,332 ·  – 0,258 · 2) · (2)(2,084 – 1,062 ·  + 0,527 ·  ) · 0,75

Strebe (Linien A und E)


2
SCFA,ipb = SCFE,ipb = (0,390 – 1,054 ·  + 1,115 · 2) · (2)(–0,154 + 4,555 ·  – 3,809 ·  )

Für Anschlüsse mit Kehlnähten:


SCFs (SCFA,ipb und SCFE,ipb) für die Strebe mit 1,4 multiplizieren

Lastfall 3 Restschnittgrößen im Gurt (Normalkräfte und Biegung)


(ebene RHP-T- und X-Anschlüsse)

Gurt (Linien B, C und D)

SCFB,ch = 0 (kann vernachlässigt werden)

SCFC,ch = 0,725 · (2)0,248 ·  0,19

SCFD,ch = 1,373 · (2)0,205 ·  0,24

Strebe (Linien A und E)

SCFA,ch = SCFE,ch = 0 (kann vernachlässigt werden)

105
E.2 Ebene RHP-K-Anschlüsse mit Spalt

Tabelle E.2 SCFs für ebene RHP-K-Anschlüsse mit Spalt

Strebe 1 b1
Stellen = Geometrische Bedingungen:
b0
b0 Gleiche Streben
=
A ED 2t0
C
Strebe 2 A B
Rückseite t1 Anwendungsgrenzen:
=
E
B
E D
A C
C
t0
E
A
B
B Vorderseite 0,35 ≤  ≤ 1,0
D g 10 ≤ 2 ≤ 35
C
Rückseite g´=
t0 0,25 ≤ ≤ 1,0
Gurt 30° ≤  ≤ 60°
2 ≤ g´
–0,55 ≤ e/h0 ≤ 0,25
Es werden nur die maximalen SCFs für die
Streben (an den Linien A und E) und für den
Gurt (an den Linien B, C und D) angegeben

Lastfälle

Lastfall 2
Lastfall 1 Restschnittgrößen im Gurt
Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte (Normalkräfte und Biegung)
Lastfall 1 Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte
(ebene RHP-K-Anschlüsse mit Spalt)
Gurt (maximaler SCF)

SCFch,ax = (0,48 ·  – 0,5 · 2 – 0,012/ + 0,012/g´ ) · (2)1,72 · 0,78 · (g´ )0,2 · (sin ())2,09

Strebe (maximaler SCF)

SCFb,ax = (–0,008 + 0,45 ·  – 0,34 · 2) · (2)1,36 · –0,66 · (sin ())1,29

Lastfall 2 Restschnittgrößen im Gurt (Normalkräfte und Biegung)


(ebene RHP-K-Anschlüsse mit Spalt)
Gurt (maximaler SCF)

SCFch,ch = (2,45 + 1,23 · ) · (g´ )–0,27

Strebe (maximaler SCF)

SCFb,ch = 0 (kann vernachlässigt werden)

106
Tabelle E.2 SCFs für ebene RHP-K-Anschlüsse mit Spalt (Fortsetzung – Diagramme)

Allgemeines Format
(für die Diagramme)

SCF = SCFo · Korrekturfaktor


wobei SCFo der SCF für 2 = 24 und = 0,5 ist. Der Korrekturfaktor ist von 2 und abhängig

Lastfall 1 Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte


(ebene RHP-K-Anschlüsse mit Spalt)
Gurt (SCFo) Strebe (SCFo)

Bild E.1 für g´ = 1,0 Bild E.6 für alle g´-Werte


Bild E.2 für g´ = 2,0
Bild E.3 für g´ = 4,0
Bild E.4 für g´ = 8,0

Gurt (Korrekturfaktor) Strebe (Korrekturfaktor)

Bild E.5 Bild E.7

Lastfall 2 Restschnittgrößen im Gurt (Normalkräfte und Biegung)


(ebene RHP-K-Anschlüsse mit Spalt)
Gurt (SCFch,ch) Strebe

Bild E.8 SCFb,ch = 0 (kann vernachlässigt werden)

107
0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

Bild E.1 Bezugswert SCFo für Gurte von RHP-K-Anschlüssen mit Spalt – g´ = 1,0
(im Gleichgewicht stehende Normalkräfte)

0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

Bild E.2 Bezugswert SCFo für Gurte von RHP-K-Anschlüssen mit Spalt – g´ = 2,0
(im Gleichgewicht stehende Normalkräfte)

108
0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

Bild E.3 Bezugswert SCFo für Gurte von RHP-K-Anschlüssen mit Spalt – g´ = 4,0
(im Gleichgewicht stehende Normalkräfte)

0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

Bild E.4 Bezugswert SCFo für Gurte von RHP-K-Anschlüssen mit Spalt – g´ = 8,0
(im Gleichgewicht stehende Normalkräfte)

109
4,0

2γ = 35

3,5 2γ = 30

2γ = 25

3,0 2γ = 20

2γ = 15
Korrekturfaktor für SCFo

2γ = 10
2,5

2,0

1,5

1,0

0,5

0,0
0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

τ
Bild E.5 Korrekturfaktor für SCF für Gurte von RHP-K-Anschlüssen mit Spalt
(im Gleichgewicht stehende Normalkräfte)

0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

Bild E.6 Bezugswert SCFo für Streben von RHP-K-Anschlüssen mit Spalt –
alle g´-Werte (im Gleichgewicht stehende Normalkräfte)

110
4,0
2γ = 35

3,5 2γ = 30

2γ = 25

3,0 2γ = 20
Korrekturfaktor für SCFo
2γ = 15

2γ = 10
2,5

2,0

1,5

1,0

0,5

0,0
0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0
τ
Bild E.7 Korrekturfaktor für SCF für Streben von RHP-K-Anschlüssen mit Spalt
(im Gleichgewicht stehende Normalkräfte)
,

,
, , , , , , , , , ,

Bild E.8 SCFch,ch für Gurte von RHP-K-Anschlüssen mit Spalt


(Restschnittgrößen im Gurt, Normalkräfte und Biegung)

111
E.3 Ebene RHP-K-Anschlüsse mit Überlappung

Tabelle E.3 SCFs für ebene RHP-K-Anschlüsse mit Überlappung

Strebe 1
Stellen b1 Geometrische Bedingungen:
=
b0
b0 Gleiche Streben
Strebe 2 =
A ED 2t0
E E A
B
C
Rückseite Anwendungsgrenzen:
A t1
E
A
B Vorderseite =
D C
t0 0,35 ≤  ≤ 1,0
Rückseite
10 ≤ 2 ≤ 35
Gurt 0,25 ≤ ≤ 1,0
30° ≤  ≤ 60°
50% ≤ Ov ≤ 100%
Es werden nur die maximalen SCFs für die –0,55 ≤ e/hO ≤ 0,25
Streben (an den Linien A und E) und für den
Gurt (an den Linien B, C und D) angegeben
Lastfälle

Lastfall 2
Lastfall 1 Restschnittgrößen im Gurt
Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte (Normalkräfte und Biegung)

Tabelle E.3 SCFs für ebene RHP-K-Anschlüsse mit Überlappung (Fortsetzung – Formeln)

Lastfall 1 Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte


(ebene RHP-K-Anschlüsse mit Überlappung)

Gurt (maximaler SCF)

SCFch,ax = (0,5 + 2,38 ·  – 2,87· 2 + 2,18 ·  · Ov + 0,39 · Ov – 1,43·sin()) · (2)0,29 · 0,7


2
· Ov0,73 –5,53 · sin () · (sin())–0,4 – 0,08 · OV

Strebe (maximaler SCF)

SCFb,ax = (0,15 + 1,1 ·  – 0,48 · 2 – 0,14/Ov) · (2)0,55 · –0,3 · Ov–2,57 + 1,62 ·ß · (sin())0,31
2

Lastfall 2 Restschnittgrößen im Gurt (Normalkräfte und Biegung)


(ebene RHP-K-Anschlüsse mit Überlappung)

Gurt (maximaler SCF)

SCFch,ch = (1,2 + 1,46 ·  – 0,028 · 2)

Strebe (maximaler SCF)

SCFb,ch = 0 (kann vernachlässigt werden)

112
Tabelle E.3 SCFs für ebene RHP-K-Anschlüsse mit Überlappung (Fortsetzung – Diagramme)

Allgemeines Format
(für die Diagramme)

SCF = SCFo · Korrekturfaktor


wobei SCFo der SCF für 2 = 24 und = 0,5 ist. Der Korrekturfaktor ist von 2 und abhängig

Lastfall 1 Im Gleichgewicht stehende Normalkräfte


(ebene RHP-K-Anschlüsse mit Überlappung)
Gurt (SCFo) Strebe (SCFo)

Bild E.9 für 50% Überlappung Bild E.13 für 50% Überlappung
Bild E.10 für 75% Überlappung Bild E.14 für 75% Überlappung
Bild E.11 für 100% Überlappung Bild E.15 für 100% Überlappung

Gurt (Korrekturfaktor) Strebe (Korrekturfaktor)

Bild E.12 Bild E.16

Lastfall 2 Restschnittgrößen im Gurt (Normalkräfte und Biegung)


(ebene RHP-K-Anschlüsse mit Überlappung)
Gurt (SCFch,ch) Strebe

Bild E.17 SCFb,ch = 0 (kann vernachlässigt werden)

113
0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

Bild E.9 Bezugswert SCFo für Gurte von RHP-K-Anschlüssen mit 50% Überlappung
(im Gleichgewicht stehende Normalkräfte)

0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

Bild E.10 Bezugswert SCFo für Gurte von RHP-K-Anschlüssen mit 75% Überlappung
(im Gleichgewicht stehende Normalkräfte)

114
0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

Bild E.11 Bezugswert SCFo für Gurte von RHP-K-Anschlüssen mit 100% Überlappung
(im Gleichgewicht stehende Normalkräfte)
4,0

2γ = 35

3,5 2γ = 30

2γ = 25

3,0 2γ = 20
Korrekturfaktor für SCFo

2γ = 15

2γ = 10
2,5

2,0

1,5

1,0

0,5

0,0
0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

Bild E.12 Korrekturfaktor für SCFo für Gurte von RHP-K-Anschlüssen mit Überlappung
(im Gleichgewicht stehende Normalkräfte)
115
0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

Bild E.13 Bezugswert SCFo für Streben von RHP-K-Anschlüssen mit 50% Überlappung
(im Gleichgewicht stehende Normalkräfte)

0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

Bild E.14 Bezugswert SCFo für Streben von RHP-K-Anschlüssen mit 75% Überlappung
(im Gleichgewicht stehende Normalkräfte)

116
0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

Bild E.15 Bezugswert SCFo für Streben von RHP-K-Anschlüssen mit 100% Überlappung
(im Gleichgewicht stehende Normalkräfte)
4,0
2γ = 35

3,5 2γ = 30

2γ = 25

3,0 2γ = 20
Korrekturfaktor für SCFo

2γ = 15

2γ = 10
2,5

2,0

1,5

1,0

0,5

0,0
0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0

τ
Bild E.16 Korrekturfaktor für SCFo für Streben von RHP-K-Anschlüssen mit Überlappung
(im Gleichgewicht stehende Normalkräfte)

117
,

,
, , , , , , , , , ,

Bild E.17 SCFch,ch für Gurte von RHP-K-Anschlüssen mit Überlappung (Restschnittgrößen im Gurt –
Normalkräfte und Biegung)

118
CIDECT – Comité International
pour le Développement et l’Etude
de la Construction Tubulaire

Internationales Komitee
für Forschung und Entwicklung
von Rohrkonstruktionen
CIDECT wurde 1962 gegründet und fasst die Forschungsaktivitäten aller bedeutenden
Rohrhersteller zusammen, um die Anwendung von Hohlprofilen weltweit zu fördern.

Die Ziele der Arbeit von CIDECT sind:

• durch Forschung und Studien die Kenntnis über Hohlprofile und ihre Anwendung im
Stahl- und Maschinenbau zu erweitern

• Herstellung und Pflege von Kontakten und Erfahrungsaustausch mit den Hohlprofil-
Herstellern und deren Anwendern, d. h. Architekten, Ingenieuren und Stahlbauunter-
nehmen in der ganzen Welt

• Förderung und Anwendung von Hohlprofilen, wo immer Technik und/oder Architektur


dies geeignet erscheinen lassen, i. A. durch Information, Publikationen, auch der
CIDECT-Forschungsergebnisse, Ausrichtung von Kongressen usw.

• Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen, insbesondere bei der Bearbeitung


von Bemessungshilfen und Normen

Technische Aktivitäten

Die technischen Aktivitäten von CIDECT betreffen folgende Gebiete:

• Knickverhalten von Hohlprofilstützen, auch betongefüllt


• Effektive Knicklängen von Fachwerkstäben
• Brandverhalten von betongefüllten Hohlprofilstützen
• Tragfähigkeiten von geschweißten und geschraubten Anschlüssen
• Ermüdungsverhalten von Anschlüssen
• Aerodynamische Eigenschaften
• Biegetragfähigkeit von Hohlprofilträgern
• Korrosionswiderstand
• Werkstattfertigung

Die Ergebnisse der CIDECT-Forschungsarbeiten sind Grundlage vieler nationaler und


internationaler Regelwerke und Normen für Hohlprofile geworden.

119
CIDECT-Veröffentlichungen

Die aktuelle Übersicht der Veröffentlichungen von CIDECT macht das steigende
Engagement bei der Verbreitung von Forschungsergebnissen deutlich.

Nachfolgend sind die bisher veröffentlichten oder in Vorbereitung befindlichen CIDECT-


Handbücher aus der Reihe „Konstruieren mit Stahlhohlprofilen“ aufgelistet. Die Hand-
bücher sind in englischer, französischer, deutscher und spanischer Sprache verfügbar.

1. Berechnung und Bemessung von Verbindungen aus Rundhohlprofilen unter vor-


wiegend ruhender Beanspruchung (1991)
2. Knick- und Beulverhalten von Hohlprofilen (1992, Nachdruck 1996)
3. Knotenverbindungen aus rechteckigen Hohlprofilen unter vorwiegend ruhender Be-
anspruchung (1992)
4. Bemessung von Hohlprofilstützen unter Brandbeanspruchung (1995, Nachdruck 1996)
5. Bemessung von betongefüllten Hohlprofilverbundstützen unter statischer und seismi-
scher Beanspruchung (1995)
6. Anwendung von Hohlprofilen im Maschinenbau (1995)
7. Fabrikation, Zusammenbau und Montage von Hohlprofilkonstruktionen (1998)
8. Geschweißte Anschlüsse von runden und rechteckigen Hohlprofilen unter Ermüdungs-
belastung (2000)

Um der immer bedeutsamer werdenden Rolle von Hohlprofilkonstruktionen bei den inter-
national gelobten „High-tech“-Bauwerken Rechnung zu tragen, wurde ein neues Buch
„Hohlprofilkonstruktionen in der Architektur“ mit Unterstützung der Europäischen Ge-
meinschaft veröffentlicht. Dieses Buch ist ebenfalls in englischer, französischer, deutscher
und spanischer Sprache verfügbar.

Kopien der Handbücher, des Architekturbuches und der Forschungsberichte können bei
folgender Adresse angefordert werden:

The Steel Construction Institute


Silwood Park
Ascot
Berkshire SL5 7QN
England

Tel.: +44 (0) 13 44 62 33 45


Fax: +44 (0) 13 44 62 29 44
E-Mail: f.awan@steel-sci.com
URL: http//www.steel-sci.org

120
CIDECT-Organisation (2000)

• Präsident: B. Becher (Deutschland)


Vizepräsident: C. L. Bijl (Niederlande)

• Generalversammlung aller Mitglieder einmal im Jahr. Sie wählt auch das Exekutiv-
Komitee, das für Verwaltung und Festlegung der Verbandspolitik zuständig ist

• Die Technische Kommission und ihre Arbeitsgruppen sind verantwortlich für die
Forschungsarbeit sowie die Förderung der Anwendung von Hohlprofilen. Sie kommen
mindestens einmal im Jahr zusammen

Die Mitgliedsfirmen von CIDECT sind (2000):

• Aceralia Transformados, Spanien


• BHP Steel, Australien
• British Steel Tubes and Pipes, Großbritannien
• Hoogovens Buizen, Niederlande
• IPSCO Inc., Kanada
• Mannstaedt Werke GmbH & Co., Deutschland
• Rautaruukki Oy, Finnland
• Tata Iron and Steel Co., Indien
• Tubeurop, Frankreich
• A.G. Tubos Europa, Spanien
• Vallourec & Mannesmann Tubes, Deutschland
• Voest Alpine Krems, Österreich

Die in diesem Buch genannten Daten und Informationen wurden nach bestem Wissen und
mit größter Sorgfalt zusammengestellt und es wurde alles unternommen, damit die Inhalte
und Daten korrekt sind. CIDECT, seine Mitglieder und die Autoren können jedoch keine
Haftung für etwaige Fehler oder die falsche Auslegung des Inhaltes oder für sonstige
Schäden, die sich daraus ergeben könnten, übernehmen.

Bildquellen:

Die Autoren bedanken sich für die freundliche Überlassung von Bildmaterial bei den fol-
genden Firmen:

British Steel Tubes and Pipes, Großbritannien


IPSCO Inc., Kanada
Tubeurop, Frankreich
Vallourec & Mannesmann Tubes, Deutschland
Voest Alpine Krems, Österreich

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