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Diplomarbeit im Studiengang Stadtplanung

HafenCity Universität Hamburg


Hamburg, Mai 2012

Autoren:
Johanna Fink [Matr.-Nr. 32005]
Nikolas Klostermann [Matr.-Nr. 32158]

Betreuung:
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Dickhaut
Dipl.-Ing. Thomas Zimmermann
Dipl.-Ing. Elke Kruse
Stadt im (Klima-) Wandel

Anpassungsmöglichkeiten städtischer Strukturtypen


an die Folgen des Klimawandels
Abstract de

Mit Fortschreiten des anthropogenen Klimawan- turelle Charakteristika unterscheidet. Über diese
dels ist in Deutschland mit einer Zunahme der Strukturtypen ist eine Abschätzung der Intensität
Häufigkeit und Intensität von Hitzewellen und der zu erwartenden Klimafolgen für verschiedene
Starkregenereignissen sowie Dürreperioden zu Quartiere möglich.
rechnen. In den Städten ist diese Entwicklung be-
sonders prekär, da der hohe Versiegelungsgrad, der Die Anpassung an Klimafolgen erfolgt perspekti-
geringe Grünflächenanteil und die hohe thermi- visch für Ereignisse, deren Eintreten vor allem in
sche Speicherfähigkeit der Materialien die Entste- der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts erwartet
hung städtischer Wärmeinseln befördern und den wird. Bei einem Zeithorizont bis 2050 müssen al-
natürlichen Wasserkreislauf stark modifizieren. lerdings auch die bis dahin möglicherweise ein-
Hohe nächtliche Temperaturen und eine steigende tretenden Veränderungen im Siedlungsraum be-
Gefahr von Hochwasser und Überschwemmungen rücksichtigt werden. Eine Möglichkeit, derartigen
infolge von Starkregenereignissen sind die Folgen. Unsicherheiten Rechnung zu tragen, bietet die Ar-
Während sich im Rahmen von Neubauvorhaben beit mit Szenarien.
Anpassungsmaßnahmen vergleichsweise leicht in-
tegrieren lassen, stehen die Städte vor der Heraus- Durch die Projektion sozioökonomischer Szenari-
forderung, die Baubestände, welche den Großteil en für die Entwicklung der Stadt Hamburg bis 2050
des Siedlungsraums darstellen, für die Folgen des auf fünf bestehende Baublöcke der unterschied-
Klimawandels zu rüsten. lichen Strukturtypen ist es möglich, ein Spektrum
potentieller Entwicklungen dieser Realblöcke auf-
Wie stark die Betroffenheit durch die Folgen des zuzeigen.
Klimawandels ausgeprägt ist, hängt von der Struk-
tur der Bebauung ab. Für das baulich geprägte Um die erwarteten Klimafolgen zu mindern und
Hamburger Stadtgebiet lassen sich 18 Strukturty- auch zukünftig eine hohe Lebensqualität in der
pen definieren, die bestimmte bauliche und struk- Stadt zu sichern, können bestimmte Maßnahmen

IV
getroffen werden. Zwei bedeutsame Handlungsfel- Die Anwendung von Anpassungsmaßnahmen
der sind die dezentrale naturnahe Regenwasserbe- muss von der Stadt begleitet und gefördert werden.
wirtschaftung mit Flächen zur Retention, Versicke- Ein wichtiger Baustein ist die Kommunikation der
rung und Verdunstung von Niederschlagswasser zukünftigen Problemlage und der Lösungsansätze.
und die Erhöhung des Vegetationsanteils durch die Im Hinblick auf die Unsicherheiten der Klimapro-
Anlage neuer Grünflächen und die Realisierung gnosen, sowie der gesellschaftlichen Entwicklung
von Gebäudebegrünungen. Diese Maßnahmen tra- sollten insbesondere so genannte no-regret-Maß-
gen dazu bei, die Temperaturen in der Stadt zu sen- nahmen in den Fokus rücken. Diese führen auch
ken sowie Abflussspitzen bei starken Regenfällen zu bei einem Nicht- oder geringer Eintreten der Kli-
mindern und Überschwemmungen vorzubeugen. mafolgen zu einem Mehrwert, der über den Nut-
zen der Klimaanpassung hinausgeht. Insbesondere
Die verschiedenen möglichen Entwicklungen bis großflächige, aber auch gebäudebezogene Anpas-
2050 wirken sich auf das Vorgehen bei der Anpas- sungsmaßnahmen können zu einer Umfeldverbes-
sung an die Folgen des Klimawandels aus. In wel- serung beitragen. Auch im öffentlichen Raum kön-
chem Umfang und mit welchen Maßnahmen eine nen no-regret-Maßnahmen zu einer Aufwertung
Anpassung an Klimafolgen durchgeführt wird oder des Stadtbildes führen.
durchgeführt werden kann, ist direkt abhängig von
den sozioökonomischen Rahmenbedingungen. Die Flächenpotentiale für eine klimaangepasste
Stadt sind nicht nur ebenerdig zu suchen. Beson-
Bestimmte ökonomische und gesellschaftliche Ent- ders zukünftig hoch belastete Strukturtypen wie
wicklungen können eine umfassende Umsetzung Zentrum oder Innerstädtisches Wohn- und Misch-
von Anpassungsmaßnahmen befördern. Dies ge- gebiet offerieren ihre Flächenpotentiale insbeson-
schieht durch die Entstehung positiver Rahmenbe- dere in Form ihrer Dach- und Fassadenflächen.
dingungen durch die Stadtplanung und die daraus
resultierenden Veränderungen in den Strukturty- Mit einer frühzeitigen und strategischen Aufnahme
pen und eine Bewusstseinsbildung in der Bevölke- von Klimaanpassung in die Stadtentwicklung kann
rung und Administration mit der Folge einer ho- nicht nur den prognostizierten Klimafolgen begeg-
hen Bereitschaft, Klimaanpassung zu betreiben. In net werden, sondern es können auch Mehrwerte
anderen sozioökonomischen Entwicklungen führt geschaffen werden, die einen wichtigen Beitrag zur
eine andere Prioritätensetzung zu abweichenden lebenswerten Stadt leisten können.
Charakteristika der Strukturtypen und dem Stadt-
bild, sowie erschwerten Bedingungen für eine An-
passung an Klimafolgen.

Sowohl die Anfälligkeit der Strukturtypen gegen-


über den Folgen des Klimawandels als auch die
Möglichkeiten der Anwendung von Anpassungs-
maßnahmen ist eng gekoppelt an die vorhandenen
Flächenpotentiale in den Strukturtypen. Die Vor-
aussetzungen für eine erfolgreiche Anpassung wer-
den somit von den Prämissen der Stadtplanung im
Umgang mit Nachverdichtung und Neuausweisung
im Stadtgebiet geschaffen.

V
Abstract en

As a result of anthropogenic climate change, Ger- Adaptation is proactive, concerning events that are
many should expect an increase in the intensity predicted to happen in the second half of the 21st
and frequency of heavy rainfall on the one hand, century. With a time horizon until 2050, not only
and drought periods on the other. In cities with a climatic changes, but also changes in the building
large proportion of impervious surface, a lack of structure of the city have to be considered when de-
vegetation and the high thermal capacity of buil- ciding which measures should be taken towards ad-
ding materials, these developments are especially aptation. One way of dealing with the uncertainty
problematic and bound to result in the urban heat of future events is the use of scenarios.
island effect and in a strong modification of the na-
tural water cycle. High nocturnal temperatures as By projecting different socio-economic scenarios
well as a rising risk of flooding as a result of heavy for the development of the city of Hamburg until
rainfalls are the immediate consequences. While in 2050 on five existing blocks of different city struc-
newly constructed areas adaptation measures can ture types, a range of possible developments of the-
be integrated relatively easily, cities are facing the se blocks can be demonstrated.
challenge of adapting the existing building stock,
which constitutes by far the largest part of German There is a variety of measures that can be taken to
and European cities. minimize the impact of the expected climatic ef-
fects and also to preserve the high quality of urban
The building structure of an urban area has a direct life. Two main fields of action are introducing de-
impact on how strong the effects of climate change centralized rainwater management including areas
will be. For the city of Hamburg 18 different buil- for retention, infiltration and evaporation, and in-
ding structures can be identified. Using these city creasing the proportion of green space in the city.
structure types, it is possible to assess the intensity This can be achieved by creating new green areas
of the expected climate effects for different neigh- like parks, but also by greening buildings, for ex-
bourhoods. ample roofs and facades. Vegetation helps to lower

VI
the temperature in the city, reduce peak rainwater scale development measures, building-scale measu-
run-off, and thereby reduce the risk of flooding. res can contribute considerably to an improvement
in environmental quality. An attractive design of
The different socio-economic scenarios for 2050 public or private open space or better ecological
also have a direct effect on the approach to climate conditions can increase the quality of urban life.
adaptation. The choice of adaptation measures and
the chance to implement them depends directly on Space capacities for climate adaptation measures
the respective socio-economic conditions. are not only found at ground level. Those city struc-
ture types that will be highly affected in the future,
Some economic and social developments may pro- such as densely built urban cores or inner city dis-
mote the implementation of adaptation measures. tricts, offer a big space capacity at roof level and on
An essential prerequisite, however, is a positive the buildings‘ facades.
framework set by urban planning, resulting in
changes in the city structure types as well as in a By integrating climate adaptation measures into
rising awareness and willingness among administ- urban development at an early stage, it is not only
ration and population to take measures towards cli- possible to cope with the predicted climate effects,
mate adaptation. In other scenarios, the conditions but also to create additional value and contribute to
for the implementation of adaptive measures are a liveable city.
more complicated, due to different priorities and to
divergent characteristics of the city structure types
and the cityscape, which, as a result, is not being
adapted to the ocurring climatic changes.

Furthermore, city structures vary in their capacity


regarding adaptation measures, depending mainly
on the space available. This, again, can be influ-
enced by external conditions, mainly in the field of
urban planning, concerning for example the alloca-
tion of new construction areas or redensification of
urban neighbourhoods

The implementation of adaptational measures


needs steering by politics and the administration.
By raising awareness for the expected problems
and communicating possible solutions, the city of
Hamburg can play a major part in the success of cli-
mate adaptation. With regard to the uncertainties
of climate change scenarios, as well as future deve-
lopments in the social sector, a special focus should
lie on so called no-regret measures. These not only
prevent damage, but also create additional value,
even if the predicted climate events should not oc-
cur as massively as predicted. In addition to large-

VII
Inhaltsverzeichnis

Prolog
Einführung 1
Zielsetzung, Fragestellung und Aufbau der Arbeit 2
Aufbau der Arbeit 3
Methodik 3

Teil 1 - Stadtklima und Klimawandel 3


1. Einleitung: Die Lage Hamburgs zum GroSSklima 7

2. Klimaentwicklung in Hamburg 9
2.1 Beobachtete Klimaänderungen bis 2007 9
2.2 Erwartete Klimafolgen für die Metropolregion Hamburg bis 2050 12

3. Charakteristika der Stadt und ihre Auswirkungen auf das
Stadtklima 15
3.1 Die städtische Wärmeinsel 16
3.2 Wind in der Stadt 24
3.3 Der städtische Wasserkreislauf 25
3.4 Das Hamburger Stadtklima: Geografische und stadtstrukturelle
Einflussfaktoren 30

VIII
Teil 2 - Strukturtypen
4. Strukturtypen 35
4.1 Bewertungskriterien 35
4.2 Indikatoren 36
4.3 Lagebedingte Einflussfaktoren 39

5. Auswahl der Strukturtypen 41
5.1a Einfamilienhäuser 43
5.1b Villen 45
5.1c Reihenhäuser 47
5.1d Ehemalige Arbeitersiedlungen 49
5.1e Blockrandbebauung 51
5.1f Zeile 53
5.1g Hochhäuser 
/ GroSSwohnsiedlung 55
5.2a Stadt-/ Stadtteilzentrum 57
5.2b Innerstädtische Wohn- und Mischgebiete 59
5.3a Gewerbe 61
5.3b Büro 63
5.4a Verkehrsfläche 65
5.4b Flächen der Ver- und Entworgung 67
5.4c Gemeinbedarf und Sondernutzungen 69
5.4d Kleingartenvereine 
/ Wochenendhäuser 71
5.5a Parkanlagen 73
5.5b Gewässer 75
5.5c Stadtplatz 
/ 
Promenade 76
5.6 Verteilung der Strukturtypen im Hamburger Stadtgebiet 78
5.7 Betroffenheit der Strukturtypen in Hamburg 80
5.9 Auswahl der Strukturtypen für die vertiefende Betrachtung 82

Teil 3 - Realblöcke
6. Einleitung 89
6.2 Mögliche Entwicklung der Realblöcke 93
6.3 Vorgehen 95
6.4 Aufbau der Szenarien- und MaSSnahmenbeschreibungen 97

IX
7a Strukturtyp Einfamilienhäuser - Realblock Tonndorf 99
7a.1 Szenarioentwicklung 101
7a.2 Gebäudebezogene MaSSnahmen 105
7a.3 Flächenbezogene MaSSnahmen 109
7a.4 Zwischenbetrachtung 111

7b Strukturtyp Zeile - Realblock Eilbek 115
7b.1 Szenarioentwicklung 117
7b.2 Gebäudebezogene MaSSnahmen 119
7b.3 Flächenbezogene MaSSnahmen 121
7b.4 Zwischenbetrachtung 127

7c Strukturtyp Hochhäuser/ GroSSwohnsiedlung
Realblock Farmsen 131
7c.1 Szenarioentwicklung 133
7c.2 Gebäudebezogene MaSSnahmen 139
7c.3 Flächenbezogene MaSSnahmen 141
7c.4 Zwischenbetrachtung 146

7d Strukturtyp Wohn- und Mischgebiet - Realblock St. Georg 149
7d.1 Szenarioentwicklung 151
7d.2 Gebäudebezogene MaSSnahmen 153
7d.3 Flächenbezogene MaSSnahmen 157
7d.4 Zwischenbetrachtung 159

7e Strukturtyp Gewerb - Realblock Billbrook 165
7e.1 Szenarioentwicklung 167
7e.2 Gebäudebezogene MaSSnahmen 171
7e.3 Flächenbezogene MaSSnahmen 173
7e.4 Zwischenbetrachtung 177

Teil 4 - Auswertung
8. Auswertung: Szenarien – Realblöcke –
AnpassungsmaSSnahmen 183
8.1 Auswertung Szenarioentwicklung 185
8.2 Auswertung der AnpassungsmaSSnahmen 189
8.3 Stärken und Schwächen der Strukturtypen in Bezug auf Bioklima
und KlImafolgen 194

X
8.4 Konfliktpotential: Mitigation und Adaption 197
8.5 Mehrwert von MaSSnahmen 199
8.6 Schlussbetrachtung Szenarienentwicklung 202

9. Zusammenfassung und Ausblick 203
9.1 Ergebnisse 204
9.2 Handlungsempfehlungen 205
9.3 Aktuelle Tendenzen 206
9.2 Schlussbetrachtung 207

Anhang
Anhang 1: Auswahl der MaSSnahmen der dezentralen
Regenwasserbewirtschaftung 211
Anhang 2: Exposee 213
Anhang 3: Szenarien 215
Abkürzungsverzeichnis 223
Literaturverzeichnis 225
Internetquellen 229
Abbildungen 231
Tabellen 23

XI
PROLOG
Einleitung

Der anthropogene Klimawandel, in diesem Punkt nicht mehr vermeidbaren Folgen des Klimawan-
herrscht heute weitgehend Einigkeit, stellt eine dels wird in der Literatur vielfach hingewiesen.
Entwicklung dar, die nicht mehr vollständig auf- Die Bundesregierung hat hierzu als Leitfaden die
zuhalten ist. Die Veränderungen des Klimas sind Deutsche Anpassungsstrategie verabschiedet (vgl.
abzusehen und in unterschiedlichen Ausprägungen BMU, 2008), in Hamburg wurde 2011 im Auftrag
bereits heute spürbar (vgl. IPCC, 2007b, S. 2ff, UN- der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt
Habitat, 2011, S. 5). das Gutachten Fachlicher Orientierungsrahmen für
Klimaänderung und Klimafolgen in Hamburg (vgl.
Städte sind besonders vulnerabel gegenüber klima- BSU, 2009) erstellt, das die Grundlage der Hambur-
tischen Extremereignissen, welche schon heute zu ger Anpassungsstrategie bilden soll.
beobachten und durch globale Klimaänderungen
in erhöhtem Maße in der Zukunft zu erwarten sind. In der vorliegenden Diplomarbeit wird heraus-
Aufgrund der hohen Einwohnerdichte und der gestellt, welche Gefährdungen in verschiedenen
Akkumulation von ökonomischen Werten in den Stadtstrukturtypen durch die Folgen des Klima-
Städten können diese extremen Wetterereignisse wandels entstehen und welche Möglichkeiten zur
hier besonders gravierende Schäden verursachen Klimaanpassung unter verschiedenen sozioökono-
(vgl. UN-Habitat, 2011, S. 1f, Rosenzweig, Solecki mischen Rahmenbedingungen gegeben sind. Dabei
et al., 2011, S. 16). werden die Stadtstrukturtypen als idealtypische,
abstrakte Baublöcke definiert. Ziel ist aufzuzeigen,
Neben der Mitigation mit den Zielen der Vermei- wie sich die Betroffenheit durch Klimafolgen in
dung von Treibhausgasemissionen, Energieeinspa- den verschiedene Stadtstrukturtypen unterscheidet
rung und der vermehrten Nutzung erneuerbarer und welche Möglichkeiten es in den verschiedenen
Energien müssen auch Maßnahmen zur Adaption Strukturtypen gibt, die negativen Folgen des Klima-
fokussiert werden, um den nicht mehr zu verhin- wandels abzumildern. Auch wird aufgezeigt, wel-
dernden Klimafolgen zu begegnen (vgl. Rosen- che Maßnahmen hierzu konkret getroffen werden
zweig, Solecki et al., 2011, S. 4f). können. Das städtische Kleinklima und die Was-
Auf die Notwendigkeit einer Anpassung an die serwirtschaft stehen als Handlungsfelder im Fokus.

1
Zielsetzung, Fragestellung und Aufbau der Arbeit

Die vielfältigen Stadtstrukturen, aus denen sich ur- Welche baulich-strukturellen Veränderungen
bane Räume zusammensetzen, sind nicht gleicher- sind in den Strukturtypen zukünftig unter ver-
maßen von den Folgen des Klimawandels betroffen schiedenen sozioökonomischen Bedingungen zu
und in unterschiedlichem Maße verwundbar durch erwarten?
die Klimafolgen. Außerdem beeinflussen sozioöko-
nomische Rahmenbedingungen die Optionen und Welche Auswirkungen haben die verschiedenen
Möglichkeiten zur Anpassung an die Klimaverän- durch Entwicklungsszenarien definierte Rah-
derungen. Diese Thesen sollen in der Arbeit belegt menbedingungen auf die Anwendung von Maß-
werden. nahmen zur Anpassung an Klimafolgen?

Die städtischen Strukturtypen stellen am Beispiel Wie kann eine sinnvolle und umfassende Anpas-
der Stadt Hamburg den Untersuchungsgegenstand sung an die Folgen des Klimawandels aussehen
der Arbeit dar. Es wird herausgestellt, nach welchen und welche Konfliktfelder ergeben sich?
Strukturtypen sich die Stadt im Hinblick auf stadt-
klimatische Charakteristika unterteilen lässt und Die Arbeit ist eingebettet in das Forschungspro-
welche Unterschiede bzgl. der Betroffenheit durch jekt KLIMZUG-NORD. Dieses beschäftigt sich mit
und der Anfälligkeit gegenüber Klimafolgen zwi- Maßnahmen und Methoden zur Minderung der
schen den einzelnen Strukturtypen bestehen. Klimafolgen und der Anpassung an die Risiken des
Klimawandels. Die Arbeit leistet insbesondere ei-
Eine Auswahl für Hamburg besonders relevanter nen Beitrag zum Aufgabenbereich „Erstellung des
Strukturtypen soll im Kern der Arbeit auf die Mög- Masterplans Klimafolgen-Management in der Me-
lichkeit der Umsetzung von Anpassungsmaßnah- tropolregion Hamburg für den Zeithorizont 2050“.
men untersucht werden. Zugrunde gelegt werden
drei sozioökonomische Entwicklungsszenarien bis Turnusgemäße Treffen zum Modellgebiet Wand-
zum Jahr 2050, an welchen sich die Wahl der Maß- se konnten genutzt werden, um Zwischenergeb-
nahmen orientiert. nisse mit den Projektpartnern abzustimmen und
Rückmeldungen als Input zu berücksichtigen. Des
Die zentralen vier Fragestellungen lauten folglich: Weiteren konnten vorhandene Arbeiten der KLIM-
ZUG-Partner für diese Arbeit genutzt werden (sie-
Welche Strukturtypen lassen sich für den Sied- he Kapitel Methodik).
lungsbereich der Stadt Hamburg identifizieren
und wie stellt sich die Betroffenheit der Struktur-
typen im Klimawandel dar?

2
Aufbau der Arbeit Methodik
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in vier Teile. Als Grundlage für die Diplomarbeit wird das Stadt-
Einführend werden in Teil eins die Klimaentwick- klima Hamburgs in einer zeitlichen Rückschau und
lung in Hamburg von 1891 bis heute und die Kli- in Prognosen für die Zukunft bis ins Jahr 2050 ein-
maprognosen bis 2050 dargelegt. Zudem wird eine gehend dargelegt. Für diesen Teil der Arbeit wur-
Übersicht über stadtklimatische Faktoren gegeben. den überwiegend aktuelle Studien und Berichte
In Teil zwei wird aufgezeigt, in welche Stadtstruk- zum Klima in Hamburg und zu den zu erwartenden
turtypen der Hamburger Siedlungsraum gegliedert Klimaänderungen ausgewertet. Zu diesen zählen
werden kann. Die definierten Strukturtypen werden der fachliche Orientierungsrahmen der Behörde
im Anschluss charakterisiert und bezüglich ihrer für Stadtentwicklung und Umwelt Hamburg (BSU)
spezifischen stadtklimatischen Problemfelder ana- Klimaänderungen und Klimafolgen in Hamburg und
lysiert und bewertet. Eine fokussierte Betrachtung der Klimabericht für die Metropolregion Hamburg,
von fünf ausgewählten Strukturtypen erfolgt in von Hans von Storch und Martin Claussen, sowie
Teil drei. Für diese Typen werden real existierende der vom DWD herausgegebene Bericht Das Klima
Baublöcke im Hamburger Stadtgebiet benannt, in Hamburg – Entwicklung in Hamburg und der
die möglichst gut die typischen Charakteristika Metropolregion von Wolfgang Riecke und Gudrun
des Strukturtyps widerspiegeln. Im Konzeptteil Rosenhagen. Im Kontext Stadtklima wurde unter
der Arbeit werden die Strukturtypen mit drei anderem auf die Publikationen von Rohinton, Oke
sozioökonomischen Entwicklungsszenarien für und Fezer zurückgegriffen.
Hamburg bis 2050 überlagert. Herausgestellt wer-
den die Auswirkungen, welche die Entwicklungs- Im zweiten Teil der Arbeit wurden in einer Analyse
szenarien bedingen. Zudem werden, spezifisch für des Hamburger Siedlungsraums verschiedene bau-
jeden Strukturtyp in jedem Szenario, Anpassungs- liche Strukturen identifiziert. Um diese in einem
optionen an und -maßnahmen gegen die Klimafol- Katalog Hamburger Strukturtypen zusammenfas-
gen dargestellt. Diese orientieren sich an der vor- sen zu können wurde auf bestehende Definitionen
gegebenen gesellschaftlichen und ökonomischen städtischer Strukturtypen zurückgegriffen. Dies
Entwicklung der Szenarien und setzen diese kon- waren insbesondere die Kartieranleitung und Bio-
kret auf der Maßnahmenebene um. Abschließend topenschlüssel für die Biotopkartierung in Hamburg
erfolgt in Teil vier eine Auswertung der Ergebnisse. und die im Informationssystem Stadt und Umwelt
(ISU) der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Der vorliegende Hauptteil dieser Arbeit wird durch erfassten Struktur- und Flächennutzungskategori-
einen Katalog von Anpassungsmaßnahmen er- en von Berlin, die eine umfangreiche Beschreibung
gänzt. Die in Teil drei dieser Arbeit verwendeten der verschiedenen Strukturtypen beinhaltet. Wei-
Maßnahmen werden in diesem Maßnahmenkata- terhin wurde auf die Kategorisierung von Sukopp
log eingehend beschrieben. Auf eine ausführliche und Wittig und die Masterarbeit Climate Sensitiv
Erläuterung der Maßnahmen wird in diesem Teil Urban Design in Moderate Climate Zones von Jana
der Arbeit dementsprechend weitestgehend ver- Milošovičová zurückgegriffen. Nach einer Aus-
zichtet. wertung der verschiedenen Kategorisierungen der
Strukturtypen wurde eine Strukturtypenübersicht,
welche von der HCU im Rahmen von KLIMZUG-
NORD erstellt wurde, ergänzt und weiter ausge-
arbeitet. Um Hamburg-spezifische Daten für die
Strukturtypen zu erhalten, wurde auf Grundlage
eines Diplomandenvertrages bei der BSU die inter-
ne ArchGIS-Datenbank genutzt. Aufbauend auf die
hier verwendete Kategorisierung konnten so An-

3
teile der Strukturtypen am Hamburger Stadtgebiet aber auch mögliche Problematiken aufgezeigt wer-
und zu den entsprechenden Versiegelungsgraden den, welche unter Berücksichtigung unterschied-
ermittelt werden. Ergänzend wurden GRZ-Werte licher sozioökonomischer Rahmenbedingungen
aus den ISU-Flächentypen und den in Hamburg auftreten können.
allgemein gültigen Werten (vgl. Behörde für Stadt-
entwicklung und Hamburg, www.hamburg.de, Abschließend wurden die verschiedenen Entwick-
2011) sowie aus der Strukturtypenübersicht der lungen und die jeweils zum Einsatz kommenden
HCU hinzugezogen. Für einige Strukturtypen lie- Anpassungsmaßnahmen bewertet. Im abschlie-
gen GFZ-Werte vor, diese entstammen der noch ßenden Teil der Arbeit werden die eingangs auf-
unveröffentlichten Dissertation Landnutzungsmo- geworfenen Forschungsfragen beantwortet und
dellierung in der Stadtklimaforschung am Beispiel Empfehlungen für die Klimaanpassung in der Stadt
Metropolregion Hamburg von Christian Daneke Hamburg gegeben.
(Klimacampus, Universität Hamburg)1. Durch eine
SWOT-Analyse und die Anwendung verschiedener
Bewertungskriterien wurde die Betroffenheit der
einzelnen Strukturtypen ermittelt und eine Aus-
wahl für die weitere Arbeit getroffen.

Für den Maßnahmenkatalog wurden bestehende


Kataloge von Bundesländern und Städten ausge-
wertet. Hierzu zählen der Stadtentwicklungsplan
Klima Berlin und das Handbuch Stadtklima Nord-
rhein-Westfalens. Zudem wurde Fachliteratur ins-
besondere zu den Themengebieten Regenwasser-
bewirtschaftung, Stadtvegetation und Stadtklima
ausgewertet.

Schließlich wurden anhand von digitalen Stadt-


grundkarten sowie Satellitenbildern von On-
line-Karten-Informationssystemen und eigenen
Stadtkenntnissen idealtypische Realblöcke im
Hamburger Stadtgebiet ausgewählt. Diese wurden
mit den drei im Rahmen von KLIMZUG-NORD
erstellten Entwicklungsszenarien überlagert. Die
Entwicklungsszenarien zeigen die Spannbreite so-
zioökonomischer Entwicklungen in Hamburg bis
2050 auf. Dadurch bieten sie die Möglichkeit, Lö-
sungen für den flexiblen Umgang mit zukünftigen
Unsicherheiten zu finden.

Die verschiedenen Zukunftsbilder der Realblöcke


bilden die Grundlage für die Anwendung der Maß-
nahmen aus dem Maßnahmenkatalog. Somit kön-
nen die Optionen zur Anpassung an Klimafolgen,
1 Sämtliche hier nur in Kurzform genannte
Literatur ist vollständig im Literaturverzeichnis
aufgeführt

4
In Teil Eins erfolgt zu-
nächst eine klimatische
Einordnung der Stadt Ham-
burg. Es werden bisherige
klimatische Veränderun-
gen seit 1891 sowie aktuel-
le Prognosen der bis 2050
zu erwartenden Klimaän-
derungen dargestellt. Der
anschlieSSende Abschnitt
befasst sich mit den beson-
deren baustrukturellen
Charakteristika der Stadt
und ihren kleinklimatischen
Auswirkungen. Abschlie-
SSend wird auf die stadtkli-
matischen Besonderheiten
in Hamburg eingegangen.
TEIL 1
Stadtklima und Klimawandel
1.Einführung:
Die Lage Hamburgs im Bezug zum Großklima

Hamburg liegt in der gemäßigten Klimazone Mittel-


europa (vgl. Abbildung 1-1) und wird den Klimabe-
zirken schleswig-holsteinisches bzw. niedersächsisches
Flachland zugeordnet. Die klimatischen Verhältnis-
se in Hamburg werden maßgeblich bestimmt durch
die Lage in der Norddeutschen Tiefebene sowie
durch die Nähe zur Nord- und Ostsee. Es herrschen
überwiegend westliche Wetterlagen mit Winden aus
Südwest und Nordwest. Der maritime Einfluss sorgt
für gemäßigte Temperaturen mit einem relativ aus-
geglichenen Jahresgang und für wechselhafte Wit-
terungsverhältnisse. Von der Nordsee her und ent-
lang der Elbe ergeben sich aufgrund der geringen
Bodenrauhigkeit hohe Windgeschwindigkeiten, die
sich aber vor allem auf die Elbniederung und ihre
angrenzenden Bereiche konzentrieren (vgl. Riecke,
Rosenhagen, 2010, S. 32).

7
1-1: Kaltgemäßigtes Klima (pink) und warmgemäßigtes Klima (grün)

8
2. Klimaentwicklung
in Hamburg
2.1 Beobachtete Klimaänderungen bis 2007

Bereits seit über einhundert Jahren sind dauerhafte Temperatur


Änderungen des Klimas zu beobachten. Der Treib-
hausgasausstoß hat sich seit Beginn der Industria- Aus den Daten der Messstation Hamburg-Fuhls-
lisierung Ende des 18. Jahrhunderts kontinuierlich büttel zwischen 1891 und 2007 wird eine Erhöhung
gesteigert und bereits deutliche Klimaänderungen der jährlichen Durchschnittstemperatur um 0,8 °C
bewirkt. Bevor die Klimaprojektionen für Hamburg deutlich. Betrachtet man die einzelnen Dekaden, so
dargestellt werden, wird daher auf die bis heute be- fällt auf, dass der Trend in jüngerer Vergangenheit
reits beobachteten Klimaänderungen eingegangen. deutlich ansteigend ist. So liegt er in den letzten 60
Diese beziehen sich in der Regel auf den Zeitraum Jahren bei 0,19 °C pro Dekade und in den letzten
von 1891 bis 2007. Betrachtet werden die Indikato- 30 Jahren bei sogar 0,6 °C pro Dekade. Dies macht
ren Temperatur, Wind und Niederschlag, die das deutlich, dass sich das Klima mit zunehmender Ge-
städtische Kleinklima am stärksten beeinflussen. schwindigkeit erwärmt (vgl. BSU, 2009, S. 6). Durch
Die Veränderungen der Tideelbe und sturmflutbe- diese Erwärmung hat sich der Blühbeginn in den
dingte Hochwasser werden in dieser Arbeit ausge- vergangenen drei Jahrzehnten bereits um zwei bis
klammert. Diese stellen ein eigenes umfangreiches vier Wochen nach vorn verschoben (vgl. Albert et
Handlungsfeld dar und die Auswirkungen sind vor al., 2011, S. 105). Auch gibt es Hinweise auf eine
allem in den elbnahen Teilen der Stadt spürbar. Zunahme der Extremtemperaturen. So waren der
Juli 1994 und der Juli 2003 die wärmsten Monate
im gesamten Betrachtungszeitraum (vgl. v. Storch,
2011, S. 40).

9
Prognosen und Szenarien
Um Aussagen über die Entwicklung des Klimas und die daran geknüpften Folgen treffen zu können,
werden bei der Berechnung von Klimaprognosen üblicherweise mehrere Szenarien verfasst. Häufig
werden drei Szenarien erarbeitet, ein günstiges, ein mittleres und ein ungünstiges. Dabei kommt
es im günstigen Szenario zu den geringsten klimatischen Änderungen, im ungünstigen Szenario
zu den stärksten. Prognosen zeigen allgemein tendenzielle Entwicklungen auf, können aber keine
absolut sichere Entwicklung vorhersagen. Aussagen zu Klimaänderungen und darauf aufbauend zu
Klimafolgen sind ebenfalls immer „Aussagen unter Unsicherheit“. Grundsätzliches Problem ist die
Komplexität des Klimasystems und der Einflussgrößen. Auch sehr umfangreiche, komplexe Compu-
termodelle zur Berechnung basieren noch immer auf vereinfachten Annahmen der Funktionsweise
des Klimasystems. Auch unterliegt das Klima einer Schwankungsbreite. Diese natürliche Variabili-
tät ist heute immer noch schwer in Klimamodellen abzubilden. Auch die Entwicklung des globalen
Ausstoßes klimawirksamer Gase lässt sich schlecht kalkulieren, wird jedoch als Eingangsinformation
zur Berechnung der Klimamodelle benötigt. Der Kenntnisstand in diesen Bereichen entwickelt sich
in einer hohen Geschwindigkeit fort und die Aussagen werden dementsprechend immer genauer.
Eine gewisse „Unsicherheit“ wird bei Klimaprognosen, wie auch bei anderen Prognosen, aber vor-
aussichtlich immer bleiben (vgl. BSU, 2009, S. 17).

Niederschlag mit einem Niederschlag von ≥ 10 mm/Tag definiert


und sind häufig mit Hochwasser an den Binnenge-
Der Niederschlag hat sich im Betrachtungszeitraum wässern verbunden (vgl. BSU, 2009, S. 13). Im Ver-
(1891–2007) deutlich erhöht. Im 20. Jahrhundert gleich zum Zeitraum 1948 bis 1977 haben Starkre-
ist ein Anstieg von 8,5 % festzustellen. Noch ein- genereignisse mit ≥ 10 mm/Tag in den Jahren 1978
deutiger fällt die Betrachtung nach Zeitintervallen bis 2007 um 20 % zugenommen. Auch Tage mit
aus. Hier wird deutlich, dass sich der Niederschlag noch stärkeren Regenfällen von ≥ 20 mm/Tag nah-
ähnlich wie die Temperatur in Hamburg mit einer men zwischen 1891 und 2007 leicht zu (vgl. BSU,
deutlichen Trendverstärkung entwickelt. Besonders 2009, S. 7).
der Erwärmungstrend in den Wintermonaten spie-
gelt sich in einem gravierenden Anstieg der Nieder-
schläge wider (vgl. v. Storch, 2011, S. 43). Wind

In den Jahren 1971–2000 wird der Niederschlags- Bei der Betrachtung der Windgeschwindigkeiten
anstieg im Winter mit +34 % (+23 % im 20. Jhd.) lassen sich in den letzten einhundert Jahren keine
beziffert. Die Niederschläge in den Sommermo- signifikanten Veränderungen feststellen (vgl. BSU,
naten hingegen entwickeln sich leicht rückläufig 2009, S. 8).
(–5,75 %), die Niederschlagsrate im Herbst erhöht
sich moderat (+12,75 %) (vgl. v. Storch, 2011, S. 43). Im Hamburger Raum überwiegen Südwest- und
Westwinde, die etwa 40 % der jährlichen Windstun-
Begründet wird die Änderung der Niederschlags- den ausmachen, die häufigsten Windgeschwindig-
mengen mit einer Zunahme der Hochdruckwetter- keiten liegen zwischen 2,5 und 4,9 m/s. Sturmtage
lagen in den Sommermonaten zwischen 1951 und mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 17,2 m/s
2003 und einer Abnahme der Tiefdruckwetterlage oder Windstärke 8 und höher treten vor allem im
in den Wintermonaten im selben Zeitraum (vgl. Winterhalbjahr zwischen November und März auf
BSU, 2009, S. 7). (vgl. Ricke, Rosenhagen, 2010, S. 62). Da es in Ham-
burg selten windstill ist, funktioniert der Frisch-
Signifikant ist auch die Zunahme der Starknie- und Kaltlufttransport in die Stadt im Vergleich zu
derschläge. Diese werden im Fachlichen Orientie-
rungsrahmen für Klimaänderungen und Klima-
anderen Großstädten gut.
10
folgen als so genannte „nasse Tage“ (vgl. Tab. 1-2)
3. Charakteristika der Stadt
und ihre Auswirkungen auf das Stadtklima

Unabhängig von den beschriebenen Einflüssen aus, wobei eine Durchlüftung und die Zufuhr von
des Klimawandels in Hamburg unterscheidet sich frischer Luft durch das Fehlen von Kaltluftschnei-
das Klima in Städten grundsätzlich vom Klima im sen beeinträchtigt werden (vgl. Buttschardt, 2001,
ländlichen Raum. Die spezifischen Charakteristika S. 14f).
urbaner Räume, insbesondere der hohe Versiege-
lungsgrad und die Geometrie der städtischen Be- Im Folgenden wird auf die Charakteristika der städ-
bauung, beeinflussen das Stadtklima maßgeblich. tischen Wärmeinsel, des städtischen Windfelds und
Durch die Häufung von Baumassen verändert sich des Niederschlags in der Stadt genauer eingegan-
das Kleinklima. Wärmekapazität und Wärmelei- gen: Wie entstehen diese Besonderheiten und wo-
tung werden erhöht, was zum Entstehen städtischer rin liegt die Problematik?
Wärmeinseln beiträgt. Schadstoffe können durch
den Mangel an Vegetation nicht mehr aus der At-
mosphäre gefiltert werden und reichern sich in der
Luft an. Der hohe Versiegelungsgrad führt zum
Verlust von Flächen, die zur Verdunstung und Ver-
sickerung von Niederschlägen geeignet sind.

Die Folgen sind eine Erhöhung der Temperatur in


der Stadt gegenüber dem ländlichen Umland und
eine Erhöhung des Niederschlags bei gleichzeitiger
Abnahme der Luftfeuchte. Weiter steigt das Risi-
ko von Überschwemmungen, wobei die Belastung

15 von Gewässern zunimmt. Außerdem prägen sich


spezifische, besonders böige Winde in den Städten
Gefährdungspotential der Hitze für den Menschen
Durch ein häufigeres Auftreten und längeres Anhalten von Hitzewellen wird die menschliche Ge-
sundheit zunehmend gefährdet. Durch das Aufheizen vor allem stark versiegelter und dicht bebau-
ter Bereiche kommt es zu einer Belastung der Bewohner, da auch nachts die Temperaturen relativ
hoch bleiben. Eine erhöhte Sterberate kann die Folge sein, wie schon die Hitzewellen der Jahre 2003
und 2012 gezeigt haben (vgl. Kuttler, 2011a, S. 8). Auch das Infektionsrisiko und das Risiko vektorü-
bertragener Krankheiten erhöhen sich. Außerdem steigt die Ozonkonzentration mit einer Zunahme
von Hitzewellen an und stellt eine weitere gesundheitliche Beeinträchtigung der Stadtbevölkerung
dar (vgl. Kuttler, 2011a, S. 10f ).

3.1 Die städtische Wärmeinsel

Die städtische Wärmeinsel beschreibt das Phä- In den mittleren Breiten ergibt sich vor allem in
nomen der Stadt-Umland-Temperaturdifferenz. Sommernächten eine Beeinträchtigung durch den
Demnach treten in Städten Temperaturen auf, die Wärmeinseleffekt, da sich die Belastung der Men-
zu bestimmten Zeiten mehrere Grad höher sind schen nicht nur auf den Aufenthalt im Freien tags-
als im ländlichen Umland. Bildlich beschreiben über beschränkt, sondern sich nachts in den aufge-
lässt sich die städtische Wärmeinsel als eine Kuppel heizten Häusern fortsetzt (vgl. Kuttler, 2011a, S. 8).
warmer Luft, die sich über einem städtischen Raum
ausdehnt. Bezeichnend sind ein starker Anstieg der Besonders ausgeprägt ist der Effekt meist in Gebie-
nächtlichen Minimaltemperatur und eine im Ver- ten mit einer hohen Bebauungsdichte. An diesen
gleich dazu leichte Erhöhung der Höchsttemperatur Orten sind die spezifischen Charakteristika, durch
am Tag. Dies führt zu einer Minderung der Tempe- die sich urbane Räume vom ländlichen Umland un-
raturunterschiede im Tagesverlauf. Am stärksten ist terscheiden, besonders ausgeprägt.
der Effekt nachts, kurz nach Sonnenuntergang. Die
Stadt kühlt sich nachts im Vergleich zum Umland Der Hitzeinseleffekt entsteht also zusammenfas-
weniger ab und heizt sich somit am Tag schneller send durch einen hohen Versiegelungsgrad und die
wieder auf (vgl. Emmanuel, 2005, S. 22). Städtische unterschiedlichen energetischen Eigenschaften von
Wärmeinseln finden sich außer in extrem kaltem Materialien, einen Mangel an Vegetation, vermin-
Klima in allen Klimazonen und sind somit ein glo- derte Windgeschwindigkeiten mit einer erhöhten
bales Problem, insbesondere bei ohnehin hohen Wirbelbildung und Abwärme von Verkehr, Indus-
Temperaturen im Sommer und bei Windstille. trie etc. (vgl. Tab. 1-6 und 1-7).

16
Für und Wider einer hohen baulichen Dichte
Eine hohe Bebauungsdichte ist ein Indikator für eine hohe bioklimatische Belastung. Dichte Bebau-
ung kann in Kombination mit der Gebäudehöhe als Anzeiger für eine eingeschränkte Belüftung ge-
wertet werden. Dadurch kommt es zu einer Erwärmung. Des Weiteren steht eine dichte Bebauung
meist auch im Zusammenhang mit einer geringen Zahl von Frei- und Grünflächen. Dies führt zu
einer reduzierten Retentions- und Versickerungsleistung für das Regenwasser. Eine aufgelockerte
Bebauung ermöglicht demgegenüber i.d.R. einen Luftaustausch in allen Himmelsrichtungen und
ein Freiflächenpotential, welches für die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung genutzt werden
kann. Andererseits wird eine hohe Bebauungsdichte beim Leitbild der kompakten Stadt meist als
das nachhaltigste Modell der Stadtentwicklung diskutiert, da Wege verkürzt oder vermieden wer-
den können und sich auch Stoffströme effizient nutzen lassen (vgl. Greiving, Fleischhauer, 2009,
S. 13). Die Nutzungsmischung, die im Leitbild der kompakten Stadt ebenfalls angestrebt wird, ist ein
weiterer Indikator für die Resilienz dicht bebauter Stadtstrukturen. Allerdings bedarf es einer Reihe
von Maßnahmen, um die negativen stadtklimatischen Aspekte einer hohen Bebauungsdichte zu
relativieren. An dieser Stelle sei auf Teil drei der Arbeit verwiesen, wo Möglichkeiten der Anpassung
dicht bebauter Quartiere aufgezeigt werden.

Abwärme Ein Großteil der einfallenden Globalstrahlung wird


bereits durch die Baumkrone bzw. die Blätter und
Ein weiterer Faktor, der zum Entstehen einer Wär- Äste absorbiert, dadurch gelangt weniger Strahlung
meinsel beiträgt, ist die Abwärme, die vor allem an auf den Boden, der sich in der Folge weniger auf-
Orten entsteht, an denen viele elektrische Geräte heizt (vgl. Sukopp, Wittig, 1998, S. 158).
(wie z.B. Klimaanlagen) betrieben werden, oder an
solchen mit einem hohen Verkehrsaufkommen. Im Die Umwandlung von Strahlung in Verdunstungs-
Winter stellt die Abwärme durch die Beheizung der kälte bewirkt auch, dass der Schattenwurf eines
Gebäude einen beträchtlichen Anteil dar. Abwärme Baumes deutlich kühler ist, als der eines Gebäudes
wird vor allem dort emittiert, wo auch andere Fak- oder einer anderen baulichen Anlage. Zudem er-
toren zum Entstehen einer Wärmeinsel beitragen; höht Vegetation die Luftfeuchte, die in Städten im
diese verstärken den Effekt weiter (vgl. Matzarakis, Jahresmittel etwa 6 % geringer ist als im Umland
2001, S. 50; Tab. 1-6)). (vgl. Franke, 1977, S. 13).

Bei strahlungsintensiven Wetterlagen mit wenig


Auswirkungen von Vegetation auf die Wind ist die Temperaturdifferenz zwischen Grün-
Temperatur flächen und bebauten Flächen besonders ausge-
prägt. Wenn Luftströme zwischen den bebauten
Die positive Wirkung von Grünflächen auf das Gebieten und Grünflächen zirkulieren können und
Stadtklima ist abhängig von deren Größe, Aufbau nicht durch Hecken, Mauern oder die angrenzen-
und der Zusammensetzung. Bereits Rasenflächen de Bebauung behindert werden, können sie effek-
haben eine günstigere Strahlungsbilanz als ver- tiv zur Abkühlung der bebauten Gebiete beitragen.
siegelte Flächen. Bäume und Sträucher verstärken Der kühlende Effekt der Vegetation wird auch als
die positiven Wirkungen, der latente Wärmestrom „Park Cool Island“ (PCI), gewissermaßen als Ge-
nimmt gegenüber dem sensiblen Wärmestrom zu. genstück zur „Urban Heat Island“ bezeichnet (vgl.
22
1-10: Strömungsbilder von einem
solitären, zwei niedrigen sowie
einem niedrigen und einem hohen
Gebäude. Deutlich zu erkennen
sind die Wirbel, die durch die An-
sammlung von Gebäuden erzeugt
werden.

Erell, Pearlmutter et al., 2011, S. 168f). Die ge- In der Summe sollte mindestens ein Viertel der
nauen Ausprägungen der Temperaturdifferenzen Stadtfläche als Grünfläche ausgestaltet sein, um
zwischen Parkanlagen oder Grünflächen und der dem Entstehen städtischer Wärmeinseln effektiv
umgebenden Bebauung sind stark abhängig von entgegenzuwirken (vgl. Stiftung „Die Grüne Stadt“,
der Beschaffenheit, Größe und Ausgestaltung der 2009, S. 15). In Hamburg ist dieser Anteil, vor al-
Vegetation. lem durch die landwirtschaftlichen Flächen in den
Vier- und Marschlanden und die Obstbauflächen
Schon kleinere Parks können das städtische Stadt- im Alten Land, sogar höher. Allerdings befinden
klima positiv beeinflussen. Grundvoraussetzung sich diese Flächen an den Stadträndern, während
hierfür ist eine Windgeschwindigkeit von über die Überhitzungsgefahr vor allem im Innenstadtbe-
1 m/s. Generell lässt sich als Trend festhalten, dass reich besteht. Hier ist ein Mangel an Grünflächen
die Kühlwirkung von Grünflächen proportional zu verzeichnen. Wichtig ist deshalb eine Verteilung
mit ihrer Größe zunimmt. Ebenso verhält es sich von Grünflächen über das gesamte Stadtgebiet (vgl.
mit der räumlichen Ausweitung des kühlenden Stiftung „Die Grüne Stadt“, 2009, S. 15). Vor allem
Effektes auf die umliegenden Quartiere. Die grafi- die Versorgung innerstädtischer Gebiete ist wichtig.
sche Darstellung von Fezer zeigt jedoch, dass dies Ein Netz grüner Inseln verhindert auch das Zusam-
besonders für eine Parkgröße von bis zu 17 ha gilt. menwachsen von überhitzungsgefährdeten Berei-
Ab dieser Marke flachen die vorher steilen Kurven chen und ermöglicht es den Bewohnern, in kurzer
ab. Folglich ist es sinnvoller, eine gewisse Anzahl Zeit eine Grünfläche zu erreichen (vgl. Stiftung
mittelgroßer Parkflächen auf die Stadt zu verteilen „Die Grüne Stadt“, 2009, S. 15).
anstatt eine kleinere Zahl große Parks zu realisieren
(Fezer, 1995, S. 141).

23
3.4 Das Hamburger Stadtklima: Geografische und
stadtstrukturelle Einflussfaktoren

Das Hamburger Stadtgebiet ist geprägt von den tung für das Landschaftsprogramm Hamburg mo-
zwei Landschaftstypen Geest und Marsch. Wäh- delliert. Es ist deutlich zu erkennen, dass an den
rend sich die Besiedlung lange Zeit auf die etwa Geesthängen (vor allem Elbberg und Harburger
zehn bis fünfzehn Meter höher gelegenen Geestge- Berge) Kaltluftvolumenströme vorhanden sind, die
biete konzentrierte, wurde die Marsch erst im 12. bei Windstille für einen Frischlufttransport in die
Jahrhundert durch Eindeichung und Entwässerung tiefer gelegenen Marschgebiete sorgen (vgl. GeoNet
nutzbar gemacht (Falkenhof, 2007, S. 9). Heute Umweltconsulting GmbH, 2011, S. 29; Abb. 1-15).
überwiegen in den Marschgebieten vor allem die
landwirtschaftliche Nutzung sowie die Hafennut- Auch bei Betrachtung der Versiegelungsgrade zei-
zung, dichte Wohnbebauung auf Marschland gibt gen sich deutliche Unterschiede zwischen Geest
es vor allem in Wilhelmsburg und auf der Veddel und Marsch. Wie man Abb. 1-16 entnehmen kann,
(vgl. Studio urbane Landschaften / IBA Hamburg finden sich die Flächen mit den geringsten Versie-
GmbH, 2008, S. 23f). Die Wasserstände in der gelungsgraden (weniger als 10 % Versiegelung, in
Marsch werden durch ein Entwässerungssystem der Karte dunkelgrün dargestellt) überwiegend in
aus Gräben, Wettern und Pumpanlagen reguliert, den Marschbereichen, eine Ausnahme stellt das
der Grundwasserspiegel liegt oft nur 10 bis 40 cm Hafengebiet mit sehr hohen Versiegelungsgraden
tief. Ohne eine kontinuierliche Entwässerung wä- dar. In den höher gelegenen Geestbereichen fin-
ren die Marschgebiete der Stadt nicht nutzbar und den sich überwiegend höhere Versiegelungsgrade.
häufig überflutet (vgl. BSU, 2000, S. 8ff). Mit Ausnahme der Parkanlagen gibt es hier kaum
zusammenhängende unversiegelte Flächen. Diese
Die Höhenunterschiede zwischen Marsch und sind als grüne Bereiche in der Karte zu erkennen
Geest wirken sich auch auf die stadtklimatischen und heben sich deutlich von den in gelb, orange
Gegebenheiten in Hamburg aus. Dies wurde in der
Stadtklimatischen Bestandsaufnahme und Bewer-
und rot dargestellten, bebauten und versiegelten
Bereichen ab. Deutlich wird auch, dass sich der 30
TEIL 2
Stadtstrukturtypen
4. Strukturtypen

Ziel dieser Arbeit ist es, in Bezug auf die verschie- 4.1 Bewertungskriterien
denen baulichen Strukturen immanente Vulnerabi-
litäten und Gefährdungen sowie die Chancen und
Potentiale zur Anpassung an Klimafolgen heraus- Zur Bewertung der Strukturtypen bezüglich ihrer
zustellen. Nachdem in Teil eins die zu erwartenden bioklimatischen Belastung und Betroffenheit ge-
Folgen des Klimawandels und die klimatischen genüber zukünftigen Klimafolgen wird eine Aus-
Charakteristika der Stadt beschrieben wurden, wer- wahl von Indikatoren herangezogen (vgl. Abb. 2-1).
den in diesem zweiten Teil die unterschiedlichen Die Bewertung dient einerseits der Vergleichbarkeit
städtischen Strukturtypen für den Fokus auf das der betrachteten Typologien, andererseits soll sie
Hamburger Stadtgebiet vorgestellt. In Teil drei wird eine engere Auswahl für die weitere Arbeit ermög-
eine für Hamburg besonders relevante Auswahl lichen.
dieser Strukturtypen vertiefend betrachtet.
Für die Auswahl der Bewertungskriterien werden
Eingangs werden die Bewertungskriterien vorge- die in Teil eins beschriebenen stadtklimatischen
stellt, anhand derer die Auswahl der Strukturtypen Charakteristika aufgegriffen, welche für die im Ver-
für die vertiefende Betrachtung erfolgt. gleich zum Umland hohe bioklimatische Belastung
städtischer Räume verantwortlich sind. Anhand
dieser Kriterien kann die Betroffenheit gegenüber
den prognostizierten Klimafolgen abgeschätzt
werden. Zudem wird die räumliche Verteilung im
Hamburger Stadtgebiet als Indikator herangezogen,
so dass auch der Mengenanteil und die sich darauf
ergebende Bedeutung für die Stadt berücksichtigt

35 wird.
mit hohem Anteil an Büros oder gewerblicher oder nerstädtische Mischgebiete), sind daher besonders
industrieller Nutzung der Fall. Auch ein hohes empfindlich gegenüber Überschwemmungen, wäh-
Verkehrsaufkommen sorgt durch den Einsatz von rend bei anderen Gebieten leichter eine Resilienz
Verbrennungsmotoren für eine erhöhte Abwärme- gegenüber Überschwemmungen erreicht werden
produktion. Wohnnutzung hingegen erzeugt in den kann, wenn die Kellerbereiche z.B. lediglich als Ab-
mittleren Breiten bislang wenig Abwärme. Bei ei- stellflächen genutzt werden.
nem flächigen Einsatz von Klimaanlagen, wie in vie-
len südeuropäischen Ländern verbreitet, wird auch Mengenverteilung im Hamburger
in Wohngebieten Abwärme erzeugt. Der Indikator Stadtgebiet
Grünflächen wurde gewählt, da sich diese vielfach
auf die stadtklimatischen Aspekte auswirken. Nie- Zusätzlich zu den Faktoren, die sich aus den abstra-
derschlagswasser kann besser versickern und wird hierten, städtischen Strukturen ergeben, wurde er-
außerdem von den Pflanzen aufgenommen und mittelt, mit welcher Mengenverteilung die Struktur-
über die Blätter durch Transpiration abgegeben. typen im Hamburger Stadtgebiet repräsentiert sind
Zusätzlich wird auch Wasser auf der Oberfläche der bzw. welche Flächenanteile sie haben. Ein Struktur-
Vegetation zurückgehalten, von wo es verdunsten typ mit einem hohen Anteil am Hamburger Stadt-
kann. Ein hoher Anteil an Grünflächen mindert da- gebiet gewinnt an Relevanz, da dieser eine hohe
her die Gefahr von Überschwemmungen und trägt Zahl potentiell betroffener Nutzer mit sich bringt,
zum Erhalt oder zur Wiederherstellung des natürli- welche unter den negativen Folgen des Stadtklimas
chen Wasserkreislaufs bei (vgl. Köppel, 1995, S. 19). leiden. Demnach ist eine Anpassung in diesen Be-
Zudem mindern Grünflächen durch die Verduns- reichen von besonderem Interesse und wird dem-
tung und die Absorption von Sonnenstrahlung den entsprechend in dieser Arbeit, mit dem Fokus auf
Wärmeinseleffekt. Bäume verhindern durch ihren Hamburg, bei der Auswahl berücksichtigt.
Schattenwurf das Aufheizen der darunterliegenden
Flächen. Die Bewertung beruht auf einer Abschät- Neben der Untersuchung, welche bioklimatische
zung der Grünflächen in den jeweiligen Strukturty- Belastung aus den baustrukturellen Eigenschaften
pen auf Grundlage von Aussagen aus der Literatur. der Strukturtypen hervorgeht, werden auch lagebe-
Ein geringer Grünflächenanteil verstärkt die klima- dingte Faktoren betrachtet, denn oftmals entschei-
tische Belastung, ein hoher Anteil kann zu einer den die standörtlichen Bedingungen maßgeblich
Verbesserung führen. über die Vulnerabilität eines Raumes. Diese lage-
bedingten Faktoren gelten für alle Strukturtypen.
Sie sind also zusätzlich zu den strukturtypenspezi-
Intensive Nutzung der Erdgeschoss- oder fischen Faktoren zu betrachten.
Souterrain- bzw. Kellergeschosse

Als weiteres Bewertungskriterium wird die intensi-


ve Nutzung der Erdgeschoss- oder Souterrain- bzw.
Kellergeschosse herangezogen. Diese erhöht die
Vulnerabilität gegenüber Überschwemmungen, da
eindringendes Wasser hier besonders großen wirt-
schaftlichen Schaden verursachen kann. Gebiete,
die durch intensive Nutzung der unteren Geschosse

37 geprägt sind (wie z.B. Zentrumsbereiche oder in-


38
4.3 Lagebedingte Einflussfaktoren

Im Folgenden werden die identifizierten lagebe- bedingtes Hochwasser und Überflutungen im


dingten Einflussfaktoren vorgestellt. Insbesondere Stadtgebiet weisen vor allem Gebiete auf, die in
soll darauf eingegangen werden, wie die Faktoren Gewässernähe oder in einem Überschwemmungs-
sich auf die Strukturtypen und im Stadtgefüge aus- gebiet liegen. Auch Gebiete, die in Senken liegen,
wirken. sind gefährdet, wenn Niederschläge aus höher gele-
genen Arealen in das Gebiet ablaufen und sich das
Als erster lagebedingter Faktor wird die Gefähr- Wasser in der Senke staut. Hier ist auch kleinräumi-
dung durch Überhitzung betrachtet. Neben den ge Topografie von Bedeutung.
oben beschriebenen Gegebenheiten, die zum Ent-
stehen der städtischen Wärmeinsel beitragen, ist Die Vulnerabilität eines Gebiets bezüglich Hoch-
auch die Lage innerhalb des Stadtgebietes von Be- wasser- und Überflutungsereignissen ist auch ab-
deutung. Eine Gefährdung durch Überhitzung be- hängig von der Bebauung. Beispielsweise weisen
steht besonders in solchen Gebieten, die abseits von Gebiete mit kleinteiliger Bebauung und Gebäude-
Kaltluftentstehungsgebieten wie Grünanlagen oder höhen von ein bis zwei Geschossen in aufgelocker-
Wäldern liegen und auch selbst nur über einen ge- ter Struktur größere Vulnerabilität auf als mehrstö-
ringen Grünflächenanteil verfügen. Selbst wenn ein ckige Gebäude, da es weniger Möglichkeiten zur
Kaltluftentstehungsgebiet in der Nähe liegt, aber Evakuierung oder Sicherung in höher gelegenen
keine Möglichkeit des Frischlufttransports besteht, Geschossen gibt (vgl. Wurm, Taubenböck et al.,
ist die Gefahr der Überhitzung hoch. Durch die 2011, S. 357).
unterschiedliche Verortung im Stadtgebiet kann
sich so die Wärmebelastung baulich sehr ähnlicher Hamburg hat im Allgemeinen einen hohen Grund-
Quartiere deutlich unterscheiden. wasserstand. Das Grundwasser steht vielerorts be-
reits in 1–2 Metern Tiefe an, wobei es zu jahreszeit-

39 Eine besondere Gefährdung durch niederschlags- lichen Schwankungen kommen kann. Diese werden
sich mit Fortschreiten des Klimawandels und einer sen die Aufnahmekapazität des Siels nicht ausreicht
Verlagerung von Niederschlägen ins Winterhalb- und es zum Rückstau kommt. In diesem Fall kann
jahr vermutlich weiter verschärfen. In den ver- ungeklärtes Abwasser über die Vorfluter direkt in
gangenen Jahren wurden bereits an verschiedenen die Gewässer gelangen (siehe Kapitel Der städtische
Stellen das Auftreten von Stauwasserkörpern sowie Wasserkreislauf).
ein längerfristiger Anstieg des Grundwasserpegels
beobachtet. Gründe hierfür können in mangeln- Eine besondere Vulnerabilität kann auch bedingt
der Pflege der bestehenden Entwässerungssyste- sein durch die demografischen Faktoren eines Ge-
me (Gräben etc.), Häufung von Niederschlägen bietes. So sind Menschen der Altersklassen über
und einem Rückgang der Grundwasserförderung 65 Jahre und unter fünf Jahre besonders vulnera-
liegen. Somit können auch Bestandsgebäude von bel gegenüber Hitze (vgl. UN-Habitat, 2011, S. 78f,
Vernässung im Kellerbereich betroffen sein (vgl. 82f). Gebiete, die geprägt sind von einer sozial
BSU, 2007, S. 10). Durch die Verschiebung der Nie- schwachen Einwohnerstruktur, fallen ebenfalls un-
derschläge ins Winterhalbjahr kann es zu stärkeren ter die besonders vulnerablen Gebiete. Hier fehlen
Änderungen der Grundwasserspiegel kommen, auf auf der einen Seite die ökonomischen Mittel für die
die der Gebäudebestand nicht ausgelegt ist. Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen auch sei-
tens der Vermieter durch geringe Mieteinnahmen,
Hamburgs Stadtentwässerung verfügt über drei un- auf der anderen Seite ist die Aufklärung über und
terschiedliche Entwässerungssysteme. Im Misch- Sensibilität für das Thema Klimawandel als gering
system werden Schmutz- und Niederschlagswas- zu bewerten. Diese Gebiete sind im Gutachten
ser gemeinsam abgeleitet. Das Mischwassersiel hat Stadtklimatische Bestandsaufnahme und Bewer-
eine Länge von 1.200 km. Im Trennsiel gibt es ge- tung für das Landschaftsprogramm Hamburg als
trennte Rohre für Schmutzwasser (2.200 km) und Siedlungsflächen mit prioritärem Handlungsbedarf
Niederschlagswasser (1.700 km). Hinzu kommt in dargestellt und machen einen Großteil des inner-
den tiefliegenden Gebieten der Stadt, vor allem in städtischen Hamburger Siedlungsraums aus (vgl.
den Vier- und Marschlanden, in Francop und in Geo-Net Umweltconsulting GmbH, 2011, S. 50f).
Neuenfelde die Druckentwässerung. Hierbei wird Vorgehen bei der Bewertung
das Schmutzwasser über ein etwa 450 km langes
Druckentwässerungssystem mithilfe von Pumpen Anhand der vorgestellten Bewertungskriterien
abgeleitet. Eine Regenwasserkanalisation existiert kann für die Strukturtypen eine Aussage über die
in diesen Gebieten nicht, Niederschläge werden an stadtklimatische Betroffenheit abgelesen werden.
der Oberfläche über Gräben und Wettern abgelei- Jede Strukturtypenbeschreibung wird von einem
tet. Diagramm ergänzt, welches den Einfluss der ein-
zelnen Kriterien darstellt. Die Skala wird nicht mit
Das Mischsiel macht in Hamburg etwa ein Viertel Ziffern quantifiziert, sondern aufgrund der quali-
der insgesamt 5.500 km Sielnetz aus. Um Überläu- tativen Erhebung mit einem Spektrum „geringer
fe der Mischwassersiele bei starken Regenfällen zu Einfluss“ bis „starker Einfluss“ angegeben. Beson-
vermeiden, gibt es Transportsiele und Sammler mit ders betroffen von den Folgen des Klimawandels
Durchmessern von bis zu 4 Metern, sowie unter- sind demnach vor allem diejenigen Strukturtypen,
irdische Mischwasser-Rückhaltebecken, aus denen denen in vielen Bereichen ein „starker Einfluss“ at-
das Wasser, wenn das Siel wieder Wasser aufneh- testiert wird.
men kann, durch automatische Pumpen oder Ge-
fälle abgeleitet wird (vgl. Hamburg Wasser, www.
hamburgwasser.de, 2011a).

Eine Problematik entsteht insbesondere in misch-


besielten Bereichen, wenn bei Starkregenereignis-
40
5. Auswahl der
Strukturtypen
Aufbauend auf Definitionen der HCU, der BSU, tersuchung mit ein; ökologische Aspekte, wie z.B.
der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Veränderungen der Lebensgemeinschaften, werden
u.a. wurde für diese Arbeit eine Eingrenzung auf allerdings nur marginal betrachtet. Vornehmlich
18 Strukturtypen des Hamburger Siedlungsraumes liegt der Fokus bei diesen Strukturtypen auf der
vorgenommen. Funktion als Ausgleichsflächen im Stadtraum. Ihre
spezifischen Vulnerabilitäten werden hier nicht im
Aufgrund der sehr kleinteiligen Aufschlüsselung Detail herausgestellt. Auch eignen sich die gewähl-
der Strukturtypen in der Kartieranleitung und Bio- ten Bewertungskriterien nicht zur Bewertung von
topenschlüssel für die Biotopkartierung in Hamburg Freiräumen, bzw. werden deren spezifische Vulne-
und der gegensätzlich sehr groben Aufteilung der rabilitäten durch die gewählten Bewertungskriteri-
Stadtklimatischen Bestandsaufnahme und Bewer- en nicht ausreichend erfasst.
tung für das Landschaftsprogramm Hamburg wurde
ein Kompromiss gewählt, welcher die Vorarbeiten Die untersuchten Strukturtypen lassen sich, wie
der HCU im Rahmen von KLIMZUG-NORD mit auch im HCU-Arbeitspapier, in die fünf Oberka-
einbezieht und die 18 für den Siedlungsraum iden- tegorien Wohnbebauung, Kern- und Mischgebie-
tifizierten Strukturtypen zusammenfasst. te, Gewerbe und Einzelhandel, städtische Sonder-
flächen und Freiflächen unterteilen (vgl. Gruss et.
Die Fokussierung auf den städtischen Siedlungs- al, 2010). Um einen Überblick über die Charakte-
raum erfolgt vordergründig aufgrund der stadt- ristika der zur Untersuchung stehenden Struktur-
klimatischen Folgen des Klimawandels, die in den typen zu erhalten, werden diese im Folgenden in
baulich geprägten Bereichen besonders stark in Steckbriefen vorgestellt. In einer kurzen Zusam-
Erscheinung treten. Nicht Inhalt dieser Betrach- menschau werden die Bau- und Freiraumstruktur
tung sind dementsprechend ländlich oder land- zusammengefasst. Den zugeordneten Übersich-
wirtschaftlich geprägte Strukturen sowie Waldflä- ten können Rahmendaten der Strukturtypen, wie
chen außerhalb des inneren Stadtbereiches. Die Versiegelungsgrad, Grundflächenzahl (GRZ), Ge-

41 Strukturtypen Parkanlage und Freiflächen fließen


als innerstädtische Flächentypologien in die Un-
schossflächenzahl (GFZ) und der Anteil am Ham-
burger Stadtgebiet entnommen werden.
Grundflächenzahl
Die Grundflächenzahl gibt den Anteil eines Grundstücks an, der bebaut werden darf. Dabei wird die
Grundfläche des Gebäudes durch die Grundstücksfläche dividiert. GRZ = 1 bedeutet also, dass das
Gebäude exakt die Grundfläche des Grundstücks hat (BSU, www.hamburg.de).

Geschossflächenzahl
Die Geschossflächenzahl gibt an, wie viele Quadratmeter Geschossfläche je Quadratmeter Grund-
stücksfläche gebaut werden dürfen. Bei einer GFZ von 1,5 und einem 100 qm großen Grundstück
wären 1,5 * 100 qm = 150 qm Geschossfläche zulässig. Diese könnten beispielsweise in drei Ge-
schossen mit je 50 qm Fläche realisiert werden (BSU, www.hamburg.de).

Einfamilienhaus
Villa
Freistehende Wohngebäude
Wohngebiete Reihen- und Mehrfamilienhäuser
Reihenhaus
Ehem. Arbeitersiedlung

Geschosswohnungsbau Blockrand
Zeile
Großwohnsiedlung

Kern- und Stadt- und Stadtteilzentren


Mischgebiete Innerstädtisches Wohn- und Mischgebiet

Gewerbe und Gewerbegebiete


Einzelhandel Bürostandort

Verkehrsfläche
Städtische Flächen der Ver- und Entsorgung
Sonderflächen Gemeinbedarf
Wochenendhäuser

Parkanlage
Freiräume Gewässer
Stadtplatz/ Promenade
2-2: Einteilung der 18 Strukturtypen in die fünf Oberkategorien Wohngebiete, Kern- und Mischgebiete, Gewerbe und
Einzelhandel, Städtische Sonderflächen und Freiräume. Die Wohngebiete bilden die größte Gruppe und lassen sich weiter
unterteilen in Gebiete mit freistehenden Einzelhäusern, Reihen- und Mehrfamilienhäusern sowie Geschosswohnungsbau.
42
4 4

5.7 Betroffenheit der Strukturtypen

3 3
Aufgrund der baulichen und strukturellen Eigen- Bewertungsgrafik (Abbildung 2-56) in mehreren
schaften sowie der Nutzung der Strukturtypen be- Bereichen eine sehr hohe Einstufung. Darauf folgen
stehen zwischen den einzelnen Strukturtypen deut- die Zeilenbebauung, ehemalige Arbeitersiedlungen
liche Unterschiede hinsichtlich ihrer Betroffenheit und innerstädtische Wohngebiete mit Blockrandbe-
gegenüber Klimafolgen. Durch die Anwendung der bauung, sowie Hochhäuser/Großwohnsiedlungen,
eingangs definierten Bewertungskriterien
2 2 auf die die ebenfalls hohe Werte in Bezug auf bestimmte
Strukturtypen lässt sich die Betroffenheit der ein- Kriterien erreichen. Der Strukturtyp Einfamili-
zelnen Strukturtypen abschätzen. enhäuser mit großzügigen privaten Freiflächen ist
zwar aktuell nicht besonders hoch belastet, macht
Die am stärksten betroffenen Strukturtypen sind aber mit 28 % der bebauten Bereiche einen sehr
die Stadt- bzw. Stadtteilzentren, die
1
innerstädti-
1
großen Anteil am Hamburger Stadtgebiet aus, und
schen Wohn- und Mischgebiete und die Gewer- stellt daher einen für Hamburg relevanten und
Einfamilienhäuser
Einfamilienhäuser
VillenVillen
Reihenhäuser
Zeile
Reihenhäuser
(ehemalige
Zeile (ehemalige
Arbeitersiedlungen)
Blockrandbebauung
Arbeitersiedlungen)
Blockrandbebauung
Hochhäuser/Großwohnsiedlungen
ZeileHochhäuser/Großwohnsiedlungen
Zeile Stadt-/Stadtteilzentrum
Stadt-/Stadtteilzen
Wohn-Wohn
und
begebiete. Diese erreichen in der unten stehenden stark nachgefragten Siedlungstyp dar.
2-56
starker
starker stadtklimatischer
stadtklimatischer
Einfluss
Einfluss 5 5
Durchlüftung
Durchlüftung

Sky-View-Faktor
Sky-View-Faktor

Abwärme
Abwärme

Versiegelungsgrad
Versiegelungsgrad
Grünflächenanteil
Grünflächenanteil
intensive
intensive
4 4 EG-/UG-Nutzung
EG-/UG-Nutzung

3 3

2 2

1 1

geringer
geringer
stadtklimatischer 0
stadtklimatischer 0
Einfluss
Einfluss VillenVillen ehemalige
ehemalige Zeile Zeile
Arbeitersiedlungen
Arbeitersiedlungen Stad
Einfamilienhäuser
Einfamilienhäuser Reihenhäuser
Reihenhäuser Blockrandbebauung
Blockrandbebauung Hochhäuser/
Hochhäuser/
Großwohnsiedlungen
Großwohnsiedlungen
5.8 Gegenwärtige Belastung der Strukturtypen
in Hamburg
Es zeigt sich, dass diese Bewertung der Betroffen- Die bioklimatisch belasteten Gebiete liegen vor al-
heit der einzelnen Strukturtypen mit den Ergeb- lem im Stadtzentrum, in den Stadtteilzentren sowie
nissen des Klimagutachtens zur bioklimatischen in den dicht bebauten Wohngebieten in Innenstadt-
Belastung in der Stadt Hamburg übereinstimmt. nähe und in Industrie- und Gewerbegebieten. Im
Die Ergebnisse des Gutachtens basieren auf Model- Gutachten zeigt sich aber auch, dass die Lage in Ge-
lierungen, die unter Anwendung des Klimamodells bieten mit ausgeprägten Kaltluftvolumenströmen
FITNAH in Kombination mit einem 3-D-Modell (z.B. am Elbberg oder an den Harburger Bergen)
des Siedlungsraums und einem Geländemodell oder angrenzend an Grünanlagen die bioklimati-
erstellt wurden (vgl. GeoNet Umweltconsulting sche Belastung deutlich mindern kann. Auch die
GmbH, 2011, S.  3ff). Allerdings beinhaltet das Ergebnisse des StEP-Klima Berlin zeigen, dass vor
Gutachten keine Aussagen zur Belastung einzelner allem innerstädtische gründerzeitliche Blockbebau-
Strukturtypen. ungen, Kerngebiete mit viel Handel und Dienst-
gen
n-
ntrum
Wohn-
eilzentrum
und Mischgebiete
und Mischgebiete
Gewerbegebiete
Gewerbegebiete
Bürostandorte
Bürostandorte
Verkehrsflächen
Verkehrsflächen
Ver- und
Ver-Entsorgung
und
Gemeinbedarfsflächen
Entsorgung
Gemeinbedarfsflächen
Kleingartenvereine
Kleingartenvereine

Stadt-/
Stadt-/ Gewerbegebiete
Gewerbegebiete Verkehrsflächen
Verkehrsflächen Gemeinbedarfsflächen
Gemeinbedarfsflächen
Stadtteilzentrum
Stadtteilzentrum und Sondernutzungen
und Sondernutzungen
innerstädtische
innerstädtische Bürostandorte
Bürostandorte Flächen der der
Flächen Kleingartenvereine/
Kleingartenvereine/
ngen Wohn- und Mischgebiete
Wohn- und Mischgebiete Ver- und
Ver-Entsorgung
und Entsorgung Wochenendhäuser
Wochenendhäuser
Da die ausgewählten fünf Strukturtypen verschie- Im weiteren Vorgehen wird zu jedem der ausge-
denen übergeordneten Baustrukturkategorien (of- wählten Strukturtypen ein Baublock (Realblock)
fene Bebauung, Zeilenbauweise, Blockbebauung aus dem Hamburger Stadtgebiet ausgewählt, wel-
und große Bauvolumina, vgl. Strukturtypenbe- cher möglichst gut die Eigenschaften des Struk-
schreibungen) zuzuordnen sind, lassen ihre Ent- turtyps repräsentiert. Neben den baustrukturellen
wicklungen Rückschlüsse auf andere, strukturell Eigenschaften wird auch auf die Lage des Realb-
ähnliche Strukturtypen zu. Diese Beziehungen sind locks im Stadtgebiet eingegangen, so dass auch la-
in der nebenstehenden Abbildung dargestellt. Un- gebedingte Einflussfaktoren berücksichtigt werden
terschieden werden baustrukturelle Charakteristi- können.
ka, die Eigentümerstruktur, und die Maßnahmen-
wahl betreffende Besonderheiten. Dies kann z.B. In welchen Bereichen Rückschlüsse von den fokus-
eine potentielle Verschmutzung der Regenwasser- sierten Strukturtypen auf die übrigen Strukturty-
abflüsse sein, die bei der Wahl von Maßnahmen der pen gezogen werden können zeigt die nebenstehen-
dezentralen Regenwasserbewirtschaftung beachtet de Grafik 2-62.
werden müssen (siehe hierzu die Erläuterungen im
Maßnahmenkatalog). Dieses Beispiel trifft auf den
fokussierten Strukturtyp Gewerbegebiet sowie auf
die Strukturtypen Verkehrsflächen und Flächen
der Ver- und Entsorgung zu. Der fokussierte Struk-
turtyp Zeile hat eine ähnliche übergeordnete Bau-
struktur wie die ehemaligen Arbeitersiedlungen
und das Reihenhaus. Demnach können hier An-
nahmen zur stadtklimatischen Belastung teilweise
übertragen werden.

85
TEIL 3
Szenarien und Realblöcke
6. EINLEITUNG

Nachdem in Teil eins beschrieben wurde, mit wel- Auswirkungen unterschiedlicher Handlungsoptio-
chen Klimaänderungen in Hamburg bis 2050 ge- nen der Gegenwart in der Zukunft aufzuzeigen (vgl.
rechnet werden muss und welchen Einfluss die Bau- Albers et al., 2011, S. 106). In dieser Arbeit werden
struktur auf das Stadtklima hat, und in Teil zwei die drei sozioökonomische Entwicklungsszenarien zu-
unterschiedlichen Strukturtypen, die sich in Ham- grunde gelegt, die unterschiedliche, teils kontrastie-
burg finden, definiert und bewertet wurden, wer- rende Entwicklungstendenzen für Hamburg aufzei-
den in Teil drei der Arbeit konkrete Möglichkeiten gen.
der Klimaanpassung auf der Ebene des Baublocks
aufgezeigt. Hierbei wird der beiliegende Maßnah- Für diese Überprüfung der Praxistauglichkeit wird
menkatalog auf die fünf zur Fokussierung gewähl- die Entwicklung anhand realer Baublöcke der fo-
ten Strukturtypen angewendet. Da es sich um eine kussierten Strukturtypen aus dem Hamburger
Betrachtung der Situation im Jahr 2050 handelt Stadtgebiet veranschaulicht. Nach der Beschreibung
werden mögliche zukünftige Entwicklungen der der drei zugrunde liegenden sozioökonomischen
Strukturtypen aufgezeigt. Hierbei wird mit Szena- Szenarien werden an diesen fünf Realblöcken zu-
rien gearbeitet, da diese bei in die Zukunft reichen- erst die baulich-strukturellen Entwicklungen, die
den Betrachtungen eine Möglichkeit bieten, mit sich aus diesen Szenarien ergeben, dargestellt. Dar-
den unvermeidlichen Unsicherheiten umzugehen. auf aufbauend wird gezeigt, wie eine Anpassung an
Die Szenarien werden so formuliert, dass sie eine Klimafolgen in den fünf Realblöcken innerhalb der
Spannbreite möglicher zukünftiger Entwicklungen verschiedenen Szenarien aussehen kann, und wel-
abdecken. Bei der Arbeit im Bereich der Klima- che Maßnahmen nach der Logik der Szenarien zum
anpassung und des Klimaschutzes sind Szenarien Einsatz kommen.
ein vielgenutztes Instrument. Beispielsweise stützt
sich das Handeln im Bereich des Klimaschutzes auf Abschließend findet eine Bewertung der Anpas-
vielen Ebenen auf die Szenarien des IPCC, die das sungsstrategien in den unterschiedlichen Szenarien
Ausmaß der Klimaänderungen unter verschiedenen statt und es werden Konfliktfelder und Synergien
Rahmenbedingungen beschreiben. Die Entwick- bei der Maßnahmenanwendung thematisiert.
lung mehrerer Szenarien bietet die Möglichkeit, die
89
Szenarien
Szenarien sind viel genutztes Instrument im Rahmen der Klimaanpassung und auch des Klimaschut-
zes. Das Handeln im Bereich des Klimawandels stützt sich zu großen Teilen auf die Szenarien des
IPCC, welche die Änderungen des Klimas unter verschiedenen Rahmenbedingungen beschreiben.

Szenarien basieren auf Annahmen über zukünftige Entwicklungen, deren Eintreten bestimmte Aus-
wirkungen haben. Im Szenario sind diese Auswirkungen und Zusammenhänge anschaulich darge-
stellt. Sie sind verständliche und logisch zusammenhängende Beschreibungen eines zukünftigen
Zustands. Da sie aber auf dem gegenwärtigen Wissensstand basieren sind Unsicherheiten immer
ein Bestandteil von Szenarien. Oftmals werden auch mehrere Szenarien entwickelt, die die Auswir-
kungen verschiedener gegenwärtiger Handlungsoptionen in der Zukunft aufzeigen.

6.1 Vorstellung der drei sozio-ökonomischen


Entwicklungsszenarien bis 2050

Im Folgenden werden drei sozioökonomische Sze- Szenario 1: Rück- und Umbau der Stadt
narien vorgestellt, welche drei mögliche Entwick- in privater Verantwortung
lungstendenzen der Hansestadt Hamburg bis zum
Jahr 2050 aufzeigen. Erarbeitet wurden die Szena- Im Jahr 2050 ist der demografische Wandel in
rien im Rahmen des Projekts KLIMZUG-NORD Hamburg deutlich spürbar. Die Bevölkerung altert
für das Modellgebiet Wandse (unveröffentlichtes und schrumpft. Um den veränderten Ansprüchen
Arbeitspapier: Kunert, Rottgardt, Schötter). an Wohnimmobilien gerecht zu werden, sind ver-
mehrt Umbauten und Sanierungen erforderlich.
An dieser Stelle werden gekürzte Versionen der Allerdings führt gleichzeitig der anhaltende Sub-
drei Szenarien vorgestellt, die sich auf die für diese urbanisierungstrend zu einer Abnahme der Nach-
Arbeit wichtigen Entwicklungen beschränken. Die frage nach Wohnraum in der Stadt und es werden
vollständigen Szenarien können im Abschlussbe- weiterhin suburbane Neubaugebiete im Umland
richt zum KLIMZUG-NORD Modellgebiet Wandse ausgewiesen. Dies hat eine Zerschneidung von
eingesehen werden. Der hier zugrunde gelegte Ent- Grünräumen und einen Anstieg des MIV zur Fol-
wurf findet sich außerdem im Anhang dieser Arbeit. ge. In der Innenstadt stehen vermehrt Gebäude leer
und Grundstücke fallen brach. Aufgrund fehlender
Die Szenarien bilden die Grundlage für Teil drei finanzieller Mittel verläuft der Umbau von Bestand-
der Arbeit. An ihnen orientiert sich die Entwick- simmobilien schleppend. Andererseits werden Im-
lung real existierender Baublöcke, im Folgenden als mobilien, die den veränderten Ansprüchen nicht
Realblöcke bezeichnet, die im nächsten Kapitel be- mehr gerecht werden können, schwerlich neu ver-
schrieben wird. mietet, was für die Vermieterseite einen Anreiz zur
Modernisierung darstellt. Von Leerstand bedroht
sind auch solche Gebäude, die den mittlerweile
deutlich spürbaren Auswirkungen des Klimawan-
dels nicht angepasst sind. Dies betrifft vor allem be-
sonders von Überwärmung betroffene Lagen, sowie
die Lage in Überschwemmungsgebieten o.Ä. Durch
90
die Verlagerung der Siedlungstätigkeit in den sub- tungsgefährdete Bereiche bebaut. In diesen Berei-
urbanen Raum nimmt die Auslastung des ÖPNV chen werden vermehrt Hochwasserschutzmaßnah-
ab und es kommt in diesem Bereich zu einem Rück- men getroffen. In von Überwärmung betroffenen
bau. Dies führt zu einer Zunahme des MIV auch Bereichen werden Maßnahmen zur Gebäudeküh-
in innerstädtischen Bereichen. Die Auswirkungen lung und Verschattung eingesetzt. Neubauten wer-
des Klimawandels werden soweit möglich von den den häufig im Passivhausstandard errichtet, wobei
Hamburgern toleriert, nur vereinzelt kommt es zur dies keine verpflichtende Richtlinie darstellt. Die
Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen. Diese Energiestandards im Bau sind noch auf dem Stand
werden vor allem dann umgesetzt, wenn Folgen des von 2010. Die starke Innenverdichtung belastet die
Klimawandels direkte gesundheitliche oder wirt- städtische Vegetation und die Grünflächen. Der Er-
schaftliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen. holungs- und Nutzungsdruck auf die Grünflächen
Meist werden die Maßnahmen umgesetzt, die für steigt, der Verlust von Lebensgemeinschaften und
die Anwohner oder Eigentümer am einfachsten, Lebensräumen für Flora und Fauna ist die Folge.
günstigsten oder effektivsten zu realisieren sind. Politische Anreize für Investitionen in den Umwelt-
Finanzielle Förderungen, übergeordnete Strategien bereich werden zurückgeschraubt. Nur wenige Um-
oder Konzepte seitens der öffentlichen Hand gibt es weltprojekte sind ausreichend finanziert.
nicht.

Szenario 3: Kompakte Stadt als Zentrum


Szenario 2: Florierender Wirtschafts- für Innovationen im Bereich Umwelt
standort und Anstieg des anthropogenen
Flächenbedarfs Im Jahr 2050 ist Hamburg geprägt von wirtschaft-
lichem Wachstum und, durch eine Fokussierung
Hamburg ist 2050 ein bedeutender Wirtschafts- auf erneuerbare Energien, einem hohen Umwelt-
standort. Die Unterstützung des Finanz- und bewusstsein. Dieses Bewusstsein in Kombination
Wirtschaftssektors wird von der Bundes- und mit dem Vorhandensein öffentlicher Gelder hat zu
Landespolitik fokussiert, Umweltbelange und Kli- einem verbesserten Umwelt- und Klimaschutz ge-
maanpassung werden als zweitrangig eingestuft. führt. Der demografische Wandel ist durch die Al-
Die Bevölkerung ist leicht rückläufig, allerdings terung der Gesellschaft deutlich zu spüren, jedoch
bleibt die Nachfrage nach Wohnraum durch die führt die Zuwanderung insgesamt zu einem Bevöl-
gestiegene Pro-Kopf-Wohnfläche hoch, es werden kerungswachstum. Dies hat einen gestiegenen Flä-
etwa 3.000 neue Wohnungen jährlich gebaut. Die chenbedarf zur Folge. Die Pro-Kopf-Wohnfläche
Überalterung der Bevölkerung führt zu einer Ab- ist gegenüber 2010 angestiegen und es werden ver-
nahme der Nachfrage nach sozialen Einrichtungen mehrt Singlewohnungen und altersgerechte Woh-
für Kinder, Jugendliche und Familien. Der erhöhte nungen nachgefragt. Durch den Ausbau des Hafens
Flächenbedarf im städtischen Raum äußert sich im besteht vor allem im Hafengebiet ein großer Bedarf
Schließen von Baulücken, der Bebauung von Blo- nach Industrie- und Gewerbeflächen. Da die Ham-
ckinnenbereichen, dem Abriss von Bestandgebäu- burger Politik in den vergangenen Jahrzehnten eine
den und Ersatz durch Neubauten und der Auswei- konsequente Politik der Innenverdichtung verfolgt
sung neuer Wohngebiete an den Stadträndern. Die hat, befinden sich sämtliche öffentliche und soziale
Flächenversiegelung nimmt zu. Anpassungsmaß- Einrichtungen nah an den Wohnungen der Nutzer.
nahmen werden bei Bedarf unter Abwägung finan- Durch einen gleichzeitigen Ausbau des ÖPNVs und
zieller Aspekte integriert. Durch Preissteigerungen Preissteigerungen im MIV ist der PKW-Bestand
im MIV und die Förderung des ÖPNV nimmt der trotz Einwohnerzuwachs gesunken und Verkehrs-
PKW-Verkehr ab und es werden Stellplatzflächen flächen wurden für andere Nutzungen frei. Durch
für neue Nutzungen frei. Durch den Druck auf den die große Nachfrage nach Wohnraum wird das
Wohnungsmarkt werden zunehmend auch überflu- Modernisierungspotential durch die Vermieter

91
6.2 Mögliche Entwicklung der Realblöcke

Im folgenden Kapitel werden die sozioökonomi- dere in Bezug auf die Möglichkeiten der dezent-
schen Veränderungen der drei Szenarien auf fünf ralen Regenwasserbewirtschaftung in der Arbeit
reale Baublöcke aus dem Hamburger Stadtgebiet zu berücksichtigen. Das Hauptauswahlkriterium
projiziert. stellte jedoch die den Strukturtypen entsprechende
(Bau-)Struktur dar.
Jedem der fünf Realblöcke ist ein Kapitel gewid-
met, das jeweils dem gleichen Aufbau folgt. Ein- Für die räumliche Auswahl der Gebiete wur-
gangs erfolgt eine Verortung im Hamburger Stadt- den Luftbilder, die digitale Stadtgrundkarte und
gebiet sowie eine Charakterisierung des Gebiets. Schwarzpläne ausgewertet. Die folgenden fünf Ge-
Anschließend wird eine aktuelle stadtklimatische biete wurdn als Realblöcke ausgewählt:
Einordnung vorgenommen. Schließlich werden
mögliche Entwicklungen des jeweiligen Realb- 1. Einfamilienhausgebiet: Söderblomstraße / 
locks unter den verschiedenen sozioökonomischen Stemmeshey, Wandsbek
Bedingungen der drei Entwicklungsszenarien bis
2050 vergleichend dargestellt. Abschließend wird 2. Zeilengebiet: Uferstraße / Wagnerstraße / Gluck-
aufgezeigt, wie sich diese unterschiedlichen Ent- straße / Heinskamp; Eilbek
wicklungen auf die Wahl von Maßnahmen zur An-
passung an den Klimawandel auswirken. Es wird 3. Hochhäuser / Großwohnsiedlung: Weissenhof,
vergleichend dargestellt, wie eine Anpassung an die Wandsbek
Folgen des Klimawandels unter den verschiedenen
sozioökonomischen Bedingungen aussehen kann. 4. Innerstädtisches Wohn- und Mischgebiet: Lange
Reihe / Gurlittstraße / Koppel, St. Georg
Zusammenführend wird ein Vergleich der Ent-
wicklung der fünf Strukturtypen unter den unter- 5. Gewerbegebiet: Porgesring / Pinkertweg,
schiedlichen Rahmenbedingungen der Szenarien Billbrook
angestellt und eine Auswertung der in den ver-
schiedenen Szenarien zum Einsatz kommenden
Maßnahmen vorgenommen. Dabei wird auch auf Analyse der Realblöcke
Optimierungsmöglichkeiten und Konflikte bei der
Maßnahmenwahl eingegangen. Die einzelnen Realblöcke wurden durch Begehun-
gen und das Auswerten von Karten- und Bildmate-
rial analysiert. Genutzt wurden neben der DK5 auch
Auswahl der Realblöcke die Onlinekartenmaterialien von Google Maps und
Bing Maps. Darüber hinaus wurden die Informa-
Zur exemplarischen Veranschaulichung der Szena- tionen aus dem Hamburger Klimagutachten, dem
rien wurden für fünf der abstrakten Strukturtypen Landschaftsprogramm und verschiedener Karten
Realblöcke in Hamburg ausgewählt. Im Hinblick zu Hochwassergefahr und Versickerungspotentia-
auf die Integration der Diplomarbeit in das Modell- len, die im Rahmen von KLIMZUG-NORD erstellt
gebiet Wandse im Projekt KLIMZUG-NORD wur- wurden, mit den Realblöcken überlagert und die
de bei der Auswahl eine Lage im Einzugsbereich darin enthaltenen Informationen berücksichtigt.
der Wandse präferiert. Darüber hinaus wurde ein Informationen zur Eigentümerstruktur und zu den
Realblock im Bereich der Marsch gewählt, um auch Baualtersklassen bzw. zu Sanierungszeiten wurden
die Bedingungen dieses Landschaftstyps insbeson- u.a. vor Ort durch Befragungen und Besichtigun-
gen erhoben.
93
6.3 Vorgehen

Realblöcke in den drei Szenarien Generell orientiert sich die beschriebene Entwick-
bis 2050 lung an den Vorgaben der Szenarien und stellt nicht
unbedingt eine unter klimatischen Gesichtspunk-
In der aktuellen Entwicklung Hamburgs wird deut- ten erstrebenswerte Entwicklung dar.
lich, dass sich das Wachstum nicht gleichmäßig
über die Stadt verteilt, sondern dass einige Stadttei-
le besonders stark wachsen, während andere leichte Anpassungsmaßnahmen in den drei
Schrumpfungsprozesse verzeichnen (vgl. Hambur- Szenarien
ger Sparkasse AG, 2011, S. 3f). Auch in den Szena-
rien kann davon ausgegangen werden, dass es auch Bei den Entwicklungen in den Realblöcken wird
bei schrumpfender Bevölkerung Stadtteile gibt, die der Logik der drei Entwicklungsszenarien gefolgt.
nur sehr geringen Wohnungsleerstand verzeichnen. Die Voraussetzungen zur Anwendung von Anpas-
Gleichzeitig werden bei wachsenden Bevölkerungs- sungsmaßnahmen sind somit sehr unterschiedlich,
zahlen einige Stadtteile mit Schrumpfungsprozes- denn aus den Rahmenbedingungen der Szenarien
sen zu kämpfen haben. sowie den Unterschieden in der baulichen Entwick-
lung folgt ein verschiedener Umgang mit den Fol-
Bei der Anwendung der Szenarien auf die Realb- gen des Klimawandels.
löcke werden die beschriebenen Entwicklungen in
den verschiedenen Szenarien mit starker Ausprä- Daraus ergibt sich, dass im Szenario „Rück und
gung dargestellt. Dieses Vorgehen ermöglicht es Umbau der Stadt in privater Verantwortung“ (im
zum einen, polarisierende Ergebnisse zu erhalten. Folgenden „Rück- und Umbau“ genannt) haupt-
An diesen werden mögliche Konflikte deutlicher sächlich reaktive Maßnahmen angewendet werden.
ablesbar. Zudem wird so der heterogenen Entwick- Gehandelt wird erst, wenn ein hohes Schadensrisiko
lung in der Stadt, die auch innerhalb eines jeden besteht oder wenn bereits ein Schaden eingetreten
Szenarios deutliche Unterschiede zwischen den ist. Außerdem beschränken sich die Maßnahmen
einzelnen Stadtteilen mit sich bringt, Rechnung ge- auf kostengünstige Lösungen und kommen vor
tragen. allem im privaten Bereich und auf Gebäudeebene

95
6.4 Aufbau der Szenarien- und Maßnahmenbe-
schreibungen

In den anschließenden Kapiteln erfolgt einerseits Als nächster Abschnitt folgt die Szenarioentwick-
die Beschreibung der baulich-strukturellen Aus- lung. In diesem Teil wird betrachtet, wie sich die
wirkungen der vorgestellten drei Szenarien auf Baustruktur des Realblocks auf Grundlage der Ent-
die gewählten Realblöcke (Einfamilienhausgebiet, wicklungsszenarien verändert. Der Abschnitt ist in
Zeilengebiet, Großwohnsiedlung, Innerstädtisches vier Unterpunkte unterteilt:
Wohn- und Mischgebiet, Gewerbegebiet). Ande-
rerseits wird untersucht, welche Maßnahmen zur Beginnend wird die Bauliche Entwicklung des
Anpassung an die Klimafolgen in welchem Umfang Realblocks in den drei Szenarien betrachtet. Im
in den drei Szenarien zur Anwendung kommen. nächsten Kapitel wird auf die Verkehrsentwicklung
und die damit verbundenen Flächenpotentiale ein-
Der Aufbau der Kapitel ist dementsprechend gegangen. Die Grünraumversorgung in den drei
grundsätzlich untergliedert in die szenariobezoge- Szenarien wird im folgenden Kapitel Freiraum dar-
ne Strukturentwicklung sowie in die maßnahmen- gelegt. Abschließend erfolgt eine Betrachtung der
bezogene Anpassungsentwicklung des Realblocks Stadtklimatischen Veränderungen.
und eine zusammenfassende Zwischenbetrachtung
des Strukturtyps. Vorangestellt wird jeweilig ein Im Anschluss werden die Maßnahmen aus dem
einführender Abschnitt. beiliegenden Katalog in den drei Szenarien auf den
Realblock angewendet. Dabei wird in zwei Kapiteln
Der Abschnitt Einführung wird in zwei Kapitel ge- zwischen gebäude- und flächenbezogenen Maß-
gliedert. nahmen unterschieden. Die Maßnahmen sind mit
In dem Kapitel: Verortung und Charakterisierung einer Nummerierung ergänzt, die einen Verweis
wird der Realblock einleitend beschrieben. Ange- auf den beiliegenden Maßnahmenkatalog darstellt.
schlossen wird mit dem Kapitel Stadtklimatische Anhand dieser Nummer kann jede Maßnahme mit
Einordnung. zusammenfassender Beschreibung im beiliegenden
Katalog nachgeschlagen werden.
97
3-14: Kaltluftvolumenströme, 4 Uhr ; 3-15, 3-16: Lufttemperatur um 4 Uhr und 22 Uhr

7b Strukturtyp Zeile
Realblock Eilbek

Verortung und Charakterisierung kamp leicht abschüssig. Dieser bildet mit 7 m ü. NN
den niedrigsten Punkt im Gebiet.
Der Realblock Zeilenbebauung liegt im Stadtteil
Eilbek in zentraler Lage. Er wird begrenzt durch
die Straßen Uferstraße, Wagnerstraße, Gluckstraße Stadtklimatische Einordnung
und Von-Essen-Straße. Er hat eine Fläche von etwa
3,8 Hektar. Das Areal liegt im Einzugsgebiet der Der Realblock befindet sich in einer aktuell be-
Wandse, direkt am Eilbekkanal. Die Gebäudehö- reits stark bioklimatisch belasteten Zone (vgl. Abb.
hen betragen vier bis fünf Geschosse. Die Nutzung 3-14, 3-15, 3-16), wobei die gute Erreichbarkeit von
des Realblocks ist Wohnen, es wurden etwa 492 WE Grünräumen und die Nähe zum Eilbekkanal die
erhoben. Die Gebäude im östlichen Bereich des Ge- Belastung geringer ausfallen lassen als im Struk-
biets wurden vor Kurzem energetisch saniert und turtyp Innerstädtisches Wohn- und Mischgebiet
mit einem Wärmedämmverbundsystem ausgestat- mit dem Realblock St. Georg (Kapitel 7d). Auch die
tet. Alle Gebäude verfügen über Balkone. Teilweise Durchlüftung ist durch die nach Norden und Süden
gibt es Satteldächer, die Dachgeschosse sind nicht offenen Zeilen besser als bei einer Blockrandbebau-
ausgebaut (siehe Vogelperspektive, Abb. 3-17). ung, allerdings stehen die Gebäude nicht offen zur
Hauptwindrichtung, wodurch die Belüftung wiede-
Während der östliche Teil des Gebiets zum Bestand rum eingeschränkt wird.
der Baugenossenschaft Bergedorf-Bille gehört, sind
die Eigentumsverhältnisse im westlichen Bereich Die verhältnismäßig großen Grünflächen stellen
heterogen. Die Gebäude werden von unterschiedli- hinsichtlich der Anpassung an Klimafolgen eine
chen Wohnungsunternehmen verwaltet. Stärke des Gebiets dar. Die Flachdächer im west-
lichen Bereich vereinfachen eine Aufstockung und
Im Gebiet sind nur geringe Höhenunterschiede von Dachbegrünung.
weniger als einem Meter zu verzeichnen. Das Ge- Die homogene Eigentümerstruktur im östlichen
lände ist vom Osten und Westen her zum Heins- Bereich des Gebiets bietet Potentiale für semi-zen-

115
gebaut und durch eine Promenade ersetzt werden um bei hohen Temperaturen den Schatten nutzen
(in der nebenstehenden Karte sowie auf der vorigen zu können. In besonders betroffenen Bereichen
Seite im unteren Bereich zu sehen). werden Verschattungselemente (4.10) installiert,
um die Aufenthaltsqualität im Freien zu steigern.
Im Szenario „Kompakte Stadt und Umweltinnova-
tionen“ wird diese mit einer wasserdurchlässigen Um die Grünverbindung (1.3) entlang der Wandse-
Pflasterung (3.11) befestigt, wodurch der Versiege- Achse zu stärken, werden die Flächen im südlichen
lungsgrad abnimmt. Die übrigen Straßen werden Bereich des Gebiets der Begrünung vorbehalten. So
im Rahmen von Instandhaltungsarbeiten mit hel- kann in Kombination mit der Neugestaltung der
len Belägen (3.12) versehen, um einer Aufheizung Uferpromenade die Ausgestaltung der Wandse-
entgegenzuwirken. Für die Fußwege werden Beläge Achse zu einem städtischen Naherholungsgebiet
verwendet, durch die ein Teil der Niederschläge vorangebracht werden. In der Karte 3-23 ist nur
versickern kann, z.B. kleinteilige Natursteinpflaste- der an den Realblock angrenzende Abschnitt dar-
rungen (siehe Karte 3-22 rechts). gestellt, die dort gezeigten Maßnahmen sollen sich
jedoch entlang des Eilbek-Kanals weiter erstrecken.
Die Entwässerung der Straßenflächen erfolgt durch
Versickerung und Rückhalt von Niederschlägen. Die Freiflächen bleiben durch den Verzicht auf
Hierbei kommen Tiefbeete (3.7) zum Einsatz. In Nachverdichtung in der Fläche großteils erhalten.
ihnen wird das Wasser zurückgehalten und ver- Teile der Grünräume werden bewusst sich selbst
sickert. Nicht mehr benötigte Stellplatzflächen überlassen (2.5), so dass Flächen für Sukzession
werden begrünt und zur Speicherung und Versi- vorhanden sind und sich kleinere Biotope entfalten
ckerung von Niederschlägen umgebaut (3.11, 3.4). können.
Um das Gebiet herum werden Straßenbäume (2.3)
gepflanzt. Auf den Baumscheiben wird bodennahe
Vegetation (2.4) angepflanzt, die ein Aufheizen und
Austrocknen des Bodens verhindert und durch die
Wurzelbildung den Boden auflockert und die Ver-
sickerungsfähigkeit verbessert.

Auch zur Kühlung der Gebäude werden, wo es mög-


lich ist, Bäume zur Verschattung (4.4) angepflanzt.
Angesichts der hohen sommerlichen Temperaturen
wird von der Bevölkerung in Kauf genommen, auf
einen Teil der Sonneneinstrahlung zu verzichten,

125
rungen statt. Insgesamt ist das Engagement der
Grundstückseigentümer jedoch zu gering, um das
anfallende Regenwasser dezentral zu bewirtschaf-
ten. Die Folgen können auch hier Überschwem-
mungen sein, die jedoch durch den recht hohen
Grünflächenanteil und die abfallende Topografie in
Richtung Gewässer keine hohen Schäden verursa-
chen.

Unterschiedliche Maßnahmen im Außenraum, die


von den Baugenossenschaften initiiert werden, sind
in der Lage, die Hitzebelastung zu reduzieren und
das Kleinklima positiv zu beeinflussen.

Im Szenario „Kompakte Stadt und Umweltinno-


vationen“ kann der Anteil der zu entwässernden
Fläche auf 40 % reduziert werden. Auf Grundlage
des Flächenverhältnisses von 1 : 1 kann mit den an-
gewendeten Maßnahmen das anfallende Nieder-
schlagswasser vollständig bewirtschaftet werden.
Auch der Hitzebelastung kann durch flächen- und
gebäudebezogene Maßnahmen begegnet werden,
so dass in diesem Szenario eine deutliche Verbes-
serung des Kleinklimas zu erwarten ist (vgl. Tabelle
3-4).

Im Strukturtyp Zeile ist die Hitzebelastung durch


die großen Grünflächen abgemildert, steigt aber
besonders im Szenario „Florierender Wirtschafts-
standort“ durch die eingeschränkte Durchlüf-
tung an. Durch die überwiegende Ost-West-Ori-
entierung der Bebauung gibt es kaum sehr stark
von Wärmeeinstrahlung betroffene Südfassaden,
dennoch kommen Verschattungselemente zum
Einsatz. Durch die vergleichsweise homogene Ei-
gentümerstruktur können im Bereich der dezent-
ralen Regenwasserbewirtschaftung semi-zentrale
Maßnahmen realisiert werden. In gewissem Maß
ist eine koordinierte Umsetzung von Maßnahmen
zu erwarten. In der Tabelle 3-5 sind die in den ver-
schiedenen Szenarien angewendeten Maßnahmen
noch einmal zusammengestellt.
3-25: Kaltluftvolumenströme, 4 Uhr ; 3-26, 3-27: Lufttemperatur um 4 Uhr und 22 Uhr

7c Strukturtyp hochhäuser/
groSSwohnsiedlung
Realblock Farmsen

Verortung/Charakterisierung vor Ort, wobei relativ kleinräumig Flächen aufeinan-


dertreffen, die unterschiedlich gut zur Versickerung
Der betrachtete Realblock liegt im Stadtteil Farmsen geeignet sind. Eine Flächenversickerung ist aber auf
und hat eine Fläche von etwa vier Hektar. Begrenzt dem gesamten Gebiet möglich.
wird er von den Straßen Rahlstedter Weg, Kupfer-
damm, Weissenhof und Steg sowie der Berner Au Das Gelände des betrachteten Realblocks fällt Rich-
und einer angrenzenden Reihenhaussiedlung. Die tung Westen zur Berner Au konstant ab. Der west-
Nutzung des Realblocks beschränkt sich auf Woh- liche Bereich liegt mit durchschnittlich 21 m ü. NN
nen. Es wurden etwa 256 WE erhoben. Die Gebäude rund vier Meter über dem Geländeniveau des west-
der Großwohnsiedlung bilden mit drei ansteigenden lichen Bereichs mit durchschnittlich 16,5 m ü. NN.
Zeilen von drei bis neun Geschossen einen zentralen
Raum, welcher zur Erschließung sowie für Stellplät-
ze und vereinzelte Grünflächen genutzt wird (siehe Stadtklimatische Einordnung
Vogelperspektive oben rechts). Im süd-östlichen
Rand des Realblocks befinden sich am Kupferdamm Die Grünflächen und die Lage am Gewässer sorgen
zudem zwei zweigeschossige Reihenhäuser, auch aktuell für einen relativ guten Luftaustausch und eine
im Süd-Osten wird der Realblock zum Rahlstedter nur gering ausgeprägte Erwärmung. Allerdings wirkt
Weg von dreigeschossigen Gebäuden begrenzt. Die der massive Baukörper im östlichen Bereich als Bar-
Großwohnsiedlung befindet sich im Besitz des städ- riere für den Luftaustausch. Die bioklimatische Be-
tischen Wohnungsunternehmens SAGA-GWG. Die lastung liegt im mittelhohen Bereich. Negativ wirkt
Erschließung erfolgt über die Straße Weissenhof, an sich der Rahlstedter Weg mit einer hohen Schadstoff-
die größere Parkplatzflächen angrenzen. Die Gebäu- belastung aus. Auch im sehr kleinräumigen Bereich
de liegen in großzügigen Grünflächen, die im Norden ist ein Unterschied der Temperatur zwischen der be-
an die Berner Au grenzen. Die Bodenbedingungen bauten Fläche und dem angrenzenden Freiraum zu
ermöglichen eine Versickerung der Niederschläge erkennen (vgl. Abb. 3-25, 3-26, 3-27).
131
Die das Quartier umgebenden Straßen werden ver- Im Szenario „Kompakte Stadt und Umweltinnova-
kleinert und der Oberflächenbelag wird aufgehellt tionen“ kommt es zu einer gezielten Umgestaltung
(3.12). Die Entwässerung erfolgt hier über Tiefbee- der Grünflächen unter klimatischen Gesichtspunk-
te (3.7) entlang der Straßen. Diese dienen zudem ten. Die Grünflächen werden strategisch in ver-
der Verkehrsberuhigung. schiedene Zonen unterteilt (1.1). Freiflächen und
baumbestandene Flächen wechseln sich ab. In be-
In den Szenarien „Florierender Wirtschaftsstand- stimmten Bereichen wird bewusst auf eine Pflege
ort“ und „Kompakte Stadt und Umweltinnovati- der Vegetation verzichtet und Biotope können sich
onen“ werden die vorhandenen Grünflächen gut frei ausbilden (2.5). An der Berner Au werden Flä-
gepflegt und auch in den Sommermonaten ausrei- chen für die temporäre Überschwemmung und Re-
chend bewässert (2.6). So ist auch bei Hitze und tention (2.8) im Fall von sehr hohen Wasserständen
Trockenheit ihre klimatische Funktionsfähigkeit angelegt.
gewährleistet. Für die Bewässerung der Grünflä-
chen wird gesammeltes Regenwasser (3.1) genutzt. Für Straßenbäume (2.3) werden besonders resis-
Da das Wasser auch über längere Zeiträume hinweg tente Arten gewählt, die den extremen Wetterlagen
gespeichert wird, ist auch in Dürreperioden eine standhalten können.
ausreichende Bewässerung der Vegetation (2.6) ge-
währleistet. Entsprechend der neu geschaffenen Öffnungen im
Gebäude werden die Baumgruppen an der Berner
Durch den Rückgang der Pflege (2.5) der Außen- Au neu arrangiert, um die Frischluftzufuhr aus dem
anlagen im Szenario „Rück- und Umbau“ können Grünraum (1.2) zu optimieren. Dementsprechend
sich kleine Habitate mit spontaner Vegetation he- werden der bestehenden, geschlossenen Baumreihe
rausbilden, in denen sich Flora und Fauna ohne in Abständen Bäume entnommen. Anschließend
große anthropogene Einflussnahme entwickeln werden die entstehenden Fragmente der Baumreihe
können. Unter Umständen können diese auch als durch neue Setzungen zu Baumgruppen verdichtet.
potentielle Trittsteinbiotope fungieren. Dies ist je-
doch von der stadträumlichen Vernetzung dieser Das grüne Netz wird gestärkt, indem die Fläche
Flächen abhängig. entlang der Berner Au im Grünverbund weiter aus-
gestaltet und der Grünverbund (1.3) in der Berner-
In diesem Szenario werden auch durch den partiel- Au-Achse geschlossen wird. Dabei wird Wert auf
len Rückbau im Quartier Flächen frei, die als Grün- ökologische Faktoren gelegt, beispielsweise findet
räume klimatische Ausgleichsfunktionen überneh- eine Renaturierung des Gewässers statt. Diese Ent-
men können. Die Pflege der Außenanlagen und wicklungen finden in Kooperation mit den Bewoh-
Grünflächen wird wegen der knappen finanziellen nern statt. So wird die Sensibilität für die Themen
Mittel stark eingeschränkt. In diesen Bereichen, Naturschutz und Anpassung an Klimafolgen gestei-
in denen keine oder kaum Pflege mehr stattfindet, gert.
entsteht als Folge spontane sowie bodenbedecken-
de Vegetation in Form von Stauden und Sträuchern
(2.4). Diese sorgt für eine Durchwurzelung des
Bodens (2.4) und schützt ihn vor dem Austrock-
nen und starker Erwärmung in Trockenperioden.
So bleiben die Wasseraufnahmefähigkeit sowie die
Versickerungs- und Verdunstungsfähigkeit des Bo-
dens erhalten.

145
7c.4 Zwischenbetrachtung

Der große Freiflächenanteil im Verhältnis zur be- eine verbesserte Durchlüftung des Quartiers mit
bauten Fläche kann als zentrales Potential des sich bringen. Allerdings ist die Entscheidung für
Strukturtyps Großwohnsiedlung bewertet werden. eine Investition und Umbauten in den Beständen
Auch die oftmals homogene Eigentümerstruktur in von der Prioritätensetzung des Wohnungsunter-
diesem Strukturtyp ist hervorzuheben. nehmens abhängig. Im Szenario „Rück- und Um-
bau“ wäre an anderer Stelle auch eine Entscheidung
Im Realblock des Strukturtyps Großwohnsied- gegen die Aufwertung der Anlage denkbar, was
lung ist im Bestand nicht einmal ein Sechstel der weiteren Verfall und vermutlich die Zunahme kli-
Fläche bebaut. Im Szenario „Florierender Wirt- matischer Problematiken zur Folge haben könnte.
schaftsstandort“ wird dieser Wert durch eine
Nachverdichtung in der Fläche auf ein Viertel er- Der Anteil der zu entwässernden Flächen liegt in
höht (vgl. Abbildung 3-41). Des Weiteren werden dem Realblock bei 48 % der Gesamtfläche des be-
ca. 43 Wohneinheiten geschaffen und der Bestand trachteten Gebiets (siehe Tabelle 3-7). Empfeh-
von etwa 256 WE so um fast ein Fünftel erhöht. Im lenswert wäre dementsprechend eine Flächen- und
Szenario „Kompakte Stadt und Umweltinnovatio- Muldenversickerung, welche auch mit einer Frei-
nen“ kommt es durch die Aufstockungen und die zeitnutzung der Flächen verbunden werden kann.
bauliche Nutzung eines Parkplatzes zur Schaffung In diesem Szenario finden derartige Maßnahmen
von ca. 76 zusätzlichen Wohneinheiten und somit jedoch keine Anwendung, so dass das anfallende
zur Erhöhung der Wohneinheitenanzahl um fast Regenwasser, insbesondere bei Starkregenereig-
ein Drittel. Der Anteil der befestigten Fläche erhöht nissen, nicht auf dem Grundstück dezentral be-
sich in diesem Szenario nur unwesentlich. Dadurch wirtschaftet werden kann. In der Folge können in
bleiben die klimatischen Ausgleichsfunktionen der diesem Szenario Überschwemmungen nicht ausge-
Grünflächen in Bezug auf den Temperaturausgleich schlossen werden, welche jedoch aufgrund der gro-
sowie auf die Pufferung von Regenwasser weitge- ßen Grünräume und angewendeten Objektschutz-
hend erhalten. maßnahmen keine großen Schäden verursachen
dürften.
Die großen Freiflächen und die homogenen Eigen-
tümerstruktur begünstigen eine koordinierte Um- Im Szenario „Florierender Wirtschaftsstandort“
setzung von Maßnahmen in diesem Strukturtyp. Im bleibt die zu entwässernde Fläche trotz Nachver-
Szenario „Rück- und Umbau“ wird dies deutlich. dichtung in der Fläche konstant. Dies liegt an dem
Neben kleineren Anpassungsmaßnahmen, welche geringeren Parkplatzbedarf sowie Dachbegrü-
die Symptome der Hitzebelastung und Schäden nungen auf den Neubauten (siehe Abb. 3-41 und
durch Überschwemmungen reduzieren sollen, wird Tabelle 3-7). Bei dem Verhältnis von 3 : 1 der zu
in diesem Strukturtyp ein Rückbau vorgenommen. entwässernden Fläche zur potenziellen Versicke-
Dieser verbindet den Quartiersinnenraum mit der rungs- oder Retentionsfläche ist eine dezentrale
Grünfläche, welche bis an die Berner Au reicht. Bewirtschaftung der Niederschläge auf der Fläche
Derartige Maßnahmen sind nur bei einem starken denkbar. Aufgrund des homogenen Eigentums-
Bevölkerungsrückgang und einer homogenen Ei- verhältnisses kann ein koordiniertes Konzept mit
gentumsstruktur anzunehmen. Der „Stadtumbau Mulden und Retentionsteichen realisiert werden.
Ost“ zeigt ähnliche Beispiele mit Bundesförderun- Dieses hält einen Großteil des anfallenden Regen-
gen. Durch die Öffnung des Gebäuderiegels zur wassers zurück.
Hauptwindrichtung sowie zur Grünfläche und zum
Gewässer kann diese Entwicklung als Nebeneffekt

146
3-38: Kaltluftvolumenströme, 4 Uhr ;  3-39, 3-40: Lufttemperatur um 4 Uhr und 22 Uhr

7d Strukturtyp Wohn- und


Mischgebiet
Realblock St. Georg

Verortung und Charakterisierung Genossenschaften und Einzeleigentümern schlie-


ßen, wie sie in Mischgebieten häufig vorkommt.
Der exemplarisch ausgewählte Realblock aus dem
Strukturtyp Mischgebiet liegt im Stadtteil St. Georg Die Lange Reihe ist eine belebte und viel befahrene
und wird begrenzt von den Straßen Lange Reihe, Straße, neben dem MIV verkehrt auch eine Metro-
Schmilinskystraße, Koppel und Gurlittstraße. Das buslinie. Die Lage im Stadtgebiet kann als äußerst
Gebiet hat eine Fläche von etwa 1,6 Hektar und ist verkehrsgünstig beschrieben werden, der Haupt-
geprägt von dichter, überwiegend gründerzeitlicher bahnhof sowie die U-Bahn-Station Lohmühlen-
Bebauung, wie in der Vogelperspektive rechts zu er- straße sind fußläufig in wenigen Minuten erreich-
kennen ist. Die Gebäude sind mehrheitlich vier bis bar.
sechsgeschossig und verfügen zum Teil über ausge-
baute Dachgeschosse. Die Gebäude haben sowohl Das Gelände des betrachteten Gebietes fällt Rich-
Flach- als auch Satteldächer. In den Erdgeschoss- tung Norden konstant ab. Der nord-östliche Be-
und Souterrainbereichen sind, besonders in der reich des Realblocks liegt mit durchschnittlich 5,10
Langen Reihe, verschiedene gastronomische und m ü. NN rund zwei Meter unter dem Geländeni-
gewerbliche Einrichtungen sowie Einzelhandel an- veau des süd-westlichen Bereichs mit 7,10 m ü. NN.
gesiedelt. Die Obergeschosse werden überwiegend
als Wohnraum genutzt. Der betrachtete Realblock
umfasst etwa 356 Wohneinheiten. Vereinzelt haben Stadtklimatische Einordnung
sich in den Obergeschossen auch Büros oder Pra-
xen etabliert, ein Gebäude wird komplett als Gale- Die sehr kompakte Bebauung befördert zwar die
rie- und Kulturhaus genutzt. effiziente Nutzung von Infrastruktur und Energie,
führt allerdings auch zu einer eingeschränkten Be-
Die vielfältige Bebauung und die unterschiedlichen lüftung. Der hohe Versiegelungsgrad hat eine star-
Zustände der Gebäude lassen auf eine heterogene ke Erwärmung des Gebiets in den Sommermona-
Eigentümerstruktur aus Verwaltungsgesellschaften, ten zur Folge. Das Gebiet weist bereits heute eine

149
zum Einsatz, wie in Abbildung 3-47 zu sehen ist. lüftung des Realblocks. Die Erhöhung der Einwoh-
Aufgrund der Boden- und Grundwasserverhält- nerzahl lässt zudem auf eine höhere Nutzung der
nisse wird vor allem auf Versickerung gesetzt. In Freiflächen schließen, welche in der Folge durch die
den Innenhöfen werden platzsparende Mulden- Trittverdichtung einen höheren Oberflächenabfluss
Rigolen-Elemente (3.6) und ein Versickerungs- aufweisen.
schacht (3.8) angelegt. Im Straßenraum werden
die nicht mehr benötigten Stellplätze sowie Teile Für Anpassungsmaßnahmen stehen in diesem
der Fahrbahnen für die Regenwasserbewirtschaf- Strukturtyp durch die bestehende Bebauung sowie
tung genutzt. Zum Einsatz kommen Tiefbeete (3.7), die Erhöhung der Wohneinheitenzahl, in allen Sze-
über die das Wasser von Straßen und Fußwegen narien demzufolge nur geringe Flächen zur Verfü-
versickert, aber auch große, intensiv bepflanzte gung, welche gleichzeitig einem hohen Nutzungs-
Baumscheiben (2.4), die den Oberflächenabfluss druck als Erholungsfläche unterliegen.
verringern und einen Versickerungsraum darstel-
len. Zudem vermindern wasserdurchlässige Beläge Im Szenario „Rück- und Umbau“ werden aufgrund
(3.11) auf Rad- und Fußwegen sowie auf den be- der begrenzten finanziellen Mittel, aber auch der
festigten Flächen in den Innenhöfen und der hohe heterogenen Eigentümerstruktur und geringen
Anteil an Gründächern (4.1 und 4.2) den Regen- Aufklärung keine Maßnahmen zur dezentralen Be-
abfluss. wirtschaftung von Niederschlägen getroffen. Der
Anteil der zu entwässernden Flächen beträgt 86 %
(siehe Tabelle 3-8) und die Ableitung erfolgt weiter-
hin über die Kanalisation. Möglicherweise können
Sukzessionsflächen und kleinteilige Aufbrüche der
7d.4 Zwischenbetrach- versiegelten Flächen die Abflüsse mindern, da aber
tung keine Entsiegelung stattfindet ist dennoch anzu-
nehmen, dass es in diesem Szenario häufig zu einer
Überlastung der Kanalisation und infolgedessen zu
Überschwemmungen kommt. Diese würden in der
Als zentrales Element des Strukturtyps Innerstädti- Folge in diesem Strukturtyp insbesondere Schäden
sches Wohn- und Mischgebiet wird die dichte Bau- an den gewerblich genutzten EG- und Souterrain-
struktur und hohe Bevölkerungsdichte betrachtet. bereichen sowie den Kellern anrichten. Weitere Ge-
fährdungen entstehen durch eine eingeschränkte
Im Realblock in St. Georg sind im Bestand bereits Nutzbarkeit der Erschließung, welche dieser Zeit
fast zwei Drittel der Fläche bebaut (siehe Abbildung nur eingeschränkt nutzbar wäre.
3-48). Damit ist das Potential zur Nachverdichtung
nahezu ausgeschöpft. Zur Erhöhung der Wohnflä- Den akuten Symptomen der erhöhten Hitzebelas-
chen kommt es im Szenario „Florierender Wirt- tung kann mit baulichen Verschattungselementen
schaftsstandort“ u.a. durch Abriss und Neubau zu und Klimaanlagen sowie der Erhöhung der Albedo
ca. 109 zusätzlichen Wohneinheiten. Der Ausgangs- und Nutzungsverlagerungen z.T. begegnet werden.
  

zustand von ca. 356 WE kann so um fast ein Drittel Das Kleinklima wird durch diese Maßnahmen je-
erhöht werden. Im Szenario „Kompakte Stadt und doch nicht verbessert und die bioklimatische Belas-
Umweltinnovationen“ werden hauptsächlich Auf- tung bleibt dementsprechend hoch. Für die Umset-
stockungen vorgenommen. Es entstehen 96 neue zung ökologisch sinnvollerer Maßnahmen fehlen
Wohneinheiten, eine Erhöhung gegenüber dem die Aufklärung sowie die finanziellen Mittel.
Ausgangszustand um etwa ein Viertel.
Im Szenario „Florierender Wirtschaftsstandort“
Generell entsteht durch die Aufstockung der Ge- kann die zu entwässernde Fläche trotz Neuversiege-
bäude eine weitere Verschlechterung der Durch- lung durch Dachbegrünungen um einen geringen

159
164
3-49: Kaltluftvolumenströme, 4 Uhr ;  3-50, 3-51: Lufttemperatur um 4 Uhr und 22 Uhr

7e Strukturtyp Gewerbe
Realblock Billbrook

Verortung und Charakterisierung Die Grundstücke sind unterschiedlich gestaltet und


die ansässigen Betriebe weisen eine relativ hohe
Das Gewerbegebiet in Hamburg Billbrook liegt im Vielfalt auf. Daher ist nicht erkennbar, ob es sich
Bereich des Landschaftstypus Marsch, in der Nähe um Eigentum oder um Pachtverhältnisse handelt
der Bille. Der gewählte Bereich wird begrenzt durch und wer im Fall einer Verpachtung der Eigentümer
die Moorfleeter Straße, den Porgesring und den ist.
Pinkertweg und hat eine Fläche von ca. 23 Hektar.
Ein Schienenanschluss ist vorhanden (in der Vogel- Der Porgesring ist eine Allee mit relativ jungen
perspektive 3-52 oben zu sehen), außerdem ist die Straßenbäumen. Außer dieser Baumreihe gibt es
Lage günstig für den LKW-Verkehr durch die Nähe entlang des Porgesrings Büsche und Hecken, die
zu den Bundesautobahnen A1 und A25. meist der Begrenzung der einzelnen Parzellen die-
nen. Am Pinkertweg finden sich entlang der Bahn-
Es sind eine Reihe Logistikunternehmen ansässig, gleise Sukzessionsflächen. Insgesamt ist wenig Ve-
die über große Parkplatzflächen sowie über große getation im Gebiet vorhanden.
Hallenbauwerke verfügen. Außerdem finden sich
in dem Gebiet verschiedene Büro- und Verwal- Das Gelände ist zur Mitte hin abschüssig, so dass
tungsgebäude. Einige der Gebäude sind, wie für sich im zentralen Bereich eine leichte Senke bildet.
Gewerbegebiete üblich, baulich spezifisch den vor- Der östliche und der westliche Bereich des Realb-
handenen Nutzungen angepasst. locks liegen mit 6,4 bzw. 5,6 m ü. NN höher als der
zentrale Bereich mit 4,9 m ü. NN.
Im süd-östlichen Bereich sind vor allem kleinere
Betriebe ansässig. Hier finden sich auch Brachflä-
chen, von denen einige stark von Vegetation be-
wachsen sind (siehe Vogelperspektive 3-52 rechts
unten).
165
Wo eine Verschattung durch Vegetation sowie eine alblock beschränken sich die gewählten Maßnah-
Dachbegrünung nicht möglich sind, wird der Er- men der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung
wärmung auch hier durch den Einsatz heller Ober- allgemein auf Maßnahmen zur Retention (3.10,
flächenbeläge (4.13) entgegengewirkt (siehe Abb. 2.12; siehe Abb. 3-56, 3-57, 3-58). Dies hat zwei
3-58). Gründe: Zum einen ist eine Versickerung aufgrund
Um Schäden durch Überschwemmungen infolge der lokalen Gegebenheiten, der Lage in der Marsch,
von Starkregenereignissen vorzubeugen, werden wenn überhaupt nur sehr eingeschränkt möglich.
von den Unternehmen verschiedene Schutzmaß- Zum anderen ist die Versickerung in Gewerbege-
nahmen (4.6) ergriffen. Diese konzentrieren sich bieten aufgrund der Verschmutzungsgefahr gene-
aufgrund der Topografie des Gebiets auf den zent- rell bedenklich (vgl. BSU, 2006a, S. 9f und Anhang
ralen Bereich, der in einer leichten Senke liegt. 1). Ob eine Versickerung stattfinden kann, ist im
Einzelfall zu prüfen.
Im Szenario „Rück- und Umbau“ beschränken sich
die Maßnahmen auf die Verlagerung von Technik Im Szenario „Rück- und Umbau“ werden im zen-
und Lagerung auf eine hochwassersichere Höhe tralen Bereich des Gebietes Parkplatzflächen für
(4.6). die Mitbenutzung (2.8) zur Speicherung von Nie-
derschlägen umgebaut, wie in der nebenstehenden
In den Szenarien „Florierender Wirtschaftsstand- Karte zu sehen ist. Dieses Vorgehen wurde mitt-
ort“ und “Kompakte Stadt und Umweltinnovatio- lerweile vielfach erprobt und stellt eine vergleichs-
nen” wird bei Neubauten das Erdgeschoss häufig weise kostengünstige Alternative zum Schutz vor
leicht erhöht (4.6), so dass Überschwemmungs- unkontrollierten Überschwemmungen durch Star-
schäden weniger leicht auftreten. Im Bestand wer- kregenereignisse dar.
den wasserfeste Türen und Fenster eingebaut. La-
gerhallen werden mit wasserundurchlässigen Toren Eine solche Mitbenutzung (2.8) findet auch im
(4.6) versehen und Waren sowie sensible Technik Szenario „Florierender Wirtschaftsstandort“ statt.
werden in einem Sicherheitsabstand zum Boden Auch ein Teil des Porgesringes wird für die Mitbe-
installiert bzw. aufbewahrt. Bei Neu- und Umbau- nutzung zur Speicherung von Niederschlägen aus-
ten wird die Nutzung von Regenwasser in die Haus- gestaltet (siehe Abbildung 3-57). Außerdem werden
technik (4.7) integriert, vor allem bei den Büro- und an verschiedenen Stellen im Gebiet Maßnahmen
Verwaltungsbauten. zur Retention von Regenwasser getroffen. Da eine
Belastung des von den befestigten Flächen ablau-
fenden Regenwassers nicht ausgeschlossen werden
kann, werden z.T. Maßnahmen gewählt, die eine
Reinigung des Wassers leisten können, wie z.B. ve-
getationsgeprägte Retentions-Filterbecken (3.10).
7e.3 Flächenbezogene An anderer Stelle wird aber auch ein Rückhaltebe-
Maßnahmen cken (2.12) ohne zusätzliche Filterleistung angelegt.

Im Szenario „Kompakte Stadt und Umweltinnova-


tionen“ werden umfangreiche Maßnahmen der de-
zentralen Regenwasserbewirtschaftung umgesetzt.
Da das Siel immer häufiger die Niederschlagsmen- Neben der Retention durch die Gründächer (4.1)
gen nicht mehr komplett aufnehmen kann, werden werden auch am Boden Retentions-Filterbecken
von den Unternehmen Maßnahmen zur Bewirt- (3.10) angelegt (siehe Abb. 3-58). Hier kommt es
schaftung und zum Rückhalt von Niederschlägen durch die Kooperation verschiedener Betriebe auch
getroffen. Diese unterscheiden sich allerdings deut- zu semi-zentralen Lösungen (in der Karte 3-58
lich in den verschiedenen Szenarien. In diesem Re- links zu sehen). Diese werden naturnah gestaltet,

173
7e.4 Zwischenbetrachtung

Als ein zentrales Potential von Gewerbegebieten flächenanteil im Bestand leicht erhöht werden. Die
kann insbesondere die hohe Zahl von Flachdächern Bebauung der derzeit grünen Brachflächen hebt
gewertet werden. Durch eine flächendeckende Be- diese positive Entwicklung allerdings wieder auf.
grünung der Flachdächer kann die bioklimatisch
und ökologische Situation im Gewerbegebiet ver- Der Anteil der zu entwässernden Flächen ist mit
bessert werden, außerdem werden Abflussspitzen 91 % in diesem Realblock gravierend (siehe Tabel-
vermindert. Dies geschieht im Szenario „Kompak- le 3-10). Aufgrund der Lage im Marschgebiet liegt
te Stadt un Umweltinnovationen, wie in der Karte das Augenmerk bei der Umsetzung von Maßnah-
3-58 zu sehen ist. men der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung
vordergründig auf Retentionsmaßnahmen. Im Sze-
Ein großes Problem in diesem Realblock stellt der nario „Rück- und Umbau“ werden einige Teichen
hohe Versiegelungsgrad dar, wodurch Niederschlä- mit Retentionskapazität angelegt. Eine vollständige
ge beinah komplett abfließen. Dadurch steigt bei dezentrale Bewirtschaftung des Regenwassers kann
Starkregenereignissen die Gefahr einer Überlas- dennoch in diesem Szenario nicht stattfinden. Es ist
tung des Siels und es kann zu Überschwemmungen infolgedessen ein hoher Oberflächenabfluss zu er-
kommen. Eine Umstellung auf Versickerungsanla- warten, welcher zu einer Überlastung der Kanalisa-
gen ist im Gewerbegebiet jedoch problematisch, da tion und Schäden an und insbesondere in den vor-
die Gefahr eines Schadstoffeintrags besteht (siehe handenen Lagerhallen führen kann. Um derartige
Anhang 1). In diesem Realblock muss zusätzlich Schäden zu verhindern werden Parkplatzflächen
der standortspezifische Faktor der Lage im Marsch- baulich für eine Mitbenutzung ausgestaltet.
gebiet berücksichtigt werden. Eine Versickerung ist
demzufolge aufgrund der Bodenverhältnisse ohne- Einer Hitzebelastung innerhalb der Lagerhallen
hin nahezu auszuschließen. Bei der Bewirtschaf- wird durch einige gebäudebezogene Maßnahmen
tung des Regenwassers muss der Fokus daher auf begegnet. Da diese aber nicht auf Vegetation fokus-
Retentionsmaßnahmen liegen. sieren kann das Kleinklima kaum verbessert wer-
den.
In dem Realblock des Strukturtyps Gewerbegebiet
ist etwa ein Drittel der Fläche bebaut (siehe Abb. Im Szenario „Florierender Wirtschaftsstandort“
3-59). Der Anteil der befestigten Fläche ist mit 56 % wird die bebaute Fläche von 35 % auf 42 % erhöht.
sehr hoch. Entsprechend dem hohen Flächenbe- Durch den vermehrten Einsatz von Retentions-
darf des Lieferverkehrs bleiben diese Verhältnisse maßnahmen kann ein entsprechend höherer Teil
in den Szenarien weitgehend konstant. Durch die des Regenabflusses zurückgehalten und sukzessive
Anlage repräsentativer Grünflächen im Szenario abgeleitet werden. Eine vollständige dezentrale Be-
„Florierender Wirtschaftsstandort“ kann der Grün- wirtschaftung des Regenwassers wird jedoch auch
in diesem Szenario nicht erreicht.
177
8. Auswertung
Szenarien – Realblöcke – Anpassungsmaßnahmen

Die Umsetzung der Maßnahmen bewegt sich im


Spannungsfeld von Möglichkeiten, die von Flä-
chenpotentialen, den lagebedingten Gegebenheiten
und der Bereitschaft der relevanten Akteure abhän-
gig sind.

Während sich die Flächenpotentiale von einem


Strukturtyp zum anderen deutlich unterscheiden,
ist die Umsetzungsbereitschaft vor allem an die
Rahmenbedingungen des jeweiligen Szenarios ge-
knüpft. Doch auch die Flächenpotentiale erfahren
je nach Szenario gravierende Unterschiede. In die-
sem Kapitel soll nun darauf eingegangen werden,
welche baulich-strukturellen Veränderungen in
den Szenarien zu erwarten sind. Im Anschluss wird
auf die Rolle der lagebedingten Faktoren eingegan-
gen und es wird diskutiert, welche Auswirkung die
Szenarien auf die Maßnahmenwahl haben.

183
ner gesamtstädtischen Betrachtung, Trittsteinbioto- Im Strukturtyp Innerstädtisches Wohn- und Misch-
pe ausbilden und so kann die Biodiversität positiv gebiet sind nur äußerst begrenzte Grünflächen
beeinflusst werden. Allerdings bleiben nicht mehr vorhanden, welche auch im Szenario „Rück und
genutzte versiegelte Flächen bestehen und werden Umbau“ im Vergleich zu anderen Strukturtypen
nicht entsiegelt. Daher können diese Flächen ihre unter einem hohen Nutzungsdruck stehen. Sukzes-
ökologischen Funktionen nur sehr begrenzt wie- sionsflächen können sich in diesem Strukturtyp nur
dergewinnen. sehr begrenzt ausbilden. Anpassungsmaßnahmen
werden in diesem Szenario sowohl von privater als
Die dargestellten Veränderungen sind folglich be- auch von städtischer Seite nur sehr zurückhaltend
sonders in Strukturtypen zu erwarten, welche keine und reaktiv vorgenommen, so dass in der Folge
dichte Bebauung aufweisen und über einen hohen von einer Überlastung der Kanalisation und folg-
Frei- und Grünflächenanteil verfügen, sowie bei lich von Überschwemmungen ausgegangen werden
solchen, bei denen eine möglichst geringe Nut- muss. Insbesondere bei gemischt genutzten Struk-
zungsdichte auf den vorhandenen Freiflächen liegt. turtypen sind von diesen vornehmlich die intensiv
Auch bebaute und versiegelte Flächen können sich genutzten Erd- und Souterraingeschosse betroffen,
durch entstehende Vegetation und zeitbedingtes in welchen durch das Vorhandensein gewerblicher
Materialversagen positiv bezüglich Versickerung Nutzungen besonders hohes Schadenspotential be-
und Verdunstung sowie Biodiversität entwickeln, steht.
jedoch nur eingeschränkt und nach langer Zeit des
Brachliegens. Auch im Strukturtyp Gewerbegebiet besteht eine
besondere Vulnerabilität durch bodennah gelager-
Hervorzuheben ist der Strukturtyp Einfamilien- te Waren. Es besteht in diesem Strukturtyp durch
haus. Dieser verfügt über eine lockere Bebauungs- große Freiflächen jedoch ein großes Potential für
struktur und einen hohen Freiflächenanteil. Des Retentionsmaßnahmen, welche Überschwemmun-
Weiteren liegt ein geringer Nutzungsduck auf den gen vorbeugen können. Brachfallende Flächen im
Flächen. Das bedeutet, dass im Szenario „Rück- Strukturtyp Gewerbegebiet können durch den ho-
und Umbau“ Freiflächen um leer stehende Gebäu- hen Versiegelungsgrad ihre stadtklimatisch ausglei-
de diesen Strukturtyps vollständig sich selbst über- chende Funktion nur schwer wiedergewinnen.
lassen sind und sich in der Folge gut regenerieren
können. Ähnliche Auswirkungen lassen sich auch Durch geringere Wartungsmaßnahmen im Szena-
in den vergleichbaren Strukturtypen Villa und Rei- rio „Rück- und Umbau“ kann als Teil aller Struk-
henhaus erwarten. turtypen auch die öffentliche Infrastruktur, ins-
besondere gering genutzte Anliegerstraßen und
Ebenfalls einen hohen Anteil an Grünflächen haben begleitende Fußwege, als Potentialfläche betrachtet
die Strukturtypen Zeilengebiet und Großwohn- werden. Auch diese kann durch das leichte Absin-
siedlung. Bei dem im Szenario „Rück- und Umbau“ ken von Gehwegplatten, Rissen im Beton u.Ä. einen
auftretenden Leerstand einzelner Wohneinheiten geringen Beitrag zur Versickerung und Retention
besteht jedoch noch immer eine Nutzung der Frei- von Niederschlägen leisten.
und Grünflächen. In diesen Strukturtypen besteht
dementsprechend weiterhin eine, wenngleich nach-
lassende, Trittverdichtung. Des Weiteren wird eine Szenario „Florierender Wirtschafts-
Transformation der versiegelten Flächen durch das standort und Anstieg des anthropogenen
Materialversagen von Bodenplatten, Schuppenan- Flächenbedarfs“
lagen, betonierten Flächen usw. durch ausbessernde
Reparaturen verhindert. Diese Erkenntnisse lassen Im Szenario „Florierender Wirtschaftsstandort“ ist
sich auch auf den Strukturtyp ehemalige Arbeiter- die bauliche Entwicklung geprägt durch Nachver-
siedlung beziehen. dichtungen in der Fläche. Gesamtstädtisch werden

185
zunehmend Flächen versiegelt, um Bauland auszu- re bioklimatische Situation wird durch eine weitere
weisen. In bereits bebauten Quartieren werden vor- Nachverdichtung und den Bau möglicherweise hö-
handene Flächenpotentiale zur Nachverdichtung herer Gebäude weiter beeinträchtigt.
genutzt. Das Maß der Änderungen in den Struk-
turtypen ist folglich besonders dadurch bestimmt, Im Strukturtyp Gewerbegebiet ist in diesem Szena-
wie groß das vorhandene Flächenpotential ist. rio von der Ausweisung neuer Gebiete und damit
Durch die starke bauliche Nutzung der vorhande- einhergehend mit der Zunahme der städtischen
nen Freiflächen können sich in diesem Szenario die Versiegelung auszugehen. Zudem werden die noch
Charakteristika einiger Strukturtypen in der Folge vorhandenen Freiflächen in bestehenden Gewer-
verändern. begebieten erschlossen, so dass sich die bioklima-
tische Situation in diesem Strukturtyp ebenfalls
Insbesondere bei Strukturtypen mit charakteristisch verschlechtert und der Anteil des Strukturtyps am
großem Freiflächenanteil verändert sich das Ver- Hamburger Siedlungsraum möglicherweise zu-
hältnis von bebauter und unbebauter Fläche durch nimmt.
die Nachverdichtung stark und in der Folge steigt
die Betroffenheit des Strukturtyps. Besonders kann
dies für den Strukturtyp Einfamilienhaus und als Szenario „Kompakte Stadt als Zentrum
vergleichbarer Strukturtyp teilweise für den Struk- für Innovationen im Umweltbereich“
turtyp Villa festgestellt werden. Durch eine kon-
sequente Bebauung der zweiten Reihe erhöht sich Die bauliche Entwicklung im Szenario „Kompak-
die Bebauungsdichte immens. Damit einhergehend te Stadt und Umweltinnovationen“ ist maßgeblich
verringern sich die Grünflächen nicht nur durch durch die Einschränkung der Neuversiegelung mit
die größere bebaute Fläche, sondern auch durch gleichzeitig hohem Wohnraumbedarf durch die
neue Erschließungswege und versiegelte Terrassen- wachsende Bevölkerung geprägt. Die Nachver-
bereiche, Stellplatzflächen u.Ä. Diese Entwicklung dichtung findet dementsprechend insbesondere in
ist schon heute in deutlicher Form zu beobachten. Form von Dachgeschossausbauten, Aufstockungen
Zur Deckung eines gesteigerten Wohnraumbedarfs und Anbauten statt. Das Potential zur Aufstockung
kann in diesem Strukturtyp ein großer Beitrag ge- wird hier maßgeblich durch die vorhandenen Ge-
leistet werden. Allerdings geht dies mit verminder- bäudeabstände bestimmt.
ten Anpassungskapazitäten einher.
Die größten Nachverdichtungspotentiale bestehen
In den dicht bebauten Strukturtypen Innerstädti- in diesem Szenario im Strukturtyp Großwohnsied-
sches Wohn- und Mischgebiet und Zeilenbebauung lung. Aufgrund der großen Gebäudeabstände ist oft
sowie den vergleichbaren Strukturtypen (vgl. Abb. eine Aufstockung um mehrere Geschosse möglich.
3-19 und 3-43 bzw. Kapitel 7b und 7d) hingegen Durch die i.d.R. homogenen Eigentumsverhältnisse
sind nur geringe Nachverdichtungspotentiale vor- werden hier abgestimmte Aufstockungen in einem
handen. Dort ist in diesem Szenario vermehrt von Gesamtkonzept begünstigt. Die modulare Bauwei-
Abriss und Neubau auszugehen. Im Strukturtyp se ermöglicht Eingriffe in den Gebäudebestand mit
Innerstädtisches Wohn- und Mischgebiet kann vergleichsweise geringem Aufwand.
die Zahl der Wohnungen bspw. durch den Abriss
großräumig gewerblich genutzter Gebäude wie Auch im Strukturtyp Zeile ist eine Aufstockung
Autowerkstätten o.Ä. und dem Neubau von Wohn- relativ einfach möglich, ähnlich wie in der Groß-
gebäuden erhöht werden. Vereinzelt können auch wohnsiedlung reichen hier die Abstandsflächen für
Innenhofflächen zur Nachverdichtung genutzt wer- eine Aufstockung um ein oder mehrere Geschosse
den. Insgesamt ist das Potential zur Deckung des aus, ohne die Belichtung der benachbarten Ge-
Wohnraumbedarfs in diesen Strukturtypen eher bäude einzuschränken. Allerdings ist die Eigen-
gering. Die ohnehin in diesen Strukturtypen prekä- tümerstruktur in diesem Strukturtyp heterogener,

186
wodurch häufiger kleinteiligere Änderungen vorge- im Szenario „Kompakte Stadt und Umweltinnova-
nommen werden. tionen“ unterstützen kann. Die in den Realblöcken
aufgezeigten Potentiale deuten aber darauf hin, dass
Im Strukturtyp Innerstädtisches Wohn- und Misch- es möglich wäre, bei einer Forcierung auf Dachge-
gebiet bieten vor allem die noch nicht ausgebauten schossausbeuten und Aufstockungen einen Teil des
Dachgeschosse ein Nachverdichtungspotential. Wohnungsbedarfs decken zu können. Allerdings
Flächen für Neubauten sind kaum vorhanden und können im Einzelfall eine Vielzahl an Hindernissen
beschränken sich auf vereinzelte Baulücken oder einer Nachverdichtung, wie sie in diesem Szenario
Konversionsflächen. Als weiteres großes Potential forciert wird, entgegenstehen. Dazu zählen stati-
in diesem Strukturtyp können Aufstockungen vor- sche Probleme bei Aufstockungen, baurechtliche
genommen werden. Einschränkungen und der Denkmalschutz.

Im Strukturtyp Einfamilienhaus bestehen ver-


gleichsweise schwache Nachverdichtungspotentiale.
Durch die geringen Gebäudegrößen und die i.d.R.
heterogene, kleinteilige Einzeleigentümerstruktur
sind Umbauten und Aufstockungen mit hohem fi-
nanziellen und organisatorischen Aufwand für die
Eigentümer verbunden, bei denen es sich meist um
Privatpersonen handelt. Auch können zu geringe
Abstandsflächen zum Nachbargrundstück einer
Aufstockung im Wege stehen. Zudem ist fraglich,
ob viele der Einfamilienhausbesitzer einen Teil ih-
res Hauses untervermieten möchten. Dem Wohn-
prinzip Einfamilienhaus liegt die individuelle Ent-
faltungsmöglichkeit des Eigentümers in Haus und
Grundstück zugrunde, welche so eingeschränkt
wird. Die zu erzielenden Mieteinnahmen stehen
diesen Hemmnissen als Anreiz gegenüber.

Eine Ausnahme in diesem Szenario bildet der


Strukturtyp Gewerbe. Hier bleiben zwar die vor-
handenen Freiflächen erhalten, aufgrund des im
Gegensatz zur Wohnbebauung relativ kurzen Le-
benszyklus gewerblicher Bebauung kann jedoch ein
hoher Anteil an Neubebauung auf den heute bereits
bebauten Flächen angenommen werden.

Hinsichtlich der konsequenten Vermeidung von


Neuversiegelungen in den Realblöcken stellt sich die
Frage, wie stark Dachgeschossausbauten und Auf-
stockungen bei einer gesamtstädtischen Betrach-
tung die Deckung der hohen Wohnungsnachfrage

187
8.2 Auswertung der Anpassungsmaßnahmen

Einsatz kommen können. Dies gilt auch für Berei-


Rolle lagebedingter Faktoren che, die in einem hochwassergefährdeten Gebiet
liegen, und z.B. durch Sturmfluten gefährdet sind.
Nicht nur die bauliche Struktur ist von Bedeutung Auf diese Problematik wird in dieser Arbeit aller-
für die Betroffenheit durch die Folgen des Klima- dings nicht weiter eingegangen.
wandels. Auch die geografische Lage kann eine
Betroffenheit bedingen, wie in Kapitel 3.4 und 4.3 Im Bereich der dezentralen Regenwasserbewirt-
dargestellt. Diese lagebedingten Faktoren können schaftung müssen die Bodenverhältnisse im kon-
gewichtiger sein als die strukturimmanenten Fak- kreten Fall auf die Möglichkeiten einer Versicke-
toren, wie der Grünflächenanteil oder der Versie- rung untersucht werden. Bei der weiterführenden
gelungsgrad. Bei der Betrachtung der untersuchten Planung bilden die vorgefundenen Gegebenheiten
Realblöcke ist jedoch festzustellen, dass die lagebe- ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Aus-
dingten Faktoren eine eher untergeordnete Rolle wahl und Dimensionierung der Maßnahmen. Eine
spielen. Die Handlungsfelder bleiben unabhän- dezentrale naturnahe Bewirtschaftung der Nieder-
gig von der Lage und den sich daraus ergebenden schläge sollte allerdings in jedem Fall angestrebt
einflussnehmenden Faktoren weitgehend gleich. werden. Je nach lokalen Gegebenheiten können
Je nachdem, wie sich die Besonderheiten vor Ort die Methoden gewählt werden, welche die besten
gestalten, können zusätzliche Maßnahmen in be- Ergebnisse versprechen. An Standorten, an denen
stimmten Handlungsfeldern notwendig werden. keine Versickerung möglich ist, kann der Fokus auf
Dies betrifft insbesondere die Schutzmaßnahmen Retentionsmaßnahmen liegen, die einen verzöger-
gegen Überschwemmungen. Hier muss vor Ort im ten Abfluss und eine erhöhte Verdunstung ermög-
Einzelfall auf Grundlage der topografischen Gege- lichen.
benheiten geprüft werden, in welchen Bereichen
Schutzmaßnahmen gegen das Eindringen von Was- Dies wird am untersuchten Strukturtyp Gewerbe
ser in die Gebäude sinnvollerweise ergriffen werden im Hamburger Marschgebiet deutlich. Da keine
sollten. Jedoch spielen auch hier die Strukturtypen Versickerung möglich ist, wird hier auf Retention
eine Rolle. So sind Bereiche mit intensiver (gewerb- zurückgegriffen. Durch den Einsatz von Filterbe-
licher) Nutzung der Erdgeschosse, z.B. innerstädti- cken wird die Qualität des abfließenden Wassers
sche Wohn- und Mischgebiete, besonders vulnera- verbessert und Abflussspitzen werden gemindert.
bel gegenüber Überschwemmungen. Insbesondere An dieser Stelle ist anzumerken, dass die Versi-
in Bereichen mit einem solch hohen Gefährdungs- ckerung von Niederschlägen in Gewerbegebieten
potential sollten genaue Informationen über das generell kritisch zu betrachten ist, da die Gefahr
kleinräumige Geländeprofil erstellt werden, damit eines Schadstoffeintrags ins Grundwasser hoch ist
Schutzmaßnahmen an den richtigen Stellen zum (siehe Anhang 1). Der flächendeckende Einsatz von

188
Dachbegrünungen in Kombination mit Retentions- identifizieren. Auch kleinere Grünflächen zeigen
Filterbecken ermöglicht in diesem Zusammenhang bereits deutliche Effekte. Im Hamburger Stadtteil St.
eine Reduzierung der Abflussspitzen und verbes- Pauli lässt sich bspw. bei der angrenzenden Bebau-
sert die Qualität des Regenabflusses. Insbesondere ung des etwa ½ ha großen, mit Bäumen und Freiflä-
im Strukturtyp Gewerbe kann ein großer Wasser- chen ausgestalteten Quartiersparks Florapark (sie-
bedarf vorhanden sein, der keine Trinkwasserquali- he Abbildung 4-3) eine geringere Wärmebelastung
tät erfordert. Dort ist auch eine Nutzung des gerei- erkennen als bei vergleichbaren Gebäuden abseits
nigten Regenwassers sinnvoll. der Grünfläche (vgl. GEO-NET Umweltconsul-
ting GmbH, 2011, S. 23). Deutlich ausgeprägter ist
Die Ergebnisse für das in der Marsch liegende dieses Phänomen im Bereich um den etwa 150 ha
Billbrook haben zudem allgemein für den Umgang großen Hamburger Stadtpark (Abbildung 4-2). Der
mit Niederschlägen in den Marschgebieten Bedeu- Ansatz, dass Grünflächen die strukturtypenimma-
tung, in denen die Bodenverhältnisse Versickerung nenten Gegebenheiten als externer Faktor positiv
nur sehr begrenzt zulassen oder eine Versickerung beeinflussen, ermöglicht es, strukturtypenbedingte
ausgeschlossen ist. Die dezentrale Regenwasserbe- Handlungsbedarfe zu identifizieren1. Bei Neupla-
wirtschaftung kann hier vorrangig über Retention nungen sollte von vornherein mit einem hohen
erfolgen. Es zeigt sich anhand der untersuchten Grünflächenanteil und Gehölzen gearbeitet wer-
Realblöcke, dass bei genügend Flächenpotential den, um die Wärmebelastung gering zu halten. In
eine dezentrale Bewirtschaftung der Niederschläge Bestandsgebieten sollten die Möglichkeiten einer
möglich ist. Problematisch ist eine Bewirtschaftung nachträglichen Begrünung ausgeschöpft werden.
auf dem eigenen Grundstück im Strukturtyp Inner- In gewissem Maß kann hier das Baurecht wirken
städtisches Wohn- und Mischgebiet und ähnlich und bei der Aufstellung neuer Bebauungspläne z.B.
dicht bebauten Bereichen wie Stadt- und Stadtteil- Grünflächen oder Dachbegrünungen festsetzen.
zentren oder Bürostandorten, in denen die Flächen Aber auch Informationen und Aufklärung über die
für Versickerungs- und Retentionsmaßnahmen positiven Wirkungen von Vegetation (Steigerung
fehlen. Gerade in Bereichen, in denen eine dezen- der Energieeffizienz durch Gebäudebegrünung,
trale Bewirtschaftung schwieriger zu realisieren ist, Steigerung des Grundstückswerts durch attraktive
sollten die Möglichkeiten des Baurechts und an- Grünanlagen) können zu einer vermehrten Be- und
derer Instrumente der Stadtplanung ausgeschöpft Durchgrünung der Stadt beitragen.
werden, um Abflussspitzen zu mindern. Dies kann
auch durch die Sammlung von Regenwasser oder Die lagebedingten Faktoren stellen also entweder
den Einsatz von Dachbegrünungen erfolgen. bestimmte Gefährdungspotentiale dar, denen ge-
zielt durch Anpassungs- und Schutzmaßnahmen
Lagebedingte Faktoren können sich aber auch po- begegnet werden muss (Überschwemmungen),
sitiv auf die bioklimatischen Bedingungen in den sie haben Einfluss auf die Maßnahmenwahl (z.B.
Strukturtypen auswirken. Angrenzende Grünflä- beeinflussen die Bodenverhältnisse die Wahl der
chen können die Temperatur in dicht bebauten Ge- Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirt-
bieten senken und die Luftfeuchte erhöhen. In die-
sem Fall führen die lagebedingten Faktoren dazu, 1 anders als es im SteP-Klima Berlin getan wird,
dort wird der Lage ein großer Stellenwert eingeräumt
dass der Anpassungsbedarf geringer ausfällt als in (vgl. SenStadt, 2011, S.  35f). Dieses Vorgehen kann
vergleichbaren Strukturtypen abseits von Grünräu- dazu führen, dass jeder Gebäudeblock erst einmal als
men und Kaltluftvolumenströmen. Solche klima- nicht belastet angesehen wird. Nach dem Vorgehen in
tisch bevorteilten Gebiete lassen sich in den Karten dieser Arbeit hingegen wird für jeden Gebäudeblock
der Stadtklimatischen Bestandsaufnahme und Be- zuerst ein eher hoher Handlungsbedarf angenommen,
der im Einzelfall durch den Einfluss von lagebedingten
wertung für das Landschaftsprogramm Hamburg
Gegebenheiten geringer ausfallen kann

189
4-2: Stadtpark 4-3: Florapark

schaftung) oder können durch ihre positive Wir- Aufklärung über die Thematik der Klimaanpas-
kung auf die bioklimatischen Verhältnisse einen sung. Bemerkenswert ist, dass in diesem Szena-
geringeren Anpassungsbedarf bewirken als für den rio eine Reihe von Prozessen und Veränderungen
Strukturtyp generell notwendig ist. Dadurch kön- stattfinden, die sich in Bezug auf die Bewältigung
nen dicht bebaute Quartiere, die an eine Grünflä- von Klimafolgen positiv auswirken. Hierzu zählt
che angrenzen, auf einige Anpassungsmaßnahmen vor allem das Brachfallen von Flächen, die infol-
verzichten. ge von Sukzessionsprozessen und nachlassender
Trittverdichtung zum Teil ihre klimatischen Aus-
Nichtsdestotrotz weisen die Strukturtypen be- gleichsfunktionen wiedergewinnen. Überwiegend
stimmte, lageunabhängige Problematiken und Ge- sind diese Prozesse jedoch keine gezielten Maß-
fährdungen auf, denen durch bestimmte Maßnah- nahmen der beteiligten Akteure, sondern vielmehr
men begegnet werden kann. Wirkfolgen des Bevölkerungsrückgangs und der
daraus resultierenden Nutzungsextensivierung des
Siedlungsraums (vgl. Kapitel Auswertung Szenario-
Szenarioabhängige Unterschiede in der entwicklung).
Maßnahmenwahl
Anpassungsmaßnahmen finden in diesem Szenario
Bei der Betrachtung der in den Realblöcken an- nur statt, wenn ein essenzieller Mehrwert mit ihnen
gewendeten Maßnahmen wird deutlich, dass die verbunden ist. Dies kann beispielsweise der Ver-
sozioökonomischen Rahmenbedingungen des je- such sein, durch eine attraktive Gestaltung des Au-
weiligen Szenarios einen erheblichen Einfluss dar- ßenraums die Chancen einer Vermietung zu erhö-
auf haben, in welchem Umfang und unter Einsatz hen. Voraussetzung für umfassende Maßnahmen
welcher Maßnahmen eine Anpassung an die Folgen ist oftmals eine homogene Eigentumsstruktur, wie
des Klimawandels erfolgt. sie im Strukturtyp Großwohnsiedlung häufig auf-
tritt. Im Übrigen finden Anpassungsmaßnahmen
Im Szenario „Rück- und Umbau“ stehen sowohl auf nur vereinzelt und auf reaktive Weise Anwendung.
privater als auch auf städtischer Seite nur geringe Dies liegt nicht nur an der prekären finanziellen
finanzielle Mittel zur Verfügung, um Anpassungs- Situation, sondern auch an der gesellschaftlichen
maßnahmen umzusetzen. Zudem besteht wenig Grundhaltung. Zur Gebäudekühlung werden in

190
diesem Szenario keine innovativen und energieef- Verschattungselemente werden als moderne ar-
fizienten Maßnahmen angewendet. Stattdessen er- chitektonische Elemente in die Gebäudegestaltung
folgt vielfach der Einsatz von Klimaanlagen. Dieser integriert. Maßnahmen der dezentralen Regenwas-
findet in unterschiedlichem Maße in allen Struk- serbewirtschaftung werden umgesetzt, wenn das
turtypen statt. Diese Maßnahme ist bedenklich, da benötigte Flächenpotential vorhanden ist und die
Klimaanlagen den Klimaschutzzielen durch ihren Notwendigkeit durch starke Niederschläge gegeben
hohen Energieverbrauch entgegenstehen. Zudem ist. Dabei werden vor allem erprobte Maßnahmen
verstärkt die erzeugte Abwärme die Erwärmung wie Muldenversickerungen umgesetzt. Auch wer-
des Quartiers. Schäden durch starkregenbedingte den diese in die Außenraumgestaltung integriert,
Überschwemmungen wird nicht durch Maßnah- um die Standortattraktivität zu steigern.
men der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung
vorgebeugt, sondern durch reaktive Schutzmaß- Daraus resultiert, dass eine Reihe von Maßnahmen
nahmen im Falle von vermehrten Schäden. lediglich im Szenario „Kompakte Stadt und Um-
weltinnovationen“ angewandt werden. Dies betrifft
Dementsprechend sind in diesem Szenario durch insbesondere diejenigen Maßnahmen, die einen
die geringe Anwendung von Maßnahmen insbe- hohen technischen oder finanziellen Aufwand er-
sondere Strukturtypen mit einem niedrigen Frei- fordern, jedoch nicht unmittelbar einen ökonomi-
flächenanteil und einer dichten Baustruktur zuneh- schen Mehrwert generieren. Dies gilt zum Beispiel
mend von den Folgen des Klimawandels betroffen. für ökologisch hochwertige intensive Dachbegrü-
In diesen wirken sich die Klimafolgen besonders nungen oder Renaturierungsmaßnahmen an Ge-
stark aus. Strukturtypen mit einem hohen Freiflä- wässern. Von städtischer Seite oder durch einen
chenanteil und einer lockeren Bebauung hinge- Business Improvement District (BID) können dies
gen weisen eine geringere Anfälligkeit gegenüber in dicht bebauten und gemischt genutzten Struk-
Klimafolgen auf. Für die Stadtplanung gilt es, in turtypen im öffentlichen Raum bspw. begrünte Ar-
diesem Szenario Lösungen zu finden, welche eine kadengänge sein, welche Schatten spenden und das
klimaangepasste Gestaltung auch mit geringen fi- Stadtbild aufwerten, jedoch keinen direkt messba-
nanziellen Mitteln möglich machen, ohne dabei ren ökonomischen Vorteil bieten.
den Klimaschutzzielen entgegenzustehen.
Auch die sehr umfangreiche Umgestaltung der
Im Gegensatz dazu ist der Gebäudebestand im Sze- Großwohnsiedlung erfolgt in diesem Maße ver-
nario „Florierender Wirtschaftsstandort“ effizient mutlich nur, wenn finanzielle Anreize, z.B. in Form
gestaltet. Die integrierte Gebäudetechnik ermög- von Förderungen, zur Verfügung stehen. Auffällig
licht eine Klimatisierung bei geringem Energieein- ist auch, dass im Szenario „Kompakte Stadt und
satz. Durch die vielfach umgesetzten energetischen Umweltinnovationen“ in den Strukturtypen mit
Sanierungen können Maßnahmen im Rahmen hohem Freiflächenanteil sehr viele Maßnahmen zur
der Modernisierungsarbeiten realisiert werden, Bewirtschaftung des Regenwassers umgesetzt wer-
wie z.B. eine Erhöhung der Albedo. Darüber hin- den. Dies kann auf den Anreiz durch die gesplitte-
aus kommen in diesem Szenario vor allem solche te Abwassergebühr zurückgeführt werden. Sicher
Maßnahmen zum Einsatz, die einen messbaren spielt aber auch das hohe Umweltbewusstsein eine
Mehrwert generieren und sich in relativ kurzer Zeit Rolle, was zu einer breiten Akzeptanz und vielleicht
amortisieren können. Zu diesen gehören Dach- sogar der „Mode“ ökologisch sinnvoller Maßnah-
begrünungen, die entweder gezielt zur Wärme- men führt.
dämmung beitragen oder aber als Dachgarten die
Standortattraktivität steigern. Maßnahmen werden Wenn auch einige Maßnahmen in allen drei Sze-
jedoch nur bei konkreter Gefährdung oder zum Er- narien angewendet werden, so zeigt sich doch eine
reichen ökonomischer Vorteile umgesetzt. Bauliche deutliche Tendenz in der Quantität sowie der Qua-

191
lität der umgesetzten Maßnahmen. Es zeigt sich, über einen hohen Freiflächenanteil verfügen. Hier
dass die Rahmenbedingungen einen wesentlichen können einfache Bewirtschaftungsmaßnahmen
Einfluss auf die Wahl der Maßnahmen haben. So wie Mulden- oder Flächenversickerungen gewählt
kommen die ökologisch sinnvollen Maßnahmen werden. In den dichter bebauten Gebieten hingegen
beinah ausschließlich im Szenario „Kompakte Stadt muss eine Retention oder Versickerung mit einem
und Umweltinnovationen“ zur Anwendung, in dem höheren technischen Aufwand und damit einher-
ein hohes Umweltbewusstsein in Kombination gehend mit höheren Investitionen erfolgen. Eine
mit den finanziellen Mitteln zur Umsetzung von Möglichkeit ist hier die Schachtversickerung. Dies
Maßnahmen einhergeht. Auch ist dies das einzige wird zudem komplizierter, wenn die Bodenbeschaf-
Szenario, in dem die öffentliche Hand ihrer Verant- fenheiten den Einsatz dezentraler Regenwasser-
wortung gerecht wird und Maßnahmen im öffent- bewirtschaftungsmaßnahmen einschränken. Dies
lichen Raum umsetzt. Durch eine Modifikation der ist in Hamburg besonders in den Marschgebieten
Rahmenbedingungen, z.B. eine motivierte öffentli- der Fall (vgl. Kapitel Rolle der lagebedingten Fak-
che Hand und gute Aufklärungsarbeit, könnten in toren). Auch die Anlage von Grünflächen oder das
den beiden anderen Szenarien deutlich mehr An- Pflanzen von Gehölzen oder Straßenbäumen ist in
passungsmaßnahmen realisiert werden. Allerdings Strukturtypen mit genügend Freiflächen einfacher
dürfte es schwierig bleiben, im Szenario „Rück- zu realisieren als in dicht bebauten Strukturtypen,
und Umbau“ eine wirklich hochwertige Anpassung da weniger Nutzungskonflikte vorhanden sind.
zu erreichen, wenn die finanziellen Mittel sowohl
auf privater wie auch auf öffentlicher Seite fehlen. Das größte Flächenpotential in den stark versie-
gelten Strukturtypen Innerstädtisches Wohn- und
Mischgebiet und Gewerbegebiet bergen Fassaden-
Übertragbarkeit und strukturtypenbezo- und Dachflächen. Eine Begrünung dieser Flächen
gene Maßnahmenwahl kann die hohe Anfälligkeit für Überhitzung und die
Gefährdung durch Überschwemmungen bei Stark-
Die unterschiedlichen Charakteristika der betrach- regenereignissen deutlich reduzieren.
teten Strukturtypen bedingen eine Unterscheidung
in der Maßnahmenwahl. Ausschlaggebender Fak- Die Umsetzung von Dachbegrünungen ist für
tor ist vielfach das zur Verfügung stehende Flächen- Strukturtypen, in denen nur wenige Flachdächer
potential. zu finden sind, deutlich aufwendiger zu realisieren.
Somit sollte eine Umsetzung von Dachbegrünun-
Somit ergibt sich eine Tendenz von der bevorzugten gen insbesondere in Gewerbegebieten, Bürostand-
Nutzung flächenbezogener Maßnahmen mit einem orten Stadt-/Stadtteilzentren und innerstädtischen
hohen Raumbedarf bei locker bebauten Strukturty- Wohn- und Mischgebieten forciert werden. In die-
pen, z.B. Einfamilienhausgebieten, hin zu technisch sen Strukturtypen stellen Flachdächer zudem die
aufwendigeren Lösungen oder dem vermehrten maßgebliche Dachform dar. Die Umsetzung von
Einsatz gebäudebezogener Maßnahmen bei dicht Dachbegrünungen ist für Strukturtypen, in denen
bebauten Strukturtypen, wie innerstädtischen nur wenige Flachdächer zu finden sind, z.B. Villen,
Wohn- und Mischgebieten. In diesen Bereichen ehemalige Arbeitersiedlungen, Reihen- und Einfa-
ist eine umfassende Anpassung meist nur unter milienhausgebiete, deutlich aufwendiger zu realisie-
Anwendung technisch und finanziell aufwendiger ren. In diesem Zusammenhang sind insbesondere
Maßnahmen möglich. die Sanierungszyklen der Dächer hervorzuheben,
welche einen Aus- oder Umbau zum Gründach
Bei der Umsetzung von Maßnahmen der dezen- begünstigen können. Wird in diesem Zuge, oder
tralen Regenwasserbewirtschaftung lässt sich ein bei einer turnusmäßigen Dachsanierung, eine
Vorteil derjenigen Strukturtypen feststellen, die Dachbegrünung realisiert, können auch Gebäude

192
mit vormals ungeeigneten Dachformen begrünt nerstädtisches Wohn- und Mischgebiet, Stadt-/
werden. Außerdem sind die Mehrkosten zu einem Stadtteilzentrum, Bürostandort und Gewerbegebiet
konventionellen Dach gering und die Maßnahme zum Tragen. In Letzterem kann es durch die kon-
amortisiert sich durch die Energieeinsparung und krete Nutzung, vor allem in Industriegebieten (die
die Schutzwirkung auf die Gebäudesubstanz. auch zum Strukturtyp Gewerbegebiet zählen) zu
Einschränkungen in der Anwendbarkeit von Fassa-
In Neubaugebieten kann eine Dachbegrünung denbegrünungen kommen. Das gleiche gilt für die
planungsrechtlich festgelegt werden. Auch durch Flächen der Ver- und Entsorgung oder für manche
Festlegen von Flachdächern kann eine Begrünung Gemeinbedarfsflächen und Sondernutzungen. Hier
begünstigt werden. Zudem kann über Information kann Aufklärung über die Vorteile der Maßnahme
und Anreizprogramme die Umsetzung dieser Maß- helfen, bestehende Vorbehalte auszuräumen. Vor-
nahme forciert werden. Beispiele sind die gesplit- behalte betreffen mögliche Schäden an der Fassade
tete Abwassergebühr, bei der begrünte Dächer nur oder die Ansiedlung unerwünschter Insekten.
teilweise als zu entwässernde Fläche angerechnet
werden, sowie die Anerkennung der Dämmwir- Allgemein fällt auf, dass viele Maßnahmen in den
kung von Dachbegrünungen und damit eine Integ- unterschiedlichen Strukturtypen wiederholt An-
ration in Förderungen der energetischen Sanierung. wendung finden. Dies betrifft insbesondere die
Bei den frappierenden Vorteilen dieser Maßnahme gebäudebezogenen Maßnahmen (vgl. Maßnah-
und dem gegenüber kaum vorhandenen Nachteilen menkatalog Abschnitt 4). Bei den flächenbezoge-
ist es verwunderlich, dass das enorme Flächenpo- nen Maßnahmen ist eine Übertragbarkeit der Maß-
tential der Hamburger Dachlandschaft nicht schon nahmen je nach Flächenpotential der jeweiligen
viel intensiver genutzt wird. Zurückzuführen ist Strukturtypen gegeben. Zwar finden sich eine hohe
dies unter anderem auf die unzureichende Förde- Anzahl an Maßnahmen in allen oder den meisten
rung und Aufklärung von behördlicher Seite. Diese Strukturtypen, jedoch ist die Umsetzung vieler
müsste Vorteile deutlicher und prägnanter kom- Maßnahmen in einigen Strukturtypen einfacher
munizieren und die bestehenden Vorbehalte gegen- und weniger konfliktträchtig als in anderen.
über Dachbegrünung und die Kombinationsmög-
lichkeiten mit erneuerbaren Energien ausräumen.
Des Weiteren müssen auch baurechtliche Instru-
mente eingesetzt werden, welche eine Begrünung
fordern bzw. vorschreiben. Interessant wäre dies
auch besonders für den Strukturtyp Gewerbegebiet.
Dieser wird von Hallenstrukturen mit Flachdach
dominiert, welche ein großes Potential für Begrü-
nungen aufweisen.

In den dicht bebauten Bereichen erfährt auch die


Fassadenbegrünung einen hohen Stellenwert, de-
ren Wirkung in der für Menschen besonders re-
levanten Höhe von bis zu 2 m über dem Boden
spürbar ist. Diese kann aufgrund ihres geringen
Flächenbedarfs in den dicht bebauten Strukturty-
pen mit einer hohen bioklimatischen Belastung zu
einer Verbesserung des Kleinklimas führen. Zwar
kann die Fassadenbegrünung in nahezu jedem
Strukturtyp angewendet werden, jedoch kommen
die Vorteile vor allem in den Strukturtypen In-

193
8.3 Stärken und Schwächen der Strukturtypen in
Bezug auf Bioklima und Klimafolgen

Die Betrachtung der Strukturtypen unter Berück- die beste Durchlüftung bietet. Dies steht im Kon-
sichtigung der Baustruktur und dem Frei- und flikt mit der Ausnutzung solarer Wärme durch
Grünflächenanteil, sowie eine Einschätzung der eine West-Ost-Orientierung der Gebäude, sodass
Eigentümerstruktur macht eine vergleichende Ein- im Einzelfall anhand des baulichen Umfeldes und
schätzung der Stärken, Schwächen, Hemmnisse der lagebedingten Einflussfaktoren eine Abwägung
und Potentiale (SWOT-Analyse) in Bezug auf das stattfinden muss. Dicht bebaute Strukturtypen wie
Bioklima und die Klimafolgen, sowie die Anwen- Zentrum, Mischgebiet und Blockrandbebauung
dung von Anpassungsmaßnahmen möglich. weisen die schlechtesten Voraussetzungen bezüg-
lich einer uneingeschränkten Durchlüftung auf.
Gute Voraussetzungen gegenüber dem Auftreten Hier muss eine strategische Stadt- und Grünpla-
von Hitzeanstauungen in Form einer Wärmeinsel nung dazu beitragen, einen Kaltlufttransport zu
bieten Strukturtypen mit einer lockeren Bebauung. gewährleisten. Insbesondere bei dem Strukturtyp
In diesen kann die Durchlüftung ungehindert statt- Gemeinbedarf muss in der Planung auf die indivi-
finden, sodass eine Abkühlung in den Abend- und duellen Nutzergruppen Rücksicht genommen wer-
Nachtstunden befördert wird. Diese Voraussetzun- den. In diesem Strukturtyp kann die Ausbildung ei-
gen bieten besonders die Strukturtypen Einfamili- ner Wärmeinsel bspw. im Falle eines Altersheimes,
enhaus, Villa, Kleingarten und ggf. Gewerbegebiet. Krankenhauses o.ä. eine ernst zu nehmende Gefahr
In den durch lineare Gebäude charakterisierten darstellen.
Strukturtypen wie Zeilenbebauung, Arbeitersied-
lung und Reihenhaus kann die Durchlüftung durch Zur Anwendung von Maßnahmen zur Klimaanpas-
eine ungünstige Ausrichtung der Gebäude einge- sung aber auch im Bezug auf die gegebene Betrof-
schränkt werden. In Hamburg herrschen West- fenheit gegenüber Klimafolgen sind besonders die
winde vor, sodass eine Nord-Süd-Ausrichtung (mit Flächenpotentiale von Bedeutung. Im städtischen
einer Ost-West-Orienteirung der Wohneinheiten) Bereich können insbesondere Grün-, Frei- und

194
Dachflächen betrachtet werden. Charakteristisch Kriterium als Hemmnis gewertet werden muss.
für einen hohen Grün- und Freiflächenanteil sind
besonders die locker bebauten Strukturtypen wel- Auf gesamtstädtischer Sicht muss auch der geringe
che bereits beschrieben wurden. Aber auch andere Flächenverbrauch der dicht bebauten Strukturty-
Strukturtypen haben einen großen Freiflächen- pen positiv hervorgehoben werden, welcher einer
anteil, welcher allerdings von einer höheren Zahl Neuversiegelung entgegenwirkt und so den Erhalt
von Menschen genutzt wird. Zu diesen zählen von Ausgleichsflächen ermöglicht.
die Strukturtypen Großwohnsiedlung, Zeilenbe-
bauung, Arbeitersiedlung und u.U. Bürostandort. Deutlich wird, dass locker bebaute Strukturtypen
Dieses große Flächenpotential kann zu einer gu- mit einem großen Freiflächenanteil und einer ho-
ten Retentions- und Versickerungsleistung führen mogenen Eigentümerstruktur die meisten Stärken
und lässt die Anwendung von flächenbezogenen im Bezug auf das Bioklima und Klimafolgen, so-
Anpassungsmaßnahmen zu. In Strukturtypen mit wie die Anwendung von Anpassungsmaßnahmen
einer charakteristisch dichteren Bebauungsstruk- aufweisen. In jedem Strukturtyp lassen sich aber
tur gewinnen die Dach- und Fassadenflächen an Stärken im Umgang mit den Klimafolgen identifi-
Bedeutung. Diese stellen ein vielfach ungenutztes zieren, sodass in einer heterogenen Stadtstruktur
Potential dar, welches die eingeschränkten Freiflä- Anpassungspotentiale in allen Strukturtypen ge-
chenpotentiale auf dem Boden zum Teil kompen- nutzt werden können.
sieren könnte. In diesem Zusammenhang ist auf die
im vorherigen Absatz beschriebenen dicht bebau-
ten Strukturtypen zu verweisen. Der Strukturtyp
Gewerbegebiet offeriert große Flächenpotentiale,
welche jedoch u.U. nicht als Stärke gewertet werden
können. Bei Gewerbegebieten kann es durch die
Nutzung zu Verunreinigungen kommen, welche ei-
ner Versickerung im Wege stehen.

Im Bezug auf die Eigentümerstruktur kann ein


homogener Aufbau die Umsetzung von Anpas-
sungsmaßnahmen erleichtern. Diese kann insbe-
sondere den Strukturtypen Großwohnsiedlung u.ä.
zugeschrieben werden. In Strukturtypen mit einer
charakteristisch kleinteiligen Eigentümerstruktur
ist eine abgestimmte Anwendung von Anpassungs-
maßnahmen seltener zu erwarten, sodass dieses

195
8.4 Konfliktpotential: Mitigation und Adaption

Szenariobezogen bäudebereich führen, da Einsparmaßnahmen wie


energetische Sanierungen nicht flächendeckend
Die einzelnen Szenarien bieten unterschiedliche umgesetzt werden.
Voraussetzungen für die Umsetzung von Anpas-
sungsmaßnahmen. Aber auch Maßnahmen aus Im Szenario „Florierender Wirtschaftsstandort“
dem Bereich des Klimaschutzes werden in den hingegen kommt es im Gebäudebereich zu hohen
beiden Szenarien in unterschiedlichem Maße an- Emissionseinsparungen, da die Kombination aus
gewendet. Dabei bergen die drei Szenarien jeweils finanzieller Handlungsfähigkeit bei moderatem
sowohl Potentiale für die beiden Handlungsfelder Druck auf dem Wohnungsmarkt, sowie ein ökono-
als auch Hemmnisse oder Konfliktpotential. misches Denken die Umsetzung von Maßnahmen
zur Energieeinsparung befördert. Für Anpassungs-
Im Szenario „Rück- und Umbau“ kann es aufgrund maßnahmen fehlen oftmals die Flächen, da der
des abnehmenden Nutzungsdrucks auf städtischen Wohnungsbau diese in Anspruch nimmt. In gewis-
Freiflächen sowie des wachsenden Anteils an Brach- sem Maß kann hier eine Kompensation stattfinden,
flächen zu positiven Entwicklungen im Bereich der da durch den rückläufigen MIV Verkehrsflächen
Biodiversität kommen. Auch stehen vermehrt Flä- frei werden. Befinden sich diese jedoch in öffentli-
chen für Anpassungsmaßnahmen zur Verfügung cher Hand, ist die Nutzung dieser Flächen für An-
(vgl. Kapitel Auswertung Szenarioentwicklung). passungsmaßnahmen eher unwahrscheinlich, da
Allerdings geht die flächige Dezentralisierung und sich Investitionen vor allem auf den privaten Sektor
Suburbanisierung der Stadt einher mit einem er- beschränken. Daher sind auch Anpassungsmaß-
höhten Verkehrsaufkommen, was durch den Zu- nahmen auf dem Grundstück oder am Gebäude
wachs im MIV zu erhöhten Emissionen führt. Die an eine ökonomische Komponente geknüpft, sie
fehlenden finanziellen Mittel können außerdem zu werden vor allem dann umgesetzt, wenn sie einen
einem weiterhin hohen Energieverbrauch im Ge-

197
wirtschaftlichen Vorteil bringen. Dies kann die un- auf, da Dächer und Fassaden insbesondere in dicht
mittelbare Schadensvermeidung sein, aber auch die bebauten Bereichen ein großes Flächenpotential
Aufwertung des Außenraums einer Wohnanlage darstellen, das zunehmend in den Fokus verschie-
durch neue, klimaangepasste Gestaltung. dener Interessen rückt. Während die Begrünung
von Dächern und Fassaden ein verbessertes Klein-
Im Szenario „Kompakte Stadt“ bestehen Förderun- klima, Lebens- und Verbreitungsräume für Flora
gen seitens der öffentlichen Hand. Dies führt im und Fauna sowie eine verbesserte Energiebilanz der
Vergleich zu den anderen Szenarien zu einer erhöh- Gebäude bewirken, kann eine Nutzung eben dieser
ten Umsetzung von Maßnahmen im Bereich der Flächen für die Erzeugung erneuerbarer Energien
Adaption und der Mitigation. Die kompakte Nach- einen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele
verdichtung der Stadt ermöglicht effiziente Struktu- und zu einer unabhängigen Energieversorgung leis-
ren, die einen verminderten Energieverbrauch zur ten.
Folge haben. Dies betrifft insbesondere den Ver-
kehrssektor. Versorgungseinrichtungen befinden Mit der Begrünung von Dächern können Abfluss-
sich nah der Wohnungen, wodurch Wege vermie- spitzen beträchtlich vermindert und durch die Re-
den oder reduziert werden können. Die Förderung tentionswirkung kann ein großer Beitrag zur Wie-
des ÖPNV führt zu einer Emissionseinsparung in derherstellung eines natürlichen Wasserkreislaufs
diesem Bereich. Außerdem werden Flächen für an- geleistet werden. Zudem wirkt sich eine Begrünung
dere Nutzungen frei, wie z.B. Anpassungsmaßnah- isolierend auf das darunter liegende Geschoss aus,
men. Konflikte bestehen, wenn Flächen sowohl für was den Energiebedarf zur Kühlung senkt. Außer-
Klimaschutz wie auch für Anpassungsmaßnahmen dem werden, bei entsprechender Gestaltung, neue
genutzt werden können (dieser Konflikt wird spä- Lebensräume für eine Vielzahl an Tieren, vor allem
ter am Beispiel der Gebäudebegrünung dargestellt). Vögel und Insekten, geschaffen. Bei einer flächigen
Durch den hohen Druck auf den Wohnungsmarkt, Umsetzung von Dachbegrünungen können diese
bedingt durch die starke Zuwanderung, besteht für sogar zu einer Vernetzung von Grünräumen bei-
Gebäudeeigentümer nur geringer Anreiz zur Mo- tragen.
dernisierung, und Einsparpotentiale werden nicht
voll ausgeschöpft. Sanierungen finden vor allem Andererseits stellen die Dachflächen auch für die
aufgrund der umfangreichen Anreize statt. Erzeugung erneuerbarer Energien, insbesondere
Photovoltaik oder Solarthermie, ein großes Flä-
chenpotential in den Städten dar. Vielfach wird die
Maßnahmenbezogen Fläche dabei einer Nutzung zugeschrieben, obwohl
gerade im beschriebenen Beispiel Synergieeffek-
Neben den szenarienbedingten Unterschieden gibt te geschaffen werden können. Für die Installation
es auch maßnahmenbedingte Konfikte, die in allen von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) auf Flach-
drei Szenarien auftreten können. dächern gibt es eigens Module, die eine Integrati-
on in ein Gründach vorsehen. Die aufgeständerten
Ein solches Beispiel ist die Dach- und Fassadenbe- Module bieten Schutz für die darunterliegende Be-
grünung. Dach- und Fassadenflächen sowie städti- grünung und schützen sie vor dem Austrocknen,
sche Freiräume stehen seit einiger Zeit im Fokus, während die Begrünung für eine optimale Betrieb-
wenn es um Flächenpotentiale für die Integration stemperatur der PV-Anlage sorgt, und so den Wir-
von erneuerbaren Energien in den Stadtraum geht. kungsgrad der Anlage steigert, der bei den hohen
Hierzu wurde vom Bundesministerium für Ver- Temperaturen von 60–80 °C , die auf Flachdächern
kehr, Bau und Stadtentwicklung im Jahr 2009 die keine Seltenheit sind, deutlich abnimmt. Gründä-
Studie Nutzung städtischer Freiflächen für erneu- cher erwärmen sich hingegen selten auf über 35 °C,
erbare Energien herausgegeben. An dieser Stelle tut womit ein hoher Wirkungsgrad auch an heißen Ta-
sich ein Konflikt zwischen Mitigation und Adaption gen gewährleistet ist (vgl. Ansel, Baumgarten et al.,
2011, S. 72).

198
Eine strategische Förderung zur Ausnutzung dieser sowie weiteren Handlungsfeldern auszuräumen,
Synergien sollte daher fokussiert werden. Durch sollten integrierte Ansätze forciert werden, die die
koordiniertes Eingreifen der öffentlichen Hand unterschiedlichen Themenfelder zusammendenken
können die entstehenden Konflikte von vornherein und Synergien in den Vordergrund stellen. Anstel-
begrenzt werden. Eine Möglichkeit, die jeweilige le der getrennten Betrachtung der verschiedenen
Nutzung der Fläche (Mitigation oder Adaption) zu Thematiken sollten diese zunehmend zusammen
bestimmen, kann eine Kartierung besonders geeig- bearbeitet werden. Synergien, wie sie bei Dachbe-
neter Flächen oder besonders betroffener Bereiche grünung und Photovoltaik bestehen, müssen brei-
bieten. Für die Gewinnung erneuerbarer Energien ter kommuniziert werden, damit die vorhandenen
kann der Fokus auf besonders ergiebigen Flächen, Synergien auch in der öffentlichen Wahrnehmung
z.B. Südfassaden mit einer hohen Sonneneinstrah- ankommen.
lung oder nicht verschattete Dachflächen liegen,
während die weniger ergiebigen Flächen einer
Fassadenbegrünung vorbehalten bleiben können.
In Bereichen mit einer hohen bioklimatischen Be-
lastung und einer ausgeprägten städtischen Wär- 8.5 Mehrwert von Maß-
meinsel sollten Begrünungsmaßnahmen favorisiert
werden.
nahmen
Konflikte bestehen aber nicht nur zwischen den
beiden Themenfeldern Klimaschutz und Klimaan- Bei der Implementierung von Maßnahmen aus dem
passung, sondern auch in anderen Bereichen. Eine Bereich der Klimaanpassung sind solche Maßnah-
Maßnahme, die Konflikte birgt, ist die Erhöhung men von Vorteil, die über ihre Funktion zur Min-
der Albedo. Die Erhöhung der Albedo stellt ins- derung des negativen Einflusses von Klimafolgen
besondere an Fassaden eine vergleichsweise wenig hinaus einen Mehrwert generieren. Diese Maßnah-
kostenintensive Maßnahme dar. Im Gegensatz zu men werden auch als „no-regret“-Maßnahmen be-
einer Fassadenbegrünung kann eine Aufhellung zeichnet, da die Umsetzung Vorteile mit sich bringt,
der Fassade im Zuge einer ohnehin anstehenden unabhängig davon, ob die prognostizierten Klima-
Instandhaltung vorgenommen werden. Die Fassade folgen in vollem Ausmaß eintreten oder nicht. Die
bedarf dann keiner ständigen Pflege, wie es bei ei- Entscheidung für die entsprechende Maßnahme
ner Fassadenbegrünung der Fall ist. Dennoch birgt wird also in keinem Fall „zu bereuen sein“. Dieser
diese Maßnahme auch Konfliktpotential. Eine flä- Mehrwert kann in Form von direkten finanziellen
chendeckende Aufhellung der Fassaden bringt eine Vorteilen, beispielsweise Einsparungen im Bereich
beträchtliche Änderung des Stadtbildes mit sich. der Gebäudekühlung oder der Beheizung, auf-
Auch können Konflikte mit dem Denkmalschutz treten. Es kann sich dabei aber auch um weiche
entstehen. Dieser Aspekt ist in Hamburg vor allem Faktoren handeln. In diesem Fall bewirken die
für die, von roten Klinkerfassaden geprägten, Schu- Maßnahmen eine Aufwertung von privaten oder
machersiedlungen relevant. In diesen Bereichen öffentlichen Flächen. In diesem Kapitel wird der
würde eine Albedoerhöhung der Fassaden starken Mehrwert einiger Maßnahmen genauer betrachtet.
Einfluss auf die Charakteristik der Quartiere haben.
Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirt-
Um Konflikte zu vermeiden, könnte eine Erhöhung schaftung können bspw. in Form von Tiefbeeten in
der Albedo gezielt dort zum Einsatz kommen, wo Verkehrsberuhigungsmaßnahmen integriert wer-
eine Verschattung oder Begrünung nur schwer zu den. Neben einer visuellen und stadtklimatischen
realisieren ist. Aufwertung des Straßenraums kann diese Maßnah-
me zur Unterstützung der Kanalisation beitragen
Um Konflikte zwischen Mitigation und Adaption und diese bei einer unterirdischen Vernetzung der

199
Tiefbeete ggf. sogar ersetzen. Eine naturnahe de- chem Weg ein Mehrwert, bspw. in Form weicher
zentrale Regenwasserbewirtschaftung kann nahezu Standortfaktoren, geschaffen werden kann und wie
immer so ausgestaltet werden, dass die Maßnahme Nutzungseinschränkungen durch die Maßnahmen
einen Mehrwert bezüglich der Aufenthaltsquali- vermieden werden können.
tät oder eine Aufwertung des Stadtbildes mit sich
bringt. Des Weiteren kann durch eine naturnahe Teilweise kann mit einer „no-regret“-Maßnahme
Ausgestaltung Lebensraum für Tiere entstehen, bei auch Klimaschutz und Klimaanpassung erreicht
einer strategischen Planung können diese als Tritt- werden. Das beste Beispiel ist die Dachbegrünung
steinbiotope oder Verbundsysteme wirken. (vgl. Kapitel Konfliktpotential: Mitigation und Ad-
Die Realisierung von Straßenbäumen als Anpas- aption in den drei Szenarien). Die Vorstellung einer
sungsmaßnahme bringt als Mehrwert eine Gliede- grünen Dachlandschaft macht deutlich, welche äs-
rung und Aufwertung des Straßenraums mit sich. thetische Aufwertung des Stadtbildes zudem hinter
Diese Maßnahme wird in der Stadt- und Verkehrs- einer flächendeckenden Umsetzung von Dachbe-
planung häufig genutzt, um den Charakter einer grünungen steht. Als kleines Inselbiotop können
Straße positiv zu beeinflussen. Bei der Realisierung begrünte Dächer auch in hoch verdichteten Stadt-
einer geschlossene Baumreihe oder Allee werden quartieren Lebensräume für Tiere schaffen.
außerdem Lebensräume für Vögel und Kleinstlebe-
wesen in der Stadt geschaffen und das Mikroklima Eine Nutzung von Regenwasser im Außenraum
des Straßenraums verbessert. Zudem werden durch wird schon heute häufig vorgenommen. Das Was-
die Bäume Schadstoffe auf der Luft gefiltert, durch ser wird hierzu in Regentonnen gesammelt und für
Evapotranspiration wird die Luftfeuchte erhöht und die Bewässerung der Vegetation genutzt. Der Mehr-
durch Schattenwurf der Boden vor Erwärmung ge- wert im Sparen von Trinkwasser ist offensichtlich.
schützt. In Bezug auf das Anpflanzen von Bäumen Weniger weit verbreitet ist die Nutzung des Regen-
entlang viel befahrener Straßen sollte aber geprüft wassers im Gebäude für die Toilettenspülung oder
werden, ob ein geschlossenes Blätterdach den Luft- die Waschmaschine. Hierzu werden größere, i.d.R.
austausch behindert und in der Konsequenz bei ei- unterirdische Zisternen oder Wasserdächer instal-
ner hohen Emissionsrate zu einer erhöhten Schad- liert, in welchen das Regenwasser gesammelt wird
stoffkonzentration in Bodennähe führt. und anschließend für einige Nutzungen im Gebäu-
de verwendet werden kann. Auch hier kann der
Auf der Gebäudeebene müssen insbesondere priva- ökonomische Nutzen überzeugen und die Kanali-
te Akteure zum Einsatz von Anpassungsmaßnah- sation durch die verringerte Einleitung von Regen-
men motiviert werden. Hier ist es besonders wich- wasser entlastet werden.
tig, den Mehrwert einer Anpassungsmaßnahme zu
kommunizieren. Schon bei der breiten Implemen- Deutlich wird, dass insbesondere der Mehrwert ei-
tierung von Klimaschutzmaßnahmen im privaten ner Maßnahme eine Realisierung ermöglichen oder
Bereich wurde deutlich, dass eine Realisierung aus erleichtern kann. Dieser kann ökonomischer Natur,
gesellschaftlicher Verantwortung allein kaum zu aber auch andersgeartet sein. Neben einer finanzi-
erwarten ist. Massive Förderprogramme, günsti- ellen Förderung von Anpassungsmaßnahmen soll-
ge Kredite und gesetzliche Verordnungen führten ten dementsprechend immer die Möglichkeiten der
schließlich zu einer flächigen Umsetzung der Kli- Schaffung eines Mehrwerts durch eine Maßnahme
maschutzmaßnahmen. kommuniziert werden. „no-regret“-Maßnahmen
können folglich durch das Schaffen von Mehrwer-
Anpassungsmaßnahmen hingegen können vielfach ten zu einer Integration von Anpassungsmaßnah-
zu einer deutlichen Aufwertung des Wohnumfeldes men in die Stadtentwicklung beitragen.
genutzt werden. Somit muss sich eine solche Maß-
nahme nicht unbedingt ökonomisch amortisieren.
Es muss aber deutlich gemacht werden, auf wel-

200
Zeitlicher Umsetzungsrahmen und die
Rolle von „no-regret“-Maßnahmen

Besonders Maßnahmen, die erst über einen be-


stimmten Zeitraum ihre volle Wirkung entfalten,
müssen zeitnah umgesetzt werden. Insbesondere
sind hier Bäume zur Verschattung und entlang von
Straßen zu nennen. Diese brauchen Jahrzehnte, bis
sich ihre klimawirksamen und ökologischen Wir-
kungen voll entfalten.

Aber auch mit einer Anpassung von Infrastruktu-


ren, wie dem Einsatz heller oder wasserdurchlässi-
ger Beläge, muss bereits heute begonnen werden,
damit die Umsetzung im Rahmen ohnehin anste-
hender Baumaßnahmen im Rahmen der regelmä-
ßigen Erneuerungszyklen stattfinden kann.

In Anbetracht der langen Lebensdauer von Immo-


bilien, insbesondere von Wohngebäuden, müssen
Neubauvorhaben schon heute klimaangepasst ge-
staltet sein, wenn sie auch in einigen Jahrzehnten
noch attraktiv sein sollen.

Der in dieser Arbeit bereits beschriebene Fokus auf


„no-regret“-Maßnahmen erleichtert die Argumen-
tation für eine Investition in die Anpassungsmaß-
nahme. Trotzdem ist eine Umsetzung auch hier von
der politischen oder privaten Prioritätensetzung
abhängig. Beispielsweise kann nur dann mit dem
Mehrwert der Verkehrsberuhigung, den dezent-
rale Regenwasserbewirtschaftung im Straßenraum
erzeugen kann, argumentiert werden, wenn diese
auch gewollt und Investitionsbereitschaft in diesem
Bereich vorhanden ist.

Die relevanten Akteure müssen diese Notwendig-


keit erkennen und die Klimaanpassung bereits bei
aktuellen Projekten fokussieren, damit diese auch
in Zukunft attraktiv und funktionsfähig bleiben.
Abschließend können einige Feststellungen zu den
betrachteten Realblöcken getroffen werden.

201
8.6 Schlussbetrachtung Szenarienentwicklung

Bei der Untersuchung der Realblöcke wurden la- samtstädtischen Rahmen in die Überlegungen
gebedingte Faktoren zwar so weit wie möglich be- nicht einbezogen werden, obwohl sie von Bedeu-
rücksichtigt, eine detaillierte Untersuchung sowohl tung sein können. Die Neuausweisungen von Bau-
der bioklimatischen Belastung vor Ort als auch der gebieten z.B. führen auf gesamtstädtischer Ebene zu
Gefährdung durch Überschwemmungen als Folge einer Erhöhung des Versiegelungsgrads und einer
von Starkregen geht jedoch über den Rahmen die- Abnahme des Grünflächenanteils, wodurch die
ser Arbeit hinaus. Hierzu wäre unter anderem eine Kaltluftbildung reduziert und der Oberflächenab-
kleinräumige Analyse der Topografie notwendig, fluss erhöht wird.
um das Abflussverhalten bei Niederschlägen aus-
werten zu können. Die Maßnahmenwahl, die sich aus den Rahmen-
bedingungen des Szenarios ergibt, stellt nicht
Neben den Maßnahmen auf Grundstücks- und Ge- zwangsläufig eine erstrebenswerte Strategie der
bäudeebene können gesamtstädtische Strategien Anpassung dar. Deutlich wird dies bspw. im Szena-
einen erheblichen Beitrag zu einem ausgeglichenen rio „Rück- und Umbau“, wo es durch den Einbau
Stadtklima leisten. Hervorzuheben sind der Erhalt von Klimaanlagen als Reaktion auf die gestiegenen
und die Schaffung von Frisch- und Kaltluftschnei- Temperaturen zu einer Konfliktsituation zwischen
sen sowie Kaltluftentstehungsgebieten. Die tatsäch- Mitigation und Adaption kommt. Die gewählte An-
liche bioklimatische Belastung eines Gebietes hängt passungsmaßnahme steht hier dem Klimaschutz
neben der baulichen Struktur maßgeblich davon ab, entgegen. Hier müsste von städtischer Seite steu-
ob eine ausreichende Frischluftzufuhr gegeben ist ernd eingegriffen werden, um diese Konflikte zu
oder ob sich die warme Luft im Gebiet staut. vermeiden. Jedoch bietet der Rahmen dieses Szena-
rios hierfür keine Möglichkeit, da auch die öffentli-
Durch die Begrenzung des Betrachtungsraums che Hand eine passive Rolle einnimmt.
auf den Realblock konnten Entwicklungen im ge-

202
9. Zusammenfassung und
Ausblick
9.1 Ergebnisse

In der Arbeit wurden für den Hamburger Siedlungs- Weiterhin wurde aufgezeigt, mit welchen baulich-
raum 18 Strukturtypen identifiziert, die sich hin- strukturellen Änderungen unter möglichen zukünf-
sichtlich ihrer baulichen und strukturellen Charak- tigen sozioökonomischen Rahmenbedingungen
teristika deutlich voneinander unterscheiden. Diese gerechnet werden kann. Als Ergebnis lässt sich ins-
Kategorisierung macht es möglich, einen schnellen besondere ein unterschiedlicher Umgang mit vor-
Überblick über die klimatischen Problematiken in handenen Flächenpotentialen festhalten. Abhängig
einem bestimmten Gebiet zu erlangen und poten- von dem Szenario werden die für Anpassungsmaß-
tielle Handlungsfelder zu identifizieren. Durch die nahmen zur Verfügung stehenden Flächen bspw.
Kategorisierung des gesamten Hamburger Stadtge- vornehmlich zur baulichen Nachverdichtung ge-
biets ist eine solche Abschätzung für alle Bereiche nutzt. Allerdings fand im Rahmen der Arbeit keine
der Stadt möglich. Anhand von Bewertungskrite- Quantifizierung der Entwicklungen statt. Vielmehr
rien, welche verschiedene Merkmale der Struktur- wird eine exemplarische, im Rahmen des Szenarios
typen aufgreifen, konnte das Maß der jeweiligen stark ausgeprägte Entwicklung genommen. Diese
Anfälligkeit für die Folgen des Klimawandels fest- kann nicht auf den gesamten Bestand des jeweili-
gestellt werden. Demzufolge weisen insbesondere gen Strukturtyps in Hamburg übertragen werden.
dicht bebaute und hoch versiegelte Strukturtypen Darauf aufbauend wurde untersucht, wie die Sze-
eine hohe Betroffenheit gegenüber den zu erwar- narien den Umgang mit den Folgen des Klimawan-
tenden Klimafolgen auf, wohingegen eine lockere dels beeinflussen. Hierbei wurde deutlich, dass die
Bebauung und ein hoher Grünflächenanteil Indi- Realisierungschancen einer nachhaltigen Klimaan-
katoren für geringe Betroffenheit darstellen. Durch passung eng mit den sozioökonomischen Rahmen-
die Auswahl unterschiedlicher Strukturtypen für bedingungen verknüpft sind. Demzufolge ist in
die Fokussierung ist eine teilweise Übertragung der einigen, vor allem stark betroffenen Strukturtypen
Ergebnisse auf andere Strukturtypen mit ähnlichen (z.B. Innerstädtisches Wohn- und Mischgebiet),
Charakteristika möglich. eine umfassende Anpassung unter bestimmten

203
Rahmenbedingungen (Szenario „Rück- und Um- 9.2 Handlungs-
bau“ und „Florierender Wirtschaftsstandort“) nicht empfehlungen
zu erwarten.

Die verursachenden Rahmenbedingungen ergeben Bei Anwendung der drei Szenarien auf die betrach-
sich aus fehlenden finanziellen Ressourcen zur Um- teten Realblöcke war insbesondere die passive Hal-
setzung von Maßnahmen, einer unzureichenden tung der öffentlichen Hand hinderlich in Bezug
Information und Sensibilisierung der relevanten auf die Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen.
Akteure und einer passiven Haltung der öffent- Damit eine umfangreiche Anpassung stattfinden
lichen Hand. Diese Hindernisse sind im Szenario kann, müssen daher die notwendigen Rahmenbe-
„Rück- und Umbau“ zu beobachten und führen dingungen vonseiten der Politik und der Verwal-
zu einem minimalen und vermehrt reaktiven Ein- tung geschaffen werden.
satz von Anpassungsmaßnahmen. Aber auch bei
ausreichendem finanziellen Handlungsspielraum Für den gesetzlichen und richtungsweisenden Rah-
können die fehlende Sensibilisierung und Aufklä- men ist die Politik gefordert. Ähnlich wie bei der
rung in der Bevölkerung und eine zurückhaltende Etablierung der erneuerbaren Energien im gesell-
Steuerung durch die öffentliche Hand dazu führen, schaftlichen Bild müssen Leitbilder und Prioritä-
dass die Potentiale einer Klimaanpassung nicht aus- tensetzungen die allgemeine Richtung vorgeben,
geschöpft werden. Diese Situation ist im Szenario welche zu einer klimaangepassten Stadtentwicklung
„Florierender Wirtschaftsstandort“ zu beobachten. führt. Als nächster Schritt müssen ortsspezifische
Lediglich im Szenario „Kompakte Stadt und Um- Strategien entwickelt werden. Die Verwaltung ist
weltinnovationen“ sind die Voraussetzungen für gefordert, die Strategie mit möglichen Maßnahmen
eine umfassende und nachhaltige Anpassung an die auszugestalten und zu kommunizieren. An diesem
Folgen des Klimawandels erfüllt. Punkt kann die Integration von „no-regret“-Maß-
nahmen einen wichtigen Beitrag leisten.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es
grundsätzlich möglich ist, in allen der in Teil zwei Sollen Anpassungsmaßnahmen bei bestimmten
definierten städtischen Strukturtypen die negativen Bau- oder Sanierungsmaßnahmen verpflichtend
Auswirkungen des Klimawandels deutlich abzumil- gefordert werden, kann dies in der Bauleitplanung
dern. Je nach Ausprägung der in Teil eins beschrie- durch Festsetzungen im Bebauungsplan geschehen.
benen baulichen Charakteristika und dem Einfluss Insbesondere bei Neuausweisungen von Bauland
der lagebedingten Faktoren gibt es aber Unterschie- ist eine verpflichtende Anpassung im Bereich der
de bei der Art der geeigneten Maßnahmen und dem dezentralen Regenwasserbewirtschaftung sinnvoll,
technischen, finanziellen etc. Aufwand, den eine da die Kanalisation in der Folge geringer dimen-
Anpassung erfordert. Demnach kann unter den in sioniert oder vollständig auf eine herkömmliche
den Szenarien „Rück- und Umbau“ und „Florieren- Entwässerung verzichtet werden kann. Aber auch
der Wirtschaftsstandort“ gegebenen Rahmenbe- hinsichtlich einer strategischen Verschattung kön-
dingungen keine umfassende Anpassung erfolgen. nen die Grundsätze in die Abwägung einbezogen
werden.

Festsetzungen in Bebauungsplänen sind ein relativ


starkes rechtliches Instrument, welches insbeson-
dere dann eingesetzt werden sollte, wenn überge-
ordnete Entscheidungsträger und -mechanismen
eine langfristige Planung verhindern. Solche Ent-
scheidungsträger können Aktiengesellschaften sein,
welche einer langfristigen Planung einen positiven

204
Jahresabschluss vorziehen oder Projektentwickler 9.3 Aktuelle Tendenzen
und Investoren, welche an strikte Planungs- und
Amortisationszeiträume gebunden sind, die der
Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen im Wege
stehen. Durch eine verpflichtende Festsetzung im Bundesweit ist zu beobachten, dass das Thema der
B-Plan wird eine längerfristige Planung mit dem Klimaanpassung in den Fokus der Politik rückt.
Gebäude und dem Gebäudeumfeld befördert, so Während in Städten wie Stuttgart, in denen die
dass sich Unternehmen ggf. langfristiger an einen Wärmebelastung bereits heute hoch ist, die Mitiga-
Standort binden. tion der Wärmeinselproblematik bereits seit Länge-
rem fokussiert wird und in Hamburg das Themen-
Gesamtstädtische Anpassungsmaßnahmen, wie das feld der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung
Freihalten von Frischluftachsen sollten im Flächen- bereits seit mehreren Jahren praktiziert wird, ist
nutzungsplan oder dem Landschaftsprogramm die Klimaanpassung als integriertes Handlungsfeld
verankert werden. noch relativ jung.

Förderprogramme können einen Beitrag zur Um- Die Hamburger Politik misst der Klimaanpassung
setzung von Maßnahmen leisten, da sie die Brücke als Handlungsfeld mit dem Fachlichen Orientie-
zur Umsetzung schlagen können, wo ein unmittel- rungsrahmen und dem Gutachten zu Klimafolgen
barer finanzieller Nutzen einer Maßnahme nicht in Hamburg nun explizit eine Bedeutung bei und
sofort erkennbar ist. setzt die Anpassung mit der Überführung des Ori-
entierungsrahmens in eine Anpassungsstrategie
Das Eintreten drastischer Klimaänderungen kann auf die Agenda von Politik und Verwaltung. Der
den Handlungsdruck erhöhen und das Thema Fachliche Orientierungsrahmen soll als Grund-
Klimaanpassung verstärkt in den Fokus rücken. lage für eine Anpassungsstrategie dienen, welche
Ein Beispiel aus jüngster Zeit aus dem Bereich der der Anpassung an Klimafolgen einen rechtlichen
Energieerzeugung ist die Reaktorkatastrophe in Rahmen gibt. Auf Basis der Ergebnisse des Gutach-
Fukushima. Hier reichte ein einzelnes Katastrophe- tens Stadtklimatische Bestandsaufnahme und Be-
nereignis, um eine politische Kehrtwende einzulei- wertung für das Landschaftsprogramm Hamburg
ten. und Klimaszenario 2050 wurden Planungshinweise
und Maßnahmen für die Bauleitplanung und die
Im Bereich der Klimafolgen besteht allerdings die Landschaftsplanung formuliert. Zusätzlich wird ein
Problematik, dass einzelne Ereignisse wie Hitze- neuer Layer „Klima“ erstellt, so dass auch Entwick-
wellen, extreme Starkregenereignisse oder Über- lungen bis 2050 bei Planungen und Genehmigun-
schwemmungen nicht unmittelbar belegen können, gen berücksichtigt und prioritäre Handlungsräume
dass sie Teil einer Entwicklung sind und eine Ten- identifiziert werden können.
denz darstellen, die ein verändertes Handeln erfor-
dert. Jedoch bedingen die in Teil eins dargestell- Durch die vorgesehene Aufnahme der wesentli-
ten, bereits beobachteten Klimaänderungen schon chen Aussagen zu bioklimatischen Be- und Entlas-
heute einen Handlungsbedarf, der zunehmend ins tungsräumen, Kaltluftvolumenströmen u.Ä. in das
öffentliche Bewusstsein und die politische Agenda Landschaftsprogramm können diese Faktoren bei
rückt.

205
zukünftigen Bauvorhaben in die Abwägung einbe-
zogen werden. Es bleibt abzuwarten, wie stark sich
die klimatischen Belange bei Abwägungen in der
Praxis niederschlagen und ob sie gegen kurzfristige
ökonomische Interessen überwiegen können.

Allerdings wird gerade in Hamburg deutlich, wie


sehr das Thema Klimaanpassung (und auch der
Klimaschutz) abhängig sind von den Prioritäten
der jeweils regierenden Parteien. So scheint es, als
hätten beide Themenfelder seit den Wahlen 2011
an Bedeutung verloren. Gegenüber dem Woh-
nungsbau wird ihnen nur ein untergeordneter Stel-
lenwert beigemessen. Gerade der Wohnungsbau
jedoch erfordert langfristiges Denken. Mit einer
Lebensdauer von weit über 50 Jahren müssen die
heute gebauten Gebäude auch noch den klimati-
schen Bedingungen am Ende des 21. Jahrhunderts
gewachsen sein. Ein langfristiges Denken mit der
Integration strenger Klimaschutzauflagen und ei-
ner integrierten Anpassungsstrategie bei aktuellen
Projekten ist aktuell in Hamburg nicht erkennbar.
Dabei besteht die Gefahr, dass bestehende Chancen
einer klimaangepassten Nachverdichtung verpasst
werden.

Konfliktpotentiale bestimmter Maßnahmen mit


anderen Zielfeldern der Stadtentwicklung, wie z.B.
der Erzeugung erneuerbarer Energien, müssen
frühzeitig erkannt werden, damit Lösungen zur
Vermeidung von Zielkonflikten und zur Nutzung
von Synergiepotentialen gefunden werden können.
Beispiele für solche Synergien sind die Kombinati-
on der vorgestellten Anpassungsmaßnahmen mit
erneuerbaren Energien oder mit Maßnahmen der
Verkehrsberuhigung (vgl. Kapitel 8.4).

206
9.2 Schlussbetrachtung

Durch eine Kombination von positiven und nega- den, die Neuversiegelung gering zu halten und den
tiven Anreizsystemen können Politik und Verwal- stadtklimatischen Problematiken, die eine dichte
tung die zeitnahe Umsetzung von Anpassungsmaß- Bebauung mit sich bringen, zu begegnen. Wie eine
nahmen vorantreiben und für eine Ausschöpfung solche Entwicklung zu erreichen ist, sollte im Zu-
möglicher Synergiepotentiale sorgen. sammenhang mit der Formulierung eines neuen
städtebaulichen Leitbildes (wie der „Resilienten
Frühzeitiges Agieren ermöglicht eine Verteilung Stadt“) diskutiert werden.
der Investitionen über einen großen Zeitraum. Zu-
dem können eine Reihe von Maßnahmen bei ohne- Um die Städte als lebenswerte Räume zu erhalten,
hin anstehenden Baumaßnahmen wie Sanierungen muss auf klimatische Veränderungen frühzeitig re-
oder Modernisierungen mit einem geringen Mehr- agiert werden. Andernfalls sind wichtige Maßnah-
aufwand realisiert werden. men wirkungslos und es kommen vermehrt reak-
tive Maßnahmen zum Einsatz, die vordergründig
Der Fokus auf „no-regret“-Maßnahmen ermög- ökonomische und materielle Schäden abwenden.
licht dabei eine Klimaanpassung auch unter den Bei frühzeitiger Integration von Anpassungsmaß-
unvermeidbaren Unsicherheiten, die mit den Kli- nahmen können jedoch nicht nur zukünftige Schä-
maprognosen einhergehen. Die relevanten Akteure den vermieden, sondern kann bereits heute die Le-
(Grundstückseigentümer, Immobiliengesellschaf- bensqualität in den Städten gesteigert werden.
ten, Projektentwickler, Wohnungsbaugenossen-
schaften etc.) müssen über den Nutzen dieser „no-
regret“-Maßnahmen informiert sein.

Die flächendeckende Umsetzung von Anpassungs-


maßnahmen wird sich unvermeidlich in einem
veränderten Stadtbild niederschlagen. Dies ist ein
Aspekt, der im Zuge der Integration von erneuerba-
ren Energien in den Stadtraum, z.B. der Installation
von PV-Anlagen, bereits viel diskutiert wird und
der auch für die Klimaanpassung diskutiert werden
sollte, um mögliche Konflikte zu vermeiden.

Aus den Ergebnissen dieser Arbeit ist erkennbar,


dass eine klimaangepasste Stadt eine grüne Stadt ist.
Zudem nimmt in allen betrachteten Szenarien die
Nutzungsmischung zu, was auf der einen Seite die
Resilienz, z.B. durch die bessere Verfügbarkeit von
Versorgungseinrichtungen, auf der anderen Seite
aber auch die Vulnerabilität, z.B. durch intensive-
re Nutzungen von Erdgeschossen in überschwem-
mungsgefährdeten Bereichen, erhöhen kann. Eine
Verdichtung der bestehenden Strukturen ist einem
Wachstum in der Fläche generell vorzuziehen, je-
doch muss gleichzeitig nach Wegen gesucht wer-

207
208
ANHANG
Anhang 1

Auswahl der Maßnahmen der dezentralen Regen-


wasserbewirtschaftung

Welche Art der Bewirtschaftung in den Struktur- Maßnahme gewählt wird, die den geringsten tech-
typen möglich ist, wird anhand der Versickerungs- nischen und finanziellen Aufwand bedeutet. Dem-
potentialkarte (Entwurf) von dem städtischen nach hat eine Flächenversickerung den Vorrang,
Wasserversorgungsunternehmen Hamburg Wasser danach würde eine Muldenversickerung gewählt
abgeschätzt. Anschließend erfolgt eine Bemessung und erst, wenn diese nicht zu realisieren ist, würde
der für Bewirtschaftungsanlagen zur Verfügung auf aufwendigere Maßnahmen wie Mulden-Rigo-
stehenden Grundstücksflächen. Einbezogen wer- len-Elemente zurückgegriffen.
den die Freiräume abzüglich eines Sicherheitsab-
standes zu den Gebäuden. Schließlich wird anhand
der Flächenbedarfe, die im Maßnahmenkatalog
aufgeführt sind, abgeschätzt, inwieweit eine Be-
wirtschaftung der Niederschläge mit diesen Maß-
nahmen möglich ist. In der oberen Tabelle sind
durchschnittliche Flächenbedarfe der unterschied-
lichen Bewirtschaftungsmethoden in Form von
Anschlussverhältnissen dargestellt. Die Abbildung
unten zeigt die Eignung unterschiedlicher Flächen-
nutzungen für die Versickerung von Niederschlä-
gen. Neben der Bodenbeschaffenheit ist die Gefahr
eines Schadstoffeintrags in das Grundwasser ein
Ausschlusskriterium für Versickerungsanlagen.

Bei der Wahl der Bewirtschaftungsmaßnahmen


in den drei Szenarien wird angenommen, dass die

211
Anhang 2

EXPOSEE:
Optionen der Klimaanpassung verschiedener Stadtstrukturtypen unter möglichen
zukünftigen sozioökonomischen Rahmenbedingungen

Die Auswirkungen des anthropogenen Klimawan-


dels werden besonders in städtischen Räumen und Die vielfältigen Stadtstrukturen, die sich in urba-
folglich auch in Hamburg deutlich zu spüren sein. nen Räumen finden, sind nicht gleichermaßen von
In der Metropolregion Hamburg sind insbesondere den Folgen des Klimawandels betroffen und in un-
eine saisonale Verschiebung der Niederschläge vom terschiedlichem Maße verwundbar durch die Kli-
Sommer- in das Winterhalbjahr und eine Zunahme mafolgen. Außerdem beeinflussen auch sozioöko-
von Starkregenereignissen und Binnenhochwas- nomische Rahmenbedingungen die Optionen zur
sern, wärmere und trockenere Sommer, erhebliche Anpassung an die Klimaveränderungen.
saisonale Änderungen der Grundwasserstände so-
wie die steigende Gefahr von Elbehochwassern und Wie kann eine Anpassung an die Folgen des Klima-
Sturmfluten zu erwarten. wandels in den unterschiedlichen Stadtstrukturty-
pen und unter verschiedenen sozioökonomischen
Neben der Mitigation mit den Zielen Vermeidung Bedingungen konkret aussehen?
von Treibhausgasemissionen, Energieeinsparung
und vermehrte Nutzung erneuerbarer Energien Im Rahmen der Diplomarbeit sollen Anpassungs-
müssen auch Maßnahmen zur Adaption fokussiert optionen für verschiedene räumliche Typologien
werden, um den nicht mehr zu verhindernden Kli- unter Berücksichtigung möglicher Entwicklungs-
mafolgen zu begegnen. Ein zeitnahes Agieren er- szenarien für die Metropolregion Hamburg bis
möglicht es, kreative Wege der Anpassung zu gehen 2050 entwickelt werden. Als Basis für die städti-
und den finanziellen Aufwand auf einen längeren schen Raumtypen und die Entwicklungsszenarien
Zeitraum zu verteilen. Wird die Anpassung her- werden vorliegende Zwischenergebnisse aus dem
ausgezögert, bleibt möglicherweise nur das passive Projekt KLIMZUG-NORD sowie eigene Recher-
Agieren aus einer bereits eingetretenen Notlage he- cheergebnisse zugrunde gelegt.
raus.

213
Anpassung an Klimafolgen im urbanen Raum ge-
Fokussierend wird eine Auswahl städtischer Bau- sammelt und bewertet. Die Maßnahmen werden in
bzw. Raumtypologien (im Folgenden Stadtstruk- einem Katalog beschrieben und ihre Wirksamkeit
turtypen genannt) untersucht. Gegenstand sollen wird für die Anpassung an die verschiedenen zu
insbesondere die baulich-strukturellen Charakte- erwartenden Klimafolgen herausgestellt. Im be-
ristika der betrachteten Räume sein. Im Hinblick sonderen Fokus stehen Maßnahmen, die auch bei
auf die zukünftige Entwicklung werden außerdem Nicht- oder geringerem Eintreten der projizierten
die zu erwartenden klimatischen Veränderungen Klimafolgen einen Mehrwert für das betrachtete
im Zuge des Klimawandels betrachtet und die in- Gebiet liefern können (No-Regret-Maßnahmen).
dividuellen Betroffenheiten der Strukturtypen her-
ausgestellt. Eine Auswahl von fünf besonders durch Die Wirksamkeit der verschiedenen Maßnahmen
die Folgen des Klimawandels betroffenen und für wird anschließend anhand der idealtypischen Bau-
die Stadt Hamburg besonders bedeutsamen Struk- blöcke überprüft, indem der Maßnahmenkatalog
turtypen wird genauer untersucht. Hierzu werden unter Berücksichtigung der verschiedenen sozio-
exemplarische Baublöcke, Realblöcke genannt, der ökonomischen Szenarien auf die untersuchten Bau-
entsprechenden Strukturtypen ausgewählt. Diese blöcke angewendet wird. So wird zum einen eine
sollen möglichst genau den vorher definierten, ab- übertragbare Auswertung der Praktikabilität be-
strakten Strukturtypen entsprechen. Bei der Aus- stimmter Maßnahmen erreicht. Zum anderen kön-
wahl spielt zum einen ihre Betroffenheit aufgrund nen so auch die ortsspezifischen Einflussfaktoren,
ihrer räumlichen Struktur eine Rolle, zum anderen die von großer Bedeutung für die Vulnerabilität im
ist zu prüfen, ob durch die räumliche Lage und Stadtraum sind, berücksichtigt werden.
ortsspezifische Einflussfaktoren weitere Belastun-
gen entstehen. Schließlich erfolgt eine Auswertung der Praktika-
bilität der verschiedenen Maßnahmen und eine
Die idealtypischen Blöcke werden mit drei unter- Auswertung der Entwicklung in den verschiedenen
schiedlichen Entwicklungsszenarien überlagert, die Strukturtypen.
wirtschaftliche und demografische Trends bis 2050
darstellen. Dies lässt eine Interpretation der Chan- Abschließend werden Empfehlungen zum Umgang
cen und Risiken für die verschiedenen Strukturty- mit Klimafolgen in städtischen Räumen formuliert.
pen zu.

Um die Wirksamkeit verschiedener Maßnahmen


zur Klimaanpassung bezüglich dieser Stadtraum-
typen zu untersuchen, werden Maßnahmen zur

214
Anhang 3

Sozio-ökonomische Entwicklungsszenarien, Ent-


wurf für den KLIMZUG-NORD-Abschlussbericht
Modellgebiet Wandse, Stand April 2012
Lisa Kuner, Elena Rottgardt, Robert Schoetter

SZENARIO 1: RÜCK- UND UMBAU IN PRIVATER


VERANTWORTUNG

Im Jahr 2050 sind die städtischen und sozialen entstehen immer noch suburbane Wohngebiete mit
Strukturen der Hansestadt Hamburg entscheidend geringer infrastruktureller Ausstattung und Dichte,
von den Auswirkungen des demographischen Wan- wenn auch im geringeren Umfang als noch 2010.
dels beeinflusst. Die Schrumpfung und Alterung Auch wenn sich die Suburbanisierungsprozesse
der Bevölkerung hat zur Folge, dass die Stadt seit und die Siedlungsentwicklung an den Stadträndern
2025 Jahr für Jahr Einwohner verliert. Dies ist auch aufgrund des generellen Bevölkerungsrückgangs
im Bezirk Wandsbek der Fall, wo seit 2010 ein Be- abgeschwächt haben, dominieren sie bis heute die
völkerungsrückgang von 17,2% zu beobachten war. Siedlungsentwicklung. Reurbanisierungstrends
Gleichzeitig zeigt sich die Alterung der Bevölke- konnten nur sehr kleinräumig und in Einzelfällen
rung unter anderem durch den deutlichen Anstieg beobachtet werden. In innerstädtischen Stadtteilen
des Bevölkerungsanteils der über 65-jährigen von kommt es deshalb vermehrt zu Gebäudeleerstand
18,7% in 2010 auf 32,3% in 2050. und dem Brachfallen von Grundstücken, während
Diese Entwicklung hat in der Stadt unter anderem an den Stadträndern immer noch Siedlungswachs-
zu einer veränderten Nachfrage nach Wohnimmo- tum und steigender Flächenverbrauch zu beobach-
bilien geführt. Die große Anzahl an Ein-Personen- ten ist.
Haushalten und die Pluralisierung von Lebenssti- Dies führt dazu, dass es an den Stadträndern durch
len und Lebensformen haben zur Folge, dass der die Ausweitung des Siedlungsraums weiterhin
Umbau und die Sanierung von Wohnimmobilien zur Zerschneidung von Freiräumen und zusam-
vermehrt erforderlich waren, um auf die veränder- menhängenden Habitaten durch die neuen Infra-
te Nachfrage zu reagieren. Gleichzeitig ist es trotz strukturen kommt. In Innenstadtgebieten konnten
sinkender Bevölkerungszahlen nicht gelungen, den hingegen natürliche Sukzessionsprozesse auf unge-
Prozess der Siedlungsexpansion verbunden mit nutzten Grundstücken einsetzen, so dass hier neue
der Flächeninanspruchnahme von bisher unversie- Habitate entstanden sind, die teilweise eine hohe
gelten Flächen im Außenbereich umzukehren. Es Artenvielfalt aufweisen.

215
Der erforderliche Rück- und Umbau von Gebäu- insbesondere in den Rand- und suburbanen Wohn-
den im Stadtgebiet aufgrund der sinkenden und gebieten immer noch das wichtigste Verkehrsmit-
veränderten Nachfrage nach Wohnraum verläuft tel. Steigender Führerscheinbesitz und eine höhere
allerdings schleppend und überwiegend in privater Seniorenmobilität haben darüber hinaus zu einem
Verantwortung. Wohnungen, die den geänderten höheren PKW-Bestand beigetragen. Damit ver-
Wohnansprüchen nicht mehr entsprechen oder bunden ist ein relativ hoher Flächenbedarf für Ver-
in einem schlechten baulichen Zustand sind, ste- kehrs- und Parkplatzflächen in Stadt und Umland
hen schnell leer und können nur schwer neu ver- sowie eine trotz technischer Weiterentwicklungen
mietet werden. Daher ist insbesondere in weniger relativ hohe Emissionsbelastung durch den MIV.
nachgefragten Stadtteilen und auch in Gegenden, Umweltbelange, wie die Umsetzung von natürli-
die aufgrund des Klimawandels bereits stark durch chen Anpassungsmaßnahmen wie Renaturierung
Überflutungen (tiefliegende Wohngebiete in Fluss- der Krückau, werden aufgrund knapper öffentli-
nähe und/oder in Gebieten mit hohem Versiege- cher Kassen und überschuldeter Haushalte nicht
lungsgrad) oder den städtischen Wärmeinsel-Effekt mehr finanziell unterstützt. Anpassungsmaßnah-
(kompakte Wohngegenden mit unzureichenden men werden nur unkoordiniert und vereinzelt
Grünstrukturen sowie einem hohen Versiegelungs- durch private Akteure durchgeführt. Es fehlen
grad) betroffen sind, ein höherer Gebäudeleerstand übergeordnete Konzepte oder Impulse durch die
von Wohn- und Gewerbeobjekten zu beobachten. Stadt. Investitionen in erneuerbare Energien wer-
Um dies zu vermeiden, wird von Seiten der Ver- den lediglich von privater Seite getätigt. Großräu-
mieter in die energetische Gebäudesanierung und mige Maßnahmen werden dementsprechend nicht
Anpassungsmaßnahmen investiert. umgesetzt. Die Auswirkungen des Klimawandels
Durch die Entstehung von suburbanen Siedlun- werden durch die Hamburger überwiegend tole-
gen mit geringer Bevölkerungsdichte und infra- riert. Effekte des Klimawandels, die die Anwohner
struktureller Ausstattung und den allgemeinen gesundheitlich oder wirtschaftlich direkt beein-
Bevölkerungsrückgang nimmt die Auslastung des trächtigen, führen dazu, dass eine Abwägung mög-
ÖPNV-Netzes ab, was auch dazu führt, dass dieser licher Anpassungsmaßnahmen unter finanziellen
in Teilräumen reduziert wird. Damit ist der PKW Gesichtspunkten stattfindet. Umgesetzt werden die

SZENARIO 2: FLORIERENDER WIRTSCHAFTS-


STANDORT UND ANSTIEG DES ANTHROPOGE-
NEN FLÄCHENBEDARFS
Maßnahmen, welche für den Anwohner / Eigentü- ist zentrales Anliegen der Landes- sowie Bundespo-
mer am einfachsten, günstigsten und effektivsten zu litik – regionale Umweltbelange wie Klimaanpas-
realisieren sind. sungskonzepte werden als zweitrangig eingestuft.
Im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen Die Bevölkerungsentwicklung in Hamburg, insbe-
gilt Hamburg 2050 als wirtschaftlich prosperieren- sondere im Bezirk Wandsbek, ist 2050 durch ei-
de Stadt. Investitionen in den weiteren Ausbau von nen moderaten Rückgang gekennzeichnet – 2010
herkömmlicher Energiegewinnung und die zuneh- lebten insgesamt 412.000 Menschen im Bezirk
mende globale Bedeutung des Hamburger Hafens Wandsbek, 2050 beträgt die Bevölkerungszahl nur
aufgrund der von Postpanamax-Schiffen passierba- noch ca. 407.000 und ist somit um -1,2% gesun-
ren Elbe, sind kennzeichnend. Eine weitreichende ken. Die Geburtenhäufigkeit liegt bei 1,4 und die
Unterstützung des Finanz- und Wirtschaftssektors Lebenserwartung ist höher als 2010 (Männer 85

216
Jahre und Frauen 89,2 Jahre). Der Außenwande- einheiten pro Jahr zu erfüllen. Dazu werden Hoch-
rungssaldo von plus 100.000 Einwohnern jährlich wasserschutz-Maßnahmen ergriffen, wie bspw. der
für Gesamtdeutschland gleicht die niedrige Fertili- Bau von Deichen, Einbau von flutsicheren Toren
tätsrate jedoch langfristig auch in Hamburg nicht und Fenstern und der Bau von Häusern auf Stel-
aus. Deutliche Änderungen zeigen sich auch in der zen. In Bereichen, die bereits erhöhte Temperaturen
Zusammensetzung der Altersgruppen. Der Anteil aufgrund des städtischen Wärmeinseleffektes ver-
der Personen unter 20 Jahren sinkt von 17,0 % (im zeichnen, werden entsprechende Maßnahmen zur
Jahr 2010) auf 14,6 % im Jahr 2050. Dagegen ist eine Senkung der Temperatur eingesetzt (z.B. Klimaan-
Zunahme der Personen über 65 Jahre zu verzeich- lagen, externer Sonnenschutz).
nen: von 18,7 % im Jahr 2010 steigt die Zahl um Es werden zunehmend Passivhäuser gebaut, je-
31,3 % im Jahr 2050. Dies führt zu einer sinkenden doch sind diese Maßnahmen nicht verpflichtend.
Nachfrage nach sozialen Einrichtungen für Kinder, Die Standards des Wohnungsbaus haben sich seit
Jugendliche und Familien. Die Nachfrage nach se- 2010 kaum verändert. Die Energiegewinnung ist
niorengerechtem Wohnen nimmt zu: die Bedürf- herkömmlich bzw. konservativ: sowohl das Koh-
nisse der Bevölkerung in Hamburg sind im Jahr lekraftwerk Moorburg ist 2050 noch in Betrieb, als
2050 durch den Wunsch nach größerem Wohn- auch flexible Gaskraftwerke. Kernkraftwerke sind
raum geprägt – trotz des leichten Rückgangs der in der Metropolregion Hamburg dagegen nicht
Bevölkerungszahlen wird es somit zu einem An- mehr in Betrieb. Die Nutzung von Windenergie
stieg des Flächenverbrauchs im städtischen Bereich spielt 2050 keine zentrale Rolle, da der Ausbau bis
durch den Neubau von ca. 3.000 Wohneinheiten im dahin mangelhaft vorangeschritten ist. Grund hier-
Jahr kommen. Es werden Baulücken geschlossen, für sind unter anderem fehlende Subventionen und
innerstädtische Blockinnenbereiche bebaut und Investitionen in Folge energiepolitischer Entschei-
neue Siedlungsgebiete an den Stadträndern entwi- dungen der Landes- und Bundespolitik zuguns-
ckelt. Dies führt insgesamt zu einer Erhöhung der ten konservativer Energiegewinnung in Form von
Flächenversiegelung. Alte Gebäude werden z.T. ab- Großkraftwerken.
gerissen und neue Gebäude gebaut. Maßnahmen Der Naturhaushalt steht 2050 in Hamburg unter
zur Klimaanpassung werden in den Neubauten nur deutlich höherem Druck als es heute bereits der Fall
vorgesehen, wenn sich dieses finanziell rechnet. ist. Aufgrund des Neubaus von 3.000 Wohneinhei-
Aufgrund der niedrigen Bevölkerungszahlen sind ten pro Jahr, des starken anthropogenen Erholungs-
auch ein Rückgang der PKW-Zahlen und des drucks auf städtischen Grün- und Freiflächen und
Flächenbedarfs für Parkplätze insgesamt zu ver- den hohen bei der Energiegewinnung entstehenden
zeichnen. Gründe hierfür sind außerdem die zu Schadstoffemissionen, kommt es zu negativen Aus-
erwartende Preissteigerung des motorisierten Indi- wirkungen auf die Natur und Umwelt. Insbesonde-
vidualverkehrs (MIV) und die verstärkte Subventi- re der Verlust bestehender Lebensgemeinschaften
onierung des ÖPNV – sowohl im urbanen als auch und Lebensräume für Flora und Fauna ist für das
im suburbanen Raum. Die bestehende City-Maut Jahr 2050 nicht zuletzt durch die gezielte Innenver-
trägt ebenfalls zu einem Rückgang des MIV bei. dichtung kennzeichnend. Solche städtebaulichen
Die Effizienzsteigerung von PKWs, die Zunahme Maßnahmen beeinflussen die Biotope sowie den
von Elektromotoren sowie das gesteigerte Bedürf- städtischen Baumbestand nachhaltig negativ. Auch
nis nach arbeitsnahem Wohnen führen zu einem politische und sich daraus entwickelnde ökonomi-
Rückgang des Energiebedarfs im Verkehrsbereich sche Anreize für die Investition in Umweltbelange
um ca. 60%. Die Produktion von Kraftstoffen wird treten immer weiter in den Hintergrund. Nur we-
2050 auch zu einem hohen Anteil durch die Land- nige, ausgewählte Umweltprojekte sind ausreichend
wirtschaft bzw. durch die Biotreibstoffgenerierung finanziert. Die Produktion von Biokraftstoffen im
in der MRH unterstützt werden. Hamburger Umland wird subventioniert, trägt je-
Auch Bereiche, die überflutungsgefährdet sind, doch zu einer negativen Entwicklung der Biodiver-
werden zunehmend bebaut, um die 3.000 Wohn- sität in den Kulturlandschaften bei.

217
SZENARIO 3: KOMPAKTE STADT ALS ZENTRUM
FÜR INNOVATIONEN IM BEREICH UMWELT

Die Metropolregion Hamburg hat im Jahr 2050 in den Hafengebieten zu einem hohen Flächenbe-
durch Ansiedlung von Produktionsstätten und darf für Industrie und Gewerbegebiete. Um eine
Dienstleistungen rund um die erneuerbaren Ener- Zersiedlung zu verhindern, sowie das Verkehrsauf-
gien und eines Ausbaus des Hamburger Hafens eine kommen zu verringern, hat die Hamburger Politik
starke wirtschaftliche Stellung in Deutschland und über die vergangenen Jahrzehnte eine Strategie der
Europa. Ein hohes Umweltbewusstsein sowie die Innenverdichtung verfolgt. Vor allem in den inner-
Verfügbarkeit öffentlicher Gelder zur Förderung städtischen Bereichen Hamburgs wurden zwischen
von Anpassungsmaßnahmen haben zu einem ver- 2010 und 2050 etwa 6.000 neue Wohneinheiten
besserten Klima- und Umweltschutz geführt. pro Jahr geschaffen. Dank der Innenentwicklung
Die Bevölkerung in Hamburg ist im Jahr 2050 ge- durch Nachverdichtung befinden sich öffentliche
genüber 2010 leicht angestiegen. Die höhere Le- Einrichtungen (Bildung, Verwaltung, Verkehr, ...)
benserwartung sowie ein deutlicher positiver Saldo möglichst nahe an den Wohnungen der Nutzer. Die
der Außenwanderung (+200.000 Personen pro Jahr Strategie der Innenverdichtung und des Ausbaus
für Gesamtdeutschland) gleichen die niedrige Fer- des ÖPNVs führt zu einem gegenüber 2010 gesun-
tilitätsrate von 1,4 Geburten pro Frau mehr als aus. kenen PKW Bestand. Der Flächenbedarf für Park-
Auf Grund hoher wirtschaftlicher Aktivität in der plätze sinkt.
Metropolregion bleiben die Stadt Hamburg und Die konsequente Förderung des Ausbaus der er-
auch der Bezirk Wandsbek als Wohnort attraktiv, neuerbaren Energien auf Bundesebene ist in den
so dass die niedrigen Geburtenzahlen durch Zu- vergangenen Jahrzehnten von Politik und Gesell-
wanderungen überkompensiert werden. Die Be- schaft in Hamburg und Metropolregion unterstützt
völkerung im Bezirk Wandsbek ist gegenüber dem worden. Auf Grund der Eignung von Standorten in
Jahr 2010 (412.000 Personen) im Jahr 2050 um 6 Norddeutschland gibt es einen massiven Ausbau
% auf 437.000 Personen angestiegen. Deutliche der Windkraft in der Metropolregion Hamburg
Verschiebungen zeigen sich beim Anteil verschie- sowie off-shore in Nord- und Ostsee. An windrei-
dener Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung. chen Tagen exportiert die Metropolregion durch
Der Anteil der Personen unter 20 Jahren sinkt von Windkraft erzeugten Strom, da der lokale Bedarf
17,0 % auf 14,8 % welches eine sinkende Nachfrage mehr als gedeckt ist. Wegen des im Vergleich zu
nach Infrastruktur im Basis-Bildungsbereich (z.B. Süddeutschland und Südeuropa geringeren Po-
Grundschulen) sowie Flächen für Freizeitaktivi- tenzials für Photovoltaik gibt es dagegen lediglich
täten für Familien nach sich zieht. Der Anteil der einen moderaten Ausbau der Photovoltaik in der
Personen über 65 Jahre steigt von 18,7 % auf 29,8 %. Metropolregion Hamburg. Wegen des erfolgrei-
Dies erhöht die Nachfrage nach seniorengerechtem chen Ausbaus der erneuerbaren Energien werden
Wohnen. in der Metropolregion Hamburg im Jahr 2050 kei-
Die gestiegene Bevölkerung sowie die positive wirt- ne Großkraftwerke betrieben. Die mit den früher
schaftliche Entwicklung führen zu einem Anstieg bestehenden Großkraftwerken einhergehenden
des Flächenbedarfs. Der Wohnraumbedarf pro Warmwassereinleitungen in die Elbe sowie die von
Person hat gegenüber dem Jahr 2010 auf Grund konventionellen Kraftwerken verursachten CO2-
kleinerer Haushalte zugenommen. Durch die ins- Emissionen entfallen. Zum Ausgleich der unver-
gesamt höhere Bevölkerung ist eine deutlich gestei- meidbaren Schwankungen der Stromproduktion
gerte Nachfrage nach Wohnraum zu verzeichnen. durch erneuerbare Energien werden im Hambur-
Der Ausbau des Hafens sowie der an den Hafen ger Stadtgebiet mehrere kleine flexible Kraftwerke
grenzenden Industriegebiete führt insbesondere betrieben, welche mit erneuerbaren Brennstoffen

218
befeuert werden. Die Abwärme aus diesen Kraft- Erfolge. Bei der Aufstellung von B-Plänen werden
werken wird zur Nutzwärmebereitstellung verwen- sämtliche Festsetzungsmöglichkeiten zur Klimaan-
det (z.B. Kraft-Wärme-Kopplung). passung ausgeschöpft.
Wegen der hohen Nachfrage nach Wohnraum und Die hohe Zahl an neuen Wohneinheiten im Ham-
einem damit einhergehenden geringeren Anreiz burger Stadtgebiet führt zu einem deutlich redu-
für Vermieter eine energetische Gebäudesanie- zierten Wohnbedarf in den an Hamburg angren-
rung voranzutreiben, ist der Nutzwärmebedarf zenden Landkreisen. Dort werden kaum neue
gegenüber 2010 nur um ca. 20 % gesunken. Ein Flächen versiegelt. Lärm und Schadstoffbelastung
tendenziell höherer Bedarf durch gestiegene Be- durch Verkehr nehmen ab. In den Innerstädtischen
völkerung und wirtschaftliche Aktivität wird durch Bereichen und im Hafengebiet ist dagegen aufgrund
Effizienzsteigerungen und energetische Gebäudes- der Verdichtung ein Verlust an Baumbestand und
anierung zwar überkompensiert, das vorhandene Lebensräumen nicht vermeidbar. Der Verlust von
Einsparungspotenzial wird jedoch nicht voll aus- Freiflächen und Bäumen wird nach Möglichkeit
genutzt. Der Nutzwärmebedarf wird durch Wär- durch die Schaffung naturschutzfachlich höherwer-
mepumpen, solarthermische Anlagen und durch tiger Biotope für den Arten- und Biotopschutz in
Kraft-Wärme-Kopplung gedeckt. Im motorisierten nahe gelegenen Bereichen ausgeglichen. Das mitt-
Individualverkehr ist der Energiebedarf pro Perso- lerweile rechtsverbindliche Biotopverbundsystem
nenkilometer durch Einführung effizienterer Ver- wird ausgeweitet und zu konkretisieren.
brennungsmotoren und eines teilweisen Umstiegs
auf Elektromotoren um 20 % reduziert. Zudem
haben die Verdichtung der Stadt, die Einführung
einer Autobahngebühr sowie der Ausbau des öf-
fentlichen Personennahverkehrs das Verkehrsauf-
kommen im Personen-Individualverkehr deutlich
reduziert. Der Energiebedarf für Verkehr ist somit
40 % niedriger als im Jahr 2010.
In der Hamburger Gesellschaft genießt im Jahr
2050 Umweltschutz einen hohen Stellenwert. Gute
Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Klimaanpassung
wurde und wird durchgeführt. Die Hamburger
wissen um die Möglichkeiten, die ihnen zur An-
passung zur Verfügung stehen und setzen diese ein.
Fördermaßnahmen sind bei allen Bevölkerungs-
gruppen bekannt und werden zahlreich beantragt.
Dabei werden sowohl öffentliche als auch private
Maßnahmen umgesetzt.
Als Ausgleich für die Verdichtung der Innenstadt
und den Ausbau des Hafens werden Umweltschutz-
projekte von der öffentlichen Hand finanziert. In
den Außenbereichen der Stadt werden neue Flä-
chen als Schutzgebiete ausgewiesen und das Ver-
siegeln neuer Flächen stark eingeschränkt. Die
Renaturierungspotenziale an der Wandse werden
weitestgehend ausgeschöpft. Weiterhin zeigen lang-
fristig angelegte Förderprogramme der Stadt zur
Abkopplung und Entsiegelung von Flächen sowie
die in 2012 eingeführte gesplittete Abwassergebühr

219
220
Abkürzungsverzeichnis

al. alii
B-Plan Bebauungsplan
BBK Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
BID Business Improvement District
BBSR Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung
BMU Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
BMVBS Bundesministerium für Verkehr Bau und Stadtentwicklung
BNatSchG Bundesnaturschutzgesetz
bspw. beispielsweise
BSU Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt
BUWAL Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft
bzgl. bezüglich
bzw. beziehungsweise
ca. cirka
COSMO-CLM COnsortium for Small scale MOdelling - CLimate Mode
DIN Deutsche Industrie-Norm
DK5 Deutsche Grundkarte (1 : 5000)
DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.
DWD Deutscher Wetterdienst
EG Erdgeschoss / Europäische Gemeinschaft
ehem. ehemalige
etc. etcetera
f die folgende Seite
ff die folgenden Seiten
FHH Freie und Hansestadt Hamburg
FITNAH Flow over Irregular Terrain with Natural and Anthropogenic Heat-
Sources
GFZ Geschossflächenzahl
ggf. gegebenenfalls
GRZ Grundflächenzahl
HCU HafenCity Universität Hamburg
i.d.R. in der Regel
IPCC Intergovernmental Panel on Climate Change
ISU Informationssystem Stadt und Umwelt

221
Jhd. Jahrhundert
LaPro Landschaftsprogramm
LKW Lastkraftwagen
m Meter
MIV motorisierter Individualverkehr
MKULNV-NRW Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbrau-
cherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
NN Normalnull
o.Ä. oder Ähnlichen
ÖPNV öffentlicher Personennahverkehr
PCI Park Cool Island
PKW Personenkraftwagen
PV Photovoltaik
RCAO Rossby Centre Atmosphere-Ocean model
REAP Resource Efficiency in Architecture and Planning
REMO Regionales Klimamodell

s. siehe
S Szenario
S. Seite
SAGA-GWG SAGA: Siedlungs-Aktiengesellschaft Altona
GWG: Gesellschaft für Wohnen und Bauen mbH
STAR Statistisches Regionalisierungsmodell
StEP-Klima Stadtentwicklungsplan-Klima
SVF Sky-View-Faktor
SWOT Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen), Th
reats (Bedrohungen)
ü. über
u.a. und anderer und unter anderem
u.Ä. und Ähnliches
UN United Nations
vgl. vergleiche
WE Wohneinheit(en)
WettReg WETTerlagenbasierte REGionalisierungsmethode
z.B. zum Beispiel
z.T. zum Teil

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228
Abbildungen

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and Finlayson, B. L. and McMahon, T. A.:Updated sulting GmbH: Stadtklimatische Bestandsaufnah-
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http://www.bitsofscience.org/urban-heat-island- ma- und immissionsökologische Funktionen der
rooftop-albedo-geoengineering-3966/ Freien- und Hansestadt Hamburg: Autochtones
Strömungsfeld und Kaltluftvolumenstrom wäh-
1-6: eigene Darstellung nach Emmanuel, M. rend einer austauscharmen Strahlungswetternacht;
Rohinton: An urban approach to climate-sensitive im Auftrag der Behörde für Stadtentwicklung und
design, strategies for the tropics, Abington, 2005, Umwelt, Hannover, Mai 2011
S.25
1-16: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten
1-7: eigene Aufnahme der BSU

229
2-1: eigene Darstellung 2-21: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten
der BSU
2-2: eigene Darstellung
2-22, 2-23: eigene Darstellung
Kapitel 5.1a Hintergrundbild: mueritz/flickr.com
Kapitel 5.2a Hintergrundbild: URS/Pixelio.de
2-3: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten
der BSU 2-24: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten
der BSU
2-4, 2-5: eigene Darstellung
2-25, 2-26: eigene Darstellung
Kapitel 5.1b Hintergrundbild: eigene Aufnahme
Kapitel 5.2b Hintergrundbild: eigene Aufnahme
2-6: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten
der BSU 2-27: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten
der BSU
2-7, 2-8: eigene Darstellung
2-28, 2-29: eigene Darstellung
Kapitel 5.1c Hintergrundbild: Torben*/flickr.com
Kapitel 5.3a Hintergrundbild: spiegelneuronen/
2-9: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten flickr.com
der BSU
2-30: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten
2-10, 2-11: eigene Darstellung der BSU

Kapitel 5.1d Hintergrundbild: eigene Aufnahme 2-31, 2-32: eigene Darstellung

2-12: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten Kapitel 5.3b Hintergrundbild: eigene Aufnahme
der BSU
2-33: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten
2-13, 2-14: eigene Darstellung der BSU

Kapitel 5.1e Hintergrundbild: eigene Aufnahme 2-34, 2-35: eigene Darstellung

2-15: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten Kapitel 5.4a Hintergrundbild: Fabi DE/flickr.com
der BSU
2-36: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten
2-16, 2-17: eigene Darstellung der BSU

Kapitel 5.1f Hintergrundbild: eigene Aufnahme 2-37, 2-38: eigene Darstellung

2-18: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten Kapitel 5.4b Hintergrundbild: Stadtreinigung
der BSU Hamburg

2-19, 2-20: eigene Darstellung 2-39: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten
der BSU
Kapitel 5.1g Hintergrundbild: eigene Aufnahme

230
2-40, 2-41: eigene Darstellung wurf, Stand August 2011, S. 53

Kapitel 5.4c Hintergrundbild: pilot_micha/flickr. 2-58: eigene Darstellung nach Geo-Net Umwelt-
com consulting GmbH: Stadtklimatische Bestandsauf-
nahme und Bewertung für das Landschaftspro-
2-42: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten gramm Hamburg, im Auftrag der Behörde für
der BSU Stadtentwicklung und Umwelt, Hannover, Ent-
wurf, Stand August 2011, S. 52
2-43, 2-44: eigene Darstellung
2-59, 2-60: eigene Darstellung
Kapitel 5.4d Hintergrundbild: Deborah L./flickr.
com 2-61: eigene Darstellung auf Grundlage von
Geo-Net Umweltconsulting GmbH: Klima- und
2-45: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten immissionsökologische Funktionen der Frei-
der BSU en- und Hansestadt Hamburg: Oberflächennahe
Lufttemperatur während einer austauscharmen
2-46, 2-47: eigene Darstellung Strahlungswetternacht; im Auftrag der Behörde
für Stadtentwicklung und Umwelt, Hannover, Mai
Kapitel 5.5a Hintergrundbild: eigene Aufnahme 2011

2-48: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten 2-62: eigene Darstellung


der BSU
3-1, 3-2: eigene Darstellung
2-49: eigene Darstellung
3-3: Geo-Net Umweltconsulting GmbH: Kli-
Kapitel 5.5b Hintergrundbild: eigene Aufnahme ma- und immissionsökologische Funktionen der
Freien- und Hansestadt Hamburg: Autochtones
2-50: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten Strömungsfeld und Kaltluftvolumenstrom wäh-
der BSU rend einer austauscharmen Strahlungswetternacht,
4Uhr; im Auftrag der Behörde für Stadtentwick-
2-51: eigene Darstellung lung und Umwelt, Hannover, Mai 2011

Kapitel 5.5c Hintergrundbild: eigene Aufnahme 3-4: Geo-Net Umweltconsulting GmbH: Kli-
ma- und immissionsökologische Funktionen der
2-52: eigene Darstellung Freien- und Hansestadt Hamburg: Oberflächen-
nahe Lufttemperatur während einer austausch-
2-53 – 2-55: eigene Darstellung, basierend auf GIS- armen Strahlungswetternacht, 4Uhr; im Auftrag
Daten der BSU der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt,
Hannover, März 2010
2-56: eigene Darstellung, basierend auf GIS-Daten
der BSU 3-5: Geo-Net Umweltconsulting GmbH: Kli-
ma- und immissionsökologische Funktionen der
2-57: eigene Darstellung nach Geo-Net Umwelt- Freien- und Hansestadt Hamburg: Oberflächen-
consulting GmbH: Stadtklimatische Bestandsauf- nahe Lufttempe¬ratur während einer austausch-
nahme und Bewertung für das Landschaftspro- armen Strahlungswetternacht, 22Uhr; im Auftrag
gramm Hamburg, im Auftrag der Behörde für der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt,
Stadtentwicklung und Umwelt, Hannover, Ent- Hannover, März 2010

231
3-6: Microsoft Corporation, Pictometry Bird‘s 3-25: Geo-Net Umweltconsulting GmbH: Kli-
Eye, 2012; Pictometry International Corp., 2010; ma- und immissionsökologische Funktionen der
NAVTEQ, 2010: Bing Maps, URL: http://www. Freien- und Hansestadt Hamburg: Autochtones
bing.com/maps Strömungsfeld und Kaltluftvolumenstrom wäh-
rend einer austauscharmen Strahlungswetternacht,
3-7 bis 3-12: Eigene Darstellung, basierend auf 4Uhr; im Auftrag der Behörde für Stadtentwick-
GIS-Daten der BSU lung und Umwelt, Hannover, Mai 2011

3-13: eigene Darstellung 3-26: Geo-Net Umweltconsulting GmbH: Kli-


ma- und immissionsökologische Funktionen der
3-13: Eigene Darstellung, Eigene Berechnung, Freien- und Hansestadt Hamburg: Oberflächen-
basierend auf GIS-Daten der BSU nahe Lufttemperatur während einer austausch-
armen Strahlungswetternacht, 4Uhr; im Auftrag
3-14: Geo-Net Umweltconsulting GmbH: Kli- der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt,
ma- und immissionsökologische Funktionen der Hannover, März 2010
Freien- und Hansestadt Hamburg: Autochtones
Strömungsfeld und Kaltluftvolumenstrom wäh- 3-27: Geo-Net Umweltconsulting GmbH: Kli-
rend einer austauscharmen Strahlungswetternacht, ma- und immissionsökologische Funktionen der
4Uhr; im Auftrag der Behörde für Stadtentwick- Freien- und Hansestadt Hamburg: Oberflächen-
lung und Umwelt, Hannover, Mai 2011 nahe Lufttempe¬ratur während einer austausch-
armen Strahlungswetternacht, 22Uhr; im Auftrag
3-15: Geo-Net Umweltconsulting GmbH: Kli- der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt,
ma- und immissionsökologische Funktionen der Hannover, März 2010
Freien- und Hansestadt Hamburg: Oberflächen-
nahe Lufttemperatur während einer austausch- 3-28: Microsoft Corporation, Pictometry Bird‘s
armen Strahlungswetternacht, 4Uhr; im Auftrag Eye, 2012; Pictometry International Corp., 2010;
der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, NAVTEQ, 2010: Bing Maps, URL: http://www.
Hannover, März 2010 bing.com/maps

3-16: Geo-Net Umweltconsulting GmbH: Kli- 3-31, 3-32: Eigene Darstellung


ma- und immissionsökologische Funktionen der
Freien- und Hansestadt Hamburg: Oberflächen- 3-29, 3-30, 3-33 bis 3-36: Eigene Darstellung,
nahe Lufttempe¬ratur während einer austausch- basierend auf GIS-Daten der BSU
armen Strahlungswetternacht, 22Uhr; im Auftrag
der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, 3-37: eigene Darstellung
Hannover, März 2010
3-38: Geo-Net Umweltconsulting GmbH: Kli-
3-17: Microsoft Corporation, Pictometry Bird‘s ma- und immissionsökologische Funktionen der
Eye, 2012; Pictometry International Corp., 2010; Freien- und Hansestadt Hamburg: Autochtones
NAVTEQ, 2010: Bing Maps, URL: http://www. Strömungsfeld und Kaltluftvolumenstrom wäh-
bing.com/maps rend einer austauscharmen Strahlungswetternacht,
4 Uhr; im Auftrag der Behörde für Stadtentwick-
3-18 bis 3-23: Eigene Darstellung, basierend auf lung und Umwelt, Hannover, Mai 2011
GIS-Daten der BSU
3-39: Geo-Net Umweltconsulting GmbH: Kli-
3-24: eigene Darstellung ma- und immissionsökologische Funktionen der
Freien- und Hansestadt Hamburg: Oberflächen-

232
nahe Lufttemperatur während einer austausch- 3-52: Microsoft Corporation, Pictometry Bird‘s
armen Strahlungswetternacht, 4Uhr; im Auftrag Eye, 2012; Pictometry International Corp., 2010;
der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, NAVTEQ, 2010: Bing Maps, URL: http://www.
Hannover, März 2010 bing.com/maps

3-40: Geo-Net Umweltconsulting GmbH: Kli- 3-53 bis 3-58: Eigene Darstellung, basierend auf
ma- und immissionsökologische Funktionen der GIS-Daten der BSU
Freien- und Hansestadt Hamburg: Oberflächen-
nahe Lufttempe¬ratur während einer austausch- 3-59: eigene Darstellung
armen Strahlungswetternacht, 22Uhr; im Auftrag
der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, 4-1: eigene Darstellung
Hannover, März 2010
4-2, 4-3: Microsoft Corporation, Pictometry Bird‘s
3-41: Microsoft Corporation, Pictometry Bird‘s Eye, 2012; Pictometry International Corp., 2010;
Eye, 2012; Pictometry International Corp., 2010; NAVTEQ, 2010: Bing Maps, URL: http://www.
NAVTEQ, 2010: Bing Maps, URL: http://www. bing.com/maps
bing.com/maps
A-1: eigene Darstellung nach Behörde für Stadt-
3-42 bis 3-47: Eigene Darstellung, basierend auf entwicklung und Umwelt (2006a): Dezentrale
GIS-Daten der BSU naturnahe Regenwasserbewirtschaftung, ein
Leitfaden für Planer, Architekten, Ingenieure und
3-48: eigene Darstellung Bauunternehmer, Hamburg, 2006, S. 9

3-49: Geo-Net Umweltconsulting GmbH: Kli- Vektorgrafiken (Bäume): freevectors; http://


ma- und immissionsökologische Funktionen der de.freepik.com/vektoren-kostenlos/30-gratis-tree-
Freien- und Hansestadt Hamburg: Autochtones silhouette_387748.htm; Copyright © 2010-2011
Strömungsfeld und Kaltluftvolumenstrom wäh- Freepik.com
rend einer austauscharmen Strahlungswetternacht,
4Uhr; im Auftrag der Behörde für Stadtentwick-
lung und Umwelt, Hannover, Mai 2011

3-50: Geo-Net Umweltconsulting GmbH: Kli-


ma- und immissionsökologische Funktionen der
Freien- und Hansestadt Hamburg: Oberflächen-
nahe Lufttemperatur während einer austausch-
armen Strahlungswetternacht, 4 Uhr; im Auftrag
der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt,
Hannover, März 2010

3-51: Geo-Net Umweltconsulting GmbH: Kli-


ma- und immissionsökologische Funktionen der
Freien- und Hansestadt Hamburg: Oberflächen-
nahe Lufttempe¬ratur während einer austausch-
armen Strahlungswetternacht, 22Uhr; im Auftrag
der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt,
Hannover, März 2010

233
Tabellen:
Tabelle 1-1: eigene Darstellung nach: Norddeut- mische Entwicklungsszenarien, Entwurf für den
sches Klimabüro (2009), Daschkeit (2009); basie- KLIMZUG-NORD-Abschlussbericht Modellgebiet
rend auf REMO, COSMO-CLM, RCAO, STAR und Wandse, Stand April 2012
WettReg für die Szenarien A1B, A2, B1, B2.
Tabelle 3-2 bis 3-11: eigene Darstellung
Tabelle 1-2: eigene Darstellung
Tabelle 4-1: eigene Darstellung
Tabelle 1-3, 1-4, 1-5: eigene Darstellung, nach:
Norddeutsches Klimabüro (2009) in: Storch, Hans
von (Hrsg.): Klimabericht für die Metropolregion
Hamburg, Berlin, Heidelberg, 2011, basierend u.
a. auf: REMO, COSMO-CLM und RCAO für A1B,
A2, B1, B2.

Tabelle 1-6: eigene Darstellung nach: Matzarakis,


Andreas: Die thermische Komponente des Stadtkli-
mas. Berichte des Meteorologischen Institutes der
Universität Freiburg, Nr. 6, Freiburg, 2001, S. 50,
S. 16

Tabelle 1-7: eigene Darstellung nach: Verband Re-


gion Stuttgart (Hrsg.): Klimaatlas Region Stuttgart,
Stuttgart, 2008, S. 20

Tabelle 1-8: eigene Darstellung nach: Matzarakis,


Andreas: Die thermische Komponente des Stadtkli-
mas. Berichte des Meteorologischen Institutes der
Universität Freiburg, Nr. 6, Freiburg, 2001, S. 50

Tabelle 2-1 bis 2-15: eigene Erhebungen anhand


von GIS-Daten der BSU; Daneke, Christian: Land-
nutzungsmodellierung in der Stadtklimaforschung
am Beispiel Metropolregion Hamburg. Unveröf-
fentlichte Dissertation, Stand 2012

Tabelle 2-16: eigene Darstellung

Anhang 1: eigene Darstellung nach Sieker, Fried-


helm; Sieker, Heiko; Kaiser, Mathias: Dezentrale
Regenwasserbewirtschaftung im privaten, gewerb-
lichen und kommunalen Bereich – Grundlagen
und Ausführungsbeispiele, Stuttgart, 2006, S. 195

Tabelle 3-1: eigene Darstellung nach: Kunert, Lisa,


Rottgardt, Elena, Schoetter, Robert: Sozio-ökono

234
Herzlichen Dank
Am Ende des Studiums angelangt gilt unser Dank
an erster Stelle unseren Eltern, die uns immer un-
terstützend zur Seite stehen.

Für eine intensive und fortwährende Betreuung


während der Diplomarbeit danken wir Prof. Wolf-
gang Dickhaut, Thomas Zimmermann und Elke
Kruse sowie dem KLIMZUG-NORD-Team aus
dem Modellgebiet Wandse für die fachliche Unter-
stützung und das Feedback

Durch einen Diplomandenvertrag bei der BSU


wurde uns von Martina Bötticher (Abteilung Lan-
des- und Landschaftsplanung) die Möglichkeit
gegeben, für uns relevante Informationen aus den
GIS-Datensätzen zu extrahieren. Vielen Dank.

In diesem Zusammenhang danken wir auch Stella


Schröder für den privaten GIS-Workshop.

Für Hilfe, Diskussionen und Korrekturen möchten


wir uns außerdem bei Antje Markmann, Caroline
König, Thies Straehler-Pohl und Rudolf Klöckner
bedanken.

Am Ende noch ein letzter Gruß an den Arbeits-


raum HCU AV 364, der für ein halbes Jahr unseren
Alltag geprägt hat.

235
Eidesstattliche Erklärung

„Ich versichere, dass ich die Arbeit selbstständig


und ohne Benutzung anderer als der angegebenen
Hilfsmittel angefertigt habe. Alle Stellen, die wört-
lich oder sinngemäß aus Veröffentlichungen oder
anderen Quellen, auch dem Internet, entnommen
sind, sind als solche eindeutig kenntlich gemacht.
Die Arbeit ist noch nicht veröffentlicht und noch
nicht als Studienleistung zur Anerkennung oder
Bewertung vorgelegt worden.“

Hamburg den

Johanna Fink

Nikolas Klostermann-Rohleder

236
Autoren:
Johanna Fink [Matr.-Nr. 32005]
Nikolas Klostermann [Matr.-Nr. 32158]

Betreuung:
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Dickhaut
Dipl. Ing. Thomas Zimmermann
Dipl. Ing. Elke Kruse
Begleitender Maßnahmenkatalog zur Diplomarbeit

Stadt im (Klima-) Wandel

(Hamburg, 2012)
Inhaltsverzeichnis

Bausteine für eine klimaangepasste Stadt 1


Exkurs: Dezentrale (naturnahe) Regenwasserbewirtschaftung 2

1. Gesamtstädtische Maßnahmen 4
1.1 Nutzungsmischung 5
1.2 Luftleitbahnen 6
1.3 Grünverbindungen 7
1.4 Speicherung von Überschusswasser aus der örtlichen Grundwasserbewirtschaftung 8
1.5 Klimaangepasste Parkanlagen 9

2 Flächenbezogene Maßnahmen Stadtteil- und Quartiersebene 12


2.1 Pocket Parks 13
2.2 Begrünte Gleisanlagen 14
2.3 Straßenbäume 15
2.4 Bedecken des Bodens und Durchwurzelung urbaner Flächen 17
2.5 Extensivierte Grünflächen und Spontanvegetation 19
2.6 Intensive Bewässerung urbaner vegetation 20
2.7 Wasserflächen 21
2.8 Kanalisation: vom Misch- zum Trennsystem 23
2.9 Stauraumkanäle 25
2.10 Risikozonierung und Notwasserwege 26
2.11 Hochwasserschutz an Unterführungen 27
2.12 Regenrückhaltebecken 28
2.13 Beckenversickerung 29
2.14 Renaturierung von Gewässerkanten 30
2.15 Retentionsflächen am Gewässer 31

3 Flächenbezogene Maßnahmen Grundstücksebene 34


3.1 Regenwassernutzung im Aussenraum 35
3.2 Mitbenutzung von Flächen 37
3.3 Flächenversickerung 39
3.4 Muldenversickerung 41
3.5 Rigolenversickerung 43
3.6 Mulden-Rigolen-Versickerung 45
3.7 Tiefbeet 47
3.8 Schachtversickerung 48
3.9 Retentionsraumversickerung 49
3.10 Retentions-Filterbecken 50
3.11 Rückbau versiegelter Flächen 51
3.12 Erhöhung der Albedo: Einsatz heller Bodenbeläge 52

4 Gebäudebezogene Maßnahmen 54
4.1 Dachbegrünung extensiv 55
4.2 Dachbegrünung intensiv 57
4.3 Fassadenbegrünung 59
4.4 Strategische Gebäudeverschattung durch Gehölze 61
4.5 Amphibisch angepasste Gebäude 63
4.6 Objektschutz vor Überschwemmungen 65
4.7 Regenwassernutzung im Gebäude 66
4.8 Wasserdach 67
4.9 Weiße Wanne 68
4.10 Bauliche Verschattungselemente 69
4.11 Gebäudeausrichtung und flexible Grundrissgestaltung 71
4.12 Einsatz passiver Kühlsysteme 72
4.13 Erhöhung der Albedo an Dächern und Fassaden 73

Quellenverzeichnis 75
Abbildungsverzeichnis 77
Bausteine für eine Klimaangepasste Stadt

Für den vorliegenden Katalog wurden Maßnahmen Maßnahmen zur Anwendung auf der Stadtteil- und
zusammengetragen, die zur Anpassung städtischer Quertiersebene werden im ersten Teil des zweiten
Räume an die Folgen des Klimawandels beitragen Kapitels „Flächenbezogenen Maßnahmen“ vorge-
können. Der Katalog ist begleitend zu der Diplom- stellt. Im zweiten Teil des Kapitels wird auf grund-
arbeit: „Stadt im (Klima-) Wandel - Anpassungs- stücksbezogene Maßnahmen eingegangen.
möglichkeiten städtischer Strukturtypen an die
Folgen des Klimawandels“ an der HafenCity Uni- Im letzten Teil des Katalogs werden Maßnahmen
versität Hamburg, im Studiengang Stadtplanung aufgeführt, die auf der Gebäudeebene angewendet
entstanden. Bei dem Katalog handelt es sich um eine werden. Der Fokus liegt folglich auf Fassaden und
Auswahl an Beispielen, die einen Überblick über die Dächern, dem Innenraum, aber auch auf der Aus-
große Spanne möglicher Anpassungsmaßnahmen richtung oder Bauart ganzer Gebäude.
geben kann. Ein Anspruch auf Vollständigkeit kann
mit den 45, hier vorgestellten Maßnahmen fraglos Die Maßnahmen sind textlich beschrieben und
nicht erhoben werden. werden von Fotos, Diagrammen und Prinzipskiz-
zen begleitet. Zudem geben nebenstehende Tabellen
Der Katalog ist in drei Abschnitte und vier Betrach- einen Überblick über die zentralen Informationen.
tungsebenen gegliedert. Der Katalog beginnt auf
einem gesamtstädtischen Maßstab, wird auf der Für jede Maßnahme werden in den Tabellen anfangs
Stadtteil- und Quartiersebene, sowie der Grund- die Ziele, die mit der Anwendung der Maßnahme
stücksebene fortgesetzt und endet schließlich auf verfolgt werden, beschrieben sowie die potienti-
der Gebäudeebene. ellen Flächen zur Anwendung, der Flächenbedarf
der Maßnahme und die Umsetzungsebene genannt.
Im ersten Abschnitt „Gesamtstädtische Maßnah- Desweiteren wird dargestellt, welcher Mehrwert mit
men“ werden Strategien und Maßnahmen be- der entsprechenden Maßnahme erreicht werden
schrieben, die einer großräumigen Umsetzung oder kann, sowie welche Kosten bei der Umsetzung ent-
Planung bedürfen. Maßnahmen aus diesem Teil stehen. Abschließend wird der Wartungs- bzw Pfle-
können bspw. in die Stadtentwicklungsplanung ein- geaufwand dargelegt und auf potentielle Hemmnis-
gebunden werden. se und Nachteile eingegangen.

1
10
32
Quellenverzeichnis
Literatur und Internet

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Stadt – von oben, von selbst, für alle, von allen, eine Ver- bereitung, Pflanzung, Pflege, Hrsg.: Bayerische Landesan-
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ARGEBAU - Bauministerkonferenz (Hrsg.): Klimaschutz minipark
in den Bereichen Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung –
Vorlage des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau- und Fezer, Fritz: Das Klima der Städte, Gotha, 1995
Wohnungswesen der Bauministerkonferenz, Berlin, 2008
Fachinformationszentrum (FIZ) Karlsruhe, Büro Bonn
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schütze ich mein Haus vor Starkregenfolgen? – Ein Leit- mationsdienst Themeninfo I/2009, URL: http://www.
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burg, 2007 latentwaermespeicher-in-gebaeuden/, Zugriff 05.04.2012

BetonMarketing Deutschland GmbH: Betonkernaktivie- Forschungsgesellschaft für Landschaftsentwicklung und


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terhaltung von Extensivbegrünungen und einfachen In-
Dickhaut, Wolfgang; Kruse, Elke (2009): Teilprojekt 1 im tensivbegrünungen, Berlin, 1989
KompetenzNetzwerk Hamburg Wasser: Regenwasserma-
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75
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und Lernenden; 39. überarbeitete Auflage. Begründet von
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a) http://www.sieker.de/MKat/rw_bewirt_versickerung_ a) http://www.optigruen.de/Systemloesungen/
mulden.htm, Zugriff: 04.03.2012 RetentionsdachMae.html, Zugriff: 07.03.2012
b) http://www.sieker.de/MKat/rw_bewirt_versickerung_ b) http://www.optigruen.de/Systemloesungen/
flaeche.htm, Zugriff: 04.03.2012 RetentionsdachDr.html, Zugriff: 07.03.2012
c) http://www.sieker.de/MKat/rw_bewirt_versickerung_ c) http://www.optigruen.de/Systemloesungen/
rigolen.htm, Zugriff: 04.03.2012 Landschaftsdach.html, Zugriff: 07.03.2012
d) http://www.sieker.de/MKat/rw_bewirt_entsiegelung.
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e) http://www.sieker.de/MKat/rw_bewirt_retention_rrb. kungen und Schutz, Berlin, 2001
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php?articleid=14, Zugriff: 04.03.2012 www.pirmasens.de/15731/Retentionsraumversickerung.
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von der Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und
Raumordnung, Bonn 1980

76
Sieker, Friedhelm; Sieker, Heiko; Kaiser, Mathias: Dezen-
trale Regenwasserbewirtschaftung im privaten, gewerbli- Abbildung 1.4: s.media / pixelio.de
chen und kommunalen Bereich – Grundlagen und Aus-
führungsbeispiele, Stuttgart, 2006 Abbildung 1.5: MissyWegner, Wikipedia, URL: http://
de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Am_Lohse-
Stiftung „Die Grüne Stadt“: Die Grüne Stadt. Handbuch park_2.JPG&filetimestamp=20100705080008
für mehr Grün in der Stadt, Hamburg, 2009
Abbildungen 2.1: Eigene Aufnahme (Hamburg, HafenCi-
Sukopp, Herbert: Stadtökologie: Das Beispiel Berlin, Ber- ty)
lin 1990
Abbildung 2.2 (links): Bremer Straßenbahn AG
Sukopp, Dr. Herbert; Wittig, Dr. Rüdiger (Hrsg.): Stadt- Abbildung 2.2 (rechts): Foto Schreiter, IASP Belrin
ökologie, Ein Fachbuch für Studium und Praxis, 2. Aufla-
ge 1998, Stuttgart, Jena, Lübeck, Ulm Abbildung 2.3: eigene Aufnahmen, Hamburg (HafenCity,
Altstadt, Speicherstadt); mittleres Foto Elke Kruse
Tyrväinen, Lii[sic!]sa; Pauleit, Stephan; Seeland, Klaus;
de Vries, Sjerp: Benefits and Uses of Urban Forests and Abbildung 2.4 (1, 2, 3): eigene Aufnahmen, Hamburg
Trees, in: Konijnendijk, Cecil C.; Nilsson, Kjell; Randrup, St.Georg
Thomas B.; Schiperijn, Jasper (Hrsg.): Urban Forests and
Trees, Heidelberg, 2005, S. 81–114 Abbildung 2.4 (4, 5, 6): Elke Kruse

Umweltbundesamt Dessau: Versickerung und Nutzung Abbildung 2.4 (7, 8): eigene Aufnahmen, Hamburg St.
von Regenwasser – Vorteile, Risiken, Anforderungen, Georg
Umweltbundesamt, Dessau, 2005
Abbildung 2.5: eigene Aufnahme, Hamburg Bergedorf
Umweltinstitut München e.V.: Genmanipulierte Bäume –
Schweigen im Walde; http://umweltinstitut.org/ Abbildung 2.6 (links): Franz Haindl/Pixelio
gentechnik/kommerzieller-anbau/genmanipulierte_
baeume-499.html; Zugriff: 06.01.2012 Abbildung 2.6 (rechts): Julia Schäfer/Pixelio

Abbildung 2.7: Elke Kruse


Abbildungen
Abbildung 2.8 (links): Eigene Darstellung nach: ZVA Ro-
thenburg, URL: http://www.zva-rothenburg.de/uploads/
Titelgrafik: Eigene Darstellung, basieren auf GIS-Daten pics/trennsystem.jpg
der BSU
Abbildung 2.8 (rechts): Eigene Darstellung nach: ZVA
Abbildung 1.1: Björn Seewald, Joachim Delki, Oliver Rothenburg, URL: http://www.zva-rothenburg.de/up-
Türk, Stefen Kircher, URL: http://home.arcor.de/spree- loads/pics/trennsystem.jpg
raum/bestand/nutzungsstruktur.jpg
Abbildung 2.9: Jörg Hempel
Abbildung 1.2: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
und Umwelt Berlin, URL: http://www.stadtentwicklung. Abbildung 2.10: Detlef Dittmer, URL: http://detlefs-foto-
berlin.de/umwelt/umweltatlas/d410_04_zusatz.htm blog.blogspot.de

Abbildung 1.3: Behörde für BaWWu und Verkehr: Grünes Abbildung 2.11 (links): RP Online, URL: http://www.
Netz Hamburg, Hamburg 2002 rp-online.de/panorama/deutschland/3-juli-unwetter-in-

77
nrw-1.570181 Abbildung 3.5 (links): s.media / pixelio.de
Abbildung 3.5 (rechts): Hauraton GmbH, URL: http://
Abbildung 2.11 (rechts): Michael Weber www.hauraton.com/media/Presse/DRAINFIX_TWIN_
mit_Sedimentationsanlage.jpg
Abbildung 2.12: 3BM! Bayerl + Matterstock GbR, URL:
http://www.3bm-online.de/Homepage_Bilder/tauch- Abbildung 3.5 (unten): Eigene Darstellung nach: Provinz
wand_dressendorf_b.jpg Bozen, Südtirol, URL: http://www.provinz.bz.it/umwel-
tagentur/images/Seite16_rohr_rigolenversickerung.png
Abbildung 2.13: eigene Darstellung nach: URL: http:// und Dr. Sieker mbH (2005), Maßnahmen zur Regenwas-
www.provinz.bz.it/umweltagentur/images/Seite15_be- serbewirtschaftung, URL: http://www.sieker.de/MKat/
ckenversickerung.png rw_bewirt_versickerung_rigolen.htm
Abbildung 2.14: Tobias Ernst
Abbildung 3.6 (links): Atlier Dreiseitl GmbH
Abbildung 2.15: Elke Kruse
Abbildung 3.6 (rechts): Atelier Dreiseitl GmbH
Abbildung 3.1 (links): Günter Havlena / pixelio.de
Abbildung 3.6 (unten): Eigene Darstellung nach Dr. Sie-
Abbildung 3.1 (rechts oben): Herwig Stieber/Pixelio ker mbH (2005), Maßnahmen zur Regenwasserbewirt-
schaftung, URL: http://www.sieker.de/MKat/rw_bewirt_
Abbildung 3.1 (rechts unten): H. La./Pixelio versickerung_mrs.htm

Abbildung 3.2: DE URBANISTEN Abbildung 3.7: Jaqueline Hoyer

Abbildung 3.3 (links): Wolfgang Dickhaut Abbildung 3.8 (links): Eigene Abbildung nach: Dr. Sieker
mbH, URL: http://www.sieker.de/MKat/rw_bewirt_ver-
Abbildung 3.3 (rechts): Büro GFP/Thomas Ostermeyer sickerung_schacht.htm

Abbildung 3.3 (unten): eigene Darstellung nach Dr. Sieker Abbildung 3.9: eah, Wikimedia, Commons, URL: http://
mbH (2005), Maßnahmen zur Regenwasserbewirtschaf- upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/07/Hilgen-
tung, URL: http://www.sieker.de/MKat/images/skizze_ bach_Retentionsbecken.jpg
flaechenversickerung.gif
Abbildung 3.10 (links): Gemeinde Oerlenbach
Abbildung 3.4 (links): Elke Kruse
Abbildung 3.10 (rechts): Fassnacht Ingenieure GmbH
Abbildung 3.4 (rechts oben): Büro GFP/Thomas Oster-
meyer Abbildung 3.11 (links, recht oben): Elke Kruse

Abbildung 3.4 (rechts unten): Wolfgang Dickhaut Abbildung 3.11 (rechts unten): eigene Aufnahme, EXPO
Lissabon, Portugal
Abbildung 3.4 (unten): eigene Darstellung nach http://
www.provinz.bz.it/umweltagentur/images/Seite14_mul- Abbildung 3.12: eigene Aufnahmen, HafenCity Hamburg
denversickerung.png und Dr. Sieker mbH (2005), Maß-
nahmen zur Regenwasserbewirtschaftung, URL: http:// Abbildung 4.1 (links): Eigene Aufnahme, Stuttgart
www.sieker.de/MKat/rw_bewirt_versickerung_mulden.
htm Abbildung 4.1 (links, rechts oben): Wolfgang Dickhaut

Abbildung 4.1 (rechts mitte): eigene Aufnahme, Hamburg

78
Veddel Abbildung 4.7: 3P Technik Filtersysteme GmbH, URL:
Abbildung 4.1 (rechts unten): Büro Prof. Nagel, Schon- http://www.3ptechnik.de/de/media/user/image/produk-
hoff + Partner, Hannover te/integriertefilter/einbaubsp1siphonfilter.jpg

Abbildung 4.2 (oben links): Elke Kruse Abbildung 4.8: Rgoogin, Wikimedia, Commons, URL:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9d/
Abbildung 4.2 (oben rechts): Büro Prof. Nagel, Schonhoff Rooftop_water_towers_on_New_York_apartment_buil-
+ Partner, Hannover dings.jpg

Abbildung 4.2 (unten links): Elke Kruse Abbildung 4.9: Eigene Aufnahme, „Elbarkaden“, Hafen-
City, Hamburg
Abbildung 4.2 (unten mitte): Wolfgang Dickhaut
Abbildung 4.10 (oben links, oben rechts beide): Eigene
Abbildung 4.2 (unten rechts): Daniel Gast / Pixelio Aufnahme, Expo Lissabon, Portugal

Abbildung 4.3 (oben links, unten rechts): eigene Aufnah- Abbildung 4.10 (unten links): dm-sonnenschutz.at, URL:
me, HfbK Hamburg http://www.dm-sonnenschutz.at/Bilder/jalousien/jalou-
sie2.JPG
Abbildung 4.3 (oben rechts, unten links und mitte): Wolf-
gang Dickhaut Abbildung 4.10 (unten mitte): Jaqueline Hoyer

Abbildung 4.4 (links, oben rechts): Rainer Sturm / pixe- Abbildung 4.10 (unten rechts): Rollladen ELSA, URL:
lio.de http://www.rolladen-elsa.de/gallery/Jalousie_Daemme-
rung-Venetian_blind_dawn.jpg
Abbildung 4.4 (unten rechts): Harald Wanetschka / pi-
xelio.de Abbildung 4.11: Smeyers AG, URL: http://diener-areal.
bivgrafik.ch/uploads/pics/flexibel_wohnen.gif
Abbildung 4.5 (linke Seite): uli p./Pixelio
Abbildung 4.12 (links): Maincor AG
Abbildung 4.5 (rechte Seite oben links): Herbert Walter/
Pixelio Abbildung 4.13 (linke Seite): Eigene Aufnahme, Hamburg
St. Georg
Abbildung 4.5 (rechte Seite oben mitte): Ingelotte/Pixelio
Abbildung 4.13 (rechte Seite): eigene Darstellung
Abbildung 4.5 (rechte Seite oben rechts): eigene Aufnah- nach Wikipedia The Free Encyclopedia, URL: http://
me, IBA DOCK, Hamburg Veddel en.wikipedia.org/wiki/File:Roof-albedo.gif und Huang,
Taha, 1990, URL: http://www.bitsofscience.org/urban-
Abbildung 4.5 (rechts unten): Eigene Darstellung nach: heat-island-rooftop-albedo-geoengineering-3966/
Küsten-Union EUCC-D, URL: http://www.ikzm-d.de/
images/349_Quelle_Ebru_0700x0332.png

Abbildung 4.6 (links): Eigene Aufnahme (Hamburg, Ha-


fenCity)

Abbildung 4.6 (rechts): Eigene Aufnahme (Hamburg, Ha-


fenCity)

79
80
81
Autoren:
Johanna Fink [Matr.-Nr. 32005]
Nikolas Klostermann [Matr.-Nr. 32158]

Betreuung:
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Dickhaut
Dipl. Ing. Thomas Zimmermann
Dipl. Ing. Elke Kruse
Begleitender Maßnahmenkatalog zur Diplomarbeit

Stadt im (Klima-) Wandel

(Hamburg, 2012)
Inhaltsverzeichnis

Bausteine für eine klimaangepasste Stadt 1


Exkurs: Dezentrale (naturnahe) Regenwasserbewirtschaftung 2

1. Gesamtstädtische Maßnahmen 4
1.1 Nutzungsmischung 5
1.2 Luftleitbahnen 6
1.3 Grünverbindungen 7
1.4 Speicherung von Überschusswasser aus der örtlichen Grundwasserbewirtschaftung 8
1.5 Klimaangepasste Parkanlagen 9

2 Flächenbezogene Maßnahmen Stadtteil- und Quartiersebene 12


2.1 Pocket Parks 13
2.2 Begrünte Gleisanlagen 14
2.3 Straßenbäume 15
2.4 Bedecken des Bodens und Durchwurzelung urbaner Flächen 17
2.5 Extensivierte Grünflächen und Spontanvegetation 19
2.6 Intensive Bewässerung urbaner vegetation 20
2.7 Wasserflächen 21
2.8 Kanalisation: vom Misch- zum Trennsystem 23
2.9 Stauraumkanäle 25
2.10 Risikozonierung und Notwasserwege 26
2.11 Hochwasserschutz an Unterführungen 27
2.12 Regenrückhaltebecken 28
2.13 Beckenversickerung 29
2.14 Renaturierung von Gewässerkanten 30
2.15 Retentionsflächen am Gewässer 31

3 Flächenbezogene Maßnahmen Grundstücksebene 34


3.1 Regenwassernutzung im Aussenraum 35
3.2 Mitbenutzung von Flächen 37
3.3 Flächenversickerung 39
3.4 Muldenversickerung 41
3.5 Rigolenversickerung 43
3.6 Mulden-Rigolen-Versickerung 45
3.7 Tiefbeet 47
3.8 Schachtversickerung 48
3.9 Retentionsraumversickerung 49
3.10 Retentions-Filterbecken 50
3.11 Rückbau versiegelter Flächen 51
3.12 Erhöhung der Albedo: Einsatz heller Bodenbeläge 52

4 Gebäudebezogene Maßnahmen 54
4.1 Dachbegrünung extensiv 55
4.2 Dachbegrünung intensiv 57
4.3 Fassadenbegrünung 59
4.4 Strategische Gebäudeverschattung durch Gehölze 61
4.5 Amphibisch angepasste Gebäude 63
4.6 Objektschutz vor Überschwemmungen 65
4.7 Regenwassernutzung im Gebäude 66
4.8 Wasserdach 67
4.9 Weiße Wanne 68
4.10 Bauliche Verschattungselemente 69
4.11 Gebäudeausrichtung und flexible Grundrissgestaltung 71
4.12 Einsatz passiver Kühlsysteme 72
4.13 Erhöhung der Albedo an Dächern und Fassaden 73

Quellenverzeichnis 75
Abbildungsverzeichnis 77
Bausteine für eine Klimaangepasste Stadt

Für den vorliegenden Katalog wurden Maßnahmen Maßnahmen zur Anwendung auf der Stadtteil- und
zusammengetragen, die zur Anpassung städtischer Quertiersebene werden im ersten Teil des zweiten
Räume an die Folgen des Klimawandels beitragen Kapitels „Flächenbezogenen Maßnahmen“ vorge-
können. Der Katalog ist begleitend zu der Diplom- stellt. Im zweiten Teil des Kapitels wird auf grund-
arbeit: „Stadt im (Klima-) Wandel - Anpassungs- stücksbezogene Maßnahmen eingegangen.
möglichkeiten städtischer Strukturtypen an die
Folgen des Klimawandels“ an der HafenCity Uni- Im letzten Teil des Katalogs werden Maßnahmen
versität Hamburg, im Studiengang Stadtplanung aufgeführt, die auf der Gebäudeebene angewendet
entstanden. Bei dem Katalog handelt es sich um eine werden. Der Fokus liegt folglich auf Fassaden und
Auswahl an Beispielen, die einen Überblick über die Dächern, dem Innenraum, aber auch auf der Aus-
große Spanne möglicher Anpassungsmaßnahmen richtung oder Bauart ganzer Gebäude.
geben kann. Ein Anspruch auf Vollständigkeit kann
mit den 45, hier vorgestellten Maßnahmen fraglos Die Maßnahmen sind textlich beschrieben und
nicht erhoben werden. werden von Fotos, Diagrammen und Prinzipskiz-
zen begleitet. Zudem geben nebenstehende Tabellen
Der Katalog ist in drei Abschnitte und vier Betrach- einen Überblick über die zentralen Informationen.
tungsebenen gegliedert. Der Katalog beginnt auf
einem gesamtstädtischen Maßstab, wird auf der Für jede Maßnahme werden in den Tabellen anfangs
Stadtteil- und Quartiersebene, sowie der Grund- die Ziele, die mit der Anwendung der Maßnahme
stücksebene fortgesetzt und endet schließlich auf verfolgt werden, beschrieben sowie die potienti-
der Gebäudeebene. ellen Flächen zur Anwendung, der Flächenbedarf
der Maßnahme und die Umsetzungsebene genannt.
Im ersten Abschnitt „Gesamtstädtische Maßnah- Desweiteren wird dargestellt, welcher Mehrwert mit
men“ werden Strategien und Maßnahmen be- der entsprechenden Maßnahme erreicht werden
schrieben, die einer großräumigen Umsetzung oder kann, sowie welche Kosten bei der Umsetzung ent-
Planung bedürfen. Maßnahmen aus diesem Teil stehen. Abschließend wird der Wartungs- bzw Pfle-
können bspw. in die Stadtentwicklungsplanung ein- geaufwand dargelegt und auf potentielle Hemmnis-
gebunden werden. se und Nachteile eingegangen.

1
10
32
Quellenverzeichnis
Literatur und Internet

Andritzky, Michael; Spitzer, Klaus (Hrsg.): Grün in der Eppel, J.: Versickerungsaktive Pflanzungen – Bodenvor-
Stadt – von oben, von selbst, für alle, von allen, eine Ver- bereitung, Pflanzung, Pflege, Hrsg.: Bayerische Landesan-
öffentlichung des Deutschen Werkbundes, Rowohlt stalt für Weinbau und Gartenbau Abteilung Landespflege,
Taschenbuch Verlag, Reinbek, 1981 Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Würzburg/
Veitshöchheim, 2006
Ansel, Wolfgang; Baumgarten, Heiner; Dickhaut, Wolf-
gang; Kruse, Elke; Meier, Reimer: Leitfaden Dachbegrü- Erell, Evyatar; Pearlmutter, David; Williamson, Terry:
nung für Kommunen: Nutzen – Fördermöglichkeiten Urban Microclimate, Designing the Spaces Between Buil-
– Praxisbeispiele, Deutscher Dachgärtner Verband e.V., dings, London, Washington, 2011
Nürtingen 2011
Farlex inc., 2012: http://www.thefreedictionary.com/
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rung, URL: http://www.beton.org/fachinformationen/ Landschaftsbau e.V. (Hrsg.), Lieseke, H.-J.: Grundlagen
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75
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ser: Handbuch zum Rückhalt und zur Versickerung von Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-
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Park GmbH, Gelsenkirchen, München, Wien, 1995 lungsräume zur Anpassung an den Klimawandel, Düssel-
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Gorbachevskaya, Olga; Kappis, Christel; Mählmann, Jens
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tionsmatten zur Begrünung von Straßenbahngleisen, in: sues in Urban Heat Islands – The Potential of Albedo and
Stadt und Grün, Heft 3/2009, S. 58–61 Vegetation. Sustainable Buildings Conference, New Zeal-
and, Wellington, 2010
Greiving, Dr. Stefan; Fleischhauer, Dr. Marc: Klimawan-
delgerechte Stadtentwicklung. Rolle der bestehenden Munk, Shilo; Blackburn, Caroline: Architect Thom May-
städtebaulichen Leitbilder und Instrumente. Bundes- ne, UCLA Students create floating house for New Or-
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(BMVBS) / Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raum- newsroom.ucla.edu/portal/ucla/professor-students-crea-
forschung (BBSR) (Hrsg.): BBSR-Online-Publikation te-floating-111023.aspx
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Hoyer, Jacqueline; Dickhaut, Wolfgang, Kronawitter, Lu- Vorschriften über Anlage, Bau, Gestaltung, Raumbedarf,
kas; Weber, Björn: Water Sensitive Urban Design: Prin- Raumbeziehungen, Maße für Gebäude, Räume, Einrich-
ciples and inspirations for sustainable stormwater ma- tungen, Geräte mit dem Menschen als Maß und Ziel;
nagement in the city of the future, Berlin, 2011 Handbuch für den Baufachmann, Bauherrn, Lehrenden
und Lernenden; 39. überarbeitete Auflage. Begründet von
IBA Hamburg GmbH (Hrsg.): Projekte und Konzepte, Ernst Neufert, weitergeführt von Johannes Kister im Auf-
Katalog zur Zwischenpräsentation, Berlin 2010 trag der Neufert-Stiftung, Wiesbaden, 2009

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men zur Regenwasserbewirtschaftung: nung „Retentionsdach“ – Mäandersystem, URL:
a) http://www.sieker.de/MKat/rw_bewirt_versickerung_ a) http://www.optigruen.de/Systemloesungen/
mulden.htm, Zugriff: 04.03.2012 RetentionsdachMae.html, Zugriff: 07.03.2012
b) http://www.sieker.de/MKat/rw_bewirt_versickerung_ b) http://www.optigruen.de/Systemloesungen/
flaeche.htm, Zugriff: 04.03.2012 RetentionsdachDr.html, Zugriff: 07.03.2012
c) http://www.sieker.de/MKat/rw_bewirt_versickerung_ c) http://www.optigruen.de/Systemloesungen/
rigolen.htm, Zugriff: 04.03.2012 Landschaftsdach.html, Zugriff: 07.03.2012
d) http://www.sieker.de/MKat/rw_bewirt_entsiegelung.
htm, Zugriff: 04.03.2012 Patt, Dr. Heinz (Hrsg.): Hochwasser-Handbuch: Auswir-
e) http://www.sieker.de/MKat/rw_bewirt_retention_rrb. kungen und Schutz, Berlin, 2001
htm, Zugriff: 04.03.2012
f) http://www.sieker.de/modules/wfsection/article. Pirmanens (2011): Retentionsraumversickerung; http://
php?articleid=14, Zugriff: 04.03.2012 www.pirmasens.de/15731/Retentionsraumversickerung.
html, Zugriff: 29.12.2011
Kruse, Elke; Dickhaut, Dr.-Ing. Wolfgang; Waldhoff, Axel:
Mehr Platz für Regenwasser, in: Garten + Landschaft; Schmidt, Rolf D.: Das Klima im Städtebau. Referateblatt
München, 12/2009, S. 21–24 zur Raumentwicklung, Sonderheft 2.1980, herausgegeben
von der Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und
Raumordnung, Bonn 1980

76
Sieker, Friedhelm; Sieker, Heiko; Kaiser, Mathias: Dezen-
trale Regenwasserbewirtschaftung im privaten, gewerbli- Abbildung 1.4: s.media / pixelio.de
chen und kommunalen Bereich – Grundlagen und Aus-
führungsbeispiele, Stuttgart, 2006 Abbildung 1.5: MissyWegner, Wikipedia, URL: http://
de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Am_Lohse-
Stiftung „Die Grüne Stadt“: Die Grüne Stadt. Handbuch park_2.JPG&filetimestamp=20100705080008
für mehr Grün in der Stadt, Hamburg, 2009
Abbildungen 2.1: Eigene Aufnahme (Hamburg, HafenCi-
Sukopp, Herbert: Stadtökologie: Das Beispiel Berlin, Ber- ty)
lin 1990
Abbildung 2.2 (links): Bremer Straßenbahn AG
Sukopp, Dr. Herbert; Wittig, Dr. Rüdiger (Hrsg.): Stadt- Abbildung 2.2 (rechts): Foto Schreiter, IASP Belrin
ökologie, Ein Fachbuch für Studium und Praxis, 2. Aufla-
ge 1998, Stuttgart, Jena, Lübeck, Ulm Abbildung 2.3: eigene Aufnahmen, Hamburg (HafenCity,
Altstadt, Speicherstadt); mittleres Foto Elke Kruse
Tyrväinen, Lii[sic!]sa; Pauleit, Stephan; Seeland, Klaus;
de Vries, Sjerp: Benefits and Uses of Urban Forests and Abbildung 2.4 (1, 2, 3): eigene Aufnahmen, Hamburg
Trees, in: Konijnendijk, Cecil C.; Nilsson, Kjell; Randrup, St.Georg
Thomas B.; Schiperijn, Jasper (Hrsg.): Urban Forests and
Trees, Heidelberg, 2005, S. 81–114 Abbildung 2.4 (4, 5, 6): Elke Kruse

Umweltbundesamt Dessau: Versickerung und Nutzung Abbildung 2.4 (7, 8): eigene Aufnahmen, Hamburg St.
von Regenwasser – Vorteile, Risiken, Anforderungen, Georg
Umweltbundesamt, Dessau, 2005
Abbildung 2.5: eigene Aufnahme, Hamburg Bergedorf
Umweltinstitut München e.V.: Genmanipulierte Bäume –
Schweigen im Walde; http://umweltinstitut.org/ Abbildung 2.6 (links): Franz Haindl/Pixelio
gentechnik/kommerzieller-anbau/genmanipulierte_
baeume-499.html; Zugriff: 06.01.2012 Abbildung 2.6 (rechts): Julia Schäfer/Pixelio

Abbildung 2.7: Elke Kruse


Abbildungen
Abbildung 2.8 (links): Eigene Darstellung nach: ZVA Ro-
thenburg, URL: http://www.zva-rothenburg.de/uploads/
Titelgrafik: Eigene Darstellung, basieren auf GIS-Daten pics/trennsystem.jpg
der BSU
Abbildung 2.8 (rechts): Eigene Darstellung nach: ZVA
Abbildung 1.1: Björn Seewald, Joachim Delki, Oliver Rothenburg, URL: http://www.zva-rothenburg.de/up-
Türk, Stefen Kircher, URL: http://home.arcor.de/spree- loads/pics/trennsystem.jpg
raum/bestand/nutzungsstruktur.jpg
Abbildung 2.9: Jörg Hempel
Abbildung 1.2: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
und Umwelt Berlin, URL: http://www.stadtentwicklung. Abbildung 2.10: Detlef Dittmer, URL: http://detlefs-foto-
berlin.de/umwelt/umweltatlas/d410_04_zusatz.htm blog.blogspot.de

Abbildung 1.3: Behörde für BaWWu und Verkehr: Grünes Abbildung 2.11 (links): RP Online, URL: http://www.
Netz Hamburg, Hamburg 2002 rp-online.de/panorama/deutschland/3-juli-unwetter-in-

77
nrw-1.570181 Abbildung 3.5 (links): s.media / pixelio.de
Abbildung 3.5 (rechts): Hauraton GmbH, URL: http://
Abbildung 2.11 (rechts): Michael Weber www.hauraton.com/media/Presse/DRAINFIX_TWIN_
mit_Sedimentationsanlage.jpg
Abbildung 2.12: 3BM! Bayerl + Matterstock GbR, URL:
http://www.3bm-online.de/Homepage_Bilder/tauch- Abbildung 3.5 (unten): Eigene Darstellung nach: Provinz
wand_dressendorf_b.jpg Bozen, Südtirol, URL: http://www.provinz.bz.it/umwel-
tagentur/images/Seite16_rohr_rigolenversickerung.png
Abbildung 2.13: eigene Darstellung nach: URL: http:// und Dr. Sieker mbH (2005), Maßnahmen zur Regenwas-
www.provinz.bz.it/umweltagentur/images/Seite15_be- serbewirtschaftung, URL: http://www.sieker.de/MKat/
ckenversickerung.png rw_bewirt_versickerung_rigolen.htm
Abbildung 2.14: Tobias Ernst
Abbildung 3.6 (links): Atlier Dreiseitl GmbH
Abbildung 2.15: Elke Kruse
Abbildung 3.6 (rechts): Atelier Dreiseitl GmbH
Abbildung 3.1 (links): Günter Havlena / pixelio.de
Abbildung 3.6 (unten): Eigene Darstellung nach Dr. Sie-
Abbildung 3.1 (rechts oben): Herwig Stieber/Pixelio ker mbH (2005), Maßnahmen zur Regenwasserbewirt-
schaftung, URL: http://www.sieker.de/MKat/rw_bewirt_
Abbildung 3.1 (rechts unten): H. La./Pixelio versickerung_mrs.htm

Abbildung 3.2: DE URBANISTEN Abbildung 3.7: Jaqueline Hoyer

Abbildung 3.3 (links): Wolfgang Dickhaut Abbildung 3.8 (links): Eigene Abbildung nach: Dr. Sieker
mbH, URL: http://www.sieker.de/MKat/rw_bewirt_ver-
Abbildung 3.3 (rechts): Büro GFP/Thomas Ostermeyer sickerung_schacht.htm

Abbildung 3.3 (unten): eigene Darstellung nach Dr. Sieker Abbildung 3.9: eah, Wikimedia, Commons, URL: http://
mbH (2005), Maßnahmen zur Regenwasserbewirtschaf- upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/07/Hilgen-
tung, URL: http://www.sieker.de/MKat/images/skizze_ bach_Retentionsbecken.jpg
flaechenversickerung.gif
Abbildung 3.10 (links): Gemeinde Oerlenbach
Abbildung 3.4 (links): Elke Kruse
Abbildung 3.10 (rechts): Fassnacht Ingenieure GmbH
Abbildung 3.4 (rechts oben): Büro GFP/Thomas Oster-
meyer Abbildung 3.11 (links, recht oben): Elke Kruse

Abbildung 3.4 (rechts unten): Wolfgang Dickhaut Abbildung 3.11 (rechts unten): eigene Aufnahme, EXPO
Lissabon, Portugal
Abbildung 3.4 (unten): eigene Darstellung nach http://
www.provinz.bz.it/umweltagentur/images/Seite14_mul- Abbildung 3.12: eigene Aufnahmen, HafenCity Hamburg
denversickerung.png und Dr. Sieker mbH (2005), Maß-
nahmen zur Regenwasserbewirtschaftung, URL: http:// Abbildung 4.1 (links): Eigene Aufnahme, Stuttgart
www.sieker.de/MKat/rw_bewirt_versickerung_mulden.
htm Abbildung 4.1 (links, rechts oben): Wolfgang Dickhaut

Abbildung 4.1 (rechts mitte): eigene Aufnahme, Hamburg

78
Veddel Abbildung 4.7: 3P Technik Filtersysteme GmbH, URL:
Abbildung 4.1 (rechts unten): Büro Prof. Nagel, Schon- http://www.3ptechnik.de/de/media/user/image/produk-
hoff + Partner, Hannover te/integriertefilter/einbaubsp1siphonfilter.jpg

Abbildung 4.2 (oben links): Elke Kruse Abbildung 4.8: Rgoogin, Wikimedia, Commons, URL:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9d/
Abbildung 4.2 (oben rechts): Büro Prof. Nagel, Schonhoff Rooftop_water_towers_on_New_York_apartment_buil-
+ Partner, Hannover dings.jpg

Abbildung 4.2 (unten links): Elke Kruse Abbildung 4.9: Eigene Aufnahme, „Elbarkaden“, Hafen-
City, Hamburg
Abbildung 4.2 (unten mitte): Wolfgang Dickhaut
Abbildung 4.10 (oben links, oben rechts beide): Eigene
Abbildung 4.2 (unten rechts): Daniel Gast / Pixelio Aufnahme, Expo Lissabon, Portugal

Abbildung 4.3 (oben links, unten rechts): eigene Aufnah- Abbildung 4.10 (unten links): dm-sonnenschutz.at, URL:
me, HfbK Hamburg http://www.dm-sonnenschutz.at/Bilder/jalousien/jalou-
sie2.JPG
Abbildung 4.3 (oben rechts, unten links und mitte): Wolf-
gang Dickhaut Abbildung 4.10 (unten mitte): Jaqueline Hoyer

Abbildung 4.4 (links, oben rechts): Rainer Sturm / pixe- Abbildung 4.10 (unten rechts): Rollladen ELSA, URL:
lio.de http://www.rolladen-elsa.de/gallery/Jalousie_Daemme-
rung-Venetian_blind_dawn.jpg
Abbildung 4.4 (unten rechts): Harald Wanetschka / pi-
xelio.de Abbildung 4.11: Smeyers AG, URL: http://diener-areal.
bivgrafik.ch/uploads/pics/flexibel_wohnen.gif
Abbildung 4.5 (linke Seite): uli p./Pixelio
Abbildung 4.12 (links): Maincor AG
Abbildung 4.5 (rechte Seite oben links): Herbert Walter/
Pixelio Abbildung 4.13 (linke Seite): Eigene Aufnahme, Hamburg
St. Georg
Abbildung 4.5 (rechte Seite oben mitte): Ingelotte/Pixelio
Abbildung 4.13 (rechte Seite): eigene Darstellung
Abbildung 4.5 (rechte Seite oben rechts): eigene Aufnah- nach Wikipedia The Free Encyclopedia, URL: http://
me, IBA DOCK, Hamburg Veddel en.wikipedia.org/wiki/File:Roof-albedo.gif und Huang,
Taha, 1990, URL: http://www.bitsofscience.org/urban-
Abbildung 4.5 (rechts unten): Eigene Darstellung nach: heat-island-rooftop-albedo-geoengineering-3966/
Küsten-Union EUCC-D, URL: http://www.ikzm-d.de/
images/349_Quelle_Ebru_0700x0332.png

Abbildung 4.6 (links): Eigene Aufnahme (Hamburg, Ha-


fenCity)

Abbildung 4.6 (rechts): Eigene Aufnahme (Hamburg, Ha-


fenCity)

79
80
81