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JLU Gieÿen WS 2010/2011

Fortgeschrittenenpraktikum Teil I

Protokoll zur Gammaspektroskopie

Daniel Schury

Daniel.Schury@physik.uni-giessen.de

01. November 2010


Inhaltsverzeichnis

1 Aufgabenstellung 3

2 Grundlagen 4
2.1 Arten radioaktiver Strahlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
2.2 Gammastrahlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
2.2.1 Zerfallsschemata der verwendeten Nuklide . . . . . . . . . . . . . 5
2.3 Wechselwirkung von Gammastrahlung mit Materie . . . . . . . . . . . . 6
2.3.1 Photoeekt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
2.3.2 Comptoneekt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
2.3.3 Paarbildung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
2.4 Aufbau und Funktionsweise des Strahlungsdetektorsystems . . . . . . . . 8
2.5 Statistische Schwankungen/Auösungsvermögen . . . . . . . . . . . . . . 10
3 Versuchsdurchführung 11

4 Versuchsauswertung 12
4.1 Energieeichung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
4.2 Auswertung der einzelnen Spektren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
4.3 Energieauösung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
5 Fazit 17

2
1 Aufgabenstellung
Im durchgeführten Praktikumsversuch sollten die Impulshöhenspektren von 22 Na, 60 Co
und 137 Cs mit Hilfe eines Szintillationsdetektorsystems aufgenommen und ausgewertet
werden. Dafür wurden zunächst die Impulshöhenspektren mit Hilfe eines Vielkanalana-
lysators aufgenommen. Anhand bekannter Peaks (z.B. Photo- oder Annihilationspeaks)
wurde anschlieÿend eine Kalibrationsgerade zum Plotten der Spektren erstellt. Danach
wurden die Peaks und Strukturen in den Spektren identiziert und mit den theoretischen
Ergebnissen verglichen.

Abbildung 1.1: Verstärker und Analysator

3
2 Grundlagen

2.1 Arten radioaktiver Strahlung


Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Arten von radioaktiver Strahlung: α-, β -
und γ -Strahlung.

Bei α-Strahlung handelt es sich um


He-Kerne, die beim Zerfall sehr schwe-
rer Nuklide, die ein ungünstiges (zu
kleines) Verhältnis von Neutronen zu
Protonen aufweisen, entstehen. Bei die-
sen kann die Anziehung der starken
Wechselwirkung durch die Abstoÿung
der Coulomb-Wechselwirkung und be-
günstigt durch den Tunneleekt über-
wunden werden. Dieser Vorgang wird
als α-Zerfall bezeichnet. Ein typischer
α-Strahler ist z.B. 238 Uran. Charak-
teristisch für α-Strahlung ist die ge-
ringe Eindringtiefe: Ein Blatt Papier
reicht als Abschirmung aus, jedoch er-
folgt der Energieübertrag auf Materie da-
durch sehr konzentriert an einer Stel- Abbildung 2.1: Veranschaulichung der
le. Eindringtiefe verschiedener
Strahlungstypen
Bei β -Strahlung handelt es sich um Po-
sitronen bzw. Elektronen, die beim Kernzerfall emittiert werden. Grund für einen β -
Zerfall ist ebenfalls ein ungünstiges Verhältnis von Neutronen zu Protonen. Beim β + -
Zerfall wird im Kern ein Proton in ein Neutron und ein hochenergetisches Positron
umgewandelt, bei einem β − -Zerfall ein Neutron in ein Proton und ein Elektron. Ein
typischer β + -Strahler ist 13 N, ein Beispiel für einen β − -Strahler ist 14 C. Abgeschirmt
werden kann β -Strahlung z.B. durch einige Meter Luft oder bereits eine dünne Alumini-
umplatte. Die Reichweite der Strahlung hängt jedoch stark von ihrer Energie und dem
zur Abschirmung verwendeten Material ab.

4
2 Grundlagen

Die dritte Art radioaktiver Strahlung ist die γ -Strahlung, welche im folgenden Abschnitt
ausführlicher behandelt wird.

2.2 Gammastrahlung
γ -Strahlung wird von Nukliden ausgesandt, die nach einem Zerfall in einem angeregten
Zustand vorliegen. Von diesem gehen sie in einen energetisch günstigeren Zustand über,
indem sie die Anregungsenergie in Form von hochenergetischer γ -Strahlung aussenden.
Man spricht zwar vom γ -Zerfall, jedoch resultiert die Emission von γ -Strahlung immer
aus einem vorangegangenen α- oder β -Zerfall. Somit ist die Bezeichung γ -Zerfall phy-
sikalisch nicht ganz korrekt. Des Weiteren wird von γ -Strahlung im allgemeinem Sinne
gesprochen, wenn die Energie elektromagnetischer Strahlung über 10 keV liegt, obwohl
diese nicht zwangsläug die Folge eines radioaktiven Zerfalls sein muss. Im Gegensatz
zu α-Strahlung und β -Strahlung besitzt γ -Strahlung eine sehr groÿe Reichweite: Für
γ -Strahlung wird eine materialabhängige Halbwertsdicke angegeben, welche den expo-
nentiellen Abfall der Intensität widerspiegelt.

2.2.1 Zerfallsschemata der verwendeten Nuklide


Im Versuch werden die γ -Strahler 22 Na, 60 Co und 137 Cs verwendet. In den folgenden
Graken sind die Zerfallsschemata der Nuklide dargestellt.
Abbildung 2.2: 22 Na ist ein doppelter
β + -Strahler. Es zer-
fällt entweder direkt
in einen stabilen
22
Ne-Zustand oder
geht den Weg über
einen angeregten
Zustand, welcher
beim Übergang in
den stabilen 22 Ne-
Zustand γ -Strahlung
emittiert. (Energien
in MeV)

5
2 Grundlagen

Abbildung 2.3: 60 Co ist ein β − -Strahler.


Das Besondere an die-
sem Nuklid ist, dass es
einen doppelten γ -Zerfall
durchführt. (Energien in
MeV)

Abbildung 2.4: 137 Cs ist ein β − -Strahler.


Auch dieses Nuklid zer-
fällt sowohl direkt zum
stabilen 137 Ba, als auch in
einen angeregten 137 Ba-
Zustand. (Energien in
MeV)

2.3 Wechselwirkung von Gammastrahlung mit Materie


Sobald γ -Strahlung auf Materie trit, kommt es zu einer Wechselwirkung. Diese ist
hauptsächlich auf drei unterschiedliche physikalische Eekte zurückzuführen: Den inne-
ren Photoeekt, den Comptoneekt und die Paarbildung. Abhängig von der Energie
der γ -Strahlung dominiert einer dieser Eekte die Wechselwirkung mit der Materie,
d.h. je nach Energiebereich ist der Wirkungsquerschnitt eines Eekts ausschlaggebend
für den totalen Wirkungsquerschnitt. Während bei niedrigen Energien der Photoeekt
überwiegt, dominiert im mittleren Energiebereich der Comptoneekt. Im Bereich groÿer
Energien ndet die Wechselwirkung nahezu ausschlieÿlich über die Paarbildung statt,
wie aus der folgenden Grak abzulesen ist.

6
2 Grundlagen

Abbildung 2.5: Dargestellt ist der totale Wirkungsquerschnitt µ = τ + σ + κ, wobei τ


den Wirkungsquerschnitt des Photoeekts, σ den Wirkungsquerschnitt
des Comptoneekts und κ den Wirkungsquerschnitt der Paarbildung
bezeichnet.

2.3.1 Photoeffekt
Der Photoeekt, auch lichtelektrischer Eekt genannt, bezeichnet das Herauslösen eines
Elektrons aus der Atomhülle durch elektromagnetische Strahlung. Einen Teil der Energie
der Strahlung, in unserem Fall der γ -Strahlung, wird zum Herauslösen des Elektrons aus
der Hülle benötigt. Die restliche Energie erhält das Elektron als kinetische Energie:
Ekin,e = Eγ − EAustritt (2.1)

2.3.2 Comptoneffekt
Als Comptoneekt wird die Streuung von Photonen an (quasifreien) Elektronen bezeich-
net. Im Gegensatz zum Photoeekt ist der Comptoneekt ein bekanntes Beispiel für den
Teilchencharakter elektromagnetischer Strahlung. Beim Stoÿ wird ein Teil der Energie
und des Impulses des Photons auf das Elektron übertragen, wodurch sich die Wellen-
länge des Photons vergröÿert. Die Comptonformel (2.5) und die Energie des gestreuten
Photons (2.6) erhält man, indem man die Energie- (2.2) und Impulsbilanz (2.3) vor und
nach dem Stoÿ aufstellt und die Ausdrücke für die Energie und den Impuls des Elektrons
nach dem Stoÿ in die Energie-Impuls-Beziehung (2.4) einsetzt und nach der gewünschten
Gröÿe auöst:

Eν + Ee = Eν0 + Ee0 mit Eν = hν, Ee = me c2 und Eν0 = hν 0 (2.2)

hν hν 0
p~ν = p~ 0ν + p~ 0e mit pν = und p0ν = (2.3)
c c

7
2 Grundlagen

Abbildung 2.6: Grasche Darstellung des Comptoneekts

2 2 2 2
Ee2 = Ee0 − p0e c2 mit p0e = pν 2 + p0ν − 2pν p0 ν cos Φ (2.4)

h
Compton − F ormel : ∆λ = λc (1 − cos Φ) mit λc = (2.5)
me c


Energie d. gestr. P hotons : Eν0 = Eν
(2.6)
1+ m0 c
− cos Φ)
(1

2.3.3 Paarbildung
Unter Paarbildung versteht man die Erzeugung eines Elektron-Positron-Paares aus ei-
nem energiereichen Photon. Für diesen Eekt muss das Photon mindestens über die
Energie von 1, 022M eV = 2me c2 , der doppelten Ruheenergie eines Elektrons, verfügen.
Damit es zur Paarbildung kommt, muss auÿerdem ein Atomkern als Stoÿparameter zur
Verfügung stehen, um die Energie- und Impulserhaltung zu gewährleisten. Das lässt sich
an einem kleinen Gedankenexperiment nachvollziehen: Begibt man sich in das Schwer-
punktsystem des Elektron-Positron-Paares nach dessen Erzeugung, so ist der Gesamtim-
puls der beiden auseinander iegenden Teilchen null. Das Photon besaÿ aber vor dem
Stoÿ den Impuls p = hνc . Um die Impulserhaltung nicht zu verletzen, benötigt man also
einen weiteren Partner, wie z.B. einen Atomkern, welcher diesen Impuls aufnimmt.

2.4 Aufbau und Funktionsweise des Strahlungsdetektorsystems


In diesem Versuch wird ein Szintillationsdetektor verwendet. Die von dem Nuklid emit-
tierte γ -Strahlung trit auf einen Szintillationskristall, in unserem Fall ein mit Thallium
dotierter NaI-Kristall. Die Strahlung hebt ein Elektron aus dem Valenzband ins höher

8
2 Grundlagen

gelegene Leitungsband. In diesem bewegt es sich frei im Kristall umher, bis es auf eine
Störstelle trit. An dieser fällt es in ein Störstellenniveau herunter, welches energetisch in
der Bandlücke über dem Valenzband liegt. Dadurch ist die wieder abgestrahlte Strahlung
energieärmer, was in unserem Fall einer Verschiebung ins sichtbare Spektrum bedeutet.
Das hat den Vorteil, dass für diesen Bereich empndliche Detektoren recht einfach und
günstig herzustellen sind und dass es durch das Fenster zwischen Kristall und Detektor
nicht absorbiert wird. Dieses Licht kann nun mit einem Photomultiplier registriert wer-
den.

Abbildung 2.7: Schematische Skizze eines Photomultipliers

In diesem löst es über den Photoeekt


aus der Photokathode einzelne Elektronen
heraus. Diese Elektronen werden zu ei-
ner Dynode hin beschleunigt, in der jedes
Elektron ca. 3-10 Sekundärelektronen her-
ausschlägt. Diese werden wieder zu nächs-
ten Dynode hin beschleunigt und so wei-
ter. Um ein messbares Signal zu erhalten,
sind mehrere Dynoden hintereinander ge-
schaltet. Das so erhaltene Signal wird nun
nochmals durch einen Integralverstärker Abbildung 2.8: Versuchsaufbau: Q: Strah-
verstärkt, bevor es in den Vielkanalana- lungsquelle, K: Kristall,
lysator gelangt. PM: Photomultiplier,
Der Vielkanalanalysator wandelt durch HV: Hochspanungsversor-
einen Analog-zu-Digital-Wandler (ADC) gung, V: Verstärker, ADC:
die Spannungspulse in eine digale Zahl um Analog-Digital-Wandler,
und ordnet diese, je nach Impulshöhe, ei- VKS: Vielkanalanalysator,
nem Kanal zu. PC: Computer

9
2 Grundlagen

2.5 Statistische
Schwankungen/Auflösungsvermögen
Die Wechselwirkungen mit Materie, wie in Abschnitt 2.3 beschrieben, sowie die Vor-
gänge im Photomultiplier unterliegen statistischen Schwankungen, wodurch im End-
eekt die gemessenen Spektren beeinusst werden. Genauer gesagt kommt es durch
die Schwankungen zu einer Verbreiterung der einzelnen Peaks bzw. zu einem veränder-
ten Auösungsvermögen, welches über die Unterscheidbarkeit zweier Peaks deniert ist.
Wenn man eine statistische Verteilung annimmt, sollte sich bei N-facher Messung ei-
nes Energiewerts Eγ eine Gauÿverteilung um den Erwartungswert n der entsprechenden
Elektronenanzahl ergeben, welche bei dieser bestimmten Energie aus der Photokathode
herausgeschlagen wurde:

∆n
∆Eγ Eγ =
n

N N
(n − ni )2
 
X N →∞ 1 X 1
n= ni P (ni ) −−−→ ni mit P (ni ) = √ · exp −
i=1
N i=1 2πσ 2 2σ 2

wobei σ = i=1 (n − ni ) P (ni ) die Standardabweichung bezeichnet. Für ∆n der Nor-



pP
2

malverteilung folgt:

1 (∆n)2 p
= exp− 2
⇒ ∆n = 2 2ln(2) · σ
2 2σ


Mit σ = n erhält man schlieÿlich die Anzahl der Elektronen, die an der Spitze des
Peaks ausgelöst werden:

 2
Eγ p
n= · 2 2ln(2)
∆Eγ

10
3 Versuchsdurchführung
Zuerst wurde eine beliebige Strahlungsquelle in die Versuchsapparatur eingesetzt und die
resultierenden Spannungsimpulse hinter dem Photomultiplier mit Hilfe eines Speicher-
Oszillographen betrachtet und skizziert. Man konnte erkennen, dass es zwei Pulshöhen

Abbildung 3.1: Skizze Spannungspulsverlauf

gab, bei denen sich die Linien konzentrierten. Die höhere entspricht dabei dem Photo-
peak, die niedrigere der Comptonkante. Im Anschluss daran wurde die Shaping-Time
des Vielkanalanalysators von 0, 25µs auf 2µs erhöht um zu ermitteln, welchen Einuss
dies auf die Pulse des bipolaren Ausgangs des Verstärkers hat. Die Spannungspulse ver-
loren dabei enorm an Höhe und streckten sich stark in die Länge. Danach wurde eine
Nullmessung durchgeführt und abschlieÿend die Spektren der einzelnen Proben aufge-
nommen, mit folgenden Messdauern:

Nullmessung 1000s
22
Na 1200s
60
Co 1500s
137
Cs 300s
Tabelle 3.1: Messdauern der unterschiedlichen Proben

11
4 Versuchsauswertung

4.1 Energieeichung 5.000


0 200 400 600 800 1.000
5.000
Cs-137

Um die Energiewerte bestimmen zu kön-


Co-60
Na-22
4.000 4.000
nen, muss zunächst ein Zusammenhang
zwischen der Kanalnummer und der dazu- 3.000
2. Photopeak Co
3.000
gehörigen Energie hergestellt werden. Da-
1. Photopeak Co

Impulshöhe
Photopeak Cs
Annihilationspeak Na

zu sucht man sich Peaks bekannter Ener- 2.000


Photopeak Na

2.000

gien und ordnet den dazugehörigen Kanal-


nummern die entsprechende Energie zu. 1.000 1.000

Über einen linearen Fit lässt sich die Ka-


nalachse so in eine Energieachse umwan- 0 0

deln.
0 200 400 600 800 1.000
Kanalnummer

Verwendet wurden dazu die jeweiligen Abbildung 4.1: Plot der Rohdaten
Photopeaks sowie das Annihilationspeak von 22 Na.

200 250 300 350 400 450 500


1.400 1.400

1.200 1.200
Energie (keV)

1.000 1.000

800 800

Kanal Energie (keV)


600 600

201 511 Annihilationspeak Na


400 400
455 1275 Photopeak Na 200 250 300 350
Kanalnummer
400 450 500

421 1173 1. Photopeak Co


(b) Eichgerade mit Ref.-Punkten
464 1333 2. Photopeak Co

252 662 Photopeak Cs

(a) Zur Eichung verwendete Peaks

Ein Fit mit qtiplot ergab obenstehende Gerade. Damit ergibt sich zur Umrechnung Ka-
nalnummer → Energie die Formel E = 3, 14 × K Kanal keV
− 140, 39 keV , wobei K für die
Kanalnummer steht. Die Steigung ist mit einem Fehler von 2% behaftet, beträgt also
3,14 ± 0,064 Kanal
keV
. Hierbei ist zu beachten, dass Kanal 0 nicht mit einer Energie von 0
keV gleichzusetzen ist. Die ersten 45 Kanäle liefern negative Energien.

12
4 Versuchsauswertung

4.2 Auswertung der einzelnen Spektren


Cäsium
Für Cäsium erwartet man je einen Photo- und Rückstreupeak sowie die Comptonkante.
Annihilations-/Escape-Peaks können nicht auftreten, da die Energie von 662 keV unter-
halb den benötigten 1.022 keV zur Paarbildung liegt und auch kein β + -Zerfall stattndet.

Energie (keV) Theoretisch Experimentell


Photopeak 662 651
Comptonkante 470 506
Rückstreupeak 200 132
Tabelle 4.1: Werte des Cäsiumspektrums

Man sieht, dass sowohl die Comptonkante als auch der Photopeak ziemlich gut mit
den berechneten Theoriewerten übereinstimmen. Die Comptonkante ist auch klar aus-
geprägt, wenn auch nicht ganz so steil wie in der Theorie. Einzig das Rückstreupeak
weicht mit knapp 40% deutlich von der Theorie ab.

0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000


4.000 4.000
Photopeak
Comptonkante
3.500 3.500
Rückstreupeak

3.000 3.000

2.500 2.500
Impulshöhe

2.000 2.000

1.500 1.500

1.000 1.000

500 500

0 0
0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000
Energie (keV)

Abbildung 4.2: Cäsiumspektrum

13
4 Versuchsauswertung

Cobalt
Bei Cobalt, welches über zwei angeregte Zustände zerfällt, erwartet man jeweils zwei
Photo- und Rückstreupeaks sowie zwei Comptonkanten, welche sich auf Grund der ener-
getischen Nähe der Zerfälle aber stark überlappen dürften und nicht einzeln zu erkennen
sein werden. Des Weiteren können Single- und Double-Escape-Peaks auftreten, von de-
nen auch zwei zu identizieren sind.

Theoretisch Experimentell
Photopeak1 1173 1183
Photopeak2 1333 1317
Comptonkante1 968 1019
Comptonkante2 1118 nicht zu ident.
Rückstreupeak1 210 184
Rückstreupeak2 215 241
Single-Escape2 822 886
Double-Escape1 151 161
Tabelle 4.2: Werte des Cobaltspektrums

Auch bei Cobalt sieht man die gu- 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000
te Übereinstimmung bei den Photo- 1.000 1.000

peaks und eine etwas gröÿere Abweichung


2. Photopeak
2. Comptonkante

bei der Comptonkante, welche aber im-


2. Single-Escape
2. Rückstreupeak
800 800
mer noch im Rahmen liegt. Die beiden
1. Photopeak
1. Comptonkante

Rückstreupeaks liegen theoretisch sehr na-


1. Rückstreupeak
1. Double-Escape

he beinander, weisen experimentell aber 600 600


Impulshöhe

doch merkliche Abweichungen auf. Von


den Single- und Double-Escape-Peaks wa-
400 400
ren insgesamt nur zwei von vier möglichen
zu identizieren gewesen, die anderen bei-
den gingen im Rauschen unter. 200 200

0 0
0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000
Energie (keV)

Abbildung 4.3: Cobaltspektrum

14
4 Versuchsauswertung

Natrium
Bei Natrium als β − -Strahler erwarten wir neben dem Photo- und Rückstreupeak noch
ein Annihilationspeak bei 511 keV. Des Weiteren existieren noch Escape-Peaks, welche
aber in der Auswertung nicht zu identizieren waren.

Theoretisch Experimentell
Photopeak1 511 489
Photopeak2 1275 1301
Comptonkante1 340 351
Comptonkante2 1062 1099
Rückstreupeak1 171 nicht identiziert
Rückstreupeak2 213 nicht identiziert
Tabelle 4.3: Werte des Natriumspektrums

Bei Natrium sind die beiden Photo- 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000
peaks wieder gut zu erkennen, wobei das
Annihilationspeak auf Grund seiner aus-
2. Photopeak
5.000 2. Comptonkante 5.000
2. Rückstreupeak
geprägt spitzen Form stärker verschoben 1. Photopeak
1. Comptonkante

zu sein scheint. Die Comptonkante des 4.000


1. Rückstreupeak
4.000
511 keV-γ -Quants ist sehr gut zu erken-
nen und liegt auch recht nah am theoreti-
Impulshöhe

schen Wert, wohingegen die zweite Comp- 3.000 3.000

tonkante deutlich schwerer zu erkennen


ist. Die beiden Rückstreupeaks sind nur 2.000 2.000

mit dem Wissen, wo sie sein sollen sowie


viel gutem Willen als solche zu erkennen, 1.000 1.000
faktisch gehen sie vollständig im Rauschen
unter.
0 0
0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000
Energie (keV)

Abbildung 4.4: Natriumspektrum

15
4 Versuchsauswertung

4.3 Energieauflösung
Zur Bestimmung der Energieauösung wurden die Halbwertsbreiten der beiden Peaks
von Natrium, des Cäsium-Peaks sowie des ersten Cobalt-Peaks bestimmt, ins Verhältnis
zur Energie des Peaks gesetzt und dieses Verhältnis gegen die Energie aufgetragen.

Eγ δ(E) δ(E)
489 81 6
651 116 5,6
1182 130 9
1301 132 9,9
Tabelle 4.4: Halbwertsbreiten

Man sieht, dass die Energieauösung mit steigender Energie abnimmt. Liegt sie bei 500
keV noch bei ungefähr 5,5 keV, so steigt sie bei 1300 keV auf 9,5 keV an. Energiepeaks
niedriger Energie, die nahe bei einander liegen, lassen sich also besser einzeln erkennen
als höherenergetische.

400 500 600 700 800 900 1.000 1.100 1.200 1.300
10 10

9 9

8 8
E/delta(E)

7 7

6 6

5 5
400 500 600 700 800 900 1.000 1.100 1.200 1.300
Energie

Abbildung 4.5: Die bestimmte Energieauösung in Abhängigkeit der Energie

16
5 Fazit
Abschlieÿend lässt sich festhalten, dass der Versuch zufriedenstellend verlaufen ist. Die
Energieauösung ist mit 5 - 9 keV befriedigend. Auch der mit 2% recht geringe Fehler
der Energieeichung ist in anbetracht dessen gut. In den Spektren lieÿen sich die meis-
ten Peaks identizieren und lagen gröÿtenteils auch in guter Übereinstimmung mit den
theoretischen Werten.

17