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Ausgabe Februar 2020

Magazin der
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Alle Infos zum


Studienstart Seite 12

Kein rechtsfreier Raum Seite 4 ◼ Auf Ritters Spuren Seite 6 ◼

Vom Hörsaal in die Praxis Seite 8 ◼ Studienberatung Seite 16 ◼

Beilage zur Tiroler Tageszeitung www.uibk.ac.at


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Inhalt Ausgabe Februar 2020


Editorial

4 Kein rechtsfreier Raum


Die Kommunikation auf Online-Plattformen be-
schäftigt immer häufiger die Justiz.

6 Auf Ritters Spuren


Innsbrucker Wissenschaftler erforschen die mit-
telalterliche Schwertschmiedehochburg im italie-
nischen Belluno.

Foto: Gerhard Berger


8 8 Vom Hörsaal in die Praxis
Vier Studierende erzählen von ihren Praxispro-
jekten, mit denen sie auch einen wichtigen Beitrag
für Universität und Gesellschaft leisten.

12 Alle Infos zum Studienstart


Für das Wintersemester 2020/2021 stehen Studi- Liebe Leserin, lieber Leser!
eninteressierten an der Universität Innsbruck alle
Möglichkeiten offen. Das 350-Jahr-Jubiläum der Uni Innsbruck
ist vorüber und ich danke allen, die unse-
14 Studienangebote mit Zukunft re vielen Veranstaltungen besucht haben,
Seit Herbst stehen Studierenden die Ergänzung ganz herzlich. Nicht zuletzt Ihr großes
„Digital Science“ sowie eine ambitionierte Zusatz- Interesse und die vielen tausend direkten
ausbildung in der Informatik offen. Begegnungen und Gespräche haben
dieses Jahr zu einem ganz besonderen in

14
16 Erste Anlaufstelle der Geschichte unserer Uni gemacht. Sehr
Welches Studium ist das richtige? Bei wem muss viele positive Rückmeldungen zeigen uns,
man sich anmelden? Wie ist das Studium aufge- dass es offenbar ganz gut gelungen ist,
baut? Bei allen diesen Fragen kann die Zentrale die Breite, die Vielfalt und die Besonder-
Studienberatung helfen. heiten der größten Wissenschafts- und
Studieninstitution in Westösterreich ent-
18 Wiedergeburt von Kachelöfen sprechend zu präsentieren.
Damit besondere Öfen erhalten bleiben, startet im Darauf bauen wir auf und blicken positiv
Frühjahr zum wiederholten Mal der Universitäts- in die Zukunft, und diese Zukunft sind
kurs „Restaurierung historischer Kachelöfen“ an nicht zuletzt die knapp 5.000 Studien-
der Universität Innsbruck. anfängerInnen, die jedes Jahr ein Studi-
um bei uns aufnehmen. Wir werden auch
20 Wissen im globalen Kontext im kommenden Herbst allen, die an un-
Die Kunsthistorikerin Sybille Moser-Ernst war an- serer Uni die ersten Schritte in ihre ei-
lässlich des 110. Geburtstages von Ernst H. Gom- gene Zukunft gehen wollen, eine Chan-
brich zu einer Konferenz nach China eingeladen. ce geben und sie dabei unterstützen. Das

18
heißt, dass wir auch weiterhin nur dort,
22 Erweitertes Lernen wo es gesetzlich vorgeschrieben ist, also
Zusätzlich zum regulären Studium nützen manche im Bereich der Psychologie und des Lehr-
Studierende auch das Angebot, an Summer- oder amts, einen Aufnahmetest durchführen
Winterschools teilzunehmen. werden. Alle anderen Studien stehen of-
fen für motivierte und engagierte (jun-
ge) Menschen. Wichtig ist hier, sich vor-
her möglichst genau zu informieren, um
dann auch die richtige Wahl treffen zu
können. Dafür bieten wir Informationen
ImprEssum auf unseren Webseiten und Unterstüt-
zung durch unsere Studienberatung an.
wissenswert – Magazin der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – 11. Februar 2020 Bitte nutzen Sie diese Angebote!
Herausgeber und Medieninhaber: Universität Innsbruck; Hersteller: Intergraphik GmbH.
Sonderpublikationen, Leitung: Frank Tschoner.
Einige Hinweise zu unserem Studienan-
Redaktionelle Koordination: Susanne E. Röck, Christa Hofer. gebot und zu neuen Möglichkeiten finden
Redaktion: Melanie Bartos, Eva Fessler, Christa Hofer, Stefan Hohenwarter, Lisa Marchl, Sie auf den folgenden Seiten. Wir freuen
Daniela Pümpel, Susanne E. Röck, Uwe Steger. uns auf einen gemeinsamen Weg.
Covergestaltung: Catharina Walli.
Foto Titelseite: Birgit Pichler; Fotos Seite 3: Maike Preissing, Gerhard Berger, Claudia Egg.
Anschrift für alle: 6020 Innsbruck, Brunecker Straße 3, Postfach 578, Tel. 0512 53 54-1000. Univ.-Prof. Dr. Tilmann Märk
Rektor der Universität Innsbruck
4

Kein rechtsfreier
Raum
Hetze, Mobbing, Lügen, Verunglimpfungen: Die
Kommunikation auf Online-Plattformen wird laufend
zum Schauplatz eskalierender Debatten – und
beschäftigt immer häufiger die Justiz.

D
ie Expertin für Europa- und IT-Recht einen unverbindlichen Verhaltenskodex zu
Clara Rauchegger untersucht die Fra- Hass im Netz. Die EU-Kommission hat diesen
ge, was auf EU-Ebene dagegen getan Verhaltenskodex mit den größten IT-Unter-
werden kann. nehmen wie Facebook, Twitter und YouTube
wissenswert: Hass im Netz in seinen verschie- vereinbart. Die IT-Unternehmen haben da-
densten Facetten scheint immer lauter und mit versprochen, rasch auf die Meldung von
immer mehr zu einem „normalen“ Phänomen Hasspostings zu reagieren. Aber das ist nicht
auf den unterschiedlichen Online-Plattformen rechtlich bindend. Auf nationalstaatlicher
zu werden. Jüngst machten die Hasstiraden Ebene gibt es vor allem in Deutschland in-
auf Facebook und Twitter gegen die neue Jus- teressante Entwicklungen. Dort werden mit
tizministerin Alma Zadić sogar Personen- dem „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ sozi-
schutz erforderlich. Gibt es Ansätze, diesen ale Netzwerke dazu verpflichtet, offensicht-
Tendenzen rechtlich zu begegnen? lich rechtswidrige Inhalte innerhalb von 24
Clara Rauchegger: Es gibt nationalstaatliche Stunden zu löschen, bei nicht eindeutigen
Bemühungen, dem Hass im Netz rechtlich zu Fällen bleiben sieben Tage zur Prüfung. Mei-
begegnen, etwa in Deutschland und Frank- ner Meinung nach ist es aber wichtig, dass es
reich. Aber auch auf EU-Ebene wird an ver- eine klare gesetzliche Regelung für digitale
bindlichen Rechtsvorschriften gearbeitet. Die Dienste auf EU-Ebene gibt, denn das Internet
neue Kommissionspräsidentin Ursula von der hält sich auch nicht an Staatsgrenzen.
Leyen hat in den politischen Leitlinien zu ih- Facebook, Instagram, Twitter, YouTube und
rer Amtszeit angekündigt, dass es ein grund- Co. werden inzwischen von Milliarden Men-
sätzlich neues Gesetz für digitale Dienste ge- schen genutzt – und sind milliardenschwere zur Verantwortung gezogen werden, son-
ben wird. Der so genannte „Digital Services Unternehmen. Welchen Weg geht die EU, um dern die Personen, die die schädlichen und/
Act“ ist derzeit in Brüssel in aller Munde. Er die Verbreitung von schädlichen Online-Inhal- oder rechtswidrigen Inhalte verbreiten. Das
soll unter anderem einen besseren Schutz vor ten zu verhindern? Problem liegt da aber auf der Hand: Diese
rechtswidrigen und schädlichen Online-In- Rauchegger: Der bisherige Ansatz auf EU- Personen sind schwer greifbar bzw. müssten
halten bieten. Ebene war, dass nicht die Plattformen selbst Betroffene häufig gegen eine Vielzahl von
Sie sagen, dass nun daran gearbeitet wird.
Gibt es für digitale Angelegenheiten noch kei-
ne Rechtsvorschriften auf EU-Ebene?
Rauchegger: Doch, gibt es prinzipiell schon. ZuR PeRson
Das aktuell gültige EU-Rechtsinstrument
für digitale Dienste und Plattformen ist die Clara Rauchegger promovierte 2016 an der Universität Cambridge
„E-Commerce-Richtlinie“. Diese Richtlinie in Europarecht. Anschließend arbeitete die Juristin als Postdoc am
stammt aus dem Jahr 2000. Ich denke, das Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. Rauchegger ist Postdoc-
macht schnell offensichtlich, warum hier Universitätsassistentin am Institut für Theorie und Zukunft des
dringender Handlungsbedarf besteht. Vor Rechts der Uni Innsbruck und seit Anfang 2020 Mitglied des neu
20 Jahren war noch nicht genau absehbar, gegründeten Digital Science Centers (DiSC: www.uibk.ac.at/disc).
wie sich das Internet weiterentwickeln wird. Das DiSC wurde Anfang 2019 als interfakultäre Organisationseinheit
Wir wussten vor allem noch nicht, dass es ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Digitalisierung der Wissenschaften an der
mächtige, global agierende Unternehmen wie Universität Innsbruck zu unterstützen und neue, interdisziplinäre Forschung in
Facebook oder Google hervorbringen wird. digitalen Methoden zu entwickeln. Clara Rauchegger erforscht die EU-rechtlichen
Welchen Schutz bietet das EU-Recht derzeit Rahmenbedingungen der Digitalisierung. Sie beschäftigt sich vor allem mit der
vor Hass im Netz? Regulierung digitaler Plattformen und neuer Technologien wie künstlicher Intelligenz.
Rauchegger: Im Moment setzt man noch auf
5

Das Internet kennt keine


Grenzen, braucht aber
mehr denn je verbindliche
Rechtsvorschriften.
Fotos: iStock/Delmaine Donson, Birgit Pichler

Personen rechtlich vorgehen, weil Inhalte net zu sehen bekommen und was nicht. ist, interdisziplinär zusammenzuarbeiten,
auf digitalen Plattformen rasch weiterver- Rechtswidrige und schädliche Inhalte im Netz um die Verbreitung von rechtswidrigen und
breitet werden. Es kann deshalb für die Op- sind nicht nur auf rechtlicher Ebene eine He- schädlichen Inhalten im Netz verhindern zu
fer schwierig sein, sich zum Beispiel gegen rausforderung. können. In meiner Arbeit versuche ich, die
Hasspostings zu wehren. rauchegger: Nein, ganz und gar nicht. Wir rechtlichen und technischen Aspekte zu ver-
Daher geht der „Trend“ nun dahin, direkt haben es mit einer sehr großen Anzahl an binden. Ich bin daher seit Beginn des Jahres
bei den Plattformen anzusetzen und ihnen Online-Inhalten zu tun. Die Herausforderung Teil des Digital Science Centers der Uni Inns-
bestimmte Verpflichtungen aufzuerlegen. Ein bruck. Dort kann ich auf die Expertise von
neues EU-Gesetz soll beispielsweise terroris- Kolleginnen und Kollegen im Bereich künst-
tische Propaganda im Internet verhindern, »Der Trend geht dahin, licher Intelligenz zurückgreifen und im Team
indem Plattformen verpflichtet werden, sol- direkt bei den Plattformen interdisziplinäre Lösungsansätze entwickeln.
che Inhalte rasch zu löschen. Das Hauptau- wie Facebook, Twitter oder Besonders schwierig ist es für künstliche In-
genmerk liegt auf einer möglichst raschen telligenz, Hassbotschaften zu erkennen, da
Reaktion auf Meldungen von entsprechenden
YouTube anzusetzen und ihnen der Kontext der Äußerung eine Rolle spielt. Es
Inhalten durch die Behörden. Es gab auch bestimmte Verpflichtungen kann sich zum Beispiel um Ironie oder Sati-
Überlegungen, die Plattformen von sich aus aufzuerlegen.« re handeln. Außerdem könnte ein selbstler-
prüfen zu lassen, ob ein Inhalt bedenklich ist nendes System bestehende Ungleichheiten
Clara rauChegger
oder nicht. Aber an der Stelle wird es natür- reproduzieren. Menschenrechte wie die Mei-
lich heikel: Es besteht dann die Gefahr, dass nungs-, Informations- und Pressefreiheit,
zu viel herausgefiltert wird, was eine Gefahr ist deshalb, bedenkliche Postings zu finden das Recht auf Nichtdiskriminierung und das
für die Meinungs-, Informations- oder Pres- – und das möglichst rasch. Es werden große Recht auf einen gesetzlichen Richter müssen
sefreiheit darstellt. Außerdem muss man sich Hoffnungen auf die automatisierte Filterung unbedingt gewahrt werden.
auch immer bewusst sein, dass dann private von Online-Inhalten durch künstliche In- Das Interview führte Melanie Bartos.
Unternehmen entscheiden, was wir im Inter- telligenz gesetzt. Das zeigt, wie wichtig es melanie.bartos@uibk.ac.at ◼
6

Auf Ritters Spuren


Schwertschmieden spielten im Mittelalter eine bedeutende Rolle. Sind die
Schmieden in Solingen noch heute weltbekannt, geriet die mittelalterliche
Schwertschmiedehochburg im italienischen Belluno etwas in Vergessenheit.
Wissenschaftler der Uni Innsbruck wollen dies im Rahmen eines
Forschungsprojekts ändern.

D
enkt man an mittelalterliche Schmie- MA, Dissertant am Institut für Archäologien Hochburg der Waffenschmiedekunst wur-
dehochburgen, ist vor allem im der Uni Innsbruck. Er ist der stellvertretende de. Im Forschungsprojekt soll der Weg des
deutschsprachigen Raum Solingen Leiter des Projekts „KLANG – Schwerter von Eisens vom Erz bis zum fertigen Schwert im
vielen ein Begriff. Aber auch in der ehema- Löwen und Adlern“ am Institut für Archäo- Gebiet der ehemaligen Grafschaft Tirol nach-
ligen Grafschaft Tirol und im angrenzenden logie der Uni Innsbruck. Lead-Partner des gezeichnet und mittels moderner Technolo-
Venetien gab es mit Belluno eine bedeutende von der europäischen Interreg-Initiative ge- gien zugänglich gemacht werden. „Die ehe-
Schmiedetradition im Mittelalter und der frü- förderten Projektes ist die italienische Stadt malige Gefürstete Grafschaft Tirol erstreckte
hen Neuzeit“, erklärt Mag. Florian Messner, Belluno, die ab dem späten Mittelalter zur sich vom Gardasee bis nach Kufstein und um-

Blankwaffen des 17. und


18. Jahrhunderts im Schloss
Tratzberg. Das 4. und 5. Schwert von
links (Squadrona und Schiavona)
stammen aus Belluno.
Foto: F. Messner
7

fasste auch Teile der heutigen Provinz Bellu-


no“, erklärt Florian Messner. Im Gebiet um
das heutige Colle Santa Lucia bei Livinallongo
del Col di Lana (Buchenstein) befanden sich
die in der Neuzeit hochgerühmten Eisenmi-
nen von Fursil. Im Mittelalter hatte der Bi-
schof von Brixen das Bergregal über diesen
wichtigen Eisenabbau inne, der besonders
hochwertiges Eisen lieferte: Da es von Natur
aus Mangan enthält, galt es schon seit alters
her als äußerst rostbeständig. So war es ein
idealer Rohstoff für Klingen aller Art.

Reger Handel
Ein Teil des Eisens wurde über die „Eisen-
straße“ durch das Gadertal in die habsbur-
gische Monarchie transportiert, die bischöf-
lichen Kaufleute belieferten aber ebenso die
italienische Region um Belluno, die zur Re-
publik Venedig gehörte. „Aufgrund dieses
Handels entwickelte sich in den Tälern zwi-
schen Fursil und Belluno eine rege Eisen-
industrie. Die Eisenöfen nährten sich vom
Holzreichtum der Region und produzierten
ein hochwertiges Roheisen. Dieses transpor-
tierte man Richtung Süden, wo in und um die
Stadt Belluno zahlreiche Werkstätten für die
Verarbeitung von Eisen entstanden“, erklärt
der Archäologe Florian Messner. Das Eisen
aus Fursil eignete sich für Blankwaffen aller Karte der Grafschaft Alttirols um 1914 in den
Art besonders gut, weshalb nach und nach heutigen Staatsgrenzen. Rot markiert jene Teile, die nach
ganze Dynastien von Messer- und Schwert- dem Ersten Weltkrieg an die Provinz Belluno
schmieden in Belluno entstanden. Die be- fielen. Dort befinden sich auch die ehemals
kanntesten Vertreter dieser Zunft waren die bischöflichen Eisenminen von Fursil.
Brüder Ferrara, Barcelloni oder Pietro di For- Foto: F. Messner, Kartengrundlage: Tirol Atlas, Universität Innsbruck.

micano. „Besonders die Schwerter und Degen


von Andrea Ferrara fanden reißenden Absatz
in den europäischen Herrscherhäusern von Boden steckend – und die verbogene Form
Spanien bis nach Schottland“, weiß Florian weisen laut Messner darauf hin, dass es nicht
Messner. Die Wissenschaftler konzentrieren absichtlich deponiert wurde. Im Zuge ihrer
sich bei ihrer Arbeit vor allem auf den Anfang Arbeit wollen die Wissenschaftler die Ge-
und das Ende der Produktionskette: „Die Ei- schichte des Schwertes noch näher untersu-
senminen von Fursil stellen in diesem Pro- chen und auch in der Fundregion nach wei-
jekt ein wichtiges Bindeglied zwischen Inns- teren Gegenständen suchen.
bruck und Belluno dar. Hier spielt das histo-
rische Tirol eine wichtige Rolle: Zum einen Glücklicher Zufall
gehörte Fursil dem Bischof von Brixen, und
zum anderen wurde dort auf das europaweit Mittelalterliche Schwerter und Waffen
geschätzte Know-how aus dem Bergbauge- sind schon lange Spezialgebiet von Florian
biet um Schwaz zurückgegriffen. Zahlreiche Messner. Schon während seines Geschichte-
Florian Messner mit dem
Knappen aus diesem Gebiet gingen nach Fur- Studiums verfasste er eine Diplomarbeit zur
Schwert, das 1992 in
sil.“ Ihr Einfluss in der Region ist genauso mittelalterlichen Kriegsführung. „Im An-
Santo Stefano di
Forschungsgegenstand wie die Untersuchung schluss daran wollte ich mein theoretisches
Cadore gefunden
und einheitliche Dokumentierung von rund Wissen um praktische Ansätze erweitern,
wurde. Foto: F. Messner
30 ausgewählten Waffen. weshalb ich mich dazu entschied, Archäo-
logie zu studieren“, erklärt Messner. Derzeit
Ein Schwert mit Geschichte arbeitet er gerade an seiner Dissertation zu
lange Schwert datiert nach Untersuchungen Schwertern in Tirol, worauf Projektpartner
Ein erstes interessantes Fundstück konn- der Innsbrucker Archäologen auf die Zeit in Belluno durch Zufall aufmerksam wurden.
ten die Wissenschaftler dazu bereits näher um 1100 und könnte italienischer Herkunft „Nach ersten Gesprächen wurden wir dann
untersuchen: In Santo Stefano di Cadore hin- sein. „Da das Tal, in dem es gefunden wurde, eingeladen, wissenschaftlicher Projektpart-
ter dem Kreuzbergpass haben Pilze-Samm- der einzige Weg ins Dorf war und auch heu- ner zu werden“, freut sich Messner. Geleitet
ler 1992 zufällig ein in der Erde steckendes te noch steinschlaggefährdet ist, gehen wir wird das Projekt in Innsbruck von Univ.-Prof.
Schwert gefunden. „Es wurde damals zwar davon aus, dass der Ritter, dem es gehörte, Harald Stadler am Institut für Archäologien,
restauriert, allerdings nicht weiter bearbei- durch eine Mure oder eine Lawine verschüt- Messner hat eine Dissertationsstelle inne und
tet und im Gemeindesaal ausgestellt“, be- tet wurde“, erklärt Florian Messner. Auch die fungiert als stellvertretender Projektleiter.
schreibt Florian Messner. Das 120 Zentimeter Art, wie es gefunden wurde – senkrecht im susanne.e.roeck@uibk.ac.at ◼
8

Maike Preissing war


mehrere Wochen zu Gast
beim Stamm der Eipo.
Foto: Maike Preissing

Vom Hörsaal . . .
Studieren ist viel mehr, als im Hörsaal zu sitzen, dicke Bücher zu wälzen oder
Klausuren und Arbeiten zu schreiben. Studieren bedeutet immer auch, die gelernte
Theorie in der Praxis zu erproben.

P
raktische Erfahrungen sammeln Stu-
dierende an der Universität Innsbruck
in allen Phasen ihres Studiums und un-
ter unterschiedlichen Rahmenbedingungen:
in Lehrveranstaltungen im Bachelor, als stu-
dentische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
im Master oder in ihren Abschlussarbeiten.
Vier Studierende erzählen von ihren Pra-
xisprojekten, mit denen sie auch einen wich-
tigen Beitrag für Universität und Gesellschaft
leisten.

. . . ins Hochland Papuas

V
on der Steinzeit ins Computerzeitalter
– so lautete der Titel einer Präsenta-
Zur Kultur der Eipo zählen
tion der Psychologie-Studentin Maike
auch ihr Körperschmuck
Preissing, mit der eines ihrer bisher größten
sowie eigene Tänze
Abenteuer begonnen hat. Vorgestellt hat sie
und Gesänge.
Foto: Maike Preissing
darin den Stamm der Eipo, die im Hochland
der Provinz Papua leben und in nur 45 Jahren
die Entwicklung von einem steinzeitlichen
9

hin zu einem nachsteinzeitlichen Lebens- ben dem sensiblen Thema erschwerte auch Deutschland – besser bekannt unter dem Na-
stil mit moderner Technik durchlebt haben. die Sprachbarriere ihre Arbeit. Die Interviews men „SOS-Kinderdörfer weltweit“ – seinen
Gleichzeitig war es aber auch ein Vortrag über wurden auf Indonesisch geführt, das sowohl Sitz hat. Dort präsentierten er und seine Kol-
die Forschungsarbeit ihres Professors Dr. für Preissing als auch für die Eipo, die eigent- leginnen und Kollegen Ende Jänner vor mehr
Wulf Schiefenhövel. Der Mediziner und Hu- lich Mek sprechen, eine Fremdsprache ist. als 20 Personen aus dem Management die
manethologe unterrichtet seit Jahrzehnten Doch es gelang ihr, 50 Interviews zu führen Ergebnisse, die im Wintersemester 2019/20
gemeinsam mit Dr. Gerhard Medicus als und so genügend Material für ihre Masterar- in Kooperation mit dem für die Finanzierung
Gastprofessor an der Universität Innsbruck beit zu sammeln. „Ich bin so dankbar, diese der Kinderdörfer zuständigen Fonds erarbei-
und hat bereits zahlreiche Aufenthalte beim Chance bekommen zu haben. Die Zeit beim tet wurden. Obwohl das Praxisprojekt für den
Stamm der Eipo verbracht. Schon vor der Stamm der Eipo hat mir persönlich unglaub- Bachelorstudenten viel mehr Aufwand be-
Präsentation hat Maike Preissing gemerkt, lich viel gebracht. Eine Zeit lang ohne Inter- deutet als eine schriftliche Abschlussarbeit,
dass dieses Thema sie besonders gepackt hat. net und Telefonempfang zu sein, macht das
„Ich war so nervös wie noch nie, dieses Refe- Leben auf eine gute Art sehr langsam“, sagt
rat vorzubereiten“, sagt die Master-Studen- Maike Preissing. „Es war faszinierend zu se- »Auch wenn es vielleicht nur
tin. Diese Begeisterung erkannte auch Wulf hen, wie Gemeinschaft fernab unserer west-
Schiefenhövel und empfahl ihr kurzerhand, lichen und individualistischen Gesellschaft
ein kleiner Baustein ist, den wir
sich selbst ein Bild vom Leben der Eipo zu funktioniert. Gerade der Umgang mit Kindern liefern können, ist das schon
machen. Aus der vagen Empfehlung wurde und älteren Menschen hat mich beeindruckt. wertvoll.«
schließlich ein Thema für ihre Masterarbeit: Die Reise hat mir klar gemacht, wo wir her-
Laurenz schMid
„How global is the secular trend? Age at me- kommen und wie gut der Mensch eigentlich
narche in postneolithic girls“ lautet der Titel funktionieren würde, wenn wir uns nicht ei-
der Arbeit. „Weltweit zeigt der Trend, dass die nen so unnatürlichen Lebensraum schaffen ist Laurenz Schmid sichtlich begeistert: „An
Menstruation bei jungen Frauen immer frü- würden“, sagt sie weiter. der Uni bekommt man sehr viel theore-
her einsetzt. Professor Schiefenhövel konnte Momentan schreibt Maike Preissing ih- tischen Input und bearbeitet Themen im the-
re Masterarbeit fertig und arbeitet in einem oretischen Kontext. Das Schöne am Marke-
Wohnprojekt des Sozialpsychiatrischen tingkurs ist, dass man die Chance bekommt,
»Es war faszinierend zu Dienstes. Auch ihr Verständnis für psychiat- selbst ins Feld hinauszugehen und etwas aus-
rische Diagnosen, mit denen sie in ihrer Ar- zuprobieren.“ Er besucht wie die zehn wei-
sehen, wie Gemeinschaft
beit konfrontiert ist, wurde durch die Reise in teren Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer
fernab unserer westlichen und den Regenwald verändert. Noch immer wirkt den Vertiefungskurs im Bereich Marketing
individualistischen Gesellschaft der Aufenthalt bei der Psychologie-Studentin bei Univ.-Prof. Oliver Koll und Dr. Mathias
funktioniert.« nach. Sie hinterfragt Alltägliches und hin und Streicher vom Institut für Strategisches Ma-
wieder sehnt sie sich an die entschleunigte nagement, Marketing und Tourismus. „Unser
Maike Preissing Zeit beim Stamm der Eipo zurück. Hauptziel war es, herauszufinden, wie man
es schafft, jüngere Menschen dazu zu bewe-
diese Tendenz auch bei den Eipo, die er vor 45 . . . in die Marktforschung gen, an SOS-Kinderdorf zu spenden“, erklärt
Jahren das erste Mal besuchte, anhand im- Laurenz Schmid die Aufgabenstellung. Um

S
mer jüngerer Mütter beobachten. Dadurch, tudierende der Wirtschaftswissenschaf- zu ermitteln, wie jüngere Menschen, kon-
dass der Stamm lange von der Außenwelt iso- ten entwickelten im Seminar „Markt- kret die Generation der Milliennials, denken
liert war, ist der Einfluss von neuen, externen forschung und Markenentwicklung“ und handeln, wenn es ums Spenden geht, ha-
Faktoren dort besonders gut zu untersuchen“, Ideen, wie man jüngere Menschen als Spen- ben die Studierenden mit Unterstützung von
erklärt Preissing ihr Vorhaben. derinnen und Spender für SOS Kinderdorf ge- Mathias Streicher eine Marktforschungs-
Im Juni des vergangenen Jahres ist die winnen könnte. Laurenz Schmid ist einer da- kampagne entwickelt. Von der Ausarbeitung
Master-Studentin aufgebrochen: zwei Mo- von und erzählt von seinen Erfahrungen. der Interviewfragen über die Auswahl ge-
nate Exkursion nach Papua. Ausgangspunkt Am Ende dieses Seminars hat Laurenz eigneter Orte in Innsbruck und München bis
für die Reise ins Hochland war Jayapura, die Schmid nicht wie üblich eine Seminarar- hin zur Durchführung und Auswertung lag
Hauptstadt der Provinz Papua, Indonesien. beit geschrieben, sondern ist nach München alles in der Verantwortung der Studierenden.
Weil sich die Ankunft ihres Professors ver- gereist, wo der Hermann-Gmeiner-Fonds Fortsetzung auf Seite 10 »
zögert hat, war die Studentin hier die ersten
beiden Wochen auf sich alleine gestellt. Da in
Papua kaum jemand Englisch spricht, kam es
ihr zugute, dass sie bereits sechs Monate vor
der Exkursion begonnen hatte, Indonesisch
zu lernen. Auch der Kontakt zu Forschern am
Anthropologischen Institut der Universität
Cenderawasih in Abepura hat ihr die War-
tezeit verkürzt und geholfen, das Land ken-
nenzulernen. Und dann endlich ging es los
– mit einer kleinen Propellermaschine über
den Regenwald. „Der Flug und die Ankunft in
Eipomek waren unglaublich: Die Bergkette,
der Regenwald und die Einwohner mit ihrer
bunten Kleidung“, beschreibt Preissing die
Landung auf der holprigen und für ihr Gefühl
Abschluss-Gruppenfoto beim
viel zu kurzen Landebahn. Die Feldforschung
Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland
der Psychologie-Studentin in Eipomek be-
in München. Foto: Uni Innsbruck
stand darin, Interviews mit möglichst vielen
Mädchen und jungen Frauen zu führen. Ne-
10

Die Erhebungen in den


Kindergärten sollten für die
Kinder ein Spiel sein.
Foto: iStock/vgajic

„Wir haben in zwei Teams gearbeitet, je- denformate oder Kooperationen betrifft. Die wirklich gute Zeit. Ich habe nicht nur fach-
des Team hat 60 Interviews geführt“, be- große Zufriedenheit bewies sich auch im An- lich profitiert, sondern auch gelernt, Verant-
richtet Laurenz Schmid. Menschen auf der gebot, künftig weiterhin mit der Universität wortung zu übernehmen und mit anderen
Straße, am Bahnhof, am Campus oder im Innsbruck zu kooperieren. zusammenzuarbeiten“, resümiert der gebür-
Park anzusprechen, sei für ihn zunächst ei- tige Grödner, der sowohl seine Orts- als auch
ne Überwindung gewesen, erzählt er. „Man . . . in den Kindergarten Sprachkenntnisse in das Projekt einbrin-
kommt dann aber eigentlich schnell hi- gen konnte. Ziel des von Mehrsprachigkeits-

A
nein und lernt, die Gespräche so zu führen, ls studentischer Mitarbeiter am Ins- expertin Univ.-Prof. Ulrike Jessner-Schmid
dass man zu dem kommt, was man möchte. titut für Anglistik hat Alex Solderer geleiteten Forschungsvorhabens war es, ein
Was sich klar gezeigt hat, ist, dass man in über zwei Jahre an der Studie „MELA ebenso detailliertes wie ganzheitliches Bild
Hinblick auf die Generation Y ganz anders – Mehrsprachig Ladinisch“ mitgearbeitet. der sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten
denken muss“, nimmt Laurenz Schmid ein Das aus insgesamt zehn Studierenden be- von Kindern in mehrsprachigen Kindergärten
Ergebnis vorweg. Um Ideen zu finden, wie stehende Team hat einen wesentlichen Bei- (Deutsch – Italienisch – Ladinisch) in Süd-
man die Millennials erreichen könnte, orga- trag zum erfolgreichen Abschluss der lingu-
nisierten die Studierenden ergänzend zu den istischen Untersuchungen in dreisprachigen
Befragungen eine Fokusgruppen-Diskussion. Kindergärten geleistet. Alex Solderer denkt
»Man hat das Gefühl, etwas
„Es ist kein Geheimnis, dass meine Genera- gerne an die Startphase des Projekts MELA
tion viel Zeit am Smartphone und im Inter- zurück, in der er gemeinsam mit seinen Kol- gesellschaftlich Relevantes
net verbringt. Das war natürlich ein großes leginnen und Kollegen in Gröden und im Ga- geleistet zu haben.«
Thema in der Diskussion“, erläutert Laurenz dertal unterwegs war, um Datenerhebungen
Alex Solderer
Schmid. Die Nutzung von Streaming-Platt- für eine von der Südtiroler Landesregierung
formen wie Twitch sei beispielsweise ein unterstützte Studie in mehrsprachigen Kin-
guter Ansatzpunkt. „Da läuft ein Livestream, dergärten durchzuführen. „Wir hatten eine tirol zu zeichnen. Entsprechend aufwändig
und man kann direkt an den Streamer spen- gestalteten sich auch die Tests, die nach um-
den und dieser bedankt sich dann auch fassender fachlicher Vorbereitung durch die
live. Das funktioniert, weil man Interaktion verantwortlichen Wissenschaftlerinnen und
schafft.“ Wissenschaftler von den Studierenden ge-
Die Präsentation der Forschungsergebnisse plant, vor Ort durchgeführt, erfasst und aus-
in München war für Laurenz Schmid jeden- gewertet wurden. „Wir haben zwölf verschie-
falls ein wichtiger Motivator: „Wir wollten dene Tests mit über 250 Kindern gemacht und
natürlich die bestmögliche Lösung bringen, vier Vergleichsgruppen untersucht: Kinder
die wir in der vorgegebenen Zeit herausar- mit deutscher, italienischer und ladinischer
beiten können. Auch wenn es vielleicht nur Muttersprache in mehrsprachigen Kinder-
ein kleiner Baustein ist, den wir liefern kön- gärten und eine Kontrollgruppe in einem
nen, ist das schon wertvoll.“ Wertvoll fanden einsprachigen, deutschen Kindergarten“, er-
auch die Vertreterinnen und Vertreter vom klärt Alex Solderer das Design der breit an-
Alex Solderer forschte als
Hermann Gmeiner Fonds die Vorschläge der gelegten Studie. Er selbst hat die narrative
studentischer Mitarbeiter
Studierenden, die intensiv diskutiert wurden Kompetenz der Kinder anhand einer Bildge-
im Projekt MELA mit.
und in die künftige Strategie als Input ein- Foto: Eva Fessler
schichte erhoben. „Das Fordernde am Anfang
fließen werden, vor allem, was die stärkere war, dass die Situation für die Kinder ein Spiel
Nutzung sozialer Medien, einfacherer Spen- sein sollte, für mich aber sehr komplex war.
11

Man darf kein Wort zu viel sagen, sonst sind blem, wenn das Know-how verloren geht.“ uns im Team als auch zwischen den einzelnen
die Daten wissenschaftlich nicht mehr re- Insbesondere im Fall von MELA, da gerade Teams der verschiedenen Hochschulen gibt,
levant“, schildert Solderer die anfänglichen ein Folgeprojekt geplant wird, in dem ent- motiviert mich besonders zur Mitarbeit bei
Herausforderungen seiner Arbeit, die er aus- sprechende Tests in der Grundschule durch- CTM. Gerade beim Rennen in Spielberg wird
schließlich in positiver Erinnerung hat. „Die geführt werden. Alex Solderer hofft jeden- einem das bewusst“, sagt Simon Schneider,
Kindergärtnerinnen haben uns sehr unter- falls, dass er als Projektmitarbeiter weiterhin der mit dem Team-Management betraut ist.
stützt, und die Kinder haben sich jedes Mal zum Erfolg der Studie beitragen kann. Das Team funktioniert wie ein kleines Unter-
gefreut, wenn wir wiedergekommen sind“, nehmen. Marketing, Buchhaltung, Entwick-
sagt er mit einem Lachen. . . . auf die Rennstrecke lungsarbeit und auch der Einkauf – alles fin-
Mittlerweile hat Alex Solderer sein Lehr- det in Eigenregie statt. Das kommt auch bei

I
amtsstudium in den Fächern Englisch und m Jahr 2016 haben Studierende der Uni- Unternehmen gut an. „Die Mitarbeit bei CTM
Russisch abgeschlossen. In seiner Diplomar- versität Innsbruck ein Formula-Student- bringt jedenfalls eine Menge praktischer Er-
beit hat er sich vertieft mit der von ihm ge- Team gegründet. Daraus hat sich in den fahrung. Im Unterschied zu Praktika bei Un-
testeten, narrativen Kompetenz von Kindern vergangenen vier Jahren das derzeit 34-köp- ternehmen übernehmen Teammitglieder bei
in einem mehrsprachigen Kontext ausein- fige Team von Campus Tirol Motorsport uns von Anfang an die Verantwortung für
andergesetzt – eine Gelegenheit, über die er (CTM) entwickelt, an dem auch Studierende den ihnen zugeteilten Bereich“, sagt Simon
sehr froh ist: „Der persönliche und der prak- des Management Center Innsbruck, der UMIT Schneider. Mitbringen sollten Interessier-
tische Bezug ist schon sehr wertvoll. Außer- in Hall und der FH Kufstein mitarbeiten. te Zeit und vor allem Motivation. Schneider
dem hat man das Gefühl, etwas gesellschaft- selbst arbeitet Vollzeit bei CTM, wie er sagt,
lich Relevantes geleistet zu haben.“ Ganz manchmal sogar noch ein bisschen mehr. Of-
»Bei uns sind
verknappt zusammengefasst könne man sa- fen ist das Team für alle Interessierten. Be-
gen, dass die deutschsprachigen Kinder in der Studierende aller Fächer reits jetzt arbeiten bei CTM Studierende un-
mehrsprachigen Umgebung weder sprachlich willkommen.« terschiedlicher Fachrichtungen wie Informa-
noch kognitiv schlechter abgeschnitten ha- tik, Physik oder Wirtschaft. „Auch wenn wir
Simon Schneider
ben, antwortet Solderer auf die Frage nach immer mehr Leute aus dem technisch-na-
den Auswertungsergebnissen. „Im Bereich turwissenschaftlichen Bereich brauchen, um
der kognitiven Kompetenzen vielleicht sogar Im Hauptsitz von CTM, am Campus Tech- das Auto zu bauen, sind bei uns auch Studie-
etwas besser“, ergänzt er, betont aber zu- nik der Universität Innsbruck, wird bereits am rende aus sozial- und geisteswissenschaft-
gleich, dass man mit allgemeinen Schluss- zweiten Auto, dem e02, einem 60 kW starken lichen Fächern willkommen“, sagt Schnei-
folgerungen vorsichtig sein müsse. Elektroauto, geschraubt. Fertig werden soll es der. Und zu tun gibt es immer etwas, weiß der
Die Bedeutung, die studentische Arbeit im bis Ende Juli, denn dann findet das große Ös- Mechatronik-Student: „Sei es das Schreiben
universitären Kontext hat, heben die Projekt- terreich-Rennen der Formula Student Austria von Texten für unsere Webseite oder auch die
verantwortlichen von MELA, Univ.-Prof. Ul- (FSA) in Spielberg statt. Bei diesem Wettbe- Organisation von Team-Building-Events, wir
rike Jessner-Schmid und Mag. Emese Malzer- werb ist dann das ganze Team dabei, quasi die sind für alles offen, das mit Einsatz gemacht
Papp, deutlich hervor: „Es ist wirklich von Belohnung für die harte Arbeit, die alle For- wird.“
unschätzbarem Wert, was die Studierenden mula-Student-Teams ehrenamtlich verrich- eva.fessler@uibk.ac.at
geleistet haben, und zugleich ein Riesenpro- ten. „Der Zusammenhalt, den es sowohl bei lisa.marchl@uibk.ac.at◼

Das Ergebnis monatelanger


Arbeit: der e.02, ein 60 kW
starkes Elektroauto.
Foto: Campus Tirol Motorsport
12

Alle Infos zum


Studienstart
Rund 27.000 Studierende besuchen derzeit
Lehrveranstaltungen aus dem breiten Angebot von
129 Studienfächern an den 16 Fakultäten der
Universität Innsbruck. Für das Wintersemester
2020/2021 stehen Studieninteressierten in Innsbruck
alle Möglichkeiten offen.

A
uch im kommenden Studienjahr ge- Psychologie
hören Zugangsbeschränkungen an der
Universität Innsbruck bis auf die ge- Für das Bachelor- und Masterstudium Psy-
setzlich vorgeschriebenen Ausnahmen der chologie führt die Universität Innsbruck in
Vergangenheit an: Wer studieren will, soll enger Abstimmung mit der Universität Salz-
auch einen Platz bekommen. Bereits im Stu- burg ein österreichweit einheitliches Auf-
dienjahr 2019/2020 wurden die meisten Auf- nahmeverfahren durch: Studieninteressier-
nahmeverfahren ausgesetzt. „Als Universi- te müssen sich im ersten Schritt zwischen 1.
tät sahen wir uns vor die Frage gestellt: Wie März und 15. Juli über LFU:online registrieren
bekommen wir die ‚richtigen‘ Studierenden und einen Kostenbeitrag von 50 Euro bezah-
in die für sie ‚richtigen‘ Studien und wie be- len. Sollten die eingegangenen Anmeldungen
geistern wir sie und sie sich für ihr Studium? bis zum Ablauf der Registrierungsfrist die
Unser Ansatz war: Wir wollen allen jungen Anzahl der zur Verfügung stehenden Studi-
Menschen eine Chance bieten. Deshalb stel- enplätze – 260 im Bachelorstudium und 40
len wir ihnen keine unnötigen Hürden in den im Masterstudium – überschreiten, finden fächer. Für die Fächer Bewegung und Sport,
Weg“, betont der Vizerektor für Lehre und am 25. und 26. August schriftliche Aufnah- Bildnerische Erziehung, Instrumentalerzie-
Studierende, Bernhard Fügenschuh. Dieser meprüfungen statt. Der Prüfungsstoff für alle hung und Musikerziehung müssen die ange-
Weg soll nun auch im kommenden Studien- von Aufnahmeverfahren betroffenen Studien henden Studierenden, wie bereits in den ver-
jahr 2020/2021 fortgeführt werden und so wird auf der Homepage der Universität Inns- gangenen Jahren üblich, eine Ergänzungs-
bleiben die Aufnahmeverfahren vor Zulas- bruck veröffentlicht. prüfung der körperlich-motorischen Eignung
sung für die Bachelorstudien Architektur, bzw. über ihr künstlerisches Können ablegen.
Biologie, Informatik, Pharmazie und Wirt- Lehramt Seit dem Wintersemester 2019/20 besteht
schaftswissenschaften sowie für das Di- auch die Möglichkeit eines Erweiterungsstu-
plomstudium Internationale Wirtschafts- Auch für das gemeinsame Lehramtsstu- diums für Absolventinnen und Absolventen
wissenschaften weiterhin ausgesetzt. Einzig dium der Kirchlichen Pädagogischen Hoch- sechssemestriger Bachelorstudien an Päda-
für das Bachelor- und Masterstudium Psy- schule – Edith Stein, der Pädagogischen gogischen Hochschulen für das Lehramt an
chologie sowie für das Lehramtsstudium in Hochschule Tirol, der Pädagogischen Hoch- Neuen Mittelschulen. Diese haben vor der Zu-
allen Unterrichtsfächern müssen sich Stu- schule Vorarlberg, der Universität Inns- lassung zum Masterstudium für das Lehramt
dieninteressierte aufgrund der gesetzlichen bruck und der Universität Mozarteum Salz- Sekundarstufe Allgemeinbildung ein Erwei-
Bestimmungen vorzeitig registrieren. Für alle burg müssen sich Studieninteressierte zwi- terungsstudium zu absolvieren.
anderen Studien gilt für künftige Studierende schen 2. März und 15. Mai über die Homepage
lediglich die verpflichtende Online-Bewer- www.zulassunglehramt.at registrieren und Mehr Gestaltungsmöglichkeiten
bung, die während des ganzen Jahres mög- online ein Selbsterkundungsverfahren (Ca-
lich ist. Dabei werden neben den persönlichen reer Counseling for Teachers - CCT) absol- An der Universität Innsbruck werden der-
Daten auch alle benötigten Dokumente (Rei- vieren. Im Anschluss daran wird ihnen ein zeit unter dem Motto „Curricula neu“ die
feprüfungszeugnis oder Bachelorabschluss- Termin für einen computergestützten Per- Studien neu gestaltet. „Im Rahmen dieser
dokumente, Reisedokument, gegebenenfalls sönlichkeitstest, der vor allem auf die sozi- Initiative versuchen wir, die Curricula – al-
auch ein Deutschnachweis) und ein Passfoto alen Kompetenzen der angehenden Lehre- so die Studienpläne – so umzugestalten,
über LFU:online hochgeladen. Die Zulassung, rinnen und Lehrer abzielt, zugeteilt. Auch dass Universität wieder zur Universität wird
bei der man sich im Anschluss persönlich an hier muss ein Kostenbeitrag von 50 Euro ge- und die Studierenden ihr Studium wieder in
der Universität einschreiben muss, ist für das leistet werden. Diese Regelung betrifft al- die eigene Hand nehmen können. Hier sind
Wintersemester 2020/2021 vom 6. Juli bis 5. le im Verband LehrerInnenbildung – WEST wir als Volluniversität mit unserem breiten
September 2020 möglich. (www.lb-west.at) angebotenen Unterrichts- Fächerangebot besonders gefordert“, erläu-
13

Im Wintersemester 2020/2021
stehen Studierenden an der
Universität Innsbruck
alle Möglichkeiten offen.
Foto: Birgit Pichler

tert Vizerektor Fügenschuh. Künftig soll es intensiver zu beschäftigen. Die Vertiefungen Lehre ein. Insgesamt über 120 Bachelor-, Di-
für alle Studien auf Bachelor- und Master- richten sich entlang der Forschungsschwer- plom-, Lehramts-, Master- und Doktoratsstu-
ebene möglich sein, eigene Schwerpunkte punkte, -plattformen und -zentren der Uni- dien sowie PhD-Programme stehen Studien-
zu setzen. Diese können durch Ergänzungen, versität. Mit dem Studienjahr 2020/2021 wird interessierten dabei zur Verfügung. Das Stu-
einen Auslandsaufenthalt oder durch ein es (vorbehaltlich der Beschlüsse der zustän- dienangebot wird laufend erweitert, um auch
Praktikum gefüllt werden. Die ersten 19 Er- digen Gremien) auch im Masterstudium Phy- auf aktuelle Anforderungen der Gesellschaft
gänzungen werden seit dem Wintersemester sik die Möglichkeit zur Vertiefung geben, z. B. zu reagieren. So starteten im Herbst 2019 das
2018/2019 von den Sprach-, Literatur-, Kul- im Bereich Quantum Engineering. Masterstudium Chemieingenieurwissen-
tur- und Medienwissenschaften angeboten. schaften und das Masterstudium Nachhaltige
Das Ergänzungspaket im Bereich Digital Sci- Angebot am Puls der Zeit Regional- und Destinationsentwicklung (mit
ence steht bereits seit dem Wintersemester Vertiefungsmöglichkeiten), das gemeinsam
2019/2020 für viele Studien zur Verfügung, im An den 16 Fakultäten der Universität Inns- mit der UMIT an den Standorten Hall, Inns-
kommenden Studienjahr soll es weiter ausge- bruck forschen und lehren Wissenschaft- bruck und Landeck angeboten wird. Ebenfalls
baut werden. Eine weiteres Ergänzungspaket lerinnen und Wissenschaftler in den ver- neu seit dem Wintersemester 2019/2020 sind
zum Thema Nachhaltigkeit steht kurz vor schiedensten Bereichen der Architektur, die Curricula für das Bachelor- und Master-
der Finalisierung. Bereits jetzt sind Elemente Bauingenieurwissenschaften, Geisteswis- studium Architektur, das Bachelorstudium
daraus über die Interdisziplinären und Ge- senschaften, Naturwissenschaften, Rechts- Psychologie sowie das Bachelorstudium Bio-
nerischen Kompetenzen verfügbar, die dann wissenschaften, Sozial- und Wirtschafts- logie, die die Studien noch attraktiver gestal-
für die Ergänzung anrechenbar sind. Ab dem wissenschaften sowie Theologie. Mit einem ten und die Studierbarkeit wesentlich erhö-
Wintersemester 2020/2021 wird es (vorbe- breiten Studienangebot, ausgezeichneten hen. Um die in einem ordentlichen Studium
haltlich der Beschlüsse der zuständigen Gre- Forscherinnen und Forschern sowie einem erworbenen Kompetenzen darüber hinaus zu
mien) auch für Studierende des Bachelorstu- umfassenden Weiterbildungsangebot bietet erweitern, steht seit dem letzten Studienjahr
diums Politikwissenschaft möglich sein, eine die Universität Innsbruck damit (Aus-)Bil- für ausgewählte Studien ein Erweiterungs-
Ergänzung zu absolvieren. dung auf höchstem Niveau. Die Studierenden studium in Informatik zur Verfügung (wei-
Der selbst gewählte Schwerpunkt kann aber profitieren in allen Ausbildungsphasen von tere Informationen dazu auf 14/15).
nicht nur mittels Ergänzungen in die Breite der forschungsgeleiteten Lehre an der Uni Alle Informationen zum Studienange-
gehen, sondern gibt Studierenden, falls ge- Innsbruck. Durch den Unterricht, gehalten bot und zur Anmeldung finden Sie unter
wünscht, auch die Möglichkeit, sich mit dem von aktiven Forscherinnen und Forschern, www.uibk.ac.at/studium.
eigenen Fach im Rahmen einer Vertiefung fließen die neuesten Ergebnisse direkt in die susanne.e.roeck@uibk.ac.at ◼
14

Studienangebote
mit Zukunft
Mit dem vergangenen Wintersemester hat die Universität Innsbruck die
Möglichkeiten für Studierende um innovative Angebote erweitert. Neben den
Masterstudiengängen „Nachhaltige Regional- und Destinationsentwicklung“ und
„Chemieingenieurwissenschaften“ stehen Studierenden seit Herbst auch eine
Ergänzung „Digital Science“ sowie eine ambitionierte Zusatzausbildung in der
Informatik offen.

Rüstzeug für die vorgesehen, neben der Ergänzung Digital Institut für Informatik bietet diese ambitio-
Digitalisierung Science in Zukunft weitere Angebote in das nierte Zusatzausbildung seit dem Winterse-
Lehrprogramm des Digital Science Centers mester 2019/2020 an. Gestartet ist das Pro-

M
it Beginn des Wintersemesters (DiSC) aufzunehmen. Nähere Informationen gramm, das sich aus Lehrveranstaltungen
2019/2020 fiel der offizielle Start- finden Sie unter www.uibk.ac.at/disc. des regulären Informatikstudiums zusam-
schuss für die Ergänzung „Digital mensetzt, mit rund 80 Studierenden. Der Fo-
Science“, die Teil der Digitalisierungsoffen- Ambitionierte kus liegt auf den Bereichen Software- und
sive der Universität Innsbruck ist und Studie- Data Engineering. Die Anmeldung zum Er-
Zusatzausbildung
rende aller Fachrichtungen auf eine digitali- weiterungsstudium Informatik setzt die Zu-

A
sierte Zukunft vorbereitet. Vermittelt werden uch für all jene, die sich zusätzlich zu lassung oder den bereits erfolgten Abschluss
Methoden für die computergestützte Daten- ihrem regulären Studium fundierte bestimmter Bachelor-, Master- oder Diplom-
analyse. Besonders gut kommen bei den rund Kenntnisse in der Informatik aneignen studien voraus. Im zu erweiternden Studi-
140 Studierenden, die derzeit Kurse der Er- wollen, gibt es mit dem Erweiterungsstudium um müssen bereits mindestens 30 ECTS-AP
gänzung belegen, die Einsteigermodule Ein- Informatik das entsprechende Angebot. Das erbracht worden sein. Haben Studierende
führung in die Programmierung und Aspekte
der Digitalisierung an. Insgesamt umfasst das
Ergänzungspaket fünf Module, wobei Studie-
rende entweder das ganze Paket (im Umfang
Mit der Ergänzung „Digital Science“
von insgesamt 30 ECTS-Punkten) in ihren
oder dem Erweiterungsstudium
Studiengang integrieren oder ganz flexibel
Informatik haben Studierende die
individuelle Kurse belegen können. Thema-
Wahl, grundlegende Kenntnisse
tisch beschäftigen sich die Veranstaltungen
der Programmierung und
mit Programmierung, Datenmanagement,
Datenanalyse zu erlernen oder
Datenanalyse und Aspekten der Digitalisie-
eine vertiefte Ausbildung in
rung und verfolgen einen praxisorientierten
der Informatik zu belegen.
und modernen Ansatz. Joanna Chimiak-Opo- Foto: Birgit Pichler
ka, Lehrkoordinatorin am DiSC und selbst
Dozentin für die Programmiersprache Py-
thon, meint dazu: „Ich befürworte learning
by doing und bin der Meinung, dass die Lern-
inhalte sowohl relevant als auch praxisnah
sein sollten.“ Auch methodisch setzt die Er-
gänzung auf digitale und innovative Lehr-
konzepte: Virtuelle Lernumgebungen helfen
dabei, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse
der Studierenden, die aus allen Fakultäten
zusammenkommen, einzugehen und rasches
Feedback geben zu können.
Aufgrund der hohen Nachfrage soll das
Kursangebot sukzessive weiter ausgebaut
und breiter aufgestellt werden. Dazu ist auch
15

Gefallen an der Informatik gefunden, kön-


nen sie sich die absolvierten Kurse komplett
für das reguläre Bachelorstudium Informatik
anrechnen lassen. Nähere Informationen fin- Studierende der Chemieingenieurwissen-
den Sie unter http://bit.ly/es-informatik. schaften beschäftigen sich mit der
möglichst kostengünstigen, energie-
effizienten und umweltschonenden
Neue Perspektive für Herstellung von Materialien.
Chemiestudierende Foto: Gerhard Berger

W
ie können Materialien möglichst
kostengünstig, energieeffizient
und umweltschonend hergestellt
werden? Dieser und ähnlichen Fragen gehen
seit dem Wintersemester 2019/2020 acht Stu-
dierende im neu geschaffenen Master Che-
mieingenieurwissenschaften nach, der Stu-
dierenden die Möglichkeit einer technischen
Richtung in der Chemie bietet. „Aufbauend
auf der chemischen Grundlagenforschung,
die bei uns an der Fakultät betrieben wird,
konzentriert sich die technische Chemie da-
rauf, diese auf einem industriellen Maßstab
umzusetzen“, beschreibt Dekan Hubert Hup-
pertz den Mehrwert des neuen Studiums. Die
Einrichtung dieses Studiums in Innsbruck ist
zukunftsweisend, denn gerade die technische
Chemie erlebt einen regelrechten Boom. Mit
ein Grund dafür ist die Abkehr von einer auf Chemieingenieurwesen und Materialpro- Über die betriebliche
fossilen Grundstoffen basierten Chemie, die zesstechnik abgeschlossen. In den nächsten Position hinaus
bisher dominierend war, hin zu nachhaltigen fünf Jahren wird das international tätige Un-

N
Prozessen, die im Rahmen dieses Studiums ternehmen mit Sitz in Schwaz rund zwei Mil- achhaltige und langfristige Entwick-
gelehrt werden sollen. Mit der Einführung des lionen Euro in die Kooperation mit der Fakul- lungsstrategien für den Tourismus
neuen Masters wird auch ein neues Institut tät für Chemie und Pharmazie investieren: vermittelt ein neuer Masterstudien-
für Chemieingenieurwissenschaften einge- 1,6 Millionen für die Stiftungsprofessur und gang, der mit dem Wintersemester 2019/2020
richtet, an dem die Forschungsschwerpunkte weitere 400.000 Euro an zweckgebundenen gestartet ist. Das Studium stellt die logische
„Materialprozesstechnik“, „Chemische Re- Mitteln, zum Beispiel für die Schaffung von Fortsetzung des Bachelors „Wirtschaft, Ge-
aktionstechnik“ sowie „Thermische Trenn- Dissertationsstellen. Eine zweite am Institut sundheits- und Sporttourismus“ dar, richtet
verfahren“ abgedeckt werden. Bereits im geplante Professur – gestiftet vom Land Tirol sich aber auch an Studierende einschlägiger
Vorfeld haben die Universität Innsbruck und – wird sich mit der Thermischen Verfahrens- wirtschaftswissenschaftlicher Bachelor-
die ADLER-Werk Lackfabrik einen Vertrag technik befassen. Nähere Informationen fin- und Diplomstudien sowie an Studierende
zur Einrichtung einer Stiftungsprofessur für den Sie unter http://bit.ly/ma-chemieingenieur. aus den Bereichen Geographie, Tourismus
und Freizeit. „Der Horizont dieses neuen
Studienangebots geht bewusst über die be-
triebliche Position hinaus und bezieht das
komplexe Netzwerk regionaler Akteure in
Der Master „Nachhaltige Regional- und
Tourismusregionen ein“, beschreibt Gott-
Destinationsentwicklung“ stellt die
fried Tappeiner, Studiendekan der Fakultät
logische Fortsetzung des Bachelors
für Volkswirtschaft und Statistik, den neu-
„Wirtschaft, Gesundheits-
en Master. So setzen sich die derzeit 18 Stu-
und Sporttourismus“ dar.
Foto: Gerhard Berger
dierenden damit auseinander, welche wirt-
schaftlichen, gesellschaftlichen und ökolo-
gischen Potenziale genutzt werden können
und welche Voraussetzungen geschaffen
werden müssen, um als Tourismus-De-
stination langfristig erfolgreich zu sein.
Neben einem kleinen Pflichtteil der Fächer
Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft und
Destinationsforschung besteht das Studium
aus einem umfassenden Wahlfachkatalog
mit Spezialisierungen in viele Richtungen,
wie beispielsweise Gesundheit, Sport, Digi-
tale Märkte, oder Schwerpunkten in den Be-
reichen Planung, Recht und vielen mehr. Wer
möchte, kann außerdem das dritte Semester
im Ausland verbringen. Nähere Informati-
onen finden Sie unter http://bit.ly/ma-regio-
nal-destinationsentwicklung.
lisa.marchl@uibk.ac.at ◼
16

Orientierung bei der


Studiensuche bietet die
Zentrale Studienberatung der
Uni Innsbruck.
Foto: Universität Innsbruck

Erste Anlaufstelle für


alle Fragen zum Studium
Welches Studium ist das richtige? Bei wem muss man sich anmelden?
Wie ist das Studium aufgebaut? Bei allen diesen Fragen kann die
Zentrale Studienberatung helfen.

D
ie Zentrale Studienberatung an der Beratung an der Universität über Auftritte dierende geht. Eine enge Zusammenarbeit
Universität Innsbruck ist zugleich an Schulen und bei Messen bis zu umfang- gibt es auch mit anderen Servicestellen der
erster Anlaufpunkt und Schnitt- reichen Online-Angeboten. Universität: darunter zum Beispiel das Bü-
stelle in viele Bereiche in- und außerhalb Und die Studienberatung vermittelt auch ro für Südtirolagenden, das Büro der Behin-
der Universität: Das Team bietet eine Rei- weiter, etwa, wenn es um Studienbeihil- dertenbeauftragten und die Studienabtei-
he von Services für Studieninteressierte – fen oder Informationen über Kinderbeihil- lung.
das Repertoire reicht von der persönlichen fe oder Wohnmöglichkeiten für neue Stu- stefan.hohenwarter@uibk.ac.at ◼
17

Studienberatung auf Termine für Hilfe online


Bildungsmessen Einzelberatungen
Neben zahlreichen persönlichen Be-
ratungsangeboten erweitert die Uni-
versität Innsbruck auch laufend ihr On-
Etwa monatlich ist das Team der Stu- Mehr als 1000 Studieninteressierte line-Beratungsangebot, etwa durch den
dienberatung auf größeren Bildungs- wenden sich jedes Jahr ganz direkt und StudyTest und den Chatbot Leo. Der Stu-
messen in Österreich, Südtirol und im persönlich an die Studienberatung: Von dyTest, den die Universität Innsbruck
süddeutschen Raum vertreten: Beim angehenden Maturantinnen und Matu- gemeinsam mit Zeit Online anbietet, er-
Stand der Universität Innsbruck auf die- ranten mit oder ohne Eltern über Stu- stellt ein individuelles Interessensprofil
sen Messen – eine der in Österreich be- dierende, die Informationen zum Bei- und zeigt so, welches Studium der Uni
kanntesten ist etwa die BeSt³, die Ende spiel zu einem Studienwechsel suchen Innsbruck das richtige ist. Insgesamt
dieses Jahres wieder in Innsbruck statt- bis hin zu Pensionistinnen und Pensio- umfasst der StudyTest 72 kurze Fragen,
finden wird – gibt es ausführliche In- nisten, die mehr über ein Seniorenstu- die in rund 15 Minuten beantwortet wer-
formationen zu allen Angeboten der Uni dium wissen wollen, die Studienbera- den. Komplett kostenfrei, unverbindlich
Innsbruck, einerseits persönlich, aber tung ist für alle die erste Anlaufstelle. und anonym wird aus den Antworten
natürlich auch in Form von Broschüren Persönliche Termine zu jeweils einer ein umfassendes und individuelles In-
und Flyern zum Mitnehmen. Diese Mes- Stunde können bequem online ver- teressensprofil erstellt und werden pas-
seauftritte werden ergänzt durch den einbart werden, außerdem sind Bera- sende Studienangebote aufgezeigt. Mit
Tiroler Hochschultag, der alle zwei Jah- tungs-Telefonate oder der Kontakt via dem StudyTest sind alle Studiengänge
re direkt an der Uni Innsbruck stattfin- E-Mail möglich. Alle Informationen zu der Universität Innsbruck als erste Uni
det, das nächste Mal 2021 (im Bild links den Kontaktmöglichkeiten gibt es unter in Österreich außerdem auch in die Zeit-
der Tiroler Hochschultag 2019). www.uibk.ac.at/studienberatung. Online-Suchmaschine für Studiengän-
ge eingebunden und leichter auffindbar.
Seit vergangenem Jahr sind die Seiten
der einzelnen Studiengänge zudem neu
gestaltet auf der unieigenen Website
online und bieten für jeden Studiengang
übersichtliche Informationen. Dane-

Schulen und
ben bietet der selbstlernende Chatbot
Leo auf allen studienbezogenen Web-
Schulklassen sites der Uni Innsbruck rund um die Uhr
Auskunft zu studienrelevanten Fragen:
Zulassungsfristen, Aufnahmeverfah-
Für Schulen gibt es mehrere Angebote ren oder Studienorganisation – kein
der Zentralen Studienberatung: Einer- Problem für den Chatbot. Und sollte er
seits organisiert das Team Führungen die Antwort einmal nicht wissen, dann
für Schulklassen ab der 7. Schulstufe an hilft das Team der Studienberatung
allen Campusstandorten der Universi- gerne per E-Mail, Telefon oder in einem
tät Innsbruck, von der Technik über den persönlichen Beratungsgespräch wei-
Innrain bis zur SOWI. Ab der 11. Schul- ter und kann zu Bürozeiten auch direkt
Das Team der
stufe, wenn es langsam ernster wird im Chat antworten. Alle Infos: studytest.
Studienberatung.
mit Matura-Vorbereitungen, kommt die Foto: Universität Innsbruck
uibk.ac.at und www.uibk.ac.at/studium.
Studienberatung auch gern direkt in die
Klasse, informiert über Studienmög-
lichkeiten und stellt die Welt von Wis-
senschaft und Forschung vor. Hier sind
verschiedene Formate möglich: Eine
ausführliche, ein bis zwei Schulstun-

talentescout-tirol
den lange Informationsveranstaltung
über die Möglichkeiten an der Univer-
sität Innsbruck einerseits, aber auch
ein Überblick über die Studienmöglich- Bildung wird in Österreich immer tet deshalb einerseits persönliche Bera-
keiten im Verbund der Tiroler Hoch- noch stark vererbt – wer Eltern hat, die tungen, gemeinsam mit der „Jungen Uni“
schulen, die dann ebenfalls mit Vertre- ein Studium abgeschlossen haben, geht aber auch Workshops an Schulen und in
terinnen und Vertretern an die Schule selbst mit viel höherer Wahrscheinlich- Jugendzentren an, um das „System Uni“
kommen. Die Studienberatung nimmt keit studieren als Jugendliche aus Nicht- auch Jüngeren näherzubringen – etwa
auch gerne an schulinternen Bildungs- Akademiker-Haushalten. Die Universität zum Thema „Wie geht studieren?“ für
messen teil. Jedes Jahr finden 40 bis 60 Innsbruck betreibt daher das vom Land Kinder ab sechs Jahren. Daneben werden
Führungen oder derartige Schulbesuche Tirol geförderte Projekt „talentescout- auch talentierte und motivierte Schüle-
im Einzugsgebiet der Universität Inns- tirol“: Ziel ist, Jugendliche, die als Ers- rinnen und Schüler gefördert, etwa im
bruck statt. Interessierte können sich te in der Familie studieren möchten, bei Rahmen des Projekts „SchülerInnen an
via E-Mail nach Terminen erkundigen: der Aufnahme eines Studiums zu beraten die Hochschulen“.
studienberatung@uibk.ac.at. und zu begleiten. Der Talentescout bie- Kontakt: talentescout@uibk.ac.at.
18

Wiedergeburt
den ersten Blick eine leichtere Bearbeitung
erlauben, in weiterer Folge aber zu Schäden
führen können“, verdeutlicht Diekamp. Das

von Kachelöfen
eigentlich sehr stabile Kachelmaterial kann
durch eine falsche Lagerung, Einwirkungen
von außen oder durch eine falsche Behand-
lung bei der Restaurierung beschädigt wer-
den. Im Kurs sollen die Teilnehmenden ler-
nen einzuschätzen, ob und wie Schäden am
Ofen restauriert werden können. Unterstützt
von der Wissenschaft stehen ihnen hier viele
neue Möglichkeiten offen. Vor allem das Ar-

Ein Kachelofen spendet Wärme, ist Zeuge seiner Zeit, beiten und Versetzen der Kacheln mit Lehm
ist für die Restaurierung wichtig. „Früher
Ausdruck von Kultur und ein Kunstwerk. Hafnerinnen wurde an vielen Öfen mit diesem Materi-
al gearbeitet. Lehm hat den Vorteil, dass er,
und Hafner sind nicht nur damit beauftragt, neue Öfen mit Wasser verbunden, wieder leicht abgelöst
werden kann. So kann der Ofen möglichst
zu entwerfen und zu bauen, sondern auch, historische reversibel zerlegt, gereinigt und restauriert
werden“, veranschaulicht der Hafnermeister.
Öfen zu erhalten und zu restaurieren. Bewusstsein zu schaffen für die unterschied-
lichen Materialien und zu vermitteln, dass
viele Schäden mit der richtigen Handhabung
reparierbar sind, ist der Leiterin und dem
Leiter des Uni-Kurses ein Anliegen.

R
isse in Kacheln, Absplitterungen der allem in den Bereichen von historischen Gla-
Keramik oder sich lösende Kacheln – suren, Material- und Formentechniken sowie Kunstwerke
Schäden können am beliebten Wärme- die Analyse von Schadensprozessen zu ver-
spender viele entstehen. Um komplexe Scha- tiefen, ist das Ziel der Weiterbildung. Ein Kachelofen ist Gebrauchsgegenstand
densprozesse nachzuvollziehen, Kacheln und gleichzeitig Kunstwerk. Um Öfen fach-
fachkundig zu retuschieren oder historische Über Jahrhunderte kundig zu restaurieren, müssen die Hand-
Öfen zu reinigen und wiederaufzubauen, ist werkerinnen und Handwerker auch den
ein spezielles Wissen und viel Feingefühl er- Die Beliebtheit von Kachelöfen hat sich Standards und Vorgaben der Denkmalpflege
forderlich. Damit besondere Öfen erhalten über Jahrhunderte erhalten. „Heute ist der gerecht werden. „Viele Kachelöfen sind wah-
bleiben, startet im Frühjahr zum wiederhol- Kachelofen ein High-Tech-Gerät. Von den re Schmuckstücke! Manchmal gelingt es uns,
ten Mal der Universitätskurs „Restaurierung Möglichkeiten, das Feuer über das Smart- Objekte, die aus baulicher Situation zerstört
historischer Kachelöfen“ an der Universität phone zu entzünden, bis hin zu modernster werden müssten, für das Tiroler Volkskunst-
Innsbruck. Der Kurs wird im kommenden Verbrennungstechnik erfüllt ein Ofen alle museum zu retten“, so Moser. Die Handwer-
Frühjahr berufsbegleitend über drei Semester Wünsche“, so Moser. Durch den Fokus auf die kerinnen und Handwerker sind also nicht nur
angeboten. Anja Diekamp forscht am Ins- Entwicklung von neuen Techniken und Me- damit betraut, Öfen zu bauen, sondern auch,
titut für Konstruktion und Materialwissen- thoden seien einige der historischen Hand- Kunstwerke zu erhalten. „Damit einher ge-
schaften in der Abteilung Materialtechno- werkstechniken verloren gegangen. „Dieses hen auch rechtliche Fragen wie zur Versi-
logie und leitet gemeinsam mit Erich Moser, Wissen ist aber unbedingt notwendig, um cherung der wertvollen Öfen, beispielsweise
Landesinnungsmeister der Hafner, den Kurs. Öfen reversibel, also mit minimalen Eingrif- für den Transport in die Werkstatt“, verdeut-
„Zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Hand- fen, zu restaurieren und die Materialien auch licht Diekamp, die vertieft, dass Hafnerinnen
werkerinnen und Handwerker sollen in Koo- über weitere Jahrhunderte zu erhalten“, ver- und Hafner bei der Restaurierung nicht nur
peration mit wissenschaftlichen Erkenntnis- deutlicht der Hafnermeister. „Im Bemühen, den Ofen, sondern das gesamte Bauwerk im
sen neue Möglichkeiten für ihren Berufsweg eine Arbeitserleichterung zu schaffen, hat die Blick haben müssen. Die für die Restaurie-
entstehen“, erläutert Moser. Das Wissen, vor Industrie Materialien produziert, die zwar auf rung Verantwortlichen müssen auch die Zu-

Im Universitätskurs lernen die Die Restaurierung erfordert viel Geschick und


Hafnerinnen und Hafner Techniken Feingefühl sowie ein gutes Verständnis für die
und Methoden zur Restaurierung Zeit, in der die Öfen entstanden sind.
von Kachelöfen. Foto: Claudia Egg Foto: Claudia Egg
19

sammenhänge mit dem Ensemble, in dem


sie sich befinden, einschätzen können. „Ist
der Ofen Teil einer Stube, dann darf er, wenn
überhaupt, nur in Verbindung mit seiner Um-
gebung verändert werden“, erläutert Moser,
der betont, dass hier nicht nur ein Handwerk
ausgeführt wird, sondern zudem auch Fragen
mit dem Denkmalamt geklärt werden müs-
sen. „Den hohen Bedarf an Restauratorinnen
und Restauratoren für historische Kachelöfen
können wir mit den derzeit Ausgebildeten
nicht decken“, so Moser, der sich darüber
freut, dass in Kooperation mit der Uni Inns-
bruck nun wieder Expertinnen und Experten
dieses Faches ausgebildet werden.

Aus der Praxis


Öfen sind mehr als nur eine Wärmequel-
le und deswegen auch besonders schützens-
wert. Die Erhaltung der historischen Bausub-
stanz und die Pflege der materiellen Werte ist
das Ziel des Universitätskurses „Restaurie-
rung historischer Öfen“. Die Aus- und Wei-
terbildung in einem Universitätskurs ist in
dieser Weise einzigartig in Österreich und
bietet besonders durch die Vernetzung mit
unterschiedlichen Fachdisziplinen der Uni-
versität Innsbruck, dem Bundesdenkmal-
amt und der Landesinnung der Hafner, Plat-
ten- und Fliesenleger und Keramiker einen
besonders nachhaltigen Aspekt. Gleichzeitig
wird durch die teilnehmenden Institutionen
ein hoher Ausbildungsstandard geboten, der
auch internationalen Ansprüchen entspricht.
Direkt aus der Praxis erhält Diekamp von den
Hafnerinnen und Hafnern interessante Fra-
gestellungen, die sie versucht, wissenschaft-
lich zu beantworten und auch in ihre Vorle-
sungen und Projekte einzubauen. Der direkte
Austausch von Wissenschaft und Praxis ist
für alle Beteiligten ein großer Gewinn. „Ver-
bindet man den unglaublichen Wissensschatz
Der Universitätskurs
auf der Universität mit dem handwerklichen
„Restaurierung historischer
und technischen Wissensschatz aus der Pra-
Kachelöfen“ startet erneut
xis, dann entsteht für beide Seiten ein rie-
im Frühjahr 2020.
siger Mehrwert“, freut sich Moser über die Foto: Die Fotografen/Charly Lair
bereichernde Kooperation.
daniela.puempel@uibk.ac.at ◼

Weiterbildung auf höchstem Niveau


Neben den regulären Studienfächern Ein spezieller Fokus der universitären hochschulen und der praxisorientierten
werden berufsbegleitend Lehrgänge, Kurse Weiterbildung ist neben den traditionellen Anwendung in der Wirtschaft gestärkt. Ins-
und Seminare für alle angeboten, die ihre Angeboten von Universitätslehrgängen und gesamt stehen Menschen, die Neues wagen
fachspezifischen Kompetenzen aktualisie- -kursen zunehmend die Kooperation mit und ihren persönlichen wie beruflichen Ho-
ren, weiterentwickeln oder neue Aspekte Firmen. In von der Österreichischen For- rizont erweitern wollen, über 50 Universi-
ihres Berufsfeldes kennen lernen möchten. schungsförderungsgesellschaft geförderten tätslehrgänge und -kurse im Rahmen der
Sich neuen Herausforderungen zu stellen, Qualifizierungsnetzen und -seminaren universitären Weiterbildung an der Uni In-
sich weiterzuentwickeln und weiterzuler- werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nsbruck zur Verfügung.
nen ist eine Chance für Berufseinsteige- von Unternehmen gezielt für ihre beruf- Alle Informationen und das vollstän-
rinnen und -einsteiger, aber auch für be- lichen Bedürfnisse geschult und der Wis- dige Angebot finden Sie im Internet unter:
reits Erfahrene. senstransfer zwischen Universitäten, Fach- www.uibk.ac.at/weiterbildung
20

Die Academy of Art in Hangzhou lud Ende letzten Jahres bedeutende internationale Kultur- und
KunstwissenschaftlerInnen nach China, darunter die Innsbrucker Professorin Sybille Moser-Ernst.
Foto: Academy of Art, Hangzhou, China, Courtesy Yiqiang Cao.

Wissen im
globalen Kontext
Ende Oktober 2019 fand an der Academy of Art in Hangzhou in China eine
Internationale Konferenz anlässlich des 110. Geburtstages von Ernst H. Gombrich
statt, zu der auch die Innsbrucker Professorin für Kunstgeschichte, Sybille Moser-
Ernst, geladen war.

B ei der Tagung, die unter dem Titel „MIND


– ART – VALUE“ stand, waren neben der
Innsbrucker Kunsthistorikerin internationa-
jekt zu liefern, nämlich den Aufbau einer
Chinesischen Kunstgeschichte als Univer-
sitätsdisziplin in China. Der in Oxford (GB)
noch nicht lange eingerichteten „Gombrich
Memorial Library“ an der 1928 gegründeten
Academy of Art in Hangzhou.
le Vertreter aus den Kultur- und Kunstwis- in Philosophie promovierte Yiqiang Cao war Der österreichische Kunsthistoriker Ernst
senschaften anwesend. Es freue sie sehr, dass wie Moser-Ernst Post-doc-Student von Ernst H. Gombrich (1909–2001) hatte schon sehr
sie neben so bekannten Wissenschaftlern wie H. Gombrich in London. Er avancierte neben früh großes Interesse an China und ver-
Peter Burke, Carlo Ginzburg, Whitney Davis, seinen anderen Verantwortlichkeiten zum machte den Großteil seiner privaten Biblio-
John Onians, Partha Mitter, Bill Sherman und Fine Art Team Leader eines Komitees des Bil- thek der Academy of Art in Hangzhou. „Unser
Nicholas Penny nach Hanghzou eingeladen dungsministeriums in Beijing und bemüht Besuch in China war der Beginn einer Reise,
wurde, so Moser-Ernst. Gemeinsam waren sich u. a. um Internationale Beziehungen, um bei der wir selbst noch nicht genau wissen,
die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaft- die Zusammenhänge zwischen Kunst und wohin sie führen wird“, erklärt Sybille Mo-
ler durch den Gastgeber Yiqiang Cao von der Ideologie, Bild und Geschichte und darum, ser-Ernst und betont, dass sie vor allem das
Academy of Art Hanghzou aufgerufen, ein diese für die chinesische Bildung fruchtbar zu Interesse der chinesischen Studierenden sehr
Brainstorming für ein ambitioniertes Pro- machen. Stattgefunden hat die Tagung in der beeindruckt hat.
21

Zukunftsmodell:
Autonomes Fahren?
M it modernster Technologie ausgestat-
tete Fahrzeuge sollen künftig Unfäl-
le und Staus vermeiden, die Umwelt scho-
Verkehrsbelastungen und zunehmender Zer-
siedlung? Die Forschung zeigt, dass dies von
der Gestaltung von Angeboten, Geschäftsmo-
nen und den Fahrern ermöglichen, die Rei- dellen und der damit verbundenen Akzeptanz
sezeit für andere Tätigkeiten zu nutzen. Sie und Nutzung abhängen wird. Um diese Fragen
sollen letztlich auch Kindern, Hochbetagten zu klären, arbeitet die Universität Innsbruck
und Menschen mit Behinderungen das Auto- im Projekt „WISE-ACT“ in einem EU-Wis-
fahren ermöglichen. Dafür müssen aber noch senschaftsnetzwerk aus 37 Ländern. Unter-
Wurde in Spanien geehrt:
viele Herausforderungen geklärt werden, z. B. stützen Sie die Forschung, nehmen Sie unter
Univ.-Prof. Rainer Blatt.
Datenschutz oder Fragen der Ethik und Haf- www.tiny.cc/uibk an einer internationalen Foto: Universität Complutense Madrid
tung. Werden sich die erhofften Effekte ein- Umfrage teil und gewinnen Sie attraktive
stellen? Oder kommt es stattdessen zu mehr Gutscheine.

RektorInnenteam komplett Ehrendoktorat für


D er Universitätsrat der Universität Inns-
bruck ist in seiner Sitzung Ende Jänner
bereits im Dezember bestellten Vizerek-
torInnen Ulrike Tanzer (Forschung) und
Rainer Blatt
dem Vorschlag von Rektor Tilmann Märk
mehrheitlich gefolgt und hat Anna Buch-
heim (Personal) und Wolfgang Streicher
Bernhard Fügenschuh (Lehre und Studie-
rende) sowie Rektor Tilmann Märk in der
nächsten Rektoratsperiode (03/2020 bis
I n feierlichem Rahmen verlieh die Univer-
sität Complutense Madrid Rainer Blatt am
31. Jänner ein Ehrendoktorat für seine Ar-
(Infrastruktur) zu neuen VizerektorInnen 02/2024) das RektorInnenteam der Univer- beiten und Entwicklungen auf dem Gebiet der
gewählt. Sie werden gemeinsam mit den sität Innsbruck stellen. Quanteninformationsverarbeitung, Quan-
tensimulation und Quantenmetrologie, die
die experimentellen Grundlagen dieser Dis-
ziplinen geschaffen und die entsprechenden
Entwicklungen in der theoretischen Physik
untermauert haben. „Es ist eine große Ehre
und Freude für mich, die Ehrendoktorwür-
de der Universität Madrid, einer der ältesten
und angesehensten Universitäten in Europa
und der Welt, zu erhalten“, freut sich Rainer
Blatt über diese internationale Auszeichnung.
Bereits am 29. Jänner wurde der Innsbrucker
Physiker als Mitglied in die Spanische Akade-
mie der Wissenschaften aufgenommen.

Bernhard Fügenschuh, Ulrike Tanzer, Religiöse Wege


Tilmann Märk, Anna Buchheim und
Wolfgang Streicher (im Bild von links). im Alltag
Foto: Uni Innsbruck/Eva Fessler

E nde Jänner wurden in der Stadtbibliothek


Innsbruck zwei virtuelle, multireligiöse
Stadtspaziergänge präsentiert. Studierende

Neues Kompetenzzentrum
des Studiengangs „Europäische Ethnologie“
der Universität Innsbruck unter der Leitung
von Univ.-Prof. Dr. Timo Heimerdinger haben

für Phytoforschung eröffnet


die Routen im Rahmen einer Bildungspart-
nerschaft mit dem Haus der Begegnung der
Diözese Innsbruck erarbeitet. Für die tech-
nische Umsetzung zeichnete das Referat GIS

B ionorica ist einer der weltweit führen-


den Hersteller pflanzlicher Arznei-
mittel und verstärkt jetzt die Zusammen-
onen Euro werden Professor Michael A.
Popp, Vorstandsvorsitzender der Bionorica
SE, sowie das Land Tirol in das Ende Jän-
der Stadt Innsbruck verantwortlich. Die vir-
tuellen Spaziergänge zeigen Unbekanntes
und oft Überraschendes an 19 Standorten und
arbeit mit der Universität Innsbruck. Am ner eröffnete Kompetenzzentrum für Phy- machen die religiöse Diversität Innsbrucks
neu gegründeten Michael-Popp-Institut toforschung investieren. Mit Institutsleiter als Facette einer durch Vielfalt geprägten
für pflanzliche Wirkstoff-Forschung sol- Professor Andreas Koeberle konnte ein re- Stadt auf neue Weise sichtbar. Weitere In-
len Therapieansätze für Volkskrankheiten nommierter Experte für pflanzliche Wirk- formationen: https://city-map.innsbruck.gv.at/
erforscht werden. Insgesamt fünf Milli- stoff-Forschung verpflichtet werden. multirelig/
22

Neben den regulären Studien werden


an der Uni Innsbruck auch Summer-
und Winterschools angeboten.
Foto: Birgit Pichler

Erweitertes Lernen
Zusätzlich zum regulären Studium nützen manche Studierende auch das
Angebot, an Summer- oder Winterschools teilzunehmen. In spannenden Kursen
und Vorträgen erhalten sie vertiefende Einblicke in ihr Studienfach und lernen
Teilnehmende aus der ganzen Welt kennen.

A
n der Uni Innsbruck werden in unter- nien für das zusätzliche Studienangebot ge- soll. „Wir möchten ein qualitativ hochwer-
schiedlichen Fachbereichen von en- arbeitet hat. „Seit Anfang des Jahres haben tiges und abwechslungsreiches Angebot aus
gagierten Lehrenden bereits einige wir das neue Label ‚Summer- und Winter- den verschiedenen Bereichen etablieren, das
Summer- und Winterschools für Studieren- schools‘ an der Uni Innsbruck eingeführt, das für die Teilnehmenden leistbar ist. Auch die
de aus Innsbruck, aber auch aus der ganzen wir als Dach für dieses zusätzliche Angebot Kooperation mit unseren Partneruniversi-
Welt angeboten. Dieses Programm noch wei- sehen. So soll auch eine einheitliche Kom- täten, wie jenen aus dem europäischen Netz-
ter auszubauen und einheitliche Standards zu munikation nach außen erleichtert werden“, werk AURORA, dem die Universität Innsbruck
etablieren, ist das Ziel des neuen Labels, das verdeutlicht Genser. kürzlich beigetreten ist, ist uns sehr wich-
auch der Qualitätssicherung dient. „Bereits Werden für die Summer- oder Winter- tig“, betont Gegenburger. Bernhard Fügen-
seit vielen Jahren werden an der Universität school auch ECTS-Credits vergeben, dann er- schuh, Vizerektor für Lehre und Studierende,
Innsbruck die verschiedensten Summer- und halten die Teilnehmenden nicht nur eine Be- ist es ein Anliegen, dass besonders engagier-
Winterschools angeboten, um die Studieren- stätigung, sondern auch ein Zertifikat der Uni te Studierende mit ebenso begeisterten Leh-
den bestmöglich zu fördern und ihnen einen Innsbruck, das je nach belegtem Studium an- renden und Forschenden zusammenkommen
vertieften Einblick sowie den Austausch mit rechenbar ist. „Mit dem attraktiven Angebot und sich gemeinsam spannenden Fragestel-
internationalen Expertinnen und Experten, möchten wir auch vermehrt internationale lungen widmen können. Mit diesem Label
aber auch Studienkolleginnen und -kollegen Studierende für die Uni Innsbruck begeistern soll das Angebot der universitären Weiter-
in ihrem Fach zu ermöglichen“, betont Bian- und die Vernetzung der Teilnehmenden un- bildung noch ausgebaut werden, die die Ver-
ca Gegenburger vom Vizerektorat für Lehre tereinander fördern“, so Genser, die betont, tiefung und Erweiterung fachlicher Kompe-
und Studierende, die gemeinsam mit Daniela dass sich der Zusatzaufwand der Studieren- tenzen sowie die persönliche Entwicklung
Genser, Leiterin der Koordinationsstelle für den, sich in der vorlesungsfreien Zeit in ihrem forciert.
universitäre Weiterbildung, an den Richtli- Studienfach noch weiter zu vertiefen, lohnen daniela.puempel@uibk.ac.at ◼
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29. April 2020


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hautnah
20. Februar, 18 Uhr 12. März, 18 Uhr fahren, die alte Sternwarte besichtigen und
Wissenschaftler*innen im Gespräch: Didaktik am Abend ein wenig in die Astronomie hineinschnup-
Paul Danler und Andreas Müller Tobias Haug (Uni Zürich) eröffnet mit dem pern. Zahlreiche Aktivitäten für Kinder sor-
Anlässlich des 350-Jahr-Jubiläums der Vortrag „Zuordnung von Vokabeln der gen für einen spannenden Nachmittag. Ort:
Uni Innsbruck wurde 2019 die Ausstellung Deutschschweizerischen Gebärdensprache Botanischer Garten der Universität Inns-
„Schönheit vor Weisheit. Das Wissen der zum GER: Ergebnisse einer explorativen Stu- bruck, Sternwartestraße 15
Kunst und die Kunst der Wissenschaft“ die“ die Vortragsreihe am Institut für Fach-
in Kooperation mit den Tiroler Landes- didaktik. Weitere Termine finden Sie im In- 20. bis 22. April, jeweils 19 Uhr
museen eröffnet. Ein besonderes High- ternet unter www.uibk.ac.at/ifd/dima.html. WissensDurst Festival
light im Rahmenprogramm ist die Reihe Ort: Raum 40528, 5. Stock, GEIWI-Turm, Inn- Wissenschaft trifft Nachtleben: In gemüt-
„WissenschaftlerInnen im Gespräch“. Bei rain 52 licher Atmosphäre geben Innsbrucker For-
der letzten der insgesamt acht Gesprächs- scherInnen Einblicke in ihre Arbeit. An drei
runden spricht Sebastian Possert mit Paul 24. März, 19 Uhr Abenden können sich Interessierte in ver-
Danler (Romanistik) und Andreas Müller Buchpräsentation mit Carolina Schutti schiedenen Innsbrucker Lokalen bei einem
(Europarecht und Völkerrecht). Ort: Tiroler Carolina Schutti präsentiert ihren neuen Glas Bier in die Welt der Wissenschaft
Landesmuseum Ferdinandeum, Museum- Roman „Patagonien“ (edition laurin), Mu- entführen lassen. Orte und weitere Infos:
straße 15 sik: Klanginstallation (Elektronik, Ralph www.wissensdurst-festival.at
Schutti). Ort: Stadtbibliothek Innsbruck,
21. Februar, 18 Uhr Amraser Straße 2 25. Mai, 19 Uhr
Performance „Force Field“ Lesung Gusel Jachina
Performance der KünstlerInnen Evelina 3. April bis 31. Mai Die diesjährige Writer in Residence an der
Domnitch & Dmitry Gelfand und anschlie- GOODBYE GLACIERS – Der Gletscher- Philologisch-Kultur wissenschaftlichen
ßende Podiumsdiskussion mit den Künst- schwund in Bildern Fakultät (25. Mai bis 20. Juni) liest bei der
lerInnen und Univ.-Prof. Francesca Ferlaino Die Fotoausstellung entstand im Rahmen Auftaktveranstaltung in der Stadtbiblio-
(Professorin für Experimentalphysik und des Interreg-Projektes GLISTT; Wissen- thek aus dem Roman „Suleika öffnet die
Research Director am Institut für Quan- schaftler des Instituts für Geographie hat- Augen“. Ort: Stadtbibliothek Innsbruck,
tenoptik und Quanteninformation, IQOQI) ten dabei das Ziel, ein modernes und effi- Amraser Straße 2
in Innsbruck. Ort: Tiroler Landesmuseum zientes interregionales Gletschermonito-
Ferdinandeum, Museumstraße 15 ringkonzept für die Region Südtirol – Tirol 10. Juni, 18 Uhr
zu entwickeln. Ort: Foyer Claudiana, Her- Muslim Women leading Islamic Reform
5. März, 18 Uhr zog-Friedrich-Straße 3 Against all Odds
Europäisch seit 700 Jahren – Muslime im Vortrag von amina wadud, Feministin und
Osten Europas 13. April, 14 Uhr Imamin, organisiert vom Institut für Isla-
Univ.-Prof. Dr. Stefan Schreiner (Universität Osterfest im Botanischen Garten mische Theologie und Religionspädagogik.
Tübingen) eröffnet die vom Institut für Is- Am Ostermontag laden das Institut für Bo- Ort: SOWI, HS 1, Universitätsstraße 15
lamische Theologie und Religionspädagogik tanik, der Botanische Garten, die Grüne
organisierte Vortragsreihe „Diversität im Schule und das Museum Historische Stern- Weitere Informationen gibt es im
Islam – Die vergessene Botschaft“. Weitere warte zum traditionellen Osterfest ein. An Online-Veranstaltungskalender
Termine: www.uibk.ac.at/islam-theol/. Ort: zahlreichen Stationen kann man Neues und der Universität Innsbruck unter
SOWI, HS 1, Universitätsstraße 15 Interessantes aus der Welt der Pflanzen er- http:// www.uibk.ac.at/events

© BfÖ 2020, Foros: © Benedikt Kapferer & HdGÖ, © Reinhard Maximilian Werner

Eröffnung des
13. Österreichischen Zeitgeschichtetags
mit einem Vortrag von Michael Köhlmeier
16. April, Beginn 18:00 Uhr
SoWi-Aula, Universitätsstraße 15, EG

Der Vorarlberger Schriftsteller Michael Köhlmeier reflektiert in seinem Vortrag am


Zeitgeschichtetag, der unter dem Motto „Nach den Jubiläen“ steht, über
Erinnerungskultur und Geschichtspolitik.

Vollständiges Programm und weitere Informationen unter: www.uibk.ac.at/zeitgeschichte/zgt20 Mit freiem Eintritt.

Inserat wissenwert 212x90mm Zeitgeschichtekongress.indd 2 30.01.20 08:26