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Allgemeines Vorwort
Vielleicht lesen Sie dieses Handbuch mit
der Absicht, in näherer oder fernerer
Zukunft Lautsprecher selber zu bauen, Sie
sind jedoch noch skeptisch hinsichtlich des
Erfolgs.

Ein und für alle mal.

Es gibt keinen Grund, weshalb der Selbstbau


einer Box Ihnen nicht gelingen sollte,

a) weil es sich um keine Geheimwissen-


schaft handelt, sondern um einfache
physikalische Gesetze
b) weil wir Ihnen dabei helfen.

Wollen Sie auf b) nicht zurückgreifen, so


sollten Ihnen allerdings die unter a) ge-
nannten physikalischen Grundlagen, wenn
nicht geläufig, so doch verfügbar sein. Denn
der einzige Grund, weshalb ein Selbstbau
nicht funktionieren könnte, ist das Ignorieren
dieser fundamentalen Prinzipien.

Um Ihnen das Warten in Bibliotheken zu


ersparen, haben wir Ihnen in dieser Bro-
schüre die wesentlichen Grundsätze Kapitel
für Kapitel versucht zu erläutern. Insbe-
sondere sind wir hierbei aufhäufig vernach-
lässigte Aspekte und Zusammenhänge ein-
gegangen.

Dritte Auflage 1984

RÖMER-VERLAG
Alle Rechte vorbehalten, Abdruckgenehmigung und sonstige Vervielfältigung,
insbesondere auf elektronischen Weg, auch für Teile des Inhalts, nur durch den
Verlag

Satz: Lehne — Druckform- & Gesamtherstellung, Götz Schwamkrug


Repro, Druck: Westarp, Mulheim/R
Idee: Reiner E. Römer, M. A. E. S
Text,
Zeichnungen,
Fotos R. Römer, G. Schwamkrug

RÖMER AUDIO EQUIPMENT GmbH


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Inhalt Vorwort Räumen auf gleichen Positionen), anderer-


seits können die erzielbaren Ergebnisse
Vorwort 3 zur dritten Auflage trotzdem mehr als befriedigend sein Dieses
Handbuch soll, ebenso wie die vorherigen,
Allgemeines zur Lautsprecher- die Funktion und die Eigenarten dieser
Lieber Musikfreund elektroakustischen Wandler erläutern, und
technik damit dem interessierten Leser die Annähe-
Dieses Lautsprecherhandbuch ist mittler-
Schachmatt 4 weile in der dritten Auflage erschienen Lob rung an die Perfektion erleichtern So ist
Grund-Sätze 7 und Kritik sind Grund genug für einige zum Beispiel der klangliche Unterschied
Wieviel Watt ist ein Watt 7 Vorabbemerkungen zwischen dynamischen Schwingspulenlaut-
Tuned Pipe, ist 1 = 8 ? 8 sprechern (Membran- oder Kalottensyste-
Der Hornlautsprecher 9 Die technische Entwicklung der meisten men) und elektrostatischen Lautsprechern
Der Lautsprecher im Raum oder HiFi-Geräte hat in der jüngeren Vergangen- durch Meßwerte nicht im geringsten zu be-
Klangmanipulationen7 10 heit einen erstaunlichen Sprung geschafft schreiben Die Kenntnis der Funktion er-
Bass-oder was7 12 Waren noch vor wenigen Jahren gute und möglicht erheblich einfache Rückschlüsse
Meßgerät Ohr 13 beste Meßergebnisse keine Garantie für gu- auf die Vor- und Nachteile der unterschied-
Flotenklange 14 ten Klang, so ist da heute einiges anders lichen Wandler Auch die Probleme der
Begriffe der Lautsprechertechnik Bessere Meßverfahren (TIM Messungen Kombination von Lautsprecherbox und
und deren Notation 15 sind davon nur ein Bruchteil), rechnerun- Raum werden in Begleitung werbender
terstützte Entwicklungen (seit langem mög- oder bewertender Information recht selten
Berechnungsgrundlagen lich, nur früher selten finanziert) und die angesprochen, auch hier sind einige Kennt-
ewige Schlechtmacherei einiger Hifi Enthu- nisse vorher nützlicher als einige Erfahrun-
Gehäusematerial 16 siasten (egal wie teuer das Ding ist, es klingt
Geschlossene Box 17 gen nachher Dieses Handbuch soll nicht
einfach nicht) haben dafür gesorgt, daß alle Probleme rund um den Lautsprecher
Baßreflexprinzip .. 18 selbst preiswerte Komponenten heute klang-
Transmission Line 23 losen, es soll zum Fragen und Nachdenken
lich hinter den Insider-Tips der 70er Jahre anregen, um Enttäuschungen zu vermeiden
Mischformen 27 nicht zurückstehen müssen Was natürlich
Dämmstoffe 25 Die Physik des Lautsprechers ist nicht so
nicht ausschließt, daß heute einige Profis kompliziert, wie hier und da behauptet wird,
Hornlautsprecher 26 Verstarker herstellen, deren tatsächliche
Elektrostatische Lautsprecher 33 und sie ist ein nützliches Hilfsmittel, weil sie
Klang-Qualität überhaupt noch nicht meß- sich eben von keinem überlisten laßt
Echte Bandchen 35 bar ist
Gegenkopplung 36
Frequenzweiche 38 Angesichts dieser Entwicklung ist es doch
Pegelabsenkung 40 überaus schade, wenn der Qualitätsgewinn
Weichenbauteile 40 am Verstarkerausgang steckenbleibt Um
Synthese 42 optimale Wiedergabe zu realisieren, muß
Superhochtoner sinnvoll oder hilflos 43 zwischen den einzelnen Komponenten der
Wiedergabekette ein bestimmtes Gleichge-
Römer Audio Equipment GmbH
Aktives 44
wicht bestehen Den Lautsprecherboxen Adalbertsteinweg 253
kommt in diesem Zusammenhang eine 5100 Aachen
Die speziellen
recht große Bedeutung zu, da sie wohl den
Lautsprecherprodukte entscheidendsten Anteil am Gesamtklang
Podszus Gorlich 45 der Kette haben Unser Thema sind Laut-
Shackman Elektrostaten 47 sprecherboxen und deren Eigenarten, wir
Harbeth 50 haben uns in der Vergangenheit ausschließ-
Lowther - Korrekturen 53 lich diesem Thema gewidmet und werden
Radialmitteltonhorner ab Sommer '84 auch eigene Entwicklungen
Die ZD-Serie 54 auf dem Elektroniksektor vorstellen Diese
Focal Kalotte T 120 55 Idee, aus der das Lautsprecherhandbuch
Focal Lautsprecherboxen 55 nämlich entstanden ist, wird leider nie per-
MB Supronylkalotte 58 fekt realisierbar sein, das perfekte Gleich-
KEF-Bausatze 59 gewicht scheitert meist an den unterschied-
Dynaudio 62 lichen Abhorraumen und Horgewohnhei-
Wharfedale 64 ten (vermutlich stehen bis heute keine zwei
Technische Daten der Chassis 65 Lautsprecherboxen irgendwo in gleichen
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Allgemeines zur Lautsprechertechnik

Schachmatt?
Ein Spiel mit 32 Figuren auf 64 Feldern mit 2. Die Nachteile der zweiten Gruppe sind Ein weiterer Nachteil aller dynamischen
sehr einfachen Spielregeln kann auch die eine Folge physikalischer Gegebenheiten Membranlautsprecher ist die Frequenzab-
besten Rechnersysteme vor unlösbare Pro- und gelten für alle Bauteile unabhängig von hängigkeit der Impedanz. Ein 8 Ohm Laut-
bleme stellen, da durch die Kombinations- den vor- oder nachteiligen Eigenschaften sprecher hat bei seiner Resonanzfrequenz
möglichkeiten die anfangs klaren Verhält- der ersten Gruppe. Hierzu gehört, in erster sowie im Hochtonbereich eine sehr viel
nisse sehr schnell etwas komplizierter wer- Linie, das Amplituden-Phasenverhalten der höhere Impedanz. Da aber die Impedanz
den. Lautsprecher und der Frequenzweichen. die Grundlage der Weichenberechnung ist
Zwei Signale gleicher Amplitude und ent- ergeben sich hier ebenfalls Fehler, die nur
Die Kombination aller Figuren eines Spie-
gegengesetzter Phasenlage löschen sich aus, vermieden werden können, wenn diese
les ergibt ein System, die Wirksamkeit die-
bei gleicher Phasenlage verstärken sie sich. Eigenschaften der Lautsprecher in die Wei-
ses Systems zeigt sich darin, ob und wie sehr
chenberechnung aufgenommen wird. Auch
es dem gegnerischen System überlegen ist. Abhängig von der Anordnung der Laut-
hier sind 6 dB Weichen eine riskante
Bei der Entwicklung einer Lautsprecher- sprecher und dem Abstand der Übergangs-
Lösung, ein Kalottenhochtöner mit einem
kombination sind die Verhältnisse ähnlich. frequenzen zu den Resonanzfrequenzen der
sehr starken Antrieb wird zum Beispiel als
Zu Beginn stehen die positiven (Spieler) Lautsprecher werden Phasendehnungen (-Ver-
Folge der Impedanzüberhöhung bei seiner
und negativen (Gegenspieler) Eigenschaf- schiebungen) erzeugt, die Größenanord-
Resonanzfrequenz (Beispiel 1700 Hz) bei
ten aller Bauteile fest, wobei jedes Bauteil nungen sind errechenbar und nicht zu ver-
dieser Frequenz mit ca. halber Lautstärke
positive, also erwünschte, und negative, nachlässigen. Aus diesem Grund sollten die
arbeiten, obwohl er an eine 6 dB Weiche
also unerwünschte, Eigenschaften hat. Eine Schwingspulen aller Lautsprecher in einer
mit einer Übergangsfrequenz von 7000 Hz
leichte Membran bei einem Baßlautspre- Ebene senkrecht übereinander in Ohrhöhe
angeschlossen ist!
cher hat ein besseres Impulsverhalten (er- liegen und Mittel- und Hochtonlautspre-
wünschte) als eine schwere, erfordert aber cher mindestens eine Oktave oberhalb ihrer Widerstand der Weiche bei 1700 Hz 32 Ohm,
aus physikalischen Gründen eine sehr viel Resonanzfrequenz eingesetzt werden. Je Impedanz des Lautsprechers bei Resonanz-
größeres Gehäuse (unerwünscht), um den linearer der Schalldruckverlauf zur Reson- frequenz ca. 30 Ohm, Ergebnis: Abschwä-
gleichen Tiefbaß zu erzielen. Bauteile der anzfrequenz hin ist, um so steiler werden chung 3 dB, Phasendehnung bei Resonanz-
Frequenzweiche erzeugen Phasenverschie- die Phasendehnungen in diesem Bereich, frequenz 90 Grad + (voreilend), das klang-
bungen; ein Tief-, Mittel- oder Hochton- durch den linearen Frequenzgang werden liche Ergebnis läßt sich ahnen.
lautsprecher, der bis zu seiner Resonanz- vom Lautsprecher Signale mit falscher Pha-
Ähnliche Probleme erzeugt der Impedan-
frequenz herab linear Schalldruck abgibt, senlage aber voller Amplitude ausgestrahlt!
zanstieg zu den hohen Frequenzen, da ein 6
ist aus genau diesem Grund nicht phasenli- Diese Phasenfehler sind eine Ursache dafür, dB Weiche hier das Signal ebenfalls nicht
near, die Beispiele lassen sich beliebig fort- daß eine Frequenzweiche mit angeschlosse- genug abschwächen kann, in beiden Fällen
setzen. nen Lautsprechern einige, von den Berech- wäre ein Impedanzequalizing nötig, aller-
nungen völlig abweichende Ergebnisse zei- dings nicht ohne Einfluß auf den Schall-
Beim Schachspiel ist es möglich, daß ein
gen kann. Bei der Weichenberechnung wird druckverlauf möglich.
Spieler bis auf den König alle, der andere
davon ausgegangen, daß die Signale so
keine Figuren verliert, ebenso ist es mög- So kann sehr leicht aus hervoragenden
abgestrahlt werden, wie sie die Weiche ver-
lich, alle Figuren bis auf eine vom Brett zu Lautsprechern und einer theoretisch ebenso
lassen, nur so können sich Phasenlage und
spielen oder dazwischen zu einer, für beide guten Frequenzweiche ein schlechter Klang
Amplitude im Übergangsbereich richtig
Seiten ausweglosen, Pattsituation zu gelan- resultieren, der durch das Gehäuse nicht
addieren, jede zusätzliche Phasendrehung
gen. Entscheidend hierfür ist die Kenntnis besser, höchstens schlechter werden kann.
führt zwangsweise zu Amplitudenänderun-
und deren Auswirkungen, die die eigene Bei genauer Kenntnis der Nachteile kann
gen und damit zu Fehlern im Schalldruck-
Kombination bestimmen. diesem entgegengewirkt werden, bei genau-
verlauf!
Ebenso müssen bei einer Lautsprecher- ester Berechnung ließen sie sich mit Sicher-
kombination die nachteiligen Eigenschaf- Je geringer der Abstand der Übergangsfre- heit vermeiden ohne auch nur eine positive
ten (Kombination und Drohung des Geg- quenz von der Resonanzfrequenz ist, um so Eigenschaft der verwendeten Bauteile zu
ners) aller Bauteile berücksichtigt werden, größer werden diese Fehler. Ebenso sind verlieren, nur ist ähnlich wie beim Schach-
da andernfalls die Wirkung der Nachteile diese Fehler natürlich von der Flanken- spiel die genaueste Berechnung nicht ganz
sehr viel größer sein kann als die der ange- steilheit (Sperrwirkung) der Weiche abhän- einfach, eher schwierig. Die ideale Laut-
strebten Vorteile! gig, da ein falsches Signal umso weniger sprecherkombination gibt es nicht, aber es
Schaden anrichten kann, je stärker es abge- gibt sehr viele sehr gute Kombinationen.
Die besten Bauteile allein bieten daher schwächt wird. Keine davon ist ein Zufallsergebnis!!!!
nicht die geringste Garantie dafür, daß die
Aus diesem Grund sind 6 dB Weichen, die Gut klingende Zufallsergebnisse gibt es
Kombination ebenfalls hervorragend wird.
rechnerisch als einzige hervoragende Pha- auch, nur die meisten könnten noch besser
Sie sind allerdings eine unerläßliche Vor- sen- und Amplitudenübertragung ermögli- sein.
aussetzung für eine hervorragende Kombi- chen, in der Praxis sehr selten erfolgver-
nation, da sich die nachteiligen Eigenschaf- sprechend.
ten in zwei Gruppen aufteilen lassen.
Dieser Punkt kann besonders beim Einsatz
1. Die Nachteile der ersten Gruppe sind von Lautsprechern mit 6 dB Bandpässen
von den verwendeten Bauteilen direkt zur Weichenoptimierung (Filier Driver Sy-
abhängig: Impulsverhalten (Transient Res- stem, s. Kap. Weichen) nicht vernachlässigt
ponse) der Lautsprecher, Ohmsche Wider- werden, nur hervoragende Breitbandsyste-
stände der Frequenzweichenteile (Leistungs- me sind dieser Aufgabe gewachsen. Die
verluste und Veränderung des Ausschwing- Übergangsfrequenz sollte mindestens drei
verhaltens der angeschlossenen Lautspre- Oktaven über der Resonanzfrequenz liegen,
cher) Stabilität und Resonanzfreiheit des der Schalldruckverlauf über drei Oktaven
Gehäuses (Verfärbungen) usw. oberhalb Übergangsfrequenz linear sein.
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R A E Rohrenendstuje mit Ausgangsubertraqer

R A E Rohrenendstuje ohne Ausgangsubertrager und Ausgangskondensator Optimaler Be-


trieb an 16 Ohm Boxen.
7
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Grund - Sätze
Je kleiner ein Lautsprecher ist, um so gerin- ist unterbedampft, die Membran schwingt mindestens 1600 1 haben, für einen Wir-
ger ist sein Wirkungsgrad im Baßbereich beim Ausschwingvorgang über ihre Ruhe- kungsgrad von 0,5% genügen schon 160 1
lage hinaus ehe die Bewegung abklingt Die Jede Erhöhung des Wirkungsgrades geht
Das gilt für alle „Mass controlled Systems"
Erklärung hierfür ist einfach Die Mem- damit bei einer vorgegebenen Gehausegro-
wie geschlossene, Baßreflex und Transmis-
branbewegung wird vom Lautsprecheran- ße zu Lasten der Baßleistungsfahigkeit1
sionsline Gehäuse
trieb (Schwingspule und Magnetfeld) kon- Das gilt grundsätzlich für jeden Membran-
Auch ein kleiner Lautsprecher kann sehr trolliert, bei hinreichend niedriger Reso- lautsprecher in allen geschlossenen und
tiefe Frequenzen abstrahlen, bedingt durch nanzfrequenz schwingt die Membran lang- Baßreflexgehausen, denn es ist eine Folge
den schlechten Wirkungsgrad allerdings sam aus, die bei Beschleunigungen und physikalischer Gesetzmäßigkeiten
nicht sehr laut Ist der Lautsprecher sehr Verzogerungen auftretende Massenträgheit
klein und die untere Grenzfrequenz sehr (Small, R.H,
bleibt gering, der Antrieb kann die Bewe- Vented box loudspeakers Systems Part 1+2
niedrig gewählt, so hegt selbst der mit voller gung kontrollieren Mit wachsender Reson-
Verstarkerleistung zu erzielende Schall- Journal Audio Engineering Society, June,
anzfrequenz wird die Massenträgheit gro- July 1973)
druck bei dieser Frequenz unter der Hör- ßer, der Antrieb kann den Ausschwingvor-
schwelle' (ca 70 dB für 20 Hz) Ein gang immer schlechter abbiemsen, ein Daraus ergibt sich für ein Lautsprecherge-
Konstruktionsfehler1" Selbst wenn dieser Uberschwingen ist die Folge Erhöht man hause mit einem Volumen von 100 1, einer
Extremfall in der Praxis nicht anzutreffen die Resonanzfrequenz durch ein zu kleines noch üblichen Große, bei einem Wirkungs-
sein wird, gibt es Beispiele für mißlungene Gehäuse noch weiter, wird das Uber- grad von 5% eine untere Grenzfrequenz,
Kompromisse genug Nur unter Einbezie- schwingen so stark, daß der Lautsprecher bei der der Schalldruck auf die Hälfte abge-
hung der frequenzabhangigen Horschwel- auf neue Signale nicht sauber reagieren fallen ist, von 50 Hz
lenkurve (Fletcher-Munson Kurve, oder kann, da er noch mit sich selbst beschäftigt Ein weiteres Problem entsteht durch den,
DIN 45630) ist die Suche nach dem optima- ist gemessen an der Wellenlange tiefer Tone,
len Kompromiß zwischen Belastbarkeit,
Diese Zusammenhange haben physikali- sehr geringen Membrandurchmesser
Referenzwirkungsgrad (des Lautsprecher-
sche Grundlagen und gelten daher für alle Ein Ton der Frequenz 100 Hz hat bereits
systems im Mitteltonbereich) Gehausegro-
oben angesprochenen Lautsprechertypen eine Wellenlange von 3,4 m Die Schall-
ße und unterer Grenzfrequenz erfolgver-
energie, die eine Lautsprechermembrane
sprechend
erzeugen kann, ist abhangig vom „Strah-
Das Baßrefelexprinzip kann die Belastbar- lungswiderstand" der Membran Strahlungs-
keit eines Lautsprechers erheblich steigern Wieviel Watt ist ein Watt? widerstand ist ein Teil der „Strahlungsim-
pedanz", des Widerstandes den die Luft
Bei willkürlicher Wahl der Gehausegroße Ein guter Horn- oder Trichterlautsprecher dem Strahler (Membran) entgegensetzt
oder falscher Abstimmung des Reflextun- ist dem herkömmlichen Membranlautspre- Diese Strahlungsimpedanz ist das Produkt
nels geht dieser Effekt verloren, gleichzeitig cher gegenüber in Wirkungsgrad, Verzer- aus Schallkennimpedanz ( s o ) und Flache
wird das Ausschwingverhalten hörbar rungsarmut und Dynamikverhalten überle- des Strahlers Je großer die Flache des
schlechter (Uberschwinger oder transient gen Diese Überlegenheit ist erklärbar, Strahlers ist, umso großer ist also auch der
nnging) als das des gleichen Lautsprecher- dabei zeigen sich gleichzeitig die Grenzen Strahlungswiderstand Wird die Membran
systems im geschlossenen Gehäuse Es gibt der besten herkömmlichen Membranlaut- klein gegen die Wellenlange der abzustrah-
für jedes Baßlautsprechersystem nur eine sprecher lenden Frequenz, so nimmt der Stahlungs-
optimale Reflexgehausegroße, diese sollte
Jeder Lautsprecher wandelt elektrische Ener- widerstand sehr stark ab, er wird quadra-
vorher bekannt sein Die Berechnung ist
gie in akustische Energie um, das Verhält- tisch zur Frequenz geringer
allerdings nicht ganz einfach, jedoch uner-
läßlich um den Klang hochwertiger Syste- nis der zugefuhrten elektrischen Energie in Um weiterhin den gleichen Schalldruck zu
me nicht zu ruinieren (s Kap Baßreflex- Prozent ist der Wirkungsgrad, mit dem der erzeugen, muß die Auslenkung der Laut-
prinzip) Wandler arbeitet sprechermembran quadratisch zunehmen '
Auch mit einer geschlossenen Lautspre- Die abgestrahlte Energie breitet sich im Um eine zugefuhrte Energie von 200 W bei
cherbox kann man das teuerste Lautspre- freien Raum kugelförmig um den Lautspre- einem Wirkungsgrad von 5% umzuwan-
chersystem ruinieren Wenn das Gehäuse cher (Schallquelle) aus In einem Meter deln, muß eine Membran von 40 cm
zu klein wird1 Die Luftfedersteife des im Abstand vom Lautsprecher verteilt sich die Durchmesser eine Auslenkung von 4,8 cm
Gehäuse eingeschlossenen Luftvolumens Energie auf die Oberflache der Kugel mit bei 50 Hz und eine Auslenkung von 25 cm
addiert sich zur Federsteife der Membran- dem Radius r = !, das sind ca 12,566 m2, bei 20 Hz machen
aufhangung, dadurch wird die Resonanz- und erzeugt dort eine Schallintensität
frequenz des Lautsprechersystems aufge- J (W/m 2 ) Schallintensität ist das Produkt Selbst wenn durch die Anwendung des
hoben Mit höherer Grenzfrequenz (unter- aus Schalldruck p(N/m 2 ) und Schallschnel- Baßreflexpnnzipes diese Auslenkung im
le v(m/s) Über die Schallkennimpendanz Bereich der Resonanzfrequenz deutlich ver-
halb der Resonanzfrequenz wird kaum mindert werden kann, erreichen auch die
noch Schall abgestrahlt) steigt auch der (früher Schallwellenwiderstand) der Luft
Wirkungsgrad des Systems bei dieser Grenz- Z 0 (Ns/m 3 ) ergibt sich für jede Schallintensi- besten Lautsprecher hier die Grenze ihrer
tät ein bestimmter Schalldruck, der vom mechanischen und elektrischen Belastbar-
frequenz an, wird das Gehäuse zu klein, keit
steigt der Wirkungsgrad bei tiefen Fre- menschlichen Ohr wahrgenommen werden
quenzen über den Referenzwirkungsgrad mit kann Lautere Tone werden nicht entsprechend
dem die mittleren Frequenzen abgestrahlt Der Wirkungsgrad eines Membanlautspre- lauter wiedergegeben, die Dynamik wird
werden Die tiefen Tone im Bereich der chers hegt zwischen ca 0,1 und 5%, höhere komprimiert, die Verzerrungswerte liegen
Resonanzfrequenz werden zu laut wieder- Werte erweisen sich in der Praxis als pro- bereits vorher über 10%
gegeben, gleichzeitig verschlechtert sich das blematisch, da zwischen dem Wirkungs- Eine Energie von 10 akustischen Watt
Ausschwingverhalten deutlich hörbar1 Zwi- grad eines Memranlautsprechers und der (200 W elektr bei 5% Wirkungsgrad) ergibt
schen dem Ausschwingverhalten eines Laut- Große des Lautsprechergehauses ein direk- einen Schalldruck von 120 dB in einer Ent-
sprechers und dem Schalldruck den dieser ter Zusammenhang besteht Um tiefe Tone fernung von einem Meter, ein recht hoher
bei seiner Resonanzfrequenz erzeugt, besteht zu erzeugen muß der Lautsprecher in ein Wert, im ungunstigsten Fall waren es in
ein direkter Zusammenhang Ein Lautspre- Gehäuse eingebaut sein, die Große dieses vier Meter Entfernung jedoch nur noch 108
cher mit optimiertem Ausschwingverhalten Gehäuses bestimmt maßgeblich mit wel- dB (Kugel mit r = 4), wobei argerhcherwei-
(Kritisch bedampft) wird bei seiner Reson- chem Wirkungsgrad diese tiefen Tone se die vom Lautsprecher erzeugten Verzer-
anzfrequenz um 6 dB weniger Schalldruck abgestrahlt werden. Um zum Beispiel, rungen mit größerer Entfernung nicht
erzeugen als im Mitteltonbereich, ein Laut- einen Ton der Frequenz 20Hz mit einem geringer werden.
sprecher, der ohne Schalldruckverlust bis Wirkungsgrad von 5% abzustrahlen, muß
zu seiner Resonanzfrequenz herab arbeitet, das Lautsprechergehause ein Volumen von
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Tuned Pipe Ist 1 = 8?
Bei der Aufstellung eines Lautsprechers in Bei der Tuned Pipe wird der Druck in der
einem reflexionsfreien Raum verteilt sich akustischen Leitung langsam und gleich-
die vom Lautsprecher abgestrahlte Schall- mäßig abgebaut. Am Anfang der exponen-
energie auf die Oberfläche einer Kugel in tiellen Öffnung wird der Druck in der Lei-
deren Zentrum der Lautsprecher steht. Da tung bereits durch die kleine Öffnung um
mit steigender Frequenz die Schallwellen- einen bestimmten Betrag vermindert, um
längen kleiner werden, wird die Frontwand den jetzt geringeren Druck um den gleichen
des Lautsprechergehäuses bei hohen Fre- Betrag zu verringern muß die Öffnung grö-
quenzen groß gegen die Wellenlängen, sie ßer werden, wieder verringert sich der
wird zur „unendlichen Schallwand", der Druck usw. Das Ergebnis ist eine exponent-
Lautsprecher strahlt nur noch über die Flä- ielle Öffnung durch die der ganze Druck
che einer Halbkugel ab. gleichmäßig abgebaut wird, das garantiert
eine geringe Membranbewegung auch bei
Steht ein Lautsprecher in der Ecke eines
hohem Schalldruck und ermöglicht so ver-
Raumes, so verringert sich die zur Schallab-
zerrungsfrei Baßwiedergabe auch bei sehr
strahlung nutzbare Oberfläche auf 1/8 der
hohen Schalldruckpegeln.
Kugeloberfläche. Da aber Schallenergie =
Schallintensität (Schallstärke) x beschallter Das gleiche Prinzip ist auch bei Mitteltö-
Fläche ist, muß die Schallintensität auf das nern (Midrange Pipe) und Hochtönern
8-fache steigen. Zu hohen Frequenzen hin (Sound Laser) anwendbar, wobei die ver-
verliert sich dieser Effekt, verglichen mit ringerte Membranauslenkung grundsätzlich
der halben Kugeloberfläche, erhöht sich die Fig. 3. Appearance of cobiner öfter folding
die Verzerrung vermindert. from the original "pipe" of Fig. 2.
Schallintensität nur auf den 4-fachen Wert.
Zu höheren Frequenzen beginnt die Laut-
sprechermembran den Schall gerichtet ab-
zustrahlen, der Effekt verliert sich völlig.
Damit wird ein, in einem reflexionsfreien
Raum linear arbeitender Lautsprecher, bei
Aufstellung in einer Raumecke den 8-
fachen Baß erzeugen, was einer Erhöhung
der zugeführten Leistung um 9 dB ent-
spricht.
Flg. 5. (right). Scc-
Diese Baßanhebung läßt sich vermeiden, tional drawings of
wenn der Lautsprecher zu den tiefen Fre- the simplified corner
enclosure. Fig. 6
quenzen hin, bei gleicher zugeführter Lei- (below). Details for
stung, weniger Schallenergie abgibt, also cutting piywood
mit geringerem Wirkungsgrad arbeitet. Da piecej for the cab-
aber der Wirkungsgrad eines Lautsprechers inet. 1 5 x 1 5 in.
Speaker mounring
in dem Bereich tiefer Frequenzen propor- panel.
tional zum Gehäusevolumen ist, entspricht
eine Verringerung des Wirkungsgrades auf
1:8 auch einer Verringerung des nötigen
Gehäusevolumens auf 1/8.
Bei korrekter Abstimmung erreicht ein sol-
cher Lautsprecher die Leistungsfähigkeit
eines Lautsprechers 8-facher Größe!

Oder mehr?
Bei der Tuned Pipe ist der Lautsprecher
über eine akustische Leitung an die Luft
„angekoppelt" um die Membranauslenkung
im Bereich der tiefen Frequenzen zu verrin-
gern.
Diese akustische Leitung arbeitet folgen-
dermaßen:
Ein unendlich langes Rohr (akustische Lei-
tung) wäre als ein unendlich langes zylin-
drisches Hörn ein idealer Belastungswider-
stand für die Lautsprechermembran. Leider
kann man ein Rohr nicht unendlich lang
machen.
Bei einem Rohr endlicher Länge treten
Resonanzerscheinungen (Rohrresonanz) auf-
grund des plötzlichen Überganges an die
Luft auf, wobei bestimmte Töne schwächer,
andere stärker abgestrahlt werden. Die
Strahlungsimpedanz, also der Widerstand,
der der Lautsprechermembran entgegenge-
setzt wird, schwankt sehr stark in Abhän-
gigkeit von der Frequenz, in den Bereichen
niedriger Impedanz wird die Membranaus-
lenkung sehr groß.
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Der Hornlautsprecher
Um den Strahlungswiderstand einer Mem- Schon aus diesem Grund ist die Entwick- Durch die reduzierte Membranbewegung
bran zu erhohen, kann ein Hörn vor der lung eines Hornlautsprechers, der über bleiben die Verzerrungen dabei sehr gering
Membran angebracht werden. Je größer die einen weiteren Frequenzbereich mit dem und eine Dynamikkompression tritt nicht
Flache der Hornoffnung ist, umso großer gleichen hohen Wirkungsgrad arbeiten soll, auf. Erst bei sehr hohen Schalldruckpegeln
ist auch der Strahlungswiderstand dieser nicht ganz einfach. beginnt das Hörn selbst Verzerrungen zu
Fläche Bei einem Hörn mit einer erzeugen. Die Verzerrungswerte sind ab-
unteren Grenzfrequenz von 50 Hz ist die Durch die Zusammenhänge zwischen Län- hangig von der Art des Hornes (Exponenti-
Strahlungsimpedanz z. B. 50-fach größer ge, Widerstand und Masse des Schwingspu- al- Tractrix- hyperbolisches Hörn) und der
als die einer Membran mit 40 cm Durch- lendrahtes, der Starke des Magnetfeldes, Konstruktion, und liegen bei 10 akusti-
messer. Diese hohe Strahlungsimpedanz der Membranmasse sowie der Federsteife schen Watt zwischen 0,1 und 2%.
belastet über das Hörn die Lautsprecher- der Membranaufhangung, der mechani- Der Hornlautsprecher bietet also auch
membran. Der Lautsprecher kann Schall schen Verluste und einiger unangenehmer heute noch Vorteile gegenüber dem her-
nur aus der Hornoffnung abstrahlen, deren Eigenschaften der Luft im Hörn, wird die kömmlichen Lautsprechersystem, und es
Strahlungsimpedanz sehr groß ist. Im Hörn genaue Berechnung sogar außerordentlich wird auch in Zukunft so bleiben, denn egal
verringert sich die Querschnittsfläche zum kompliziert. Dafür leistet ein guter Horn- wie gut die Lautsprecherchassis noch wer-
Lautsprecher hin, die Strahlungsimpedanz lautsprecher allerdings auch bei einem den mögen, an einem Hörn sind sie noch
Zs also Zoxm2 hat einen bestimmten Wert, Wirkungsgrad von 50% das zehnfache eines besser.
wird die Flache kleiner muß Zo größer wer- normalen Lautsprechers, er ersetzt 10 Laut-
den. Über die Beziehung Schalldruck / sprecher samt der dazugehörigen Endver-
Schallschnelle = Schallkennimpedanz er- stärker.
gibt sich, daß mit wachsender Schallkenn-
impedanz im Hörn der Schalldruck großer
und die Schallschnelle kleiner werden muß.
Damit liegen die Verhältnisse für eine Laut-
sprechermembran am Hornhals wesentlich
günstiger.
Die Membran eines Lautsprechers hat eine
bestimmte Masse, die bei einem Baßlaut-
sprecher über 100 g betragen kann. Masse
ist in der Physik die Eigenschaft jeder Ma-
terie, trage zu sein. Trägheit ist der Wider-
stand den jeder Körper einer Änderung sei-
ner Geschwindigkeit entgegensetzt. Die
Änderung der Geschwindigkeit ist die Be-
schleunigung oder Verzögerung. Da eine
Membran, um Schall abzustrahlen, schwingt,
also beschleunigt, verzögert und wieder neu
beschleunigt, wobei die zur Verfügung ste-
hende Zeit durch die Frequenz (Schwin-
gung / Sekunde) feststeht, wächst mit der
Auslenkung auch der Widerstand, den die
Membran dieser Auslenkung entgegensetzt.
Die Membran hat eine hohe mechanische
Impedanz.
Das Hörn kann die geringe Schallkennim-
pedanz der Luft auf einen Wert vergrößern,
der der hohen mechanischen Impedanz der
Lautsprechermembran entspricht, es ist ein
„Impedanztransformator"!! Damit ist eine
ideale Anpassung des Lautsprechers an die
Luft möglich, weil die Membran hohen
Druck bei geringer Auslenkung (Schnelle)
erzeugen muß. Durch die verringerte Aus-
lenkung nimmt die Massenträgheit der
Membran ab, die Energie, die bisher nötig
war, um diese Trägheit zu überwinden,
kann in Schallenergie umgewandelt wer-
den. Als Folge dessen kann der Wirkungs-
grad eines Hornlautsprechers bei tiefen
Frequenzen über 90% betragen!
Zu höheren Frequenzen muß der Wir-
kungsgrad eines solchen Lautsprechers al-
lerdings geringer werden, da die Beschleu-
nigung einer Membran und damit die
Massenträgheit frequenzabhängig ist (glei- Western Electric WE 66 A, eine verkleinerte Version des legendären Basshorns
che Auslenkung bei kürzerer Zeitdauer = WE15A
höhere Beschleunigung). Die Massenträg-
heit der Membran wächst mit der Fre-
quenz, auf diese Erscheinung hat das Hörn
keinen Einfluß.
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Der Lautsprecher im Raum — oder Um etwas Klarheit in diese Problematik zu 6 dB mehr Schalldruck bei der Resonanz-
Klangmanipulation bekommen, hilft eine mathematische Analy- frequenz als in anderen Frequenzbereichen,
se der Raumeinflüsse, die Ergebnisse sind in schlicht gesagt: doppelten Schalldruck. Ei-
Wie bereits in der letzten Ausgabe dieses der Tabelle zusammengefaßt. Das Ziel war ne solche Box produziert Pseudobässe und
Handbuches beschrieben wurde, hat die dabei, für bestimmte Lautsprecher mit ver- gleichzeitig ein hoffnungsloses Überschwin-
Aufstellung der Lautsprecherboxen im Ab- schiedensten Daten jeweils die optimale Po- gen beim Ausschwingvorgang, die Ursache
hörraum großen Einfluß auf die Wiederga- sition für lineare Baßwiedergabe zu finden. für den hohen Schalldruck bei der Reson-
be tiefer Frequenzen. Dieser Umstand hat Die Ergebnisse sind überraschend und er- anzfrequenz. Durch geschickte Aufstellung
oft für Enttäuschung gesorgt, da die Box klären einige, bereits aus Hörtests bekannte, im Abhörraum kann ein solcher Lautspre-
natürlich später in einem anderen Raum Erfahrungen mit der Aufstellung von Laut- cher im Schalldruckfrequenzgang lineari-
steht als bei der Vorführung durch einen sprechern, zum Beispiel warum unterschied- siert werden, der Lautsprecher überzeugt
Händler. Verglichen mit einer Box deren liche Boxen im gleichen Raum verschiedene selbst im direkten Vergleich mit einer sehr
Wiedergabekurve im schalltoten Meßraum optimale Aufstellungsorte haben. guten Box durch ausgeglichenen tiefen Baß
völlig linear ist, können bei der Aufstellung
Der Schalldruckfrequenzgang einer Laut- bei kleinem Volumen. Die sorgsame Wahl
in einem Raum Anhebungen bis + 9 dB und
sprecherbox wird im Bereich tiefer Fre- des Musikprogramms, die dynamisch an-
Absenkungen bis -11 dB auftreten. Diese
quenzen durch die Werte von Resonanzfre- spruchsvolle Passagen wie Schlagzeug oder
Anhebungen und Absenkungen können
quenz fc und Gesamtgüte Q tc beschrieben. angerissene Baßsaiten vermeidet, läßt den
den Klangcharakter einer Box grundlegend
Hinsichtlich der Kombination dieser Werte Hörer über das dynamische Unvermögen
verändern, da bei falscher Aufstellung
gibt es große Unterschiede bei verschiede- im Unklaren, die große Überraschung
grundsätzlich beide zunehmen. Im Extrem-
nen Lautsprecherboxen. Die Tabelle gibt kommt später zuhause.
fall werden dabei die Grundtöne tieffre-
für einen breiten Kombinationsbereich je- Derartige Praktiken sind denkbar, mehr
quenter Instrumente fast doppelt so laut,
weils drei Längen 1,, 12 und 1, an, die den sollte damit nicht gesagt werden. Gezielte
und manche klangbildenden Oberwellen
jeweils optimalen Aufstellungsort der Tief- Fragen über die wesentlichen Daten einer
dagegen nur mit halber Lautstärke emp-
tonmembran festlegen. Welche der Längen Lautsprecherbox können hier helfen; even-
funden. (6 dB entsprechen dem doppelten
dabei für den Abstand zum Boden oder den tuell schriftlich bestätigen lassen.
Schalldruck, 10 dB entspechen einer sub-
jektiv empfundenen Lautstärkeverdoppe- Wänden gewählt wird, ist unwesentlich, es Der Bereich zwischen 60 und 80 Hz zeigt
lung.) Eine solche Klangveränderung kann müssen immer nur alle drei Abstände reali- dagegen wie unproblematisch kleine Boxen
selbst die beste Box ungenießbar werden siert werden. mit höheren Resonanzfrequenzen in der
lassen. Die physikalische Ursache dieses Aufstellung sind, ein Grund dafür, warum
Diese, ohne Rücksicht auf Realisierbarkeit,
Phänomens sind virtuelle (scheinbare) gerade diese Boxen oftmals sehr ausgewo-
im Wohnzimmer ausgeführte Berechnung
Schallquellen, die durch Reflektion des ab- gen und natürlich klingen. Durch die Kopp-
zeigt sofort die Schwierigkeit bei der Auf-
gestrahlten Schallfeldes an Raumwänden lung mit dem Raum ist der Frequenzbe-
stellung von Lautsprecherboxen mit tiefer
entstehen. Diese virtuellen Schallquellen reich um 2/3 Oktaven nach unten erweitert
Resonanzfrequenz. Eine Box mit den Daten
haben den gleichen Einfluß wie echte und oberhalb dieser Frequenz innerhalb 2-
fc = 20 Hz und Qtc = 0,5 wäre erst in einem
Schallquellen, z. B. andere Boxen, die eben- 3 dB linear. Natürlich ist der Maximalpegel
Raum von ca. 6,50x9 m Seitenlänge opti-
falls in Betrieb sind, es kommt zu mehr meist durch die kleinen Membrandurch-
mal zu integrieren. Innenarchitekten dürf-
oder weniger ausgeprägten Überlagerungs- messer geringer als der großer, tiefabge-
ten allerdings noch andere Argumente ins
erscheinungen (Interferrenzeffekte), da die stimmter Boxen.
Spiel bringen.
Schallquellen räumlich voneinander ge-
trennt sind. Die Folge dieser Überlagerung Bei höheren Resonanzfrequenzen werden Angesichts der großen Zahl bekannter Bo-
sind frequenzabhängige Verstärkungen oder die Verhältnisse günstiger, der Einfluß des xen mit tiefer Resonanzfrequenz und Qtc
Abschwächungen. Gütefaktors bleibt dabei offensichtlich im- Werten um 1,0 ist das Ergebnis dieser Be-
mer gleich. Je geringer Q tc ist, um so näher rechnungen erschreckend. Sollte man diese
Die größten Abweichungen ergeben sich, darf die Box an den Wänden aufgestellt Boxen nur in riesigen Räumen mit gutem
wenn alle Abstände der Schallquelle Mem- werden, um optimale Baßwiedergabe zu rea- Ergebnis aufstellen können? So schlimm ist
bran zu den Wänden und dem Boden gleich lisieren. Hier zeigt sich, was auch frühere es zum Glück nicht; solange nicht alle Ent-
sind. Bild 1 zeigt den Einfluß der Aufstel- Hörtests bewiesen haben: Boxen mit früh fernungen gleich oder sehr ähnlich sind,
lung auf einen durchschnittlichen Laut- und weich abfallendem Schalldruckfrequenz- bleiben die Auswirkungen nicht so gravie-
sprecher nach dem Prinzip der geschlosse- gang im schalltoten Meßraum sind im prak- rend wie in obigem Beispiel. Das Gehör ist
nen Box mit einer Resonanzfrequenz von tischen Betrieb aufstellungsfreundlicher und weiterhin gegenüber Pegelschwankungen
40 Hz und einem Gütefaktor von Qt c = 0,7 klingen bei willkürlicher Aufstellung meist im Bereich tiefster Frequenzen nicht so
bei einem Abstand von 70 cm zu Boden und besser, als solche, die bereits im schalltoten empfindlich wie im oberen Frequenzbereich;
Seiten- bzw. Rückwand. Solche und ähnlich Meßraum einen linearen Frequenzverlauf wählt man möglichst unterschiedliche, nicht
fatale Fehlaufstellungen kommen leider aus zeigen. Ein solcher Frequenzgang, Merk- zu kleine Abstände, so ist die resultierende
Platzgründen recht häufig vor und trüben mal eines niedrigen Gütefaktors (Q tc klei- Nichtlinearität nicht so störend. Eine ge-
die Freude am Hören erheblich. Jeder Ver- ner 0,7), bringt weiterhin Vorteile im dyna- wisse Baßanhebung wird in manchen Fäl-
such mit einem Equalizer zu linearisieren mischen Verhalten, da ein Überschwingen len sogar subjektiv angenehm empfunden.
scheitert spätestens an den Absenkungen, der Lautsprechermembran vermieden wird.
da mehr zugeführte Leistung leider auch die Perfektionisten haben dagegen mit dieser
(Vgl. dazu das Kapitel: Geschlossene Bo- Tabelle ein Werkzeug, das langwierige Ver-
Leistungsfähigkeit der abschwächenden Re- xen.)
flektionen entsprechend steigert. Darüber- suche verkürzen kann, vorausgesetzt die
hinaus bringt ein Equalizer wieder neue Parameter Fc und Q tc der Lautsprecherbox
Die Tabelle zeigt daneben eine andere Mög- sind bekannt.
elektronische Probleme ins Spiel. Es ist da- lichkeit, die schon einigen Ärger bereitet
her nicht verwunderlich, wenn einige Hifi hat. Es gibt eine größere Zahl Lautspre- Da beim Lautsprecherselbstbau diese Wer-
Perfektionisten mit ihrer Lautsprecherbox cherboxen bei denen der Magnet des Baß- te über das Gehäuse in Grenzen variierbar
einige Kilometer im eigenen Wohnzimmer chassis zum Opfer kaufmännischer Kalku- sind, ergeben sich weiterhin Möglichkeiten,
zurücklegen, um den optimalen Aufstel- lation wurde. Diese Abwesenheit von Mag- eine Box für einen bestimmten Aufstel-
lungsort zu finden. Wie sich später zeigen netmaterial äußert sich meßtechnisch in Q tc lungsort zu optimieren.
wird, kommt es dabei je nach Box manch- Werten von 1,2 bis 2,0. Der Q tc Faktor ei-
mal auf den Zentimeter an. Dieser Um- ner Box gibt den Schalldruck bei Resonanz-
stand erschwert das Auffinden der optima- frequenz relativ zum Schalldruck bei höhe-
len Position recht gründlich. ren Frequenzen an. Qtc = 2,0 bedeutet also
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Diese Optimierungsmoghchkeit ist beispiels-


weise für Tonstudios sehr interessant, mit-
tels geeigneter Lautsprecherchassis in klei-
nen Gehäusen (Q tc = 0,5 und fc = 60 Hz) ist
eine weitgehend lineare Baßwiedergabe bis
ca 43 Hz möglich, ohne die üblichen Equah-
zerprobleme in Kauf nehmen zu müssen
Da sich solche Boxen zur Wandmontage
eignen, 13 entspricht mit 30 cm der Entfer-
nung von Membran zur Ruckseite der Box,
ist die Unterbringung bei beengten Platz-
verhaltnissen unproblematisch
Wie bereits erwähnt, wurden diese Berech-
nungen für geschlossene Boxen vorgenom-
men, diese bringen wie Hornlautsprecher
durch das gute Ausschwingverhalten beste
dynamische Ergebnisse und kommen so
den Ansprüchen des Perfektionisten am
nächsten
Bei Baßreflex- und Transmissionshne-Bo-
xen ist die Berechnung durch die räumlich
getrennten Schallquellen Membran und
Tunneloffnung komplizierter, die Ergebnis-
se sind aber recht ähnlich

fs QTC 1I (m) 12 (m) l3 (m)


20 Hz 1,41 4,010 4,780 2,90
1,000 2,520 5,410 3,450
0,707 1,600 4,400 2,700
0,500 1,660 2,880 0,890
30 Hz 1,410 2,680 3,190 1,940
1,000 1,680 3,610 2,300
0,707 1,060 2,820 1,800
0,500 1,110 1,920 0,610
40 Hz 1,410 2,000 2,390 1,460
1,000 1,260 2,710 1,730
0,707 0,810 2,200 1,350
0,500 0,830 1,440 0,450
50 Hz 1,410 1,610 1,920 1,160
1,000 1,010 2,170 1,380
0,707 0,640 1,770 1,090
0,500 0,670 1,150 0,350
60 Hz 1,410 1,340 1,590 0,970
1,000 0,840 1,800 1,150
0,707 0,530 1,470 0,900
0,500 0,560 0,960 0,290
70 Hz 1,410 1,140 1,360 0,830
1,000 0,720 1,540 0,980
0,707 0,460 1,260 0,760
0,500 0,470 0,810 0,250

Die Frequenzkurven zeigen die Abhängigkeit der Baßwiedergabe einer Lautsprecherbox von
der Aufstellung
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Baß — oder was? normale Räume weichen darüberhinaus Fast alle Versuche diesen Frequenzgang
von diesem Idealfall immer mehr oder we- mit elektronischen Mitteln zu linearisieren,
Die Widergabe tiefer Frequenzen in klei-
niger stark ab. führen erfahrungsgemäß zu einer klangli-
nen Räumen ist ein vieldiskutiertes Pro-
Um in einer idealen Druckkammer von chen Verschlechterung.
blem. Einerseits können sich Schallwellen,
die groß gegen die Raumabmessungen sind, 5x4x2,5 m Abmessung einen Schalldruck Der Grund hierfür ist die Fähigkeit des
in einem solchen Raum aus physikalischen von 100 dB zu erzeugen muß die Membran Gehörs zwischen gleichen aber zeitlich ver-
Gründen nicht ausbreiten. Andererseits eines 38 cm Lautsprecherchassis je 1 cm schobenen Signalen zu unterscheiden. Da
sind offensichtlich in manchen Fällen auch Hub in beiden Richtungen ausführen, bei der reflektierte Schall eine größere Weg-
tiefste Frequenzen in sehr kleinen Räumen 120 dB wären es bereits 8 cm in beiden strecke als der Direktschall zurücklegen
hörbar. Bei gleich niedriger Resonanzfre- Richtungen. Diese 120 dB kommen bei muß, ergibt sich über die konstante Schall-
quenz sind dabei Lautsprecher mit sehr Frequenzen unter 40 Hz in normalem Mu- geschwindigkeit (ca. 343 m/s) eine zeitliche
großen Membranen anscheinend geeigne- sikprogramm zum Glück nicht vor, Wohn- Verzögerung.
ter, tiefste Frequenzen mit hörbarem Schall- zimmer mit idealen Druckkammereigen- 1 m : 343 m/s = 0,003 s = 3 m/s.
druck zu erzeugen, als solche mit kleinen schaften leider auch nicht. In den meisten
Der zuerst einfallende Schall wird vom
Membranen. Fällen sind erheblich größere Auslenkun-
Gehör als Originalschall wahrgenommen,
gen nötig. Allein die Verkleinerung des
Zur Erklärung dieses Phänomens ist ein dieser und sehr gering verzögerte Schall
Raumvolumens macht es der Membran et-
kurzer Ausflug in die Raumakustik sehr (Beugung um den Kopf) wird zur Rich-
was einfacher, daher klingen riesige Boxen
nützlich. Wie eingangs erwähnt, hat jeder tungsortung genutzt. Verzögerungen zwi-
in kleinsten Räumen ab und zu recht gut
Raum eine untere Grenzfrequenz, unter- schen 1 m/s und 30 m/s werden als Reflek-
(Tür zu). Leider ist der Übergang zur
halb der im Raum keine Schallwellen er- tionen bewertet, die Wirkung der Signale
Druckkammer bei allen Räumen unter-
zeugt werden können. Woran liegt das? Die mit wachsender Verzögerungszeit stark
schiedlich, ebenso das Raumvolumen, bei-
Schallenergie, die z. B. von einem Laut- abgeschwächt. So muß z. B. ein um 10 m/s
des Gründe für die unterschiedlichen Stand-
sprecher abgegeben wird, kann in dem Me- verzögertes Signal um 10 dB lauter als der
punkte der Betroffenen. Weiterhin erfüllen
dium Luft bekanntlich in Form kineti- Direktschall sein, um die Richtungsortung
keine Lautsprecherchassis die Forderung
scher Energie (Bewegung der Luftmolekü- zu beeinflussen. (Davon profitiert auch ein
nach konstanter Membranauslenkung. Je
le) oder als potentielle Energie (Kompres- namhafter amerikanischer Hersteller; diese
nach Qtc Faktor nimmt die Auslenkung
sion der Luft) vorkommen. In einer Schall- Erkenntnisse sind allerdings schon älter
oberhalb und unterhalb der Resonanzfre-
welle pendelt die Energie zwischen beiden und nicht wie behauptet von ihm. Haas H.,
quenz rapide ab (vgl. das Kapitel „Ge-
Formen hin und her und breitet sich als Über die Wirksamkeit eines Einfachechos,
schlossene Boxen"). Ein Equalizing erfor-
Schallenergie im Raum aus. Acustica, 1961 S. 49.) Bei größeren Verzö-
dert bei geschlossenen Boxen höchste Ver-
gerungszeiten als 30 m/s, werden zwei zeit-
Die Wand eines Raumes verhindert jedoch stärkerleistung und Belastbarkeit, da die
lich und auch räumlich getrennte Signale
eine Bewegung der Luftmoleküle, hier ist Federsteife der Luft im Gehäuse überwun-
gehört.
nur eine Kompression möglich. Daraus den werden muß, und ist zudem bei Baßre-
folgt, daß die längste Schallwelle, die in ei- flexboxen sinnlos, da der Reflextunnel un- Die Übergänge zwischen diesen Zeitberei-
nem Raum erzeugt werden kann, allein terhalb der Resonanzfrequenz „offen" ist chen sind gleitend.
vom Abstand der Wände bestimmt wird. und bei Membranbewegungen sofort ein
Alle mehr als ca. 2 m/s verzögerten Signale
Eine halbe Schallwelle mit zwei Druckma- Druckausgleich zwischen Vor- und Rück-
erzeugen einen Raumeindruck, der von der
xima an den Wänden und einem Schnelle- seite der Mambran stattfindet. Ausgenom-
men sind natürlich Boxen mit einer Reso- Summe, Intensität und Verzögerungsdauer
maxima in der Raummitte kann dabei in
nanzfrequenz unter 15 Hz, diese haben da- der Signale abhängt.
einem Raum noch untergebracht werden.
Die Wellenlänge der tiefsten Frequenz ent- für andere Probleme mit der Aufstellung Anders als bei tiefen Frequenzen, wo auf-
spricht also dem doppelten Abstand der (vgl. das Kapitel: Der Lautsprecher im grund der großen Wellenlängen, Laufzeit-
Wände. Über die Schallgeschwindigkeit ist Raum). unterschiede nicht hörbar sind und die
die Frequenz errechenbar. Schalldruckabweichungen vom linearen Ver-
Messen oder hören? lauf unangenehm hörbar werden, ist der
Ein größerer Raum mit den Abmessungen durch die höheren Frequenzen erzeugte
5x4x2,5 m hat dabei in der längsten Rich- Das menschliche Gehör registriert bei mitt-
Raumeindruck eine natürliche Begleiter-
tung eine Grenzfrequenz von 35 Hz. Um leren und hohen Frequenzen den Einfluß
scheinung des Hörens. Eine Stimme, die im
Frequenzen von weniger als 20 Hz als indirekter Schallanteile, die durch Refle-
reflektionsfreien (schalltoten) Raum gehört
Schallwellen unterzubringen, ist ein Ab- xion von Decke, Boden und Wänden eines
wird, klingt eigenartig, ebenso bei unnatür-
stand von mindestens 10 m nötig. In klei- Raumes zum Hörer gelangen, auf den
lich hohem Reflektionsanteil (Badezimmer-
nen Räumen liegt die Grenzfrequenz natür- Direktschall vollkommen anders als ein
effekt).
lich höher, im Durchschnitt sind es mei- Schallpegelmeßgerät. Ein solches Meßgerät
stens 40 Hz. kann nur einen „Momentanwert" liefern, Jedes Linearisieren (Einmessen), das über
den Schalldruck, der aus allen Schallwellen ein Linearisieren des Lautsprechers ohne
Diese Grenzfrequenz bedeutet allerdings (der direkten und allen indirekten) zu einer Raumeinflüsse hinausgeht, verfälscht nicht
nicht, daß tiefere Töne in solchen Räumen Zeit und an einem Ort (Meßmikrophon) nur den Direktklang, sondern auch den
nicht hörbar gemacht werden können. Da resultiert. Der Schalldruck ist ein frequenz- Raumeindruck mit dem Ergebnis hörbarer
Schallwellen zur Übertragung der Schall- abhängiger Wechsel von Unter- und Über- Anhebungen und Absenkungen trotz linea-
energie ausfallen, müssen diese Töne über druck in der Luft (Schwingung). Da die rer Meßkurve, abgesehen von der Proble-
Druckwechsel hörbar gemacht werden, der Wegstrecken von direkten und indirekten matik des Linearisierens, da mit jeder
Raum wird zur Druckkammer. Ändert man Schallanteilen unterschiedlich groß sind, Anhebung auch die abschwächenden Re-
das Volumen eines geschlossenen Raumes, kommt es zur Überlagerung gleicher (Über- flektionen stärker werden.
so ändert sich auch der Druck im Raum druck + Überdruck) und ungleicher (Über-
proportional. Diese Volumenänderung wird druck + Unterdruck) Zustände, abhängig Im Sinne einer natürlichen Musikwiederga-
im Abhörraum durch die Auslenkung der vom Verhältnis des Wegstreckenunterschie- be sollten sehr kurze (Störung der Stereo-
Membranfläche erzielt. Die Wiedergabe des zur Wellenlänge der untersuchten Fre- Ortung) und sehr lange (Echo) Verzöge-
tiefster Frequenzen ist dabei frequenzunab- quenz. Diese „Interferenzen" zeigt das rungszeiten durch geeignete Aufstellung im
hängig nur eine Folge der Volumenände- Meßgerät als Anhebung bestimmter und Raum und Bedämpfung durch Möbel und
rung. Bei konstanter Membranauslenkung Absenkung anderer Frequenzen an. Vorhänge vermieden werden. Probleme im
können im Raum auch tiefste Frequenzen tieffrequenten Bereich lassen sich durch
reproduziert werden. Die Anforderungen Ein Lautsprecher mit linearem Frequenz- richtige Aufstellung ebenfalls recht einfach
an Membranfläche und Auslenkung sind gang im reflektionsfreien Raum wird in lösen, daher ist bei guten Lautsprechern der
dabei jedoch bereits bei einer idealen (luft- einem Wohnraum immer eine mehr oder Aufstellungsort, in Grenzen, vorgeschrie-
dichten) Druckkammer recht erheblich, weniger „verbogene" Schalldruckmeßkurve ben.
zeigen, ohne dabei schlecht zu klingen.
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Meßgerat „Ohr" des Ionen-Hochtoners (die Grenzschicht


zwischen ionisierter und nicht ionisierter
Es kann nicht genug darauf hingewiesen
Luft) hat dabei mit 0,25 mm Durchmesser
werden, mit welcher Perfektion dieses na-
nur 1/100 der Flache eines 25 mm Kalot-
turliche Meßgerat arbeitet Im Gegensatz
tenhochtoners, und damit auch die größe-
zu anderen Meßgeraten nimmt das Gehör
ren Schwierigkeiten Bei den Hornsystemen
die verschiedensten Messungen gleichzeitig
ist die Membranbewegung bekanntlich sehr
vor und kann so auch kleinste Unterschiede
gering, da die Membranflache (Hornmund-
in kurzer Zeit feststellen Da das Gehör ein
flache) sehr groß ist
intelligentes Meßgerat ist, und über große
Horerfahrung verfugt (da es ja täglich im Bei Membranlautsprecherchassis sind die
Einsatz ist), können diese Unterschiede in Verzerrungswerte sehr unterschiedlich, da
den meisten Fallen sofort bewertet werden auch die Nichthneantat des Antriebs und
der Membranaufhangung eine wesentliche
Die Natürlichkeit der Wiedergabe und die
Rolle spielen Bei exotischen Wandler Sy-
Räumlichkeit umschreiben dabei alle Wie-
stemen mit sehr kleiner effektiver Mem-
dergabeeigenschaften der Lautsprecherbox
branflache wird es nicht möglich sein, diese
Eine unnatürliche Wiedergabe wird vom
Verzerrungen auf unhorbare Werte zu re-
Gehör nicht akzeptiert, selbst wenn alle
duzieren
Meßwerte keine Fehlerquellen zeigen
Aber auch diese TIM Messungen können
Wenn das Gehör eine Unnaturlichkeit regi-
immer nur eine Hilfe sein, wenn nach der
striert, ist die Ursache dafür natürlich in
Ursache für einen unnaturlichen Klang ge-
vielen Fallen meßbar, den Klang eines
sucht wird Gute Meßwerte bedeuten noch
Lautsprechers nach Meßdaten zu beurtei-
lange keinen guten Klang Bei einem sol-
len, ist dagegen nie möglich Ein gutes Bei-
chen Hornlautsprecher mit geringen Ver-
spiel dafür ist die „Entdeckung" der TIM
zerrungen konnte zum Beispiel durch eine
Verzerrungen in Hifi Verstarkern Einige
schlechte Hornkonstruktion die Anpassung Intermodulationsverzerrungen AMD und FMD
Verstarker mit hervorragend niedrigen har-
an die Luft gestört sein In diesem Fall bei verschiederfUn Chassis
monischen Verzerrungen (K2, k3) klangen
kommt es zu Reflektionen der Schallenergie oben Mitteltonhorn
im Betrieb mit Musiksignalen recht eigenar-
an der Hornoffnungsflache Ein Teil der unten Membranmitteltoner
tig
Schallenergie wird dabei in das Hörn zu- Eingangssignale, = 540 Hz, f2 = 4400 Hz
Erst TIM Messungen (transiente Intermo- rück reflektiert Die Folge ist ein , verboge- mit 100 dB Schalldruck für /, und 92 dB
dulation), bei denen dem Verstarker gleich- ner" Schalldruckfrequenzgang und gestör- Schalldruck für J\ Das Hörn zeigt nur gerin-
zeitig mehrere Signale verschiedener Fre- tes Impulsverhalten Der Pfeil in Bild 2 ge Verzerrungen, die Seitenbander /> ± / , ,
quenzen zugeführt werden, zeigen die Ursa- markiert eine solche Reflektion, die im dagegen zeigt das durchschnittliche Mem-
che für den eigenartigen Klang Es entste- Hörn zurücklauft branchassis eine ganze Reihe neuer Frequen-
hen dabei im Verstarker einige neue Signale zen, 2Uh+Uh±2U 2h, 2/ 2 ±/„ J/,
anderer Frequenzen, die in einem bestimm-
ten Verhältnis zu den Frequenzen des Ein-
gangssignals liegen Da es sich in diesem
Fall nicht um Signale handelt, deren Fre-
quenz ein vielfaches der Frequenz der Ein-
gangssignale ist (harmonische Verzerrun-
gen), klingen Verstarker mit ausgeprägten
TIM Verzerrungen besonders eigenartig
Harmonische Verzerrungen werden vom
Gehör eher akzeptiert, da auch die Ober-
wellen vieler Musikinstrumente die vielfa-
che Frequenz der Grundschwingung haben
Dieses Problem ist glücklicherweise bei gu-
ten Verstarkern vom Tisch, aber damit lei-
der noch nicht aus der Welt Auch Laut-
sprecher haben mit diesen Verzerrungen
einige Probleme, spätestens, wenn eine
Membran, die sich bereits in der Frequenz
eines Tones bewegt, einen weiteren Ton ab-
strahlen soll Die entstehenden Verzerrun-
gen, die einen ähnlich unnatürlichen Klang
verursachen können, waren für P W
Klipsch bereits 1969 Anlaß für entspre-
chende Messungen Die Fotos der Spek-
tralanalyse zeigen in dieser Hinsicht Er-
schreckendes wie Erfreuliches, die Qualität Intermodulationsverzerrungen AMD und
guter Hornsysteme ebenso wie die Hilflo- FMD
sigkeit eines Ionen-Hochtoners Beide Er- Intermodulationsverzerrungen AMD (Ampli- oben sehr gutes Baßhorn
gebnisse sind leicht verstandlich Die er- tude Modulation Distortion) und FMD (Fre- unten Membranchassis mit 25 cm 0
zeugten Verzerrungen sind eine Folge der quency Modulation Distortion) Der Schalldruck des Baßhorns betragt dabei
Membranbewegung Je kleiner die Flache oben Hochtonhorn sehr guter Qualltat 100 dB, der des Membranchassis 90 dB
eines Strahlers ist, um so großer muß die unten Ionenhochtoner / , = 5 0 Hz, J'2 = 300 Hz, horizontale Teilung
Bewegung werden, um den gleichen Schall- Eingangssignale /, = 5000 Hz 50 Hz pro Teilstrich, vertikale Teilung 10 dB
druck zu erzeugen Die winzige Membran / 2 = 12500 Hz pro Teilstrich
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Flötenklänge
So perfekt ein Lautsprecher auch sein mag,
zaubern kann er nicht. Und doch hat es oft
den Anschein als wurde gerade das von
einem guten Lautsprecher erwartet.
Das Bild rechts zeigt, daß der Klang einer
Flöte und die Lautstärke, in der diese
gespielt wird, nicht voneinander zu trennen
sind. Je lauter die Flöte gespielt wird, umso
mehr verlagern sich die am lautesten abge-
strahlten Töne zu den hohen Frequenzen.

Dieses Verhalten, das in ähnlicher Form


viele Musikinstrumente zeigen, ermöglicht
es uns, ein laut gespieltes Instrument von
einem gleichen, aber leise gespielten In-
strument auch dann zu unterscheiden,
wenn der Schallpegel beider Instrumente
am Hörplatz gleich groß ist. Das ist zum
Beispiel der Fall, wenn sich das lauter
gespielte Instrument in größerer Entfer-
nung vom Hörplatz befindet als das leise
gespielte.
Zu jedem charakteristischen Klang eines
Instrumentes gehört somit eine bestimmte
Lautstärke. Sobald ein Musikstück über
eine Stereoanlage zu leise wiedergegeben
wird, rutschen alle Instrumente mit dieser
Eigenart förmlich nach hinten. Wird das
Musikstück zu laut wiedergegeben schieben
sich diese Instrumente in den Vordergrund.
Da Musikinstrumente, die diese Eigenart
nicht besitzen, ihre „hörbare" Position
nicht in gleichem Maß ändern, kann sich in
beiden Fällen eine unnatürliche räumliche
Abbildung ergeben.
Schon einige gute Lautsprecher sind aus
diesem Grund völlig zu Unrecht, schlecht
bewertet worden.

Bild 3 zeigt das Impulsverhalten verschie- bei allen Chassis feststellbar, es wäre aller-
dener Chassis, a) Hochtonhorn, b) Bänd- dings vermessen, aus diesen Daten auf den
chenhochtöner, c) Membransystem, d) Air- Klang der Chassis zu schließen. Nur ein
Motion Transformer, e) Hard Dome Kalot- Hörtest kann in vertretbarer Zeit genügend
te, f) Soft Dome Kalotte. Ein mehr oder Informationen liefern, um Lautsprecherbo-
weniger ausgeprägtes Nachschwingen ist xen zu erfassen und zu bewerten.

Flötenklänge in verschiedenen Dynamikstufen


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Berechnungsgrundlagen

Die Qualität einer zu a) zu c)


Die Schalldurchlässigkeit ist abhängig von Bei den Resonanzfrequenzen ist also eine
Lautsprecherbox der Dichte gemäß Tabelle 1. Gehäusewand schalldurchlässiger.
ist abhängig von: Es ist zu erkennen, daß der Unterschied Darüberhinaus ist bei jeder Resonanzfre-
nicht allzu groß ist; 5,5 dB bei dreifacher quenz eine Nachschwingzeit feststellbar, die
Dichte. in etwa abhängig ist von dem Q-Faktor
1. der Qualität des Gehäuses Bei vergleichenden Messungen konnte fest-
zub)
2. der Qualität der Chassis gestellt werden, daß gerade das Nach-
Die Schallabstrahlung der Gehäusewände
schwingen am meisten die Klangqualität
3. der Qualität der Frequenzweiche entsteht bei direkter Erregung durch den
beeinflußte.
Lautsprecher sowie durch mechanische
4. der richtigen Bedämpfung Selbsterregung durch Resonanzen des Ma- Hierbei verhielt sich der Effekt umgekehrt
terials. Also spielt die innere Eigendämp- zur Frequenz. Sehr gut erkennbar war das
fung eine große Rolle bei der Unter- Schwingen der Wände ab Frequenzen
drückung von Eigenresonanzen des Holzes, unterhalb 200 Hz.
Gehäusematerial denn Hölzer mit geringer innerer Dämp-
fung neigen sehr viel eher zum Schwingen,
Ein weiterer Einfluß von Gehäuseschwin-
gungen wird fast immer vernachlässigt.
Einfluß der Gehäusematerialien das heißt, daß nur ein kleiner Anteil der Es werden nämlich in die Schwingspule
Schwingungsenergie durch Molekülreibung von Hochtöner und Mitteltöner Spannun-
Über Gehäusematerialien ist schon viel, vor
vernichtet wird. Der Q-Faktor vermag das gen induziert, die deren Klang verfälschen,
allem leider Falsches, geschrieben worden.
Maß der inneren Dämpfung anzugeben. (s. Abb.)
Deshalb hier eine knappe Zusammenfas-
sung: Es ist festzustellen, daß Preßspan mit nied-
rigem Q-Faktor und relativ hoher Dichte Das heißt es sind 3 mV an den Klemmen
Gehäusematerialien sind hinsichtlich fol- erste Wahl für Lautsprechergehäuse ist, des Hochtöners meßbar bei 3 V am Baß-
gender Eigenschaften zu untersuchen: entgegen anderen weitverbreiteten Ansich- lautsprecher. Diese 60 dB erscheinen ver-
a) Schalldurchlässigkeit ten. nachlassigbar, sind es aber nicht, vor allem
b) Schallabstrahlung durch Abstrahlung Bei vergleenden Messungen zwischen in Anbetracht der Kurvenform der indu-
Materialschwingungen direkt abgestrahltem Schall und dem Schall- zierten Spannung.
c) Schwingungszeit , ,> anteil der durch die Gehauserückwand ent-
und dies hauptsächlich hinsichtlich ihres steht, wurde folgende Überaschung fest-
Einflusses auf die Klangqualität. gestellt: Zusammengefaßt muß wieder einmal deut-
Der Unterschied beträgt nur 10 dB bei lich darauf hingewiesen werden, wie wichtig
Es gibt einige Untersuchungen, die zusätzlich
gewissen Frequenzen (100 Hz, 700 Hz.) die Kontrolle der Gehäuseschwingungen
noch den Kostenfaktor berücksichtigen,
Dieser hohe rückwärtige Schallanteil wird ist.
der sogar spätere Transportkosten berück-
sichtigt usw., mit dem Untersuchungsziel noch verstärkt durch:
Maßnahmen zur Verbesserung
der günstigsten Preis-Qualitätsrelation. 1. materialbedingte Eigenresonanz der 1. Entkopplung des Baßlautsprechers von
Da wir jedoch immer das Optimum im Rückwand der Schallwand wie es KEF seit einiger
Auge haben, berücksichtigen wir nur die 2. Resonanz des eingeschlossenen Luftvo- Zeit vormacht. Dieses Verfahren ist
oben genannten Parameter und beschrän- lumens erheblich optimierbar. (Anfragen ab
ken uns gleichzeitig auf das klassische 3. Wechselwirkung zwischen der Masse Frühjahr 1983).
Holzmaterial. der Gehäusewand mit der Luftpolster- 2. Versteifungsleisten oder -ringe an den
steife des eingeschlossenen Luftvolu- Gehäusewänden
Es muß noch vorweggeschickt werden, daß mens.
natürlich folgende Grundprinzipien des 3. Verbindungsleiste von der Schallwand
Gehäusebaues immer berücksichtigt wer- Eine Gehäusewand hat eine Serie von zur Rückwand an der Stelle der Schwing-
den müssen, da sie ebenfalls Einfluß auf die Resonanzen in allen drei Achsen. knoten.
zu untersuchenden Parameter haben. Die verschiedenen Resonanzen ergeben 4. Bestreichen der Gehäuseinnenwand mit
entweder Peaks oder Einbrüche im gesajn- Bitumen.
• Festigkeit und Gründlichkeit der Ver- ten Frequenzverlauf der Box. 5. Sandwich-Bauweise
bindungen
0 Die Geometrie des Gehäuses
• die Größe der Schallwand.
Alle drei Punkte müssen natürlich stets
optimal gewählt werden.
Die Meßmethodik
Mathews arbeitet in seinen Untersuchungen
mit dem Young-Faktor (Elastizitätsmodul)
als vergleichendes Element. Er experimen-
tiert dabei jedoch mit isolierten Brettern.
Wir sind der Meinung, daß es sinnvoller ist,
Messungen an kompletten Gehäusen vor-
zunehmen, vor allem deshalb, weil enorme
Wechselwirkungen zwischen den Gehäuse-
wänden auftreten.
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Geschlossene Box Baut man einen solchen Lautsprecher in ein


Gehäuse ein, so addiert sich zu einer Feder-
steife der Membranaufhängung die Feder-
Damit allein ist jedoch noch nichts gewon-
nen, denn bisher ist noch nicht bekannt
welchen Schalldruck ein eingebauter Laut-
Ähnlichkeiten unerwünscht? steife der Luft, die im Gehäuse eingeschlos- sprecher bei dieser Frequenz erzeugt. Der
sen ist. Die Federsteife der Kombination Schalldruck bei höheren Frequenzen wird
Es gibt geschlossene Lautsprechergehäuse, wird größer. Damit muß sich die Resonanz- vom Hersteller in dB/Watt/1 m Abstand
Schallwände, Baßreflexlautsprecher, Trans- frequenz ändern. Wenn z. B. die Aufhän- angegeben. Folgt man der Forderung nach
missionsline Gehäuse, Hörner, eine Reihe gung der Membran und das Luftvolumen linearem Frequenzgang, so muß der Laut- '
exotisch anmutender Kombinationen wie z. die gleiche Federsteife haben ergibt sich: Sprecher bis zu seiner Resonanzfrequenz
B. den Karlson Coupler. Ebenso wird viel diesen Schalldruck erzeugen.
darüber diskutiert welches der unterschied-
lichen Gehäuse die besten Ergebnisse er- Der Freiluft Qt eines Lautsprechers gibt das
mögliche. Verhältnis von Schalldruck bei Resonanz-
frequenz fo zu Schalldruck bei höheren
Tiefere oder „satte" Bäaase, mehr Dyna- bei doppelter Federsteife ist: Frequenzen an.
mik, besserer Wirkungsgrad, sauberes Im-
pulsverhalten sind einige der Begriffe. Man Außerdem gibt der Q-Faktor Aufschluß
gewinnt den Eindruck, es lägen Welten zwi- über den Frequenzgang, das Ausschwing-
schen den unterschiedlichen Möglichkeiten. verhalten und den Phasenverlauf im Bereich
für die Resonanzfrequenz gilt jetzt: tiefer Frequenzen.
Eigentlich erstaunlich, auf der einen Seite
ist ein Lautsprecher, auf der anderen Seite
ist immer die gleiche Luft mit genau
bekannten Eigenschaften. Offensichtlich wer-
den diese Eigenschaften von den verschie-
denen Gehäusetypen auf unterschiedliche
Weise genutzt. Ärgerlicherweise sind die die Resonanzfrequenz erhöht sich um den
Ergebnisse zwar deutlich hörbar, die Vor-
Faktor
gänge selbst dagegen unsichtbar, es ist
daher nicht uninteressant, diese Eigenschaf-
ten der Luft und die Funktionsweise der Dieses Luftvolumen, dessen Federsteife
verschiedenen Lautsprechergehäuse zu ken- gleich der Federsteife der Mambranauf-
nen. hängung ist, heißt VAS und errechnet sich:
Die Luft ist ein Gasgemisch mit einer spezi-
fischen Dichte von 1,189 Kilogramm pro
Kubikmeter.
Das heißt, die Luft hat eine Masse. Masse
ist die Eigenschaft jeder Materie, träge und
schwer zu sein. Gleichzeitig ist die Luft als
Gasgemisch elastisch, also komprimierbar.
Mit Trägheitskräften „wehrt" sich Materie
gegen Beschleunigung, mit Elastizitätskräf-
Die Resonanzfrequenz jedes Lautsprecher-
ten versucht sie ihre ursprüngliche Lage
systems in jedem Gehäuse läßt sich jetzt
wieder einzunehmen.
ebenfalls berechnen:
Nimmt man ein Materieteilchen (z. B.
Gasmolekül) und bringt es durch eine Kraft
von außen aus seiner Ruhelage, so wird es,
wenn die Kraft wegfällt eine Zeitlang um
diese Ruhelage hin- und herpendeln. Es
schwingt. , "' f?

Was im Kleinen gilt, gilt meistens auch im


Großen. Bringt man eine elastisch aufge-
hängte Lautsprechermembran aus ihrer
Ruhelage, so wird sie in einer „abklingen-
Schalldruck P in Abhängigkeit verschiedener
den" Schwingung in ihre Rugelage zurück-
QT
kehren. Die Frequenz mit der diese Schwin-
gung erfolgt heißt Resonanzfrequenz und Der Q-Faktor ist das Ergebnis des Zusam-
läßt sich errechnen. menwirkens von mechanischer Schwingung
und elektrischer Bedämpfung. Die Schwin-
gung der Membran alleine ist „unterbe-
dämpft" der Q-Faktor daher hoch, die
Dabei ist Membran überschwingt sehr stark und
M die bewegte Masse in Kilogramm außerdem nur in einer Frequenz.
C die Nachgiebigkeit (Compliance) in m Mit Hilfe des Antriebes, also der Schwing-
pro Newton (N) 1 Kilogramm entspricht spule in einem Magnetfeld, lassen sich der
9,81 N Lautsprechermembran auch Schwingungen
So hat ein Lautsprechersystem mit einer anderer Frequenzen „aufzwingen", ebenso
effektiven bewegten Masse von 16 g und ist der Antrieb in der Lage, die Membran zu
einer Nachgiebigkeit von 0,00145 m/N eine Änderung der Resonanzfrequenz beim Einbau bremsen, das heißt, die Schwingung zu
Resonanzfrequenz von 33Hz. in ein geschlossenes Lautsprechergehäuse. bedampfen.
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Verbindet man die Anschlußklemmen eines


Lautsprechers elektrisch leitend, so läßt
sich die Membran deutlich schwerer aus großer Magnet
ihrer Ruhelage bringen und kehrt langsa-
mer zurück. Dieser Effekt ist besonders bei mittlerer Magnet
großen Baßlautsprechern sehr gut spürbar.
kleiner Magnet
Diese Bedämpfung ist abhängig von der
Länge des Schwingspulendrahtes 1 und der
Stärke des Magnetfeldes B. Das Produkt Magnet ausreichend dimensioniert
beider Werte ergibt des „Kraftfaktor" des
Antriebes. Magnet 3 ist zu klein, der Lautsprecher überschwingt
Das Ergebnis dieses Effektes will auf den
ersten Blick nicht so recht einleuchten. Je
stärker der Antrieb eines Lautsprechers ist,
um so weniger Schalldruck wird er bei sei-
ner Resonanzfrequenz erzeugen. Einfluß des Antriebes auf den Schalldruckverlauf eines Lautsprechers.
Auf der anderen Seite muß der Antrieb
stark genug sein, um die, mit steigender
Frequenz ebenfalls steigenden Trägheits-
kräfte der Membranmasse zu überwinden.
Baut man einen Lautsprecher in ein Gehäu-
se ein, so steigt die Resonanzfrequenz an, Beispiel: Gutes Kabel und geringer Widerstand der Weiche
damit werden aber auch die Trägheits- und
Elastizitätskräfte größer, der Antrieb kann
die Schwingung nicht so gut bedampfen
und der Q-Faktor wird größer. Und zwar
gilt:
Fs/fc = Qts/Q.o Bei schlechtem Kabel und hohem Widerstand der Weiche
fs Freiluftresonanzfrequenz
Fc Einbauresonanzfrequenz
Qts Freiluft Q-Faktor
Qtc Einbau Q-Faktor
Damit lassen sich für jeden Lautsprecher in Unter Einbeziehung aller Widerstände (z. quenz hat, so müßte doch die Nachgiebig-
jedem geschlossenen Gehäuse die Reson- B. Frequenzweiche) sollte ein Gehäusevo- keit der Luft im Gehäuse größer werden, da
anzfrequenz und der erzeugte Schalldruck lumen so dimensioniert sein, daß sich ein die Luft aus dem Tunnel austreten kann.
ermitteln. Q-Faktor von 0,6 bis 0,9 ergibt. Will man
Hat der Q-Faktor des eingebauten Laut- einen hohen Wirkungsgrad bis zu sehr tie-
sprechers einen Wert von 1, so bedeutet fen Frequenzen aufrechterhalten, werden
das, daß bis hinab zur Resonanzfrequenz die benötigten Gehäuse sehr groß.
linear Schalldruck erzeugt wird. Eine Ver-
kleinerung des Gehäusevolumens führt zu Membran-
einer Baßüberhöhung, sowie deutlich hör-
barem unkontrollierten Schwingen der
Bassreflex-Prinzip masse
Membran, da der Antrieb mit den entste-
henden Kräften nicht mehr fertig wird. Eine Mit dem Baßreflexprinzip wird auch die
Vergrößerung des Gehäusevolumens führt von der Membranrückseite abgestrahlte
zu einem verbesserten Ausschwingverhal- Schallenergie genutzt. Theoretisch ergibt
ten, bei einem leichten Schalldruckverlust. sich so die doppelte Leistungsfähigkeit, also
ein Gewinn von 3 dB bei gleicher Gehäuse- Federsteife der Luft
Hier trennen sich Lautsprecher mit starken
Antrieben in großen Gehäusen von denen, größe, oder die halbe Gehäusegröße bei
die mit unterdimensionierten Magneten in gleicher Leistung.
recht kleinen Gehäusen zwar laute, aber Die Grundidee ist einfach. Da die Luft im
hoffnungslos unsaubere Baßwiedergabe er- Gehäuse eine bestimmt Federsteife hat, Luftmasse
zielen. wird sie, mit einer Masse verbunden, im Tunnel
Dünne Lautsprecherkabel und andere schwingen. Eine solche Masse kann auch
Ohmsche Widerstände in der Zuleitung eine Luftmasse sein, die Resonanzfrequenz
gehören ebenfalls hierher, da sie unter ist abhängig von der Größe dieser Masse.
anderem auch den Q-Faktor verändern. Eigenartigerweise behält aber der Laut-
Eine interessante Erscheinung zwingt hier sprecher seine höhere Resonanzfrequenz
Darüberhinaus wirken diese Widerstände allerdings dazu, das Medium Luft etwas bei. Offensichtlich kann die Luft doch nicht
als Spannungsteiler und reduzieren die Lei- genauer zu betrachten. so wie sie will. Ursache eines solchen Ver-
stung des Lautsprechers im oberen Fre- Baut man einen Lautsprecher in ein ge- haltens ist meistens die Existenz von Wider-
quenzbereich. Bei 4 Ohm Lautsprechern schlossenes Gehäuse ein, so steigt dessen ständen.
können sie praktisch den Magneten halbie- Resonanzfrequenz. Versieht man das Ge- In diesem Fall müßte ein solcher Widerstand
ren, ein trauriges Bild, zumindest für die häuse jetzt mit einem Tunnel, so daß diese die Luft daran hindern, durch den Tunnel
Ohren. Kombination eine ähnliche Resonanzfre- aus- oder einzutreten. Da man bei sehr
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langsamen Bewegungen der Membran deut- Durch die wachsende Amplitiude, also
lich spüren kann, wie die Luft durch den größere Bewegung in der gleichen Zeitein-
Tunnel ein- und austritt, müßte dieser heit, werden allerdings auch die Massen-
Widerstand darüber hinaus auch frequenz- trägheitskräfte größer, die Blindwiderstän-
abhängig sein. de werden zur Resonanzfrequenz hin sehr
Aus der Elektrotechnik sind verschiedene groß (s. Impedanzkurve).
Widerstände bekannt: Was für die Masse der Lautsprechermem-
Der Gleichstromwiderstand R in Ohm bran gilt, gilt natürlich auch für die Luft-
Die Impedanz Z in Ohm. masse im Baßreflextunnel.
Die Impedanz, auch Wellenwiderstand ge- An dem Strahlungswiderstand der Öffnung
nannt, ist frequenzabhängig. Vergleicht wird Schallenergie abgegeben, wenn das
man bei einem Lautsprecher die Werte für System schwingt. Die Größe des Strah-
den Gleichstromwiderstand mit denen des lungswiderstandes bremst hier die Schwin-
Wellenwiderstandes, also der Impedanz- gung. Da die Öffnung meist kleiner ist als
kurve, so sieht man, daß die Werte nur über die Lautsprechermembran, ist die Ampli-
einen sehr kleinen Bereich ähnlich sind. Im tude der Luftmasse in dem Baßreflextunnel
übrigen Bereich sind die Werte für Z grö- noch größer als die der Membran, und
ßer. Strahlungswiderstand pro Flächeneinheit ei- damit auch die Blindwiderstände. Für den
Die Impedanz besteht aus einem „realen" ner einseitig abstrahlenden Kreiskolbenmem- Lautsprecher ist diese Öffnung ein anderer
Wirkwiderstand, an dem Leistung ver- bran in unendlich großer Schallwand als Widerstand, die antreibende Membran sieht
braucht wird und einem „imaginären" Funktion von kR (k = Kreiswellenzahl, R = bei der Resonanzfrequenz des Baßreflexge-
Blindwiderstand der gegenüber Wechsel- Kolbenradius). (Nach Meyer und Neumann, häuses extrem hohe Blindwiderstände und
strömen, besser Wechselspannungen, wirk- Physikalische und Technische Akustik, Vie- den Strahlungswiderstand der Öffnung.
sam wird, allerdings ohne Leistung zu weg & Sohn)
verbrauchen. a) Luftmasse im Baßreflextunnel
b) Strahlungswiderstand der Reflexöffnung
c) Federsteife der Gehäuseluft , <..

Typischer Impendanzverlauf eines 25 cm Baßlautsprechers R = 6,5 Q

Die Impedanzkurve eines Lautsprechers Der Strahlungswiderstand der Luft ist für Diese Widerstände bremsen die Membran-
zeigt diesen Effekt. einen Lautsprecher abhängig von der Strah- bewegung. Bei der Resonanzfrequenz des
Im Bereich der Resonanzfrequenz zeigt sich lerfläche und der Frequenz. Gehäuses bewegt sich die Lautsprecher-
eine mehr oder weniger ausgeprägte Über- Oberhalb der „Anpassungsfrequenz" ist der membran fast überhaupt nicht mehr, den-
höhung der Impedanzkurve, der Wider- Strahlungswiderstand des Lautsprechers kon- noch wird die gleiche Schallenergie abge-
stand steigt bis zur Resonanzfrequenz an stant, unterhalb dieser Frequenz fällt er mit strahlt. Durch diese Widerstände kann
und fällt dann ebenso wieder ab. Offen- der Frequenz ab. auch die Luft im Gehäuse nicht mehr so wie
sichtlich besteht hier ein Zusammenhang. sie will. Die Resonanzfrequenz hat den glei-
Da sich der Gleichstromwiderstand der Die Anpassungsfrequenz errechnet sich: chen Wert wie beim Einbau in ein geschlos-
Schwingspule nicht ändert, muß die Ursa- fa = 100/r (r = Membranradius in m) senes Gehäuse.
che im schwingungsfähigen System aus Ein Baßlautsprecher von 30 cm Durchmes-
Masse und Feder liegen. Die reduzierte Membranbewegung zeigt
ser hat bei 50 Hz nur noch ca 1% des sich in der Impedanzkurve des Lautspre-
Ebenso wie in der Elektrotechnik, gibt es, maximalen Strahlungswiderstandes. chers in dem Baßreflexgehäuse.
auch in der Akustik und der Mechanik, Wie gelingt es einem solchen Lautsprecher
reale, also Wirkwiderstände und imaginäre dennoch bei gleicher zugeführter Leistung
Blindwiderstände. bis zu den tiefen Frequenzen hinab den
Eine elektrische Spannung, die eine Laut- gleichen Schalldruck zu erzeugen?
sprechermembran in Bewegung versetzen Die Lösung ist einfach. Bei geringem Strah-
soll, „sieht" alle diese Widerstände. lungswiderstand genügt eine Vergrößerung
der Membranamplitude, also der Bewe-
Da sowohl Masse, wie auch Elastizität, gung. Wächst die Membranamplitude in
reine Blindwiderstände darstellen, an denen dem gleichen Maß, in dem der Strahlungs-
keine Leistung verbraucht wird, würde ein widerstand abnimmt, bleibt der erzeugte a) geschlossene Box
schwingendes System, einmal angeregt, Schalldruck bei jeder Frequenz gleich. Der b) Baßreflexbox
unendlich lange schwingen. Das ist aller- Strahlungswiderstand der Luft sinkt qua-
dings nicht der Fall, da grundsätzlich dratisch zur Frequenz, also muß die Mem- Verringerte Membranbewegung = geringe-
Wirkwiderstände mit im Spiel sind. Der branamplitude quadratisch zunehmen. Der, re Blindwiderstände = im Bereich der
mechanische Reibungswiderstand im Laut- bereits bekannt, Q-Faktor von 1 kenn- Resonanzfrequenz.
sprechersystem ist recht gering; wie verhält zeichnet ein schwingendes System, bei dem
es sich mit dem Strahlungswiderstand der die Amplitude zur Resonanzfrequenz hin Damit werden die Vor- und Nachteile des
Luft? quadratisch wächst! Baßreflexprinzips deutlich.
20 Alle zitierten Arbeiten sind unter www.SHACKMAN.de erhältlich

Der verbesserte Wirkungsgrad verhilft zu Auch Lautsprecher mit Qt-Faktoren über


etwas handlicheren Gehäuseabmessungen, 0,4 lassen sich in Baßreflexgehäuse einset-
bei richtiger Abstimmung ergibt sich eine zen, hier gerät man allerdings in Bereiche,
Verbesserung um maximal 2,9 dB, also fast wo das Ausschwingverhalten sehr zu wün-
eine Verdoppelung. schen übrig läßt.
Da sich die Membran bei der Resonanzfre- Es gilt hier:
quenz fast nicht bewegt, wird die Belast- Q, = 0,5; Vas/VGeh = 0,45; fLS/fGeh = 0,8
barkeit des Lautsprechersystems erhöht, Ratsamer wäre es hier, das Gehäusevolu-
ohne die Baßreflexöffnung würde die Mem- men etwas kleiner zu wählen und der resul-
bran schon bei geringeren Lautstärken die tierenden Baßüberhöhung durch Däm-
maximal mögliche Auslenung erreichen. pfungsmaterial im Gehäuse zu begegnen.
Andererseits nimmt die Membranbewegung Ersetzt man die Luftmasse des Baßreflex-
unterhalb der Resonanzfrequenz des Ge- tunnels durch eine andere Masse, eine
häuses wieder zu, der Blind- und Strah- Lautsprechermembran ohne eigenen An-
lungswiderstand der Öffnung nimmt rapide trieb, so ändert das am Prinzip nichts. Da
ab. Dür Frequenzen unterhalb der Reson- in diesem Fall aber keine Probleme durch
anzfrequenz ist das Gehäuse in zunehmen- die Luftströmung im Tunnel auftreten
dem Maß „offen", die Belastbarkeit wird können, (Pfeif- oder andere Geräusche bei
sehr gering. großen Lautstärken und kleinen Tunnel-
Durch die angekoppelte Luftmasse entsteht abmessungen) ist das Passiv Radiator Sy-
ein weiterer Nachteil. Die Masse ist über die stem dem herkömmlichen Baßreflexprinzip
Federwirkung der Gehäuseluft an die Laut- überlegen.
sprechermembran gekoppelt. Kommt die Die Konstruktion ist einfach. Sind die
Membran zum Stillstand, so wird die Luft- Resonanzfrequenz des Lausprechers im
masse noch etwas nachschwingen. In wel- richtigen Gehäusevolumen und die benötig-
chem Umfang das geschieht, ist von der
Abstimmung des Lautsprechergehäuses ab-
hängig. Ein Baßreflexlautsprecher hat grund-
sätzlich ein schlechteres Ausschwingverhal-
ten als ein vergleichbarer geschlossener
Berechnung einer Baßreflexbox
Lautsprecher. Für die Berechnung einer Baßreflexbox 27x1,1=29,7
werden zuerst die benotigten Werte des
Durch die Abstimmung von Gehäusevolu- Lautsprecherchassis (hier KEF B 200 G) Das Gehäuse muß auf eine Frequenz von
men und Gehäuseresonanzfrequenz auf den aus dem Datenblatt entnommen. 29,7 Hz abgestimmt werden.
verwendeten Lautsprecher, läßt sich der Um die richtige Tunnelgröße zu finden,
Frequenzgang der Lautsprechergehäuse- Q T = 0,37; fs = 27 Hz; C M S = 1,4 x -3; kann man das Nomogramm benutzen:
Kombination so beeinflussen, daß bis zu SD = 246 cm2 = 0,0246 m2 Die Werte V Box (71 1) und fBox (29,7 Hz)
einer tiefstmöglichen Frequenz linear Schall- werden durch eine Linie verbunden, wie es
druck abgegeben wird. Der Wert für VAS errechnet sich aus- im Nomogramm, mit anderen Werten
allerdings, gezeigt ist. Jetzt kann für jeden
Auch hier sind der Q t -Faktor sowie das V as Tunneldurchmesser die richtige Tunnellän-
die bestimmenden Größen. VAs = P0<? x S D 2 x C M S ; />„c2 = 139884
ge gefunden werden.
Der Qt-Faktor bestimmt das Verhältnis von In diesem Fall' In diesem Fall sind es für einen Tunnel von
Vas/VcehSuse. 7 cm 0 genau 15 cm Länge.
139884 x 0,0014 x 0,02462 = 0,1185 Nach der Formel für den Helmholtz-Reso-
Allerdings ergeben sich hier, durch den bes-
seren Wirkungsgrad, andere Werte als für 3
nator läßt sich jeder gefundene Wert rech-
geschlossene Lautsprechergehäuse. betragt der Wert für VAS 0,1185 m oder nerisch kontrollieren
118,5 Liter
Hat der verwendete Lautsprecher einen Qt-
Faktor von ca. 0,4, so sollte das Gehäuse- Ein Blick in das Diagramm zeigt für Qx = 0,37 Der mit dem Nomogramm gefundene
volumen gleich dem V as sein: Vas/VGeh = 1 Wert stimmt also recht genau.
Weiterhin läßt sich mit der Formel zeigen,
V A S / V B « 1,5 =* V AS /1,5 = VB; 118,5 : 1,5
Die Resonanzfrequenz des Gehäuses sollte = 79 daß eine Verdoppelung der Tunnelfläche
gleich der Resonanzfrequenz des Lautspre- auch eine Verdoppelung der Tunnellänge
chers in diesem Gehäuse sein. erfordert, wenn die Gehäuseresonanzfre-
Die theoretisch optimale Gehausegroße
wäre demnach 79 Liter. quenz beibehalten werden soll.
Die Resonanzfrequenz des Gehäuses sollte
gleich der Freiluftreonanzfrequenz des Laut-
sprecherchassis sein. Die theoretisch optimale Gehausegroße Tunnelfläche 77 cm2;
Mit sinkendem Q T Faktor wird V Box klei- wäre demnach 79 Liter. Aufgrund der Tunneldurchmesser 10 cm
ner als VAS- Gehauseverluste und der Änderungen des
Erforderliche Tunnellänge ca. 30 cm.
Gleichzeitig steigt die benötigte Gehäusere- theoretischen Volumens durch Dampfungs-
sonanzfrequenz an. matenal sollte das Gehäuse etwa 10% klei-
Die geringen Abweichungen ergeben sich
ner werden
Beispiel: aus der Mündungskorrektur, die vom Durch-
Das Nettovolumen der Box betragt damit messer des Tunnels abhängig ist.
QT = 0,3 =* V A S /V B o x = 3; fBox/fs = 1,5 ca. 71 Liter.
QT = 0,2 => V A S /V B o x = 10; fßox/fs = 2,2 Nach diesem Verfahren läßt sich die Reso-
nanzfrequenz für alle Gehäuse/Tunnel-
Die Zusammenhänge zwischen Gehäuse- Jetzt muß fBox gefunden werden1 Kombinationen berechnen.
größe, Verlusten im Gehäuse und richtiger Aus dem Diagramm entnimmt man den
Gehäuseresonanzfrequenz sind recht ver- Wert für h auf der senkrechten Skala rechts
wickelt, daher sind diese Werte nur An- h ^ 1,1 Freiluftresonanzfrequenz x h =
haltswerte. Gehauseresonanzfrequenz
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Abstimmung eines Baßreflexlautsprechers abhängig von QT

Diagramm nach R. H. Small

Tunneldurchmesser D=2R

C = Schallgeschwindigkeit
S = Tunnelflache in m2
L = Tunnellange in m
R = Tunnelradius R = 1/2 0 in m
V Box = Nettovolumen der Box in m3

Gehauseresonanz frequenz

Nomogramm zur Bestimmung der richtigen


Tunnelgröße eines Baßreflexgehäuses.
Mündungskorrekturen sind bereits eingear-
beitet.
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Eine umfassende Berechnung von Baßreflex-


boxen ist natürlich etwas komplizierter. Schalldruckfrequenz Aot einer Baßreflexbox.
Das Diagramm zeigt daneben die Anteile der
Schallabstrahlung von Membran (Driver)
und Reflexöffnung, sowie die Impedanzkur-
ve. Das obere Diagramm zeigt den Phasen-
verlauf.

Eine umfassende Berechnung von Baßre-


flexboxen ist natürlich etwas komplizierter,
dieser Satz ist untertrieben. Die Baßreflex-
box ist ein Hochpaßfilter 4ter Ordnung,
vergleichbar einem elektrischen Filter. Bei
den elektrischen Filtern unterscheidet man
gewöhnlich zwischen Butterworth-, Bessel-
und Chebyshev-Filtern, die Namen charak-
terisieren verschiedene Übertragungsfunk-
tionen der Filter (vgl. Frequenzweichen).
Bei den Baßreflexboxen ist es ebenso, nur
gibt es hier zur Zeit: Butterworth (B4), Bes-
sel- (Be4), Chebyshev- (C4), Quasi Butter-
worth- (QB3), Superquasi Butterworth-
Die Relation von Gehäusevolumen KBOX ZU Die Relation von Gehausevolumen KBOX ZU (SQB 3), Sub Chebyshev- (SC4), Boombox-
Grenzfrequenz und Wirkungsgrad bei ge- Grenzfrequenz und Wirkungsgrad bei Baßre- (BB4), Subboombox- (SBB4) und Inter-
schlossenen Lautsprecherboxen. flexboxen Order Butterworth- (IB4) Filter und noch
einige andere ohne exakte Bezeichnung.
Der Frequenzgang ist entweder linear, wie
bei den SBB4, QB3, SC4, B4, BE4, IB4
und es werden Chassis mit niedrigem Q*
Werten benötigt, oder der Frequenzgang
ist wellig mit einer Überhöhung bei der Re-
sonanzfrequenz, BB4, SQB3, C4, wobei
Chassis mit hoher Resonanzfrequenz einge-
setzt werden.
Aus der letzten Gruppe stammen viele gute
Musikerboxen, die Schalldrucküberhöhung
kann hier gezielt zur Verstärkung tiefster
Töne bestimmter Instrumente eingesetzt
werden (E-Baß), aber kaum gute Hifi-Bo-
xen.
Die Unterschiede in der ersten Gruppe lie-
Das Diagramm zeigt die nötige Volumenver- gen in den resultierenden Gehäusegrößen
drängung (Fläche x Auslenkung einer Laut- und im Impulsverhalten. Die Darstellung
sprechermembran) um eine bestimmte aku- aller Berechnungsgrundlagen würde den
stische Leistung abzustrahlen, bzw. einen be- Die Änderung der Resonanzfrequenz eines Rahmen dieses Kapitels sprengen, außer-
stimmten Schalldruck zu erzeugen. Lautsprecherchassis in Abhängigkeit von dem ist für solche Entwicklungen ein um-
a = (V3S/VBax) fangreicher Meßgerätepark notwendig.
Alle zitierten
Transmission- Line -Box Arbeiten sind unter www.SHACKMAN.de erhältlich 23
TL Audion
Pos. Stück Maße in mm
1 2 1070 x 477 x 19 Ebenso wie bei dem Baßreflexprinzip wird
2 1 937 x 345 x 19 Transmission-Line hier durch den hohen Widerstand eine
Reduktion der Membranbewegung bewirkt,
3 1 406 x 345 x 19
Auch bei dem TL-Prinzip wird der Strah- allerdings fehlt hier die zusätzliche Feder-
4 1 363 x 20 x 19
lungswiderstand, den die Membranrücksei- steife eines Gehäusevolumens, mit der beim
5 1 882 x 345 x 19 te „sieht" durch Resonanzerscheinungen Baßreflexprinzip der Q-Faktor des Laut-
6 1 153 x 100 x 19 erhöht. sprechers optimiert wird. Die Transmis-
7 2 124 x 100 x 19 sion-Line eignet sich zur Abstrahlung einer
Wird ein Lautsprecher auf einer Seite mit
sehr tiefen Frequenz, allerdings nur einer.
8 1 267 x 245 x 19 einem runden oder rechteckigen Rohr ver-
Deswegen ist eine Orgel auch meistens
9 2 110 x 345 x 19 bunden, so kann man feststellen, daß eine
recht unhandlich. Daraus ergeben sich
bestimmte Frequenz aus dem Rohr beson-
10 1 743 x 345 x 19 bestimmte Anforderungen an den Laut-
ders laut abgestrahlt wird.
11 2 105 x 345 x 19 sprecher und das Verhältnis von Rohrlänge
Der Grund dafür liegt in dem frequenzab- zu der Resonanzfrequenz des Lautspre-
12 1 458 x 345 x 19
hängigen Strahlungswiderstand der akusti- chers, da ein Frequenzgang, wie in der
13 2 477 x 345 x 19 schen Leitung. Abbildung, nicht unbedingt das Kennzei-
14 1 125 x 345 x 19
In dem Bereich der „Rohrresonanz" errei- chen eines guten Hifi Lautsprechers ist.
15 1 65 x 345 x 19 chen die Blindwiderstande und der reale Genau das aber wird passieren, wenn ein
16 2 438 x 20 x 19 Strahlungswiderstand sehr hohe Werte, die Lautsprechersystem mit kräftigem Antrieb
Schallabstrahlung ist daher an der Öffnung an eine ca. 2 m lange Transmission-Line
dieser Leitung, im Bereich der Resonanz- angekoppelt wird!
frequenz, sehr viel größer als die Schallab-
strahlung der Membran. Die Resonanzfre- Der Qt-Faktor des Lautsprechersystems,
quenz ist von der Länge der Leitung das an einem Transmission-Line Gehäuse
abhängig, die vierfache Länge der Leitung betrieben werden soll, muß zwischen 0,7
ergibt die Wellenlänge der Resonanzfre- und 1 liegen, damit bis zur Resonanzfre-
quenz. quenz hinab der gleiche Schalldruck er-
zeugt wird. Im Bereich der Freiluftreso-
nanzfrequenz des Lautsprechers und darun-
ter, wird die TL zur Schallabstrahlung
genutzt. Aus diesem Grund eignen sich nur
wenige Lautsprechersysteme zum Einsatz

Strahlungswiderstand einer akustischen Leitung nach obigen


Maßen.

Frequenzgang eines schlechten Transmissionline Lautsprechers


24 Alle zitierten Arbeiten sind unter www.SHACKMAN.de erhältlich

von solchen „echten" TL Gehäusen, und Größte Schnelle = größte Reibung =


auch die haben es nicht leicht, da die TL maximale Absorbierung
noch andere Eigenarten aufweist. Bei be-
stimmten höheren Frequenzen zeigt eine Auch bei noch so überlegter Anordnung
solche Leitung ebenfalls Resonanzerschei- des Dämpfungsmaterials in der TL wird
nungen. Gleichzeitig werden sie Wellenlän- grundsätzlich auch etwas Schallenergie der
gen dieser Frequenzen kleiner. Die Fre- tiefsten Frequenz absorbiert. Gleichzeitig
quenz deren Wellenlänge gleich der Rohr- ändert sich innerhalb dieses Materials die
länge ist, wird einmal von der Membran- Schallgeschwindigkeit. Sie verringert sich
vorderseite und einmal von der Membran- um bis zu 50%. Damit ändert sich praktisch
rückseite , also gegenphasig, abgestrahlt. Ist die Länge der Leitung und die berechnete
die Rohrlänge gleich der Wellenlänge, wird Resonanzfrequenz.
Mischformen
der Schall auch an der TL Öffnung gegen- Stellt man nach der Fertigstellung eines TL-
phasig abgestrahlt und hebt den, von der Gehäuses fest, daß die Bedämpfung nicht Ob die Konstruktion (b) jetzt noch ein Baß-
Vorderseite, abgestrahlten Schallanteil voll- stimmt, so ist jetzt mit Sicherheit die reflexgehäuse oder schon eine Transmis-
ständig auf. Resonanzfrequenz falsch; das aber heißt sion-Line ist, läßt sich schwer sagen.
Anbauen oder Absägen. Auf jeden Fall läßt sich hier die Resonanz-
Diese Frequenzen müssen im Gehäuse Ein weiterer Effekt macht die Sache noch frequenz des Lautsprechersystems und da-
absorbiert werden. Durch Reibung an etwas komplizierter. Ein Teil des Däm- mit der Q-Faktor beeinflussen, wie es bei
einem Dämpfungsmaterial (realer mechani- pfungsmaterials schwingt in Phase mit der einem Baßreflexgehäuse der Fall ist. Gleich-
scher Widerstand), kann einer Schallwelle Lautsprechermembran mit. Dadurch erhöht zeitig zeigt der Tunnel Transmission-Line
Energie entzogen werden. Damit ein Rei- sich die schwingende Masse des Lautspre- Effekte im Bereich der sehr tiefen Frequen-
bungswiderstand wirksam werden kann, chersystems. Auch die Luftmasse in der TL zen, weil er sehr lang ist. Grundsätzlich
muß allerdings erst einmal eine Bewegung schwingt zum Teil mit. Als Ergebnis verrin- zeigt jeder Reflextunnel diese Effekte. Da
da sein. Was bewegt sich denn jetzt im TL gert sich die Resonanzfrequenz des einge- der Tunnel aber normalerweise sehr viel
Gehäuse? Natürlich Luft, aber wo? bauten Lautsprechersystems um einen be- kürzer ist, verfärben diese Effekte meistens
stimmten Betrag. den Klang im Mitteltonbereich. Eigenarti-
gerweise ist diese Verfärbung bei einigen
Lautsprechern hörbar, bei anderen nicht.
Woran liegt das?
Das Luftvolumen vor dem Reflextunnel ist
eine Parallelkapazität.

Spannung U Kondensator

Momentdarstellung von Schallausschlag £,


Schalldruck p und Schallschnelle v in einer
ebenen fortschreitenden Welle

Spannung U Luft-
volumen V

Ähnlich wie in der Schaltung oben der


Widerstand des Kondensators zu hohen
Frequenzen immer kleiner wird und damit
die hochfrequenten Anteile einer angeleg-
ten Spanung über den Kondensator abflie-
ßen, bevor die den Wirkwiderstand errei-
chen, arbeitet die akustische Parallelkapa-
zität. Die Luft ist durch ihre Komprimier-
Räumliche Verteilung von Schalldruck und Typischer Transmissionline Lautsprecher barkeit in der Lage akustische Energie zu
Schallschnelle in einer stehenden Welle bei speichern, ebenso wie ein Kondensator
totaler Schallreflexion an einer schallharten a) Ddmpfungsmaterial elektrische Energie speichert. Der Umfang
Wand (schematisiert) (langfaserige Naturwolle, B. A. F.) in dem ein Luftvolumen Energie speichern
kann, ist von der Größe des Volumens und
Eine Schallwelle „unterwegs" (a) und vor c) Tiefpassfilter absorbieren hohe Frequenzen der Frequenz abhängig. Aus diesem Grund
einer schallharten Wand (b). (Naturwolle, B. A. F.) müssen kleine Baßreflexgehäuse grundsätz-
An der Wand sind Druck- und Schnellema- lich mit Dämpfungsmaterial versehen wer-
xima um eine viertel Wellenlänge gegenein- d) lange Nägel zur Befestigung des den, große nur soweit sie parallel Wände
ander verschoben, die Welle „steht". Im Dämpfungsmaterials haben (Stehwellenbildung). Gleichzeitig soll-
Inneren eines TL Gehäuses bilden sich sol- te der Tunnel möglichst kurz oder noch
che stehenden Wellen, da auch die Laut- besser gar nicht da sein (Passiv Strahler),
sprechermembran eine schallharte Wand um eine Anregung der Rohrresonanz zu
ist. Damit läßt sich die Lage der Schnelle- vermeiden.
maxima für jede Frequenz ermitteln. Die
Bereiche maximaler Schnelle sind gleichzei-
tig die Bereiche in denen das Dämpfungs-
material diese Frequenz am besten absor-
biert.
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Oder möglichst lang, soweit die Grund-


schwingung des Rohrs, also die unterste
Rohrresonanzfrequenz, gerade angeregt
Vergleicht man den Strahlungsimpedanz-
verlauf eines Hornes mit dem einer TL, so
stellt man einen deutlichen Unterschied
Dämmstoffe
wird, um Schall abzustrahlen. In diesem Der Einsatz von Dämmstoffen in einem
fest. Hier ergeben sich durch die Resonan-
Fall müssen nur die Oberwellen dieser Lautsprechersystem entscheidet maßgeblich
zerscheinungen sehr viel größere Werte als
Schwingung bedämpft werden. Wie sich den Klang des Lautsprechersystems!
1, damit muß bei diesen Frequenzen auch
gleich zeigen wird, ist das erheblich einfa- das Luftvolumen erheblich größer sein, Gerade besonders gute Lautsprechersyste-
cher. wenn ein Anregung von Schwingungen me müssen beim Einbau in ein fehlerhaft
vermieden werden soll. bedampftes Gehäuse ihre hervorragende
Der Wert für: Verzerrungsarmut und Linearitat kommen-
Strahlungswiderstand + Blindwiderstand Die Impedanzkurve zeigt, daß bei der tiefen tarlos verlieren. Und trotzdem ist das
(Strahlungsimpedanz) multipliziert mit der Frequenz die größten Werte liegen, was die Thema Dämmstoffe eines der am sträflich-
Fläche des Strahlers dividiert durch die Sache doppelt schwierig macht. Will man sten vernachlässigten Gebiete der Laut-
spezifische Schallkennimpedanz dagegen nur die Oberwellen reduzieren, ist sprechertechnik.
das Ganze schon erheblich einfacher, da Deshalb auch hierzu einige Worte!
hat für einen Lautsprecher den Höchstwert
sich hier die Werte an 1 annähern.
1, ebenso an der Halsöffnung eines Hornes,
soweit die Horngrensfrequenz nicht unter- 1. Wahl des Dämmstoffes
schritten wird. Eine Verkleinerung der Fläche S2 auf S,,
wie im Bild gezeigt, führt über: Es gibt verschiedene Materialien, die sich
Für diesen Wert 1 gilt: hinsichtlich
Strahlungsimpedanz x Fläche / Schallkenn- a) der Frequenz-Selektivität
impedanz b) der Dämpfungsgüte
zur Verringerung der TL Effekte über den unterscheiden.
ganzen Bereich, und als mechanischer Das heißt, verschiedene Materialien dämp-
Strömungswiderstand, wenn S zu klein fen unterschiedliche Frequenzen mehr oder
C = Schallgeschwindigkeit m/s wird, zur Beeinträchtigung der Baßreflex- weniger gut (a) oder sie tun dies mehr oder
SD = Hornhalsfläche m2 funktion. weniger stark (b). Sofort einsichtig ist, daß
V = Kammervolumen m3 die Materialien, die beste Ergebnisse lie-
fern, die höchste Selektivität und höchste
Güte aufweisen.
Es gibt folgende Dämmstoffe:
1. Steinwolle und Glaswolle
2. B.A.F. Wadding
3. Pritex, hochselektiver Schaumstoff
4. langfaserige Naturwolle
5. sogen. Stoftwatte oder Stopfwolle.
Zu Punkt 1. kann schlicht gesagt werden,
daß das Material ungeeignet ist, da es kaum
frequenzspezifische Dämpfung aufweist. Es
ist zwar relativ preiswert, aber um den glei-
chen Dämpfungsgrad zu erreichen, muß
erheblich mehr aufgewendet werden als z.
B. von B.A.F. oder Pritex, sodaß es letzt-
endlich viel teurer wird. Zudem ist die Fül-
lung einer Box mit Dammstoff gewissen
Grenzen unterworfen.
Eine zu sehr vollgestopfte Box klingt tot.
Das wiederum heißt, daß eigentlich grund-
sätzlich, wenn man optimale Klangergeb-
nisse erzielen will, nur 2. bis 5. in Frage
kommen.
Hierbei ist 5. das Material mit der gering-
sten Güte und der geringsten frequenzselek-
tiven Bedämpfung, fällt somit als optimales
S = Hornhalsfläche
Beeinträchtigung der Resonanzeffekte Material aus. 2., 3. und 4. sind Materialien,
die die strengen Kriterien an Dämmstoffe
Einfluß einer Luftkammer zwischen Hörn
Strömungswiderstand gering erfüllen.
und Lautsprecher auf den Frequenzgang
Wodurch unterscheiden sich diese und
Strömungswiderstand sehr hoch wobei sind sie am besten anzuwenden?
Hierzu muß etwas Physik erklärt werden.
F gibt die Frequenz an bei der das Volumen
Ein Membranlautsprecher strahlt grund-
V die Schallabstrahlung aus einem Hörn
sätzlich zu beiden Seiten die gleiche Schall-
auf die Hälfte reduziert hat, wenn es zwi-
energie ab.
schen Lautsprecher und Hornhals ange-
bracht wird. Weil hier immer etwas Luft ist, Die gleiche Energiemenge, die auf der einen
damit sich die Membran überhaupt bewe- Seite für einen Wohnraum ausreicht, wird
gen kann, hat jedes Hörn eine obere Grenz- 1 h auf der anderen Seite in das vergleichbar
frequenz. J-5S --- *— - sehr kleine Lautsprechergehäuse abgege-
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ben. Wird diese Schallenergie nicht im


Gehäude absorbiert, erfolgt eine Rückwir-
kung auf die Lautsprechermembran.
Hornlautsprecher
Dieser Effekt wird deutlich, wenn das LS-
System einen kurzen Impuls durch das elek-
trische Signal am Lausprechersystem er-
zeugt, danach trifft die nach innen abge-
„The design ofa hörn loudSpeaker is usually
strahlte Schallwelle als Folge einer oder
a long and tedious task" (H. F. Oison)
mehrerer Reflektionen im Gehäuse erneut
auf die Membran und versetzt diese in Warnung von einem der es wissen sollte — PAK Akustische Leistung (w)
Bewegung. Die Membran strahlt einen und die durchaus berechtigt ist. Die Ent- d max Amplitude der Membran m
Impuls ab, obwohl kein elektrisches Signal wicklung eines guten Hornlautsprechers ist SD Membranfläche m2
am System anliegt, und das ganze beginnt eine böse Rechenaufgabe. SH Hornhalsfläche m2
von vorn. Je nach Gehäuseform wird so aus Dafür ist der Hornlautsprecher noch, und
einem Signal eine ganze Reihe von unter- sehr wahrscheinlich für immer, die beste
schiedlich abgeschwächten Signalen, die Lösung, um hohen Schalldruck bei bester Betrachtet man diese Gleichung etwas
mit einer Zeitverzögerung von 0,5 bis zu Klangqualität zu erzielen. genauer, kommt man aber auch sehr
einigen Millisekunden vom Lautsprecher-
Neben wenigen anderen Konstruktionen, schnell auf den Grund, aus dem unnötig
system abgestrahlt werden.
dem Carlson Coupler (mit dem richtigen viel Mittel- und Hochtonhorntreiber „ster-
Je besser jetzt das Impulsverhalten eines Baßlautsprecher bitte) und der TunedPipe, ben". Im Vertrauen auf die große Belast-
LS-Systems ist, umso klarer sind diese sind Hörner gerade im Baßbereich unge- barkeit, die von Baßhörnern bekannt ist,
Impulse voneinander abgegrenzt und beein- schlagen, ärgerlicherweise auch sehr groß. werden Frequenzweichen von zu geringer
trächtigen umso stärker die Ortungsfähig- Flankensteilheit eingesetzt und/oder die
keit des menschlichen Gehörs. Mit dem neuen „Constant Directivity" Mit- Übernahmefrequenz viel zu tief gewählt.
tel- und Hochtonhörner, ergeben sich her-
Bei zwei Lautsprechern und einem komple- vorragende Möglichkeiten, einen Raum mit Die Gleichung zeigt für einen Mittelton-
xen Musikprogramm läßt die Stereoortbar- Schall „auszuleuchten", bei sehr großen horntreiber mit einer maximalen Amplitu-
keit sehr zu wünschen übrig. Räumen die einzige Möglichkeit halbwegs de von 1 mm und einer Membranfläche von
Es ist daher unbedingt erforderlich, die klare akustische Verhältnisse zu schaffen. ca. 5 cm2 eine maximale Schalleistung von
Schallenergie im Gehäuse zu absorbieren, ca. 16 akustischen Watt bei 500 Hz, 4 aku-
das gilt grundsätzlich auch für TL und Die Impedanzkurve eines Hornes zeigt nur stischen Watt bei 250 Hz und 1 akustischen
Reflexboxen, bei denen die rückseitig abge- einen positiven Blindwiderstand, die Mas- Watt bei 125 Hz!
strahlte Energie nur im Bereich sehr tiefer senträgheit der Luft im Hörn. Hier gibt es
Frequenzen genutzt wird. keine Resonanzfrequenz und damit kein
„Eigenleben" der Luft, welches das Aus- Das heißt, die Belastbarkeit sinkt hier
Hier muß der Dämmstoff nur selektiv wir- schwingen beeinflussen könnte. Da, wie an bereits mit 6 dB pro Oktave.
ken um die tieferen Frezquenzen nicht anderer Stelle genauer beschrieben, auch
unnötig mit abzuschwächen. Unterhalb der Grenzfrequenz des Hornes
die Membranbewegung reduziert wird, kön- sinkt weiterhin der Strahlungswiderstand,
nen Hörner gerade im Baßbereich ungeheu- den der Treiber am Hornhals „sieht", späte-
2. Die Wahl des richtigen Platzes für das re Leistungen abgeben.
Dämm-Material stens jetzt wird der Treiber an einer 6 dB
Ein Baßlautsprecher an einem Hörn, könn- Weiche zerstört. Selbst eine 12 dB Weiche
Der richtige Platz ist nie die Gehäusewand, te bei einem Durchmesser von 38 cm und hilft hier nicht, das Hörn dürfte damit erst
sondern immer ein oder mehrere Orte zwi- einer maximalen Amplitude von 2,5 cm oberhalb seiner doppelten Grenzfrequenz
schen Schallwand und Gehäuserückwand. ohne weiteres 4000 (viertausend) akustische betrieben werden, was ja nicht Sinn der
Wieso das? Watt bei einer Frequenz von 50 Hz abge- Sache und darüberhinaus Platz- und Geld-
Der Dämmstoff soll Schallenergie vernich- ben. Mechanisch dürfte er das allerdings verschwendung ist. Frequenzweichen von
ten und das geht sort am besten, wo die nicht aushalten 18 dB oder 24 dB sind angebrachter.
größte Schallschnelle ist und die ist = 0 an
den Wänden, denn dort befindet sich
immer der Umkehrpunkt der Schallschnelle.
Am Boden und am höchsten Punkt steht
der Ball und am schnellsten ist er immer in
der Mitte zwischen diesen beiden Pukten.
Daraus folgt, daß überall dort, wo stehende
Wellen auftreten können und diese be-
dämpft werden sollen, dies nur bei den
jeweiligen Schnellemaxima, also bei 1/4 der
Gehäusetiefe optimal ist.
Besonders strenge Puristen stellen oder
legen deshalb Dämmstoffe senkrecht von
Gehäusedeckel zum Gehäuseboden auf (s.
Bozak, eine der ausgereiftesten Boxenent-
wicklungen der Welt).
Um eine Vielzahl von Frequenzen zu dämp-
fen, wird auch oft das gesamte Gehäuse
gleichmäßig mit Dämmstoff geBlt. Dies ist
wohl die einfachste Lösung.

Bauvorschlag für ein gewaltiges Baßhorn mit


KEF-Bestiickung, nach Dinsdale.
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Back Loaded Horns


LOWTHER Classic 200
Obwohl diese Lautsprecher seit über 50 gel nicht kompensieren. Leider wurde sehr
Jahren gut bekannt sind, wird unter Hifi- oft das Baßhorn für die klanglichen Mängel
Fans noch heute eifrig über die Vor- und verantwortlich gemacht, sodaß heute eine
Nachteile dieser Bauart diskutiert. gewisse Voreingenommenheit gegen den
Ein kurzer Überblick: die Arbeiten von Einsatz kleiner Baßhörner besteht. Dieses
Olson und Massa in USA sowie Voigt in Ergebnis ist von physikalischen Standpunkt
England waren wegweisend für die Ent- schwer verständlich, denn diese Bauweise
wicklung der ersten Back-Loaded Horns. bietet einige Vorteile, die mit anderen Laut-
(Olson H. & Massa F. Journal Acoustical sprechergehäusen nicht ohne erheblichen
Society America, Vol. 8, No 1, 1936; Voigt Mehraufwand zu erzeilen sind. Der Wert
P. British Patents no 351.209, 1930; 404.037, dieser Vorteile steigt dabei mit der Qualität
1934; 435.042, 1935). Während Olson und der verfügbaren Tonträger. Die Erklärung
Massa zwei verschiedene Hörner vor und dafür ist einfach. Baßreflexboxen und
hinter einer Lautsprechermembran anbrach- geschlossene Boxen sind sogenannte „Mass
ten (Compound-Hom-System), arbeitete controlled Systems", das klingt harmlos ist
Voigt nur mit einem Hörn. In beiden Fällen es aber nicht. Jedes Lautsprechergehäuse
sollte das Hörn hinter der Lautsprecher- hat ein bestimmtes Volumen, dieses Volu-
membran deren geringen Strahlungswider- men setzt der Lautsprechermembran, die
stand bei tiefen Frequenzen erhöhen. bewegt werden soll, eine entsprechende
Federsteife entgegen. Auch bei Baßreflex-
Unterschiede gab es bei der Form der Hör- boxen (s. Kap. Baßreflex). Diese Federstei-
ner. Olson arbeitete schon lange mit Expo- fe und die bewegte Membranmasse be-
nentialhörnern, bei deren Berechnung von stimmen die Resonanzfrequenz des Systems.
ebenen Wellenfronten im Hörn ausgegan- Der Antrieb (Magnet und Schwingspule)
gen wird. Voigt entwickelte seine Tractrix- bestimmen den Schalldruck, den dieses
hörner auf der Grundlage gleicher Schall- schwingende System bei verschiedenen Fre-
geschwindigkeit im Hörn. Auf dieser quenzen erzeugt.
Grundlage ergaben sich halbkugelförmige
Wellenfronten, daher der Name Kugelwel- Je größer die Membranmasse ist, umso tie-
lenhörner. fer liegt die Resonanzfrequenz bei einer
Der Höhepunkt in der Entwicklung der gegebenen Gehäusegröße und Membran-
Back Loaded Horns waren einige Jahre fläche. Je kleiner der Magnet ist, umso grö-
später die „Imperial Hypex Horns" der Jen- ßer ist der Schalldruck, den das System bei
sen Man. Company in Amerika. Die dieser Frequenz erzeugt.
Hypexhörner waren eine Entwicklung von Das Impulsverhalten eines solchen Systems
Solomon und ermöglichten eine Verkleine- ist allerdings nicht besonders gut. Ein bes-
rung der Abmessungen ohne die unteren seres Impulsverhalten läßt sich nur durch
Grenzfrequenzen zu verändern. Um Irrtü- eine Verringerung der bewegten Masse und
mer zu vermeiden, wohnzimmertauglich einen stärkeren Antrieb realisieren und das
wurden die Hörner dadurch nicht (160 x 90 geht ärgerlicherweise auf Kosten der Baß-
x 70 cm). reproduktion (s. Kap. Geschlossene Boxen,
Diese, für große Räume entwickelten, Hör- Baßreflexboxen).
ner werden auch heute noch sehr erfolg- Der Hornlautsprecher arbeitet dagegen im
reich in Discotheken eingesetzt. Baßbereich unabhängig von der Mem-
Die englische Firma Lowther unter Paul branmasse, allein die Form und Länge des
Voigt blieb recht konsequent bei diesem Hornes bestimmen die untere Grenzfre- Pos Stck Maße in mm
Prinzip. Die Abmessungen der Hörner quenz. Jeder der mit einem impulsoptimier- 1 1 325 x 212 x 19
wurden weiter reduziert, natürlich auf ten Lautsprecherchassis wie zum Beispiel 2 1 675 x 212 x 19
Kosten des maximalen Schalldrucks, aber den „Podszus Görlich" Chassis einen ech-
ten Tiefbaß erzielen will, kommt um eine 3 1 325 x 212 x 19
das „Wohnzimmerhorn" fand schnell
Freunde. Mit leistungsfähigeren Verstär- Hornkonstruktion nicht herum (s. Kap. 4 1 364 x 212 x 19
kern kam allerdings auch die Konkurrenz Podszus Görlich). 5 1 170 x 212 x 19
zum Zuge. Große Baßreflexboxen mit Mit- Die Berechnung dieser Hörner ist allerdings 6 1 52 x 212 x 19
tel- und Hochtonsystem waren preiswerter nur dann vergleichsweise einfach, wenn die 7 1 325 x 212 x 19
herzustellen und klangen zum Teil besser Hornmundfläche groß genug ist. Wird die
als die Lowther Hörner, deren Hersteller Mundöffnung eines Hornes kleiner als 8 1 292 x 212 x 19
hartnäckig bei ihrer Philosophie „ein Laut- nötig (vgl. Kap. Hörner) oder mit anderen 9 1 44 x 212 x 19
sprecherchassis für alle Frequenzen" blie- Worten das Hörn kürzer als es sein müßte, 10 1 150.x 212 x 19
ben. so wird die Berechnung außerordentlich
11 1 48 x 212 x 19
Die stetigen Verbesserungen auf dem Gebiet kompliziert.
12 1 472 x 212 x 19
der Tonaufnahme, erheblich verbesserte Die untere Grenzfrequenz dieser Hörner
Tonträger und Wiedergabeelektronik lie- liegt, abhängig von der Länge, mitunter 13 1 250 x 212 x 19
ßen die physikalischen Grenzen des Breit- erheblich über der Frequenz, die sich nach 14 1 128 x 212 x 19
bandlautsprechers deutlich werden. Die der Hornberechnung ergeben hätte. In die- 15 2 713 x 325 x 19
Vorteile des Baßhorns konnten diese Män- sen Fällen verhält sich das Hörn eher wie 16 1 21 x 21 x 212
28 Alle zitierten Arbeiten sind unter www.SHACKMAN.de erhältlich
ein zylindrisches Hörn (Transmission Line), Somit bleibt allerdings nur noch eine Mög-
bei dem die Länge maßgeblich über die lichkeit; den Blindwiderstand mit der Feder-
untere Grenzfrequenz entscheidet. Das Er- steife des gewählten Lautsprechersystems
gebnis hat schon einige Verwirrung gestif- gleichzusetzen. Je nach gewähltem Laut-
tet. Ein Hörn mit einer berechneten Grenz- sprecher kann dabei ein reines Expohorn
frequenz von 10 Hz und einer Länge von oder ein Hypexhorn die optimale Horn-
ca. 3 m hat eine effektive Grenzfrequenz form sein.
von 30 Hz. Die Grenzfrequenz liegt dabei
Hypexhörner bieten hier einen weiten Spiel-
immer höher als die einer Transmission
raum, da über dem Hypex Parameter T der
Line gleicher Länge. Das ist der Preis für
Blindwiderstand ohne Änderung der Grenz-
den gewonnenen Strahlungswiderstand
frequenz variiert werden kann.
durch die größere Öffnungsfläche.
Für T = 1 ergibt sich ein Expo Hörn
Die Kenntnis dieser Zusammenhänge ist Für T = 0 ergibt sich ein sogenanntes Cate-
sehr wchtig, da sich die Baßabstrahlung noid Hörn (catenoid = Kettenlinie).
durch ein „Reactance Annulling" nur dann
optimieren läßt, wenn die Grenzfrequenz Di entsprechenden Kurven sind in der Gra-
bekannt ist. Das Reactance Annulling fik eingezeichnet.
ermöglicht eine weitere Reduktion der Bei richtiger Berechnung können auch klei-
Hornabmessungen ohne Beeinträchtigung nere Hornsysteme sehr gute Ergebnisse
der unteren Grenzfrequenz. Dieses Verfah- bringen, nur ist, wie gesagt, die Berechnung
ren wurde erstmals von Paul Klipsch ange- sehr kompliziert und nur für einen be-
wendet und später von Plach und Williams stimmten Lautsprecher richtig.
unter diesem Namen bekannt gemacht.
Es ist daher unbedingt auf vorhandene
{Klipsch, Paul W.: A low frequency Hörn of Konstruktionen zurückzugreifen, Eigenent-
small Dimensions Journal Acoustical Soc. wicklungen lohnen sich nur für Hifi-Fans,
America Vol. 13, No 2, October 1941 die über den nötigen Platz für „ausgewach-
Plach, D- J.: Design factors in Hörn type sene" Hörner verfügen.
Speakers Journal Audio Engineering Vol 1,
p. 276-281, october 1953
Plach, D. J. & Williams, P. B.: Reactance
Annulling for Hörn type Loudspeakers
Radio Electronic Engineering p. 15 - 18,
February 1955)
Die Unterschiede zwischen konischen, expo-
nential, Hypex- und parabolischen Hör-
nern liegen im frequenzabhängigen Verlauf
der Strahlungs- und Blindwiderstandantei-
le. Gelingt es die Blindwiderstansanteile
zu eliminieren wird die Schallabstrahlung
im Bereich der unteren Grenzfrequenz
erheblich effektiver. Ein Ergebnis, das sonst
nur mit einem erheblich größeren Hörn zu
erzielen wäre.
Da der Blindwiderstand des Hornes eine
Folge der Massenträgheit der Luft im Hörn
ist, genügt eine Federsteife gleicher Größe
um den Einfluß zu kompensieren. Bei der
„Back Loaded Horns" ist es allerdings nicht
möglich, die Federsteife unabhängig von
der Membranaufhängung des Lautsprecher-
chassis durch eine Luftkammer hinter den
Chassis zu realisieren (Klipsch), da hier
bereits das Hörn selbst angebracht ist.
Die Konstruktion des Back Loaded Horns
ist insofern erheblich schwieriger. Da die
Federsteife des Lautsprechers nicht verän-
dert werden darf, muß das Hörn „maßge-
schneidert" werden, wobei meist die Länge
(maßgeblich für die untere Grenzfrequenz)
und danach das Verhältnis von Hornhals-
fläche zur Membranfläche festgelegt wird.
Je kleiner die Hornhalsfläche gewählt wird, Beispiel für ein kleines Back-Loaded Hörn.
umso größer ist der Wirkungsgrad der LS- In Verbindung mit einem geeigneten Sub-
Horn Kombination. woofer ist die Leistungsfähigkeit auch klei-
Bei richtiger Wahl der Fläche ist der ner Systeme beeindruckend und von größe-
Schalldruck des Hornes bei niedrigen Fre- ren Baßhörnern kaum zu unterscheiden,
quenzen gleich dem des Lautsprechers bei (vgl. dazu die näheren Beschreibungen im
höheren Frequenzen. R. A. E. Hornprospekt.)
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Baßhörner ßer sein als die Wellenlänge der cut off Fre-
quenz. Bei Baßhörnern darf die entspre-
chende Fläche, wie bekannt, reduziert
Hyperbolisch — werden. (Eckaufstellung)
Parabolisch Konisch Exponential Catenoidal Zylindrisch
Zurück zu den oben angesprochenen Hör-
nern:
Durch ein Reactance Annulling läßt sich
die Schallabstrahlung im Bereich der cut off
Frequenz dieser Hörner erheblich verbes-
sern:

Ist ein solches Expo- oder Hypexhorn von Hörn A ist bei einer Halsfläche von ca. Die Federsteife des Lautsprechers bestimmt
endlicher Länge, so gilt für f, (die Fre- 150 cm2 und einem Munddurchmesser von zusammen mit dessen bewegter Masse die
quenz, bei der das unterste Strahlungswi- ca. 1,8 m (2,54 m2) ein ausgewachsenes 30 Resonanzfrequenz.
derstandsmaximum liegt). Hz Hörn für Wandaufstellung. Soll ein sol-
ches Hörn in einer Raumecke betrieben
werden, so kann es ca. 75 cm kürzer gebaut
werden, da die erforderliche Mundfläche
nur noch 1,3 m2 sein muß. Für ein bestimmtes Hörn mit idealer Mund-
fläche (s. o.) ergibt sich
Für das zylindrische Hörn (Transmission- Hörner derartiger Abmessungen sind nicht
Line) gilt dagegen: überall realisierbar, sollten aber auch nur
dann in Betracht gezogen werden, wenn die
untere Grenzfrequenz des Raumes unter
dieser Frequenz liegt. AD = Sq inch
Ein 50 Hz Eckhorn (cut off Frequenz ca. 42 AT = Sq inch
Die Länge Le beinhaltet dabei eine Endkor-
Hz) ist mit einer nötigen Mundfläche von MD = Gramm
rektur, d. h. Le ist größer als die tatsächli-
0,45 m2 bei einer effektiven Länge von T = Hypexparameter
che Länge des Horns. Dabei ist für die
Größe der Endkorrektur der Radius der mind. 3 m schon praktikabler. Ein Lautsprecher mit einer bestimmten
Hornöffnung ausschlaggebend. Dabei ist zu beachten, daß die Mundfläche bewegten Masse besitzt die richtige Feder-
weder zu klein noch zu groß werden darf! steife, wenn seine Resonanzfrequenz gleich
Die effektive Länge des Horns wird daher
der berechneten Frequenz fs ist.
durch die Größe der Hornöffnung beein-
flußt. Nach den Untersuchungen von Keele (Keele, Die Formel stammt aus dem Artikel von
Hörn B mit einer effektiven Länge von 3 m D. B. Optimum Hörn Mouth Size; Conven- Plach und William, daher die Angaben in
und einer Horngrenzfrequenz von 10 Hz tion of the Audio Engineering Society 46, Square inch.
hat in diesem Fall die gleiche effektive 1973 New York) gibt es eine optimale
Diese „amerikanische Dimensionierung"
Grenzfrequenz (30 Hz) wie Hörn A mit Mundfläche abhangig von der cut off Fre-
soll aber im Augenblick keine Rolle spielen.
einer effektiven Länge von 6 m und einer quenz und der Aufstellung des Hornes.
Die Formel zeigt eine noch immer nicht
Horngrenzfrequenz von 27 Hz, nur hat sich Wird die Flache zu groß gewählt, treten
allen bekannte Tatsache:
die Fläche von Hörn B gerade verdoppelt, erhebliche Reflektionen auf. Der Umfang
während die Mundöffnung von Hörn A gut einer Mundöffnung sollte bei freier Aufstel- Die Resonanzfrequenz des Lautsprechers
160-fach größer ist als die Halsfläche. lung sowie für Mitteltonhorner nie viel grö- sollte über der cut off Frequenz des Horns
30 Alle zitierten Arbeiten sind unter www.SHACKMAN.de erhältlich
liegen, nur so wird ein Reactance Annulling
überhaupt möglich.
Weiterhin zeigt die Formel bereits den Ein-
fluß von T, der bei Hypexhörnern unab-
hängig von der unteren Grenzfrequenz
variiert werden kann, und die Abhängigkeit
zwischen Membranfläche und Hornhalsflä-
che.
Wie sinnvoll ein Reactance Annulling ist,
zeigt die folgende Formel:
(ebenfalls aus dem Artikel von Plach und
Williams)
Die akustische Leistung Pak eines Horn-
lautsprechers ist bei einer gegebenen Gene-
ratorspannung Eg und einer Frequenz f
Bl = Kraftfaktor
Rc = Schwingspulenwiderstand
RH = Strahlungswiderstand des Hornes
co = 2n
co 2n f Normalisierter Strahlungswiderstand Wirkwiderstandsanteil R»

Normalisierter Strahlungswiderstand Blindwiderstandsanteil

Der zweite Term im Nenner hat bei co = coc


seinen Wert, da die Reaktanz des Hornes
(XM = MH x CD) bei dieser Frequenz sehr
groß wird.
Bei optimalem Reactance Annulling ist bei
wc der gesammte zweite Term gleich 0, Pak
wird entsprechend größer.

Bei der konkreten Berechnung zeigen sich


die Grenzen des Möglichen. Für ein kleines
Baßeckhorn T = 1, U ca. 3,5 m, Hörn Cut
Off Frequenz 42 Hz, AM 0,45 m2, AH = 100
cm2, AD = 200 cm2; müßten ein Treiber mit
einer bewegten Masse von 10 g = 125 Hz
und 50 g = 71 Hz Resonanzfrequenz haben.
Die entsprechende Nachgiebigkeit der Auf-
hängung CMS wäre dabei 0,16 x 10"3 b e i 10 g
und 0,1 x 10"3 bei 50 g.
Hier zeigt sich, daß die höhere Membran-
masse als zusätzliche Masse eine entspre-
chend höhere Federsteife erfordert.
Ebenso zeigt sich an der Resonanzfrequenz, Blind- und Wirkwiderstand
Normalisierter Strahlungswiderstand
daß die Federsteife der benötigten Laut-
sprecher bereits für T = 1 und große Horn-
halsflächen recht hoch sein müssen. Im
Bereich von T = 1 bis T = 0,3 ist eine
Anpassung an einen bestimmten Lautspre-
cher ohne Einfluß auf die Grenzfrequenz
möglich. Dieses Verfahren ohne kompli-
zierte Berechnung ist nur mit sehr großen
Hörnern tiefer Grenzfrequenz oder speziel-
len Lautsprechern möglich. Eine bessere
Anpassungsmöglichkeit bietet sich mit den
„Front loaded Hörn". Hier kann eine
zusätzliche Luftkammer hinter der Laut-
sprechermembran angebracht werden.
Durch dieses zusätzliche Luftvolumen läßt
sich die gewünschte höhere Resonanzfre-
quenz für jeden Lautsprecher individuell
realisieren.
Die Berechnung erfolgt wie bei einer
geschlossenen Box und ist daher sehr ein-
fach (s. Kap. geschlossene Box).
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Kugelwellenhörner
Das Tractrixhorn, bei dessen Flächenbe- Die Tractrixgleichung ist im Prinzip recht leicht herzuleiten. In der Literatur finden sich die
rechnung von kugelförmigen Schallwellen verschiedensten Gleichungen, die ineinander umwandelbar sind. An jedem Punkt der ge-
im Hörn ausgegangen wird, ist bei gleicher krümmten Homkontur eines runden Tractrix-Hornes läßt sich eine Tangente anlegen, die
Öffnungsfläche kürzer als ein Exponential- in Mittellinie schneidet. Der Berührungspunkt definiert mit der Mittellinie den Radius
horn. Da die Berechnung dieser Hörner einer Kugelweite im Hörn. Für die Steigerung am Berührungspunkt (Hornöffnungswinkel)
nicht ganz unkompliziert ist, können die gilt:
entsprechenden Werte auch aus der Grafik
abgelesen werden.
Nachdem eine geeignete Grenzfrequenz fest-
gelegt worden ist, sind, ausgehend von der
Hornmundfläche, alle Flächen auf der ver-
tikalen Skala und die dazugehörigen Län- integriert ergibt sich:
gen auf der horizontalen Skala angegeben.
Die notwendige Gesamtlänge ist abhängig
vom verwendeten Treiber, die horizontale
or x
Skala wird bei Treibern von mehr als 8"
Durchmesser entsprechend parallel verscho-
ben. Die Hornhalsgröße der verschiedenen Diese Gleichung ist äquivalent mit Dinsdales Gleichung wenn a = Lambda/^ eingesetzt
Hörner folgt den Empfehlungen von Dins- wird. Über die Beziehung:
dale, die Hornhalsfläche hat ca. 30% der — 5p£

Membranfläche, diese Werte können natür-


lich geändert werden um das Hörn speziell
an bestimmte Treiberparameter anzupas-
sen.
ergibt sich die Gleichung von Baidock und Wilson.

Die Tractrixkurve ist ursprünglich von Leibnitz im Jahr 1690 entwickelt worden, hat aber
ihren Namen von Huygens^der sie erstmals analytisch löste.

Tractrixkurven für Baßhörner bei Eckauf-


stellung

Länge in inch 1 in = 2,54 cm


Flächenentwicklung von Tractrixhörnern bei Eckaufstellung. Grenzfrequenzen 30 bis 120 Hz
verwendbare Treiber: 8" bis 24" (20 bis 60 cm) Durchmesser.
32 Alle zitierten Arbeiten sind unter www.SHACKMAN.de erhältlich

Wave- Cut- Doub- Effec-


Freq. length Diameter Area Freq off Flare Area ling Nom Area tive Throat Throat
(Hz) (ft) (ft) (sq ft) (Hz) freq coeff. increase
1 dist dia. (sq in) area area area
1
(Hz) ( f t ) (%ft" ) (ft) (in) (sq in) (sq in) (sq-ft)
30 37 5 11 94 111 98
40 2813 8 95 62 92 30 25 278 32 2 49 3i 9 62 6 74 2 02 014
50 22 5 716 40 27 40 33 366 44 1 89 5 1964 13 75 412 029
60 1875 5 97 280 50 42 466 59 1 49 6i 3319 23 23 6 97 048
70 16 07 512 20 59 60 50 555 74 1 25 8 50 27 3519 1056 073
80 14 06 4 48 15 77 70 58 644 90 1 08 10 78 55 54 99 16 50 114
90 125 3 98 1244 80 66 733 108 945
100 11 25 3 58 10 07 90 75 833 130 832 Empfohlene Hornhalsoffnungen für Horn-
110 10 23 3 25 8 30 100 84 932 154 744 lautsprechersysteme
120 9 38 2 98 6 98 110 92 1 02 178 679
120 100 1 11 205 624 selbstverständlich können auch andere Wer-
Mindestabmessungen der Hornmundoff-
nung bei freier Aufstellung te gewählt werden, wenn höherer Wir-
kungsgrad oder geringere Verzerrungswerte
erreicht werden sollen

Freq. Area Dia Sq Rect Cut- Doub- Doubhng dist = Entfernung zwischen jeder
side sides Freq off Flare Area ling
(Hz) (sq. ft) (ft) coeff increase Flachenverdopplung
(ft) (ft) (Hz) freq. dist
(Hz) (in') (%m-1) (in) Nom dia (in) = Große der Lautsprecher-
30 28 5 97 5 29 4 69 5 97 chassis
40 15 73 4 47 396 3 52 447 200 166 155 17 448 3 5 in = 9 cm, 5 in = 13 cm, 5 5 in = 17 cm,
50 10 07 3 58 3 1 7 2 81 3 58 250 208 193 21 3 59
60 8 in = 20 cm, 10 in = 25 cm
70 2 98 2 64 2 34 2 98 300 250 233 26 2 97
70 515 2 56 2 27 2 01 256 350 292 271 31 2 56 Effective area = effektive Membranflache
80 3 94 2 24 1 98 176 2 24 400 330 307 36 2 26 Throat area = Hornhalsflache
90 311 1 99 1 76 1 56 1 99 450 375 349 42 1 98 sqin (Square inch) = 6,4516 cm2
100 2 52 1 79 1 58 1 41 1 79 500 420 391 48 1 77 sqft (square feet) = 930 cm2
110 2 07 1 62 1 44 1 27 162 550 458 426 53 1 63
120 1 74 1 49 1 32 1 17 1 49 600 500 465 59 1 49
Freq, (Hz) = Frequenz der Hornberech-
700 580 539 71 1 29 nung
Mindestabmessung der Hornmundoffnung 800 614 85
660 1 13 Cut-off Freq (Hz) = -3 dB Frequenz
bei Wandaufstellung 900 750 698 101 993 Wavelength = Wellenlange der Frequenz
1000 840 781 118 887
1100 920 855 135 810 Diameter = Durchmesser
1200 1000 930 153 745 Area = Flache
1300 1083 1 01 175 686 sq Side = Seitenlange bei quadratischer
Sq.
Freq. Area Dia. side Rect 1400 1166 1 08 196 642 Öffnung
sides 1500 1250 1 163 218 596
(Hz) (sq ft) (ft) 2000 1660 1 54 368 450 Rect Sides = Seitenlangen bei rechteckiger
(ft) (ft)
2500 2080 1 93 590 359 Öffnung
30 140 4 22 3 75 3 32 4 22
40 7 87 316 2 81 2 49 316 Exponentialkonstanten Flare coeff = Offnungskonstante
50 5 03 2 53 2 24 1 99 2 53
60 35 211 187 1 66 211 Area increase = Flachenzunahme in Prozent
70 2 57 1 80 1 60 1 42 1 80
80 1 97 1 58 1 40 124 1 58
90 1 55 1 41 1 25 1 10 1 41
100 1 26 127 1 12 0 995 1 27 Freq 3i !i 6i (i 10
110 1 04 1 15 1 02 0904 1 15 (Hz) Ex Tr Ex
120 0 829 1 05 Tr Ex Tr Ex Tr Ex Tr
0 87 1 05 0 93
30 27 3 251 24 7 22 5 22 9 20 7 21 4 192 198 176
Mindestabmessung der Hornmundöffnung 40 192 176 172 156 158 142 147 119
131 135
bei Eckaufstellung 50 141 128 126 11 3 11 5 102 106 93 9 62 830
60 112 101 988 8 78 8 98 788 8 22 712 7 42 6 32
70 917 8 23 8 05 711 7 25 6 31 6 60 5 66 5 92 4 98
80 7 69 6 83 6 70 584 6 01 515 544 458 483 3 97
90 648 5 75 5 61 4 88 500 4 27 4 50 3 77 3 97 3 24
Wave- Area Sq. Rect. 100 5 57 4 91 4 79 413 4 25 3 59 3 80 314 3 32 2 66
length Dia. side sides 110 4 90 4 30 418 3 58 3 69 3 09 3 28 2 68 284 2 24
(in) (in) (in) (in) 120 4 34 3 79 368 313 3 23 2 68 2 85 2 30 246 191
200 67 5 32 2 8154 28 6 25 3 32 2 Lange eines Baßhorns (feet) bei verschiedenen Offnungskonstanten,
250 540 25 8 522 9 22 3 20 3 25 8
300 45 0 21 5 3651 191 169 21 5 Wandaufstellung Ex = Exponentialhorn Tr = Tractnxhorn (Kugelwellenhorn) Die Werte für
350 38 57 1 8 4 265 9 163 145 184 die Tractnxhorner sind angenähert
400 33 75 161 203 6 143 126 161
450 30 1 4 3 1606 127 113 143
500 27 0 129 1307 11 4 101 129 3i i 6i 8 10
550 24 55 11 7 107 5 104 92 117 Freq.
600 22 5 107 89 9 9 5 84 107 (Hz) Ex Tr Ex Tr Ex Tr Ex Tr Ex Tr
700 19 28 9 2 66 5 82 72 92
800 1688 8 1 51 5 72 63 81 30 24 8 226 22 2 20 0 20 4 182 189 167 173 151
900 15 7 2 407 6 4 56 72 40 173 157 153 137 139 123 128 11 2 11 6 100
1000 135 6 4 32 2 5 7 51 64 50 126 11 3 11 1 98 9 98 8 66 9 08 7 76 812 680
1100 12 27 5 9 27 3 5 2 46 59 60 9 95 8 85 864 7 54 7 73 6 63 6 97 5 87 617 5 07
1200 11 25 5 4 22 9 4 8 42 54 70 810 716 696 6 02 618 5 24 5 53 4 59 4 83 389
1300 10 38 4 9 188 4 3 39 49 80 6 75 5 89 5 75 4 89 5 07 4 21 4 50 364 3 89 303
1400 9 64 4 6 166 4 1 36 46 90 5 65 4 92 4 78 4 05 417 344 3 67 294
1500 9 4 3 145 3 8 34 43 100 483 417 4 05 3 39 3 51 2 85
2000 6 75 3 2 8 0 2 8 25 32 110 4 22 3 62 3 51 2 91
2500 540 26 5 3 2 3 20 26 120 3 72 317
Exponentialkonstanten für Mittel- und Lange eines Baßhorns für verschiedene Offnungskonstanten, Eckaufstellung
Hochtonhorner Ex = Exponentialhorn, Tr = Tractnxhorn Die Werte für die Tractnxhorner sind angenähert
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Nur ein praktisch masseloses System ist in hemmten Wandlers, bei dem ein Großteil
Elektrostatische Lautsprecher —
der Lage, beide Parameter simultan zu erfül- der Antriebsleistung zur Überwindung der
gibt es die originalgetreue Wiedergabe
len, ohne Kompromisse einzugehen. Massenträgheitskräfte verbraucht wird.
Die originalgetreue Wiedergabe komplexer
Bei einem masselosen System liegt die theo- Nur wenige Lautsprecher mit sehr stabilen,
Musik ist bekanntlich keine leichte Aufgabe
retische mechanische Resonanzfrequenz un- leichten Membranen und exzellentem Im-
für einen Lautsprecher.
endlich hoch, bei den realisierten Mikropho- pulsverhalten sind daher zur Kombination
Sie erfordert nicht nur die exakte Repro- mit Elektrostaten geeignet.
nen ist die unterste Resonanzfrequenz mit
duktion aller Schallwellen vom 17 m bis 1,7
ca. 50 kHz noch immer weit oberhalb des Um die nötigen Membranamplituden und
cm Länge und Schalldruckpegel von 120 dB
Hörbereiches. damit ungewünschte Verzerrungen in eng-
(1 : 1000000), erst die zeitliche Abfolge be-
Geringste Masse bedeutet bestes Impulsver- sten Grenzen zu halten, ist der Einsatz eines
stimmter Frequenzen und Amplituden er-
halten, hohe mechanische Resonanzfrequenz Baßhorns sehr empfehlenswert.
zeugt die Klangstruktur der Musikinstru-
mente. bedeutet lineares Phasenverhalten, da Pha- Besondere Bedeutung gewinnt bei solchen
sendrehungen immer erst im Bereich dieser Kombinationen die Frequenzweiche, die
So unterscheiden sich einige Musikinstru-
Resonanzfrequenz oder darüber auftreten. den Wandlern die entsprechenden Fre-
mente kaum in den Frequenzen, die sie er-
quenzbereiche zuführt.
zeugen, allein die Reihenfolge der Grund- So ist z. B. der Phasenfrequenzgang des
und Obertöne bewirken einen völlig unter- Mikrophons 4007 von 50 - 20 kHz innerhalb Eine Frequenzweiche mit ungenügender
schiedlichen Klang. von ± 5° linear. Filtersteilheit ist für den Klang ebenso rui-
Bei den elektrostatischen Kopfhörern wird nös wie eine Frequenzweiche mit schlech-
Ein weiteres Problem bei der Wiedergabe
dieses Prinzip umgekehrt verwendet, hier tem Impulsübertragungsverhalten. Eine ge-
komplexer Musik sind die sogenannten
wird ebenfalls eine Folie zwischen zwei lungene Kombination bietet dagegen alle
mikrozeitlichen Pegelschwankungen verschie-
Metallgittern aufgehängt. Wird diese Folie Vorteile eines Elektrostaten mit besseren
dener Instrumente.
elektrostatisch aufgeladen, kann sie durch Baßwiedergabeeigenschaften bei erheblich
Diese Lautstärkenschwankungen angehalte- geringerem Platzbedarf.
Anlegen einer elektrischen Spannung an die
ner Töne informieren über das „Gattungs-
Metallgitter bewegt werden. Gibt es bei allen Vorteilen dieser Elektro-
timbre", ob ein Klang von einem Blas- oder
Streichinstrument erzeugt wird. Mit der Da auch diese Folie praktisch masselos ist staten eigentlich keine Nachteile?
Zahl der Instrumente eines Orchesters und über die gesamte Fläche gleichmäßig Durch die relativ große Strahlerfläche wird
summieren sich dabei die Anforderungen an angetrieben wird, reproduziert sie exakt das der Schall stark gerichtet abgestrahlt. Diese
den Lautsprecher ganz erheblich. Kleinste vom Mikrophon aufgenommene Signal. Der oft als negativ beurteilte Eigenschaft bedeu-
zeitliche oder dynamische Fehler werden bei geringe Unterschied zwischen Aufnahme tet aber auch, daß Reflektionen von den
der Wiedergabe sofort als undifferenzierter und Kopfhörerwiedergabe resultiert aus der Raumwänden kaum stattfinden können.
Klang hörbar. Ähnlichkeit und Kompromißlosigkeit der Dadurch werden klangliche Überlagerun-
beiden Wandler. ' ' ; '~ gen von Aufnahme- und Wiedergaberaum
Um keine Illusionen aufkommen zu lassen,
vermieden. Der Wiedergaberaum bleibt
die perfekte Musikreproduktion über Laut- Eine Vergrößerung der strahlenden Fläche
praktisch ausgesperrt, ähnlich wie es bei
sprecher ist unmöglich, auch wenn einige führt zu den elektrostatischen Lautspre-
Kopfhörerwiedergabe erlebt wird, der nur
Werbeprospekte anderer Meinung sein soll- chern. den Auf nahmeraum reproduziert und
ten. Dieser Wandler besitzt alle Vorteile des sonst nichts.
Sobald die Wiedergabequalität die Aufnah- elektrostatischen Kopfhörers und reprodu-
ziert auch kleinste Details so, wie sie vom Die Folge ist, daß elektrostatische Wandler
mequalität erreicht, kann man von optimaler
Mikrophon aufgenommen wurden. Da auch sehr genau auf den Hörplatz ausgerichtet
Wiedergabe sprechen, eine weitere Steige-
hier die Folienmembran über die gesamte werden müssen, damit er so gut klingt, wie
rung ist logischerweise nicht möglich.
Fläche gleichmäßig angetrieben wird, beein- er kann. Diese Einschränkung des Hörbe-
Jeder, der den Klang eines guten Kopfhörers reichs wird jedoch von denen, die nur auf
trächtigt die etwas größere Masse anders als
kennt, weiß wie gering dieser Unterschied die absolute Klangqualität achten, nicht als
beim dynamischen Membranlautsprecher
mittlerweile sein kann. störend empfunden.
nicht das Impulsverhalten des Wandlers.
Warum ist eine Wiedergabe mit Kopfhörer- Das Römer ELS-Hornsystem ist ein Bei-
Der elektrostatische Lautsprecher besteht
qualität eigentlich so schwer zu realisieren? spiel für ein Hybridsystem von Elektrostat
praktisch aus einer unendlichen Zahl masse-
Ein kurzer Seitenblick zur Aufnahmetechnik und Schwingspulenlautsprecher.
loser angetriebener Einzelmembranen, wäh-
bietet eine deutliche Erklärung. Ein winziges rend beim dynamischen Tauchspulenlaut- Im unteren Frequenzbereich wird ein Pods-
Stück einer wenige tausendstel Millimeter sprecher der größte Teil der bewegten Masse zus-Görlich Chassis eingesetzt (s. Lsp.-
dicken Kunststoff-Folie ist das Kernstück nur die Verbindung zwischen Antrieb und Handbuch, Kap. Podszus-Görlich Lautspre-
der besten Studiomikrophone. Umgebungsluft herstellt. cher). Durch die extrem leichte und ver-
windungsfreie Hartschaummembran besitzt
Praktische masselos folgt diese Folie als Der geringe Abstand der beiden Metallgitter dieses Chassis elektrostatenähnliche Klang-
Membran eines Kondensatormikrophons den ermöglicht leider keine großen Auslenkun- eigenschaften und eignet sich daher beson-
Schallschwingungen der Luft. Ein aufge- gen der Folie. Soll ein solcher Elektrostat zur ders zur Kombination mit Elektrostaten.
dampfter Metallbelag auf der Folie und eine Reproduktion eines gesamten hörbaren Fre- Durch den Einsatz eines kleinen Back-Loa-
feststehende Gegenelektrode ergeben einen quenzbereiches eingesetzt werden, so erge- ded Baßhorns mit angepaßtem Subwoofei
Kondensator, der zur Erzeugung eines elek- ben sich recht unhandliche Abmessungen. genügt ein Membrandurchmesser von 20 cm
trischen Signals genutzt werden kann. Dieser Umstand hat die Verbreitung der zur Baßwiedergabe, was natürlich dem Impuls-
Durch den konsequenten Verzicht auf be- filektrostaten in der Vergangeheit gründlich verhalten im gesamten Arbeitsbereich zugu-
wegte Masse, Schwingspulen und Magnet- behindert. te kommt.
felder sowie den Einsatz modernster Techno- Einige bekannte Exemplare besitzen Mem-
logien ist inzwischen eine fast perfekte Um die Qualität des verwendeten Elektro-
branflächen von über 2 m2 und müssen den- staten optimal ausnutzen zu können, werden
Umwandlung von akustischer in elektrische noch im Baßbereich als Kompromiß betrach-
Energie möglich geworden. diese mittels einer von R. A. E. speziell füi
tet werden. Elektrostaten entwickelte Röhrenendstufe
Bei der Entwicklung einer neuen Studio-Mi- Als Ausweg bietet sich nur die Möglichkeit, eingesetzt, die den sonst nötigen Eingangs-
krophonserie des dänischen Meßgeräte-Spe- einen kleineren Elektrostaten mit einem übertrager überflüssig macht.
zialisten „Bruel & Kjaer", die auch die Schwingspulenlautsprecher zu kombinieren. Das Gesamtergebnis ist ein Baßhorn, das
anspruchvollsten Aufnahmesituationen mei- Die Realisierung einer solchen Kombination manchmal wie ein Elektrostat klingt und eir
stern sollte, zeigte sich wieder sehr deutlich ist jedoch alles andere als einfach. Elektrostat, der wie ein Baßhorn klingt.
wie wichtig diese Kombination aus dyna-
misch und zeitlich richtigem Impulsverhal- Alle Schwingspulenlautsprecher arbeiten be- R. A. E. ELS-Hybridbaßhörner. Ein Schrit
ten ist. kanntlich nach dem Prinzip des massege- weiter zur Realität.
34 Alle zitierten Arbeiten sind unter www.SHACKMAN.de erhältlich
Gegen-Kopplungen Da die Membranauslenkung bei einem Bisher ist diese Schaltung allerdings auch
Lautsprecherchassis für gleiche abgegebene nur ein Schritt in die richtige Richtung Als
Dieser ehemals technische Begriff ist im und eingespeiste Leistung oberhalb der nächstes muß der Einfluß des Blindwider-
Bereich der Lautsprechertechnik mittler- Resonanzfrequenz im Quadrat zur Fre- standskomponenten der Schwingspulemn-
weile zum Werbeschlagwort reduziert wor- quenz abnimmt, wird auch das Geschwin- duktivitat eliminiert werden, andernfalls
den Anbetrachts dessen, was die Gegen- digkeitssignal immer geringer Eine zweite wäre ein Abgleich nur für eine Frequenz
kopplung leisten soll, ist man geneigt, an Spule als Abtaster funktioniert eigentlich möglich Das Lautsprecherchassis ist eine
Wunder zu glauben Andererseits machen nur in unmittelbarer Umgebung der Reson- komplexe Last mit einem Realanteil Rc,
Regelschaltungen mit bekannter Eigenwil- anzfrequenz oder zur Demonstration, wie dem Gleichstromwiderstand der Schwings-
hgkeit oft genau das Gegenteil von dem, es nicht funktioniert pule, und einem frequenzabhangigen induk-
wofür sie gebaut werden Dadurch wird das tiven Anteil Ly Im Diagramm sieht das so
Ganze schon wieder ein bißchen fragwür- aus
dig Um die sinnvollen Gegenkopplungs-
schaltungen von ihren werbewirksamen
Kollegen zu trennen, sind einige Kenntnisse
der Materie notig Die folgenden Ausfuh-
rungen sind aus diesem Grund etwas
umfangreicher, enthalten dafür aber mit
der vorgestellten Schaltung den ersten Teil
der R A E „Aktivitäten", die Gegenkopp-
lungsschaltung für Tieftonsysteme in unse-
ren Aktivboxen
Diese Schaltung eignet sich ebenso für
Subwoofer wie für die Tief- und den unte- Es ist sinnvoller, direkt mit dem Ausgangs-
ren Mitteltonbereich in aktiven Mehrwege- signal des Endverstärkers zu arbeiten, bei-
boxen Wie sich zeigen wird, muß dabei lei- spielsweise mit folgender, noch recht einfa-
der auf Spezialchassis zurückgegriffen cher Schaltung Der Lautsprecher und der
werden, Patentlosungen mit herkömmli- Widerstand stellen einen Spannungsteiler
chen Chassis scheiden bereits bei den ersten dar Je nach den Werten von L und R hegt
Überlegungen aus an den Punkten 0 und 1 eine Spannung an,
Derartige Versuche sind oft unternommen die einen bestimmten Bruchteil der Aus-
worden, meist mit Lautsprecherchassis mit gangsspannung der Endstufe entspricht (er
zwei Schwingspulen, die Unlosbarkeit eini- sit U01 = 4 UA), zwischen den Punkten 0 und
ger Probleme hat die Entwickler jedoch 2 liegt eine Spannung an, die der Summe
Der Widerstand des Lautsprechers ist eine
schnell wieder auf den Boden der Tatsachen von Ausgangsspannung und der, in der
Funktion der Frequenz, der Widerstand R
geholt Zweifellos liefert das Chassis mit Schwingspule induzierten, Spannung ent-
bleibt dagegen konstant Erst eine Erweite-
zwei Schwingspulen ein Signal, dessen Span- spricht Bildet man eine gewichtete Diffe-
rung der Schaltung verhilft zu brauchbaren
nung der Schwingspulengeschwindigkeit rent beider Spannungen, so bleibt, wenn k
Ergebnissen, bei richtiger Dimensionierung
proportional ist, leider ist dieses Signal gut eingestellt ist und konstant bleibt, nur
der Spule L2 zeigt das Diagramm folgendes
nicht das Einzige, was diese Spule zu bieten die in die Antriebsspule induzierte Span-
hat nung U, übrig Wenn beide Impedanzen auf Geraden lie-
gen, die durch Null verlaufen, kann fre-
Ein kurzer Test an einem solchen Chassis U„2 - k x U01 = U, quenzunabhangig eine Differenz gebildet
mit blockierter Membran zeigt einen beein- Schaltungstechnisch sieht das Ganze unge- werden, die den Wert Null aufweist (Zustand
druckenden Anteil störender Signale Da fähr so aus optimal, Regelvorgang beendet) Der rich-
zwei Spulen in enger magnetischer Kopp- tige Weg für L2 ist zwar nicht leicht zu fin-
lung in einem hochpermeablen Kern ange- den, aber es geht
ordnet sind, gleicht die Konstruktion auf
den ersten Blick einem Transformator Wie
bei diesem wird das Musiksignal der
Antriebsspule in die Abtastspule induziert
Besonders ärgerlich wird dieser „Trafo-Ef-
fekt" der elektromagnetischen Kopplung,
wenn sich die Lautsprechermembran (und
Schwingspulen) bewegen darf Die Kopp-
lung wird augenblicklich ortabhangig, da
sich die Position der Spulen zum permea-
blen Kern ändert Da die Bewegung der
Spulen bei einem Lautsprecherchassis von
der Lautstarke und/oder der Frequenz
abhangig ist, kann man über den störenden
Signalanteil der Abtastspule keine genauen
Aussagen treffen Da aber dieses Storsignal
vollständig vom Gesamtsignal abgezogen
werden muß, um das Geschwindigkeitssi-
gnal (Bewegung) zu erhalten, kann eine sol-
che Schaltung nicht besonders gut funktio-
nieren Nur wenn das Geschwmdigkeits-
signal groß gegen den Storanteil ist, ist ein
halbwegs brauchbares Signal für Rege-
lungszwecke vorhanden
Alle zitierten Arbeiten sind unter www.SHACKMAN.de erhältlich 35

henschaltung s. Zeichnung), ein kompletter Das untere Diagramm zeigt die Bedeutun
Schwingspulentrager aus Konstantanblech des Abgleichs der Schaltung. Bei ordnungs
statt der üblichen Papier oder Alutrager ist gemäßem Abgleich arbeitet die Regelun
dagegen sehr gut für diese Aufgabe geeig- auch bei Frequenzen über 500 Hz noc
net. Das Ergebnis ist eine Compound-Spule einwandfrei. Dafür ist allerdings ein große
mit einem Teil aus Kupfer für den Antrieb rer Meßgerätepark notwendig. Beim Ein
und einer Spule aus Konstantanblech mit satz als Subwoofer ist auch ein Abgleicl
guten thermischen Eigenschaften, die aber mit einfachen Mitteln möglich.
keinen nennenswerten Einfluß auf den
Antrieb hat. Die entsprechende Elektronik
sieht in etwa so aus:

Ein weiterer Punkt ist dagegen nicht so


leicht zu lösen: die thermischen Probleme
derartiger Schaltungskonzepte. Der spezifi-
sche Widerstand des Kupfers ist eine Frage
der Temperatur, und das ganz ordentlich.
Da an Lautsprecherschwingspulen Tempe-
raturen von über 150°C auftreten können,
gerät der komplexe Spannungsteiler aus
dem Gleichgewicht. Anders als bei der
Induktivität ist ein identischer Temperatur-
gang von Z[ und Z2 kaum praktikabel.
Dafür müßten beide Widerstände die glei-
che Wärmekapazität besitzen und ther-
misch eng gekoppelt werden. Gleiche
Wärmekapazität ist leicht realisierbar, die
enge termische Kopplung bringt dann aber
wieder die bereits bekannte zweite Spule.
Die Losung des Problems ist, um das lange
Nachdenken nicht zu wiederholen, ebenso
genial wie einfach. Es gibt Metalle, deren
spezifischer Widerstand nicht besonders
temperaturabhangig ist, Konstantan zum
Beispiel. Eine zusatzliche Windung aus
Konstantan genügt bereits, um ein Signal
zu erzeugen, welches nicht temperaturab-
hängig ist. Eine Windung ist im Prinzip
auch schon eine Spule; die induzierte Stör-
spannung ist aber, wie bei einem Transfor-
mator, vom Verhältnis der Windungszahlen
abhängig. Aus diesem Grund ist das Storsig-
nal erheblich kleiner als bei einer zweiten
identischen Spule, und die Regelung funk-
tioniert auch im Mitteltonbereich noch sehr
gut. Leider hat Konstantan einen relativ
hohen Widerstand, sodaß der Einsatz von
Konstantandraht wenig sinnvoll ist (Rei-
36 Alle zitierten Arbeiten sind unter www.SHACKMAN.de erhältlich

Grundsätzlich entscheiden die eingesetzten Gebräuchlich sind:


Frequenzweiche Lautsprecherchassis über die Ausführung
der Frequenzweiche, da die „Frequenzwei-
6 dB/okt. =
12 dB/okt. =
Filter ler Ordnung
Filter 2er Ordnung
che" nur ein dem Lautsprecher vorgeschal- 18 dB/okt. = Filter 3er Ordnung
tetes Filter ist, und daher 24 dB/okt. = Filter 4er Ordnung.
Eins vorweg! Selbst wenn von den techni-
schen Daten her keine Zweifel über die 1. Die Durchlaßkurve des Filters und der Diese Werte bezeichnen die maximale
Qualität der konzipierten Box bestehen, Frequenzgang des Lautsprechers sowie Abschwachung pro Oktave. Im Bereich der
sollte niemand dem Irrtum unterliegen, eine der Phasenverlauf zusammen! betrach- Trennfrequenz des Filters ist die Abschwä-
optimale Frequenzweiche sei einfach mit tet werden muß. chung pro Oktave je nach Filtertyp sehr viel
dem Taschenrechner kalkulierbar. Um sich 2. Die mechanische und elektrische Belast- geringer. Die Ursache hierfür sind die
selbst vor Enttäuschungen zu schützen, unterschiedlichen Anwendungsgebiete der
barkeit der verwendeten Lautsprecher
sollte jeder wissen, daß jede Frequenzwei- verschiedenen Filtertypen.
eine bestimmte Filtersteilheit erfordert.
che auf rein theoretischem Wege nur grob Chebyshev-Filter wurden für die beste Sperr-
angenähert ermittelbar ist. Im Grunde läßt 3. Der frequenzabhängige Widerstand der
Lautsprecher (s. Impedanzkurve) die wirkung entwickelt, das Impulsübertra-
sich gar keine Frequenzweiche „errech-
Funktion der Frequenzweiche nachteilig gungsverhalten ist allerdings nicht sonder-
nen"!!. Eine Weiche ist nur komplett neu
beeinflußt. lich gut.
„entwickelbar" mithilfe aufwendiger tech-
nischer Hilfsmittel, wie Frequenzgenerator, Grundsätzlich unterscheidet man verschie- Besselfilter wurden für bestes Impulsüber-
Echtzeitanalysator oder Pegelschreiber hö- dene Filtertypen und verschiedene Flan- tragungsverhalten entwickelt, die Sperrwir-
herer Qualitätsstufe, Phasenmesser, Oszil- kensteilheiten. Die gebräuchlichsten kung im Bereich der Trennfrequenz ist
loskop oder ganz wichtig, Polarfrequenz- Filtertypen sind allerdings sehr gering.
messer (s. Kap. Studiolautsprecher) oder gar a) Chebyshev - Filter Butterworthfilter stellen einen Kompromiß
schalltoter Raum. b) Butterworth - Filter dar, bei guter Sperrwirkung ermöglichen sie
Wer über diese Möglichkeiten gar nicht c) Bessel - Filter ein recht gutes Impulsübertragungsverhal-
oder nur zum Teil verfügt, sollte vielleicht Die Flankensteilheit wird angegeben in ten.
fertige Weichenvorschläge (Artnr. 02 oder dB/oktave und gibt an, wie die Spannung Als Ausgangspunkt für eine Frequenzwei-
200er Endnummer) oder, noch sicherer, auf am Lautsprecher im Sperrbereich des Fil- chenberechnung für einen „idealen"
unsere kompletten Bauvorschläge (800er ters reduziert wird. Lautsprecher mit linearem Frequenzgang
Endnummern), die komplett bestückte Wei- und Phasenverlauf sowie konstantem Wider-
chen oder Weichen-Kits enthalten, zurück- stand R ist die Filterberechnung nach fol-
greifen. Butterworth-Filter genden Tabellen möglich:
Doch keine Angst. Auch wem diese Vorbe-
dingungen als unerreichbar erscheinen, soll- n L, (Q) L2 (CJ L3 (C 3 ) L4 (C 4 ) (C 5 )
te seinen einmal gefaßten Mut behalten, 1 1 (1) ,
denn es gibt tatsächlich eine einzige relativ 2 1,41 (0,707) 1,41 (0,707)
einfache Möglichkeit zur Optimierung von 3 1,5 (6,67) 0,75 (1,33) 0,5 (2)
Frequenzweichen oder Boxen ganz allge- 4 1,531 (0,65) 0,63 (1,577) 1,082 (0,92) 2,61 (0,383)
mein: das Ohr!! (wenn man „es" hat). Nur 5 1,545 (0,64) 0,59 (1,694) 1,382 (0,72) 1,12 (0,894) 0,309 (3,24)
ist leider (oder zum Glück??) das Ohr kein
absolutes Meßinstrument (selbst wenn man
„das Ohr" wirklich hätte). Nicht nur die
akustische Erinnerungsfähigkeit des Ohres
Bessel-Filter
sondern hauptsächlich psychologische n (C.) L2 (C 2 ) L3 (C 3 ) L4 (C«) L5 (C 5 )
Gründe verhindern seine Anerkennung als 1 1 (1)
Meßgerät, denn wer kann sich schon davon 2 1,362 (0,734) 2,204 (0,454)
freisprechen, das zu glauben zu hören, was er 3 1,463 (0,684) 1,187 (0,843) 0,293 (3,417)
hören möchte, positiv oder negativ, ganz 4 1,501 (0,666) 1,022 (0,978) 0,613 (1,632) 4,731 (0,211)
egal, geschweige denn, sich von seinem
eigenen „Hörgeschmack" leiten zu lassen.
Deshalb sollte bei der „Verfahrensweise- Chebychev-Filter
Ohr" immer!! eine sogenannte Referenz n ' L, (C.) L2 (C 2 ) L3 (C,) U (C 4 ) L5 (C,)
vorhanden sein. Das heißt, man vergleicht (1,000)
1 1,000
direkt und möglichst ohne zeitliche Verzö-
gerung (sogenannter A-B-Vergleich) die
2 1,303 (0,768) 0,839 (1,191)
eigene Entwicklung mit einem von uns
3 1,652 (0,605) 0,685 (1,460) 1,108 (0,903)
selbst oder besser von Fachleuten, die nicht
4 1,377 (0,726) 0,488 (2,051) 1,517 (0,659) 0,887 (1,127)
unbedingt aus der sogenannten „Hifi-Sze- Um aus den Tabellen die jeweils richtigen Werte für Lj 3 .zu erhalten, multipliziere man
2i
ne" stammen müssen (s. so manchen Test- den Wert L der jeweiligen Spalte der Tabelle mit:
bericht in sogenannten „Hill-Zeitschriften"
oder manche „Hifi-Fachberater"), anerkann-
ten Vergleichslautsprecher (z. B. alle Stu-
dio-Monitore oder Abhöreinheiten)!
Um aus den Tabellen die jeweils richtigen Werte für Cj 2, 3 ,^u erhalten, multipliziere man
den Wert (c) der jeweiligen Spalte der Tabelle mit:
Die Entwicklung eigener Frequenzweichen
Wie bereits angedeutet wurde, ist es außer-
ordentlich schwierig, eine Frequenzweiche
zu „errechnen", zumindest soweit erhebli- Z = Schwingspulen-Impedanz
che Abweichungen vom theoretischen'Ide- fc = gewünschte Übernahme-Frequenz.
alfall vermieden werden sollten. Lif2,3... u. C[ 2,3 *• Diagramm „Filterordnung"
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37

Filterordnung

Filier Driver Network


18 db/Oktave

Abhängig von der Flankensteilheit (Filter- Die bessere Belastbarkeit der Lautsprecher-
ordnung) und dem Filtertyp ergeben sich systeme und die theoretische Fähigkeit,
bestimmte Überlappungsbereiche, was zur Rechtecksignale zu übertragen, zeichnen
Folge hat, daß die verwendeten Lautspre- diese Frequenzweichen aus, allerdings steht
cher auch außerhalb ihres eigentlichen Ein- und fällt auch hier die Qualität der Kombi-
satzbereiches noch linear arbeiten müssen. nation mit der Qualität und Anordnung der
Das führt zu erheblichen Problemen bei der verwendeten Systeme.
Konzeption der Frequenzweiche. Der „Filier Driver" muß über vier Oktaven
Der Versuch, das Impulsübertragungsver- linear arbeiten, eine Forderung, die von
halten zu optimieren, führt automatisch zu guten Mitteltonlautsprechern erfüllt wird,
großen Überlappungsbreichen, da nur But- und beim Einsatz als Filier Driver in einer
terworth-Filter 1. Ordnung sowie Bessel- 18 dB Weiche gegenüber den Tief- und
Filter diese Forderung erfüllen. Hochtonlautsprechern einen um 6 dB höhe-
In diesen Fällen muß der Hochtonlautspre- ren Wirkungsgrad aufweisen.
cher noch 2 Oktaven unterhalb und der TT- Da der Filier Driver grundsätzlich über
Lautsprecher noch 2 Oktaven oberhalb der einen 6 dB/okt. Bandpass betrieben wird,
Trennfrequenz fc arbeiten. Um die Fähig- muß das verwendete Lautsprechersystem
keiten dieser Frequenzweichen nutzen zu über eine hohe mechanische und elektrische
können, muß der Hochtonlautsprecher me- Belastbarkeit verfügen sowie ein hervorra-
chanisch sehr hoch belastbar sein, und der gendes Impulsverhalten besitzen.
TT-Lautsprecher über ein exzellentes Im-
pulsverhalten verfügen.
Es gibt nur wenige Lautsprecher, die sich Filier Driver Network
mit solchen Frequenzweichen einsetzen las-
sen.
12 db/Oktave
Butterworth-Filter höchster Ordnung „ent-
lasten" die verwendeten Systeme erheblich,
da durch die höhere Flankensteilheit der
Tieftonlautsprecher nicht als Mittel- oder
Hochtonlautsprecher mißbraucht wird, das
Impulsverhalten wird dadurch jedoch, ge-
messen an den oben genannten Weichen
nachteilig beeinflußt.
Frequenzweichen dieser Art sind daher
immer ein mehr oder weniger gelungener
Kompromiß, wobei die gelungenen Kom-
promisse das Ergebnis einer aufwendigen
Entwicklung sind und sich die praktisch
eingesetzten Frequenzweichenbauteile er-
heblich von denen eines theoretisch idealen
Butterworthfilters unterscheiden können.
„Filier Driver"
Eine Analyse der Vor- und Nachteile beider
Systeme führte zur Entwicklung der „Filier
Driver Networks". Hier sollen die Nachteile
der Butterworthfilter höherer Ordnung
durch ein zusätzliches System, dem „Filier
Driver" eliminiert werden.
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Die Ruckwirkung des verwendeten Laut- Pegelabsenkung
sprechersystems auf die Frequenzweiche ist
Sehr oft muß der Pegel von Mitteltöner
bei allen passiven Frequenzweichentypen
oder Hochtöner abgesenkt werden, weil sie
ein Effekt, der keinesfalls unterschätzt wer-
lauter sind als der Baß.
den sollte.
Leider wird häufig der Fehler begangen,
Die Schwingspuleninduktivität jeder Laut- einfach einen Widerstand in Reihe zum
sprecherschwingspule bewirkt einen fre- Lautsprecher zu schalten.
quenzabhangigen Anstieg des Lautspre- Dies ist völlig falsch, weil
cherwiderstandes zu hohen Frequenzen.
Dieser Anstieg kann die Wirkung der Spule a) sich der Gesamtwiderstand ändert und
in einer 6 dB Frequenzweiche fast vollstän- damit die Weiche nicht mehr stimmt.
dig aufheben. b) dadurch das Ein- und Ausschwingver-
Ebenso kann ein Anstieg des Widerstandes halten der Lautsprecher verschlechtert
im Bereich der Resonanzfrequenz des Laut- wird.
sprechers die Wirkung des Kondensators in Deshalb muß also ein zweiter Widerstand
einer 6 dB Weiche aufheben. Bei Frequen- parallel geschaltet werden, sodaß sich fol-
zweichen höherer Ordnung sind die Aus- gende Schaltung ergibt:
wirkungen geringer, jedoch keineswegs ver-
nachlassigbar. Berechnet werden die Werte von R, und R2
folgendermaßen.
Ein weiteres Problem wird bei der Verwen-
dung von 12 dB/okt. Frequenzweichen (1)
oftmals hörbar.
Die Schwingspuleninduktivitat bildet mit (2)
dem Parallelkondensator der Weiche einen
Schwingkreis, der die Funktion der Fre- RL Gleichstromwiderstand
quenzweiche beeinträchtigen kann. der Schwingspule
Außerdem sollte grundsätzlich bei allen D Dämpfungsgrad absolut
Bemühungen, eine Frequenzweiche zu opti-
mieren, niemals vergessen werden, daß die Soll der Dämpfungsgrad D logarithmiscl
Lautsprechersysteme nicht alle Frequenzen (DCJB) angegeben sein, so gilt:
in alle Richtungen gleich abstrahlen.
Für jeden Punkt in der Umgebung einer (3)
Lautsprecherkombination, somit auch für
alle indirekten Schallanteile, die als Folge
der Reflektion von Raumwanden gehört
werden, bildet sich ein Summensignal, Rechenbeispiel:
abhangig von der abgestrahlten Leistung Ein Hochtoner mit dem Gleichstromwider-
und der Strahlungscharakteristik der jewei- stand von 4ß soll um 2dB abgesenkt
ligen Systeme. Dieses Signal ist nicht iden- werden.
tisch mit dem Signal, das der Lautsprecher
direkt nach vorne abstrahlt. Die Abhörpo- Durch Einsetzen in (3) erhält man:
sition und die Aufstellung der Lautsprecher
im Raum sollten daher sorgfältig gewählt
und wahrend der Entwicklung einer Fre- Dieses Ergebnis wird in (1) und (2) einge-
quenzweiche unbedingt beibehalten wer- setzt.
den.

Lautsprecherchassis nicht in Phase.

Weichenbauteile
Die geeignetsten Kondensatoren für hoch-
wertige passive Frequenzweichen sind Fo-
lienkondensatoren und MP-Kondensatoren.
Sie fügen aufgrund ihres optimalen Cos
Phi-Faktors dem Eingangssignal keine Fäl-
schungen hinzu und sind zudem selbsthei-
lend und nahezu verlustfrei. Kondensato-
ren sind in verschiedene Folientypen zu
unterscheiden. Die besten sind unter ande-
rem: POLYPROPYLEN, Polyester, metal-
liesiertes Polyester, Polycarbonat etc. Die
Kurzbezeichnungen hierfür sind: MP, MKS,
MKP, MKBS etc. Für NF-Zwecke in pas-
siven Weichen ziehen wir MP, MKS,
Rechteckverhalten einer optimierten "Filler-Driver"-Kombination MKBS und für allerhöchste Ansprüche
a) Auf der Achse b) 15° neben der Achse c) 30° neben der Achse MKP vor.
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Für tiefe Übergangsfrequenzen werden all- Kondensatoren 01408 bis 0,5 mH 01429 bis 6,5 mH
gemein MP-Becher Kondensatoren verwen- 01 300 0,68 ftF MKS Folie, 100 V 01409 bis 0,6 mH 01 430 bis 7,0 mH
det, da diese bei vergleichsweise niedrigem 01 301 1,0//F MKS Folie, 100 V 01410 bis 0,7 mH 01431 bis 7,5 mH
Preis mit den erforderlichen Spannungs- 01 302 1,5 ftF MKS Folie, 100 V 01411 bis 0,8 mH 01 432 bis 8,0 mH
werten erhältlich sind. Für höhere Über- 01 303 2,2 ftF MKS Folie, 100 V 01412 bis 0,9 mH 01 433 bis 9,0 mH
gangsfrequenzen werden Kunststoff-Folien- 01 330 2,2 ߥ MKS Folie, 63 V 01413 bis 1,0 mH 01 434 bis 10,0 mH
Kondensatoren gewählt (MKP, MKS, 2,0 ftF MKBS Folie, 380 V 01414 bis 1,3 mH 01 435 bis 11,0 mH
01 304
MKBS), ebenso, um MP-Kondensatoren 2,7 ^F MKP 10 Folie, 300 V 01415 bis 1,5 mH 01 436 bis 12,0 mH
01 305
durch Hinzuschalten auf die exakten Werte 01416 bis 1,8 mH 01 437 bis 13,0 mH
01 306 3,3 ßF MKS Folie, 100 V
zu bringen. 01417 bis 2,0 mH 01 438 bis 14,0 mH
01 307 3,3 pF MKS 4 Folie, 400 V
Allgemein sei noch auf folgenden wichtigen 01 308 4,7 nF MKS Folie, 100 V 01418 bis 2,2 mH 01 439 bis 15,0 mH
Sachverhalt hingewiesen: Das wichtigste 01 309 6,8 p¥ MKS Folie, 100 V 01419 bis 2,5 mH 01 440 bis 16,0 mH
beim Bau der Weichen ist nicht das l%ige 01 310 8,7 pF MKS Folie, 100 V 01420 bis 2,7 mH 01 441 bis 17,0 mH
Einhalten der Werte, sondern vielmehr die 01 311 10,0 pF MKS Folie, 100 V Dämmstoffe
Gleichheit beider Weichen, d. h. daß exakt 01 331 15 fiF MKS Folie, 100 V
gleiche Weichen gebaut werden müssen. 01 332 22 ^F MKS Folie, 100 V Art.-Nr.
Der Haupteffekt ist in der räumlichen 01 333 33 pF MKS Folie, 100 V 01001 Bailey Wolle, langfaserige Natur-
Abbildung des Programms, sowie in der 01 334 47 pF MKS Folie, 100 V wolle, für TL + Baßreflex
Durchsichtigkeit zu beobachten!! Ebenso 01 335 68 ^F MKS Folie, 100 V 01002 B.A.F. Wadding, für geschl. Boxen
sollten natürlich alle verwendeten Chassis 01 336 100 fiF MKS Folie, 100 V + TL, Breite 1,5 m, Dicke 5 cm
paarweise selektiert sein. 01 312 10,0 pF Tonelko, 63 V 01003 Stopfwatte Visaton, wie 01002, je-
01 313 22,0 juF Tonelko, 63 V doch nicht selektiv wirkend
Paarweise selektiert zum Versand kommen 01006 PRITEX NG/14/2, genoppt,
bei R.A.E, die Chassis der Marken LOW- 01 314 47,0 /uF Tonelko, 63 V
THER, HARBETH, PODSZUS, SHACK- 01 315 10,0 pF ELCAP, Falcon, 60 V Lautsprecher-Kabel
MANundR.A.E.! 01 316 20,0 pF ELCAP, Falcon, 60 V
01 317 30,0 ^F ELCAP, Falcon, 60 V 01020 Lautsprecherkabel, 2x2,5 eine Ader
Für die Spulen in passiven Weichen gilt 01 318 60,0 /iF ELCAP, Falcon, 60 V markiert
ähnliches wie für Kondensatoren. Als Bau- 01 319 80,0 fiF ELCAP, Falcon, 60 V 01021 wie vor jedoch 2 x 4
teile, die im Signalweg liegen sollen, müssen 01 320 100,0 uF ELCAP, Falcon, 60 V 01022
Elemente allerhöchster Qualität verwendet 01 322 10/^F Ton ELCO, 100 V 01023
werden, damit die verwendeten Chassis zur 01 323 22//F Ton ELCO, 100 V 01024 Lautsprecherkabel
vollen Entfaltung kommen können. 01 324 33 ^F Ton ELCO, 100 V 1.200 Adern, 2 x 4 , hochflexibel, ab-
01 325 47/;F Ton ELCO, 100 V solute Spitze!
Allergrößte Aufmerksamkeit muß auf den
01 326 68 pF Ton ELCO, 100 V 01025 Lautsprecherkabel „ Dynaudio SU-
Ohmschen Widerstand (Gleichstromwider- PERFLOW". transp., 1.400 Adern
stand) gelegt werden. Dieser beeinflußt in 01 327 82 ^F Ton ELCO, 100 V
01 328 100 ftF Ton ELCO, 100 V 01035
der Hauptsache das Impulsverhalten und
01036
den Wirkungsgrad der Box. Der Wider-
stand einer Spule kann entweder über die Spulen
Verbindungen
Verwendung großer Drahtquerschnitte 01 350 0,25 mH, Luft, 0,12 Ohm
oder von Eisenkernen bzw. Glokkenkernen 01 351 0,3 mH, Luft, 0,58 Ohm 01026 Lautsprecheranschlußklemmen, 2-
verringert werden. Solange es wirtschaftlich 01 352 0,4 mH, Luft, 0,62 Ohm pol. 0 2,5, stabile Ausführung
vertretbar ist, sollten eisenkernfreie, d. h. 01 353 0,5 mH, Luft, 0,65 Ohm 01028 Anschlußdose rechteckig, 2-pol.
Luftspulen verwendet werden. Die Gründe 01 354 0,6 mH, Luft, 0,69 Ohm Klemmverschluß, 8 x 6 cm
sind in den verwendeten Eisenkernmateria- 01 355 0,8 mH, Luft, 0,63 Ohm 01029 Anschlußdose, rund, 2-pol., Klemm-
lien zu suchen, die bei höheren Leistungen 01 356 1,0 mH, Luft, 0,55 Ohm verschluß 0 8 cm
in die Sättigung kommen und, ähnlich dem 01 357 1,5 mH, Luft, 0,59 Ohm 01037 HIRSCHMANN-Polklemme, 0 für
Tonband, damit übersteuert werden und 01 358 2,0 mH, Luft, 0,63 Ohm 4 mm, Profianschluß für hohe Lei-
Verzerrungen produzieren, die leicht hör- 01 359 2,5 mH, Luft, 0,69 Ohm stung
bar sind. Wer finanziell nicht in der Lage 01 370 3,0 mH, Glockenkern Siemens
ist, hochwertige Luftspulen zu verwenden, 01 371 4,0 mH, Glockenkern Siemens Stoffe
nehme auf jeden Fall Glockenspulen, die 01 372 5,0 mH, Glockenkern Siemens 01030 Lautsprecherbespannstoff, hochela-
unseres Erachtens nach die modernsten 01 373 6,0 mH, Glockenkern Siemens stisch, Breite 1,6 m, schwarz
Sintermetalle verwenden und damit das 01 374 7,0 mH, Glockenkern Siemens 01031 wie vor, jedoch braun
geringere Übel darstellen. 01 375 8,0 mH, Glockenkern Siemens 01032 Bespannrahmenhalter, 6 Stck. Frau
01 376 9,0 mH, Glockenkern Siemens
Die Qualität Ihrer Box hängt zum überwie- 01 377 12,6 mH, Glockenkern Siemens
genden Teil von der Qualität der Weiche 01 378 14,8 mH, Glockenkern Siemens, Sonstiges
ab. Da wir an den Entwicklungsarbeiten an für Harbeth CO 8
den R.A.E.-Weichen trotz längeren Su- 01 379 Autotrafo CO 5 Harbeth 01033 Baßreflexrohr, variabel, 0 78 mm,
chens nicht an Luftspulen höherer Induk- 01 380 Autotrafo CO 8 Harbeth L max 25 cm
tivität mit dem von uns gewünschten
Widerstand herankamen, waren wir ge- Lieferprogramm R.A.E. Luftspulen mit Rund- Mechanikteile
zwungen, diese selbst herzustellen. Selbst- draht 0 2,2 mm 01050i Einschlagmuttern, M4, 10 Stckt
verständlich können auch Sie nun von der 01051 Einschlagmuttern, M6, 10 Stck.
Qualität der R..A.E. Luftspulen profitie- Art.-Nr. Art.-Nr.
01 400 bis 0,05 mH 01 421 bis 3,0 mH 01052: Rampa-Muffen, M4 10 Stck.
ren. 01053 Rampa-Muffen, M6 10 Stck.
01 401 bis 0,1 mH 01 422 bis 3,4 mH
Die in unserem Hause gewickelten Spulen 01 402 bis 0,15 mH 01 423 bis 3,7 mH 01054 Schrauben, M4 10 Stck.
sind in ihrer Form einzigartig. Gewickelt 01 403 bis 2,0 mH 01 424 bis 4,0 mH 01055 Schrauben, M6 10 Stck.
wird mit dem CuL-Draht mit 0 2,12 mm, 01 404 bis 0,25 mH 01 425 bis 4,6 mH
der geringste Ohmsche Widerstände zuläßt. 01 405 bis 0,3 mH 01 426 bis 5,0 mH Reglei
Die Toleranz unserer Spulen liegt unterein- 01406 bis 0,35 mH 01 427 bis 5,5 mH 0104C1 L-Regler, 30 Watt, MT
ander bei 1%. Dies ist erforderlich, damit 01407 bis 0,4 mH 01 428 bis 6,0 mH 01 041 L-Regler, 30 Watt, HT
01 042'. L-Regler, 50 Watt
01043: L.Regler, 100 Watt
40 Alle zitierten Arbeiten sind unter www.SHACKMAN.de erhältlich
Besser als ein großer Subwoofer sind zwei Superhochtöner sinnlos oder sinnvoll?? Um auch höchste Frequenzen ungerichtet
kleine, deren Aufstellung meist „akustisch" Ohne auf die Problematik der Schallerzeu- abzustrahlen, muß daher die strahlende Flä-
unproblematischer ist. gung, Aufnahme und Reproduktion näher che erheblich kleiner sein als die Wellenlän-
Auf dieser Basis gibt es bei R. A. E. ein abge- einzugehen, gibt es einige Gründe, die für ge der höchsten abzustrahlenden Frequenz.
stimmtes Sortiment verschiedener kleiner den Einsatz sogenannter Superhochtöner Bei einer Frequenz von 20 KHz mit einer
Lautsprecher, z. B. Harbeth, Görlich, die bei sprechen. Wellenlänge von 1,7 cm sollte daher die
Bedarf durch optimal angepaßte Subwoofer Der wichtigste Grund ist dabei keineswegs Strahlerfläche nicht mehr als 5 mm Durch-
ergänzt werden können. Ebenso können vor- die Erweiterung des reproduzierbaren Fre- messer haben.
handene Boxen durch DCS-Subwoofer in den quenzbereiches, die erwiesenermaßen ober- Obwohl die Herstellung eines solchen Laut-
Tiefbaßeigenschaften aufgewertet werden. halb von 20 KHz nicht mehr wahrnehmbar sprecherchassis mit einer 5 mm Membran
So wird der Kauf kleiner Lautsprecherboxen ist, sondern die Verbesserung der Abstrahl- grundsätzlich möglich ist, ist dieser Weg
nicht von Anfang an zur Fehlinvestition, son- charakteristik im Bereich vom 10 bis 20 leider nicht sehr erfolgversprechend. Da die
dern zum Einstieg in ein flexibles System. bHz. Strahlerfläche sehr klein ist, sind große
Eine Lautsprecherkombination muß ein Membranamplituden bei hohen Frequen-
Lieferbare DCS-Systeme zen nötig. Die dabei auftretenden Massen-
gleichmäßiges Abstrahlverhalten über einen
11 822 DCS 1 20 cm Treiber, 25 cm passiv weiteren Frenquenzbereich gewährleisten, trägheitskräfte verringern den Wirkungs-
11823 DCS 2 25 cm Treiber, 30 cm passiv damit beim Betrieb in einem Raum keine zu grad des Systems erheblich, gleichzeitig ist
11824 DCS 3 30 cm Treiber, 38 cm passiv großen, unnatürlichen Differenzen zwischen die Belastbarkeit einer 5 mm Schwingspule
11 833 DCS 6 Monobaß, 30 cm Baß mit dem direkten und dem indirekten, von sehr gering.
Schwingspulen und 38 cm Wänden reflektierten, Schallanteil auftritt. Bei den R.A.E. Superhochtönern SH 26
passiv Das menschliche Gehör ist ein außeror- werden diese Probleme umgangen ohne das
dentlich sensibles Meßgerät, es unterschei- Abstrahlverhalten zu verschlechtern.
det deutlich zwischen dem direkten Schall-
anteil, der das Ohr zuerst erreicht und dem Von der sehr leichten Mambran, die einen
Das DCS-System verzögerten indirekten Schallanteil. Durchmesser von 10 mm hat ist eine
Aluminiumplatte mit einer 5 mm großen
Lautsprecher, deren Schalldruckkurven von Öffnung angebracht. Bei hohen Frequen-
vorne gemessen vollkommen identisch sind, zen wird der Schall nur aus dieser Öffnung
werden unterschiedlich klingen, solange das abgestrahlt, das Abstrahlverhalten ist daher
Abstrahlverhalten unterschiedlich ist. sehr gut.
Ebenso anders sich natürlich der Klang mit Bei niedrigen Frequenzen ist diese Öffnung
o o dem Raum und der Aufstellung. Da hohe
Frequenzen in der Luft stärker abge-
allerdings zu klein. Da mit tieferen Fre-

o o
quenzen auch größere Luftvolumen durch
schwächt werden als tiefere, sind die Ent- die kleine Öffnung gepreßt würden, wären
fernungen zwischen Lautsprecher — Wand hörbare Verzerrungen unvermeidlich. Mit
— Ohr ebenso am indirekten Schallanteil einem kleinen Kunstgriff läßt sich das
beteiligt wie z. B. Vorhänge und Stofftape- jedoch vermeiden.
ten, die die Reflektion hoher Frequenzen

o o verhindern. Rund um die 5 mm große Öffnung sind


Schlitze angebracht, die im Prinzip wie
Glücklicherweise hat das menschliche Gehör Baßreflextunnel wirken. Bei tiefen Fre-

cr-o
zwei Vorteile, erstens kann es sehen, zwei- quenzen sind diese Schlitze „akustisch"
tens verfügt es über Erfahrung. offen, bei höheren Frequenzen sperrt die
Jeder weiß wie hallig ein Badezimmer Massenträgheit der Luft in den Schlitzen
klingt und wäre außerordentlich verwun- jeden Strahlungsdurchgang (s. Baßreflex-
dert, wenn ein solcher Raum plötzlich prinzip).

.o
„schalltot" wäre. Dieses Konstruktionsprinzip verbindet das
In diesem Fall entspricht die Akustik nicht geforderte Abstrahlverhalten mit sehr ho-
der Erfahrung die das Gehirn (und damit hem Wirkungsgrad und hoher Belastbar-
das Gehör) bisher mit solchen Räumen keit.
gemacht hat. Andererseits sind raumbe- Es sollte jedoch immer daran gedacht wer-
dingte Klangänderungen nicht störend, den, daß dieser Lautsprecher ein Super-
soweit sie den Erfahrungen entsprechen. hochtöner für den Bereich über 9 KHz ist.
Voraussetzung dafür ist allerdings, daß die Dieses Chassis kann den Hochtöner nicht
Raumeinflüsse nicht frequenzabhängig sind, ersetzen, nur verbessern. Dadurch unter-
oder anders gesagt, daß die Lautsprecher- scheidet sich dieser Lautsprecher von den
kombination alle Frequenzen mit einem sogenannten Bändchen-(Ribbon)-Lautspre-
vergleichbaren Abstrahlwinkel reproduziert. chern, die zwar Frequenzen bis über 40
Der Abstrahlwinkel eines Lautsprecher- KHz reproduzieren, deren Abstrahlverhal-

0 0
chassis ist bei tiefen Frequenzen sehr groß. ten aber wegen der großen strahlenden Flä-
Solange die Membran kleiner als die abge- che schlechter ist als das guter Hochtonka-
strahlte Wellenlänge ist, beträgt er minde- lotten.
stens 180°.
Bei zu hohen Fre quenzen beginnt jeder
Lautsprecher die Schallabstrahlung zu bün-
deln, d. h. gerichtet abzustrahlen.
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Dagegen ist ein größeres Gehäuse mit ent- gen Fertigweichen auch Frequenzweichen
Synthesen sprechend höherem Wirkunsgrad bei glei-
cher unterer Grenzfrequenz natürlich nie
mit besseren Bauteilen (2,2 mm0 Draht,
bessere Kondensatoren) einsetzen. Diese
Aus dem theoretischen teil des Handbuches falsch. Das Dynamikverhalten eines sol- Weichen sind zwar teurer, aber der Qualität
lassen sich einige konkrete Hinweise ablei- chen Lautsprechers ist bei richtiger Ausle- der Chassis angemessener (s. Kapitel das
ten. Bei der großen Zahl von Bauvorschlä- gung kleineren Boxen überlegen, da durch R.A.E.-Frequenzweichenprogramm).
gen ist es nicht einfach, eine vernünftige den weiter vergrößerten maximalen Schall-
Auch die Gehäusepläne sind meist auf ein-
Entscheidung zu treffen, da nachträgliche druck die Impulsspitzen, die in jedem
fachen Nachbau ausgelegt; mit etwas tech-
Änderungen der Gehäusegröße nur noch Musikprogramm vorkommen, noch besser
nischem Geschick läßt sich hier noch viel
schwer möglich sind. Die Gehäusegröße ist übertragen werden. Ein solcher Lautspre-
verbessern. Einige Verstärkungen innerhalb
aber nach wie vor der entscheidende Faktor cher klingt noch lebendiger, der Preis dafür
des Gehäuses sind gerade bei geschlossenen
für Wirkunsgrad und maximalen Schall- ist allerdings nie gering. Um das gute räum-
und Baßreflexboxen sehr wichtig, da hier
druck, also die Dynamik einer Lautspre- liche Auflösungsvermögen der kleinen Laut-
keine Faltungsbretter diese Aufgabe über-
cherkombination. Diese Tatsache läßt sich sprecherchassis mit den kleinen, leichten
nehmen (vergl. Kapitel Gehäusematerial,
am Beispiel der R.A.E.-Harbeth Lautspre- Membranen nicht zu verlieren, müssen die
Dämmstoffe).
cherboxen zeigen. Chassis und Trennfrequenzen sorgfältig
gewählt werden. Bei der R.A.E. „Rhün"
zum Beispiel Harbeth ML (Art.-Nr. 11 806) wird aus diesem Grund
der größere Bruder des Harbeth Chassis,
Bereits die kleinste Version „Harbeth ML" der Typ LF 8 MK 3 eingesetzt, um auch im
klingt dank des Harbeth Chassis ausge- Mitteltonbereich den nötigen Schalldruck
zeichnet, ist aber mit dem kleinen 7 Ltr.- zu erzielen. Auch im Hochtonbereich muß
Gehäuse nicht für hohe Abhörlautstärken in diesem Fall auf andere, erheblich teurere
geeignet. Dafür können Durchzeichnung, Chassis zurückgegriffen werden, um eine
Auflösung und räumliche Tiefe Maßstab Dynamikkompression in diesem Bereich zu
für so manche renommierte Box sein. vermeiden. Diese Lautsprecher sind die
zum Beispiel Halbling optimale Lösung für alle, die ungern Kom-
promisse eingehen.
Die gleichen Lautsprecherchassis finden
auch im R.A.E. „Halbling" Verwendung zum Beispiel das DCS-System
(Art.-Nr. 11 825 -11 827). Durch ein größe- Um Fehlinvestitionen zu vermeiden, bie-
res Gehäuse wird dabei die Tiefbaßwiede- tet R.A.E, ab Sommer 1983 mit den DCS
gabe erheblich verbessert. Damit ist diese Subwoofern (Double Cavity Systems) ein
Lautsprecherbox der ideale Kompromiß „System im System" an (Art.-Nr. 11 822 -
für alle, die zugunsten einer detaillierten, 11 824). Eine Reihe sehr guter, kleinerer
räumlichen Stereowiedergabe auf hohe Laut- Boxen mit „Harbeth" und Podszus-Görlich
stärken verzichten können. Mit dieser Box Chassis bilden die Basis für ein flexibles
sind die Leistungsgrenzen eines 13 cm Lautsprechersystem. Diese Boxen können
Chassis erreicht. Eine weitere Vergröße- mit den „DCS" Baßeinheiten kombiniert
rung des Gehäuses bringt mit dem kleinen werden. Durch verschiedene Baßeinheiten
Chassis keine Verbesserung mehr. Im Ge- ist so eine optimale Anpassung an die ver-
genteil, die Belastbarkeit der Box im Baß- schiedenen Ansprüche und Räume möglich
bereich würde durch diese Maßnahme (s. auch Kapitel Subwoofer).
erheblich reduziert.
Anders als bei den bekannten Subwoofer-
zum Beispiel Amor systemen ist hier der Einsatz von zwei Baß-
einheiten vorgesehen, um das bekannte
Durch den Einbau eines zusätzlichen, grö-
Mono-Baßproblem auszuschalten. Die Baß-
ßeren Baßchassis mit einem entsprechend
einheiten können allerdings auch in einiger
größeren Gehäuse läßt sich der maximale
Entfernung von den Mittelhochtoneinhei-
Schalldruck natürlich vergrößern. Wird die
ten aufgestellt werden, da die Trennfre-
Übernahmefrequenz zum Harbeth Chassis
quenz sehr niedrig liegt.
tief genug gewählt, so bleiben dessen klang-
liche Vorzüge unbeeinflußt. Eine solche Das DCS-System kann die Physik nicht
Box wie R.A.E „Amor" (Art.-Nr. 11 828 - überlisten. Auch hier bleibt die Größe ein
11 832) wäre der optimale Kompromiß für maßgeblicher Faktor, der Vorteil liegt in
alle, denen ein hervorragendes Auflösungs- der Möglichkeit, mit dem Bau kleiner guter
vermögen ebenso wichtig ist, wie eine sau- Boxen zu beginnen und diese später, je nach
bere Wiedergabe bei Schalldruckpegeln Ansprüchen und finanziellen Möglichkei-
oberhalb der Zimmerlautstärke. Durch eine ten, durch das DCS-System gezielt zu
Kombination des Transmission-Line und verbessern.
Baßreflexprinzips wird eine beeindrucken-
de Tiefbaßwiedergabegabe trotz des noch zum Beispiel Nachbau von Fertigboxen
relativ kleinen Gehäuses erzielt.(Abmes- Beim Nachbau bekannter Fertigboxen gilt
sungen ca. 80 cm H x 25 cm B x 45 cm T). hinsichtlich der Gehäuse- und Chassisgröße
Diese Box zeigt bereits die Grenzen der das oben gesagte natürlich auch. Bei diesen
Baßreproduktion in normalen Räumen (s. Bausätzen, in denen z. T. sehr hochwertige
Kapitel Raumakustik). Chassis eingesetzt werden, gibt es noch
einige Verbesserungsmöglichkeiten. So las-
zum Beispiel Rhön sen sich bei Bausätzen statt der serienmäßi-
Eine weitere Vergrößerung des Gehäuses,
um eine noch tiefere Grenzfrequenz zu
erzielen, wäre in den meisten Fällen sinnlos.
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R. A. E. Aktiv wie immer


Unsere ausgesprochene Abneigung gegen
Aktivboxen ist mit Sicherheit keinem, der
uns kennt, verborgen geblieben. Wir haben
zu viele schlechte Erfahrungen mit ver-
schiedensten aktiven Frequenzweichen und
Verstärkern gemacht, um diese Aktivkon-
zepte im Selbstbau zu propagieren. Auch
die verlockenden Möglichkeiten der aktiven
Baßentzerrung haben uns von dieser Mei-
nung nicht abbringen können; dieser Vor-
teil wiegt die Probleme zusammengewürfel-
ter Komponenten bei weitem nicht auf. Erst
mit der Entwicklung eigener Verstärker wie
der Röhrenendstufe für Elektrostaten und
einer Rohrenleistungsendstufe ohne Aus-
gangsübertrager und ohne Ausgangskon-
densator (ein absolutes Novum im Hifi-Be-
reich), einer Röhrenvorstufe und einer klei- OTL-Röhrenendstufe
nen Rohrenendstufe für den Mitteltonbe-
reich mit 30 W Leistung, sind wir in der
Lage, komplett abgestimmte hochwertige
Aktivkonzepte zu erstellen. Dabei wird in
erster Linie von der aktiven Baßentzerrung
unter Berücksichtigung des Gutefaktors 0 tc
der jeweiligen Chassis Gebrauch gemacht.
In Verbindung mit qualitativ höchstwerti-
gen Chassis wie Podszus-Görlich lassen
sich auch kleine Lautsprecherboxen mit be-
friedigenden Baßeigenschaften bei gleich-
zeitig exzellenter Mittelhochtonwiedergabe
realisieren.
Demnächst lieferbar sind:
R. A. E. „Artaris" mit Podszus-Görlich TT
245/37, Podszus-Görlich MT 130/25 und
Focal T 120 FC als Klein & Hummel OY
Monitor Replica
„Thurin" doch mit Podszus-Görlich TT
200/37, Podszus-Görlich MT 130/25 und
Röhrenendstufe mit Übertrager
Focal T 120 FC als kleinere Version dieses
Monitors. Diese Box ist insbesondere auch
für alle diejenigen interessant, die bereits
das Podszus Hörn nach Elrad gebaut haben
und mit dem Klang nicht zufrieden sind.
Dies gilt im übrigen auch für das Romer-
ELS-Horn, das
Römer „ELS-Satellit" mit Podszus-Görlich
TT 200/37 und Shackman Elektrostat, als
Regalversion des R. A. E. ELS-Horns.
Die notwendige Baßentzerrung kann dabei
wahlweise im R. A. E. Endverstärker oder
bei vorhandenem Endverstärker im R. A. E.
Vorverstärker realisiert werden.
Weiterhin ist für alle, die ihre Elektronik
nicht umstellen mochten, neben den be-
kannten R. A. E. Lautsprecherboxen eine
Podszus-Görlich Compound-Box mit dem
TT 245/37, Podszus-Görlich MT 130/25
und Focal und Innentreiber in der Entwick-
lung. Eine Bestückung mit Elektrostaten ist
ebenfalls vorgesehen. Diese Entwicklung
wendet sich an alle, die den Platz für die
Römer ELS-Hörner nicht erübrigen kön-
nen.
Transistorendstufe

R. A.E. Transistorendstufe Leistung 300 W an 8 Ohm durch Brückenbetrieb auch auf trennbar
in 2 x 150 W Stereoendstufe.
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PODSZUS
LAUTSPRECHER SYSTEM PODSZUS - GÖRLICH
Lautsprecherchassis nach
System Dr. Podszus-Görlich
Die Suche der Lautsprecherhersteller nach
immer neuen Membranmaterialien beweist
ebenso, wie die erheblichen Klangunter-
schiede mancher Lautsprecher mit identi-
schem Antrieb, wie entscheidend der Ein-
fluß des Membranmaterials auf den resul-
tierenden Klang des Lautsprechers ist.
Daher wird in neuerer Zeit einem Lautspre-
chersystem immer mehr die Ehre zuteil, die
ihm schon lange gebührt hätte; dem Sand-
wich-Lautsprecher Dr. Podszus.
Warum?
Die Probleme bei der Entwicklung optima-
ler Lautsprechermembranen resultieren aus
den divergierenden Forderungen nach ge-
ringer bewegter Masse bei gleichzeitig mög-
lichst hoher Festigkeit.
Weiterhin muß das Material eine hohe in-
nere Dämpfung besitzen, damit die unver-
meidlichen Resonanzen unterdrückt wer-
den. Die Schallgeschwindigkeit im Material
darf zudem nicht zu hoch sein, da diese die
Rundstrahleigenschaften bei hohen Fre-
quenzen mitbestimmen.
Erfüllt ein Membranmaterial diese Anfor-
derungen nicht ausreichend, so gibt es
kaum Ähnlichkeiten zwischen der Bewe-
gung der Schwingspule und dem abge-
strahlten akustischen Signal.
Die besten Magnete und Schwingspulen
sind dann ebenso machtlos wie eine Kon-
trolle der Schwingspulenbewegung (Gegen-
kopplung), da die Fehler erst am Übergang
von der Schwingspule zur Membran oder in
der Membran selbst entstehen, auf jeden
Fall aber hinter der Schwingspule.
Diese Problematik wurde in der Vergan-
genheit von Lautsprecherherstellern kaum
Technische Daten berücksichtigt. Einige fortschrittliche Fir-
men versuchten das Eigenleben der Mem-
MT MT TT TT TT TT TT branen durch spezielle Beschichtungen zu
1300 1300 1700 200/ 200/ 245/ 245/
vermindern.
WG 25 37 37 37 H
Korbhöhe (mm) 30 30 50 54 54 68 68 Da jedoch die Beschichtung immer die
Korbdurchmesser (mm) 130 130 170 206 206 250 250 bewegte Masse der Membranen erhöht, tau-
Schallöffnung (mm) 120 120 158 182 182 224 224 chen neue Probleme auf, die sich im niedri-
Einbautiefe (mm) 65 65 90 90 90 105 105 gen Wirkungsgrad (SPL) aller Bextrene
Magnetische Feldstärke (T) 1,2 1,2 1,2 1,2 1,25 1,25 1,25 Lautsprecher beispielhaft darstellen lassen.
Magnetischer Fluß (mW) 0,59 0,59 0,59 0,59 1,2 1,2 1,2 Einen völlig anderen Weg beschritt Dr.
Luftspaltweite (mm) 1 1 1 1,2 1,2 1,2 1,2 Podszus bereits Anfang der 50er Jahre. Er
Freie Tauchtiefe (mm) 4 4 6 8 8 8 8 hatte bereits damals den überragenden
Luftspaltenergie (mWs) 280 280 280 280 715 715 715 klanglichen Einfluß des Membranmaterials
Magnetgewicht (kg) 0,9 0,9 0,9 1,2 2,5 2,5 2,5 erkannt und in mehreren Patentschriften
Nennbelastbarkeit (W) 60 60 90 90 120 120 120 und Fachaufsätzen einen Lautsprecher mit
Impedanz (ß) 4/8 4/8 4/8 4/8 4/8 4/8 4/8 völlig neuem Membranmaterial vorgestellt.
Resonanzfrequenz (Hz) 110 62 42 32 32 28 48
Frequenzgang (Hz) 110-8k 60-6k 40-6k 30-4k 30-4k 25-2k 24-2,5k Ein spezieller Hartschaumstoff mit einer
Klirrfaktor 100 dB <1% <1% <1% < 1 % <1% < 1 % <1% genau bestimmten Hohlraumstruktur wur-
Wirkungsgrad (dB) 93 92 92 92 93 93 93 de auf eine Trägerfolie aus Aluminium ge-
Artikelnummer 36101 36102 26103 36104 36105 36106 36107 bracht. Dieses Prinzip erfüllt gleichzeitig
die Bedingungen sehr hoher Festigkeit und
geringster Masse.
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Durch die Hohlraumstruktur lassen sich Masse verringert sich zu hohen Frequenzen Im Mittel- und Hochtonbereich werden die
Membranen mit mehreren Millimetern Stär- hin, bis der Elektrostat praktisch masselos bereits aus der M. F. R. Serie bekannten
ke ohne nennenswertes Gewicht herstellen. arbeitet. Dieser „Trick" funktioniert leider Podszus-Gorhch MT 130/25 und Focal T
Es ist leicht vorstellbar, wie stabil eine sol- nur bei sehr großen Membranflächen, ein 120 FC eingesetzt.
che Membran gegenüber einer Papierfa- derartiger Schwingspulenlautsprecher mit
sermembran ist. In langen Versuchsreihen ähnlich geringer Masse ist leider auch mit Eine andere Möglichkeit, die Baßeigen-
wurde der optimale Kompromiß zwischen Podszus-Görlich Membranen aus Festig- schaften kleiner Gehäuse zu verbessern,
Festigkeit und Gewicht ermittelt. Das Er- keitsgründen nicht mehr realisierbar. Der eröffnet der Einsatz zweier Schwingspulen
gebnis sind Lautsprechermembranen, die Elektrostat dessen Membran über die ge- in einem Lautsprecherchassis. Dieses eben-
bei einem Durchmesser von beispielsweise samte Fläche gleichmäßig angetrieben wird, falls lange bekannte Verfahren ist durch J.
200 mm nur 3,5 Gramm wiegen. Eine ver- hat es da einfacher. Leider sind derartige Mahul und seine Firma France-Filiers un-
gleichbare Papiermembran wiegt dagegen Elektrostaten wegen der großen benötigten ter dem Namen Focal mittlerweile weit ver-
ca. 20 Gramm. Flächen ebenfalls kaum aufstellbar. breitet worden.
Die geringe Masse der Membranen kommt Es gibt daneben allerdings einige andere Durch den Einsatz der zweiten Spule nur
dem Impulsverhalten zugute und durch ih- Möglichkeiten mit leichten Membranen tie- im Baßbereich sinkt die Lautsprecherimpe-
ren dreidimensionalen Aufbau wird zudem fe Frequenzen ohne Pegelverlust abzustrah- danz auf 4 Ohm ab, das entspricht einer
das Auftreten von Partialschwingungen len. Eine Möglichkeit ist der Einbau des relativen Verdoppelung der aufgenomme-
drastisch verringert. Lautsprecherchassis in ein Baßhorn, dieses nen und abgegebenen Leistung. Derartige
Verfahren ist bereits von den M. F. R. Hör- Boxen können bei gleicher Membranfläche
Mit diesen Eigenschaften war Dr. Podszus erheblich kleiner gebaut werden als Horn-
mit seinen Lautsprechern seiner Zeit weit nern bekannt. Leider sind dabei immer
noch sehr große Hörner oder Subwoofer systeme oder Gehäuse mit Innentreiber, die
voraus, denn einige Vorteile seiner Mem- Baßwiedergabe dieser großen Boxen wird
branen sind erst mit heutigen theoretischen unterzubringen.
dabei natürlich nicht ganz erreicht. Derar-
Erkenntnissen und moderneren Meßme- Unter gewissem Verzicht auf maximalen tige Boxen sind immer ein erwägenswerter
thoden erklärbar. Schallpegel und Dynamik derartiger Horn- Kompromiß, wenn der Platz für größere
Die Summe all dieser Vorteile erklärt, war- kombinationen ist auch eine andere Lösung Boxen nicht ausreicht. Wir realisieren die-
um das klangliche Resultat schon seit lan- realisierbar, ein Lautsprechergehäuse mit sen Kompromiß mit einem speziell für uns
gem diejenigen begeistert, die keine klangli- Innentreiber. Dabei wird die Federsteife gefertigten Podszus-Görlich TT 245/37
chen Kompromisse eingehen wollen oder des Lautsprechergehäuses künstlich elimi- Chassis mit zwei 8 Ohm Schwingspulen.
dürfen. niert und so eine zu hohe Resonanzfre- Die Bestückung der Box im Mitteltonbe-
quenz des Tieftonchassis vermieden. Das reich entspricht dabei den bereits vorge-
Die ARD setzt diese Chassis ebenso ein, wie Lautsprechergehäuse wird dabei in zwei stellten Kombinationen.
Klein und Hummel, Vernissage, Rabox, Kammern aufgeteilt und ein weiteres Chas-
R. A. E. und viele andere bekannte Laut- sis zwischen den beiden Kammern ange- Daneben gibt es noch eine Kombination für
sprecherentwickler. bracht. Dadurch wird die Luft zwischen alle, die zwar einen Subwoofer aufstellen
dem Tieftonchassis und dem Innentreiber können, aber keinen Platz für die M.F. R.
Ebenso ist nun auch verständlich, warum
verschoben statt komprimiert, die Feder- Hornsysteme übrig haben. Mit dem Pods-
der Podszus-Gorhch Lautsprecher ein idea-
steife des Gehäuses existiert für das Tief- zus-Görlich 200/37 Chassis kann eine klei-
ler Partner in elektrostatischen Hybridsv-
tonchassis nicht mehr. Gleichzeitig unter- ne Satellitenbox aufgebaut werden. Diese
stemen ist. In überzeugender Weise demon-
stützen sich beide Chassis im Baßbereich. Box ist durch die geringen Abmessungen
strieren dies die ELS-Hörner, bei dem eine
Leider sind solche Lautsprechergehäuse sehr unproblematisch in der Aufstellung
ideale Harmonie zwischen dynamischen
rechnerisch schwer erfaßbar und durch das und kann mit dem „Shackman" Elektrosta-
Membranlautsprechern und Elektrostaten
zusätzliche Chassis auch teurer als konven- ten oder der Focal-Podszus Mittelhochton-
erreicht wird.
tionelle Boxen. Um dennoch eine Lautspre- einheit kombiniert werden.
R. A. E. Lautsprecherboxen mit cherbox mit Podszus-Görlich Chassis und Mit diesen Kombinationen sind wir in der
„Podszus-Görlich" Chassis guten Baßeigenschaften ohne zusätzlichen Lage, ein vollständiges Programm Laut-
Subwoofer anbieten zu können, haben wir sprecherboxen mit Podszus-Görlich Chas-
Obwohl die Podszus-Gorlich Lautsprecher eine solche Box entwickelt. Ein Podszus- sis für jeden Anspruch anbieten zu dürfen.
durch das einzigartige Membranmaterial Görlich TT 245/37 Chassis erzielt im Ver- Damit ist immer die optimale Losung reali-
im Mitteltonbereich kaum zu überbietende bindung mit den zwei 22 cm Innentreibern sierbar.
Wiedergabeeigenschaften aufweisen, sind eine Baß wiedergäbe, die trotz des „kleinen"
diese Chassis bei weitem nicht so oft anzu- Gehäuses dem hohem Niveau der Podszus
treffen, wie zu vermuten wäre. Die Ursache Chassis angemessen ist.
dafür liegt in einem kleinen physikalischen
Problem aller sehr leichten Lautsprecher-
membranen. Die Rückstellkraft (Federwir-
kung) der Luft in einem Lautsprecherge-
häuse ist von der Größe der jeweiligen
Lautsprechermembran abhängig. Aus die-
ser Federwirkung und der bewegten Masse
der Lautsprechermembran resultiert die
Resonanzfrequenz des eingebauten Laut-
sprechers. Lautsprecherchassis mit gering-
ster bewegter Masse und sehr leichten
Membranen benötigen daher ungeheuer
große Gehäuse geringster Federsteife, an-
dernfalls erhöht sich die Resonanzfrequenz
auf Werte, die keine brauchbare Baßwie-
dergabe zulassen. An diesem Umstand ist
leider nichts zu ändern, die physikalischen
Gesetze gelten bekanntlich auch für Laut-
sprecherkonstrukteure. Eine Ausnahme
machen wie üblich einmal wieder die Elek-
trostaten, deren bewegte Masse bei tiefen
Frequenzen zürn größten Teil aus mit-
schwingender Luftmasse besteht. Diese
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SHACKMAN
CONSTANT CHARGE ELEKTROSTATEN
Shackmann Elektrostaten quenzweiche auf den aktuellen Stand der Darüber hinaus ist sowohl die direkt ge-
Technik gebracht bzw. aufwendiger dimen- koppelte Transistorendstufe als auch der
Die klangliche Unbestechlichkeit von Elek- UE-Typ und der V-Typ als Bausatz erhält-
sioniert. Die Durchschlagfestigkeit und
trostaten ist allgemein bekannt. Extrem lich, sodaß sich praktisch jeder den Shack-
damit die Belastbarkeit konnte erheblich
niedrige bewegte Masse und ein damit ver- man selber bauen und damit eine Menge
erhöht werden.
bundenes optimales Impulsverhalten, ga- Geld sparen kann (s. Elrad 1/82 u. Preisli-
rantiert ein transparentes, luftiges und de- Zudem wurden direktgekoppelte, d. h. ste).
tailliertes Klengbild mit einwandfreiem Auf- übertragerfreie Treiberstufen entwickelt.
lösungsvermögen.
Der Shackman T-Typ ist die Transistorver-
Eines der langlebigsten Modelle dieses sion, der V-Typ eine Röhrenversion. Beide Zur Anwendung:
Lautsprechertyps ist der Shackman-Elek- sind in Class-A Technik ausgelegt und Die häufigste Anwendung des Shackman-
trostat. Inzwischen ist er bekannt als einer beinhalten eine aktive Frequenzweiche, die ELS dürfte, neben der Realisation unserer
der Welt besten Mittelhochtoneinheiten (s. gestattet, die Box wahlweise halbaktiv oder Bauvorschläge, in dem Austausch der Mit-
Klinger RPB 105, Franzis Verlag, Practical vollaktiv zu betreiben. telhochtoneinheiten in vorhandenen Boxen
Hifi, 2 77) und wird jetzt in Deutschland Beide Versionen bedeuten gegenüber der gegen den Shackman ELS liegen. Es kann
gefertigt. UE-Type eine nochmalige Klangverbesse- festgestellt werden, daß die Verbesserung
Dieser Lautsprecher unterscheidet sich von rung. durch diese Maßnahme in allen Fällen nicht
herkömmlichen Elektrostaten durch ver- nur sofort hörbar war, sondern, und das ist
Hierbei schneidet der V-Typ durch das das Entscheidende, dauerhaft zufrieden-
schiedene wichtige Kennzeichen. wärmste Klangbild am besten ab. Gegen- stellte.
Zunächst ist er äußerlich sofort durch seine über dem UE-Typ erweitert sich der Fre-
halbkreisförmige gebogene Bauform, die quenzbereich auf über 20 KHz. Außerdem Eine weitere Möglichkeit der Anwendung
flache Bauweise mit extra niedrigem Elek- ist im unteren Bereich wesentlich mehr des Shackman hat sich in England in der
trodenabstand zu erkennen. Durch die Dynamik vorhanden. Erweiterung des oberen Frequenzbereiches
gebogene Form wird ein für Elektrostaten beim alten QUAD erwiesen. Es kann gesagt
Die fehlenden Übertragerresonanzen und - werden, daß die Optimierung der QUAD
atypisch gutes Rundstrahlverhalten erreicht.
Verzerrungen machen das Gesamtklangbild Elektrostaten durch den Shackman prin-
Der minimale Elektrodenabstand sorgt für
noch natürlicher und ausgewogener. zipbedingt die einzig harmonisch klingende
einen Wirkungsgrad von 93 dB/1 W/ 1 M
und erlaubt damit die Kombination mit Es sollte außerdem nicht außer Acht gelas- Modifikation im Hochtonbereich darstellt.
wirkungsstarken Baßlautsprechern. sen werden, daß mit dem Typ T und V ver- Eine weitere Modifikation der alten Quad
zerrungsfreie Schalldrücke bis an die im unteren Frequenzbereich durch einen
Zudem ist die Einheit durch eine geschickte Schmerzgrenze des Ohres möglich sind, aktiv geregelten Subwoofer stellt eine Ver-
innere Anordnung in mehrere kleine, me- ohne die sonst elektrostatentypische Kom- besserung dar, die unseres Wissens, sonst
chanisch getrennte Einzelsegmente unter- pression. nicht, trotz Mark Levinson's Doppel Quad
teilt. Diese Vorrichtung verhindert mecha- + Hartley, erreicht werden konnte.
nisch akustische Resonanzen und verbes- Der Shackman ist in den Modellen WR (ab
sert die Wiedergabe der Frequenzen über Dez. 83) und MHT erhältlich, wobei der Wer zwischen den Zeilen liest, kann in dem
15 KHz. Unterschied in der unteren Grenzfrequenz letzten Absatz eine Hommage an den Quad
liegt (s. Techn. Daten). Dies bedeutet, daß erkennen. Das ist richtig. Wir sind der Mei-
bei der Verwendung des Shackman WR nung, daß der alte Quad (über den neuen
Einige weitere R.A.E-Modifikationen die über einen noch weiteren Frequenzbereich können wir noch nichts sagen) auf seine Art
sowohl die klangliche Seite als auch die die klanglichen Vorteile dieses Lautspre- überragend ist und, da er nun mal in vielen
Fertigungsqualität betreffen, sind in der chers genutzt werden können, und somit Wohnzimmern steht, sollte für jeden die
letzten Zeit von uns erreicht worden. So eine noch höhere Qualitätsstufe erreicht Möglichkeit bestehen, den Quad an den
wurden beim UE-Typ Übertrager und Fre- werden kann. aktuellen Stand der Technik anzupassen.
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Technische Daten der Shackman Elektrostaten


UE - Typ MHT T-Typ MHT V-Typ MHT T-Typ WR V-Typ WR
Abmessungen 150 x 190x40 150 x 190x40 150 x 190 x 40 280x310x60 280x310x60
Empf. Verstärkerleistung 30 W - 100 W integriert integriert integriert integriert
Wirkungsgrad 91 b / W / m aktiv aktiv aktiv aktiv
Übertragungsbereich 1 K-18K 1 K - 22 K 1 K - 22 K 500 - 20 K 500 - 20 K
Polarisationsspannung 1 KV 1,2 KV 1,2 KV 1,8 KV 1,8 KV
Elektrodenabstand 0,3 mm 0,3 mm 0,3 mm 0,4 mm 0,4 mm
Membrandicke 10 my 10 my 10 my 8 my 8my
Maximaler Schalldruck 105 dB 112 dB 112 dB 112 dB 112 dB
Art.-Nr. 45100 45101 45102 45104 45105

Das weitere Shackman Programm


Art. Nr.
45 106 ELS alleine, ohne Übertrager und
Frequenzweiche
45 107 Bausatz der Transistorendstufe incl.
aktiver Frequenzweiche und Plati-
nen aus Elrad 1/82 + 12/81
45 108 Spezial-Trafo zu 45 107
45 109 kompletter T-Typsatz mit:
45 106 + 45 107 + 45 108
45110 UE-TypalsKit
45111 V-Typ als Kit

Bauvorschläge für Shackman Elektrostaten

R. A. E. ELS Hörn
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Röhrenendstufenbausatz für elektrostatische Konstruktionsmerkmale Verwendungsmöglichkeiten


Lautsprecher Typ Shackman
Um den Röhrenverstärker auch möglichst Der hier beschriebene Verstärker ermög-
Obwohl auch kleinere Elektrostaten prinzi- für Elektronik-Neulinge nachbaubar zu licht den Einsatz des Shackman-Elektrosta-
piell alle Vorteile dieser Wandler besitzen, machen, waren folgende Punkte ausschlag- ten im aktiven Betrieb für Frequenzen ab 2
haben sich diese in der Vergangenheit kaum gebend: kHz. Auf dem Print ist eine 18 dB Weiche
durchsetzen können. Der Grund dafür liegt untergebracht, (Cl, C2, Ll, Pl) die den
— Alle Bauteile sind auf einer gedruckten
in der problematischen Anpassung an vor- Verstärker bei 2 kHz öffnet. Natürlich
Schaltung untergebracht, um die bei den
handene Verstärker. Jeder Elektrostat äh- besteht die Möglichkeit, dem Verstärker
frei verdrahteten Schaltungen leicht mög-
nelt im Aufbau einem Kondensator, daher eine aktive Weiche vorzuschalten.
lichen Fehler oder Brummschleifen usw.
die früher geläufige Bezeichnung als „Spre-
vollkommen auszuschließen. Es ist jedoch in diesem Artikel verzichtet
chender Kondensator". Der Wechselspan-
nungswiderstand eines Kondensators (Kon- — Um den äußeren Verdrahtungsaufwand worden, ein „spezielles" Filter hinzuzufü-
densatorimpedanz) nimmt zu hohen Fre- so gering wie möglich zu halten, sollten gen. Für die, die sich dennoch für ein akti-
quenzen kontinuierlich ab. Ärgerlicherwei- alle für den Betrieb erforderlichen Bautei- ves Filter entscheiden, soll hier nur auf die
se ist eine optimale Leistungsanpassung nur le auf einem einzigen Print unterge- Artikel in den Zeitschriften Elrad Ja. 1982
dann gegeben, wenn Generatorausgangs- bracht sein, so daß lediglich der Laut- und Elrad Special 5 hingewiesen werden.
impedanz und Verbrauchereingangsimpe- sprecher eine Eingangsbuchse und der In beiden Zeitschriften sind aktive Weichen
danz übereinstimmen. Bei tieferen Fre- Trafo angeschlossen werden müssen. mit Print veröffentlicht worden, die vor die
quenzen ist die Impedanz des ELS erheb- — Der Abgleich der Schaltung ist so ein- Röhrenendstufe geschaltet werden können.
lich größer als die des Verstärkers, der fach, daß auch ohne geeignete Meßmit- Zu diesem Zweck ist dann allerdings die auf
Scheinleistungswirkungsgrad der Kombina- tel der fehlerfreie Betrieb möglich wird. dem Verstärkerprint untergebrachte Wei-
tion wird schlechter. Selbst bei optimaler
— Die Spitzenspannung ist mit einfachsten che zu entfernen und das Poti P 1 im
Anpassung am oberen Ende des Frequenz-
Mitteln sichtbar gemacht und gewähr- Widerstandswert entsprechend höher zu
bandes arbeitet der Verstärker bei allen an-
leistet eine ständige Kontrolle des Aus- wählen.
deren Frequenzen an einer rein kapazitiven
Last. Da zudem noch sehr hohe Tonfre- steuerungszustandes des Verstärkers.
quenzwechselspannungen in der Größen-
ordnung mehrerer hundert Volt benötigt
werden ist jeder normale Transistor mit
dieser Aufgabe hoffnungslos überfordert.
Die mittlerweile erhältlichen Hochspan-
nungstransistoren sind aufgrund ihrer mi-
mosenhaften Empfindlichkeit völlig fehl
am Platze. Ein Röhrenverstärker ist dage-
gen durch die angeschlossene Last ebenso-
wenig zu beeindrucken wie durch hohe
Spannungen. Auch die Anpassung der
hochohmigen Röhre an den hochohmigen
Elektrostaten stellt kein Problem dar, eine
solche Endstufe ist nach wie vor der ideale
Anpassungsverstärker für jeden Eletrosta-
ten und läßt die Vorteile dieses masselosen
Wandlerprinzips erst voll zur Geltung
kommen.
Bedient man sich zur Ansteuerung der
Röhrenendstufe des bereits verstärkten Laut-
sprechersignals, so kann die Zahl der benö-
tigten Verstärkerstufen und damit der Bau- Röhrenendstufe Typ MHT
aufwand in Grenzen gehalten werden, der
Aufbau eines solchen Verstärkers ist gera- Shackman „Constance Charge" Elektrostat mit direktgekoppelter Röhrenendstufe.
dezu simpel. Durch einen regelbaren Vor-
widerstand kann der Elektrostat im Schall-
druck auch an Lautsprecher höheren Wir-
kungsgrades, deren dynamisches Verhalten
(vgl. Podszus-Görlich) zur Kombination
mit elektrostatischen Wandlern bestens
geeignet ist, angepaßt werden. Da die Elek-
trostaten im Gegensatz zu Tauchspulen-
lautsprecherchassis nicht über Schwingspu-
len verfügen, ist eine aktive Pegelanpassung
problemlos. Bei konventionellen Lautspre-
cherchassis führt die größte zugeführte Lei-
stung, die ein Chassis bei aktiver Pegelan-
passung verarbeiten muß, zu entsprechend
größerer Erwärmung der Schwingspule, die
dadurch ihren Ohmschen Widerstandeben-
so vergrößert. Daraus resultiert eine fehler-
hafte Wiedergabe, denn die Widerstandser-
höhung senkt den Wiedergabepegel der
Chassis ebenso ab wie ein vorgeschalteter
Widerstand. Bei der aktiven Anpassung zu
großer Pegelunterschiede kommt es zu Röhrenendstufe WR «^ • ' - , .
einer Dynamikkompression bestimmter Diese Röhrenendstufe ist eine Weiterentwicklung der bekannten Endstufe für Shackman Elek-
Frequenzbereiche gegenüber anderen. Das trostaten. Durch den größeren Bauaufwand und die höhere Leistung eignet sich diese Endstufe
Klangbild ist gestört. auch für größere Elektrostaten.
48 Alle zitierten Arbeiten sind unter www.SHACKMAN.de erhältlich

HARBETH
COPOLYMERE POLYPROPYLEN LAUTSPRECHER
Copolymere Polypropylen-Lautsprecher
Harbeth
Der Name des Entwicklers dieses Lautspre- Außergewöhnlich ist auch die Konzeption
chers gehört zu den wohlklingensten im der Weichen. Die Schaltungen gleichen den
gesamten Audiobereich, H. D. Harwood natürlichen Anstieg des Schalldrucks zu
war 30 Jahre lang Leiter der BBC Entwick- höheren Frequenzen hin aus und regulieren
lungsabteilung. In dieser Zeit entwickelte er zudem den Impedanzverlauf. Der Hoch-
unter anderem alle BBC Monitore, die tonteil der Weiche beinhaltet einen
dann im Lizenzauftrag für die BBC von AUTOTRANSFORMATOR, mit Anzap-
Rogers und Chartwell gefertigt wurden. fungen in 1/2 dB Schritten, um den Pegel
Zudem erarbeitete er die BBC Kriterien für von Baß und Hochton in jeder Box genaue-
Abhörlautsprecher. stens anzupassen, sodaß immer zwei völlig
HARWOODS Philosophie ist einfach: gleich klingende Boxen gebaut werden
Für einen Toningenieur ist es zweitrangig, können. Darüber hinaus sorgt sein Innen-
ob ein Lautsprecher perfekte Meßergebnis- widerstand von 0,05 Ohm für ein optimales
se liefert; der Lautsprecher muß einfach Impulsverhalten des Hochtöners.
richtig klingen. Die Serieninduktivitäten im Baß sind als
Eine der Hauptfehlerquellen aller Laut- Luftdrosseln ausgeführt, um Verzerrungen
sprecher ist die klangliche Verfärbung. zu vermeiden. Der Autotrafo besteht aus
Diese werden durch Resonanzen der Mem- eben diesem Grund aus Spezialsintern. Alle
bran und Aufhängung verursacht. Jede die- Kondensatoren sind bipolar und es werden
ser Fehlerquellen ist von Harwood im ein- keine Elektrolyte verwendet um den engen
zelnen untersucht worden und durch die Toleranzvorgaben der Weiche genügen zu
jeweils optimale Methode abgestellt wor- können.
den. Die Folge war ein komplett neu ent- Mit Hilfe dieser Weichen ist es möglich, die
wickeltes Tiefmitteltonsystem. Harbeth Boxen Typ ML und Typ HL ori-
Die herkömmlicherf' Papp-Papiermembra- ginalgetreu nachzubauen.
nen waren hinsichtlich Klangqualität und Zusammenfassend kann gesagt werden,
Frequenzgang unbefriedigend. Erst der von daß Harwood eine Neuerung gelungen ist,
HARWOOD erfundene BEXTRENE-Laut- die dem Lautsprecherbauer gestattet, rela-
sprecher stellte einen ersten Schritt vor- tiv preiswert Lautsprecher mit absoluter
wärts dar. Leider benötigt jeder Bextrene Studioqualität zu bauen. Alle Bauteile sind
eine zusätzlich von Hand aufgetragene selektiert und, was z. B. die Baßlautspre-
Schicht Dämpfungsmaterial. Diese Schicht cher anbetrifft, nicht mit anderen Polypro-
ist naturgemäß unregelmäßig und zudem pylenlautsprechern dubiosen Ursprungs zu
relativ schwer und senkt somit beträchtlich vergleichen. Beim Kauf von Harbeth-Laut-
die Empfindlichkeit. Trotz der Dämpfungs- sprechern sollte immer auf den original Ur-
schicht blieb aber immer noch eine als sprung Harbeth geachtet werden. Dieser ist
„quäkend" zu bezeichnende Verfärbung. z. B. erkenntlich durch einen speziellen
Aus weiteren Untersuchungen und For- Aufkleber. Für Lautsprecher die nicht ori-
schungen über thermoplastische Kunststof- ginaler Herkunft sind, können wir keine
fe resultierte die neue COPOLYMERE Garantieleistungen übernehmen.
POLYPROPYLENMEMBRAN, für die
weltweit Patente angemeldet sind.
Der Vorteil gegenüber Bextrene liegt in
dem erheblich höheren inneren Dämpfungs- LF8 LF5
faktor sowie in der Tatsache, daß kein wei- MKIII MKIII
teres Dämpfungsmaterial benutzt werden Korbhöhe (mm) 86 80
muß. Polypropylen ist deshalb erheblich Korbdurchmesser (mm) 218 130
sicherer herzustellen; zudem hat es eine Schallöffnung front (mm) 194 118
geringere Masse und ist daher empfindli- Schallöffnung rück (mm) 180 —
cher, sodaß ein kleinerer Verstärkter benutzt Magnetische Feldstärke (T) 1,12 1,0
werden kann. Nennbelastbarkeit (W) 100 60
Impedanz ß 8 8
Am wichtigsten ist jedoch die resultierende Resonanzfrequenz (Hz) 25 50
vollkommene Verfärbungsfreiheit. Dies Frequenzausgang (Hz) 25-7K 45-9K
kann verbal nicht ausgedrückt werden und Wirkungsgrad 1 kH (dB) 92 90
muß daher anhand einer Hörprobe erhört Membrangewicht (g) 7,5 5,5
werden. Schwingspulendurch-
Die Aufhängung der Membran ist genauso messer (mm) 25 25
wichtig wie die Membran selbst. HAR- Schwingspulen-
WOOD konnte nachweisen, daß verschie- induktivität (mH) 0,5 0,5
dene Materialien, die fast identische Fre- Art. Nr. 55100 55101
quenzgänge ergeben völlig unterschiedlich
klingen. Er wählte daher einen Stoff, der
keine Klangverfärbungen produziert, eine Harbeth ML-Bauplan
tiefe Resonanzfrequenz zuläßt und einen
linearen Frequenzverlauf ergibt.
Alle zitierten Arbeiten sind unter www.SHACKMAN.de erhältlich 49

Halbling ARNOR
Bei allen klanglichen Vorzügen sind dem 13 Gleichzeitig besteht die Möglichkeit die
Für alle Musikfreunde, die einen kleinen cm Harbethlautsprecher hinsichtlich der originale BBC Hochtonbestückung zu ver-
Lautsprecher suchen, aber auf eine gute maximalen Lautstärke im Baßbereich doch wenden (Art.-Nr. 118 ).
Tiefbaßwiedergabe nicht verzichten wollen, bestimmte Grenzen gesetzt.
Der verwendete Baßlautsprecher, der wegen
gibt es eine neue R. A. E. Entwicklung. Den
Durch den Einsatz eines weiteren Baßlaut- der niedrigen Trennfrequenz keine Signale
„Halbling".
sprechers für den Bereich unter 150 Hz läßt aus dem Mitteltonbereich mit verarbeiten
Der hervorragende Klang des Tiefmittel- sich der maximale Schalldruck über den muß, wurde von uns entsprechend modifi-
tonlautsprechers ist das Ergebnis dreißig- ganzen Hörbereich vergrößern. ziert.
jähriger BBC-Forschung. Gleichzeitig wird das Impulsverhalten des Die beschichtete Membran besitzt genü-
Dem Entwickler, Mr. Harwood, ist es Harbethlautsprechers weiter verbessert, da gend bewegte „dynamische" Masse, um
gelungen, selbst kleinste Fehlerquellen zu dessen Membranauslenkung verringert wird. einen sehr tiefen Baß trotz des recht kleinen
beseitigen, die von anderen Lautsprecher- Diese Kombination sollte immer dann ein- Gehäuses zu ermöglichen, daneben ver-
herstellern, meist aus Kostengründen, nicht gesetzt werden, wenn der Harbeth LF 5 in mindert die Beschichtung wirkungsvoll den
beachtet werden. Die Hochtonkalotte bie- größeren Räumen oder mit höheren Abhör- Schalldurchgang durch das Membranmate-
tet ein phantastisches Preis-Leistungs-Ver- lautstärken eingesetzt werden soll und rial.
hältnis, und wird auch von Mr. Harwood in ersetzt im R. A. E. Programm die TL 250.
seinen „Harbeth" Lautsprecherboxen ein- Resonanzen, die aufgrund stehender Wel-
gesetzt. Die Außenabmessungen sind mit denen der len im Gehäuse vorkommen, bleiben so
TL 250 identisch, die innere Faltung ist unhörbar.
In einem geschlossenen Gehäuse ist die jedoch völlig anders (Art.-Nr. 118 ). Im Baßbereich erfolgt die akustische Kopp-
Tieftonwiedergabe eines 13 cm Lautspre-
Ein nachträglicher Umbau ist leider nicht lung der Lautsprechermembran über eine
chers leider nicht überzeugend, daher haben
möglich. exponentiell geöffnete Transmission Line
wir uns für eine etwas aufwendigere Gehäu-
Schallführung wie bei den Tuned Pipes, um
sebauart entschieden. Es handelt sich dabei Durch den Einsatz des kleineren Harbeth- das Impulsverhalten im Baßbereich zu
um eine „Decoupled Acoustical Line", eine lautsprechers mit geringerer bewegter Masse optimieren.
Art Transmissionsline Gehäuse mit einer wird das ohnehin schon sehr gute Auflö-
vorgesetzten Kammer. Bei dieser Gehäuse- sungsvermögen der TL 250 noch weiter
bauart wird die Luftmasse in der Faltung verbessert.
nur bei tiefen Frequenzen in Bewegung ver-
setzt.
Diese Bauart ermöglicht den Einsatz einer
außerordentlich leichten Membran mit ent-
sprechend gutem Impulsverhalten, wobei
die mitschwingende Luft die bewegte Masse
nur bei tiefen Frequenzen vergrößert. Diese
Lösung ist nach unserem Ermessen weitaus
besser als der Versuch, einen entsprechend
schweren Tieftöner aus Gründen der Spar-
samkeit als Mitteltöner zu mißbrauchen.
Eine Vorsichtsmaßregel ist allerdings ange-
bracht, durch die Bauart reagiert dieser
Lautsprecher sehr empfindlich auf Platten-
rumpeln sowie andere tieffrequente Stö-
rungen.
Soweit der Verstärker über ein Subsonic-
Filter verfügt, sollte dieser eingeschaltet
werden.
Bitte, denken Sie daran, daß dieser Bausatz
entwickelt wurde, um bei geringem finan-
ziellem Aufwand eine möglichst naturge-
treue Musikwiedergabe zu ermöglichen.
Die Reproduktion eines Schlagzeuges oder
einer Kesselpauke in Originallautstärke
können Sie von einem 13 cm Lautsprecher
nicht erwarten. Durch den zusätzlichen
Einsatz eines Subwoofers für die Frequen-
zen unter 100 Hz läßt sich der maximale
Bauteile der ARNOR
Schalldruck über den ganzen hörbaren
Frequenzbereich allerdings erheblich stei-
gern.
50 Alle zitierten Arbeiten sind unter www.SHACKMAN.de erhältlich

Rhün Die Lautsprecher sind jetzt einsatzbereit,


eine wichtige Frage ist allerdings noch
offen.
Subwoofer sinnvoll oder hilflos?
Das DCS-System
Die Kombination von zwei kleinen Lautspre-
Wo sollten die Lautsprecher aufgestellt cherboxen mit einem Subwoofer ist nicht
Anders als bei den elektrischen Komponen- werden? geeignet, die Physik zu überlisten. Das vor-
ten einer Hifi-Anlage gibt es zwischen ver- Die freie Aufstellung eines Lautsprechers weg.
schiedenen Lautsprechern noch immer er- im Raum ist akustisch sehr günstig, im Der Anwendungsbereich eines Subwoofers
hebliche Klangunterschiede. Baßbereich werden die Eigenresonanzen ist, im Gegenteil, recht eng begrenzt.
Ohne umfassende, tagelange Hörversuche des Hörraumes nur in geringem Maß hör- Um bei tiefen Frequenzen hörbaren Schall-
ist es oft schwer zu beurteilen, welcher bar, gleichzeitig gibt es keine schallreflek- druck zu erzeugen, muß eine große Menge
Lautsprecher natürlicher klingt. tierenden Flächen in unmittelbarer Nähe Luft bewegt werden. Um z. B. bei einer Fre-
des Lautsprechers. quenz von 20 Hz ein akustisches Watt zu
Gerade sehr analytische Lautsprecher, die
auch feinste Details auf Schallplatten hör- Reflektionen von Wänden, die dem Origi- erzeugen muß die Membran eines 30 cm
bar machen, können nach längerer Zeit nalsignal in kurzem zeitlichem Abstand Lautsprechers eine Amplitude von 5 cm aus-
lästig klingen, wenn die Kombination der folgen, können die Stereoortung deutlich führen (Olson, Harry, T. Acoustical Engi-
einzelnen Lautsprechersysteme und Fre- beeinflussen. Ihr Lautsprecher wurde für neering, New York 1957, S. 135).
quenzweiche nicht optimal getroffen wurde. diese freie Aufstellung konzipiert. Nach 1 akustisches Watt ist die Leistung, die ein
Möglichkeit sollten die Lautsprechersyste- durchschnittlicher Lautsprecher bei einer
Die Harbeth-Lautsprecher in Ihrem Bau- me (Schallquellen) einen Abstand von min-
satz sind das Ergebnis 30-jähriger BBC- Eingangsleistung von 100 Watt abgibt. Da
destens 60 cm zur Rückwand und 1,2 m zur kein 30 cm Lautsprecher über eine 5 cm
Forschung, und werden aufgrund ihrer Seitenwand haben, ein größerer Abstand
Klangqualität in vielen Tonstudios als lange Schwingspule verfügt, also diese Ampli-
schadet in keinem Fall. Um das große Ste- tude ausführen könnte, sind Subwoofer in
Abhörlautsprecher eingesetzt. reoauflösungsvermögen dieses Lautspre- geschlossenen Gehäusen (Acoustic Suspen-
Die Bestückung im Mittel- und Hochtonbe- chers wirklich genießen zu können ist es sipn) nur für geringe Schalldruckpegel geeig-
reich gewährleistet bestes Impulsverhalten wichtig, genau in der Mitte vor dem Laut- net, (ca. 0,1 akustisches Watt bei 20 Hz).
und eine sehr gute Abstrahlcharakteristik, sprecher zu sitzen.
bei der auch die höchsten Frequenzen über Da in diesem Fall das Lautsprecherchassis
Auch wenn das aufgrund der Möblierung selbst die mechanischen Grenzen setzt,
einen großen Raumwinkel abgestrahlt wer-
nicht immer realisierbar ist, sollten Sie kann auch eine aktive Aussteuerung nicht
den (s. Kap. Superhochtöner).
zumindest in ruhigen Stunden einen beque- helfen. Auch eine Gegenkopplung, die eine
Der Baßlautsprecher ist eine Eigenentwick- men Stuhl in diese Position bringen kön- exakte Membranbewegung sicherstellen soll,
lung der Firma R.A. E., dieses Lautspre- nen. ist nur wirksam, solange die Schwingspule
chersystem ermöglicht eine sehr gute Tief- des Lautsprechers noch im homogenen
baßwiedergabe trotz des relativ kleinen Magnetfeld ist, also bei recht geringen
Gehäuses. Schalldruckpegeln.
Auch bei der Entwicklung dieses Lautspre- Das Baßreflexprinzip, durch das die nötige
chers wurde besonderer Wert auf die Nach- Membranamplitude im Bereich tiefer Fre-
bausicherheit gelegt, was nützt der beste quenzen stark reduziert wird (s. Kapitel
Lautsprecherbausatz, wenn zum Zusam- Baßreflex), erhöht die Leistungsfähigkeit
menbau eine komplette Schreinerei nötig eines Subwoofers erheblich.
ist. Alle Holzteile, die zum Bau des Gehäu-
ses nötig sind, bekorcmen Sie in jedem Leider wird bei den tiefen Frequenzen, auf
Baumarkt millimetergenau gesägt, sagen die das Gehäuse abgestimmt werden muß,
Sie ruhig, daß Sie ein Lautsprechergehäuse entweder die Reflexöffnung zu klein (Pfeif-
bauen und besonderen Wert auf genaues geräusche) oder der Tunnel sehr lang (zu
Einhalten der Maße legen. großes Volumen nötig).
Wenn Sie sich beim Zusammenbau an die Bei Subwoofern sollten daher unbedingt
Bauanleitung halten, ist der Zusammenbau Passivmembranen eingesetzt werden, nur
des Gehäuses sehr einfach. so ist eine große strahlende Fläche ohne
zusätzliches Volumen zu erzielen. Eine wei-
Beim Zusammenbau der Frequenzweiche tere Möglichkeit das Prinzip des Subwoo-
sollte möglichst sorgfältig und genau nach fers zu optimieren bietet das Double Cavity
der Zeichnung vorgegangen werden, da die System (DCS- Subwoofer), bei dem der
Position der einzelnen Bauteile eingehalten Subwoofer aus zwei getrennten Kammern
werden muß. aufgebaut ist. Eine Kammer befindet sich
Wird die Anordnung der Spulen geändert, hinter dem „aktiven Baßlautsprecher", eine
kann es zu störenden Kopplungen dieser zweite zwischen diesem und der Passiv-
Bauteile kommen. membran. Durch genaue Abstimmung der
Kammervolumina läßt sich ein solcher
Beim Anschluß der Laußsprecher ist unbe-
Subwoofer für jeden Einsatzbereich opti-
dingt auf richtige Polarität zu achten, die
mieren. Dabei arbeiten die Kammern als
Pluspole der Lausprecher sind rot markiert.
akustische Frequenzweichen mit einer Flan-
Die Anschlüsse müssen mit den entspre-
kensteilheit von 12 dB/Okt. Eine zusätzli-
chend bezeichneten Anschlüssen der Fre-
che 6 dB Weiche genügt, um eine genügen-
quenzweiche verbunden werden.
de Flankensteilheit von echten 18 dB/Okt.
Bei sorgfältigem Arbeiten dürften keine zu gewährleisten.
Probleme auftauchen. Nachdem alle Kabel
angeschlossen sind, muß das Bodenbrett Obwohl dieser Subwoofer alle möglichen
luftdicht in das Gehäuse eingeschraubt Vorteile nutzt, ist diese Bauart den Gesetzen
werden. (Vorsicht, keine Kabel einklem- der Physik unterworfen, je größer desto bes-
men!) ser gilt auch hier und ein Nettovolumen von
100 1 sollte als Minimum betrachtet werden.
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Bändchen- Decca „London" Ribbon Speaker
lautsprecher
Neben den elektrostatischen Lautsprechern
gibt es nur noch ein Prinzip, bei dem die
Vorteile geringster bewegter Masse und di-
rektgetriebener Membranen optimal ge-
nutzt wird. Bei den echten Bändchenhoch-
tönern schwingt ein Bändchen aus Alumi-
niumfolie mit einer Masse von 5-10 Milli-
gramm im Magnetfeld eines starken Per-
manentmagneten. Da auch bei diesem
Prinzip die Membran gleichförmig ange-
trieben wird und die Masse praktisch ver-
nachlässigbar ist, handelt es sich um ähn-
lich ideale Wandler wie sie die elektrostati-
schen Lautsprecher darstellen. Konstruktiv
gibt es natürlich einige Unterschiede. Bei
den Elektrostaten sind die Elektroden für
die Signalspannung vor und hinter der
Membran angebracht. Ohne einen kleinen
Trick arbeitet ein solches System nicht line-
ar, da die Kräfte des elektrostatischen Fel-
des im Quadrat zur Entfernung zu- und ab-
nehmen. Erst ein geeigneter Vorwiderstand
zwischen Polarisationsnetzteil und Mem-
bran bewirkt oberhalb einer wählbaren
Frequenz eine konstante elektrische La-
dung der Membran (Constant Charge Prin-
zip), da sich diese Ladung über den Vorwi-
derstand nicht schnell genug ändern kann.
Ein solches System arbeitet auch bei größ-
ten Membranauslenkungen linear.
Ein solcher „Trick" ist leider bei den Bänd-
chenlautsprechern nicht möglich. Um Nicht-
linearitäten zu vermeiden, müssen die Feld-
linien parallel zum Bändchen verlaufen.
Um dies zu erreichen, werden die Polplat-
ten des Magneten seitlich am Bändchen an-
gebracht. Diese Anordnung garantiert li-
nearen Antrieb, begrenzt dafür jedoch die
maximale Breite der Bändchenmembran,
wenn der Aufwand für das Magnetsystem
nicht in astronomische Dimensionen stei-
gen soll. Die Membranen dieser Bändchen-
lautsprecher haben daher recht bescheide-
ne Abmessungen und sind nur zur Wieder-
gabe höchster Frequenzen geeignet. Durch
ein vorgesetztes Hörn läßt sich der Einsatz-
bereich zu tieferen Frequenzen erweitern.
Je nach Größe des Hornsystems sind unte-
re Grenzfrequenzen bis 1000 Hz realisier-
bar.
Einer der bekanntesten Bändchenlautspre-
cher ist das DECCA „London" Ribbon
Speaker, auch Kelly Bändchen genannt.
Durch ein vorgesetztes Hörn mit den Ab-
messungen 32 x 19 cm wird eine untere
Grenzfrequenz von 1000 Hz erzielt, damit Decca „London" Ribbon Speaker:
ist der Einsatz in 2-Weg Kombinationen Wirkungsgrad: 90 dB 1W IM
möglich. Die Probleme aufwendiger Fre- Bewegte Masse: 10 Milligramm
quenzweichen können so auf ein Minimum Impedanz: 8 Ohm
reduziert werden, mit einem geeigneten Frequenzbereich: 1000 Hz - 25 kHz
Mitteltieftonchassis können Lautsprecher- Zum Decca Bändchen ist jetzt eine direkt-
boxen mit außerordentlich realistischen gekoppelte Endstufe lieferbar, die das
Wiedergabeeigenschaften aufgebaut werden. Bändchen ohne Übertrager direkt ansteu-
Daneben eignet sich der Bändchenlautspre- ert. Dieser Verstärker ist auch zum Betrieb
cher natürlich auch zur Optimierung bereits anderer echter Bändchen (Gamma, Jorda-
vorhandener Lautsprecherboxen. nov) geeignet.
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LOWTHER KORREKTUREN

Lowther Korrekturen
Ein bekannter englischer Boxenbauer äußer-
te einmal anläßlich eines Besuches in unse-
rem Hause auf die Frage, was er von den
Lowther-Chassis halte: „Lowther is the
finest midrange unit in the world."
Das bedeutet, daß das Lowther Chassis in
dem Fall, wo es vom Hub der Tiefbässe, als
auch von der Sensibilität der Höhen befreit
wird, die relativ besten Ergebnisse bringt.
Dies können wir bestätigen, obwohl zu
beklagen ist, daß es kein 13 cm oder 11 cm
Lowther Chassis gibt; die Ergebnisse wären
dann noch besser.
Da jedoch der Hauptvorteil des Lowther
Chassis' in seinem idealen Verhalten in
einem Baßhorn ist, kann es nicht sinnvoll
sein, auf die Übertragung der tiefen Fre-
quenzen zu verzichten. Um trotzdem eine
ideale Widergabe zu erreichen, sind folgen-
de Maßnahmen angezeigt:
• Modifikationsstufe 1 Art. Nr. 44104
Erweiterung und Linearisierung des Modifikationsstufe 3 B Art. Nr. 44108 Ohne irgendwelche Veranderungsmaßnah-
Frequenzganges durch Hinzufügen eines Als preiswerte Lösung des Tiefbasspro- men klingt der PM 6 zu hell, jedoch nicht
zusätzlichen Superhochtöners. Das Er- blems bei Lowther können die DCS-Sy- allzu unangenehm. Die mittleren Höhen
gebnis ist eine luftigere und durchsichti- steme eingesetzt werden. Siehe Kapitel klingen zu vordergründig. Schaltet man
gere Wiedergabe. Der Lautsprecher DCS-Systeme einen Hochtoner hinzu, wird sein unterer
klingt räumlicher, feiner und weniger Frequenzanteil durch den Anstieg des PM 6
Nachträgliche Modifikationsstufe 2 verdeckt. Paßt man nun den Pegel des
mittenbetont.
Art. Nr. 44109 Hochtoners an den PM 6 an, so werden die
• Modifikationsstufe 2 Art. Nr. 44105 f Für den, der bereits im Besitz von Höhen zu sehr betont und die Klangbalan-
Wie Stufe 1, jedoch ergibt eine zusätzli- Lowther Chassis ist, gibt es die Mög- ce verschiebt sich nach oben.
che Behandlung der Membran eine lichkeit über Einsendung der Lautspre-
Linearisierung des Mitteltonbereichs. cher in den Genuß der Modifikations- Der störende Peak bei 2,1 kHz kann besei-
Klanglich fällt der Lautsprecher ausge- stufe 2 zu kommen. Das Chassis wird tigt werden. Erst wird der Hochtonkegel
wogener aus, nicht mehr näselnd, er dann membranbehandelt und neu zen- verkleinert, sodann die Membran mit Pla-
klingt natürlicher unter Beibehaltung triert zurückgesendet, (incl. SH 26 u. stikschaum behandelt. Diese Modifikation
des Impulsverhaltens im Tieftonbereich FW-Kit) reduziert den Peak um 6 - 7 dB.
und in den Mitten. Lieferzeit 2 Wochen Im oberen Frequenzbereich wird durch eine
Lieferzeit 3 Wochen. Frequenzkorrektur der Frequenzverlauf
• Modifikationsstufe 3 A Art. Nr. 44107 begradigt.
Hier wird dem Lowtherhorn ein Mono- Wie sinnvoll die Modifikationen der Low- So wird der PM 6 ein Lautsprecher, der
subbaß für die Frequenzen von 20 Hz ther Chassis sind, zeigt auch ein Artikel der sehr leicht mit den Mitteltonhörnern in
bis 80 Hz zugeschaltet. Es handelt sich franzosischen Fachzeitschrift „L'Audiophil" Qualitatsboxen konkurrieren kann".
um einen geregelten Aktivbaß mit ein- in Nr. 26, Dezember 1982, S. 88 ff.
gebautem Verstärker und elektronischer Zusammenfassende Auszüge:
Frequenzweiche. „Der Frequenzverlauf des PM 6 ist recht
Obwohl die Lowther Hörner im Baßbe- seltsam, er ist nicht annähernd linear.
reich durch trockene, explosionsartige Auf einer Schallwand verläuft der Fre-
Bässe beeindrucken, wird immer das quenzgang im Bereich von 100 - 1 kHz
Fundament vermißt. Durch die Modifi- recht glatt. Dann ist aber bei 2,1 kHz eine
kationsstufe 3 wird das Gesamtklang- ausgeprägte Resonanz festzustellen, die
bild wuchtig, voluminös und tief herab- durch den Hochtonkegel und parasitäre
reichend. Dem Problem, ein Subbaß Resonanzen zwischen Membran und Hoch-
käme in der Schnelligkeit mit dem tonkegel entstehen. Zwischen 3 und 9 kHz
Lowther Chassis nicht mit, ist durch die steigt der Frequenzgang stetig an.
konseqi'ente Anwendung neuester Er- Ohne Berücksichtigung der erheblichen
kenntnis:.' '••ei geregelten Bässen entge- Peaks und Einbrüche kann die Frequenz-
gengetreten 'vorden, so daß ein rundes kurve von 500 Hz - 10 kHz als kontinu-
harmonisc' > Klangbild entstehen kann. ierlich ansteigend bezeichnet werden, wobei
Lieferzeit t Vochen. der Gesamtunterschied 10 dB beträgt.
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Alle zitierten Arbeiten sind unter www.SHACKMAN.de erhältlich

Radial Mitteltonhörner
Die ZD-Serie
RADIAL Hörner
Die ZD-Serie

ZD Sandfilled
Auf der Suche nach geeigneten Hörnern für
unsere wirkungsstarken Boxen, wie Hypex-
horn, System Onken, Carlson Coupler etc.
stellten wir fest, daß es Mitteltonhörner mit
dem geforderten Cut-Off 300-500 Hz und
mit High-Fidelity Qualität praktisch nicht
gab oder aber sündhaft teuer waren.
Unseren klanglichen Vorstellungen am näch-
sten kamen lediglich Radial-Holzhörner
mit hochwertigsten Treibern. Jedoch waren
auch hier bei niedrigeren Frequenzen trotz
Holz Materialschwingungen von Hand deut-
lich als Verfärbung hörbar. —#
Rundstrahlverhalten und Frequenzgang wa-
^
ren freilich vorzüglich. Was tun?
Wir entschlossen uns, ein eigenes Hörn zu
bauen, das alle Vorteile auf sich vereinigt,
aber deren Mängel vermied.
R. A. E. ZD Mitteltonhörner
R. A. E. Mitteltonhorn ZD 150 HS
Dieses Mitschwingen ist eine Folge der
schlechten Dampfungseigenschaften des ver-
wendeten Vollholzmaterials. Bei allen opti-
schen Vorzügen von Vollholz, akustisch
Technische Angaben zur ZD-Serie
gibt es bessere Lösungen. Ebenso wie bei Typ ZD ZD ZD ZD ZD ZD ZD
Lautsprechergehäusen ist Spanplatte, als 150 H 150 HS 300 SF 300 H 300 HS 500 H 500 HS
Beispiel, erheblich günstiger in den Damp- Cut-Off 210 Hz 210 Hz 320 Hz 320 Hz 320 Hz 450 Hz 450 Hz
fungseigenschaften. Bedingt durch denn Empf. fx 300 Hz 300 Hz 420 Hz 420 Hz 420 Hz 600 Hz 600 Hz
hohen Schalldruck im Hörn werden an das Abstrahlwinkel 140° 140° 140° 140° 140° 140° 140°
Material natürlich andere Anforderungen
gestellt als beim Bau von Tieftongehausen. Abmessungen 850 x 198x550 600 x 130 x 378 430 x 98 x 280
Handelsübliche Spanplatten scheiden daher Art. Nr. 11106 11107 11100 11101 11102 11104 11105
nicht nur aus fertigungstechnischen Grün- Zubehör zur ZD-Serie
den aus. Das erfolgversprechende Prinzip Art. Nr. 11108 1" Adapter
der Spanplatte ist allerdings auch beim op- Art. Nr. 11 109 Adapter 1" auf 2" Hörn
timalen Material für Mitteltonhörner zu Art. Nr. 11 110 1" Schraubadapter
finden. Um eine ausreichende Druckfestig-
keit zu erzielen und gleichzeitig beste Dämp-
fungseigenschaften zu erzielen, wird feiner
Holzstaub mit einem speziellen Bindemittel
eingesetzt. Durch die hohe Masse des Mate- Die angegebenen technischen Daten geben Im Hochtonbereich können alle ZD Trei-
rials sind Resonanzen im Einsatzbereich die zulässigen untersten Grenzfrequenzen ber bis 8 kHz betrieben werden. Der
des Horns ausgeschlossen. Das Bindemittel ier jeweiligen Hörner an, es sollte immer Schalldruckabfall bei höheren Frequenzen
verringert wirkungsvoll eine Komprimier- bedacht werden, daß der Betrieb unterhalb kann bei manchen Treibern (z. B. JBL
barkeit des Materials und damit Verluste dieser Frequenz die Belastbarkeit des ver- 2425) auch verstärkerseitig korrigiert wer-
am Hörn. wendeten Treibers erheblich reduziert. Spar- den, so daß auf einen Hochtöner verzichtet
samkeit rächt sich in solchen Fällen sehr werden kann. Die Abstrahlcharakteristik
Diese Hörner arbeiten mit allen Vorteilen häufig in Form zerstörter Treiber sowie ist dabei natürlich nicht so gut wie beim
der Radial-Horn Geometrie, ohne die Nach- horntypischen Verzerrungen. Bestehen Zwei- Einsatz eines Schlitzstrahlers, da die Hör-
teile der bisher verwendeten Materialien fel über die notwendige unterste Frequenz, ner bei diesen Frequenzen einen kleineren
aufzuweisen. Resonanzen sind weder im sollte ein möglichst großes Hörn eingesetzt Abstrahlwinkel aufweisen.
Hochtonbereich feststellbar, diese verursa- werden. Bei den ZD Hörnern ist dieser
chen in vielen Fällen den typisch agressiven Sprung preiswerter als eine Ersatzmembran Die zur ZD Serie passenden Baßteile:
Klang von Metallhörnern, noch im Mittel- für den Treiber, bei mechanischer Überla-
tonbereich, der den Vollholz- und Kunst- stung ist darüber hinaus nicht jeder durch-
R. A. E. Life Hypex Horn
stoffhörnern einige Probleme bereitet. gebrannte Treiber reparabel, da Überreste
der Membran im Luftspalt verschwinden System Onken MFR Hörner
Das hervorragende Abstrahlverhalten und
und sich dort recht hartnäckig halten kön- K-Horn K-Würfel
die Verzerrungsfreiheit dieser Mittelton-
nen.
hörner empfiehlt die Kombination mit
hochwertigsten Treibern und Hochtönern Für höchste Leistung bei Frequenzen ab alle übrigen Baßeinheiten mit hohem
ähnlicher Abstrahlcharakteristik (Schlitz- 300 Hz ist das ZD 150 wahlweise auch mit und höchstem Wirkungsgrad
strahler). 2" Treiber verwendbar.
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der Gütefaktor konventioneller Kalotten FOCAL Lautsprecherkits
FOCAL T 120 FC
also im Betrieb zwischen 0,9 und 3,3 wech-
eine „andere" Hochtonkalotte auch Jaques Mahul, der Entwickler der
seln und das Chassis entsprechende Pro-
Bereits kurz nach ihrem Erscheinen war bleme mit der Wiedergabe des Musikpro- „Focal" Lautsprecherchassis und Lautspre-
diese Entwicklung von J. Mahul aufgrund gramms bekommen. cherboxen ist als Autor und Herausgeber
der hervorragenden klanglichen Eigenschaf- des französischen Insider Magazins L'Au-
ten außerordentlich beliebt. Diese guten Bei der Focal Kalotte liegen die Dinge an- diophile, kein Unbekannter in der Laut-
Klangeigenschaften sind das Ergebnis kom- ders. Durch die geringe bewegte Masse und sprecherszene. Ebenso wie die „Harbeth"
promißloser Entwicklungsarbeit, neuer Ma- die niedrige Federsteife liegt bereits der me- Lautsprecherchassis, zeichnen sich auch die
terialien und eines bisher unüblichen Kon- chanische Gütefaktor unter 0,9. Das Aus- „Focal" Chassis eher durch konsequente
zepts bei der Abstimmung der Chassispa- schwingverhalten dieses Chassis ist bereits Fehlersuche und Weiterentwicklung als
rameter. Bereits die Montageplatte aus 5 ohne elektrische Bedämpfung besser als das durch revolutionäre Ideen und deren selten
mm starkem Kunststoff wirkt etwas eigen- der Vergleichskalotte im günstigsten Fall überzeugende Folgen aus.
willig, J. Mahul konnte bei Messungen an mit elektrischer Bedämpfung. Bei optimaler
Bedämpfung liegt die Gesamtgüte bei 0,5 Wie überzeugend dagegen die gezielte Wei-
den normalerweise verwendeten Aluminium- terentwicklung unter Einbeziehung neue-
platten Vibrationen als Verzerrungsursache womit jedes Überschwingen ausgeschlossen
ist. ster Erkenntnisse und Materialien sein
feststellen. Die Membran selbst besteht aus kann, wird besonders in der „Focal" T 120
einem sehr leichten polyesterverstärkten Durch dieses jederzeit kontrollierte Aus- FC Hochtonkalotte deutlich. Dieses Chassis
Gewebe und ist durch eine extrem weiche schwingverhalten hat diese Kalotte im Be- wird daher an anderer Stelle ausführlicher
Sicke aus Latexschaum zentriert. Daraus trieb große Ähnlichkeit mit einem guten beschrieben.
resultiert die erfreulich niedrige Resonanz- Hornlautsprecher, bei dem ein Überschwin-
frequenz von ca. 600 Hz, obwohl die ge- gen der Membran bekanntnlich durch den Bei den Mitteltieftonsystemen von „Focal"
samte Masse nur 0,25 g wiegt. Diese Kom- hohen Strahlungswiderstand der Hornöff- führt die Weiterentwicklung im wesentli-
bination aus geringster bewegter Masse und nung vermieden wird. Neben dieser interes- chen zu einem neuen Membranmaterial,
geringster Federsteife der Aufhängung ist santen Dimensionierung der Chassispara- Neoflex. Diese Kunststoffmembranen sind,
maßgeblich am guten Klang dieses Hoch- meter sorgt der 750 Gramm schwere Ma- ähnlich den Polypropylenmembranen der
tonchassis beteiligt. Der Grund liegt in dem gnet aus spezieller Eisen-Kobalt Legierung „Harbeth" Chassis, bei gleicher innerer
mechanischen Gütefaktor Qm des schwin- mit Flußdichten bis zu 2,05 Tesla für den Dämpfung erheblich leichter als die älteren
genden Systems, der sich aus der bewegten überzeugenden Wirkungsgrad von 95 dB/ Bextrene beschichteten Membranen. Bei
Masse, der Federsteife und dem Reibungs- W/m. Ein weiteres Konstruktionsmerkmal richtiger Wahl der Membrangeometrie und
widerstand der Membranaufhängung zu- ist die nach innen gewölbte Kalotte, die eine Materialstärke lassen sich mit diesen neuen
sammensetzt. Vergleichbare Kalotten besit- Reihe von Vorteilen bietet. Die Kombina- Materialien Membranen mit hervorragen-
zen zum Beispiel bei ähnlicher Fläche die tion einer 30 mm Kalotte mit einer 20 mm dem Schallfrequenzverlauf ohne ausgepräg-
doppelte bewegte Masse und die vierfache Schwingspule erlaubt es den Schwingspul- te Peaks auch außerhalb des Einsatzberei-
Federsteife. Da der Reibungswiderstand enträger aus Aluminium zur Versteifung ches herstellen. Zusammen mit der ausge-
nicht beliebig gewählt werden kann, er be- der Kalotte zu nutzen, gleichzeitig ist das glichenen Abstrahlcharakteristik arbeiten
einflußt den Wirkungsgrad, ergeben sich Abstrahlverhalten einer solchen Kalotte bei diese Membranen weitestgehend verfär-
dabei Gütefaktoren von ca. 2,5 - 4,5 (bei hohen Frequenzen besser als das der nach bungsfrei. Das geringe Gewicht dieser
der oben als Beispiel genannten Kalotte ca außen gewölbten Exemplare. Membranen erleichtert dabei einen kleinen
3,3). Erst durch den elektrischen Gütefak- Kunstgriff. Ohne das Impulsverhalten des
tor Qe des Antriebs, der als Bremse wirk- Aus der elektrischen Überdämpfung des Chassis störend zu beeinflussen, kann eine
sam werden kann, wird das Überschwingen Chassis resultieren einige Eigenarten, die, weitere Schwingspule in das Chassis einge-
des mechanischen Systems gebändigt. Als bei der Verwendung dieser Kalotte, beach- baut werden. Diese zweite Schwingspule
resultierende Gesamtgüte Qe sind Werte tet werden sollte. Der Schalldruckfrequenz- wird dabei im Baßbereich über die Fre-
von 0,9 - 1,3 üblich. Eine Gesamtgüte von gang ist erst ab der Anpassungsfrequenz li- quenzweiche mit in Betrieb gesetzt, die An-
1,0 bedeutet bekanntnlich, daß ein Laut- near. Diese liegt für eine 30 mm Kalotte bei schlußimpedanz des Chassis wird dadurch
sprecherchassis bis hinab zur Resonanzfre- ca. 3.600 Hz. Bei tiefen Frequenzen redu- halbiert. Durch den geringen Widerstand
quenz annähernd gleichmäßig Schalldruck ziert der Antrieb die Membranamplitude gibt der Verstärker in diesem Frequenzbe-
abgibt und nur geringe Überschwingnei- kontinuierlich, dieses Chassis ist damit für reich entsprechend mehr Leistung ab, das
gung zeigt. den Betrieb an 6 dB Weichen geeignet. Eine Chassis kann diese höhere elektrische Lei-
12 dB Weiche erhöht allerdings die Belast- stung in mehr akustische Leistung umwan-
Was passiert, wenn diese elektrische Brem- barkeit erheblich (von 25 auf 75 Watt) und deln. Theoretisch kann damit bei vorgege-
se ausfällt, ist allerdings leicht vorstellbar. bietet, wie erwähnt, weitere Vorteile. benem Wirkungsgrad sowohl die untere
Der verbleibende mechanische Gütefaktor Wie auch die zahlreichen Hörerfahrungen Grenzfrequenz erniedrigt und das nötige
von 3,3 bewirkt ein hoffnungsloses Über- mit diesem Chassis beweisen, ist J. Mahul Gehäusevolumen verringert werden. Theo-
schwingen der Kalotte. Das dynamische mit den Focal T 120 FC und T 120 auf dem retisch bedeutet dabei, daß es nicht ganz so
(transiente) Verhalten des Chassis wird besten Weg, alle klanglich störenden Eigen- einfach ist wie es klingt. Kleine Lautspre-
empfindlich gestört, da das Chassis statt arten des Kalottenprinzips zu eliminieren. cherchassis mit Membrandurchmessern von
auf neue Signale zu reagieren noch mit dem 13 bis 17 cm können durch die geringe
Ausschwingvorgang beschäftigt ist. Ein Selbstverständlich werden diese Hochton- Membranfläche und den begrenzten maxi-
solcher Ausfall der elektrischen Bremse chassis auch in allen R. A. E. Lautspre- malen Hub nur geringe Schallpegel im
kommt leider sehr viel häufiger vor als all- cherboxen mit „Podszus-Görlich" Chassis Baßbereich erzeugen. Erst durch den Ein-
gemein angenommen wird. Die Wirksam- alternativ zu elektrostatischen Systemen satz eines korrekt abgestimmten Baßreflex-
keit, mit der ein Magnetsystem Ausschwing- angeboten. gehäuses kann auch ein kleines Lautspre-
vorgänge bremsen kann, ist von allen Wi- cherchassis erstaunliches leisten. Bei dieser
derständen in der Zuleitung abhängig. Sol- Abstimmung zeigt sich die Erfahrung des
che Widerstände sind nicht nur die Kabel Entwicklers sehr deutlich, optimale Belast-
selbst, sondern weit wirkungsvoller, die barkeit beim Betrieb mit Musikprogramm
Frequenzweiche im Sperrbereich und jeder ist gerade bei kleinen Lautsprecherboxen
Verstärker, der ein Signal abgibt. Frequenz- nur bei fundierter Kenntnis und Kontrolle
weichen mit 12 und 24 dB Sperrwirkung aller Designparameter zu realisieren. Die
sind dabei günstiger als solche mit 6 oder 18 vorgestellten Bauvorschläge müssen daher
dB, da bei den ersteren immer eine Spule auch hinsichtlich der Gehäuse so genau wie
parallel zum Chassis liegt, deren Wider- möglich nachgebaut werden. Selbst geringe
stand zu tiefen Frequenzen (Resonanzfre- Abweichungen können die Belastbarkeit
quenz) hin abnimmt. Grundsätzlich kann dieser Kombinationen deutlich verringern.
55
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Wer sich dagegen an die Bauanleitung hält, Diese Hochtonkalotte markiert, wie an an-
kann bereits mit der kleinsten „Focal" derer Stelle beschrieben, einen neuen Grad
Kombination eine Lautsprecherbox auf- der Technik. Mit dem Kit 300 DB ist die
bauen, von der „Hobby" Magazin im sinnvolle Grenze der Doppelspulentechnik
Selbstbau-Lautsprechertest (Heft 19/20 erreicht, für höhere Ansprüche bietet J. Ma-
1983) schreibt: Sehr natürliche, detailtreue hul mit dem Kit 350 eine Dreiwege-Box mit
Wiedergabe, durchsichtiger transparenter vier Lautsprecherchassis nach dem Innen-
Klang, extrem saubere Bässe, sehr genaue treiberprinzip an. Im Hochtonbereich wird
Ortung der einzelnen Stimmen und Instru- die T 120 Kalotte eingesetzt, die Wiederga-
mente. Diese Beurteilung stimmt mit unse- be des Mitteltonbereiches übernimmt ein 13
ren Erfahrungen klar überein. Die hervor- cm Focal Chassis mit Neoflex-Membran.
ragende Auflösung im Mittel- und Hoch- Der 20 cm Tieftöner, ebenfalls mit Neoflex-
tonbereich ist natürlich auch der „Audax" Membran, wird dabei im Tiefbaßbereich
HD 12x9 D 25 Hochtonkalotte zu verdan- von einem weiteren 20 cm Chassis unter-
ken. Der gleiche Typ wird übrigens auch stützt. Durch das bekannte Innentreiber-
von Mr. Harwood in den HL und ML Mo- prinzip wird auch bei dieser Kombination
nitorboxen eingesetzt. Hier herrscht offen- eine ungemein saubere und tiefe Baßwie-
sichtlich einmal Einigkeit unter professio- dergabe erzielt. Der Mitteltonbereich zeich-
nellen Entwicklern. net sich aufgrund des zusätzlichen Mittel-
tonchassis durch weiter gesteigerte Auflö-
Neben dieser Regalbox gibt es noch zwei sung und Detailtreue aus.
weitere Focal-Kits mit der Doppelspulen- Da „Focal" zur Zeit keine Kombination mit
technik, die nicht übersehen werden sollten. einem 13 cm Tiefmitteltonchassis und der T
Der Kit 285 DB ist ebenfalls eine Regalbox 120 Kalotte anbietet, haben wir zusätzlich
mit einem 17 cm Chassis und der bewährten noch eine solche Kombination entwickelt.
Audax Kalotte. Der Kit 300 DB ist eine 40 1 Dabei wird das weniger bekannte 5 N 402
Standbox mit einem 20 cm Chassis im Mit- DB Chassis eingesetzt, dieses Chassis wur-
teltieftonbereich und der bekannten Focal de aus dem Mitteltonchassis 5 N 302 ent-
T 120 Kalotte. wickelt und harmoniert mit der Hochton-
kalotte hervorragend. Diese Kombination
kann wahlweise mit einer geschlossenen
Box und einem angepaßten DCS Subwoo-
fer, einem Baßreflexgehäuse für den Betrieb
ohne Subwoofer oder einem Daline (De-
coupled acoustical Line) Gehäuse aufge-
baut werden. Dieses Gehäuse bietet gegen-
über dem Baßreflexgehäuse bei größerem
Volumen eine tiefere untere Grenzfrequenz.
Focal TL 408 als Bausatz, eine Transmis-
sion-Line Box von Jaques Mahul.

\
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8 N
401-DBE

NEOFLEX

200 mm - 8"

7 N T 120 FC
401-DBE
Ferro-cobalt
NEOFLEX Iron-cobalt

175 m m - 7 " ( 1 2 0 x 1 2 0 mm)

5 N
401-DB
5 N 302

NEOFLEX
NEOFLEX
130 mm - 5"
130 mm - 5'
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Lautsprecherchassis von MB Elektronik handelt sich dabei um Kalotten für den als Membranmaterial für Treiber von Mit-
Der Chassishersteller MB Elektronik aus Mittel- und Hochtonbereich bei denen die .teltonhornlautsprechern ein.
Obrigheim war in der Vergangeheit nur Membran und der Schwingspulenträger aus Diese MCD Chassis werden ab etwa Juli 84
wenigen Insidern bekannt, obwohl MB einem Stück Titan gefertigt werden. Nach auf dem Selbstbaumarkt angeboten. Da wir
Chassis seit langem in fast allen deutschen den Angaben der Entwickler ist damit be- zur Zeit noch nicht über technische Daten
Fertigboxen eingesetzt werden. Besonders stes Impulsverhalten, hoher Wirkungsgrad verfügen, können wir leider noch nichts
die Supronylkalotten fanden aufgrund der und hohe Belastbarkeit realisierbar. Die Konkretes veröffentlichen, ab Juli wird ein
vielgeiobten klanglichen Eigenschaften eini- kritischen Klebestellen zwischen Membran entsprechendes Datenblatt mit Kombina-
ge Beachtung auf dem Fertigboxenmarkt. und Spuleträger entfallen und Titan ist, an- tionsvorschlägen verfügbar sein.
ders als einige Kunststoffe und Papier ex-
Mit einer Neuentwicklung, den „Metall trem robust und alterungsbeständig. Aus Die Sypronyl-(Superpolyamid) Kalotten
Compound Dome" Chassis hat MB Elek- diesem Grund setzt übrigens auch die ame- sind bereits lieferbar, die technischen Daten
tronik jetzt auch als Hersteller von Fertig- rikanische Firma JBL seit einiger Zeit Titan sind in der Tabelle zusammengefaßt.
boxen für einiges Aufsehen gesorgt. Es

»ENDLICH«
DAS „ORIGINAL"
BeiR.A.E.ALSBAUSATZ
ElectroVoiceSENTRY
„Sentry III" - schon jetzt eine Legende im idealen Rundstrahlverhaltens und ihrer
Lautsprecherbau und der Traum vieler Mu- weitgehenden Klangneutralität ein Klang-
sikfans. Jetzt zu realisieren durch den bild bewundernswerter Transparenz erzeugt
preiswerten Selbstbausatz mit allen Origin- und deshalb eine Spitzenposition in der
alteilen, d. h. mit dem Original Baßschassis Klasse der Giganten übernimmt. (Hifi Ste-
und der Original-Frequenzweiche. Gerade reophonie 1975) Quelle: Elktro-Voice In-
für die Realisierung der vollkommenen Di- formation.
gital-Aufnahme und Wiedergabetechnik ist Im Jahre 1983 beurteilte das „Hobby-Ma-
dieser Studiomonitor bestens geeignet. gazin" im großen Lautsprechertest in Heft
Schon geringe Verstärkerleistungen reichen 19 und 20 diese Lautsprecherbox so: Sehr
aus, um die volle Dynamik eines Live-Kon- gute Auflösung, sehr gute Durchzeichnung,
zerts im Wohnraum wiederzugeben. springt gut an, knackige, harte Bässe, Mit-
Auszug aus einem Testbericht: Saubere ten und Höhen aber näselnd verfärbt. Ideal
Großbox extrem hohen Wirkungsgrades, für Popmusik.
die Dank ihrer gewaltigen Dynamik, ihres
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K . E . F . Constructor Series CS 5
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Lautsprecherselbstbau am Beispiel der KEF


CS 7
Die berechtigte Frage, wie kompliziert der
Selbstbau einer Lautsprecherbox sein muß,
um beste Ergebnisse zu erzielen kann am
Beispiel der KEF CS 7 sehr leicht beant-
wortet werden. Diese Kombination ist der
größte Kit der von KEF speziell für den
Selbstbau entwickelten CS-Sene. Obwohl
es eine echte Drei-Wege Box ist, sind für
dem Aufbau keinerlei Vorkenntnisse not-
wendig.
Das geschlossene Gehäuse ist, ebenso wie
das Mitteltongehäuse, aus rechteckigen KEF Lautsprecherbox CS 7
Holzplatten ohne Winkel- und Gehrungs-
schnitte aufgebaut. Diese Platten sind
preiswert in jedem Baumarkt erhaltlich.
(Ein kleiner Tip, je neuer der Baumarkt ist,
um so besser ist meist die Sage, mit der dort
gearbeitet wird.) Zum Zusammenbau wird
lediglich eine Stichsäge und ein Lötkolben
benötigt, weitere Spezialwerkzeuge sind
nicht erforderlich.
Beim Zusammenbau helfen einige Stiftnä-
gel zum Fixieren der Teile und einige Vier-
kantleisten. Es sollte sorgfältig gearbeitet
werden, damit alle Verbindungen luftdicht
sind. Nachdem das Gehäuse aufgebaut ist,
muß es bedämpft werden. Hier kann man
nichts falsch machen, das gesamte Volu-
men, auch die Mitteltonkammer, wird lose
mit dem Dammaterial aufgefüllt.
Noch ein kleiner Hinweis! Grundsatzlich
kann die Form des Gehäuses abgeändert
werden. Eine Pyramidenform hat sich zum
Beispiel sehr oft bewahrt, rechteckige Ge-
häuse mit parallelen Wänden haben aller-
dings immer Einfluß auf den Klang einer
KEF Lautsprecherbox CS 5
Box. Das vorgestellte Gehäuse ist das Er-
gebnis langer Berechnungen und Versuche
und minimiert diese Einflüsse, andere recht-
eckige Gehäuse werden nicht so gute Er-
gebnisse bringen.
Der Einbau der Chassis und der Anschluß
der Frequenzweiche sollten keine Probleme
aufwerfen, alle Anschlußpunkte sind genau
markiert und den Chassis liegen Schablo-
nen für die Ausschnitte sowie Dichtstreifen
bei.
Und was ist nun der Lohn für die Selbst-
baumühe? „Natürlich, gute Durchzeich-
nung und Auflösung, Stimmenwiedergabe
sehr schön. Sehr genaue Ortung aller
Stimmen und Instrumente. Tolle Baßwie-
dergabe mit straffen und sauberen Tiefbäs-
sen." So urteilt das „Hobby" Magazin im
großen Selbstbauboxen Test (Heft 19/20,
1983) über die KEF CS 7. Die Entwicklung
eines solchen Bausatzes erfordert größte
Erfahrung und beste Meßgeräte. KEF hat
beides. Sie können es nutzen. All dimensions in mm

KEF Lautsprecherbox CS 3
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17 W-75

INTELLIGENZ
STATT
DICKER MAGNETE
Der Magnet ist der Motor des Lautsprechers. Wie beim
Automotor ist nicht die äußere Größe wichtig, sondern
die Leistung. Das DYNAUDIO CENTER-MAGNET-
SYSTEM erreicht bei gleicher Magnetgröße eine Wir-
kungsgradsteigerung von mehr als 100%. Wertvolles
Magnetmaterial wird gespart - die Leistung steigt trotz-
dem. Das merken Sie auch an den günstigen Anschaf-
fungskosten. Intelligenz zahlt sich eben aus. Auch dieses
geniale, einfach herzustellende Magnetsystem wird in
Handarbeit an Präzisionsdrehbänken zu hörbarer
Präzision geformt.
übrigens hat der 17W-75 noch andere intelligente
Besonderheiten:

• PHA-Polymerkunststoffmembrane
aus einem Stück geformt
• belüftetes Magnetsystem
• 75-mm-Schwingspule
• 45u,s Steigzeit
• Hexacoil

[TECHNOLOGY UNLIMITEDj
61
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DYNAUDIO Lautsprecherkombinationen Ein völlig resonanzfreier Tiefbaß mit un-
Die Philosophie der danischen Lautspre- gewöhnlicher Dynamik laßt sich so mit re-
cherspeziahsten Dynaudio durfte wohl lativ kleinen Membrandurchmessern und
mittlerweile jedem Lautsprecherinteressier- Gehauseproportionen verwirklichen
ten gut bekannt sein Durch den Einsatz
vieler Lautsprecherchassis von denen jedes Die technischen Schritte, die wir dazu un-
speziell für einen schmalen Frequenzbe- ternehmen haben nichts mit dem einfachen
reich optimiert wurde, soll in Verbindung Anordnen von zwei hintereinander geschal-
mit Frequenzweichen geringer Sperrwir- teten Baßtreibern zu tun (Doppelbaß-Sy-
kung eine möglichst realistische Wiederga- stem), wie es von einigen anderen Herstel-
be des Musikprogramms erzielt werden lern praktiziert wird Auf diese Weise erhalt
Das Hobby Magazin schreibt im Selbst- man nur fast zufällige Ergebnisse
bau-Lautsprecher Test (Heft 19/20 1983) Bei uns wird das Ergebnis durch konstruk-
über die Dynaudio Kombination DAK tive Maßnahmen bestimmt Eine Vielzahl
4/210 folgendes Tiefbaß en masse, sehr gu- von Parametern müssen berücksichtigt wer-
te Hohenwiedergabe und Auflosung, de- den Wie Volumenverhaltnisse und Mem-
tailreiches Klangbild natürlich, sehr ge- branflachen, elektrische und akustische
naue Ortung Dampfung von Baßlautsprecher und Trei-
ber, Membranmassen, Schwingspulen, Wik-
Ganz offensichtlich ist diese Philosophie
kelbreiten, Impedanzen, Comphance und
erfolgreich und rechtfertigt den Aufwand
Schnelligkeit
einer Vierwegbox Wem dieser Aufwand
noch nicht ausreichend erscheint kann mitt- Nur mit viel Erfahrung und mit äußerst
lerweile eine Box mit sechs Dynaudio Chas- aufwendigen Messungen lassen sich all die-
sis nach dem Innentreiberpnnzip aufbauen, se Parameter, die für Baßchassis und Trei-
mit ca 170 1 Volumen eine recht stattliche ber völlig unterschiedlich sind, bestimmen
Erscheinung Hier zeigt sich die logische Daraus entstehen Chassis mit ganz spezifi-
Konsequenz der Dynaudio Philosophie, je schen Eigenschaften für diesen Einsatzbe-
mehr verschiedene Chassis zum Einsatz reich Ein Compoundsystem mit Standard-
kommen um so besser wird das klangliche chassis aufgebaut, liefert nicht die erwarte-
Ergebnis ausfallen ten Resultate
Umgekehrt zeigen sich allerdings die Gren- Die Abstimmung unseres Compoundsy-
zen der hochspezialisierten Chassis, beim stems ist so diffiziel, daß sie im Nachbau
Einsatz in Zweiweg-Kombinationen und nicht selbst vollzogen werden kann Darum
zum Teil auch bei Dreiweg-Kombinationen bieten wir diese Spezialchassis nicht zur
gibt es sowohl unter klanglichen Aspekten freien Anwendung an
als auch hinsichtlich der Belastbarkeit über-
Allen Versuchen einiger Unbeirrbaren, trotz-
legene Lautsprecherkombinationen (vgl Sie
dem ein Compoundsystem zu bauen, ist mit
dazu bitte auch das Kapitel Subjektive
äußerster Skepsis zu begegnen Quantität
Klangbeschreibungen ) DYNAUDIO Pandora im Baß ist nicht gleich Qualität - auch wenn
Diese Lautsprecherbox mit Innentreiber der Stolz auf die eigene Konstruktion viel-
sollte dabei keineswegs mit einem Dynau- leicht über manches hinweghören laßt
dio Compound-System verwechselt wer- Alle von uns vorgeschlagenen Kombinatio-
den Eine derartige Lautsprecherbox ist mit Sehr geehrter Herr Roemer, nen sind so konstruiert, daß die Ergebnisse
konventionellen Chassis nicht umzubauen betr Stellungnahme Compondsystem reproduzierbar sind Exotische Losungen
Um in diesem Punkt hinreichend Klarheit mögen in der Werbung sehr wirkungsvoll
zu schaffen haben wir W Ehrenholz, Ge- Das Compoundsystem ist eine ideale Mög-
sein, wenn das erwartete Ergebnis nicht ein-
lichkeit, die Baßresonanz völlig zu kontrol-
schäftsführer des deutschen Dynaudio Ver- tritt, ist die Enttäuschung beim Anwender
lieren und somit der Impedanz einen idea-
triebes, um eine Stellungnahme gebeten dafür um so großer
len Verlauf zu geben
Mit freundlichen Grüßen
W Ehrenholz

Dynaudio 30 W 100, neueste Dynaudio Technologie, 100 mm Schwingspule und Centermagnet


bringen höchste Belastbarkeit bei geringsten Verzerrungen
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Mit unserem Wissen durften wir bisher Untwisting all the chains that tie
zahlreichen Kunden bei der Konstruktion The hidden soul of harmony.
MILTON.
ihrer Lautsprecher assistieren
Woher haben wir diese Legitimation''
Das kommt ganz einfach daher Unser I must have hberty
Team (= unser Wissen) faßt die unter- Withal, as large a Charter as the wind,
schiedlichsten Qualitäten in verschiedenen To blow on whom I please.
Personen zu einzig Ihrem Vorteil in einem As You Like It.
Unternehmen zusammen Da ist der HIFI-
FREAK, der immer auf dem neuesten G. A. BRIGGS
Stand ist und alles im Gesamtblick hat,
der THEORETIKER, der spezielle Pro-
bleme zu losen vermag, wenn auch oft nur
mit Hilfe des Computers,
der ENTWICKLER, der immer unzufrie-
den ist und dessen einziges Ziel es ist,
immer weitere Verbesserungen zu finden,
der STRENG KALKULIERENDE KAUF-
MANN, der zu Ihrem Vorteil für gunstige
Preis-Quahtatsrelationen sorgt
Zudem sind wir an fast allen zentralen
Orten der Bundesrepublik mit Niederlas-
sungen vertreten, sodaß Sie an Ort und Stel-
le per Demonstration und Argumentation
beraten werden können Außerdem steht
die Zentrale in Aachen zur Verfugung, die
in jedem Falle alle Probleme koordinieren
kann und für alles gerade steht
Des weiteren stehen uns in mehreren Städ-
ten der Bundesrepublik die modernsten
Meßinstrumente zur Verfugung, sodaß allei-
ne dies, ohne Berücksichtigung unserer, von
uns immer wieder selbst in Frage gestellten
Kompetenz, eine sich immer auf ütai aktu-
ellen Stand der Technik befindtnde ßera-
tungsquahtat garantiert
Dazu kommt eine eifrige Konkurrenz, die
eilfertig versucht, unsere Neuigkeiten zu
kopieren (s Karlson Coupler 1979, Einfuh-
rung von Bauvorschlagen aus fremdspra-
chigen Fachzeitschriften 1978, hochwertige
Luftspulen mit l%iger Toleranz 1980, die
TL 250 Harbeth 1981, unsere ZD-Horn
Serie 1981) und uns damit zu immer weite-
ren Entwicklungen und Verbesserungen
anspornte Alle diese angeführten Grunde
haben unsere Kunden anerkannt und uns
damit die Berechtigung bestätigt, auch für
Sie beratend tatig zu sein

MEMBER OF

THE A

AUDIO ENGINEERING SOCIETY


AUDIO / ACOUSTICS / APPLICATIONS («j
r^

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Skizze des Hörraumes

Je besser wir Ihren Hörraum kennen,


umso besser können wir Sie beraten.
Bitte vergessen Sie nicht,
dieses Blatt mitzuschicken! "But, Muriel, what counls more—furnilure or fidelily?"