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Dino wechselte Zähne wie ein Hai

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November 28,
2019

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So schnell war kein anderer: Ein vor 70 Millionen Jahren in Madagaskar lebender
Raubsaurier wechselte seine Zähne schneller als jeder andere fleischfressende
Dino. Ihm wuchs in jeder Kiefertasche etwa alle 56 Tage ein Zahn nach. Nötig
wurde dies vermutlich, weil Majungasaurus ein Knochenfresser war, der selbst auf
dicken Knochen seiner Beute und auch von Artgenossen herumkaute –
entsprechend schnell nutzten seine Zähne sich ab.

Fleischfressende Dinosaurier waren nicht zimperlich: Tyrannosaurus und Co erlegten


selbst kräftige Beute und viele von ihnen besaßen genügend Bisskraft, um selbst dicke
Knochen zu knacken, wie Fossilfunde und biomechanische Analysen belegen. Häufig
waren die Zähne zudem besonders scharf und spitz, um Fleisch und Sehnen leicht
durchtrennen zu können. Dennoch nutzten sich die Zähne im Laufe der Zeit ab, weshalb
den meisten Raubdinosauriern zu Lebzeiten immer wieder Zähne nachwuchsen.

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Nahansicht der Zähne von Majungasaurus. © Patrick O'Connor/ Ohio University

Blick ins Gebiss eines Raubdinosauriers


Jetzt haben Paläontologen einen Dinosaurier entdeckt, der den Zahnwechsel auf die
Spitze treibt. Der sechs bis acht Meter lange Majungasaurus lebte vor rund 70 Millionen
Jahren im Gebiet des heutigen Madagaskar. Typisch für den auf den Hinterbeinen
laufenden Fleischfresser war ein kurzer, stabiler Kopf mit sehr kräftigen Kiefermuskeln.
Bissspuren an fossilen Knochen dieser Art deuten darauf hin, dass Majungasaurus nicht
nur andere Dinosaurier jagte, sondern auch vor Kannibalismus nicht zurückschreckte.

Wie die Zähne von Majungasaurus dieser Belastung standhielten und wie oft sie
wechselten, haben nun Michael D. D’Emic von der Adelphi University in New York und
sein Team näher untersucht. Dafür analysierten sie die feinen Schichten im
Zahnschmelz, die wie Jahresringe das Alter verraten. Im Gegensatz zu Bäumen bilden die
Dinozähne aber täglich neue Schichten. Zusätzlich suchten sie in den fossilen Kiefern
nach Hinweisen auf nachwachsende Zähne. Beides zusammen erlaubte es den
Forschern, auf das Tempo des Zahnwechsels bei Majungasaurus zu schließen.

Alle 56 Tage ein neuer Zahn


Das überraschende Ergebnis: Der madegassische Raubdinosaurier bildete zwei bis 13
Mal schneller neue Zähne als jeder andere Theropode. Im Schnitt alle 56 Tage wuchs an
jeder Kieferposition ein neuer Zahn heran und schob sich allmählich an Stelle des alten.
Im Vergleich dazu wuchsen dem Tyrannosaurus nur alle paar Jahre neue Zähne nach
und selbst der Allosaurus benötigte für einen Wechsel mehr als ein Vierteljahr.

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„Damit hat Majungasaurus Zahnwechselraten, die mit denen der breitzahnigen
Sauropoden vergleichbar sind“, erklären die Paläontologen. Diese großen
Pflanzenfresser schliffen ihre Zähne durch das Kauen harten Pflanzenmaterials sehr
schnell ab und mussten sie daher häufig ersetzen, wie die Forscher erklären. Auch heute
lebende Haie wechseln ihre Zähne in diesem schnellen Tempo.

Kreidezeitlicher Knochenfresser
Doch warum hatte ausgerechnet Majungasaurus einen so schnellen Zahnwechsel nötig?
D’Emic und sein Team vermuten, dass dieser Fleischfresser besonders häufig und
intensiv auf den Knochen seiner Beute herumkaute. „Es gibt unabhängige Belege dafür
in Form von Kratzern und Kerben an den fossilen Knochen seiner Beutetiere, aber auch
an den Knochen von Artgenossen“, sagt D’Emic. „Sie passen in Größe und Abständen zu
denen von Majungasaurus.“

Das spreche dafür, dass dieser Raubsaurier ein Knochenfresser war, so die Forscher.
Diese Ernährungsweise verschaffte den Raubsaurier zwar zusätzliche Nährstoffe, nutzte
aber seine Zähne überproportional schnell ab. Während der ebenfalls
knochenknackende Tyrannosaurus dafür besonders stabile Zähne entwickelte, setzte die
Natur bei Majungasaurus stattdessen auf schnellen Ersatz. (PloS ONE, 2019; doi:
10.1371/journal.pone.0224734)

Quelle: Adelphi University

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