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CD-Tracks: 1 - 5
.
I TSP I ELEN..
ZU M M
PLAYALONGS

1. Incognito: »Talkin’ Loud«


2. Motörhead: »Overkill«
Hallo zur neuen Folge der Playalongs. Heute bieten wir euch zum Mitspielen einen ›funkigen‹ und
einen ›metallischen‹ Song: »Talkin’ Loud« von der Band Incognito als Playalong für Drummer und für
Percussionisten sowie »Overkill« von Motörhead – ein Grund, mal wieder das Doppelpedal zu ölen!

D ie britische Band Incognito gilt


als wichtiges Mitglied der
Acidjazz-Bewegung. 1981 erschien
»Talkin’ Loud« (Percussion)

ihr Debütalbum »Jazz Funk«. Von


1991 bis 2001 war Incognito das
Flaggschiff des englischen Musikla-
bels Talkin’ Loud. Die aktuelle Be-
setzung besteht aus Jean-Paul
»Bluey« Maunick (vox, g), Matt Co-
oper (keys), Francis Hylton (b), Fran-
cesco Mendolia (dr), Sid Gauld (tr),
Trevor Mires (ps), Jamie Anderson
(sax), Vanessa Haynes, Natalie Wil-
liams und Mo Brandis (vox) und
Joao Caetano (perc). Bei der Band
gingen bis heute viele Musiker ein
und aus, beispielsweise, an den
Drums, Richard Bailey und Gavin
Harrison. Der Titel »Talkin’ Loud«
stammt von der Platte »Positivity«
(1993) und klingt, grob, ein wenig
wie Tower of Power mit Sängerin
und Percussion. Das Stück ist offen-
sichtlich inspiriert von dem James-
Brown-Song »Talkin’ Loud and
Sayin’ Nothing« (1972). Daher
kommt auch der ›funky‹ Groove, der
von der Rhythmussektion lebendig
und dicht angelegt ist, wobei insbe-
sondere die Drums und der Bass ge-
schäftig zu Werke gehen. Genau das
ist die Herausforderung, die »Talkin’
Loud« an den Drummer stellt, näm-
lich trotz des lebendigen und dichten
Spiels mit Sechzehntel-Bassdrum
und Snare-Ghostnote-Figuren den
Fluss beizubehalten. Dabei ist es
nicht unbedingt notwendig, die Bass-
drum konstant mit dem Bass zusam-
menzuspielen. Es genügen Eck-
punkte, da der Bass ja auch recht ver-
spielt agiert und oft variiert wird (s.

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Notation: Die Noten in Klam- »Talkin’ Loud« (Drums)


mern können, müssen aber
nicht gespielt werden). Trotz
aller Beweglichkeit hat der
Groove eine feste Bodenstän-
digkeit. Zum Beispiel fällt der
Snarebackbeat regelmäßig auf
die »2« und »4«. Nicht un-
wichtig sind die mit den Blä-
sern zusammen gespielten Ak-
zente bzw. Hihatöffnungen im
Refrain – beispielsweise unter
dem Wort »something« –
sowie die Stops und Fill-ins,
die scharf akzentuiert kom-
men sollten und ein Teil der
Form sind (s. Notation). Das
Stück sollte energievoll und
akzentuiert gespielt werden.
An den Drums saß bei der Stu-
dioaufnahme Richard Bailey,
der u.a. bei dem Jeff-Beck-
Album »Blow by Blow« für
die Grooves sorgte.
José J. Cortijo hat auf dem
Playalong wieder die Percus-
sion eingespielt, und daher
gebe ich jetzt das Wort an ihn
weiter: »Die Besetzung von
Incognito wurde häufig ge-
wechselt, und so haben im
Laufe der Zeit verschiedene
Percussionisten, u.a. mein ge-
schätzter Kollege Martin Ver-
donk, in der Band gespielt. Es
gibt verschiedene Aufnahmen
von ›Talkin’ Loud‹, mal ohne
und mal mit Percussion. Wenn
Percussion dabei ist, dann
werden die Congas mit einem
durchgehenden Sechzehntel-
groove eingesetzt. Damit
legen sie den rhythmischen
Teppich als Basis für die typi-
schen ›brass funky kicks‹. Im
Prinzip spielen die Congas
›nur‹ das Timing durch. Trotz-
dem gibt es immer wieder
Kicks (Akzente), die mitge-
spielt werden sollten, was
beim Tempo des Songs eine
Herausforderung werden
kann. Wie die Notation zeigt,
spielen die Congas fast den
ganzen Song lang einen Tum-
bao ohne Variationen. Nur
acht Takte vor dem ersten Re-

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»Overkill« (Drums)
PLAYALONGS

frain gibt es eine kleine Steigerung,


in der ein paar Variationen in den
Rhythmus integriert werden. Achtet
hier auf den vorgegebenen Handsatz.
Eine weitere, kleine Variation gibt es
am Ende des vierten Taktes im zwei-
ten Refrain. Damit können wir jedes
Mal den ›Bläser-Kick‹ leicht und
ohne Unterbrechungen in unseren
Rhythmus übernehmen. Noch eine
Anmerkung: Im Song solltet ihr nach
jedem Break den Tumbao – so wie
bei Takt drei – mit einem Open-Tone
anfangen. Damit es keine Missver-
ständnisse zum Beispiel bei Wieder-
holungen gibt, habe ich aus Notati-
onsgründen nach bestimmten Breaks
einen Palm anstelle eines Open-Tone
am Anfang des Rhythmus’ notiert.
Ich wünsche euch viel Spaß damit!«
(José J. Cortijo)

Motörhead wurde 1975 von Sän-


ger und Bassist Ian »Lemmy« Kilmi-
ster gegründet und vereint Einflüsse
aus Punk, Hardrock, Rock ’n’ Roll
und Metal. »Overkill« ist das zweite
Studioalbum der Band und wurde am
24. März 1979 veröffentlicht. Es er-
hielt in Großbritannien 1981 Silber-
status für 60.000 verkaufte Einheiten
und stellte den kommerziellen
Durchbruch der Band dar. Die aktu-
elle Motörhead-Besetzung besteht
aus »Lemmy« Kilmister (vox, b),
Philip »Wizzo« Campbell (seit 1983,
g) und Mikkey Dee (seit 1992, dr).
Auf der Studioversion von 1979
trommelte Phil Taylor. Noch heute ist
»Overkill« live bei den Fans eines der
beliebtesten Stücke, nicht alleine wegen soll. Achtet auf die nahezu maschinelle ter oder leiser gedreht werden. Unsere
des oft wiederkehrenden, treibenden Dou- Präzision der Doublebassdrum bzw. des Playalongs wurden von folgenden Musi-
blebassdrum-Groove-Intros und des gesamten Drumtracks, die nur in den drei kern eingespielt: Michael Baum (g, (1, 2),
Drumsolos von Mikkey Dee. Sein Drum- ›Outros‹ unterbrochen wird – der Song b, vox (2)), Kerstin Pfau (vox (1)), Bri-
ming überaus kraftvoll, treibend, ohne beginnt mehrmals von vorn mit dem gitte Volkert (keys, (1)), Cord Kunze (b
Schnörkel geradeaus, »right in the face«. Schlagzeuggroove, was die Band bei live (1)), Gernot Dechert (sax, (1)), José Cor-
Doublebassdrums oder Doppelpedal sind Auftritten übrigens bis zum Exzess wie- tijo (perc (1)) und Manni von Bohr (dr (1,
hier ein Muss, und gerade für Drummer, derholt. Zu beachten sind auch die Ak- 2)). Unter drumsundpercussion.de stehen
die mit dem Doppelpedal (oder mit zwei zente, die mit der Gitarre mitgespielt wer- die Noten als PDFs zum Download zur
Bassdrums) angefangen haben, ist dieser den sowie die Free-Form bei den ›Stops‹ Verfügung. Fragen/Vorschläge bitte an
Song Pflicht. Für diejenigen, die mit alle- bzw. ›Endings‹. Und Achtung: Der Dou- unsere E-Mail-Adressen.
dem schon routinierter sind, macht es ein- blebass-Groove beginnt immer auf der Manfred von Bohr
fach Spaß, durch die Nummer zu jammen. zweiten Sechzehntel, der »1e«. Na dann,
WWW

Das Stück ist nicht zu unterschätzen, denn viel Spaß mit dem Doppelpedal!
der Song braucht Kondition, wenn er mit Der Click ist auf eine Seite gelegt und jjcortijo@me.com
der gebotenen Power gespielt werden kann daher mit dem Panoramaregler lau- mvbohr@aol.com

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