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Die Germanen

Die Germanen kamen aus Skandinavien und Norddeutschland und siedelten in der norddeutschen Tiefebene.
Sie widmeten sich dem Ackerbau und der Viehzucht, sie waren Bauern und nicht so entwickelt wie di Römer
und die Griechen. Sie lebten in der sogenannten Sippe, einer Art Groβfamilie. Die skandinavische Edda, eine
Sammlung von Götter- und Heldenliedern, enthält die germanische Mythologie.

Hier waren Götter und überirdische Wesen (Walküren, Riesen und Zwergen). Ab dem 4. Jahrhundert fanden
die Völkerwanderungen statt, d.h. die Germanen zogen durch Europa, um bessere Siedlungsgebiete als ihre
nördliche Heimat zu suchen. In dieser Zeit hatten sie Kontakte zum Christentum und Bischof Wulfila (311-83)
übersetzte die Bibel ins Gotische. Das war das älteste germanische Literaturwerk.

Das Mittelalter

Im Mittelalter unterscheidet man drei Perioden: Frühmittelalter, Hochmittelalter, Spätmittelalter.

Im Frühmittelalter (ca. 750-1150) christianisierte Karl der Groβe Deutschland. Daraus entstand das Heilige
Römische Reich Deutscher Nation, das aus groβen Teilen Deutschlands, Frankreichs und einem Teil Italiens
bis Rom bestand. In dieser Zeit wurde Althochdeutsch gesprochen und die Literatur hatte einen geistlichen
Charakter. Karl der Groβe unterstützte die Kultur, d.h. Kunst, Wissenschaft und die Verbreitung der
lateinischen Sprache. Die Klöster waren die Zentren des kulturellen Lebens und des literarischen Schaffens.

Das Hochmittelalter (1150-1250) bezeichnet man auch die Stauferzeit mit der Figur von Friedrich I.
Barbarossa. Die Fürsten wurden mächtiger und bekamen viele Privilegien: das führte zur Entstehung der
Fürstentümer. Friedrich II(1194-1250), Barbarossas Enkel, wuchs in Palermo auf und 1220 wurde er zum
Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. So wurde Italien das Zentrum des Reichs.
Im Mittelpunkt dieser Zeit war das Rittertum und die ritterliche Dichtung mit ihren ritterlichen Idealen: das
Kämpfen, der Schutz der Frauen und der Schwachen, die Treue, die Minne, d.h. die Verehrung einer Frau,
meist einer Edelfrau. Mittelhochdeutsch war die Sprache.
Im Spätmittelalter (1250-1500) wurden die Städte zu Zentren der Wirtschaft und der Kultur. Aus
wirtschaftlichen Gründen entstand die sogenannte Hanse, d.h. ein Bund von über 160 Städten, z.B. Hamburg,
Bremen, Lübeck. Die Sprache war das Neuhochdeutsch, in der Literatur herrschte die bürgerliche Dichtung.
Typische Gattungen waren der Meistergesang, das Mysterienspiel, das Volkslied.

Das Hildebrandslied ,(Frühmittelalter,) ist ein Fragment aus dem 9. Jahrhundert eines Heldenliedes und steht
als Beispiel für die Heldendichtung. Der Kampf zwischen Hildebrand und Hadubrand, Vater und Sohn,
symbolisiert den Kampf zwischen den Werten Vaterliebe und Kriegerehre.

Wolfram von Eschenbach war der bedeutendste Dichter des Hochmittelalters. Sein Hauptwerk war der
Versroman Parzival, dessen Stoff aus der Artussage und aus der Sage vom Graal zurückgreift.

Im Versroman Tristan und Isolde will Gottfried von Straβburg, der bürgerlicher Herkunft war, die Macht und
die Zauberkraft der Liebe betonen.

Der Minnesang ist für das Hochmittelalter kennzeichnend und ist der provenzalischen Troubadourdichtung
ähnlich, die sich im 12. und im 13. Jhdt in Frankreich entwickelte. Der Minnesänger ist gleichzeitig Dichter,
Ritter, Komponist und Musikant. Die Frau verkörperte für den Minnesänger ein hohes, unerreichbares Ideal.
Er stand im Dienste einer verheirateten Frau. Einige Minnesänger widmeten sich hingegen einer
sogenannten niederen Minne, d.h. eine leidenschaftliche Minne für ein unverheiratetes Volksmädchen.
Beispielhaft steht Walther von der Vogelweide mit dem Gedicht Unter der Linde an der Heide dar; in
diesem Gedicht sind die Motive volkstümlich und die Frau ist ein Mädchen aus Fleisch und so wird der
Begriff von Liebe revolutionär: d.h. Liebe wird als Zusammenhang der Herzen, körperlicher Leidenschaft und
Erfüllung verstanden.

Humanismus und Reformation

Um 1300 entwickeln sich stark die Städte, die zu Zentren der Kultur und der Wirtschaft werden. Das
Rittertum erlebt seinen Verfall. In Deutschland beginnt der Frühhumanismus: die ersten deutschen
Universitäten entstehen, z. B. 1348 in Prag; die Bildung verbreitet sich immer mehr. Wichtige Ereignisse
finden statt : 1492, mit der Entdeckung Amerikas kennzeichnet man den

Beginn der Neuzeit; 1450 erfindet Johannes Gutenberg die Buchdruckerkunst, die die Verbreitung der
humanistischen Kultur startet. Das Individuum, -und nicht mehr Gott-, steht im Mittelpunkt der Neuzeit.

Politisch erlebte Deutschland eine schwierige Situation, denn es hatte keine zentrale Macht und das Land
war in vielen Fürstentümern zersplittert. Im feudalen Gesellschaftssystem wurden die Bauern stark
unterdrückt, sie rebellierten mehrmals und dies führte zum groβen Bauernkrieg von 1525. Die Reformation
mit Martin Luther ereignete sich auch in dieser gespannten Zeit. Luther war gegen den Ablasshandel der
säkularisierten Kirche. Auch viele Fürsten standen an der Seite Luthers gegen die römische Kirche, so wurde
der Kampf auch politisch. Die Reform Luthers brachte zur Spaltung zwischen Katholiken und Protestanten.
Durch den Augsburger Religionsfrieden (1555) wurde die politische Gleichberechtigung von Katholiken und
Protestanten festgelegt. Die sogenannte Gegenreformation, die in Bayern entstand, war gegen jede Form
der Häresie, die durch die Inquisition kontrolliert wurde.

Im kulturellen Gebiet herrscht in der Neuzeit das Vorbild der Antike, d.h. die griechische und römische
Kultur stellte die höhere Bildung dar. In der Renaissance wollte man Werke in jeder Kunstart nach dem
Modell der Antike und ihren Kunstgesetzen schaffen. Die Literatursprache war Latein, eine Sprache die nur
die Gelehrten beherrschten.

M. Luthers (1483-1546) wichtigstes Schaffen war die Bibelübersetzung (1534) ins Deutsche. Sein Ziel war
dabei die Wiederherstellung der Wahrheit in der Kirche, deswegen benutzte er die griechischen und
hebräischen Urtexte. Er mischte die sächsische Kanzleisprache mit der Sprache des Volkes, um eine Bibel für
das Volk zu schaffen. So wurde die Bibel zu einem Volksbuch, das in jedem deutschen Haus war. Luther
schrieb auch Kirchenlieder zur Vermittlung der christlichen Lehre und zur aktiven Beteiligung und Fabeln, die
in den Familien gelesen wurden, um daraus eine moralische Lehre zu entnehmen.

Der Barock

Der Dreiβigjährige Krieg (1618-1648), der aus der Spaltung zwischen Katholiken und Protestanten ausbrach,
war für Deutschland katastrophal. Der ursprüngliche Glaubenskrieg war eigentlich ein Krieg der Groβmächte.
Groβe Teile der Bevölkerung starben, auch durch die Pest, die Städte wurden zerstört, die Landwirtschaft
vernichtet. Der Westfälische Frieden (1648) setzte dem Krieg ein Ende. In Deutschland war eine schwierige
politische Situation wegen der Anarchie der deutschen Fürstentümer. Es kam öfter zu Bauernaufständen
und zur Aberglaubenkultur, (Hexenjagd). Der französische Hof von Ludwig XIV in Versailles wurde zum
Vorbild für alle Fürstenhöfe Deutschlands und in ganz Europa sah man Frankreich als maßgebendes
kulturelles Vorbild.

In der Literatur heiβt das Wort Barock: Vorliebe für Ornamente, Bewegung und Üppigkeit. Dieser Kunststil
verbreitete sich in ganz Europa und ging um 1770 zu Ende. Viele deutsche Gelehrte kämpften gegen die
Nachahmung französischer Vorbilder und gründeten 1617 in Weimar die Fruchtbringende Gesellschaft, um
die reine deutsche Sprache wieder herzustellen. Kennzeichend für die barocke Literatursprache sind
rhetorische Figuren, das Hauptthema der Gedichte war die Vergänglichkeit des Irdischen, (Vanitas). Der
Schelmenroman vertritt den Höhepunkt des Barockromans, wo die Lebensbedingungen der armen Leute
beschrieben werden. Die Hauptfigur ist der Picaro, der die Reichen ueberlisten/austricksen kann. Beispielhaft
ist Cervantes mit seinem Don Quijote.

Die Aufklärung

Deutschland war im 18. Jahrhundert in vielen verschiedenen Herrschaftsformen zersplittert, so kann man
von Kleinstaaterei sprechen. An den Höfen folgte man dem Modell vom Hof in Versailles. Diese Situation
verursachte die späte politische und wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands zum Nationalstaat. In dieser
Zeit spricht man vom aufgeklärten Despotismus, d.h. der Rationalisierung des Staates. Friedrich II.(1712-86)
in Preuβen verkörperte den aufgeklärten Despotismus, die Staatraison war ihm am wichtigsten und sein
Reich wurde vergröβert. Er war auch ein Literat und liebte die Kultur. In Religionssachen war er tolerant und
machte wichtige Reformen: Abschaffung der Folter und Schulpflicht für Kinder. Sehr stark war die
Verbindung mit dem Adel.

Maria Theresia (1717-80) war habsburgische Kaiserin. Nach ihrer Staatsauffassung hatte der Herrscher die
religiöse Pflicht. Sie schuf ein zentralisiertes Justizsystem und machte viele Reformen.

Joseph II., der Sohn von Maria Theresia, führte die Abschaffung der Leibeigenschaft und die
Gleichberechtigung der Glaubensbekenntnisse.

In der Aufklärung setzte sich in Frankreich der Rationalismus durch und somit wurde die Vernunft als
einziges Mittel der Erkenntnis. René Descartes war der Begründer des modernen Rationalismus in
Frankreich. Voltaire (1694-1778) war der gröβte Intellektuelle des 18. Jahrhunderts. Er lebte viele Jahre am
Hof Friedrichs des Groβen und kämpfte für die Vernunft, die Toleranz und die Humanität und gegen
Aberglauben und den Missbrauch der absolutistischen Macht.

Für den englischen Empirismus stammt die Erkenntnis aus der Sinneswahrnehmung. Der vertretende
Philosoph war John Locke (1632-1704). J. Addison und R. Steele sind die Begründer des modernen
Journalismus, denn sie machten in ihren Wochenschriften systematisch Gesellschaftskritik.

In Deutschland setzte der Philosoph G.W. Leibniz eine optimistische Weltbejahung durch, nach der unsere
Welt die beste sei, wo Harmonie zwischen Mensch und Gott und Geist und Materie herrscht. Das schreibt er
in seinem Werk Die Theodizee (1710). I. Kant proklamiert den freien Gebrauch der Vernunft, besonders in
Fragen der Religion und in der Kritik an der Kirche. Er überwindet aber auch die rationalistische Theorie der
Aufklärung, indem er sie in Frage stellt.

Auch in der Literatur ist das logische Vernunftsdenken der rote Faden, so soll sie belehren und erziehen.

G.E.Lessing (1729-81) ist der wichtigste Vertreter der Aufklärung und als solcher strebt er nach Erkenntnis,
Wahrheit und Freiheit und kämpft gegen Intoleranz und politische Tyrannei. Er schrieb viel, obwohl er sich
schlieβlich dem Theater widmete. Er ist für seine Fabeln berühmt, die eine starke Kritik an der Gesellschaft
enthalten. Hauptfiguren sind hier Tiere, die Charaktereigenschaften von Menschen haben. Leser oder Hörer
sollen die Fabel entschlüsseln.

Die Hauptbegriffe vom Schauspiel in Versen Nathan der Weise Lessings (1779) sind Toleranz und Humanität
gegen Andersgläubige. Er war für eine aufgeklärte Vernunftreligion, d.h. für ihn sind alle Religionen
gleichwertig, ihre Glaübigen sollen mit Tugend und Menschenliebe handeln. Das ist der Stoff von der
Ringparabel in Nathan der Weise. Die Geschichte spielt zur Zeit des dritten Kreuzzuges (1189-92), als die drei
monotheistischen Religionen gegeneinander kämpften und es geht um die Frage nach der wahren Religion.
Der Sturm und Drang

Um 1770 entwickelte sich der Sturm und Drang, eine literarische Jugendbewegung, die eine Weiterführung
von der Aufklärung war. Ihre Hauptmerkmale waren: Natur, Gefühl, Fantasie, Leidenschaft und Freiheit. Das
dauerte zirka zwanzig Jahre (1767-1785). Die jungen Autoren waren zwischen 20 und 30 Jahre alt und
bezeichneten sich als „Originalgenies“ . Sie waren gegen jede Form der bestehenden Ordnung. Durch die
Jugendwerke Goethes und Schillers wurde der Sturm und Drang besonders bedeutungsvoll in der Geschichte
der deutschen Literatur. Nach dem Philosophen J.G.Herder ermöglichen das Gefühl und die Leidenschaft das
Schaffen wahrer Kunst. In der Sammlung Stimmen der Völker in Liedern preist Herder die unverfälschte
Natürlichkeit der verschiedenen Völker aus den verschiedensten Ländern auf der Welt.

J.W.von Goethe (1749, Frankfurt am Main) schrieb als Stürmer die Hymne Prometheus (1772-1774), wo die
Verabsolutierung des Ichgefühls beherrschend ist. Der Titan, Prometheus, rebelliert gegen jede Art Gesetz
und Autorität und wird zum Symbol des Sturm und Drang. Die Ballade Erlkönig stammt aus Herders
Übersetzung des Volksliedes Erlkönigs Tochter. Es geht um die tragische Geschichte von einem kranken Kind,
das am Ende stirbt. Die Ballade ist reich an Symbolen. Mit dem Briefroman Die Leiden des jungen Werthers,
1774 erschienen, wird Goethe nicht nur in Deutschland und Europa, sondern in der ganzen Welt populär, es
bestand sogar eine Werthermode, in Kleidung und Lebensstil und verursachte eine Selbstmordwelle. Das ist
ein Liebesroman, der tragisch endet. Die Liebesgeschichte zwischen Werther und Lotte, einem natürlichen
naiven Mädchen, bleibt unverwirklicht. Darüber schreibt Werther in einigen Briefen an seinen Freund
Wilhelm. Im Roman sind autobiographische Züge erkennbar. Hier treten viele Elemente des Sturm und Drang
besonders stark in den Vordergrund: die Gefühle, das Verhältnis vom Protagonisten zur Natur, die Welt der
Fantasie.

Die Weimarer Klassik

Die Weimarer Klassik stellt die höchste Entwicklung der deutschen Literatur dar, sie erlebt drei Phasen:

1. Goethes erstes Aufenthalt in Weimar 81775-85,

2. Goethes Reise nach Italien (1786-88),

3. Die Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Goethe und Schiller (Hochklassik (1794-1805).

In der Geschichte waren dies die wichtigsten Begebenheiten: die Französische Revolution (1789), die
Verkündung der Menschenrechte, liberté, fraternité, egalité, Napoleon Kaiser der Franzosen, das Ende des
Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation (1806). Das Humanitätsideal der Renaissance und das klassische
Kunstideal werden in der W. K. wieder aufgenommen. J.J.Winckelmann war der Initiator der deutschen
Klassik, indem man den Geist der griechischen Kultur nachahmen sollte. Es war die Blütezeit der Literatur
und der Musik.

Auf seiner Reise nach Italien, besonders in Rom, konnte Goethe die Kultur der Antike bewundern und sich
für Aspekte wie: das klassische Ebenmaβ, die Harmonie der einzelnen Teile und die Einfachheit, begeistern.
Als Übergang vom Sturm und Drang zur Klassik gilt das Gedicht Wandrers Nachtlied (1776), das als
Abschiedslied von den leidenschaftlichen Gefühlen der Jugend und als Bedürfnis nach neuen Werten zu
verstehen ist. Wilhelm Meisters Lehrjahre (1795-96) ist ein Bildungsroman. Goethe beschreibt die
Entwicklung der Persönlichkeit eines Menschen, Wilhelms, von der Jugend bis zur Reife, durch die
Erfahrungen vom Schönen und Nützlichen: beide Aspekte zusammen können einen Meschen zu wahrer
Humanität führen. Der Roman enthält das berühmte Gedicht Mignon, wo Goethe die südliche Landschaft
Italiens preist. Mit dem Drama Faust befasste sich Goethe in seinem Leben 60 Jahre lang. ES besteht aus zwei
Teilen und der Prolog im Himmel ist die Einführung in die Geschichte. Es geht hier um die Wette zwischen
dem Herrn (Gott) und Mephistopheles, um die Seele Fausts.

Friedrich Schiller (1759-1805) war zusammen mit Goethe überzeugter Klassiker. Merkmale seiner Kunst
waren Wahrheit, Schönheit und Sittlichkeit. Als Beweis für die Freundschaft mit dem Freiheitsdichter
Theodor Körner schrieb Schiller die Hymne An die Freude, deren Haupthemen Brüderlichkeit, Freundschaft
und Liebe sind.

Die Romantik

Napoleon wurde 1804 Kaiser der Franzosen. 1807 wurde Preussen von ihm besiegt, so bekam er die
Kontrolle über den ganzen deutschsprachigen Raum. Nach der Niederlage Napoleons fand der Wiener
Kongress statt und die Herrschaft der konservativen Monarchien wurde in Europa wiederhergestellt. Die
deutschen Länder wurden im Deutschen Bund zusammengeschlossen, der aus 41 Staaten bestand. Dieser
Bund war schwach.

Am Anfang des 19. Jahrhunderts beginnt die Romantik in Deutschland. Sie bildete die Basis für die
Entwicklung des Nationalgefühls. Die Romantiker sahen das Mittelalter als den Anfang der deutschen Nation,
sie standen in Gegenposition zur Aufklärung, sie lehnten die mechanische und rationalistische
Weltanschauung der Aufklärer ab und betonten andere Aspekte: die Bedeutung der Empfinsamkeit, die
Einheit von Natur und Geist, das Fantastische und das Wunderbare.

Die drei Phasen der Romantik waren:

Frühromantik, (1796-1804), sie entwickelte sich in Jena und ihre Hauptvertreter waren die Brüder Schlegel
mit der Zeitschrift Athenaeum (1799).

Hochromantik, (1805-15), sie entwickelte sich in Heidelberg. Besonderes Interesse wird nun dem Mittelalter
und der Volksdichtung gewidmet. Hauptvertreter dieser Phase waren die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm.

Spaetromantik, (1815-48), sie entwickelte sich in Berlin. Hauptvertreter sind:m E.T.A. Hoffmann und Joseph
von Eichendorff.

Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, als Dichter mit dem Namen Novalis bekannt, wurde 1772 geboren
und bekam zu Hause eine pietistische Erziehung. Das Philosophiestudium, die religiös geprägte Ausbildung,
die Novalis im Elternhaus bekam, die Freundschaft mit Dichtern und Philosophen, aber auch die Kenntnis der
Unterwelt, durch die Tätigkeit in den Salzbergwerken, waren Erfahrungen, die Novalis’ Weltanschauung stark
beeinflussten. Die geheimnisvolle Nacht, die aber unheimlich ist, die vertraute Dunkelheit, in der sich der
Geist zu Hause fühlt, der Tod als Metapher des Űbergangs in eine neue wahrhafte Welt und die Suche nach
einem unerreichbaben Ideal, sind die Themen von Novalis’ Dichtung, die reich an Symbolen und Metaphern
ist und in einer musikalischen begeisterten Sprache zum Ausdruck kommen.

Jakob und Wilhelm Grimm studierten Jura. Im Jahre 1812 veröffentlichten sie den ersten Band der Grimms
Märchen: eine Sammlung von Kinder und Hausmärchen. Die Brüder Grimm sind nicht nur die Sammler und
Herausgeber der Kinder und Hausmärchen. Mit ihrer Arbeit am Deutschen Woerterbuch gelten sie auch als
die Begründer der Germanischen Philologie.

Die Sterntaler ist ein kurzes Märchen, von den Brüdern Grimm. Hauptfigur ist ein Mädchen, das als Symbol
für den christlichen Menschen gilt. Das Mädchen ist den Armen und den Bedürftigen gegenüber sehr
großzügig, obwohl es sehr arm ist und nichts hat. Am Ende wird es dafür vom Himmel belohnt.
In England erreichte die Romantik ihren Höhepunkt in den Gedichten von Samuel Coleridge, William Byron,
John Keats, Percy Wordsworth, George Bysshe Shelley und in der sogenannten Gotic novel. Die Merkmale
der englischen romantischen Bewegung sind in der Vorrede zu den Lyrical Ballads von William Wordsworth
und Samuel Coleridge erkennbar: die Dichtung als Ausdruck der Seele, die Bedeutung des Gefühls und der
Intuition, die Freiheit der Vorstellungskraft.

Die deutsche Romantik wurde in Frankreich durch Madame de Stäel verbreitet. Sie machte aber einen
Fehler, in ihrem Aufsatz De l’Allemagne stellte sie den Sturm und Drang der Romantik gleich. Sie zog auch
einen Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich wo sie sagte:..”In Frankreich gilt die Klarheit für einen
der bedeutendsten Verdienste eines Schriftstellers….dagegen erfreuen sich die Deutschen der
Finsternis…”Wichtige Vertreter der Romantik in Frankreich waren: Stendhal, Victor Hugo und
Chateaubriand.

In Italien entstand die Romantik in enger Verbindung mit den Idealen von Freiheit und Unabhängigkeit des
Risorgimento. Ugo Foscolo gilt als die ideelle Brücke zwischen Klassizismus und Romantik. In den Werken
von Alessandro Manzoni verschmelzen Romantik, Katholizismus und Spiritualismus. Sein Roman I Promessi
Sposi ist ein historischer Roman, (Walter Scott). Giacomo Leopardi entwickelt in seinen Werken eine eigene
pessimistische Auffassung der Natur und ein Streben nach dem Unendlichen.

Restauration und Vormärz

Nach dem Wiener Kongress haben wir wieder die Herrschaft der Monarchien in ganz Europa. Die
konservativen Mächte, die in Deutschland von den Fürsten vertreten waren, bekämpften die liberalen und
nationalen Revolutionären. Die Revolutionären organisierten sich in Burschenschaften die aber im Jahre
1819 verboten wurden. Von 1830 bis 1848 herrschte in Frankreich, und verbreitete sich auch in Europa, die
Julirevolution: die bekannteste liberale Gruppe war der Geheimbund namens “Junges Deutschland”.
Gleichzeitig begann die Industrielle Revolution in Deutschland. Um 1848, nach der Märzrevolution, fanden in
ganz Deutschland demokratische Wahlen statt.

In der Literatur war das “Junge Deutschland” eine Vereinigung von meistens jüngeren Schriftstellern die
Demokratie und deutsche Einheit zum Ziel hatten. Die Schriftsteller des Vormärz schrieben für das Recht auf
Freiheit der Bürger, für eine demokratische Verfassung und gegen die absoluten Herrscher. Im Jahre 1835
wurden ihre Schriften verboten und die zwei Hauptvertreter dieser Bewegung: Georg Büchner und Heinrich
Heine, gingen ins Exil.

Heinrich Heine wurde, wegen seiner kritischen Haltung gegenüber dem zeitgenossischen politischen System
und wegen seines jüdischen Glaubens, von vielen Deutschen abgelehnt und verbrachte die letzten Jahre
seines Lebens im Exil.

Als Dichter gilt Heine als Spätromantiker. Er wird als letzter Dichter der Romantik und zugleich als deren
Űberwinder angesehn. Seine Gedichte haben nämlich oft die Merkmale der Volksdichtung, sind aber durch
einen ironischen Ton charakterisiert.

Heines Gedicht Die Loreley (1827 veroeffentlicht), basiert auf einer Sage, die im 19. Jahrhundert vielen
Dichtern als Grundlage für ihre Gedichte diente. Heines Loreley ist aber die berühmteste. Der Sage nach sitzt
eine Seejungfrau auf einem Felsen, in dessen Nähe viele Schiffe verunglückt sind. Die Seejungfrau lockt
durch ihre Schönheit und ihren schönen Gesang viele Seefahrer an und verursacht ihren Tod. Das Gedicht
beschreibt diese Seejungfrau: Sie verkörpert eine böswillige und verführerische Frau. Hauptthema ist hier die
Angst des Mannes vor der Frau und vor der Verlockung, die die Frau für den Mann darstellt. Loreley
verkörpert aber auch die romantische Dichtung und Poesie, also etwas das irreal und auch sehr gefährlich ist,
denn das viele Phantasieren der Schiffer wird ihren Tod verursachen, weil sie die Felsen die vor ihrer Route
stehen nicht beachten werden und nur dem Gesang der Loreley zuhören. Es wird auch die romantische
Stimmung der abendlichen Rheinlandschaft beschrieben. Die Sprache ist einfach und elegant.

Die Moderne

Bismarck wurde 1888 von Kaiser Wilhelm II. entlassen. Danach begann der Kaiser seine Kolonialpolitik. Von
1888 bis 1904 wurden verschiedene Länder Afrikas, Asiens und Ozeaniens kolonialisiert. Es gab einen
riesigen Aufschwung der industriellen Entwicklung aber die Industrialisierung brachte große Probleme und
soziale Konflikte zwischen dem Bürgertum und dem Proletariat. In der Habsburgischen Donaumonarchie
regierte von 1848 bis 1916 Franz Joseph I, aber das Reich war sehr groß und es war schwierig es
zusammenzuhalten. 1914 wurde sein Thronfolger in Sarajewo ermordet. Deutschland und Österreich
erklärten Serbien den Krieg. Der Erste Weltkrieg brach aus.

An der Wende zwischen dem 19. Und dem 20. Jahrhundert gab es gleichzeitig verschiedene Bewegungen,
wie den Realismus, den Naturalismus, den Symbolismus, den Impressionismus und andere Strömungen.
Der Naturalismus ist mit dem Realismus verbunden, aber die Naturalisten waren viel radikaler als die
Realisten. Zentrale Themen des Naturalismus waren die Großstadt, die Massenarmut, der Alkoholismus und
die Kriminalität (Milieutheorie von Emile Zola). Das Drama ist die wichtigste Gattung. Die wichtigsten Werke
des deutschen Naturalismus sind: Die Novelle Bahnwaerter Thiel (1888) und das Drama Die Weber (1893),
beide von Gerhard Hauptmann. Der Symbolismus entwickelte sich als Gegenbewegung zum Naturalismus.
Die Autoren distanzierten sich von der Wirklichkeit und Emotionen und Gefühle traten in den Vordergrund.
Der Symbolismus begründete eine Poésie pure, die über dem Leben stand. Ein weiteres Prinzip ist L’art pour
l’ art, das heißt, dass eine poetische Sprache durch Symbole geschaffen werden muss, die die Wahrheit
ausdrücken kann. In Deutschland waren die bedeutendsten Symbolisten Rainer Maria Rilke und Stefan
George. Der Impressionismus hat den Zweck, die subjektiven Eindrücke des Dichters wiederzugeben. Arthur
Schnitzler verwendete zum ersten Mal die Technik des inneren Monologs. Er wurde von Sigmund Freud sehr
geschätzt und gilt als Meister des psychologischen Erzählens.

Rainer Maria Rilke gilt als einer der wichtigsten und einflussreichsten Dichter des 20. Jahrhunderts. Er
schrieb zahlreiche Gedichte. Während seine ersten Gedichte durch den Impressionismus charakterisiert sind,
erfährt sein Stil, nach der Begegnung mit dem Kuenstler Auguste Rodin, eine radikale Veränderung. Er geht
nämlich von einer subjektiven zu einer objektiven Betrachtung der Dinge und der Umwelt über. In der
Sammlung Neue Gedichte (1907-08 veröffentlicht), stellt Rilke eine durch den Krieg zerstörte Welt dar, wo
der Mensch damit kämpft, seine verlorene Identität wiederzufinden. Das Gedicht Der Panther wurde 1902
veröffentlicht. Es bezieht sich auf den Panther, den Rilke in einem botanischen Garten in Paris gesehen hatte.
Es handelt sich um ein Tier, das normalerweise als Inbegriff der Kraft und der wilden Natur betrachtet wird.
Äußerlich scheint der Panther noch ein wildes Tier zu sein, aber innerlich ist er nicht mehr so frei, weil er in
seinem Käfig hilflos und nutzlos geworden ist. Dieses Gedicht ist ein Beispiel für ein Dinggedicht. Darin wird
nämlich der Panther (der Gegenstand dieses Gedichtes) beschrieben, mit dem Zweck, das Ding darzustellen,
als ob es über sich selbst sprechen würde.

Thomas Mann zählt zu den wichtigsten Schriftstellern Deutschlands. Er schrieb über 50 Jahre lang (von1900
bis 1950), vorwiegend Romane und Erzählungen. In den meisten Werken folgte er der literarischen Tradition
der größten deutschen Schriftsteller wie Johann Wolfgang von Goethe und behandelte wiederholt Themen
wie die Rolle des Künstlers, das Bürgertum, der menschliche Geist und die Dekadenz. Nachdem er für seine
Familiensaga Buddenbrucks mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden war, erlangte Thomas Mann
literarischen Weltruhm. Er galt als Vertreter der europäischen humanistischen Kultur, die er durch eine alles
kommentierende und ironische Haltung ausdrückte. Hauptfigur in vielen Werken Manns, ist die des
Künstlers der die psychische und physische Dekadenz verkörpert. Er ist anders als seine Mitmenschen,
meistens mager, schwarzhaarig, mit einem deutsch-lateinischen Namen (z.B. Tonio Kröger). Die körperliche
Krankheit ist die äußere Form einer seelischen Krankheit, einer inneren Dekadenz. Es handelt sich bei diesen
Protagonisten um feinsinnige Ästheten, die nicht fähig sind, das banale Alltagsleben zu akzeptieren. Die
Kunst wird für sie zum Zufluchtsort. Der Tod in Venedig (1912) ist die Geschichte der Vernichtung einer
menschlichen Existenz. Dabei wird eine Reise ins märchenhafte Venedig zu einer Reise in Krankheit und Tod.
Die Hauptfigur der Novelle, - der 50-jaehrige Schriftsteller Gustav von Aschenbach-, verkörpert das Ideal des
Heldentums der Schwäche . Gustav verleugnet alle irrationalen Kräfte seiner Seele; in seinem Leben gibt es
keinen Platz für Gefühle und Leidenschaft. Aber im dekadenten Venedig fällt ihm der 14-jährige Pole Tadzio
auf, der eine vollkommene Schönheit besitzt/darstellt. Diese Schönheit wird auch von der dekadenten Stadt
Venedig verkörpert, wo viele Menschen an Cholera erkrankt sind. Tadzio ist für Aschenbach ein lebendes
Kunstwerk. Aschenbach verliebt sich in Tadzio. Am Ende wird Aschenbach am Strand beim Anblick Tadzios,
der ins Meer hineingeht, sterben.

Die Lebensphilosophie von Friedrich Nietsche (1844-1900) übte einen großen Einfluss auf die Literatur der
Jahrhundertwende aus. In seinem Werk Die Geburt der Tragoedie aus dem Geiste der Musik (1872),
behauptet Nietsche, dass der griechische Mensch erst durch die Kunst, die Tragik und die Absurdität der
Existenz ertragen konnte. Im Gegensatz zum Klassizismus, der in der griechischen Kultur nur die
apollinischen Aspekte erkannte, hob Nietsche die Polarität von zwei gegensätzlichen Elementen hervor: das
Dyonisische und das Apollinische. Nietsche dehnte seine dionysische Lebensauffassung auf die
abendländische Kultur aus und gelangte so zur Theorie des Űbermenschen. Diese Theorie steht im
Mittelpunkt seiner bekanntesten Werke wie z. B. Also sprach Zarathustra (1883-85). Zarathustra verkündet
drei zentrale Wahrheiten: den Űbermenschen, den Tod Gottes und “ die ewige Wiederkunft aller Dinge”. .
Der Űbermensch verkörpert die höchste Form eines gesteigerten Lebensgefühls jenseits des Guten und des
Bösen. In dieser Hinsicht verlieren Metaphysik und Religion jegliche Bedeutung.

In Frankreich gilt Joris-Karl Huysmans (1848-1907) als Stammvater der Dekadenzliteratur. In seinem Roman
A’ rebours (1884) skizziert er mit dem Protagonisten Des Esseintes das Portraet des Dandys, und zwar des
dekadenten Ästheten, der das banale Alltagsleben nicht ertragen kann und in eine wirklichkeitsferne,
raffinierte Kunstwelt füchtet. Paul Verlaine und Arthur Rimbaud führten beide, als poètes maudits, ein
zügellosess Leben. In Italien erfuhr die Dekadenz eine weitere Entwicklung im Roman Il Piacere (1889) von
Gabriele D’Annunzio. Der Protagonist Andrea Sperelli ist das italienische Pendant von Des Esseintes. Sperelli
ist ein raffinierter Ästhet. Er widmet sich einem Schönheitskult, der ihn von der alltäglichen und bürgerlichen
Vulgarität schützen kann. Großes Aufsehen erregte in England, in der Viktorianischen Epoche, der Dichter
Oscar Wilde der sowohl Armut als auch Gefängnis erlebte. Sein The Picture of Dorian Gray (1891) gilt als
Klassiker der Dekadenzliteratur in England. Die ganze Geschichte kreist um das Verhältnis zwischen Kunst
und Leben. Für den schönen Dorian Gray hat das Leben nur im Schönheitskult einen Sinn.

Vom Expressionismus bis zum Kriegsende.

Die Jahre von 1910 bis 1945 sind eine Zeit dramatischer Ereignisse. Sie reichen vom Beginn des Ersten
Weltkrieges bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. 1914 brach der Erste Weltkrieg , als Folge der Ermordung
des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo, aus. Deutschland und Österreich
kämpften gegen Frankreich und Großbritannien , Italien trat im Jahr 1915 in den Krieg ein. Am Ende des
Weltkrieges diktierten die Alliierten Deutschland, im Frieden von Versailles (Juni 1919), harte Bedingungen.
Deutschland war im Jahre 1919 ein verarmtes Land. Die Wahlen, aus dem Jahre 1919, führten zur Weimarer
Republik. Die wirtschaftliche Lage Deutschlands war sehr kritisch: 1923 gab es die große Inflation und 1929
begann die Weltwirtschaftskrise, diese hatte den Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft zur Folge. Aus
einer kleinen rechtsextremen Gruppe entstand die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP),
zu der der junge Adolf Hitler gehörte. Die NSDAP gewann an Zuwachs und bei den Wahlen von 1932 erhielt
sie 32% der Stimmen. 1933 ernannte der Staatspräsident Hindenburg Hitler zum Reichskanzler und es kam
zur Machtübernahme durch Hitler. Am 10. Mai 1933 fand überall in Deutschland die Bücherverbrennung
statt. Die Bücher der als “entartet” bezeichneten Autoren wurden verbrannt. 1933 wurde ein Gesetz gegen
die Juden erlassen. Ab 1935 wurden den deutschen Juden die Bürgerrechte entzogen und in den folgenden
Jahren kam es zu ersten Deportationen in Konzentrationslager. In der Reichskristallnacht (9. November
1938), zerstörten Nazi-Gruppen jüdische Geschäfte und setzten Synagogen in Brand. Ab 1941 arbeitete die
nationalsozialistische Regierung an der Endlösung der Judenfrage. Ab 1942 wurden Juden, aus Deutschland
und aus ganz Europa, in Konzentrationslager deportiert. 1939 brach der Zweite Weltkrieg aus . Deutschland
griff Polen an. Zwei Tage später erklärten Frankreich und Großbritannien Deutschland den Krieg. 1940
besetzten deutsche Truppen Dänemark, Norwegen, die Niederlande, Belgien, Luxenburg und Frankreich.
1940 Schloss Deutschland ein Abkommen mit Italien und Japan. 1943 wurden die deutschen Truppen in
Stalingrad vernichtet und die deutsche Armee kapitulierte in Nordafrika. Am 8. Mai 1945 kapitulierte das
Deutsche Reich.

Die nationalsozialistische Ideologie, die im Zweiten Weltkrieg ihre grausame Verwirklichung fand, war durch
antidemokratische und antisemitische Ideen charakterisiert. Der Nationalsozialismus richtete eine totalitäre
Diktatur ein. Nach dem Prinzip der Űberlegenheit des deutschen Volkes hatte die arische Rasse das Recht,
mit Gewalt Boden in Besitz zu nehmen, um sich Lebensraum zu sichern und die anderen Völker zu
vernichten, (Lebensraum als zentraler Begriff). Es gab keine Meinungsfreiheit, alle Medien dienten dem
Regime und seiner Ideologie.

Die Schriftsteller des Expressionismus waren meistens junge Leute, die in ihren Werken die Ängste des
modernen Menschen ausdrückten. Sie bekämpften den Glauben an den industriellen Fortschritt und den
Glauben an die Technik. Der Mensch steht mit seiner Emotionalität und der Suche nach neuen Formen und
neuen sprachlichen Mitteln im Mittelpunkt. Die Sprache war extrem subjektiv, grammatikalische Normen
wurden nicht respektiert, man verwendete Metaphern und Symbole, Farbsymbolik, ungewohnte Rhytmen,
Neologismen. Wichtiges Merkmal des expressionistischen Stils ist der Simultanstil. Georg Trakl zählt zu den
wichtigsten expressionistischen Lyrikern. Trakl wurde in Salzburg geboren (1887). Seine körperliche und
geistige Gesundheit war, durch ständigen Drogenkonsum, stark angegriffen. Als der Erste Weltkrieg
ausbrach musste er in Galizien Kriegsopfer betreuen. Die schreckliche Erfahrun die er während der Schlacht
bei Gròdek hatte, trieb ihn 1914 zum Selbstmord. In Trakls Gedichten wird die Welt als wunderschön und
magisch dargestellt, aber in dieser schönen und magischen Welt herrschen Grauen und Verzweiflung,
Vergänglichkeit und Tod. Grodek ist Trakls letztes Gedicht. Im ersten Teil des Gedichtes werden die Schlacht
und deren Folgen geschildert: die sterbenden Soldaten werden als “zerbrochene Münder” beschrieben. In
der zweiten Hälfte des Gedichtes werden weitere Folgeerscheinungen des Krieges dargestellt , die die
Zukunft betreffen: Schmerz, Verwundung, Vernichtung und Leid. Das Gedicht zeigt den Kontrast zwischen
Natur und Krieg. Die Farben spielen eine wichtige Rolle: die Natur wird als hell, golden und blau geschildert,
während der Krieg die typischen Farben Schwarz und Rot und allgemein dunkle Farben aufweist. In der Zeit
der Weimarer Republik war die Neue Sachlichkeit die wichtigste Kunstbewegung in der Literatur. Ihr Ziel
war es, sich auf der Suche nach journalistischer Objektivität der Realität zu nähern. Hauptmotive sind die
Erfahrungen de Ersten Weltkrieges und die sozialen Probleme der Großstadt. Alfred Döblin (1878-1957),
gehört zu den wichtigsten Vertretern dieser Bewegung. Er studierte Medizin in Berlin wo er später als Arzt
für Nervenkrankheiten arbeitete. 1933 wurden seine Bücher verbrannt und in Deutscland verboten. Döblin
emigrierte, auch wegen seiner jüdischen Abstammung, nach Paris und 1940 in die USA. Er starb im Jahre
1957 in Freiburg im Breisgau. Mit seinem Roman Berlin Alexanderplatz schuf er den ersten wirklichen
Großstadtroman, der durch die Verwendung von modernen literarischen Techniken gekennzeichnet ist:
pausenlose Monologe mit ununterbrochen assoziierten Bildern und Vorstellungen, Bewusstseinsstrom und
Montage. Döblins Sprachgestaltung war so expressiv, dass sie als “neuer Naturalismus” bezeichnet wurde.
Der Roman Berlin Alexanderplatz beginnt mit der Entlassung von Franz Biberkopf aus dem Gefängnis Tegel,
wo er wegen Todschlags an seiner Geliebten inhaftiert war. Die Stadt hat sich für ihn in vier Jahren stark
verändert. Die großstädtische Umwelt die hier beschrieben wird, wird für Franz zur Gegenspielerin. Ein
starkes Gewicht wird auf das Innere (Gefühle, Gedanken, Erinnerungen) der Perspektivfigur gelegt. Durch
einen ununterbrochenen Monolog werden die Verwirrung und der Schmerz ausgedrückt, die Franz bei
seinem ersten Kontakt mit der Stadt fühlt. Nachdem Hitler 1933 an die Macht gekommen war, mussten die
Werke, die veröffentlicht wurden, den Vorstellungen des Regims dienen. Viele Schriftsteller schrieben für das
Regime und in ihren Werken waren die zentralen Themen: Krieg, Helden, Volksgemeinschaft. Eine zweite
Gruppe von Schriftstellern, wurden als Autoren der inneren Migration bezeichnet (Erich Kästner, Hans
Fallada…). Sie blieben in Deutschland, hatten aber der Regierung gegenüber eine kritische Haltung. Eine
dritte Gruppe von Schriftstellern (Thomas Mann, Alfred Döblin, Bertold Brecht…) emigrierte.

Bertold Brecht war ein Lyriker, ein Erzähler und in erster Linie ein großer Dramatiker. Er starb 1956 in Berlin.
Von Anfang an war sein Lieblingsthema das Schicksal der Unterdrückten und Ausgebeuteten. Brechts erste
Gedichte enthalten die deutliche Absage an den Krieg und die Völkerfeindschaft. Das Gedicht Mein Bruder
war ein Flieger wurde 1937 geschrieben, als Brecht im Exil war. Der Bruder ist praktisch von den
Machthabern gezwungen, als Soldat mitzuhelfen, das Reich der deutschen zu vergrößern. Der einzige Raum,
den der Bruder eroberte, war aber sein eigenes Grab im Guadarramassiv. Die Sierra de Guadarrama ist ein
Gebirge im Nordwesten von Madrid. Das Gedicht bezieht sich auf die Truppentransporte spanischer
Faschisten durch die deutsche Legion Condor (ab Juni 1936) sowie auf den Luftangriff auf Guernica (26. April
1937).

Im Theater von Brecht (Die Dreigroschenoper 1928 , Leben des Galilei 1938-55…) soll der Zuschauer nicht
mitfühlen und mitleiden, sondern betrachten, denken und verstehen. Brecht will die Wirklichkeit
wissenschaftlich darstellen, um sie zu verändern. So darf sein Theater nicht mehr an die Emotionen
appellieren. Das moderne Theater darf den Zuschauer nicht betäuben, es muss ihn hingegen aktivieren. Neu
ist nicht die Idee sondern die Verfremdungstechniken: Die Unterbrechung zwischen den Szenen durch Songs
oder Monologe, Plakate, sowie Diaprojektionen schaffen eine antiillusionistischen Raum und zwingen den
Zuschauer über die einzelnen Szenen nachzudenken. So betrachtet der Zuschauer das Geschehen auf der
Bühne aus kritischer Distanz: Durch die Verfremdundg wird der Zuschauer ein kritischer Betrachter und
Dichter.

Marcel Proust schrieb in den letzten Jahren seines Lebens an einem Monumentalen Werk in sieben
Baenden: A la recherche du temps perdu (1909-22). Es handelt sich um eins der größten literarischen
Experimente, mit dem die Relativitätstheorie aus dem Bereich der Physik in der Literatur umgesetzt wird.
Emblematisch erscheint die Episode der Madeleine aus dem ersten Band Du coté de chez Swann (In Swanns
Welt, 1913). Nachdem der Erzähler eine Madeleine gekostet hat, eine Süßigkeit die ihm die Tante angeboten
hatte, als er ein Kind war, wird er von einer ganzen Reihe von Erinnerungen an vergangene Geschehnisse und
Erlebnisse eingeholt, die ihm sonst unzugänglich gewesen wären.

James Joyce erreicht mit seinem Roman Ulysses(1922) eine damals unvorstellbare Stufe sprachlichen
Experimentalismus. Das erzählte Geschehen spielt sich im Laufe eines einzigen Tages in Dublin ab (16.Juni
1904) und besteht aus einer Reihe von Episoden, die dem Erzählschema der Odyssee Homers ähneln.

Der Rückgriff auf die griechische Mythologie entspricht dem Versuch, dem scheinbaren Chaos der
gegenwärtigen Welt einen Sinn zu geben. Durch die revolutionäre Erzähltechnik des Bewusstseinsstroms
(stream of consciousness) gelang es Joyce den unbewussten Faden der Erinnerungen, Hoffnungen und freien
Assoziationen, in den Gedanken seiner Gestalten zu registrieren, (auch unter dem Einfluss der neuen
Entdeckungen der Psychoanalyse). Italo Svevo war mit Joyce befreundet und wurde sowohl von der
mitteleuropäischen Literatur als auch von Freuds Psychoanalyse beeinflusst. In seinem Hauptwerk, dem
Roman La coscienza di Zeno (1923), schilderte Svevo die Figur des inetto: eines für das Leben nicht
geeigneten Menschen, der unfähig ist, sich irgendwie zu behaupten, und der an von der Psychoanalyse
diagnostizierten Störungen (Neurosen) leidet. Giuseppe Ungaretti, (geboren 1888 in Alexandria, 1970 in
Mailand gestorben), war mit seinr dunklen Lyrik ein führender Vertreter des literarischen Ermetismo. Seine
Gedichte wurden von Autoren wie Ingeborg Bachmann und Paul Celan ins Deutsche übersetzt. “M’illumino
d’immenso” ist das kürzeste und berühmteste Gedicht , mit dem Ungaretti 1917 einen Höhepunkt an
Minimalismus erreichte. Sein Gedicht Fratelli (1916 und 1943) wurde zuerst während des Ersten Weltkriegs
geschrieben, dann während des Zweiten Weltkriegs, mit dem gleichen Titel, wiederaufgenommen und
umgearbeitet. Ungaretti bleibt einer der wichtigsten Vertreter der modernen italienischen Dichtung: Er
drückt sein tiefes Gefühl von Einsamkeit und Leiden mit einer strengen dichterischen Disziplin aus. Mit Luigi
Pirandello vollzieht siche ine grosse Revolution im Theaterwesen. Zum ersten Mal tritt auf der Bühne eine
dialektische Wirklichkeit auf: diese Realität ist vielfältig interpretierbar: Pirandellos Gestalten, sprechen,
diskutieren argumentieren; sie versuchen aus ihrer Einsamkeit zu fliehen um Brücken zu anderen Leuten zu
schlagen. Jeder Mensch bleibt aber einsam hinter jener Maske, die ihm die Anderen auferlegen. In seinem
Drama Sei personaggi in cerca d’autore (1921) realisiert Luigi Pirandello eine radikale Auflösung der
Theatralischen Fiktion. Es handelt sich um ein Theater im Theather.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Deutschland hatte den Krieg verloren. Im Juni 1945 übernahmen die vier Siegermächte: USA, Sowjetunion,
Großbritannien und Frankreich. Die politischen Maßnahmen, auf die sich die Mächte einigten, waren: die
Entmilitarisierung, die Entnazifizierung und die Demokratisierung Deutschlands. Die katastrophale Lage im
Nachkriegsdeutschland wurde durch den Marshallplan verbessert. Dieser Plan war ein Hilfsprogramm für
Europa, das der amerikanische Außenminister George C. Marshall 1947 fuer Europa geplant und verwirklicht
hatte. Als Reaktion beschloss die Sowjetunion, die Verbindung zwischen Westberlin und Westdeutschland zu
blockieren. Űber 2 Millionen Westberliner wurden von den Westmächten durch eine Luftbrücke mit allem
Lebensnotwendigen versorgt. 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet (BRD). Von 1949 an
gab es zwei deutsche Staaten, im Westen eine parlamentarische Demokratie, im Osten eine Volksrepublik,
die, wie die Sowjetunion, vom Politbüro regiert wurde. Die BRD und die DDR entwickelten sich immer mehr
in zwei entgegengesetzte Richtungen. Von 1949 bis 1963 war Konrad Adenauer Bundeskanzler der BRD. In
den 50er Jahren begann das Wirtschaftswunder mit dem Wiederaufbau der Wirtschaft. Die DDR hatte gleich
nach dem Kriegsende grosse wirtschaftliche Probleme. 1953 kam es zu einem grossen Aufstand gegen das
bürokratische Regime, der blutig unterdrückt wurde. In den folgenden Jahren flohen 4 Millionen Deutsche
aus der DDR. Um diese Flucht zu beenden, lies die DDR-Regierung im August 1961 eine Mauer bauen, die die
Grenze zwischen DDR und BRD undurchlässig machte. Michail Gorbatschow, Regierungschef der
Sowjetunion, führte Reformen ein, von denen viele eine Entspannungspolitik betrafen. 1989 fiel die Berliner
Mauer. Am 3.10.1990 wurde Deutschland wiedervereinigt.

Als Trümmerliteratur wurde eine Literatur bezeichnet, die in einer zusammengebrochenen Welt entstanden
war. Die Gruppe 47 existierte von 1947 bis 1967. Hauptvertreter dieser Gruppe waren. Heinrich Böll,
Wolfgang Borchert und Günter Grass. Sie benutzten eine klare und trockene Prosa in ihren Werken und
verlangten politisches und moralisches Engagement. Zentrale Themen ihrer Werke waren die Politik, die
Angst vor einem Dritten Weltkrieg und das Misstrauen gegen die Wirtschaftswunder-Mentalität.

Böll und Grass wurden auch mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Von den Schriftstellern die in der DDR tätig
waren, forderte die DDR-Regierung Engagement beim Aufbau des Sozialismus. Sie sollten mit ihren Werken
die Menschen zum Sozialismus erziehen. Hauptthema dieser Literatur war der sozialistische Mensch als Held
und Vorbild für eine sozialistische Gesellschaft. Christa Wolf ist eine der wichtigsten Autorinnen dieses
Genres. Nach dem Fall der Mauer im Jahre 1989 war für viele Autoren die Wiedervereinigung ein wichtiges
Thema. Heinrich Böll wurde 1917 in Köln geboren und starb im Jahre 1985. Erg alt als ein Chronist der
westdeutschen Geschichte. In seiner ersten Produktionszeit als Mitbegründer der Gruppe 47 beschrieb er
seine Kriegserfahrungen, die Sinnlosigkeit des Krieges und das Leiden der Menschen nach dem Krieg. In
seinen weiteren Werken beschrieb er auf scharfe, kritische und manchmal dramatische, aber oft
humoristische und satirische Weise, die deutsche Gesellschaft. Sein bekanntester Roman ist Ansichten eines
Clowns, der 1963 erschien. Der Protagonist Hans Schnier wird schon in den ersten Zeilen als Außenseiter
und Randfigur der Gesellschaft vorgestellt. Hans beweist eine angeborene Allergie gegen jegliche Form der
Organisation und Ordnung, die ihm als Unterdrückung individueller Freiheit erscheinen. Die Organisation
siegt aber schließlich ueber den Aussenseiter, ueber den romantischen Helden: Er sitzt auf der
Bahnhofstreppe, spielt Gitarre und singt. Die erste Münze die in seinen Hut fällt, degradiert ihn zum Bettler.
Arm, krank, einsam und alkoholsüchtig. Das ist der Preis für die individuelle Freiheit: Die Freiheit die man
gegen jede Art von Machtanspruch verteidigen will. Im Jahre 1972 erhielt Heinrich Böll den Nobelpreis für
die Literatur. Günter Grass wurde 1927 als Sohn polnischer Eltern in Danzig geboren. 1944 wurde er zur
Waffen- SS einberufen. 1957 veröffentlichte er sein Meisterwerk Die Blechtrommel. 1999 wurde er mit dem
Nobelpreis fuer Literatur ausgezeichnet. Im Roman Die Blechtrommel entwickelte Grass eine besondere
Technik, bei der er eine detaillierte Beschreibung mit grotesk-fantastischen Handlungsabläufen verband. Er
erhielt mit diesem Roman den Nobelpreis. Beschrieben wird im Roman die Lebensgeschichte des jungen
Oskar Matzerath in der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges. Der Ich-Erzähler Oskar
Matzerath, in Danzig geboren, beschliesst im Alter von 3 Jahre nicht mehr zu wachsen. Er ist 30 und befindet
sich in einer Heil-und Pflegeanstalt im Sauerland und dort erzählt er seine Geschichte. Die Blechtrommel ist
sein Medium, mit dem er seine Erinnerungen wachruft. Seine einzige Waffe, mit der er sich in der Welt der
Erwachsenen durchsetzen kann, ist seine durchdringende Stimme, mit der er Glas zum springen bringt. Durch
diese Figur erlaubt Grass dem Leser einen Blick von unten, aus der Perspektive eines Außenseiters, der starke
Kritik an der Welt der Spießbürger mit ihrer Kleinlichkeit und Bosheit übt. Christa Wolf wurde 1929 geboren.
Sie studierte Germanistik in Jena und Leipzig. Von 1952 bis 1956 übte sie verschiedene Berufe im
schriftstellerischen Bereich aus. Mit ihrem Roman Der geteilte Himmel (1963) erreichte sie großen Ruhm. Sie
war eine der wichtigsten deutschen Schriftstellerinnen der Gegenwart . Im Jahre 2002 wurde ihr der erste
Deutsche Bücherpreis verliehen. Aber Christa Wolf war schon viel früher eine bekannte Autorin: Mit ihren
tiefgründigen Werken und mutigen Stellungnamen brachte sie ihre Leserinnen und Leser dazu, über die
Fragen nachzudenken, die die moralischen und politischen Ereignisse von der Aufbauphase der DDR bis zur
Wende betrafen. Sie starb im Jahre 2011.