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Fertigungsplanung 1

Fakultät Maschinenwesen IF Professur Fügetechnik und Montage

Fügbarkeitsbetrachtungen von Pressverbindungen


und Press-Presslöt-Verbindungen

Arbeitsgruppe PV-PLV: Prof. U. Füssel; Dr. M. Pejko; K. Andrusch; V. D. Nguyen


Fügbarkeitsbetrachtung von Fügeverbindungen

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TU Dresden/IF/FTM Typisches Beispiel für Pressverbindungen sind Welle-Nabe-Verbindungen Folie 2


Schlussarten bei WNV
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TU Dresden/IF/FTM Folie 3
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Pressverbindungen (PV) = kraftschlüssige Fügeverbindung (FV)


Welle

Nabe

FN
FR

FR  µ  FN

Beispiel: Getriebeelement PKV-Getriebe

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Pressverbindung
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DIN 7190:

Übertragbares Moment und axiale Kraft (bzw. max. Fügekraft)

FR  µ  FN „Pressverbindung
lF ausgerollt“

 · DF
FR TPV = FR h .
h p = FN / A
Welle h = DF / 2
Nabe
FR = 2.TPV / DF = µ . FN = p .  . DF . lF

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Berechnung des Fugendruckes
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Analytisch nach DIN 7190


EW= E-Modul Welle

lF
Bezogenes
Übermaß

Wirksames
Übermaß UW=U-0,8.(RzA+RzI)

 = Quer-
kontraktionszahl
DaA= Außendurchmesser Nabe
DiI = Innendurchmesser Welle

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Spannungskonzentration an Nabenkanten
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Komplizierte Wellen-Naben-Geometrie => FEM Analyse

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Komplizierte Bauteile = FEM Analyse
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DIN 7190 23 MPa


FEM 90 MPa
Aus Experiment errechnet 85 MPa

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Gestaltung von Fasen für Längspressen
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Toleranzband bei der Fertigung – d. h. min. und max. Übermaß

Endbearbeitung der Fügeflächen - Oberflächenrauheit

Nabe Welle

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Abbau von Belastungen über die Fügelänge
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Biegebelastung wird zusätzlich durch Formschluss übertragen

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Vereinfachte Illustration der grundlegenden
Verschleißmechanismen
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Reibkorrosion - Pressverbindung
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Welle

Passungsrostbildung

Nabe

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Schlupfzone einer PV
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Entgegenwirken:
- Schmierung der Oberflächen
- Wärmebehandlung (gehärtete Oberflächen)
Welle - Beschichtung der Fügeflächen
- höheres Übermaß (höhere Kerbwirkung)

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Press-Presslöt-Verbindungen = kombinierte Fügeverbindung


Welle
(PV-PLV)

Nabe FN
FR

Pressverbindung
+
FR  µ  FN
Lotschicht
Zink oder Kupfer
FN
(galvanische Beschichtung) FA

PLV

Presslötverbindung Lot

FA  µ  FN  APLV  LOT

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Minderung der Passungsrostbildung, Wiederverwendbarkeit
und Lösbarkeit der Fügeverbindung
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Elementare Pressverbindung Press-Presslöt-Verbindung

Zn Lotschicht

Nabenkante Nabenkante

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Minderung der Passungsrostbildung und Verschleißvorgänge


durch die Beschichtung

Elementare Pressverbindung Press-Presslöt-Verbindung


PKW-Getriebe

Oberflächenschädigung nach mehrfachem Verdrehen der Baugruppe

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Berechnungsmodelle analog zu DIN 7910 und DIN 743

  F  pm 1  K L    Lot  K L
TPV  PLV   D  lF 
2
F
2 S

Für Berechnung von Tragfähigkeit von Wellen und Achsen kann DIN 743 genutzt werden!
Die Kerbwirkungszahlen sind um 10% höher anzunehmen als bei Pressverbindungen!

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Einfluss der Oberflächenrauheit
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 RZ  3µm sLOT  13µm  RZ  12µm sLOT  8µm  RZ  20µm sLOT  14µm

10µm P8 – Cu-cyan. 10µm 10µm


P92 – Zn-Schleifen Welle Welle P68 – Zn-F3 Welle

Nabe - geschliffen Nabe - gedreht

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Empfehlungen für die Beschichtung
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Minimale Lotschichtdicke:

Zu empfehlen ist geringere Schichthärte und eine hochwertige Schichtanhaftung

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Berechnung von PV-PLV
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1,0 1,0
Lötanteil der Verbindung [ - ]

[-]
Lötantelfaktor [ - ]
PV-PLV Aceton Schleifen
0,9 0,6 PV-PLV Ferroclean Zn 0,9 Basic - OPTIMAL Zn
PV-PLV - kürze Fügelänge F1 - langsamer -20%
Lِ tanteilfaktor [ - ]

Aceton
tor [ - ]

PV-PLV gebürstete Oberfläche F2 - schneller +20%

Lötanteil der Verbindung


0,8 PV-PLV Honöl 0,8
F3 - schneller +40%
0,7 0,7
0,5
Lotanteilfak

0,6 0,6

0,5 0,5 µSt.-Zn = 0,18


0,4
0,4 0,4 Zn=120 N/mm2
0,3 0,3
0,3
0,2 0,2

0,1 0,1
0,2 [15]
FVA II [16]
0,0 0,0
50 100 150 200 250 300 350 400 50 100 150 200
22
0,1 Fugendruck [MPa] Fugendruck 20[MPa] Fügendruck [MPa
80 18
16 ]
100 14 m
Fug
120 µSt.-Zn = 0,18 10
12 [µ
140
end 8
e R Z
r 160
uck  =120
180Zn
N/mm2 6 4 m m
[MP 2 Su
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a] 200 Folie2020
Folie
Herstellungsprozess
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Galvanische Beschichtung
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Stahl

Zinkschicht

Stahl

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Galvanische Beschichtung
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+ gut geeignet zum Auftragen von dünnen Schichten (wenige µm)

+ „einfacher“ Prozess – gut steuerbar durch Beschichtungsstrom und Zeit

+ einfache und relativ günstige Anlagetechnik

+ die Schicht wird gleichmäßig aufgetragen und bildet die Substratoberfläche nach

- relativ hohe Anforderungen an den Umweltschutz

- lokal begrenzte Beschichtungen sind aufwendig

- nur begrenzt für eine Serienfertigung im Bereich der Motoren- und


Getriebeherstellung anwendbar

- nicht alle Werkstoffe und nur wenige Legierungen sind möglich

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Herstellung von Pressverbindungen bzw. PV-PLV
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Längspressen Querpressen Innenhochdruckfügen

Gezieltes
Abkühlung oder
Erwärmen

Präzise Positionierung und Führung der Bauteile!

- Maximale Temperatur für Querpressen


beachten (gehärtete Bauteile ca. 200°C)
- Abkühl- und Erwärmungszeiten beachten
TU Dresden/IF/FTM - Kondenswasser, Anlauffarben Folie 24
Testen und Trainieren von PV-PLV
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100%-tige Qualitätskontrolle

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PV-PLV als Überlastsicherung
Multifunktionale Eigenschaften
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Getriebeteil standard Drehmomentbegrenzer


+ integrieter Drehmomentbegrenzer (36 kg)
(Kupferschicht, 75 mg)

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Lösbarkeit einer PV-PLV
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Welle Nabe

Hydraulische Flüssigkeit (Öl) zum


lösen der Verbindung eingesetzt

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Anlagetechnik zum Fügen und Trainieren von PV-PLV

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