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Die Pentateuch-Struktur der Bibel

Im 19. Jahrhundert machte F. W. Grant eine faszinierende Entdeckung in der Heiligen Schrift: Er
machte die Beobachtung, dass dem Bibeltext eine überwältigende und durchgehende Zahlenstruktur
zugrundeliegt. Ähnlich den natürlichen Zahlen baut sich der Inhalt des Bibeltextes Schritt für Schritt
logisch auf, sodass eine ganz bestimmte Ordnung in den Kernaussagen immer wieder sichtbar wird.
Innerhalb dieser Ordnung steht jeder Bibelabschnitt an einer bestimmten Position – der Text entspricht
dabei einer natürlichen Zahl sowie ihrer geistlichen Bedeutung in der Bibel. Auf diese Weise wird die
perfekte Einheit und Präzision der Heiligen Schrift als das von GOTT selbst inspirierte WORT auf
eine neue Weise sichtbar. Interessierte seien auf die angeführten Links im Anhang verwiesen.
Innerhalb dieser fein angelegten, sich durch alle Bibelbücher ziehenden Zahlenstruktur entdeckte
Grant, ausgehend von seinem intensiven Studium der Psalmen, eine unterliegende Grobstruktur.
Grant erkannte, dass nicht nur zwischen den 5 Psalmbüchern und den 5 Büchern Mose erstaunliche
Parallelen und Analogien in Form von charakteristischen Inhalten und Themenschwerpunkten
existieren (diese hatten bereits die jüdischen Rabbis und Kommentatoren des AT schon lange vor ihm
entdeckt), sondern dass darüber hinaus die gesamte Bibel nach dem Prinzip des Pentateuchs*
aufgebaut ist! *(von πεντάτευχος = „pentateuchos“ = „Fünfgefäß“ ( Gefäße/Krüge für Schriftrollen) = die griechische
Bezeichnung für die 5 Bücher Mose bzw. die Torah)
Die ganze Bibel besteht aus 5 großen Büchergruppen, sozusagen aus einem riesigen Pentateuch,
von denen jede einzelne große Büchergruppe sich wiederum jeweils in einen bemerkenswerten und
kunstvollen aufgebauten eigenen Pentateuch unterteilt. Sogar einzelne Bibelbücher – wie das
(5-)Buch der Psalmen – können wiederum einen Pentateuch für sich darstellen.
Dieses Phänomen kann man mit der Bezeichnung „Fraktal“ beschreiben.

Beispiele für Fraktale in der Schöpfung


Als Fraktal bezeichnet man ein Objekt in der Mathematik oder in der Natur, das sich auf mehreren
Ebenen oder Stufen selbst spiegelt bzw. ähnelt. Man spricht auch von „Selbstähnlichkeit“: Das Objekt
besteht aus mehreren verkleinerten Kopien seiner selbst.
Ein Beispiel aus der Geometrie ist die sogenannte Mandelbrotmenge. Je näher man einen Ausschnitt
aus dem Objekt heranzoomt, umso öfters stößt man immer wieder auf das Objekt selbst, genau wie
beim „Russenpuppen-Prinzip“. Mit jeder Puppe, die man öffnet, „entpuppt“ sich ein neues Exemplar!

Bildnachweis: Wikipedia, Grafiken erstellt durch den Physiker Dr. Wolfgang Beyer.
https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Wolfgangbeyer
https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Wolfgangbeyer/Bilder#Eigene_Grafiken

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Hier eine weitere Visualisierung der Mandelbrotmenge:
https://www.youtube.com/watch?v=PD2XgQOyCCk
Achtung – Warnung: Bei diesem Video kann einem schwindelig werden!

Ein Beispiel aus der Natur ist der Romanesco.


„Romanesco, eine Kreuzung aus wildem Blumenkohl und
Broccoli. Der Blütenstand zeichnet sich durch einen hohen
Grad an Selbstähnlichkeit und damit durch einen fraktalen
Charakter aus, d. h. die Kegel bestehen wiederum aus
Kegeln. Am großen Kegel am rechten Bildrand lassen sich
ferner 8 und 13 Fibonacci-Spiralen abzählen.“
(Fotografiert von Wolfgang Beyer)
https://de.wikipedia.org/wiki/Fraktal

Fraktale durchziehen die gesamte Natur. Einen faszinierenden


Einblick in die Welt der Fraktale bietet die folgende Doku:
https://www.youtube.com/watch?v=nN65jY_W2A8
(Der in der obigen Dokumentation anklingende evolutionistische
Erklärungsansatz ist aus biblischer Sicht natürlich abzulehnen.)

Bildnachweis
CC BY-SA 3.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=514199

Das „Pentateuch-Fraktal” in der Bibel


oder
Die Bibel – Ein Pentateuch von Pentateuchen
Es folgt ein kurzer tabellarischer Überblick über die Pentateuch-Struktur der Bibel, wie F. W. Grant sie
sah. Die Anmerkungen in blauer Schrift sind dem Buch von Samuel Ridout „From Genesis to
Revelation“ („Von Genesis bis zur Offenbarung“) entnommen, in dem dieser die Analyse von F. W.
Grant in seinem grundlegenden 7-bändigen Bibelkommentar „The Numerical Bible“ in kurzen
Zügen, leicht verständlich und brillant zusammenfasst.

1. Der Pentateuch („GENESIS“-Charakter, Anfänge & Ursprünge, die Grundlagen)


Name des Buches Thema
1. Genesis Schöpfung und Zeitalter der Patriarchen
2. Exodus Erlösung, der Bund & Gemeinschaft mit Gott
3. Levitikus Prinzipien des Zugangs zu Gott im Allerheiligsten
4. Numeri Erprobung Israels in der Wüste
Rückblick und Lektionen; das Ziel der Regierung
5. Deuteronomium
Gottes

2. Die historischen Bücher (Die Geschichte Gottes mit seinem Bundesvolk Israel)
(„EXODUS“-Charakter, Befreiung aus der Knechtschaft für die Gemeinschaft mit Gott)
Name des Buches Korrespondiert mit Thema
1. Josua Genesis Der Neuanfang im verheißenen Land
2. Richter & Ruth Exodus Entfernung von Gott/Versagen &
Befreiung
3. Samuel 1+2 & Könige 1+2 Levitikus Priester, König und der Tempel
4. Esra, Nehemia & Esther Numbers Gnade für den gläubigen Überrest
(die Bücher der Gefangenschaft)
5. Chroniken 1+2 Deuteronomium Gottes Rückblick

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3. Die prophetischen Bücher (“LEVITIKUS”-Charakter, Gott im Heiligtum)
Name des Buches Korrespondiert mit Thema
1. Jesaja Genesis Gottes Ratschlüsse für sein
auserwähltes Volk
2. Jeremia & Klagelieder Exodus Gottes Gericht und Rettung für ein
sündiges Volk
3. Hesekiel Levitikus Reinigung und ein Heiligtum für ein
verunreinigtes Volk
4. Daniel Numeri Die Zeiten der Nationen, ihre
Erprobung & ihr Versagen
5. Die Kleinen Propheten Deuteronomium Prinzipien und Wege der Regierung
Gottes

4. Die Psalmbücher („NUMERI“-Charakter, das Volk Gottes in der Welt, Test des Glaubens
auf Echtheit)
Name des Buches Korrespondiert mit Thema
1. Psalmen Genesis Lobpreis Gottes für Seine Hilfe & sein
Nahsein in allen Umständen
2. Hiob Exodus Leid & Erlösung des Angefochtenen
3. Hohelied Levitikus Heilige Geborgenheit am Herzen
Christi (des Bräutigams)
4. Prediger Numeri Gründlicher Nachweis der
Sinnlosigkeit alles Irdischen
5. Sprüche Deuteronomium Weisheit von Gott für den Weg

5. Die neutestamentlichen Bücher („DEUTERONOMIUM“-Charakter, Vollendung der Ratschlüsse


Gottes, Gott führt seine Absichten zum Ziel)
Name des Buches Korrespondiert mit Thema
1. Die 4 Evangelien Genesis Der Sohn Gottes, das ewige Leben in
Person
2. Die Apostelgeschichte Exodus Befreiung vom Joch des Gesetzes
3. Die Briefe des Paulus Levitikus Die völlige Offenbarung des Weges in
das Allerheiligste
4. Die allgemeinen Briefe Numeri Erprobung im Alltag und die benötigte
Gnade für den Weg
5. Die Offenbarung Deuteronomium Gottes Gericht und der Blick auf das
Ende

Hier noch einmal die Einteilung von F. W. Grant im Überblick:


„GENESIS“ „EXODUS“ „LEVITIKUS“ „NUMERI“ „DEUTERONOMIUM“
1. Genesis 1. Josua 1. Jesaja 1. Psalmen 1. Vier Evangelien
2. Exodus 2. Richter & Ruth 2. Jeremia & 2. Hiob 2. Apostelgeschichte
Klagelieder
3. Levitikus 3. Samuel 1+2 & 3. Hesekiel 3. Hohelied 3. Briefe des Paulus
Könige 1+2
4. Numeri 4. Esra, Nehemia, 4. Daniel 4. Prediger 4. Allgemeine Briefe
Esther
5. Deuteronium 5. Chroniken 1+2 5. Kleine 5. Sprüche 5. Offenbarung
Propheten

F. W. Grant hat eine hervorragende Arbeit geleistet. Dies gilt es hervorzuheben und zu würdigen.
Seine Entdeckung ist bahnbrechend und grundlegend. Seine Einteilung der 66 Bibelbücher in 5 große
Gruppen bzw. Blöcke nach dem Prinzip des Pentateuch ist im Allgemeinen überzeugend und scheint
stimmig. Durch seine Einteilung und Sicht auf die Bibel sind viele Zusammenhänge und Schätze im
Wort Gottes – das Grant selbst über alles schätzte und liebte! –, überhaupt erst sichtbar geworden.
Dennoch scheint die Einteilung Grants an einigen Stellen problematisch, und zwar immer dann, wenn
er von der natürlichen Reihenfolge* der Bibelbücher im christlichen Kanon abweicht, um sie
seinem Verständnis vom Pentateuch und seinem Interpretationssystem anzupassen.
*(Der Heilige Geist hat den Bibeltext inspiriert, über all die Jahrhunderte bis heute bewahrt und auch den Prozess der
Kanonisierung (Zusammenstellung der Bibelbücher) geleitet. Niemand würde einem menschlichen Autor unterstellen, er

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sei nicht in der Lage, die Kapitel seines Buches in der richtigen Reihenfolge zu arrangieren. Andererseits würde auch
kein Verlag, der ein solches Buch herausgibt, es wagen, die vom Autor festgelegte Abfolge abzuändern bzw.
eigenmächtig zu manipulieren. So sollte erst recht und viel mehr GOTT als der Autor der Bibel in der Lage sein, zu
bestimmen und durchzusetzen, welches Buch an welche Stelle im biblischen Kanon hingehört. Die Bibel ist eine
Bibliothek von 66 Büchern, oder, anders ausgedrückt, sie ist ein Buch mit 66 Kapiteln. Ich glaube wie ein Kind daran, dass mein
himmlischer VATER die ganze Zeit über, ununterbrochen, über Sein wunderbares Buch gewacht hat: Vom Schreiben seines
Inhalts bis zur endgültigen Zusammenstellung der einzelnen Texte in der korrekten, von IHM beabsichtigten Reihenfolge und
der unbeschädigten Überlieferung Seines Buches bis heute! Damit meine ich: Wir sollten uns in Demut auch an die göttliche
Anordnung der Heiligen Schrift halten und nicht Bibelbücher hin- und herschieben, weil wir meinen, sie würden so
besser in ein bestimmtes Schema passen. In allem dürfen wir Gottes wunderbare Weisheit erkennen, und in dem Maße, wie
wir Sein heiliges Wort – in jeder Hinsicht! – annehmen, wie es ist, werden wir immer mehr über Seine unendliche Weisheit
staunen. Bei mir persönlich ist es so, dass ich immer dann die größten Schätze im Wort Gottes hebe, wenn ich es – in jeder
Beziehung! – annehme wie ein Kind, als ein persönliches Geschenk des VATERS an mich. Wir sollten im Glauben noch viel
einfältiger an die Bibel, eben mit der gesunden „Naivität“ eines Kindes Gottes, herangehen, und mit dem tiefen kindlichen
Vertrauen, dass das Wort unseres himmlischen VATERS in jeder Hinsicht perfekt, einfach unbeschreiblich schön und
vollkommen ist. Dann wird der himmlische VATER Seinen ungeahnten Segen über uns ausschütten und unser demütiges
Forschen innerhalb der durch den Heiligen Geist selbst gezeichneten Linien Seines Wortes überreich belohnen!)

Nachfolgend ein weiteres Mal die Einteilung von Grant; die rot markierten Stellen bedürfen (nach
meinem Bibelverständnis) einer kritischen Sichtung und Neubewertung, nicht um die Arbeit von Grant
grundsätzlich in Frage zu stellen, sondern um sie, wo notwendig und wo möglich, zu korrigieren und
zu optimieren. Die grüne Markierung zeigt die Bibelbücher im Pentateuch-Schema, die in
Übereinstimmung mit der üblichen und allgemein bekannten und anerkannten Reihenfolge des
christlichen Kanons angeordnet sind.

„GENESIS“ „EXODUS“ „LEVITIKUS“ „NUMERI“ „DEUTERONOMIUM“


1. Genesis 1. Josua 1. Jesaja 1. Psalmen 1. Vier Evangelien
2. Exodus 2. Richter & Ruth 2. Jeremia & 2. Hiob 2. Apostelgeschichte
Klagelieder
3. Levitikus 3. Samuel 1+2 & 3. Hesekiel x 3. Hohelied 3. Briefe des Paulus
Könige 1+2
4. Numeri 4. Esra, Nehemia, 4. Daniel 4. Prediger 4. Allgemeine Briefe
Esther
5. Deuteronium 5. Chroniken 1+2 5. Kleine 5. Sprüche 5. Offenbarung
Propheten
x  Reihenfolge der Bibelbücher in sich stimmig,
jedoch der falschen Säule zugeordnet
Zusammenfassung:
1) Die Säulen „GENESIS“ und „EXODUS“ sowie „DEUTERONOMIUM“ entsprechen der natürlichen
Reihenfolge im Kanon, mit Ausnahme eines Defekts in der Säule „EXODUS“: Die Positionen 4 und 5
sind vertauscht.
2) Die Reihenfolge der prophetischen Bücher (Jesaja bis Kleine Propheten) wurde von Grant
eingehalten. Diese müssen aber, wenn man den biblischen Kanon zugrundelegt, der Säule „NUMERI“
zugeordnet werden – in der christlichen Bibel kommen die Propheten nach den Psalmbüchern.
Entsprechen müssen die 5 Psalmbücher der Säule „LEVITIKUS“ zugeordnet werden.
3) Die Psalmbücher, der Säule „LEVITIKUS“ zugeordnet, sollten hier entsprechend ihrer Reihenfolge
im Kanon aufgeführt werden. Bei Grant steht nur das Buch Prediger an seiner natürlichen Position.
Position 1 ist mit Position 2 vertauscht (Psalmen mit Hiob) sowie Position 3 mit Position 5 (Hohelied
mit Sprüche).

Die 5 Säulen müssten in Übereinstimmung mit der natürlichen Reihenfolge der Bibelbücher so
aussehen:

„GENESIS“ „EXODUS“ „LEVITIKUS“ „NUMERI“ „DEUTERONOMIUM“


1. Genesis 1. Josua 1. Hiob 1. Jesaja 1. Vier Evangelien
2. Exodus 2. Richter & Ruth 2. Psalmen 2. Jeremia & 2. Apostelgeschichte
Klagelieder
3. Levitikus 3. Samuel 1+2 & 3. Sprüche 3. Hesekiel 3. Briefe des Paulus
Könige 1+2
4. Numeri 4. Chroniken 1+2 4. Prediger 4. Daniel 4. Allgemeine Briefe
5. Deuteronium 5. Esra, Nehemia 5. Hohelied 5. Kleine 5. Offenbarung
& Esther Propheten

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Was sind die Konsequenzen aus dieser neuen bzw. natürlichen und ursprünglichen
Zuordnung, ich möchte sagen, für die „Pentateuch-Forschung“?

Um dies abschätzen und beurteilen zu können, wollen wir zuvor Ridout hören; ich greife beispielhaft
seine Kommentierung der 3. Säule nach Grant (Zuordnung der prophetischen Bücher zu
„LEVITIKUS“) heraus.

„III. Die Prophetischen Bücher

Es kann gar kein Zweifel daran bestehen, dass wir uns in dieser 3. Gruppe im Heiligtum befinden, in der Gegenwart
Gottes. Das war immer der Zweck des prophetischen Dienstes, sei es durch das gesprochene oder geschriebene Wort. In
vielerlei verschiedener Hinsicht ist Hesekiel hier das typische Buch – die Hoffnung auf ein Heiligtum und die Hoffnung für Israel,
als Nation wieder aus dem Tod aufzuerstehen.

1. Jesaja ist der Anführer der prophetischen Schau, mit seinem prachtvollen Panorama, mit seiner Entfaltung der Auserwählung
Gottes und seiner Souveränität. ER wird den absoluten Vorrang haben. Damit in höchster Übereinstimmung finden wir in Jesaja
Gottes Ratschlüsse in Bezug auf Christus besonders hell hervorleuchten, sowie die Verheißung, dass sowohl Israel als auch die
Welt durch IHN gesegnet werden wird.

2. In Jeremia begegnen wir einem Mann der Leiden. Die ganzen Klagelieder sind ein einziger Erguss von Wasserbächen des
Schmerzes. Doch in dieser Tränenflut klammert sich der Glaube an einen Retter. So finden wir auch hier sehr deutliche
Prophezeiungen über die Wiederherstellung des Volkes.

3. Hesekiel, der Priester, gibt uns ein priesterliches Buch, eine Art Levitikus der Propheten. Er sieht die Verunreinigung des
Volkes, die die Entfernung von Gottes Heiligtum aus der Mitte Seines Volkes notwendig macht. Aber wenn das Werk der
Wiederherstellung geschehen ist, sieht er das Volk von den Toten lebendig gemacht, in ihr Land zurückgebracht und die
Herrlichkeit Gottes in ihrer Mitte wohnen.

4. Daniel ist das Buch der Nationen. Es handelt vom jüdischen Überrest in Babylon. Der Prophet erzählt die zukünftige
Geschichte der aufeinanderfolgenden heidnischen Weltreiche in ihren verschieden Formen, bildlich veranschaulicht als ein
Standbild bzw. als Bestien, bis der Sohn des Menschen kommt und sein ewiges Reich aufrichtet. Es enthält die meisten
konkreten Prophezeiungen über die Zeit des Endes.

5. Die sogenannten 12 Kleinen Propheten sind eine Art Deuteronomium der prophetischen Bücher des Alten Testaments.
Sie geben in Form eines Resümees wichtige Schlussfolgerungen aus allem vorher Gesagten. Die Kleinen Propheten, 12 an der
Zahl – die Zahl der Regierung – unterteilen sich in 4 Dreier-Gruppen.

1. Hosea: Gottes Anklagen und ergreifenden Rufe zur Umkehr an Sein Volk.
2. Amos: Gottes Warnungen an Sein Volk.
3. Micha: Gottes Wiederherstellung des Volkes durch Christus.

4. Joel: Gericht an den Feinden Israels.


5. Obadja: Gericht an Edom.
6. Jona: Ninive vor dem Gericht verschont.

7. Nahum: Göttliche Zurechtweisung an die Adresse des hochmütigen Assyrers.


8. Habakuk: Die Quelle des Glaubens.
9. Zephanja: Gott in der Mitte seines Volkes.

10. Haggai: Das Haus des HERRN.


11. Sacharja: Endgültige Befreiung.
12. Maleachi: Warten auf den Sonnenaufgang.

Dieser reiche und vielfältige Blick in die Gedanken Gottes bildet den Ausklang des prophetischen Parts des Alten Testaments.“
(Samuel Ridout, From Genesis to Revelation, S. 246+247, Pickering & Inglis)

Hier eine kritische Anmerkung:

Ist die von Grant und Ridout vorgenommene Zuordnung: Prophetische Bücher – Heiligtum
(LEVITIKUS) wirklich zwingend und eindeutig?

Ridout sagt: „Es kann gar kein Zweifel daran bestehen, dass wir uns in dieser 3. Gruppe im
Heiligtum befinden, in der Gegenwart Gottes. Das war immer der Zweck des prophetischen
Dienstes, sei es durch das gesprochene oder geschriebene Wort.“
Nach meinem Bibelverständnis war es der Zweck des prophetischen Dienstes, Menschen, die fern
sind von Gott, in das heilige Licht Gottes zu stellen, um sie zur Buße und Umkehr zu bewegen. Der
Prophet stellte abgeirrte Menschen in das Licht Gottes, man kann auch sagen: Er stellte Gott in
Seiner Heiligkeit vor den Menschen. Der Zweck des priesterlichen Dienstes war es dagegen
umgekehrt, den sündigen Menschen durch das Opfer geheiligt vor Gott zu stellen. Doch das ist
nicht der Schwerpunkt der prophetischen Bücher des Alten Testaments. Der Schwerpunkt ist
Ankündigung des kommenden Gerichts, damit der Mensch (im speziellen Fokus Israel) zu Gott

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umkehren möge – damit Gott ihn auf der Grundlage des Erlösungswerkes Seines Sohnes Gnade
erweisen und segnen kann.

Befinden wir uns in der Gruppe der prophetischen Bücher wirklich im Heiligtum?

Die Prophetischen Bücher dokumentieren nicht die Nähe des Volkes zu Gott im Heiligtum, sondern
die Distanz des Menschen zu seinem Herrn und Schöpfer aufgrund seiner Missetaten und
Sünden. Diese Tatsache wird treffend unterstrichen und illustriert durch das Wort des Propheten
Jesaja:
„Siehe, die Hand des Herrn ist nicht zu kurz zum Retten und sein Ohr nicht zu schwer zum Hören;
sondern eure Missetaten bilden eine Scheidewand zwischen euch und eurem Gott, und eure
Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, daß er nicht hört!“ (Jesaja 59:1+2)

Die Menschen, von denen die Prophetie handelt, müssen zu Gott zurückgeführt werden und
umkehren – oder aber, sie werden in ihren Sünden gerichtet und in ihrer Gottlosigkeit vernichtet.

Die Propheten offenbaren die Sicht Gottes aus dem himmlischen Heiligtum auf ein abtrünniges
Israel und auf die gottlosen Nationen auf der Erde. Diese Sicht beeinhaltet die Ankündigung des
kommenden Gerichts für Israel und die Völker – und die Gnade Gottes in der Person des
kommenden Retters sowie eine Schau auf das kommende weltweite Friedensreich des Messias.
Dann wird in der Tat Gott in der Mitte seines irdischen Bundesvolkes – im Heiligtum – wohnen.

Ähnlich verhält es sich im letzten prophetischen Buch der Bibel, dem Buch der Offenbarung: Das
Gericht geht aus von dem Heiligtum Gottes im Himmel und ergießt sich auf die gottlosen Menschen
auf der Erde (vgl. Kap. 11:19).

Vielleicht missverstehe ich Ridout ja auch und er meinte in Wirklichkeit: Der prophetische Dienst soll
sündige und abgeirrte Menschen (speziell Israel) durch Buße und Umkehr zurückführen zu Gott im
Heiligtum. Aber auch mit dieser Sichtweise kann man nicht von einem „Heiligtum-Charakter“ der
prophetischen Bücher sprechen. Als der Prophet Nathan zu König David, dem Mörder und
Ehebrecher, kam und seine Sünde im Licht Gottes bloßstellte – war er da schon im Heiligtum?
Mitnichten. Seinen geistlichen Weg ins Heiligtum (bzw. seinen Weg ins geistliche Heiligtum der
Gemeinschaft mit Gott) über tiefen Zerbruch und Buße beschreibt Psalm 51.

Weiter sagt Ridout: „In vielerlei verschiedener Hinsicht ist Hesekiel hier das typische Buch – die
Hoffnung auf ein Heiligtum und die Hoffnung für Israel, als Nation wieder aus dem Tod
aufzuerstehen.“

Innerhalb der „Säule“ der prophetischen Bücher nimmt der Prophet in der Tat sehr schön den Platz
eines „Levitikus-Buches“ ein. Doch damit haben wir nur einen weiteren – sehr eindrücklichen! – Beleg
für den Pentateuch-Charakter der Säule, nicht jedoch für einen besonders hervorstechenden
Levitikus-Charakter der gesamten Büchergruppe bzw. Säule!

Wenn die prophetischen Bücher keinen prominenten Heiligtum-Charakter tragen – tun


dies dann vielleicht die Psalmbücher – und wenn ja, inwiefern?

Zu dieser Frage gibt uns, so meine ich, ebenfalls der Prophet Jesaja den Schlüssel in die Hand.
„Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt und dessen Name »Der Heilige« ist: Ich
wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei dem, der zerschlagenen und gedemütigten Geistes
ist, um den Geist der Gedemütigten zu beleben und das Herz der Zerschlagenen zu erquicken.“
(Jesaja 57:15)
„So spricht der Herr: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel für meine Füße! Was
für ein Haus wollt ihr mir denn bauen? Oder wo ist der Ort, an dem ich ruhen soll? Denn dies alles
hat meine Hand gemacht, und so ist dies alles geworden, spricht der Herr. Ich will aber den ansehen,
der demütig und zerbrochenen Geistes ist und der zittert vor meinem Wort.“ (Jesaja 66:1+2)

Ist es – oder war es jemals – wirklich Gottes Wunsch, in einem irdischen Bauwerk zu wohnen?
Nicht vielmehr in den Herzen gläubiger und erlöster Menschen?

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„Da ihr zu ihm gekommen seid, zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen zwar verworfen, bei
Gott aber auserwählt und kostbar ist, so laßt auch ihr euch nun als lebendige Steine aufbauen, als ein
geistliches Haus, als ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig
sind durch Jesus Christus.“ (1. Petrus 2:4+5)
„Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und
mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“
(Johannes 14:23)
Dies hat sich in besonderer Weise erfüllt in der gegenwärtigen Gnadenzeit: Gott wohnt durch den
Heiligen Geist im Herzen jedes Erlösten (= eine persönlich-individuelle Tatsache & Erfahrung; vgl. 1.
Kor. 6:19+20) und in der echten, bluterkauften Gemeinde Jesu (= eine gemeinschaftliche Tatsache &
Erfahrung; vgl. 1. Kor. 3:16+17 u. Eph. 2:18-22). Doch auch schon zu alttestamentlicher Zeit hat Gott
in einer realen und persönlich erfahrbaren Weise bei denjenigen gewohnt, die ein zerbrochenes Herz
der Gottesfurcht hatten.

Genau dieser Aspekt scheint mir der geistliche Referenzpunkt in den poetischen Psalmbüchern
(Hiob bis Hohelied) zu sein.
Alle dies Bücher handeln von Gottes Arbeiten am Herzen des Menschen und seinen
Auswirkungen. Denn im Herzen der Menschen – von Natur aus der Götzentempel seines eigenen
sündigen Ichs – dort möchte Gott wohnen, zuhause sein, sich verherrlichen, Gemeinschaft haben mit
dem Menschen und ihn segnen, Vertrauen, Anbetung, Hingabe und Bewunderung von ihm
empfangen. Die Psalmbücher handeln geistlicherweise alle ohne Ausnahme von der
Zubereitung des gläubigen Herzens zu einem Ort der Gemeinschaft mit Gott, zu einem
„geistlichen Heiligtum“, wo Gott wohnen kann.

Hiob war äußerlich (d. h. nach seinem äußeren Lebenswandel betrachtet) perfekt, doch aufgrund
seiner verborgenen Selbstgerechtigkeit und seines versteckten Stolzes innerlich noch entfernt von
Gott – bis er unter dem von Gott gesandten Leid zusammenbrach und zum ersten Mal in seinem
Leben wirklich vor Gott als seinem Schöpfer kapitulierte, indem er Gottes Gerechtigkeit und
unerforschliche Weisheit in Seinem Handeln bedingungslos anerkannte. Da – und erst da – war er
im Heiligtum!
„Da antwortete Hiob dem Herrn und sprach: Ich erkenne, daß du alles vermagst, und daß kein
Vorhaben dir verwehrt werden kann. »Wer verfinstert da den Ratschluß mit Worten ohne
Erkenntnis?« Fürwahr, ich habe geredet, was ich nicht verstehe, Dinge, die mir zu wunderbar sind und
die ich nicht begreifen kann!
»Höre nun, ich will reden; ich will dich fragen, und du belehre mich!« Vom Hörensagen hatte ich von
dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum verabscheue ich mich und tue Buße in
Staub und in Asche!“ (Hiob 42:1-6)
Die Psalmen – Das Herz des Gläubigen durch leidvolle Umstände, durch Buße & Zerbruch zubereitet
zur Gemeinschaft mit Gott; Anbetung & Lobpreis Gottes im Heiligtum (= Ausklang der Psalmen)
Das Buch der Sprüche – „Gib mir, mein Sohn, dein Herz“ – Unterweisung in der Gemeinschaft mit
Gott im Heiligtum. – So, wie Gott Mose aus dem Heiligtum rief, um ihn und das Volk in der Wüste zu
unterweisen im Weg der Gemeinschaft mit IHM (Levitikus 1:1), will Gott den Gottesfürchtigen mit
Weisheit aus dem Heiligtum zurüsten für seinen Gang durch die Welt (die eine „geistliche Wüste“ ist).
Der Prediger – Weisheit aus dem Heiligtum (von jemand, der nach bitteren Ab- und Irrwegen im
Eigenwillen zu Gott im Heiligtum zurückgekehrt ist; das Gegenteil von Sprüche: Weitergabe von
Weisheit in „negativer“ Form) – Warnung vor irdischen Irrwegen & Ansporn zu einem Leben in
Gemeinschaft Gott
Hohelied – Zur Ruhe kommen „am heiligen Platz“ in den Armen des liebenden und geliebten
Bräutigams (= in geistlicher Bedeutung ein Bild von Christus), „im Allerheiligsten“

1. Hiob – Zerbruch ist der Weg ins Heiligtum


2. Psalmen – Not erhält die Gemeinschaft mit Gott im Gebet
3. Sprüche – Ausrüstung mit göttlicher Weisheit aus dem Heiligtum, um auf dem Weg durch
die Welt in Gemeinschaft mit Gott zu bleiben
4. Prediger – Sein Genüge (seine Erfüllung) nicht an falschen Quellen suchen (außerhalb
des Heiligtums – in der Welt; Warnung)
5. Hohelied – Völliges Genüge finden in Christus (nur noch das Heiligtum/die Gemeinschaft
zählt)

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Ein alternativer Vorschlag:

1. Hiob – Der Weg ins Heiligtum


2. Psalmen – Lobpreis Gottes im Heiligtum (ein heiliges Priestertum; vgl. 1. Petrus 2:5)
3. Sprüche – Licht aus dem Heiligtum scheint in eine dunkle Welt (ein königliches Priestertum,
vgl. 1. Petrus 2:9); das Wunder & Zeugnis der „Stiftshütte“ in der Welt
(vgl. Titus 2,12-14)
4. Prediger – Warnung vor dem Verlassen des Heiligtums (der Gemeinschaft mit Gott)
5. Hohelied – Wachsende Liebe; Aufblühen & völlige Hingabe des Gläubigen für Christus
„im Heiligtum“ (bildlich dargestellt in der Liebesbeziehung zwischen Sulamith
& Salomo)

Soweit einige meiner persönlichen, skizzenhaften Gedanken bezüglich einer möglichen Definition
bzw. Beschreibung des Heiligtum-Charakters der 5 poetischen Psalmbücher, in Form
unverbindlicher Vorschläge. Für Korrekturen und bereichernde Hinweise bin ich dem aufmerksamen
Bibelleser jederzeit dankbar!

Zum Abschluss noch zwei Gedanken zur Parallität von Hiob – Genesis. Wie wir bereits sahen, sieht
Ridout Hiob in der Reihenfolge der Psalmbücher an zweiter Stelle – parallel zum Buch Exodus; siehe
die Stichworte in der obigen Tabelle: „Leid & Erlösung des Angefochtenen“.
1) Anders als bei Israel im Buch Exodus (Israel in der Gefangenschaft Ägyptens) war das Leid im
Leben Hiobs von Gott deutlich erkennbar zur Erziehung Hiobs (in der Heiligung) verordnet. Hier finden
wir in Wirklichkeit eine starke Parallele zu den Erziehungswegen Gottes mit Jakob im Buch
Genesis; auch mit Jakob, den Gott viel Schweres erleben ließ (wenn auch nicht vergleichbar mit dem
Leid Hiobs), kam Gott schließlich zum Ziel.
2) Noch weitaus mehr ins Auge fällt eine weitere Parallele zwischen dem Buch Hiob und dem Buch
Genesis: In der ganzen Bibel gibt es kein zweites Buch, das so intensiv und kenntnisreich auf die
Wunder von Gottes Schöpfung und auf die Größe, Weisheit und Herrlichkeit des Schöpfers
Bezug nimmt. Hiob (und seine Freunde) besaßen ein für die damalige Zeit enormes Wissen über
Fakten, Vorgänge und Geheimnisse der Natur (offensichtlich stark geprägt nicht allein durch das zur
damaligen Zeit schon allgemein bekannte Wissen über die Schöpfung und ihre eigene Natur-
Erfahrung, sondern durch göttliche Offenbarung!), von dem vieles erst durch die moderne
naturwissenschaftliche Forschung des 20. Jahrhunderts bestätigt und ans Licht gebracht wurde.
( Auf einige dieser erst in neuerer Zeit entdeckten Naturphänomene, die schon Jahrtausende vorher im Buch
Hiob erwähnt und beschrieben werden, geht Roger Liebi in seinem Buch „Bibel und Wissenschaft – Die
Forschung hat Verspätung“ ein, sowie Alexander vom Stein in seinem neuen Buch „Hiobs Botschaft“.)

Es lohnt sich, nach weiteren Parallelen auch zwischen den anderen Psalmbüchern zu forschen:
Psalmen – Exodus  Befreiung aus der Not; Schrei des Elenden & Lobgesang; usw.

Wie sieht es dann aus mit dem Numeri-Charakter der prophetischen Bücher?

Allgemein: Die prophetischen Bücher geben eine göttliche Schau auf Gottes Handeln mit Israel & der
Welt. Sie zeigen Gottes Wege mit den Menschen auf der Erde in Gericht & Gnade mit dem
letztendlichen Ziel Seiner weltweiten Verherrlichung. Dieses zukünftige Ziel, auf das letztlich alles in
den prophetischen Büchern hinläuft, wird vom Propheten Maleachi mit den Worten beschrieben:
„Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang wird mein Name groß werden unter den
Heidenvölkern, und überall werden meinem Namen Räucherwerk und Gaben, und zwar reine
Opfergaben, dargebracht werden; denn groß wird mein Name unter den Heidenvölkern sein! spricht
der Herr der Heerscharen.“ (Mal. 1:11; vgl. Jes. 45:6)
Speziell: Inmitten der Völker der Welt bringt Gott sein Bundesvolk Israel durch alle Verirrungen und
Wirrungen souverän zum Ziel: Angesichts des totalen Versagens Israels und der Folgen ihrer
Abtrünnigkeit, und mitten im Chaos und der Bedrohung durch ihre Feinde, erfüllt Gott Seine
Verheißungen an Israel und führt sein Volk durch Gericht & Gnade, durch Zerbruch & Buße, bis unter
die Segensherrschaft ihres Messias im verheißenen Land. Jerusalem („Gründung des Friedens“) wird
dann ihren Namen zu Recht tragen und das Zentrum des Segens für alle Menschen und Völker sein
(vgl. Jes. 2:2-4; Sach. 14). Dann wird sich die Verheißung Gottes an Abraham, den Stammvater
Israels, erfüllen: Genesis 12:3 und 22:16-18.
Die prophetischen Bücher beschreiben mit schwerpunktmäßigem Fokus den Weg, den Gott mit
Seinem Bundesvolk Israel (und davon abhängig mit den Völkern der Welt) geht, um dieses Ziel zu
erreichen.

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Damit ist die Parallele zum Buch der Wüstenwanderung „Numeri“ unübersehbar.

1. Jesaja – Das Heil Gottes für alles Völker


2. Jeremia & Klagelieder – Gericht & Hoffnung für Israel
3. Hesekiel – Der neue Tempel
4. Daniel – Aufstieg & Untergang der 4 Weltreiche; das Reich des Messias
5. 12 Kleine Propheten – Gott kontrolliert und regiert das Weltgeschehen
und führt alles zu SEINEM Ziel!

Es lohnt sich auch hier, die Parallelität dieser Bücher zu den 5 Büchern des Pentateuchs zu
erforschen.

Hier nur einige Hinweise zur Parallelität von Daniel – Numeri:

1) Ein auffallender Aspekt des Buches Numeri ist die Häufung von Zahlen (Zählungen), daher auch
die Namensgebung des Buches in der griechischen Septuaginta.
Markante Beispiele für Zahlen im Buch Daniel sind:
- Die 4 Weltreiche (Kap. 2 + 7)
- Die 4-Teilung des griechischen Weltreichs (Kap. 8:8+21+22);
vgl. Numeri 23:10 („der 4. Teil von Israel“)
- „im ersten Jahr seiner Regierung merkte ich, Daniel, in den Schriften auf die Zahl …“ (Kap. 9:2)
- 7 + 62 + 1 = 70 (Jahr-)Wochen (Kap. 9:22-27)
- „1 Zeit, 2 Zeiten + ½ Zeit“ (Kap. 12:7)
- „1290 Tage“ (Kap. 12:11)
- „1335 Tage“ (Kap. 12:12)
- „Mene, mene, tekel upharsin“ („gezählt, gewogen, geteilt/halbiert“; siehe ausführlich: Kap. 5:25-28)

2) Numeri: Israels Glaube wird in der Wüste erprobt; Gottes Gericht sowie Treue & Barmherzigkeit
Daniel: Die Erprobung des Glaubens Daniels & seiner Freunde in Babylon & Gottes Hilfe;
Der gläubige Überrest in der großen Drangsal in der Zeit des Endes & Gottes Errettung

Nachwort
Auf viele Zusammenhänge, die sich nach der neuen (= originalen) Bücherzuordnung ergeben, ist es
mir aus Zeitgründen und im begrenzten Rahmen dieser Betrachtungen nicht möglich einzugehen. Die
vorliegenden Zeilen verstehen sich als Anregung zum persönlichen Studium dieser hochspannenden
Thematik. Ich würde mich sehr freuen, wenn fähigere Leute als ich sich dieses Themas neu
annehmen würden und einen neuen Blick auf die Pentateuch-Struktur – die gesamte Bibel umfassend
und anschaulich (etwa in der Art des wertvollen Buches „From Genesis to Revelation“ von Samuel
Ridout, jedoch basierend auf der natürlichen Reihenfolge der Bibelbücher) – präsentieren würden!
Die Pentateuch-Architektur der Bibel stellt ein unerschöpfliches Forschungsfeld dar, angefüllt mit
unzähligen Schätzen göttlicher Perfektion & Schönheit. Die Erforschung dieser Schätze führt den
staunenden Betrachter zur Anbetung des göttlichen Autors, der diese unermesslichen Schätze in
Seiner Weisheit in Sein Wort – in einer perfekten Ordnung – hineingelegt hat. »Was kein Auge
gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet
hat, die ihn lieben« (1. Kor. 2:9)
Im Wort Gottes sind vermutlich noch viele weitere Pentateuch-Strukturen verborgen, die noch auf
ihre Entdeckung warten!

Zur Einordnung der 2 Chronikbücher auf Position 4 und entsprechend der Bücher Esra, Nehemia
& Esther auf Position 5 der „EXODUS-Säule“ (siehe Tabelle auf S. 4 unten) im Einklang mit der
natürlichen Reihenfolge der Bibelbücher überlasse ich es ebenfalls dem Leser, die Parallelen zu den
korrespondierenden Büchern des Pentateuch (Numeri und Deuteronomium) im persönlichen
Bibelstudium herauszufinden!
Ich persönlich tendiere aus verschiedenen Gründen dazu, in Säule 2 die 2 Bücher Samuel auf die
Exodus-Position (neben die Bücher Richter & Ruth) zu platzieren sowie in Säule 5 den Römerbrief
ebenfalls auf die Exodus-Position zu rücken (und dafür die Apostelgeschichte den 4 Evangelien auf
Position 1 beizugesellen).

Eine wichtige Beobachtung zur Pentateuch-Struktur der Bibel hat Paul Gerhard Zint gemacht. Er
konstatiert (auf http://www.zeitundzahl.de/Download/Zahlen/Aufbau_der_Bibel.pdf; S. 22):

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„Damit (mit dem 5. Pentateuch der Bibel, dem NT) besteht die Bibel aus <5> 5er-Einheiten:

1. Pentateuch (Das Gesetz)


2. Pentateuch (Die Bundesgeschichte)
3. Pentateuch (Die Propheten) (hier hat P. G. Zint die Reihenfolge von F. W. Grant übernommen;
4. Pentateuch (Die Bücher der Weisheit) siehe hierzu die vorherigen Anmerkungen auf den Seiten 4-9)
5. Pentateuch (Das Neue Testament)

Jeder Pentateuch besteht wiederum aus <5> Bestandteilen. Man nennt deshalb die Bibel auch in
diesem Sinn den Pentateuch der Pentateuchs. …
Bei genauer Betrachtung ist die Zahl <5> im Pentateuch eigentlich die Struktur 4 zu 1.

Der <5>. Teil im Pentateuch hat immer einen anderen Charakter als die anderen vier.

1. Pentateuch: Deuteronomium ist ein zweiter Blick auf die ersten Bücher Mose
2. Pentateuch: Esra/Nehemia/Esther sind Bücher nach dem Exil
3. Pentateuch: Die 12 Propheten bilden eine Gruppe gegen die einzelnen Propheten
4. Pentateuch: Das Hohelied ist das einzige Lied unter den Büchern
5. Pentateuch: Die Offenbarung ist das einzige prophetische Buch des NT

Der 5. Pentateuch ist der einzige im NT.“

Diese 4 zu 1 Struktur ist sehr bemerkenswert! Der erste Buchstabe im persönlichen Namen des
Gottes der Bibel – JHWH – ist ein Jod. Der Buchstabe Jod hat die Bedeutung „Hand“.
Die menschliche Hand* weist in ihrer Struktur bzw. Anatomie ebenfalls das Verhältnis 4 zu 1 auf
(4 Finger und 1 Daumen). Der Mensch wurde nach dem Bild Gottes geschaffen. Damit in
Übereinstimmung (und zugleich im Kontrast zu den schwachen Händen des Menschen) lesen wir in
der Bibel des öfteren von der starken Hand Gottes. Natürlich wird damit nicht ausgesagt, dass Gott
physische Hände hat wie wir Menschen. Vielmehr wird dann auf Sein machtvolles & vollkommenes
Wirken in Zeit und Raum und auf Sein unabhängiges & souveränes Handeln in der Geschichte
hingewiesen.
In der Bibel wird uns das Heilshandeln – aber auch das Gerichtshandeln Gottes – mit den
Menschen geoffenbart. In Jesaja 59:1 heißt es von JHWH: „Und siehe, die Hand JAHWES ist nicht zu
kurz, um zu retten …!“ (In dem PDF „JaHWeH“ (unter der Rubrik „WORT@Wunder“ auf www.bibel-
kosmos.de) gehe ich ausführlicher auf die wunderbare Bedeutung des Namens JHWH und die Hand
Gottes ein.)

Der Daumen ist der stärkste Finger der Hand. So beinhaltet auch der 5. Pentateuch – das Neue
Testament – die volle Offenbarung des Wesens, des Heils und des Gerichts Gottes. Das NT bildet
den Höhepunkt der Offenbarung und des Heilshandelns Gottes mit den Menschen.

Die 4 Evangelien bezeugen das Leben und Sterben des Erlösers JESUS CHRISTUS – mit einem
kurzen Blick auf seine Auferstehung am Ende. Das Buch der Apostelgeschichte verkündet mit allem
Nachdruck den auferstandenen HERRN. Es zeigt uns den Siegeszug des Evangeliums am Anfang
der Gnadenzeit und die lebensverändernde Kraft seiner Auferstehung im Leben seiner Jünger und
der zahlreichen Menschen, die mit seiner Vergebung und der Kraft der Auferstehung durch den
Glauben an IHN in Verbindung kamen.

Das letzte Buch im NT – das letzte bzw. Deuteronomium-Buch im letzten (Deuteronomium-)


Pentateuch der Bibel! – ist der machtvolle Abschluss der Offenbarung Gottes in Seinem Wort und in
Seinem Handeln mit der Welt. Es trägt selbst den Namen „Offenbarung“. Hier fahren alle Züge, die
im AT und im NT losgefahren sind, auf den Gleisen der Gnade und des Gerichts zur ewigen
Verherrlichung Gottes in die neue Schöpfung und in die Ewigkeit ein.
_________________________________________________________________________________
* An dieser Stelle interessant: Die Unterschiede zwischen der Hand von Affe von Mensch! Siehe hierzu den folgenden Link:
http://warum-ich.blogspot.de/2013/03/unterschiede-der-hand-von-affe-und.html 10
5 verschiedene Ebenen von Pentateuch- bzw. 5er-Strukturen in der Bibel (?)
Da Pentateuch-Strukturen auf verschiedenen Ebenen liegen – und dabei unterschiedliche Umfänge
aufweisen –, liegt es nahe, sie nach Größen (G1, G2 usw.) einzuteilen. Nachfolgend ein Vorschlag:

Pentateuch-Struktur liegt auf / umfasst Größe (Umfang)


Ebene 1 (ganze Bibel) G1 („makro“)
Ebene 2 (Büchergruppe ≥ 5 Bibelbücher) G2 („groß“)
Ebene 3 (Bibelbuch) G3 („klein“)
Ebene 4 (< Bibelbuch und > 1 Kapitel) G4 („mikro“)
Ebene 5 (≤ 1 Kapitel; nur wenige Verse) G5 („nano“)

Nach dieser Definition wird mit aufsteigender Nummer (G)1-5 die Größe der Pentateuch-Struktur
kleiner.

Ebene 1 haben wir bereits betrachtet – der Aufbau der ganzen Bibel als ein großer Pentateuch,
bestehend aus 5 Säulen von Büchergruppen mit den jeweiligen Charakteristika der fundamentalen,
prägenden Bibelbücher Genesis bis Deuteronomium.
Laut dieser Definition gilt: G1 = GANZE BIBEL
Ebene 2 ist uns ebenfalls bereits bekannt. Beispielsweise stellt jede der fünf großen Büchergruppen
bzw. Säulen der Bibel wiederum einen eigenen, in sich abgeschlossenen Pentateuch dar. (Vermutlich
existieren innerhalb dieser großen Büchergruppen weitere kleinere Pentateuch-Gruppen. Siehe ein
Beispiel hierzu im Artikel „5-fache Pentateuch-Struktur der Bibel“.)
Laut dieser Definition gilt: G2 = BÜCHERGRUPPE
Für Ebene 3 kennen wir auch schon ein Beispiel. Das Buch der Psalmen ist ein 5-Buch und ist nach
dem Prinzip des Pentateuchs aufgebaut. Siehe hierzu auch Anhang 1.
Laut dieser Definition gilt: G3 = BIBELBUCH
Auf Ebene 4 fände sich eine Pentateuch-Struktur, die kleiner als ein Bibelbuch und größer als 1
Kapitel wäre.
Laut dieser Definition gilt: 1 Kapitel < G4 < BIBELBUCH
Auf Ebene 5 läge eine Pentateuch-Struktur, die nur wenige Verse bis maximal 1 Kapitel umfasst.
Laut dieser Definition gilt: G5 ≤ 1 Kapitel

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Anhang:

Beispiele für Pentateuch-Strukturen in der Bibel

1) Die Pentateuch-Struktur der Psalmen (Ebene 3 bzw. „G3“)


(Beitrag von A. C. Gaebelein)
2) Die Pentateuch-Struktur von Levitikus (Ebene 3 bzw. „G3“)
(Beitrag von Samuel Ridout)
3) Die Pentateuch-Struktur des 1. Petrus-Briefes (Ebene 3 bzw. „G3“)
(Beitrag von Benedikt Peters)
4) Die Pentateuch-Struktur von Genesis 1-5 (Ebene 4 bzw. „G4“)
(Beitrag von Gerald Botzen)
5) Die Pentateuch-Struktur von Psalm 23 (Ebene 5 bzw. „G5“)
(Beitrag von Gerald Botzen)

1) Die Pentateuch-Struktur der Psalmen (Ebene 3 bzw. „G3“)

A. C. Gaebelein schreibt über die Gliederung der Psalmen:

„Diese fünf Bücher entsprechen auf bemerkenswerte Art und Weise den fünf Büchern am Anfang der
Bibel, dem Pentateuch. Dies war den Juden des Altertums bekannt, denn sie nannten den Psalter
»den Pentateuch Davids«. Im aramäischen Kommentar (der Midrasch; Auslegung des Alten
Testaments nach den Regeln jüdischer Schriftgelehrter) zu Psalm 1,1 heißt es, daß »Mose den
Israeliten die fünf Bücher des Gesetzes gab, und dementsprechend gab David ihnen die fünf Bücher
der Psalmen«.

I. DAS ERSTE BUCH (»URSPRUNG«):


Psalm 1 – 41
Dieses Buch hat den gleichen Charakter wie das erste Buch Mose, und zwar dahingehend, daß es
viel vom Wesen des Menschen weiß. Wir finden eine Gegenüberstellung des Gerechten und des
Gottlosen. Danach werden der erste Mensch, Adam, und der zweite Mensch gegenübergestellt, der
wenig geringer als Engel gemacht wurde (Ps 8). Hier befindet sich auch eine Beschreibung des
Gesetzlosen, in dem an einem bestimmten zukünftigen Tag die gottfeindliche Haltung der Menschen
gipfeln wird. Dieser Mensch der Sünde, der Antichrist, wird in Psalm 9 und 10 geoffenbart, während
die für den Menschen noch zukünftige Trübsal in den darauffolgenden Psalmen gezeigt wird. Dann
wird das Wesen des Christus, des letzten Adam, entfaltet: sein Gehorsam – ja, der Gehorsam bis zum
Tod am Kreuz –, sein Heil und seine Herrlichkeit (Ps 16 –41). Das erste Buch endet mit einem
Lobpreis und einem zweifachen Amen.

II. DAS ZWEITE BUCH (»ERLÖSUNG«):


Psalm 42 – 72
Wie im zweiten Buch Mose, worin davon berichtet wird, wie Gott Israel aufgrund des Blutes und seiner
Macht erlöst, sehen wir hier ein ächzendes und stöhnendes Volk. Der einleitende Psalm zeigt ein
unterdrücktes und sich nach Gott sehnendes Volk. Dies sind die Angehörigen des frommen jüdischen
Überrests. Dann finden wir die Erhörung ihrer Gebete im Kommen des Königs (Ps 45). Sie werden
aufgrund seiner Macht erlöst, woraufhin die bei der Wiederkunft Christi einsetzenden Segnungen des
Reiches in einer Anzahl von Psalmen geoffenbart werden. Psalm 72 als Abschluß dieses zweiten
Buchs stellt die Regentschaft und die königliche Herrlichkeit Christi dar. Dieses Buch endet ebenfalls
mit einem zweifachen Amen und der dafür so überaus angemessenen Aussage: »Seine Herrlichkeit
erfülle die ganze Erde!« Das zweite Buch Mose endet damit, wie die Herrlichkeit des Herrn das Zelt
der Zusammenkunft erfüllt. Das zweite Buch der Psalmen (»Erlösung«) schließt damit, wie seine
Herrlichkeit die ganze Erde erfüllt.

III. DAS DRITTE BUCH (»HEILIGKEIT«):


Psalm 73 – 89
Dies ist das kürzeste Buch. Das Thema des dritten Buchs Mose heißt »Heiligkeit dem Herrn«. In
diesem Buch werden wir in das Heiligtum geführt, so daß wir die Heiligkeit des Herrn im Handeln mit

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seinem Volk sehen. Die Psalmen Asafs sind diesem Buch zugeordnet worden, wobei sich in fast
jedem Psalm etwas im Blick auf das Heiligtum, die Versammlung (des alttestamentlichen
Gottesvolkes), Zion und das Nahen zu Gott findet. Es schließt ebenso mit einem Segenswunsch und
einem zweifachen Amen.

IV. DAS VIERTE BUCH (»WÜSTENWANDERUNG«):


Psalm 90 – 106
Der erste Psalm dieses Buchs geht auf Mose zurück. Aller Wahrscheinlichkeit nach schrieb er diesen
Psalm, als er das Volk in der Wüste sterben sah. Der zweite Mensch (Christus) ist in Psalm 91
erkennbar. Hier finden wir die prophetischen Psalmen, die zeigen, daß die Zeiten der Unruhe und des
Umherirrens aufhören werden, wenn der Herr regiert und die Nationen ihn anbeten werden. Bis dahin
gibt es keine Ruhe und keinen Frieden. Dieses Buch endet mit einem Amen und einem Halleluja.

V. DAS FÜNFTE BUCH (»WIEDERHOLUNG DES GESETZES«):


Psalm 107 – 150
In diesem Buch wird wie im fünften Buch Mose dem Wort Gottes die ihm gebührende Größe gegeben.
Der Herr Jesus zitierte in seiner Auseinandersetzung mit dem Teufel ausschließlich dieses fünfte Buch
Mose. Zu Beginn dieses Buchs erkennen wir Christus als das lebendige Wort. Seine Verwerfung,
seine Erhöhung, seine Wiederkunft und die darauffolgenden Zeiten des Lobpreises werden wiederum
in mehreren zusammengehörenden Psalmen geoffenbart (Ps 109 – 113). Dann folgt die Vollendung:
Errettung – Gottes letztendliche Absicht –, sein Lobpreis und seine Herrlichkeit. Dieses Buch endet mit
fünf Halleluja-Psalmen. Ihrer bedient sich der »Halleluja«-Chor der vollendeten Erlösung.“
Arno C. Gaebelein, Kommentar zum Alten Testament, CLV, S. 780-782

2) Die Pentateuch-Struktur von Levitikus (Ebene 3 bzw. „G3“)

Ein Beitrag von Samual Ridout aus seinem (auf Mitschriften von Vorträgen basierenden) Buch „From
Genesis to Revelation“, S. 21+22:

„Wenden wir uns erneut dem Buch Levitikus zu. Wie ich bereits sagte, ist es genau dieses Buch, das
uns die Perfektion des Werkes und des Charakters Christi entfaltet. Was ist der Schlüsselgedanke im
ganzen Buch? Im 16. Kapitel – im dritten Abschnitt des dritten Buches [des Pentateuch] – befinden wir
uns im Allerheiligsten. Da findest du den großen Versöhnungstag, wie der [Hohe]Priester das Blut der
Opfer hinter den Vorhang trägt und auf die Bundeslade sprengt. Der Schlüsselgedanke in Levitikus
[im Licht des Neuen Testaments betrachtet; Anm. G. Botzen] ist dieser: „Da wir nun … Freimütigkeit
haben zum Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu, auf dem neuen und lebendigen Wege, den er
uns eingeweiht hat“ (Heb 10:19+20a). Ich wünschte, wir hätten Zeit, bei den ersten Teilen des Buches
zu verweilen. In den ersten sieben Kapiteln findest du eine Beschreibung der Opfer in ihrer
Verschiedenartigkeit und Perfektion; und dann, damit unsere Gedanken ausgewogen und im
Gleichgewicht bleiben, wird uns der [Hohe]Priester in all seiner Herrlichkeit vorgestellt in Verbindung
mit den anderen Priestern, ein Bild von uns Gläubigen; und schließlich das Allerheiligste. Nimm einmal
diese drei Gedanken: das perfekte Werk Christi als die Grundlage unserer Beziehung [mit Gott]; die
Person Christi als unser Begleiter (wenn ich das – mit Ehrfurcht – so sagen darf); und sodann das
Allerheiligste, der Ort unserer Gemeinschaft mit IHM: Die Grundlage, die Person, der Ort. In gleicher
Weise könnten weitergehen zu Kapitel 18 und den folgenden Kapiteln, wo wir Heiligkeit für den Weg
finden, bis wir dann zur Zusammenfassung, zum Endergebnis von allem gelangen, zum Abschluss
des gesamten Buches.“

Hier noch einmal die Pentateuch-Einteilung* von Samuel Ridout im Überblick:


*(d. h. so wie ich sie verstanden habe und mit kleiner Ergänzung von mir)

1) Levitikus 1-7 (Die gerechten Forderungen des heiligen Schöpfers an die sündigen Menschen)
2) Levitikus 8-15 (Die Priesterfamilie – Vermittler der Erlösung/zwischen Gott und Mensch;
das Versagen der Söhne Aarons;
Anweisungen für das Volk zu einem heiligen Leben)
3) Levitikus 16+17 (Sühnung für die Sünden des ganzen Volkes im Allerheiligsten;
Wiederherstellung der Gemeinschaft mit Gott;
die Heiligkeit des Heiligtums und des Blutes)
4) Levitikus 18-25 (Anordnungen & Bestimmungen für einen heiligen (d. h. für Gott abgesonderten)
Wandel als Volk Gottes unter den Nationen)

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5) Levitikus 26+27 (Entscheidung zwischen Gott & den Götzen, zwischen Segen & Fluch;
prophetischer Ausblick auf die Geschichte Israels (am Ende wird Israel wieder zu
Gott umkehren und Gottes Barmherzigkeit & Wiederherstellung erfahren);
Gelübde & Hingabe an Gott; Anspruch Gottes auf den Zehnten)

3) Die Pentateuch-Struktur des 1. Petrus-Briefes (Ebene 3 bzw. „G3“)

Benedikt Peters weist in seinem 2013 erschienenen Bibelkommentar über den 1. Petrus-Brief auf die
bemerkenswerte Pentateuch-Struktur dieses Briefes hin ( siehe in der Einleitung, S. 13+14). Bevor
er auf die Struktur an sich eingeht, kommentiert er treffend die Position des Briefes innerhalb des
neutestamentlichen Kanons (ganz im Sinne Grants und Ridouts): 1. Petrus gehört zu den
sogenannten allgemeinen Briefen, die im „Pentateuch“ des NT dem Buch Numeri entsprechen.

„Der erste Petrusbrief und die Mose-Bücher

Der 1. Petrusbrief gehört zu den allgemeinen Briefen, und diese entsprechen in ihrer Botschaft dem
4. Buch Mose, dem Buch der Wüstenwanderung des Volkes Gottes. Das Schwergewicht liegt in
diesen wie in jenem auf dem Wandel, dem Kampf und dem Zeugnis des Volkes Gottes auf seinem
Weg zum Ziel. So zeigt Petrus, wie wir die Welt hinter uns gelassen haben (1,14.17), um als
Fremdlinge (2,11) unseren Weg zu gehen, und in unseren mancherlei Versuchungen (1,6) beständig
das Ziel unseres Weges vor Augen haben (1,9.13).
Israel trug an der Spitze seiner Züge die Bundeslade. Es war berufen, auf allen seinen
Wanderungen dieser – und dieser allein – zu folgen. Der Gott Israels wählte den Weg; Israel fügte
sich. Gehorsam ist mithin das erste Prinzip für den Wandel der Erlösten durch die Welt. Der 1.
Petrusbrief sagt nun einleitend, wozu Gott uns erwählt und für sich abgesondert hat: zum Gehorsam
(1,2). Die Erwählten gehen als »Kinder des Gehorsams« (1,14) durch die Zeit, während die Gottlosen
ungehorsam bleiben (2,7-8). Wie nun Israel in der Wüste der Bundeslade folgte – diese ist ein Bild auf
den Menschen Christus Jesus unter den Seinigen –, so werden wir aufgefordert, den Fußstapfen
unseres Herrn zu folgen (2,21) und »Nachahmer des Guten« zu sein (3,13).

Der Aufbau des Briefes

In der Abfolge der dargestellten Gedanken folgt Petrus in bemerkenswerter Weise dem Muster der
fünf Mose-Bücher, wie folgende knappe Übersicht zeigen will:

 Die Erwählung – 1,1.2; so, wie am Anfang allen Heils Gottes Ratschlüsse stehen, lehrt auch
1. Mose: Im Anfang schuf Gott.
 Die Erlösung durch das Blut Christi – 1,18.19; in 2. Mose das Schattenbild: Erlösung durch
das Blut des Passahlammes. »Umgürtet die Lenden« (1,13) erinnert deutlich an die
entsprechende Anweisung, die Gott den Israeliten in der Passahnacht in Ägypten gab (2Mo
12,11).
 Der Priesterdienst im Haus Gottes – 2,5-10; 3. Mose ist das alttestamentliche Buch des
Priesterdienstes im Haus Gottes.
 Der Wandel als Pilger und Fremdlinge unter den Nationen – 2,11.12; 4. Mose behandelt
ebendieses Thema.
 Ziel und Ende unseres Weges mit Gott durch die Zeit – 4,7 – 5,4; Ziel und Ende der Wege
Gottes ist der große Fluchtpunkt des 5. Buches Mose.

Das gleiche Muster lässt sich etwas variiert so darstellen:

1. Die Grundlage des Heils:


Gottes Erwählung und Verheißung – 1,1-12
2. Die Verwirklichung des Heils:
Erlösung und Wiedergeburt – 1,13-25
3. Die Bestimmung des Heils:
Heiliges und königliches Priestertum – 2,1-10
4. Das Zeugnis des Heils:
Der Wandel unter den Nationen – 2,11-4,6
5. Das Ziel des Heils:
Die Offenbarung der Herrlichkeit – 4,7-5,14“

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Erkenntnis:
Beim Vergleich der Pentateuch-Struktur des großen Psalm-(5)-Buches und des kleinen 1. Petrus-
Briefes fällt auf, dass auf einer Ebene der Bibel (hier auf Ebene 3 bzw. auf der Ebene der
Bibelbücher) ungleich große bzw. verschieden mächtige Pentateuch-Strukturen existieren
können.

4) Die Pentateuch-Struktur von Genesis 1-5 (Ebene 4 bzw. „G4“)

Bereits das erste Buch des originalen Pentateuchs beginnt mit einem eindrücklichen Pentateuch
im Miniaturformat. In den 5 ersten Kapiteln der Genesis ist der Pentateuch – und damit die Botschaft
der gesamten Bibel – angelegt.

Genesis 1: Die Schöpfung der Welt und des Menschen


 GENESIS – Das Buch der Anfänge
Genesis 2: Gemeinschaft des Menschen mit seinem Schöpfer im Garten Eden
(Tempelcharakter des Paradieses)
 EXODUS – Gemeinschaft mit Gott in der Wüste
(Kontrast zum Garten Eden;
der mobile Tempel der Stiftshütte als Ort der Begegnung Gottes mit seinem Volk)
Genesis 3: Der Sündenfall und das erste Opfer
(Gott bekleidet die Menschen mit Kleidern aus Fell; Tiere mussten sterben und ihr Blut
musste und ihr Blut fließen, um die Blöße des gefallenen Menschen zu bedecken; (ein
Typus auf den stellvertretenden Tod des kommenden Retters & Erlösers JESUS
CHRISTUS)
dennoch Vertreibung aus dem Paradies = Kontrast zu Levitikus: Tieropfer für die Sünden der Menschen, um
die Gemeinschaft mit Gott wiederherzustellen / (damit sie nicht sterben müssen und) damit der heilige Gott
weiterhin in ihrer Mitte wohnen kann; dennoch: in LEVITIKUS und im AT kein direkter Zugang zu Gott;
dies wurde erst im NT möglich durch das vollkommenene Opfer des vollkommenen, sündlosen
Hohenpriesters JESUS CHRISTUS: vgl. Joh. 19:30; Mt. 27:50+51; Heb. 10:1-22; Eph. 1:3-8; 2:4-6 u. 18-22;
1. Pt. 2:4+5!)
 LEVITIKUS – Der göttlich angeordnete Priester- und Opferdienst
Genesis 4: Kain irrt ruhelos auf der Erde umher (auf der Flucht vor Gott)
(Israel wandert durch die Wüste, ohne Ruhe zu finden (geführt von Gott = Kontrast)
 NUMERI – Wanderschaft
Genesis 5: Die frohe Botschaft des Evangeliums vor dem dunklen Hintergrund des Todes
(„Der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in
Christus Jesus, unserem Herrn.“ (Römer 6,23)
Gottes Lösung & Ausweg für das Dilemma des gefallenen Menschen bereits angedeutet
und vorgeschattet in der Bedeutung der Namen* in diesem erschütternden Kapitel und
Dokument des Todes: „Und er starb, … und er starb, … und er starb.“)
 DEUTERONIUM – Am Ziel angelangt
(Henoch in den Himmel entrückt  ein Typus auf die Entrückung der
neutestamentlichen Gemeinde! Vgl. 1. Thess. 4:13-18)
* „Adam“ = Mensch; „Seth“ = Ersatz, von „shith“ = setzen, stellen; „Enosh“ = sündiger Mensch; „Kenan“ = Schmied; von anderer
Wurzel: Weinender; „Mahalalel“ = Gott ist lobenswürdig; „Jered“ = Abstieg, von „jarad“ herabsteigen; „Henoch“ = Geweihter;
„Methusalah“ = Mann des Wurfgeschosses (Methu = Mann, shalach = werfen) oder: Ist er tot, so wird er es senden (meth = tot,
ushalach = so wird er senden), „Lamech“ = gewalttätiger Mensch/starker junger Mann (gemäss arab. jilmak); „Noah“ = Trost,
Ruhe (vgl Wortspiele: 5,29; 8,4; 8,8; 8.21 (Duft der Ruhe)
 Evangeliumsbotschaft:

„Der Mensch (Adam) kam in die Stellung (Seth) eines sterblichen Sünders (Enosh). Er weinte (Kenan).
Der lobenswerte Gott (Mahalalel) stieg herab (Jered). Er war lebte in geweihter Hingabe (Henoch).
Sein Tod sendet (Methusalah) dem gewalttätigen Menschen (Lamech) Trost und Ruhe (Noah).“
(Quelle: https://www.rogerliebi.ch/content/biblische-urgeschichte-1-mose-1-11)

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5) Die Pentateuch-Struktur von Psalm 23 (Ebene 5 bzw. „G5“)

1: „Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ (GENESIS-Charakter – der Schöpfer
stillt die Bedürfnisse seiner Geschöpfe)
2: „Er lagert mich auf grünen Auen, er führt mich zu stillen Wassern.“ („Er lagert mich … er
führt mich“: EXODUS-Charakter – das Volk Israel in der Wüste lagert sich um die Stiftshütte und wird
von Gott in der Wüste geführt)
3: „Er stellt meine Seele wieder her, er leitet mich in Pfaden der Gerechtigkeit um seines
Namens willen.“ (LEVITIKUS-Charakter – wiederhergestellte Gemeinschaft des Sünders mit Gott
(durch das Opfer); Israel abgesondert von den Nationen/geheiligt für Gott (Reinheitsgesetze))
4. „Auch wenn ich wanderte im Tal des Todesschattens, fürchte ich nichts Übles, denn du
bist bei mir; dein Stecken und dein Stab trösten mich.“ (NUMERI-Charakter – Gottes Strenge
und Barmherzigkeit/Treue gegenüber Israel während der Wüstenwanderung)
5. „Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl
gesalbt, mein Becher fließt über.“ (DEUTERONOMIUM-Charakter – Vorschau auf die Segnungen
Israels im verheißenen Land; Andeutung des zukünftigen Friedensreiches des Messias, ausgedrückt
im „prophetischen Perfekt“)

6. Schlussfolgerung/Fazit/“Summe“ aus den vorherigen 5 Versen:


„Fürwahr, Güte und Huld werden mir folgen alle Tage meines Lebens;
und ich werde wohnen im Haus des HERRN auf immerdar.“

Alternativ könnte man die Einteilung des Psalms wie folgt vornehmen:

V. 1 – Genesis (= Die Güte des Schöpfers gegenüber seinem Geschöpf)


V. 2 – Exodus (= Gott leitet sein Volk; Gottes Fürsorge für die Seinen)
V. 3 – Levitikus (= Gemeinschaft mit einem heiligen Gott)
V. 4+5(+6a) – Numeri (= Wüstenerfahrung/Erfahrung der Treue Gottes in notvollen Umständen)
V. 6(b) – Deuteronomium (= Ausblick: An der Schwelle zum verheißenen Land/
zur ewigen Herrlichkeit)

Weitere Pentateuch-Strukturen im Johannes-Evangelium werden in dem PDF „5-fache


Pentateuch-Struktur der Bibel“ vorgestellt (kostenloser Download auf www.bibel-kosmos.de unter
der Rubrik BIBEL@BÜCHER).

© Gerald Botzen (BIBELKOSMOS), Sindelfingen.


Stand: 02.02.2018.

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Links

The Numerical Bible (Band 1) von F. W. Grant (Edition 1897):

https://openlibrary.org/books/OL23322340M/The_numerical_Bible.

Alle 7 Bände der Numerical Bible im Faksimile (4. Edition von 1903) als kostenlose PDF:

http://bibles.wikidot.com/numerical (--> downloads unter archive.org)

Frederick William Grant 1834-1902


- Eine kurze Biografie:

http://www.bibelpraxis.de/index.php?article.231

Der folgende Link will nicht als Werbung verstanden sein, sondern soll auf die Bedeutung der von F.
W. Grant entdeckten numerischen Struktur der Bibel hinweisen  siehe unter „Overview“:

https://www.logos.com/product/4117/the-numerical-bible

Samuel Ridout, From Genesis to Revelation


 freier Download (PDF):

https://jeneetrapplyon.files.wordpress.com/2017/05/from-genesis-to-revelation-by-samuel-ridout.pdf

Zur Autorschaft Moses und zur Einheit des Pentateuch siehe den folgenden Artikel auf
www.bible.org:

Frank deCanio, Introduction to the Pentateuch

https://bible.org/seriespage/introduction-pentateuch

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