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Landschaftsarchitektur I

KÜRZEL

L > Landschaft, F > Freiraum, G > Garten,

VO I - ALLGEMEIN

Quellenkritik:

- Prüfen , woher Information stammt


- Quelle seriös? beruhen auf Studien und Forschungsergebnissen?
- Wichtig um Seriosität des Textes einschätzen zu können
- Welche Qualifikation hat AutorIn eines Textes? > Philosoph andere Zielsetzung als Planerin,
HistorikerIn

Bibliographieren:

- Suche nach Literatur > Recherche durch Nachgehen, welche Qualen/Motivationen einem Text
zugrunde liegen
- „Such nach Literatur zu einem Thema anhand von Bibliographieren und auch anhand anderer
Materialien sowie das Notieren der bibliographischen Angaben dieser Literaturarbeit“

- Ziel: Text zu verstehen & Aussage herausfiltern; NICHT Aussage beurteilen sondern nachvollziehen

- durch Gegenüberstellung verschiedenen Aussagen können Sie Inhalte analysieren und beurteilen >
Argumentation jeweils schlüssig ist oder nicht Bandbreite der Landschaftsarchitektur

- zeitgenössischer LARCH in Ö: BOKU Wien (ILA), ÖGLA, Neuland

BEGRIFF LANDSCHAFTSARCHITEKTUR:

- als Beruf über Jahrhunderte entwickelt; ursp. Gartenkunst


- Gestaltung von Freiräumen über große feudalen Parks und Gärten hinaus
- Klarstellung des Begriffs bedarf internationalen Einordnung des Fachgebietes: ENGLISH →
„landscape architecture“ = Überbegriff für gesamtes Fach auch für: L.Bau, Lap, Naturschutz und
Erholungsplanung;
DEUTSCH: Unterscheidung zwischen LAP (raumplanungsbezogen) und LARCH (objektbezogen)

- LARCH = Feld kultureller Produktion, handlungsorientiert


- Inhalt: Analyse, Gestaltung und Qualifizierung von Freiraum & Landschaft im Siedlungsraum und
außerhalb

Inhalt der LARCH

- Gestalt und Gestaltung des nicht bebauten Raum: Parks, Plätze, Straßen, Stadtteile, Städte, Gärten,
Landschaftsräume
- Larch = Feld kultureller Produktion: Larch kontinuierlicher Dialog mit der zeitgenössischen Kultur.
Verarbeitet, kritisiert, propagiert oder provoziert kulturelle Entwicklung
- Erscheinungsform der Freiräume spiegelt sich in Kultur wider in der sie entstehen und benützt
werden, sind Produkt dieser Kultur
- ausgesprochene und unausgesprochene Regeln zur Benutzung, Gestaltung, Veränderung
- Zusammenhang Freiraum und gesamtgesellschaftlichen, lokalen und globalen Entwicklungen

- LarchitektInnen zeichnen Entwürfe für den Freiraum > gebaut und verändert wird > Entwürfe
basieren auf Analyse des Ortes (Qualität und Eigenheit, Potenzial des Ortes, Aufgabenstellung und
Problemstellung wird überprüft) > durch pflanzliche und bauliche Maßnahmen werden Freiräume
verschiedener Art und Größe neu gestaltet und verändert

- LARCH ist handlungsorientiert > kreativ-gestalterische Disziplin > Zusammenhang Ort und Funktion
- Praktische Tätigkeit im Büro erklären: Beschreibung der Leistung heranziehen > Honorarleitlinien
der ÖGLA

- Tätigkeit LarchitektInnen = gestalterisch angewandte Ingenieurwissenschaft auf Grundlage und in


Anwendung der Erkenntnisse der Ökologie
Gestaltet werden: Parkanlagen, Plätze, Gärten, Außenanlagen zu privaten und öffentlichen
Gebäuden, Dachgärten und Fassadenbegrünung, Sport-, Freizeitanlagen, FußgängerInnenbereiche,
Rekultivierungsmaßnahmen für Abbauflächen oder Halden, Maßnahmen am Sektor des naturnahen
Wasserbaus, die Auseinandersetzung historischer Gartenanlagen oder etwa die Begleitplanung zu
Verkehrs-, Industrie- und Versorgungsanlagen

- städtische Freiraumplanung: Leistung zur Sicherung und Entwicklung vielfältiger Stadträume und
sichert soziale, ökologische und gestalterische Ansprüche an den Stadtraum

- Kooperation mit Architektur, Raumplanung, Verkehrsplanung, Kulturtechnik, Soziologie, Kunst,


Stenographie (Kurzschrift), Ökologie, Pflanzverwendung und Botanik, technische Richtungen, vielerlei
Handwerksberufen (besonders wichtig bei der Ausführungsplanung – die Zusammenarbeit mit
Gärtnern und Handwerkern ist [fast] am wichtigsten für die reibungslose Abwicklung einer Baustelle)
sowie Mediation und Kommunikation

VO II - LANDSCHAFT UND FREIRAUM

LANDSCHAFT

Geschichtlicher Überblick

- Teil Erdoberfläche + Lebensraum

- Funde wo Menschen L dargestellt haben angewiesen, 1. Darstellung Höhlenmalerei von Lascaux >
älteste Bilder von Menschen über Landschaft, aus Eiszeit, circa 15.000 v. C.

- Wandgemälde aus ägyptischen Gräbern zeigen Situationen die nicht real sind, ABER Element des
Gartens zusammengesetzt sind > GARTEN VON NEBAMUN

- Plinius der Jüngere beschreibt großes Landhaus mit all seinen Gärten am Beispiel des
Laurentinums: Beschreibung der Anlage der Gebäude, auch Pflanzen werden erwähnt. „Ausblick auf
drei Meere; Arkaden, Hofraum, Wände, Berge, Garten, eine ihn begrenzende Promenade…“

- Gärten des Orient gelten als Vorläufer der europäischen Gartenkunst; Gärten als Illustration von
Sagen, Geschichten und Fabeln in Persien; wichtige Szenen spielen sich im Garten ab
- Mittelalter Europa: Menschen bedacht, vor Gefahr und Unbild der Natur zu schützen und
Nahrungsmittel zu gewinnen; Gartenkunst betraf Haus- oder Burggärten und vor allem Klostergärten;
älteste Überlieferung Garten = Klostergarten St. Gallen (NICHT existiert, Plan stellt aber Idealtypus
dar > Zeichnung ein wertvoller Beleg, dass die planvolle Anlage eines Gartens)

- Betrachtung der Romantik (Mitte 18-19. Jhdt.) mit Erhabenen verbunden: Edmund Burke „The
Sublime and The Beautiful“ > Unterscheidung zwischen Schönen und Erhabenen (= Anmutung von
Größe, die über gewöhnlich Schöne hinausreicht; Gefühl Unerreichbarkeit verbunden, höhere Kraft)

- Caspar David Friedrich spiegelt Interpretation der Landschaft wieder: „Wanderer vor dem
Nebelmeer“ (1818) > Betrachter von hinten, der in ziehenden Nebel blickt, Betrachter lässt L auf sich
wirken, Natur- und kulturwissenschaftliche Betrachtung von L

wissenschaftliche Interpretation und Erkennung von L spielen mehrere Disziplinen zusammen:

 Geographie als Beschreibung der Erde; führt Aspekte der Natur mit Ökonomie und Sozialen
zusammen; Geos (griechisch Erde) und graphein (ritzen, zeichnen, schreiben);

L Naturraum und anthropogener Einfluss

 Geologie = Morphologie der L; beeinflusst Entstehung und Entwicklung der Böden, die als
biotische Schicht in das sogenannte Triplex-Modell der Wageninger Schule eingeht: L setzt
aus 3 Schichten Zusammen > untersten: abiotischen-, mittleren: biotischen-, obersten:
Nutzungsschicht > beeinflussen und prägen im Zusammenspiel Erscheinungsbild von L

- Carl Ortwin Sauer: Studien für historische Prozesse, kulturelle Einflüsse und ästhetische Eigenschaft
von L. > Kultur gestaltende Rolle bei Veränderung und Transformation von L, prägen Charakter eines
Gebietes; Unterscheidung zwischen den durch diverse natürliche Einflüsse entstandene
Naturlandschaften und durch menschlich Tätigkeit geprägte Kulturlandschaften

- John Dixon Hunt bezeichnet Entwicklungsstufen als „erste, zweite und dritte Natur“, 1. Natur ist
weniger berührt, 2. für menschliche Bedürfnisse und praktische Zwecke veränderte Kulturlandschaft
und 3. Gestaltung

L als gestalteter Raum

- Eingriffe verfolgen verschiedene Zwecke;

- Margherita Spiluttini (Fotografin): Infrastruktur als landschaftliches Element verstanden werden


kann; Straßen, Kraftwerke, Leitungen in Bildern ästhetisch eingefügt in Naturlandschaft

- Veränderung kann auch landwirtschaftlich parzellierend oder durch private Hecken entstehen
verändern L und ihre Erscheinung > auch ohne landschaftsgestalterische Intentionen

- Gartenkunst hingegen sind Schöpfungen > konkreter Gestaltungswille vorhanden

- internationale Übereinkünfte zum Begriff L: Konventionen, Manifeste, Charters und Deklarationen


definieren L, Gärten und Freiräume, deren Erhaltung und pflegeleichte Behandlung von kultureller
und gesellschaftlicher Bedeutung, die möglicherweise deshalb unter Denkmalschutz stehen oder zu
stellen sind
Beispiele: The Venice Charter 1964 > International Charter for Convention and Restoration of
Monuments and Sites; The World Heritage Convention 1972 > Convention Concerning the
Protection of the World Cultural and Natural Heritage; The Florence Charter 1981 > Historic Gardens;
European Landscape Convention 2000; The Paris Declaration 2011 > Declaration on heritage as a
driver of development;
UNESCO: L im Sinne einer kulturellen Schutzwürdigkeit als das Werk von Natur und Mensch
einzuordnen; einerseits im kulturellen oder ästhetischen Interesse und andererseits auch in
natürlichen Charakteristik liegen

LANDSCHAFT

Definition

- im LARCH-Sinne: meist umbauter nicht überdachter nicht gänzlich geschlossenen Raum

- umbaut = Freiraum gänzlich oder teilweise von Gebäuden umgeben, oder sich auf ein Gebäude
bezieht der zumindest im Zusammenhang mit Siedlung steht
- Lebensräume oder Teile (Ufer Gebirgsbach, Donauauen oder großräumige Maisfelder)
derselben werden nicht der Kategorie Freiraum zugeordnet

- nicht überdacht = (vorwiegend) unter freiem Himmel, in direktem Verband mit nicht nach oben
offenem Raum befindet und maßgeblich dem vorherrschendem Klima und Wetter ausgesetzt ist

- nicht gänzlich geschlossen = an mehr Seiten offen als geschlossen , zumindest oben offen
Freiraumtypologie

Typ von griech. Typus > Eindruck; Logis > Sprache Lehre

- Lehre von den Typen

- F kann also innerhalb einer Typologie einem bestimmten Typ zugeordnet werden, er kann Typ aber
nicht Typologie sein

Wozu dient Freiraumtypologie?

- systematische Einordnung, Gruppen mit übereinstimmenden Merkmalen gebildet werden können

- Freiraum einer Gruppe zuzuordnen, die sich von anderen Gruppen unterscheidet > Art der
Merkmale ist für Ordnung ausschlaggebend

- Typologie erlaubt eine vergleichende Analyse > Wirkung, Entstehungsbedingungen, Gestaltung,


Funktion verglichen werden um Eigenschaften beurteilen und für neue Projekte besser einsetzen zu
können

- erlaubt überprüfen und Sicherstellung gesamten Bedarf an diversen Freiräumen abgedeckt

- Einteilung von Freiräumen ermöglicht NICHT: Ableiten von einfachen Gestaltungsprinzipien > weil
Ort individuelle Überprüfung und spezifische Behandlung erfordert > Bedarf kann quantitativ
abgedeckt sein, entscheiden ist aber Qualität der Freiräume
Merkmale nach denen Freiräume eingeteilt werden können:
 Funktion (vorgesehener Nutzen) und Nutzung (stattfindende N)
 Gestaltung, Stil, Epoche (funktionalistische Parks, amorphe Parks, Garten d. Modere…)
 Größenordnung (Parkanlage, Kleingarten, Erholungsgebiet
 Erscheinung prägende Eigenschaften

Zuordnung von Freiraumtypen

- Öffentliche Grün- und Freiräume: Erholungsgebiete, Grünverbindungen, Stadtlandschaften


Stadtwälder, Uferzonen, Parkanlagen, Stadtgrünplätze, Stadtgärten. Plätze, Stadträume, FUZO,
Marktplätze, Geh- und Radwege, Straßenraum, Promenade

- Sport- und Freizeitanlagen: Sportplätze, Stadien, Wassersport- und Badeanlagen, Camping,


Multifunktionelle Freizeitanlagen

- Garten, Freiräume zu Wohnhäusern: Hausgärten, Freiräume im Wohnbau, Innenhöfe, Kleingärten,


Kleingartenanlagen, Jahresgärten, informelle Gärten, Gemeinschaftsgärten, temporäre Gärten

-Freiräume zu Institutionen: F zu Bürobauten, Industrie- und Gewerbebetriebe, Bildungs- und


Kulturbauten, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Sozial- und Pflegeeinrichtungen, Friedhöfe,
Kirchhöfe, Gedenkstätten

- Sonderformen von Grün- und Freiräumen: Botanische und zoologische Gärten, Gartenschau,
Gartenmesse, Ausstellungsgärten, Temporäre Einrichtungen

- Verkehrsräume und Infrastruktureinrichtungen: Heiden, Abbaugebiete, Straßenraum, Deponien,


Landschaften mit Infrastruktur (Bahn, Verkehrswege, Versorgung)

- Gebäudefreiräume: Dachterrasse, Terrassengärten, Höfe, Balkone, Fassadenbegrünung,


Innenraumbegrünung

VO III GARTEN UND PARK

PARK

- lateinische Wort parricus > eingeschlossener Raum bzw. Gehege


- lat. Parcere = „schonen“

- Park ist mit Blumen bestandenes meist eingezäuntes Gebiet;

- im Gegensatz zum Wald oder Forst NICHT landwirtschaftlich genutzt wird > dient ausschließlich
dem Aufenthalt im Grünen, der Bewegung der Freizeitgestaltung

- Begriff Park und Garten meist als Synonym verwendet, wobei Garten kleine Anlage meint

GARTEN

1. Eigenschaften eines Gartens: Grenze, Umgrenzung, Ausschnitt:

- Garten > gotisches Wort „gards, Garda“ bezeichnet: durch Zäune aus Gerten vor der umgebenden
Wildnis eingehegtes und bestelltes Land.
- normalerweise im Freien, relativ kleines Stück Grund > G Ausschnitt aus einem größeren ländlichen
oder städtischen Raum

- laut Lexikon ist Garten „ein geschlossenes Grundstück oder Land in Verbindung mit Haus,
verwendet um Blumen, Früchte oder Gemüse zu ziehen“ (Oxford Dictionary, von Vroom zitiert)

- europ. + slawischen Sprachen wird Wort Garten abgeleitet von „Umschließung“; Umschlossenheit,
Einfriedung, Begrenzung > Ausgangspunkt;

- ältester und berühmtester Garten = DAS PARADIES > steht für umgrenzten Freiraum

- persisches Wort für Garten: „pairideaza“. Pari (herum) und daeza (Mauer)

- hortus conclusi (lat. geschlossener Garten) ist ein von Zaun umgebener mit Tor versehener Garten;
Hortus römische Bezeichnung des Nutzgartens im Gegenteil zum Lustgarten (dem Viridarium)

2. Eigenschaften eines Gartens: Verbindung zur Natur natürlichen Elementen

- Van der Staat: Charakteristikum des Gartens ist Verbindung zur Natur; Zweifelsohne herkömmliche
Gärten mit natürlichen Elementen ausgestattet, jedoch in jedem Falle ein Kunstprodukt

- Gartenkunst Aufstieg in anerkannten Kunstrichtungen, wobei gärtnerisches Handwerk auch hier


zweifelsohne eine besondere Bedeutung

- Neuere Gärten kommen damit aus, Aspekt der Natur nur mehr darzustellen und auf natürliche
Elemente gänzlich zu verzichten

3. Eigenschaften eines Gartens: Kultivierung, Gestaltung, Kultur, Künstlichkeit

- Die Präsentation der Pflanze als Hauptakteurin im Garten beruht auf einem bewussten Akt, der in
die Natur eingreift. Neuere Gärten können allerdings auch ohne Gärtner auskommen, indem sie den
Aspekt der Natur nur mehr darstellen und auf natürliche Elemente gänzlich zu verzichten.

- Martha Schwartz, amerikanische Landschaftsarchitektin, die aus der Kunstrichtung der Druckgrafik
kommt, stellt 1986 für den Dachgarten des Whitehead Institute for Biomedical Research, Cambridge
Massachusetts, einen grünen Raum her, der mit künstlichen Objekten versehen ist, die Pflanzen
darstellen sollen.

4. Eigenschaften eines Gartens: Imaginativer Raum

- G symbolische + metaphorische Bedeutung > Eric de Jong spricht von: „Topographia“ > real
existentem Ort und von „Thopothesia“ > imaginativer Ort (Bsp. Paradies, Vorstellung des Glücks auf
Erden

- Vroom: Garten ist idyllischer Ort, Park, Ornamentale Fläche > die für die Erbauung und Erholung
gemacht wurde. > G mehr physischer Ort, er ist Freiraum im eigentlichen Sinne

- Dieter Kienast: „Garten letzter Luxus, denn er fordert das, was in unserer Gesellschaft am
seltensten und kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und Raum“ ; „Garten in seiner Form
komprimiertes Wunschbild der Welt“ > im Garten bildet sich die Welt ab „Stellvertreter der Natur, in
dem wir Geist, Wissen und Handwerk wieder gebrauchen im sorgsamen Umgang mit der Welt und
ihrem Mikrokosmos, dem Garten“
- Von gestalterischer Einbindung und Konzeption abgesehen > enge, persönliche Bindungen zum
eigenen Garten

- Sehnsucht nach Entspannung, Idylle und Glück treibt Menschen in Garten

Funktion des Garten / Parks

1)Nutzgarten:

-ökonomische Funktion dient der Produktion von Nahrungsmittel, vornehmlich Eigenbedarf und
Ergänzung der Ernährung; Bsp.: ländlicher Bauerngarten (Gemüse und Zierpflanzen);

- Als Subsistenz wird weitgehend Selbstversorgung mit Lebensmitteln bezeichnet > Bauerngarten
oder Siedlergarten kann Subsistenz dienen;

- Gärten der Siedlerbewegung und Siedlungen der Moderne sollte ebenfalls die Nahrungsproduktion
als Selbstversorgung funktionieren

- Siedlergärten der Knarrbergsiedlung 1929: ; jeweils eine Familie konnte mit Garten ernährt werden,
Kreislaufwirtschaft: funktional und praktisch zu benützten, dennoch für Ruhe und Erholung

2) Nutz- und Produktionsgarten:

- Gebiete, der BewohnerInnen auf selbst gezogen Nahrungsmittel angewiesen; Nutzgärten =


Lebensgrundlage und Einkommensquelle

-Bsp.: Detroit, Niedergang Autoindustrie war Wirtschafskreislauf kaputt> BewohnerInnen helfen sich
selbst, auf Brachen Gemüseanbau für Eigenbedarf

3) Gemeinschaftsgarten:

- dient ebenfalls der Anzucht von Lebensmittel und Zierpflanzen > vordringlicher Sinn liegt in
gemeinsamer Tätigkeit

- soziale Funktion im Vordergrund; gemeinsame Betätigung von sozial gleichen oder


unterschiedlichen Personen

- guerilla gardening als interventionistische Aneignungspraxis hat weniger sozialen als subversiven
Charakter; Flächen ohne Absprache oder Berechtigung zum Zwecke des Gärtners angeeignet; tlw.
Gruppen oder Einzelpersonen

4) Kleingärten:

- ursp. Bereitstellung von Anbaumöglichkeiten für Hausbedarf von Arbeiterfamilien; Freizeit sollte
StadtbewohnerInnen sich im Freien betätigen > Ausgleich zur Industriegebiet > Anbau Obst und
Gemüse

- Daniel G. M. Schreber: ausgeweitet auf die Kindererziehung, Kinder durch Betätigung im Freien zu
gesunden Lebensführung erziehen; dann wurden Schrebergärten zu gärtnerisch Arbeit durch
Aufenthalt im Freien > im eigenen Garten ergänzt und wurde sogar zu Wohnmöglichkeit ausgebaut

- Kleingartenanlagen organisatorischen Verband, die meist gemeinschaftlich organisiert > Verein


5) Erholungsgarten:

- rekreative Funktion im Vordergrund

- Aufenthalt im Freien ist heute zum größten Teil Freizeitbegrüngen: Muße, Bewegung und
Zeitvertreib mit Familie und FreundInnen

- Gärtnerische Arbeit Ausgleich zu bewegungsarmen Alltag

6) Repräsentativer Garten

- G repräsentiert Eigenheiten und Vorlieben BesitzerInnen

- Zweck darzustellen, wer dahinter steht; Gärten des Adels und gehobenen Gesellschaft

- Fürst von Bomarzo ließ im heiligen Wald einen repräsentativen, wildromantischen privaten G mit
zahlreichen Skulpturen anlagen

- HEUTE repräsentative Funktion oft bei Firmen > mit Außenraum Unternehmen positiv darstellen

7) Themengärten

- Gärten oder Parkanlagen mit bestimmten Thema, oder die Geschichte erzählen

- Vergnügungspark, Archäologiepark, Botanischer Garten, Brainpark, Industriepark, Jurassic Park,


Windpark

8) Künsterlnnengarten

- Ausdrucksmittel von KünsterInnen

- G = Werk der Kunst, die nicht den Prinzipien der klassischen Gartenkunst folgt sondern jeweiligen
Interpretation der bildenden Kunst;

9) Garten in der Bildenden Kunst

- häufig Gegenstand der künstlerischen Auseinandersetzung: Gemälden, Skulpturen, Objekten,


Installationen

Gestaltungsgrundsätze

- gute Gestaltung wird an der sogenannten „gestalterischen Kohärenz“ deutlich, also durch die
Zusammenhang zwischen allen Teilen und Eigenschaften des gestalteten Raumes gebildet wird

- gestalterische Einschiebungen betreffen jeden einzelnen Aspekt, wie Raumbildung, Teilräume,


Raumgliederung, Zonierungen, Sichtbeziehungen, Erschließungen, Einrichtungen, Bepflanzung,
Infrastruktur

- gut gestaltete F erfüllen selbstverständlich über gestalterische Erfordernisse hinaus auch


funktionalen, gärtnerischen und technischen Anforderungen.
VO IV PARK UND STADT

Bebauung und Freiraum

- Gebäude und Freiraum bedingen einander räumlich, funktional, qualitativ > Bebauung in Proportion
und Dimension des Freiraumes bestimmen:
- Form und Größe des Freiraumes: wie die bauliche Konstellation aussehen kann und aussieht
- Raumgefüge zwischen Bebauung und Freiraum ist daher > Einheit
- Funktionen des Gebäudes > Auswirkung: was sich im Freiraum abspielt; Möglichkeit
Betätigung des F anbietet; Erschließung bewältigen >bedingt was im Gebäude möglich ist
- Qualität der Gestaltung des F wirkt sich darauf aus, was vom Gebäude aus gesehen wird;
auch auf Atmosphäre des gesamten Stadtraumes
- Erscheinung, Gliederung, Gestaltung der Gebäude sind von außen wahrzunehmen >
strahlen Atmosphäre des Stadtviertels aus > ZUSAMMENSPIEL BEIDER: Stadt wird von außerhalb der
Gebäude erfahren
Städtebauliche Konzeption = Positionierung, Größe, Form, und Orientierung von Gebäuden auf dem
Grundstück; Zuschnitt, Proportion, Dimension von Gebäude und Freiraum definieren das
Raumgefüge

- Städtebauliche Grundparameter sind Dichte, Anordnung, Belichtung und Erschließung von


Gebäuden
- Erschließung des Gebäudes erfolgt über Freiraum > alle Faktoren sind durch Freiraum bedingt.

- Freiraumplanerische Grundparameter: Größe, Zuschnitt, Proportion, Ausstattung, Bepflanzung,


Funktion und Erschließung des Freiraumes.

- Alle Faktoren durch Gebäude beeinflusst > können einander unterstützen, kompensieren oder
behindern; Bsp.: dichte Bepflanzung behindern Belichtung der Wohnräume

- Städtebau und Landschaftsarchitektur bestimmen gemeinsam Qualität des Raumgefüges

- Funktion der Inhalte des Gebäudes können Grundlage für Idee und Formgebung des Freiraums
liefern

Parks und grüne Infrastruktur

Grün- und Freiraum in beispielhaften stadtplanerischen und städtebaulichen Konzepten des 20. Jhdt:

- Europäische Städte zeichnen sich durch mittelalterlichen Kern aus (wenn nicht durch Krieg zerstört)
- historisches Zentrum meist von Mauer umgeben
- mehr oder weniger konzentrische Stadterweiterung bis ins 19. Jhdt. Vorstädte integriert,
Zwischenräume bebaut, zusammenhängende Siedlungsraum verbunden > Fortführung bis ins 20.
Jhdt.

- architektonische Moderne wendet sich gegen „dichte Stadt“ des 19. Jhdt. > Gesellschaftskritik und
Forderung nach Aufbruch gegen Bebauungsstruktur; Stadtfeindlichkeit (Kienast)
- Diskussion zwischen Urbanisten > die bauliche Dichte - kulturellen Dichte für gut halten;
Desurbanisten > Auflösung Dichte für Durchgrünung > bis HEUTE
- Gartenstadtkonzepte: Siedlungsstruktur die Gärten und geringe Dichte vorsieht > Zuordnung der
städtischen Funktion in Verbindung mit landwirtschaftlicher Produktion > Entwicklung
Siedlungsmodelle, auf Ebene des Zusammenlebens basieren

- Leberecht Migge: auf stadtplanerischen Ebene: Modelle > Lebensmittelproduktion der


BewohnerInnen möglichst eigenständig erfolgen könne

- Bauboom + Herstellung von leistbaren Wohnraum durch das Rote Wien, ebenfalls heftige
Diskussionen: ob kompakt und dicht ODER eine Art Gartenstadt

- Le Corbusier (1887-1965): sieht Natur als Grundlage des modernen Städtebaus, Landschaft muss
durch und um Gebäude fließen; mehrere theoretische Visionen führten in Umsetzung der Theorie in
der Unite d’haitation > Versuch der vertikalen Gartenstadt um mehr Landschaft zu erhalten:
Großzügige Grünzüge, Dachgärten, Balkone, Terrassen; Le Corbusier verbindet die Theorie der
Gartenstadt mit modernen Bedürfnissen und großstädtischem Ansatz > Erholungsraum war nicht auf
abgegrenzte Parks vorgesehen, sondern soll Stadt durchströmen

- modernistische städtebauliche Ansatz wie 1960er Jahren in englischem New Towns; durch Keynes
umgesetzt wurde, wurde kritisiert weil NICHT autogerecht Parks als grüne und soziale Infrastruktur

- dichte Stadt > Parks funktional eigenständig

- gesundheitsfördernde Einrichtung /Sanitäres Grün und als gemeinschaftsfördernde der gerechten


Raumverteilung bezeichnet

- kompaktere Stadt wurden räumlich definierte Parks als soziale Infrastruktur und Erholungsraum
gesetzt

- dies drückt sich unter anderem in ihrem Programm aus

- Berühmter Schillerpark (Berlin) einer der ersten Volksparks enthielt: Schülerweise, Bürgerwiese,
Blumenparterre, Kinderspielplatz, Planschbecken, einfaches Wegenetz, Barfußstraße
„Park dient nicht mehr dem müßigen promenierenden Bürgern sondern dem Volk, das aktiv von ihm
Besitz ergreifen kann“ , Lampugani

- Hamburger Stadtpark von Fritz Schumacher, 1909, ist Volkspark > enthielt Landhaus,
Milchwirtschaft und Trinkhalle, Planschbecken, Sprunggarten; aus repräsentativen Park früherer
Zeiten ist der soziale Park unserer Zeit geworden – aus Fürstenpark der Volkspark

- 50er und 60er Jahre (Wiederaufbau) mehrere große Gartenschauen im deutschsprachigen Raum >
Parkanlagen als Erholungsraum und Motor für Stadtentwicklung geschaffen > soziale
Vorsorgegedanken wurde wieder aufgegriffen

- Jüngere Parkanlagen werden auf Gelände der Stadterweiterung realisiert. sowohl innere als äußere
Stadterweiterung > Ausbreitung erfolgt an Rändern der Stadt wie auf frei werdenden Arealen des
Stadtumbaus oder auf neuen Brachen innerhalb der Stadt z.B.: München Rief Parkfunktionen

- Park urbanes Phänomen, Funktion resultiert aus urbanen Zusammenhang und Bebauungsdichte

- Parks Teil grüner Infrastruktur und des Freiraumsystems. dienen damit als Ausgleich baulicher
dichte, dem ökologischen Ausgleich sowie Erholung und Erbauung
- Nutzungen die im Park angeboten werden, richten sich nach Größe sowie nach Bedeutung und
Einzugsgebiet

Gestaltung von Parks

- zeitabhängig. gestalterischen, soziokulturellen Störungen unterworfen

- 19. Jhdt.: Natur nachgebaut; Betrachtung Eindruck, Erlebnis stehen im Vordergrund

- 20. Jhdt.: tritt der soziale Grundgedanke in Vordergrund > Soziales Grün / Sanitäres Grün
(Bewegung, Betätigung) und Aneignung wurden gestaltet

- Modelle der Stadt der Moderne: sollte die Funktion nicht auf geschlossene Flächen beschränkt
bleiben > Metropole und Landschaft sich nicht ausschließen; möglichst viel Grünraum bei möglichst
hoher Bebauungsdichte > Landschaft sollte die Bebauung umfließen Le Corbusier?

- nach Krieg: waren Parks > Motoren der Stadtentwicklung; Gartenschauen sollten in soziales Grün
münden, Modernistische nüchterne Gestaltung wurde von der Bewegung zu mehr Ökologie und
Naturbewusstsein abgelöst > Gestaltungen folgten diesen Bewegungen > mehr Ökologie

- Postmoderne (1970er und-80er): Gestaltung bildhafter Vorgaben wurde aufgelöst > mehr
Konstruktionen und Ausstattungen und nach unabhängigen Prinzipien auf eigene Layer
zusammengefügt

- Darauffolgenden Jahrzehnten entstanden durch den Untergang vor allem der Schwerindustrie in
Europa neue Landschaften auf Industriebrachen

- Ästhetik des romantischen Zerfalls der Industrieruinen hielt Einzug in Parkgestaltung; Belassen oder
Übernehmen von Überresten führte in weiterer Folge zu prozesshaften Gestaltungen, die sich der
Entwicklung von Natur und Kulturlandschaft sichtbar Raum gaben z.B.: Parkanlage in Tempelhof
ehemaliges Flughafengelände in Berlin

- Gestaltung von Parks ähnlich wie bei anderen Freiräumen


- Bestandsanalysen: Ort und seine Möglichkeiten zu verstehen
- Aufgabe die mit Gestaltung gelöst werden soll, muss ebenfalls hinterfragt + verstanden werden
- Ort verstehen: Bestandserhebung- und Analyse > ergeben Potential, Charakteristik und Qualität des
Ortes aber auch Defizite
- Analyse = handlungsorientiert, Überlegung: was zukünftig am Ort geschehen kann > was kann oder
soll an Ort geschehen > prospektive Analyse
- Aufgabe verstehen: Anforderungen zusammen mit Nutzenden und dem Potenzial des Ortes
abgleichen
- Möglichkeiten verstehen: ableiten was getan werden kann. Planungs- und Entwurfsprozesse über
Idee-Konzept-Entwurf
> Idee ist übergeordnetes Gedankengerüst, Grundlage für gestalterisches Leitbild, bestimmt
Formensprache, Pflanzenauswahl, Materialien, Farbigkeit
> Konzept = räumliche Festlegung der Idee: Randausbildung, Raumbildung, Raumgliederung,
äußere, innere Erschließung, Pflanzen, Einrichtungen, Ausstattung
> Entwurf exakte räumliche Lösung maßstabsgetreu und lagerichtig (Vorentwurf-Entwuf)
- In diesen Gestaltungsprozess ist zu berücksichtigen, dass ein Park entwickelt, gepflegt, erhalten
werden muss

VO V TOWNSCAPE

nicht bebauter Raum der Stadt im Zusammenhang mit der Stadtstruktur und Landschaftsbezug

- Gestaltung städtischer F zu bewerkstelligen > Beschaffenheit verstehen; Zusammenhang mit


räumlicher Umgebung; Kontext mit Stadtentwicklung > Stadt hat sich gebildet, verformt, verändert

- Grundlage der Stadt = Landschaft, diese war vor Stadt vorhanden > offensichtlich wo
Landschaftselemente im Siedlungsraum zutage treten (Wasserläufe, Bäche, Flüsse, Berge…)

- Stadt folgt Morphologie der L; kann analytisch für Erkennen und Verstehen des Stadtraumes und
Städtebaulichen Zusammenhangs sein: Plätze als Teil städtischen Raumgefüges

- L als stadträumlich wirksame Grundlage

- Camillo Sitte: Stadtraum kompositorischen Prinzipien beurteilt: Annäherung an städtischen Platz


erfolgt über bauliche Struktur, Grundlage für seine Aussagen zum städtischen Platz bzw. Stadtraum
waren Analyse von antiken, mittelalterlichen Städten > Ableitung aus Proportion und Anordnung wie
funktionierende Stadträume auszusehen haben; Sitte will Städtebau und nicht nur Architektur als
Kunstgattung etablieren, er beklagt Verlust an gewachsenen aber auch durch rigorose Stadtplanung
entstandene Plätze, Vorzug gibt er einer gewissen Unregelmäßigkeit; er propagierte auch die
Beachtung sozialer Bedingungen und stellt der abstrakten Rasterplanung die malerisch-
abwechslungsreiche Gestaltungsweise entgegen, die er an mittelalterlichen und barocken Objekten
demonstriert; propagiert Freihalten der Mitte eines Platzes: beim Aufstellen von Brunnen und
Monumenten > Aufstellung in Mitte des Platzes macht diesen zu einem Platz für das Monument,
Aufstellen des Monuments außerhalb der Mitte = Platz mit Monument; wichtiges Prinzip war auch
Geschlossenheit der Plätze, er liefert auch Bsp. Zu richtigen Größe und Form der Plätze

- Spiro Kostoff „The City Shaped“: wie Gestalt der Stadt entstanden ist und stellt diese
sozialgeschichtlichen und stadtgeografischen Zusammenhang; Titelbild: Piazza del Campo = gelobter
städtischer Platz; scheinbar gewachsene Struktur des Platzes ist präzise konzipiert am
Berührungspunkt drei Gemeinden, verbunden durch zwei Straßen die sorgfältig geplantes Y bilden;
baulich gefasster Platz mit Leere auf die oft Bezug genommen wird; durchgängig befestigte Fläche die
zur Kathedrale hin abfällt

- Cordula Loidl Reisch: Kriterien nach denen städtischer Freiraum einheitlichen Gruppen eigeteilt;
Analyse nach vordringlichen Eigenschaften und sortiert nach Raumstruktur, Erschließung, Gestalt,
Nutzung, Zusammenhang, Entstehungsgeschichte, Identifikation und Ökologie Bsp.: Puchsbaumplatz
quadratischer Platz = Freiraum mit streng geometrischen Grundriss; Hugo-Wolf-Park Grünraum auf
Hang und Terassenkanten = F mit Wientypischer Morphologie; Tigerpark = Baulückenpark im dicht
bebauten Gründerzeitgebiet

Stadt- und Raumanalysen

- Städtische F werden auf Ebene Gesamtstadt, Ebene Stadtteils und Ebene Raumes selbst analysiert
> Wahrnehmung Stadtraum durch BewohnerInnen erfolgt nicht getrennt nach diesen Ebenen
- Bewegung zur etablierten Moderne, die radikale Ahistorizität (=Verzicht auf eine historische
Betrachtungsweise) propagiert hatte, in den 60er Jahren anders > historische Stadteile per Gesetz
vor Modernisierung bewahren

- Thomas Gordon Cullen „Townnscape“: analysiert Stadträume anhand von naturalistischen Skizzen
> Kernaussage ist dabei, dass erlebte Stadtbild aus der Serie von Bilder zusammensetzt die
nacheinander wahrgenommen werden, so beschreibt er: serielles Sehen. Auch räumliche Wirkung
von Erweiterung oder Geschlossenheit werden mit Handskizzen erklärt

- In das Verständnis und Erlebnis von Stadtraum fließen persönliche Erfahrungen und Informationen,
Beobachtung, Organisation, Funktion mit ein

- Frank Lloyd Wright geht dem auf den Grund indem er empirische Untersuchungen von
Stadträumen ableitet: woraus sich das Bild der Stadt zusammensetzt aus Wegen, Grenzlinie,
Bereichen, Brennpunkten, Merkzeichen sowie aus Beziehungen der Elemente untereinander;
Wege, Elemente und Formen fügen sich demnach zu einem neuen Ganzen zusammen, das als
solches auch zur Verfügung stehen sollte um Stadt lesbar zu machen Zeitgenössische Interpretation
von Stadträumen (Martina Löw?)

- letzten beiden Jahrzehnten > Interdisziplinär > städtische Komplexität

- soziale und ökonomische Beiträge spielen in Analyse und Entwicklung von Gestaltungskonzepte
große Rolle

- Ökologie, Umwelttechnik, Kommunikation, Mediation in Planungsprozesse integriert

- räumlichen Analysen werden dabei soziologische Untersuchungen hinzugefügt

- Erstellung „mental maps" > Wahrnehmung und individuelle Interpretation des Stadtraumes;
Personen Vorstellung des Raumes aus Gedächtnis in rudimentär Planungsgrundlage eintragen, aus
Vielzahl der individuellen Vorstellung = Ableitung Potenzial des F

- Stadtlandschaft laufen bestehende Strukturen verbessern und an Bedarfslagen angepasst

- Neue Stadtteile entstehen sowohl dort wo Städte am Rand ausdehnen + dort wo größere Areale
innerhalb Stadt freiwerden > innerhalb Stadt oft aufgelassene Infrastrukturlinien > lineare Parks,
Bsp. Promenade Plantee in Paris, In Europa lineare Parks entlang von Flüssen, Bahntrassen,
Bahnhöfe, Viadukte, Betriebsareale, Hafenanlagen. zählen zu innerstädtischen Arealen die durch
Aufgabe ihrer Funktion und Benutzung frei werden für neue Stadtteile entstehen Bsp.: Hafencity
Hamburg, Nordbahnhof, Zentralbahnhof, Nordwestbahnhof, Flugfeld Aspern

- Stadträume ins Blickfeld gerückt die sich planerischen Zugriff entziehen; Nutzung und Aneignung oft
auf dysfunktionalen, also gestalterisch nicht definierten, oft auch nicht für Nutzung vorgesehene
Räume.

- temporäre Nutzung erweitern Spektrum der Betätigungsmöglichkeiten > NEU zu bewerten


VO VI DER ÖFFENTLICHE RAUM

- geschichtswissenschaftlicher Auseinandersetzung, zum Teil sind Orte Synonym für historisch


Ereignisse; Abbild soziokulturellen Situationen > Ort gesellschaftlichen Lebens und damit Inhalt
Sozial- und Kulturwissenschaften; Politik und Gesetzgebung im öffentlichen Raum; Stadtplanung,
Raumplanung Städtebau

- in LARCH ist er Gegenstand des planerischen und gestalterischen Diskurses

- Öffentlicher Raum physische und immaterielle Dimension, Öffentlichkeit hat soziale und kulturelle
Dimension M. VROOM bezeichnet ihn als Bühne

- ÖR steht Privaten Raum gegenüber; physische Grenze zwischen beiden ist eine Raumgrenze;
Grenze auch immateriell also unsichtbar

- ÖR durch Besitzverhältnisse definiert > Besitz der Allgemeinheit also der öffentlichen Hand

- Soziale Einschränkungen dieser Öffentlichkeit können sich aus Zugehörigkeit zu den im Raum
agierenden Gruppen ergeben aber auch aus fehlender Information über den Raum oder dessen
Funktion. Damit verbunden auch die Frage ob bekannt ist, wie man sich im Raum üblicherweise
Verhält > Verhaltenskodizes

PETER MARCUSE spricht daher vom öffentlich NUTZBAREN Raum:


1) Verfügung über Ressourcen bestimmt die Teilnahme am öffentlichen Leben und damit die
Nutzung ÖR
2) Zugänglichkeit muss für alle gegeben, Raum erreichbar, auffindbar und betretbar sein;
3) kein Ausschluss bestimmter Personen oder Gruppen erfolgen durch Verbote oder ungeschriebene
Regeln
4) Wie Raum aussieht bestimmt ganz wesentlich mit, ob er einlädt oder nicht. Pflegezustand wichtig
5) Räume müssen dauerhaft unbedenklich benutzbar sein - Voraussetzung für allgemeine
Benutzbarkeit ist Einrichtung, Aussehen und Zustand

- Christoph Alexander: „öffentlicher Platz kleiner als Vorstellung, nicht mehr als 15-18 m breit, gilt
nur für Breite nicht für Länge“ > derart exakte Angabe nicht haltbar, Dimension bestimmt mit welche
Art von Öffentlichkeit oder Anonymität

- Jane Jacobs kritisiert Unpersönlichkeit der Großstadt und fordert unter anderem für Straßenraum
und Innenraum eine Verbindung > Augen auf ÖR gerichtet > „Eyes on the street“ damit positive
soziale Kontrolle erfolgen kann > Menschen können und wollen in Kontakt treten

- Forschungsansatz zur Analyse des Stadtraumes beschreibt Stefano Boeri: Projekt beschreibt
ständige Verschiebung in territorialer, ökonomischer und geopolitischer Identität > Vorgänge die auf
Selbstorganisation basieren und auf kaum regulierte Prozesse zurückzuführen sind werden mit
filmischen, soziologischen, freiraumanalytischen, geografischen Mitteln festgestellt. untersucht
territoriale Zusammenhänge über entartete Netzwerke

- Teilweise Funktion vom ÖR in Innenraum verlagert > Märkte zu Geschäften in Gassenlokalen in


Shopping Malls = Abwanderung des mit Kommunikation eng verknüpften Handels vom ÖR zu
privaten Innenraum > trifft auch auf Sport und Unterhaltung zu
- ÖR umfasst verschiedene F: Erschließungsraum, Aufenthaltsraum, Funktionsraum, historische
Plätze und neue Stadtplätze, Straßenraum mit Verkehrsraum, Haltestellenbereiche, Fußgängerzonen,
Spielplätze, Grünräume, Parkanlagen, Vorplätze und Freiräume von öffentlichen Gebäuden

Kriterien für ÖR:

- Jan Gehl 12 Schlüsselkriterien für funktionierenden ÖR: Schutz, Komfort und soziale Interaktion
ermöglichen; notwendig und optionalen Aktivitäten die im ÖR stattfinden, je mehr optionale
Aktivitäten ein Raum fördert desto mehr Belebung

- Leitbild Stadt Wien ÖR: Vorsorge für neue ÖR in Stadtentwicklungsgebieten im dicht bebauten
Gebiet; Ästhetische Ansprüche und Benutzungsqualität, Alterungsfähigkeit und Flexibilität,
Differenziertes Management bestehender Freiräume

- Zusammenhang Benutzbarkeit und Gestalt > Studie „Differenzierung“: wird Augenmerk auf Frage
gelegt welche räumlichen Strukturen und welche gestalterische Voraussetzung für welche Nutzung
förderlich ist; Voraussetzung die gleiche Benutzbarkeit von Mädchen und Buben: räumliche und
funktionale Einbindung der Anlage in Freiraumnetz; differenziertes Raumkonzept mit
unterschiedlichen Raumdimensionen; Vielfältiges Angebot an funktionalisierten und nicht
funktionalisierten Teilräumen; Flexible nutzbare Teilräume für alltägliche Nutzung sowie für
temporäre Veranstaltung; leichte Zugänglichkeit der Teilräume; Multifunktionale, bespielbare
Grenzen zischen Teilräumen; Ausbildung von Zwischenräumen und Übergangsbereichen, Einbindung
von Kleinkinderspielbereichen in Gesamtgestaltung; Aspekte der Sicherheit und des
Sicherheitsgefühls

- „unter städtischen ÖR verstehen wir die F in städtischen Lagen, deren öffentlicher Charakter
rechtlich, soziologisch und politisch feststeht: Freie Zugänglichkeit bei Einbindung in städtische
Umfeld, Nutzungsoffenheit im größten Teil des ÖR; Spannungsfeld zwischen Aktions-, Bewegungs-
und Rückzugsräumen; Integration von publikumsintensiven, nutzungsgebundenen Bereichen und
Einrichtungen

VO VII NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

Nachhaltigkeitsdefinition

- LARCH gestalterische Disziplin mit natürlichen und sozialen Aspekten > Umweltverträglichkeit und
langfristige Wirkung, Ressourcenschonung, soziale Verträglichkeit

- kein absolutes Regelwerk sondern Übereinkunft der Gesellschaft oder Politik

- es ist Konzept außerdem Appell an die Verantwortung des Individuums gegenüber der Gesellschaft
> ethisch-moralische Komponente

- deutschsprachigen Raum Begriff Nachhaltigkeit in Forstwirtschaft begründet; Hans Carl von


Carlowitz fordert bei Bewirtschaftung langfristige Sicherung des Bestandes + Ertrag

- Brundtland-Kommission: ökologisch, ökonomische und sozialen Zielsetzungen gleichgewichtig


Rechnung zu tragen und damit ethische Verantwortung für Gerechtigkeit zwischen den heute
lebenden Menschen und zukünftigen Generationen wahrzunehmen > auf diese Definition beziehen
sich alle nachfolgenden Erweiterungen
- Weltgipfel in Rio de Janeiro, 27 Grundsätze definiert, laut Elisabeth Mayer sind 3 für LARCH
relevant: Mensch im Vordergrund stehe und für gesundes und produktives Leben in Harmonie mit
Natur zu sorgen habe; Entwicklungs- und Umweltziele von gegenwärtigen zukünftigen Generationen
erreicht werden; Umweltschutz ein integraler Bestandteil des Entwicklungsprozesses und kein
separater sein soll

- J. Minsch: Verständnis nachhaltiger Entwicklung als zukunftsbezogenem gesellschaftlichen Lern-,


Such-, und Gestaltungsprozess > Erfordernis für Weiterentwicklung, kein endgültiger Zustand >
welches Ziel wird verfolgt > in LARCH stehen im Zusammenhang Fragen die Umwelt in weiterem
Sinne betreffen im Vordergrund; auch Soziale ökonomische Aspekte werden diskutiert

- „Gestaltung von F ist Konzept der „kritischen“ Nachhaltigkeit… Praxistauglich und


operationalisierter“ > wobei unter kritischer Nachhaltigkeit verstanden wird, dass die Substitution
zwischen Säulen erlaubt ist, wenn essentielle Bestandteile geschützt werden > essentiellen Ziele für
jede Säule getrennt formuliert, in Projektentwicklung Säulen wieder vereint werden müssen >
Vereinigung passiert traditioneller Weise ohne Berücksichtigung von möglichen Synergien > laut
Grimm-Pretner reduktiver Gestaltungsansatz zu Speziallösung führt. Im integrativen Ansatz welcher
Mehrwertlösung zugrunde liegt Naturgarten

- in UK schon im 19. Jhdt. propagiert, Gärtner William Roberts umfassende Diskussion ausgelöst, die
Ablöse vom formal bestimmten Garten und Herstellung von natürlich wirkender Gestaltung zum
Inhalt hatte

- Deutschsprachigen R waren Naturgärten Anfangs des 20. Jhdt. ein Thema, allerdings war Ökologie
weniger präsent

- A. Seifert definiert eine Gartengestaltung mit Ziel bestmöglichen Herausarbeitung der besonderen
Eigentümlichkeiten eines einzelnen Gartenplatzes auf Grund aller biologischen und geschichtlichen
Möglichkeiten im engen Anschluss an umgehende L > Zielformulierung; er hatte vorwiegend
ästhetische Grund für Bevorzugung heimischer Pflanzen und typisch deutsche auch in
Gartengestaltung zu erhalten; auch einsetzen Fremdländischer Pflanzen aber: Grundgerüst aus
bodenständigen Arten

- Was sind heimische Pflanzen? Ken Thompson: Festlegung Einwanderungszeitpunkt einer Art ab
dem sie als native zu bezeichnen nicht willkürlich sondern für jede Art anders gehandhabt wird
Ökologie und Gestaltung

- Ian McHarg: Design mit Natur. Anpassung der Gestaltung an Erfordernisse der Natur durch
Standortwahl und gestalterische Maßnahme. Schutz der Landschaft als Naturraum, sowie
ökologische Funktion gewährleisten

- auch Natürlichkeit an ästhetisches Leitbild verknüpft; natürlich wirkende Anlage die zumeist dichte
oder zumindest raue Vegetation enthält was ihr eine Atmosphäre von Ursprünglichkeit oder Wildheit
verleiht nicht zwangsläufig ökologisch nachhaltig > nur ökologisches Funktionieren bestimmt Grad
der Nachhaltigkeit
Soziale Nachhaltigkeit

- Neue Quellen erweitern den Begriff sozial und kulturell und sprechen von sozio-kultureller
Dimension

- in LARCH Aspekte der Herstellung der Nutzung und Funktion sowie die Erhaltung für soziokulturelle
Dimension verantwortlich, die sich in Gestaltung niederschlägt

- Herstellung und Erhaltung Arbeitsbedingungen relevant sowie Einflüsse die durch Maßnahmen
entstehen wie etwa Lärm, Geräusche, Emissionen oder Nutzungseinschränkung.

- Gestalt und Einrichtung des Freiraumes legt im Wesentlichen fest ,wie er von wem benutzt werden
kann

- einzelner F nicht alle Nutzungsmöglichkeiten abdecken kann, deshalb gesamte Freiraumsystem in


Beurteilung miteinbezogen werden muss

- Gestaltung ist außerdem kulturelle Dimension zuzuschreiben, die sich nach Kulturkreis oder nach
Gruppen innerhalb Kulturkreis unterscheidet (Skatanlage-Jugendliche; Spielplatz-Kinder;
Schmetterlingswiese- Naturinteressierte) > Dimension zeigt wie stark Identifikation der Person mit
Freiraum erfolgt > im Gebrauch des F drückt sich Gesellschaft aus, Wirtschaftlichkeit

- Gestaltung, Pflege und Erhaltung von F ist ausreichend Budget vorzusehen > verantwortungsvolle
Gestaltung nützt vorhandenes Budget bestmöglich aus, wobei Grunderwerb, die Vorbereitung,
Planung und Kommunikation, der Herstellung, der Erhalt und Pflege sowie möglicher Rückbau
niederschlagen und daher in Budgetplanung zu berücksichtigen sind

- Kosten-Nutzen-Rechnung sind Zusammen mit anderen Dimensionen anzustellen da scheinbar


kostspielige Investitionen in anderen Bereichen langfristig Einsparungen bedeuten können. Folgende
Aspekte wichtig für Gestaltung und Erhaltung von F im Sinne nachhaltigen Entwicklung:

 Standortsensibilität: ganzheitliche Betrachtung Landschaftsraumes auch über zu


gestaltenden Bereich; Beachtung Lebensräume und räumlicher Potenziale
 Materialverwendung: Produktion, Ressourcenverbrauch, Haltbarkeit, Entsorgung, Recycling,
Verwendbarkeit Atmosphäre, sinnliche Wahrnehmung
 Wasserkreislauf: Sickerwässer, Regenwasser, Abwasser, Bewässerung
 Pflanzverwendung: Standortgerechtigkeit, Wasserangebot berücksichtigend,
Anzuchtbedingungen Transportwege
 Erhaltung: Verschließ, Energie, Pflegeaufwand
 Gestaltung: Erlebbarkeiten, Nutzungsmöglichkeiten, Anpassung und
Entwicklungsmöglichkeiten Steuerung von Besucheraktivität, Intensivierung, Extensivierung,

Elisabeth Meyer:

- Gestaltung ist kultureller Akt, muss über Erfüllung technischer Erfordernisse hinausgehen
- muss neue Sprache erfunden werden
- Nachhaltige Gestaltung muss ökologisch, sozial und kulturell funktionieren
- natürliche Formen weniger wichtig, wie Kopie natürlicher Prozesse
- Anerkennung von Kunst ist Fundament und Voraussetzung für LARCH
- Gestaltende Landschaft soll Erfahrung und Wahrnehmung fördern und Natur künstlerisch einsetzen
- Gestaltung von Formen und von Ökosystemen soll mit Gestaltung von Erlebnissen ergänzt werden
- viele Formen von Nachhaltigkeit wie es Orte, Plätze und Regionen gibt
- Landschaft innewohnende Schönheit beruht auf ihrer Veränderung mit Zeit
- Antiquierte Ansichten über Schönheit von Landschaft als ursprünglich, sanft, gebunden, charmant,
angenehm und harmonisch halten sich und müssen durch neue ökologischer Paradigmen überprüft
werden

Gestaltungsbeispiele:

- Innenhof mit Kläranlage, Berlin: Harald Kraft, Hans Loidl und Christoph Lutz, Grauwassersystem mit
Klärteich im dichten Stadtgebiet umgesetzt. Wohnanlage bestand aus 106 neu errichteten
Wohnungen; Pflanzenkläranlage wurde in Hofgestaltung integriert und als Symbol eines
notwendigen Umweltbewusstseins und neuer Entsorgungsmoral prominent in Freiraum gesetzt;
ABER: 1993 stillgelegt

- Goetheanum in Dornach bei Basel: Herzstück einer anthroposophischen Kolonie aus Werkstätten,
Atelier, Wohnhäusern und technischen Gebäuden; von außen nach innen durchgeformte
ausdrucksvolle Skulptur aus Stahlbeton

- Zandreij Crailo: Gestaltung des Areals eines ehemaligen Sandabbaugebietes zum Zweck der
Erholung und Naturvermittlung mittels Matrix von Grundwassertiefe und Pflegeregime

VO VIII LARCH und KUNST

- Beitrag der zu Betrachtenden zum kreativen Akt ist in partizipativen Kunstströmungen natürlich viel
direkter. durch Handlung werden sie unmittelbar Teil des Kunstwerkes > im F ist das was sich abspielt
auch Teil des Eindrucks: Belebung oder Ruhe, die Tätigkeit, Auftreten und Erscheinung der
handelnden Person bestimmen Charakter des F

- Grenze zwischen Kunstrichtung nicht scharf zu ziehen, Verwendung von Materialien und Stilmittel
ist nicht mehr eindeutig zuzuordnen > mehr verschiedene Medien, die aber in diversen
Kunstrichtungen eingesetzt werden. Vervielfältigung an Mitteln gehen mit einer Erweiterung des
Themenspektrums einher wobei sowohl Mittel als auch Thema sich in LARCH wiederfinden

Künstlerische Aspekte LARCH:

- LARCH ist Kulturschaffen, in gestalteten Räumen drückt sich Kultur aus


- Objekte, Räume, Orte, Materialien, Gestaltung, Gesellschaft, Natur sind Themen der Kunst und der
LARCH
- LARCH und Kunst leisten kritische Auseinandersetzung mit Ort und Gegebenheiten
- Gestaltung = Vermittlung
- In den Werken der LARCH sind fast alle Kunstrichtungen vertreten: Bildenden Kunst im engeren
Sinn > Skulpturen und Gemälde die in F vorkommen
- Bildende Kunst im weiteren Sinne > wo räumliche Gestaltung skulpturale Geländemodellierungen,
stenografische Landschaftsinszenierungen vorkommen; Baukunst > wo Gebäude Gartenarchitektur
und Ingenieurbauwerke vorkommen; Darstellende Kunst > szenische und theatralische Aufführung in
Gärten vorkommen
Land Art

- Kunstrichtung Ende der 1960er in Amerika und Europa

- zuerst mit Materialien der äußeren Wirklichkeit: Steine, Erde, Wasser, Sand, Pflanzen

- Kunst verließ Galerien und inszenierte die L selbst

- Lightinig Filed in New Mexico 400 Stahlstangen die Blitze anziehen

- Michael Heizer „Double Negative, ausgraben von Negativformen

- Robert Smithsons Spiral Jetty: 4870 m lange Formation von Salzkristallen, Schlamm und Stein vom
Land aus nicht zu sehen, aber mit Veränderung Wasserstand schon - Social Art, Performance,
Aktionistische Kunst

- Larch in zweierlei Hinsicht mit Kunstrichtungen in Berührung:

- einerseits spielen sich künstlerische Interventionen im Freiraum ab, Bespielung und Verwendung
desselben wird dadurch verändert; tlw. wird eine temporäre Installation oder Intervention bewusst
eingesetzt, damit Areal eine neue Deutung erfährt und besseres Image erhält

- Andererseits in den künstlerischen Eingriffen und Aktionen. Eingang im Planungsprozesse > können
dazu dienen die Sicht auf F zu verändern. Schrift, Zeichen, Graffiti, Street Art

- Applikation von Zeichen ist ein alltägliches Feature auch im F


- Schilder, Erläuterungen und Ankündigungen sind allgegenwärtig
- Schrift vermitteln Information über praktische Benützung hinausgeht, Poesie, Politik, künstlerische
Ausdruck werden dabei als Gestaltungsmittel eingesetzt - Kunst am Bau, Kunst im öffentlichen Raum

- Kooperationen zwischen LarchitektInnen und KünstlerInnen werden in bestimmten Aufträgen für L


auch von Seiten der AuftraggeberInnen festgelegt

- Prinzip Kunst am Bau schreibt sich in Ö je nach Bundesland diverse Richtlinien und
Kulturförderungsgesetzen fest, wieviel Prozent der Bausumme eines öffentlichen Gebäudes in Kunst
fließen soll 1-1,5%

- Kunst im öffentlichen Raum wird ebenfalls in jedem Bundesland anders gehandhabt; Kooperationen
besonders häufig, da sich künstlerische Interventionen im Außenraum abspielen oder sogar
Gestaltung des Außenraumes über Budget finanziert werden sollen

- in beiden Fällen ist eine frühzeitige Kooperation sinnvoll damit eine größtmöglich Synergie
hergestellt und konzeptionelle gestalterische Ansatz der Gestaltung gemeinsam festgelegt wird
Mittel und Wirkung künstlerischer Ansätze

- LAND_ZEIT_MATERIAL_ORT_WAHRNEHMUNG

- Auseinandersetzung L zum Zwecke ihrer Gestaltung erfolgt analytisch und kreativ

- Möglichkeiten die Raum bieten ausloten > kreative Techniken Hilfreich > Neuinterpretationen und
weniger Offensichtliches aufzeigen können; auch Rückgriff auf vorhanden künstlerische
Interpretation kann Hilfreich sein
- ZEIT zentraler Begriff der LARCH weil Wachstum und Entstehung eines Freiraumes ein Prozess ist,
der Zeit beansprucht

- im F wirkt diverse Periodizität: Tag-Nacht; Saisonen, Pflanzenwachstum und Vergehen,


gesellschaftliche technische Veränderung

- Benutzung des F Erfolg in verschiedenen Phasen

- Wie und welche MATERIALIEN zum Einsatz > Entwurf festgelegt; Materialien wirken über praktische
Eigenschaft hinaus und werden daher auch nach ästhetischen und sinnlichen Gründen ausgewählt

- ORT des Geschehen ist gestalterisches Thema, seine Eigenheit + Potenziale... wir lesen Orte
entsprechend unserer Erfahrungen; darum erkennen wir Situationen > durch Versetzten von
Objekten in andere Umgebung werden wir aufmerksam

VO IX AKTEUR_INNEN DER LARCH

- architektonischer Entwurf immer mehr Personen: die entscheiden, arbeiten oder vom Ergebnis
betroffen sind

- Ausgangspunkt = Zielsetzung für bestimmten Ort der entstehen soll, sich verändern soll, angepasst
werden muss oder erneuert wird

- Handlungsanlass immer Art von Veränderung der Bedienung vor Ort

- Beurteilung und Veränderung des Ortes > Prozess des Planens und Entwerfens führt zu neuen
Freiraum

> wer spielt Welche Rolle?

LandschaftsarchitektIn

- Person LARCHITEKTIN: GestaltendeR in Handlungsfeld, das von Ihrer gesellschaftlichen Umgebung


von ihrem sozialen Raum von ökonomischen Rahmenbedingungen bestimmt wird; durch Betätigung
und Auseinandersetzung werden sie zu aktiv Handelnden, zu AkteurInnen und verändern die
Entscheidungskonstellation und damit das Machtgefüge um sich herum

- in Kultur aufgewachsen und gewisse Dinge verinnerlicht und „vorbelastet“

- auf verschiedene Arten gelernt über Dinge nachzudenken, Gesehenes und Gehörtes reflektieren,
hängt mit Vorbildung zusammen

- Lernen über Projekte und Prozesse ermöglicht Gesehenes einzuordnen > fachlich zu bestimmen,
objektivieren und zu analysieren

- Fachlich korrekt und analytisch vorgehen lernen und Fragen objektivieren, Rahmenbedingungen
erforschen und hinterfragen, auch Aufgabenstellung und Zielsetzung für Projekt klären

Auftraggeberin:

- jene Person, Körperschaft oder Institution die Aufragt erteilt


- Vertragsverhältnis das aus Vergabe des Auftrags resultiert besteht zwischen AG und AN oder deren
rechtmäßige Vertretung

- mündliche Beauftragung auch gültig > aber trotzdem immer schriftlich

- Privatpersonen die auch Eigentümer des Projektes sind das zu bearbeiten ist, treten mit
LARCHITEKTIN in direktes Auftragsverhältnis; Institutionen und Körperschaften, Öffentliche Hand

- private Körperschaften: Vereine, AG, GmbH, Kommanditgesellschaften, Genossenschaften wie


Wohnbaugenossenschaften oder Landwirt

- Körperschaften öffentlichen Rechts: Gebietskörperschaften (Bund, Länder, Gemeinden)


Berufsständische Körperschaften (Kammer oder HochschülerInnenschaft, Kirche und
Religionsgemeinschaften politische Parteien oder ÖGB

- Institution: Bildungseinrichtung, Akademie, Museen; bei Schulen und Kindergärten in Ö jeweils


verwaltende Behörde also Gemeindeverwaltung, Unternehmen, Konsortien

- Unternehmen beauftragt LARCH mit Gestaltung Firmenareals > Auftrag Generalunternehmer für
Bauvorhaben auch Freiraum > LARCH bekommt Sub-Auftrags;

- Auftragsverhältnisse bestehen dann zwischen Unternehmen des Generalauftrags und LARCHBüro

NutzerInnen:

- jeder Entwurf nutzungsgerechtes Ergebnis

- Freiraum > Ausübung jener Tätigkeit eignen muss für die er gemacht wird

- neben ästhetischen und ökonomischen Anforderungen auch funktional erfüllt werden: technisch
und auch soziale Ansprüche

- ausreichendes Maß an Sicherheit + Sicherheitsgefühl; Verständlichkeit in Bezug auf Nutzung und


Orientierung

- Nutzungsansprüche auf N abstimmen

- Grundlage für Ansprüche können sozialwissenschaftliche Erkenntnisse allgemeiner Art sein:


Bedarfserhebung, Beobachtungen, Befragungen direkte Gespräche…

- N identisch > direktes Auftragsverhältnis oder sich von ihr unterscheiden > indirektes
Auftragsverhältnis oder unabhängig von ihr sein

- NutzerInnen = Personen oder Personengruppen, namentlich bekannt sind oder unbekannt, oder
wechseln (z.B.: Schüler)

- N für Erfolg eines Projektes von Bedeutung, wird F angenommen = Ergebnis zufriedenstellend

- Gute Vorbereitung ist Grundvoraussetzung eines Planungsprozesses in den betroffene eingebunden


werden > klären welcher Prozess durchgeführt werden soll und welche Personen in welche Rolle und
mit welcher Entscheidungsbefugnis beteiligt werden soll

- diverse Grade der Beteiligung:


1) Information und Diskussion: Betroffene über Vorhaben informiert, mögliche Lösung oder Variante
werden vorgestellt

2) Bedarfserhebung: Definition der Ziele und Bedürfnisse die mit neuem Entwurf befriedigt werden
soll, arbeiten Planende, EntscheidungsträgerInnen ggf. Ausführende und Betroffenen Katalog aus >
Grundlage für weitere Bearbeitung; Beteiligung an mehreren Arbeitsschritten oder am Prozess:
Grundlage geklärter Rollen und Entscheidungsbefugnis werden Pläne mit professioneller
Unterstützung erarbeitet; eher Rolle der professionellen Beratung und Umsetzung, Formate der
Beteiligung können klassische Diskussionsveranstaltung sein, Arbeiten mit Fokusgruppen, Workshops
> Gesprächsorientierte, zeichnerische, spielerisch und künstlerisch-kreative Techniken können zum
Einsatz kommen

KooperationspartnerInnen

- Planungsprozess diverse Fachrichtungen: Architektur, Verkehrsplanung, Raumplanung…


- wie Zusammenarbeit gesteuert wird hängt vom Auftrag ab
- in großen Gruppen Zuteilung Koordinationsrolle erforderlich > Projektleitung übernommen
- klare Verhältnisse erleichtern Zusammenarbeit mit Ausführenden - HandwerkerInnen der
ausführenden Firmen > Geplantes in Realität
- Phase Detailplanung ist Rück- und Absprache mit kompetenten HandwerkerInnen sinnvoll > damit
geplantes gebaut werden kann – hier enge Zusammenarbeit gefragt!
- Absprache kann Material, Konstruktion betreffen eventuell Materialproben oder Probestücke
erstellen

Wie Aufträge zustande kommen?

- Direktaufträge: Auftrag ohne Auswahlverfahren vergeben


- Auftrag nach Angebotseinholung: Angebote werden eingeholt und Bestbieter oder Billigstbieter
beauftragt
- Vergabeverfahren: Aufgrund von Angeboten werden nach vorher geklärten Inhalten
Verhandlungen geführt, die zu Entscheidung führen wem Auftrag zugeteilt wird
- Wettbewerb: Wettbewerbsverfahren werden zur Erlangung von zu vergleichenden
Gestaltungsvorschlägen entweder als Ideen- oder Realisierungswettbewerb abgewickelt; der
Wettbewerb ausschreibt, nennt Ausloben (suchen für Aufgabenstellung beste Lösung); bei
öffentlichen Aufträgen ab gewisser Realisierungssumme muss Wettbewerb ausgelobt werden
- Offener Wettbewerb: steht allen frei, beteiligen oder nicht; wobei Beteiligung an bestimmte
Bedingungen geknüpft ist
- Geladener Wettbewerb: mehrere Büros werden eingeladen, Gestaltungsvorschlag abzugeben, Büro
frei gewählt werden oder aus eine Pool von BewerberInnen; Wettbewerb entscheidet Jury
(Fachjurorinnen und Sachjurorinnen) über Reihung der Gewinner