Sie sind auf Seite 1von 2

Bundesjustizministerin pocht auf härtere Strafen für

Internet-Haß
jungefreiheit.de/allgemein/2020/bundesjustizministerin-pocht-auf-haertere-strafen-fuer-internet-hass

1/2
BERLIN. Bundesjustizministerin Christina Lambrecht (SPD) hat die geplante
Gesetzesverschärfung für Haß im Netz verteidigt. „Menschenverachtende
Volksverhetzungen und Bedrohungen im Netz lassen Hemmschwellen sinken“, sagte
Lambrecht mit Blick auf die am Freitag festgenommenen mutmaßlichen
Rechtsextremisten der Rheinischen Post.

„Der Fall zeigt erneut, wie Extremisten sich zusammenschließen, um Menschen in


unserem Land und unsere Demokratie zu attackieren“, warnte die SPD-Politikerin.
Extremisten würden sich aus dem Nichts radikalisieren. An diesem Mittwoch planen
Lambrecht und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), das Gesetzespaket gegen
Rechtsextremismus und Haß im Netz ins Kabinett einzubringen.

„Wer im Netz hetzt und droht, wird künftig härter und effektiver verfolgt“, kündigte
Lambrecht an. Das Gesetzespaket sieht unter anderem eine Verschärfung des
Netzwerkdurchsetzungsgesetzes vor. Zudem soll im Strafrecht zwischen Beleidigungen
in der digitalen und der realen Welt unterschieden werden. Für entsprechende
Äußerungen im Netz seien angesichts der „unbegrenzten Reichweite und der aufgrund
vermeintlicher Anonymität oft sehr aggressiven Begehungsweise“ höhere Strafen
vorgesehen, wie es bei der Ankündigung der Maßnahmen Ende Oktober hieß.

Bundesländer gegen Anonymität im Netz

Unterdessen haben die Länder Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern im


Bundesrat der Anonymität im Netz den Kampf angesagt. Haß und Hetze im Internet
könnten derzeit nicht angemessen geahndet werden, da Täter häufig Pseudonyme
verwenden. Deshalb sollen Anbieter von sozialen Netzwerken und Spieleplattformen
dazu verpflichtet werden, Namen, Anschrift und Geburtsdatum ihrer Nutzer zu
registrieren.

„So wären die Urheber von Hasskommentaren identifizierbar und könnten zur
strafrechtlichen Verantwortung gezogen werden“, heißt es in einer Mitteilung des
Bundesrats. Die beiden Bundesländer hatten einen entsprechenden Gesetzesantrag am
Freitag eingebracht. Die Fachausschüsse des Bundesrats beraten nächste Woche über
den Antrag. (ls)

2/2