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Israelische Regierung gesteht: Haben uns in die

Gesetzgebung der meisten US-Staaten eingemischt


deutsch.rt.com/international/98107-ohne-scheu-israel-gibt-zu

Quelle: AFP © Emmanuel Dunand

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nimmt an der Conference of Presidents of


Major American Jewish Organisations am 16. Februar in Jerusalem teil.

Wäre es Russland gewesen, hätte es die ganze Welt bereits gewusst. Und hätte es ein
Kritiker der israelischen Politik gesagt, wäre er sofort als Antisemit beschimpft worden.
Aber da es Benjamin Netanjahu selbst war, ist weder das eine noch das andere
eingetreten.

Kritik an der israelischen Politik ist in einigen Ländern unerwünscht. Wer sich dennoch
kritisch äußert, muss damit rechnen, als Antisemit beschimpft zu werden. Politische
Karrieren können zugrunde gehen, wenn sich der gesamte Apparat aus Medien,
Lobbyisten und politischen Opportunisten auf einen einschießt und denunziert, nur weil
man es gewagt hat, unangenehme Dinge anzusprechen. Das geschieht in Deutschland,
aber noch viel heftiger in den Vereinigten Staaten von Amerika.

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Als strategische
Bedrohung durch
die israelische
Regierung
eingestuft, versucht
man auf beiden
Seiten des Atlantiks
insbesondere die
sogenannte
Boykott-,
Desinvestitions-
und

Sanktionskampagne (BDS) anzugreifen, die nach dem Vorbild der Kampagne gegen die
Apartheid in Südafrika ins Leben gerufen wurde. In den USA versuchten pro-Israel
Aktivisten auf Hochschulen gegen BDS vorzugehen, scheiterten dort aber am Widerstand
der Studenten, die sich nicht das Wort verbieten lassen wollten.

Doch davon ließen sich die anti-BDS-Aktivisten nicht beirren. Noah Pollack, Vorsitzender
des Emergency Committee for Israel, einer aggressiven rechtsgerichteten
Lobbyorganisation, machte das im Jahr 2016 bereits deutlich:

Man möchte nicht auf dem Terrain seines Feindes kämpfen. Der Feind hat den Campus ja
aus irgendeinem Grund ausgesucht.

Während Sie Ihre Campus-Sperenzchen gemacht haben, waren die Erwachsenen bei der
gesetzgebenden Gewalt und haben Gesetze erlassen, die Ihre Sache unwahrscheinlich
machen.

Die Aktivitäten von Studenten, die über die Folgen der israelischen Besatzungspolitik auf
dem Campus diskutieren und den jahrzehntelangen pro-israelischen Konsens
aufgebrochen haben, sind für Pollack also "Sperenzchen". Der Kampf muss aus seiner
Sicht mit größeren Geschützen geführt werden. Die "Erwachsenen" sollen die Studenten
zum Schweigen bringen, indem entsprechende Gesetze auf Bundesebene verabschiedet
werden.

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Kritik
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Martin darf nicht
an US-Universität
reden

Und hier können


Organisationen wie
Emergency
Committee for
Israel,
StandWithUs,
AIPAC und viele andere tatsächlich Erfolge vorweisen. In 42 von 51 US-Bundesstaaten
wurden Anti-BDS Gesetzesvorlagen eingebracht, die es in 28 Bundesstaaten zum Gesetz
geschafft haben. In Staaten wie Kentucky, Louisiana, Maryland oder New York haben es
die Gouverneure per Verfügung zum Gesetz erklärt, um etwaigen juristischen Problemen
oder demokratischen Ungewissheiten aus dem Wege zu gehen.

Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, war der erste, der am 5. Juni 2016 die
Verfügung unterzeichnete. Bei der dafür eigens von der Conference of Presidents of
Major American Jewish Organizations durchgeführten Zeremonie, erklärte Cuomo:

Wenn Du Israel boykottierst, wird dich New York boykottieren. Wenn du Einnahmen aus
Israel abzweigst, wird New York Einnahmen von dir abzweigen. Wenn du Israel
sanktionierst, wird New York dich sanktionieren. Punkt.

Nachdem auch Ido Aharoni, der damalige israelische Konsul in New York, an dieser
Zeremonie teilnahm, meldete sich auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu
über Twitter zu Wort. Kurz und knapp erklärte er:

Ich salutiere Ihnen, Gouverneur Cuomo.

I salute you, Governor Cuomo. #BDSFail

— PM of Israel (@IsraeliPM) June 6, 2016

Lange Zeit wurde vermutet, dass nicht nur die zahlreichen Lobbyorganisationen in den
USA bei der Erstellung der Gesetzesvorlagen involviert waren, sondern auch Israel selbst.
Beweise dafür gab es bis vergangenen Mittwoch allerdings nicht. Es sollte niemand
geringeres als Netanjahu selbst sein, der den Schleier gelüftet und zugegeben hat, dass
sich Israel in die Gesetzgebung der "meisten" US-Bundesstaaten eingemischt hat. In
einem Tweet erklärte Netanjahu:

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Wer uns boykottiert, wird boykottiert. Der UN-Menschenrechtsrat ist ein parteiisches
Organ, das keinen Einfluss hat. Nicht umsonst habe ich bereits den Abbruch der
Beziehungen angeordnet. Es war auch nicht umsonst, dass die amerikanische Regierung
diesen Schritt gemeinsam mit uns getan hat. In den letzten Jahren haben wir in den
meisten US-Bundesstaaten Gesetzesvorhaben unterstützt, die vorschreiben, dass
entschieden gegen jeden vorgegangen werden muss, der versucht, Israel zu boykottieren.

It was also not for nothing that the American administration has taken this step together
with us. In recent years, we have promoted laws in most US states, which determine that
strong action is to be taken against whoever tries to boycott Israel.

— PM of Israel (@IsraeliPM) February 12, 2020

Die Reaktionen auf dieses Eingeständnis fielen entsprechend eindeutig aus. Viele Nutzer
wiesen darauf hin, dass der israelische Ministerpräsident aktiv den Ersten Zusatzartikel
der US-Verfassung zur Meinungs- und Redefreiheit ausgehebelt habe. Oder dass es nicht
Russland ist, das sich in die inneren Angelegenheiten der USA einmischt, sondern Israel.

Mehr zum Thema - Israelischer Gelehrter stellt klar: Israel-Kritik ist nicht zwangsläufig
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