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Schweiz: Bistum Chur sucht Exorzisten für

Teufelsaustreibung
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Dienstag, 18.02.2020, 18:58


Eine ungewöhnliche Stellenausschreibung gibt es aktuell im Bistum Chur in der Schweiz.
Nach dem Tod des Dompropsts Christoph Casetti sucht die katholische Kirche einen
neuen Exorzisten - zum Kampf gegen das Böse und dunkle Mächte.

Vielen Menschen sind Teufelsaustreibungen ungeheuer, verbindet man damit doch


dunkle mysteriöse Rituale aus dem Mittelalter. Doch in der Schweiz ist der Exorzismus
auch heute noch in der Kirche präsent.

Nach dem Tod von Bischofsvikar Christoph Casetti (76) am Sonntag sucht das
Schweizer Bistum Chur einen neuen Exorzisten. Nachfrage bestehe weiterhin, besonders
bei Migranten, berichtet das Schweizer Fernsehen (Donnerstag). Mehr als 400 Anfragen
gingen jährlich bei der katholischen Kirche ein, hieß es in einem SRF-Beitrag von 2017,
fast 1.000 weitere Anfragen habe die Heilsarmee erhalten.

Casetti selbst sprach nicht von Teufelsaustreibung, sondern formulierte im Schweizer


Fernsehen, er sei im "Heilungs- und Befreiungsdienst" tätig. Wenn der Bischof die
Erlaubnis gebe, könne er auch den "großen Exorzismus" beten. Der Ablauf des Rituals ist
in einem lateinisch verfassten Handbuch festgelegt. Dieses sei aber "nur für den
Exorzisten bestimmt", schreibt das Bistum Basel.

Menschen verlangen nach Exorzismus


Oft fühlten sich Menschen von "unsichtbaren Mächten" bedroht und wollten sich von
diesen befreien, so der Baseler Pressesprecher Hansruedi Huber. "Sie verlangen dann
manchmal einen Exorzismus, ohne aber genau zu wissen, was das ist." Seelsorger
berieten die Hilfesuchenden, wiesen auch auf psychologische oder psychiatrische
Ursachen hin und vermittelten Betreuung.

"In den meisten Fällen", so Huber, helfe den Betroffenen bereits "ein gemeinsames
Gebet". Kommt es tatsächlich zu einer Teufelsaustreibung, verlaufe diese "nach einem
alten Ritual" und umfasse Gebete und Segnungen, zitiert der Zürcher
"Tagesanzeiger" (Donnerstag) den Bistumssprecher weiter.

Weihwasser wichtigstes Instrument des Exorzisten


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Casetti sagte dem SRF, er lade "die Bedrängten ein, auf das Kreuz zu schauen". Christus
habe "am Kreuz das Böse besiegt", könne also "als Vorbild bei der Überwindung der
dämonischen Kräfte angesehen werden". In erster Linie werde das Kreuz aber den
Dämonen selbst gezeigt, von denen die "Bedrängten" besessen seien. Mit der Formel
"Seht das Kreuz des Herren, fliehet, ihr feindlichen Mächte" würden sie ausgetrieben.

Unbedingt dazu gehöre das Weihwasser, so Casetti. Die Reaktion darauf sei "oft sehr
heftig". Manche "Patienten beziehungsweise Dämonen" riefen: "Hör auf, das brennt, das
brennt!" Ein bis zwei Exorzismen führte Casetti nach eigenen Angaben jährlich durch. Er
habe auch schon erlebt, dass er über Skype mit jemandem sprach und dabei aus dem
Nichts hebräische Schriftzeichen auftauchten, sagte Casetti einmal der Zeitung "Blick",
"oder jemand, der keine große Bildung besitzt, verstand plötzlich Latein". Das seien
"klare Zeichen" für eine Besessenheit.

"Das Leid dieser Menschen ist ungeheuer groß", wird Casetti zitiert, man müsse ihnen
helfen. Bei einem großen Exorzismus werde aber ein Arzt hinzugezogen. Manchmal
müsse man auch "jahrelang beten". Der sogenannte kleine Exorzismus komme dagegen
häufig vor. Dieser sei "weit weniger spektakulär als das, was man in Filmen sieht".

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