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ADJEKTIVDEKLINATION

"Wenn einem Deutschen ein Adjektiv in die Finger fällt, dekliniert und dekliniert er es, bis aller gesunde
Menschenverstand herausdekliniert ist."
Aus: Mark Twain: Die schreckliche Deutsche Sprache

Tabelle 1: Adjektivendungen mit bestimmtem Artikel


(der, die, das, dieser, dieses, jener, jeder, mancher, solcher, welcher, derselbe, alle)

Beispiele:
N: Der schöne Mann, die schöne Frau, das schöne Kind, die
schönen Kinder
AKK: Ich habe den schön__ Mann, die schön__ Frau, das schön__
Kind und die schön__ Hunde gesehen.
DAT: Ich bin mit dem schön__ Mann, der schön__ Frau, dem
schön__ Kind und den schön__ Hunden spazierengegangen.
GEN: Das ist das Haus des schön__ Mannes, der schön__ Frau, des schön__ Kindes und der schön__ Hunde

Tabelle 2: Adjektivendungen mit unbestimmtem Artikel (ein, kein, mein …)

Beispiele:
N: Ein schön__ Mann, eine schön__ Frau, ein schön__ Kind,
schön__ Kinder / aber keine schön__ Kinder
AKK: Ich habe einen schön__ Mann, eine schön__ Frau, ein
schön__ Kind und schön__ Hunde gesehen.
DAT: Ich bin mit einem schön__ Mann, einer schön__ Frau, einem
schön__ Kind und schön__ Hunden spazierengegangen.

Tabelle 3: Adjektivendungen ohne Artikel


Beispiele:
N: schön__ Mann, schön__ Frau, schön__ Kind, schön__ Kinder
AKK: suche schön__ Mann, schön__ Frau, schön__ Kind und
schön__ Hunde für Werbung.
DAT: mit schön__ Mann, schön__ Frau, schön__ Kind und
schön__ Hunden wird hier gern gearbeitet

Sie wissen, dass im Deutschen ein Nomen immer in einem bestimmten Kasus (Nominativ, Dativ usw.) steht. Der
Kasus kann in der deutschen Grammatik mit dem bestimmten Artikel angezeigt werden. Daraus ergibt sich das erste
der beiden Prinzipien für die Adjektivdeklination:

1. Kasusendungen sind prinzipiell identisch mit dem bestimmten Artike ohne "d".

Diese Kasusendungen können auch in anderen Begleitern


stehen; wir nennen sie dann starke Endungen. Starke
Endungen zeigen immer den Kasus an! Sie stehen
immer auch im Demonstrativpronomen (dieser,
dieses...), oft auch im unbestimmten Artikel (ein, eine...) und
manchmal auch im Possessivpronomen (mein, dein,
sein...). Sie können auch im Adjektiv stehen.

Aber wann stehen starke Endungen im Begleiter und


wann stehen sie im Adjektiv?

Diese Frage bringt uns zum 2. Prinzip, das uns beim Lernen der Adjektivdeklination hilft:

2. In einem "Adjektiv-Nomen" (Nomen + Adjektiv) gibt es immer genau eine Kasusendung.


Nicht immer steht der bestimmte Artikel vor einem Nomen. Es kann auch irgendein anderer Begleiter sein oder sogar
gar kein Begleiter oder Artikel. Sehen wir uns ein Beispiel mit einem Nomen mit Possessivpronomen an:

"Mein Computer war sehr teuer."

Das Possessivpronomen "mein" hat nicht immer eine Kasusendung, zum Beispiel im Nominativ mit maskulinen
Nomen nicht:

Wenn diese Kasusendung also nicht im Begleiter steht, muss sie im


Adjektiv stehen. Das Adjektiv hat dann die so genannte starke
Adjektivendung, also die Kasusendung, die wir schon von dem
bestimmten Artikel kennen:

Sie müssen also nicht wirklich eine neue Tabelle lernen, denn die
Artikel mit ihren Kasusendungen kennen Sie ja schon. Und immer
wenn es keine Kasusendung vor dem Adjektiv gibt, muss
sie im Adjektiv stehen.

Im Prinzip müssen Sie also tatsächlich nur noch eine einzige Tabelle lernen, und zwar für den Fall, dass die
Kasusendung schon vor dem Adjektiv steht.

Obermeier in Frankreich
Ergänz die fehlenden Endungen!

In ein__ Restaurant in Nizza sitzt ein Deutsch__ beim Mittagessen, der die französisch__ Sprache

nicht versteht. Die ander__ Gäste beachten den Deutsch__ nicht. Ein Franzose nimmt an dem recht

__Tisch neben dem Deutsch__ Platz, verbeugt sich leicht und wünscht: "Bon appétit." Der Deutsch

glaubt, der französisch__ Tischnachbar wolle sich vorstellen. Er springt auf, deutet eine

Verbeugung an und sagt: "Obermeier."

Am nächst__ Mittag wiederholt sich die gestrig__ Szene. Der Deutsch__ isst seine Muscheln,

derselb__ nett__ Franzose kommt herein, setzt sich wieder an den recht Tisch und sagt: "Bon

appétit." Wieder springt der Deutsch__ auf und stellt sich mit "Obermeier" vor.

Am selb__ Abend trifft Obermeier einen Freund, der die französisch__ Sprache beherrscht. Er

erzählt ihm, dass er beim gestrig__ und heutig__ Mittagessen ein__ Franzosen begegnet sei, der

sich ihm zweimal als "Bon appétit" vorgestellt habe.

"Der freundlich__ Franzose hat sich nicht vorgestellt", sagte der lächelnd__ Freund, er hat dir

'guten Appetit' gewünscht."

Am nächst__ Tag - zur selb__ Zeit, im selb__ Restaurant sitzt der freundlich__ Franzose wieder

am recht__ Tisch und verspeist einen Lammrücken. Der Deutsch__ kommt hinzu, setzt sich und

wünscht lächelnd: "Bon appétit".

Da springt der nett__ Franzose auf, verbeugt sich vor dem Deutsch__ und sagt: "Obermeier".