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• DU SOLLST NICHT FALSCH ZEUGNIS REDEN

aber warum eigentlich nicht?

Was ist eine Lüge?


-eine Behauptung, die nicht wahr ist
(was ist wahr?)
-das was man selbst für unwahr hält
-soziale Fähigkeit, die uns hilft, möglichst Konfliktfrei miteinander auszukommen
-eine Art von Täuschung
eine andere Person absichtlich zu einem falschen Glauben zu veranlassen
-jemand anderen etwas glauben machen zu wollen, was man selbst nicht glaubt

Der Kontext der Lüge


Es gibt Lügen aus Höflichkeit, poetische Lügen, die keinen Anstoß erregen und keine Verwirrung erzeugen
müssen. Im Gegenteil, einige sind schon Teil des gesellschaftlichen Spieles. Das entscheidende an der Lüge
ist der Kontext und wer belogen wird.
Aber es gibt auch Lügen, die sind schwerwiegend und schaden dem gegenseitigen Vertrauen in einer
Gesellschaft. Das sind die Lügen im offiziellen Kontext, zum Beispiel die des Politikers, des Journalisten,
der uns informieren, oder die des Lehrers, der uns erziehen soll. Das sind die gefährlichsten Lügen, über
sie kann man nicht einfach hinwegsehen. Das Problem ist nicht, dass jeder lügt, sondern das manche
Lügen im offiziellen Kontext straffrei sind. Das Entscheidende ist, dass sie nicht gegen die Gerechtigkeit,
das öffentliche oder private Interesse gerichtet sind.
Die wahre Anklage richtet sich dagegen, dass der Staatsdiener, wenn seine Wähler, das Volk, die Wahrheit
von ihm erwarten, sie nicht sagt. Er lügt vor Gericht, wenn er zur Nation spricht oder wenn er sich an eine
Gruppe richtet, die informiert werden will. Das ist das wahre Problem und darauf spielt das Gebot an.
-Jeder Mensch lügt (auch (besonders) Politiker, Journalisten usw.) - das ist die Tatsache, die
niemand ändern kann. Es ist jedoch wichtig, eine Wahrheit von einer Lüge unterscheiden
zu können. Nur dann kann eine Lüge aufgedeckt werden, und nur dann besteht die
Möglichkeit, die Lüge und ihren schädlichen Einfluss auf das Leben der Menschen zu
stoppen. Um eine Lüge wahrzunehmen, muss man zunächst ein kritisches Denken
entwickeln. Dazu muss man bereit sein, viel zu lernen, zu denken und zu erfahren. Das
bedeutet, dass man sich „selbst erziehen“ sollte (denn auch die, die uns erziehen, lügen!).
Lügen sind nur dann gefährlich, wenn wir sie als Wahrheit betrachten. Lügen sind
destruktiv dann, wenn wir nicht wissen, dass sie Lügen sind. Es ist akzeptabel, jeden Tag
gelogen zu werden, aber es ist inakzeptabel, in einer Lüge zu leben. Da die Lügen, die
wir aus Höflichkeit sagen, im schlimmsten Fall nervig sein können, gibt es keinen Grund,
dagegen zu kämpfen. In gewisser Weise brauchen wir sie sogar, weil sie unser*es? Leben
vereinfachen. Aber die großen Lügen, die einen manipulativen Charakter haben, sind
diejenigen, die die Reaktion verlangen sollten.

Lüge, Fiktion und Höflichkeit


Die Kunst, das Theater, das Kino, sie alle enthalten fiktive Elemente. Die Dinge, die sie zeigen, geschehen nicht
wirklich, und wir lassen das zu, weil wir wissen, dass man uns nicht die Wahrheit erzählt. Aber sie sind für uns von
Interesse, weil sie Ähnlichkeit mit wahren Situationen haben oder weil sie uns über die Realität im Wortsinne aufklären
können.
-Lügen der Kunst – Fantasie, Fiktion, Imagination, Interpretation, Projektion, Metapher..
erlebe ich als „gute Lügen“. Wenn richtig verwendet, sollen uns diese Lügen helfen, um
Wahrheit zu verstehen.
Die Höflichkeit ist voller Lügen. Ich vermute, es gibt eine Art von Lügen, die wir von den anderen fordern: Die aus
Höflichkeit, die der Kunst, die der Fiktion, und gelegentlich bitten wir sogar darum, man möge uns unangenehme
Wahrheiten verschweigen, die wir nicht ändern können. Viele von uns handeln wie Fräulein von Kristall, die Figur aus
dem Theaterstück Mein Faust von Paul Valéry, als sie Faust fragt: »Wollen Sie, dass ich Ihnen die Wahrheit sage?«
Worauf Faust antwortet: »Sagen sie mir die Lüge, die Sie für würdig befinden, wahr zu sein.« Genauso ergeht es uns.
-Das stimmt. Ich finde Lügen auch oft gemütlich (aber niemals langfristig!).

Wir leben in einem Meer von Lügen - obwohl ich eher von falschem Zeugnis als von existenzieller Lüge sprechen
würde.
Hugo Mujica behauptet: »Unser Leben ist von Falschheit geprägt. Das fängt von dem Moment an, in dem wir unfähig
sind nachzuvollziehen, was wir hören, und dann geben wir das vermeintlich Gehörte ganz leicht weiter und erfinden
Dinge dazu.
Die Wahrheit mit der Solidität eines Wortes, das mit Wissen oder zumindest verbindlich ausgesprochen wird, ist
verlorengegangen.«
-Ist die Geschichte so entstanden?

Information und Lüge


In den letzten hundert Jahren ist die Information zur Achse der Gesellschaft geworden. Die Mächtigsten sind die, die
Informationen aus erster Hand haben, und ihrer Macht ist größer als die derer, die viele greifbare Güter besitzen. Es
gibt einen Unterschied zwischen denen, die Informationen zu den andern bringen, und denen, die sie empfangen. Diese
Unterschiede sind entscheidend, und da kommt die Wahrheit als Schlüsselthema ins Spiel.
Wir alle wissen, dass Information keine absoluten Wahrheiten bieten kann. Das Gebiet der Information ist nicht
dasselbe wie das der Meinung. Die Medien müssen klar trennen zwischen der Weitergabe von Informationen, bei der
sie sich weitgehend an die objektiven Tatsachen halten sollten, und der Äußerung von Meinungen, die subjektiv sind,
Interpretationen, die eine Unterschrift tragen.
-Ich komme aus und wohne in einem Land, das auf der Rangliste der Pressfreiheit (180
Ländern) seit 2019 auf Platz 90 steht (was um 14 Plätze schlimmer ist als in 2018 und 24
Plätze schlimmer ist als in 2017......). Die Lügen der Medien sind so schändlich und
dumm, dass es vielen Menschen inklusive mir selbst unangenehm (manchmal auch
lustig) ist, sie zu lesen und zu zuhören. Wie sehe ich dieses Problem (z.B. in Serbien):
Diese Lügen sind so verbreitet und häufig, dass sich die Menschen an sie gewöhnt haben
und viele sie nicht mehr ernst nehmen, weil sie irgendwie zum Teil ihrer
Realität/Wirklichkeit(Wahrheit?) geworden sind. Aus dieser Gewohnheit ensteht die
Illusion, dass alles normal/einfach so/wie immer/unveränderlich ist und die Reaktion
entfällt. Die sehr seltenen Reaktionen wie z.B. so kleine Proteste werden sehr leicht und
wieder durch Medien(Lügen) erstickt.

Wahrheit ist eine Angleichung dessen, was wir verstandesmäßig als Wirklichkeit erfassen, und dem, was wir sagen oder
erzählen.
-Vielleicht hat das jetzt nicht so viel mit unserem Thema zu tun, aber dieser Satz erinnert
mich an die Definition der Tugend nach Aristoteles- die richtige Mitte, oder die Mitte
zwischen zwei Extremen... Lügen funktioniert ziemlich ähnlich, und das bedeutet, dass
es eine gute Fähigkeit sein kann, aber nur dann wenn wir genau wissen wann, wen, wie
viel und wofür wir lügen dürfen.

Ich versuche, nicht zu lügen, weil es zu stressig für mich ist!


Ich versuche zu lügen so wenig wie möglich.
Ich versuche zu lügen, nur aus Notwendigkeit. (hier lüge ich mich selbst schon, weil ich
glaube, dass es nie wirklich notwendig ist zu lügen...)
Und jetzt sehr optimistisch und romantisch zum Schluss, weil Lügen ein schwieriges
Thema ist:
Ich glaube, dass alles was wir tun, eine gute Absicht hat. Lügen auch. Das Gute kann
gegen diejenigen gerichtet sein, die gelogen werden, oder gegen den Lügner selbst. Die
Absicht ist immer gut, nur die Richtung und die Art, wie es gemacht wird, können falsch
sein.
↓ (auch Aristoteles)

,,Jede Technik und jede Methode, desgleichen jedes Handeln und jedes Vorhaben zielt,
wie es scheint, auf irgendein Gut ab; deshalb hat man das Gute treffend als das
bezeichnet, worauf alles abzielt.“

Nun: zur sogenannten

Benotung:
wie oft war ich an-/ fast immer
abwesend...?: ich GLAUBE nur einmal (und einmal musste ich früher weg gehen)
warum & weshalb…? Anwesend war ich, weil ich die Vorlesungen zuhören möchte
und ich erinnere mich jetzt nicht mehr warum ich abwesend war... aber sicher war ich
nicht krank!!
und :
Welche Note würde ich mir selber geben...?: warum & weshalb…?
1. da ich gerade Zahlen nicht mag, würde ich mir eine 1 oder 3 geben
2. zwischen 1 und 3, würde ich mich für 1 entscheiden, weil ich in diesem Semester
genau nur 1mal richtig auf Ihre Frage (Brooklyn Bridge) geantwortet habe