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MORCEAUX DE SALON - RACHMANINOFF

Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow war ein russischer Pianist, Komponist und


Dirigent. Sergei Rachmaninow war das vierte von insgesamt sechs Kindern aus der
Ehe des Wassili Arkadjewitsch Rachmaninow und seiner Frau Ljubow Petrowna
Butakowa. Den ersten Klavierunterricht erhielt der junge Rachmaninow mit vier
Jahren von seiner Mutter, anschließend von einer Absolventin des Sankt
Petersburger Konservatoriums. Sein Vater und sein Großvater waren zwar beide
keine ausgebildeten Musiker, konnten aber in geselligen Runden auf Zuruf beliebte
Melodien mit einer improvisierten Begleitung zum Besten geben. In Sankt
Petersburg besuchte Rachmaninow das dortige Konservatorium und erhielt neben
Klavierunterricht auch Unterricht in Musiktheorie und allgemeinbildenden
Fächern. Nachdem Rachmaninows Schwester Sofia gestorben war und seine Eltern
sich getrennt hatten, wurde die Belastung für seine Mutter sehr groß. Zu allem
Überfluss scheiterte Rachmaninow bei der Abschlussprüfung in den
Allgemeinfächern. Das Stipendium wurde ihm entzogen, und er musste das
Konservatorium verlassen. Die ratlose Mutter wandte sich daraufhin an ihren
Neffen Alexander Siloti (ein älterer Cousin Rachmaninows), der auch junger Pianist
war. Er hörte dem jungen Rachmaninow beim Klavierspiel zu und erkannte seine
große, jedoch völlig unausgebildete Begabung. Daraufhin schlug Siloti vor,
Rachmaninow die Klasse des Klavierpädagogen Nikolai Sergejewitsch Swerew
(1832–1897) am Moskauer Konservatorium besuchen zu lassen. Mit gerade einmal
100 Rubel – mehr konnte die Familie nicht aufbringen – wurde Sergei 1885 nach Moskau
entlassen.
Rachmaninow kam 1885 in Moskau an. Swerew ließ immer drei besonders begabte
Schüler bei sich wohnen, und so fand Rachmaninow auf diese Weise eine
Unterkunft. Swerew übernahm die Kosten fürs Rachmaninoffs Studium und den
Französisch- und einen Deutschlehrer. Im Gegenzug forderte er von seinen Schülern
ein diszipliniertes Studium. Ein Zitat aus dem Rachmaninoffs Tagesbuch:
„Swerew verwandelte sein Haus, das ein musikalisches Gefängnis hätte werden können,
in ein musikalisches Paradies. Sonntags wurde aus dem strengen Lehrer ein völlig
anderer. Den Nachmittag und Abend pflegte er ein offenes Haus für die bedeutendsten
Figuren der Moskauer Musikwelt. Tschaikowski, Tanejew, Arenski, Safonow und Siloti
schauten ebenso bei ihm vorbei wie Professoren der Universität, Juristen, Schauspieler,
und die Stunden vergingen mit Gesprächen und Musik. […] Unsere Stegreif-Auftritte
waren Swerews größtes Vergnügen. Egal, was wir spielten, sein Urteil lautete stets:
Ausgezeichnet! Gut gemacht! Er ließ uns das spielen, wozu wir aufgelegt waren, und
forderte die Gäste auf, sich seiner Meinung über uns anzuschließen.“
1888 wechselte Rachmaninow in die Fortgeschrittenenklasse seines Cousins Siloti.
Zugleich widmete er sich verstärkt dem Fach Komposition. Da Rachmaninow aber
im Hause Swerews keine Ruhe zum Komponieren fand – ständig übte einer der
anderen Schüler am Klavier –, kam es zwischen ihm und seinem Lehrer zum Bruch,
und in der Folge nahm ihn Warwara Satina, die Schwester seines Vaters, zu sich.
Auch deren Kinder, im gleichen Alter wie Rachmaninow, kamen mit dem neuen
Gast gut zurecht (er und Natalja heirateten später).
Silotis Entschluss, seine Lehrtätigkeit am Moskauer Konservatorium wegen
institutsinterner Konflikte aufzugeben, bestärkte Rachmaninow darin, das Studium
unverzüglich abzuschließen. In der Abschlussprüfung im Fach Klavier im Mai 1891
spielte er unter anderem Beethovens Waldstein-Sonate und die Sonate in b-Moll von
Chopin. Im Fach Komposition war ihm aufgegeben, eine einaktige Oper zu
schreiben – so entstand Aleko, eine Geschichte im „Zigeunermilieu“ mit Liebe,
Leidenschaft und Tod ganz im Stil der Cavalleria rusticana. Die
Prüfungskommission war von dem Ergebnis so begeistert, dass sie ihm hierfür die
„Große Goldmedaille“ verlieh. Uraufgeführt am 27. April 1893 im Bolschoi-Theater,
brachte ihm die Oper nicht nur große Presseresonanz, sondern auch auswärtige
Einladungen ein.
Schon vor Aleko hatte Rachmaninow das 1. Klavierkonzert in fis-Moll komponiert,
dem er die Opuszahl 1 gab: Im März 1892 hatte er den Kopfsatz im Rahmen eines
Konservatoriumskonzerts gespielt und damit Begeisterungsstürme entfacht. Im
Sommer 1893 vollendete er die sinfonische Dichtung Der Fels und die seinem großen
Vorbild Pjotr Tschaikowski gewidmete Suite für zwei Klaviere op. 5. Tschaikowski
fühlte sich geehrt, witzelte, er habe in diesem Sommer „nur eine kleine Sinfonie“
zustande gebracht (es war die Pathétique), und sagte den Besuch einer Aufführung
im Herbst zu. Wegen Tschaikowskis plötzlichen Todes kam es aber nicht mehr dazu.
Erschüttert von dieser Nachricht komponierte Rachmaninow das Trio élégiaque Nr.
2 – „dem Andenken eines großen Künstlers gewidmet“. Am Ende dieses Jahres
(1893) komponierte Rachmaninoff Morceaux de salon op. 10.
Opus 10 wurde kurz nach seinem Abschluss von der
Moskauer Konservatorium geschrieben. Wie viele seiner frühen Werke wurde es
unter der
Einschränkungen und Strukturmodelle seiner Wintergartenausbildung.
Rachmaninow komponierte diese sieben Salonstücke wahrscheinlich in der zweiten
Hälfte des Dezembers 1893 und beendete sie Anfang Februar 1894. Der Stil von
ihnen ist vielfältig. Da die sieben Stücke, frühe Rachmaninoffs Schaffen sind,
klingen sie für einige in bestimmten Passagen unreif oder abgeleitet klingen.
Das erste, Nocturne in a-Moll, hat der Stil von Tschaikowsky in seinen Themen und
erinnert an Chopin in seiner Schrift. Es hat jedoch Rachmaninovs typische
Melancholie.
Das nächste Stück, Valse in A, mag marginal überlegen sein, aber immer noch nicht
von großem Interesse. Hier ist auch der Einfluss von Chopin zu hören, und obwohl
die Musik angenehm und bunt genug ist, ist sie nicht besonders ausgeprägt.
Der dritte, Barcarolle in g-Moll, ist wahrscheinlich das bekannteste Stück im Set. Es
bietet eine attraktive und typisch melancholische russische Melodie mit nervös
klingender Begleitung, die eine eindringliche Atmosphäre vermittelt. Hier verwendet
(Rachmaninov ein Vier-Noten-Fragment des Dies
Irae eine schöne und eindringliche Melodie zu konstruieren. Das Zitat ist jedoch nicht
genau. Rachmaninow hat die intervallischen Beziehungen zwischen dem dritten,
vierte und fünfte Note des ursprünglichen einfachen Chants. Durch diese kleine
Veränderung
Rachmaninow hat das Thema Dies Irae maskiert. Das Ergebnis ist ein dunkler, düsterer
Effekt in der Melodie ohne die eigentliche auditorische Erkennung der Vier-Note
Motiv. Wenn dieses Zitat genau wäre, hätten die dritte, vierte und fünfte Note
sei O, B, dann C.)
Mélodie in e-Moll folgt und bietet ein ansprechendes Thema, mit arpeggierter
Akkordbegleitung.
Nr. 5, die Humoreske in G, ist hell und zeigt eines dieser imposanten
Rachmaninowschen Themen. Insgesamt ist die Musik jedoch nicht POPULAR ?
BEKANNT? denkwürdig , obwohl der Komponist sie häufig spielte. Er nahm
kleinere Änderungen im Jahr 1940 vor.
Die folgende Romanze in f-Moll ist süß und attraktiv, aber überlang und nicht unter
den besseren Einträgen hier.
Das Abschlussstück, Mazurka in Es, ist auf fast jedem Level ansprechender. Es ist
zwar kein großes Meisterwerk, aber es ist bunt und enthält Humor, nicht eine Zutat,
die man oft in Rachmaninov findet. Die Musik ist nicht abgeleitet, obwohl ihre
Form Chopin entnommen ist. Es gibt viele unerwartete thematische und
harmonische Überraschungen, und die helle Stimmung und Farben sind sehr
ansprechend.

Stücke / Sätze
1. Nocturne in a-Moll
2. Valse in A-Dur
3. Barcarole in g-Moll
4. Melodie in E-Moll / Dur
5. Humoreske in G-Dur
6. Romanze in f-Moll
7. Mazurka in Des-Dur
NOCTURNE

"Nocturne" ist der französische Begriff für ein "Nachstück".


Eine Nocturne ist ein Stück mit einem sehr intimen, träumerischen und stillen
Charakter.
Man kann somit sagen dass dieses Genre zum wesentlichen Charakter der
romantischen Epoche angehört. Und dass Chopin meistens mit Nocturnes in
Verbindung gebracht wird - es passt vor allem auch zu seinem persönlichen
Charakter: Feinheit und Sentimentalität. Vor Chopin hat sich schon John Field
diese Form beschäftigt.
Das (auch: „die“) Nocturne bzw. Notturno (dt. wortwörtl.: „Nacht werdend“, meist:
„nächtlich“) ist eine musikalische Form, die in ihrer Besetzung und Satzstruktur
nicht festgelegt ist. Nocturnes waren vorrangig instrumental besetzt, konnten aber
auch vokale Elemente enthalten.
In der heutigen Wahrnehmung verbinden sich mit dem Nocturne jedoch vor allem
in der Romantik entstandene Charakterstücke für Klavier, als deren Erfinder der
irische Komponist John Field gilt. Besondere Bedeutung erhielten die 21 Nocturnes
von Frédéric Chopin. Nocturnes für Klavier wurden weiterhin unter anderem von
Alexander Skrjabin (unter starkem Einfluss Chopins), Erik Satie und Sergei
Rachmaninow komponiert.
BARKAROLE

Eine Barkarole (von italienisch barca „Barke, Boot“) war ursprünglich ein
venezianisches Gondel- bzw. Schifferlied im 6/8- oder 12/8-Takt.

Die Melodien von Barkarolen sind von ruhigem Charakter. Durch die Taktart wird
der Eindruck einer wiegenden Bewegung in der Melodie hervorgerufen, die an das
Schaukeln einer Gondel in den Kanälen Venedigs erinnert.

Ab dem 19. Jahrhundert wurden Name und Form in der europäischen Kunstmusik
für vokale wie instrumentale Kompositionen verwendet. Komponisten, die
Barkarolen für Klavier schrieben, sind beispielsweise Chopin, Fauré und
Mendelssohn.