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Begriffe

Messaufgabe

Model der
Messung Berechnung der Messunsicherheit nach GUM

Eingangs-
Kurzfassung in 20 min
größen

MU der Ein-
gangsgrößen

MU der Aus-
gangsgröße
Stephan Mieke
PTB-Institut Berlin
Erweiterte MU

Angabe des
Ergebnisses
Begriffe

Messaufgabe Gegen- Definition VIM Beispiele /


stand (verkürzt) (Wörterb. d. Anmerkungen
Metrologie)

Größe Eigenschaft eines Phänomens, eines 1.1 Länge, Spannung, Energie,


Model der Körpers oder einer Substanz, … Stoffmengenkonzentration
Messung
Größenwert Zahlenwert und Referenz, die zusam- 1.19 Masse eines Körpers: 0,152 kg ;
men eine Größe quantitativ angeben Stoffmengenkonz. von L. in einer
Plasmaprobe: 5,0 I E / L
Eingangs- Messwert Größenwert, der ein Messergebnis 2.10
größen repräsentiert
Mess- Menge von Größenwerten, die einer 2.9 Ein Messergebnis wird im Allge-
ergebnis Messgröße zugewiesen sind, zusam- meinen als ein einziger Mess-
MU der Ein- men mit jeglicher verfügbarer relevanter wert und eine Messunsicherheit
gangsgrößen Information ausgedrückt.
Messun- nichtnegativer Parameter [u], der die 2.26
sicherheit Streuung der Werte kennzeichnet, die
MU der Aus- der Messgröße auf der Grundlage der
gangsgröße benutzten Information beigeordnet ist
Über- Intervall [2U], das die Menge der wahren 2.36
deckungs- Werte einer Messgröße mit einer
intervall angegebenen Wahrscheinlichkeit
Erweiterte MU enthält, …
Deutsch-englische PDF: Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion
Fassung des ISO/IEC- (probability density function)
Leitfaden 99
Angabe des
Ergebnisses
Begriffe

Messaufgabe
Vorgehen:
1) Messaufgabe und Messgröße
Model der
Messung 2) Messprinzip
3) Messmethode
Eingangs-
größen 4) Messverfahren

MU der Ein-
gangsgrößen
Ergebnis:
- Identifikation der Messgröße
MU der Aus-
gangsgröße
- bessere Kenntnis und Verständnis des Messverfahrens

Erweiterte MU

Angabe des
Ergebnisses
Begriffe

Messaufgabe
1 Messaufgabe und Messgröße:
Bestimmung des Volumens V eines
Bechers mit einem Nennwert von 2 L
Model der
Messung bei einer Temperatur von 20°C. 2L

Eingangs-
größen
2 Messprinzip:

Beispiel: CENAM / Euramet


Volumen = Masse / Dichte

MU der Ein-
gangsgrößen
3 Messmethode:
1,995 kg
Gravimetrische Kalibrierung
MU der Aus-
gangsgröße
4 Messverfahren:
Wiederholtes Füllen des Bechers mit bidistilliertem Wasser
Erweiterte MU und Wiegen der Masse m des enthaltenen Wassers

Angabe des
Ergebnisses
Begriffe

Messaufgabe

Vorgehen:
Model der 1) Suchen der Größen, die die Messung beeinflussen könnten
Messung
2) Strukturieren und Bewerten der Eingangsgrößen Xi

Eingangs- 3) Aufstellen des mathematischen Modells der Messung


größen

Ergebnis:
MU der Ein-
gangsgrößen - Mathematisches Modell der Messgröße: Y = f( X1, X2, … XN )
(Y : Ausgangsgröße, Xi : Eingangsgrößen)

MU der Aus-
gangsgröße

Erweiterte MU

Angabe des
Ergebnisses
Ichikawa Diagramm (allgemein):
Begriffe

Messaufgabe

Model der
Messung

Eingangs-
größen

MU der Ein- Ichikawa Diagramm (Beipiel: 2L-Becher):


gangsgrößen

MU der Aus-
gangsgröße

Erweiterte MU

Angabe des
Ergebnisses
Begriffe

Beispiel einer Modellgleichung: Volumenmessung

Messaufgabe m W  Bair W  Wcal  Wres  Bair


V   
  
Model der
Messung mit
V Volumen des Bechers
Eingangs- m Masse des eingefüllten Wassers
größen
W Netto-Messwert (vermindert um die Masse des leeren Bechers)
ΔWCal Messabweichung der Waage (Kalibrierschein-Angabe)
MU der Ein-
gangsgrößen ΔWres Auflösung der Waage
Bair Korrektur des Luftauftriebs
MU der Aus-  Dichte des Wassers
gangsgröße

Hinweis:
Erweiterte MU Diese Gleichung verletzt die Linearitätsforderung des (Standard-)GUM.
Praktisch ist das, bei hinreichend kleinen Messunsicherheiten der
Eingangsgrößen, ohne Bedeutung. Bei größeren Messunsicherheiten
Angabe des müßte die Berechnung mittels Monte-Carlo-Simulation per Software
Ergebnisses durchgeführt werden.
Begriffe

Vorgehen:
Messaufgabe
Bestimmung der Messunsicherheiten u(xi)
aller relevanten Eingangsgrößen Xi
Model der  durch Messung
Messung
oder
Eingangs-  aus anderen Informationsquellen
größen

Ergebnis:
MU der Ein-
gangsgrößen
Angaben zu jeder Eingangsgröße Xi
- bester Schätzwert xi
MU der Aus-
gangsgröße
- Informationen zu dessen Messunsicherheit u(xi)

Erweiterte MU

Angabe des
Ergebnisses
Begriffe

Der beste Schätzwerte xi einer Eingangsgröße Xi und dessen bei-


geordnete Standardunsicherheit u(xi) kann auf zwei verschiedenen
Messaufgabe Wegen ermittelt werden:

Model der
Messung Typ A Typ B

Eingangs-
größen wiederholte Messungen Angaben aus anderen Informations-
bei gleichen Messbedingungen quellen

MU der Ein- • Kalibrier- / Eichschein


gangsgrößen • Gerätespezifikation
• Literatur

MU der Aus- • vorherige Messungen


gangsgröße • usw

Erweiterte MU

Angabe des
Ergebnisses
Begriffe

Typ A: wiederholte Messungen


Messaufgabe

• bester Schätzwert: arithmetischer Mittelwert (GUM 4.2.1)


Model der
1 n
q   qk
Messung

Eingangs-
n k 1
größen
• Standardunsicherheit: Standardabweichung des Mittelwerts (GUM 4.2.3)

MU der Ein-
n
s ( qk ) 1
 k
gangsgrößen
u (q )  s (q )   ( q  q ) 2

MU der Aus-
n n(n  1) k 1
gangsgröße

empirische Standardabweichung
Erweiterte MU

Angabe des
Ergebnisses
Begriffe

Messaufgabe
Typ B: Angaben aus anderen Informationsquellen

Model der
Messung • Eichschein: … die Eichfehlergrenzen werden eingehalten …
• Kalibrierschein: … der Wert der Messgröße beträgt 19,98 °C …
Eingangs- … die erweiterte Messunsicherheit beträgt 0,10 °C …
größen
… es wurden 5 Vergleichsmessungen durchgeführt …
MU der Ein- • Herstellerangabe: … Genauigkeit: 1% der Anzeige + 2 Digits
gangsgrößen

MU der Aus-
gangsgröße

Erweiterte MU

Angabe des
Ergebnisses
Begriffe
geeichtes Gerät

Messaufgabe

Model der
Messung

Eingangs-
größen

MU der Ein-
gangsgrößen

Quelle: deutschen Übersetzung des GUM S1


MU der Aus-
gangsgröße

Erweiterte MU
Gerät mit Kalibrierschein

Angabe des
Gerät mit Kalibrierschein und
Ergebnisses zusätzlichen Informationen
Begriffe

Vorgehen:
Messaufgabe

1) Typ A :
Model der Standardunsicherheit bereits als Standardabweichung des
Messung
Mittelwerts bekannt.

Eingangs-
2) Typ B:
größen Berechnung der Standardunsicherheiten (d.h.: Standardabwei-
chungen) aller Eingangsgrößen aus deren angenommenen
MU der Ein- Wahrscheinlichkeitsdichteverteilungen nach festen Regeln.
gangsgrößen

MU der Aus- Ergebnis:


gangsgröße
Standardunsicherheiten (bzw. Standardabweichungen) aller
Eingangsgrößen
Erweiterte MU

Angabe des
Ergebnisses
Begriffe

Messaufgabe

Model der
Messung

Eingangs-
größen

MU der Ein-
gangsgrößen

MU der Aus-
gangsgröße

Erweiterte MU

Angabe des
Ergebnisses
Ermittlung der kombinierten Standardunsicherheit (GUM 5)
Begriffe

Die kombinierte Standardunsicherheit eines Messergebnisses (einer


Messaufgabe Ausgangsgröße) uc wird aus den Standardunsicherheiten durch Fehler-
fortpflanzung berechnet.

Model der
Messung
Dabei sind 2 Fälle zu unterscheiden:
• unkorrelierte [Unsicherheiten der] Eingangsgrößen (GUM 5.1)
Eingangs-
größen 2
N
f N
 f  2
uc ( y )   ci  u ( xi )    
2 2
mit c folgt u ( y )   u ( xi )
xi i 1  xi 
i c
MU der Ein- i 1
gangsgrößen
und
MU der Aus- • korrelierte [Unsicherheiten der] Eingangsgrößen (GUM 5.2)
gangsgröße
2
N N
f f N
 f  2 N 1 N
f f
u ( y )  
2
u ( xi , x j )     u ( xi )  2  u ( xi , x j )
i 1 j 1 xi x j i 1  xi  i 1 j i 1xi x j
c
Erweiterte MU

unkorrelierter Fall Mischterme mit Kovarianzen


Angabe des
Ergebnisses
Begriffe

Hinweis zu korrelierten Eingangsgrößen


Messaufgabe

Gemeint ist hier die Korrelation der Zufallsgrößen nicht die der physika-
Model der
Messung
lischen Größen (GUM 5.2.1). Wenn die Messunsicherheit der einen
Eingangsgröße mit der Messunsicherheit einer anderen Eingangsgröße
in gleicher- oder gegenläufiger Weise schwankt, kann das daran liegen,
Eingangs-
größen dass für verschiedene Eingangsgrößen

MU der Ein-
gangsgrößen
 dasselbe Messgerät,
 dasselbe Normal,
MU der Aus-  derselbe Referenzwert,
gangsgröße
 dieselbe Energiequelle,
…
Erweiterte MU

benutzt wird.
Angabe des
Ergebnisses
Beispiel: Volumenmessung (unkorellierter Fall)
Begriffe

Modellgleichung:
W  Wcal  Wres  Bair
V
Messaufgabe

Model der kombinierte Standardunsicherheit:


Messung

uc 2 (V )  (cW  u(W ))2  (cWcal  u(Wcal ))2


Eingangs-
größen  (cWres  u(Wres )) 2  (cBair  u( Bair )) 2  (c  u(  ))2

MU der Ein-
gangsgrößen
Empfindlichkeitskoeffizienten ci :

MU der Aus-
V 1 V 1 V 1
gangsgröße
cW   cWcal   cWres  
W  Wcal  Wres 
Erweiterte MU

V 1 V W  Wcal  Wres  Bair


cBair   c  
Angabe des Bair   2
Ergebnisses
Begriffe

Messaufgabe

Model der Die erweiterte Messunsicherheit U gibt einen Bereich um das Mess-
Messung ergebnis an, von dem erwartet werden kann, dass er einen großen
Anteil der Verteilung der Werte umfasst, die der Messgröße Y sinn-
vollerweise zugeordnet werden können.
Eingangs-
größen
Man erhält sie durch Multiplikation der kombinierten Standard-
messunsicherheit uc(y) mit dem Erweiterungsfaktor k:
MU der Ein-
gangsgrößen

U  k  uc ( y)
MU der Aus-
gangsgröße

Erweiterte
MU

Angabe des
Ergebnisses
Begriffe

Messaufgabe

Wert des Erweiterungsfaktor bei


Model der Normalverteilung:
Messung

Eingangs-
größen

-3uc -2uc -uc +uc +2uc +3uc


MU der Ein-
gangsgrößen

Grad des Vertrauens p Erweiterungsfaktor kp


MU der Aus- Rechteckverteilung: (in %)
gangsgröße
57,74 1
95 1,65
Erweiterte
MU 99 1,71
100 1,73

Angabe des
Ergebnisses
Erweiterungsfaktor normalverteilter Werte in Abhängigkeit von der
Begriffe Zahl der Messungen (Freiheitsgrade)

Messaufgabe

Model der
Messung

Eingangs-
größen

MU der Ein-
gangsgrößen

MU der Aus-
gangsgröße

Erweiterte
MU

Angabe des
Ergebnisses
Begriffe

Messaufgabe

GUM 7.2.3
Bei der Angabe eines Messergebnisses sollte man, wenn die erweiterte Unsicherheit
Model der U = k·uc(y) das Maß für die Unsicherheit ist:
Messung
a) vollständig beschreiben, wie die Messgröße Y definiert ist;

b) das Messergebnis in der Form Y = y ± U angeben;


Eingangs-
größen
c) die relative erweiterte Unsicherheit U / |y| angeben und wenn |y| ≠ 0;

d) den zur Ermittlung von U verwendeten Wert von k angeben (oder zur Erleichterung für
MU der Ein- den Nutzer des Messergebnisses sowohl k als auch uc(y));
gangsgrößen
e) den annähernden Grad des Vertrauens angeben, der dem Bereich y ± U zugeordnet ist,
sowie die Methode seiner Ermittlung;
MU der Aus-
gangsgröße
f) die in GUM 7.2.7 skizzierte Information angeben oder auf eine Publikation verweisen,
die diese Information enthält.

Erweiterte MU

Angabe des
Ergebnisses
Begriffe

QM-VA 25 Messunsicherheitsangaben in … Ergebnisberichten aus der PTB


Messaufgabe
In Kalibrierscheinen und in Prüfberichten ... ist bei der Angabe der Messunsicher-
heit im Falle der Normalverteilung folgende Formulierung zu verwenden:
Model der
Messung „Angegeben ist die erweiterte Messunsicherheit, die sich aus der Standardmess-
unsicherheit durch Multiplikation mit dem Erweiterungsfaktor k=2 ergibt. Sie wurde
gemäß dem „Guide to the Expression of Uncertainty in Measurement (GUM)“ er-
Eingangs-
größen mittelt. Der Wert der Messgröße liegt dann im Regelfall mit einer Wahrscheinlichkeit
von annähernd 95 % im zugeordneten Überdeckungsintervall.“

MU der Ein- Englische Übersetzung:


gangsgrößen
„The uncertainty stated is the expanded measurement uncertainty obtained by
multiplying the standard measurement uncertainty by the coverage factor k = 2. It
MU der Aus- has been determined in accordance with the “Guide to the Expression of Uncer-
gangsgröße tainty in Measurement (GUM)”. The value of the measurand then normally lies, with
a probability of 95 %, within the attributed coverage interval.”

Erweiterte MU Liegt eine andere Verteilung vor, so ist ein anderer Erweiterungsfaktor zu benutzen.
Die o.g. Formulierung ist entsprechend anzupassen.

Angabe des
Ergebnisses
Begriffe

Messaufgabe

Model der
Messung

Eingangs-
größen

MU der Ein-
gangsgrößen
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
(geschätzte Redezeit: 21 min ± 2 min, k = 2, Grad des Vertrauens 95%)
MU der Aus-
gangsgröße

Erweiterte MU

Angabe des
Ergebnisses