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Lieber Herr Professor, liebe Mitschülerinnen und Mitschüler,

heute möchte ich Ihnen einen kurzen Einblick in die Erzeugung von Stahl geben.
Wie wird Stahl hergestellt?
Allgemein muss man wissen was Stahl eigentlich ist, nämlich eine Legierung, die
größtenteils aus Eisen besteht. Es hat auch einen kleinen Anteil an Kohlenstoffatomen
und einigen weiteren Stoffen (Verunreinigungen oder Stoffe um die Eigenschaft des
Stahls zu verbessern und ihn vor Rost zu schützen.)
Eisen wird dann als Stahl bezeichnet wenn es eine Kohlenstoffanteil von weniger als
2,06% hat.

Woher kommt Eisen?


Mineralien aus denen man Eisen gewinnen kann nennt man Eisenerz.
Eisenerz besteht aus vielen Eisenhaltigen Verbindungen, meistens Eisenoxid.
Eisenoxid ist in Gestein und deshalb verunreinigt. Jetzt steht man vor dem Problem:
Wie mache ich aus Eisenerz reines Eisen?
Um aus Eisenoxid Eisen zu machen muss man ihm Sauerstoff entziehen. (ihn
reduzieren) Als Reduktionsmittel wird hier meist Kohlenstoff verwendet. Kohlenstoff ist
recht billig und kann zu CO oder zu CO2 oxidiert werden und so Eisen herstellen.
Dieser Vorgang geschieht in einem Hochofen:

Der Hochofen ist in verschiedene Zonen eingeteilt und kann Temperaturen von bis zu
1.800 Grad erreichen.
Oben kommen Erz und Koks hinein. Koks hat in diesem Fall nichts mit Kokain zu tun,
sondern bezeichnet einfach nur den kohlenstoffhaltigen Brennstoff. Dazu kann man
noch Zuschläge geben welche zum Schluss als sogenannte Schlacke wieder heraus
kommen. Schlacke ist ein Abfallprodukt. Von unten nach oben strömt ein warmer
Wind, der oben als sogenanntes Gichtgas wieder herauskommt. In diesem Gas ist viel
Kohlenmonoxid enthalten. Dadurch wird das Gemisch getrocknet und aufgeheizt.
Daher der Name Trocken und Vorwärmzone. Dort herrscht eine Temperatur von ca.
200 Grad.

Die nächste Zone wird als Reduktionszone bezeichnet und hat eine Temperatur von
ca. 700 Grad. Hier wird wie der Name schon sagt, das Eisenoxid reduziert. Aus
Fe2O3 + 3CO = 2Fe + 3CO2. Dabei stellen wir uns eine Frage: Wie kann CO
entstehen wenn ich nur C durch das Koks in meinem Hochofen habe? Die Antwort
liegt auf der Hand: Bei der Hitze liegen die verschiedenen Kohlenstoffverbindungen in
einem Gleichgewicht vor. C + CO2 = 2CO
Nun sinkt alles nach unten in die Kohlungszone. Hier bildet sich dann ein Gemisch
aus Eisen und Kohlenstoff. Weiter unten kommt die Schmelzzone. Hier verbrennt der
C aus dem Koks direkt mit dem Luftsauerstoff zu Kohlenstoffmonoxid und -dioxid.
Dabei wird viel Energie als Hitze frei und das Eisen- Kohlenstoffgemisch schmilzt.
Auch hartnäckiger Eisenverbindungen werden jetzt zu Eisen reduziert.
Zu Schluss erhält man 2 Schichten. Zum eine das gewünschte Roheisen, zum
anderen die Schlacke. In diesem Roheisen ist allerdings der Kohlenstoffanteil mit 4%
viel zu hoch. Deshalb gibt es 2 Möglichkeiten. Man kann zum einen Sauerstoff auf das
Eisen blasen und so CO2 erhalten. Dieses Verfahren nennt man Blasverfahren. Oder
man gibt zum Eisen Sauerstoffverbindungen und lässt diesen zu Kohlenstoff
oxidieren. Dieses Verfahren nennt man Herdfrisch-Verfahren.
Durch den ganzen Prozess hat man dann Stahl hergestellt und kann ihn zu allem
möglichen weiterverarbeiten.

In Österreich gab es die Vereinigten Österreichischen Eisen- und Stahlwerke, oder


kurz VÖEST. Aus Diesem Unternehmen ging die heutige Vöestalpine hervor. Die
Vöestalpine hat ihren Sitz in Linz und gehört zu den größten stahlbasierenden
Technologie- und Industriegüterkonzernen der Welt. Sie ist in 50 Ländern vertreten
und beschäftigt rund 46.400 Mitarbeiter.