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17. Musik in Siebenbürgen.

Wechselwirkungen mit Deutschland und den


Nachbarn. Siebenbürgische Musiker in Baden-Württemberg
Karl Teutsch

Musikausübung und Musikrezeption spielten in breiten


Bevölkerungskreisen der Siebenbürger Sachsen sowohl
im Leben des Einzelnen als auch in der Gemeinschaft eine
bedeutsame, teilweise bestimmende Rolle, ob auf
volkstümlicher oder kunstmusikalischer Ebene, als "U"-
oder "E"-Musik, in laienmäßiger oder professioneller
Ausprägung, in weltlichem oder kirchlichem Rahmen. Sie
waren nicht nur Ausdruck auffallender musischer
Neigungen und eines starken Dranges nach
musikpraktischer Betätigung, bekundeten nicht nur das
Bedürfnis, in geographischer Abgeschiedenheit am
jeweils aktuellen musikalischen Geschehen in der Welt,
vor allem in Deutschland und Österreich, teilzuhaben,
sondern und das ist charakteristisch für alle deutschen
Kolonistengemeinschaften im südöstlichen Europa sie
bedeuteten ihnen zu allen Zeiten auch Hilfe, Möglichkeit
und Mittel, die ethnische Identität zu finden, zu bewahren
und bestätigt zu sehen. Ev. Stadtpfarkirche Hermannstadt, Blick
zur Westernpore mit der 1914/15 von der
Firma Sauer erbauten Orgel
Es war den deutschen Siedlern im Südosten immer sehr
daran gelegen, mit der westlichen Zivilisation und Kultur mitzuhalten, Errungenschaften aus
Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und Kunst möglichst umgehend zu übernehmen und sie
weiterzuentwickeln. Immer war es ihnen auch sehr wichtig, sich in grundsätzlicher Gleichartigkeit
und Verbundenheit mit Deutschland und Mitteleuropa zu sehen, sich miteingeschlossen und in
dieser Verbindung geborgen zu wissen.

So spiegelten sich im Musikleben der Siebenbürger Sachsen seit ihrer Einwanderung im 12., 13.
und 14. Jahrhundert alle musikalischen Erscheinungen des zentraldeutschen Sprachgebietes, das
seinerseits in kultureller und musikalischer Hinsicht Teil des einheitlichen, geschlossenen
europäischen Ganzen war. Das trifft auch für die meisten anderen deutschen Siedlungsgebiete
Südosteuropas zu. Es kam zu den gleichen künstlerischen und musikalischen Entwicklungen. Zwar
reiften im Südosten auch eigenständige Elemente heran, immer aber sind in großem Umfang
Gemeinsamkeiten festzustellen. Man orientierte sich am deutschen Kerngebiet, und man maß sich
an ihm. Gerne stellte man Vergleiche an. So hieß es: "In den sächsischen Städten pulsiert ein
musikalisches Leben, das jeden Vergleich aushält mit der musikalischen Produktion von
Städten gleicher Größe innerhalb anderer Staaten" (Schlandt, 1929). Ähnlichen Einschätzungen
begegnen wir in der Literatur häufig, ebenso aber auch deren Bestätigung: "Es ist für jeden
Fremden, mag er aus dem musizierfreudigen Deutschland oder Italien kommen, erstaunlich,
wie viel gute Musik in z. T. ganz hervorragender Ausführung in Siebenbürgen getrieben
wird" (Bickerich, 1935, 362).

Im Mittelalter war die europaweite Einheitlichkeit und Übereinstimmung im geistigen und


religiösen Bereich durch das homogen strukturierte kirchliche Leben, durch die in wesentlichen
Punkten gleichgestimmte Liturgie und den übereinstimmenden Messgesang gegeben. Ebenso
wirkten die Klöster, die damaligen Kulturträger, integrierend und vereinheitlichend. Der liturgische
Gesang der frühen Zeit in Siebenbürgen ist in den verhältnismäßig zahlreich erhaltenen Kodizes
(Messbücher, Breviere, Gradualien, Antiphonarien, Psalterien, Hymnarien, Vigilialien) aus dem 14.
bis 16. Jahrhundert dokumentiert. Sie belegen eine rege Pflege der gottesdienstlichen Musik und
zeigen auffallende Übereinstimmungen mit dem in eine ältere gregorianische Überlieferung
weisenden Kölner, Aachener und Magdeburger, z.T. auch mit dem neueren römischen und Graner
Ritus (Reinerth, 1931, 1963, 1972).

Die frühen Praecentoren, Kantoren, Organisten und Orgelbauer seit dem 13. bzw. 14.
Jahrhundert bezeugt kamen zumeist aus zentraldeutschen oder aus den von Deutschen besiedelten
Gebieten Ungarns. Andererseits erreichen uns seit Ende des 15. Jahrhunderts Nachrichten über
südostdeutsche und siebenbürgische Kantoren und Organisten, die in anderen Ländern Europas
wirkten.

Bemerkenswert sind die mittelalterlichen Fluktuationen im Bereich der weltlichen Musik: Wir
begegnen französischen, italienischen und deutschen Musikern in Ost- und Südosteuropa,
gleichzeitig ungarischen oder polnischen Musikanten in West- und Südeuropa. Die Minnesänger
durchquerten den Kontinent, erst recht die fahrenden Spielleute. Am mittelalterlichen ungarischen
Hof schon verkehrten oder dienten bedeutende Musiker aus dem Westen, wie Oswald von
Wolkenstein, Michael Beheim, Peter Suchenwirt, Heinrich von Mügeln, Heinrich der Teichner,
Adrian Willaert, Thomas Stoltzer, Heinrich Finck. Oswald von Wolkenstein hat sich vermutlich
auch in Siebenbürgen aufgehalten. So war es denn auch selbstverständlich, dass Heinrich von
Ofterdingen, der Widerpart Wolfram von Eschenbachs beim Sängerwettstreit auf der Wartburg bei
Eisenach im Jahre 1206, den Dichter und Sänger Klingsor aus Siebenbürgen zu Hilfe holte. Das ist
zwar nur legendenhaft überliefert, ändert aber nichts an der Tatsache, dass Siebenbürgen damals
schon in europäischen Zusammenhängen gesehen wurde. In der vom Beginn des 14. Jahrhunderts
stammenden, in Zürich entstandenen und dann nach Heidelberg gebrachten sogenannten
Manessischen Handschrift mit Minneliedern finden wir eine Miniatur, auf der Klingsor inmitten
der übrigen Minnesänger abgebildet ist.

Aus späterer Zeit hören wir von einer Reihe von Musikern Lautenisten, Virginalisten,
Trompeter, Sänger, die aus Siebenbürgen und anderen südosteuropäischen Landschaften
kommend, ihren künstlerischen Beruf in Ländern Mitteleuropas ausübten. Der herausragendste
unter ihnen, der Lautenist Valentin Greff Bakfark (1527-1576) aus Kronstadt, Hofmusiker am
ungarischen und polnischen Königshof, am habsburgischen Kaiserhof in Wien, am
siebenbürgischen Fürstenhof in Weißenburg und schließlich freier Künstler in Padua, ist als einer
der bedeutendsten Lautenisten und Komponisten des 16. Jahrhunderts in Europa zu bezeichnen.
Neben ihm darf sein Bruder Michael Bakfark, um 1550 Hoflautenist der ungarischen Königin
Isabella und zwischen 1559 und etwa 1570 Lautenist am Hofe des siebenbürgischen Fürsten Johann
Sigismund, nicht vergessen werden.

Volkslieder wanderten durch alle Länder. Ein französisches konnte zu einem deutschen Volkslied
werden und umgekehrt. In Schlesien, Böhmen und Slowenien gibt es charakteristische
Verschmelzungen im Volksliedgut der Deutschen und der benachbarten Völker. So konnte auch
noch das 1897 von Hermann Kirchner in Siebenbürgen auf einen Mundarttext geschaffene Chorlied
"Im Holderstrauch" (Äm Hontertstroch), nachdem es in der siebenbürgisch-sächsischen
Bevölkerung zum Volkslied geworden war, unter den Siebenbürger Rumänen große Beliebheit
erlangen, danach Aufnahme im sogenannten Kaiserliederbuch und im Landesliederbuch des
Deutschen Sängerbundes finden, schließlich in andere europäische Länder bis nach England
gelangen, immer anonym und jeweils als eigenes Volkslied betrachtet (Folberth, 1936, 92-98). Das
althergebrachte, in der Nähe des Minnesangs angesiedelte Volksliedgut der Siebenbürger Sachsen
hat seinen Ursprung im Frühmittelhochdeutschen des nordwestdeutschen und flandrischen
Sprachraums, von wo die ersten Einwanderertrecks der Vorfahren gekommen waren. Später
gelangten Volkslieder aus den mitteldeutschen und österreichischen Landschaften nach
Siebenbürgen. Hier lebte das Volkslied in lebendiger Tradition jeweils länger als in Deutschland, so
dass ihm eine bewahrende Funktion zukommt. Die im Volk überlieferten Lieder wurden seit Mitte
des 19. Jahrhunderts aufgezeichnet, gesammelt und veröffentlicht (Schuster, 1865; Brandsch, 1931;
ders. 1936-1938; Brandsch 1974; id., 1982, 1988)

Über weite Teile Europas verbreiteten sich, ausgehend von diesem oder jenem Ort oder Landstrich,
geistige Strömungen, ästhetische Richtungen, Musikstile, musikalische Gattungen,
Organisationsformen und institutionelle Einrichtungen: Denken wir an die französische
Mehrstimmigkeit, die niederländische Vokalpolyphonie, die mitteleuropäische Musizierpraxis der
Renaissance und des Barock, die italienische Oper oder die italienische Instrumental- und
Vokalmusik, an die geistigen, formalen und kompositionstechnischen Grundlagen der deutschen
Klassik und Romantik. Fast alle kulturellen und musikalischen Richtungen hatten
gesamteuropäischen Charakter.

Die lutherische Reformation dehnte sich nach Osten hin aus und erreichte bald Siebenbürgen:
Schon 1518 wurden die Gedanken und Schriften Luthers, damit auch die reformatorischen Lieder
zur Messe, in Hermannstadt und Kronstadt hauptsächlich durch die Vermittlung heimkehrender
Studenten und ehemaliger Mönche bekannt. In Kronstadt sang man die Lieder der Täufer und der
Brüderunität. Die Beziehungen zwischen Siebenbürgen und Mitteldeutschland dem Raum, in dem
sich Heinrich Schütz, Georg Philipp Telemann, Adam Krieger oder die Bach-Familie bewegten
gestalteten sich besonders rege. Die Einrichtung der berufs- und zunftmäßig wirkenden
Stadtpfeifereien in Siebenbürgen nannte man die Stadtmusiker, wie in Mitteldeutschland und
Österreich, Turner, der kantoreiähnlichen Schülerchöre in den Städten, der Adjuvantenchöre auf
den Dörfern, ebenso auch alle kirchenmusikalischen Formen und Gepflogenheiten gehen auf
Anregungen aus dem thüringisch-sächsischen Raum zurück. Der mehrstimmige Kirchengesang,
von Knabenchören ausgeführt, war seit dem 15. Jahrhundert in Siebenbürgen heimisch. Nach der
Reformation nahm die Bedeutung des Chorgesangs zu. In den Bibliotheken liegen aus altem
Gebrauch stammende Stimmhefte mit Kompositionen von Jakob Obrecht, Palestrina, Orlando di
Lasso, Clemens non Papa, Schütz, Praetorius, Johann Walter und anderen Vokalmeistern der
Renaissance und des Barock. Daraus schließen wir auf einen hohen Stand der musikalischen
Betätigungen in der Schule. Die Schulordnungen der Reformationszeit auch im ländlichen Bereich
sahen tägliche Sing- und Musikübungen, dazu wöchentlich zwei bis drei Chorproben vor. Für uns
Heutige ungewöhnlich ist die Häufigkeit des Mitwirkens damaliger Schülerchöre in der
gottesdienstlichen Musik und ihres Auftretens bei Feiern, Festen, Bräuchen und zahlreichen
anderen Anlässen. Seit dem 18. Jahrhundert gab es an den Gymnasien auch die sogenannten
Singschulen, die Kantoren für den ländlichen Raum ausbildeten und zur Kultivierung des
Chorwesens beitrugen. Von 1542 stammen erste dokumentarische Belege über Aufführungen von
"Schulkomödien" (Schuldramen). An den Schulen wurde gleichermaßen auch das Instrumentalspiel
gepflegt, es bestanden Orchester und Blaskapellen. Eine erste Nachricht über von Schülern
ausgeführte Tanzmusik erreicht uns aus dem Jahr 1540. Die Musikvereine richteten seit Mitte des
19. Jahrhunderts bei ihrer Gründung Musikschulen für Jugendliche zur Heranbildung des vokalen
und instrumentalen Nachwuchses ein. Die Philharmonische Gesellschaft in Kronstadt unterhielt zu
demselben Zweck eine "Philharmonische Vorschule".

Über den Böhmen Andreas Hammerschmidt gelangte durch die Vermittlung des Zipsers Gabriel
Reilich (1643-1677), Stadtorganist und Komponist in Hermannstadt, der konzertante
Generalbassstil nach Siebenbürgen. Reilichs Nachfolger im Hermannstädter Organisten- oder
Kantorenamt, auf schöpferischem Gebiet in den nächstfolgenden, Siebenbürgen erreichenden neuen
Kompositionsstilen hervortretend, sind gebürtige Siebenbürger: Johann Sartorius Vater und Sohn
(1680-1756 bzw. 1712-1787), Martin Hammer (1685-1742), Peter Schimert (1712-1785),
Andreas Stollmann (* um 1720, 1771), Johann Knall (1794), Michael Tischer (im Amt
zwischen 1786 und 1799), Martin Bretz (zwischen 1799 und 1819), Johann Bielz (zwischen 1819
und 1857), Andreas Hienz (zwischen 1803 und 1827), Michael Theil (zwischen 1827 und 1860).
Dagegen kam Philipp Caudella (1771-1826), Kantor und Organist an der katholischen
Stadtpfarrkirche und "Professor der Tonkunst" am evangelischen Gymnasium in Hermannstadt, aus
Olmütz in Mähren. Auch in Kronstadt verzeichnen wir eine Reihe von Kantoren und Komponisten
siebenbürgischer Herkunft: Balthasar Francus (um 1607), Stephan Schelker (um 1677), Johann
Gokesch (um 1706), Johann Rauß (um 1717), Franz Rheter (um 1720), Johann Zeidner (um
1733), Michael Albrich (1737-1757), Georg Klees (um 1760), Johann Copony (* um 1730,
1764), Petrus Müller (um 1768), Petrus Weber (um 1770), Martin Schneider (um 1780), Lucas
Hermann (um 1795) und Johann Lurtz (1818-1900), ebenso in Mediasch den Kantor und
Komponisten Martin Fay (1725-1786). Einer der herausragendsten Organisten in Siebenbürgen,
Hieronymus Ostermayer, von 1530 bis zu seinem Tode 1561 Stadtorganist in Kronstadt, war
gebürtiger Bayer, sein in Kronstadt geborener Sohn Georg Ostermayer (* um 1530, 1572) übte
seine vermutlich recht respektable Kunst des Orgelspiels und Komponierens im Württembergischen
aus, als Organist der Stiftskirche in Tübingen, der Stiftskirche in Stuttgart und der Kilianskirche in
Heilbronn, wo er auch Rector musici an der Lateinschule war. Michael Herrmann (1602-1665),
Stadtorganist, Druckereibesitzer, Stadtrichter und fürstlicher Rat in Kronstadt, kam aus Kirchdorf in
der Zips. Johannes Thesselius, zwischen 1630 und 1643 Stadtorganist und Komponist in
Hermannstadt, wanderte aus dem Thüringischen nach Siebenbürgen ein. Der Organist und
Komponist Daniel Croner (1656-1740) wiederum, in Kronstadt und Heldsdorf tätig, war
gebürtiger Kronstädter.

Den bedeutendsten Faktor im Zustandekommen der angedeuteten Gemeinsamkeiten, der


Bindungen und Verflechtungen zwischen dem künstlerischen Leben in den deutschen
Siedlungsgebieten Mittelost- und Südosteuropas und dem zentraldeutschen Kulturgebiet, stellte
auch im 18., 19. und 20. Jahrhundert die aufbauende, formende, weiterführende Tätigkeit der vielen
persönlichen Kräfte dar, die aus Deutschland, Österreich oder den böhmischen und schlesischen
Gebieten in den näheren und ferneren Südosten so auch nach Siebenbürgen kamen, zeitlich
begrenzt oder lebenslang dort wirkten oder auch nur lokale Beziehungen unterhielten. Carl Ditters
von Dittersdorf und Michael Haydn verbrachten einige Jahre in Diensten des Bischofs von
Großwardein und gestalteten das dortige Musikleben. Wir kennen die Beziehungen Joseph
Haydns, Mozarts, Beethovens, Heinrich Marschners, Gustav Mahlers, Johann Strauß´, Carl
Michael Ziehrers, Bruno Walters oder Otto Klemperers zu Ost- und Südosteuropa. Das
Musikleben im mittelalterlichen Ofen und Pest und im späteren Budapest ist mit zahlreichen
Namen französischer, italienischer und flämischer, im 19. Jahrhundert, wie auch der Bukarester
Musikbetrieb, vor allem deutscher, darunter siebenbürgisch-sächsischer Musiker verbunden. Die
regierenden Fürsten Siebenbürgens unterhielten Kapellen, in denen Künstler aus Italien, Frankreich,
Deutschland und Siebenbürgen tätig waren, und es gab Berührungen großer Komponisten
(Palestrina, Girolamo Diruta, Philippe de Monte, Christoph Demantius) mit dem
siebenbürgischen Hof.

Das Musikleben der Siebenbürger Sachsen, vor allem in seiner Ausrichtung an den jeweils
aktuellen Gegebenheiten und Bedingungen, ist zumindest zeitweise ohne die Wirksamkeit von
Musikern aus westlichen deutschen Sprachräumen undenkbar. Abgesehen von wenigen Ausnahmen
kamen die Musikdirektoren und Chormeister der seit den 1820er und 1830er Jahren bestehenden
Musikalischen Gesellschaften und Musikvereine aus dem deutschsprachigen Westen: Hermann
Bönicke (1821-1879) aus Endorf (Sachsen), Ottomar Neubner (um 1840-1913) aus Köln, Johann
Leopold Bella (1843-1936) aus Sankt Nikolaus (Hauerland/Slowakei), Hermann Kirchner
(1861-1928) aus Wölfis (Thüringen), Gustav Fleischer (1865-1927) aus Löbau (Sachsen), Arthur
Stubbe (1866-1938) aus Berlin-Köpenick, Ferdinand Hessmann aus Pest, Armin Haag aus
Schlesien, Carl Ferdinand Rohrbeck (* 1871) aus Wien, Hans Wendel-Hammerstedt (1878-
1961) aus Spandau, Hermann Klee (1883-1970) aus Rendsburg, Hanns Schlüter-Ungar (1896-
1974) aus Stettin. Auch die aus den Stadtpfeifereien, den Turnerkapellen, um die Mitte des 19.
Jahrhunderts hervorgegangenen Stadtkapellen es waren professionell und symphonisch besetzte
Orchester verpflichteten gleich zu Beginn und über längere Zeit hinweg ausländische
Kapellmeister, ebenso die Musikvereinsorchester und die 1878 gegründete Philharmonische
Gesellschaft in Kronstadt. Zu nennen sind Anton Brandner (1840-1900) aus Mühldorf bei
Karlsbad in Böhmen, Emil Silbernagel (1841-1901) aus Prag, Max Krause (1860-1917) aus
Leipzig, Franz Prohaska aus Böhmen, Alfred Nowak (1871-1934) aus Mariaschein bei Teplitz,
Wilhelm Schönherr (* 1902) aus Marburg a.d. Drau. Sie alle waren professionell hervorragend
ausgebildete, begabte, fähige, leistungs- und unternehmungsfreudige Fachkräfte, sie verliehen dem
örtlichen und gesamtsiebenbürgischen Musikleben bedeutende Impulse.

Aufführungen von Oratorien können wir seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verfolgen,
wobei anzumerken ist, dass einige Hauptwerke dieses Genres relativ kurz nach der in Deutschland
oder in Wien erfolgten Uraufführung schon zu hören waren. Ende des 19. Jahrhunderts begannen
die Musikvereine in Hermannstadt und Kronstadt, etwas später auch in den kleineren Städten,
größere Opern aufzuführen. In Hermannstadt gingen Opern von Lortzing, Weber, Mozart,
Beethoven, Verdi, Maillart, Kreutzer, Nicolai, Richard Wagner, Gounod, Bizet u.a. in Szene.
Ähnliche Aktivitäten sind in Kronstadt zu verzeichnen, in kleinerem Umfang in Schässburg,
Mediasch und Bistritz. Bis dahin seit dem 16. Jahrhundert und bis 1926 parallel zu den
Vereinsaufführungen wurde das dramatische Repertoire von ausländischen, meist österreichischen,
deutschen und italienischen Theater- und Operngesellschaften in den Stadttheatern von
Hermannstadt und Kronstadt bestritten. Mit einem dieser Ensembles führte der Hermannstädter
Komponist Anton Hubatschek (1763-1813) zwischen 1794 und 1796 in Kronstadt und
Hermannstadt mehrere seiner Opern in z.T. zahlreichen Wiederholungen auf. Von 1933 bis
Kriegsende existierte ein "Deutsches Landestheater in Rumänien" mit Sitz in Hermannstadt, das
mit eigenen Schauspiel- und Opernensembles den Bedarf in dieser Richtung deckte.

Seit der Entfaltung des europäischen Interpreten- und Virtuosentums im 19. Jahrhundert
verzeichnen wir auch in den deutschen Siedlungsgebieten Südosteuropas ein Hochkommen
interpretatorischer Talente. Ein Paradebeispiel der siebenbürgischen Musikgeschichtsschreibung in
dieser Hinsicht ist das pianistische Wunderkind Carl Filtsch (1830-1845), Schüler von Friedrich
Wieck, Simon Sechter und Frédéric Chopin, in Wien, Paris und London enthusiastisch gefeiert.
Die Kompositionen des Dreizehn- und Vierzehnjährigen verraten eine ungewöhnliche schöpferische
Reife.

Zunächst in Kronstadt, später auch in Hermannstadt, Schässburg, Bistritz und Mediasch erstanden
den Siebenbürger Sachsen führende autochthone Musikerpersönlichkeiten. Der Heldsdorfer
Johann Lukas Hedwig (1802-1849), schon während seiner Wiener Studienjahre auch auf
kompositorischem Gebiet aktiv, formte als Stadtkantor, Musikdirektor und Gymnasialmusiklehrer
in Kronstadt nachhaltig das dortige Musikleben. Berta Bock (1857-1945), in Hermannstadt
geboren und dort lebend, hatte in privater Funktion Anteil an der Gestaltung musikalischer Prozesse
in Hermannstadt durch ihre Unterrichtstätigkeit als Klavier- und Gesangspädagogin, insbesondere
durch ihre kompositorische Tätigkeit als Autorin der Volksoper Die Pfingstkrone, mehrerer Ballette
und zahlreicher Lieder für Singstimme und Klavier. Als wohl bedeutendster Organist, Chorleiter
und Komponist am Beginn des 20. Jahrhunderts kann der Kronstädter Rudolf Lassel (1861-1918)
gelten. Er erwarb sich, neue Maßstäbe setzend, als Musikdirektor der Stadtpfarrkirche in Kronstadt
und Chormeister des dortigen Gesangvereins, als Gymnasial- und Seminarlehrer und Gründer eines
neuen Schülerkirchenchors, bleibende, auf große Teile Siebenbürgens ausstrahlende Verdienste um
Musikpflege, Interpretation und Lehre. Lassels Schüler und wie er selbst Absolvent des Leipziger
Konservatoriums, Paul Richter (1875-1950), ebenfalls in Kronstadt geboren, gilt als einer der
bedeutendsten siebenbürgischen Komponisten. Auch seine interpretatorische Leistung als
Chormeister des Kronstädter Gesangvereins und als städtischer Kapellmeister gab Impulse und
hinterließ fortwirkende Spuren vor allem durch denkwürdige Oratorien- und Opernaufführungen
(Der Kinderkreuzzug, Ein Deutsches Requiem, Freischütz, Fidelio, Tannhäuser), durch seine
symphonischen Programme (Brahms, Bruckner, Strauss, Mahler), nicht zuletzt auch durch die
Aufführungen eigener Orchesterwerke und seine Lehrtätigkeit am Kronstädter Konservatorium. Der
früh verstorbene Eduard Orendi (1877-1900) kam in Bistritz als Musikdirektor und Komponist zu
hoher Anerkennung. Andreas Nikolaus (1879-1948), geboren in Donnersmarkt bei Blasendorf,
vervollständigte seine musikalische Ausbildung am Leipziger Konservatorium und war zwischen
1903 und 1923, bevor er in die Vereinigten Staaten auswanderte, Musikdirektor, Kantor und
Gymnasialmusiklehrer in Mediasch. Hier setzte er die von Hermann Kirchner begonnene
Aufbauarbeit im Musikverein fort und brachte es zu beachtenswerten Opern- und
Oratorienaufführungen. Emil Honigberger (1881-1953) trug als Chorleiter, Kapellmeister,
Musiklehrer, Organist, Journalist, Herausgeber und Organisator zur musikalischen Entwicklung in
Mühlbach, Mediasch und Kronstadt bei. Er förderte vor allem die Kammermusik und trat für das
zeitgenössische Musikschaffen ein. Georg Bachner (1891-1959), gebürtig aus Petersdorf bei
Bistritz, wurde nach dem Studium und Dirigententätigkeiten in Übersee Dirigent des Deutschen
Chores, Leiter der Stadtkapelle und Lehrer an der Musikakademie in Klausenburg, von wo aus er
als Gastdirigent und Komponist die Musikzentren Europas bereiste. Der Hermannstädter Richard
Oschanitzky (1901-1971), zuerst Kapellmeister am Stadttheater in Hermannstadt, dann
Chormeister in Kronstadt und Bukarest, wieder Kapellmeister am Deutschen Landestheater in
Hermannstadt, zuletzt Konservatoriumslehrer und Dirigent in Temeschburg, ist vor allem als
Komponist von Ballettmusiken und des Singspiels Mädel aus dem Kokeltal bekannt geworden. Den
zuletzt als Sekretär der Akademie der Künste und Kompositionsprofessor an der Staatlichen
Akademie für Kirchen- und Schulmusik in Berlin wirkenden Waldemar von Baußnern (1866-
1931) können wir insoweit nicht dieser Reihe und Kategorie siebenbürgischer Musiker zuordnen,
als er als Sohn zwar eines aus alteingesessener Adelsfamilie stammenden Siebenbürgers in Berlin
geboren wurde und, abgesehen von wenigen Jahren in der Kindheit, nie in Siebenbürgen gelebt hat.
Er kann als einer der profiliertesten deutschen Komponisten der nachromantischen Zeit bezeichnet
werden.

Seit den 1920er Jahren waren es dann wieder zwei aus dem Ausland zugezogene Musiker, Victor
Bickerich (1895-1964) aus Lissa bei Posen und Franz Xaver Dressler (1898-1981) aus Aussig
a.d. Elbe, die als Kantoren, Organisten, Chorleiter, Dirigenten, Pädagogen, Gründer neuer
Knabenchöre und der Bach-Chöre, Initiatoren neuer Konzertdarbietungsformen und
Erstaufführungen, das Kirchenmusikleben ihrer Wahlheimat Siebenbürgen ersterer von Kronstadt,
letzterer von Hermannstadt aus, insbesondere durch die Kultur des Chorgesangs und der Bach-
Pflege tiefgreifend prägten, auch über Siebenbürgen hinaus wirksam wurden.

Stolz ist die siebenbürgische Musikhistoriographie auf das "Dreigestirn" des modernen
siebenbürgischen Tonschaffens. Es sind drei Musiker, die um die Jahrhundertwende in
Siebenbürgen das Licht der Welt erblickten, deren Ansprüche aber die dortigen Gegebenheiten
nicht mehr zu befriedigen vermochten: Nach dem Studium kehrten sie nicht nach Siebenbürgen
zurück, sie bedurften der großen Welt und ihres weiten Atems, des unmittelbaren Kontaktes mit
dem neuzeitlichen internationalen Musikgeschehen, dem sie sich anschlossen, das ihre
schöpferische Auseinandersetzung bestimmte, dem sie auch einiges wieder schenken konnten. Der
Hermannstädter Norbert von Hannenheim (1898-1943), Schüler von Arnold Schönberg an der
Preußischen Akademie der Künste in Berlin, machte schon früh mit Kammermusik und mit
sinfonischen und konzertanten Kompositionen auf sich aufmerksam, erzielte danach zunehmend
Beachtung bei Publikum und Presse in Berlin, erhielt das Mendelssohn-Bartholdy-Stipendium,
wurde in Fachpublikationen der Reihe der herausragendsten deutschen Komponisten der Zeit
zugeordnet. Der Kronstädter Heinrich Neugeboren/Nouveau (1901-1959) suchte die
Ausgangsbasis für sein kompositorisches Schaffen bei Bartók, Debussy und der "Groupe des
Six", nachdem er sich in der Meisterklasse von Ferruccio Busoni in Berlin und bei Nadia
Boulanger an der Ecole Normale de Musique in Paris das kompositorische Rüstzeug angeeignet
hatte. Er lebte als Komponist, Maler und Schriftsteller freischaffend zuerst in Berlin, dann in Paris.
Der in Sächsisch-Regen geborene Rudolf Wagner-Régeny (1903-1969), auch er Zögling der
Berliner Musikhochschule, dann Chordirektor und Kapellmeister, zuletzt Kompositionslehrer an der
Deutschen Hochschule für Musik in Berlin, errang mit seinen neoklassizistischen Opern
ungewöhnliche Erfolge beim Publikum und galt in Fachkreisen als einer der führenden Tonschöpfer
der dramatischen Sparte in Deutschland.

Desgleichen stiegen herausragende Interpreten auf, denen Siebenbürgen ebenfalls die nötigen
Entfaltungs-, Wirkungs- und Resonanzmöglichkeiten nicht bieten konnte. Aus einer Reihe von
Namen können hier nur einige wenige genannt werden, vorzugsweise die, die in Deutschland und
im internationalen Musikleben Anerkennung fanden: die Geigerinnen und Geiger Irene von
Brennerberg (1873-1922), Olga Coulin/Fogarascher (1875-1959), Rudolf Malcher (1879-1967),
Ernst Süssmann (1911-1947), die Pianistinnen und Pianisten Luise Gmeiner (1885-1951), Selma
Erler-Honigberger (1888-1958), Maria Streitfeld (1890-1961), Egon Siegmund (1894-1942),
Arnold Kieltsch (* 1903), Lotte Jekeli (*1927), der Flötist Adolf Terschak (1832-1901). Ein
Faszinosum ist die bezogen auf die Gesamtbevökerungszahl der Siebenbürger Sachsen von nur ca.
250000 unverhältnismäßig große Zahl exzellenter Sängerinnen und Sänger, die Siebenbürgen
innerhalb eines begrenzten Zeitraums zwischen etwa 1820 und 1920 hervorgebracht hat. Es scheint
nicht abwegig, dieses Phänomen mit der Breitenwirkung und den pädagogischen Anliegen und
Bemühungen der seit Mitte des 19. Jahrhunderts aufblühenden Gesang- und Musikvereine, der
Entwicklung des Chorwesens, dem Aufschwung des musikalischen Theaterlebens, wie überhaupt
mit dem besonderen Stellenwert der Musik, vor allem der Vokalmusik, im geistigen und
gesellschaftlichen Leben Siebenbürgens in Verbindung zu bringen. Manche dieser Sänger erreichten
sowohl im dramatischen Fach als auch auf dem Gebiet des Oratoriums und des Liedes
internationale Wertschätzung: Jenny Brenner (1820-1878), Stern erster Größe an den
Opernhäusern in Budapest, Leipzig, Wien und zuletzt Prag, Albert Telek (1835-1903), führender
Solist des Breslauer Stadttheaters, Emil Krauss (1840-1889) hochangesehener Bariton an der
Wiener Hofoper, dann an den Bühnen in Zürich, Chemnitz, Köln und Hamburg, Rosalie Schodel
(1811-1850), Solistin des Wiener Kärntnertor-Theaters und des Nationaltheaters in Budapest,
Charlotte Schuller (* um 1850), engagiert in Linz und Chemnitz, Gast in Kassel, Halle, Preßburg,
Wien und Berlin, Mathilde von Larcher (1870-1942) Oratorien- und Liedsängerin in Wien,
gastierende Konzertsängerin in mehreren europäischen Ländern, Hans Copony (1873-1943),
Kammersänger, Mitglied der Grazer, Magdeburger, Mannheimer und Wiesbadener
Solistenensembles, als lyrischer Tenor Gast europäischer Opernhäuser, Helene Greger-
Honigberger (1874-1956), erfolgreich an den Opernhäusern in Köln und Budapest, Ella Gmeiner
(1874-1954), Solistin am fürstlichen Hoftheater in Sondershausen, erste Altistin am Weimarer
Hoftheater, "Königlich bayerische Hofopernsängerin" in München, Gast in vielen europäischen
Musikzentren, Lula Mysz-Gmeiner (1876-1948), "Kaiserlich-Königliche Kammersängerin",
führende Liedinterpretin ihrer Zeit, Rudolf Gmeiner (1880-1937), bekannt als Lied- und
Oratoriensänger, Julius Gebhard Gmeiner (1883-1918), Gesangsprofessor am Hoch‘schen
Konservatorium in Frankfurt a.M., Margarethe Fritsch (1877-1960), Konzertsängerin in Wien und
Berlin, Viktorine Phleps-Ott (1879-1964) und Adele Reissenberger-Umling (1882-1933), nach
begonnener internationaler Karriere sich ausschließlich Siebenbürgen zuwendend, Gerhard
Jekelius (1885-1945), als Konzert- und Oratoriensänger in Berlin lebend, Fritz Hintz-Fabricius
(1891-1968), Charakterbass an den Stadttheatern in Leipzig, Düsseldorf und Kassel und an der
Staatsoper Berlin, Olga von Révhegyi-Fritsch (* 1892), engagiert an der Wiener Hofoper und der
Oper in Budapest, Ella Nikolaus (1904-1989), Darstellerin wichtiger Fachpartien am Stadttheater
Würzburg und an der Bayerischen Staatsoperette in München, Hans Markus (1907-1993), Erster
Tenor an der Bayerischen Staatsoperette und an den städtischen Bühnen in Köln, Düsseldorf und
Krefeld, Gast vieler großer Häuser, Susanne Mysz-Gmeiner (1909-1979), Solistin am
Staatstheater Darmstadt, Professorin am Mozarteum in Salzburg, Traute Klein-Lienert (1912-
1971), Gastsolistin an deutschen Rundfunkhäusern und konzertierende Sängerin, Gerda
Herrmann-Wonner (* 1916), verpflichtet am Landestheater Detmold, Professorin an der
Staatlichen Hochschule für Musik Westfalen-Lippe, oft in verschiedenen europäischen Ländern
gastierend. Es gab aber auch eine große Zahl vortrefflicher Sängerinnen und Sänger, die ihre
solistische Tätigkeit in Oratorium, Oper und Konzert nach dem Studium oder nach abgebrochener
Karriere im Ausland ausschließlich auf Siebenbürgen konzentrierten, dort lebten, im Brotberuf aber
anderweitig beschäftigt oder freiberuflich tätig waren. Außer schon genannten seien hier noch
einige der geschätztesten, mit besonderem Erfolg vorwiegend als Solisten der Musikvereine und der
Bach-Chöre in Erscheinung getretene Sängerinnen und Sänger kurz angeführt: Wilhelm Weiß
(1853-1917), Wilhelm Orendt (1873-1955), Wilhelm Knopf (1883-1943), Charlotte Blaschek
(1885-1965), Gustav Borger (1885-1967), Karlfritz Eitel (1886-1982), Josefa Schuller-Balthes
(1889-1968), Mathilde Oberth (1895-1986), Angela Popescu/Martzy (1897-1984), Deli Simonis
(1902-1986), Maria Schunn (1902-1986), Medi Fabritius (1903-1984), Michael Scheel (1903-
1952), Hilde Knäb-Kolbe (* 1907), Bertha Binder von Martinowska, Johanna Herzog-
Thullner, Emma Herter, Gerda Radler, Adalbert Bittermann, Karl Brandsch, Alfred Witting,
Hans Hitsch, Hermann Derner, Alfred Schmidt, Ludwig Schmidt, Daniel Schmidt, Hans
Lehrer. Solange das Deutsche Landestheater in Hermannstadt bestand, waren hier Helly Hienz,
Carmen Marschall, Ella Nikolaus, Hans Copony und Hans Markus beruflich engagiert.

Ebenso gilt es, der Instrumentalkünstler zu gedenken, die ihre Konzert- und Lehrtätigkeit
hauptsächlich in Siebenbürgen ausübten, wie die Pianistinnen und Pianisten Viktor von
Heldenberg (1841-1910), Karl Albert (1885-1960), Elfriede Gärtner (1889-1980), Maria Klein-
Hintz (1891-1980), Ortrun Bruckner (1893-1976), Selma Wellmann, Irene Fleischer-Ungar,
Gabriele Einzig-Klees (* 1895), Elsa Reschner-Plattner (* 1899), Walter Schlandt (1902-1979),
Stephan Bernhardt, Ilona Weiß-Sonnenfeld, Adolf Weiß, Imanuel Bernfeld, die Geigerinnen
und Geiger Ria Müller-Löwitsch (1892-1980), Elsa Kreutzer (1902-1974), Elsa von Hetzel-
Heldenberg, Berta Simonis, Willy Teutsch (1907-1975), Samuel Biemel, Franz Machold,
Alfred Salmen, die Cellistinnen und Cellisten Richard Weißkircher (1892-1976), Leontine
Gärtner, Eva Marko, Edda Toganel-Weinrich, August Moldrik, der Oboist und Dirigent
Anselm Honigberger (1920-1976).

Neben und nach Bickerich und Dressler betraten junge, begabte, aufstrebende siebenbürgische
Dirigenten die Musikszene, nachdem sie ein erfolgreiches Musikstudium in Leipzig oder Berlin
abgeschlossen und zum Teil wie vordem auch Hedwig, Lassel und Richter erste Schritte einer
vielversprechenden Karriere in Deutschland getan hatten. Zunächst ist der Hermannstädter Norbert
Petri (1912-1978) zu nennen, geschätzt sowohl als fruchtbarer Komponist wie auch als Dirigent
und musikalischer Leiter an dem von ihm 1954 initiierten Kronstädter Musiktheater und dem
"Paul-Richter-Chor". In einer ganz anderen Richtung agierte der Organist, Cembalist und
Dirigent Kurt Mild (geb. 1914 in Leschkirch bei Hermannstadt): Als Schüler berühmter Lehrer in
Leipzig und Berlin und als Solist des Berliner Kammerorchesters brachte er die neuen
Vorstellungen zur Interpretation der Barockmusik mit, wurde während des Kriegs bis kurz danach
letzter siebenbürgisch-sächsischer Musikdirektor in Hermannstadt, führte die "Brukenthalschen
Museumsmusiken" ein, war über Jahrzente hinweg zuletzt als Musikhochschullehrer in
Klausenburg Wegbereiter und Mentor der neuen Bach-Pflege und der Aufführungspraxis alter
Musik.

Die folgenden siebenbürgischen Musiker teilten das Schicksal der Kriegsgenerationen: Kaum
schickten sie sich nach Studium und kurzer Berufstätigkeit in Deutschland an, eine erfüllende und
effiziente siebenbürgische Laufbahn als Dirigenten, Chormeister oder Musikdirektoren
einzuschlagen, da entrissen kriegsbedingte Umstände sie ihrer Heimat und führten sie wieder in die
westliche Welt: Der Bistritzer Otto Eisenburger (1908-1989), kurze Zeit Musikdirektor des
Schässburger Musikvereins und des Musikvereins "Hermania", nach 1940 Opernkapellmeister
und Generalmusikdirektor in mehreren Städten Deutschlands und Österreichs, schließlich Stadt-
und Bezirkskantor in Bad Kissingen; der Hermannstädter Carl Glückselig-Gorvin (1912-1991),
zunächst Kapellmeister und musikalischer Leiter am Deutschen Landestheater in Hermannstadt (bis
1937), anschließend Opernkorrepetitor, Opernkapellmeister, Dirigent bedeutender deutscher
Orchester, Generalmusikdirektor in Kaiserslautern, zuletzt Professor und Leiter der Opernabteilung
an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater in Hannover; der Chordirigent und
Pädagoge Adolf Hartmut Gärtner (* 1916), der seine künstlerische Laufbahn ebenfalls in
Siebenbürgen begann, nach Kriegsdienst und Gefangenschaft Organist, später Kantor,
Kirchenmusikdirektor und Leiter des von ihm gegründeten Chores der Paul-Gerhardt-Kirche in
München, außerdem Studiendirektor und Seminarleiter für Musik am Münchener
Theresiengymnasium sowie Musikreferent am Staatsinstitut für Schulpädagogik war.

Vier Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, gleichzeitig mit der Etablierung der
kommunistischen Herrschaft in Rumänien, wurden alle Körperschaften der Siebenbürger Sachsen,
damit auch alle Musikvereine, die Schülerkirchenchöre und andere musikalischen Einrichtungen
verboten und aufgelöst. Die sinfonischen Orchester wurden verstaatlicht und unter rumänische
Leitung gestellt. Von einem deutschen Musikleben in Siebenbürgen konnte nun nicht mehr die Rede
sein, wohl aber von einer substantiellen Beteiligung siebenbürgisch-sächsischer Musiker am neuen,
vom rumänischen Staat großzügig geförderten und international ausgerichteten institutionalisierten
Musikbetrieb als Orchester- und Kammermusiker, Sänger, Dirigenten, Pädagogen,
Musikhochschullehrer. Ein Studium in Deutschland war nicht mehr möglich, nie zuvor aber hatten
so viele siebenbürgisch-sächsische Jugendliche sich dem Musikerberuf zugewandt. Eine neue
Entfaltung erlebte das deutschsprachige Chorwesen in Stadt und Land auch wieder in den Schulen,
wenn auch strikt säkularisiert und unter parteiideologischer Kontrolle und Bevormundung. Eine
Nische der begrenzten oft auch behinderten Fortführung alter musikalischer Traditionen konnte
gelegentlich im Rahmen der Kirche gefunden werden. Die volkstümliche Musik wurde gefördert,
so dass sächsische Blaskapellen, Brauchtums- und Tanzgruppen in großer Zahl neu entstehen
konnten. Außer den schon erwähnten Chorleitern machten sich um den Chorgesang verdient: Ernst
Irtel, Paul Schuller, Karl Fisi, Wilhelm Stirner, Albert Fröhlich, Ernst Fleps, Kurt Martin Scheiner,
Hans Jakobi, Uwe Horvath, Eckart Schlandt, Kurt Philippi, Hans-Günter Seiwerth, Dieter
Barthmes, Gernot Wagner.

Seit den Kriegsereignissen und mit fortschreitender Tendenz zur Aussiedlung seit den
Nachkriegsjahren, kamen oft nach begonnener künstlerischer Laufbahn oder schon etablierter
Position in Rumänien viele siebenbürgischen Musiker nach Deutschland, Österreich und Kanada.
Als Orchestermusiker (beispielsweise in der Berliner Philharmonie, dem Münchener
Staatsorchester, dem Stuttgarter Radiosinfonieorchester), als Solisten, Dirigenten, Kantoren,
Organisten, Musikpädagogen, Schulmusiker, Musikhochschulprofessoren oder Instrumentenbauer
fanden sie neue Heim- und Wirkungsstätten, neue Möglichkeiten der Selbstverwirklichung und
künstlerischen Entfaltung, sie gliederten sich mit Erfolg in das Musikleben ein, sie leisten zum Teil
bis heute ihren auch originären, eigengeprägten Beitrag dazu. Zu nennen sind die Kantoren und
Chordirigenten Walter Scholtes (*1913), Gerhard Martin (* 1914), Hans Kellner (* 1919),
Eva Klamfoth-Plattner (*1920), Krista Orendi, Helmut Plattner (* 1927), Klaus Knall (*
1936), Horst Fröhlich (* 1933), Kurt Martin Scheiner (1940-1988), Angela Gehann-Dernbach
die Organisten Klaus Fogarascher (* 1926), Horst Gehann (* 1928), Ilse Maria Reich (* 1944),
Hans-Joachim Rill (* 1948), Ernst-Heinrich Chrestel (* 1953), Edmund Knorr (* 1956), die
Pianisten Paul Klein (1931-1989), Walter Krafft (* 1936), Erich Theis, der Geiger Alexander
Dietrich (* 1921), die Geigerin Cornelia Rüschemeyer-Schreiber (* 1934), die Bratscher
Hermann Wagner (* 1910) und Dieter Schuller (* 1944), die Cellisten Götz Teutsch (* 1941),
Stefan Metz (* 1941) und Gerhard Zank (* 1952), der Kontrabassist Wolfgang Güttler (*
1945), der Flötist Wolfgang Meschendörfer (* 1944), der Hornist Stefan Bretz, der Posaunist
Dankwart Schmidt (* 1951), der Klarinettist Wilfried Schmidt-Roth (* 1953), die Sängerinnen
und Sänger Anton Schlezack (* 1919), Helge von Bömches (* 1933), Hildegard Bergel,
Johanna Boehme, der Komponist Dieter Acker (* 1940), die Komponistin Adriana Hölszky (*
1953). Die meisten der Genannten sind auch als Dozenten oder Professoren an musikalischen
Ausbildungsstätten und Musikhochschulen tätig. Besondere Beachtung verdient an dieser Stelle der
Dirigent und Bach-Forscher Erich Bergel (1930-1998). Er vertrat den Typus des modernen,
unsteten, nach seiner Flucht aus Rumänien wo er Chefdirigent der Klausenburger Philharmoniker
und ständiger Gastdirigent der Bukarester Philharmoniker und des Rundfunksinfonieorchesters war
in allen Musikmetropolen und auf vielen Musikfestivals auftretenden Orchesterdirigenten. Wir
haben in ihm den begabtesten siebenbürgischen Dirigenten und wenn auch in der deutschen
Öffentlichkeit unerkannt geblieben als einen der fähigsten, charismatischsten, musikalisch
kompetentesten und interpretatorisch tiefgreifendsten Dirigenten seiner Generation überhaupt und
vielleicht darüber hinaus zu sehen.

Einige herausragende Musiker blieben nach dem fast vollständigen Exodus der Siebenbürger
Sachsen nach der politischen Wende von 1990 in der Heimat: die Komponisten Wilhelm Berger
(1929-1993) und Hans Peter Türk (* 1940), die Pianistin Gerda Türk, der Organist und Kantor
Eckart Schlandt (* 1940), die Cellistin Ilse Herbert (* 1942), der Chordirigent Kurt Philippi (*
1949), die Organistin und Kantorin Ursula Philippi (* 1955).

Für einige siebenbürgisch-sächsischen Musiker wurden schon in früheren Zeiten und bis heute
Ortschaften Baden-Württembergs zur zeitweiligen Wohn- und Wirkungsstätte oder zur bleibenden
Wahlheimat. Der Organist und Komponist Georg Ostermayer ist erwähnt worden: Nach
vorübergehenden Aufenthalten und Berufstätigkeiten in Tübingen, Stuttgart und Bietigheim lebte
und wirkte er in Heilbronn, wo er auch starb. Die oben ebenfalls genannten Geschwister Ella
Gmeiner und Rudolf Gmeiner verbrachten ihren letzten Lebensabschnitt als Gesangspädagogen in
Stuttgart. Der Dirigent, Chorleiter, Musikpädagoge und Musikwissenschaftler Stefan Temesvary
(1886-1967) war Lehrer für Musikgeschichte und Musiktheorie am Konservatorium in Freiburg,
danach Korrepetitor und Kapellmeister am Landestheater und Dirigent des Philharmonischen
Chores in Stuttgart. Die Sängerin Brunhild Greiner-Möckesch (1898-1980) studierte an der
Württembergischen Hochschule für Musik in Stuttgart und machte sich einen Namen als Lied- und
Oratoriensängerin. Nach dem Krieg war sie Gymnasiallehrerin in Bukarest und seit 1957 Gesang-
und Klavierlehrerin in Reutlingen. Der Chordirigent, Organist und Musikpädagoge Karl Theil
(1898-1980) arbeitete nach dem Studium am Tübinger Musikinstitut. 1928 ging er als Stadtkantor,
Organist und Gymnasialmusiklehrer nach Schässburg, wo er einen Knabenchor gründete und die
Orgelmusik Bachs und Regers einführte. 1944 kehrte er nach Tübingen zurück und war dort als
Privatmusiklehrer tätig. In Freiburg verbrachten ihren Lebensabend als Rentner weiterhin
künstlerisch und schöpferisch tätig der ehemalige Stadtkantor, Organist, Dirigent, Pädagoge und
Komponist in Hermannstadt Franz Xaver Dressler (1898-1981) und der ebenfalls in Hermannstadt
ansässig gewesene Schriftsteller und Komponist Wolf von Aichelburg (1912-1994). Anneliese
Barthmes (1915-1998) gehört zu denjenigen, die nach dem Studium eine Berufstätigkeit in
Siebenbürgen begannen, nach dem Krieg nach Russland deportiert und anschließend nach
Deutschland verbracht wurden. Professorin für Klavier, musiktheoretische Fächer und Chorleitung
an der Pädagogischen Hochschule in Esslingen a.N. ist sie einer breiteren Öffentlichkeit vor allem
als Chorleiterin und Klavierbegleiterin bekannt geworden. Sie hinterließ einige Kompositionen. Als
herausragende Chorleiterin ist auch Maria Schmidt (* 1922) zu sehen, langjährige Kantorin in
Zuffenhausen und Ludwigsburg. In Gundelsheim a.N. lebt im Ruhestand, jetzt vornehmlich noch
schöpferisch aktiv, der Pädagoge und Chorleiter Ernst Irtel (* 1917), gewissermaßen letzter
Exponent der untergegangenen bürgerlichen Musikkultur in Siebenbürgen. Der Chorleiter, Dirigent,
Musikpädagoge und Schriftsteller Reinhard Göltl (* 1922) studierte an der Stuttgarter
Musikhochschule, gründete das Kammerorchester "Collegium musicum Stuttgart" und die
"Heinrich-Schütz-Kantorei Stuttgart" und führte im Auftrag des Arbeitskreises für Hausmusik Sing-
und Spielwochen durch. Danach leitete er Chöre in München und Nürnberg und war
musikpädagogisch und als Dirigent in Mittenwald und Kiel tätig. Der Schulmusiker, Chordirigent,
Komponist und Volksliedforscher Karl Fisi (1926-1990) lebte zuletzt in Kuppenheim (bei Rastatt).
Dietrich von Baußnern (1928-1980), der Enkel von Waldemar von Baußnern, bekannte sich stets
zum siebenbürgischen Ursprung seiner Familie. Er war Schüler von Harald Genzmer an der
Musikhochschule in Freiburg und wurde schon während des Studiums ständiger Mitarbeiter an der
Schulfunkabteilung des Südwestfunks. Stationen seines beruflichen Aufstiegs waren sodann seine
Tätigkeiten als Dozent an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg, als Lehrender am Richard-
Strauss-Konservatorium in München und als Professor für Musiktheorie und Tonsatz an der
Staatlichen Hochschule für Musik in Frankfurt a.M. Gleichzeitig versah er den Kantoren- und
Organistendienst in Kirchzarten (im Schwarzwald), wo er seinen Wohnsitz hatte und Leiter des
Jugendbildungswerks Musik und der "Kirchzartener Konzerte" war. Für seine Verdienste,
namentlich als Erneuerer der evangelischen Kirchenmusik, als Komponist und Organisator, erhielt
er mehrere hohe Auszeichnungen. Sein musikschöpferisches Werk ist zum Großteil der
Kirchenmusik gewidmet: Er schrieb geistliche Konzerte, Kantaten, Motetten, Chöre,
Kammermusik, eine Jugend- und eine Funkoper. Der Pianist Peter Szaunig (* 1933), vormals
Staatssolist an der Philharmonie in Hermannstadt, lebt heute als Klavierpädagoge, Kammermusiker
und Komponist in Lahr. Die Pianistin Annekatrin Klein (* 1942) ist Inhaberin einer Professur an
der Musikhochschule in Freiburg. Als Pianistinnen und Klavierpädagoginnen sind Eva Maria
Schachinger-Bonfert, Ursula Schenker, Angela Albert zu erwähnen. An herausragender Stelle zu
nennen wären noch die Geigerinnen Margarete Mederus (* 1931) und Monika Hölszky-
Wiedemann, der Geiger Thomas Theil, die Bratscherin Ingrid Philippi und die Bratscher
Petrus Mederus (* 1934) und Karl Bappert, alle Mitglieder in Stuttgarter Sinfonieorchestern,
gleichzeitig solistisch tätig, verdienstvolle Kammermusiker und Musikpädagogen. Stellvertretend
für andere Orchestermusiker seien die Cellisten Walter Mederus und Günther Prömm genannt.
In den letzten Jahren hat sich der Sänger Dieter Rell (Karlsruhe) einen Namen gemacht.
Prominentester siebenbürgischer Musiker in Baden-Württemberg ist zurzeit der Komponist Helmut
Sadler (* 1921). Seit seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft in Deutschland ansässig,
studierte er am Kirchenmusikalischen Institut in Erlangen und Komposition an der Hochschule für
Musik in Heidelberg. Er wurde Musiklehrer am Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium und
Lehrbeauftragter am Fröbel-Seminar in Mannheim, Dozent an der Pädagogischen Hochschule in
Heidelberg und zuletzt Professor für Tonsatz und Musiktheorie an der Staatlichen Hochschule für
Musik Heidelberg-Mannheim, deren Emeritus er jetzt ist. Sein kompositorisches Schaffen ist
reichhaltig, umfassend. Er schrieb großteils in den Verlagen Breitkopf & Härtel, Gustav Bosse,
Heinrichshofen, Hochstein & Co., Mannheimer Musikverlag, Schloss-Verlag, Süddeutscher
Musikverlag erschienen Orchesterwerke, Konzerte, Kammermusik in vielfältigen Besetzungen,
Kantaten, Singspiele, Chöre, Lieder, Volksliedbearbeitungen. Sadlers Nachfolger an der
Musikhochschule ist Heinz Acker (* 1942), vormals Musikpädagoge und Dirigent in
Hermannstadt. Er wurde bekannt als Gründer und Leiter des erfolgreichen Bruchsaler
Jugendsinfonieorchesters.

Die Musikorganisationen der aus Südosteuropa ausgesiedelten Deutschen, wie die Gesellschaft für
deutsche Musikkultur im südöstlichen Europa (die Nachfolgeorganisation des Arbeitskreises
Südostdeutsche Musik), das Institut für deutsche Musikkultur im östlichen Europa, das
Siebenbürgische Musikarchiv, die Baussnern-Gesellschaft, auch andere Institutionen, wie das
Südostdeutsche Kulturwerk, der Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde oder die
Künstlergilde, inzwischen auch Musiker in Eigeninitiative, setzen sich zum Ziel, die
siebenbürgischen Musiktraditionen und musikschöpferischen Produkte den ausgewanderten
Landsleuten selbst, aber auch der deutschen Öffentlichkeit bekannt und zugänglich zu machen, sie
hier unter Einbeziehung und mit Hilfe einheimischer Interpreten, Musikwissenschaftler und
Institutionen und durch Förderung junger Talente in die gesamtdeutsche Kultur einzubringen. So
fanden auch in Baden-Württemberg verschiedene musikalische Veranstaltungen statt, Konzerte und
Festivitäten mit siebenbürgischer und südostdeutscher Musik in Stuttgart, Tübingen, Heilbronn,
Ludwigsburg, Gundelsheim a.N., Weinsberg, Willsbach, Löwenstein, Freiburg und Lahr, Vorträge
zu musikhistorischen Themen, Chorrüstzeiten und südostdeutsche Musikwochen in der
Tagungsstätte Löwenstein. Selbstverständlich tragen die landsmannschaftlichen Chöre und die in
Baden-Württemberg entstandene und hier des öfteren konzertierende Siebenbürgische Kantorei zu
diesem Anliegen bei.

Literatur

Bickerich, Victor, 1935: Freilichtoper in Siebenbürgen. In: Klingsor, Siebenbürgische Zeitschrift


Kronstadt, 12. Jahr, Heft 9, 362.

Brandsch, Gottlieb, (Hg.), 1931: Siebenbürgisch-deutsche Volkslieder. Heft 7, Hermannstadt.

Brandsch, Gottlieb, (Hg.), 1936-1938: Siebenbürgisch-deutsche Volksballaden, Bänkelsänge und


verwandte Lieder in erzählender Form. Hermannstadt.

Brandsch, Walter, (Hg.), 1974: Deutsche Volkslieder aus Siebenbürgen, Neue Reihe I, Regensburg;
idem, 1982, Neue Reihe II, Uffing; idem, 1988, Neue Reihe III, Uffing.

Folberth, Otto, 1936: Der Liederfrühling des siebenbürgischen Weinlandes. In: Klingsor,
Siebenbürgische Zeitschrift. 13. Jahrgang, Heft 3, 92-98, Kronstadt.

Göllner, Carl, (Hg.), 1979: Geschichte der Deutschen auf dem Gebiete Rumäniens. Band 1,
Bukarest.

Reinerth, Karl, 1931: Das Brevier der siebenbürgisch-sächsischen Kirche. In: Festschrift für
Friedrich Teutsch. Hermannstadt.
Reinerth, Karl: Das Kronstädter Graduale, Stuttgart.

Reinerth, Karl, 1963: Das Heltauer Missale, Köln, Graz.

Reinerth, Karl, 1972: Missale cibiniense, Köln, Wien.

Schlandt, Hermann, 1929: Sind wir Sachsen musikalisch? In: Kronstädter Zeitung, 15. Dezember.

Schuster, Friedrich Wilhelm, 1865: Siebenbürgisch-sächsische Volkslieder, Sprichwörter, Rätsel,


Zauberformeln und Kinderdichtungen. Hermannstadt.

Teutsch, Karl, 1986: Siebenbürgen in der europäischen Musikgeschichte. In: Siebenbürgen, eine
europäische Kulturlandschaft. München, 103-147.

Teutsch, Karl, (Hg.), 1994: Die Musik der Deutschen im Osten und ihre Wechselwirkung mit den
Nachbarn. Bonn.

Teutsch, Karl, 1994a: Interethnische und internationale Beziehungen und Probleme im Kultur- und
Musikleben Südosteuropas am Beispiel Siebenbürgens. In: Teutsch 1994, 473-502.

Teutsch, Karl, (Hg.), 1997: Siebenbürgen und das Banat, Zentren deutschen Musiklebens im
Südosten Europas. Sankt Augustin.

Teutsch, Karl, 1997a: Besonderheiten des gesellschaftlichen und musikalischen Lebens in


Siebenbürgen. In: Teutsch 1997, 9-85.

Wittstock, Inge, 1979: Aus der älteren siebenbürgisch-sächsischen Musikgeschichte. In:


Forschungen zur Volks- und Landeskunde. Band 22/1, 49-55.

Wittstock, Inge, 1979a: Musik. In: Göllner 1979, 151-153.


© 1999 Landesgruppe Baden Württemberg • Verband der Siebenbürger Sachsen