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Lisbeth Grolitsch

Notwende
Aufsätze, Reden
und Schriften

Im Kampf um eine neue Ordnung


in Kultur, Geschichte und Politik
aus lebensgesetzlichem Denken

Herausgeber:
Deutsche Kulturgemeinschaft
Lisbeth Grolitsch

Notwende
ISBN 3-00-009944-1

Lisbeth Grolitsch:
Notwende.

Copyright © 2002: Deutsche Kulturgemeinschaft


Postanschrift: A-8020 Graz, Strauchergasse 23
Satz: Franz Radl
Gedruckt in Österreich
INHALTSVERZEICHNIS

Zum Geleit .................................................................................................................... 7


Einleitung .................................................................................................................... 19
Ulrich von Hutten und seine Zeit ............................................................................... 22
Hochscholastik und deutscher Humanismus ....................................................... 24
Die Geniezeit ........................................................................................................ 25
Ein neues Huttenbild ............................................................................................ 28
Ruhm und Ehre des Dichters ................................................................................ 32
Das Vorspiel .......................................................................................................... 34
Huttens deutscher Humanismus ........................................................................... 35
Auseinandersetzung mit dem Römischen Recht ................................................. 37
Ausplünderung durch Rom ................................................................................... 38
Am Mainzer Hof ................................................................................................... 39
Hutten und Erasmus ............................................................................................. 40
Sprachschöpferische Wirkung .............................................................................. 41
Der politische Durchbruch ................................................................................... 41
Hutten und Luther ................................................................................................. 43
Hutten schreibt deutsch ........................................................................................ 45
Worms und die Reichsreform ............................................................................... 47
Hutten wagt das Äußerste ..................................................................................... 50
Maria Theresia ............................................................................................................ 54
Frauentum gestern und morgen .................................................................................. 69
Natur- und Kulturwesen ....................................................................................... 71
Germanische Ehe .................................................................................................. 72
Überfremdung ....................................................................................................... 73
Vom Minnesang zum Hexenwahn ........................................................................ 77
Neues Vorbild ....................................................................................................... 78
Maria Theresia ...................................................................................................... 80
Weimar .................................................................................................................. 81
Die deutsche Frauenbewegung ............................................................................. 84
Bewährung im Kriege ........................................................................................... 86
Entwürdigung ........................................................................................................ 88
Kulturelle Aufgabe ................................................................................................ 89
Otto von Bismarck ...................................................................................................... 91
Auszug aus der Festrede ....................................................................................... 92
Mensch und Persönlichkeit .................................................................................. 93
Diplomat und Staatsmann .................................................................................... 96
Bismarck und das Parlament .............................................................................. 100
Die weitsichtige Politik Bismarcks .................................................................... 100
Bismarcks Frankreichpolitik .............................................................................. 102
Bismarck und die Romkirche ............................................................................. 104
Bismarcks Sozialgesetzgebung ........................................................................... 105
Bismarcks Außenpolitik ..................................................................................... 107
1000 Jahre Österreich ............................................................................................... 111
Österreich in der deutschen Geschichte ................................................................... 114
Ostarrichi – Bollwerk des Reiches .................................................................... 114
Im Vorhof der Geschichte ................................................................................... 115
Die Gewinnung des deutschen Volksbodens ...................................................... 116
Die Erneuerung der Ostmark: Ostarrichi ........................................................... 118
Lebendiges Kulturerbe ....................................................................................... 120
Reichsverbundenheit und Eigenstaatlichkeit ..................................................... 121
Des Reiches Bollwerk ........................................................................................ 122
Reichsstil im Barock .......................................................................................... 124
Deutsche Kulturleistung im Südosten ................................................................ 125
Ungebrochenes Volksbewußtsein ....................................................................... 125
Von der Notwendigkeit einer Neuordnung unseres Denkens .................................. 131
Begriffe und Werte in der Neuordnung .............................................................. 134
KULTUR – Anpassungsleistung zu höherer Lebensordnung ................................... 137
Erkenntnistrieb als zentrale Lebenssteuerung ................................................... 139
Die Lage der deutschen Kultur .......................................................................... 139
Die Spenglersche Theorie biologisch widerlegt ................................................ 141
Kultur als Gegenstand naturwissenschaftlicher Untersuchung ......................... 144
Maßstäbe neuer Kulturpolitik ............................................................................ 150
Wesenszüge und Leistungen des Deutschen Volkes ................................................ 154
Einleitung ............................................................................................................ 154
Ein neues Weltbild ............................................................................................. 159
Neue Maßstäbe der Heimatforschung ................................................................ 161
Von der Heimatforschung zur Volksforschung ................................................... 162
Umwelttheorie bestimmt Geschichtswissenschaft des 19. Jahrhunderts ......... 163
Siedlungsgeschichte ............................................................................................ 164
Volkskunde .......................................................................................................... 168
“Atlas der deutschen Volkskunde” ..................................................................... 169
Österreichischer Volkskundeatlas ...................................................................... 170
Die biologischen Grundlagen ............................................................................. 171
Volksgenealogie und Begabungsforschung ......................................................... 172
Kultur als gewachsener Organismus .................................................................. 175
Volkscharakterologische Grundlagen ................................................................. 176
Hochverehrter Herr Professor Oberth! ..................................................................... 183
Für eine neue Weltordnung im Einklang mit den Lebensgesetzen ......................... 185
Wer fest auf dem Sinn beharrt, der bildet die Welt sich. ........................................ 188
“Grenzenlose Gerechtigkeit” .................................................................................... 193
Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch. Friedrich Hölderlin ...................... 200
Weder Recht noch Freiheit – Rudolf Heß ................................................................ 203
Zur nationalen Lage .................................................................................................. 205
Seltsames ................................................................................................................... 206
Europa im Schatten von Versailles ........................................................................... 208
Dem eigenen Volke mitten ins Herz. Eine Zwischenbilanz zum 20. Juli .............. 210
Das kosmische Fest .................................................................................................. 218
Aus Huttenschem Geiste. Abschied von Heinrich Härtle ....................................... 222
Nachruf auf Emil Maier-Dorn .................................................................................. 223
Prof. Hermann Giesler (1898–1987) ........................................................................ 228
Dem Märtyrer Rudolf Heß ....................................................................................... 231
Frau Ilse Heß ............................................................................................................. 235
Gedanken zur Wintersonnenwende .......................................................................... 237
Bekenntnis zu Ulrich von Hutten ............................................................................. 240
Zum Neuen Jahr ........................................................................................................ 244
Zum 100. Geburtstag Adolf Hitlers .......................................................................... 246
Deutschland – einig Vaterland .................................................................................. 250
Ist die Deutsche Einheit der Feind Europas? ........................................................... 253
Das Tor der Zukunft ist weit offen ............................................................................ 259
Das Ende der Heuchelei ........................................................................................... 265
Arno Breker ............................................................................................................... 268
Deutschlands Opfergang für Europa ......................................................................... 270
Kein Weihnachtsfriede .............................................................................................. 273
Das Deutschlandlied ................................................................................................. 276
Die Deutschen – ein Volk ohne nationalen Lebenswillen? ..................................... 277
Vorwort zum “Wannsee-Protokoll” .......................................................................... 280
Der Ruf Ostpreußens ................................................................................................. 281
10 Jahre Huttenbriefe ................................................................................................ 283
Europapläne der “westlichen Wertegemeinschaft” .................................................. 285
Nachruf auf Karl Balzer ............................................................................................ 286
Weihnachten 1993 ..................................................................................................... 287
Rudolf Heß: “Ich bereue nichts” .............................................................................. 289
Zur Lage der Nation .................................................................................................. 290
Die “Hoffnungsrede” ................................................................................................. 292
Halleluja: “The American Way of Life.” ................................................................. 293
Neue Ordnungsmacht Europa ................................................................................... 294
Eine deutsche Frauengestalt. Nachruf auf Ilse Heß ................................................. 297
Mythos und ewige Ordnung des Alls ....................................................................... 300
Evolution und Wissen – Neuordnung der Politik. Buchbespr. Herbert Schweiger 302
Weil wir dieses Volk lieben! ..................................................................................... 305
Durch Kampf zum Licht ........................................................................................... 308
Wir gedenken unserer Helden .................................................................................. 310
Das Maß ist voll. Der Völkermord am Deutschen Volk .......................................... 311
Der Kampf der deutschen Soldaten im Osten. Ihr Opfergang für Europa ............... 315
Enthüllungen über die west-östliche Verschwörung gegen das Reich und Europa . 319
Englands Verrat an Europa. Zum 10. Todestag von Rudolf Heß am 17.8.1997 ...... 321
Herbert Böhme .......................................................................................................... 324
Kulturkrise und Neuorientierung .............................................................................. 325
Englands Menschheits- und Kulturverbrechen. Der Mord an Dresden .................. 328
Endzeit ist‘s ............................................................................................................... 331
Stalins zweite geheime Front ................................................................................... 334
Rettet das Licht ......................................................................................................... 335
Nachruf auf Dr. Max Klüver ..................................................................................... 336
Deutschland im amerikanischen Jahrhundert .......................................................... 338
Manipulation über die Musik als Angriff auf die Volksseele .................................. 341
Die Verluste des Deutschen Volkes während und nach dem 2. Weltkrieg .............. 344
Und dennoch: das VOLK .......................................................................................... 346
Zum Schluß ............................................................................................................... 350
Personen-, Orts- und Sachregister ............................................................................ 353

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Zum Geleit

Der Ansturm der Feinde gegen das Reich kennzeichnet, im größeren Zu-
sammenhang der Geschichte gesehen, die gigantische Auseinanderset-
zung zwischen Gestern und Morgen. Zwischen einer Welt, die sich in
ihren ideologischen Irrfahrten soweit von der in der Evolution des Lebens
gewachsenen Ordnung entfernt hat, daß sie in dieser Sackgasse mensch-
licher Hybris nur noch ein sich ständig steigerndes Chaos herbeiführt,
und dem Deutschen Volk, – dem europäischen Menschen also –, das von
Ur her aus bäuerlichem Erbe das Einssein mit aller Natur fühlte und von
dort aus eine neue Idee entwickelt hat, als deren Grundtatsache mensch-
licher Lebenswirklichkeit die Völker und ihre Kulturen gelten.

Die Verfasserin zählt sich jener Generation zu, die einstens ihre Bewäh-
rungsprobe im Kampf um Deutschland und auf den Schlachtfeldern Eu-
ropas bestanden hat. Diese Jugend trug Nietzsches „Zarathustra“ im Tor-
nister und die Verse Friedrich Hölderlins im Herzen. Sie war erfüllt von
der Idee des Reiches als Ordner Europas und dem Ideal eines neuen Men-
schentypus, der vorgelebt werden mußte. Diese Kriegsgeneration begann
damals schon zu begreifen, daß das von Nikolaus Kopernikus entdeckte
dreidimensionale Weltbild eine weltbildliche Neuorientierung im geisti-
gen Bewußtsein der Menschen eingeleitet hat, die erst zur eigentlichen
kopernikanischen Wende führen muß. Es war darum dieser jungen Gene-
ration auch bewußt, daß nach der militärischen Auseinandersetzung ein
vergleichsweise noch einschneidenderes Ringen um künftige geistige Po-
sitionen bevorstand.

Es ist hier von größeren geistesgeschichtlichen Zusammenhängen der po-


litischen Machtkämpfe nicht nur der letzten 100 Jahre die Rede; daß die
auf der politischen Weltbühne agierenden Mächte die Kampfmaschinen
ihrer vornehmlich internationalen Auftraggeber sind, widerspricht nicht
dieser Darstellung, sondern ordnet die militärischen Waffengänge gerade
der hier zu behandelnden Dimension einer gigantischen Entscheidung evo-
lutionsgeschichtlichen Ausmaßes unter.

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Es ist vielen noch nicht annähernd bewußt geworden, wie umfassend und
groß der Evolutionsschritt ist, den der menschliche Geist in seinem Er-
kenntnistrieb seit dem Mittelalter gesetzt hat. Seit Kopernikus rüttelten
die Zeiten am alten zweidimensionalen christlichen Weltbild. Es ist in
unseren Tagen völlig zusammengebrochen. Damit stürzt auch eine Reli-
gion, die als Fremdling in unseren Raum gekommen war. Das Schicksal
des Christentums wird es sein, auch machtpolitisch in sich zusammenzu-
brechen, da hilft ihm auch das Bündnis mit der One-World-Ideologie nicht.
Der wissenschaftliche Übergang in ein neues vierdimensionales Weltbild
durch die Entdeckung des Atommodells um 1900 markiert den Weg vom
19. in das 20. Jahrhundert.
Eine neue Weltsicht führt zu anderen Vorstellungen im metaphysischen
Bedürfnis des Menschen. Aus dem entstandenen religiösen Vakuum wird
sich eine neue Weltanschauung entwickeln, die sich in Erkenntnis der
Ordnung des Weltalls an Naturgesetzen orientiert.
Mit dem Zusammenbruch des Alten wird das Deutsche Volk nach über
tausend Jahren in die Lage versetzt, sein Leben nach eigener Art und
Weise gestalten zu können. Es wird ganz aus ihm selbst und damit aus
seinem Wesen, seinem Mythos heraus geschehen, weil dort wieder ange-
knüpft werden kann, wo eine Religion anderer Art das Lebensganze un-
seres Denkens und Fühlens, unseres geistigen Schaffens durchbrochen
und unsere höchsten Möglichkeiten in den Dienst dieser an sich fremden
Welt gestellt hat.
Aber werfen wir zum besseren Verständnis des Gedankenganges einen
kurzen Blick auf die Stammesgeschichte des Menschen.
Die Evolution auf unserer Erde hat Millionen von Arten hervorgebracht.
Jede einzelne bildete sich notwendig aus dem Gesetz der Anpassung als
Überlebensgemeinschaft. Die Ausbildung zu Artgemeinschaften mit spe-
zifischen Eigenschaften in Anpassung an den jeweiligen Lebensraum (die
jeweilige Lebensnische) ist unumstößlich, d.h. sie kann nicht rückgängig
gemacht werden, weil sie den Verlust an Informations- und Energiege-
winn bedeutete, den beiden Triebfedern der Evolution.
Auch die höchste Schicht mit der Entwicklung des geistigen Bewußtseins

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des Menschen ist diesem Gesetz der Anpassung als Überlebensstrategie
eingeordnet. Mit der Ausbildung des menschlichen Gehirns erwirbt die
Evolution ein Steuerungsorgan von hoher Kommunikationsfähigkeit durch
die Speicherung des Lernens im Gedächnis. Dadurch erhält der Mensch
einen schnelleren und besseren Informations- und Energiegewinn – der
einzelne wird Teilhaber der im Gruppengedächtnis gespeicherten Traditi-
on. In der Kultur, also im gesamten geistig-schöpferischen Schaffen steigt
seine Gruppe, sein Volk auf zu einer höheren Leistungsgemeinschaft. Somit
wurde das menschliche Gehirn durch anpassendes Lernen mittels der Tra-
dition in den Völkern und Kulturen zu seinem Überlebensorgan.
Durch den Gewinn eines Freiheitsraumes in seinem Bewußtseinsspiel ist
der Mensch jedoch nicht aus den Naturgesetzen der Evolution des Lebens
entlassen.
Entscheidend ist, daß sein Ich, – auch in seinem Freiheitsspiel – geballtes
Naturgesetz ist, daß Milliarden Jahre der Entwicklung in ihm kreisen und
wirken.
Die Naturwissenschaft hat uns die Einblicknahme in die Gesetzmäßig-
keit des Lebens eröffnet, das in allen Schichten die Ordnung von Syste-
men erkennen läßt. Es sind Ganzheiten von wunderbaren Komplexen und
Strukturen, die durch offene Programme das anpassende Verhalten er-
möglichen, denen eine Unzahl der in den Genen gespeicherten Informa-
tionen zugrunde liegt.
Das lebende System besitzt alle Eigenschaften seiner Glieder, - umge-
kehrt hat keines der vielen Untersysteme die Eigenschaften der höheren
Einheit. Man kann die den höheren Schichten allein eigenen Ordnungen
und Vorgänge nicht mit den Geschehenskategorien der tieferen erfassen
(Lorenz), aber auch die höhere Einheit ist und bleibt ein lebendiges Sy-
stem.
Völker und ihre Kulturen sind höhere Ganzheiten!
Der einzelne Mensch ist ein Glied der Ganzheit Volk. Die Entwicklung
seines Gehirns mit dem Erwerb des Ich-Bewußtseins weist ihn eindeutig
als Wir-Wesen aus. Der Mensch ist von Natur aus ein Kulturwesen. Im
ununterbrochenen Austausch der Gene entwickelt sich jede Gruppe über

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Sippe und Stamm zum Volk als Typus mit der jeweils in eigene Richtung
gewachsenen Kultur. Unter Kultur verstehen wir die Gesamtheit allen
geistigen Schaffens eines Volkes.
Welchen Anpassungs- und Überlebenswert hat das geistige Bewußtsein
des Menschen in der Evolution?
In der modernen Evolutionslehre liefert uns die Naturwissenschaft den
fundamentalen Beweis von der Einheit allen Lebens und führt uns in die
Bahnen unserer ursprünglichen Weltanschauung – tief gedeutet in unse-
rem Mythos – zurück, das Leben als ein Ganzes zu betrachten. Die Spal-
tung unseres Bewußtseins in Äußeres und Inneres, in Körper und Geist,
in Natur und dem außerhalb ihrer Gesetze stehenden Menschen ist über-
wunden. Die Entschleierung der Geheimnisse des Lebens durch die Er-
kenntnistätigkeit unseres geistigen Bewußtseins läßt es uns in Ehrfurcht,
Staunen und Entzücken wahrnehmen.
Der Mensch setzte im faustischen Forscherdrang zwei große Evolutions-
schritte in seiner Entwicklung: die Entdeckung des Feuers und die ur-
schöpferische Erfindung des Mühlsteines; damit trat er den gigantischen
Siegeslauf zum Kulturwesen an.
Mit dem Durchbruch zu einer höheren geistigen Bewußtseinsstufe durch
die Erkenntnis der Gesetzmäßigkeit allen Lebens, aus dem Drange der
Notwendigkeit geschöpft, seine eigene Evolution nicht gegen sich selbst
und seinen Bestand zu richten, ist ein Schritt gesetzt von der Dimension
einer neuen Weltstunde.
Angesichts der Weltlage können keine Zweifel mehr angemeldet werden:
die Erde steht in einer Weltstunde der NOTWENDE. Sie redet mit tau-
senden Stimmen und heißt: Untergang – oder Aufstieg in der Morgenröte
der Erkenntnis. Der Mensch kann mit seinen Fähigkeiten, die seine Erde
ihm geschenkt hat, ihr Leben zerstören oder zu noch größerer Schönheit
und Vollkommenheit ordnen. Durchbricht er frevlerisch ihre Gesetze, sind
Chaos und Untergang die Folge.
Die tieferen Ursachen liegen zweifellos in der durch ideologische Fehlein-
schätzungen falsch gesteuerten Entwicklung seines Bewußtseins bei der
Beantwortung der Frage: „Wer bin ich Mensch?“, seine Fähigkeiten als

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Kulturwesen überschätzt und sich über die Natur zum Maßstab aller Dinge
erhoben zu haben. In jedem Parteiprogramm ist zu lesen: „Das Höchste
ist der Mensch“. Gemeint ist das Einzelwesen Mensch, nicht als Glied
seiner Ganzheit Volk, sondern als Individuum der Masse Menschheit.
So diente die wissenschaftliche Forschung eben nicht der Ganzheit Volk.
Im Mittelpunkt stand und steht bis heute das Einzelwesen Mensch che-
misch, physikalisch, physiologisch, und psychologisch untersucht, losge-
löst von seiner Erbgebundenheit in der Kulturgemeinschaft seines Vol-
kes. Ja, der Siegeszug der Naturwissenschaft mit ihren letzten biologi-
schen Erkenntnissen der Genetik wird schließlich im pflanzlichen und
tierischen Bereich bis zur Faszination durch die wunderbaren Entdek-
kungen akzeptiert, aber die Anwendung ihrer Erkenntnisse auf Rasse und
Volk in wissenschaftlich geradezu blamabelster Form unterdrückt.
Analytisches Denken und andauernde Spezialisierung, die zur Einblick-
nahme in die fernsten und kleinsten Bausteine des Lebens führen, waren
vielleicht ein Umweg unserer Wissenschaft, verursacht durch das Abwei-
chen vom ganzheitlichen Denken, das uns manche geistige Fehlinvestiti-
on hätte ersparen können. Aber so wahr der Erkenntnistrieb eine Überle-
bensfunktion ist, so sicher führt sein Weg über die Beantwortung der
Frage „Wer bin ich Mensch?“ zu der ihm zugehörenden Gemeinschaft
Volk, die für das Überleben des Menschen als Kulturwesen unverzicht-
bar ist. Das Volk ist die höchste organisch gewachsene Ganzheit des Le-
bens.
Das Ergebnis der Evolution unserer Erde ist die Population, die Artgemein-
schaft. Der Bestand der einzelnen Population ist naturgesetzlich geregelt
und gesichert durch die Ausgewogenheit zwischen Nahrungsangebot und
Populationsdichte, im Kampf der Erbtüchtigkeit der Gene in der Fort-
pflanzung – Naturgesetze, die das Überleben der Art sicherstellen.
Die konsequente Fortsetzung der Evolution des Menschen erfolgte in ei-
ner neuen Schicht mit der Entwicklung des Großhirns zu einem Steue-
rungsorgan bewußter Lebensführung, d.h. der Mensch ist befähigt, die –
auch in ihm, wie in allem Leben – vorgegebenen Gesetze bewußt zu er-
kennen, anzuerkennen und danach zu leben und zu handeln.
Das ist seine Freiheit: die Gesetze des Lebens nicht als Muß und Soll zu

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erfahren, sondern als Wille für sich selbst und seine Gemeinschaft, sein
Volk und seine Kultur zu vollziehen, d.h. – stammesgeschichtlich gese-
hen – das Tier-Mensch-Übergangsfeld zu überwinden auf dem Weg zum
vollkommenen Menschen. Die biologischen Voraussetzungen dafür sind
in ihm angelegt, seine Großhirnrinde gibt ihm Spielraum genug zu seiner
eigenen Vervollkommnung.
Nicht prüde Abkehr vom körperlich-triebhaften Verhalten als der Peini-
gung menschlichen Daseins auf niederer Stufe, sondern Hinwendung zum
Leib als einem körperlich-seelischen Ganzen. Die Triebe als lebensnot-
wendig zu erkennen und zu beherrschen, heißt Herr über sich selbst sein
und vervollkommnet das Menschsein auf einer höheren Stufe. „Dem Er-
kennenden heiligen sich alle Triebe“, dieses Nietzsche-Wort weist den
Weg zu einer neuen Lebensfrömmigkeit.
Das ist die Idee, dahin führt alle Menschenzukunft. Das Ziel ist hoch, der
höhere Mensch ist der Weg seines Daseins zu seinen höchsten Möglich-
keiten.
Damit erst rechtfertigt der Mensch den evolutionären Schritt, der mit
dem Steuerungsorgan seines Geistes eingeleitet wurde, Macht zu gewin-
nen zur eigenen Daseinsgestaltung auf der Erde.
Vorbereitet von unseren größten Geistern, dem naturverbundenen Men-
schen bewußt, zu wissenschaftlicher Kenntnis erhoben: Die große Sym-
phonie des Lebens auf unserer Erde in ihrer millionenfachen Vielfalt der
Stimmen singt und spielt unserem Bewußtsein das Lied des Lebens, das
ein harmonisches Ganzes ist und als gewaltige überwältigende Komposi-
tion unser geistiges und seelisches Dasein erfaßt. „Die Himmel rühmen
des Ewigen Ehre“, der Genius der Kunst führt uns zur Andacht des Ewi-
gen, seiner höchsten Gestaltwerdung im Volke und seiner Kultur, und
verankert dort unsere Hoffnungen und Vorstellungen, unseren Glauben.
Es gehört zur NOTWENDE zu begreifen, daß nur die gewachsenen Völ-
ker auf die Dauer das Überleben des Homo sapiens sichern. Es sind die
Völker, die ihren Lebensräumen durch ihre Kultur das unverwechselbare
Antlitz geben; sie ordnen und gestalten aus der Kraft ihrer Rasse, die in
langen Anpassungsprozessen jene Eigenschaften genetisch erworben hat,
die ihr Überleben ermöglichen.

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Vermehrung statt Fortpflanzung ist im Bereich außerhalb des menschli-
chen Lebens ausgeschlossen, sie bedeutet Störung des ökologischen Gleich-
gewichtes der Natur und führt zu Untergang oder Dezimierung.
Wenn Nahrungsangebot und Bevölkerungsdichte nicht mehr ausgewogen
sind, kann aber auch der Mensch seiner Notlage nicht entkommen. Sein
geistiges Schaffen ermöglicht ihm zwar durch die höhere Organisation
seines Gemeinschaftslebens in Sitte und Kultur eine mehr oder weniger
große Bevölkerungsdichte, doch zeigt das Naturgesetz seine Wirkung,
wenn er seine Anlagen und Lebensformen nicht mehr natürlich betätigen
kann.
Durch die Mißachtung der Naturgesetze bringt sich der Mensch in die
Gefahr, als Kulturwesen unterzugehen. Die Vermehrung der nichtweißen
Völker der Erde hat eine fast ausweglose Lage geschaffen; die Gefahr
eines mörderischen 3. oder 4. Weltkrieges ist am Welthorizont aufgezo-
gen.
Ein Zerstörungs- und Vernichtungskrieg zur Errichtung einer Weltdikta-
tur, wie sie unverhüllt von der US-amerikanischen Macht programmiert
ist, kommt einem Rassenkrieg gleich, der die Völker einer Massengesell-
schaft unterwerfen soll. Herr zu werden durch Macht und Unterdrückung
ist keine Lösung der Menschheitsfrage. Der Rassenkrieg des wurzellosen
Amerikanismus ist schlechthin Frevel an allem gewachsenen Leben. Schon
wird die Welt in Regionen aufgeteilt, wird durch Manipulationen über
Aktien und Börsenmärkte die Wirtschaft handstreichartig in die Globali-
sierung getrieben, werden die Strukturen menschlicher Siedlung aufge-
löst durch die „Mobilisation“ der Arbeitskräfte und ist weltweit die Un-
terwanderung in Gang gesetzt, die vor allem die europäischen Völker, am
meisten aber das Deutsche Volk, bedrängt.
Diese Politik entspricht einer menschen- und naturgesetzverachtenden
Gesinnung.
Gelingt es nicht, das Ruder der Irrfahrt jetzt herumzuwerfen, würde die
Machtergreifung durch eine Weltdiktatur, eine Weltherrschaft, die Ent-
scheidung nicht aufheben, – sie nur hinausschieben –, aber um so zwin-
gender eine NOTWENDE aus dem drohenden Untergang herbeigeführt
werden müssen.

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Es liegt kein billiger Trost darin, angesichts der Notlage unseres Volks-
schicksals zu sagen, vertrauen wir dem Naturgesetz, das keine Bäume in
den Himmel wachsen läßt und vertrauen wir auch dem Steuerungsorgan
der menschlichen Evolution, dem die größte Bewährungsprobe noch be-
vorsteht.

Richten wir unsere Hoffnungen auf das Deutsche Volk, das in einzigarti-
ger Weise seit fernen Jahrtausenden der Geschichte zum Leistungsstand
eines 90-Millionen-Volkes gewachsen ist und kümmern wir uns dabei
nicht um den heutigen Zustand seiner geistigen und seelischen Desorien-
tierung. Es wird wieder zu sich selbst finden.

Hier schließt sich der Kreis meiner Ausführungen.

Das Deutsche Volk ist kraft seiner Geschichte und seiner schöpferischen
Leistungen ausgewiesen, in einer Weltstunde der NOTWENDE sich selbst
und die anderen Völker unserer Erde zur Einsicht zu führen, daß nur die
Beachtung der Naturgesetze und eine entsprechende Lebensordnung in
ihrem politischen Verhalten ihren Lebensraum und ihre Kultur bewahren
können. Die in einer neuen politischen Ordnung geeinten Volksstaaten
Europas werden mit Vorbildwirkung alle anderen Völker davon zu über-
zeugen haben, daß die gewaltigen Aufgaben zur Erhaltung der Erde als
Heimat des Menschen nur gemeinsam gelöst werden können.

Alle Aufsätze des Buches dienen dem Kampf um eine neue Weltsicht.
Nicht eine ideologische Doktrin, mag sie sich nennen wie sie will, wird
Europa und der Welt eine neue Ordnung geben können, sondern nur die
Respektierung der Lebensgesetze, die zu erkennen alle schöpferischen
Leistungen und Anstrengungen des Menschen bisher gegolten haben. Sie
erheischt den Vollzug einer NOTWENDE durch die Neuwertung des
menschlichen Lebens.
Das Deutsche Volk ist aufgerufen, sich dieser Aufgabe vorangehend zu
stellen.

Wer es durch die Vernichtung seines Lebens daran hindert, begeht einen
Menschheitsfrevel schlechthin. Nicht nationale Überheblichkeit, sondern
der Ausweis der Leistungen lassen den Schluß zu, daß die Menschheit
zur NOTWENDE ihrer Existenz das schöpferische Potential und die

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Leistungsstärke des Deutschen Volkes an der Spitze aller Völker nicht
entbehren kann.
Lisbeth Grolitsch

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Reden und Schriften
18
Einleitung

Die nationale Aufgabe

Unsere wesentlichste kulturpolitische Aufgabe ist das Bemühen um eine


geordnete weltanschauliche Antwort auf die von der Naturwissenschaft
erarbeitete Lehre von der Entwicklung des Lebens. Es darf uns nicht ge-
nügen, sich durch wissenschaftliche Erkenntnisse in nationalen Leitbil-
dern bestätigt zu sehen, so sehr uns dies auch Genugtuung und Sicherheit
gegenüber veralteten Ideologien gibt. Das Wissen um den Aufbau des
Lebens (biologische Evolution) verlangt neue Wertungen, – die Frage
nach dem Sinn des Lebens ist neu gestellt und harrt der Antwort. Diese
Antwort kann nur in einer lebensreligiösen Anschauung liegen. Herbert
Böhme sah es als höchsten gemeinschaftsprägenden Willen an, das Reli-
giöse, das „Unbegreifbare“ im Erlebnis der Volkheit, der Kunst und Kul-
tur fühlbar werden zu lassen, davon „ergriffen“ zu werden. Dies ent-
sprach und entspricht dem religiösen Bedürfnis des Menschen außerhalb
aller Konfession. Religiöses Bedürfnis und wissenschaftlich-biologisches
Weltbild wollen und müssen jedoch in Einklang gebracht werden, – Le-
benswirklichkeit und religiöse Sinngebung übereinstimmen –, wenn wir
den lebensfeindlichen Pessimismus und Nihilismus überwinden wollen,
der alle weißen Völker bedroht.
Dies ist die große Aufgabe, die uns in unserer Zeit gestellt ist. Obwohl die
neuen Erkenntnisse der naturwissenschaftlichen Revolution nationales
Denken nicht nur bestätigen, sondern fundamentale Bausteine für eine
notwendige weltanschauliche Thesenbildung liefern, gibt es auf unserer
Seite kaum Ansätze zu ihrer Auswertung. Wir erschöpfen uns vorwie-
gend im analytischen Beschreiben, anstatt endlich zu konstruktiven Fol-
gerungen anzusetzen. Wir reagieren, statt zu agieren. So können wir
auch der jungen Generation keinen klaren Weg weisen, der sie Auftrag,
Verantwortung und Sinn ihres Lebens erkennen läßt.
Bewahrung und Pflege unserer Kultur können nur ein Teil unseres Kul-
turauftrages sein. Der schöpferischen Weiterentwicklung unserer Kultur,
– wenn wir sie im Nietzscheschen Sinne als „Einheit des künstlerischen

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Stiles in allen Lebensäußerungen eines Volkes“, also als geistig-seelische
Lebensform des Volkes wollen –, ist die Neuwertung unseres Lebens und
aller Werte vorausgesetzt. Erst einem weltanschaulichen Fundament wer-
den Prägekraft und Prägewillen zu einer neuen ganzheitlichen Gestaltung
unseres Lebens entwachsen können. Bei der Prüfung des Wertbeständi-
gen wird sich unsere kulturelle Wirklichkeit als lebensgerechte Wertord-
nung erweisen, weil sie den biologischen Gesetzen gefolgt ist; so sind
z.B. Heimat, Familie und Volk auch biologische Ordnungen, – so erken-
nen wir in unseren ethischen Werten arterhaltende Funktionen.
Die Beantwortung des Lebenssinnes rührt an die großen Fragen unseres
Seins. Jenes Unbehagen des Menschen, das Gefühl des Geworfenseins
bezeugt, daß unsere Zeit nicht länger ausweichen darf und sich der Neu-
wertung des Gottesbegriffes stellen muß. Damit gehen wir der Stunde
entgegen, da unser Volk seit mehr als tausend Jahren die Schatten des
Fremden abwerfen und in einer von Wissen erhellten Welt nach ausschließ-
lich seiner Art und Weise Idee und Gestalt seines Lebens entwickeln kann.
Ob wir die gestaltende Kraft dazu haben, wird allein von unserem Volke
abhängen.
Die biologische Revolution, längst seit Kopernikus mit seiner Entdek-
kung des heliozentrischen Weltbildes eingeleitet, treibt ihrem Höhepunkt
zu. Die jenseits der Wirklichkeit des Lebens angesiedelten Ideologien
können sich ihr nicht entziehen, auch wenn sie damit ihr Ende beschleuni-
gen. So mag es grotesk erscheinen, daß z.B. der Wiener „Kurier“ einen
dreiteiligen Artikel mit dem Thema abdruckt: „Das Ende des Dogmas
von der Gleichheit“ oder der „steirische herbst“ die Frage „Umwelt oder
Vererbung“ in einer Reihe von Vorträgen aufwirft. Sie handeln unter dem
Zwang einer unaufhaltsam vordringenden wissenschaftlichen Umwälzung,
ohne ihre eigene Bedrohung im ganzen Umfang zu erkennen. Somit er-
gibt sich der in der Geschichte in solchen Ausmaßen wohl einmalige Vor-
gang, daß die Wissenschaft den endgültigen und totalen Zusammenbruch
überholter und lebensfeindlicher Anschauungen herbeiführen wird.
Auf den Trümmern des Reiches und Europas, die in dem Kampf gegen
die alten Mächte unterliegen mußten, erhebt sich über die Sieger der alten
Welt triumphierend der neue Geist. Er wird das Denken grundlegend
wandeln und zu biologischem Handeln zwingen. So wird unsere nationa-

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le Weltanschauung ihren Sieg erleben, um im Einklang mit den Gesetzen
der Natur eine völker-achtende und im wahrsten Sinne des Wortes men-
schen-würdige Politik einleiten zu können und – vielleicht in letzter Stun-
de – aus der Götterdämmerung herausführen in ein neues Jahrtausend.
Diese not-wendenden Möglichkeiten vor Augen können wir mit Ulrich
von Hutten sagen: „O große Zeit der Wissenschaft, noch ist nicht der
Augenblick, sich zur Ruhe zu setzen, die Geister erwachen, die Studien
blühen, es ist eine Lust zu leben!“
Es fällt den elitären nationalen Kräften unseres Volkes die Verantwortung
zu, mittels der wissenschaftlichen biologischen Weltauffassung die gei-
stige Befreiung des Deutschen Volkes von allen fremden Einflüssen und
Einflüsterungen einzuleiten. Dieser Wille muß uns beherrschen, oder wir
werden blind und unfähig Zeit und ungeheure Möglichkeiten ungenutzt
vorübergehen lassen. Hart und verantwortungsvoll ist solche Arbeit, des-
sen sind wir uns bewußt. Es ist auch unserer Gemeinschaft aufgegeben,
daran mitzuwirken.
Geschichte des Kosmos, Evolution des Lebens und Geschichte des Vol-
kes sind Wissensgrundlagen, die wir uns, auch mit den Jüngeren, erarbei-
ten wollen. Die Aneignung des Wissens ist der weltanschaulichen Wer-
tung vorauszusetzen. „Im Wissen andächtig werden“, wie Nietzsche ein-
mal sagte, daraus kann echte und tiefe Religiosität wachsen.
(16.3.1972)

———

21
Ulrich von Hutten
und seine Zeit

Festvortrag anläßlich der 500. Wiederkehr von Huttens Geburtstag


am 21.4.1988, gehalten bei der 500-Jahr-Feier am 24.4.1988 in Nie-
deraula.

Seit den Tagen HUTTENS sind 500 Jahre über unser Land gegangen,
haben 16 Geschlechterfolgen deutscher Menschen gelebt, gekämpft und
gelitten, hat Deutschland politische Niederlagen überwunden und geisti-
ge Triumphe gefeiert, die seinen Rang als Kulturnation begründet haben.
Es gingen Sternstunden des Reiches in den Sehnsüchten ihrer Zeit und
trotz der Gunst der Stunde unerfüllt vorüber. Sie waren wie das Aufglü-
hen einer Sternschnuppe in dunkler Nacht, Wünsche und Hoffnungen
erregend. Und wieder mußten in neuem Anlauf die Besten ausziehen, das
Reich zu gewinnen.
Die ewige Sehnsucht der Deutschen nach nationaler Erfüllung – der Traum
vom Reich – erweckte zu allen Zeiten mythische Vorstellungen im Volke
vom schlafenden Kaiser, vom Führer, der einstens wiederkommen wird,
um das Reich zu neuer sittlicher Größe und politischer Einheit führen.
Wie ins zeitlos Ewige der Kunst im Bamberger Reiter erhoben, so wur-
den Kaiser Friedrich Rotbart und Friedrich II. zum Mythos einstiger Größe
und Herrlichkeit des Reiches. Und die edle Gestalt des Cheruskerfürsten
Arminius, des ersten deutschen Königs, hat seine Leuchtkraft bis in unse-
re Tage nicht verloren.
Auch Ulrich von HUTTEN ist zu einer mythischen Gestalt verklärt wor-
den. Als das Deutsche Volk die tiefste Ohnmacht seiner Geschichte im
Dreißigjährigen Krieg durchleben mußte, verlor sich sein Bild in den
geheimnisvollen Gründen des Volksgedächtnisses. Erst 200 Jahre später,
von Johann Gottlieb Herder wiederentdeckt, begann es seine alte Anzie-
hungskraft auf die Geister der damaligen Zeit auszuüben. Der junge wie

22
der alte Goethe war vom Feuergeist HUTTENS fasziniert. Fortan wird
sich der germanisch-deutsche Geist in seinen Weihestunden auf Ulrich
von HUTTEN berufen.
Der endgültige Bruch mit dem Weltbild von gestern durch die geistige
Revolution unseres Jahrhunderts ermöglicht es uns erst heute, das Bild
Ulrichs von HUTTEN in seiner Größe und Tragik, in der Zeitgebunden-
heit ebenso wie in der über seine Zeit hinausragenden Ideenkraft ins rich-
tige Licht der Geschichte zu stellen und in ihm einen großen Mann von
deutschester Art zu erkennen. Er war der erste politische Führer der auf-
brechenden nationalen Idee Deutschlands.
Weit verbreitet ist die Ansicht, daß Ulrich von HUTTEN ein Mitstreiter
Martin LUTHERS gewesen sei.
Die Maßstäbe liegen jedoch anders.
LUTHER war weder der größte Geist der sogenannten „Reformations-
zeit“, noch war die Reformation die größte geistige Auseinandersetzung
dieser Zeit.
Gewiß hatte die Tat LUTHERS ihre große Fernwirkung auf unser deut-
sches Volksschicksal, deren spätere Ergebnisse wir heute nicht mehr alle
positiv bewerten können. So überragt sein Verdienst um die deutsche Pfar-
rersfamilie als Erziehungsstätte und Begabtenherd in unserem heutigen
Werturteil aus biologischer Sicht selbst seine Bibelübersetzung in die neu-
hochdeutsche Sprache.
Die Stärkung der deutschen Familie aus lutherischem Geiste blieb ganz
ohne nachteilige Nebenwirkungen auf die Entwicklung unseres Volkes.
Der Aderlaß begabten Blutes durch den Zölibat der Priester mit seiner
unheilvollen Ausrottung Hochbegabter wurde wenigstens für den nördli-
chen Teil Deutschlands gestoppt. Die lutherische Bibelübersetzung (vor-
her waren bereits 130 deutsche Bibelübersetzungen erschienen) hatte bei
all ihrer großartigen sprachlichen Einigung unseres Volkes im Neuhoch-
deutschen durch ihre gleichzeitige Verbreitung mosaischen Geistes doch
ihre unübersehbaren geistigen wie seelischen Nebenwirkungen. Aber die
Bibel war eben damals das einzige Buch, über deren weite Verbreitung
eine sprachliche Strahlung auf alle deutschen Stämme und Landschaften

23
übergehen konnte, und dies so schnell und ausschließlich, daß es uns
selbst heute noch wie ein unenträtselbares Wunder vorkommt.

Hochscholastik und deutscher Humanismus

Damals waren ganz andere Kräfte gegeneinander angetreten. Die beiden


großen Gegner, die einen erbitterten Kampf miteinander führten, waren
die Spätscholastik und der junge deutsche Humanismus.
Die Knebelung des Geistes war eine totale. Alle Wissenschaft, jedes Den-
ken, Suchen und Forschen durfte nur der einen Aufgabe dienen, die Exi-
stenz Gottes zu beweisen. Gott stand im Mittelpunkt der sogenannten
theokratischen Weltanschauung. Die Beweisdenker des Mittelalters über-
boten sich darin, die Allgewalt Gottes zu verherrlichen, zu verklären und
zu verewigen. Darüber wachte eine fanatische Priesterschaft. Dieser Gott
war aber der Gott der eifernden Kirche, war der Gott Roms und der Gott
des Papstes, als dessen Stellvertreter auf Erden er eingesetzt war.
Das Ringen der germanisch-deutschen Seele um ihren arteigenen Aus-
druck und um ihre geistige Freiheit war seit der Christianisierung Deutsch-
lands nicht mehr zur Ruhe gekommen. Gegen den dogmatischen Totalitäts-
anspruch der Römischen Kirche sind immer wieder Rebellen des Geistes
aufgestanden. Solange jedoch der romanisch-germanische Dualismus im
Heiligen Römischen Reich herrschte, wurde auch die politische Macht
der deutschen Nation in den Dienst der universalen Aufgabe des Reiches
gestellt, Schutz und Schirm der christlichen Kirche und ihres Machtan-
spruches in der damaligen Welt zu sein.
Der jahrhundertelange Kampf zwischen Rom und Reich, zwischen Kai-
ser und Papst hatte das Weltkaisertum geschwächt, das Heilige Römi-
sche Reich Deutscher Nation war von West und Ost, von Nord und Süd
durch nationale Sonderinteressen in seinem Bestand bedroht. Das habs-
burgische Herrscherhaus stellte die eigenen Hausmachtinteressen vor die
machtpolitische Aufgabe des Reiches und die Pflichten des deutschen
Königtums.
Das war die Lage Deutschlands, als der germanisch-deutsche Geist im
jungen deutschen Humanismus zum umfassenden Angriff auf das theo-
kratische Weltbild antrat.

24
In Italien war durch die Wiederentdeckung der römischen Antike ein neu-
es Lebensgefühl aufgebrochen, das in der italienischen Renaissance zur
Geburt einer eigenständigen italienischen Kunst und Kultur führte.
Es war Mode geworden, die Bildung vom lateinischen Vorbild abzulei-
ten, das allein im Range hoher Kultur stehen sollte. Diese, reinem forma-
len Denken huldigende Zeitströmung nannte sich Humanismus.
Was in Italien eine oberflächliche Spielerei mit geistigen Dingen war,
wurde nördlich bei den Deutschen zu einer Bewegung, die durch eifriges
Studium der antiken Welt nach neuer Erkenntnis strebte. Das Studium
der alten Sprachen wurde an allen Universitäten aufgenommen, Dich-
tung und Philosophie, vor allem Griechenlands, bewundert und begei-
stert aufgegriffen. Die heidnische Welt mit ihrer frohen Diesseitsbeja-
hung trat in scharfen Kontrast zur düsteren Jenseitsfurcht mittelalterli-
cher Vorstellungen. Das Leben löste sich aus niederdrückender Umklam-
merung, und der Geist befreite sich aus seiner dogmatischen Enge. Ent-
deckungen und Erfindungen erschüttern nun das theokratische Weltbild
in seinen Grundfesten. Die Befreiung vom scholastischen Zwang läßt die
Wissenschaft aufbrechen und die Künste erblühen. Es beginnt eine Zeit
höchster Fruchtbarkeit deutschen Geistes. Und es wäre bei dem Aufbruch
des deutschen Geistes verwunderlich, wenn er nun nicht auch die eigenen
nationalen Kräfte erweckte.

Die Geniezeit
Wir würden jedoch nur die äußeren Erscheinungen des gewaltigen Auf-
bruches in eine neue Welt der Erkenntnisse sehen, wüßten wir nicht um
die inneren Ursachen dieses plötzlichen, von größter geistiger Fruchtbar-
keit geförderten Vorganges in unserer deutschen Volksgeschichte. Wir
haben es mit einem einzigartigen Vorgang zu tun, der sich im Laufe unse-
rer Geschichte nur noch einmal – im 18. Jahrhundert – wiederholen wird;
dem gleichzeitigen Auftreten einer ungewöhnlich hohen Zahl von Genia-
len. Die Heraufkunft großer deutscher Geister mit einem Gefolge von
Hochbegabten beginnt etwa um 1470 und endet ebenso plötzlich wie ge-
kommen um das Jahr 1530.
In der „Deutschen Volksgeschichte“ gibt uns der Volksforscher Adolf
HELBOK darüber Aufschluß:

25
„Wenn man die Höhe dieser Zeit richtig begreifen will, so muß
uns der Abstand bewußt werden, in dem unsere heutige Zeit trotz
ihrer Atomwunder und Mondraketen zu ihr steht. Dieser Abstand
wird uns bewußt, wenn wir einen Blick in den großen Begabungs-
unterschied tun, der unsere heutige Menschheit von der damali-
gen trennt: die damalige Durchschnittsbegabung entspricht der
heutigen Spitzenbegabung. Diese Feststellung der modernen
anthropologischen Psychologie von KLAGES, durchgeführt an
den Handschriften von drei Jahrhunderten, wirft ein bezeichnendes
Licht auf die Kultursituation von damals und heute.“
Diese geniereiche Zeit war das Ergebnis erbzüchterischer Vorgänge eines
allgemein im Volke seit dem Germanischen geübten Brauches der Em-
porzucht. Wenn wir uns diese Zeitspanne vor Augen führen mit ihrer
Entdeckungsfreude und Erfindungsgabe, ihrem geistigen Schaffen, das
durch alle Schichten ging, ihrer Ideenfülle im Großen wie im Kleinen,
ihrer Gestaltungskraft in allen Künsten, ihren wissenschaftlichen Arbei-
ten auf allen Gebieten, dem Aufblühen der Städte und der Hoch-Zeit des
Zunftwesens, – und das alles im Raume eines Volkes –, wird uns bewußt,
daß der Hochflug der Begabungen auch eine breiteste Begabungsgrund-
lage im Volke gehabt haben mußte.
An der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert steigt das Deutsche Volk auf
zur ersten Kulturnation.
Es ist die Zeit HUTTENS.
Wie ein gewaltiger Donnerschlag des menschlichen Geistes steht die Ent-
deckung des sonnenzentrischen Systems durch Nikolaus KOPERNIKUS
über dieser Geniezeit und hebt das mittelalterliche theokratische Weltbild
aus den Angeln. Immer neue Blitze schöpferischen Geistes erhellen die
Welt, weiten den Blick in die Unendlichkeit des Raumes und dringen in
die verborgene Tiefe der Natur.
Das Genie Albrecht DÜRER (1471–1528), gleichbedeutend für ein neu-
es Weltbild der Kunst, überstrahlt diese Epoche einer nicht enden wollen-
den schöpferischen Gestaltungslust des deutschen Genius. Gerade an
DÜRER wird offenbar, daß diese Zeit nicht eine der Renaissance ist,
jedenfalls nicht im italienischen, romanischen Sinne. Dafür ist DÜRER

26
zu eigenständig, zu volkhaft deutsch. Er repräsentiert den Volksgeist sei-
ner Zeit nicht nur in der Kunst. Ein Kranz von genialen Malern, Bildhau-
ern, Holzschnitzern, Baumeistern und Kupferstechern ist um ihn versam-
melt: Mathis GRÜNEWALD (1470–1528), Lukas KRANACH d. Ä.
(1472–1553), Hans HOLBEIN (1465–1524), Tilmann RIEMEN-
SCHNEIDER (1460–1531), Adam KRAFT (1460–1509), Veit STOSS
(1450–1533), Peter VISCHER (1487–1528), Hans VISCHER (1489–
1524), Albrecht ALTDORFER (1480–1538), Baldung GRIEN (1480–
1545), Hans BRÜGGEMANN (1480–1540), Gregor ERHARD – Hans
WITTEN – Hans PÄUERLEIN – Erasmus GRASSER – um nur einige
zu nennen, die nun die überragende Geltung der deutschen Kunst begrün-
den.
PARACELSUS ragt als eine naturhaft mythische Erscheinung in diese
Zeit. In ihm lebt der Heilsgedanke des Germanischen, dem es um das
HEIL als Gesamtausdruck der menschlichen Persönlichkeit geht, nicht
nur um die Gesundheit des rein Körperlichen. Er erlöst den von der Kir-
che verachteten Menschenleib und gibt ihm seine Würde zurück. Jahr-
tausendealtes Wissen aus dem gigantischen Kampfe des nordischen Men-
schen mit den Gewalten der Natur haben sich in ihm zur hellsichtigen
Fähigkeit des Ahnens und Witterns verdichtet. Er wird zum Begründer
einer modernen Medizin. Mit dem ärztlichen Genie des PARACELSUS
steigt eine uralte diesseits gerichtete Weltanschauung aus ihren archai-
schen Tiefen auf und umgibt den großen Mann mit einer Aura des Ge-
heimnisvollen.
So ragen die Geistes-Gestirne KOPERNIKUS, DÜRER und PARACEL-
SUS als Wegweiser auf in ein neues Zeitalter menschlichen Geistes.
Dieses mit wenigen Strichen entworfene Raum-Zeit-Gerüst gibt uns Auf-
schluß über das reiche geniale Schaffen der Zeit Ulrichs von HUTTEN,
deren herausragende Säulen Adel und Bürgertum der Städte sind, die von
einer breitesten Begabungsgrundlage des gesamten Volkes getragen wer-
den.
Die Söhne des Adels und des Patriziertums in den Städten waren die
Studenten an den Hohen Schulen. Der frische Geist des jungen Humanis-
mus löste die altehrwürdigen Universitäten aus ihrer scholastischen Er-
starrung. Neue Zweige der Wissenschaft kamen nun auf, und häufig hall-

27
ten die Mauern wider von den geistigen Kämpfen der durch die Studien
der antiken Welt aufgeweckten Geister.
Kein Wunder, daß der junge HUTTEN weitausholend und tiefgreifend
seine Zeit mit dem begeisterten Ausruf an seinen Freund PIRKHEIMER
charakterisiert:
„Oh große Zeit der Wissenschaft, noch ist nicht der Augenblick,
sich zur Ruhe zu setzen, mein Willibald, die Geister erwachen,
die Studien blühen, es ist eine Lust zu leben.“
Sein Bekenntnis hat die hohen Geister kommender Epochen immer wie-
der zu größter Bewunderung entfacht.
Diese Zeit schwelgt in einem Geniesturm, und HUTTEN ist ihr größter
Dichter

Ein neues Huttenbild

Es muß uns in Erstaunen versetzen, daß HUTTENS große, schon zu


seinen Lebzeiten berühmte Persönlichkeit beim Gang durch die Jahrhun-
derte so verdunkelt, verzeichnet, verkleinert und verkannt werden konnte,
so daß viele auch heute noch in ihm einen Mitstreiter LUTHERS sehen,
besonders gekennzeichnet dadurch, daß er dem großen Reformator die
Einladung auf die Ebernburg höchst persönlich überbracht haben soll.
Das ist eine völlige Entstellung der Bedeutung HUTTENS und der ge-
schichtlichen Vorgänge, hinter der die Absicht der späteren lutherischen
Kirche steckt, HUTTENS hohes Ansehen im Volke in den Dienst ihrer
Reformation zu stellen.
Zu den Verzerrungen seines Bildes aus durchsichtigen theologischen und
klerikalen Gründen gesellen sich nun auch die aus völlig anderen geisti-
gen Wurzeln abgeleiteten Freiheitsgedanken des 19. Jahrhunderts, um im
Huttenbild unserer Zeit die verschiedensten ideologischen Richtungen
gegeneinander zu führen. Hier einen radikalen Intellektuellen des 16. Jahr-
hunderts im kritischen Licht materialistischer Geschichtsauffassung zu
zeigen, dort den Freiheitsgeist HUTTENS im liberalistischen Sinne zu
interpretieren und ihn aufs neue als zeitgenössischen Geist der Reforma-
tion zu adoptieren.

28
Dem schwelgerisch-romantischen Bild aus den national-liberalen Tagen
des Aufbruches einer neuen Volksidee, von dem auch die große HUT-
TEN-Biographie des David Friedrich Strauß in der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts gekennzeichnet ist, folgte in den zwanziger Jahren unse-
res Jahrhunderts ein von krankhaftem Haß diktiertes Machwerk eines
gewissen Kalckoff, das auch vor glatten Fälschungen nicht zurück-
schreckte.
Das war die Herausforderung, sich erneut der gründlichen Erforschung
des Huttenschen Lebens zuzuwenden. Es ist von Bedeutung, daß nun
eine sicher von jedem Verdacht nationalistischer Begeisterung freie unab-
hängige Huttenforschung die inneren und äußeren Lebenslinien einer ge-
schichtlichen Erscheinung nachzeichnet, deren Wille und Schicksal von
ehrfurchtgebietender Größe ist.
Wilhelm Dilthey bezeichnet in seinem Buch: „Weltanschauung und Ana-
lyse des Menschen seit der Renaissance und Reformation“ Ulrich von
HUTTEN als „den ersten modernen Menschen“. In der Tat hebt nun das
heraufkommende individualistische Zeitalter den Menschen mehr und mehr
heraus aus dem universalistischen Denken des Mittelalters und läßt ihn
aus der Gesamtbezogenheit seines Lebensbereiches als Einzel-
persönlichkeit hervortreten, geweckt durch die geisterbefreiende allge-
meine Bildung, die um sich greift.
Die Erfindung der Buchdruckerkunst durch Johann GUTENBERG (1397–
1468) macht es jetzt möglich, daß jeder an den geistigen Errungenschaf-
ten teilhaben kann. Bis 1500 gibt es in Europa über 1000 Druckereien
und 35.000 Druckerzeugnisse mit einer Auflage von insgesamt 10 Mil-
lionen. (Bis 1945 sind 35 Millionen Buchtitel erschienen.)
Der erkämpfte Freiheitsraum geistigen Schaffens läßt die Persönlichkeits-
werte des Einzelnen hervortreten. Diese Wandlung und geistige Entwick-
lung des Menschen zum Individuellen erfährt ihre wahrheitsgetreue Ab-
bildung im Kunstschaffen der Zeit. Der Mensch wird nun nicht mehr als
Typus dargestellt, sondern als charakterlich bestimmte Einzelpersönlich-
keit.
Dies trifft in besonderem Maße auf Ulrich von HUTTEN zu, in dessen
Wille und Schicksal die denkende und handelnde Einzelpersönlichkeit uns

29
aus dem Rahmen ihrer Zeit entgegentritt. Schon damals greift er in sei-
nem Wollen alle politischen Fragen auf, die sich aus dem Umbau des
Volksleibes seit dem abgeschlossenen inneren Landesausbau durch Ro-
dung ebenso wie aus dem Wachsen und Blühen der Städte, und vor allem
durch den geistigen Aufbruch, ergeben haben.
Lassen Sie uns einen Blick auf die äußeren und inneren Zeichen seines
Menschenbildes werfen, um zu erkennen, daß Charakter und Lebensweg
bei ihm im inneren Einklang stehen.
HUTTENS Leben durchwaltete ein steter innerer Bezug zwischen persön-
lichen Erlebnissen und Erfahrungen zu den Geschehnissen im Ganzen.
Sein persönliches Schicksal sah er verbunden mit dem allgemeinen seines
Volkes. So setzte er schon als junger Mensch eigene Erlebnisse um in die
politische Anschauung und ließ die Ansätze erkennen, die seinen weite-
ren Lebensweg als politischer Denker und Führer bestimmen sollten.

———

Die Weltregierung
Gibt‘s einen Himmel und weilen dort Götter noch, Schützer der
Menschheit?
Oder glauben wir ferner nur, daß Götter bestehn?
Kümmern wohl einen der Götter die sterblichen Dinge dort oben?
Oder ziemt es sich, daß Götter der Leichtsinn erfaßt?
Wie sich‘s auch damit verhält, und an welche Gottheit wir glauben,
Daß sie hier unten mit Macht noch beherrsche die Welt:
Unstet scheinet sie mir, veränderlich, trughaft und treulos,
Denn sie beschützt nur, was schändet, ja die Schandtat wohl selbst.

———

In seinen Briefen und Schriften tritt uns immer wieder die große Domi-
nante entgegen: echte geistige und politische Reform seines Vaterlandes
und über den Bildungsweg eine Neugestaltung des gesamten öffentlichen
Lebens. Ulrich von HUTTEN wollte eine tiefgreifende Erneuerung der
Kultur, als deren Voraussetzung er die politische Reform des Reiches

30
durchsetzen wollte. So zielten seine kulturkritischen Schriften, seine
geschichtlichen Studien und Abhandlungen über ihren eigentlichen Bil-
dungscharakter hinaus auf die politische Gegenwartsfrage.
Ulrich von HUTTEN war eher von kleiner als von mittlerer Größe, doch
von drahtiger Statur. Langes, blondes Haar hing ihm in die Stirn, das
Barthaar war dunkler. Unter buschigen Brauen lagen hellwache Augen,
deren Blick frei in die Weite geworfen war. Die hervorspringende Nase
stand über einem ausdrucksvollen Mund mit einem sarkastischen Zug, –
unter der vorstehenden Unterlippe ein festes Kinn, das Antlitz von blas-
ser Hautfarbe.
Seine Zeitgenossen und Freunde bezeugten sein ernstes und kritisches
Wesen, das alle Zweideutigkeiten in seiner Gegenwart abwies. Ulrich hatte
einen Hang zur Selbstanalyse, er war Gegner jeder Ungerechtigkeit, be-
sonders jeder Unterdrückung. Dieser Charakterzug bestimmte seine Hal-
tung in allen ungerechten und unehrenhaften Angriffen gegen seine Per-
son, mehr aber noch andere betreffend oder gar die gemeinen deutschen
Interessen. Seinen Charakter zeichnete wesentlich eine uneigennützige
Treue aus, mit der er für seine Freunde und erst recht für seine Sache und
das nationale Reich der Deutschen stand, er war aufrichtig und wahr-
haftig.
Auch die Worte Huldreich ZWINGLIS, bei dem der kranke HUTTEN
nach SICKINGENS Fall Zuflucht gesucht hatte, kennzeichnen sein We-
sen:
„Ist das Euer fürchterlicher HUTTEN?“,
so schrieb er 1523 an PIRKHEIMER,
„das der Zerstörer, der Reihenzerbrecher, der sich mit solchem
Lämmersanftmute zum Freunde, zum Kinde, zum gemeinen Man-
ne herabläßt? Wer sollt’ es diesem freundlichen Mund anmerken,
daß er ein solches Wetter über die Papisten ausgehaucht hätte?“
Auch sein persönliches Geschick, von einer furchtbaren Krankheit ange-
steckt worden zu sein, muß uns hier aus zweierlei Gründen beschäftigen:
Sie wird von HUTTENS Feinden benutzt, um ihn herabzusetzen; und
selbst bei sachlichen Darstellungen wirft sie ein Unbehagen auf. Die pest-

31
artige syphilitische Seuche wütete damals verheerend. Eingeschleppt aus
den überseeischen Provinzen, verbreitete sie sich auch stark in Bildungs-
kreisen, und um 1493 soll sie gegen 1/10 der Bevölkerung der größeren
Städte betroffen haben.
„Bei solcher Sachlage allein schon scheidet jede abwertende
moralische Beurteilung eines einzelnen Krankheitsfalles aus“,
stellt der Geschichtswissenschafter Heinrich GRIMM in seinen Studien
über die damalige Lage fest. Um so schmählicher ist die Ausnutzung der
„garstigen Seuche“ in der Haß- und Schmähliteratur gegen HUTTEN,
zumal die Ansteckung schon durch Trinkgefäße und Eßgewohnheiten
damals ausgelöst werden konnte. Der junge HUTTEN hatte, von dieser
chronischen Infektion mit 20 Jahren in Leipzig getroffen, einen schweren
Schock erlitten.
„Sie brachte“,
wie wir weiter bei Heinrich GRIMM lesen können,
„seinem ferneren Leben Pein, Qual und Schwäche, wenn auch
sein ungewöhnlicher Selbsterhaltungstrieb über das dauernde
,Wetterleuchten’ der ihm ein hinkendes linkes Bein einbringen-
den Krankheit von Fall zu Fall Herr wurde!“
Um so bewundernswerter ist, wie Ulrich von HUTTEN in seiner persön-
lichen Lebensführung diese Krankheit zu beherrschen und zu überwin-
den versuchte und trotz den immer wieder auftretenden Lebensqualen
sein Werk mit tapferer Energie aufnahm, bis die fürchterliche Krankheit
ihn im letzten höllischen Ansturm niederrang und der Tod ihn am 29.
August 1523 erlöste.

Ruhm und Ehre des Dichters


1517 waren HUTTENS Studien, seine Ausbildung zum deutschen Hu-
manisten abgeschlossen. Dieses Jahr war zugleich Höhepunkt seines Auf-
stieges zum meistgelesenen und meistgedruckten Dichter des deutschen
Humanismus. Der Name Ulrich von HUTTEN wurde in allen deutschen
Landen mit Hochachtung genannt, sein Ruhm ging weit über die Grenzen
Deutschlands hinaus.

32
Am 12.7.1517 fand die Krönung Ulrichs von HUTTEN am Hofe zu
Augsburg durch Kaiser Maximilian I. zum Poeta statt, mit allen Rechten,
Würden und Insignien eines Doktoris und Ritters. Der Rang „Poeta“ war
damals umfassender, als wir heute unter der Bezeichnung „Dichter“ ver-
stehen. Er bezog auch die Anerkennung des in humanistischer Wissen-
schaft und Schrift Gebildeten mit ein und bezeichnete die neue Geistes-
richtung. Ulrich wurde darüber hinaus mit hohen Privilegien ausgestat-
tet. Maximilian ernannte ihn zum kaiserlichen Orator und stellte ihn für
Gegenwart und Zukunft unter seinen und des Reiches besonderen Schutz
und Schirm mit der Maßgabe, daß für ihn kein anderes Gericht, sondern
einzig und allein unmittelbar der Kaiser und das kaiserliche Hofgericht
zuständig sein sollten.
HUTTEN war jetzt 29jährig. Die 12 hinter ihm liegenden Jahre, seitdem
er das Kloster in Fulda verlassen hat, bezeichnete Hutten selbst als „blo-
ßes Vorspiel, als Vorübung zu einer großen Lebensleistung“, in denen er
sich ausgebildet und Bildung erlangt hatte.

———

Aus der Nachzeile zum Gesprächsbüchlein:

Ich hab euch‘s gesagt, ihr habt‘s gehört


Wir sind gewesen lang betört,
Bis daß uns doch hat Gott bedacht
Und wiederum zu Sinnen bracht.
Ich hab es alles nur getan
Dem Vaterland zu Nutz und gut.
Die Wahrheit mich bewegen tut.
Da kann ich nimmer lassen von,
Hab des auch nie empfangen Lohn,
Ja mehr zu Schaden kommen bin.
Denn Gefahr und Not ist mein Gewinn...

———

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Das Vorspiel
1499 – elfjährig kam HUTTEN an die Reichsabtei nach Fulda, sein Va-
ter hatte den etwas schwächlicher scheinenden und hochbegabten Jungen
für die klerikale Laufbahn bestimmt. Dort wurde er besonders wegen des
Mangels an adligem Nachwuchs willkommen geheißen. Der vom Zölibat
angerichtete Schaden machte sich nun auch für die Klöster bemerkbar.
Durch die Abgabe der Zweit- und Drittgeborenen des Adels an die Prie-
sterschaft wurde der mittelalterliche Hochadel durch die Ehelosigkeit der
Konvente förmlich ausgerottet; besonders im Westen und Süden hatte
diese Entwicklung verheerende biologische Folgen für unser Volk. Man-
che Klöster nahmen nur Hochadel auf! In der „Deutschen Volksgeschich-
te“ von Adolf HELBOK finden wir verzeichnet, daß unter 400 Mainzer
Domherren 88 dem Hochadel, 28 den Freiherrn, 286 den Rittern und nur
16 dem Bürgertum angehörten. Auch in den nicht hochadligen Stiften
bietet sich uns ein gleiches Bild der Ausmerze des Adels als hohen Bega-
bungsträger. Dieser Aderlaß machte sich im späteren Zurückdrängen der
deutschen Kulturgeltung bemerkbar, so daß französische Bildungsideale
stärker eindringen konnten. Freilich hatte die Kirche dadurch kaum über-
sehbare Auftriebskräfte erhalten und konnte sich ständig verjüngen. Dies
hat wohl auch dazu beigetragen, daß der deutsche Adel im späteren Mit-
telalter zum geistigen Träger der deutschen Mystik wurde, mit ihrer christ-
lichen Unmittelbarkeit zu Gott und der religiösen Wendung nach innen.
ULRICH lernte in Fulda Latein, und seine musikalische Leidenschaft
wurde durch die Kirchenmusik besonders geweckt. Mit 15 Jahren wurde
er vom Abt nach Erfurt zum Universitätsbesuch geschickt. In geregeltem
Studiengang erwarb nun ULRICH Kenntnisse auf den unterschiedlichsten
Stoffgebieten und begab sich hier wie in allen späteren Jahren an den
verschiedenen Universitäten mit Eifer an den Erwerb des Wissens.
Es entspricht wohl mehr der Abneigung mancher Geschichtsschreiber
gegen Kirche und Mönchskutte, HUTTENS Beendigung seines Fuldaer
Aufenthaltes romantisch als „Flucht aus dem Kloster“ darzustellen. Als
HUTTEN Fulda verließ, machte er sich keiner Rechtsverpflichtung zur
Rückkehr in das Stift schuldig, er hätte auch später nie Rat und Freund
des Mainzer Kurfürst-Erzbischofs werden können. Das Stift Fulda muß-
te sich schließlich mit HUTTENS Weggang freundlich abfinden.

34
Es grollte ihm nur sein geschäftlich erfolgreicher Vater, der seine Pläne
für den Erstgeborenen durchkreuzt sah und die Mittel für die „Allotria“
seines studierenden Sohnes strich; es kam später wieder zur Versöhnung,
und derweilen erhielt Ulrich sein Geld vom Oheim Frowin von HUTTEN
und anderen Freunden.
HUTTEN wollte vielmehr aus der Enge der Erfurter Schule hinaus, um
sich umfangreicheren Studien zu widmen. Er lehnte für sich die mön-
chisch-asketische Lebensform ab und strebte in die Wirklichkeit des Le-
bens, wozu ihm die Anlage zum Fernweh hinreichende Antriebe gab. So
kam er 1505 nach Mainz.
Ordnungsgemäße Studien des spätmittelalterlichen Lehrstoffes für latei-
nische Grammatik, Rhetorik, Logik und Dialektik an den Universitäten
Köln, Frankfurt/Oder und Leipzig schlossen sich an, ganz im wissen-
schaftlichen Weltbild der Zeit, in dessen Mittelpunkt der griechische Phi-
losoph Aristoteles stand. Besonders sein Mentor Crotus Rubeanus, wis-
senschaftlich führender Kopf in Erfurt, bildete ihn in lateinischer Aus-
drucksweise, im Gefühl für klassische Form aus und führte ihn ein in die
antiken Klassiker. Strenge Selbstkritik begleiteten die Studien Ulrichs,
der in Mainz Jura und Poetika studierte und mit den antiken Historikern
an die erste Lektüre der Geschichte herangeführt wurde.
1508 erwarb er in Frankfurt/Oder den untersten akademischen Grad und
setzte seine Studien in Köln fort, nun auch in öffentlichen und privaten
Semestern mit viel Talent und Beifall dozierend. Diese Studienjahre ab-
wertend als Vagantenjahre zu bezeichnen, ist ebenso hämisch wie
geschichtsverdrehend.

Huttens deutscher Humanismus


HUTTENS großer Ernst beim Studium und sein vorwärtsdrängender Geist
ergriffen nun auch andere Gebiete der Wissenschaft. Immer mehr neigte
er der jungen Geistesströmung sein Interesse zu und wurde in Frankfurt
zum Humanisten, ja, der Vorstoß „zu den Quellen“ wie er es nennt, ist
besonders gefördert worden durch die „Germania“ des Tacitus, die da-
mals in Frankfurt gedruckt wurde.
Schon bald erschien in 146 Hexametern

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„Warum die Deutschen gegenüber der Frühzeit noch nicht entar-
tet sind“,
worin er die Kontinuität einer einheitlichen deutschen Geschichte, die den
Begriff eines einheitlichen Volkscharakters voraussetze, gegenüber der
universalen Weltgeschichte herausstellte.
Diese kulturkritische Schrift HUTTENS stellte der spätmittelalterlichen
Kultur die Germania des Tacitus als Ideal entgegen, deren Kenntnis den
humanistischen Zug zur deutschen Frühgeschichte allgemein eingeleitet
hatte. HUTTEN sah jedoch darüber hinaus die politische Gegenwarts-
frage. So schrieb er nicht als Historiker, sondern machte sich bereits da-
mals als Kulturpolitiker bemerkbar.
Zuvor schrieb er die „Klagen gegen die Lötze“, eine Dichtung von 20
Elegien, mit denen er, eine persönliche Fehde austragend, es glänzend
verstand, den darin geschilderten persönlichen Ehrenhandel in den Mit-
telpunkt allgemeinen Ehr- und Rechtsempfindens zu stellen. Mit dieser
Dichtung erwarb er sich Rang und Heimatrecht in der „Republik der
Gelehrten“.
Im Jahre 1511 erschien sein Lehrbüchlein über die lateinische Dichtkunst
und wies ihn als einen glänzenden Beherrscher der lateinischen Sprach-
formenwelt aus. Diese Schrift erlebte bis 1560 30 Auflagen in Leipzig,
Paris, Nürnberg, Straßburg, Basel, Bologna und Lyon. Noch 1746 wird
sie von Gottsched abgedruckt.
HUTTEN, der an allen Universitäten adlige und bürgerliche Freunde unter
der jungen Humanistenschar sammelte – er studierte auch gemeinsam
mit dem späteren Kurmainzer Erzbischof ALBRECHT von Brandenburg
– galt nun als der führende Kopf der deutschen Humanisten.

———
Du weißt, ohne Gefahr
geschieht keine große und
denkwürdige Tat.
(Aus: „Vadiskus oder die römische Dreifaltigkeit“.)
———

36
Auseinandersetzung mit dem Römischen Recht

Zur Erweiterung seiner Studien begab er sich nach Italien, wo er, mit dem
alten sächsischen Recht vertraut, seine Studien im Römischen Recht ver-
vollständigte.
Das Römische Recht, begünstigt durch die Errungenschaften des Huma-
nismus, griff um sich und wurde als günstigere rechtliche Grundlage für
die eigenen Interessen von Adel, Fürsten, Klerikern und Städten gegen-
einander benutzt, um sich auf dem fremden Boden dieser formalen und
nicht aus der eigenen Struktur des Volkskörpers kommenden Rechtsfor-
men eigensüchtig Vorteile zu verschaffen.
HUTTEN erkannte, daß das Römische Recht das volkstümliche Rechts-
wesen unterband und die Lebensordnung des Volkes zerstörte. Seine
„Reichsreform“ beinhaltete wesentliche Gedanken zur Reform des Rechts-
wesens auf der Grundlage des alten deutschen Rechtes. Durch das Rechts-
studium der gebildeten Stände drang das Römische Recht immer mehr
ein, besonders zum Nachteil der Landbevölkerung. Die alten Rechtsbräu-
che, die auf überkommenem Bodenrecht beruhten und deren Bürgen
Wahrheit und Gerechtigkeit waren, unterlagen dem abstrakt-formalen
römischen Rechtsdenken und brachten das Bauerntum oft in verzweifelte
Lage. Das Lied „Wer jetzig Zeiten leben will“, damals als Volkslied im
16. Jahrhundert gesungen, gibt diese Rechtslage wieder, wie sie im Volke
empfunden und erlebt wurde:
„Geld nur regiert die ganze Welt, dazu verhilft Betrügen“,
und weiter heißt es:
„Rechtschaffen hin – Rechtschaffen her, das sind nur alte Gei-
gen. Betrug, Gewalt und List viel mehr. Klag Du, man wird Dir‘s
zeigen.“

Die späteren Bauernkriege haben hierin ihre Ursache.

In keiner HUTTEN-Schrift fehlen die sogenannten „Dunkelmännerbrie-


fe“, die den damaligen, von der Kirche beherrschten scholastischen wis-
senschaftlichen Betrieb an den Universitäten mit allen Mitteln schriftstel-

37
lerischer Bravour aufs Korn genommen haben nach dem Motto „Was
fallen soll, muß gestoßen werden!“ An ihnen hat neben anderen Humani-
sten auch Ulrich von HUTTEN Anteil gehabt. Sie gelten als die „raffi-
nierteste Satire, die deutscher Geist je ersonnen hat.“ Sie wandten sich in
oft beißend ironischer Form gegen Juristen und Theologen der Universi-
tät Köln, die noch zu diesem Zeitpunkt glaubten, die geistige Freiheit der
Bildung durch scholastische Willkür knebeln zu können. Sie kennzeich-
nen so recht, wie der weltanschauliche Kampf tobte, dessen Kampfare-
nen die damaligen Bildungsstätten waren, vormals uneinnehmbare Fe-
stungen mittelalterlich-theokratischen Geistes.
Auch in der bekannten Fehde des gesamten Geschlechtes derer von HUT-
TEN und ihres Anhanges gegen den Herzog Ulrich von Württemberg
war HUTTEN der „Rufer im Streit“, der diese, das Reich lange Jahre
beschäftigende Fehde mit einem grundsätzlichen Angriff gegen das Lan-
desfürstentum und dessen Absolutismus führte. Hierbei meisterte Ulrich
von HUTTEN zum erstenmal die große Streitrede kommender Jahre, die
sich dann gegen einen weitaus größeren Feind richten wird – gegen Rom
und den Papst.

Ausplünderung durch Rom


Rom wirkte wie bei anderen großen Deutschen auch bei HUTTEN zu-
nächst als Medium der Selbstverwirklichung schöpferisch herausfordernd.
HUTTEN fühlte sich darüber hinaus politisch herausgefordert; er blies
zum Generalangriff gegen die Ausplünderung Deutschlands durch Rom.
Schon der berühmte Erzbischof und Vordenker eines neuen Weltbildes im
Spätmittelalter, Nikolaus von KUES, hatte warnend gesagt:
„Die Deutschen bekommen ein Stück Papier dafür, daß sie Gold
und Silber nach Rom tragen.“
Die Ausbeute Roms in deutschen Landen war gigantisch. Der deutsche
Silberabbau, der damals 80% des gesamten Weltaufkommens ausmach-
te, floß neben den geförderten Goldmengen unablässig nach Rom, wie
der Edelmetallbestand Deutschlands ebenso begehrliche Beute Roms war.
Das Mönchsunwesen (damals gab es in Deutschland 2.450.000 Mönche,
die nicht alle deutscher Abstammung gewesen sein mögen) stellte eine

38
ungeheure Belastung des Landes und der damaligen Bevölkerung von ca.
15 Millionen dar; Heere von Bettelorden preßten mit Beichte, Fegefeuer,
Ablaß und Hexenverfolgung unvorstellbare Mengen an Sach- und Nah-
rungsgut heraus aus Deutschland. Als HUTTEN den pompösen und sitt-
lich verkommenen Zustand Roms und seiner Kurtisane erlebte, geißelte
er in sprachgewaltigen Anklagen die Zustände Roms und erweckte mit
seinen meisterlichen und in großer Anschaulichkeit vorgetragenen An-
griffen gegen den Papst eine antirömische Stimmung in ganz Deutsch-
land, der nun auch bald der Angriff auf die weltliche Macht des Papstes
folgte, eine kühne und gefährliche grundsätzliche Herausforderung, über
die Hutten an seinen Freund Pirkheimer schrieb:

„Es ist kein Kinderspiel, was wir begonnen haben.“

Am Mainzer Hof

HUTTEN weilte seit dem Einzug des Erzbischofs Albrecht von Branden-
burg in Mainz an dessen Hofe und arbeitete als Hofrat entscheidend mit
an den damaligen schwierigen Verwaltungsgeschäften. In der Stadt war
er der Mittelpunkt der Humanistengesellschaft junger Leute, die geistig
vorwärtsdrängten und in HUTTENS Gefolgschaft traten für eine natio-
nale, unabhängige deutsche Geschichtsauffassung. HUTTEN schrieb in
Mainz ganz im Stil der Renaissance sein „Lob auf Albrecht“ und erwarb
sich mit dieser Glanzleistung höfischer Verskunst nicht nur die enthusia-
stische Begeisterung der damaligen Humanistengesellschaft. Er wirkte
mit einem groß angelegten Bild deutscher Geschichte, umfassend vorge-
tragen von Tacitus bis Maximilian, Nord und Süd einbezogen, bis weit
auf SCHUBART und keinen geringeren als Friedrich HÖLDERLIN. Die
Begeisterung faßte damals der „Fürst der Humanisten“, ERASMUS von
Rotterdam, in folgendes Urteil:

„Doch beinahe hätte ich jenes einzigartige Entzücken der Muse


übergangen, Ulrich von HUTTEN, den schon durch seine Ahnen
bedeutenden Jüngling. Ich frage euch: Wie könnte Attika mehr
Witz und Eleganz erzeugen, als dieser eine besitzt? Ist nicht die
göttliche Schönheit selbst seine Sprache und die lautere Anmut?“

39
Hutten und Erasmus

Um so beschämender ist das spätere Verhalten des ERASMUS, der sich


distanzierte, als HUTTEN auf seiner Flucht in höchster Bedrängnis nach
Basel kam. Er hatte Angst, Geltung und Privilegien zu verlieren. Doch
erst, als er unehrenhaft die Wahrheit verdrehte, antwortete ihm HUTTEN
in schonungsloser Offenheit. Hier war ERASMUS klein, wie HUTTEN
groß war im Maßstab der Geschichte, die nicht nur nach Erfolgen mißt,
sondern dort die Tat in ewigem Andenken bewahrt, wo der Charakter im
Ansturm der Zeit besteht.

ERASMUS war der führende Kopf der europäischen Humanisten. Ein


Gelehrter von hoher Begabung, vielseitig, klug und von hohem Ansehen,
dessen Wort unter Forschern, Gelehrten und mächtigen Herren in hoher
Geltung stand. Er war Mittelpunkt der gelehrten wissenschaftlichen Welt
seiner Zeit.

Der junge HUTTEN hatte in ihm einen Freund und Förderer gefunden.
Doch nachdem HUTTEN, in wenigen Jahren gereift, den politischen
Kampf gegen Rom führte und die Idee „Nation“ sich fordernd vor ihn
gestellt hatte, mußte der Gegensatz dieser beiden Naturen entscheidend
sichtbar werden. Das höchste Ideal des ERASMUS von Rotterdam war
das Reich der Bildung und es war, wie das große Reich des Papstes und
das kleine Reich des Wittenbergers, nicht von dieser Welt. HUTTEN aber
hatte sich der politischen Wirklichkeit seines Volkes zugewandt. Das war
die Klippe, an der die Freundschaft mit HUTTEN scheiterte.

Beide waren Menschen des heraufgekommenen individualistischen Zeit-


alters, beide teilhaftig am Aufblühen der Wissenschaften und an der Be-
freiung der Geister von den dogmatischen Zwängen der Hochscholastik.
Doch während sich ERASMUS als reiner Bildungsmensch mit der durch
Wissen erworbenen geistigen Freiheit auch von allen natürlichen Bindun-
gen und Pflichten löste, sah HUTTEN in Bildung und herausragender
Begabung die um so größere Pflicht der Persönlichkeit, für die Freiheit
der Nation einzutreten. Die in unserer revolutionären Gegenwart mit dem
Begriff der Freiheit aufgeworfene Frage: Freiheit wovon oder wozu? war
auch damals der Felsen, an dem die Geister sich schieden.

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Sprachschöpferische Wirkung

HUTTENS Dichtergenie übte über die Annalen der Literatur seine Wir-
kung aus auf alle ferneren Zeiten.
Die Kunstform des Dialogs baute er aus als scharfgeschliffene Waffe im
Kampfe der Weltanschauungen, in die er seine Streitgedanken hineingoß.
Auch in den „Gesprächen“ wies er der deutschen Literatur neue Wege im
Drama, die leider aus späterem Begabungsmangel ungenutzt blieben.
Als er 1520 durch die Begegnung mit SICKINGEN deutsch zu schreiben
begann, erhielt die deutsche Prosa schon vor LUTHER sprachliche Mei-
sterwerke. Später im Untergrund auf der Burg Diemstein schrieb er die
sieben Strophen seines Bekenntnisses in einer Volksweise: „Ich hab’s ge-
wagt mit Sinnen und trag des noch kein Reu’“ und schenkte dem Deut-
schen Volke das einzige große deutsche Lied zwischen WALTHER von
der Vogelweide und KLOPSTOCK.
Der dichterische Hochflug, die kulturpolitische Schriftstellerei mündeten
nun gemäß seiner schicksalhaften Bestimmung in die politische Tat.

———

Oft große Flamm von Fünklin kam.


———

Der politische Durchbruch

Seine 1519 erschienene große Türkenrede „An alle Freien Deutschlands“


bewirkte den politischen Durchbruch HUTTENS. Damit weiteten sich
seine kulturpolitischen Bildungspolemiken aus zu wirkungsvoller politi-
scher Propaganda.
Auf dem Augsburger Reichstag 1518 hatten die Stände gegen das römi-
sche herrschaftliche System und die reichsschädigende Libertät der Lan-
desfürsten rebelliert. Der junge Kaiser KARL V., in der Hand der bevor-
rechteten Kurfürsten einerseits und der römischen Kurie andererseits,

41
wurde bedrängt, sich endlich zu ermannen und als Weltkaiser Deutscher
Nation Ordnung im Reiche zu schaffen. Und wie einst WALTHER von
der Vogelweide dichtete:
„Philipp, setz den Weisen (die Krone des Reiches) uff“,
so mahnte HUTTEN Kaiser KARL an seine reichische Aufgabe:
„Denn Reich und Kron sind Dein!“
– und nicht des Papstes. HUTTENS Kampf erhält seine Hauptstoßrich-
tung auf das Papsttum und die Eigensüchtigkeit der Landesfürsten.
Die 1440 vom Humanisten Lorenzo VALLA verfaßte Schrift gegen die
Konstantinische Schenkung, die dem Papst die oberste Herrschaft über
alle christlichen Provinzen einräumen sollte, und die schon Nikolaus von
KUES als Fälschung entlarvt hatte, bringt HUTTEN vertieft und neu
kommentiert 1520 gegen Papst und Kirche heraus.
Die Konstantinische Schenkung wurde vom Papsttum im Kampf gegen
die germanischen Kaiser und Könige immer wieder ins Feld geführt. Über-
dies entdeckte HUTTEN bei seinen Studien in Italien zufällig ein Büch-
lein, aus dem hervorging, daß das päpstliche Rom die Verbreitung und
Kenntnis der Schrift des Tacitus in Germanien unterbunden hatte. Dies
konnte HUTTENS Angriffslust auf Rom nur steigern. 1520 erscheint
sein scharfes Manifest gegen Rom „Vadiscus und die römische Drei-
faltigkeit“, in dem alle notwendigen reichischen Reformen enthalten sind.
HUTTEN drängte auf eine politische Generalreform des Reiches, doch
seine Appelle an den Kaiser blieben unbeantwortet. Der Kaiser war fern
den deutschen Dingen; er hatte die Reichspolitik auf die Habsburgischen
Hausmachtinteressen verlagert.
Mit seinen „Räubern“ wandte sich HUTTEN an die Städte, um deren
Beistand für die Durchsetzung seiner Reichsreform zu erhalten, – wenn
notwendig auch gegen den Kaiser. Er war 32 Jahre alt und begab sich
nun offen und unabhängig in die praktische Politik.
Die Unruhe im Volke war gewachsen und die politische Atmosphäre la-
stete von Tag zu Tag bedrückender, die Mahnungen auf dem Augsburger
Reichstag von 1518 waren nahezu wirkungslos verhallt. HUTTEN war

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unermüdlich am Werk, seine weitgesteckten Reformziele zu erreichen.
Immer noch wollte er den Kaiser gewinnen und nicht in den Verdacht des
Aufruhrs geraten.
Nach offenbar genau durchdachter Planung setzte er seine politische Pro-
paganda gegen die herrschende kirchliche Gewalt ein, gleichzeitig ließ er
aber den Eindruck entstehen, als würde er einem stillen Gelehrtenleben
nachstreben. Er war, wie einst ARMIN der Cherusker, unermüdlich un-
terwegs, um die junge Mannschaft an den Universitäten aufzurufen, den
Adel zu gewinnen und die Äbte der Benediktinerklöster, die weitverzweig-
ten Humanistengemeinden zu mobilisieren und die verstreuten Gruppen
und Einzelkräfte gleicher Gesinnung zu sammeln und auf das gemeinsa-
me Ziel hin zu zentralisieren. Jetzt klingt in seinem „Sendschreiben“ an
alle Freien Deutschlands auch sein Glaube durch, sich an die Spitze der
nationalen Bewegung in Deutschland setzen zu können.
Es gingen ihm erste Warnungen zu, daß geistliche Gerichte ihm nach-
stellten. HUTTEN brachte sich auf der Steckelburg in Sicherheit. Die
Kirche war zum Gegenangriff übergegangen. Es bestand eine päpstliche
lnquisitionsvollmacht, die HUTTENS Inhaftnahme mit Hilfe der weltli-
chen Macht und Übergabe an das geistliche Gericht zur Aburteilung be-
inhaltete. Die Kurie wollte ihn auf diesem Wege ausschalten. HUTTEN
war schließlich der Rechtsauffassung, daß er nicht gebannt werden kön-
ne, weil er keine Häresie begangen habe. Er baute auf den Schutz der
Nation und sprach sich deutlich darüber aus, daß er diesen Handel aus-
tragen werde, auch wenn er seinen Untergang mit sich brächte, da „er
mehr Kräfte der Gesinnung als jene äußere Macht habe.“
Er setzte den von ihm im August 1519 begonnenen und nun weiter ausge-
dehnten nationalen Freiheitskampf konsequent bis zum Ende des Worm-
ser Reichstages von 1521 fort. LUTHER hatte mit seinem Verhalten nicht
das Geringste zu tun.

Hutten und Luther

Zwischen dem religiös kühlen HUTTEN und LUTHER hat es keine engere
Beziehungen über den Rahmen der Reformpolitik HUTTENS hinaus ge-
geben. Es hat auch niemals eine persönliche Begegnung stattgefunden.

43
Und HUTTENS Einschätzung geht wohl auch aus dem Wort hervor:
„Von Luther könnte ich vielleicht schweigen, von der Freiheit nicht
... ein Luthericus bin ich nicht, aber dem gottlosen Rom bin ich
noch feindlicher gesinnt als Luther.“
Und an ERASMUS schrieb er, daß LUTHER „weder sein Lehrer noch
sein Kampfgenosse gewesen sei“ und daß er „dieses Geschäft für sich
allein treibe“.
So atmete der Mönch aus Wittenberg wohl auch die Luft des allgemeinen
geistigen Aufbruchs, doch ist seine Tat der Reformierung der Kirche selbst
durch das Bekenntnis zur „reinen Lehre“ des Christentums – religiös gese-
hen – eher ein Rückschritt zur fremdartigen Welt der mosaischen Glau-
benslehre als eine Befreiungstat der deutschen Seele. LUTHER blickte
auf die Welt der Kirche, die dem Mönch reformbedürftig erschien und
rebellierte gegen sie aus den urwüchsigen Kräften der germanischen See-
le, während HUTTEN die politische Kirche Rom bekämpfte, um im deut-
schen Wesen selbst den Wandel zum nationalen Denken und Handeln zu
entfachen. Als LUTHER später vor den nationalen Konsequenzen seiner
Tat zurückschreckte, entsteht eine Zersplitterung der Kraft, die ursprüng-
lich, soweit sie dem Geist des deutschen Humanismus entsprungen war
und instinktiv vom Volke aufgegriffen wurde, im Geiste eines nationalen
Aufbruches stand. HUTTEN bekämpfte die politische Einmischung des
Papstes in die Angelegenheiten Deutschlands, er wollte die deutsche Frei-
heit gegenüber Rom und allem Romanischen in einem starken und unab-
hängigen deutschen Kaisertum, eine kulturelle Erneuerung im alten ger-
manischen Geiste und mit der Loslösung von Rom die Schaffung einer
eigenen deutschen Nationalkirche.
Die Drohung Roms gegen HUTTEN hatte gerade das Gegenteil erreicht,
denn Hutten verstand es meisterhaft, diesen Umstand politisch zu nutzen.
An den Kanzler Capito nach Mainz schrieb er:
„Hab ich deshalb Deutschland durch Wort und Schrift aufgereizt,
um selbst beim ersten Ansturm besiegt zu Boden zu sinken? ...
Nein, Capito, nein, und wenn auch ein trauriges Ende meiner
harren sollte! Hutten wird eher sterben, als daß er in einer Zeit,

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da Kurtisanen in Deutschland herrschen und die römischen Ty-
rannen es ständig ausplündern, müßig dastehen, sein Leben in
Ruhe hinbringen und Frieden halten könnte.“

———

Ich habs gewagt mit Sinnen


Und trag des noch kein Reu;
Mag ich nit dran gewinnen,
Noch muß man spüren Treu.
Darmit ich mein:
Nit eim allein,
Wenn man es wollt erkennen,
Dem Land zu gut,
Wiewohl man tut
Ein Pfaffenfeind mich nennen.
Da laß ich jeden liegen
Und reden, was er will.
Hätte Wahrheit ich geschwiegen,
Mir wären Hulder viel.
Nun hab ichs gsagt,
Bin drumb verjagt,
Das klag ich allen Frummen.
Wiewohl noch ich
Nit weiter flich,
Vielleicht werd wiederkummen!
Ulrich von Hutten
Volkslied Huttens aus dem Jahre 1521
(Zu singen nach der Melodie: „Wer jetzig Zeiten leben will“.)

———

Hutten schreibt deutsch

Durch sein Bündnis mit Franz von SICKINGEN setzte er seinen politi-

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schen Kampf zwischen Ebernburg und Steckelburg fort und schrieb jetzt
seine Schriften in deutscher Sprache; er hatte erkannt, daß seine gerechte
Sache auf die Unterstützung der breiten Massen des Volkes angewiesen
war. Sie hämmerten auf das Volk ein und bewiesen, daß er auch in Deutsch
glänzend und sprachschöpferisch zu schreiben verstand; er schreibt eine
glühende deutsche Prosa.

———

An Erzherzog Ferdinand von Österreich (1520):


Mein Unternehmen ist (jedoch) auch politisch betrachtet verdienst-
voll und wäre des Dankes wohl wert.
Denn wenn es Männern zum Ruhme angerechnet wird, wenn sie
fremde Völker aus der Tyrannei erlösen, wie hoch müssen dann
wohl jene stehen, die ihres eigenen Vaterlandes Freiheit erkämp-
fen?
———

Seine Klagebriefe richteten sich jetzt an Kaiser KARL, an die deutschen


Fürsten und Stände der Nation, an Kardinal ALBRECHT und den Kur-
fürsten von SACHSEN. HUTTEN schlug wieder „Generalmarsch“ in
ganz Deutschland. Mit seiner Klage an den Kaiser legte er seine Sache
bedingungslos in dessen Entscheidung. Er wollte vor dem Reichstag in
Worms angehört werden und dort seine Reformideen vor dem Kaiser per-
sönlich vortragen. HUTTEN vertrat sein Anliegen unter starker Beto-
nung des Rechtsstandpunktes und hob damit die politische Auseinander-
setzung auf die höchste Ebene. Er hatte inzwischen systematisch und or-
ganisatorisch eine starke Widerstandspartei aller antirömischen Kräfte
aufgebaut. Die Zeichen standen bei allen Ständen auf Sturm, und HUT-
TEN hat dabei auf die große Wirkung seiner Klageschriften im Volke
gesetzt, die er dosiert und überlegen ins Feld zu führen wußte; sie waren
seine Großangriffe zur kommenden Entscheidungsschlacht. Und wir le-
sen bei Heinrich GRIMM:
„Die Schaffung dieser großen geschlossenen freiheitlichen Op-

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position war eine politische Meisterleistung. Wenn er auch selbst
nie Realpolitiker, die ihre Handlungen nach dem Erreichbaren
abmessen würden, sein wollte, ein Politiker aus Utopien war er
keinesfalls. Wo er von Politik sprach, meinte er den Staat und die
Nation.“
Es ist noch heute faszinierend, wie damals ein einzelner Mann nicht nur
in die Gedanken- und Empfindungswelt seiner Zeitgenossen eindringen
konnte, sondern sogar Erregung und Empörung in das Volk getragen hat
wie nie zuvor. Das Volk spürte eben seinen großen, von tiefem Ernst
erfüllten Glauben an seine gerechte Sache, die das Recht des Volkes war.
An Herzog FRIEDRICH von Sachsen schrieb er 1520:
„Denn ich kann sterben, aber ich kann nicht unehrlich unterworfen
und dienstbar sein. Ich will einst aus diesen Winkeln hervorbre-
chen und fallen und der Deutschen Treu und Glauben anrufen,
und vielleicht an dem Ort, da die allergrößte Versammlung der
Leute sein wird, mit lauter Stimme schreien: Nun, wer darf mit-
samt und neben dem Hutten um gemeiner Freiheit willen ster-
ben?“
Diese Worte und Schriften HUTTENS müssen auf die damalige Zeit hin-
reißend gewirkt haben. Sie schlagen uns auch heute noch in ihren Bann
und vermögen wohl Aufschluß über die allgemeine kämpferische Stim-
mung in Deutschland zu geben.

Worms und die Reichsreform

Der Kirchenbann hatte nicht ausgereicht, HUTTEN auszuschalten. Als


maßgebendes und publizistisches Haupt der nationalen Oppositionsbe-
wegung stand HUTTEN, der sich auf der nahen Ebernburg befand, dem
Wormser Reichstag während dessen ganzer Dauer gegenüber, während
LUTHER schon nach einigen Tagen Worms wieder verlassen hatte. Der
große Gegner, der in Abwesenheit den Wormser Reichstag überschattete,
war HUTTEN. Die Kirche wie auch die kaiserliche Diplomatie waren
sich durchaus einig darüber, daß es eine Unternehmung von weltgeschicht-
licher Bedeutung war, die HUTTEN mit seinem Angriff auf die päpstli-

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che Tyrannei begonnen hatte. HUTTEN hatte Deutschland zum Aufruhr
reif gemacht. Rom, das HUTTEN als den weit gefährlicheren Gegner
einschätzte als LUTHER, fürchtete den allgemeinen Aufruhr in Deutsch-
land, das es als antirömisch ansah. HUTTEN mußte unschädlich gemacht
werden.

———

An den Kaiser über den Zustand Deutschlands:

Wann doch kommt es dahin, daß Deutschlands Augen sich öffnen


Und es erkenne, wie Rom sich‘s zur Beute gemacht?
Wann doch kommt es dahin, daß um Gold man bleierne Bullen
Anderen Völkern vielleicht, nur nicht dem deutschen verkauft?
Oder wird so wie jetzt dein Deutschland, mächtiger Kaiser,
Immer ein Spott nur sein für das beraubende Rom?
Nein! Das Zepter des Reichs, und seine und der Welt Hauptstadt
Rom,
Ist (Wahrheit red’ ich, und kann anders nicht reden) dein!

An Herzog Ferdinand von Österreich (1520):

Wenn früher jemand aus aufrichtigem und pflichtgemäßem Eifer


für das Beste der Christenheit gegen diese Leute redete oder
schrieb, machte man dem Volke glauben, er sei ein Ketzer und
betrachtete ihn als einen Exkommunizierten. Diese alberne und
unsinnige Meinung, Fürst Ferdinand, gilt es nach Kräften aus
allen Köpfen auszutilgen und dabei vor allem Dir und Deinem
Bruder als Ratgeber zur Seite stehen, damit uns die Freiheit zu-
rückgegeben, jenen aber die Macht, zu wüten, zu verfolgen und
zu betrügen, einmal genommen wird. Das wird der nächste und
gewiß vorzüglichste Weg sein, das Reich in einen besseren Zu-
stand zu versetzen, und es wird der Anfang eines hohen und wah-
ren Ruhmes für Euch selbst sein. Was mich angeht, so halte ich es
für meine Pflicht, auch in dieser Zeit der Wahrheit und den Be-
dürfnissen entsprechend zu reden und zu schreiben, und dies um
so mehr, als ich es verstehe, kann und muß ...

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Aus dem Sendschreiben an alle Freien Deutschlands (1520):

Ulrich von Hutten entbietet allen Freien Deutschlands seinen


Gruß!
Von dem Tage an, da wir darangingen, die lange in Banden lie-
gende und fast erstickte Freiheit dieser Nation zu erlösen und sie
wieder in ihre Rechte einzusetzen, haben wir noch keinen geeig-
neten Anlaß versäumt, allem was unserem Werke dienlich sein
kann, nachzufragen und nachzuforschen, alles, was in alten Zei-
ten irgendwo verborgen liegt oder eigens, das ein nur der Wahr-
heit lebendes Gemüt nicht länger in sich verschließen kann, ans
Licht treten lassen ...
So reiche ich euch denn, ihr Freiheitsliebenden, eine neue Gabe
aus Freundeshand zum Geschenk dar. Denn könnte wohl euern
Hutten etwas von Herzen freuen, das er allein genießen und allen
Guten nicht alsbald mitteilen sollte? So fände sich etwas dem
allgemeinen Besten Deutschlands Nützliches, das er euch vorent-
halten könne?...

———

Da gelang es der kaiserlichen und päpstlichen Diplomatie mit Hilfe der


Eigensüchtigkeiten SICKINGENS, HUTTENS Aktivitäten vorläufig
auszuschalten. HUTTEN stellte seine Angriffe ein, als er eindeutige
Reformzusagen des Kaisers erhalten hatte, so daß er nun sein Ziel er-
reicht zu haben glaubte. Er war jedoch einem Täuschungsmanöver zum
Opfer gefallen, in das ihn SICKINGENS Eigenmächtigkeiten verstrickt
hatten. Die Gegenkräfte hatten nun Spielraum gewonnen, und im berüch-
tigten Wormser Edikt wurde LUTHER in die Reichsacht getan und alle
politischen und reformerischen Schriften gegen die Kirche unter die Kon-
trolle des Klerus gestellt. Die Reformideen konnten nun nur noch mit
Waffengewalt erzwungen werden. HUTTEN trennte sich enttäuscht von
SICKINGEN, der für alle Hindernisse und Hemmnisse verantwortlich
war und begann, auf eigene Faust seine Angriffe um die deutsche Freiheit
unerschütterlich weiterzuführen.

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„Nur wieder empor nach dem Sturz aus der Höhe! Entweder fällst
du dich tot oder es wachsen dir Flügel!“
Mit der Lahmlegung der politischen Opposition HUTTENS hatten sich
nun erst recht die Schleusen für die Bewegung LUTHERS geöffnet, denn
HUTTEN hatte seine stärkste Waffe, die Publizistik, vorübergehend einge-
büßt. Kein Drucker – auch nicht im Geheimen – wagte es, Schriften zu
drucken und zu verbreiten.
Aber HUTTEN war nicht zum gekauften Verräter an seiner Sache ge-
worden, wie es schien. Er hatte die Mittel gewechselt, aber nicht das Ziel
aufgegeben. Er war schwer gekränkt und enttäuscht, aber dennoch zu
allem entschlossen, das Äußerste für das Vaterland zu wagen. Das Spiel
SICKINGENS um die kaiserliche Gunst hatte indessen zur Trennung
geführt, und HUTTEN ließ sich erneut mit ihm ein; er brauchte die
Schwerthand des Ritterführers.

Hutten wagt das Äußerste

Durch eine Art von Staatsstreich sollte nun ein tatsächlicher politischer
Schritt zur Umgestaltung des Reiches getan werden. HUTTEN rief zum
Kampf, und SICKINGEN führte ein starkes Ritterheer gegen das
Kurfürstentum Trier als Generalangriff auf die Landesfürsten. Doch die
günstige Stunde war durch die Eigenwilligkeit SICKINGENS vertan,
zuviel Zeit war verspielt; es war kein Überraschungsangriff mehr mög-
lich. Das Heer SICKINGENS verlor die Schlacht. SICKINGEN mußte
sich auf seine Veste Landstuhl zurückziehen, bei deren Verteidigung er
den Tod fand. HUTTEN war in die Reichsacht gefallen und auf der Flucht
über Mühlhausen nach Basel. Selbst in dieser Zeit, als ihn das Schicksal
niederschlug, war seine Wortgewalt keineswegs verstummt. Sie erreichte
noch Höhen gewaltiger Wirkung. Auf der Insel Ufenau, noch mit der
tödlichen Krankheit bis zum letzten Atemzug ringend, fiel er kämpfend,
wie er gelebt hatte.
Die Nachricht vom Tode HUTTENS wurde vielerorts nicht geglaubt.
Die Anteilnahme war besonders in der akademischen Jugend groß und
ging über die Bildungs- und Adelskreise weit in das Volk hinein.

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In diesem „Einen“ hatten sich alle geistigen Werke der Zeit versammelt,
um in kühnem Anlauf ein neues „Weltreich Deutscher Nation“ zu be-
gründen. HUTTEN hatte alle feindlichen Gewalten der damaligen Welt
in die politische Kampfarena gefordert. Er hatte schließlich das Äußerste
gewagt, die Erneuerung mit dem Schwerte zu erkämpfen.
Welcher Feuergeist und welche Willenskraft mußten diesen Mann besee-
len, der, trotz schwersten körperlichen Gebrechen, Herzen begeistern und
Schwertfäuste für seine gerechte Sache aufbieten konnte. HUTTEN war
die große Hoffnung Deutschlands. Er war der wortgewaltige Große von
wahrhaftem Adel des Geblütes und des Geistes, in den die aufgeweckten
Volkskräfte ihre Erwartungen auf die Erneuerung aus kulturschöpferi-
scher Tat setzten.
HUTTENS großes geschichtliches Wollen blieb unerfüllt. Er scheiterte
am Widerlager fürstlicher Libertät und wohl auch daran, daß sein Jahr-
hundert noch nicht reif war für eine umfassende Reform des Reiches.
Er hatte alle politischen Fragen aufgegriffen, die sich aus dem geistigen
Aufbruch am Horizonte der Zukunft zeigten.
Sein eigenes Schicksal warf ihn schließlich – 35jährig – zu Boden und
zog ihn ab von dem weiteren Gang der Geschichte. Die Gegenkräfte er-
starkten, und 100 Jahre später brach das Verhängnis über Deutschland
herein. HUTTEN hatte es vorausgeahnt und wollte sich ihm mit seiner
ganzen kühnen Lebenstat entgegenwerfen. Nun mußte ein Großer kom-
men in einer neuen Zeit, die bessere Voraussetzungen für den geistigen
Durchbruch bot, um den heroischen Kampf dieses jungen Heros unserer
Geschichte auf der Grundlage eines breiten Volkswillens in die Tat umzu-
setzen und ein neues Reich der Deutschen zu bauen.
HUTTENS Wort über ARMlNlUS trifft auch auf ihn selbst zu:
„Er war der Deutscheste, Freieste und Treueste.“
Wenn uns ULRICH VON HUTTEN zuruft:
„Ist niemand da, der um der deutschen Freiheit willen streiten
will?“,
so antworten wir:

51
„Hier sind starke Herzen, die den Kampf um Deutschland un-
beirrt weiterführen, getreu seinem Wahlspruch
‘Ich hab‘s gewagt!’“

———

All Ding der Papst hat übermacht.


Wer dann darüber nachgedacht,
Den hat er mit dem Bann erschreckt.
Ich hoff, es seien schon erweckt
Viel deutsche Herzen. Werden sich
Der Sach annehmen so als ich.
Ich habe gut Ermahnung getan.
Ich hoff, sie lassen mich nicht stahn.
Den stolzen Adel ich beruf.
Ihr frommen Städte, werft euch uf,
Wir wollen kämpfen insgemein.
Laßt doch nicht streiten mich allein.
Erbarmt euch übers Vaterland.
Ihr werten Deutschen, regt die Hand.
Jetzt ist die Zeit zu heben an
Um Freiheit kriegen. Gott wills han.
Herzu, wer Mannesherzen hat.

(Aus Huttens Klag und Vermahnung


gegen die Gewalt des Papstes.)

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Wir wollen‘s halten insgeheim
Laßt doch nit streiten mich allein!
Erbarmet euch übers Vaterland,
Ihr werten Deutschen, regt die Hand!
Jetzt ist die Zeit, zu heben an,
Um Freiheit kriegen, Gott will‘s han.
Herzu, wer Mannes Herzen hat!
Gebt fürder nit den Lügen statt,
Damit sie han verkehrt die Welt!
Denn wem dies nit zu Herzen geht,
Der hat nit lieb sein Vaterland,
Ihm ist auch Gott nit recht bekannt.
Herzu, ihr frommen Deutschen all,
Mit Gottes Hilf, der Wahrheit Schall!
Ihr Landsknecht und ihr Reiter gut,
Und all, die haben freien Mut!
Den Aberglauben tilgen wir,
Die Wahrheit bringen wir herfür,
Wohlauf, wir haben Gottes Gunst!
Wer wollt in solchem bleiben d’heim?
Ich hab‘s gewagt! Das ist mein Reim.
Ulrich von Hutten

Nicht auf den einen ist ihr Schwert gezückt, gegen uns alle kehrt
sich der Sturm. Sie wollen nicht leiden, daß man über ihre Zwing-
herrschaft schreie, sie wollen ihre Machenschaften und Schleich-
wege nicht aufgedeckt, ihrem Wahnsinn nicht gesteuert, ihrem
Wüten keinen Damm entgegengesetzt wissen. Das ist‘s, was sie
so erbittert, was sie mit den Zähnen knirschen läßt, so daß sie
nun jede Scham in ihrem Betragen von sich werfen. Ihr aber, die
ihr dies klar vor Augen seht, welche Schritte wollt ihr tun, wel-
chen Entschluß wollt ihr fassen? Wenn ihr mich hören wollt, so
sage ich: Jetzt ist‘s an Euch, Euch daran zu erinnern, daß ihr
Deutsche seid! ...
(Ulrich von Hutten: „An alle Deutschen“.)

53
Maria Theresia
Die große Kaiserin

Festvortrag zum Gedenken an den 250. Geburtstag der großen


Kaiserin am 13. Mai 1967

“Sie hat ihrem Throne Ehre gemacht und ihrem ganzen Geschlech-
te. Ich habe mit ihr Krieg geführt, aber ich bin nie ihr Feind
gewesen.”
Friedrich der Große

Am 13. Mai 1967 jährte sich der Geburtstag Maria Theresias zum 250.
Male. Der großen deutschen Kaiserin zu gedenken, ist gleichbedeutend
einer Würdigung der Geschichte Österreichs, die wiederum ihren Kraft-
quell im ganzen Deutschen Volke hat. Nicht der von süddeutscher oder
norddeutscher Parteilichkeit gedeutete Zweikampf Preußen–Österreich
um die Vorherrschaft und Führung in Deutschland kann unserer geschicht-
lichen Betrachtung zugrunde gelegt, sondern es muß dabei der Standort
einer gesamtdeutschen, volksgeschichtlichen Überschau bezogen werden.
Dies ermöglicht Abstand, weil jedes geschichtliche Entfalten und Gestal-
ten nach biologischen Gesetzen erkennbar wird, und setzt zugleich Wert-
maßstäbe, die dem geschichtlichen Handeln die Wirklichkeit des Volkes
und die Idee, nach der dieses Volk gestaltend und ordnend in der Ge-
schichte angetreten ist, gegenüberstellen. Unsere deutsche Volksgeschichte
ist ein ständiges Ringen zwischen den Polen Idee und Wirklichkeit, zwi-
schen der universalen Idee des Reiches als ordnender und schützender
Macht Europas und der Wirklichkeit unseres Volkes, der Sicherung und
Mehrung seines Volksbodens.
So können wir den großen Kampf zwischen Maria Theresia und Fried-
rich, der erst 100 Jahre später mit dem Ausscheiden Österreichs aus dem
Reich enden wird, ebenso tragisch empfinden und als notwendig erken-

54
nen, in dem beide, ohne die Ursachen heraufbeschworen zu haben, als
handelnde Werkzeuge geschichtlicher Kräfte ihre Größe im Rahmen ei-
nes gesetzmäßigen Ablaufes entfalten.
Als Prinz Eugen von Savoyen, der im nimmermüden Einsatz für das Reich
längst zum Deutschen geworden war, starb, fielen die Schatten künftigen
Verfalles auf das Reich, seine Weltstellung und seine Einheit. Es war die
Tragik seines heldischen Lebens, daß er mitansehen mußte, wie die unter
seiner Führung mit großen Opfern noch einmal erkämpfte Größe des
Reiches langsam zurückging. Der Kampf um die spanische Erbfolge und
damit die Wiederherstellung des universalen Weltreichs Karls V., ein
wahres Weltringen, hatte das Haus Deutsch-Habsburg geschwächt. Prinz
Eugen sah, wie die Interessen immer mehr von der Obsorge für das Reich
abgezogen und der Festigung der habsburgischen Hausmacht zugewandt
wurden. Wohl wußte Karl VI. um seine beschworene Kaiserpflicht, des
Reiches Wahrer und Mehrer zu sein, der universale Kaisergedanke blieb
in ihm allzeit lebendig. War auch sein Wesen deutsch, richtete sich sein
Streben doch mehr auf die Erhaltung und Mehrung der romanischen
Reichsteile, im Gegensatz zu Leopold I. und Joseph I., die ganz von ih-
rem deutschen Königtum durchdrungen waren.
Durch Jahrhunderte hatte Österreich seine Aufgabe als Bollwerk des
Reiches gegen den türkischen Erbfeind erfüllt, mit vielen Opfern an Gut
und Blut, oft vom Reich im Stich gelassen und auf sich allein gestellt,
immer die Hauptlast des Kampfes tragend. Die Steiermark schützte am
,,Hofzaun des Erbfeindes” das Reich.
,,Läßt man die Grenzen schutzlos, geht das Reich in Flammen
auf”,
hieß es 1594 in einem Hilfegesuch der österreichischen Stände. Als 1683
Osmanen vor Wien standen und damit das Reich auf das Gefährlichste
bedrohten, eilten die bewaffneten Heerbanne aus allen Teilen herbei, kein
deutscher Stamm, kein deutscher Fürst fehlte, mit Ausnahme Preußens,
das damals grollte. Und unter des Reiches Fahnen kämpften ebenso die
nichtdeutschen Fürsten mit um seinen Bestand. Prinz Eugen zieht dann in
gewaltigen Schlachten gegen die Türken, – nun ist auch Preußen dabei.
Das Lied vom Prinzen, dem edlen Ritter geht durch das deutsche Land.

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Wie ergreift es uns noch heute, wenn wir die Kunde vernehmen, daß in
diesem Kampfe wieder das alte Feldzeichen, das deutsche Königsbanner,
die blutrote Fahne mit dem weißen Balkenkreuz, voranweht! Welche Sym-
bolkraft, welche Hoffnung auf Einheit lag in diesem Zeichen! Es war, als
habe sich des alten Reiches Macht und Herrlichkeit unter der heldischen,
genialen Führung des Prinzen Eugen noch einmal erhoben, die Expansi-
onskraft des großen Türkenreiches, die immerwährende Bedrohung des
Abendlandes, endgültig zu zerschmettern und damit auch dem Feind des
Reiches im Westen – Frankreich – Einhalt zu gebieten. Frankreich, das
seinen eigenen universal-egoistischen Machttraum auf Kosten des Rei-
ches und der vom Reich getragenen Schutzherrschaft für das ganze christ-
liche Abendland zu verwirklichen trachtet, das raubend und brandschat-
zend in die Westmarken einfällt, wenn Türkengefahr und deutsche Liber-
tät und Uneinigkeit im Reich dem Erbfeind Vorschub leisten. Und auch
hier steht Österreich und die von seinem Hause verkörperte kaiserliche
Macht schützend an den Grenzen.
Das staatsmännische Genie des heldenmütigen Prinzen erkannte die aus
der Not heraufkommende Sternenstunde des Reiches, allein er fand keine
Kongenialität, nicht die ebenbürtige Herrschergröße, die seinem Traum
vom Reich die Macht kaiserlichen Willens zur Seite gestellt hätte.
Als er seinem späteren Herrn, Kaiser Karl VI., empfiehlt, Bayern zu er-
werben und somit das Haus Habsburg stärker im alten deutschen Volks-
boden zu verankern, folgt dieser seinem Plane nicht. Wie anders wäre
wohl die deutsche Geschichte verlaufen, wenn seine Tochter Maria The-
resia den Wittelsbacher und nicht den Lothringer geheiratet hätte! Oder
Friedrich – Friedrich von Preußen!
Die geschichtliche Leistung des edlen Eugen von Savoyen blieb darauf
beschränkt, die Voraussetzungen zur Entwicklung der habsburgischen
Hausmacht zur deutsch-österreichischen Großmacht europäischen Aus-
maßes zu schaffen, fast ein Europa im Kleinen. Die Erneuerung des Rei-
ches, größer – kühner –, wie es schon Wallenstein vor Augen sah, von der
Adria bis zur Ostsee reichend, Böhmen, Ungarn, den Donauraum um-
schließend, gelang nicht.
Das Hauptgewicht des gesamten Staatsgebietes lag im Südosten, dessen
weit in den mitteleuropäischen, den unteren Donauraum bis zu den serbi-

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schen Bergen vorgeschobene Grenze mit dem Blut aller deutschen Stäm-
me errungen worden war.
Der Bau der Großmacht Österreich wäre ohne die Lebenskraft und die
Kulturleistung des gesamten Deutschen Volkes unmöglich gewesen.
So sehr auch das Schwergewicht dieser Ländermasse zentrifugal außer-
halb Deutschlands lag, – diese gewaltige Staatsschöpfung war eine ganz
und gar deutsche Leistung, auf die unser Volk mit Recht stolz sein kann.
An ihrer Wiege steht eine einzigartige Frau, deutsch bis auf den Grund
ihrer klaren Seele, in Liebe ihrem Deutschen Volke hingegeben: Maria
Theresia.
Je mehr wir in das Leben und das Lebenswerk dieser großen Frauenge-
stalt eindringen, desto größer wird unsere Bewunderung für ihre unver-
gleichliche Persönlichkeit.
Damals bewunderte sie ganz Europa.
Sie wird uns als eine seiner schönsten Fürstinnen geschildert. Blondes,
seidiges Haar, zarte, helle Haut und strahlende blaue Augen zieren sie.
Herrlich gewachsen, bewegt sie sich anmutig – und würdevoll zugleich.
Auch dann, als Herrscheramt und so reich gesegnete Mutterschaft ihre
jugendliche Schönheit schon frühzeitig abklingen lassen, beeindruckt sie
jeden durch ihre majestätische Erscheinung. Doch der Zauber ihrer Per-
sönlichkeit erhält seine tiefste und bleibende Wirkung durch die Schön-
heit ihres Herzens. Gottsched, der damals einflußreichste Dichter, huldigt
ihr in überschwenglichen Versen.
In ihren Adern fließt das Blut der deutschen Habsburger, ganz besonders
scheinen die Anlagen der mütterlichen Seite – ihre Mutter ist die wunder-
schöne Fürstin Elisabeth-Christine aus dem Hause Braunschweig-Wolfen-
büttel – zum Durchbruch zu kommen. Doch welcher, zu männlicher Tat-
kraft, zu heroischer Größe sich entfaltende Charakter in dieser jungen
Herzogin wurzelt, erfahren ihre Länder und Europa, als ihr Vater plötz-
lich stirbt. Ohne Frist trägt ihr das Schicksal die härteste Prüfung an, die
einem Herrscher bei der Thronbesteigung auferlegt werden kann.
Diese lebensfrohe, im Kreise ihrer Familie mit ihrem geliebten Gemahl
Franz Stefan von Lothringen/Toskana glücklich lebende junge Frau, sie

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ist gerade 23 Jahre alt, wird unerwartet, in die Staatsgeschäfte nicht ein-
geweiht, ja – auf ihren Herrscherberuf völlig unvorbereitet, an die Spitze
des mächtigsten Herrscherhauses Europas berufen. Ihre eigene Schilde-
rung führt uns die ganze Schwere dieses angetretenen Erbes vor Augen:
,,In diesen Umständen fand ich mich ohne Geld, ohne Credit,
ohne Armee, ohne eigene Experienz und Wissenschaft und end-
lich auch ohne allen Rath, weilen ein jeder ... anforderist sehen
und abnehmen wollte, wohin die Sachen sich wenden würden. ...
Niemand, glaube, werde widersprechen, daß nicht leichthin ein
Beispiel in denen Geschichten zu finden, daß ein gecröntes Haubt
in schwehrer – und misslicheren Umständen seine Regierung, als
Ich, angetreten habe.”
Da greift Friedrich von Preußen an.
Als hätten die europäischen Mächte nur auf die Thronbesteigung der jun-
gen Fürstin gewartet, um das große Erbe unter sich aufteilen zu können,
sieht sie überall, wenn nicht Feinde, so doch Bedrohung und Unsicher-
heit, aber keinen Bundesgenossen. Und was damals die Welt in Erstaunen
und schließlich in Bewunderung versetzt, ihr eigenes Land zu größter
Hingabe und Liebe begeistert, ist ihre Bewährung in dieser Stunde. Wäh-
rend alles um sie erbleicht, von Schreck gelähmt nur an Nachgeben, an
Kapitulation vor den Forderungen König Friedrichs denkt, nimmt sie den
Kampf im tiefen Vertrauen auf ihr Recht auf. Wie sehr hat sie der König
von Preußen in den Grundzügen ihres Wesens gekränkt, ihr Rechtsgefühl
verletzt. Dieses Rechtsempfinden, die große sittliche Auffassung ihres
Herrschertums, bleibt allezeit einer der stärksten Wesenszüge ihres poli-
tischen Handelns. Ihrer Auffassung von Treu und Glauben als sittlicher
Maxime der Staatspolitik entzieht sie sich innerlich auch dann nicht, als
sie später, den in Aachen geschlossenen Frieden brechend, alle Kräfte
ihrer Länder, das Reichsheer, Rußland und sogar den Erbfeind Frank-
reich mobilisiert, um vom verhaßten König Friedrich ihr kostbares Schle-
sien, das Juwel der Krone Österreichs, wie sie es nennt, zurückzuerobern.
Wie wertvoll Schlesien nicht nur seiner wirtschaftlichen Bedeutung we-
gen für das Haus Österreich ist, wird uns mit einem Blick auf Böhmen
begreiflich, das, von Schlesien umklammert, dieses mit den Erblanden
und den übrigen Reichsteilen fest verbindet. Wäre Schlesien bei Öster-

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reich verblieben, wäre die deutsche Besiedlung Böhmens ohne nun offene
Flanke weit über das sudetendeutsche Gebiet vorangetrieben worden, und
Böhmen hätte sich im weiteren Verlauf der Geschichte nicht als feindli-
cher Brückenkopf gegen den deutschen Volkskörper vorschieben können.
Der Verlust Schlesiens bedeutete die Schwächung südostdeutscher Kul-
turarbeit und volklicher Geschlossenheit in diesem Raume. Aber auch
für Preußen war der Besitz Schlesiens von entscheidender lebensnotwen-
diger Bedeutung. Mit Schlesien erst konnte Friedrich der Große den Grund-
stein zur preußischen Großmacht legen, von deren junger Kraft eine Neu-
ordnung des Reiches ausgehen sollte. So fällt in Schlesien die Entschei-
dung für die Zukunft Deutschlands. Friedrich tastet die Autorität des
kaiserlichen Österreich an, was sein Vater, der Soldatenkönig, trotz man-
cher Zurücksetzung und Wortbrüchigkeit des Kaisers aus Ehrfurcht vor
der von den Habsburgern getragenen Krone des Reiches niemals gewagt
hätte, und greift das alte, ehrwürdige Machtgebäude an. Die Entschei-
dung heißt: Festhalten am alten Reich in seiner universalen Stellung, das
sich im Kampf um den Schutz des Abendlandes und Reiches unvergäng-
lichen Ruhm vor der Geschichte erworben hat, dessen zweigerichtete
Aufgabe, Führer, Kaiser und Schutz des Reiches gegen Türkengefahr
und französischen Übermut zu sein, die Kaiser des Hauses Habsburg auf
das Äußerste anspannte und schließlich überforderte, – oder Bau eines
modernen Nationalstaates unter Führung Preußens. Österreich oder Preu-
ßen heißt fortan die Auseinandersetzung in der deutschen Geschichte.
Es ist Ruhm, Stolz und Tragik unserer Geschichte zugleich, daß sich
Friedrich und Maria Theresia, zwei so hervorragende deutsche Herrscher-
gestalten, in beiden höchste Möglichkeiten deutschen Wesens polar verkör-
pert, in diesem Kampfe gegenüberstehen und ihn zu einem erbitterten
machen. Er ist unabwendbar. Der in die Geschichte getretene Dualismus
Preußen–Österreich muß ausgetragen werden, es gibt keinen anderen Weg
zur Einheit. Es zeugt von der unserem Volke innewohnenden Kraft, daß
sich an diesem Tiefpunkt des Reiches seine staatsschöpferischen Fähigkei-
ten in zwei deutschen Staaten zu so großartigen Leistungen entfalten, die
Beispiel und Vorbild der ganzen Welt bis in unsere Tage hinein werden.
Als 1757 der Siebenjährige Krieg ausbricht, liegen Jahre aufopferungs-
vollster Regierungsarbeit hinter Maria Theresia, in denen ihr hohes Pflicht-
gefühl, ihr nimmermüdes Sorgen um die Belange des ausgedehnten Rei-

59
ches, ihre natürliche Begabung, die Wirklichkeit der Dinge richtig zu
erkennen und also danach ihre Entscheidungen zu treffen, sie längst als
große Herrscherin bestätigt haben. Wie König Friedrich sich der erste
Diener seines Staates nennt, will sie die ,,Allgemeine und erste Mutter
ihrer Länder“ sein. Und so unermüdlich und liebevoll, wie sie ihre Kinder
umsorgt, ordnet sie mit behutsamer und gefühlssicherer Hand die ihr von
dem gewaltigen Staatsgebiet gestellten Aufgaben. Und niemand könnte
sagen, daß sie nicht die große Kaiserin und Mutter gewesen wäre. Nie
verliert sie bei aller Majestät und männlichen Tatkraft ihre liebenswerte
Fraulichkeit, mit der sie manchen Widerstand in hingebungsvolle Treue
wandelt, nie stört ihr natürliches, herzenswarmes Wesen die Würde der
Kaiserin.
Es sind Jahre, in denen sie aufholt, was in der letzten Phase der Regie-
rungszeit ihres Vaters verabsäumt wurde.
Ungeachtet der von Sorge um das Reich erfüllten Mahnung Prinz Eu-
gens, ein starkes Heer und geordnete Finanzen zu hinterlassen, waren die
Staatskassen leer, das Heer vernachlässigt. Nie war Maria Theresia grös-
ser als in dieser verzweiflungsvollen Lage. Sie schreibt selbst später dar-
über:
“Nicht mehr als etliche tausend Gulden in den Kassen, der in-
und ausländische Kredit lag fast völlig am Boden, wenig Einig-
keit herrschte unter den Ständen und Ministern, das Volk in der
Hauptstadt war so zaumlos als schwierig. ... Alles sah einem all-
gemeinen Zerfall und baldiger Zerrüttung gleich. Ich allein war,
ohne eiteln Ruhm zu melden, diejenige, die in diesen Drangsalen
noch Mut behielt!”
Und ihren Ministern sagt sie, ihrer Kraft bewußt:
“Ich bin nur eine arme Königin, aber ich habe das Herz eines
Königs!”
Und wie versteht es diese liebreizende Erscheinung, ihr königliches Herz
in die Waagschale zu werfen, wenn es um den Bestand ihres Landes geht,
wenn die Stunde ihr die Entscheidung vor der Geschichte abverlangt. So
sendet sie jenen berühmten und rühmenden Brief mit ihrem Bilde, den
Thronfolger auf dem Arm, an ihren Feldherrn Graf Khevenhüller, einen

60
alten, erprobten Reitergeneral, der einst Schüler des großen Eugen war.
Den anwesenden Offizieren und Kriegsleuten vorgelesen, reißt er sie zu
stürmischen Huldigungen an die Königin fort:
„Lieber und getreuer Khevenhüller! Hier hast Du eine von der
ganzen Welt verlassene Königin vor Augen mit ihrem männlichen
Erben; was vermeinst Du, will aus diesem Kinde werden? Sieh,
Deine gnädige Frau erbietet sich Dir als einem getreuen Minister
mit diesem auch ihre ganze Macht, Gewalt und alles, was unser
Reich vermag und enthält. Handle, o Held und getreuer Vasall,
wie Du es vor Gott und der Welt zu verantworten Dich getraust.
Nimm die Gerechtigkeit als ein Schild; Thue, was Du recht zu
sein glaubst. Sei blind in der Verurteilung der Meineidigen, folge
Deinem in Gott ruhenden Lehrmeister in den unsterblichen Eu-
genischen Taten und sei versichert, daß Du und Deine Familie zu
jetzigen und ewigen Zeiten von unserer Majestät und allen Nach-
kommen alle Gnaden, Gunst und Dank, von der Welt aber einen
Ruhm erlangest. Solches schwören wir Dir bei unserer Majestät.
Lebe und streite wohl!”
Vom ersten Tage ihrer Regierung übernimmt sie mit Ernst und starkem
Willen ihre Aufgabe. Die veralteten, greisenhaften Minister beläßt sie
zunächst noch in ihren Ämtern, bis sie, einen Überblick gewinnend, ihre
Ratgeber selbst erwählt. In ihr lebt, als dem letzten Reis eines noch ein-
mal zur Größe aufblühenden Herrschergeschlechtes die in Generationen
geprägte tiefe Überzeugung vom Gottesgnadentum ihrer Herrschaft als
Abglanz eines universalen Weltgefühls, als Kaiser und Reich Schutz und
Schirm ganz Europas waren.
Der Aufbau ihres Staates beginnt.
Mit ihrem instinktsicheren Urteil findet sie die richtigen Ratgeber, Män-
ner von hohen geistigen und charakterlichen Gaben. Ihr Staatsrat ist bald
der anerkannt beste unter den europäischen Großmächten. Von herzlich-
ster Art sind die menschlichen Beziehungen zu ihren Ministern, immer ist
sie es, die vermittelnd eingreift, wo die Charaktere und Anschauungen
ihrer Getreuen untereinander keine Brücke zu schlagen wissen. Voll Dank-
barkeit lohnt sie jeden aufopfernden Dienst an ihrem Lande. Die Namen
ihrer wahrhaft großen Mitarbeiter gehen mit ihr in die Geschichte ein:

61
Bartenstein, Daun, Haugwitz, Kaunitz, van Swieten. “Die wichtigste
Obsorg eines Regentes ist die richtige Wahl seiner Ratgeber”, schreibt sie
in ihren Denkschriften.
Mit Graf Haugwitz beginnt sie nun das große Reformwerk ihres Staates.
Schon Prinz Eugen forderte die Vereinheitlichung und Zentralisation des
aus mannigfachen Gegensätzlichkeiten nationaler, kultureller, wirtschaft-
licher und verwaltungsmäßiger Art bestehenden, riesenhaften Staatskör-
pers. Aus dem Bündel der Personalunion muß eine Realunion geschaffen
werden. Die Zentralisation der Verwaltung erfordert die Ausschaltung
der Stände, denen es bisher überlassen war, die Steuern einzutreiben. An
ihre Stelle wird die zentrale landesfürstliche Verwaltung gesetzt. Mit der
Zentralisation fallen die staatsrechtlichen Grenzen zwischen Böhmen und
Österreich, Ungarn behält die von der Königin bei ihrer Krönung zuge-
sagte Selbständigkeit. Es setzt der lange, zähe, die Königin oft bis an den
Rand ihrer seelischen Kraft treibende Kampf mit den Ständen, mit dem
auf seinen Privilegien bestehenden Adel ein.
Doch das große Werk gelingt unter der behutsamen, in ihrem Willen nicht
erlahmenden Führung Maria Theresias. Mit dem geordneten Verwaltungs-
wesen gesunden auch die Staatsfinanzen. Damit schafft sie die Voraus-
setzungen zur Reorganisierung des Heeres, der Stütze ihrer Macht, mit
dem sie sich durch die schweren Jahre des Ringens um Schlesien beson-
ders verbunden weiß und dem schon immer ihre große Vorliebe galt.
Feldmarschall Daun baut ein neu organisiertes Heereswesen auf, dessen
militärische Schlagkraft sich den preußischen Waffen im Siebenjährigen
Krieg gewachsen zeigt.
Aber was vermögen die tapfersten Soldaten, was das taktisch-defensive
Können des Feldmarschalls Daun gegen die strategisch-offensive Feld-
herrnkunst Friedrichs. Am liebsten ginge sie selbst an die Front, um nach
dem Rechten zu sehen, wenn sie nur nicht das dauernde Wochenbett dar-
an hinderte. Wie wenig liegt ihr die zaudernde Art ihrer Heerführer, wie
bedauert sie in dieser Lage, kein Mann zu sein.
Die im Südosten von Prinz Eugen geschaffene Militärgrenze schützen ins
Land geholte Grenzbauern, die sich gleichzeitig zu soldatischem Dienst
verpflichten müssen. Pflug und Schwert, ein Wehrbauerntum, schaffen
so der Grenze des Reiches Dauer und Schutz.

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Die von ihren Vorgängern begonnene Besiedelung der neu erworbenen
Gebiete im Südosten wird zu einer Kolonisationstätigkeit größten Aus-
maßes und ist in ihrer, ein volles Jahrhundert dauernden Bewegung eine
der stolzesten Kulturleistungen unseres Volkes. Sie wird staatlich gelenkt
und ist rein bäuerlich. Franken, Lothringer, Schwaben, Sachsen, aus al-
len Teilen des alten Reiches und der Erbländer strömen die Bauern ins
Land. Siebenbürgen, die Bukowina, Gottschee, Galizien – überall im
Südosten entsteht neuer Siedlungsraum, wird deutscher Volksboden
gewonnen. Maria Theresia vermerkt mit Stolz, daß Ungarn allein mit
deutschem Blute aufgebaut wurde.

Daß sie die Protestanten der Erbländer zwangsweise aussiedelte, wenn


sie sich nicht zum katholischen Glauben bekehren wollen, und ihnen in
den noch nicht erschlossenen Weiten des Donauraumes Land gibt, wird
ihr oft als religiöser Fanatismus verübelt. Gewiß ist sie aus ihrer tiefen
religiös-katholischen Überzeugung heraus und als ein Kind der Gegenre-
formation untolerant. Ihre Denkungsart entspricht hierbei kaum staats-
politischem Interesse als vielmehr seelisch-sittlichen Gründen. Sie ist
überzeugt, ihren Landeskindern mit dem katholischen Glauben die beste
Lebensgrundlage zu geben. Die Unduldsamkeit in religiös-kirchlicher
Beziehung kommt der Geschlossenheit ihres in Bildung begriffenen Ein-
heitsstaates zugute. Wie wir auch die Reformation kirchlich beurteilen,
historisch gesehen hat sie, da sie in ihrer Zielsetzung auf halbem Wege
stecken blieb, dem Reich viel Kraft gekostet und schließlich dem Katho-
lizismus genug Spielraum gelassen, zur Gegenreformation anzusetzen und
damit das Reich in zwei gegeneinander gerichtete Glaubensblöcke zu tei-
len. So sah auch Leibniz in der Einheit des Glaubens die Möglichkeit zur
Wiederaufrichtung des universalen Reiches um Deutschlands Einheit
willen. Leider wurde Maria Theresia nicht der Rat zuteil, diesen und
andere hervorragende deutsche Gelehrte und Künstler an den Wiener Hof
zu holen. Lessing, Klopstock, Herder, sie hätten Wien zur strahlenden
Mitte deutschen Kultur- und Geisteslebens gemacht. Durch die Gegenre-
formation kam dem Souverän Wille und Recht zu, das religiöse Bekennt-
nis seiner Untertanen zu bestimmen. Doch weit von Bigotterie entfernt,
wußte Maria Theresia die Belange der Kirche von denen des Staates säu-
berlich zu trennen. Sie hat auch hier nach dem Rechten gesehen und man-
che ergiebige Einnahmequelle der Klöster und Kirchen abgeschnitten.

63
Obwohl, wie sie selbst zugibt, in wissenschaftlichen Dingen ungebildet
und ohne Verständnis, wird unter ihrem Arzt und wissenschaftlichen Rat-
geber van Swieten die an den Hochschulen und im Bücherwesen von den
Jesuiten ausgeübte Zensur beseitigt, der Grundstein zur berühmten Wie-
ner medizinischen Fakultät gelegt und das höhere Bildungswesen, seit
dem Mittelalter Stiftung mit “freier Lehrmeinung”, unter staatliche Kon-
trolle gebracht. Unter dem Einfluß van Swietens gewinnt auch das janse-
nistische Denken immer breiteren Raum und fördert den aufklärerischen
Geist ihres Sohnes Joseph, der zu ihrem Leidwesen ein großer Bewun-
derer König Friedrichs ist.
So wenig sie die Wissenschaft interessiert, so sehr kümmert sie sich um
die elementare Bildung ihrer Untertanen. Sie ist die Begründerin der öster-
reichischen Volksschulen. Sie sind ganz ihr Werk, und 1780 gibt es 500
neue Volksschulen in Österreich, eine großartige Leistung, die das preu-
ßische Vorbild weit übertrifft. Die deutsche Sprache wird in der gesamten
Monarchie eingeführt, in Wien gibt es sogar eine Kanzel für deutsche
Beredsamkeit.
Sie denkt nun auch an den Stand, der die schwerste Last des ganzen
Landes zu tragen hat und befreit das Bauerntum von der drückenden
Fron. Die Robotleistungen werden auf höchstens 3 Tage wöchentlich ein-
geschränkt, sie können jetzt auch in geldlicher Form abgegolten werden.
Auf ihren eigenen Gütern hebt sie die Leibeigenschaft auf, durch ihr gu-
tes Beispiel den Adel zum Nacheifern auffordernd. Wenn auch die Ge-
schichte das Werk der großen Bauernbefreiung ihrem Sohne Joseph II.
zuschreibt, sie ist es, die seine umfassenden Reformen geistig vorbereitet.
Im Gegensatz zu ihrem voranstürmenden Sohn, der 1765 die Mitregent-
schaft antritt, handelt sie bedachtsam, die Klugheit ihrem sicheren Ge-
fühl unterordnend. Die Kaiserin denkt empirisch, ihr starker Wirklich-
keitssinn lenkt die Maßnahmen ihrer Regierung in evolutionäre Bahnen.
Was vor ihr nicht gelang und durch die josephinischen Reformen einer
gewaltsam vorgehenden Germanisierung wieder zerstört wurde, glückt
ihr: das Vertrauen ihrer volkfremden Untertanen zu gewinnen und ein
gemeinsames Staatsgefühl zu schaffen. Es konnte auch nur dieser einzig-
artigen Fürstin und Mutter glücken, die nationalen Eigenwilligkeiten in
Bann zu schlagen.

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In 40jähriger Regentschaft ist die große Kaiserin allmählich müde ge-
worden. Nach dem endgültigen Verlust Schlesiens, mit dem sie sich in-
nerlich längst abgefunden hat, stiftet sie Frieden im Reich durch den Ver-
zicht auf den Kampf um die Bayerische Erbfolge. Die Auseinanderset-
zungen mit ihrem Sohn, dem Kaiser Joseph II., mit dem sie zwar grund-
sätzlich eins ist, dessen impulsives Wesen und männlich rationaler Geist
ihrer ausgeglichenen und gemütstiefen Art fremd sind, schmerzen sie um
so mehr, als sie diesen Sohn abgöttisch liebt, und zehren an ihren Kräf-
ten. Als sie 1780 im wahrsten Sinne des Wortes aufrecht stirbt, ist Joseph
bis ins Innerste erschüttert.
Maria Theresia hat die ihr von der Geschichte auferlegte Prüfung bestan-
den wie nur ganz große Persönlichkeiten! Ihr Leben war Opfer und Hin-
gabe an ihren Staat, ihr Glück die beständige Liebe zu ihrem Gemahl,
Franz Stefan von Lothringen, dessen Krönung zum deutschen Kaiser Franz
I. dieser ihrer Bemühungen schönster Lohn war. Ihm hat sie in den 20
Jahren ihrer Ehe 16 Kinder geboren. Als er starb, war das Glück ihres
Lebens vorbei, ihr wundervolles Haar schnitt sie ab und erschien niemals
anders mehr als in ihrer schwarzen Witwenkleidung. Diese große Frau
lebte aus tiefsten sittlichen Bereichen, in der Familie sah sie die Grundla-
ge des Lebensglücks und des Staates. So war ihr Familienleben vorbild-
lich, ihre Kinder erzog sie zu geraden, rechtlich denkenden Menschen.
Doch höher noch stand ihr das Wohl des Staates, dem sie das persönliche
Glück ihrer Kinder opferte, die sie auf viele Throne Europas verheiratete,
sie immer wieder mahnend, nicht zu vergessen, daß sie als Deutsche ge-
boren wurden. Wie aufrecht und ohne Klage stirbt Maria Antoinette auf
dem Schafott der Französischen Revolution, ganz die Tochter der großen
Maria Theresia!
Wir müssen uns Maria Theresia als herrliche, blutvolle Barockgestalt
vorstellen. In ihr ist Musik und um sie lebt Musik, die Musik einer le-
bensfrohen Epoche. Haydn und Mozart sind die ungekrönten Könige. In
Österreich erlebte das Zeitalter des Barocks noch eine glanzvolle Höhe
und Geschlossenheit, als es im übrigen Reich schon neuen Formen weicht.
Eigentlich klingen alle Kunstepochen in Österreich in einem eigenen schö-
nen Ton nach. Es liegt wohl im Charakter des Grenzlandes. Alle Schwin-
gungen der Kunst und Kultur, empfangen aus dem ganzen Volksraum,
brechen sich am Grenzwall und kehren so, verdichtet, in einer Gegenwel-

65
le zurück. Ein Grenzvolk ist konservativ wie der Bauer, der am Lebendi-
gen schafft. Alles Neue muß erst sorgsam geprüft sein, bis es als gut
befunden, dem eigenen Brauch angepaßt, übernommen werden kann.
So hat zwar Österreich das Tor für fremde Kultureinflüsse offen, aber
hängt mit um so größerer Zähigkeit und Liebe am Eigenen. Das Nibelun-
genlied blieb in Österreich lebendig, bis es hier endlich im 13. Jahrhun-
dert aufgeschrieben und somit als Nationalepos bewahrt werden konnte.
Auch das germanisch-norddeutsche Erbe Maria Theresias hat sich in der
Aufgeschlossenheit und Farbigkeit altösterreichischer Lebensart, im froh-
sinnigen Rhythmus des Barock besonders schön entfalten können. Den-
ken und Handeln fließen so harmonisch aus ihrer gesamten Persönlichkeit,
so eins sind Gestalt und Tat, daß sie eigentlich am besten durch ihre
Leistungen und ihr Leben selbst beschrieben werden kann. Kein philo-
sophisches System, kein doktrinäres Denken belasten diese blanke
Selbstverständlichkeit. Sie ist keine Faustnatur wie Friedrich der Große,
ihr Biograph Kretschmayr nennt sie eine weibliche Siegfriedgestalt. Sie
scheint den altgriechischen Menschen gleich, in denen die Harmonie des
Blutes die herrliche Einheit von Körper, Geist und Seele wahrte. Sie hatte
auch etwas vom Heil, der Glückskraft germanischer Könige, und ihre
Zeit mag dies wohl gefühlt haben.
Doch ist noch ein letztlich Unverlierbares, ewig Gültiges in ihrer Erschei-
nung: Wir begegnen in ihr dem ewigen Wesen der deutschen Mutter, wie
es uns aus dem Antlitz der Mutter Goethes, der Lieselotte von der Pfalz,
der Königin Luise entgegenleuchtet und dem, was Dürers Genius im Bildnis
seiner Mutter erschütternd dargestellt hat: dieses Sich-selbst-Verzehren
der Mutter im lebenslangen Opfer. Denn Maria Theresia hat sich geop-
fert, wie sich eine Mutter nur opfern kann.
Denken wir daran, wie sie in 20 Jahren 16 Kinder geboren und liebevoll
erzogen hat und 40 Jahre ohne Unterlaß die Geschicke ihres Landes lenk-
te, müssen wir uns fragen, wie ihr ein solches Maß von Arbeit überhaupt
möglich war. Es war nur möglich durch das Opfer; durch die Pflicht.
Allein diese Größe im Opfer in der selbstverständlichen Pflichterfüllung
sollte uns Vorbild sein!
Doch was sie noch über allgemeines Menschenlos, über die schlichte

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Mütterlichkeit hinauswachsen ließ, war ihr Schicksal, die Verantwortung
für die Zukunft eines gewaltigen Reiches tragen zu müssen. So wurde
diese Mutter auf der Waagschale der Geschichte gewogen, und die Ge-
schichte neigt sich vor ihrem Heldentum.
Wir bewundern hier ein in Größe gelebtes Leben einer deutschen Frau
und Fürstin. Mit ihr können wir all das umgreifen, was wir deutsches
Gemüt nennen, denn sie ist seine innige Verkörperung, in ihr finden wir
unser sittliches Maß, das sie vorlebte.
Und wir fragen nach Leitbildern? Hier haben wir eines der schönsten,
wahrhaftigsten! Es verpflichtet uns, Maria Theresia als ein Heilbild in
unsere Zeit zu stellen, das wieder heil macht, weil es selbst heil ist und
Heil hat! Wie rein und klar steht es gegen die Entsittlichung dieser Welt,
gegen die Verunglimpfung der Mutter, gegen das Herabwürdigen der Frau
zur Dirne, – gegen alles, was unser Volk in seinem Innersten treffen und
zerstören will!
Und mit ihrem Bilde leuchtet ein Stück deutsch-österreichischer Geschichte
auf, das nach ihr benannte theresianische Zeitalter, das gekennzeichnet
ist durch seine inneren Reformen, mit denen die Grundlage für ein moder-
nes Staatswesen geschaffen wurde, das, wie Preußen im Osten, so im
Südosten den deutschen Volksboden erweiterte und die Vormachtstellung
deutscher Kultur im Donauraum einleitete. Im Kampf um Deutschland
mußte Maria Theresia gegen Preußen unterliegen, der Großmacht Öster-
reich verlieh sie Glanz und Festigkeit.
In ihrer urdeutschen Gestalt sind Herkunft und Treue des deutschen Öster-
reich symbolisiert, in ihr lieben wir die deutsch-österreichische Art unse-
res Volkscharakters. Es ist wohl niemand, der ihr Deutschsein auch nur
im Entferntesten in Zweifel ziehen könnte. So schreibt sie an Königin
Marie Karoline von Neapel im April 1768:
“Vergiß niemals, daß Du als Deutsche geboren bist, und bemühe
Dich, die guten Eigenschaften zu bewahren, die unser Volk kenn-
zeichnen, die Herzensgüte und die Rechtlichkeit. ... Im Herzen
bleibe stets eine Deutsche durch Deine Geradheit und gib Dich
als Neapolitanerin in allen Dingen, die indifferent, aber in kei-
nen, die von Übel sind.”

67
Und an Erzherzogin Marie Antoinette nach Paris:
“Glaube mir: Der Franzose wird Dich weit höher schätzen und
mehr von Dir halten, wenn er bei Dir deutsche Gediegenheit und
Freimütigkeit findet. Schäme Dich nicht, eine Deutsche zu sein,
selbst in ihrem linkischen Wesen, das muß man mit Güte entschul-
digen und nicht dulden, daß man sich darüber lustig macht.”
Nie kann man sie als die Ahnin eines außerdeutsch gedachten Kaisertums
betrachten. Ihre tiefste Verachtung wäre jenen gewiß, die heute die staat-
liche Eigenständigkeit Österreichs mißbrauchen, um sich aus dem deut-
schen Schicksal hinwegzustehlen, und eine eigene Nation ausrufen!
Ihre Mahnung an ihre Töchter: “Vergiß nicht, daß Du eine Deutsche bist”,
gilt für uns alle in dieser uns gefährdenden Zeit!
Zurückgedrängt auf unseren volklichen Ursprungsraum im Südosten, an
den Volkstumsgrenzen ob staatlicher Ohnmacht bedroht, und im Innern
dem Plan der Volkszerstörung durch Unterwanderung ausgesetzt, bestimmt
uns das Vermächtnis der großen Kaiserin, heute wie einst Kraft und Lie-
be unseres Volkes auf Österreich zu richten, damit dieses Land als Grenz-
mark unseres Lebensraumes seine deutsche Aufgabe weiterhin erfüllen
kann. Dann bleibt das Bild der größten Frau Österreichs unverlierbar in
das Antlitz unseres Volkes geprägt.

———

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Frauentum
gestern und morgen

Vortrag anläßlich der Tage Deutscher Kultur


Planegg / München im Oktober 1975

Gewidmet den zwei Millionen unbekannten deutschen Frauen und Mäd-


chen, die durch die Hölle der Sieger gegangen sind, und den Zweihun-
derttausend, die in ihr umkamen.

Zum Thema Frauentum und seine Sendung und Aufgabe im Volke nur
von der Frau und nur zu ihr sprechen zu wollen, hieße, am Wesentlichen
ihrer Sendung und an der Wirklichkeit ihrer Aufgabe vorbeizureden, denn
diese können nur aus dem Ganzen und für das Ganze ihres Volkes verstan-
den werden. Frauentum ist ebensowenig wie Männertum als ein Selb-
ständiges vom Menschen und vom Volklichen zu denken. Es sind die bei-
den Pole eines Lebensganzen, die, sich abgrenzend und sich anziehend,
ineinandergreifend ergänzen zur Einheit des Menschen, der Familie und
des Volkes. Eines ist ohne das andere undenkbar, eines so gewichtig wie
das andere, weil nur beide nach dem Gesetz der Polarität das Leben erst
bewirken.
Schon unserem natürlichem Empfinden widerstrebt die Zergliederung in
Mann und Frau, ein Abwägen nach Gleichwertigkeit oder gar Gleichar-
tigkeit, weil unser anlagemäßiges Denken sie schon aus Urwissen als ein
polares Ganzes begriffen hat. Erst recht ergibt sich aus biologischer Sicht
die Unsinnigkeit der Frage nach der Gleichwertigkeit der Frau. Hans F.
K. Günther sagt dazu in seinem Buch „Formen und Urgeschichte der
Ehe“:

69
„In Wirklichkeit kommt beiden Geschlechtern gleich großes Ge-
wicht zu. Der sittlichen Haltung der Frau ein größeres Gewicht.“
Nur eine fremde Ideenwelt vermochte es, die wesengebundene Anschau-
ung natürlicher Verschiedenheit und natürlicher Beziehungen der Ge-
schlechter als Glieder einer organischen Gemeinschaft zu stören und die
Frage nach der Gleichwertigkeit der Frau aufzuwerfen. Sie ist ebenso
unsinnig wie etwa die Frage, ob positive oder negative Elektrizität wich-
tiger und wertvoller sei. Die Frau und der Mann können nur eine Teilver-
körperung eines gesamtgeistigen und biologischen Begriffes vom Men-
schen sein.
So vermögen wir Sendung und Aufgabe der Frau nicht aus dem Zusam-
menhang des Ganzen zu lösen, um sie zu betrachten und ihre Gesetzmäs-
sigkeiten zu erkennen.
Eine Stellungnahme in der Gegenwart muß, um ein Bild für die Zukunft
zu gewinnen, der Frau zunächst wieder den Platz einräumen, der ihr ge-
bührt: nämlich den Platz in der Gesamtgeschichte und Kulturgeschichte
unseres Volkes.
In der gegenwärtigen Unsicherheit ist es wohl notwendig, den schwan-
kenden Boden einer ständig veränderten Umwelt zu verlassen, um aus
der Geschichte und ihren biologischen Antrieben ein klares Bild vom Frau-
entum und von seiner Sendung im Volksganzen zu gewinnen. Alle Ge-
schichte aber ist Blick in die Zukunft. Wo sie diese Aufgabe nicht erfüllt,
ist sie nur musealer Staub. So wollen wir die Quellen zurückverfolgen
und die Gesetze aufsuchen, die ihnen zugrunde liegen.
Wenn unser Volk im Laufe seiner Geschichte trotz aller fremden Einflüs-
se unvergleichliche Leistungen vollbracht hat, so hat es diese Höhe seiner
Entfaltung nicht zuletzt auch seiner Kinderstube zu verdanken, in der mit
Hingabe und Opfermut, über schwerste Zeiten der Not und Verwirrung
die Frauen unermüdlich mit milder und sicherer Hand gewirkt haben.
Dieses Urteil kann einer geschichtlichen Betrachtung über die Sendung
der Frau in unserem Volke vorangestellt werden.
In der Bedrängnis der Gegenwart vermögen die hohen Frauengestalten
der Vergangenheit unsere Mädchen und Frauen auf den Weg zu führen,

70
der ihnen durch Wesen und Art ihres Menschentums und die ihnen zufal-
lende Stellung als Frau und Mutter bestimmt ist. Des Lebens Sinn kann
sich doch nur erfüllen, indem wir uns in seinen naturgegebenen Grenzen
zur höchsten Möglichkeit entfalten. Wieviel wahrhafte Glückseligkeit aber
hält das Leben für uns bereit, wenn wir ihm dienend begegnen.

Natur- und Kulturwesen

Durch die modernen Naturwissenschaften der Lehre von den Genen, der
Biochemie und Biophysik und nicht zuletzt durch die Verhaltensforschung
wachsen uns neue Erkenntnisse zu. Der Mensch ist ebenso Natur- wie
Kulturwesen. Ehe, Familie und Gesellschaft sind keine Errungenschaften
der Kultur, sondern bestehen bereits im vormenschlichen Bereich. Sie
sind wichtige Einrichtungen des Lebens zur Brutpflege und Aufzucht und
damit zur Erhaltung der Art.
Je höher die tierischen Lebewesen entwickelt sind, desto mehr treten Bin-
dungen zwischen Männchen und Weibchen auf, die dann schließlich mehr
aus Seelischem als aus Leiblichem erklärbar sind. Ihr Familienverband
ist über die Dauer der Geschlechtsreife der Jungen hinaus der Urgrund
allen Gruppenlebens. Schon Herder erkannte, daß der Mensch genauso
wie der Menschenaffe kein Herdentier ist, sondern ein Familientier. Die
von den vernünftelnden Ideologien des 19. Jahrhunderts vertretene Theo-
rie, derzufolge sich die menschliche Gesellschaft von der Urhorde mit
ihrem ungeregelten Geschlechtsleben langsam zu höheren Formen der
Einehe und Familie entwickelt haben soll, gehört in das Reich der Phan-
tasie, wie das von Hans F. K. Günther in dem vorerwähnten Buch und
anderen Wissenschaftern nachgewiesen worden ist. Die Natur hat wohl
den menschlichen Lebensformen von Ehe und Familie auch vorgebaut:
Es läßt sich streng beweisen, daß beim gleichen Vorgang der Chromoso-
menteilung gemäß den Mendelschen Gesetzen auch die geschlechtsbe-
stimmenden Anlagen verteilt werden, so daß auf jeweils 106 Knaben 100
Mädchen geboren werden (Alfred Kühne, „Die Geschlechtsbestimmung
als Vererbungserscheinung“). Man kann auch an dieser Stelle sagen, daß
sich der Mensch der Weisheit der Natur noch immer vergebens widersetzt
hat; zur Erhaltung des Lebens auf jeder Stufe, auch der unserer Kultur,

71
gehören gleicherweise die beiden Hälften eines Ganzen, das Männliche
wie das Weibliche mit ihren biologisch verschiedenen Aufgaben.
Fest steht, daß die artgemäße Lebensform der weißen Völker die Einehe
ist.
Über gewaltige Zeiträume werden die erblichen Anlagen durch die Ei-
gentümlichkeit des Raumes im Kosmischen wie im Parakosmischen aus-
differenziert und bedingen die Geltung einer bestimmten Sittlichkeit. Ge-
meinsam ist den Völkern mit gesunder Gesittung der Wille zu einer festen
und jeden einzelnen verpflichtenden Ordnung eigener Art.

Germanische Ehe

Im Germanischen ist das Recht nicht jeweiliger Vertrag, sondern göttli-


che Ordnung. Der hohen Begabung des nordischen Menschen, aus Leben
und Natur den ewigen Rhythmus ihrer Gesetze zu erkennen, folgen die
ungeschriebenen Gesetze der Familie und Sippe, des Stammes und Vol-
kes. Und wie die Gesetze der Natur, so sind auch die Gesetze der Sippe
ewig, aus denen das Recht kommt. So ist die Ehe Schicksalswahl und
Schicksalsschritt zweier Sippen, deren Blutströme nun ineinanderkrei-
sen. Die germanische Ehe ist Schicksalsgemeinschaft in vollem Sinne, es
ist die Verbundenheit selbständiger Persönlichkeiten in der Einmütigkeit
des Wollens. Sie ist ewiges Gesetz.
Aus dem Gemeinschaftsleben der Germanen erwuchs der Frau weniger
Recht als Geltung; denn nirgendwo und auch später nicht hatte die Frau
eine so hohe Stellung wie im germanischen Bereich. Der berühmteste
Zeuge dafür ist der Römer Tacitus. Mit römischen Augen vermag er den-
noch die edle Gesittung zu beobachten, die das germanische Leben kenn-
zeichnet, und die schönste Rede führt er über die natürliche Anmut, Wür-
de und Schönheit der Germanin und ihre herrschende Stellung in Haus
und Hof. Der germanische Mann legte wichtigste Entscheidung über Krieg
und Frieden, über Leben und Tod in die Hände der Frau. Und jene stolzen
und klaren, heldentümlichen und mütterlichen Gestalten stehen vor uns,
wenn wir das eddische Lied von Goa hören, die ihren Sohn stärkt mit den
tapferen Worten:

72
„Das sing ich dir zum ersten,
das man allkräftig nennt –
es sang Rinda dem Ran –
daß von der Schulter du schleuderst,
was schlimm dich dünkt;
führe selber dich selbst!“
Der Einbruch der fremden Welt des Christentums hat die Quellen unseres
Wissens verschüttet, getrübt oder gefälscht. Aber uns blieben die Zeug-
nisse germanischen Wesens und Lebens in der Edda und den Islandsagas.
Island als das Rückzugsgebiet der nordischen Menschen war der For-
schung späterer Zeiten zugänglich, weil es erst um das Jahr 1000 chri-
stianisiert worden ist.
Es ergibt sich als Folge des eindringenden Christentums ein Ringen durch
die Jahrhunderte, das die germanisch-deutsche Seele nicht zur Ruhe kom-
men läßt. Grundlegend verschiedenes Wissen verschiedener Räume trifft
aufeinander.

Überfremdung

Aus orientalischem Blute kommt die Mythe von der sekundären Erschaf-
fung des Weibes und seinem primären Sündenfall. So heißt es in der christ-
lichen Schöpfungsgeschichte, das Weib entstammt dem Manne und ist
um seinetwillen geschaffen. Er ist des Weibes Ursprung und Zweck.
Im Erberinnern des Nordmenschen stehen die „schicksallosen“ Bäume
Ask und Embla am Gestade des Meeres, die die Gottheit zu Menschen
erweckt, auf daß sie ihre Lebenskronen gemeinsam ins Licht tragen.
Diesen beiden unvereinbaren Lebensanschauungen werden wir auf dem
Kampffeld unserer Geschichte immer wieder begegnen. Und es ist letzten
Endes die Frau das Angriffsziel der erobernden Kirche, die im tief veran-
kerten Sippengedanken den eigentlichen Antipoden ihrer Weltanschau-
ung sieht.
Der Gedanke der Sünde tritt nun zwischen die Geschlechter. Das Weib
als Urheberin und Gefäß der Sünde ist den Einflüsterungen der Schlange
hörig und verführt den Mann. Ja, in den Synoden von Masson (585) und

73
Tyrnau (611) wird allen Ernstes die Frage aufgeworfen, ob man das Weib
als Menschen ansprechen soll. In Tyrnau heißt es:
„Von den Kleidern kommt die Motte und von den Weibern die
Gottlosigkeit der Männer. Alle Bosheit ist klein gegen die Bosheit
des Weibes. Ein Jagdfallstrick ist das Weib, ein Netz sein Herz
und seine Hände Fesseln.“
Dieser mittelmeerische Geist läßt sich nicht zuletzt auch als Ausfluß des
widernatürlichen Zölibates erkennen.
Der innere Kampf zwischen der Kraft der ererbten Lebensart und dem
christlichen Glauben bewegt die Geistesströmungen unserer Geschichte
bis in unsere Tage. Er steigert sich zeitweise zur Tragödie, besonders für
die Frau.
Daß es dennoch gelingt, dem übernommenen Glauben die Züge eigenen
Erlebens zu geben, beweist die unaustilgbare Kraft der hohen Seelenwer-
te eines Volkes.
Das untrüglichste Zeichen für die Bewährung der deutschen Frau und
Mutter liegt schlechthin in den Zeugnissen der Kunst. Der engelgleiche
Leib des Weibes, an dem das Schlangengezücht emporzüngelt, weicht
dem Madonnenantlitz der deutschen Kindesmutter. Aus den biblischen
Darstellungen und im Marienkult blickt uns das Angesicht schlichter und
inniger Mütterlichkeit deutscher Art entgegen. Die Künstler konnten die-
ses Bild zur ewig gültigen Gestalt erheben, weil sie ihm in der eigenen
Mutter und der Frau ihrer Tage begegnet sind. Das Ideal weiblicher Schön-
heit unserer Art, dessen Linien von innen nach außen führen, weist keine
Bruchlinien auf. So empfinden wir Thusnelda, deren stolzes und keu-
sches Germanentum die Römer bezwingt, ebenso uns zugehörig wie das
Inbild deutschen edlen Frauentums in der Gestalt der Uta von Naumburg.
In den Domen von Magdeburg und Bamberg erschauen wir die großen
Frauengestalten des mittelalterlichen Königtums, der Mathilde und Ku-
nigunde als Gemahlinnen Ottos I. und Heinrichs II. Sie gehören genauso
zum Gesamtbild wie das Antlitz der unbekannten deutschen Mutter, de-
ren Opferleben Albrecht Dürer im erschütternden Bildnis der eigenen
Mutter ein unvergängliches Denkmal gesetzt hat.
Über dem Lauf der Zeiten und ihrer geistigen Auswüchse mag manches

74
im Bild der deutschen Frau auch andere Züge angenommen haben; es
wird immer durchströmt und durchleuchtet von den Eigenschaften der
Opferfähigkeit an der Seite des Mannes, der täglichen Pflichterfüllung
als Gefährtin und Kameradin und der unermüdlichen Hausfrau und Be-
treuerin der Familie. Wenn auch über das stille Leben der einzelnen die
Geschichte mit mächtigen Schritten hinweggeht, so bleiben uns doch ge-
schlossene Bilder der einzelnen Landschaften und Epochen über die Lei-
stungen der Frau im bäuerlichen Alltag, der dem heutigen sicher nicht
unähnlich war, im vielseitigen Aufgabenbereich der mittelalterlichen Hand-
werkerfamilie, im Zunftleben der Städte und im Leben des aufsteigenden
Bürgertums.
Aus dem allgemeinen Geschick erheben sich Frauengestalten, deren Cha-
rakter, Leben und Leistungen ebenbürtig an die Seite großer Männer zu
stellen sind. Unser Volk ist reich an überragendem Frauentum, das, zeit-
gebunden, dennoch als gültiges Vorbild in unsere Tage und die Zukunft
unseres Volkes hineinwirken kann. Sie uns wieder zugänglich zu machen
als Leitbilder deutscher Wirklichkeit und Wahrheit sollte auch eine Auf-
gabe deutscher Jugenderziehung sein.
Verweilen wir noch in jener Zeit, in der wir das ungestörte deutsche Frau-
entum aus germanischem Geiste auffinden. Hier begegnen uns Gudrun
und Kriemhild als die herausragenden Beispiele germanischen Frauen-
tums, das wie in der Edda als das Hohelied der Sippentreue besungen
wird. Im Nibelungenlied scheint die in sich ruhende Einheit germanischen
Lebens und germanischer Sippenehre im Bilde der Kriemhild schon et-
was verzeichnet. Während es dem Dichter Gerhard Schumann gelungen
ist, dem Gudrunlied wieder den unausweichlichen heroischen Charakter
der großen germanischen Tragödie zu geben in der Sippentreue bis zum
Letzten, auch über einen ans Leben greifenden Kummer hinweg. Über
dem Schmerz um den geliebten Mann steht die Verpflichtung für die Ge-
meinschaft des Blutes.
Von der Art germanischer Mütter schwerttragender Söhne, die lieber ih-
ren Sohn sterben sehen, als daß Unehre ihn trifft, treten jene Gestalten in
unser Bild, die als mittelalterliche Kaiserinnen und Königinnen unserem
Geschichtsgedächtnis eingeprägt sind. Consors regni, Genossinnen des
Reiches, wurden sie genannt und waren als Gemahlinnen der herrschen-

75
den Kaiser und Könige die zuverlässigen Stützen der Reichsgewalt. In
Abwesenheit des Gemahls waren sie die treuen Wahrerinnen der reichi-
schen Aufgaben und Interessen. Aber auch als Fürsprecherinnen und Stif-
terinnen der Bauten des Reiches traten sie hervor. Nur zwei überragende
Frauen seien hier nochmals genannt: Mathilde, die Gemahlin Ottos I.,
und Kunigunde, die Gemahlin Heinrichs II.
Es wird oft davon gesprochen, wieviel wertvolles Erbgut unserem Volke
durch den Zölibat der Mönche und Priester verlorengegangen ist. Der
Erbverlust durch die Frauen, die den Schleier nahmen, ist nicht minder
groß. Gerade wertvollste Frauen aus dem Kreise edler Adelsgeschlechter
stellten sich in den Dienst des christlichen Glaubens als Äbtissinnen und
Stiftsfräulein. So war auch der Anteil der fraulichen Leistungen in den
Klöstern als Ausstrahlungszentren der Kultur beachtlich. Eine Frau ragt
besonders durch ihre hohe Begabung heraus: die Äbtissin Hildegard von
Bingen, die sich dichterisch und vor allem schriftstellerisch als Ärztin
betätigte. Sie war die letzte Ärztin germanischen Stils einer naturverbun-
denen Heilweise vor dem Abgrund von Aberglauben und Torheit, der das
Mittelalter heimsuchte. Frische Luft und regelmäßige Zahnpflege emp-
fiehlt sie, in ihren Klöstern gibt es fließendes Wasser. Ihre Verbindungen
gingen über ganz Europa. Mit Kaiser Friedrich Barbarossa verband sie
eine hochherzige Freundschaft. Auch ihm gegenüber findet sie ernste und
mahnende Worte:
„Du hast einen ruhmreichen Namen, sieh also zu, wenn der höchste
König dich betrachtet, daß du nicht beschuldigt werdest du ha-
best dein Amt nicht recht verwaltet, und daß du dann nicht zu
erröten brauchst.“
Die Erfindung der Seife schreibt man übrigens der germanischen Frau
zu, wie die Erfindung des Puders der Französin.
Wie bewundern wir heute die kunstvollen Bildteppiche und kostbaren
Stickereien an Gewändern und Schmuck, die im Frauengemach der ade-
ligen Damen entstanden sind! Sie waren neben dem geistlichen Stande in
hervorragendem Maße Trägerinnen der Kultur. Ein Wolfram von Eschen-
bach konnte nicht schreiben, aber sie waren der Kunst der Buchstaben
und Schrift mächtig. Trotz der streng getrennten Stände finden wir die
Frauen der Adelsgeschlechter auch in sozialen Diensten als Hebammen

76
und opferbereite Helferinnen und Pflegerinnen bei Seuchen und Pest.
Wieviel Leid und Selbstaufopferung werden gerade die Frauen durch die-
se Geißel durchlebt haben; 71 Jahre wütete die Pest in der Zeit vom 15.
bis zum 17. Jahrhundert.

Vom Minnesang zum Hexenwahn

Ein heller und gläubiger Ton erklingt im Mittelalter im deutschen Minne-


sang. Walther von der Vogelweide gibt ihm jene deutsche Tiefe, mit der er
den wahren Adel der Frau preist, den er über alle Standesunterschiede
hinweg gefunden hat:
Von der Elbe bis zum Rheine
Und zurück in das Ungarland
Sind die besten Fraun alleine,
Die ich auf der weiten Erde fand.
Weiß ich recht zu schauen
Wackern Sinn und Leib,
Helf mir Gott – ich schwöre,
Daß das deutsche Weib
Besser ist als andre Frauen.“
Es ist erschütternd, daß dieser kurzen und diesseits-frohen Stimme des
deutschen Minnesanges die schaurige Tragödie des deutschen Frauen-
geschlechtes durch den Hexenwahn folgt. Während noch die letzten Min-
nelieder deutscher Sänger erklingen, lodern schon die ersten Scheiterhau-
fen. Bis ins 18. Jahrhundert sollte die Verfolgung der Frau dauern, die
Millionen von bestem Blut gekostet hat. Hier erging sich eine fremde
Welt in Exzessen, die dem deutschen Gemüt stets unbegreiflich bleiben
werden.
Die beiden Bürgertöchter Agnes Bernauerin und Philippine Welser wa-
ren Märtyrerinnen und Streiterinnen in einem gigantischen Kampf, den
das gesamte Mittelalter um die Ehre und Lauterkeit der deutschen Frau
und Familie zu kämpfen hatte.
Unter den Frauen des aufsteigenden Bürgertums finden sich Namen wie
Barbara Fugger aus Augsburg und Barbara Uttmann aus Nürnberger

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Geschlecht, die Erfinderin des Klöppelns, mit dem sie den Frauen des
Erzgebirges eine Erwerbsmöglichkeit gegeben hat.

Neues Vorbild

Bauernkriege und Reformation erschüttern die Zeit. Da wird der deut-


schen Familie ein neues Vorbild gesetzt. Martin Luther bricht mit dem
Zölibat und begründet mit der Nonne Katharina von Bora das deutsche
Pfarrhaus. Überspitzt ist gesagt worden, daß dies Luthers beste Tat ge-
wesen sei. Fest steht, daß damit der deutschen Familie und der deutschen
Kultur ein gar nicht hoch genug einzuschätzender Dienst erwiesen wor-
den ist. Für Katharina von Bora erfordert der Schritt in die Ehe gleichen
Mut. So verdanken wir das Geschenk des deutschen Pfarrhauses dem
Reformator und der Katharina von Bora. Die Briefe Luthers an seine
Hausfrau lassen wohl verspüren, daß er sie höher wertete „denn das Kö-
nigreich Frankreich und der Venetier Herrschaft“. Wenn er an seinen
„freundlichen lieben Herrn, Frau Katharina von Bora, Dr. Lutherin zu
Wittenberg“ schreibt oder „seiner lieben Hausfrau K. v. B., Predigerin,
Brauerin, Gärtnerin und was sie mehr sein kann“, so ist der daraus klin-
gende Eindruck der Harmonie der Lutherschen Ehe Beweis und Siegel
für den gemeinsam geführten Lebenskampf, daran die Frau ihr gut Teil
getragen hat.
Der ungeheure Aderlaß des verheerenden Dreißigjährigen Krieges mit
dem Verlust von zwei Dritteln der deutschen Bevölkerung, namentlich zu
Lasten der nördlichen Reichshälfte, stellt der deutschen Familie die be-
sondere Aufgabe, das verödete Land durch Kinderreichtum wieder zum
Leben zu erwecken. Von der 1650 erlaubten Doppelehe wird kaum Ge-
brauch gemacht; es bleibt bei der Einehe mit dem reichen Segen von oft
10 bis 20 Kindern. Welch große Begabungsvielfalt damit dem Volke zu-
fließt, macht sich in den folgenden Jahrhunderten bemerkbar. Tapfere
Menschenschicksale im gesamten Volke sind es, die den Weg aus dem
verhängnisvollen Abgrund empor zu neuem kraftvollen und schöpferi-
schen Leben ermöglichen.
Als Gemahlinnen der preußischen Fürsten begegnen wir großgearteten
Frauenpersönlichkeiten. Luise von Preußen, eine überaus tapfere und

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geistig aufgeschlossene Frau, in der das Blut des Anführers der französi-
schen Protestanten und das des protestantischen Fürsten Wilhelm von
Oranien, des von Rom bestgehaßten Mannes, fließt, ist unter ihnen.
Wer kennt nicht die Lieselotte von der Pfalz, die durch ihre fast nur in
deutscher Sprache geschriebenen 3000 Briefe berühmt geworden ist! Sie
ist trotz ihrer Heirat an den französischen Hof immer eine bewußte Deut-
sche geblieben. So schreibt sie an die Raugräfin Luise:
„... Daß Euch das Teutschland noch über andere Länder geht,
liebe Louisse, ist gar natürlich; Waß man gewohnt, gefelt einem
immer besser, alß waß frembt ist, und daß Vatterlandt steht unß
Teutschen allezeit ahm besten ahn ...“
Bevor über der aufkommenden Barockzeit die Umrisse der überragenden
kaiserlichen Maria Theresia sichtbar werden, treten uns zwei Frauenge-
stalten als Verkörperung künstlerisch-schöpferischer Leistung der Frau
entgegen. Ein Zeitgenosse nennt Karoline Neuber, die „Neuberin“, „eine
Frau von männlichen Einsichten und einer vollkommenen Kenntnis der
Kunst“. Ihr ist die Reformation des Theaters von der Posse zum ernsten
Theater als Bildungsstätte von Geist und Charakter zuzuschreiben. Les-
sing empfing durch sie nachhaltige Eindrücke und Anregungen. Sie ist
aus der Geschichte des Theaters nicht wegzudenken.
Duftige Blätter mit greifbar schönen Blumen und Insekten fallen uns in
die Hände. Sie stammen von Maria Sybilla Merian aus der Familie der
Frankfurter Kupferstecher und Topographen. Sie ist die Trägerin reich-
sten Erbes ihrer Vorfahren. Ihre Leistungen als Zeichnerin von Insekten
und Blumen sind selbst für das 17. Jahrhundert ungewöhnlich. Von einer
Seereise zu den südlichen Meeren kehrt sie mit ergiebigen Studienerfol-
gen zurück und gibt ein bedeutendes Werk über Insekten heraus mit 60
Kupferstichplatten. Ihr Werk blieb uns erhalten. Tausende Frauen mit
ähnlich kraftvollem Sinn und gleicher Verantwortungsfreude schieden aus
dem Kreis ihres Wirkens, ohne daß die Nachwelt sich ihrer erinnert.
Bekannt unter ihnen wurde an der Seite jenes Genies, das am Anfang der
Weltgeltung deutscher Musik steht, Frau Anna Magdalena Bach. Ihr klei-
nes Notenbüchlein bezeugt die innige Anteilnahme am Schaffen des Ge-
waltigen. Ihr Haus machte Kulturgeschichte als Geburtsstätte der deut-

79
schen Kantorei. Und wie das Pfarrhaus zum Vorbild deutscher Familien
wurde, so war das deutsche Kantorhaus eine Pflegestätte deutscher Mu-
sik und Erziehungsstätte der Schüler durch die Hausfrau. Siebzehn Kin-
der waren der Anna Magdalena anvertraut, davon hatte sie dreizehn selbst
geboren. Ihr Leben voll edelster Aufopferung endete nach dem Tode des
Gatten Johann Sebastian Bach in einem Armenhaus.

Maria Theresia

Zum erstenmal wird in der deutschen Geschichte eine Frau zur Herrsche-
rin eines großen Reiches erhoben, Kaiserin Maria Theresia. Und es ist
ein überaus groß geglücktes Leben dieser genialischen Frau. Die Wir-
kungen ihrer Staatskunst erstrecken sich bis in die moderne Zeit. Auch in
ihr begegnen wir dem ewigen Wesen der deutschen Mutter. Sie hat sech-
zehn Kinder geboren. Doch was sie noch über allgemeines Menschenlos
hinaushebt, war ihr Schicksal, die Verantwortung für die Zukunft eines
gewaltigen Staatsgefüges tragen zu müssen. So wurde diese Frau auf der
Waagschale der Geschichte gewogen; und die Geschichte neigt sich vor
ihrem Heldentum. Mit ihrem Bilde leuchtet ein Stück deutsch-österrei-
chischer Geschichte auf, das nach ihr benannte theresianische Zeitalter,
das gekennzeichnet ist durch seine inneren Reformen, mit denen die Grund-
lage für ein modernes Staatswesen geschaffen wurde, das, wie Preußen
im Osten, so im Südosten den deutschen Volksboden erweiterte und die
Vormachtstellung deutscher Kultur im Donauraum einleitete. Im Kampf
um Deutschland mußte Maria Theresia gegen Friedrich den Großen un-
terliegen, der Großmacht Österreich verlieh sie Glanz und Festigkeit. In
Maria Theresia haben wir eines der schönsten und wahrhaftigsten Leit-
bilder deutscher Frauengröße.
In Preußen wird zwei Generationen später ein Frauenschicksal gelebt,
dem wir gleich große Verehrung entgegenbringen. Es ist für den Ge-
schichtsbetrachter beglückend, daß eine zarte Gestalt von Schönheit und
Güte im Mittelpunkt der deutschen Erhebung steht, Königin Luise. Diese
vollendete Gattin und Mutter ist mehr als eine Königin zwischen Heiter-
keit der Jugend und Tragik der Stellung an der Seite eines schwachen und
entschlußlosen Königs. Sie ist eine Persönlichkeit großen Stiles, mit Klug-

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heit begabt. Auf dem zerreibenden Posten zwischen Pflicht und Liebe
zum Gemahl und den Aufgaben der Landesmutter Preußens in seiner tief-
sten Erniedrigung hat sie die hinreißende Kraft, die Partei des Widerstan-
des gegen Napoleon um sich zu scharen.
Ihre berühmte Begegnung mit dem Kaiser der Franzosen bringt zwar nicht
die Rettung für das Land, aber sie geht als stille Siegerin hervor. Vorbild-
lich ist sie als Mutter und Erzieherin ihrer Kinder und Landeskinder. Sie
ist es auch, die für eine staatsbürgerliche Erziehung der Mädchen eintritt.
Allein ihr zarter Körper erlebt die Erhebung Deutschlands nicht mehr.
Doch das Zeichen der Tapferkeit, das Eiserne Kreuz, wird in ihrem Na-
men gestiftet.
Deutsche Erhebung und deutscher Idealismus sind die Antworten auf den
westlichen Geist der Französischen Revolution, der nun mit der Parole
„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ über Europa eine Zeit neuer Gei-
stesverwirrung einleiten wird.

Weimar

In Weimar geht indessen der Stern einer neuen schöpferischen Blüte deut-
schen Geistes auf. An der Seite großer Männer steht nun ein neuer Frau-
entyp der verständnisvollen Freundin des Mannes, dessen Züge uns schon
näher und vertrauter sind. Von der Herzogin Anna Amalia, der Förderin
und Schirmherrin der weimarischen Geistesmetropole, angefangen, se-
hen wir im Geiste die verschiedensten Frauenpersönlichkeiten der Char-
lotte von Stein, Christiane Vulpius, der Schwestern Lengefeld, der Betti-
na von Arnim, der Susette Gontard – Hölderlins Diotima – und der Ange-
lika Kauffmann, der begabten Malerin. Doch so unterschiedlich die ein-
zelnen Frauen sind, sie alle verbindet die vorzügliche geistige Anteilnah-
me am Schaffen des Mannes. Unter ihnen erscheint Frau Aja, Goethes
Mutter, als eine Inkarnation der in sich ruhenden, heiteren, klugen und
opfervollen Mütterlichkeit.
Ist es verwunderlich, daß den begeisterten Aufrufen zur Erhebung Deutsch-
lands, Fichtes Reden vom Volksgedanken als religiös-sittlicher Verpflich-
tung auch Frauen folgen, kämpfend an der Seite der Männer? Eleonore

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Prochaska, Johanna Stegen und Friederike Krüger waren keine vermänn-
lichten Frauen, die es dem Kriegshandwerk des Mannes gleichtun woll-
ten. Sie waren erfüllt vom glühenden Willen, ihr Opfer für die Freiheit
ihres Volkes zu bringen. Sie waren die Heldinnen der ungezählten Frau-
en, die nun ihren Schmuck auf dem Altar des Vaterlandes opferten.
Aber das innere deutsche Schicksal war noch nicht ausgekämpft, der
Baumeister des neuen Reiches noch fern.
Zwei bedeutungsvolle Frauen dieser Zeit müssen noch hervorgehoben
werden: Karoline von Humboldt, die Gemahlin des großen Sprachfor-
schers Wilhelm von Humboldt, und Marie von Clausewitz. Beide sind
geistige Gefährtinnen des Werkes ihrer Gatten. Ein inniger Briefwechsel
der Humboldts mit dem starken Ineinanderschwingen der Liebenden und
Eheleute bereichert unsere Kulturgeschichte ebenso wie die ideale Le-
bensgemeinschaft der Marie von Clausewitz mit dem berühmten Kriegs-
philosophen.
Die Flucht in die Romantik und die Individualität als Früchte der Franzö-
sischen Revolution verändern auch das Idealbild der deutschen Frau zum
Klärchen und Gretchen. Umsichtige Hausfraulichkeit und opfervolle
Mütterlichkeit sind dem Wehrwillen des Mannes gleichgelagert. Versagt
er, verblaßt auch das Bild der Frau zum heimeligen begrenzten Hausmüt-
terchen. Es ist bezeichnend, daß die Salons der Romantik weitgehend auf
die starke deutsche Frauenpersönlichkeit verzichtet haben. Über die Sa-
lons der Jüdinnen mischt sich nun fremder Einfluß in die Schichten der
deutschen Gesellschaft.
Auf unserem weiteren Weg durch die Geschichte begegnen uns die Künst-
lerin Klara Schumann-Wieck, die ihr gefeiertes Künstlertum ganz in den
Dienst des geliebten Mannes stellt, und zum ersten Mal eine Frau, die in
die Walhalla der Großen der Dichtkunst eingegangen ist: Annette von
Droste-Hülshoff.
„Und kann ich denn kein Leben bluten,
so blut ich Funken wie ein Stein“,
sind Verse aus ihrem Munde, die zum Wahrspruch ihres Lebensschick-
sals werden. Auch die österreichische Dichterin Marie von Ebner-
Eschenbach wäre hier zu nennen, und Agnes Miegel, die große Tochter

82
Ostpreußens, die ein Jahrhundert später das weibliche Dreigestirn am
Dichterhimmel vollendet.
Das Zeitalter der technischen Revolution bricht in die bürgerliche Welt
ein. Die Industrialisierung wirft gesellschaftspolitische Fragen bisher nicht
dagewesenen Ausmaßes auf. Die soziale Frage des neu sich bildenden
vierten Standes der Arbeiter wird zum politischen Zündstoff der neuen
Zeit. Mit der fortschreitenden Technisierung des Lebens verändert sich
allmählich die Familie, die als Erzeugergemeinschaft noch handwerkliche
Heimarbeit betrieben hat, zur Verbrauchergemeinschaft. Damit schrumpft
auch der frauliche Wirkungskreis beträchtlich. Der Mensch wird zum
Knecht der alles beherrschenden Maschine.
Die soziale Einordnung des Arbeiterstandes drängt nach einer gerechten
Lösung. Marx und Engels fordern die Herrschaft des Proletariats und
entfesseln den Klassenkampf. Tiefe Gräben werden im Volke aufgeris-
sen. Die Frauenfrage tritt jetzt als soziales Problem auf. Denn ist schon
der Arbeiter sozial benachteiligt, der arbeitenden Frau fehlt jeder Schutz.
Der Marxismus bemächtigt sich der Frauenfrage und leitet sie von den
evolutionistischen Theorien ab, die im 19. Jahrhundert besonders von
Bachofen und Morgan vertreten werden. Karl Marx wollte noch die Ent-
wicklungslehre Morgans mit der Darstellung seines „Kapital“ verbinden,
hinterließ diese Aufgabe aber seinem Freund Friedrich Engels. Ebenso
greift Bebel die Entwicklungslehre Morgans auf und preist sie der Arbei-
terschaft an. Die Morgansche Entwicklungstheorie nimmt drei Stufen an,
durch die alle Völker aufgestiegen seien oder noch aufsteigen würden: die
Wildheit, das Barbarentum und die Zivilisation. Der menschliche Geist
zeige sich bei allen Völkern als gleich und einheitlich, und es habe sich
bei allen heute höherstehenden Völkern die gleiche Folge von Fa-
milienformen ergeben über das anfänglich wilde und ungeregelte Ge-
schlechtsleben zur Gruppenehe, von dort zur mutterrechtlichen Familie,
die dann vom Vaterrecht zur Einehe führte. Diese Auffassung von einer
„evolutionistischen Theorie der Kulturentwicklung“ wurde schließlich von
einer ganzen Reihe gesellschaftswissenschaftlicher und völkerkundlicher
Schulen auf alle Gebiete des menschlichen Lebens übertragen: auf Stamm
und Staat, Gesellschaft, Wirtschaft, Sitte und Glauben und auch auf Ehe-
formen und -ordnungen und die gegenseitigen Rechte von Mann und Frau.
Und immer hätte die Entwicklung ihren Anfang in höchst wilden und

83
sogar blutigen Formen genommen bis zur Höhe der europäischen Zivili-
sation im 19. Jahrhundert. Natürlich müßte sich auch die Entwicklung
des weiblichen Geschlechtes von der absoluten Rechtlosigkeit über Frau-
enraub und Magdtum allmählich aus der Unterdrückung durch den Man-
ne zur höheren Gesittung vollzogen und endlich zur Gleichberechtigung
als Genossin in der marxistischen Gesellschaft geführt haben.
Diese Darstellungen haben die Frauenrechtlerinnen Europas und Nord-
amerikas auf den Plan gerufen. Obwohl längst von der Völkerkunde wi-
derlegt, sind sie auch heute noch ein beliebtes Thema marxistischer Ge-
sellschaftslehre. So schrieb Bebel: „Die Eheform wird durch unsere Wirt-
schaftsform bestimmt. Die heutige Eheform ist eine historische Katego-
rie, die erst mit dem Entstehen des Privateigentums an Grund und Boden
und an den Arbeitsmitteln in Erscheinung getreten ist.“
Die „Befreiung“ der Frau in der kommunistischen Gesellschaftsordnung
sieht schließlich ihr Ideal in der „freien Liebe“.
Hier liegen im Verein mit der liberalistischen Auffassung von der schran-
kenlosen Freiheit des Individuums die ideologischen Wurzeln heutiger
Gesellschaftspolitik, die nach wie vor die Frau als bloßes Geschlechts-
wesen wertet.

Die deutsche Frauenbewegung

Die deutsche Frauenbewegung entstand aus der Sicht sozialer Mißver-


hältnisse. Es muß zu ihrer Ehre gesagt werden, daß es nicht Frauenrecht-
lerinnentum war, das sie bewegte, sondern das Wissen um die volksmüt-
terliche Verantwortung der Frau.
Außergewöhnlich tüchtige frauliche Persönlichkeiten wie Henriette Schra-
der, Hedwig Heyl und Helene Lange haben theoretisch und praktisch dar-
an gearbeitet, die soziale Lage und Bildung der Frau zu verbessern. He-
lene Lange schreibt 1903 in der von ihr herausgegebenen Zeitschrift „Die
Frau“:
„Neben dem starken Mann soll die starke Frau stehen, stark durch
alle Mittel menschlicher Bildung, stark in der Behauptung ihrer
innersten Natur, deren springender Punkt die Mütterlichkeit ist.“

84
Es geht ihr um das Aufgreifen und Ausweiten fraulicher Aufgaben im
Bereich des Volkes. Von jenen Frauen wollen wir nicht sprechen, die
persönlicher Ehrgeiz und Egoismus angefeuert haben, jene unangenehme
Note frauenrechtlerischer Forderungen zu verkörpern, und die mit Recht
als das Schreckbild der emanzipierten Frau vom männlichen und weibli-
chen Geschlecht abgelehnt werden.
Die Leistungen der deutschen Frau im Ersten Weltkrieg bezeugen erneut
die in ihr schlummernden Kräfte nationaler Opferfähigkeit. In der furcht-
baren Notzeit, die nun für die Heimat anbrach, erfüllte sie unbekannt wie
der Soldat an der Front ihre Pflicht als Arbeiterin in den Munitionsfabri-
ken, als Bäuerin vor dem Pflug – denn das Gespann war dem Bauern ins
Feld gefolgt –, als Fürsorgerin, in den Verkehrsmitteln und an den Ma-
schinen, als von Sorge getriebene Mutter und nicht zuletzt als Schwester
des Roten Kreuzes. Die Behauptung, die deutsche Frau habe im Ersten
Weltkrieg versagt, kommt der Behauptung gleich, der deutsche Frontsol-
dat hätte den Krieg verloren. Es waren andere Kräfte am Werke, die den
Widerstand der Heimat zermürbten.
Das Erlebnis des Krieges hat die Frauen aufgeschlossener und hellhöri-
ger für die Schicksalsfragen des Volkes gemacht. Mit dem Stimmzettel in
der Hand schenken sie ihr Vertrauen dem Mann, der ihnen soziale Ge-
rechtigkeit und den Frieden einer wahren Volksgemeinschaft ohne zerset-
zenden Klassenkampf verheißt.
Und ich weigere mich, um eines korrupten Zeitgeistes willen die Wahr-
heit dessen zu verhehlen, was ich mit Hunderttausenden anderen Frauen
in dieser Zeit als Idealbild empfangen habe: die Erziehung des deutschen
Mädchens zur selbständigen fraulichen Persönlichkeit an der Seite des
Mannes. Es war das Bild der Frau und Mutter, deren Ehre in hoher Gesit-
tung liegt, die sie in der Treue zu ihrem Volke lebt. Zum ersten Mal in
einer tausendjährigen Geschichte wird die Brücke dorthin geschlagen,
wo das deutsche Frauentum rein und unversehrt aus der Prägung des
angestammten Raumes hervorgegangen ist. Mehr noch als körperliche
Merkmale sind die geistigen und seelischen Linien eines Menschentypus
unauslöschlich vom Erbgut eingeprägt. Wenn wir uns ein Bild der Frau
für die Zukunft vorstellen, so kann es nur jenes sein, das in tiefem Ein-
klang zur eigengearteten Wesenheit unseres Volkes steht. Nicht die Wie-

85
derholung der Formen, sondern jenes innere Gesetz muß uns der untrüg-
liche Leitstern der Gestaltung kommender Zeit sein. Die Familie wird im
Mittelpunkt stehen, denn es gibt keine anderen Formen der menschlichen
Gemeinschaft, die Gesittung und Ordnung einer lebensnotwendigen Kul-
tur verbürgen. Das erweiterte Blickfeld einer um die Gesetze des Lebens
wissenden und an der Gestaltung des volklichen Lebens teilnehmenden
Frau wird sie zu erhöhten Leistungsmöglichkeiten und weitgestecktem
Wirkungskreis führen.

Bewährung im Kriege

Im Zweiten Weltkrieg wird eine in der Geschichte beispiellose Bewäh-


rung der Frauen eines ganzen Volkes vorgelebt. Das Heldenlied der unbe-
kannten Frau und Mutter des großen Krieges ist noch nicht geschrieben.
Sie war für Front und Heimat eine Quelle der Kraft. Wer wollte das Op-
fer eines unermüdlichen Einsatzes, der dauernden Sorge um den Sohn
und Gatten ganz ermessen können und ihre gläubige Standfestigkeit und
Härte, mit der sie den gegen die Heimat geführten Bombenkrieg durch-
kämpft und durchlitten haben? Die Tragödie der deutschen Austreibung
aus der Heimat lastete auf ihren Schultern, und noch heute gellen uns die
Haßworte Ilja Ehrenburgs in den Ohren:
„Tötet sie, schändet sie, die deutschen Frauen, wo ihr sie trefft,
und zerbrecht ihren germanischen Hochmut ...“
Wir bauen Denkmäler unseren heldenhaften Soldaten. Wann setzen wir
dem Heldentum der unbekannten deutschen Frau und Mutter ein Mahn-
mal? Vielleicht findet sich ein Meister, der jenes Bild ins künstlerische
Maß hebt, das Männer fanden, als sie in einen verschütteten Keller ein-
drangen: wie eine Vision stand vor ihnen eine Mutter, über dem Haupte
mit gestreckten Armen ein Kind haltend. Klirrend brach das Skelett in
sich zusammen, als das Vakuum des Raumes mit Luft gefüllt wurde. Vor
den eindringenden Wassermassen hatte der todesbereite Opfermut der Frau
vermocht, das Kind noch über ihr Sterben hinaus dem Leben entgegenzu-
strecken.
Ein geschlagenes und gedemütigtes Volk, pausenlos von den Propagan-

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dalügen seiner Feinde verwirrt, lebt seinen Alltag nun in geschichtlicher
Kraftlosigkeit. Und dennoch setzt es Zeichen, die in seine dunkle Zeit
leuchten.
Als die Wunden noch offen bluten und viele versuchen, die heile Haut zu
retten, auch unter Aufgabe von Ehre und Würde, bricht in die Tage der
Verzweiflung das Licht der genialen großen Künstlerpersönlichkeit Elly
Ney. Wie vielen mag sie mit ihrer begnadeten Kunst wieder den Lebens-
mut aufgerichtet haben! Wer kann ermessen, was diese Stunden deut-
scher Musik für die Landsberger Todgeweihten bedeutet haben, die ihnen
diese Frau aus der hochherzigen Gesinnung ihrer Mütterlichkeit furcht-
los darbrachte?
Denken wir an das Schicksal der Ilse Heß, so will uns scheinen, eine der
Treuegestalten aus den alten Sagas sei aufgestanden, um vor dem chaoti-
schen Abgrund unserer Tage das Bild edelsten Frauentums aufzurichten
und die Fratze von Würdelosigkeit und Genußsucht zu überstrahlen.
Und wie vermag es unsere Hochachtung zu erringen, daß die Hüterin des
Wagnerschen Erbes und würdige Nachfolgerin einer Cosima Wagner die
erlebte Wahrheit vor aller Welt bezeugt! Frau Winifred wird ihren Rang
in der Kulturgeschichte behaupten, wenn jene bezahlten Kreaturen, die
ihr Frauentum in den Morast ihrer niedrigen Gesinnung ziehen wollten,
längst der allgemeinen Verachtung preisgegeben sind.
Unter allen diesen Frauenschicksalen darf ein Name nicht unausgespro-
chen bleiben: Flugkapitän Hanna Reitsch. Sie war eine außergewöhnli-
che Frau von zierlicher Gestalt, aber ausgestattet mit einer seltenen Mi-
schung aus männlicher Tatkraft und fraulicher Seelenstärke. Einer gro-
ßen Leidenschaft für das Fliegen gesellten sich Charakterfestigkeit und
eine tiefe Liebe zu ihrem Volk und Vaterland. Noch lange nach dem Krie-
ge bis kurz vor ihrem Tod feiert ihr fliegerisches Können weltweite Tri-
umphe. Als Testpilotin der Deutschen Luftwaffe vollbringt sie mit hohem
Einsatz und zähem Willen unglaubliche fliegerische Leistungen, beseelt
vom unbändigen Glauben an den gerechten Kampf ihres Volkes. „Fliegen
– mein Leben“ ist ihr bekanntestes Buch; sie schreibt so echt und wahr,
wie sie gelebt und gedacht hat. So hat sie sich einen bleibenden Platz in
den Herzen des Volkes erobert, aber auch in der Hochachtung anderer
Völker. Ihr letztes Buch, das sie als unbestechliche Zeugin ihrer Zeit sich

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zu schreiben verpflichtet fühlte, ist seitdem verschollen; sie starb plötz-
lich und unerwartet ...

Entwürdigung

Noch nie wurden die Frauen in ihrem Werte und in ihrer Würde so getrof-
fen und herabgesetzt, wie dies heute im Namen von Freiheit, Wohlstand
und verlogener individualistischer Glückserfüllung geschieht.
Ich kann nicht glauben, daß der Masse deutscher Frauen und Mädchen
das natürliche Gefühl verlorenging, das ihnen den Willen zum Kind und
zur Erfüllung ihrer Mütterlichkeit gibt. Aber Reizüberflutung und Be-
quemlichkeit, materielle Gewinnsucht und schließlich die Schädigungen
einer naturgegebenen Fruchtbarkeit verrichten ihr verheerendes Werk. Der
Plan ist wahrhaft teuflisch. Die Zahlen des Geburtenrückganges sind alar-
mierend, doch kennzeichnen sie allein das ganze Ausmaß des Unglückes
nicht. Sie schließen unwiederbringlich verlorene gute und beste Erbanla-
gen unseres Volkes ein, weil ganze Familien durch Bequemlichkeit und
falsche Vorstellungen vom Lebensglück ausgerottet werden.
Wir sind darum weit davon entfernt, dem sogenannten Jahr der Frau, das
besser „Jahr der größten Erniedrigung der Frau“ heißen müßte, unseren
Beifall zu zollen. Der Anlaß zum Thema Frauentum liegt für uns in dem
geschichtlich beispiellosen Angriff auf die naturgegebene Ordnung von
Ehe und Familie als den Grundlagen unserer Kultur!
Wir erkennen im Liberalismus mit seinem Ideal von der schrankenlosen
Freiheit der Geschlechter und dem aus gleicher Wurzel stammenden Mar-
xismus mit seiner Entwicklungstheorie die geistigen Väter. Nicht um-
sonst bezeichnet Adolf Helbok in seinem Werk „Deutsche Volksgeschichte“
den Liberalismus als den verheerenden Feind unseres Volkes und seiner
gewachsenen Ordnung. Auch wenn die Naturwissenschaft schon gegen
ihn ihren tödlichen Stoß geführt hat, – wir erleben noch immer seine krank-
machenden Auswirkungen. Seit fast zwei Jahrhunderten wirft uns sein
verzerrender Spiegel ein falsches Bild der Wirklichkeit zurück, wirken
seine auflösenden Thesen jeder Bindung und Opferfähigkeit entgegen.
Sein Weg führt von der Gleichheit zur angeblichen Gleichberechtigung

88
und von dort über die Entwürdigung der Frau zum Weibchen.
Wie Hohn wirkt daher jener Versuch der internationalen Demokratie, als
Zeichen der „Gleichberechtigung“ und „Freiheit“ jene gesellschaftspoli-
tischen Modelle zu verwirklichen, die sie zum bloßen Geschlechtswesen
stempelt, das nach dem Motto „mein Bauch gehört mir“ sich ungehemmt
der Pille und der Abtreibung bedienen kann.
Damit wird die Frau aus dem Bereich ihrer von Natur und Kultur zuge-
wiesenen Aufgaben als Erzieherin und Kulturträgerin vertrieben. Die hohe
und verantwortungsvolle Sendung der Frau ist aber allein schon dadurch
gekennzeichnet, daß das „Abreißen der Tradition“ vielfach durch die Ent-
fremdung der Frau von ihren familiären und erzieherischen Aufgaben
bedingt ist. Wenn die Kulturentfremdung der nachwachsenden Generati-
on noch weiter fortgeschritten ist, wird es offensichtlich sein, wie sehr die
Frau als Kulturträgerin unterschätzt worden ist. Hans F. K. Günther stellt
fest:
„Ein Staat kann geraume Zeit nach Lockerung der sittlichen An-
schauungen der Männer bestehen; bei Lockerung der sittlichen
Anschauungen der Frauen stürzt er rasch zusammen.“

Kulturelle Aufgabe

Der Kulturhistoriker und Genealoge Adolf Helbok sagt:


„Das wahre Bild der Kultur gewinnt man nur an den alltäglichen
Erscheinungen, nicht an den Schaustellungen der Festtage.“
Die Gestaltung des Alltags liegt jedoch zu einem erheblichen Teil in den
Händen der Frauen. Die Weitergabe des Kulturgutes bei der Bildung des
aufwachsenden Kindes, die Weckung der Kräfte des Gemütes durch die
Sprache, durch Kinderlied, Märchen und Brauchtum, die Erziehung in
überlieferten Formen der Gesittung, all dem kommt eine überragende
Bedeutung zu für die weitere Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit
als Kulturwesen. Und hier vermag vor allem die hautnahe Wärme der
mütterlichen Fürsorge die seelischen und geistigen Anlagen ungestört zu
entwickeln. Nur das Fehlen der mütterlichen Hand und der Hege einer

89
gesunden Familie kann jene kulturentfremdeten Wesen hervorbringen, wie
sie uns heute schon vielfach auf dem seelenentkräftenden Pflaster der
Großstadt begegnen.
Die totale Verwirklichung der liberalistisch-rnarxistischen Gesellschafts-
politik hätte einen verheerenden Niedergang unserer Kultur zur Folge. Es
geht um nicht mehr und nicht weniger als um die Zerstörung der lebener-
haltenden und kulturtragenden Zellen des Organismus von Volk und Staat.
Deshalb kommt der Frau und Mutter heute eine tragende Rolle in der
Abwehr der zersetzenden Erscheinungen unserer Zeit und in der Bewah-
rung dessen zu, was Jahrtausende vorher an Schätzen von Sitte und Brauch,
von Artwissen und Gefühlsreichtum angehäuft haben. Es wird ihr trotz
aller Anfechtungen gelingen, mit wesenssicherer Hand und stiller Selbst-
verständlichkeit, die keines lauten Beifalls bedarf, was Generationen von
Frauen opferbereit vorgelebt haben: die Familie als einen Hort unseres
Menschentums zu bewahren. Sie in einem Zeitabschnitt zu bewahren,
der voller Gärung die Grundfesten unserer Kultur ebenso bedroht, wie er
das Tor aufzustoßen vermag in die Erkenntniswelt eines neuen Jahr-
hunderts. Der Mann wird ihr dabei als wachsames Haupt und Erhalter
der Familie zur Seite stehen, wie er das geschichtliche Maß setzen muß,
das unser aller Leben bestimmt.
Solange jedoch die Kriegsdienstverweigerung des Mannes keine Schande
ist, wird auch der Gebärstreik der Frau nicht als unsittliche Handlung
verurteilt werden können. Solange das Leben Selbstzweck ist mit den
Pseudo-Idealen von Genuß und Bequemlichkeit, wird auch das Mutter-
tum als unbequem abgelehnt werden. Fehlender Opfermut in Wehrhaftig-
keit und Fruchtbarkeit aber führen zum Untergang eines Volkes.
Nicht der geschirrwaschende Pantoffelheld, sondern der verantwortungs-
bewußte, leistungswillige und mutige Mann ist das Idealbild einer gesun-
den und selbstbewußten deutschen Frau. Nur am Bilde des Mannes wird
sich das Bild der Frau wiederaufrichten lassen. In seinem Schutz wird sie
sich voll entfalten können zu seinem Idealbild von Schönheit und Güte
und in der Liebe und Treue zu ihrem Volk.

———

90
Otto von Bismarck
(August 1998)

“Bismarcks umstrittene Politik”. Diese Abwertung des Reichsgründers


Otto von Bismarck anläßlich seines 100. Todestages am 30. Juli 1998
durch die international gelenkte Presse enthüllt eine reichsfeindliche Ein-
stellung, die von damals bis heute ihre insgesamt antinational orientierte
historische Ansicht politisch vertritt. Dazu gehört durchaus auch die Rom-
kirche.
Das Reich wurde von den deutschen Fürsten gegründet; der Wille zum
Reich, zu einem einheitlichen deutschen Nationalstaat, war im gesamten
Volke – oftmals enttäuscht – übermächtig geworden. Rom kam der deut-
schen Reichsgründung, dem Werke Bismarcks, nur um Stunden mit der
Errichtung des Unfehlbarkeitsdogmas des Papstes zuvor. Das war im
Bunde mit der Politik Frankreichs eine Kampfansage gegen das eben erst
erstandene Reich. Die Folge war der sogenannte Kulturkampf, unter dem
die geschichtliche Auseinandersetzung Rom–Reich fortgesetzt werden
sollte. Im ideologischen und auch handfesten politischen Angriff traten
die verschiedensten Kräfte an:
Die liberalistische Partei = Freimaurertum – die Zentrumspartei = Rom-
kirche – der Marxismus = SPD – und die soeben 1848 gegründete Inter-
nationale unter Führung der Kommunisten; dazu die magische Größe,
mit dem Wort “Bleichröder” benannt. Alle diese Kräfte hatten sich gegen
das junge Reich verschworen, um es im Auftrage internationaler Gegner
ringsherum wieder zu Fall zu bringen. Es kann vor der Geschichte nicht
bestritten werden, daß nur die überragende titanische Persönlichkeit ei-
nes Otto von Bismarck verhinderte, daß das Reich wiederum ein Spiel-
ball entgegengesetzter Interessen wurde.
Anläßlich der Wiederkehr des 175. Geburtstages Bismarcks am 1. April
1990 fand im Park von Schönhausen eine Gedenkfeier vor 1000 Besu-

91
chern aus allen deutschen Gauen, darunter vielen Einwohnern von Schön-
hausen und Umgebung, einige Monate vor der Teilwiedervereinigung noch
auf dem Boden der DDR statt.

———

Auszug aus der Festrede

Schönhausen stand 1885, vor 105 Jahren, im Mittelpunkt der ganzen


Nation. Es war der 70. Geburtstag Otto von Bismarcks, der als ein Na-
tionalfeiertag von Millionen Deutschen begangen wurde. Der Kaiser war
gekommen, um ihm das Gemälde von Anton von Werner von der Kaiser-
proklamation in Versailles 1871 überreichen zu lassen. Kaiser Wilhelm
richtete an Bismarck folgende Glückwunschadresse:
“Mein lieber Fürst, wenn sich in dem deutschen Volke und Lande
das warme Verlangen zeigt, Ihnen bei der Feier Ihres 70. Ge-
burtstages zu bestätigen, daß die Erinnerung an alles, was Sie
für die Größe des Vaterlandes getan haben, in so vielen Dankba-
ren lebt, so ist es mir ein tiefgefühltes Bedürfnis, Ihnen heute aus-
zusprechen, wie hoch es mich freut, daß ein solcher Zug des Dan-
kes und der Verehrung für Sie durch die Nation geht. Es freut
mich das für Sie, als eine wahrlich in höchstem Maße verdiente
Anerkennung und es erwärmt mir das Herz, daß sich solche Ge-
sinnung in so großer Verbreitung kundtut. Denn es ziert die Nati-
on in der Gegenwart und es stärkt die Hoffnung auf ihre Zukunft,
wenn sie Erkenntnis für das Wahre und Große zeigt und wenn sie
ihre hochverdienten Männer feiert und ehrt. An einer solchen Feier
teilzunehmen, ist mir und meinem Hause eine besondere Freude.
Sie mein lieber Fürst wissen, wie in mir jederzeit das vollste Ver-
trauen, die aufrichtigste Zuneigung und das wärmste Dankgefühl
für Sie leben wird. Mit diesen Gefühlen endige ich diese Zeilen
als über das Grab hinaus dauernd Ihr dankbarer und treuergebe-
ner Kaiser und König Wilhelm”.

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Damals, vor 105 Jahren stand das Reich auf dem Höhepunkt seiner Macht.
Heute steht es wieder als Aufgabe vor uns, wieder ein einiges Reich,
einen Staat für das Deutsche Volk zu schaffen. In die Geschichte zu se-
hen, ist eines Volkes nicht nur würdig, es ist eine Notwendigkeit. Wer
wollte denn von sich selbst nicht wissen, woher er kommt, um daraus
entwickeln zu können, wohin er geht? So muß auch ein Volk über sein
Leben, über das Leben der Nation Bescheid wissen. Wir müssen in Jahr-
hunderten denken können, ja Goethe sagte:
“Wer sich nicht von 3000 Jahren weiß Rechenschaft zu geben,
bleibt im Dunkeln, unerfahren. Er mag von Tag zu Tage leben.”
Uns Deutschen steht es am allerwenigsten an, von Tag zu Tage zu leben,
denn wir, das größte Kulturvolk Europas in seiner Mitte, stehen in be-
ständiger Gefahr. Nicht nur, daß wir um diese Gefahren wissen und sie
heute erleben – Bismarck hat sie uns immer wieder vor Augen gehalten.
Die Geschichte ist gezeichnet durch ein Auf und Ab ihrer Ideen. Nur
Raum und Volk sind die Konstanten dieser Geschichte und wirken von
Jahrhundert zu Jahrhundert fort. Das Reich, das 1871 erstand, nachdem
das erste 1805/1806 zu Grunde gegangen war, dieses Zweite Reich war
das alleinige Werk Otto von Bismarcks.
Otto von Bismarck steht am Anfang einer Entwicklung, die weiterführt
zur Bewußtwerdung des Volkes als Nation. Er ist nicht Ende, sondern
Anfang, nicht reaktionärer Beschließer einer vergangenen Zeit, sondern
der Eröffner großer Dinge und Verantworter großer Fragen, die damals
wie für die Zukunft in der Politik anstanden. Aus der Geschichte, von
Dynastien angeführt, sollte nun bald, im zwanzigsten Jahrhundert, Ge-
schichte werden, die von Völkern angeführt wird.
Doch bevor wir uns dem eigentlichen Werk Bismarcks und seiner Politik
zuwenden, sei seine Persönlichkeit etwas näher betrachtet.

Mensch und Persönlichkeit

Bismarck siedelte bald vom Geburtsort Schönhausen zum Kniephof nach


Pommern über. Er stammte aus dem Landedelmanngeschlecht der Bis-
marcks. Seine Mutter war eine Menking und kam aus einem bürgerlichen

93
Gelehrtengeschlecht. Auch das ist wichtig zu wissen, weil hier die Erb-
ströme gewisser Anlagen in Bismarck zusammentrafen. Bismarck wollte
nicht die Offizierslaufbahn einschlagen, er wollte in den Staatsdienst. So
nahm er das Studium der Rechtswissenschaften auf. Er war ein Knabe
wie jeder andere auch, voller Streiche und voller Übermut. Als er nach
Stettin ging, wurde er Corpsstudent. Das etwas lockere Leben des Herrn
Corpsstudenten drängte natürlich die Gründlichkeit der Studien zurück.
Und da auch der väterliche Wechsel nicht allzu hoch war, hatte der Herr
Studiosus Otto von Bismarck bald auch einige Schulden, und der Vater
war nicht bereit, die Schulden zu übernehmen. Da stand er nun, der junge
Bismarck, – er schildert es selbst –, eine Art von menschenpeinlicher
Stimmung griff in ihm Platz, so ähnlich meint er, muß es dem Karl Moor
einst ergangen sein, bevor er Räuberhauptmann wurde. Oder vielleicht
auch jenem Schusterjungen, der da sagt: “Es ist mein Vater schon z’recht,
dat ick friere, warum koft er mir keene Handschuh”.
Bismarck war eine Vollnatur, voller Kraft, und seine Erscheinung drück-
te dies schon körperlich aus. Ein wesentlicher Zug seines Wesens waren
Humor und Heiterkeit. Die haben ihn während seines ganzen Lebens ei-
gentlich nie verlassen. Einige Stücke dieser Bismarckischen Heiterkeit,
seines Humors, seien hier gern erzählt: Er kam als junger Rechtsreferen-
dar von Potsdam nach Berlin. Da hatte er einmal einen Berliner zu Proto-
koll zu vernehmen. Und der Berliner gab sich recht berlinerisch frech und
übermütig, so daß dem jungen Referendar die Zornesader schwoll und er
sagte: “Mein Herr, menagieren sie sich, sonst werfe ich Sie hinaus.” Dar-
aufhin sagte der im Zimmer ebenfalls anwesende Stadtgerichtsrat: “Herr
Auskultator” und klopfte damit dem jungen Bismarck auf die Schulter,
“das Hinauswerfen ist meine Sache.” Nun, Bismarck fuhr mit der Ver-
nehmung fort, und der Berliner wollte und wollte sich nicht mäßigen. Da
Bismarck zum zweitenmal: “Herr, wenn Sie sich nicht endlich menagie-
ren, lasse ich Sie durch den Herrn Stadtgerichtsrat hinauswerfen.”
Das war Bismarckischer Humor und das war seine Adresse an die Büro-
kratie. Er wäre lieber aufs Land gegangen, auf sein Gut als Landedel-
mann, hätte sich lieber an der Natur ergötzt bei der Jagd und seine Güter
verwaltet. Bismarck rettete auch eines Tages einem Pferdeknecht das
Leben. Er holte ihn aus dem Wasser heraus; das Pferd war in eine Untiefe
geraten, und Bismarck zog den Burschen an Land. Dafür bekam er die

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Lebensrettungsmedaille und trug sie als Orden auf der Brust. In Frank-
furt beim Bundestag kam ein sehr kavaliersmäßiger Herr auf ihn zu, tipp-
te mit seiner Zigarre auf Bismarcks Brust und fragte: “Was ist denn das?”
“Ja”, sagte Bismarck, “mein Herr, ich habe zuweilen die Gewohnheit,
einem Menschen das Leben zu retten.”
Bismarck bereitet sich auf den Staatsdienst vor, wird zum Weltmann,
bildet sich kavaliersmäßig aus, auf dem glatten Parkett der Diplomatie
bald zu Hause und Mittelpunkt der großen und galanten Gesellschaft,
besonders auch der Damen, er verliebt sich einige Male, kurz und gut, er
erlebt die Zeit des Sturmes und Dranges wie jeder junge Mann, bevor er
das Gleichgewicht in sich selber findet. Das fand Bismarck auch bald, als
er dann aufs Land zog zu seinem geliebten Kniephof und in die Gesell-
schaft jener Frau geriet, die 1847 seine Frau werden sollte – Johanna von
Putkammer. 1845 war er wieder in Schönhausen, war der Gutsherr, ließ
sich als Deichhauptmann einsetzen und betreute den unteren Magdebur-
ger Deichbezirk.
Ein Brief an seine spätere Frau Johanna sei hier wiedergegeben, um nicht
nur vor Augen zu führen, über welche wunderbare Prosa Otto von Bis-
marck verfügte, sondern auch mit welcher Liebenswürdigkeit er mit sei-
ner Frau verkehrte. Diese Liebenswürdigkeit, die große Liebe, hat Zeit
seines Lebens bis zum Tode seiner Frau angehalten. Bismarck schildert
hier 1847 seine Tätigkeit als Deichhauptmann:
“... daß es nicht bis zum 11. April Schnee gibt und minus 10 Grad
bleibt, zeigt der Augenschein, und vermutlich vom Freitag an
kannst Du, wenn Du abends warm im Sofa sitzt, oder des Nachts
durch Mama erweckt wirst daran denken, wie das zerfetzte Fähn-
lein Deines Ritters und Knechtes im nächtlichen Sturm und Re-
gen am Rande der aufrührerischen Fluten flattert, auf einem brau-
nen Pferde, das Ohr spitzend und schnarchend, seinen Schrecken
über den donnernden Lärm der Schlacht zu erkennen gibt, die
sich die riesigen Eisfelder untereinander liefern, wenn sie sich in
Zwietracht gelöst haben und ihre mächtigen Trümmer sich im
Strudel auftürmen und zersplittern. Hast Du nie den Eisgang ei-
nes großen Stromes gesehen? Es ist eins der imposantesten Schau-
spiele in der Natur. Leb wohl, die Eisschollen spielen mir den

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Pappenheimer Marsch zum Ruf und der Chor der berittenen Bau-
ern singt: Steht auf Kameraden, warum tun sie es in Kürze denn
nicht wirklich.”
Soweit Bismarck in der Schilderung seiner Erlebnisse beim Eisgang der
Elbe.
Bismarck vertieft sich nun auch unter dem Einfluß der Kreise um seine
Braut auf dem Kniephof in die deutsche Geschichte, in die Philosophie,
er ist ein großer Freund Goethes und Schillers und liest und studiert ande-
re Große, auch seine Liebe zur Musik ist unbedingt zu erwähnen. Bis-
marck liebt ganz besonders Beethoven; bei den Beethovenschen Sonaten
hat man ihn schon auf die tiefste Art erschüttert gesehen. Damit werfen
wir einen Blick auf Bismarcks Wesen. Er war eine Kampfnatur von tapferer
und ritterlicher Haltung. Die hat er allzeit bewiesen, auch dem Gegner
gegenüber, ja sein eiserner Wille, er heißt ja nicht umsonst der “Eiserne
Kanzler”, lag begründet in seiner Unbeugsamkeit, mit der er seine Politik
verfolgt hat. Nicht Widersprüche in seiner Politik, sondern das unbeirr-
bar, ohne sich ablenken zu lassen, fest ins Auge gefaßte Ziel seiner Poli-
tik, das war es, das ihn immer die notwendigen Mittel einsetzen ließ.
Bismarck war von einer urwüchsigen Kraft, die auch besonders in jungen
Jahren zum Übermut neigte. Er war nicht nur ein Meister des Prosastils.
Er war auch der größte Stegreifredner seiner Zeit im preußischen Parla-
ment wie auch im Reichstag und von sprachlicher Gewandtheit auf dem
diplomatischen Parkett. Heiterkeit und Humor immer mit sich führend,
war er ein Mensch von großer Liebenswürdigkeit im persönlichen und
privaten Umgang. Alle von Rang und Namen, die über ihn berichten,
schildern Bismarck als den großen liebenswürdigen Menschen mit dem
weiten Herzen, Standesdünkel war ihm völlig fremd. Er liebte die Natur
und die Jagd, und wir können uns vorstellen, wie er hier in Schönhausen
sein Regiment als Rittergutsherr geführt, wie er sich auch um jeden Tage-
löhner, um jeden kleinen Bauern, um alle Angehörigen seiner ihm anver-
trauten Lande gekümmert hat.

Diplomat und Staatsmann

Auf der anderen Seite war er ein Weltmann von elegantesten Manieren,

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ein Diplomat, wie er sicherlich von dieser Güte und Klasse auch auf den
europäischen, diplomatischen Bühnen bisher nicht gesehen ward. Aber
mit dem Unterschied – und da war er ganz deutsch –: seine Diplomatie
war stets redlich und klug. Das war es letzten Endes, was seine Stellung
in Europa als Staatsmann begründete. Man konnte auf Bismarck bauen,
er war zwar unberechenbar in bezug auf seine Schritte, die er morgen
setzen würde, aber er war einkalkulierbar als ein offener, mutiger Cha-
rakter. Es war eben seine alles überragende Staatskunst, die jeden ande-
ren, ob nun Kaiser, König oder Minister, in die Defensive brachte. Als
Abgeordneter und dann als Abgesandter Preußens auf dem Bundestag in
Frankfurt erwirbt er sich Lorbeeren auf dem diplomatischen Parkett. Er
ist dann Gesandter in Petersburg und Paris (das ist sehr wichtig zu wis-
sen), lernt dort die Gewohnheiten kennen, erwirbt eine große Menschen-
kenntnis, die ihn befähigt, die Menschen sofort richtig einzuschätzen, denen
er gegenübertritt.
Das war für ihn später, als er die Außenpolitik nicht nur Preußens, son-
dern des Reiches führen mußte, eine große Hilfe. Bald war es überall
bekannt: Bismarck ist ein aufsteigender Stern, Bismarck ist der beste
Mann, den Preußen in die Arena der Politik schicken kann. Aber es dau-
erte lange, bis er geholt wurde, bis ein König ihn brauchte. Wie oft hat
der Kriegsminister Roon einen Vorstoß gemacht. Aber erst, als der König
Wilhelm I. mit seiner eigenen Politik gescheitert war, rief er Bismarck. Es
ging um die Heeresreform des preußischen Staates, und da hatte er in
Bismarck gerade den richtigen Mann, der sie durchzusetzen bereit und in
der Lage war. Die Heeresreform, so hören wir später von Bismarck, war
ganz und gar das Werk des Königs Wilhelm I. von Preußen. Aber Bis-
marck bekannte sich dazu. Wilhelm wollte bereits abdanken, weil das
Parlament ihm die Heeresvorlage und die nötigen Mittel dazu nicht ge-
währen wollte. Da trat Bismarck an seine Seite und es begann die große
Auseinandersetzung, als er am 18.9.1862 Ministerpräsident Preußens
wurde. Es beginnt der Kampf mit dem Parlament, und Bismarck war
bereit, die Alternative zu stellen: Krone oder Parlament. Er wählte die
Krone. Genauso wie er 1848, als die sehr vom Westen her bestimmte
Revolution Einzug hielt, ein Reaktionär war, der sich auf die Seite des
Fürsten und der Krone gestellt hat.
Sein Kampf um die Deutsche Einheit beginnt.

97
———

“... Ich habe von Anfang meiner Karriere an nur den einen Leit-
stern gehabt: Durch welche Mittel und auf welchem Weg kann ich
Deutschland zu einer Einigung bringen und, so weit dies erreicht
ist, wie kann ich diese Einigung befestigen, fördern und so gestal-
ten, daß sie aus freiem Willen aller Mitwirkenden dauernd erhal-
ten wird.”
Fürst Bismarck, am 9.7.1879

———

Wie sah es im damaligen Deutschland aus? 1789 ging die Französische


Revolution in Paris über die Bühne und griff auch weit nach Osten in das
Deutsche Volk hinein, das ihr zunächst nichts Eigenes entgegenzusetzen
hatte. Erst der Befreiungskampf war die deutsche Antwort auf die Fran-
zösische Revolution und die Napoleonischen Kriege. Ein nationales Frei-
heitsbegehren ging durch die ganze Nation, herbeigeführt durch Arndt,
Stein und all die Großen, die wir aus der Geschichte kennen. Der große
Staatsmann Freiherr vom und zum Stein sagte damals:
“Ich habe jetzt nur ein Vaterland, und das heißt Deutschland.”
Aber bevor das eine Vaterland Deutschland verwirklicht werden konnte,
mußten noch vier Generationen vergehen. Das tiefe Sehnen nach Kaiser
und Reich, das das Deutsche Volk während seines Befreiungskampfes
gegen Napoleon ergriffen hatte, wurde betrogen und tief enttäuscht, denn
der Friede von 1815, im Wiener Kongreß niedergelegt, brachte den Deut-
schen Bund hervor, dessen Bundesakten, die unmittelbar nach der Geburt
Otto von Bismarcks, nämlich am 8.6.1815 ausgerufen wurden, zum Tra-
gen kamen. Diese Bundesakten bezeichnet Bismarck später als die arm-
seligste Verfassung, die Deutschland bis dahin je gehabt hat. Die armse-
lige Verfassung, der Deutsche Bund, beinhaltete 34 souveräne Fürsten
und vier reichsfreie Städte, immerhin nach dem Westfälischen Frieden

98
schon vermindert von 365 Staaten und tausenden Einzelgebilden auf 38
souveräne Staaten, die eine eigene Außenpolitik und eigenen Zollverein
betrieben. Zwischen Pforzheim und Ulm gab es damals drei Briefmar-
ken! So sah es im deutschen Vaterlande aus. Der Deutsche Bund aber, in
dem die beiden Großmächte Preußen und Österreich nun rivalisierend
auftraten, (Österreich hatte durch seinen Kanzler Metternich dafür ge-
sorgt, daß Preußen niedergehalten wurde; die preußischen Ostprovinzen
durften diesem Deutschen Bund nicht angehören.), dieser Deutsche Bund
war natürlich kein Instrument, das zu einer Deutschen Einheit hätte füh-
ren können. Er wurde beherrscht von dem Dualismus Österreich und Preu-
ßen. Damals hat die Sehnsucht der Deutschen nach Kaiser und Reich,
nach der großen Einigung, die besten Geister der Nation aufgeboten. “Die
Ritter des Geistes”, die in der Paulskirche zusammenkamen,

———

“Wenn es wirklich gelingt, auf dem neuen Wege, der jetzt einge-
schlagen ist, ein einiges deutsches Vaterland, einen glücklichen
oder auch gesetzmäßig geordneten Zustand zu erlangen, dann
wird der Augenblick gekommen sein, wo ich dem Urheber der
neuen Ordnung der Dinge meinen Dank aussprechen kann; jetzt
aber ist es mir nicht möglich.”
Bismarck im Landtag am 2.4.1848

———

versuchten eine neue volksnahe Verfassung hervorzubringen. Aber sie


waren ohne Macht und ohne exekutive Gewalt. Liberalistisches Denken
durchsetzte ihre nationalen Willenskundgebungen. Ein Staat läßt sich eben
nicht durch Reden und Parlamentsbeschlüsse bilden, sondern durch Macht
werden die großen Fragen der Zeit entschieden. Das hat Bismarck deut-
lich in seiner Auseinandersetzung mit dem Parlament 1862 mit den be-
rühmten Worten “durch Blut und Eisen” ausgesprochen.

99
———

“Sympathien und Antipathien in betreff auswärtiger Mächte und


Personen vermag ich vor meinem Pflichtgefühl im auswärtigen
Dienst meines Landes nicht zu rechtfertigen, weder an mir, noch
an anderen; es ist darin der Embryo der Untreue gegen den Herrn
oder das Land, dem man dient.“
Bismarck 1882

———

Bismarck und das Parlament

Es war ein ständiger, aufreibender Kampf Bismarcks mit dem Parlament.


Bei allem guten Willen verstand man nicht, daß das Reich, ein deutscher
Staat nur geschaffen werden konnte durch Macht. Bismarck hoffte und
hat dafür gesorgt, daß die Macht Preußens – und Macht heißt natürlich
auch militärische Macht – so groß wurde, daß sich Deutschland auf diese
Macht verlassen konnte. Aber es konnte auch kein einiges Deutschland
werden, um das zwei gemeinsam buhlten, nämlich Österreich und Preu-
ßen. Bismarck war durchaus kein Feind Österreichs, im Gegenteil. Aber
er wurde gewahr, daß Österreich, um sich im deutschen Raum durchzu-
setzen, bereit war, auch Bündnisse mit den Feinden, also mit den umlie-
genden nichtdeutschen Staaten einzugehen. Und das war nicht nach Bis-
marcks Art, denn Bismarck wollte nicht, daß die Deutsche Einheit durch
fremde Einflüsse und durch fremdes Eintreten geschaffen werden könnte.
So war also die Auseinandersetzung im deutschen Raume zwischen Preu-
ßen und Österreich unvermeidlich geworden.

Die weitsichtige Politik Bismarcks

Was hat man Bismarck doch alles vorgeworfen – große Leute wie der
berühmte Professor Virchow, Mommsen und Gustav Freytag nannten ihn
sogar Verräter an der Deutschen Einheit, er schlüge alles was da ist, ent-

100
zwei. Doch für Bismarck gab es nur eines: das Reich zu bauen. Dieses
Ziel hatte er unverrückbar vor Augen. Österreich tat den ersten Schritt,
um dieses Duell, wie es Bismarck nannte, auszufechten. Für Bismarck
war es ein Rivalitätskampf, den er streng unterschied etwa von einem
Krieg mit Frankreich. Es war die Auseinandersetzung im eigenen Hause.
Du oder ich, einer nur kann regieren, einer nur die Deutsche Einheit schaf-
fen. Inzwischen waren ja auch die Verträge von 1815 mehr oder weniger
de facto aufgelöst, der Frankfurter Fürstentag kam nicht zustande. 1864
brach der Krieg mit Dänemark aus, in dem Preußen und Österreich ge-
meinsam in der Frage Schleswig-Holstein vorgingen, dann aber dieses
Schleswig-Holstein zum Zankapfel wurde. Noch einmal einigte man sich
in Gastein, aber der Zeitpunkt des Krieges war gekommen. Preußen war
darauf vorbereitet, und der preußische Feldmarschall Helmut von Moltke
trat mit dem preußischer Heere an. Nun sollte es sich erweisen, daß die
Heeresreform des Königs Wilhelm I. den österreichischen Truppen über-
legen war; die preußischen Truppen trugen schließlich bei Königgrätz
1866 den Sieg davon. Der Krieg mit Österreich war kein Eroberungs-
krieg, noch ein Krieg, der Gebietsansprüche nach sich ziehen würde, noch
eine Bestrafung Österreichs. Bismarck wollte ganz und gar keine Demü-
tigung. Im Gegenteil: am 23.8.1866 wurde Friede zwischen Preußen und
Osterreich geschlossen. Es war klar: Preußen war nun mehr der Herr im
deutschen Raum. In dieser geschichtlichen Stunde zeigte sich die ganze
Größe Bismarcks, zeigte sich das Genie, denn König Wilhelm wollte nun
als der Sieger, der er doch war, weitermarschieren, nach Wien, das wollte
er sich nicht entgehen lassen. Es gab einen gigantischen Kampf zwischen
dem König und seinem Ministerpräsidenten Bismarck. Bismarck war drauf
und dran, sein Amt zur Verfügung zu stellen: Entweder ein Friede mit
Österreich ohne irgendeine Forderung, oder Bismarck scheidet aus dem
Amt. Der König begriff endlich, was Bismarck längst klar war; es durf-
ten keine Gefühlsrückstände negativer Art aus diesem Kriege hervorge-
hen; Bismarck dachte an das Ganze. Oft ist zu lesen und zu hören, Bis-
marck sei 1866 nach dem Sieg über Österreich vom Preußen zum Deut-
schen geworden. Es ist schlichtweg falsch. Bismarck fühlte sich schon
lange vordem als Deutscher, sonst hätte er sein Ziel nicht so klar vor
Auge haben können. Schon in jungen Jahren machte er eine Wette mit
einem seiner amerikanischen Freunde während des Studiums. Gewettet
wurde, es war um 1835, um 10 Flaschen Sekt. Bismarck wettete dafür,

101
daß in 25 Jahren die Deutsche Einheit vollzogen sei, der Amerikaner da-
gegen. Der Verlierer sollte dann übers Meer kommen. Der Verlierer war
leider Bismarck, denn es sollte noch 36 Jahre dauern.
Bismarck ging nicht übers Meer, sondern blieb in Preußen. Es wurde
nach dem Sieg über Österreich nun der Norddeutsche Bund gegründet als
Vorläufer des Deutschen Reiches mit einem Bundesrat als Zentralbehör-
de der Fürsten und dem Reichstag, in dem die Nation versammelt war mit
ihren Abgeordneten. Ein Reichstag, der also nun den Willen der Nation
verkünden sollte. Der König von Preußen hatte sich den Oberbefehl über
die Armee, über die Flotte und die Außenpolitik vorbehalten und auch die
Einsetzung der Bundesbeamten. Diese Verfassung des Norddeutschen Bun-
des wurde schließlich auch zur Grundlage der Verfassung des Deutschen
Reiches. Sie war Bismarcks Werk. Diese Verfassung gab dem Bundesrat
und den Ministern sehr viel Macht, auch dem König und später dem Kai-
ser. Die Macht lag weniger beim Parlament, das nehmen Bismarck auch
heute noch einige sehr übel und verstehen nicht, daß er die Macht noch
nicht dem Volke, also dem Parlament überantworten konnte. Doch wen-
den wir uns nun seiner Außenpolitik zu.

Bismarcks Frankreichpolitik

Bismarck hat zwei große Aufgaben ganz klar und unfehlbar ins Auge
gefaßt: das war auf der einen Seite der Kampf um die Herrschaft in
Deutschland selbst, also das Duell zwischen Preußen und Österreich. Er
hat es auch seinen Preußen ganz klar gesagt, daß es nur zwei Möglichkei-
ten gibt, das Reich zu bauen: entweder gemeinsam, oder Österreich müs-
se aus dem Reich ausscheiden. Das war sein ganz klares Konzept zur
Innenpolitik. Gleichzeitig aber mußte er die Aufgabe lösen, das neue Reich
in die Mitte der bereits bestehenden Mächte einzubauen und man kann
ruhig sagen, in die feindliche Welt. Denn alle europäischen Mächte, ob es
nun Frankreich, England oder Rußland waren, wachten eifersüchtig dar-
über, die Mitte Europas nicht erstarken zu lassen. Das war ihre Politik:
Rußland, das sehr stark in die europäischen Verhältnisse eingegriffen hat,
aber besonders Frankreich, das immer der Erzfeind war und von dem
Bismarck, als der Krieg gegen Frankreich lief und die Friedensver-

102
handlungen mit Frankreich zu besprechen waren, sagte:
“Dieses Frankreich hat uns während der letzten 200 Jahre 20-
mal den Krieg erklärt, ohne Ursache, ohne daß Deutschland pro-
voziert hätte.”
Dieses Frankreich also stillzuhalten, immer im Auge zu haben, das war
seine große außenpolitische Aufgabe. Rußland hat er sich gleich versi-
chert, mit Österreich ging er einen Freundschaftsvertrag ein nach dem
Sieg von Königgrätz. Aber Frankreich, – Frankreich war der Feind der
Deutschen Einheit seit dem Westfälischen Frieden –, die Sache mit Frank-
reich mußte so oder so ausgetragen werden.
Da Frankreich immer Händel suchte, hatten sich diese Händel auch sehr
schnell gefunden. Damals sollte ein Hohenzollernprinz in Spanien auf
den Thron. Frankreich wehrte sich dagegen, stellte unverschämte For-
derungen an Preußen und an den Norddeutschen Bund, und es kam schließ-
lich zur Kriegserklärung Frankreichs. Und nun zeigte sich die große Vor-
arbeit Bismarcks. Mittlerweile hatten auch andere begriffen, sogar die
deutschen Fürsten, welchen Weg Bismarck einzuschlagen bereit war. Nun
stand ganz Deutschland, standen alle Fürsten hinter Preußen und dem
Norddeutschen Bund. Der Krieg mit Frankreich wurde siegreich ausge-
tragen. Im Gegensatz zu Österreich war nun Bismarck durchaus nicht
bereit, die Franzosen billig wegkommen zu lassen. Die Franzosen haben
fest zahlen müssen, und zwar in barer Münze, 5 Milliarden Goldfranken,
das waren damals 5 Milliarden Deutschmark, und außerdem mußte Frank-
reich Elsaß-Lothringen, das es vor 200 Jahren geraubt hatte, wieder her-
ausrücken.
Der Weg war nun frei zur Deutschen Einheit, zum Reich der Deutschen.
In Versailles wurde 1871 König Wilhelm von Preußen zum deutschen
Kaiser gewählt, und ein Hoch aller deutschen Fürsten einigte diese Stun-
de und war das Band, das sich nun um alle Dynastien und um das Deut-
sche Volk schlang, leider nicht um das gesamte.
Bismarck war von der Notwendigkeit einer einheitlichen deutschen Staats-
gründung überzeugt. Aber es gab da auch andere Stimmen, Parteien im
Parlament, die durchaus nicht diese einheitliche Staatsmacht sehen woll-
ten, sie huldigten dem föderativen Prinzip. Die deutsche Fliehkraft, die-

103
ses deutsche Gegeneinander, wie das nun einmal aus dem Überschuß un-
serer Kraft kommt, – häufig genug an den Tag gelegt, heute im Parlament
wie damals zu Bismarcks Zeiten –, wo lieber die Interessen all derer eher
und besser vertreten werden, die feindselig die Deutsche Einheit betrach-
ten, als die Lebensinteressen des eigenen Volkes und Reiches wahrzuneh-
men. Bismarck baute daher seine notwendige Staatsrechtsform in diese
Zeit.

Bismarck und die Romkirche

Gleich stellten sich auch die großen Gegner ein. Während in Frankreich
noch gekämpft wurde und bevor die Kaiserproklamation in Versailles
erfolgte, hatten die katholische Kirche, der Papst in Rom, seine Gegenmi-
nen gelegt: Beim Vatikanischen Konzil 1870 wurde das Unfehlbarkeits-
dogma des Papstes verkündet, also eine absolutistische Herrschaft der
katholischen Kirche proklamiert, die nun versuchte, über die Zentrums-
partei in Deutschland auf die deutsche Politik Einfluß zu nehmen, eine
Art Staat im Staate zu errichten. Der Kulturkampf war kein Glaubens-
kampf, es war die uralte Auseinandersetzung zwischen Königtum und
Priestertum, wie sie durch unsere ganze Geschichte geht. Das Unfehlbar-
keitsdogma des Papstes, der als Gottes Stellvertreter auf Erden die Macht
erheischte, war die Neuauflage bzw. Fortsetzung des päpstlichen Macht-
anspruches im Mittelalter, der mit der Lüge von der sogenannten “Kon-
stantinischen Schenkung” versucht hatte, sich ins Recht zu setzen. Es
war der Zusammenstoß mit der internationalen Weltkirche, dem sich Bis-
marck nun, eben erst das Reich gegründet, als seinem größten Feind ge-
genübersah. (Ein kleines Beispiel für den Machtvorstoß Roms: Die An-
zahl der katholischen Klöster – 1898 waren es noch 992 – war bis zum
Jahre 1908 auf 5211 angewachsen.) Der Parteigänger Roms im deut-
schen Reichstag war die Zentrumspartei, so mußte sich Bismarck auf die
Liberalisten stützen, um seine Politik durchzusetzen, denn auch die kon-
servative Partei war unzuverlässig geworden. Das waren die Wechsel-
wirkungen in der Politik, die er taktisch benutzen mußte. Trotz des dau-
ernden Kampfes im Parlament, wo oft eine Welt von Haß der Bismarcki-
schen Politik gegenübertrat, ist es ihm gelungen, das Reich der Deut-
schen nach innen zu bauen und die notwendigen Antworten zu geben auf
die Fragen der Zeit. Das war eine gigantische Leistung, denn heute sehen

104
wir ganz klar, daß hier internationale Strömungen von außen versuchten
einzuwirken, um die Stärke des Reiches zu unterminieren.

———

“Bismarck ist die Schlange im Paradies der Menschheit. Durch


diese Schlange wird das deutsche Volk verführt, mehr sein zu wollen
als Gott selbst; und dieser Selbstüberhebung wird eine Er-
niedrigung folgen, wie noch kein Volk sie hat kosten müssen ...
bis dieses Reich zur Verherrlichung Gottes vergehen wird.”
Papst Pius IX. vor deutschen Pilgern

———

Bismarcks Sozialgesetzgebung

Das 19. Jahrhundert ist gekennzeichnet von großen Veränderungen. Durch


die wissenschaftlichen Leistungen des Deutschen Volkes im 18. Jahrhun-
dert wird ein neues wissenschaftliches Zeitalter begründet. Der Aufstieg
der deutschen Industrie bewirkt einen Umbruch der sozialen Schichtun-
gen im Volke. Die zahlreichen Entdeckungen, wie z. B. Aluminium und
Anilin, und der Siegeszug der Elektrizität führen eine weitgehende Indu-
strialisierung der Wirtschaft herbei und greifen tief in die gesellschaftli-
chen Verhältnisse ein. Die Großfamilie als bisherige Erwerbsquelle wird
aufgelöst. Es beginnt das biologische Zeitalter der Naturwissenschaft mit
höheren Erträgnissen der Landwirtschaft und Bevölkerungswachstum.
Das Land (Landflucht) wandert ab in die Stadt, wir haben es in Deutsch-
land mit einer starken Bevölkerungsbewegung von Ost nach West zu tun.
Der mit der Industrialisierung aufkommende neue Stand der Arbeiter wirft
für den Staat Probleme auf, die einer Lösung harrten.
Der Sozialistenführer Ferdinand Lassalle suchte noch nach Wegen, die
Arbeiterschaft in den Staat einzubinden und machte seine Vorschläge für
Mindest- und Höchstlöhne der Arbeiter. Als Marx 1848 das kommunisti-

105
sche Manifest ausruft, gerät der Arbeiter in die Gefolgschaft internatio-
naler Ideen. Der Marxismus verkündet den Klassenkampf aller gegen
alle mit den Parolen: Vaterland und Vaterlandsliebe ist Heuchelei und
Religion Humbug, und reißt tiefe Klüfte im Volke auf.
Der Staat hatte die sozialen Fragen des Arbeiterstandes, der sich nicht
betreut und vom Volke aufgenommen fühlte, noch nicht aufgegriffen.
Bismarck erkannte sehr bald, daß gehandelt werden mußte. Wenn ihm
dann in der weiteren Folge vom Parlament vorgeworfen wurde, er huldi-
ge dem Sozialismus, weil er jetzt seine Sozialgesetze durchbrachte, dann
muß mit Bismarck geantwortet werden:
“Mit dem Sozialismus, diesen Begriff habe ich längst überwun-
den, damit bin ich nicht mehr zu schrecken. Es ist eine Aufgabe
des Staates, den Arbeiter und diesen Stand in den Staat, in das
Reich zu integrieren.”
Mit diesem Programm bezog er die Arbeiterschaft in die Gemeinschaft,
zwar noch nicht in die des Volkes, aber in die Gemeinschaft des Staates
ein. 1883 wurde das Krankenversicherungsgesetz durchgebracht, 1884
das Unfallversicherungsgesetz, dann 5 Jahre später das Alters- und Inva-
lidenversicherungsgesetz und 1891 das von Bismarck bereits vorbereite-
te Arbeiterschutzgesetz. Diese staatsmännische Leistung stand vorbild-
lich in der ganzen Welt, denn vor Bismarck gab es in keinem Staate eine
moderne Sozialgesetzgebung. Bismarck hatte mit seinen Sozialgesetzen
einen neuen Weg zur Lösung der für die Arbeiterschaft anstehenden so-
zialen Fragen eingeleitet. Der moderne Sozialstaat ist durch ihn geschaf-
fen worden.
Die Arbeiter haben es später gedankt, daß sie nun ihren Platz im Staats-
wesen hatten. 1914 hat der deutsche Arbeiter die Muskete übergeschwun-
gen und ist mit der gleichen Bereitschaft wie alle deutschen Soldaten in
den Krieg gezogen, um das Reich Bismarcks zu verteidigen.
Der Virus der marxistischen Klassenkampftheorie verursachte damals
die internationale Marschrichtung der Arbeiterschaft. In diesem Jahrhun-
dert erlebten wir das Scheitern der Internationale des Proletariats. Seit
dem Zusammenbruch der Sowjetunion greift die Erkenntnis um sich, daß
die Lösung und Betreuung der sozialen Dinge eine nationale Aufgabe ist.

106
Bismarcks Außenpolitik

Welche gigantische staatsmännische Arbeitsleistung Bismarck vollbracht


hat in den 32 Jahren seiner Tätigkeit als Ministerpräsident und Reichs-
kanzler, ist in ihrem ganzen Umfang, vor allem in dieser kurzen Darstel-
lung, gar nicht faßbar: So war er nicht nur Abgeordneter im Herrenhaus,
nicht nur Außenminister, er war auch zeitweilig Handels- und Zollmini-
ster. Der dauernde Kampf mit dem Parlament zur Durchsetzung seiner
Politik brachte ihn oft an den Rand seiner physischen und psychischen
Leistungskraft.
Seine größte Aufgabe lag jedoch darin, das Reich nach außen zu sichern.
Er wußte genau, daß Frankreich seine Niederlage niemals verzeihen wür-
de: es suchte nach Rache für Verdun. Das Reich nach außen zu sichern,
nannte er “das Spiel mit den fünf Bällen”. So schloß er 1873 das Drei-
Kaiser-Abkommen: Österreich, Rußland und Deutschland. 1879 kam das
geheime Verteidigungsbündnis mit Österreich und Rußland zustande, 1881
das geheime Neutralitätsabkommen mit Österreich und Rußland und 1881
der Dreibund Deutschland–Österreich–Italien. Der geheime Rückversi-
cherungsvertrag mit Rußland war die Krone seiner genialen Außenpoli-
tik; es war eine zweite Sicherung gegenüber Frankreich. Wenn es also
zwischen den beiden Rivalen Österreich und Rußland zu kriegerischen
Auseinandersetzungen kommen sollte, so konnte sich jeweils der eine oder
andere rückversichern; damit hielt Bismarck Frankreich in Schach. Denn
würde sich Rußland verunsichert fühlen, würde es sofort ein Bündnis mit
Frankreich suchen, und das wäre tödlich für das Reich.
Diesen Zweifrontenkrieg hat Bismarck immer gefürchtet. Als es schließ-
lich zwischen ihm und dem jungen Kaiser Wilhelm II. zum Bruche kam
und 1890 Bismarcks Entlassung folgte, erneuerten jene, die nun an Bis-
marcks Stelle in Berlin saßen, den Rückversicherungsvertrag nicht. Da-
mit nahm das Unheil seinen Weg; ein Jahr später gab es schon ein Mili-
tärbündnis Rußlands mit Frankreich, zwei Jahre später dann das eigent-
liche Bündnis. Damit waren die Weichen zum Ersten Weltkrieg gestellt.
Bismarcks Politik war darauf gerichtet, uns Frankreich vom Leibe zu
halten, und je länger dies nicht gelänge, desto katastrophaler würde die
Auseinandersetzung einstens sein.

107
———

“Wir verfolgen keine Macht-, sondern Sicherheitspolitik Wir ha-


ben den Ernst und die Leiden jedes Krieges, auch eines siegrei-
chen, würdigen gelernt und sind entschlossen, denselben zu ver-
meiden, solange sich uns nicht die Überzeugung aufdrängt, daß
er unvermeidlich ist.”
Bismarck vor dem Reichstag

———

Bismarck mußte seine Politik gegen eine Welt des Hasses machen. Im
Volke war Bismarck der Große, der Genius, den das Volk tief verehrte.
Und es ist faszinierend, daß Bismarck in dem Augenblick, als er entlas-
sen wurde, in seinem Volk noch inniger verankert war, daß er noch nach
seiner Entlassung einen weiteren Aufstieg erlebte. Denn das Volk wußte
sehr wohl, wen es verloren hatte, wußte um die Größe dieses Staatsman-
nes. Haß schlug ihm entgegen von den umliegenden Staaten, Völkerhaß
und Parteienhaß, Priesterhaß und Frauenhaß, Dynastienhaß und Klas-
senhaß, damit hat er sich zeitlebens auseinandersetzen müssen. 40 Jahre
lang hat er mit seiner Politik dem Reiche und seinem Volke gedient. Eine
lange Zeit. In seinen “Gedanken und Erinnerungen” schreibt er:
“Den Söhnen und Enkeln zum Verständnis der Vergangenheit und
zur Lehre für die Zukunft.”
Sie enthalten viele Lehren, die auch heute noch und für die Zukunft gültig
sind, denn an der Tatsache, daß wir in der Mitte Europas leben, daß
ringsum andere große Staaten und Völker sind, hat sich nichts geändert.
Es ist nur noch etwas Schlimmeres hinzugetreten, daß außereuropäische
Mächte in den europäischen Kampf eingegriffen haben, zum Unglück
nicht nur unseres eigenen Volkes, sondern ganz Europas. Bismarck sagte
deshalb am Schluß seines 3. Bandes:
“Ich sehe schwere Gefahren für Deutschland, doch auch für Eu-
ropa aufsteigen. Denn je später sie eintreten wird, um so furcht-
barer wird sie sein.”

108
Und er ruft noch einmal den Abgeordneten in einer seiner letzten Reden
zu:
“Die Einheit ist die Vorbedingung unserer nationalen Unabhän-
gigkeit. Seien Sie einig und lassen Sie den nationalen Gedanken
vor Europa leuchten. Er ist augenblicklich in der Verfinsterung
begriffen.”
Dieser Augenblick ist uns in diesen Jahren und Zeiten wieder höchst ge-
genwärtig. Während wir uns mit Otto von Bismarck zum einigen Reich
der Deutschen bekennen, verkauft man es in Bonn. Dieses Reich wollen
sie nicht mehr, sie wollen nur noch einen föderativen Staat, dessen Auflö-
sung in überstaatliche Regionen in der öffentlichen Propaganda bereits
betrieben wird.
Das deutsche Haus zu bauen gelang erst zu einem Zeitpunkt, als die an-
deren größeren Völker Europas ihren Nationalstaat längst errichtet und
gefestigt hatten.
Das Volk der Mitte wurde, geschwächt nach dem verheerenden 30jähri-
gen Krieg, durch den Westfälischen Frieden und die Richelieu-Politik
Frankreichs über 200 Jahre daran gehindert.
Bismarcks Politik war die grandiose Leistung, das neue Reich der Deut-
schen “maßgeschneidert” in die Machtkonstellation der europäischen Staa-
tenwelt zu setzen.
Das geeinte Reich nahm seinen Aufstieg zu Stärke und wirtschaftlicher
Macht. Bismarcks überragende Staatskunst konnte ihm 40 Jahre des Frie-
dens sichern, bis sie sich in diesem Jahrhundert zusammengerottet haben,
die alten und die neuen Feinde: sie mußten die ganze Welt mobilisieren
mit Geld, Bodenschätzen, Wirtschaftskraft und Rüstungsmacht, mit Trup-
pen, Waffen, Schiffen und Flugzeugen, um das Reich in zwei Waf-
fengängen von brutalsten Ausmaßen zu zerstören, – und haben doch nicht
gesiegt. Das Antlitz des wahren Siegers sieht anders aus als ihre von Haß
erfüllte Macht, die heute über das Deutsche Volk zu Gericht sitzt.
Die größte Torheit, zu der Menschen überredet werden können, ist, zu
glauben, daß nun ein für allemal die Geschichte abgeschlossen sei und
wir uns mit der Rolle des Übeltäters, des Schuldigen abzufinden haben,
daß die Vergangenheit, also die Politik von gestern, keine Wirkung auf

109
Gegenwart und Zukunft habe, daß ein großes Volk ewig in Unfreiheit
verharren und geschichtslos werden könne.
Ein Genius hat das Zweite Reich geschaffen, hat es gefestigt und uns sein
Vermächtnis für die Zukunft übertragen. Das Reich ist die Lebensform
der Deutschen, das Reich nicht nur in seiner äußeren Gestalt, sondern
auch in seinem inneren Gewicht. Das dürfen wir nie vergessen.

———

110
1000 Jahre Österreich
(März 1996)

1976 feierte Österreich zum erstenmal seine tausendjährige Geschichte.


Daß 1996 zum zweitenmal tausend Jahre der Geschichte Österreichs ins
Bewußtsein gerufen werden sollen, entspringt dem Bemühen, eine Ur-
kunde aus schriftlichem Quellenmaterial an den Anfang des geschichtli-
chen Weges zu setzen. Hierbei tauchen die ersten Schwierigkeiten gegen-
wärtiger politischer Doktrin auf, für das Land Österreich einen tausend-
jährigen geschichtlichen Sonderweg zu konstruieren. Denn die Erneue-
rung der alten Ostmark Karls des Großen durch den großen deutschen
König Otto I. als Grenzmark des Reiches, nunmehr Ostarrichi genannt,
war die Fortsetzung reichischer Politik zur Sicherung des im Südosten
erworbenen Siedlungslandes. Die Geschichtsunkundigen von heute glau-
ben machen zu wollen, es habe eine eigene “österreichische Geschichte“
unabhängig von der Reichsgeschichte stattgefunden, kommt aus der volks-
feindlichen Absicht, eine bis in die heutige Gegenwart dauernde Konti-
nuität Österreichs mit der deutschen Volksgeschichte in Frage zu stellen.
Die Eigenstaatlichkeit Österreichs ist seit 1945 bei einigen Außenseitern,
die das politische Klima in Österreich bestimmend beeinflussen, von
antideutschen Zwangsvorstellungen begleitet. Ihr neurotisches Mißver-
hältnis zum Deutschen Volk und der mangelnde Mut zur geschichtlichen
Wahrheit wollen nicht zur Kenntnis nehmen, daß für den deutschen Öster-
reicher das deutsche Volksbekenntnis und das österreichische Staatsbe-
wußtsein keine Gegensätze bilden.
Aus diesem Gefühl heraus mußte aber der Wiener Bürgermeister Zilk
gehandelt haben, als er anläßlich der deutschen Teilwiedervereinigung
auf dem Wiener Rathaus die deutsche Fahne hissen ließ. Es war eben
nicht der Bürgermeister von Paris, den die Freude übermannt haben könnte,
darob die deutsche Fahne auf dem Eiffelturm aufzuziehen. Die spontane
Handlung des Bürgermeisters von Wien war keine politische; sie war der
Ausdruck deutschen Volksgefühles, dem Gedankengang des Landeshaupt-

111
mannes Josef Krainer entsprechend, der sich in der Sitzung des steiri-
schen Landtages am 7. April 1965 folgendermaßen äußerte:
“Hüten wir uns, aus dem Wort ‚deutsch‘ ein politisches Bekennt-
nis vergangener Zeiten herauszulesen. Wir sind Österreicher und
sprechen die deutsche Sprache. Viele verwandtschaftliche und
menschliche Beziehungen verbinden uns mit deutschen Volkszu-
gehörigen in der ganzen Welt. Das Wort ‚deutsch‘ ist keine poli-
tische Aussage, sondern ein Bekenntnis zu einer großen Volks-
tums- und Sprachgemeinschaft.”
Das Volksbewußtsein und das Volksbekenntnis deutscher Österreicher zu
diskriminieren oder gar unter Strafe stellen zu wollen, wäre ein Bruch der
immer noch gültigen Verfassung vom 21.10.1919. Obgleich der Name
Deutsch-Österreich und das von der Nationalversammlung am 12.3.1919
beschlossene Gesetz, Deutschösterreich zum Bestandteil des Deutschen
Reiches zu erklären, durch das Diktat von St. Germain untersagt wurde,
ist mit dem Gesetz über die Staatsform die deutsche Sprache zur Staats-
sprache bestimmt worden. Rund 99% des Staatsvolkes in Österreich sind
Deutsche. Wie der Völker- und Staatsrechtler Univ.-Prof. Dr. Helfried
Pfeifer in der Schlußbetrachtung seiner Schrift: “Werden und Wesen der
Republik Österreich” ausführt, haben sie als solche seit dem Bestehen
des Staates Österreich bis 1938 und dann wieder ab 1945 “nach dem
unberührt gebliebenen Hauptgrundsatz des Art. 19 StGG (Staatsgrund-
gesetz) das unverletzliche Recht auf Wahrung und Pflege ihrer Nationa-
lität und Sprache. Dieses Recht steht der überwältigenden ethnischen
Mehrheit des Landes selbstverständlich ebenso zu wie den kleinen ethni-
schen Minderheiten. Es gilt nicht nur für die einzelnen Staatsbürger, son-
dern auch für die Völker, das staatstragende Volk der Deutschen und die
kleinen ethnischen Minderheiten der Kroaten und Magyaren im Burgen-
land, der Tschechen in Wien, der Slowenen und Windischen in Kärnten,
die nach der Volkszählung von 1961 alle zusammen nicht einmal 1% des
Staatsvolkes ausmachen! Nur der deutsche Charakter der Republik Öster-
reich gibt ihr das natürliche Recht und legt ihr die Pflicht auf, für die
Deutschen Südtirols mannhaft einzutreten.”
(Univ.-Prof. Dr. Helfried Pfeifer, “Vom Werden und Wesen der
Republik Österreich”, 1966, „Eckartschrift“, Heft 21.)

112
Pfeifer stellt in diesem Zusammenhang klar, was er in der ergänzenden
Schrift “Volk, Staat und Nation” von der Entstehung des Deutschen Vol-
kes, dem Verhältnis Stamm, Volk und Staat zueinander und die verschie-
dene Bedeutung des Wortes Nation in der westlichen Staatenwelt und in
Mittel- und Osteuropa andererseits, durch bedeutende Gelehrte belegt,
erläutert. Während im Westen seit der Französischen Revolution der Be-
griff der Staatsnation sich mit sprachvergewaltigender Härte durchsetzte
(siehe Iren, Waliser, Bretonen und Basken), ist für die Deutschen der
Begriff der Nation an das Volk gebunden. Im alten Österreich, im Viel-
völkerstaat, hat man deshalb zwischen Staatsbewußtsein und National-
bewußtsein unterschieden, während im Westen beide Begriffe identisch
waren.
(Univ.-Prof. Dr. Helfried Pfeifer, “Volk, Staat und Nation”, 1967,
„Aula“-Schriften.)
Am Schluß seiner wissenschaftlichen Arbeit über Werden und Wesen der
Republik Österreich schreibt Helfried Pfeifer sein Bekenntnis:
“Gebe Gott, daß dieser Raum nach dem furchtbaren Geschehen
der Massenaustreibung und Massenermordung von rund 15 Mil-
lionen Deutschen aus Ostmitteleuropa nicht weiter eingeengt wird,
sondern erhalten bleibt und daß Österreich, getreu seiner Ge-
schichte, seine Aufgabe und Sendung als deutsches Kulturland
und sturmerprobte Grenzmark des Deutschtums und der freien
Welt erfüllt! In diesem Sinne möge die altehrwürdige rot-weiß-
rote Fahne als Wahrzeichen des deutschen Landes Österreich stolz
von ihren Masten wehen.”

———

113
Österreich in der deutschen Geschichte
(März 1996)

Ostarrichi – Bollwerk des Reiches

Ostarrichi ist – so vielgestaltige Variationen es auch im Laufe der Ge-


schichte erfahren hat – auf einen Grundton zu bringen; ob damals in
seinen geschichtlichen Anfängen, ob in der heroisch-glanzvollen Zeit des
Prinzen Eugen oder unter der großen Maria-Theresia: ein Verteidigungs-
raum deutschen Volksbodens und ein Bewahrungsraum deutscher Kultur
zu sein, der im geistigen Ausgriff wie in der Vermittlung fremden Kul-
turgutes Großartiges geleistet hat. So war dieses Ostarrichi durch mehr
als ein Jahrtausend geopolitisch wie geistig-kulturell ein Bollwerk des
Reiches und des Lebensraumes unseres gesamten Volkes, getreulich dem
Gesetz, nach dem es in der Geschichte angetreten ist.
Geben und Empfangen war die blutmäßige und geistig-seelische Wech-
selbeziehung zwischen dem Reich und seiner südlichen und südöstlichen
Grenzmark. Es ist eindeutig aus der Geschichte erkennbar, daß die ge-
waltige Aufgabe Österreichs als Vorwerk des Reiches und Gesamtvolkes
nur von einer stärksten Auffassung der Reichsidee und einem tief ein-
gewurzelten Nationalbewußtsein getragen werden konnte. Weit vorge-
schoben in unerschlossene und durch andere Völkerschaften gefährdete
Räume, oft einsam auf sich gestellt, konnte es sich nur in unwandelbarer
Treue zum Ganzen bewähren. Der Kraftquell dieser Stärke und der be-
wundernswerten Leistung des Südostdeutschtums war blutmäßig und
geistig-seelisch das gesamte Volk. Es tritt vor der Geschichte klar hervor,
daß ohne den Rückhalt des gesamten Volkes und Reiches die geschicht-
liche Leistung Österreichs nicht möglich gewesen wäre, an welche Ent-
wicklungsphase des Ganges der Geschichte wir auch denken mögen. Des
Reiches Ohnmacht war auch das Unglück seiner Grenzmark, und die
endgültige Zerreißung der staatlichen Bande bedeutete schließlich den
Untergang des im Laufe seiner Geschichte zu einer gewaltigen Groß-
macht europäischen Ausmaßes aufgestiegenen Ostarrichis.

114
Es liegt nicht in der Absicht dieser Ausführungen, ein Geschichtsbild
Österreichs in seinem chronologischen staatsrechtlichen Ablauf zu ge-
ben. Es sollen vielmehr in großen Zügen die vielgestaltigen Zeugnisse
volksgeschichtlicher Entfaltung Österreichs mit seinem wechselseitigen
Verwobensein in den Gesamtablauf deutscher Geschichte dargestellt wer-
den. Neben der volkstumsmäßigen Betrachtung gehören dazu ebenso die
kulturellen Leistungen und künstlerischen Errungenschaften wie die ge-
schichtlichen Stunden seiner Triumphe und seiner Niederlagen. Unsere
Darstellung soll also nicht auf das Territorium Österreichs und seine rechts-
und verfassungsgeschichtlichen Zusammenhänge gerichtet sein, als viel-
mehr auf die deutsche geschichtliche Landschaft dieses Raumes als ein
Glied des gesamten deutschen Volks- und Kulturbodens. Nur so werden
wir in sein Gesetz, seine innerste Kraft und Stärke und damit zur Wahr-
heit der Geschichte vordringen. Die Wahrheit der Geschichte aber soll
uns Zeuge seines deutschen Charakters und das Vermächtnis zur Erhal-
tung dieses deutschen Charakters sein.

Im Vorhof der Geschichte

Im Vorhof der Geschichte des österreichischen Raumes begegnen wir den


indogermanischen Illyrern und Kelten; die Illyrer mehr im westlichen, die
Kelten im östlichen Teile siedelnd. Es handelt sich dabei um die beiden
Vorvölker, die wir im gesamten deutschen Raum vorgeschichtlich fest-
stellen können. Siedlungsgeschichtlich erfährt Österreich im weiteren
Verlauf seines Werdens die gleichen stammesmäßigen und blutsmäßigen
Grundlagen wie der ganze deutsche Volksraum, so daß Adolf Helbok in
seiner “Deutschen Volksgeschichte” von “einem Deutschland im Klei-
nen” spricht.
Über die mährische Senke dringen eine Vielzahl germanischer Stämme in
das Land – Goten, Rugier, Heruler, Langobarden, Semnonen, Quaden
und Markomannen. Eine “Musterkarte verschiedenster germanischer
Stämme” geben dem Land schon im 5. und 6. Jahrhundert eine germani-
sche Grundlegung im westlichen wie im östlichen Teile. Unter den germani-
schen Stammesbereichen ist das Reich der Rugier im nördlichen Nieder-
österreich das bedeutendste. Sein Name Rugiland ist bis ins 10. Jahrhun-

115
dert lebendig geblieben. Bis 555 besteht in Osttirol und Kärnten, im da-
maligen Binnennoricum und in Mittel- und Westtirol sowie in der östli-
chen Schweiz eine ostgotische Oberhoheit.
Neben die völkisch-rassische Unterscheidung zu den romanischen Sied-
lungen tritt auch die religiöse. Die germanischen Völkerschaften waren
überwiegend Arianer, so die Goten, die Rugier, Heruler, Langobarden
und Markomannen. Germanische Kulturüberwölbung und romanische
Kulturdecke mit Mittelmeercharakter hatten am Limes eine Scheidung
gehabt. Nun wird das romanische Element mit dem Rückzug der römi-
schen Provinzialherrschaft aus dem Raum südlich der Donau auf friedli-
chem Wege immer mehr in die Rückzugstäler und in die entlegenen
Gebirgssiedlungen verdrängt. Der Sturm auf den Limes bringt immer
neue germanische Siedler ins Land.
Um diese Zeit ist das gesamte Land Österreich bereits Glied einer ge-
schlossenen germanischen Einheit, die vom hohen Norden bis in die ober-
italienische Tiefebene reicht.
Immer mehr dringt nun auch der Stamm der von den Markomannen ab-
stammenden Baiern ins Land und holt den durch die Awareneinbrüche im
6. Jahrhundert leer gewordenen Raum als germanisch-deutsches Sied-
lungsland zurück. Die Awaren, ein ural-altaiisches Reitervolk, waren bis
zur Enns, den Ostausläufern der Alpen und bis zur Adria, bis zu den
Ursprüngen von Mur und Drau, vorgedrungen und hatten die langobar-
dischen Nordmarken vernichtet.

Die Gewinnung des deutschen Volksbodens

Mit zäher bodengewinnender Energie, seiner politischen Fähigkeit und


kulturellen Überlegenheit gewinnt der Baiernstamm diesen Raum für den
deutschen Volksboden. Ende des 6. Jahrhunderts ist das dichter besiedel-
te bairische Gebiet bis an die Melk und den Wienerwald vorgeschoben.
Im 7. Jahrhundert berührt ihre Siedlungstätigkeit Böhmen und Mähren
und stärkt die ursprüngliche germanische Besiedlung des marko-
mannischen Raumes.
Der Baiernstamm dringt in seiner Kolonisation mit eindeutiger Südost-
richtung weiter vor. Seine bäuerlich urwüchsige und zähe Art, seine Ge-

116
meinschaftsfähigkeit und seine Führungsbegabung lassen ihn die größte
Siedlungsleistung des deutschen Raumes vollbringen. Systematisch setzt
die Südostpolitik des Herzogsgeschlechtes der Agilolfinger ein. Weltliche
und geistliche Grundherrschaften und freie Bauernsiedlungen dringen
wetteifernd vor, schieben sich bis zum südlichen Vorlande der Alpen und
rücken raumbedingt weiter in den pannonischen Osten. Die Awaren wer-
den hinausgedrängt.
Im 8. Jahrhundert strömt bereits ein starker Siedlerstrom ins Land, das
karantanische Herzogtum, etwa das heutige Kärnten, wird an Bayern
angegliedert. 778 wird Bayern Lehensvasall des fränkischen Reiches. Noch
vor Karl dem Großen geht eine Kolonisierung und Missionierung im
Auftrage des Hauses der Bayern vor sich und erwirbt sich unsterbliche
Verdienste für die Besiedlung und kulturelle Aufschließung der Alpen-
länder. 796 besiegt und zerstört Karl der Große das Awarenreich – es ist
der erste gemeinsame Feldzug der altdeutschen Stämme.
Mit der Gründung der ersten Ostmark wird die bayrische Kolonisations-
politik zur Reichspolitik, und damit erst wird die Bedingung zur deut-
schen Geschichte Österreichs geschaffen.
Die Ostmark und das Herzogtum Karantanien, umkränzt von einer Kette
von Marken, sind die vorgeschobenen Posten des Reiches. Es beginnt der
deutsche Weg in den Südosten. Die Ostmark wird zum erstenmal Schirm
und Schutz Gesamtdeutschlands zur Erhaltung seines Bodens und zur
Ausbreitung deutscher Sitte und Kultur.
Doch der Verfall des Reiches bedeutet für seine Ostmark schwerstes Un-
glück. Der sich 907 den einbrechenden Ungarn stellende bayrische Heer-
bann wird vernichtet, und 50 Jahre lang verheert das magyarische Reiter-
volk das Land und hemmt das kulturelle Leben, ohne allerdings die Grund-
verhältnisse zu ändern. Schwer leiden die vorgeschobenen Siedlungen,
besonders auch in der Oststeiermark.
Das Reich erhebt sich unter seinem großen König Otto I. zu geeinter
Kraft, und 955 siegt Otto in der Lechfeldschlacht über die Ungarn, die
nach Pannonien verwiesen dort seßhaft werden. An der deutschen
Siedlungsgrenze gegen Ungarn wird ein Gürtel von Burgen angelegt, de-
nen Grenzwächtersiedlungen vorgelagert sind. Wir haben es hier zum

117
erstenmal mit einer Art Wehrbauerntum zu tun. Im Zuge der planmäßi-
gen Besiedlung und ihres wehrhaften Schutzes ist Anfang des 13. Jahr-
hunderts auch die Riegersburg der östlichen Steiermark als eines der stärk-
sten Bollwerke gegen den Osten erbaut worden.

Die Erneuerung der Ostmark: Ostarrichi

976 wird das ostfränkische Geschlecht der Babenberger mit dem Herzog-
tum Bayern belehnt. 996, zwanzig Jahre später, wird die Reichsmark,
das Land an der Donau, als Ostmark erneuert und erhält den Namen
Ostarrichi ...
Wenn sich im ostfränkischen Reich langsam aus dem altgermanischen
Stammesgefühl ein deutsches Volksbewußtsein bildet, so wächst es unter
dem König- und Kaisertum Ottos I. und seiner Nachfolger mächtig her-
an, so daß wir bereits im 11. Jahrhundert einem geschlossenen deutschen
Nationalgefühl begegnen, das auch den verschiedenartigen Teilen der
nördlichen, östlichen, südlichen und südöstlichen Kolonisation durchaus
den Charakter einer nationalen Einheit gibt. Denn wie im Süden die Bai-
ern, waren im Norden die Sachsen Träger des markgräflichen Gedan-
kens, das Reich zu sichern und zu mehren. Zur deutschen Königsidee tritt
nun der Weltordnungsanspruch des Kaisers als Schutz- und Schirmherr
der Christenheit, die reale Kraft des Reiches und des Deutschen Volkes
wird zum Träger der metaphysisch-christlichen Idee des Imperiums. Raum-
ordnungswille und Heidenbekehrung finden ihre in universale Größe hin-
einwachsende Verwirklichung in der Idee des Reiches, Ordner der Welt
zu sein. Von dieser großen Reichsidee wird das ganze Mittelalter be-
herrscht: sie ist Ausdruck mittelalterlichen deutschen Geistes. Und wie
das Wachsen und Erstarken der Ostmark allein durch die Südostpolitik
von Kaiser und Reich ermöglicht wird, so ist auch die Süd- und ltalienpo-
litik ein Teil der universalen Ordnungsaufgabe des Reiches, dessen Stär-
ke auf dem deutschen Königtum und deutschen Volkstum beruht.
Fast 300 Jahre führt das Herzogsgeschlecht der Babenberger die südost-
deutsche Kolonisationsarbeit. Sie erwerben die Steiermark, Besitz in Kärn-
ten, das inzwischen zum selbständigen Herzogtum erhoben wurde, in Krain
und Trient. Dabei ist es unrichtig, im rodungs- und besitzrechtlichen Sin-

118
ne von einer babenbergischen Kolonisation zu sprechen. Die neuere
besitzgeschichtliche und genealogische Methode der historischen For-
schung ermöglicht erst einen Überblick über die wirkliche Siedlungsge-
schichte. Demnach waren es vor allem eine Reihe bayrischer Geschlech-
ter, die das Land gerodet und erschlossen haben, verwandt und vereint
mit vielen Grafen- und Fürstenhäusern aus dem ganzen Reiche. Es waren
Alemannen und Franken, nicht zuletzt auch Sachsen, deren Namen im-
mer wieder auftauchen, wie denn besitzrechtlich z. B. auch die Hohen-
zollern bis in die Neuzeit hinein aufscheinen.
So können wir immer wieder feststellen, daß die Kolonisation blutsmäßig
von allen deutschen Stämmen geleistet wurde. Es waren auch nicht nur
der Adel und Großgrundbesitz beteiligt; in deren Gefolge zogen freie Bau-
ern aus dem ganzen Reich ins Land. Die innere Kolonisation und Er-
schließung des Landes wird im 11. und 12. Jahrhundert abgeschlossen.
Sie bringt eine blühende Entwicklung mit sich. In stiller Arbeit wird die
völlige Eindeutschung der mit dem Pflug eroberten Gebiete vollzogen,
Bauerntum, Handelsleben, Kunst und Geisteskultur erreichen eine hohe
Blüte, Wien entwickelt sich langsam zum Mittelpunkt geistigen und künst-
lerischen Lebens. Die Ostmark ist bald bekannt als die bestverwaltete
Mark des Reiches. Um das neu erworbene Land zieht sich eine Kette von
wehrhaften Burgen und vorgelagerten Wehrbauernsiedlungen. Salzburg
wird gleichzeitig mit Köln zum Erzbistum erhoben und ist neben dem
Bistum Passau Schwerpunkt der missionarischen Tätigkeit, aber auch
des deutschen geistigen und kulturellen Lebens, wie die Klöster und Or-
den starke Ausstrahlungspunkte im Kunstleben der Gesamtnation sind.
Ein Einschnitt in der Entwicklung Österreichs bedeutet das Jahr 1156,
als Kaiser Friedrich I. dem Welfen Heinrich dem Löwen Bayern zurück-
gibt und die Ostmark zum selbständigen Herzogtum und Reichsfürsten-
tum mit Sonderrechten in der Verwaltung erhebt. Diese Entscheidung
Friedrichs ist schicksalhaft, denn hiermit wird die Ostmark durch die
Trennung von Bayern aus dem inneren Reichsverband gedrängt und um
so stärker auf eine Politik im Süden und Südosten verwiesen. Das edle
Geschlecht der Babenberger hatte sich in fast drei Jahrhunderten unsterb-
liche Verdienste um das deutsche Grenzland erworben. Der letzte Baben-
berger fällt im Kampfe mit Ungarn. In der Verteidigung deutschen Lan-
des erlischt dieses tapfere Fürstengeschlecht.

119
Lebendiges Kulturerbe
Wie stark mußte das germanisch-deutsche Erbe im Volke der Ostmark
lebendig sein, wenn die von altersher gesungenen Heldenlieder noch im
12. und 13. Jahrhundert aufgezeichnet werden konnten. Im Raum der
Ostmark wurde das Nibelungenlied im ungestörten Gedächtnis des Vol-
kes bewahrt, konnte aufgeschrieben werden und ist dem Deutschen Volke
als Nationalepos erhalten geblieben, als im Westen des Reiches die Erin-
nerung an die alte Heldenzeit längst verblaßt war. Das Kudrunlied, die
Heldenlieder von Biterolf, Dietleib, Walter und Hildegunde, von Ortmut,
Wolfdietrich und Dietrich von Bern werden vom Volke wie vom Adel mit
gleicher Begeisterung gehört und gesungen. Es bildet sich in Österreich
geradezu ein besonderer Stil des Heldenliedes heraus und es bleibt leben-
diges Kulturgut noch bis ins 14. und 15. Jahrhundert hinein. In der Begei-
sterung für Dietrich von Bern wird die Erinnerung an den großen Goten-
könig Theoderich mit der Heldengestalt Siegfrieds verknüpft.
Ist es nicht auch ein Beweis eines nie unterbrochenen germanisch-deut-
schen Zusammenhanges, daß germanisches Geschichts- und Sagengut in
diesem Raum so unaustilgbar im Gedächtnis blieb? So stark, daß die
Kirche für ihren Nachwuchs den Namen „Dietrich“ verbot?
Der Hof der Babenberger war Mittelpunkt des kulturellen Lebens. Und
Träger der Dichtung im Herzogtum Österreich war der Spielmann. Daß
die Spielleute geradezu einen eigenen Stand bilden konnten, zeigt ihre im
Kunstleben der Zeit bedeutende Rolle. Die Namen der größten Spielleute
des Mittelalters sind als große Dichter in die Walhall unserer Nation ein-
gezogen:
Walther von der Vogelweide und Neidhardt von Reuenthal, beide auch
politisch-lyrische Dichter. Walther singt von deutscher Art und Minne,
der reinen Sitte deutscher Frauen, vom deutschen Lande vom Rhein bis
zur Etsch und bis zum Ungarnlande. Er stellt sich schützend vor Kaiser
und Reich gegen päpstliche Anmaßung und den Übermut der Pfaffen.
Wie deutsch in Herz und Geist mußte Österreich sein, daß das Lebensge-
fühl seines großen Sängers ganz reichisch sein konnte und seine Lieder
das allgemeine seelische Erlebnis der eigenen Art im Deutschen Volke
widerspiegelten. Er schenkte dem Deutschen Volke das erste große vater-
ländische Lied.

120
Auch im Minnesang stehen Österreich und Tirol an der Spitze des Rei-
ches. Hier wird seine innige deutsche Ausdrucksweise besonders gepflegt.
So dringt die deutsche Kultur einerseits mit dem Siedlungs- und Verteidi-
gungswerk in immer stärkerem Ausgriff vor in den Südostraum, andere
Völkerschaften in ihren Bann ziehend. Andererseits übernimmt sie be-
sonders nach dem Süden hin eine Vermittlerrolle. Diese vermittelnde Stel-
lung war so glückhaft, daß sich unser Volk wahrhaft nicht darüber bekla-
gen kann. Denn es war für die ganze Nation ein Segen, daß im Grenz-
landdeutschtum stets eine urwüchsige Liebe und Treue zum gesamten
Volkstum lebte, das Althergebrachte treu bewahrt und mit schöpferisch-
artsicherer Kulturkraft das andere, Neue, geprüft, gewogen und der eige-
nen Art gemäß umgewandelt wurde.
Das geschichtliche Zwischenspiel Ottokars II. von Böhmen, ermöglicht
durch des Reiches Ohnmacht in der kaiserlosen Zeit, macht erneut deut-
lich, daß das Bestehen und Erstarken der Ostmark nur vom deutschen
Mutterboden aus möglich war. Ottokar wird vom deutschen Heerbann,
dem Ritterheer des staufischen Schwabens und Frankens unter Rudolf I.
1278 auf dem Marchfeld geschlagen. Damit fallen Böhmen und Öster-
reich, Steiermark, Kärnten und Krain den Habsburgern zu. Rudolf I. strebt
als deutscher Kaiser nach Erweiterung seines territorialen Besitzes und
legt damit den Grundstein zur Hausmacht Habsburg, deren er als Führer
des Reiches bedurfte, um seine beschworene Kaiserpflicht, allezeit Wah-
rer und Mehrer des Reiches zu sein, erfüllen zu können.

Reichsverbundenheit und Eigenstaatlichkeit


Wir treten nun in einen neuen Abschnitt der Geschichte Österreichs ein.
Das Hausmachtstreben der Habsburger führt zum Aufstieg zur kaiserli-
chen Weltmacht, einem wahrhaft weltumspannenden Reich. Doch je stär-
ker die dynastische Lösung innerhalb des Reiches hin zur staatlichen und
verwaltungsmäßigen Verselbständigung wurde, desto größer war die Bin-
dung zum Gesamten. Die kaiserliche Aufgabe, Schutz und Schirm zu
sein, war auf das Ganze gerichtet, und Werden und Aufstieg Österreichs
ist nur vom gesamten Reich her möglich gewesen.
In einem jahrhundertelangen Entwicklungsprozeß ist die Reichsverbun-
denheit und die Eigenstaatlichkeit im deutschen Südosten zu einer dop-

121
pelten Zielsetzung geworden, die, wie gegensätzlich die Richtungen auch
waren, sich dennoch unlösbar miteinander verknüpften. Auch die dyna-
stische Sonderentwicklung hatte ihre zwei Richtungen, nach dem deut-
schen Westen, dem italienischen Süden und nach dem Südosten, wo sie
eine übernationale Bindung der deutschen Lande mit den Kronen Un-
garns und Böhmens einging.
Alle auseinanderstrebenden Zielrichtungen finden sich wieder zu einer
Einheit versammelt in der Gestalt des großen Kaisers Maximilian I., der
an der Zeitwende zur Neuzeit steht. Der christliche und universale Kai-
sergedanke und das blutgebundene Königtum des deutschen Herrschers
entfalten sich in ihm zu neuer Größe. Dem Erneuerer der Reichsidee im
Zeichen des Humanismus ist ein Erstarken des deutschen Nationalgefüh-
les zu danken. Das Reichsbewußtsein erlebt mit Stolz die nationale Herr-
schaft über Italien. Wie artbewußt stellt doch Albrecht Dürer seine deut-
sche Malerei gegen die italienischen Meister! Wien wird zum Hauptquar-
tier als Hort des deutschen Humanismus, dessen geistiger Führer der jun-
ge Ritter und preisgekrönte Dichter Ulrich von Hutten ist.
Leider wird die eingeleitete deutsche Kaiserpolitik Maximilians durch
die spanischen Blutsbande seines Hauses nicht fortgesetzt. Das Haus Habs-
burg erreicht zwar die Ausdehnung eines wahren Weltreiches, aber die
deutschen Interessen werden von Karl V. kaum wahrgenommen. Das Reich
ist sich selbst überlassen.

Des Reiches Bollwerk


Da taucht die vierte Bedrohung nach Hunnen, Awaren und Ungarn aus
den Weiten des Ostens auf. Das Osmanenreich bricht in Europa ein, und
1529 stehen die Türken vor Wien. Heldenhaft wehrt sich die Stadt, so
daß der Türkensultan die Belagerung vor dem Winter abbrechen muß.
Wieder einmal ist das Abendland gerettet. Aber die Türken werden nun
zu einer ständigen Bedrohung des Reiches. Schon Ende des 15. Jahrhun-
derts erlebt die Steiermark einen verheerenden Türkenzug, bei dem die
Oststeiermark verwüstet wird. In dem folgenden Jahrhundert erleiden die
deutschen Grenzlande dauernd Türkeneinfälle. Die Steiermark schützt
am “Hofzaun des Erbfeindes” das Reich.
Gut und Blut werden von den Grenzbewohnern immer wieder geopfert,

122
die Grenze des Reiches wird zur blutenden Grenze; ohnmächtig ist das
Reich. Hilferufe richten sich in höchster Bedrängnis bis hinauf nach Ham-
burg. “Läßt man die Grenzen schutzlos, geht das Reich in Flammen auf”,
hieß es 1594 in einem Hilfegesuch der österreichischen Stände.
1664 werden die Türken in der Schlacht bei St. Gotthard/Mogersdorf im
südlichen Burgenland an der Grenze der Steiermark durch das Reichs-
heer geschlagen und ihr weiterer Vorstoß nach Norden abgewehrt. Aber
die Expansionskraft des Türkenreiches ist damit nicht gebrochen. 20 Jah-
re später steht es zum zweiten Mal vor den Toren Wiens. Das Reich, das
ganze Abendland sind in höchster Gefahr. Die Stadt Hamburg richtet
einen flehentlichen Appell an Wien und das Reich, in dem es heißt: Wien,
Straßburg und Hamburg sind die drei Säulen des Reiches; wenn Wien
fällt, fällt das Reich.
Dem Reich wird die Gefahr bewußt und aus allen Teilen eilen die Heer-
banne herbei, das sich tapfer verteidigende Wien zu entsetzen. Am
12.9.1683 werden die Türken geschlagen, das Reich ist gerettet.
Unter der Fahne des deutschen Königs, dem weißen Kreuz im roten Feld,
erlebt nun das Reich seinen heroischen Aufstieg zu neuer Größe unter
Prinz Eugen. In einem fast vier Jahrzehnte währenden Feldzug, an dem
sich alle deutschen Fürsten und Stämme beteiligen, wird der Türke end-
gültig geschlagen und aus dem mitteleuropäischen Raum geworfen. Im
Liede vom Prinzen Eugen, dem edlen Ritter, drücken sich Erneuerung
und Auftrieb des deutschen Nationalgefühles und eine Geschlossenheit
des Reiches wie einst unter der mächtigen Kaiserherrlichkeit des Mittel-
alters aus.
Der Sieg im Osten ist zugleich auch ein Sieg gegen Frankreich, das in
seinem universal-egoistischen Streben dem Reich in seiner Beschützer-
rolle für das christliche Abendland immer dann in den Rücken fällt, wenn
die Türkengefahr die Verteidigungskraft des Heiligen Reiches Deutscher
Nation schwächt. So raubt Ludwig XIV. 1681 Straßburg mitten im Frie-
den. Das Haus Österreich und das österreichische Heer haben eine Zwei-
frontenstellung. Die Erfolge der dynastischen Kraft Habsburgs im Spani-
schen Erbfolgekrieg, einem Krieg, der ganz Europa entzündet, kommen
somit auch dem Reiche als Absicherung gegen französisches Machtstreben
zugute.

123
Reichsstil im Barock
Nun wäre die Stunde gekommen, einen Reichstraum zu verwirklichen,
wie ihn schon Wallenstein vor Augen hatte, ein Reich von der Adria bis
an die Nordsee zu bauen. Das Reich besitzt in Prinz Eugen den helden-
mütigen Feldherrn und genialen Staatsmann, solches zu vollbringen. Doch
ist Karl VI. nicht wie seine Vorgänger Leopold I. und Joseph I. von der
deutschen Reichsidee durchdrungen, und es fehlt ihm die geniale Kraft zu
dieser gewaltigen Schöpfung. Die Sternstunde des Reiches, vom deut-
schen Österreich in seinem heroischen Daseinskampf heraufgeführt, geht
ungenützt vorüber.
Von der immerwährenden Bedrohung aus dem Osten befreit, greift ein
neues Lebensgefühl im Deutschen Volke und besonders in Österreich um
sich und lebt sich in den großartigen Kulturleistungen des Barockzeital-
ters aus. Der Kunststil des Barock wird in Österreich zur deutschen Form
durchgestaltet und zu höchster Blüte unter dem Baumeister des Kaisers,
Fischer von Erlach, geführt. Germanisch-deutsche Formkraft, begeistert
angeregt durch die geschichtliche Größe der Zeit und die mitreißende
Idee des Reiches, haben das deutsche Barock geschaffen, dessen alles
erfassende künstlerische Kraft erst in vollem Ausmaß ausgedrückt ist,
wenn wir von einem Reichsstil sprechen.
Es ist die Zeit, da das große Dreigestirn der Musik aufgeht, Haydn, Mo-
zart und Beethoven. Wien ist strahlende Mitte eines unerhört reichen Kul-
turlebens. Kein Geringerer als Leibniz ist es, der in Geistesfreundschaft
mit dem Prinzen Eugen den leider nicht verwirklichten Plan faßt, Wien
zum Mittelpunkt deutscher Kultur und deutschen Geisteslebens durch die
Berufung einer Akademie der Wissenschaften zu machen. Das geistig-
kulturelle Leben Österreichs strahlt in das ganze Reich aus, und das Ba-
rockleben ist noch in Blüte, als im übrigen Reich schon andere Formen
gelten.
Österreich erweist sich in seiner Kulturgeschichte als ein Bewahrungs-
raum deutscher Kultur. Hier schlägt das Herz tiefer noch und bewußter
für die deutschen Dinge. Denn es ist auch ein immer gefährdeter Ver-
teidigungsraum. Nicht nur der hart erworbene Boden, auch die Kultur als
Ganzes, als geistige und künstlerische Ausprägung der eigenen Art will
verteidigt sein.

124
Deutsche Kulturleistung im Südosten
Das Reich wird nun geschützt durch die weit in den Donauraum vorge-
schobene Militärgrenze und ein stehendes Heer. Bis 1715 war die Auf-
stellung regelmäßiger Truppen auf die deutschen Provinzen beschränkt.
Als Hofkriegsratspräsident verfügte Prinz Eugen noch im Jahr 1715, daß
Welsche: Franzosen, Italiener, Polen, Ungarn und Kroaten, als verbotene
Nationalisten nicht geworben werden durften; der Einfluß von außerhalb
Deutschlands Geborenen war nicht erwünscht. Ganze fürstliche Hausre-
gimenter aus dem Reiche standen in deutschem Sold. Maria Theresia ist
es zuzuschreiben, die deutsche Sprache als alleinige Kommando- und
Dienstsprache im deutschen Heere bestimmt zu haben.
Im Schutze des Grenzwalles beginnt das große Siedlungswerk im Süd-
osten, eine gigantische Leistung. Deutsche Siedler aus allen Teilen des
Reiches ziehen herbei. Maria Theresia baut Ungarn mit deutschem Blute
auf. Österreich fällt damit der Ruhm zu, eine großartige und vorbildliche
Siedlungs- und Kulturarbeit im mitteleuropäischen Donauraum geleistet
zu haben. Damit aber verlagert sich das Schwergewicht Österreichs im-
mer mehr in den Südosten. Der deutsche Dualismus mit Preussen und die
Zentrifugalkraft des Donauraumes verweisen Österreich noch stärker auf
seine dynastischen Sonderinteressen. Maria Theresia baut, gestützt auf
die Volkskraft aller deutschen Stämme, die Großmacht Österreich. Und
doch, je stärker die selbständige Politik Österreich von den Interessen des
Reiches löst, desto mehr wird die Bindung zum Deutschtum betont. Ma-
ria Theresia war in Gesinnung und Charakter so selbstverständlich deutsch,
wie sie es blutsmäßig war, und ihren Sohn Joseph II. nennen wir den
Deutschen.
Das begeisterte Heldentum eines Erzherzogs Karl, eines Andreas Hofer
wäre ohne die Reichsgesinnung Österreichs und ohne das starke Natio-
nalgefühl des deutschen Österreichers nicht denkbar. Österreichs Heer
gibt 1813 den Ausschlag in der Schlacht gegen den französischen Erobe-
rer Napoleon.

Ungebrochenes Volksbewußtsein

Als sich der deutsche Dualismus zwischen Preußen und Österreich schließ-

125
lich 1866 in der Schlacht bei Königgrätz auskämpft und Österreich aus-
geschlossen bleibt, als das Reich in seiner zweiten Schöpfung ersteht,
sind es die Besten der deutschen Österreicher, die dem allgemeinen Weh-
gefühl des Volkes Ausdruck geben. Seitdem haben die Treuebekenntnisse
Deutschösterreichs zum ganzen deutschen Vaterland, zum ganzen Deutsch-
land nie aufgehört. Sie finden ihre edelste Bestätigung im gemeinsamen
Opfergang des Ersten Weltkrieges, als die deutschen Soldaten Österreichs
und des Deutschen Reiches Schulter an Schulter ihren Heldenkampf kämp-
fen. Mitgerissen von dieser Treue und der prägenden Kraft im Ordnungs-
und Kulturwillen der Deutschen halten sogar die bereits zu eigenem star-
ken Nationalgefühl erwachten Völker des Vielvölkerstaates stand.
Das Diktat der Feinde trifft das ganze Deutsche Volk mit aller Härte. Das
vor der Welt vom amerikanischen Präsidenten Wilson feierlich verkünde-
te Selbstbestimmungsrecht der Völker wird in der Hand der Siegermächte
zur üblen Phrase, die den bösen Keim zum Zweiten Weltkrieg in sich
trägt. Die gewaltige geschichtliche Leistung des Deutschtums im Süd-
osten ist nunmehr auf die Republik Österreich eingeschränkt, dem ge-
schlossenen Siedlungsraum von 6 1/2 Millionen Deutschen.
Wem die Geschichte mehr ist als ein mit Jahreszahlen angefülltes Buch,
wer sie als die lebendige gestaltende Kraft der Völker erkennt, dem ist es
klar, daß die dritte Schöpfung des Reiches mit aller Kraft eines geeinten
Volkes die Vereinigung mit Österreich zum Großdeutschen Reiche an-
strebte, wie es schon Walther von der Vogelweide einst besungen hat.
Noch einmal erleben wir einen gemeinsamen Opfergang des ganzen Vol-
kes. Der in einem Jahrtausend gehärtete und heroisierte Geist des Grenz-
volkes stellt sich heldenmütig in Wien und an der Grenze der Steiermark
zum letzten Gefecht. Und wie mit einem Blitz wird uns die ganze ge-
schichtliche Landschaft erhellt in der Erinnerung an die Nacht, als deut-
sche Jungen aus Graz in den festen Mauern der unbesiegten Riegersburg
dort in Stellung gegangene russische Panzer vernichten.
Wir haben unsere Blicke auf die eineinhalbtausendjährige germanisch-
deutsche Vergangenheit Österreichs gerichtet, die kein Geschehen auslö-
schen kann. Es bedeutet daher Verrat an der Geschichte der Heimat und
Verhöhnung der Opfer Österreichs für das gemeinsame Volk, als ein öster-

126
reichischer Politiker des Jahres 1946 zur 950-Jahrfeier Ostarrichis er-
klärte:
Bundeskanzler Figl am 27.10.1946:
“Jahrhunderte sind über dieses Österreich hinweggegangen, aus
Vermischung der keltischen Urbevölkerung mit Bajuwaren und
Franken, von dem hundertfältigen Völkerkonglomerat der römi-
schen Legionen genau so wie später von asiatischen Er-
oberervölkern, den Magyaren, Hunnen usw. überschattet bis zu
den Türkeneinfällen und schließlich tiefgehend vermischt mit jun-
gem slawischen Blut von Norden und Süden, von magyarischen
und romanischen Elementen, entstand hier von unten herauf ein
Volk, das etwas eigenes darstellt in Europa, kein zweiter deut-
scher Staat und auch kein zweites deutsches Volk, sondern ein
neues, das österreichische Volk.”
Diese Worte spiegeln die geistige Verfassung einer politisch herrschen-
den Minderheit wider, die unter dem Eindruck feindlicher Bajonette und
im Interesse fremder Mächte Österreich zu einem eigenen Volk umer-
ziehen wollen. Welch ein armseliger und kleingeistiger Versuch gegen-
über einem stammesmäßig und geschichtlich festgelegten Tatbestand; als
ob nur ein anderes Schild genügte, ein Jahrtausend zu verfälschen.
Die Frage der Gegenwart lautet daher nicht: wie deutsch ist Österreich,
sondern wie deutsch bleibt Osterreich, wie weit bleibt Österreich seiner
geschichtlichen Aufgabenstellung nach deutsch? Geschichte wiederholt
sich nicht in ihren Ereignissen oder Formen. Sie schöpft aber immer wie-
der aus ihren Grundelementen Volk und dem Raum, in dem dieses Volk
geschlossen siedelt.

———

127
Literaturverzeichnis:
Bornstedt: Die österreichische Ostmark in der deutschen Geschichte.
Dehio, Georg: Geschichte der deutschen Kunst.
Glaise-Horstenau: Österreichs Wehrmacht im deutschen Schicksal.
Grolitsch, Lisbeth: Die Kaiserin Maria Theresia.
Helbok, Adolf: Grundlagen der Volksgeschichte Deutschlands und Frankreichs; Deut-
scher Volkskundeatlas; Deutsche Siedlungsgeschichte; Deutsche Volksgeschichte, Band
I und II.
Hofheimer, Paul: Das deutsche Gesellschaftslied.
Lechner, Karl: Besiedlung und Volkstum der österreichischen Länder.
Lyriker, politische: Walter von der Vogelweide, Kümberger, Neidhart von Reuenthal.
Nadler, Josef: Die deutsche Dichtung Österreichs.
Pfeiffer, Helfried: Vom Werden und Wesen der Republik Österreich.
Pinder, Wilhelm: Deutscher Barock.
Nowak, Leopold: Die Musik in Österreich.
Schüßler, Wilhelm: Die geschichtliche Leistung des Deutschtums im alten Österreich.
Sedlmayr, Hans: Österreichs bildende Kunst.
Srbik, Heinrich Ritter von: Österreich in der deutschen Geschichte.
Wagner von Wagenfels, Hans Jakob: “Ehren-Ruff Teutschlands, der Teutschen und
ihres Reiches”, 1691 in Wien (Geschichtslehrer Josef I.).

———

Moltke:
“In Wien hat sich das Schicksal der Welt entschieden.”

Benediktinermönch in Kremsmünster:
“Deutsches Volk sei einig, und dulde nimmer Schmach und Schan-
de! Während Dich drängt der Osten, droht der West, die mächti-
gen Adlerschwingen Dir zu zerzausen.”

Heinrich Ritter von Srbik:


“Als deutscher Held wurde Eugen gefeiert, deutsch war der Cha-
rakter des kaiserlichen Heeres trotz der Fremdvölker, die in ihm
kämpften, das Reichsgefühl lebte in seinem deutschen Kern und
ein Bayer sang zuerst das Lied vom Prinzen Eugen, dem edlen
Ritter.”

128
Erzherzog Karl: “Der beharrliche Streiter für Deutschlands Ehre”.

Andreas Hofer: “Ganz Deutschland, ach, in Schmach und Schmerz”.

Österreich hat 23 Jahre lang hindurch 264 Schlachten, Treffen und Bela-
gerungen im Dienste der deutschen Nation durchgeführt, davon 168 sieg-
reiche. Das sind 200 Kriegsjahre in 400 Jahren altösterreichischer Kriegs-
geschichte, vor 1914 kamen 90 auf das Konto Frankreichs. (Auch die
oberitalienischen Kampfstätten zählen dazu.)

Feldmarschall Radetzky:
“Auch in unserer Brust schlägt ein stolzes deutsches Herz, und
niemandem räumen wir das Vorrecht ein, deutscher zu empfinden
als wir.”

Feldmarschall Radetzky (Brief an einen österreichischen Abgeordneten


der Paulskirche):
“Fragen Sie doch die gelehrten Herren in Frankfurt, ob sie in
Deutschland eine Quadratmeile finden werden, auf der nicht Öster-
reichs Heere ihr Blut für Deutschlands Ehre verspritzten?”

Hans Sedlmayr:
“Man kann sagen, diese neue Architektur (Barock, Reichsstil) sei
für die Franzosen in genau dem gleichen Sinn unverständlich
gewesen wie die Idee des ‚Reiches‘.”

Hans Sedlmayr:
“Die ganze Größe der österreichischen Kunst, ihre bedeutungs-
volle Eigenart, zeigt sich erst, wenn man sie als Stimme in der
‚Gesamtsymphonie‘ der deutschen Kunst zu hören vermag, aus
der sie nur gewaltsam herausgelöst werden kann.”
“Wer die Betrachtung der österreichischen Kunst von der Be-
trachtung der gesamtdeutschen sondert, dem zerfällt entgegen
seiner Absicht sein Gegenstand in Stücke.”

129
Anläßlich des 100. Todestages Goethes sprach Bundespräsident Miklas
am 22. März 1932 bei der Goethefeier im Wiener Musikvereinssaal. Er
sagte u. a.:
“Daß er unser war, ein Sohn unseres deutschen Volkes, mag uns
im Bewußtsein seiner Größe und Bedeutung für die Geltung des
Deutschtums in der Welt mit gerechtem Stolz erfüllen, ja heute
vielleicht um so mehr, da so viel Dunkles und Schlimmes den Weg
des deutschen Volkes beschattet. In besonderem Maße gilt es für
unser Österreich, dessen Deutsche heute, aller Bitterkeit zum Trotz,
die unsere Tage erfüllt, und über alle Gemarkungen hinweg in
untrennbarer Einheit mit den Deutschen im Reiche und auf dem
ganzen Erdenrund dem Genius Goethes huldigen.
Was rechtfertigt unser stolzes Bewußtsein? Was verband Goethe
mit Österreich?
Als Franz Grillparzer im Jahre 1826 dem Altmeister Goethe ge-
genüberstand und die Hände der beiden ineinander ruhten, da
ward der jüngere Dichter, der Österreicher, in seinem Innersten
so tief bewegt, daß er in Tränen ausbrach. Und zehn Jahre später,
als Goethe bereits in der Fürstengruft zu Weimar ruhte, da schrieb
derselbe Grillparzer das überschwengliche, begeisterte Wort, das
kühnste, dem deutschen Volk ins Stammbuch: ‚Wer kein Verehrer
Goethes ist, für den sollte kein Raum sein auf der deutschen Erde!‘
... Vaterland und Welt! Wer ahnt wohl mehr als der Österreicher
die Spannung dieser Begriffe und Werte in der Seele Goethes? So
wie Selbstachtung die Grundlage jeglicher Persönlichkeit ist, so
wohnt auch aller Vaterlandsliebe der durch nichts zu erschüttern-
de und unbeirrbare Wille nach Selbstbehauptung inne. ,Auf frei-
em Grund mit freiem Volke stehen‘ (Faust II, 5. Akt, großer Vor-
hof des Palastes), ist auch Goethes klassische Parole, und in die-
ser weiß sich auch Österreich einig mit ihm und mit allen Stäm-
men des ganzen deutschen Volkes.”

———

130
Von der Notwendigkeit einer
Neuordnung unseres Denkens

„Euer Geist und eure Tugend diene dem Sinn


der Erde, meine Brüder: und aller Dinge Wert
werde neu von euch gesetzt!
Darum sollt ihr Kämpfende sein!
Darum sollt ihr Schaffende sein!“
Friedrich Nietzsche

Das geistige Spannungsfeld im letzten Abschnitt unseres Jahrtausends ist


durch die Gefahr der Zerstörung aller gewachsenen Ordnungen und einen
schwellenzeitlichen Aufbruch zu einer Neuordnung des Denkens ge-
kennzeichnet.
Wir Menschen dieses Jahrhunderts sind Zeugen wie Mitstreiter in der
Endphase eines Ringens, das sich auf verschiedenen Ebenen biologisch,
geistig und politisch zwischen zwei miteinander unvereinbaren Weltsich-
ten vollzieht. Es steht eine dualistische Weltauffassung mit der Vernei-
nung der Weltwirklichkeit und den daraus abgeleiteten Antithesen zum
Leben, zur Geschichte und zur Kultur gegen die arische Welterklärung
einer kosmischen Ordnung, in deren Lebenswirklichkeit sich das Schick-
sal von Menschen und Völkern in Geschichte und Kultur erfüllt.
Am Ende dieser Auseinandersetzung ist Europa als geistig-schöpferisches
Weltzentrum entweder ausgelöscht, oder es führt ein neues Jahrtausend
der Gattung Mensch herauf zu noch ungeahnten Höhen schöpferischer
Gestaltung des Lebens.
Als Ausformung dieser grundverschiedenen Welt-Anschauung stehen
anonyme internationale Machtgruppen den gewachsenen arischen Völ-
kern gegenüber. Die sich mit orthodoxem Fanatismus offenbarende Ge-

131
genwelt beherrscht mittels eines ausgeklügelten materialistisch-kapitali-
stischen Systems seit ihrem siegreich geführten 1. und 2. Weltkrieg die
Machtpositionen moderner hochtechnisierter Staaten über Banken, Wirt-
schaft und Medien. Die Folgen dauernder Einwirkung ihres dualistischen
Weltbildes auf das europäische Denken leiteten schon im 19. Jahrhundert
pessimistische Strömungen der von einer unbehinderten Betätigung ihres
inneren genetisch bedingten Lebensgesetzes immer mehr abgedrängten
weißen Völker ein, so daß deren seelische Anpassungsleistung an das
Tempo ihrer industriellen Entwicklung und die damit aufkommenden
kulturpolitischen Probleme auf das Äußerste herausgefordert wurde. Seit-
dem ringt die europäische Welt um ihre seelische Gleichgewichtslage.
Die Not geistig-seelischer Des-Orientierung kennzeichnet den europäi-
schen Lebensstil, der sich sinnentleert in einem religiösen Vakuum be-
wegt und seinen biologischen Ausdruck in der Fortpflanzungsverweige-
rung findet.
Menschen und Völker als Erscheinungen kosmisch-irdischen Werdens
sind wie alles Leben Anpassungszwängen ausgesetzt, die für die Siche-
rung ihres Bestandes ebenso notwendig wie förderlich sind. Die biologi-
sche Frage ist, ob die weißen Völker in einer durch ihre Kulturleistungen
sich ständig ändernden Umwelt eine geistig-seelische Neuorientierung
gewinnen und daraus die Ordnung ihrer Wertwelt wiederaufzurichten
anpassungsfähig genug sind.
Diese Anpassungsnotwendigkeit ist eine Herausforderung an den mensch-
lichen Geist, die Frage nach der Existenz des Menschen als bewußtseins-
begabtes Wesen innerhalb der Weltordnung mit der Erkenntnis seiner Ver-
antwortung für das Leben zu beantworten und es damit zu bejahen.
Wenn wir den Erkenntnistrieb als Voraussetzung jeder Ein-Sicht und
Neuorientierung menschlichen Lebens werten, müssen wir zu dem Schluß
kommen, daß dieser Anpassungsprozeß geistig in vollem Gange ist. Nicht
nur die Physik, auch alle biologischen Teildisziplinen haben uns ein weit-
gehend wissenschaftlich abgesichertes Weltbild erschlossen. Den kosmi-
schen Weiten, von der Physik erforscht, stehen die Erkenntnisse über die
zerebralen Dimensionen des menschlichen Geistes nicht nach.
Die einstige mythische Vorstellung arischer Völker von der Harmonie
einer polar angelegten Weltordnung ewig wiederkehrenden Wandels im

132
Werden mündet in die naturwissenschaftliche Weltwirklichkeit als einer
Einheit in der Vielfalt der Erscheinungen bruchlos ein. In dieser Erkennt-
nis liegt das eigentlich Umstürzlerische unseres Jahrhunderts: Die duali-
stische Gegenwelt, mit ihrem außerweltlichen Jenseits, ihrem Körper-Geist-
Gegensatz und ihren lebenswidrigen Utopien der Gleichheit aller als Auf-
lösungsmittel gegen eine natürliche Ordnung und kulturelle Eigenart der
Völker, bricht zusammen.
Der grundlegend wissenschaftlich-weltbildlichen Ausrichtung des Den-
kens wird nun eine Bestandsaufnahme und Neusetzung der Werte folgen
müssen. Die Sinnfrage wird einer neuen Sinnerfahrung weichen, wenn
der Mensch seine metaphysische Einordnung in den Kosmos auf einer
erweiterten Wissensgrundlage seelisch vollzieht. Damit werden die
Einstiegsmöglichkeiten lebensfeindlich-fremden Denkens in die Vorstel-
lungs- und Gefühlswelt europäisch-arischer Völker abgebaut.
Schließlich ist das Chaos gegenwärtiger Richtungslosigkeit, begleitet von
den Gefühlen der Sinnentleerung des Daseins, Zeichen der sich auf ihrem
Höhepunkt befindlichen gigantischen Auseinandersetzung, in der die
Ansätze des Neubestandes bereits sichtbar werden, die jedoch bedroht
sind von einer zerstörerischen Andersartigkeit.
Geistige Speerspitze des Aufbruches zu neuem Denken ist das Deutsche
Volk. Es steht im Mittelpunkt des Ringens, als besiegte Nation durch den
Verlust der Freiheit seines Handelns schwer betroffen. Gerade deshalb
wird der Boden seines geistigen Bestandes am tiefsten durchfurcht. Der
Umbruch wirft die Scholle aus unberührten Daseinsschichten auf, um
notgeboren die Kräfte neuer Ordnung zu tragen. Über die Meisterung
seiner eigenen Not hinaus ist ihm die Aufgabe gestellt, eine neue, auf
natürlichen Ordnungen beruhende höhere geistige Daseinsstufe des Men-
schen einzuleiten. Das ist der ihm aus seiner geschichtlichen Leistung
zufallende Auftrag als schöpferisches Herzstück Europas. Es ist auch
der Anruf des Lebens selbst.
Wer sich diese tieferen Zusammenhänge denkerisch einsichtig ins Be-
wußtsein ruft, dem entgeht nicht die anwachsende Bewegung biologi-
schen Forschens und Denkens. Auf ihrem Rücken mögen ideologische
Abwehrkämpfe ausgetragen und galileische Kompromisse ausgesprochen
werden. Ihre Erkenntnisse sind nicht umzubringende Wahrheit in der Hand

133
dessen, der sie zur geistigen Waffe schmiedet. Dem politisch erzwunge-
nen Abbau der Tradition steht eine wissenschaftlich entdeckte Welt bio-
logischer Wahrheiten gegenüber, die dem Wertbeständigen neue Funda-
mente des Denkens und Handelns gibt.
Diese Zukunftsaufgabe ist nicht von den ideologischen Verneinern einer
gewachsenen Ordnung des Lebens, der Völker und Kulturen zu lösen,
auch nicht von jenen, die aus ideologisch gefärbter Wissenschaft und
politischer Doktrinierung die weltanschaulichen und praktischen Schluß-
folgerungen verweigern. Dies war auch niemals die Aufgabe der Wissen-
schaft. Sie liegt bei jenen, denen die Lebenswirklichkeit ihres Volkes Leit-
bild, Auftrag und Verpflichtung ist.
Es geht um eine Neuordnung aus Not-Wendigkeit für alle europäischen
Völker.

Begriffe und Werte in der Neuordnung

Die geistige Auseinandersetzung um die weltanschaulichen und politi-


schen Folgerungen aus naturwissenschaftlicher Sicht zieht immer weite-
re Kreise. Sie ist unausweichlich. Die Evolutionslehre, Grundlage mo-
dernen Wissens vom Werdegang des Lebens, kann von keinem unterrich-
teten und intelligenten Zeitgenossen mehr angezweifelt werden. Im Grun-
de genommen geht es darum, die neuen Informationen über das gesamte
kosmische und irdische Leben durch die Tätigkeit unseres Geistes ord-
nend zu verarbeiten. Mit dieser ordnenden Funktion des menschlichen
Bewußtseins werden in kleinen und großen Schritten Anpassungsleistun-
gen an neue Erkenntnisse und veränderte Umweltbedingungen vollbracht
und finden ihren Ausdruck in der Kultur. So ist die ökologische Bewe-
gung unserer Tage eine solche Anpassungsleistung, hergeleitet aus dem
Wissensstand über die Lebenseinheit aller physikalischen, chemischen
und biologischen Vorgänge in Raum und Zeit. Sie erfaßt immer mehr
Menschen, die ihr Wissen umsichtig in ein richtiges Verhalten gegenüber
der Ordnung der Natur umgesetzt sehen wollen.
Der Mensch unserer Zeit muß den großen Anpassungsschritt vollenden,
zu dem seine Vorfahren mit der Entdeckung des heliozentrischen Weltbil-
des den Aufbruch in die neue Zeit eingeleitet haben.

134
Große Anpassungsschritte setzen Grundbegriffe und Grundwerte in Be-
wegung, indem diese auf ihre inhaltliche Gültigkeit und ihre Folgerichtig-
keit überprüft werden. Die anpassende Ordnungsleistung vollzieht sich
daher zunächst in einem inhaltlichen Wandel der Begriffe als Folge neuer
Erkenntnis und veränderter Umwelt. Hier ergeben sich Überschneidun-
gen im Niederreißen des nicht mehr geglaubten Alten und der neuen auf-
bauenden Anschauung. Das eine führt ins Chaos, das andere in die Zu-
kunft. Beide Funktionen sind notwendig; das Alte muß fallen, damit das
Neue Platz gewinnt. Jedoch können die chaotischen Kräfte niemals die
aufbauenden sein.
Die Umwälzung trifft die christliche Weltanschauung ebenso wie die mar-
xistische Ideologie in ihren Grundfesten. Der Abbröckelungsprozeß ist
unaufhaltsam. Die Umwelttheorie des Marxismus ist gefallen. Die an-
schwellenden Zahlen der Kirchenaustritte sind nur äußeres Zeichen der
inneren Katastrophe eines sich ausbreitenden religiösen Vakuums. Der
Liberalismus, entbunden von allem und jedem, ist zwar willkommener
Zechkumpan der Wohlstandsgesellschaft, aber wie lange noch kann er
von dieser ausgehalten werden? Geistig ist er doch längst überholt. Es ist
verständlich, daß sowohl die christliche Kirche wie auch die marxistische
Ideologie versuchen, den Anpassungskurs in die Richtung ihrer Glau-
benslehren zu lenken und damit die Wissenschaft der Ideologie wiederum
dienstbar zu machen.
Vor Jahren schrieb eine große Wiener Tageszeitung, die sich mit den ein-
schneidenden Ergebnissen naturwissenschaftlicher Forschung befaßte, daß
eigentlich nur die nationale Anschauung nicht betroffen wäre, im Gegen-
teil davon bestätigt würde. Der Verfasser des Artikels warf die Frage auf,
was die Nationalen daraus machen werden.
Dem Zeitungsschreiber kann nicht widersprochen werden. Die nationale,
oder genauer gesagt, jene Geisteshaltung, die sich an der Grundtatsache
gewachsener Völker orientiert, wird in einzigartiger, bisher nicht mögli-
cher Weise von der biologischen Forschung bestätigt.
Eine Weltanschauung, deren Grundlagen an der Wirklichkeit der gesetz-
mäßigen Ordnung des gesamten Lebens ausgerichtet ist, kennt kein Dog-
ma. Mit jeder neuen Erkenntnis der Wissenschaft werden ihre Funda-
mente desto tragfähiger. So sind besonders volktreue Kreise von dem

135
Drang nach tieferer Erkenntnis und Überprüfung des Wertbeständigen
ergriffen.
Es geht hierbei um die richtige Einordnung von Mensch, Volk und Kultur
in das nachkopernikanische Weltbild. Die Grundlagen werden somit tie-
fer, bei der Evolution des gesamten Lebens angesetzt. Mit der sich daraus
ergebenden Wertsetzung ist eine notwendige inhaltliche Klärung der Grund-
begriffe unserer Kultur verbunden.
Die Kernfrage nach dem Phänomen des menschlichen Geistes, die noch
heute den Widerstreit zwischen geistes- und naturwissenschaftlichen Dis-
ziplinen nährt, muß dabei gestellt und beantwortet werden. Erst wer den
menschlichen Geist als das Ergebnis äonenlangen Werdens in der Evolu-
tion erkennt, wird begreifen, daß er dem Menschen als Organ seiner Le-
bensbehauptung zugewachsen ist. In der überpersönlichen Gemeinschaft
des Volkes wirkt er in einem System höherer Ordnung und Leistung, das
als Überlebensgruppe bejaht, geschützt und verteidigt werden muß. Räu-
me, Völker und Rassen sind nicht isoliert, Nachrichten und Verkehr über-
winden jede natürliche Schranke. Um so mehr muß das Bewußtsein wach-
gerufen werden, daß die Höhe menschlicher Leistungen und die Vielfalt
gewachsener Kulturen nur aufrechterhalten und weiterentwickelt werden
können, wenn jedes Volk seine Eigenart bewahren kann. Wer die Vielfalt
der Kulturen bejaht, muß sich zur Ordnung der Völker als den Trägern
dieser Kulturen bekennen.
Mit der Widerlegung des transzendenten “Geistes an sich” durch die na-
turwissenschaftliche Forschung ist auch die religiöse Frage unabweislich
aufgeworfen.
Alle Erkenntnis drängt zu einem neuen metaphysischen Bewußtsein über
die Ordnung der Welt, in die auch der Mensch sinnvoll eingebettet ist.
Gerade das Bewußtwerden dieser kosmischen Ordnung erweckt im Men-
schen das Gefühl der Geborgenheit im Gesetz und die Ehrfurcht vor dem
Leben. Gegenüber einer auf den Menschen bezogenen Religion, die ihn
als Krone der Schöpfung eingesetzt und ihn damit außerhalb der Natur
gestellt hat, ja, die Welt der Wirklichkeit durch die Verheißung einer “bes-
seren” jenseitigen Welt entwertete, ist eine Religion im Kommen, die sich
auf das ganze Leben bezieht und im Menschen den seelischen Bezug her-
stellt, sich als Teil ewiger Ordnung im All zu fühlen. Von der Verlorenheit

136
des “Staubkörnchens” Mensch auf einem einsamen Planeten mündet das
neue Weltbild seit der Entgötterung der Welt in die Geborgenheit einer
lebensreligiösen Anschauung. Der Mensch ist aus dem Zeitalter der My-
thologie und der Selbstüberhebung entlassen und handelt auf sich selbst
gestellt in Verantwortung vor dem Kommenden. Aus dem “Macht euch
die Erde untertan” wird ein “Dienet der Erde”.
Eine Neuordnung des Denkens ist notwendig geworden. Sie bedeutet letzt-
lich, die Politik als Instrument der Daseinsgestaltung mit der Vermittlung
biologischer Grunderkenntnisse zu befähigen, das Volksleben fördern und
lebensrichtige Entscheidungen treffen zu können.

KULTUR – Anpassungsleistung
zu höherer Lebensordnung
Die Umwälzungen unseres Jahrhunderts, durch biologische Anpassungs-
stürme und weltanschauliche Gestaltungskämpfe gekennzeichnet, machen
es notwendig, Vorstellungen und Begriffe des Wertbeständigen neu zu
untersuchen, um sie den veränderten Bedingungen der Außenwelt und
Umwelt anzupassen. Nichts anderes ist die Tätigkeit des Geistes, der
Kultur, in dauernder Auseinandersetzung mit der gesamten Lebenswelt
eine Anpassungsleistung zu vollbringen, die eine bessere und höhere Le-
bensordnung gewährleistet.
Die Schwellenzeit, in der wir leben, stellt mit der Eroberung des Kosmos
und der Entdeckung der feinsten Lebensvorgänge im atomaren wie im
zellularen Bereich unsere weltbildliche Orientierungsfunktion vor eine
neue Jahrtausendaufgabe.
Der Ordnungsstand unserer Kultur reicht nicht mehr aus, um eine Erhal-
tung und angepaßte Lebensbehauptung unseres Volkes und der arischen
Völker, ja, der Menschheit überhaupt, zu sichern.
Es wäre aber völlig unbiologisch gedacht, die hervorbrechenden Erkennt-
nisse der Naturwissenschaft und besonders den Aufstieg der Technik als
materialistische Fehlentwicklung im Gegensatz zu einer idealistischen
Weltauffassung zu bewerten. Für ihr teilweises Überschießen in abiolo-
gische Vorgänge sind Wertvorstellungen verantwortlich zu machen, die

137
ihre Wurzeln in den Ideen des 19. Jahrhunderts haben. Sie sind der ger-
manisch bestimmten Weltauffassung, die eine organisch-ganzheitliche ist,
von Grund auf fremd. Der Volksforscher Adolf Helbok machte die ab-
strakte Fächertrennung und Spezialisierung der Wissenschaft im Gefolge
der Französischen Revolution für den Verlust der Ganzheit in der Be-
trachtung aller Lebensvorgänge verantwortlich.
Mit der die Gefahren durchdringenden Geistesmacht des Genies hat sich
auch Goethe kraft seiner germanisch bestimmten Persönlichkeit den Pa-
rolen von “Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit” entgegengestellt wie
kein anderer deutscher Geist seiner Zeit.
“Denn der Mensch, der zur schwankenden Zeit auch
schwankend gesinnt ist,
Der vermehret das Übel und breitet es weiter und weiter;
Aber wer fest auf dem Sinn beharrt, der bildet die Welt sich.
Nicht den Deutschen geziemt es, die fürchterliche Bewegung
Fortzuleiten und auch zu wanken hierhin und dorthin.
Dies ist unser! so laßt uns sagen und so es behaupten!
Denn es werden noch stets die entschlossenen Völker gepriesen,
Die für Gott und Gesetz, für Eltern, Weiber und Kinder
Stritten und gegen den Feind zusammenstehend erlagen.”
Goethe war nicht das letzte Glied der idealistischen Zeitepoche, der ihr
den Glanz seiner titanenen Geisteskraft verlieh, sondern steht am Anfang
einer naturalistischen Weltanschauung. Goethe hat den Sprung “über die
Mauer” getan, er hat es als Denker getan und als Naturwissenschafter
und damit eine Anpassungsleistung eingeleitet, die, wäre sie damals fort-
gesetzt worden, der wissenschaftlichen Entwicklung wahrscheinlich vie-
le geistige Fehlinvestitionen erspart hätte.
Der vorläufige Sieg der Französischen Revolution gegenüber der germa-
nisch-deutschen Volksidee stellte die industrielle Revolution ganz in den
Geist der lebensfremden Ideologie einer liberalistisch-materialistischen
Weltauffassung und verselbständigte sie.
Es bleibt nun dem 20. und 21. Jahrhundert die Aufgabe, die Technik als
Anpassungsleistung des Menschen sinnvoll in eine neue Kulturordnung
einzubauen.

138
Erkenntnistrieb als zentrale Lebenssteuerung
Der in den Naturwissenschaften mit wachsendem Tempo und Erfolg täti-
ge Erkenntnistrieb ist jene besondere Triebrichtung des menschlichen
Gehirns, die eine Ordnungstätigkeit zur zentralen Lebenssteuerung aus-
übt und daher immer in die SINNFRAGE einmündet.
Wissenschaft geht daher jeder Überprüfung des Wertbeständigen und je-
der neuen Wertsetzung voraus. Erst dann kann die bildnerische Tat fol-
gen und Sitte und Recht sie zum allgemeinen Bilde der Kultur eines Vol-
kes erheben.
Bei der Überprüfung des Wertbeständigen handelt es sich nicht um eine
Umwertung der Werte, sondern, mit Kolbenheyer gesprochen, geht es
“darum, zu sehen und zu wissen, wo aus der Umwälzung die Keime des
Neubestandes durchbrechen. Es wäre eine Schwelle der Menschheitsent-
wicklung zu überschreiten.”
Der Widerstand überlebter und lebensfeindlicher Ideologien entwickelt
sich proportional zum Erkenntnisstand der Wissenschaft. Die Dogmati-
sierung ihrer politischen und kulturellen Scheinwelt weist bereits eine
Erstarrung auf, die den Anpassungsstürmen unserer Zeit auf die Dauer
nicht standhalten kann. Ein echter Rückkoppelungseffekt des Energiege-
winns durch Widerstand ergibt sich daher:
Die Naturwissenschaft und besonders die Genetik und ihre ableitenden
Systemtheorien müssen unter dem Zwang einer ideologisch feindlich ein-
gestellten Zeit desto klarere und unwiderlegbare Beweise liefern.

Die Lage der deutschen Kultur


Wenn wir nun den gegenwärtigen Zustand der deutschen Kultur betrach-
ten, müssen wir von einem nationalen Notstand sprechen. Nichts kann
die Lage Deutschlands als vom Feind besetztes Land deutlicher kenn-
zeichnen als das völlige Darniederliegen kultureller Ordnungsfunktionen,
zu deren Betätigung jedes Volk eines bestimmten Freiheitsraumes bedarf.
Die Menschheitsgeschichte verfügt über mindestens 5.000 Jahre alte Er-
fahrungen, wie der Feind auch ohne militärische Mittel die Lebenskraft
eines Volkes lähmen kann.

139
Die Morgenthauschen Kontrollratsgesetze haben nicht nur Presse, Poli-
tik und Geldwirtschaft unter Lizenz gestellt, sondern auch das gesamte
Kulturleben des besiegten Deutschen Volkes.
Die kulturellen Wirkungsbahnen, über die das Volksleben schöpferisch
und prägend durchdrungen wird, sind besetzt und der internationalen
Kontrolle unterworfen.
Die Kreuzzugsidee ist bekannt: den Rückfall des Deutschen Volkes in die
Barbarei zu verhindern und es zur Höhe westlicher (amerikanischer) Zi-
vilisation zu führen.
Die Umerziehung ist denn auch über den gigantischen Apparat von Schule,
Fernsehen und Rundfunk, über Presse, Theater, Kunstbetrieb, Verlags-
und Sortimentswesen, über Vortragswesen und Film in vollem Gange.
Gigantisch, weil immer mehr Mittel für ständig wachsendes Desinteresse
aufgebracht werden müssen, ja, die Anstrengungen dürfen nicht eine Stun-
de still stehen, es könnten sonst aus genetisch tieferen und nicht beein-
flußbaren Bahnen Verhaltensweisen durchdringen, die das manipulierte
Großhirn wieder in den Dienst der artspezifischen geistigen Funktion
zurückführen.
Die Kommunikationswege werden durch die Auflösung der soziologi-
schen Strukturen und der sozialen Ordnung umgebaut, die überpersönli-
chen Gemeinschaften von Heimat und Volk zerstört. Der isolierte Einzel-
mensch ist ein willfähriges Opfer für sinnentleerte Triebbefriedigungen
einer Ersatzkultur, die nicht mehr ist als eine Bettelsuppe, die ihm noch
höhnend im Schmutzkübel gereicht wird.
Das Gefühlsleben ist davon am meisten betroffen, die Kunst droht unter
Schlammfluten zu ersticken.
So zeigen sich mitunter typische Leerlaufreaktionen, wie z. B. in freneti-
schen Kundgebungen bei Fußballspielen oder für Massenidole mit unter-
schwellig nationalen, volkstümlichen oder moralischen Beweggründen.
Das genetisch bedingte Kulturvermögen ist damit nicht vernichtet, aber
es unterliegt einer Lähmung.
Das erbbedingte Ethos eines Volkes bedarf zur Betätigung und Steige-
rung seiner wesenseigenen Kulturentwicklung der freien Mittlerbahnen.

140
Es liegt eine tröstliche Hoffnung in der Zeit, in der es uns gelingen muß,
unser Artbild durchzutragen.
Jedoch dürfen die Wirkungen fremdartiger und zersetzender Einflüsse
nicht unterschätzt werden, denn sie führen über das Großhirn und lösen
assoziative Reaktionen aus. Ja, wir wissen sogar von Einflüssen perfek-
ter Manipulation, teuflisch ausgeklügelt, mit dem unmittelbaren Einstieg
in das Stammhirn: Die epileptisch zuckenden Bewegungsabläufe und hy-
sterischen Gefühlsausbrüche junger Leute reichen bis zur seelischen Ver-
stümmelung und sind zu einer Frage der Medizin geworden; das Rausch-
gift der Seele von Rock bis Pop kann verheerende Folgen zeitigen. Aber
auch das allgemeine Triebverhalten kann pathologischen Veränderungen
unterworfen sein.
Hören wir dazu die Stimme eines Arztes und Biologen, Dr. Kretschmer:
“Die Meinung, daß nur der positive Trieb ,Natur‘, die entspre-
chende Triebhemmung dagegen eine oberflächliche und künstli-
che Gesellschaftskonvention wäre, ist für ärztliche wie für ethi-
sche Probleme ein verhängnisvoller Irrtum, der auch streng for-
schungsmäßig heute widerlegt ist.”
“Man trifft sexuelle Schamlosigkeit nicht sowohl bei natürlich
erzogenen, gesunden Menschen, als vielmehr schwer Degenerier-
ten und Geisteskranken.”
Dieser gesamte, einem Krankheitsbild gleichende Zustand des deutschen
Volkslebens wird von pathologischen Umerziehern und deren Nutznießern
und nützlichen Idioten als kulturelle Befreiung von allen Zwängen ge-
priesen!!
Das ist die wahre Lage der deutschen Kultur!

Die Spenglersche Theorie biologisch widerlegt


Nun könnten wir von der Theorie ausgehen, die Oswald Spengler in sei-
nem Buch “Der Untergang des Abendlandes” vertreten hat, daß die Zei-
chen von Krankheit und Verfall der europäischen Kultur insgesamt einem
unaufhaltsamen Alterungsprozeß zuzuschreiben seien, dem alle Hoch-
kulturen ausgesetzt wären.

141
Dem ist zunächst entgegenzuhalten, daß die deutsche Kultur aus ihrem
tiefen Depressionszustand nach dem 1. Weltkrieg einen Aufbruch in allen
ihren Äußerungsmöglichkeiten erlebte und eine noch höhere Blüte schöp-
ferischer Entfaltung für die Zukunft verhieß.
Besonders die deutsche Wissenschaft erweiterte ihre Führungsrolle in der
Welt. Schiffladungsweise schleppten die Amerikaner 1945 die Beute der
deutschen Patente samt ihren potentiellen schöpferischen Trägern hin-
weg und mußten mit unverhohlenem Erstaunen wahrnehmen, daß ihnen
die deutsche Wissenschaft um Jahrzehnte voraus war.
Den Arbeiten und Erkenntnissen deutscher Wissenschaft auf dem Gebiet
der Erblehre, besonders der Eugenik, folgte als bedeutendste Leistung
menschlichen Geistes in diesem Jahrhundert neben der Eroberung des
Kosmos die Entdeckung der Gene. Diese Tat steht im Rang einer bahn-
brechenden Orientierungsleistung, um Völker und Kulturen wieder in die
Ordnungen anpassenden Verhaltens zur Sicherung ihres Bestandes zu
führen.
Es liegt sicher ein ideologisch krankhaftes Verhalten darin, die Gesetze
der Genetik zu leeren Formeln degradieren zu wollen. Die Rassenfrage
als Schlüssel der Weltgeschichte kann nicht jener Menschengruppe auf
ewig vorbehalten bleiben, die sie zuerst als solche erkannt und zur Erhal-
tung der eigenen Art zum Gesetz erhoben hat
Die Kenntnisse über die biologischen Grundlagen der Geschichte der
Völker und Kulturen widerlegen heute eindeutig die Spenglersche Theo-
rie von dem zwangsläufigen Untergang jeder Hochkultur als Folge einer
“unentrinnbaren Logik der Zeit”.
Der Volksforscher Helbok nennt sie “kindhafte Phantasterei”, die von
einem falschen Volksbegriff ausgeht und keine Ahnung hat vom Aufbau
einer Hochkultur auf dem tiefschichtigen Gefüge aller Volkskultur. Auch
die Vorstellung von einem alternden Volk ist unrichtig. Sie bezieht sich
auf den Ablauf des Einzellebens zwischen Geburt und Tod, das genetisch
vorgegeben und unveränderbar ist. Das Volk ist ein “offenes System” mit
eigenen Systemeigenschaften, das sich ständig über seine Einzelwesen
erneuert, – und nur der Verlust oder die Auflösung seines genetischen
Bestandes durch Vermischung seiner Blutsanteile von außen kann seinen

142
biologischen Volkstod und damit den Untergang seiner Kultur herbeifüh-
ren.
Nichts anderes geschah bei allen Hochkulturen, deren Niedergang Spengler
zu seiner Theorie Anlaß gaben.
Die Ursachen waren biologische: Die auf fremdem Wuchsgrund aufge-
pfropften Reise konnten zwar üppig emporschießen und vor der Zeit ih-
rer raumgebundenen Reife zu jener herrlichen Blüte gelangen, die die
europäische Kultur befruchtete. Aber das fremde Raumgesetz besiegte
ihre Keimkraft.
Alle alten Hochkulturen waren letzten Endes das Opfer unumstößlicher
biologischer Gesetze! Ein fremder Raum mit raumgebunden andersarti-
gem biologischen Wuchs brachte sie zum Erliegen.
Auch die Annahme, daß Zeiten politischer Machtentfaltung und Größe
die Gleichzeitigkeit schöpferischer Taten der Kunst ausschlössen, kann
geschichtlich nicht abgestützt werden.
Es gibt in der deutschen Geschichte allein drei sogenannte Hoch-Zeiten
der Kultur, in denen die Hochblüte des geistigen Lebens auf gleicher Höhe
mit der politischen Macht und wirtschaftlicher Fruchtbarkeit standen:
Die Bronzezeit und die Zeit Ottos des Großen gehören dazu. Eher ließe
sich sagen, daß die im Kampf um die Freiheit und Sicherheit des Landes
gebundene und erschöpfte Volkskraft nach dem Sieg über den Feind ihren
Energiestrom für die Neugestaltung des geistigen Lebens einsetzen kann.
Das treffendste Beispiel hierfür ist die Reichsblüte im Barock.
Eine schicksalhafte Verknüpfung des Aufstieges und Unterganges von
Kulturen, die gleichsam von außen her nach undurchschaubaren Regeln
abläuft, hält einer Untersuchung nach biologischen Kriterien nicht stand.
Die gewissen Krankheitssymptome der europäischen Kultur müssen an-
dere Gründe haben.
Wir haben anfangs festgestellt, daß der Ordnungsstand unserer Kultur
nicht mehr ausreicht, um eine notwendige Anpassung an die sich schnell
verändernden Umweltbedingungen zu vollziehen.
Das industrielle Zeitalter mit seinem gigantischen Macht- und Wissens-
gewinn hatte einen Energiezuwachs zur Folge, der zunächst gewachsene

143
Gemeinschafts- und Gesellschaftsformen zerstörte, eine Überbevölkerung
unseres Erdteiles herbeiführte und ihn in zwei Kriege stürzte. Die euro-
päischen Völker erlangten ihre nationale Einheit bis auf das deutsche,
das man daran gehindert hat.
Nun bleibt uns die Aufgabe, den Schwellenschritt in ein neues Zeital-
ter der Menschengeschichte geistig-seelisch zu vollziehen, um das neu
gewonnene Abbild der Welt mit der wertenden Tätigkeit unseres Be-
wußtseins in Übereinstimmung zu bringen.
Einige Anzeichen für Schwellenangst dürfen uns nicht darüber täuschen,
daß wir den Fuß bereits darüber gesetzt haben.
Wem klar geworden ist, daß der Erkenntnistrieb der Wissenschaft eine
Ordnungstätigkeit im Sinne einer zentralen Lebenssteuerung ist, der kann
verstehen, daß sich die Naturwissenschaft immer häufiger mit den Fra-
gen der menschlichen Kultur befaßt. Dies bedeutet, den menschlichen
Geist zum Gegenstand naturwissenschaftlicher Betrachtungen zu machen.

Kultur als Gegenstand naturwissenschaftlicher


Untersuchung

Wer allerdings im mittelalterlichen Dualismus des Leib-Seele-Denkens


verharrt mit der Vorstellung eines über dem Körper schwebenden Gei-
stes, der den Körper nur als Werkzeug benütze und frei über die von den
Sinnesorganen und Nervenleitungen gelieferten Nachrichten verfügen
könne, wird darin eine Fachüberschreitung in geisteswissenschaftliche
Kompetenz erblicken oder es als Biologismus abzuwerten suchen.
Daß sich die spezifisch menschlichen Eigenschaften und Leistungen, mit
den Augen des Naturforschers betrachtet, erst in vollem Umfange als
einzigartig erkennen lassen, ja der äonenlange Werdegang des Lebens bis
zur menschlichen Kultur als ein Prozeß sichtbar wird, der höchster reli-
giöser Andacht wert ist, müßte auch mit dem Sturz der “Seele als des
lebendigen Körpers alleinige Ursache und Grund” (Aristoteles) versöhnen
können.
Es ergibt sich ein echtes Problem, die menschliche Kultur und den Geist
mit Fragestellung und Methodik der Naturwissenschaft zu untersuchen.

144
Es liegt in der Unzulänglichkeit des Vokabulars; der bisherige Wortschatz
der Kultursprache ist nicht ausreichend. Hier bedarf es sicher der wort-
schöpferischen Leistung des Genies. Doch muß ihm der Prozeß des Wis-
sensgewinnes vorausgehen. Dies war das Problem Kolbenheyers (Bau-
hütte). Es war auch die Fragestellung von Konrad Lorenz in seinem Buch
“Die Rückseite des Spiegels”.
Bisher war nur das Werden des Einzelwesens Gegenstand der Untersuchun-
gen, weil nur seine Entwicklung die einzige Art war, die man kannte.
Inzwischen haben wir den milliardenjahrelangen Werdegang des Lebens
nicht als eine lineare Entwicklung kennengelernt, sondern als eine der
Ausbildung lebender Systeme im atomaren, im molekular-chemischen,
im zellular-organischen und im Nerven- und zerebralen Bereich. Am
Anfang im Urbaustein, im Ur als der Anlage des Vollkommenen im noch
nicht Vollkommenen.
Ein System ist eine Ganzheit aus einer Vielheit von verschiedenen Teilen.
Der Vorgang der Ganzheitseingliederung der einzelnen Funktion, des ein-
zelnen Organismus, der einzelnen Gestalt, in die höhere Ganzheit ist das
wichtigste Prinzip der Evolution. Mit der neuen Ganzheit wird jeweils ein
leistungshöherer Organismus möglich.
Die Ordnungen der Untersysteme bleiben in der höheren Ganzheit auf-
recht und werden nicht durchbrochen. Das lebende System besitzt alle
Eigenschaften seiner Glieder, umgekehrt besitzt keines der vielen Unter-
systeme die Eigenschaften der höheren Einheit. Man kann die den höhe-
ren Schichten allein eigenen Ordnungen und Vorgänge nicht mit den Ge-
schehenskategorien der tieferen erfassen.
Aber auch die höhere Einheit ist und bleibt ein lebendes System!
“Auf unvorstellbar wunderbaren Komplexen und Strukturen, die
offenen Programmen zugrundeliegen und die Möglichkeit zum
Lernen offenhalten”,
(Lorenz) beruht ihre Anpassungsfähigkeit. Allem Anpassungsgeschehen
liegt eine gewaltige Anzahl stammesgeschichtlich erworbener und im Gen
gespeicherter Informationen zugrunde, bevor das individuelle Gewinnen
von Erfahrung in einem sogenannten offenen Programm durch Lernen

145
und Gedächtnis erst möglich ist. Der Mensch ist ebenso wenig wie das
Tier eine tabula rasa, ein unbeschriebenes Blatt. Das ist einer der größten
Irrtümer der menschlichen Geistesgeschichte. Gleich groß ist der Irrtum
und nur scheinbar im Gegensatz zum ersten stehend, daß bei allen noch
so kleinen Vorgängen tierischen und menschlichen Verhaltens das Lernen
beteiligt sei.
Sie verhüllen beide das zentrale Problem allen Lernens. So stellt Lorenz
die Frage:
“Wie kommt es, daß Lernen die arterhaltende Wirkung des Ver-
haltens verbessert?”
Das Lebewesen ist in ständiger Auseinandersetzung durch Energie-
und Informationsgewinn das gengebundene Abbild der Wirklichkeit.
Arterhaltend sinnvolles Verhalten ist nur möglich durch die Ausbildung
realer Strukturen, also dem wahren Sein angepaßten Formen und Vor-
gängen seiner Sinnesorgane und des Nervensystems.
Es tritt nun Ende des Tertiärs ein völlig anders geartetes System auf den
Plan der Geschichte des Lebens, das das gleiche wie bisher zu leisten
imstande ist, nur schneller und besser!
Die folgerichtige Fortsetzung der Evolution war die Ausbildung der zen-
tralen Funktion des Gehirnes und die daraus entstehende Entwicklung
des Ich-Bewußtseins zur gesteigerten Kommunikation im Wir.
Damit wird die Evolution unabhängig vom Objekt und macht alles Er-
lernte mittels der Tradition zum Besitz aller. Der Mensch ist damit nicht
nur die Ausformung eines äonenlangen Werdens, sondern wird zum
Erben seiner KULTUR!
Kultur ist das höchste lebende System auf unserer Erde, von den
Völkern jeweils artbedingt ausgeformt.
Konrad Lorenz sagt dazu:
“Die individuelle konkrete Verwirklichung eines überindividuel-
len Systems bestimmter sozialer und ethischer Grundhaltungen
und deren traditionelle Festigung in der Angleichung aller Mit-
glieder der Gemeinschaft nennen wir eine Kultur. Es ist müßig,

146
zwischen kulturellem und geistigem Leben unterscheiden zu
wollen.”
Ein von Lorenz in “Die Rückseite des Spiegels” häufig zitierter Aus-
spruch Gehlens lautet: “Der Mensch ist von Natur aus ein Kulturwesen.“
Um jedem Irrtum zu begegnen, müssen wir hinzusetzen: Und Kultur ist
eine biologisch notwendige Leistung!
Der Mensch ist durch ein typisch stammesgeschichtliches Werden zu dem
Kulturwesen geworden, das er heute ist.
Die Stammesentwicklung ist nicht das Ergebnis eines blinden, reinen
Zufalls, sondern sie ergreift jeweils dort die günstige Gelegenheit einer
Verbesserung, wo sie sich anbietet: in einer Mutation oder einer Neukombi-
nation von Erbanlagen, um ihre ökonomische Ausnutzung zum Ausgangs-
punkt weiterer selektiver Vorteile zu machen. Ökonomischer Vorteil be-
steht im Gewinnen und Speichern von Energie, die wiederum die mit die-
ser Verbesserung begabten Wesen und ihre Nachkommen im Lebenskampf
begünstigt. Das Gewinnen und Speichern von arterhaltender Information
ist ein ebenso anpassender Vorgang. Beide, Energie- und Informationsge-
winn, sind anpassende Leistungen alles Lebendigen.
Hieraus erklären sich Geschwindigkeit und Richtung der Evolution.
Konrad Lorenz:
“Das Leben betreibt höchst aktiv ein Unternehmen, das gleich-
zeitig auf den Gewinn eines Kapitals von Energie und auf den
eines Schatzes von Wissen abzielt, wobei jeweils der Besitz des
einen den Erwerb des anderen fördert.”
Und Lorenz meint, daß die Attribute “niedriger” und “höher” in gleichem
Sinne auf Lebewesen wie auf Kulturen anwendbar sind. Die berechtigte
Wertung beziehe sich unmittelbar auf den Gehalt unbewußten oder be-
wußten Wissens, der den lebenden Systemen eignet, und er fährt fort:
“... gleichgültig, ob er durch Selektion, Lernen oder Forschung
erworben wurde und ob er im Genom, im Gedächtnis des Einzel-
wesens oder in der Tradition einer Kultur aufbewahrt wird.”
Die Voraussetzung dazu ist die Leistung des begrifflichen Denkens, des-
sen Entstehung die Menschwerdung bedeutet.

147
Begriffliches Denken ist ohne Sprache unmöglich. Wir denken in der Spra-
che. Die Sprache ist ohne gegenständliche Vorstellung nicht möglich. Sie
ist wie das Denken raumgebunden. Die Sprache veranschaulicht alle unan-
schaulichen Vorgänge durch räumliche Vorstellungen, z.B. vor und nach
Ostern, über die Schwelle, hintergründig, vordergründig, tief und hoch
usw.
Räumliche Vorstellung erwirbt das Leben bereits in frühesten Anfängen
auf der Erde. Es entstehen die ersten Orientierungsmechanismen durch
Versuch und Erfolg raumbedingter Bewegungen. Allein der wunderbare
Vorgang vom Entstehen der Sprache über die begriffliche Vorstellung bis
zum artikulierten Wort wäre eine Werdensgeschichte des Lebens bis zur
Kulturfähigkeit.
Die biologische Geschichte der Sprache spiegelt aber nicht nur die Stam-
mesgeschichte wider, sie ist ebenso äußeres wie inneres Bild der letzten
Ausdifferenzierungen der Völker und Kulturen So liegt in ihr Ur-Teil des
Volkes. Sie ordnet den Informationsgewinn durch die Arbeit des Geistes,
indem sie das Wort zum Ausdruck des Gedankens fähig macht.
Information heißt wörtlich: Einprägung.
So ist die Sprache das Medium, mit dem ein Volk seinen kulturellen Prä-
gewillen betätigt. Sie ist Mittlerin des Gesamtwissens der Kultur, begin-
nend bei Ackerbau, Sitte, Gebräuchen, Wissenschaft und Recht und er-
hebt sich in der Sprache der Dichtung, der Kunst und Musik zu schöpfe-
risch höchster Dichte. Sie ist Abbild eines Volkes, seines Fühlens und
Wollens, wie es reiner und genauer durch nichts wiedergegeben werden
könnte. Sie ist innig eins mit ihm (Humboldt).
Wenn wir von dem sich ständig steigernden Tempo der Evolution durch
Energie- und Informationszuwachs im Bereich der geistigen Arbeit des
Menschen sprechen, müssen wir demgegenüber feststellen, daß sämtli-
che, in der Erbmasse verankerten Verhaltensprogramme resistent sind
gegenüber den verändernden Einflüssen, die von der menschlichen Kul-
tur ausgehen.
Die Stammesgeschichte steht zwar keineswegs still, aber sie bewegt sich
weiter im Bereiche der Keimzellen. Man berechnet die Zahl der Mutatio-
nen beim Menschen ziemlich hoch mit 10–40 %.

148
Gerade die kulturelle Entwicklung schafft mit der Tätigkeit des Verstan-
des scharfe Auslesebedingungen durch die sich ständig verändernde Um-
welt; es kann also auch beim Menschen keine Rede sein von konstanten
Lebensbedingungen und es würde verwundern, wenn dies keine weitere
Auslesewirkung haben sollte. Von den vielen auftretenden Erbänderun-
gen werden daher sicher die günstigsten mehr Aussicht auf Überleben
haben und ihrer Gruppe entsprechend Lebensvorteile verschaffen.
Eine naturwissenschaftliche, entwicklungsgedankliche Betrachtung der
Kultur kann in diesem kurzen Rahmen nicht annähernd umfassend dar-
gestellt werden. Es galt, mit den Augen der naturwissenschaftlichen For-
schung die wesentlichen Merkmale der Kultur im Hinblick auf unser
Thema: „Kultur – Anpassungsleistung zu höherer Lebensordnung“ zu
untersuchen.

Damit bin ich bei deren Zusammenfassung angelangt:


1. Die Entwicklung der menschlichen Kultur ebenso wie die Stammes-
entwicklung dürfen keineswegs als eine einheitliche angesehen werden.
Jede wächst in ihre eigene Richtung, von Raum, Klima und sonstigen
Umweltbedingungen geprägt und differenziert. Jeder Mensch kann zwar
jeder Errungenschaft der Weltkultur teilhaftig sein, der Begriff einer
internationalen Kultur ist ein ideologischer Unsinn. Jede Kultur wächst
aus dem eigenen Boden ihres Volkes empor.
2. Die Kulturen sind nicht verstandesmäßig gesteuert, sondern kommen
aus dem Unbewußten. Sie sind Unternehmungen mit gekoppeltem Macht-
und Wissensgewinn.
3. Jeder einzelne Träger der Kultur eines Volkes ist Erbe ihres gesamten
Schatzes an Sprache, an Kunst und Wissen, an Sitte und Recht.
4. Wie die Stammesgeschichte auf der einen und die Entwicklung der
Kultur auf der anderen Seite zeigen, ist Erhaltung des Lebens gleichbedeu-
tend mit Steigerung und Höherführung. Also können wir die höhere Le-
bensordnung als das letzte gemeinsame Ziel allen Verhaltens betrachten.
Albert Schweitzer:
“Alle materiellen und geistigen Werte sind Werte nur insofern,

149
als sie der höchsten Erhaltung und Förderung des Lebens die-
nen.”
5. Wie alle lebenden Systeme können auch Geist und Kultur des Men-
schen Störungen unterworfen sein, sie können krank werden. Wir haben
eingangs die Störungen der deutschen und europäischen Kultur festgestellt
und untersucht.

Maßstäbe neuer Kulturpolitik

Die Kulturpolitik hat die Aufgabe, alle Schäden abzuwehren und zu be-
seitigen, um der strömenden Wirksamkeit des geistigen Lebens die Bah-
nen zur vollen Entfaltung seiner Kulturmächtigkeit zu öffnen.
Unsere Untersuchungen nach naturwissenschaftlichen Gesichtspunkten
haben uns zur Erkenntnis eines neuen Kulturbegriffes geführt. Geist
und Kultur sind von dem äonenlangen Werdeprozeß des Lebens nicht zu
trennen, sie sind das letzte erkennbar Vollkommene des noch nicht voll-
kommenen Ur.
Was ist dagegen jene Auffassung vom “Mängelwesen” Mensch, das, durch
die Rätsel des Kosmos aus der Bahn geworfen, in der Nacht seiner Exi-
stenz den Halt verliert und ins Unermeßliche, ins Nichts abstürzt?
Gewiß, unsere Zeit fördert solche Philosophien, – das Gleichgewicht
zwischen dem Ererbten und Erlebten ist ins Wanken geraten und muß
wiederhergestellt werden. Wir müssen, wenn wir “Kosmos” sagen, wie
einst die Griechen wieder an Maß, Ordnung und Gesetz, an Schönheit
und Harmonie denken lernen.
Ist unser Geist nicht selbst ein Kosmos von Maß und Ordnung, wohl
imstande, ein Bild der Schönheit und Harmonie zu empfangen und es in
der Kunst zur zeitlos gültigen Form zu erheben? Ist Prometheus nun ge-
reift, seine Erde in Ehrfurcht vor allem Werden zu gestalten, nicht Geist
wider Kosmos, sondern Geist im Kosmos zu sein?
Der Schwellenschritt führt uns in den Raum eines neuen Jahrtau-
sends. Im revolutionären Abbau der Tradition stürzen vergangene
Jahrtausendideen, während sich die Quadersteine des Wertbeständi-
gen zum neuen Fundament fügen müssen.

150
Am Anfang unseres politischen Wollens steht ein freies deutsches Volk in
einem freien Staat, der wieder Hoheitsträger seiner Kultur ist.
1. Die erste kulturpolitische Tat eines deutschen Staates wird die Wir-
kungsbahnen kultureller Kommunikation von allen fremden Einflüssen
freimachen müssen, um den geistigen Eigenwuchs des Deutschen Volkes
wiederherzustellen.
Presse, Fernsehen und Rundfunk, die als Instrumente ausgeklügelter Um-
erziehungspsychologie mißbraucht wurden, werden ihre aufbauende Lei-
stung im Dienste einer freien Entwicklung geistigen Volkslebens erwei-
sen.
2. Biologischer Sozialismus, d.h. eine Funktionsteilung der Arbeit inner-
halb eines Volkes zum Nutzen des Einzelnen wie der Ganzheit ist die
Voraussetzung für eine aufsteigende Kultur und Wirtschaft.
3. Die Wirtschaft bedarf als Sicherstellung der äußeren Lebensbedürfnis-
se des Volkes jeder staatlichen Unterstützung. Gleiche Förderung sollte
der Kultur auf allen Gebieten zukommen. Erst die dienende Funktion der
Wirtschaft im Wechselspiel mit dem geistigen Schaffen verbürgt eine ge-
sunde Lebensordnung.
4. Wissenschaft und Forschung haben zuerst dem eigenen Volke zu die-
nen und damit dienen sie auch den übrigen Völkern.
5. Die natürlichen, lebensgesetzlich in Rasse und Volk gewachsenen sitt-
lichen Verhaltensweisen müssen Grundlage auch für eine geistig ausge-
richtete Sozialordnung sein.
Ebenso sind die gewachsenen Strukturen in Siedlung und Lebensform
innere Leitlinien des Volkes und bestimmen das soziale Gefüge.
6. Der durch Arbeit und Wirtschaft und den Wissenszuwachs der For-
schung entstehende Freizeitgewinn muß sinnvoll zu einer besseren und
höheren Lebensgestaltung führen, die sich nur in einem Gemein-
schaftsverhalten verwirklichen läßt, das Körper- und Charakterbildung
in den Mittelpunkt stellt. Arbeit und Freizeit werden sich darum in einem
ständigen Rückkoppelungsprozeß des Energie- und Informationsgewinns
bewegen, der durch ein entsprechend hohes Leistungsethos geregelt wer-
den muß.

151
7. Die Sprache als seelischer und geistiger Ausdruck des Volkes ist höch-
stes Kulturgut. Ihre Orientierungstätigkeit und Ordnungsfunktion im Dien-
ste einer höheren Lebensordnung kann nicht hoch genug eingeschätzt
werden. In freiem Volke mit geistiger Lebensmächtigkeit wird sie gewal-
tig fortwirken und den ihr angediehenen Schutz mit fruchtbaren Werken
bedanken.
8. Der genetische Bestand eines Volkes ist sein innerster Quell, der unbe-
dingt rein erhalten werden muß. Aus ihm schichtet sich der Begabungs-
stand einer Kultur auf bis zum Genie. Ohne ständig aufsteigende Bega-
bungen aus dem Erbgut der Ganzheit Volk kann eine Kultur sich weder
erhalten noch steigern. Sie bedarf des Genies.
Deshalb ist nicht nur der einsatzfähigen Ausbildung der begabten Anla-
gen größte Aufmerksamkeit zu widmen, sondern vor allem den genealo-
gischen Bahnen zu ihrem Begabungsaufstieg, d. h. nicht nur Begabten-
förderung im sozialen, sondern auch im erblichen Sinne durch entspre-
chende Leitbilder und Zusammenführung der Menschen mit besonderen
Erbanlagen.
9. Die Architektur als Ausdruck eines neuen Weltgefühles wird wie alle
Kunst die Aufgabe der metaphysischen Einordnung des Menschen in sei-
nen Kosmos über sich sehen, wobei dem Bildnerischen der Dienst am
arterhaltenden Schönheitsideal zufällt.
Das sind jene kulturpolitischen Maßnahmen, die sich aus der Kenntnis
der biologischen Grundlagen jeder Kultur und der Erhaltung ihrer Funk-
tionstüchtigkeit von selbst ergeben.
Ihre Wirkungen in Erziehung und Bildung finden in den nachfolgenden
Worten eines Großen unseres Volkes ihre höchste Zielsetzung:
“Höchstes Ideal ist uns der Menschentyp der Zukunft, in dem
strahlender Geist sich findet im herrlichen Körper.” (A.H.)
Dieses Ideal, das einst im Griechentum seine zeitlose Verwirklichung im
Schönheitsbild der Kunst fand, war in unserem Volke wiederauferstan-
den und erfuhr seine heroische Gestaltwerdung im Soldaten des II. Welt-
krieges.
Wir versündigten uns an der Zukunft unseres Volkes, würden wir aus

152
dem gegenwärtigen Zustand seiner unfreiwilligen Lähmung den Glauben
an die Größe seines Wiederaufstiegs verlieren. Das neue Jahrtausend hat
schon begonnen, und wir betreten furchtlos seinen Boden als erste!

———

153
Wesenszüge und Leistungen des
Deutschen Volkes

Ganzheitliche Geschichtsforschung
auf biologischer Grundlage

1998

Zum 30. Todesjahr des Volksforschers Univ.-Prof. Dr. Adolf Helbok

Einleitung

Es ist für den Stand der Dinge unseres Volkes bezeichnend, daß jene Ge-
lehrtenpersönlichkeit, die ein ganzes Forscherleben darauf richtete, die
Geschichte seines Volkstums wissenschaftlich zu erarbeiten und damit
eine völlig neue Grundlage einer modernen Geschichtsschreibung zu schaf-
fen, in der Öffentlichkeit lautlos übergangen wird, von einer Öffentlich-
keit zumal, die sich in Lobhudeleien von Epigonen aller Art, von Frevlern
an unserem Volkskörper und schmarotzenden Fremdlingen ergeht und
somit die Würde und Höhe einstigen deutschen Geisteslebens auf ein arm-
seliges Niveau herabdrückt. Auch darin zeigen sich die Wirkungen der
1945 von den Siegern und ihren Hilfswilligen erzwungenen Katastrophe
der deutschen Wissenschaft: Mit der Entfernung von 5.000 Gelehrten
von den deutschen Hochschulen wurde eine ganze Generation von For-
schern ausgeschaltet und nur zu einem geringen Teil in den Hochschul-
dienst zurückgerufen. Die verheerenden Auswirkungen dieser Barbarei
nicht nur auf die deutsche Wissenschaft, deren Weltruf sich in der Zeit
nach 1933 noch gesteigert hatte, samt ihren menschheitsfördernden Lei-
stungen, sondern auf ganz Europa, ist noch auf Generationen hinaus nicht
absehbar.
Damit wurde auch der deutschen Volksforschung, die vor allem durch
das unermüdliche Forscherstreben Adolf Helboks tief in die Erschauung

154
des volklichen Lebensprozesses eingedrungen war, jäh ein Ende gesetzt.
Eine Gelehrtenpersönlichkeit wurde in die wissenschaftliche Verbannung
geschickt, die in ihrem Format dazu berufen war, einer künftigen Volks-
politik aus der Volksforschung die Grundlagen und Entscheidungshilfen
für einen gesetzgeberischen Dienst am Volksleben und damit am Volks-
schicksal zu geben.
Heute kann man es wagen, in einem Lexikon zu schreiben, daß im natio-
nalsozialistischen Deutschland wegen der Politisierung der Wissenschaf-
ten die Volkskunde beinahe ganz zerbrach. Diese Behauptung als objek-
tive Wahrheit auszugeben angesichts der Leistungen der deutschen Wis-
senschaft allgemein und der volkskundlichen Forschung besonders, die
nicht zuletzt durch die hervorragende Persönlichkeit Adolf Helboks zu
richtungsweisendem internationalen Ansehen aufstieg, ist auch eine jener
Entstellungen, die wir als Geschichtsfälschung zu vermerken haben.
Im Gegenteil erfuhr die Volkskunde nach 1945 eine starke Abneigung,
weil im 3. Reich so viel für sie getan worden ist. An allen Universitäten
wurden damals Lehrstühle eingerichtet und reiche Mittel bereitgestellt.
Ein gleiches Schicksal war nach dem Krieg auch der ähnlich geförderten
Vorgeschichtsforschung beschieden. (Siehe Spanuth: “Atlantis” usw.)
Die Ergebnisse jenes internationalen Kongresses für Volksforschung in
Paris (1937), auf dem die hervorragend zusammengesetzte deutsche De-
legation unter Führung von Prof. Helbok größte Aufmerksamkeit und
wissenschaftliches Interesse fand, konnte Helbok “als verheißungsvollen
Anfang eines neuen europäischen Zustandes” bezeichnen, bei dem die
beiden Völker, Deutschland und Frankreich, an der Pflege des Volks-
tumsgedankens, jeder in seiner eigenen Art und zu seinem eigenen Nut-
zen, einem gemeinsamen Ziele entgegenstrebten.
Und im Jahre darauf, 1938, auf dem Anthropologenkongreß in Kopenha-
gen hat Helbok die deutschen volkskundlichen Belange als Führer der
deutschen Volksforscher ebenfalls vertreten. Auch hier gewann man den
Eindruck, daß die geistige Führung durchaus bei den Deutschen war. Es
zeigte sich auch, daß
“über die deutschen Maßnahmen in volks- und rassenpolitischer
Hinsicht vollste Zustimmung der Fachleute aller Welt vorhanden

155
war, ja, daß man die Deutschen beneidete, daß ihre Regierung
zum Schutze des Volkserbes so rüstig auf dem Weg war. So urtei-
len damals die allein zuständigen Männer der Wissenschaft in
Europa.”
Es ist eine der ehrenvollsten Aufgaben des Deutschen Kulturwerkes, als
dessen erster Präsident in Österreich sich Univ.-Prof. Dr. Adolf Helbok
mit dem Ansehen seiner wissenschaftlichen Persönlichkeit zur Verfügung
stellte, seine hohen Verdienste um die Erforschung des deutschen Volks-
lebens in die gebührende Rangordnung zu setzen.
Wir können uns glücklich schätzen, daß seine rastlose Schaffenskraft trotz
größter persönlicher Opfer es dennoch erreichte, den Ertrag seines For-
scherlebens mit der “Deutschen Volksgeschichte” zu krönen. Die “Deut-
sche Volksgeschichte” erschien erst 1964, 4 Jahre vor seinem Tode am
29.5.1968 im 85. Lebensjahr. Die Herausgabe des 2. Bandes verzögerte
sich bis zum Jahr 1967, weil die finanzielle Frage noch nicht gelöst war.
Das Deutsche Kulturwerk Österreich beschaffte die Mittel der geldlichen
Vorsorge für die Herausgabe des 2. Bandes.
Die in der Öffentlichkeit um das Forschungswerk von Adolf Helbok er-
richtete Schweigezone wurde auch beim Erscheinen der “Volksgeschich-
te” nicht unterbrochen. Dies kann nur als Eingeständnis der Furcht vor
seinem Werk gewertet werden. Wenn die “Deutsche Volksgeschichte“ seit
ihrem Erscheinen auch in volktreuen Kreisen nicht jene Beachtung ge-
funden hat, die ihr dem Inhalt und Rang nach zukommt, dann mag dies an
dem überreichen Angebot volktreuen Schrifttums liegen, mit dem sich
unser Volk gegen die gewalttätigen Eingriffe in seinen Leib und damit
auch seine Seele zur Wehr setzt. Die ins Volksmark einschneidenden po-
litischen Ereignisse der Gegenwart erzeugen brennenderes Interesse als
die tiefen inneren Ursachenherde aller großen schicksalhaften Vorgänge.
Daraus wächst dem Deutschen Kulturwerk um so mehr die Pflicht zu, die
auch einem Vermächtnis Adolf Helboks gleichkommt: sich des Werkes
der “Deutschen Volksgeschichte” anzunehmen und für seine Verbreitung
im Deutschen Volke zu sorgen. Dieses Werk eines schöpferischen Gei-
stes, der in einer volksbewußten Zeit einmal in der Reihe großer Ge-
schichtsschreiber aufscheinen wird, gehört neben die Chroniken unserer
Geschichte in jeden deutschen Bücherschrank!

156
Hierzu sei das Urteil des größten deutschen Gelehrten seiner Zeit, des mit
dem “Adlerschild des Großdeutschen Reiches” bedachten bahnbrechen-
den Rassenforschers und Eugenikers Eugen Fischer über die “Deutsche
Volksgeschichte” angeführt:
“Man kann dieses Werk nicht einfach überlesen, man muß es stu-
dieren. Ich kann Ihnen nur meine ungeheure Bewunderung über
die Vielseitigkeit und die glänzende Darstellung des Inhaltes
aussprechen. Was für eine unglaubliche Belesenheit und was für
eine, offensichtlich über viele Jahre gehende Gedankenarbeit zu
Ihrer Beherrschung des Stoffes, besser gesagt, aller miteinander
verflochtener Stoffgebiete wird hier dem Leser dargeboten.
Ich bewundere die Leistung restlos. Bitte nehmen Sie meinen herzli-
chen Dank für den Genuß und die Bereicherung meines Wissens
entgegen, die mir Ihr großes Werk geschenkt hat.”
Wer in die Vielseitigkeit seines Schaffens Einblick erhält, ist fasziniert
von der universal angelegten Persönlichkeit Adolf Helboks. Ein Forscher-
drang, der wie der Baum im Wuchs sich neue Jahresringe erwirbt, so
nacheinander die verschiedensten Gebiete wissenschaftlicher Arbeit an
sich zieht, und eine dynamische Tatenfreude zeichnen seine Persönlich-
keit aus. Er ist auch ein hervorragender Lehrer. Seine Schüler lieben und
verehren ihn, die Hörsäle sind bis auf den letzten Platz gefüllt. Wenn er
vorträgt, herrscht gebannte Aufmerksamkeit. Es ist überall das gleiche:
in Innsbruck, in Berlin und in Leipzig, wo er Ordinarius für Landes- und
Volksgeschichte ist und Direkter des berühmten Institutes für Kultur- und
Universalgeschichte. Er ist Mitglied der internationalen Volkskunstkom-
mission und hat eine Ratsstellung im ebenfalls berühmten Kaiser-Wil-
helm-Institut inne, das der Neid der Alliierten 1945 geplündert und ver-
drängt hat.
Trotz der Fülle des wissenschaftlichen Nachlasses soll der Versuch un-
ternommen werden, seine methodisch neuen Forschungsformen und neu-
en Forschungsgebiete als Hilfswissenschaften der Geschichtsforschung
wenigstens in ihren Grundzügen kurz darzulegen. Dies erscheint deshalb
von wesentlicher Bedeutung,
weil seine Grundlagen und Methoden der Erforschung des Volksle-
bens einen Umbau der politischen Geschichte auf biologischer Grund-

157
lage eingeleitet haben und deshalb für die künftige Forschung und
Geschichtsschreibung von weittragender Bedeutung sind,
weil die Kenntnis seiner wissenschaftlichen Forschung und deren Er-
gebnisse sich vertiefend auf das Verständnis der Deutschen Volksge-
schichte auswirken,
und weil seine auf wissenschaftlicher Grundlage gewonnenen Vor-
stellungen vom Volks- und Kulturbegriff einen elementaren Beitrag
zum Verständnis des Volkes als höchster organischer Ganzheit zu
geben vermögen.
Kaum einer ist so tief wie er in die Geschichte des Wesens und Werdens
unseres Volkes eingedrungen, kaum einer hat es mit solcher wissenschaft-
lichen Gründlichkeit und Redlichkeit getan wie er. Überall ist seine Liebe
zu seinem Volke spürbar. Sein Forscherethos ist durch die Worte gekenn-
zeichnet:
“Als Glieder des Volkes haben die Forscher zuallererst die Pflicht,
für das Volk zu arbeiten und damit erfüllen sie ihre große Aufga-
be für die Menschheit.”
Das ist eine Abkehr vom liberalistischen Forschungsideal des 19. Jahr-
hunderts. Adolf Helbok beklagt es, daß die Welt so sehr in die Gefolg-
schaft der Französischen Revolution getreten ist, deren gleichmacheri-
sche, umweltlerische Anschauung die unselige abstrakte Fächertrennung
in der Wissenschaft bewirkt hat. Die Folge ist, daß es uns so schwer fällt,
Verständnis für die Art der inneren Bindungen, die wir gerade im Falle
der Rasse haben, zu gewinnen. Obwohl die deutsche Wissenschaft immer
versucht habe, einen Weg vom ganzheitlichen Standpunkt aus zu gehen,
besonders die deutsche Philosophie seit dem 20. Jahrhundert. Der Libe-
ralismus
“führte zum Verlust des organischen Denkens, das allein das wahre
Denken ist, denn das Leben ist organisch und ganzartig. Und das
Volksleben ist als biologische Angelegenheit zu verstehen.”
Helbok ist bereit, die abstrakte Fächertrennung zu überwinden, wenn dies
im Sinne einer ganzheitlichen Schau notwendig ist, im Gegensatz zu je-
nen Fachexperten, die jedes Überschreiten ihres akademischen Fachge-

158
bietes als Sakrileg empfinden, was immer weiter in die Spezialisierung
führt und auch einen akademischen Dünkel züchtet. Die Sprache folgt
hier fein abgestimmt, indem sie vom alten Wort “Gelehrter” abweicht
und vom Wissenschafter spricht. Und beinahe verächtlich nennt er sie
“akademische Handwerker”.
Die immer enger werdende Spezialisierung aufgrund einer abstrakten
Fächertrennung führe schließlich zur Atomisierung des Weltbildes und
verschulde damit die heutige Kulturkrise, weil das Ganze in seine Teile
geteilt wurde. Die Wissenschaft habe aber die Pflicht, das Leben, das
immer nur ein Ganzes ist, zu erforschen. Sie feiere dort heute ihre Trium-
phe, wo sie den kleinlichen Fachgeist überwinde und aufs Ganze gehe.

Ein neues Weltbild

Nun aber steige über der alten kirchlichen Wunderwelt die neue kosmi-
sche der Wissenschaft empor. Es herrschen nicht die Gegenpole Himmel
und Hölle, Materie und Geist, sondern die harmonische Einheit, die Ganz-
heit des Kosmos, und diese knüpfe wieder an unsere größten Geister von
Otto dem Großen bis Goethe an. Man lese dazu mit größtem Genuß in
der “Deutschen Volksgeschichte” das 35 Seiten lange Kapitel über Goe-
the und dessen Weltsicht als Antipode zur Französischen Revolution und
deren formalistischem Denken.
Das neue Wissen vom Menschen, dessen Leib in kleinsten Bausteinen
aus Atomen gebildet ist, in deren Kernen Elektronen kreisen, vergleicht
er mit dem Universum, in dem, relativ gesehen, die Abstände zwischen
den Sternen genau so riesig sind wie im Leib zwischen den kleinsten Bau-
steinen. Hier beginne sich von der Wissenschaft aus eine lebensnahe
Wunderwelt aufzubauen, der die naturverbunden beobachtenden Germa-
nen einmal nahe waren, die aber dann
“durch die kindhaft begrenzte Weltsicht des Mittelmeeres
überschattet wurde.”
Können jetzt nicht lebensgesetzliche Zusammenhänge aufgespürt wer-
den, weisen nicht wunderbare Dinge auf die Ganzheit des Lebens, wenn
die Bienenkönigin ihr Eistäbchen genau parallel zur Erdachse in die Wa-

159
benzelle setzt oder die Bodenmikroben eine Stunde nach der winterlichen
Sonnenwende noch im gefrorenen Boden (!) ihre Tätigkeit aufnehmen
und die Erdhöhlen zu leuchten beginnen, in derselben astronomischen
Stunde, in der der alte Bauer nach germanischem Brauche die Bäume aus
dem Winterschlafe symbolisch weckte? Reift hier nicht, da wir erkennen
lernen, was wir einst instinktiv wußten, eine Lösung unserer Kulturkrise
heran, die auch eine Lebenskrise ist? Und Helbok verweist im Zusam-
menhang mit dieser durch die Wissenschaft erschlossenen ganzheitlichen
Welt auf die ganzheitliche der Heimatkunde als täglich zu erlebenden
Bildungsmikrokosmos.
So reift das Weltbild eines genialen Forschers, dessen anfänglich hier und
dort ganz zufällig angesetzte Arbeiten zu bedeutenden Ergebnissen gelan-
gen und die nun durch systematische Unternehmungen auf eine völlig
neuartige Weise in lebensgeschichtliche Erscheinungen eindringen soll-
ten.
Auch die Geschichtswissenschaft war ein Opfer der abstrakten Fächer-
trennung im Zeitalter des Liberalismus geworden und blieb, facheinge-
engt, hinter der Naturwissenschaft zurück. Es wurden zwar ihre eigenen
historischen Hilfswissenschaften ausgebaut, die historische Methode der
Quellenkritik entwickelt, aber Biologie und Vorgeschichte warfen neue
Probleme auf.
Es mußte die Welt der Nordvölker als Ausgangsbasis einer Geschichts-
forschung von unten hinauf (nicht von oben herunter) beschrieben wer-
den. Die rassischen Grundlagen, weniger im engeren Sinne der Menschen-
rassen, als vielmehr die ganze Breite der Sozialanthropologie, Sozialbio-
logie, Erblehre und Eugenik mußten untersucht werden.
“Die Geschichtswissenschaft muß die Beurteilungsmaßstäbe neu
ansetzen. Sie muß völlig umdenken. Die Geschichte auf rassi-
scher Grundlage wird also den völligen Umbau besorgen müs-
sen.”
Die Wissenschaft befand sich gleichsam in einem
“kindhaften Zustand der Forschung. Von den alten brauchtümli-
chen und züchterischen Ordnungen hat die Geschichtsforschung
und Sozialwissenschaft keine Ahnung.”

160
Mit mannigfachen Studien und Forschungsarbeiten widmete sich Helbok
zunächst der Heimatforschung im Lande Vorarlberg. Bald erkannte er
beim Gang durch die verstandesharte Schule der Urkundenforschung,
daß die schriftliche Quelle allein als Grundlage der Geschichtsforschung
nicht genügt. Mehrdeutigkeit und daher subjektive Auslegungsmöglich-
keiten müßten vermieden werden, das Bild von mehreren Seiten plastisch
erfaßbar sein, wodurch eine schiefe oder flache Darstellung ausgeschal-
tet würde.

Neue Maßstäbe der Heimatforschung

Schon bei seinen ersten Arbeiten über das Verwaltungswerk der Stadt
Bregenz stellte er sich die Aufgabe, tiefer in die sozialen Wandlungen im
Auf und Ab seiner Einwohnerzahl vom 14.–18. Jahrhundert hineinzuleuch-
ten. Dazu bot ihm die Teilungsurkunde der Stadt 1409 unter zwei Monta-
foner Grafen eine außergewöhnliche Gelegenheit. Alle Einwohner mit ihren
Häusern, Weibern, Kindern und Berufen waren festgehalten.
“Ich hatte die alten Bregenzer in einem bezaubernden Vollbilde
vor mir, und ihre Schicksale als Lebenskörper durch alle kom-
menden Zeiten, Kriege und Krankheiten zu verfolgen, war mir
eine köstliche Aufgabe. Und allzeit drängte es mich, Methoden zu
finden, so lebensnahe in alle Volksdinge zu schauen, wie damals.”
Es war schicksalhaft für ihn, daß er gleich zu Beginn seiner Forschungs-
arbeiten ein Kernproblem der Volksgeschichte kennenlernte, das ihn nicht
mehr loslassen sollte. So ging er ins Gelände, um Flurforschung zu be-
treiben und die Siedlungsgeschichte vom Dorf aus zu erleben. Wie wurde
nun die Geschichte des Dorfes in seinen einzelnen Siedlungsschichten
lebendig, der Kirchenbau, die überlieferten Formen des Brauchtums, die
Veränderung der Besitzverhältnisse, ein vielseitiges Flechtwerk von äu-
ßeren und inneren Formen und Zusammenhängen. Es war alles in die
Fluren gegraben. Nun fingen auch die schriftlichen Quellen zu reden an,
die Urkunden und Kirchenbücher, die jetzt mit dem Geiste und aus der
Anschauung der Zeit und ihrer Verhältnisse zu verstehen waren. Und
hierin lag das Entscheidende! Die Quellen mußten aus der Vorstellung
der jeweiligen Zeit gedeutet werden und nicht nach gegenwärtigen Maß-

161
stäben. So nur konnte ein wirklichkeitsgetreuer Beitrag zur Geschichts-
schreibung geleistet werden.
Auf das vorwärtsdrängend begeisterte Schaffen Helboks setzte eine Art
Volksbewegung zur Erforschung der Heimatgeschichte ein, die, vom Lan-
desmuseum geführt, sich auch der regionalen Sammelwerte der einzelnen
Kreismuseen bediente, die wiederum ihre landschaftlichen und geschicht-
lichen Besonderheiten zu sammeln und darzustellen hatten.
“Grundsätzlich sollte dies in Natur und Kultur geschehen, d.h.
die Heimatmuseen sollten den natürlichen Aufbau ihrer Land-
schaft als Teil des Landes in seiner geologischen, morphologi-
schen, pflanzen- und tierkundlichen Art einschließlich der mensch-
lichen Siedlung zeigen und daraus das Bild ihrer Volkskultur auf-
bauen, sie sollten ihre Volksart pflegen in Sitte und Brauch. Hei-
mattage sollten die Gipfelpunkte sein.”
Nicht jene Heimatpflege war gemeint, die in sektiererischer Enge allmäh-
lich muffig wird, sondern die hinauswies in die großen Zusammenhänge
des ganzen Volkes. Es stieg das Heimaterleben aus den Tälern und Land-
schaften in die Werkstätten der Forschung, um als ganzheitliches Hei-
matwissen, als Bildung in das Land zurückzufließen. Ganzheitliche Bil-
dung also sollte aus der Heimatbewegung hervorwachsen mit dem idea-
len Ziel, über alle Dinge seiner Heimat aus der Wissenschaft und aus der
Lebenserfahrung Bescheid zu wissen.
Als wissenschaftliches Ziel setzte sich Helbok, die nicht schriftlichen
Quellen systematisch und methodisch in die Quellenkunde der Geschichts-
wissenschaft einzubauen. Dies wuchs zu seiner Lebensaufgabe natürlich
aus ihm hervor. Der begeisterten Liebe zur Volksforschung war ihm als
Erbe seines verstandesbegabten alemannischen Stammes auch eine na-
turwissenschaftliche Begabung beigegeben.
So wuchs Helbok von der Heimatforschung hinein in die Volksforschung.

Von der Heimatforschung zur Volksforschung

Schon 1936 in seiner Schrift “Biologische Volkstumsgeschichte” umreißt

162
Helbok die Aufgaben und Forderungen einer deutschen Volksforschung.
Wir folgen hier im großen seinen Ausführungen:
Die Erforschung des Volkslebens war bisher Gegenstand der Volkskun-
de, die die Volkstumsformen der Gegenwart umfaßte oder der Kulturge-
schichte, die die äußeren Lebensformen der breiten Kreise des Volkes
darzustellen versuchte. Während die sogenannte politische Geschichte
als Geschichte des politischen Lebens der Nation der eigentliche und
würdigste Gegenstand der Forschung war.
Das Volksleben in Vergangenheit und Gegenwart ist aber nicht nur eine
Sache der äußeren Erscheinungsformen, sondern
“ein historisches Problem von ganz gewaltiger Tiefe”.
Auch beim Einzelmenschen sind die Dinge der äußeren Gegebenheiten
verschwindend gering im Vergleiche zu dem schicksalhaften Ablauf der
inneren Lebensvorgänge seines Körpers als Lebewesen. Einzelmensch
und Volk sind Organismen, die an biologisch-konstitutionelle Vorausset-
zungen gebunden sind. Allerdings darf hier das Wort Konstitution des
Volksleibes nicht so genommen werden wie im Falle des Einzelmenschen.
Denn während heim Einzelmenschen das Erbgut ein in jeder Hinsicht
abgeschlossenes und unveräußerliches ist, können sich die rassischen
Verhältnisse bei einem Volke wandeln, und damit wäre auch seine Kon-
stitution wandelbar.

Umwelttheorie bestimmt Geschichtswissenschaft des


19. Jahrhunderts

Der geschilderte Stand der Geschichtswissenschaft ergab sich aus den


Ideenkreisen der Französischen Revolution, die von der Umwelttheorie
ausging und das Volk nur als eine Summe von Menschen auffaßte, wobei
die Frage der Rasse, wenn überhaupt, nur theoretische Bedeutung hatte,
die mehr auf naturwissenschaftlichem Boden lag. So wurde alles aus der
Wandlung der Umwelt und ihrer wirtschaftlichen und politischen Ver-
hältnisse begriffen. Wo sich Teile eines Volkes in einem Staat abschlos-
sen, wurden sie einer gesonderten Betrachtung unterzogen. Dies haben
wir alle in unserem Geschichtsunterricht erlebt, Preußen, Österreich, von

163
der heutigen Art der Geschichtslehre ganz zu schweigen, die, sofern sie
nicht überhaupt im Dienste der Umerziehung unseres Volkes steht oder
ganze Geschichtsabschnitte unterschlägt, die alte liberale Auffassung
wieder aus der Einmottung hervorgeholt hat.
Doch zurück zu den Ausführungen Helboks. Das ganze Deutsche Volk
als geschlossener Volkskörper in Europa und auch in seinen geschlossen
siedelnden Einzelteilen galt es zu untersuchen und die Gemeinschaft als
solche, die der Herd nicht nur der äußeren Erscheinungsformen ist, son-
dern in welcher das organisch Schicksalhafte der Erscheinungsformen
begründet liegt. Auch die Frage, ob der einzelne Geschichte mache oder
nicht, würde hierdurch aus neuer Sicht beantwortet werden können. In
den Mittelpunkt der politischen Geschichte sollte die Geschichte des Volks-
lebens treten, die zunächst noch als Hilfswissenschaft tätig war.
Volkstumsgeschichte will also nicht Bevölkerungsgeschichte im alten
Sinne sein, sondern die Geschichte des Volksleibes und seiner Seele, also
der tiefen inneren Ursachen aller großen politischen Geschichte. Das Bio-
logische mußte dabei der Zentralgedanke sein.
“Die Zeit ist vorüber, da wir in Rasse etwas Naturhaftes sahen,
das abseits der Betrachtungsweise des Historikers liegt. Wir er-
kennen in der Rasse nicht nur die Ursache der äußeren Erschei-
nungsbilder eines Volkes, sondern den kausalen Grund seiner
Seelenhaftigkeit.”
Der Reichtum eines Volkes ist durch die Grundphysiognomie der ver-
schiedenen Unterrassen gegeben, jedoch ist das gegenseitige Verhältnis
der Unterrassen in einem Volke für seine Physiognomie bestimmend.

Siedlungsgeschichte

Nach vielen Teilarbeiten reift in Leipzig der Plan einer gesamtdeutschen


Siedlungsgeschichte. Sie soll das Fundament zu einer Volksleibgeschich-
te werden.
“Nur in der vollen Ausschöpfung der Lebensformen des Volkes in
der Siedlung war die Möglichkeit zu gewinnen, ein Ganzes zu
schaffen. Alles andere wäre Stückwerk gewesen.”

164
Wie die Siedlungsarchäologie die Grundlage der Vorgeschichte ist, so ist
die Siedlungsgeschichte die Grundlage der Volksgeschichte. Die Siedlungs-
form ist als Ausdruck des Gemeinschaftslebens bedeutungsvoll, weil sie
die Gemeinschaftsbildungen des Volkskörpers bedingt. Erst von dorther
wird auch die Wesensart höherer Gemeinschaftsbildungen in Wirtschaft,
Verwaltung und Brauchtum besser erfaßbar. So wird gerade die Sied-
lungsgeschichte viel Licht in noch offene Fragen bringen können, die bis-
her nur aus schriftlichen Quellen beantwortet werden konnten, ohne daß
die Substanz des Volkes zur Erörterung stand. So ist der Ertrag der deut-
schen Siedlungsforschung auf biologischer Grundlage beachtlich.
Durch das von Helbok entwickelte und angewandte kartographische Sy-
stem ergibt sich ein umfassendes und anschauliches Bild deutscher Land-
nahme, über die Methode der Großraumforschung bis zur Darstellung
der kleinräumigen Siedlungsgeschichte aus der Flurnamenforschung und
der Geschichte des Dorfes. Dabei ist nicht nur die Geschichte der Land-
nahme und die Bevölkerung germanischer und nichtgermanischer Vorbe-
siedlung klarzustellen, auch bei der Bearbeitung der Haus- und Sied-
lungsformen wird das Rassenproblem in den Mittelpunkt treten müssen.
Wie wertvoll diese Untersuchungen auch für den Fragenkomplex Kunst
und Rasse sind, geht aus der Entdeckung hervor, daß das germanische
Bauernhaus von seiner Dachkonstruktion aus in kulturgeschichtlichem
Zusammenhang mit der Gotik steht. So konnte auch die Gotik als Men-
generscheinung nur auf ehemals germanischem Boden, der über keltischem
gelagert war, von Helbok festgestellt werden. (Siehe Helbok: “Grund-
lagen zur Volksgeschichte Deutschlands und Frankreichs”, “Vergleichende
Studien zur deutschen Rassen-, Kultur- und Staatsgeschichte”.) Das Her-
vorgehen der Gotik aus dem germanischen Bauernhaus beweist aber noch
anderes: daß Kultur aus dem Unbewußten geschöpft wird.
Durch den Bau des Limes wurde die gen Süden flutende Welle ger-
manischer Wanderungen gestoppt und der weitere Siedlungsausbau
des heutigen deutschen Kernlandes bewirkt und damit die Voraus-
setzung zur Bildung des Deutschen Volkes geschaffen.
Die Siedlungsgeschichte baut auf der Erkenntnis auf, daß aus der Ur-
landschaft als der Lebenswiege der ältesten menschlichen Gemeinschaft
mit allen ihren Bedingungen von Pflanzen, Klima, Grundwasserspiegel,

165
warmen und feuchten Zonen usw. die Einheit Boden und Mensch, Sied-
lung und Volkskörper hervorgegangen sind, die in ständiger Wechselbe-
ziehung zueinander stehen. Aus der Siedlungsgeschichte ergibt sich wei-
ter, daß der erste konstitutive Wandel im Volkskörper durch die Blutsym-
biose einer Schicht germanischer Bauern im Altlande der Landnahme mit
der Vorbevölkerung eintritt. So erscheint z. B. die Ausbreitung des Le-
henswesens und seine Verwachsung mit älteren Formen in einem anderen
Lichte und mündet von siedlungsgeschichtlichen Problemen ausgehend
in viele Fragen unserer politischen Geschichte ein.
Gerade dem Deutschen Volk war wie keinem anderen die Aufgabe ge-
stellt, ein ungeheuer großes Gebiet von Urwäldern, Wild- und Sumpfland
der Kultur zu erschließen. Es war eine gewaltige Leistung des deutschen
Bauerntums und Adels, des Handwerkers und Kaufmannes, die in Etap-
pen vor sich ging nach den Gesetzen des Bodens und entsprechend den
organisatorischen Formen, was auch eine damit zusammenhängende seeli-
sche Formung mit sich brachte. (Denken wir an den Begriff der “Hei-
mat”.)
Aus der ungeheuren Leistung des Siedlungswerkes mit seinen Folgen für
das Verwaltungsleben z. B. ergaben sich auch neue Spannungen, die in-
nerhalb des größer werdenden Volkskörpers mannigfach wirksam wur-
den. Bisher sind die Schwierigkeiten des zerfallenden Reiches immer nur
von oben aus betrachtet worden, von den führenden Köpfen aus, nicht
aber von unten, aus den Kreisen der niederen Gerichtsbarkeiten der robu-
sten Herren des Rodungslandes.
Die deutsche Stammesgeschichte ist ein Neuaufbau mit germanischer
Urgeschichte. Jenseits aller Vorstellungen einer Stammesromantik
muß festgestellt werden, daß sich der Stammeswandel bereits in
germanischer Zeit vollzieht.
Mit dem Abschluß der neuen Ostbesiedelung und dem Aufbau der inne-
ren Städtewelt nehmen jedoch die siedlungsgeschichtlichen Aufgaben kein
Ende. Vielmehr stehen nun Fragen der bäuerlichen Entsiedelung aufgrund
landesherrlicher Macht oder Fragen der Binnenwanderung an, die auch
unmittelbar den Volkskörper und die politische Geschichte berühren. So
weist Helbok darauf hin, daß die Ausweisung der aktiven Teile der Stän-
de durch die Habsburger zwar eine innenpolitische Entlastung schuf, aber

166
Lücken riß, in die nun Fremdblütige in hohe Verwaltungsstellen aufrük-
ken konnten, was sich auch auf die Abwehr des immer stärker werdenden
Druckes aus dem Osten nachteilig auswirkte. Andererseits hatte der hoch-
wertige Emigrantenstrom für die übrigen Gebiete des Deutschen Reiches
seine positiven Auswirkungen.
Das Wiederaufleben des Siedlungswerkes führte nach den verheerenden
Verlusten des 30jährigen Krieges endlich zum Organgefühl einer volks-
deutschen Gesinnung.
Durch die siedlungsgeschichtlichen Arbeiten konnte auch eine weitere
große Streitfrage der Geschichte geklärt werden. In Bezug auf die Her-
kunftsfrage der Bevölkerung im Sudetenraum muß die bisherige Kolonisa-
tionshypothese abgelehnt werden. Es erschienen die Tschechen als die
ersten Bewohner und die Deutschen sollten im wesentlichen aus der mit-
telalterlichen Kolonisation stammen. Die Germanen, welche nachweis-
bar in diesem Raume waren, hatten diesen jedoch nicht verlassen, das
konnte Helbok nachweisen. Sie holten später tschechische Knechte her-
ein, während der ostdeutschen Besiedelung kamen neue deutsche Zuschüs-
se herbei, die hauptsächlich den Rand stark besiedelten. Es waren also
die Deutschen die Hausherren, nicht umgekehrt.
Helboks Siedlungsforschung unter Einbeziehung biosoziologischer Ge-
sichtspunkte hatte die Kolonisationsannahme zu Fall gebracht. Und es
lohnt sich, gerade an diesem Beispiel des Sudetenraumes vorzuführen,
wieweit aufgrund der siedlungswissenschaftlichen Arbeiten die Geschichte
der Besiedlung des Ostraumes umgeschrieben werden muß.
So beruht die antike Geschichtsschreibung, mit der auch heute noch un-
sere Schulklassen belehrt werden, auf einer falschen Orientierung, wie ja
auch das “ex oriente lux” durch die neue Vorgeschichtsforschung wider-
legt werden konnte:
Die Germanen werden klischeehaft als ein aufbrechendes Volk darge-
stellt, daß sich in ständiger Bewegung zwischen Niederlassung und Wei-
terwandern befunden habe. Tiefere Einblicke in die germanische Welt
besagen, daß die damalige Extensität der Landwirtschaft und die starke
Vermehrungskraft rasch zur Überbevölkerung führten und die Jugend,
der landlose Nachwuchs, auszog. Diese Jugend trat ins Licht der antiken

167
Berichterstattung, im Schatten der bisherigen Geschichte standen die zu-
rückbleibenden Älteren und die frühe Jugend.
So stimmt es nicht, daß z. B. die Markomannen im Kampf mit den Rö-
mern verblutet sind. Das betraf die zum Kampf ausgezogenen jüngeren
Jahrgänge, nicht die in der Heimat verbliebenen. Nicht nur die Überset-
zung von Örtlichkeitsnamen vom Germanischen in das Tschechische
weisen darauf hin. Dazu kommen frühmittelalterliche Funde, die nach
neuesten Forschungen als deutsche angesehen werden, aus einer Zeit vor
der mittelalterlichen “Kolonisation”. Schließlich hat Helbok nachgewiesen,
daß in den Weizenbaugebieten im Kern der heutigen tschechischen Agrar-
siedlungen die typischen Gewannflurendörfer mit Altformen durchhiel-
ten, die später in der Kolonisationszeit nicht mehr importiert worden sind.
Sie haben aus germanischer Zeit durchgelebt und sind das Ergebnis der-
selben Entwicklung in frühdeutscher Zeit aus dem Germanischen, wie sie
auch in anderen ostdeutschen Gegenden aufgefunden worden sind. Damit
ist auch erklärt, warum die Tschechen als einzige Zuwanderer aus östli-
chen Räumen auf deutschem Kulturboden leben. Wo bleibt hier die Hy-
pothese von den deutschen Eindringlingen, die 1945 den moralischen
Hintergrund für die Vertreibung von 3 1/2 Millionen Deutschen aus dem
Sudetenland abgeben sollte? Helbok beklagt auch diese Geschichtsent-
stellung als eine Folge der abstrakten Fächertrennung neben der
Überobjektivierung durch die Deutschen selbst.
Allein aus diesen kurzen Einblicken gewinnen wir eine Ahnung vom un-
erhört umfangreichen Forschungsmaterial, das die Siedlungsgeschichte
herbeischaffen konnte. Sie ist der grundlegende Ausgangspunkt aller
Betrachtungen des Volksleibes und des Wissens vom Volke.

Volkskunde
Es sei hier auch besonders von der Volkskunde gesprochen, die, wissen-
schaftlich gesehen, eingeengt und ein Herd des geistigen Partikularismus
geworden war. Seit ihrer Begründung durch Wilhelm Heinrich Riehl, der
ein genialer Künstler war, hatte sie der wissenschaftlichen Methode ent-
behrt. Die im 19. Jahrhundert propagierte exakte Methode aus dem Gei-
ste der Naturwissenschaften hatte wohl zur Entwicklung eigener Metho-
den in der Sprachwissenschaft geführt, auch die Geschichtswissenschaft

168
hatte ihre kritische Methode weitgehend ausgebaut. Die Volkskunde war
aber nur da Wissenschaft, wo sie von der Philologie oder Geschichtswis-
senschaft herangeholt wurde. Sie hatte keine eigenen Methoden. Diese
galt es zu finden, um sie im wahrsten Sinne des Wortes zu der Volkswis-
senschaft zu machen. Dazu genügte es nicht, ihr die Haus- und Sied-
lungsforschung anzuschließen, auch die im Ausland betriebene sogenannte
Folkloristik schränkte sie ein. Nein, sie mußte nicht nur die seßhafteren
Formen wie Siedlung und Hausbau und die beweglichen Kulturerschei-
nungen des Brauchtums und Volksglaubens umschließen, sondern, wie
schon bei Riehl, die Soziologie einbeziehen. Dann erst würde sie ganz-
heitlich als Wissen vom Volke ihre Aufgabe erfüllen können.
Es war klar, daß ein großes und zentral geführtes wissenschaftliches For-
schungsunternehmen das infolge des Feindhasses zusammenrückende
Deutsche Volk zu stärkerem Einheitsbewußtsein führen und das Gefühl
der Schicksalsverbundenheit aller Deutschen fördern würde. Über die
“Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft”, die aus der Notlage nach
dem Ersten Weltkrieg entstanden war und von der Welt bewunderte Lei-
stungen der deutschen Wissenschaft gefördert hat, wurde der “Atlas der
deutschen Volkskunde” gegründet. Er war das erste und größte Ge-
meinschaftsunternehmen der Geisteswissenschaften in Europa und
erstreckte sich auf den größten Arbeitsraum, das ganze Deutsche Volk.
Damals flossen auch beträchtliche Mittel der Notgemeinschaft der eben-
falls notleidenden Forschung in Österreich zu. Die gegründete “Österrei-
chisch-deutsche Wissenschaftshilfe” wurde damit ausgestattet.

“Atlas der deutschen Volkskunde”

In 25 Prozent der Orte des deutschen Siedlungsraumes wurden Gewährs-


männer aufgestellt, die Fragebogen zu beantworten hatten. So begann die
Sammelarbeit des Volksgutes. Aber es war absolutes Neuland. Es ging
nicht darum, wie viele meinten, eine Bestandsaufnahme des alten ehr-
würdigen Kulturgutes vor seinem Untergang zu machen. Auch daran wurde
gedacht, aber es war nicht das Ziel. Es ging darum, ein Raumbild der
lebenden Volkskultur in einer Augenblicksaufnahme von höchstens fünf
Jahren zu bekommen. Ebenso wie beim Sprachatlas der Sprachwissen-
schaft sollte über den Volkskundeatlas die Dynamik des Kulturraumes

169
erforscht werden, um zu einer Kulturformenlehre zu kommen. Da alles
methodisch neu war, mußte mit äußerster Behutsamkeit und Anpassungs-
fähigkeit in der Methode der Fragestellungen vorgegangen werden, um
die Gefahr subjektiv falscher Antworten auszuschließen. Die Lebendig-
keit des Kulturgutes ergab dabei oft überraschende Erträge und zusätzli-
che Nebenergebnisse. Es war daher ein Unternehmen von größter Verant-
wortung, dem auch der volle persönliche Einsatz von Helbok galt.
Eine kulturmorphologische Methode der Erfassung der sich dynamisch
entwickelnden und reifenden Formen der Kulturerscheinungen sollte in
ihrem Zusammenhang mit den Siedelräumen und ihrer jeweiligen Alters-
reihenfolge ausgebaut werden. Erst mit den siedlungsgeschichtlichen
Karten konnte der Volkskundeatlas ein volles Ganzes werden.
Die Zentralstelle des Volkskundeatlas war im Berliner Schloß unterge-
bracht. Dieser schöne Bau Andreas Schlüters wurde 1945 von den So-
wjets in die Luft gesprengt.
Die Arbeiten am Atlas waren ununterbrochen im Flusse. Ein großer Stab
von Mitarbeitern mußte das gewaltige Forschungsmaterial in die karto-
graphische Methode einarbeiten. Über die Dynamik des Werdens schreibt
Helbok:
“Wissenschaftliches Arbeiten ist mit einem Werden des Erken-
nens verbunden und dieses ist im vorhinein unabschätzbar. Der
Forschende ändert sich gleichsam an seiner Arbeit, wenn sie er-
folgreich ist, ja, am Ende hat er andere Ansichten als früher ge-
wonnen, weil er neues gelernt hat.”
Leider wurde das mit vielen Schwierigkeiten kämpfende Werk des “Atlas
der deutschen Volkskunde” durch den Eingriff der Sieger abgebrochen.

Österreichischer Volkskundeatlas

Zur Ehre Österreichs muß gesagt werden, daß Prof. Helbok 1953 in sei-
nem 75. Lebensjahr beauftragt wurde, die große Aufgabe zur Erstellung
eines Volkskundeatlasses für Österreich zu übernehmen. In diesem Atlas
wurden mindestens 23 % der Schulorte erfaßt. Hier war Österreich ein
Deutschland im kleinen und konnte als ein Exerzierfeld der ganzen deut-

170
schen Welt betrachtet werden. Eine eingehende Siedlungsgeschichte von
der Urzeit her widerlegt die These vom slawischen Land mit deutscher
Überfremdung eindeutig. Interessant ist noch der Hinweis auf die Ent-
wicklung einer Stadtvolkskunde. Am Beispiele Wiens hat Helbok hierzu
hervorragende Vorarbeit geleistet.

Die biologischen Grundlagen

Die zentrale Idee aller Forschungen war die biologische. Auch Bevölke-
rungsstatistik und Sozialgeschichte gewannen an der Rassengeschichte
jene Vertiefung, die nach der Herkunft des Blutes fragt. Aber auch hier
war es nicht die Fragestellung der herkömmlichen Anthropologie, son-
dern hier wurde Rassengeschichte im Sinne der Erschauung eines Le-
bensprozesses als ein biologisches Ganzes aufgefaßt, also die Biologie
mit ihrem ganzen Anschauungsfeld. Die großen Leistungen der Vorge-
schichtsforschung, Günthers Rassenkunde, die Hirnforschung des Wie-
ners de Crinis, der die Aufschichtungen im Gehirn entdeckte, die Zone
des Unbewußten im Zwischenhirn und des bewußten Intellektes in der
vorderen Hirnschicht, alles warf neue Probleme auf, die zu umfassenden
biologischen Studien Helboks führten. Die solide Basis seiner Forschun-
gen bewahrte ihn davor, hinsichtlich der Rassenfrage zu einem falschen
Volksbegriff zu kommen. So lehnte er den Übereifer ab, der z. B. von der
germanischen Volkskunde sprach und hierbei nicht etwa die Volkskunde
der Germanen meinte, sondern daß die deutsche Volkskunde eine germa-
nische sei. Das ist falsch, denn:
“Das relative gegenseitige Verhältnis der Rassen in einem Volke
ist für seine Physiognomie bestimmend.”
Es war bezeichnend, so Helbok, daß durch das umweltlerische Denken
des 19. Jahrhunderts die Entdeckung der Vererbungsgesetze durch Men-
del von der Wissenschaft unbeachtet bleiben konnte und sie im 20. Jahr-
hundert durch Tschermak, Coriins und de Vries neu entdeckt werden muß-
ten. Obwohl heute die Vererbungswissenschaft durch die Entdeckung der
Gene Riesenfortschritte macht, verharrt die offizielle und gebildete Welt,
durch Ideologien verblendet, immer noch in gleichmacherischen Vorstel-
lungen.

171
Volksgenealogie und Begabungsforschung
Für die “Deutsche Volksgeschichte”, man könnte sie auch eine deutsche
Kulturgeschichte mit volkscharakterologischer Zielsetzung nennen, wur-
den die volksgenealogischen Untersuchungen und die Begabungsforschung
zu wichtigen Grundlagen. Erbgesetze und Begabung sind die zwar un-
sichtbare, aber maßgebliche Richtungsmacht im sozialen Aufbau des
Volkes, bei der beruflichen Gliederung und der Verteilung von Herrschafts-
und Machtsystemen, wovon die heutige Sozialwissenschaft keine Ahnung
hat. So hat Helbok auch hier einen Umbau gefordert.
Seine volksgenealogischen Studien führen tief in das Wurzelgefüge des
Volkes. Schon Arnold Pöschl hatte festgestellt:
“Das Erbgut des Menschen teilt sich aus und vereinigt sich wie-
der in rhythmisch pulsierender Folge durch alle Generationen.
Es entstehen solcherart stetige Blutstöße oder Blutimpulse, die
die Entwicklung vorwärtstreiben, von Generation zu Generation.
Das Erbgut untersteht dem Konfluenzgesetz, d. h. es verdichtet
sich ständig durch Zusammenfluß. Es gleicht dem Gesetz von der
Erhaltung der Materie in der Physik. Das Erbgut ist stabil, es
verflüchtigt sich nicht in der Abfolge der Generationen.”
So ist die Abstammung im Volke eine zweifache: durch die unmittelbare
der Generationenfolge Vater, Sohn und Enkel und die biologische oder
konstitutionelle Verwandtschaft, diese aber ist die wichtigere. Es kann
ein Kind nicht Vater und Mutter gleichen, sondern z. B. dem Urgroßva-
ter. Die Erbbahnen fließen also teils sichtbar und teils unsichtbar im Volks-
körper, sie sind aber alle vorhanden. Darin liegt das Geheimnis der Art
eines Volkes. Unsere germanischen Vorfahren hatten einen tiefen Ein-
blick in diese Zusammenhänge, das beweisen die überaus zahlreichen
Verwandtschaftsbezeichnungen, die in weniger erbbewußten Zeiten ver-
lorengegangen sind.
Wohl kann sich das Erbgut eines Volkes im Gegensatz zum Einzelmen-
schen ändern durch eine stärkere Reproduktionsmöglichkeit einzelner
Schichten (Adel im Mittelalter). Aber ein Volk altert nicht wie ein Einzel-
mensch. Der vom Menschen abgeleitete Volksbegriff von Jugend und Alter
eines Volkes ist falsch.

172
Eine biologische Volkstumsgeschichte hat demnach auch die Ursachen
möglicher Veränderungen des Volkskörpers und seines Erbgutes zu un-
tersuchen. Die verschiedene Reproduktionstätigkeit verschiedener Schich-
ten des Volkes ist eine geschichtliche Tatsache, die sich auch am Beispiel
der starken Vermehrungskraft des mittelalterlichen Adels aufgrund gün-
stiger sozialer Bedingungen nachweisen läßt. So zeigte z. B. die ritterli-
che Oberschicht große Reproduktionskraft und die untere Schicht eine
schwache. Im 19. Jahrhundert war es umgekehrt. Daraus gehen Verände-
rungen im geistigen Charakter des Volkes, in seinen Lebenszielen und in
seinem Kulturbild vor sich.
Andere Ursachen der Veränderungen sind durch den Blutaustausch bei
Zu- und Abwanderungen in einzelnen Gebieten und besonders blutsmä-
ßige Grenzübertritte fremden Blutes möglich. Das relative Rassenver-
hältnis kann sich auch durch die dominante Wirkung der Rassenmischung
ändern, so ist es aus der Rassenlehre bekannt, daß z.B. die Merkmale der
ostischen Rasse überdeckend sind.
Doch nicht nur das Konfluenzgesetz, auch die Begrenztheit des Ahnen-
feldes gibt uns einen Einblick in die tiefe Bedeutung dieser Vorgänge,
ganz zu schweigen von den Gefahren, welche dem Volkskörper mit der
Übernahme fremden Blutes drohen. Ein fremder Mensch dringt mit sei-
ner ganzen Ahnenschaft ein und kann in dem seit Urzeiten gewordenen
Gefüge ein Chaos anrichten.
So hat Arnold Pöschl in eingehenden Forschungen ein tatsächliches Bild
des Ahnenraumes eines Menschen gegeben. Nach bisherigen Annahmen
wurde die Ahnenschaft in 10 Generationen mit 1024 errechnet. Durch
den Ahnenverlust infolge Verwandtenehen, hohe Säuglingssterblichkeit
u. a. hat aber jeder Mensch nicht 1024, sondern 20 Ahnen! Dadurch ist
der Volksleib kein uferloses Meer in unserer Vergangenheit, sondern eine
gut überschaubare Wirklichkeit. Und Helbok setzt hinzu: “war”. Denn
solange die Teilung des Erbgutes nach alten züchterischen Bräuchen er-
folgte, wurde das gesamte Erbgut erhalten. Im Zeitalter der Gleichheit
aller droht es, verwirtschaftet zu werden.
Gerade die Volksgenealogie ermöglicht einen tiefen Einblick in das Volks-
gefüge, wie er bis dahin nicht gemacht worden ist. So fördert die Dorf-

173
sippenforschung als ein neuer Zweig der biologischen Forschung auch
neues Wissen zutage. Es ist sehr interessant, daß festgestellt werden konnte,
daß nicht das Dorf eine seßhafte Heimatbevölkerung darstellt, sondern
der in allen deutschen Landschaften übereinstimmende Typ der Heirats-
kreise. So zeigen eingehende Forschungen in Mitteldeutschland und der
Steiermark völlige Übereinstimmung. Es wird nicht, wie bis dahin ver-
mutet, untereinander nur im Dorfe geheiratet, sondern innerhalb kleiner
Landschaften mit einem Durchmesser von ca. 4 Kilometern. Viele Ausle-
sevarianten konnten aus der harmonischen Ordnung der Paarungsver-
hältnisse, in denen eine bestimmte berufliche Haltung vorherrschte, her-
vorgehen. Denken wir an die mittelalterlichen Zunftgesetze. Das Sippen-
gefühl des mittelalterlichen Bürgertums stand dem des Adels nicht nach.
Und noch zu Zeiten Bachs und Goethes wurde in der Schule Genealogie
als Fach gelehrt
Übrigens war der Führer des Deutschen Reiches über den Stand der volks-
genealogischen Forschungen unterrichtet und entschlossen, sie nach dem
Kriege mit erheblichen Mitteln zu fördern.
Helboks Arbeiten führen schließlich über die Ermittlung der Begabungs-
kapazität, der sogenannten Genialenforschung, zu volkscharakterologi-
schen Studien. Mit Hilfe des kartographischen Systems werden die Bega-
bungslandschaften erfaßt. Man lese hierüber die Kapitel in der “Deut-
schen Volksgeschichte” nach. So wurde z. B. im Auslande aus propagan-
distischen Gründen gegen die Rassenpolitik des Reiches seit 1933 die
Behauptung aufgestellt, das Deutsche Volk sei aufgrund der großen Ver-
luste des 30jährigen Krieges “rassisch minderwertig” geworden. Helbok
kommt zu gegenteiligen Ergebnissen eines Auslesevorganges, der durch
das starke Anwachsen der Genialen im nächsten Jahrhundert und die
Gesamtleistung des Deutschen Volkes bewiesen ist.
Auch die Frage nach der Herkunft des Genies kann durch die biologische
Methode der Genialenforschung geklärt werden. So entspricht die allge-
meine Volksveranlagung in den einzelnen Begabungsgebieten in der Rich-
tung, wenn auch nicht in der Höhe, ihren genialen Menschen. Das Genie
ist heimatgebunden und nicht etwa das Ergebnis einer zufälligen günsti-
gen Erbmischung oder gar Rassenmischung, wie gern und oft behauptet
wird. Das erst gibt den züchterischen Vorgängen im Volke eine grundle-

174
gende Bedeutung für die Kultur. Das Kulturleben ist aus Begabung auf-
gebaut und geordnet.

Kultur als gewachsener Organismus

Die gewaltige Lebensleistung Adolf Helboks besteht darin, um den Lebens-


gedanken des Volkes alle vorher sich selbständig entwickelnden Teil-
disziplinen versammelt zu haben und mit neu entwickelten Methoden auf
der Grundlage der biologischen Anschauung die Geschichte des deut-
schen Volkstums erforscht und geschrieben zu haben. Vor uns steht ein
Werk, das uns einen tieferen Einblick in die leiblichen, seelischen und
geistigen Zusammenhänge des Volkslebens eröffnet, die nur als Ganzes
gesehen und verstanden werden können. Daraus ergibt sich ein dynami-
scher Kulturbegriff, der vom werteschaffenden Volk nicht zu trennen ist.
“Aus der Art, wie sich das Ererbte und Erlebte vereinigen, ent-
steht die Kultur.” –
“Die Volkskultur ist der Nährboden all dessen, was das vergan-
gene Zeitalter als individuelle Schöpfertat in der Schicht ,Hoch-
kultur’ verehrte. Sie wächst, wie jeder Nährboden der Volkskul-
tur, aus dem sie entstammt, aus dem Mutterboden allen Volkseins,
dem Blute empor.”
Damit weist Helbok die Oswald Spenglersche Darstellung der sich “aus-
wickelnden” Kulturen als Eigengebilde zurück und nennt sie “oberfläch-
liche Phantasterei”.
“Kultur ist ein gewachsener, am Boden und in seinem Volke ge-
wachsener Organismus, in dem allein die hohen Leistungen der
Dichtung, Musik, Kunst und Wissenschaft gedeihen können. Sie
alle aber immer nur in völkischer Besonderung. Die Kultur ist
national und jede Form einer zeitlichen Weltkultur zeigt ihre na-
tionalen Besonderungen, so wie jedes Volk eine Sprache hat, die
aus seiner Seele geworden ist und, wie an tausend Beispielen von
der Sprachwissenschaft gezeigt wird, immer wieder und in allen
ihren Sprachformen den völkischen Geist verrät.”

175
Volkscharakterologische Grundlagen

Adolf Helbok weist auf die Verantwortung heutiger und künftiger Volks-
politik:
“Für uns Deutsche handelt es sich heute darum, ob wir in einer
Krise, die mit sehr gefährlichen weltpolitischen Verwicklungen
verbunden ist, unser altes Artbild durchzutragen vermögen.
Aus drei Grundlagen baute sich das deutsche Wesen auf, die wir
nie verleugnen dürfen, wollen wir uns treu bleiben:
1. Der heroische Idealismus, der in männlicher Haltung, Beherr-
schung (diu maze) und Beharrlichkeit gipfelt und noch jüngst in
der prachtvollen Gestalt des deutschen Soldaten sichtbar wurde.
Dazu kommt eine unbedingte Lebensbejahung. All dies ist aus
germanischer Wurzel und gewann in der Gestalt staufischen Rit-
tertums Charakternorm, die in der ältesten Dichtung unseres Vol-
kes abgebildet ist und uns seither ideell vorschwebt.
2. Der gemütreiche Grundton, der uns im Aufstieg des mittel-
alterlichen Bürgertums im Aufbau der deutschen Familie zuwuchs
und in der Kunst als die gemütreiche deutsche Idee ausgedrückt
ist. Er kam uns durch das Emporsickern der ostisch-alpinen Ras-
se und die eigentümliche Paarung mit der nordischen Gemüts-
kraft zu und gewann so die für uns typische Form.
3. Die Hochzucht des Verstandesreichtums als Ausleseergebnis
der ostdeutschen Besiedelung, woraus sich das Neuhochdeutsche
als verstandesklarste europäische Sprache bildete, um die letzte
Formung der Deutschen und des Deutschen zu vollziehen. Das
war der Kulturweg von Luther über Herder und Kant bis zu Goe-
the. Damit waren wir als deutsches Volk, nicht aber als deutsche
Nation ausgereift.
Mit diesen charakterologischen Fundamenten sind wir jenes euro-
päische Volk geworden, das dem Kontinent den stets opferberei-
ten Arm, die musikalische Welt und führende Philosophie geschenkt
hat. Im Schutze dieses Armes konnten die westlichen Nachbarn

176
ihre wirtschaftliche und geistige Kulturmacht aufbauen, ohne eine
Ahnung der Gefahren haben zu müssen, die ihnen im anderen
Falle gedroht hätten, denn der Osten Europas stand im deutschen
Kulturschatten und war europahörig.
Seit dem ersten Kriege sind wir unter dem Drucke der westlichen
Macht- und Gewaltpolitik zur Nation gereift, wir sind uns unser
selbst bewußt geworden. Ob dies mit der vollen durchschlagen-
den Kraft vor sich ging, muß sich erst zeigen. Wir werden unsere
weltgeschichtliche Aufgabe erfüllen, wenn wir uns dieser Art be-
wußt sind – und, wenn die Welt endlich aufhört, uns daran zu
hindern.”
Heute wird eine Welt von Ideen, wie sie damals im Aufbruch war, von der
Naturwissenschaft mehr und mehr bestätigt, so daß die seither einge-
leitete epochale Abkehr vom Zeitalter des Liberalismus trotz der äußeren
politischen Ereignisse in vollem Gang ist, ja – die Todesstunde des Libe-
ralismus längst geschlagen hat; seine grundsätzlich falschen Ideen sind
widerlegt.
Wer sich in irgendeiner Weise mit den deutschen Dingen befaßt, als Poli-
tiker, Schriftsteller und Dichter, als Wissenschafter und Philosoph, oder
als Suchender auf dem Wege zu seinem Volke um der Zukunft dieses
Volkes willen, der greife zur Volks- und Wesensgeschichte. Dort wird er
aus dem Erlebnis des großartig geschriebenen Werkes umfassende Kennt-
nis und Bildung gewinnen können, wie aus dem Urgrunde von Boden und
Mensch in tausendfältigen Verschlingungen die leibliche Geschichte sei-
nes Volkes wächst, die eine Geschichte seines Wesens und seiner Lei-
stung ist.

———

177
Die Werke von Univ.-Prof. Dr. Adolf Helbok:
· Grundlagen der Volksgeschichte Deutschlands und Frankreichs (1937), 725 Seiten
· Grundlagen der Volksgeschichte Deutschlands und Frankreichs, Kartenband, 125
Seiten
· Deutsche Siedlung. Wesen, Ausbreitung und Sinn (1938), 228 Seiten, 40 Bild-
seiten
· Deutsche Geschichte auf rassischer Grundlage (1939), 81 Seiten
· Erinnerungen. Ein lebenslanges Ringen um volksnahe Geschichtsforschung (1963)
· Deutsche Volksgeschichte. Band I (1964), 440 Seiten
· Deutsche Volksgeschichte. Band II (1967), 495 Seiten
· Helbok, Adolf, und Marzel, Heinrich: Deutsches Volkstum in Siedlung und Haus
· Arnold Pöschl: Das Gesetz der geschlossenen Blutkreise (1943), 366 Seiten
Eine vollständige Liste der Veröffentlichungen Professor Helboks befindet sich im
Jahrbuch des Vorarlberger Landesmuseumsvereins. Hundert-Jahr-Feier-Festschrift
1957, Bd. II, S. 361—374.
Seither sind noch erschienen:
· Die Schweizer Genialen, in: Schweizer Familienforscher, 1957, S. 25 bis 29, 1960,
Heft 1/2.
· Hervorragende Begabungen in Luzern, in: Schweizer Familienforscher, XXV, 1958.
· Bern und seine berühmten Söhne, in: Schweizer Familienforscher, 1960, Heft 3/5.
· Große Männer aus der Nordost-Schweiz, in: Schweizer Familienforscher, 1961,
Heft 3/5.
· Basel, Solothurn und Aargau als kulturelle Zentren, in: Schweizer Familienfor-
scher, 1962, Heft 3/5.
· Besprechung der neuen Vorarlberger Landes- und Volkskunde, herausgegeben von
Karl Ilg, in: “Vorarlberger Nachrichten” vom 28. April 1962.

———

178
———

Weitere Vorträge wurden in freier Rede gehalten und sind daher in schrift-
licher Form nicht erfaßt. Sie stehen jedoch auf Tonträgern zur Verfügung
und sind bei der Deutschen Kulturgemeinschaft erhältlich:
1986 Durchbruch zu neuer lebensgesetzlicher Mitte
1987 Herbert Böhme – Persönlichkeit und Werk
1988 Die Forderungen an Staat und Politik aus den Gegebenheiten von
Raum, Volk, Kultur und Geschichte
1988 Bildung und Erziehung der Jugend – eine volks- und staatspoliti-
sche Aufgabe
1989 Die geistesgeschichtliche Entwicklung aus biologischer Sicht
1990 Die Stilprägung bei Fest, Feier und politischer Versammlung durch
die Weltanschauung
1991 Das Volk als Kulturschöpfer
1994 Die ideologischen Geisteskrankheiten und ihre Überwindung
1995 Die neue Ordnungsmacht Europa
1996 Festvortrag zur 20. Gästewoche:
Schicksal und gestaltender schöpferischer Wille – das Deutsche
Volk und 3000 Jahre Geschichte
1997 Das Erziehungs- und Bildungswesen im Lichte der modernen Evo-
lutionslehre
1998 Der neueste Stand der kriegsgeschichtlichen Forschung und die
bolschewistische Lügenfront gegen Europa
1999 Die Lebensordnung der Arterhaltung in Natur und Kultur. Die
Fortsetzung der Evolution mit den Mitteln des geistigen Bewußt-
seins des Menschen (siehe auch Grafik)
1999 Das Gesetz der geschlossenen Blutkreise und der Aufstieg der Be-
gabung im Volke
2000 Die Neuordnung der Werte (siehe auch Grafik)

———

179
Aufsätze

(Wenn nicht anders angegeben: Abdruck aus


oder Beilage zu den “Huttenbriefen”.)
182
Hochverehrter Herr Professor Oberth!
(1972)

Wir freuen uns, daß Sie, jetzt aus den USA zurückgekehrt, wo Sie auf
Einladung Ihres Schülers und Freundes Prof Dr. Wernher von Braun
weilten, wieder in die Stadt Graz gekommen sind, uns die Ehre Ihres
Vortrages zu geben.
Wenn wir heute den mit großem Propagandaaufwand betriebenen Wett-
lauf der rivalisierenden Weltmächte Amerika und Rußland um die Erobe-
rung des Weltraumes verfolgen, bei der wir lediglich Zaungäste sein dür-
fen, so wollen wir frei von Sentiments, ohne Bitterkeit feststellen, daß
dem Sieger von gestern als Kriegsbeute eine Leistung zufiel, die allein die
Deutschen geschaffen hatten.
Am 3. Oktober 1943 schrieb der damalige General und Abteilungsleiter
im Luftforschungsamt, der Oberth-Schüler Walter Dornberger, an seinen
jüngeren Kollegen Dr. Wemherr von Braun:
,,Begreifen Sie, was wir heute erreicht haben? Heute wurde das Raum-
schiff geboren.“
Was war geschehen? Die V 2 oder A 4, wie sie ursprünglich hieß, war
vor wenigen Stunden zu ihrem Jungfernflug gestartet, an der pommer-
schen Küste entlang und über die Ostsee. Ihr planmäßiger Flug erbrachte
den Beweis, daß sich die deutschen Wissenschafter auf dem richtigen
Wege zur Entwicklung der V 2 befanden.
In der ,,Life“-Sammlung ,,Wunder und Wirtschaft“ erschien im Band
,,Mensch und Weltraum“ ein Aufsatz, der ob seiner Offenheit und Klar-
heit den umerzogenen deutschen Bürger fast schockieren könnte, denn er
liest dort mit Erstaunen: ,,In der V 2 haben wir die vielleicht größte Ein-
zelleistung zu sehen, auf die bis dahin die Geschichte des technischen
Fortschrittes zurückblicken konnte. Es gab vorher nichts je Vergleichba-
res. Die wesentlichen Bestandteile der V 2 sind die aller heute in den
Weltraum aufsteigenden Fahrzeuge, und für lange Zeit wird das so blei-
ben.“
So führt vom ersten kühnen und grundlegenden, 1923 erschienenen Werk

183
Hermann Oberths ,,Die Rakete zu den Planetenräumen“ und 1928 ,,Wege
zur Raumschiffahrt“ ein gerader Weg über die Entwicklung der V 2 zu
den heutigen Weltraum-Fahrzeugen. Sie, Herr Professor Oberth, sind der
Pionier der Weltraumfahrt, der – zuerst verspottet und als Phantast abge-
tan – heute als der Vater der Raketentechnik in aller Welt geehrt und
gehört wird, außer in der Bundesrepublik, wo Ihnen Ihre aufrechte deut-
sche Haltung den Haß der politischen Gegner einträgt.
Hochverehrter Herr Professor Oberth,
wir durften eine ungewöhnliche, einmalige große Stunde erleben, in der
Sie uns Einblick in die Ideenwelt und Werkstatt Ihres Genies gewährten.
Stolz kann eine Jugend sein, die Ihre geistige Kühnheit und Besessenheit
am Werk, Ihre Bescheidenheit, Ihr Verantwortungsbewußtsein und Ihre
aufrechte Haltung als deutscher Mensch zum Vorbild haben darf
Ein Dichterwort sagt: ,,Die Hingabe an ein Größeres ist der Ruhm des
Gemeinsamen.“
So ist Ihr Ruhm, der geniale Begründer der Weltraumfahrt und Raketen-
technik zu sein, auch unser aller Ruhm, der Ruhm Deutschlands, unseres
Volkes. Dies dürfen wir nach einem verlorenen Krieg, in dessen Gefolge
so manches unterdrückt wird, was unserem Volke zur Selbstbehauptung
und Wiederaufrichtung gereichen könnte, als historische Tatsache fest-
stellen.
Mit der seherischen Befähigung, mit der Einbildungskraft Ihres Genies
haben Sie uns ein Bild künftiger Entwicklungen gezeigt. Das große Aben-
teuer der Menschheit von morgen, der Flug in den Weltraum, hat begon-
nen. Das charakterisiert die Schwellenzeit, in der wir leben, in der sich in
ungeheuren geistigen Erschütterungen ein neues Weltbild ankündigt, zu
dem Wissenschaft und Technik einen entscheidenden Beitrag leisten, der
Sie, lieber Herr Professor Oberth, zum Katalysator für geistige Reaktio-
nen größten Ausmaßes schicksalhaft bestimmt hat. Es sollte uns gerade
in Stunden, die unsere Phantasie beflügeln, bewußt sein, daß die gleiche
lebensgesetzliche Ordnung, die das All bewegt, auch unsere Ordnung ist,
die gewachsene Ordnung unserer Erde, die uns geboren hat. Diese Ord-
nung und die sich daraus ergebende Bindung an ihr Ordnungsgefüge
müssen wir erkennen und anerkennen, d.h. in unser Bewußtsein aufneh-

184
men. Nur in Ehrfurcht vor den Gesetzen des Lebens, in der Bindung an
Familie, Heimat, Volk, Kultur werden wir, wird der Mensch die seelische
Kraft und geistige Reife haben, in andere Dimensionen vorzudringen.
Wir werden Zeugen, wie das Genie in der Entwicklung liegende geistige
Reaktionen lange vor ihrem Nahen ankündigt.

———

Für eine neue Weltordnung im Einklang


mit den Lebensgesetzen
(März 2002)

In diesem Jahr vollenden die “Huttenbriefe” ihren 20. Jahrgang.


Von der Notwendigkeit ausgehend, ein untrügliches Zeichen der Treue zu
Volk und Heimat zu setzen und damit im Dienste der Wahrheit und des
Rechtes zu stehen, haben wir einen Weg gewählt, der weg von den politi-
schen Ereignissen des Tages Höhe gewinnen will, um die Niederlage des
Jahres 1945 zu überwinden und die größeren Zusammenhänge von Ursa-
chen und Wirkungen des 20. Jahrhunderts zu überblicken. Es ist wohl
kaum zu bestreiten, daß wir in einem der größten Umbrüche in der Ge-
schichte der Menschheit stehen. Auch die gewaltigen Kämpfe der beiden
Weltkriege reichen in ihrem tieferen Ursachengefüge weit in die Jahrhun-
derte zurück. Heute sind wir Zeugen und Mitwirkende der letzten Phase
dieser geistesgeschichtlichen und machtpolitischen Auseinandersetzung,
in der Deutschland, das Reich, das Deutsche Volk eine zentrale Rolle
einnehmen. Dies wird allein schon geographisch verdeutlicht durch einen
Blick auf die ausgebreitete Weltkarte, auf der – und mit transparentem
Durchblick auf die Entwicklung der Jahrhunderte – alle Fäden, alle ge-
schichtlichen wie nachrichten- und verkehrstechnischen, zusammenlaufen
auf den kleinsten Raum im Verhältnis zur gesamten Erdoberfläche, auf
Europa und inmitten Deutschland. „O Herz der Völker“, dichtet Fried-
rich Hölderlin in seinen Gesängen. Was sich kartographisch so darstellt:

185
hier findet sich tatsächlich das geistig-schöpferisch pulsierende Herz der
Welt. Und – machtpolitisch gesehen – konzentrieren sich alle auf Welter-
oberung, Weltreligion, Weltrevolution, Weltwirtschaft und Weltbeherr-
schung zielenden Pläne darauf, diesen in jeder Beziehung leistungstüch-
tigsten Raum auszuschalten oder in ihre Gewalt zu bringen. Für den Ge-
schichtskenner werden sie hier, für die letzten Jahrhunderte, stichwortar-
tig beim Namen genannt: Christentum – Rom, Bolschewismus – Lenin –
und Stalinismus, Amerikanismus und Kapitalismus. Die hintergründigen
Antriebskräfte zu nennen, ist müßig. Seitdem das Reich und Europa ge-
fallen sind, bündeln sich diese internationalen Ideologien zum Weltherr-
schaftsplan der Globalisierung. Mit ihrer gewalttätigen Zerstörung aller
gewachsenen Ordnung und damit dem Wahnsinnsunternehmen, die Le-
bensgesetze unserer Erde außer Kraft setzen zu wollen, ist der Weg ins
Chaos beschritten gegenüber der einzig überlebenstüchtigen Politik der
Respektierung der Naturgesetze.
Der geniale Durchbruch menschlicher Erkenntnis durch Kopernikus zur
Einordnung der Erde in ein größeres System bewirkte eine Zeitenwende,
die das menschliche Denken in eine völlig neue Ausgangsposition brach-
te. Die in Gang gesetzte Revolution des menschlichen Geistes stürzte den
zum Dogma erhobenen absoluten Schöpfergott aus dem für ihn erschaf-
fenen Himmelsgewölbe in die Unendlichkeit eines neuen Weltbildes. Durch
fortschreitende, immer neue wissenschaftliche Erkenntnisse ist schließ-
lich der Entwurf einer allumfassenden Einheit des Lebens gelungen in der
modernen Evolutionstheorie. Die beweisführende Kette vom Werdegang
des Lebens führt zur Wahrheit einer durch Naturgesetze bewirkten Ord-
nung als der höchsten und einzigen Autorität in allem, was da ist. Sie
göttlich zu nennen, erheischt die Ehrfurcht vor der Entschleierung ihrer
Geheimnisse.
Den Weg lebensgesetzlichen Denkens gebahnt und als erste beschritten
zu haben, ist das geschichtliche Verdienst des Deutschen Volkes, aus dem
ihm um so mehr Pflichten erwachsen: zunächst für Europa, aber morgen
im Kreise der Völker dieser Erde. Ob der Weg machtpolitisch zu einem 3.
mörderischen Weltkrieg führt, – die Völker müssen sich dieser neuen Idee
öffnen, um ihres eigenen Überlebens willen auf unserem bereits durch
den Menschen überfüllten Planeten; denn alle Schritte sind bis auf den
heutigen Tag in die falsche Richtung getan.

186
Das Reich mußte fallen. Dieses von seinen Feinden erklärte Ziel bestimmte
die gesamte Politik des 20. Jahrhunderts. Der Wille zur Vernichtung ent-
sprang einer langfristigen Konzeption! Nicht die Erscheinung Adolf Hit-
ler war also der eigentliche Feind, als vielmehr das durch ihn errichtete
Hindernis eines erstarkten Deutschen Reiches.
Um einer großen und leistungsstarken Kulturnation weismachen zu kön-
nen, sie habe zwei Weltkriege gegen die übrige friedliebende Welt ent-
facht, mußte ihr unter dem Diktat bedingungsloser Kapitulation erst das
Kultur- und Geschichtsgedächtnis genommen werden. Die auf das Deut-
sche Volk niedergehenden Schuldzuweisungen mit teilweise orgiastischen
Auswüchsen des Hasses und perfider Ausgeklügeltheit eines alles durch-
dringenden Lügenfeldzuges haben es vermocht, das rechtlich und anstän-
dig denkende Deutsche Volk an sich selbst zweifeln zu lassen.
Sind die Zusammenhänge für uns Deutsche wirklich so schwer zu erken-
nen, oder spielen tatsächlich klassenkämpferische Neidkomplexe, Über-
heblichkeitsdelikte oder eifernder Kirchenglaube eine längst überwunde-
ne Rolle? Stehen sich alle Deutschen nicht letzten Endes näher, ob jung
oder alt, arm oder reich, christlich oder unchristlich usw. usw., da sie
doch alle dem gleichen Stall entspringen, als gegenüber Fremden, wer sie
auch sein mögen? Verräter werden nirgendwo geduldet, allenfalls in der
Schmach erlitten. Sollten wir nicht endlich – endlich die kleinliche Miß-
gunst des Tages vergessen, die Parteiungen, Rechthaberei und Besser-
wisserei um unseres Überlebens willen? Wer kann jetzt noch zweifeln,
daß alle Politik den Lebensinteressen des Deutschen Volkes zuwiderläuft
und international gelenkt ist? Allerdings, – schwer ist es für den redlich
denkenden Menschen zu begreifen, daß aus Dummheit, ideologischer In-
doktrinierung und bewußtem Verrat den Feinden unseres Volkes Vorschub
geleistet wird.
Vielleicht sind die lebensfeindlichen Kräfte nicht aufzuhalten; die kriege-
rischen Zeichen mehren sich. Es muß dieser zerstörerischen Planung eine
Idee entgegengesetzt werden, die den Völkern Hoffnung auf eine künftige
Lebensordnung verheißt, in der jedes Volk dieser Erde seinen ihm lebens-
gesetzlich zustehenden Platz einnehmen kann.
Utopie – Illusion? Dann müßte jene Philosophie recht behalten, die die
Entlassung des Menschen in den größeren Freiheitsraum der Selbstver-

187
antwortung, gesteuert durch sein geistiges Bewußtsein, als einen fehlge-
schlagenen Versuch der Evolution beurteilt. Dem widerspricht die Entfal-
tung der Völker zu höchsten Kulturleistungen. Auf diesem Wege nur ist
ihr Bestand zu sichern: sich nicht in die Breite, sondern in die Höhe zu
bauen und fortzupflanzen.
Geistig gesehen ist das Deutsche Volk immer noch der Gegenpol im End-
kampf der Kräfte. Es geht um eine wirkliche und – beim Blick auf den
Zustand der Welt – lebensgesetzliche Ordnung der Völker unserer Erde.

———

Wer fest auf dem Sinn beharrt,


der bildet die Welt sich.
Johann Wolfgang von Goethe

(Dezember 2001)

Vorweg dies: Meine Rede ist nur jenen gesagt, die von Geburt an ihren
unverlierbaren Wert in sich tragen, Deutsche zu sein.
Selbst wenn der junge Mensch heute oft nicht von der liebevollen Hinga-
be der Mutter umhegt und gepflegt ist, nicht die sein Gemüt und sein
sittliches Verhalten prägende Kinderstube erleben kann, weil er durch
ausgeklügelte Umerziehungsmethoden von der Tradition seines Volkes
abgeschnitten werden soll, – selbst dann ist er untrennbar angebunden an
die Kette der Vergangenheit; sein Schicksal wächst aus dem Schicksal
seines Volkes.
“So mußt Du sein, Dir kannst Du nicht entfliehen” (Goethe), das ist das
genetische Gesetz in jedem Menschen, Jahrtausende haben daran ihren
Anteil. Je tiefer er in die Vergangenheit blickt, desto kleiner wird sein
Ahnenfeld, nimmt die Anzahl seiner Vorfahren im ständigen Überschnei-
den der verwandtschaftlichen Blutlinien ab. Im Austausch der Erbanla-
gen einer genetischen Gemeinschaft (Population – Volk!) hat jeder Mensch
– statistisch errechnet – um das Jahr 0 nur 128 Vorfahren!! Von der klei-

188
nen Ahnenschaft der Vorfahren aus haben hunderte Geschlechterfolgen
ununterbrochen am gemeinsamen genetischen Erbe gewirkt und gewebt.
So ist die in die Tiefe der Jahrtausende reichende Verwandtschaft eines
Volkes, das aus geschlossenen Blutkreisen zu einer großen Volksgemein-
schaft gewachsen ist, das Geheimnis seiner Art. Aus ihm bildet sich der
Typus des Volkes und findet seinen Ausdruck in der Persönlichkeit des
Einzelnen, mag er nun durch die Tradition, durch das Bewußtsein der
Kultur und Geschichte seines Volkes geprägt sein oder nicht. Erst wenn
er die Bindung zur Gen-Gemeinschaft seines Volkes aufgibt, sich fremder
Art einverleibt, entwurzelt er sich selbst, begibt er sich seines Wertes,
Deutscher zu sein.
Wenn der Geistes-Titan Goethe, der Dichter, Naturforscher, Philosoph
und Volkserzieher die Deutschen ermahnt, auf dem Sinn zu beharren, so
meint er damit das unbeirrte Festhalten an der eigenen Art. Mit der Gei-
stesmacht des Genies erkannte er die Gefahren, die von der Französi-
schen Revolution ausgingen und mit ihrem Gift von der Gleichheit aller
die europäischen Völker und auch das Deutsche Volk aus der Bahn wer-
fen könnten. “Nicht den Deutschen geziemt es, die fürchterliche Bewe-
gung fortzuleiten und auch zu wanken hierhin und dorthin.”
Betrachten wir den geschichtlichen Verlauf der letzten 200 Jahre, so müs-
sen wir zur Kenntnis nehmen, wie sich das Übel vermehret und weiter
und weiter ausgebreitet hat in Wissenschaft, Philosophie, Kunst und Po-
litik und selbst hervorragende deutsche Geister in die Gefolgschaft getre-
ten sind.
Abstraktes, formalistisches Denken und dualistische Vorstellungen von
einander getrennten körperlichen und geistigen Erscheinungen verdräng-
ten die dem Deutschen angeborene Wesensart, das Leben als ein harmo-
nisches Ganzes zu betrachten.
Doch die deutsche Gegenwehr blieb nicht aus. Von dem Volksbegriff als
religiöser Idee setzte eine aus Geschichtserlebnis und Naturwissenschaft
schöpfende Bewegung ein, die ihren Durchbruch nahm zum Bewußtsein
der überpersönlichen Gemeinschaft Volk, zur Volksgemeinschaft.
Biologische Erkenntnisse von dem in Millionen Artgemeinschaften ge-
gliederten Leben unserer Erde bilden die wissenschaftliche Grundlage für

189
die aus Erfahrung und Erlebnis gewonnene Einsicht, daß jede Rasse, je-
des Volk und jede Kultur in ihre eigenen Richtungen gewachsen sind.
(Lorenz) Die lebensfeindliche These von der Gleichheit aller Menschen,
die internationalistischen Plänen der Vermischung und damit der Ver-
nichtung der Völker dient, ist kulturzerstörerisch. Die Gliederung der
Menschheit in Rassen und Völker beseitigen zu wollen, wäre das Ende
aller Kultur, dafür bietet der gesamte amerikanische Kontinent ein war-
nendes Beispiel; eine durch Knopfdruck zu betätigende Zivilisation ist
bald am Ende ihrer Mechanisierung angelangt ohne die schöpferischen
Impulse seitens gewachsener und begabter Völker. Auch dafür bietet die
Geschichte der letzten Jahrhunderthälfte anschauliche Beispiele mit der
Ausraubung der geistigen Schätze des Deutschen Volkes.
So überschauen wir die letzten 200 Jahre als die sich ständig steigernde
Auseinandersetzung zwischen einer abstrakt lebensfeindlichen interna-
tionalistischen Verschwörung und der “auf dem Sinn beharrenden”, durch
Deutschland angeführten Verteidigung der biologischen Ordnung des
Lebens in Völkern. Dieser Kampf hat zunächst seinen Verlauf genommen
mit der Zerstörung des Reiches und der europäischen Völkerschaft.
Die im Rassensumpf des Mittelmeerraumes sich bildende, in der Ideen-
gebung der Französischen Revolution zu internationalem Ruhm aufge-
stiegene Moral von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit hat in dem
von seinen Rassen- und Volkswurzeln getrennten Menschengemisch der
USA ihr taugliches Exerzierfeld gefunden. Mit dem angetretenen Erbe
des späten Roms trägt sie auch dessen Keime zum Untergang in sich.
Wohl halten die USA als aufgerüsteter Moloch der internationalistischen
Weltherrschaftsbestrebungen mit Kapital, Bomben und Presse alle Fäden
eines brutalen völkermordenden und völkerrechtsmißachtenden Apparates
in der Hand. Aber wie lange noch werden sie die Freiheit der Völker
beugen können, wird ihr, längst innerer Fäulnis ausgesetztes System schein-
bar unangefochten funktionieren? Die Völker mögen sich hüten, denn das
Ungeheuer ist fruchtbar noch in der Ausübung seiner Gewalt.
Unterschätzen wir Deutsche nicht die uns zugeteilte Rolle im Machtspiel
der USA. Unser Volk sollte nun endlich erkennen, daß die Sieger des
Weltkrieges immer noch die bedingungslose Kapitulation über Deutsch-
land verhängt haben und entschlossen sind, ihre Befolgung mit allen Mit-

190
teln, – auch das der rohen Gewalt – durchzusetzen, d.h. also, Deutsch-
land ist nach wie vor Feindstaat und wird bei Ungehorsam zufolge der
Artikel 53 und 107 der UNO-Charta behandelt werden. Für Deutschland
gibt es keine Friedensvertragsregelung, noch besitzt Deutschland eine ei-
gene Verteidigungsmacht; sie wird nur einberufen, ausgebildet und mit
vom Deutschen Volk zu bezahlenden Waffen ausgerüstet zum militäri-
schen Einsatz für die Interessen der USA in der übrigen Welt. Auch wirt-
schaftliche und politische Vorhaben in Wahrnehmung volkseigener Inter-
essen werden mit den entsprechenden Mitteln der Kapitalmacht vereitelt.
Der Eingriff in das Volksleben, in Sitte und Kultur, erfolgt mit bis zur
Perfidie ausgeklügelten Methoden medialer Apparate.
Doch die Frivolität ihrer Selbstenthüllungen legt die wahren Absichten
der USA gegen die übrige Welt offen dar; entsprechend der verkündeten
“grenzenlosen Gerechtigkeit” wird in böse (schurkische) und gute (er-
preßbar-unterwürfige) Länder eingeteilt.
Sollte sich jetzt nicht das Bewußtsein des Deutschen Volkes ändern, das
nun schon 50 Jahre währende Trauma des induzierten Irreseins zu über-
winden? Ist die Heilung durch Wahrheit möglich oder nur mehr durch
eine Schocktherapie? Das letzte Stadium der USA-Weltverschwörung hält
jede Möglichkeit dazu offen.
Ist dem Deutschen Volk das Gesetz des Handelns restlos genommen? Wenn
wir dem im lebensgesetzlichen Sinne immer gültigen Wort Goethes fol-
gen: Nein! Für das Deutsche Volk kommt es jetzt darauf an, seine Art zu
behaupten und trotz aller Fährnis durchzutragen, als Volk zu überdauern.
“Dies ist unser, so laßt uns sagen und so es behaupten.”
Du, Deutsches Volk, und Du, deutscher Mensch, halte Dein Haupt auf-
recht. Vergiß nicht, daß Du zur führenden Kulturnation aufgestiegen warst,
daß sich die ganze Welt bewundernd bei Dir eingestellt hat, daß Dir aus
Deinem Erbe die größten Geister, – Dichter, Musiker, Philosophen, Den-
ker und Forscher – erwachsen sind und ihre Leistungen der Welt gedient
haben, daß Du stets schützend an den Grenzen Europas gekämpft hast,
ohne nach Lohn und Dank der anderen zu fragen, daß Du den Menschen
die unfaßbare Schönheit höchster Musik geschenkt hast, daß Du die Ika-
rus-Träume des Menschen zum Fliegen nicht nur geträumt, sondern sie
wahr gemacht hast in der Raumfahrt zur Erforschung unseres Planeten-

191
systems, daß Du ebenso genial den Forschergang in die schier unendliche
Tiefe des Lebens erkennend vorangegangen bist, daß Dir das Höchste
und Wahrste zu erfassen gegeben war – vor allen anderen Völkern – sich
selbst in ihrer Volksseele zu finden, daß deutsche biologische Forschung
den Weg zur Einblicknahme in den Werdegang des Lebens der modernen
Evolutionslehre vorangegangen ist, daß der geniale Verhaltensforscher
Konrad Lorenz den Schlußstein der Erkenntnis von der Einheit des Le-
bens gesetzt hat mit dem Beweis, daß geistige und seelische Merkmale
genauso gengebunden sind wie körperliche, – und unendlich vieles mehr.
Nicht wir, nicht das Deutsche Volk gibt sich die Ehre, sondern seine Fein-
de bestätigen ihm diesen Rang überragender Tüchtigkeit. Sie haben zwei
Weltkriege entfacht, um das Reich als europäisches Machtzentrum zu
zerstören. Es waren Raubzüge, um die geistigen und materiellen Leistun-
gen der Deutschen, ihre Patente, ihre potentiellen Leistungsträger, zu er-
beuten. Mit ihrem nicht enden wollenden finanziellen Aderlaß bis zur
Hochverschuldung des deutschen Staatswesens BRD, ihren strategisch-
taktischen Plänen haben sie unsere Unterwerfung zu einem dauerhaften
Zustand gemacht bis zum körperlich und seelisch verhängten Krankheits-
prozeß und, als letztes Mittel – wohl berechnet – betreiben sie zur Läh-
mung unseres gesamten Volkslebens in seiner Betätigung als Volksper-
sönlichkeit und Kulturschöpfer die Durchsetzung mit fremden Menschen.
Dieses alles und noch mehr unserem Volk ständig in das Bewußtsein zu
predigen, sollten wir nie müde werden. Nur wenn wir darin nicht ein
unabwendbares Schicksal sehen oder gar den törichten Schluß ziehen,
daß sich “die Zeiten eben geändert haben”, werden wir Heilung durch
Wahrheit oder notfalls durch Schock finden.
Auf dem Sinn zu beharren, festzuhalten an den eigenen Werten, sich zu
behaupten in der Erkenntnis: “dies ist unser”, kann jeder Deutsche wir-
ken. Es liegt an uns, am Volk, ob wir durchhalten auch ohne Führung in
dieser gärenden Zeit. Dann werden wir auch die Kraft haben – zum gege-
benen Zeitpunkt – unser Volksschicksal zu wenden und den Weg der Ge-
sundung anzutreten, den Weg, nach unserer eigenen Art und Weise in
nationaler Freiheit zu leben.
“Denn der Mensch, der zur schwankenden Zeit auch schwankend
gesinnt ist,

192
Der vermehret das Übel und breitet es weiter und weiter;
Aber wer fest auf dem Sinn beharrt, der bildet die Welt sich.
Nicht den Deutschen geziemt es, die fürchterliche Bewegung
Fortzuleiten und auch zu wanken hierhin und dorthin.
Dies ist unser! so laßt uns sagen und so es behaupten!
Denn es werden noch stets die entschlossenen Völker gepriesen,
Die für Gott und Gesetz, für Eltern, Weiber und Kinder
Stritten und gegen den Feind zusammenstehend erlagen.”
(Johann Wolfgang von Goethe,
aus: “Hermann und Dorothea”)

(Als Erläuterung zu den Feindstaatenklauseln der Artikel 53 und 107


wurde die UNO-Charta auszugsweise in den „Huttenbriefen“, 4/2002
abgedruckt.)

———

“Grenzenlose Gerechtigkeit”
(September 2001)

Stehen die USA an der Grenze ihrer Globalisierungsstrategie?

Die Welt erreichte die Nachricht vom terroristischen Angriff auf das Welt-
wirtschaftszentrum und die obersten Befehlsstellen der Weltmacht der
Vereinigten Staaten von Amerika mit dem Verlust von Tausenden Men-
schen. Der gewaltige Schock, den die USA erlitten haben, ist bis in den
letzten Winkel der Welt gedrungen. Niemand hat es bis heute für möglich
gehalten, daß jener geopolitisch außerordentlich begünstigte Staat ohne
angrenzende natürliche Feinde, dessen Macht durch Raum und Rohstoffe
unbegrenzt schien, die Grenzen seines Weltherrschaftsanspruches durch
einen terroristischen Akt mit zur Stunde noch unfaßbaren Folgen erken-
nen muß.

193
Es war in den letzten hundert Jahren nicht der erste große Schock, der die
USA heimgesucht hat. In den pausenlos den Erdball umkreisenden Nach-
richten fiel auch das vergleichende Stichwort Pearl Harbor, vermutlich
ohne daß dem Sprecher dessen hintergründige Bedeutung bewußt war.
Denn Pearl Harbor war jenes Ereignis, mit dem der Präsident der Verei-
nigten Staaten, Roosevelt, sein erstrebtes Ziel erreichte, bei Preisgabe
zur Vernichtung der in Pearl Harbor vor Anker liegenden amerikanischen
Kriegsflotte durch Japan in den Krieg gegen Deutschland einzutreten.
Der US-Präsident hatte Japan ultimativ herausgefordert und den darauf
erfolgenden Anmarsch der japanischen Flotte vor seiner gesamten Nation
geheimgehalten. Der angeblich tückische Überfall der Japaner löste bei
der zu einem Krieg nicht geneigten US-Bevölkerung durch diesen Schock
eine nunmehr kriegsbereite Rachestimmung aus.
Das Deutsche Reich hatte trotz dauernden Provokationen jede Konfron-
tation mit Amerika durch strengste Befehlsgebung vermieden. Die Bünd-
nisverpflichtung mit Japan trat nun automatisch in Kraft; der Weltbrand
war entzündet.
Die durch das Stichwort Pearl Harbor auszulösenden Assoziationen ra-
ten also zur Vorsicht in der Beurteilung des Geschehens.
In die Klage um die bedauernswerten menschlichen Opfer in Manhattan
mischen sich die Gefühle der Vergeltung für die Heimtücke. Die USA
stehen einem mit den herkömmlichen Mitteln militärischen Gegenschla-
ges nicht faßbaren Gegner gegenüber, dessen Standort, Stärke und Ziele
zur Stunde noch völlig im Dunkeln liegen.
Es ist sicher nicht einfach, im Augenblick einer von Gefühlen aufgepeitsch-
ten Lage zu den Vorgängen im weltpolitischen Maßstab Stellung zu be-
ziehen. Was vordergründig als Terrorismus noch unbekannter Art und
nicht abzuschätzenden Ausmaßes sichtbar wurde, läßt sich wohl erst durch
einen Rückblick auf die weltgeschichtlichen Ereignisse der letzten Jahr-
hunderte einordnen und werten.
Der rasante Aufstieg der USA, herbeigeführt durch ein leistungsstarkes
menschliches Auswandererkontingent aus Europa unter Nutzung der un-
erschöpflichen Ressourcen des weiten Raumes verführte Amerika zu ei-
nem Rausch der Maßlosigkeit. So war auch die durch die Französische

194
Revolution in Gang gesetzte demokratische Gleichheitsverfassung in ih-
ren zivilisatorischen und kulturellen Folgen noch unabsehbar.
Es zeigte sich jedoch bald, daß die aus Europa importierte Leistungsstär-
ke ebenso schnell durch Mißachtung der alten Werte Europas verspielt
werden konnte, wie sie gewonnen war. Das Verhängnis bahnte sich in
voller Deutlichkeit an, als die US-Demokratie mit ihrer Einstellung zur
Herrschaft des Geldes über die menschlichen Werte ihren zersetzenden
und zerstörerischen Verlauf nahm. Es pfeifen die Spatzen von den Dä-
chern, daß in dem großen, der Gigantomanie verfallenen Bau der Welt-
macht USA der Putz zu bröckeln angefangen hat. Ausdruck und Wahr-
zeichen dieser merkantilen Weltmacht war das bis in die Höhe von 417
Meter emporstrebende World Trade Center in Manhattan!
Nach dem 1. Weltkrieg traten die USA mit der Beerbung des Britischen
Weltreiches in die Fußstapfen der englischen Ölmachtpolitik und trieben
ihre “vitale Interessensphäre“ vor bis zur Golfzone, mitten hinein in den
Lebensraum vorderasiatischer und arabischer Völkerschaften, die in sich
die Religion des Islams vereint.
Europa wurde im letzten Jahrhundert durch die USA zweimal in einen
Weltkrieg verwickelt, der es militärisch, wirtschaftlich und politisch zur
Unterwerfung zwang, womit auch die Kulturen seiner Völker unter den
zerstörerischen Einfluß einer andauernden Zersetzung ihrer gewachse-
nen Wertordnung geraten sind.

Vor 60 Jahren

Das die Welt erschütternde Ereignis – dessen weltpolitische Bedeutung


noch nicht abzuschätzen ist, – scheint im Augenblick das Gedenken an
den Beginn des Präventivschlages der Deutschen Wehrmacht vor 60 Jah-
ren zur Rettung Europas gegen den Vormarsch der Roten Armee zu über-
schatten.
Dahinter zeichnen sich die Konturen der Erinnerung um so anschaulicher
und erlebnistiefer ab, als die deutschen Städte vom Bombenkrieg der USA
überzogen wurden und der Luftterror gegen Kinder, Frauen und Greise
unvergleichliche Leiden über die deutsche Bevölkerung gebracht hat. Die
siebenstellige Zahl der Opfer wird den nachgeborenen Generationen, die

195
sich schon weit entfernt von dem Kampfgeschehen des 2. Weltkrieges
glauben, angesichts der menschlichen Tragödie von Manhattan eine wirk-
lichkeitsnähere Vorstellung von den Ereignissen geben, die ihr eigenes
Volk durch die kriegsverbrecherischen Taten der Sieger des 2. Weltkrie-
ges erlitten hat. Und nicht nur Deutschland!
Die USA haben mit ihren Lieferungen ungeheurer Massen Kriegsmateri-
al an die UdSSR dem Bolschewismus und dem Massenmörder Stalin die
Tore nach Europa geöffnet und tragen damit die volle Verantwortung für
den heutigen Zustand der Welt.
Sie haben mit der Zerstörung Europas verhindert, daß sich eine notwen-
dige europäische Ordnungskraft organisiert, die aus dem Ursprung des
Raumes das Überleben der weißen Menschheit sichern und gewährleisten
kann, ohne zerstörerische Gewalt gegen andere Kulturen und Rassen an-
wenden zu müssen.
Heute glaubt die US-Politik in Ausübung internationalistischer Ziele ih-
ren Weltherrschaftsanspruch durch das Programm der – neuerdings “Glo-
balisierung” genannten – Ein-Welt-Politik verwirklichen zu können. Das
Zauberwort Demokratie im Gewande des Amerikanismus übt jedoch kei-
ne Hypnotisierung mehr aus. Europa und besonders das Deutsche Volk,
bar jeder kulturpolitischen Abwehrstellung, haben die bis zur Perfidie
entwickelte Massensuggestion des Amerikanismus als zerstörerische
Gewalt gegen ihre Kulturen erfahren müssen. Sie hat die Schwächung
der weißen Völker herbeigeführt, die sich nun überrascht einem Angriff
aus der übrigen Welt auf die USA gegenübersehen.
Seit Jahrzehnten ist es einer geistigen Elite Deutschlands und Europas
bewußt, daß die Gewaltherrschaft des Geldes über die Wertwelt der Völ-
ker, Rassen und Religionen ein Chaos auslösen wird. Die totale Verhin-
derung einer notwendigen Bio-Politik hat die weißen Völker an den Rand
ihres Überlebens gedrängt. Die amerikahörige Verwicklung Deutschlands
und Europas zeigt nun ihre Folgen, da sie – bei bevorstehenden
Auseinandersetzungen – an die Seite der Vereinigten Staaten von Ameri-
ka treten sollen (müssen?), die Europas Ohn-Macht mit der Zerstörung
des Deutschen Reiches erzwungen hatten.
Die Verschwörung im Inneren des Reiches, als frevlerischer Verrat gegen

196
das Leben Hunderttausender deutscher Soldaten gerichtet, hat nicht nur
den Sieg der deutschen Waffen im Osten zunichte gemacht und einen
möglichen Friedensvertrag mit Rußland verhindert, sondern die böse Tat
fortzeugend wurde Deutschland dem Schicksal der bedingungslosen Ka-
pitulation ausgeliefert.
Als ein Monument unerreichten Heldentums ragt STALINGRAD als Sinn-
bild größten Opferwillens für die Freiheit Europas aus dem Kampf des 2.
Weltkrieges empor, nur vergleichbar dem Kampf und Untergang der
Spartaner bei den Thermopylen. 130.000 deutsche Soldaten blieben auf
der Walstatt. Der französische General und Staatsmann de Gaulle zeigte
angesichts dieses Heldentums mit seinem ehrfurchtsvollen Wort: “Was
für ein großes Volk!” europäisches Format.
STALINGRAD wurde zur schicksalhaften Bedeutung für das Deutsche
Heer, als die 6. Armee bei ihrem Vordringen nach Baku zum Kaspischen
Meer durch dreifachen Verrat untergegangen ist. Dieser Operationsplan
war für die deutsche Kriegsführung von weittragender strategischer Not-
wendigkeit zur Unterbindung der gigantischen US-amerikanischen Kriegs-
lieferungen für die UdSSR, die zu 50 % den Weg über den Iran ans Kas-
pische Meer nahmen und von dort wolgaaufwärts nach Moskau liefen, –
aber auch zur Flankensicherung der rumänischen Ölfelder. (Lesen Sie
dazu die Abhandlung “Stalingrad – der verratene Sieg”.)
Die deutschen Soldaten wurden bei ihrem Vordringen in den russischen
Raum von der russischen Bevölkerung als Befreier vom bolschewisti-
schen Joch begrüßt. Die Deutsche Wehrmacht und alle Truppenteile wa-
ren von den höchsten Dienststellen des Reiches und der Armeeführung
angewiesen, den russischen Menschen korrekt und verständnisvoll zu be-
handeln. Dafür liefert die historische Forschung die eindeutigen Beweise.
Welche Rolle der Fackelmännerbefehl Stalins gespielt hat, wurde für den
weiteren Verlauf des Krieges im Osten von der historischen Forschung
aber noch viel zu wenig in ihrer Tragweite beachtet. Stalin wollte einen
Stimmungsumschwung in der russischen Bevölkerung erzielen, was ihm
auch gelang. Das brutale Vorgehen “verbrannte Erde“ wurde der Deut-
schen Wehrmacht angelastet, wozu die teilweise Ausführung in deutschen
Uniformen um so glaubwürdiger erscheinen mußte.
So gelang es Stalin, die Rekrutierung für den Partisanenkrieg voranzu-

197
treiben, der geheimen 2. Front der Roten Armee. Das Deutsche Heer hat-
te mit der generalstabsmäßigen Organisation des Bandenkrieges den Feind
nicht nur vor sich. In seinem Rücken sah es sich einem mit meuchelmör-
derischen Methoden vorgehenden Feind gegenüber. Fünfhunderttausend
deutsche Soldaten fielen nicht im Kampf; sie wurden auf grausame und
bestialische Art aus dem Hinterhalt ermordet. (Die “Arbeitsgemeinschaft
für Europäische Neuordnung” hat den Partisanenkrieg der Roten Armee
aus den Akten des OKH in einem Weißbuch dokumentiert.)
Wer dem Deutschen Soldaten, dem tapfersten und edelsten Kämpfer, den
die Welt je gesehen hat, die Ehre nehmen will, begeht ein Verbrechen, das
in jedem anderen Staat dieser Welt mit Fluch belegt werden würde.
Deutschland hat durch den Opfermut seiner Soldaten soviel Liebe erfah-
ren, daß es auf den fragwürdigen Stolz gegenwärtiger, der Welt verliehe-
ner “Spätgeburten” nicht angewiesen ist. Niedrigste Unterwerfungsmen-
talität verträgt sich nicht mit Stolz; das ist schon immer eine Cha-
raktersache gewesen.
Wie soll nun ein normaler Verstand verkraften, daß deutsche Soldaten
verteufelt werden, weil sie ihr Leben für das eigene Volk in die Schanze
geschlagen haben, jetzt aber ihre Kampfkraft für fremde Interessen be-
fehlsgewaltig aufgeboten werden soll, noch dazu von jenen Schwätzern,
deren bisheriges Dasein von mangelnder Liebe und Einsatzbereitschaft
für das eigene Volk gekennzeichnet ist?
Es ist geradezu grotesk, daß Europa nun zum Schutze an die Seite jener
Macht in ein neues kriegerisches Abenteuer gezogen werden soll, die es
vor 60 Jahren zerstörerisch unterworfen hat.
Die kriegsbereite Überantwortung deutscher Soldaten steigert sich zum
politischen Skandal angesichts der Tatsache, daß über Deutschland auch
von jener Siegermacht, die nun unseren soldatischen Beistand verlangt,
die nach wie vor gültigen Feindstaatenklauseln (Artikel 53 und 107 der
UNO-Charta) verhängt sind, wodurch die deutschen Soldaten keinerlei
völkerrechtlichen Schutz haben.
Es ist kennzeichnend und entlarvend, daß die derzeitigen politischen
Machthaber ihre Unterwerfungsideologie mit den hehren Zielen der De-

198
mokratie moralisch rechtfertigen, aber zu feige sind, eben diese Demo-
kratie bei den USA einzufordern.
Welchen Verlauf auch die Weltpolitik in der nächsten Zeit nimmt, – das
Deutsche Volk wird eine Bewährungsprobe bestehen müssen, die ihm alle
Möglichkeiten zu einem künftigen Wiederaufstieg öffnet.

———

General Carl v. Clausewitz, deutscher Militärphilosoph (1780–183)1:

“Ich glaube und bekenne, daß selbst der Untergang dieser Freiheit nach einem
blutigen und ehrenvollen Kampf die Wiedergeburt des Volkes sichert und der
Kern des Lebens ist, aus dem einst ein neuer Baum die sichere Wurzel schlägt.”

Harriman, Botschafter der USA, über ein Gespräch mit Churchill–Stalin 1944:
“In einem Toast auf den abwesenden Präsidenten (Roosevelt) lobte Stalin den
unentbehrlichen Beitrag der USA zum Gewinn des Krieges. Es habe eine Zeit
gegeben, in der Großbritannien und Rußland allein mit den Problemen Euro-
pas fertig werden konnten. Zusammen hätten sie Napoleon besiegt und im Er-
sten Weltkrieg gegen Deutsche gekämpft.
Aber im Zweiten Weltkrieg hätten Großbritannien und Rußland nicht die Ober-
hand über Deutschland gewinnen können. Er zweifle daran, daß Deutschland
ohne die volle Stärke der USA hätte geschlagen werden können.”
(W. Averall Harriman: “IN GEHEIMER MISSION”, Stuttgart 1979, S. 287.)

Churchill am amerikanischen Unabhängigkeitstag, 5. Juli 1950:


“Allein die Briten und Amerikaner waren es, die verhinderten, daß Hitler Sta-
lin hinter den Ural zurücktrieb.”

Victor Gollancz (in: “OUR THREATENED“):

“In vier Worten läßt sich der Inhalt der Entscheidung von Yalta und Potsdam
ausdrücken; sie heißen: Landraub, Zwangsverschickung, Ausplünderung und
wirtschaftliche Versklavung. Sämtliche Tatbestände bilden, man möge sich des-
sen erinnern, den Inhalt der Hauptanklagen gegen die Deutschen in Nürn-
berg.”

199
Wo aber Gefahr ist,
wächst das Rettende auch.
(“Klüter-Blätter” 1969)

Vor 130 Jahren starb Friedrich Hölderlin. Ein unerbittliches Schicksal


hatte fast 40 Jahre lang den strahlenden Genius des größten Vaterlandssän-
gers der Deutschen verdunkelt. Er hatte sich in der Blüte des Lebens auf
dem Altar des Geistes verschenkt. Immer wird sein Gesang einer Jugend
erklingen, die auf den Wegen der Sehnsucht ist, Großes zu wollen!
Als das alte Heilige Reich der Deutschen in seiner äußeren Gestalt lang-
sam zerbrach, ward ihm der Dichter Friedrich Hölderlin geschenkt. Der
verkündet nun die inwendige Wirklichkeit des Vaterlandes und findet die
tiefste Deutung seines Wesens. Jubelnd besingt er die Sendung der Deut-
schen vor allen anderen Völkern der Welt:
“O heilig Herz der Völker”.(„Gesang des Deutschen“.)
Mitten im äußeren Unglück, im Zustand der Zerrissenheit pflanzt sein
dichterisches Genie den Deutschen eine neue Hoffnung und einen neuen
Glauben, ja, er macht den Sinn ihrer Geschichte, der im überpersönlichen
Opfer liegt und in der universalen Idee des Reiches seine Aufgabe gefun-
den hatte, erst von innen her sichtbar. Er ruft die “alliebende Natur” sei-
nes Volkes, die er den Deutschen allein zuerkennt, zu neuer grosser Erfül-
lung auf.
So will er sein Wort verstanden wissen:
“Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch.” („Patmos“.)
Wir wüßten wenig vom Wahrheitsgehalt seiner Dichtung, wollten wir
darin nur ein tröstliches Wort aus gefühlsstarkem Glauben finden. Er,
dem eine tiefe Werdensfrömmigkeit zu eigen ist, prägt es im Bewußtsein
des Zusammenklanges allen Lebens und seiner polaren Gesetzmäßigkeit.
Es ist ihm Gesetz.
Er spricht es auch in Gleichnissen aus, wenn er sagt:

200
“Im Finstern wohnen
Die Adler und furchtlos gehn
Die Söhne der Alpen über den Abgrund weg
Auf lichtgebaueten Brücken.” („Patmos“.)
Der Gegensatz, der Widerstand, die Gefahr erscheinen ihm notwendig als
Brücke zu neuem Leben auf höherer Stufe.
Was könnten wir, die wir in der Fülle der Erkenntnisse unseres natur-
wissenschaftlichen Zeitalters stehen, von ihm an ehrfürchtiger, einer von
tiefem Wissen um das ewige Stirb und Werde erfüllten Schau der Ganz-
heit des Lebens lernen!
Seiner die Verwandtschaft mit dem Griechentum innig gewahr werden-
den Persönlichkeit war die Entzweiung von Körper, Geist und Seele als
Voraussetzung des Paulinismus zuinnerst fremd. Für Hölderlin bilden Geist
und Seele mit der Natur, dem ganzen Leben eine Einheit. Hier, in der zu
religiös-ehrfürchtigem Bekenntnis verdichteten Philosophie vom harmo-
nischen Einklang des Lebens mag die besondere und tiefe Bedeutung
Hölderlins für uns liegen und sich die Größe und Wahrheit seiner “heilig-
nüchternen” Offenbarung des Lebens am Wissen unserer Zeit über die
naturwissenschaftlichen Zusammenhänge erweisen.
Aus naturnahem Denken wächst ihm der Glaube an das ewige Werden
seines Volkes, das, sich immer wieder selbst verjüngend, seiner Idee treu
bleiben muß, das “heilig Herz der Völker” zu sein. Deutschtum ist ihm
nicht Besitz, sondern Aufgabe. Wie herrlich, wie kühn spricht es seine
Führergestalt, der Weise Empedokles, aus:
“Den Menschen aber ist‘s gegeben,
daß sie selber sich verjüngen.
Und aus dem reinigenden Tode, den
sie selber sich zur rechten Zeit gewählt,
erstehn, wie aus dem Styx Achill
unüberwindlich – – die Völker.
O gebt euch der Natur, eh sie euch nimmt.
So wagt‘s! Was ihr geerbt, was ihr erworben,
was euch der Väter Mund erzählt, gelehrt,
Gesetz und Bräuch’, der alten Götter Namen,

201
vergeßt es kühn und hebt, wie Neugeborne,
die Augen auf zur göttlichen Natur!
Wie auf schlanken Säulen ruh’
auf richt’gen Ordnungen das neue Leben,
und euern Bund befest’ge das Gesetz.”
Ist hierin nicht unerhört und kühn die große Losung ausgesprochen, die
Aufgabe unseres Jahrhunderts? Eine Aufgabe, um die wir ständig ringen
in unserer Zeit, ohne daß wir uns dessen noch wesentlich bewußt gewor-
den wären? Die Tore der Zukunft sind noch verriegelt. Aber den Deut-
schen, ist nicht ihnen aufgegeben, sie eines Tages aufzustoßen und neues
Licht in die dunklen und ausweglosen Gassen unseres Jahrhunderts ein-
strömen zu lassen? Ist nicht alles offen noch – auch für unser Volk?
Neben dem Abgrund der Gefahr liegt der Aufblick zu hohen Gipfeln.
Und Hölderlin hält einzig sein Deutsches Volk aus der Kenntnis seines
Charakters für auserwählt, der Menschheit neue Höhen zu erschließen.
“Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.”
Ein gewaltiger Bogen ist um dieses Wort gespannt. Erst, wenn wir den
Glauben an alles Große, an uns selbst, an unsere Sendung verloren ha-
ben, treten wir ab aus der Geschichte – bis uns dieser Glaube wiederkehrt
wie ein Komet aus fernen Himmeln, so spricht Hölderlin.
Doch zur Rettung, zur Überwindung und zum Widerstand bedarf es de-
rer, die den Sinn für das Allgemeine über das eigene kleine Treiben stel-
len, die zur Hingabe und zum Opfer fähig sind, – bedarf es der Liebenden
zu ihrem Volke. Und dieses Wort steht bei Hölderlin hoch über jedem
abgenützten Gebrauch. Wo immer Hölderlin von der Liebe spricht, selbst
in der privaten Bindung, ist alles Ichbezogene fern; sie ist ihm die letzte
heilig bewegende Kraft des Lebens. Das Wort Liebe geht bei Hölderlin
eine innige Beziehung zu dem Deutschtum ein, ja, er bezeichnet das We-
sen des Deutschen Volkes als “alliebend” schlechthin. Welche großartige
Würde aber strahlt nun dieser Begriff aus; da ist nichts von Schwächlich-
keit, Unterwürfigkeit, von Sentimentalität. Sie ist eine schaffende leuch-
tende Kraft, ein herrlicher Gesundheitszustand der Seele, tatenfroh und
heldenmütig. So auch besingt er sein “Heilig Herz der Völker” als “Land
der Liebe”.

202
Was auch das Schicksal für unser Volk im Schoße der Zukunft birgt, es
werden ihm die Besten mit ihrer opfernden, hingebenden Liebe dienen
müssen, denn so will es das Gesetz: Erst aus Opfer und Tat wird Rettung!

———

Weder Recht noch Freiheit


(April 1984)

Rudolf Heß wurde am 26. April 1984 90 Jahre alt – im dreiund-


vierzigsten Jahre seiner Kerkerhaft im Gefängnis Spandau.

Abgesehen von ihrer Barbarei und ihrer Unmenschlichkeit, – wie groß


muß ihre Schuld vor den Völkern sein, daß sie den 90jährigen Rudolf
Heß hinter den Mauern von Spandau einer Kerkertortur unterwerfen, die
ihresgleichen in der Welt nicht kennt!
Gemeint sind die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges – ausnahmslos.
Das Unmenschliche seiner Gefangenschaft ist Ausdruck ihrer ungekühl-
ten Rache, verübt an einem wehrlosen Greis. Ihre Haftbedingungen über-
treffen in ihrer seelischen Grausamkeit jedes menschliche Maß. Er ist das
Symbol des geteilten, gedemütigten und unfreien Deutschlands. Er ist
aber auch das Opfer ihrer Angst vor seiner Zeugenschaft gegenüber der
Welt. So werden die Dokumente über das, was wirklich geschah, erst im
Jahre 2017 von der englischen Regierung freigegeben.
Aus dem Buch des amerikanischen Kommandanten des Spandauer Ge-
fängnisses, Oberst Bird, wissen wir, daß Rudolf Heß vom Barbarossa-
plan (Angriff gegen Rußland) Kenntnis hatte. Für die englische Öffent-
lichkeit ist längst kein Geheimnis mehr, was ihr 1941 und während des
Krieges von Churchill verschwiegen wurde: daß Rudolf Heß mit weitge-
henden Vollmachten nach England kam, um Frieden zwischen Deutsch-

203
land und England zu stiften. Er wurde jedoch mit gefälschten Briefen
nach England gelockt und dort völkerrechtswidrig gefangengesetzt und
mißhandelt. Man schlug das Friedensangebot aus, – Churchill wollte den
Krieg. Wäre die Mission von Rudolf Heß geglückt, hätte England nicht
sein Weltreich verloren, wären Tausende und Abertausende von Soldaten
und Zivilisten am Leben geblieben und wäre Europa nicht in die Rolle
des Satelliten für Ost und West gezwungen. Über Europa wurde das Ur-
teil verhängt, zum Schlachtfeld eines noch größeren gnadenlosen Krieges
zu werden. Der Aufmarsch der Militärblöcke zeigt unverhüllt, welche
Vernichtungsmittel im Kampf um die Weltherrschaft eingesetzt werden
sollen. Die Furcht vor einem entsetzlichen Krieg, der alles zerstört, brei-
tet sich über die Menschen aus.
Vor dieser Demonstration nackter Gewalt ist der Strafvollzug an Rudolf
Heß ein Akt unüberbietbarer Heuchelei.
Er allein kann für sich in Anspruch nehmen, unter freiwilligem Einsatz
seines Lebens für die Beendigung des Zweiten Weltkrieges eingetreten zu
sein. Heß wurde sogar vor dem Rachetribunal der Sieger in Nürnberg
von der Anklage des “Kriegsverbrechens” freigesprochen. Man verur-
teilte ihn ausschließlich mit dem historisch politischen Vorwurf, er habe
an der Vorbereitung und Durchführung von Angriffskriegen teilgenom-
men. Niemals zuvor hat es ein Gesetz gegeben, nach dem Staatsmänner
und Generäle wegen eines “Verbrechens gegen den Frieden” angeklagt
worden wären. Wie dieser Anklagepunkt völkerrechtlich verbindlich zu
formulieren sei, konnte auch ein von der UNO eingesetzter Ausschuß
nicht klären.
Seitdem wurden über 100 Angriffskriege geführt...
Man darf die Frage stellen, ob der amerikanische Präsident, der Chef der
Sowjetunion, Herr Weinberger, Herr Begin oder andere verantwortliche
Politiker im Sinne der Anklage schuldig sind, Angriffskriege zumindest
vorbereitet, wenn nicht durchgeführt zu haben.
Hunderttausende namhafter Fürsprecher aus aller Welt sind für die Frei-
lassung von Rudolf Heß eingetreten, die deutsche Bundesregierung hat
interveniert, Rechtsgutachten und ungezählte Appelle für Recht und
Menschlichkeit sind ergangen, alles vergeblich.

204
In Spandau spielt sich vor den Augen der Welt eine Tragödie ab, die in
Jahrhunderten nicht aus dem Gedächtnis der Menschheit gelöscht werden
kann. Ein Mann, der seit dreiundvierzig Jahren seiner Freiheit beraubt,
niemals seine Würde verloren hat, wächst, vom Schicksal gekrönt, zu
einer monumentalen Größe empor, die unerreichbar für seine Feinde, aber
der Welt ein Symbol des Opfers für Frieden, Freiheit und Recht sein wird.

———

Zur nationalen Lage


Brief an die Teilnehmer des weltanschaulichen Seminars

Graz, den 25.1.1991


Liebe Freunde!

[...] Was uns zusammengeführt hat und bindet, ist die große Kamerad-
schaft der Treuen; die um keinen Preis der Welt ihr Volk und Vaterland in
dieser schweren und zukunftsträchtigen Zeit im Stich lassen wollen. Wir
sind im Schmelztiegel der Zeit nicht zu Asche geworden, aus der kein
Funke mehr zu schlagen ist, wir wurden zu glühenden Bekennern gehär-
tet. Lassen wir uns die Begeisterung nicht nehmen, für eine große Sache
zu leben. Sie ist es wert, sich ihr bedingungslos in die Arme zu werfen,
denn sie ist erfüllt vom Lebensodem der Zukunft.
Wir werden die Masse unseres Volkes aus ihrem manipulierten Irresein
herausreißen und zur großen Wahrheit führen, die uns das Leben und
seine Gesetze offenbaren. Und dazu gehört die geschichtliche Wahrheit!
Reißen wir der Internationalen aller Schattierungen die Maske herunter,
wo immer wir die Möglichkeit dazu haben, damit die häßliche Fratze von
Lüge und Heuchelei sichtbar wird für alle, die noch Augen haben, zu
sehen, und Ohren, zu hören.
Wir kennen jene Macht, die mit dem Gebetbuch in der Hand und der
Atombombe unter dem Arm auch die Entfesselung eines 3. Weltkrieges

205
nicht scheut, um ihr eiskaltes Kalkül zur Beherrschung der Welt durch
die Macht des Geldkapitalismus durchzusetzen. Die dabei angewandte
Brutalität wird nur noch von der Heuchelei übertroffen, mit der die de-
mokratische Einfalt der sogenannten westlichen Wertegemeinschaft bei
der Stange gehalten werden soll mit der messianischen Verkündung einer
neuen “Friedensordnung der Welt”.
Der Volksmord an über 20 Millionen Indianern, der Betrug am entwaff-
neten Deutschen Volk nach dem Waffenstillstand im 1. Weltkrieg, Pearl
Harbor, der Fall Lusitania, die infame psychologische Kriegführung mit
dem Schicksal deutscher Kriegsgefangener und Vermißter im 2. Welt-
krieg, der grausame Luftterror gegen Frauen, Kinder und Greise, der Mord
an 1,2 Millionen deutschen Kriegsgefangenen, die Kriege im Fernen Osten
mit dem Einsatz von chemischen Waffen und, nicht zuletzt, Hiroshima
und Nagasaki mit der widerlichsten aller Rechtfertigungen dieses Kapi-
talverbrechens am Völkerrecht – alle Verbrechen der gleichermaßen bru-
tal wie heuchlerisch handelnden, Frieden predigenden und Gewalt säen-
den US-Macht, haben der Welt längst das wahre Gesicht dieser mensch-
heitsbeglückenden Demokratie gezeigt.
Man rede uns nicht von der “Moral” des Massakers am Golf durch die
amerikanische Kriegsmaschinerie!
Eines läßt sich mit Sicherheit heute schon voraussagen, daß nun der sicht-
bare Abstieg der USA als dominierender machtpolitischer Faktor der Welt
eingeleitet ist.

———

Seltsames
(August 1984)

Die “Huttenbriefe” erregen auch in Kreisen Aufmerksamkeit, deren Sinn


offenkundig nicht vom Geiste eines Ulrich von Hutten bewegt wird.
Da verlangt ein bisher unbekannter Freiherr Christian von Hutten aus

206
München von uns, es künftig zu unterlassen, den Namen Ulrich von Hut-
ten zu führen, weil dieser sein Vorfahre sei und er mit unserem Gedanken-
gut nicht einverstanden ist. Er wolle nicht dulden, daß wir als Freun-
deskreis den Namen Ulrich von Hutten tragen und unsere Zeitung danach
benennen.
Nun sind wir sehr erstaunt, daß es unmittelbare Nachfahren geben soll,
denn bisher war nur bekannt, daß Ulrich von Hutten im Alter von 35
Jahren kinderlos verstorben ist. Aber auch über Huttens nationales An-
liegen scheint man nicht gut im Bilde zu sein. Wie wäre sonst die Furcht
zu begreifen, unsere Leser könnten meinen, die Familie dieses Herrn ste-
he hinter den “Huttenbriefen”? Die Leser der “Huttenbriefe” verfügen
über eine gute Allgemeinbildung in deutscher Geschichte und Kultur und
wissen, daß Ulrich von Hutten ein preisgekrönter deutscher Dichter war
und sicherlich kein Duckmäuser, den die damaligen Zustände im Heili-
gen Römischen Reich Deutscher Nation ruhig schlafen ließen. Sie wissen
natürlich ebenso, daß Kulturgüter, also auch Namen von Dichtern und
Geistesgrößen und deren Werke, allgemeiner geistiger Besitz des betref-
fenden Volkes sind und daher nicht privaten Interessen untergeordnet
werden können.
Es wäre aber eines guten Namens wert, “schutzwürdiges Interesse” dort
zu vertreten, wo Banausen und Chaoten ungestraft verehrungswürdige
Gestalten unserer Kulturgeschichte durch die Gosse schleifen können. Es
wäre auch nach fast 500 Jahren an der Zeit, einem der wachesten Geister
deutscher Geschichte endlich eine ehrenvolle Stätte des Ruhmes und Ge-
denkens zu errichten. Denn sein Grabstein auf der Insel Ufenau macht
den einsamen Tod nicht vergessen, den der von Rom Geächtete erleiden
mußte. Aber ausgerechnet wir, die ihn sich zum Vorbild setzen, seine
Geistesgröße und seinen Kampf um die deutsche Sache allgemeiner Ver-
gessenheit entreißen wollen, sollen uns des Rechtes begeben, seinen Na-
men zu führen? Uns scheint, daß zwischen diesen und jenem nicht nur
Jahrhunderte, sondern Welten liegen.
So sprechen wir es denn ruhig aus: nicht der Geist des Herrn Ulrich ist‘s,
für den man streiten will, es geht um den Geist der “Huttenbriefe”. Sie
dürften das saturierte Behagen einiger bevorzugter Musterknaben unse-
rer Zeit empfindlich gestört haben.

207
Europa im Schatten von Versailles
(Mai 1985)
Das Reich der Deutschen erlag am 8. Mai 1945 der Übermacht seiner
Feinde.
Bereits 1919 hatten sie ihren Willen bekundet, Deutschland zu vernich-
ten. Die brutalen Forderungen des Diktates von Versailles brachten das
Deutsche Reich in eine ausweglose Lage. Über Deutschland herrschte die
Not. Doch das Deutsche Volk soll heute vergessen, daß es damals durch
die Erpressungen der Sieger von 1918 dem Hungertode nahe war und
jede deutsche Regierung sich vor die unlösbar scheinende Aufgabe ge-
stellt sah, die Fesseln des Diktates zu zerreißen.
Dem Geschichtslosen bleibt verborgen, daß sich die Schicksale der Völ-
ker unausweichlich aus ihrer Vergangenheit entwickeln und in kausalen
Wechselbeziehungen ihren Lauf nehmen. Sie unterliegen den Konstanten
von Rasse und Raum, aus denen sich die Weltereignisse im Kräftespiel
der Macht zu schicksalhaften Abläufen knüpfen. Unser seit 40 Jahren
durch feindliche Umerziehung geschichtsblind gewordener Nachwuchs
kann nicht aus der Fiktion einer Stunde Null die Zukunft gewinnen. Auch
die nachgewachsenen Generationen müssen sich der Geschichte stellen,
wenn sie nicht zu Hiwis der Weltpolitik absinken wollen. Sie sind die
Erben des 2. Weltkrieges und seiner Folgen, wie ihre Vätergeneration
Erbe des Versailler Diktates geworden war. Sie sind die uneingeschränk-
ten Erben der Taten ihrer Vorfahren mit allem, was diese in Glück und
Leid, aus Sieg und Niederlage im Laufe der Geschichte ihres Volkes und
seiner Kultur an Leistungen von unschätzbarem Wert für jede Generation
– und für die Welt – geschaffen haben. Die Zukunft fragt nicht nach
jenen, die aus der Geschichte ausgetreten sind, weil ihnen das Erbe zu
groß und zu schwer geworden ist. Sie reicht nur denen verheißungsvoll
die Hände, die tapfer und verantwortungsbewußt das Erbe weitertragen
und mit neuer Kraft ihres Volkes Schicksal in die jungen Hände nehmen,
bereichert durch die Erfahrungen der Geschichte.
Die Ereignisse lassen sich mit dem Abstand fortschreitender Zeit um so
besser in ihren tieferen Ursachen und größeren Zusammenhängen erken-
nen. Die Politik der Sieger zeigte den Deutschen und Europäern in den

208
vergangenen 40 Jahren deutlich, daß beide Weltkriege eine Einheit bilden
zur Niederwerfung des Reiches als der starken Mitte im Kampf um Euro-
pa. Die Strategie der USA, angeführt durch das jüdisch gelenkte in-
ternationale Geldmachtsystem, wird als langfristig angelegte Politik durch-
schaubar. Welche zentrale Bedeutung daher die Überantwortung des Geld-
wesens der USA im Jahre 1913 an eine private Gruppe international ope-
rierender Geldleute zukommt, hat Herbert Schweiger mit der Behandlung
des Themas “Geld und Weltpolitik” übersichtlich dargestellt.
Damit aber und durch die ungeheuerlichen Lasten, die man dem geknech-
teten Deutschen Volk auferlegte, waren die Weichen zum 2. Weltkrieg
gestellt. Es gab nach Versailles keinen Staatsmann in Europa, dem nicht
klar gewesen wäre, daß sich mehr als 60 Millionen Deutsche auf die
Dauer keinem Diktat der Entrechtung, der Willkür und Gewalt, des Has-
ses und der Maßlosigkeit beugen würden.
Als es Adolf Hitler endlich gelang, das zerrissene und notleidende Deut-
sche Volk zu einen und die Knechtschaft von Versailles zu beenden, wur-
de Deutschland zum Weltfeind Nr. 1 erklärt. Es hatte gewagt, sich dem
Vernichtungswillen der Sieger zu widersetzen und seine Freiheit zu erlan-
gen.
Wenn unsere Feinde von damals und heute am 8. Mai 1985 ihren Tri-
umph über das abermals geschlagene Deutsche Volk feiern und ihre mo-
raltriefenden Strafpredigten von den Kanzeln ihrer Macht schleudern,
sollten wir das Diktat von Versailles als das überschattende Ereignis die-
ses Jahrhunderts den nachgewachsenen Generationen ins Bewußtsein ru-
fen und damit den Null-Stand des geschichtlichen Wissens anheben. Es
ist an der Zeit, daß die junge Generation sich auf die Seite ihres Volkes
stellt in Glück und Leid, in Sieg und Niederlage.

———

209
Dem eigenen Volke mitten ins Herz
Eine Zwischenbilanz zum 20. Juli 1944
(Juli 1985)

Ein seelisch intaktes Volk wird im Bewußtsein seiner selbst dem Verrat
und dem Zusammenwirken von Verrätern mit dem Feinde gefühlsmäßig
immer mit Abscheu gegenüberstehen. Selbst höchster Mangel an Volksbe-
wußtsein und Vaterlandsliebe, herbeigeführt durch die systematisch be-
hinderte Betätigung seiner eigenen geistigen Quellen, kann dieses Gefühl
zwar verschütten, aber niemals restlos aus der Welt schaffen. Gleich dem
Selbsterhaltungstrieb des Einzelnen ist der Arterhaltungstrieb einer bio-
logisch und historisch gewachsenen Gemeinschaft ein naturgesetzlich
wirkendes Verhalten, das tief in der Evolution des Lebens angelegt ist.
Die jeweilige Gruppe garantiert das Überleben der Art und schützt sich
durch strenge Bewahrung und Geheimhaltung ihrer Lebensvorteile gegen
den Konkurrenten. Jedes Volk begegnet der Preisgabe seiner Lebens- und
Überlebensinteressen an andere Völker und Länder durch die Ahndung
und Brandmarkung des Verrates als fluchwürdiges Verbrechen. Das Ethos
der nationalen Ehre hochkultivierter Völker wurzelt in der Grundtatsache
biologischer Notwendigkeit zur Sicherung des Bestandes.
So war die nationale Hemmschwelle gegenüber dem Verrat auch 1945
noch viel zu hoch, als daß die Feindmächte es hätten wagen können, dem
besiegten Deutschen Volke von der Tatsache Kenntnis zu geben, daß es
überwiegend durch Sabotage und Verrat zu Fall gebracht worden ist. Von
höchster Stelle in Washington wurde verfügt, daß es verboten ist, “ir-
gendetwas über eine spezifische Opposition gegen Hitler herauszugeben.”
Wie mag es nun um eine Staatsmoral bestellt sein, die mit dem Artikel 3
Absatz 1 des Überleitungsvertrages belastet ist, den die Sieger der Bun-
desrepublik Deutschland 1952 diktiert haben und in dem es heißt:
“Niemand darf allein deswegen unter Anklage gestellt oder durch
Maßnahmen deutscher Gerichte oder Behörden in seinen Bür-
gerrechten oder seiner wirtschaftlichen Stellung oder nur deswe-
gen beeinträchtigt werden, weil er vor dem Inkrafttreten dieses
Vertrages mit der Sache der Drei Mächte sympathisiert, sie oder

210
ihre Politik oder Interessen unterstützt oder den Streitkräften,
Behörden oder Dienststellen einer oder mehrerer der Drei Mäch-
te oder einem Beauftragten einer dieser Mächte Nachrichten ge-
liefert, oder Dienste geleistet haben ... Die deutschen Behörden
haben alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel anzuwenden,
um sicherzustellen, daß der Zweck dieses Absatzes erreicht wird.”
Man kann die Klage des Juristen verstehen, der anläßlich einer Richter-
akademie den Finger auf diese wunde Stelle deutscher Nachkriegsgerichts-
barkeit legte, indem er auf das Rechtsdilemma im Falle landesverräteri-
scher Delikte hinwies. Es muß letztlich zu einer Rechtsverunsicherung
höchsten Maßes führen, wenn in einem Falle verurteilt werden muß, was
im anderen Falle gutgeheißen werden soll. Man möge diese Schizophre-
nie endlich beseitigen und damit einem Gewissensnotstand der Richter-
schaft abhelfen, indem man die Paragraphen über den Landesverrat ent-
weder abschafft oder gleiches Recht für alle zur Geltung bringt.
Wie ist für den Ernstfall eine Truppe einzuschätzen, deren Kampfgeist
von einer Heldenmoral überschattet ist, die Eid, Befehl und Gehorsam
gegenüber dem eigenen Land und Volk von allerlei ideologischen und
sonstigen Nützlichkeitserwägungen abhängig macht? Wir brauchten uns
wenig darum zu sorgen, wenn bei der NATO-integrierten Bundeswehr
nicht das Blut unserer Söhne und das Schicksal unseres Landes auf dem
Spiele stünden. Wir gehen wohl nicht fehl, anzunehmen, daß die US-
Militärgerichtsbarkeit auf NATO-Ebene gegen Saboteure und Verräter
von militärischen Geheimnissen an feindliche Staaten oder Truppen mit
aller Härte vorginge, wie sie in sämtlichen Staaten und Heeren der Welt
geübt wird. Die Frage des sittlichen Rechts und der sittlichen Pflicht dem
eigenen Land und Volk gegenüber bliebe dabei allerdings offen, geben
diese doch erst dem Manne die arterhaltende Energie zum Einsatz seines
Lebens.
Wie muß erst dem Frontsoldaten des 2. Weltkrieges zumute sein, der sich
die schönen Reden der öffentlich bestellten Politiker anhören muß, die
ohne geringste sittliche Scheu einem Verrat huldigen, dessen abgrundtie-
fe Gemeinheit Hunderttausenden seiner Kameraden das Leben gekostet
hat? Sind der Beweise und “rühmlichen“ Aussagen wie die eines Bon-
hoeffer:

211
“Das Bekenntnis muß gerettet werden, auch wenn ein ganzes Volk
dafür zugrunde geht.”
und
“Ich bete für die Niederlage meines Vaterlandes.“
immer noch nicht genug?
Nein, im Deutschen Volke fand der Verrat keinen Widerhall, weder 1944
noch danach. Am 15. Juli 1966 veröffentlichte die Züricher “Weltwoche”
die nüchterne Feststellung des Bonner CDU-Politikers Dr. Arthur Rath-
ke:
“Die Öffentlichkeit hat schon Mühe genug, den 20. Juli als Hel-
dentag zu werten. Sie sieht auch in jenem Ereignis mehrheitlich
den Verrat.”
Fühlt sich nicht jedes Volk in seinem innersten Bestande verraten, gede-
mütigt und verhöhnt, das die Verschwörung gegen sein Leben gutheißen,
ja, verehren soll?
In dieser Lage wagt Karl Balzer einen Vorstoß, um die Öffentlichkeit auf
die unerträglichen Vorgänge bei politischen Anlässen aufmerksam zu
machen. Mit der Glorifizierung der Untaten des 20. Juli 1944, die die
“Würde des Menschen” gerettet und das “bessere Deutschland“ vertreten
hätten, wird die Kriegsgeneration, die ihre vaterländische Pflicht erfüllt
hat, auf das Schwerste gekränkt, geschmäht und beleidigt, weit entfernt
von der angekündigten geistig-moralischen Wende.
Karl Balzer hatte 1967 sein Werk “Der 20. Juli und der Landesverrat”
herausgebracht, in dem er eine umfassende Dokumentation des bis dahin
sichtbar gewordenen Landesverrates, der Sabotage und Wehrkraftzer-
setzung und der Zusammenarbeit mit dem Feinde, erarbeitete. Jetzt ver-
öffentlichte er einen Aufsatz in den “Huttenbriefen” unter dem Titel: “Wie
lange noch Rechtfertigung der 20. Juli-Verbrechen?”, worauf die Folge
4/1983 im November 1983 beschlagnahmt wurde.
Und nun beginnt das Rechtsdilemma der Gerichtsbarkeit der BR-Deutsch-
land in Sachen Landesverrat wirksam zu werden. Der Oberstaatsanwalt
beim Landgericht München sieht trotz der Landesverrat-Paragraphen 99
(1,2) und 100 (1, d II, e) einen Grund zur Verfolgung und hält Rückfrage
bei dem im Aufsatz als Landesverräter angeführten Personenkreis und

212
dessen Nachkommen, ob sie gemäß Nr. 6 Absatz 2 wegen Beleidigung
und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener Strafantrag einbringen
wollen. Vier der genannten Personen bzw. deren Nachkommen stellen
Strafanträge, die gleiche Anzahl lehnt ab. Nunmehr ist der Weg juristisch
zur Anklage wegen Verunglimpfung gebahnt. Der Schriftleiter und Ver-
fasser des Aufsatzes wird zu 30 Tagsätzen zu je DM 50,– Geldstrafe
verurteilt, das Berufungsgericht der 10. Strafkammer beim Landgericht
München II bestätigt das Urteil, auch ein nochmaliger Vorstoß des Münch-
ner Rechtsanwaltes Dr. Wolfgang Huber mit einer Beschwerde aus for-
malen Gründen wird zurückgewiesen.
Das Gericht, ganz auf dem Boden der von den Siegern verordneten Nach-
kriegsgeschichtsschreibung argumentierend, und selbstverständlich ge-
halten, den Artikel 3 Abs. 1 des Überleitungsvertrages als Grundlage
seiner “Recht”-Sprechung anzuwenden, geht auf die Erklärungen des an-
geklagten Karl Balzer zu seiner Verteidigung nicht ein, daß er die Ge-
nannten nicht verunglimpfen wollte und konnte, da sie sich durch ihre
Untaten selbst besudelt hätten. Der Angeklagte erläutert den himmelwei-
ten Unterschied zwischen Hoch- und Landesverrat, wobei er feststellt,
daß der Hochverrat im Gegensatz zum Landesverrat kein verwerfliches
Verbrechen darstellt, falls er nicht durch Landesverratsverbrechen bela-
stet ist, und stützt sich auf die Erklärungen des damaligen Generalstabs-
chefs des Heeres, Generaloberst Halder, der über die vom Widerstand
begangenen Handlungen folgendermaßen urteilt:
“Anders der Landesverrat, der das bestehende Regime bekämpft,
indem er den Feind mit heranzieht – er muß sich wesensmäßig
gegen das Legitimste wenden, das der Mensch hat, gegen sein
Volk selbst. Welch betrüblicher Zustand geistiger Verwirrung mußte
herrschen, daß sich deutsche Männer, in ihrem Haß gegen den
Tyrannen, einreden konnten, durch eine Verbindung mit dem Fein-
de durch Verrat militärischer Geheimnisse dem Vaterland zu die-
nen! Sie übersahen in ihrem Eifer und ihrer Verblendung, daß der
Feind sich den Verrat zunutze macht, den Verräter aber immer
noch verachtet hat. Wie sollte die Verachtung nicht ungleich grö-
ßer sein bei denen, die verraten wurden, bei den eigenen Lands-
leuten? ... Daran muß man wohl denken, wenn man hört, wie sich
nach der Katastrophe jemand rühmt, dem Feind militärische Nach-

213
richten zugespielt zu haben ... Allerdings werden, wenn der Feind
unterrichtet wurde und also vorbereitet ist, Tausende eigener Sol-
daten, die auf Befehl die Stellungen verlassen und vorgehen, mit
ihrem Leben für diese Gewissenlosigkeit bezahlen ...”
Desgleichen zitiert Karl Balzer den schwerkriegsversehrten österreichi-
schen Bundeskanzler Alfons Gorbach (1961–1964), der im Wiener Fern-
sehen über die Problematik des 20. Juli 1944 erklärte, daß er zwar den
Tyrannenmord für gerechtfertigt halte, jedoch die Verbindungsaufnahme
mit dem Feind, während Volk und Staat sich im Kriegszustand befinden,
entschieden ablehne. Ebenso verwerfe er es, eine Änderung der innen-
politischen Verhältnisse mit Hilfe des Feindes zu betreiben. Verrat und
Sabotage müßten als Mord an den kämpfenden Kameraden für einen an-
ständigen Menschen ausscheiden.
Man darf die Frage stellen, wie weit der Gewissensnotstand eines deut-
schen Richters getrieben wird, der wie in diesem Urteil gegen Karl Balzer
zu formulieren gezwungen ist:
“Einem Widerstandskämpfer, der bei dem Versuch mitwirkte, ein
von Menschenverachtung zutiefst durchdrungenes diktatorisches
System und seinen Führer zu beseitigen, darf ungeachtet mensch-
licher Schwächen und Fehler nach heutigen Maßstäben auch dann
nicht die Begehung eines Verbrechens vorgeworfen werden, wenn
er die einzige realistische Möglichkeit für die Verwirklichung sei-
nes Vorhabens in Aktionen erblickte, die zugleich andere, nicht
unmittelbar dem Regime verbundene und gleichsam ‚unschuldi-
ge‘ Menschen an Leib und Leben gefährdete.”
Das ist totale Unterwerfung unter das Siegerdiktat, das jene zu entschul-
digen und zu rechtfertigen gebietet, die die Hand gegen das eigene Volk
und den eigenen Staat erheben zugunsten seiner Feinde, auch wenn
Hunderttausende deutsche Soldaten dafür haben mit dem Leben bezahlen
müssen.
Immerhin hielten es die Verschwörer mit Partnern wie Winston Chur-
chill, der angesichts einer zerbombten deutschen Stadt in genugtuerischer
Selbsterkenntnis ausrief:
“Sind wir nicht Teufel?”

214
und haßzerfressen nach der Mordnacht von Dresden den Befehl an die
übermüdeten Bomberbesatzungen gab:
“Sie fliegen heute Nacht dorthin [nach Chemnitz], um alle Flücht-
linge zu töten, die aus Dresden entkommen sein mögen.”
Der mit einer Großhirnrinde ausgestattete Bürger des 20. Jahrhunderts
möge sich selbst einen Reim darauf machen, warum ein deutsches Ge-
richt der Kumpanei deutscher Militärs und Politiker mit dem hartgesotte-
nen Todfeind des Deutschen Volkes, Churchill, den Stellenwert “mensch-
liche(r) Schwächen und Fehler” einräumt und die Beseitigung der eige-
nen Führung gutheißt – dies mitten im Kampf auf Leben und Tod des
Deutschen Volkes. Der Widerspruch zwischen einem unter Besatzungs-
recht gebeugten und der wirklichen Souveränität eines freien deutschen
Staates wird auf eine makabre Art deutlich.
Es bleibt noch festzustellen, daß ein Staat, der sich in seiner Gesetzge-
bung nicht gegen das Verbrechen des Landesverrates schützt, sich selbst
aufgibt und der Anarchie den Weg öffnet. Die Rechtslage in der BRD
macht deutlich, daß seine Bürger weiterhin darauf angewiesen sind, sich
ihr Urteil über den 20. Juli 1944 selbst zu bilden. Es ist weder angezeigt
noch notwendig, die Verschwörer beim Namen zu nennen; sie sind da-
durch gezeichnet, daß sie den “Ehrenschutz” der Sieger gegen das Deut-
sche Reich genießen.
Halten wir uns an ein Wort Bismarcks, das er nach dem Kriege 1870/71
am 2.5.1871 vor dem Deutschen Reichstag gesagt hat:
“Diejenigen krankhaften Ausnahmen, die etwa den Krieg wollten
in der Hoffnung, ihr eigenes Land werde unterliegen – sie sind
des Namens nicht würdig, ich zähle sie nicht unter die Deutschen.”
Wem diese Gedankenverbindung zu weit hergeholt erscheint, der befasse
sich mit dem Werk von Anneliese von Ribbentrop: “Die Kriegsschuld des
Widerstandes”. Anhand 1972 freigegebener britischer Geheimdokumente
wird darin der erdrückende Beweis erbracht, daß der betriebene Landes-
verrat eine fremde Macht veranlaßt hat, das Reich mit Krieg zu überzie-
hen und damit den 2. Weltkrieg auslöste. Die untilgbare Schuld der Ver-
schwörung deutscher Politiker und Militärs besteht darin, die Axt an das
Natürlichste und allseits Bindende des Menschen gelegt zu haben, an die

215
Existenz des eigenen Volkes. Ziehen wir wieder den Vergleich mit dem
Einzelleben heran, so ähnelt diese Untat dem Vater- und Muttermord als
widernatürlichste Entartung menschlichen Lebens.
Können, dürfen wir heute schon eine Antwort auf die Frage nach dem
Warum und Woher dieses Landesverrates geben, der unser Volk so sehr
belastet? Sind wir nicht als Zeugen und Betroffene dieser Zeit noch ge-
fühlsmäßig zu sehr in Mitleidenschaft gezogen, um in der Tiefe nach
geistesgeschichtlichen Gründen suchen zu können? Fällt es uns deshalb
so schwer, der Ungeheuerlichkeit des Verbrechens die Dimension einer
Ablöse der Tradition durch Revolution beizumessen? Oder ist es über-
haupt nicht gerechtfertigt, für die ruchlose Tat, die ob ihrer Widernatür-
lichkeit nur als biologisch krank und abwegig bezeichnet werden kann,
historische Maßstäbe heranzuziehen? Um der deutschen Zukunft willen
bleibt der Geschichtsforschung die Aufgabe, die Hintergründe des Ge-
schehens ins grelle Licht der Wahrheit zu rücken.
Die Landesverräter kamen zu einem erheblichen Teil aus traditionell füh-
renden Schichten. Aber wie weit war man doch schon von jener alten
Herrentümlichkeit entfernt, als das Volk noch dem Adel der Persönlich-
keit Gefolgschaft leisten konnte und des Reiches Schutz und Schirm im
starken Schwertarm seiner führenden Geschlechter lag. Einstiges Her-
rentum wich bei so manchem dem Dünkel von Titelinhabern, die sich
durchaus gefallen ließen, was z.B. Ashton Gwatkin, ein führender Beam-
ter des Foreign Office, von der Generalität im 3. Reich berichtet:
“Selbst unter Hitler genießen der Generalstab und die Generäle
große Unabhängigkeit und Hochachtung.”
Feststellen läßt sich heute schon, daß, obzwar viele hervorragende Köpfe
und Charaktere den traditionell führenden Kreisen entstammen, diese
Schicht selbst politisch und geistig-schöpferisch längst abgetreten war.
Morsch geworden, ist die alte Welt zusammengebrochen. Sie zeigte sich
den Aufgaben der neuen Zeit nicht gewachsen. Die Dinge Europas waren
geistig und sozialpolitisch neu zu ordnen und dies in einem umfassenden
menschengeschichtlichen Sinne. Man hat jedoch auch heute noch nicht
begriffen, daß Imperialismus und Internationalismus des 19. Jahrhun-
derts machtpolitisch und geistesgeschichtlich durch die Idee der Völker
abgelöst wurden und eine neue Raumordnung kommen muß, die biolo-

216
gisch notwendig geworden ist. Wie bezeichnend ist es doch für die Mor-
bidität dieser Verschwörer gegen ihr eigenes Volk, daß sie sich interna-
tionaler Verbindungen bedienten, um sich selbst an die Macht zu bringen.
Sie haben sabotiert, was das Reich ein Jahrtausend als europäische Auf-
gabe geleistet hat, Schutz gegen die Expansionskräfte des Ostens zu sein.
Sie haben dem Feind, der Europa bolschewisieren wollte, das Tor geöff-
net. Er war ihnen als Bundesgenosse ihrer eigensüchtigen Pläne willkom-
men, während Millionen deutsche Soldaten mit dem Einsatz ihres Lebens
Europa vor diesem Schicksal gerettet haben.
Die tragische Größe in diesem deutschen Trauerspiel ist das verratene
Reich. Am Rande eines Abgrundes stehen die Deutschen als Volk. Dem
eigenen Volk mitten ins Herz traf der Dolchstoß des Verrates.
Wahrlich, die Göttin der Geschichte müßte ewig zürnen, würde sie nicht
dieses Volkes Tapferkeit und Größe versöhnen.

———

Literaturhinweise:
Karl Balzer: “Der 20. Juli und der Landesverrat”
Erich Kern: “Verrat an Deutschland”
A. J. P. Taylor: “Anatomie einer Verschwörung”
Anneliese von Ribbentrop: “Die Verschwörung gegen den Frieden”
von Schlabrendorff: “Offiziere gegen Hitler”
Otto Ernst Remer: “Verschwörung und Verrat um Hitler”
Anneliese von Ribbentrop: “Die Kriegsschuld des Widerstandes”
Friedrich Lenz: “Der ekle Wurm der deutschen Zwietracht”
Emil Maier-Dorn: “Der Widerstand – Mosaik einer deutschen Peinlichkeit”

———

217
Das kosmische Fest
(Dezember 1985)

Der uralte Sinn des Weihnachtsfestes kehrt wieder, so wahr er kosmi-


schen Ursprunges ist. Seine Wiedergeburt wird vom naturwissenschaftli-
chen Zeitalter eingeleitet.
Der natürliche Abbau der Tradition von einer Generation zur anderen
trieb in den letzten Jahrzehnten einer Phase der Auflösung und Zerset-
zung unserer Wertwelt entgegen. Davon sind alle Bestände sittlicher und
geistiger Ordnung betroffen, besonders aber auch die christlich-kirchli-
chen Vorstellungen. Die daraus entstandene seelisch-religiöse Leere und
eine sozial-ethische Unsicherheit haben nicht nur die Jugend zu Opfern
hemmungsloser Geschäftemacher auf allen Gebieten des Lebens werden
lassen. Es wird ständig zu neuen materiellen und triebhaften Begierden
aufgestachelt.
Das Deutsche Volk ist von den Umwälzungen geistesgeschichtlichen Aus-
maßes besonders in Mitleidenschaft gezogen. Die mit dem Zusammen-
bruch des Reiches erzwungene totale Auslieferung an seine Feinde be-
raubte es aller Möglichkeiten einer wirksamen Verteidigung seines Ei-
genlebens und seiner Kultur. Welchen lebensnotwendigen Schutz die na-
türliche Wertordnung für ein Volk bedeutet, erweist sich erst, wenn diese
Werte demontiert worden sind; es ist dann vor die Frage seiner nackten
Substanzerhaltung gestellt. Nichts ist deshalb so bedeutsam wie die Wie-
dergewinnung einer seelischen Mitte durch eine wertesetzende
Weltanschauung.
Das völlige Versagen der Politik des Staates beweist, daß die herrschen-
den Kräfte weder willens noch fähig sind, dem Volke einen Weg aus dem
Chaos zu weisen. Im Gegenteil: es ist offensichtlich nichts billiger zu
erreichen als das Freisetzen ungezügelter Triebe.
Betrachten wir diese negativen Ereignisse aber von einer höheren Warte,
so können wir die zwangsläufige Umkehr zu positiver Entwicklung wahr-
nehmen.
Die geistige Revolution unseres Jahrhunderts war notwendig geworden,

218
um dem menschlichen Leben wieder arterhaltende Maßstäbe zu geben.
Sie wird von der Naturwissenschaft mit immer umfangreicheren Einblick-
nahmen in die Vorgänge allen Lebens in Bewegung gehalten. Über den
Trümmern des alten, ideologisch bestimmten Weltbildes steigt die Wun-
derwelt des neuen naturwissenschaftlichen empor. Es erschließt sich uns
das All im Kleinsten wie im Größten, wir lernen Lebensgemeinschaften
von mannigfachster Art, Form und Größe kennen und wir entdecken in
seiner Ordnung die ewigen Gesetze des Lebens.
Die Entschleierung seiner Geheimnisse durch das Wissen läßt eine neue
Ehrfurcht vor den Gesetzen des Kosmos und alles Lebendigen in uns
wachsen. Die Wirklichkeit einer großen sinnvollen Ordnung der Natur zu
erkennen, ist wunderbarer als die Phantasie des menschlichen Geistes
sich je hat träumen lassen.
Und doch – wie überlegen sind uns unsere Vorfahren vor Tausenden von
Jahren gewesen, die in unbewußter Natursichtigkeit das geistige Urerleb-
nis ihres Raumes und Himmels als kosmisches Gesetz empfanden, das
ihr eigenes Dasein gleichermaßen in die All-Ordnung stellte. Sie waren
die Entdecker des Gesetzes vom ewigen Stirb und Werde. Was wir uns
als geistige Erkenntnisse durch die Beweiskraft wissenschaftlicher For-
schung erst wieder zugänglich machen müssen, war für unsere Vorfahren
lebensbestimmende Weltanschauung.
Nach über 1000 Jahren beginnen wir zu ahnen, wie groß diese natursich-
tige Verbundenheit der Menschen des Nordens zu den Kräften des Alls
war, als der germanische Bauer zur Wintersonnenwende seine Bäume
symbolisch weckte, zur selben Stunde, in der die Bodenmikroben ihre
Tätigkeit beginnen. Da gebar auch die Erde aus ihrem Mutterschoß die
vom All gezeugte neue Sonne. Die Kraft des Alls wirkte im Heil des
gesamten Lebens, wie das Heil der Sippe in derem Blute lag.
Das kosmische Ereignis muß für den Menschen der Frühgeschichte ein
urgeistiges Erlebnis gewesen sein, das für den Symbolgehalt von Lau-
tung und Zeichen der Sprache von entscheidender Bedeutung war. So
dürfen wir sagen, daß unsere Sprache kosmischem Urerlebnis entsprun-
gen ist.
Der reiche Gehalt einer sinnvoll mit dem kosmischen Geschehen verbun-

219
denen Weltanschauung der Nordvölker kann nur langsam wiedergewon-
nen werden. Das Christentum hat viele Formen germanischen Brauch-
tums, besonders der Weihnachtszeit, übernommen oder gelten lassen, aber
unter völliger Verfälschung ihrer Bedeutungsinhalte. Lebendige Quellen
germanischer Überlieferung, die z.B. die Volkstumsforscher Gebrüder
Grimm noch ausschöpfen konnten, sind im 19. Jahrhundert völlig ver-
siegt. So können wir die germanischen Göttersagen und selbst die Edda
nicht als reine Zeugnisse betrachten, denn ihre Aufzeichnung erfolgte erst
viel später, in Island im 11. Jahrhundert, von christianisierten germani-
schen Mönchen. Eher sind noch die isländischen Sagas eine Fundgrube,
aus welchen der sorgfältige Forscher Bilder und Wesensgehalte germani-
schen Lebens und Denkens gewinnen kann. Die germanische Sippe war
göttlichen kosmischen Ursprunges und daher Mittelpunkt des Lebens,
des Rechtes und aller Leistungen. Sie war die Erbgemeinschaft mit hoher
züchterischer Verantwortung für das überkommene Blutserbe. Das Heil
der Sippe lag im Können, im Lebenswagnis und Erfolg ihrer einzelnen
Glieder. Das Heil der Sippe zu wahren, war Sinn und Ziel und höchster
Ehre wert.
Die Zeit der Wintersonnenwende, in der die Allmutter Erde die wieder-
kehrende Sonne aus ihrem Schoße gebar, war ein Fest der Sippe, das vor
allem den Müttern als den Gebärerinnen und Hüterinnen des Lebens ge-
weiht wurde. Diese Weihenächte waren heilig; Geburt und Tod, Kind und
Urahn waren in die lebendige Gemeinschaft der Sippe einbezogen als
Blut ihres Blutes, und solange noch Leben geboren wurde, lebten auch
die Ahnen fort. Welch inniges Bezogensein von Urahn, Ahn und Enkel,
welche Weisheit lag in dieser biologischen Schau des Lebens. Im germa-
nischen Sippendenken finden wir die Grundform unserer Lebensge-
meinschaft als Volk, und es ist eine Wirkung von fernher, daß unser deut-
sches Weihnachtsfest auch heute noch trotz fremdgeistigen Einflusses das
Fest der Familie und unseres Volkes ist.
Der Ursinn unserer Weihnacht liegt, über die Jahrtausende bewahrt, in
der Freude über die Wiederkehr des Lichtes. Nichts bewegte und beein-
flußte die seelische Haltung unserer germanischen Vorfahren so stark wie
dieses gesetzmäßige Geschehen in ihrem Lebensraum. Es erfüllte sie mit
Ehrfurcht vor dem Leben. So unauslöschlich prägte es ihre geistig-seeli-
sche Gestalt, daß nach Tausenden von Jahren, unserer Volksseele eingebo-

220
ren, sein innig-religiöser Wesensgehalt in der deutschen Weihnacht be-
wahrt ist. Seine feste Verankerung im germanisch-deutschen Wesen konnte
auch durch den Einbruch der fremdgeistigen Welt des Christentums nicht
aufgehoben werden. Erlöserglaube paßte sich in der Gestalt germanischer
Sinnbilder der Mutter und des neugeborenen Kindes dem nordischen Fe-
ste an. Germanische Formen wurden mit orientalischer Weltanschauung
verwoben. So wurde das Weihnachtsfest ein Fest der Christenheit.
Aber ist das Weihnachtsfest der deutschen Familie, ob an der Nordsee, in
Kärnten, in Berlin und selbst irgendwo in weiter Ferne bei deutschen
Menschen nicht anders als bei Menschen anderer Völker und Rassen,
trotz gleicher christlicher Konfession? Kein anderes Volk der Erde begeht
es mit solcher Innigkeit wie wir; es ist das höchste, schönste und deut-
scheste Fest. Hierin wird eben jene Wahrheit am tiefsten sichtbar, daß
Volk keine Fiktion ist, sondern lebendige, gewachsene Wirklichkeit einer
Blutsgemeinschaft.
Längst sind wir in Steinhäuser und Glaspaläste eingezogen, längst ken-
nen wir die große Sehnsucht nach dem lebenspendenden Licht der Sonne
nicht mehr und doch leben wir untrennbar mit den Gesetzen des Kosmos
verbunden, vollzieht sich unser Leben von Sonnenwende zu Sonnenwen-
de. Unsere Erde dreht sich unbeirrt um ihre Sonne und läßt die ihr anver-
traute Saat grünen und reifen, Geschlecht reiht sich an Geschlecht. In
unseren Adern kreist das Blut jener Nordvölker, die einst in ferner Zeit
die wiederkehrende Sonne grüßten, – unser Volk trägt auch ihr geistiges
Erbe.
Uns eingeborenes seelisches Erlebnis des Lichtes, und leuchtet es auch
nur aus dem Schein einer Kerze zur Weihnachtszeit, und die hohe Wahr-
heit von der ewigen Erneuerung und Wiederkehr allen Lebens geben unse-
rem Weihnachtsfest einen unverlierbaren, unvergänglichen Sinn. Er liegt
in der tiefen Ehrfurcht vor der kosmischen Ordnung, in die unser gesam-
tes Leben eingeschlossen ist.
Wir sind Zeugen einer Epoche gewaltigster Umbrüche. Die Werde-Not
unserer Zeit verlangt den lebensbejahenden, höherstrebenden, gläubigen
und vollwertigen Menschen als Garanten aller Menschenzukunft, dessen
sinnvolle Lebensgestaltung nur in der biologischen Ordnung des Volkes
möglich ist. Diese Erkenntnis ist das Fundament unseres Glaubens und

221
unserer Unbeirrbarkeit, sie steht überlegen gegen jedes ideologische Dogma
der Zeit. Der Dienst an unserem Volke ist daher Verantwortung vor der
Zukunft und jedes Opfers wert.

———

Aus Huttenschem Geiste


Abschied von Heinrich Härtle
(Januar 1986)

Am 11.1.1986 ist Heinrich Härtle gestorben.


Er war ein Kämpfer aus Huttenschem Geiste. Ihm dies nachzurufen ist
uns, seinen Freunden und Kameraden, ein ehrenvolles Anliegen. Es rei-
chen die Worte auf schmalem Raume nicht, um sein gesamtes geistiges
Werk, seinen Charakter und sein Leben im Dienste für Volk und Vater-
land auszuloten. Zwischen geistiger Einsamkeit als Preis hohen Denkens
und der Gemeinschaft gleichgesinnter aufrechter Deutscher vollzog sich
sein Schaffen und Wirken als Verfasser von 27 grundlegenden Büchern,
als Schriftleiter, Übersetzer, Referent und Redner. Schon in jungen Jah-
ren wurde ihm Verantwortung in Wissenschaft und Hochschulpolitik über-
tragen. Nach 1945 war er Schriftleiter des “Reichsruf”, der “Deutschen
Wochenzeitung” und der “Klüter-Blätter”. Zahllos sind seine Abhand-
lungen über kulturpolitische Fragen unserer Zeit, seine Essays und Dar-
stellungen großer Gestalten der Geschichte und Kultur. Vaterlandsliebe,
Kulturbewußtsein und Begabung waren die Antriebe seines kämpferi-
schen Geistes. Das nationale Deutschland hat mit ihm einen führenden
geistigen Kopf verloren, der sich durch strenge Zucht des Denkens und
hohe Sprachkultur ausgezeichnet hat. Seine Bücher “Amerikas Krieg gegen
Deutschland“ und “Freispruch für Deutschland” zeugen für den uner-
müdlichen Verfechter der geschichtlichen Wahrheit, seine Werke “Rom
und Hellas warnen” und “Von Kopernikus bis Nietzsche” weisen ihn als
ebenso geistvollen wie kritischen Analytiker kulturphilosophischer Vor-
gänge aus. Stets war er unterwegs zu den Quellen der Wahrheit.

222
Als geistiger Kämpfer und Kamerad bleibt er uns unvergessen. Aus sei-
nem Werk werden wir schöpfen, was er uns an Bleibendem hinterlassen
hat.
———

Nachruf auf Emil Maier-Dorn


(November 1986)

Emil Maier-Dorn hat sich zur großen Armee der Kämpfer für Volk und
Reich am 2. Oktober 1986 nach Vollendung seines 78. Lebensjahres ab-
gemeldet. Wer einmal die Geschichte des Deutschen Volkes in der tiefen
Schicksalsnacht der Jahrzehnte nach 1945 schreibt, wird seinen Namen
nicht vergessen dürfen; er war einer der Besten und Treuesten.
Dem Ruf zum Abschiednehmen folgten – stellvertretend für Tausende –
viele Hunderte von Freunden und Kameraden zu dem kleinen Friedhof in
Runkel, um dem Urnenbegräbnis beizuwohnen. Die Feierstunde zeigte
Würde, wie es der Persönlichkeit Emil Maier-Dorn angemessen war. Aus
der trauernden Gemeinschaft erhob sich ernst der Schwur der zahlreich
versammelten jungen Generation, in seinem Geiste nicht ruhen und ra-
sten zu wollen, bis Deutschlands Einheit und Freiheit wiedergewonnen
ist.
Still war Emil Maier-Dorn entschlafen. Er setzte – schon von tödlicher
Krankheit gezeichnet – seine letzten Lebensenergien ein, um den näch-
sten Aufsatz für die “Huttenbriefe” zu entwerfen. Wenige Tage nur nahm
sich das Schicksal Zeit, um den Schlußstrich unter sein Leben unaus-
weichlich zu setzen. Es hatte ihm keine Sternenhöhen und keine Meeres-
tiefen erspart. Sie haben ihn als einen in Stürmen erprobten Steuermann
gebildet. Wer so lebte wie er, hat die Summe seines Lebens immer zur
Hand; denn die Entfaltung der Persönlichkeit als Lebensauftrag erweist
sich in ihrem ganzen Umfange erst durch die täglich erfüllte Pflicht.
Wollen wir seine Persönlichkeit erfassen, müssen wir einen weiten Kreis
ziehen. Sie läßt sich nicht in die Enge eines bescheidenen stillen Lebens
bannen, wiewohl seine äußeren Lebensumstände ihn darin ausgezeichnet

223
haben. Nein. Er war stets ein Anspruchsvoller im höchsten geistigen Sin-
ne.
Das Studium in Geschichte und Kunst und vor allem in Geographie führ-
te ihn an die Universitäten München, Heidelberg und Freiburg bis Kö-
nigsberg im Osten des Deutschen Reiches nach dem Diktat von Versailles.
Die Armut und Zerrissenheit Deutschlands ließen auch in ihm die Sehn-
sucht nach Einigkeit und Freiheit der Deutschen wachsen. So folgte er
dem Rufe Adolf Hitlers, der die Fesseln von Versailles zu beseitigen und
die soziale Volksgemeinschaft zu errichten versprach. Steil war sein Auf-
stieg, als ihn der Reichsminister Dr. Fritz Todt als Leiter der Reichsschu-
le für Technik an seine Seite rief, um am Bau der Reichsautobahnen füh-
rend mitzuarbeiten. Gern erzählte er, welcher strengen Prüfung seines
Charakters – ihm selbst verborgen wie dem Knaben im Märchen – er
vorher unterzogen ward. Hörten wir solches je von der Gegenwart, in der
Parteibuchinhaberschaft Charakter und Fähigkeiten übertrumpft und der
Anspruch auf Begabung nicht nur in der Politik erschreckend tief gesun-
ken ist?
Emil Maier-Dorn gehörte einer Generation an, die einstens jung im Lich-
te stand, als das Vaterland ob seiner Einheit, seiner Leistungen und seiner
Würde das Haupt stolz erheben durfte. Als die Nacht über Deutschland
fiel, baute die gleiche Generation das vom Feinde zerstörte Land wieder
auf.
Vom ersten Kriegstage an war Emil Maier-Dorn Soldat, zuletzt Ober-
leutnant bei der Artillerie bis zur Kapitulation der Deutschen Wehrmacht.
Was niedrig genug war, warf sich damals den Siegern zu Füßen. Das
bessere Deutschland saß befreit hinter Stacheldraht und Wachtürmen;
sein Sinn sollte gebeugt werden. Auch Emil Maier-Dorn verbrachte drei
Jahre seines Lebens in Gefangenenlagern der US-Macht. Sein Geist ließ
sich nicht beugen. Heimgekehrt baute er eine neue wirtschaftliche Exi-
stenz als Unternehmer auf.
Es begann der Kampf um die deutsche Selbstbehauptung, dem er sich in
keiner Stunde versagt hat.
Während 50 Jahren war er unermüdlich als Redner für Deutschland tätig
gewesen, immer zur Stelle, wenn ihn der Dienst an seinem Volke rief. Er

224
hat keine einzige Versammlung deutscher Menschen abgesagt, die ihn
sprechen hören wollte. Allein die Summe seiner Reden und Vorträge war
eine gewaltige Leistung. Wer ihn je hörte, weiß, wie sein lebhafter Geist
in der oft aus dem Stegreif hingeschütteten Rede das Feuer seiner tragen-
den Überzeugung auch bei seinen Zuhörern entfachen konnte. Dabei ver-
zichtete er weitgehend – wie auch in seinen Schriften – auf die eigene
Wertung, um die geschichtliche Darstellung mit Zitaten besonders der
feindlichen Akteure des politischen Geschehens unanfechtbar zu machen.
Denn ein geschlagenes und belogenes Volk führt man am besten dort zur
Wahrheit, wo feindliche Macht die Tarnung durch die Lüge abgeworfen
hat.
Bewunderer seines schier unerschöpflichen Gedächtnisses, das mit der
Genauigkeit eines Uhrwerkes brillierte, sollten wissen, daß auch unaus-
gesetzte Arbeit hinter dieser Leistung stand. In seiner Prosa-Sammlung
“Summe des Lebens” gibt er dies als Erfahrung und Empfehlung weiter:
“Zitate müssen beim Lernen derart oft wiederholt werden, daß sie nach
dem ersten Wort geradezu unaufhaltsam abrollen.” Solcherart in Übung,
hatte sein waches Gedächtnis “immer und überall seine Munition in der
Protze” und war “selbst im Schlafrock gefechtsbereit”. In dieser Bedeu-
tung ist auch die von ihm zusammengestellte Zitatenkartei zu sehen; die
Schlagkräftigkeit zitierter Beweise kann die psychologischen Waffen der
Umerziehungsstrategen stumpf machen.
Biologie und Erdkunde hielt Emil Maier-Dorn für die beiden wichtigsten
Grundfächer der Bildung zum Studium der großen Weltvorgänge. Aus
diesen Gegebenheiten entwickelt sich das Schicksal der Völker als Ge-
schichte. Jede Politik setzt gründliche Kenntnis der Geschichte voraus,
nicht wegen einer Wiederholbarkeit, sondern aus ihren gegebenen
Grundtatsachen.
Es war ihm, dem im Geiste deutscher Kultur universell Gebildeten, eine
von höchster Verantwortung abgeleitete Pflicht, der deutschen Sache mit
seinem Wissen und Können zu dienen. Besonders die Erfahrung des poli-
tisch überdurchschnittlich begabten und gebildeten Menschen seiner Ge-
neration und seine unwandelbare Gesinnung in der Treue zu seinem Volk
geben seinen Schriften die Kraft überzeugender Aussage. So will sein
Buch “Deutschland von Rußlands Gnaden?” unsere volle Aufmerksam-

225
keit auf die jahrhundertelange offensive Politik Rußlands richten, das sich
seit der Befreiung vom asiatischen Joch der Goldenen Horde auch seit
über 200 Jahren gegen Mitteleuropa vorgeschoben hat. Ebenso unter-
sucht er die Machtpolitik der USA gegen Europa. Indem er die Ereignisse
der letzten Jahrhunderte in die großen geschichtlichen Zusammenhänge
rückt, wird die Strategie beider Großmächte gegen Deutschland klar er-
kennbar. Durch geschichtliches Wissen sind aneinandergereihte Tages-
nachrichten, die in der Regel die eigentlichen Triebkräfte und Absichten
mehr verhüllen als klar erkennen lassen, einem Gesamtbild besser einzu-
ordnen. So wird auch die Propaganda durchschaubar, die uns für fremde
Interessen gefügig machen soll.
Seinen Werken: “Alleinkriegsschuld – Unkenntnis und Feigheit” und “Welt
der Täuschung und der Lüge” liegen ebenso umfassende Studien der
Weltlage und der Zeitgeschichte zugrunde. Sie sind Kampfansagen im
Dienste der geschichtlichen Wahrheit. Zu ihnen gehören auch das Buch
“Anmerkungen zu Sebastian Haffner” und die Schrift “DDr. Heinemann
– Geschichte und Geschichten”. Hier und in seinen später erscheinenden
Kampfschriften machen ihn umfassende Sachkenntnis, die Treffsicher-
heit seiner Argumente und die geschliffene Wortführung zum Anwalt sei-
nes Volkes, ja, zum Ankläger gegen jene Politiker, die aus Unkenntnis
und Feigheit die erbärmlichsten Figuren darstellen, die jemals ein besieg-
tes Volk hat ertragen müssen. Daß im Volke langsam das Faß des Erträg-
lichen überläuft, beweisen die hohen Auflageziffern. Seine Liebe und Sorge
haben ihn auch veranlaßt, dem Deutschen Volke den Spiegel der Selbster-
kenntnis vorzuhalten. “Die Deutschen – ein Volk von Selbstzerstörern”
ist die bittere Bilanz über viel Energievergeudung in der deutschen Ge-
schichte durch Uneinigkeit. Das ärgste Kapitel von Verrat und Wich-
tigtuerei kann er nur mit äußerster Verachtung geißeln: “Widerstand –
Mosaik einer deutschen Peinlichkeit” heißt es drum im Titel der Schrift.
Eines seiner wichtigsten politischen Bücher ist das Werk: “Magische Macht
Mammon”, das den welthistorischen Verlauf der Rolle des Geldes auf-
zeigt und aus dieser Kenntnis den Machtaufstieg des Geldkapitalismus
überhaupt erst begreifbar werden läßt.
Aufrecht, mutig und mit überlegener Würde hat Emil Maier-Dorn stets
seinen politischen Standpunkt vertreten. Für ihn gab es kein bequemes

226
Zurückweichen vor der harten Wirklichkeit des deutschen Schicksals, er
mußte sich ihm stellen. Über die politische Strategie dieses Einzelkämp-
fers geben seine Bücher klaren Aufschluß. Sie bemächtigen sich jeweils
eines Schwerpunktes der deutschen Lage, um abzuklären, was jeder Deut-
sche für kommende Entscheidungen wissen sollte. Denn ganz im Geiste
Bismarcks kann nur der im rechten Augenblick einen Zipfel vom Mantel
des Schicksals ergreifen, der ihm entschlossen im Vollbesitz seiner Fä-
higkeiten entgegentritt. Für diese politische Ausbildung hat er uns bestes
Rüstzeug hinterlassen.
Sein politischer Geist wurde in der Tiefe von seiner künstlerischen Veran-
lagung getragen. Sie war das eigentlich Bestimmende seines Wesens. Es
waren in seiner Persönlichkeit wie selten Dichter und Denker, politischer
Kämpfer und Redner vereinigt. Wohl ist es auch eine Frage des Charak-
ters, wohin sich die Begabung wendet im Anruf einer sturmdurchwitter-
ten Zeit. Emil Maier-Dorns Dichtung reifte in der Stille. Man sollte sich
seinem Gedichtband (“Gedichte von 1927–1967”) behutsam nähern und
den Lärm des Tages vor der Türe lassen, um Kostbares entdecken zu
können. Ein Hauch von Hölderlinschem Geiste kommt uns entgegen. Die
Gedichte sagen mehr über den Menschen Emil Maier-Dorn, sein Schick-
sal, seine Lebensweisheit und seine Liebe zum Deutschen Volke aus als
anderes Gedrucktes es vermöchte. Sie sind sein Vermächtnis an die Zu-
kunft, das Bleibende. Er selbst sah es so. Doch hat er uns noch eine
zweite Kostbarkeit hinterlassen, sein Buch über “Bildende Kunst”, das
prachtvollste Druckerzeugnis seit 1945, mit dessen Herausgabe er sich
selbst eine besondere Freude bereitet hat. Mit den in vollendeter Sprache
dargebrachten Gedanken über bildende Kunst, in der Auswahl der Re-
produktionen von weltberühmten Werken aus vier Jahrtausenden und in
der ebenso meisterlich wie prachtvoll ausgeführten Schriftkunst un-
terstreicht es als Gesamtwerk den hohen Anspruch der Kunst.
Im bereits erwähnten Band “Summe des Lebens” erweist er sich als Mei-
ster der deutschen Prosa in der Form von Aphorismen. Wort und Begriff
stehen in sprachlicher Zucht und krönen seine Absicht, aus deutschem
Denken und Fühlen Aussagen von höchster gedanklicher Klarheit in rei-
ner deutscher Sprache zu treffen.
Aus Liebe zur Dichtung und zum künstlerisch gesprochenen Wort hat er

227
auch in allseits bewunderten Darbietungen stundenlang frei aus dem Ge-
dächtnis deutsche Dichtung rezitieren können. Und – um seine vielseitig
angewandte Begabung vollzählig anzuführen: In der “Stachelbeeren-Aus-
lese” finden die politischen Stiche seiner geistreich geführten Verse treff-
sicher ihr Ziel, und der Leser bemerkt mit Freude, wie der Schuß im Blatt
sitzt. Hier schließt sich der dichterische Kreis vom tiefen Ernst bis zur
humorigen Weisheit.

———

Prof. Hermann Giesler (1898–1987)


(Februar 1987)

Am 20. Januar starb in aller Stille Prof. Hermann Giesler, der Architekt
Adolf Hitlers und Generalbaurat des Reiches.
Ein Nachruf auf ihn, dem in anderen Zeiten ein Staatsbegräbnis mit allen
Ehren zuteil geworden wäre, kann nur dann seine Leistungen in vollem
Umfange würdigen, wenn sein Auftrag als Architekt, Planer und Organisa-
tor städtebaulicher Vorhaben zur Lösung der anstehenden Aufgaben un-
seres Jahrhunderts in den welthistorischen Zusammenhang gebracht wird.
Werden die Taten Adolf Hitlers mit allem erdenkbaren Haß verfolgt, so
halten es seine Feinde für ratsamer, über die großen architektonischen,
städtebaulichen, energiewirtschaftlichen und verkehrstechnischen Planun-
gen und Arbeiten Schweigen zu breiten, sofern nicht in den letzten Tagen
des Kampfes die Zerstörung über ihnen gewütet hat. Steinerne Zeugen
sind zwar stumm, doch sie reden dennoch mit tausend Zungen über die
Jahrhunderte hinweg als Verkörperung von Baugedanken, die vom Wil-
len und von der Weltsicht ihrer Urheber künden. Im Falle Hermann Gies-
ler sind zwar Städteplanung und Bauten zum größten Teil erst im Plan
und im Modell sichtbar geworden, doch auch in dieser Form unverfälsch-
bare Aussagen ihres Schöpfers.

228
Es könnte jemand auf die ausgefallene Idee kommen, etwa einen Ver-
gleich zu ziehen zu den allerorts mißglückten Anhäufungen von Beton
und Stahl der Jetztzeit. Eiskalt und abstoßend vergewaltigen sie ihre
Umwelt und stellen bloß, wie geistig steril und künstlerisch unschöpfe-
risch eine Zeit ist, die vom Gelddenken brutal abhängig gemacht wird.
Energie- und verkehrspolitische Maßnahmen haben das 19. Jahrhundert
noch nicht überwunden und befinden sich daher hoffnungslos in der Sack-
gasse. Die Umweltbelastungen haben sich bis ins Unerträgliche von Lärm
und Schmutz gesteigert.
Hermann Giesler plante und baute im Auftrag Adolf Hitlers. Über seine
Arbeiten beim Bau der Ordensburg Sonthofen, über die Wettbewerbe und
Planungen der Foren in Augsburg und Weimar und dem Neubau des dor-
tigen Hotels Elephant zog er die Aufmerksamkeit Adolf Hitlers auf sich.
Es folgten die großen städtebaulichen Planungen für München und der
Donauufer-Bebauung in Linz. Seit Weimar und Augsburg war Giesler
ein Gesprächspartner Hitlers geworden. Doch durch die gemeinsame Arbeit
an der Neugestaltung Münchens gewann er sein Vertrauen. Adolf Hitler
wählte ihn zu seinem persönlichen Architekten, den er mit der Gestaltung
seiner Grabstätte in München und mit dem Bau seines Alterswohnsitzes
in Linz betraute.
Mit Erlaß vom 21. Dezember 1938 wurde Prof. Hermann Giesler “zum
Generalbaurat für die Hauptstadt der Bewegung München“ bestellt. Da-
mit begann für ihn eine Aufgabe, die den Architekten und Organisator,
den ganzen Mann bis zum Äußersten forderte. Er hat sich diesem Schaf-
fen mit der künstlerischen Leidenschaft des Architekten und in geistiger
Werkverbundenheit zu seinem Auftraggeber Adolf Hitler hingegeben,
woraus sich in genialer Ergänzung die Einheit von Bauherr und Architekt
ergab.
Weitere Aufgaben traten hinzu, 1938 Plan und Entwurf der “Hohen Schu-
le” am Chiemsee, 1939 die Bauten am Obersalzberg und 1940 der Auf-
trag zur Neugestaltung von Linz. Im kriegsbedingten Einsatz war die
“Baugruppe Giesler” 1941/42 im Baltikum mit dem Bau von Straßen
und Brücken und Instandsetzungsarbeiten des Eisenbahnnetzes befaßt,
1942–1944 war Hermann Giesler Leiter der Einsatzgruppe Rußland-Nord
in der Organisation Todt (OT) und 1944–45 OT-Leiter der Einsatzgrup-

229
pe Deutschland VI, sowie Generalbevollmächtigter für das Bauwesen in
Bayern und in den Donaugauen.
1952 nach seiner Entlassung als “Lebenslänglicher” aus den Gefängnis-
sen des CIC und der Siegerjustiz, wo keine der Demütigungen seine Stand-
festigkeit wanken ließ, beschloß er, nicht zu schweigen wie zahllose an-
dere, die das Zeugnis verweigern oder verfälschen wie eine gewisse
“Geschichtsschreibung der Zeit”. Wer wollte schon widersprechen, wenn
Giesler über sie urteilt:
“Es gehörte niemals mehr als durchschnittliche Intelligenz dazu,
sie zu durchschauen. Dies gilt ohne Einschränkung auch für die
‚Erinnerungen‘ Albert Speers.”
Mit der Herausgabe seines Buches “Ein anderer Hitler” trat Giesler in
den Zeugenstand der Geschichte. Nicht nur, daß ihn das persönliche Ver-
trauen Hitlers über künstlerische und baugedankliche Ausführungen hi-
naus in politische Gespräche einbezogen hat, – Gieslers begabtes und
geschultes Gedächtnis versetzte ihn in die Lage, seine Aufzeichnungen
aus Gesprächen, Erlebnissen und Reflexionen in lebendiger wörtlicher
Wiedergabe zu bringen. Giesler berichtet eingehend über den Städtebau-
er und Architekten Adolf Hitler, und es treten militärische und weltpoliti-
sche Aspekte der Erinnerungen hinzu. Sein Buch besitzt somit einen Quel-
lenwert von außerordentlicher Bedeutung für die historische Forschung.
Die Neugestaltung Münchens hatte ihren Ausgangspunkt in grundsätzli-
chen Erörterungen über städtebauliche Aufgaben. Im 19. Jahrhundert
erlosch die Ausdruckskraft im Bauwerk wie im Städtebau, der Bauge-
danke trat zurück, die Bauidee erstickte im Materiellen. Es kam eine ge-
radezu stürmische Entwicklung der Technik dazu, die Stadt begann, un-
begrenzt und gestaltlos auszuwuchern. Sie war damit auch ein Spiegel-
bild der sozialen Zersplitterung und des Zerfalls der Stadtgemeinschaft.
Die Aufgabe ist daher seit Generationen gestellt, die Zerrissenheit in der
Gesamtgestaltung der deutschen Städte wieder zu einer organischen Ein-
heit zu führen in der einheitlichen Planung unter Berücksichtigung des
gesamten Stadtbildes, der Interessen der Städte und ihres Verkehrs und
vor allem der ästhetischen Erfordernisse und Bedingungen.
Für München wurde die Synthese von Straße und Schiene geplant, und

230
mit dem Entwurf des neuen Hauptbahnhofes gelang Giesler ein architek-
tonischer Wurf, der als ein modernes Monument der Technik auch die
Aufgabe der vollkommenen Einheit von Lokomotiven, Zügen und Ge-
bäuden löste. Die Grundkonzeption, den Güter-Massentransport auf die
Schiene zu verlegen durch Schaffung einer neuen Breitspurbahn für Euro-
pa, während die LKW als Sammler und Verteiler zur Ergänzung einge-
setzt werden, würde unser heutiges Verkehrsdilemma beheben können,
die Energiewirtschaft entlasten und vor allem die Schäden in unserer Natur
beheben. Das Energieproblem im städtischen Bereich sollte zugunsten
der Luftqualität über den Wohnvierteln gelöst werden. Es war ein inner-
städtisches Wärme-Verbundsystem durch Schaffung von Heizkraftwerken
auf Steinkohlebasis vorgesehen.
Man hatte ebenso erkannt, daß die “Postkutschenbreite” unserer Straßen
den modernen Verkehr der Zukunft nicht mehr bewältigen kann und auch
die neue Städteplanung darauf eingestellt.
Hermann Giesler hatte das Recht zu urteilen, weil er erlebt hat, was heute
Geschichte geworden ist. Er hat sich aus seiner Rolle, die ihn in die Welt-
geschichte stellt, nicht hinweggestohlen. Sein Geist hatte Geschichte als
Kontinuität begreifen können, in der der Einzelne nur eine zeitbedingte
Bedeutung im Fluß der Jahrtausende einnimmt.
Was ihn besonders auszeichnete: Über die Höhe und Tiefe seines persön-
lichen Schicksals hinweg hatte er die Kraft, die Wahrhaftigkeit seines
Charakters unangetastet zu bewahren.

———

Dem Märtyrer Rudolf Heß


Rudolf Heß starb am 17.8. 1987 in Berlin-Spandau
durch Mörderhand.
(August 1987)

Rudolf Heß starb zu einem Zeitpunkt, da die weltpolitischen Ereignisse

231
einer neuen Phase des Geschehens zutreiben. Sein gewaltsamer Tod kün-
digt geradezu eine Wende in der Politik gegen Deutschland an. Seine
Mission im Range weltpolitischer Bedeutung und die Symbolhaftigkeit
seiner lebenslänglichen Einkerkerung haben Rudolf Heß zu einem Prüf-
stein jeglicher Deutschlandpolitik seitens der Sieger von 1945 werden
lassen. Man täusche sich nicht; auch wenn ein Volk in politische Amnesie
verfällt und an geschichtlicher Bewußtseinsverdrängung leidet: Die Er-
eignisse seiner Geschichte und seines Schicksals wirken dennoch in der
Tiefe nach, bis sie aus ihrer Verdrängung ins Unterbewußte wieder in die
Helligkeit wacher Teilnahme treten. Wer daher eine aufrichtige Aussöh-
nung und echte Verständigung – aus politischer Notwendigkeit – mit dem
Deutschen Volke anstrebte, hätte zuerst das Spandauer Schandmal der
symbolischen Knechtung Deutschlands beseitigen müssen.
Daß es errichtet worden ist, um jenem Mann den Mund für ewig zu ver-
schließen, der als Vertrauter Adolf Hitlers Wissensträger ersten Ranges
war, weiß heute die Welt. Alttestamentarischer Rachegeist hat dabei Re-
gie geführt. Dafür zeugt die schaurige Wahrheit von der 46 Jahre wäh-
renden körperlichen und seelischen Folterung des Gefangenen.
Der Verschluß der Akten über die Friedensmission von Rudolf Heß bis
zum Jahre 2017 ist eine jeder historischen Wahrheitsfindung hohnspre-
chende Notstandsmaßnahme der englischen Regierung von skrupelloser
Willkür gegenüber dem eigenen Volke und der Weltöffentlichkeit. Sie kann
nicht verhindern, daß die politische und historische Verantwortung an der
Ausweitung zum Weltkrieg und damit an der Zerstörung Europas Eng-
land zufällt, auch wenn, wie wir heute wissen, die englische Regierung
unter Churchill nicht mehr frei handlungsfähig war. Die zur Geheimsa-
che erklärte Wahrheit läßt allzu deutlich den Schluß zu, daß Rudolf Heß
mit Wissen und Auftrag Adolf Hitlers und mit weitgehenden großzügigen
Friedensangeboten als Parlamentär nach England geflogen ist. An die-
sem durch weitere Umstände zur Tatsache erhärteten Vorgang kann heute
kein gewissenhafter Historiker mehr vorübergehen.
Die Erklärung Gorbatschows, daß die Sowjetunion kein Interesse hat,
Heß weiterhin gefangen zu halten, war ein politischer Schachzug gegen
die Heuchelei der übrigen drei Gewahrsamsmächte USA, Großbritanni-
en und Frankreich, die sich bei allen Appellen im Namen von Recht und

232
Menschenwürde auf die Unerbittlichkeit der Sowjets beriefen. Damit spiel-
te er den Schwarzen Peter zurück an die übrigen Drei: Spandau ist auf-
gelöst – so heißt es in einer vertraulichen Abmachung – wenn sich auch
nur eine der vier Gewahrsamsmächte von der Verwaltung zurückzieht.
Die Hauptverantwortung für das Martyrium von Rudolf Heß trägt Eng-
land, das den Parlamentär unter Bruch des Völkerrechtes gefangen setzte
und 1945 vor das Nürnberger Tribunal gebracht hat. Alle späteren Hoff-
nungen, die auf den guten Willen dieser europäischen und zivilisierten
Nation gesetzt wurden, ersticken im englischen Zynismus der Lady That-
cher:
“Die britische Regierung hat weiterhin keinen Zweifel an der
Rechtmäßigkeit der Strafe, die Herr Heß derzeit verbüßt...”

Stand dennoch eine Entlassung von Heß bevor?

Die Gerüchte verstummen nicht, daß die SU einen solchen Schritt vorbe-
reitet haben könnte. Sie erhalten ihre Nahrung von einer neuen russischen
Außenpolitik – getragen von Gorbatschow – die aufgrund der Weltlage
offensichtlich eine Annäherung nach Westen anstrebt und auf eine euro-
päische Linie einzuschwenken sucht. Das bedeutet im Schwerpunkt eine
Verständigung mit Deutschland als Ganzem. War es eine Geste gegen-
über dem Deutschen Volk, das unangenehme Erbe von Spandau abzu-
schütteln, der man zuvorkommen wollte? Wem nützte die Beseitigung
von Rudolf Heß, wenn nicht denen, die ihn als geschichtlichen Kronzeu-
gen am meisten zu fürchten hatten?
Würde nicht die gesamte, auf einem Meer von Lügen gegen Deutschland
aufgebaute Nachkriegspolitik der Sieger und ihrer ebenso skrupellosen
wie törichten Erfüllungsgehilfen vor seinem Zeugnis von der geschicht-
lichen Wahrheit zusammenbrechen? Leben das Deutsche Volk und die
Welt nicht im Dunkeln über die Vorgänge des deutschen Friedensangebo-
tes 1939 an England und dessen Ultimatum, das Deutsche Reich müsse
zum Goldstandard zurückkehren? Es war doch die erpresserische Forde-
rung Großbritanniens als verlängerter Arm des Dollarimperialismus der
USA, Deutschland wieder dem Geist von Versailles auszuliefern und so
dem sicheren Abgrund zuzutreiben.

233
Heute dämmert es in den Köpfen nicht nur der europäischen Regierun-
gen, daß die Spielregeln des Geldkapitalismus sie ähnlich handlungsun-
fähig machen. Und werden die Massen der arbeitsamen Menschen, denen
das Schicksal der Arbeitslosigkeit droht, nicht ein System internationali-
stischer Geldmachtpolitik zur Ausbeutung der Völker verdammen, das
ihnen Arbeit und Brot nimmt?
Heß mußte schweigen, weil hier die Ursachen des 2. Durchganges der
Entmachtung Europas liegen! Er aber hat versucht, unter Aufbietung sei-
ner ungewöhnlich großen Willenskräfte die Mauern von Spandau mit der
Verkündung der Wahrheit zu überwinden. Dieser Pflicht hat er trotz den
Torturen der Gefangenschaft niemals entsagt. Sie stand ihm so hoch wie
die Ehre, der er die Freiheit aufzuopfern bereit war.
Ist es ihm gelungen? Wird dieses Jahrhundert noch die Wahrheit erfahren
oder ist weiteres Material in die Geheimarchive gewandert?
Rudolf Heß erwartete die Wende, weil er vom tieferen Wirken geschicht-
licher Kräfte überzeugt war, die eine Veränderung der Weltlage eines Tages
herbeiführen werden. Dies deutet seine Gattin Ilse Heß aus geistiger
Wahlverwandtschaft, als sie schreibt:
“Indem er die ihm vom Schicksal zugeteilte tragische Rolle in der
Spandauer Zelle Sieben historisch begreift, gibt er untergründig
starker Hoffnung Ausdruck. Er glaubt, daß die Geschichte des
Deutschen Volkes nicht zu Ende ist.”
Die Treue zu sich selbst war ein wesensgemäßer Charakterzug von Ru-
dolf Heß. So war er auch lieber bereit, den “Flammentod” zu sterben, als
von seiner Überzeugung zu lassen. Das Wort “Ich bereue nichts” vor dem
Nürnberger Tribunal war das Credo eines Mannes, der zutiefst von der
Richtigkeit seines Wollens und Handelns überzeugt war. Dieses große
seelische Kraftpotential befähigte ihn, den Friedensflug nach England zu
planen und durchzuführen mit allen Konsequenzen, die das Wagnis in
sich barg.
Daß sein totaler Einsatz scheiterte, nimmt ihm nichts an Größe. Im Ge-
genteil: Das heroische Opfer erhält seine geschichtliche Dimension, in-
dem es weiterwirkt in die Zukunft.

234
Deutschlands Feinde haben ungewollt den Preis gezahlt, den die Geschichte
für jedes Heldentum bereithält, indem sie es unsterblich macht. Sie haben
Rudolf Heß zum Märtyrer werden lassen.
Ihr Rachedurst hat sich an seiner Unbeugsamkeit messen wollen.
Doch glitt ihre Niedertracht an seiner Seelengröße ab. Je länger sie ihre
Grausamkeit trieben, desto höher wuchs er zu einem erhabenen Monu-
ment menschlicher Größe empor. Es wird diese Zeit überragen, und die
Völker Europas werden es als ein Symbol des Kampfes um Frieden, Wahr-
heit, Freiheit und Recht ehren.
Die deutsche Jugend hat ein leuchtendes Vorbild.

———

Frau Ilse Heß


(August 1987)

Der Tod von Rudolf Heß und der Versuch, sein 46 Jahre währendes Mar-
tyrium nur annähernd zu ermessen, lenkt die Gedanken auf die Frau, die
in beispielhafter Gattentreue sein Schicksal mittrug: Ilse Heß.
Ihre Entschlossenheit, das auferlegte Schicksal voll zu bejahen und Ehre
und Würde ungebeugt zu bewahren, erinnert an die edlen Frauengestal-
ten ferner Sagas.
Wir haben ihr nicht nur zu danken, ein Bild edlen Frauentums vorgelebt
zu haben. Der Dank gebührt ihr auch für ein literarisches Werk, das die
Einmaligkeit des seelisch unerschüttert getragenen Schicksals im Brief-
wechsel mit ihrem Mann spiegelt und menschlicher Größe ein Denkmal
setzt, das zutiefst berührt.
Persönlichkeit, Geist und Charakter von Ilse Heß treten aus der Schilde-
rung ihres Lebens und aus ihren Briefen hervor, denen wir die nachste-
henden Bekenntnisse entnehmen:

235
“Treue ist ein Ding an sich, ihr Wert nicht vom Irrtum abhängig
und in auswechselbarer Münze umzufälschen, sie kann weder
bereut noch beendet werden.
Mein Mann hat am Schluß des großen Nürnberger Prozesses für
diese Auffassung Worte gefunden, denen ich nichts Gleichwerti-
ges an die Seite zu stellen habe – ich kann ihm, vor die gleiche
Entscheidung gestellt, nur Dank und Gruß sagen: Dank für das
schwere Glück eines fünfunddreißigjährigen Lebens an seiner
Seite, einen Gruß in nur räumlicher Trennung, über der heute wie
je das einigende Bewußtsein steht, daß, wie Mommsen in seiner
Römischen Geschichte sagt, ‚darum, weil von der einfältigen
Wahrheit die klügste Lüge innerlich sich vernichtet fühlt, und weil
alle Hoheit und Herrlichkeit der Menschennatur schließlich nicht
auf der Klugheit beruht, sondern auf der Ehrlichkeit ... die größ-
ten Männer nicht die sind, welche am wenigsten irren, sondern
die, welche ein mächtiges Ideal nie verläßt...’”
“Ich bin sicher, daß die unbeirrbare Haltung meines Mannes –
von den Tagen des Nürnberger Tribunals bis heute – im Überdau-
ern unserer seelischen Volkskraft dereinst ihre Rechtfertigung fin-
den wird.
Jene Mächte, die an der Aufrechterhaltung des Spandauer Son-
dergefängnisses festhalten – sind sie vielleicht am Ende die un-
freiwilligen Vollstrecker eines höheren Schicksals, das Rudolf Heß
... nach der 1941 gescheiterten politischen Mission seines Eng-
landfluges nun eine moralische erfüllen läßt?”

———

236
Gedanken zur Wintersonnenwende
(Dezember 1987)

Keine Zeit ist so angemessen seit jeher, den Blick nach innen zu richten,
wie unsere Weihnachtszeit.
Unserer angeborenen Art entspricht es zwar, nicht im Meditieren den
Weg zu suchen, sondern die Auseinandersetzung mit den Forderungen
des Tages durch die Tat zu beantworten.
Doch ist hier nicht das Sinnen über den eigenen Schicksalsweg und das
vom Leben zugeteilte Los gemeint.
Es erfaßt uns ein tieferes Nachdenken über die großen Zusammenhänge
in der Ordnung des Alls wie in unserem irdischen Lebensraum, über das
beständige Wachsen, Gedeihen und Untergehen in allem Sein und über
das Lebensgesetz, unter dem auch wir Menschen mit unserem geistigen
Bewußtsein stehen. Denn darin liegt nicht neue Deutung, sondern uralter
Sinn der weihnachtlichen Zeit: Das Ereignis der Wintersonnenwende ist
Wahrheit und Gleichnis des Lebens, das über Werden und Vergehen, Ge-
burt und Tod, Kind und Ahn, Dunkel und Licht, Sieg und Niederlage
seine ewigen Gesetze offenbart.
Doch der Mensch der hochzivilisierten Welt ist der großen naturhaften
Schau kaum noch hingegeben und ihr oft weit entrückt. Sein Geist er-
gründete Sternenbahnen und ist in die Tiefen des Alls vorgestoßen. Er
kann unzählig viele Antworten auf ebenso viele Fragen geben, ja – sein
Forscherdrang enthüllte ihm zuletzt, wer er selbst sei, als er den Werde-
gang des Lebens durch die Jahrmilliarden seiner Erde als seine Werdens-
geschichte erkannte.
Er war in seinem Erkenntnistrieb immer weiter vorgedrungen, ins Klein-
ste und Größte, und wollte das letzte Geheimnis noch zwingen, “was die
Welt im Innersten zusammenhält“, sich ihm zu öffnen. So war er drang-
voll zum Individualisten geworden, hatte sich von seinen alten Lebens-
formen entfernt und wurde damit aus der Geborgenheit seiner Lebensge-
meinschaft hinausgeschleudert in eine sinnentleerte Welt. In der Lebens-
gemeinschaft von Familie, Sippe und Volk war er seelisch daheim. Als er
sie verließ wurde er heimatlos, wie Faust.

237
Doch Goethe, der große Erschauer der Lebensprozesse, läßt seinen Faust
nach gesättigtem Erkenntnistrieb begreifen, “was die Welt im Innersten
zusammenhält”: “Auf freiem Grund mit freiem Volke zu stehn”, das ist
ihm der Weisheit letzter Schluß – das Volk als Lebensgemeinschaft. Denn
so kann die Spur von unseren Erdentagen “nicht in Äonen untergehn”.
Die Geschlechterreihe führt das Leben von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Goethe, der Weise, läßt uns wissen, daß der Mensch nicht als Teil existie-
ren kann, sondern im Ganzen leben muß. So hat er aus dem Geiste des
germanischen Ganzheitsdenkers seinem Volke den Weg gewiesen, aus den
Irrungen und Wirrungen des liberalen individualistischen Zeitalters wie-
der in die Bahnen lebensgesetzlichen Denkens zu finden. Damit ist er
seinem Jahrhundert weit voraus.
Denn notgedrungen ist gegen den liberalen Ungeist des individualisti-
schen nun ein neues Zeitalter aufgestanden, das biologische (lebensge-
setzliche). Und während sich das alte mit gewaltsamen Methoden der
Manipulation in der Loslösung von allen Bindungen schrankenlos aus-
lebt, wird der Siegeszug eines neuen Geistes um so unaufhaltsamer sein.
Auch darin ist die Wintersonnenwende Gleichnis: daß sich bei einem von
innerer Dynamik erfüllten Volksleben im Niedergang schon die Kräfte
der Erneuerung sammeln. Diese Erkenntnis können wir mit einem Blick
in die tieferen Lebensprozesse unseres Volkes gewinnen; nicht so sehr aus
der politischen Geschichte mit ihren Triumphen und Niederlagen wie aus
den lebensgesetzlichen Abläufen unserer Volkstumsgeschichte.
Wer aber “den Menschen” als höchstes Ziel aller Politik betrachtet, hat
das 19. Jahrhundert noch nicht überwunden. Er hat, durch die zum Glau-
benssatz erhärtete Lehre von der Gleichheit aller Menschen, nicht begrif-
fen, daß Menschen und Völker aus ihren rassischen Ursprüngen nicht
nur äußerlich, sondern stärker noch seelisch und geistig sehr verschieden
geartet sind. Der Mensch als “soziales Wesen” ist nicht einfach in jede
beliebige “Gesellschaftsordnung” zu verpflanzen. Er gehört einer gewach-
senen und von innerer Bewegung erfüllten Bluts- und Lebensgemeinschaft
an, die Wiege und schöpferischer Quell seiner Kultur ist und sich über
ihre einzelnen Glieder in Geschlechterketten ständig erneuert. Diese
Lebensgemeinschaft ist das Volk und es darf als ein lebensgesetzlich pul-
sierender Organismus nicht zerstört werden.

238
Allmählich beginnt der von rein materiellen Erwägungen geleitete Ver-
stand zu begreifen, daß auch unser Wald eine Lebensgemeinschaft ist, die
jede unorganische Störung von außen mit Krankheit beantwortet. Doch
wird eine vom Geld diktierte, fremdkapitalistische Welt vielleicht den Baum
retten, aber nicht den Wald wieder gesund machen können. Hierzu bedarf
es größerer Anstrengungen und Einsichten einer höheren Lebensgemein-
schaft, die den Wald als Kulturlandschaft durch die Jahrhunderte in Hege
und Pflege nahm und ihn zu ihrem seelischen Besitz machte. Hier verhält
sich Volk zu Wald wie der Arzt zum Patienten; wenn der Arzt stirbt, kann
er seinem Patienten nicht mehr helfen. Aus unserem Wald können dann
andere Lebensgemeinschaften entstehen, wie z.B. Steppe oder Wüste, aber
damit hätte unser zur Kulturlandschaft gestalteter Lebensraum – unsere
Heimat – ein anderes, ein fremdes Gesicht erhalten.
Auch ein Volk, das ein organisches Ganzes ist, kann erkranken und ster-
ben, wenn es von außen gestört wird durch die Aufnahme fremder Bluts-
anteile; dann stirbt das Volk als Typus.
So kann uns der Wald als Lebensgemeinschaft vor Augen führen, welche
Gefahren drohen. Er ist Warnung und Gleichnis für unser Volk. Und wer
ruft: “Rettet den Wald!”, der muß auch seinem Volke in Bedrängnis und
Gefahr beistehen, weil er begriffen haben sollte, daß Wald und Volk als
Lebensgemeinschaften höhere Ganzheiten sind. Wer aber den Wald ret-
ten und sein eigenes Volk der Zerstörung und Auflösung preisgeben woll-
te, wird unglaubwürdig; denn er verginge sich am Lebensgesetz, das er
auch für sein Volk heilig halten sollte.
In ferner Vergangenheit wurde der Baum als Esche Yggdrasil zum bild-
haften Mythos erhoben. Er bleibt uns Sinngestalt des Lebens. Seine Wur-
zeln sind vergleichbar dem Erbgut eines Volkes, das sich im Blutstrom
der Geschlechter austeilt und wieder zusammenfließt in pulsierender Fol-
ge und jedem Geschlecht neue Kraft und Blüte gibt, – wie der Saft des
Baumes seiner Krone.
In der nordischen Mythologie zeigt das Beben der immergrünen Esche,
die Säule und Dach der Welt ist, den Untergang der Welten an.
Zünden wir die Lichter an am Baume des Lebens und sorgen wir, daß er
ewig leuchtet in seiner Schönheit und Stärke.

239
Bekenntnis zu Ulrich von Hutten
500-Jahrfeier – erfolgreiche volktreue Kundgebung
(April 1988)

Der Freundeskreis Ulrich von Hutten hatte zu einer Bekenntnis-Kundge-


bung anläßlich der 500. Wiederkehr des Geburtstages Ulrichs von Hut-
ten aufgerufen. Sie fand am 23. und 24. April 1988 in Niederaula im
Landkreis Bad Hersfeld (Hessen) statt. Zahlreiche volktreue Gruppen
und Verbände hatten ihre Abordnungen aus ganz Westdeutschland und
Österreich entsandt. Fünfhundert Teilnehmer waren versammelt, um sich
zu Ulrich von Hutten und mit ihm zur Deutschen Einheit und Freiheit zu
bekennen.
Die mit Beginn des Jahres durch Monate geführte Pressehetze der rot-
grünen Koalition im Lande Hessen hatte das Ziel, die nationale Kundge-
bung undurchführbar zu machen.
Die Waffen wählte der Feind, – also mußte die gesamte Planung darauf
eingestellt werden. Eine mit Sorgfalt geführte straffe Organisation ließ es
gelingen, den Veranstaltungsort bis drei Tage vor Beginn geheimzuhal-
ten. Die völlig fehlinformierte Presse hatte sich auf die Stadt Schlüchtern
als dem vermeintlichen Veranstaltungsort eingeschossen. Dabei tat sich
vor anderen roten Funktionären der Bürgermeister von Schlüchtern beson-
ders negativ hervor, so daß es von unserer Seite keiner weiteren Anstren-
gungen bedurfte, die haßerfüllte Meute auf die falsche Fährte zu setzen.
Jeder normale Bürger wird sich fragen müssen, warum ein Festakt zu
Ehren Ulrichs von Hutten, dessen 500. Geburtstag von keiner Zeitung,
die etwas auf sich hält, übersehen worden ist, dem die westdeutsche Bun-
despost eine Briefmarke widmet und mit dem die Stadt Schlüchtern als
Heimatkreis ein Jahr lang historisierend ihre Geschäfte machen möchte,
Anlaß zu Hetzkampagnen, Aufrufen zu chaotischen Maßnahmen und
Gewerkschaftsdemonstrationen geben kann.
Wenn im eigenen Land mit Intoleranz und politischer Despotie gegen
Deutsche vorgegangen wird, die sich angesichts des – auch von den Wür-
denträgern dieses Staates beklagten – Niederganges deutschen Ge-

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schichtsbewußtseins noch zu ihrem Vaterland Deutschland bekennen, dann
ist damit bewiesen, daß diese Sorte von Meinungsmachern und Funktio-
närsexistenzen Kollaborateure sind! Sie kollaborieren mit dem Feinde,
der sich nicht damit begnügt, Deutschland besiegt zu haben, sondern es
vernichten will. Darum soll jeder geschlossene Widerstand des Volkswil-
lens gebrochen werden, um das Deutsche Volk endgültig aus der Ge-
schichte auslöschen zu können.
Daß ihre psychologischen Mittel nicht ausgereicht haben, unser Volk nie-
derzuhalten, daß sich ihre politischen Maßnahmen und Ziele als weltwei-
te Katastrophe abzuzeichnen beginnen, läßt sie nun jede Vorsicht in ih-
rem Betragen vergessen und macht sie maßlos!
Vielleicht war es die zu kurze Zeitspanne, die für das Zusammentrommeln
ihrer politischen Söldner zur Verfügung stand: Das Ergebnis monatelan-
ger Pressepolemik mit der offenkundigen Absicht, die volktreue Versamm-
lung zu behindern, war kläglich. Keinesfalls wollte sich die Bevölkerung
mit den arbeitsscheuen und abenteuerlich gekleideten jungen Leuten iden-
tifizieren, die aufgeputscht vor dem Versammlungsgebäude herumstan-
den und deren Treiben geistige Öde verriet und eher mitleid- als furchter-
regend war. Daran änderten auch die mühseligen Versuche ihrer “Ein-
peitscher” nichts. Ein großes polizeiliches Aufgebot sorgte im übrigen
dafür, aufkommende Aggressionen im Keime zu ersticken.
Die Teilnehmer der Kundgebung wurden im festlichen Saal empfangen.
Die große Bühnenfläche war eingegrenzt von reichem Blumenschmuck,
die Bühnenfront mit fahnenrotem Tuch bespannt, in der Mitte das Bild
Ulrichs von Hutten. Darüber war sein Bekenntnis zu lesen: “Deutschland
ist da, wo starke Herzen sind.”
An der gesunden und fröhlichen Jugend im Saal mit ihrem uneingeschränk-
ten Bekenntnis zum eigenen Volke bewahrheitete sich das Wort Huttens,
denn draußen wurde mit den jämmerlichen Gestalten von “Punkern” und
anderen aus der Bahn geworfenen Jugendlichen anschaulich demonstriert,
wie sich die Gegenwelt die deutsche Zukunft wünscht.
Drinnen eröffnete der Spielmannszug der Wiking-Jugend mit Trommeln
und Fanfaren die Kundgebung. Die geistige Kampfstimmung im Saale
erhob sich schon bei der Eröffnungsansprache der Vorsitzenden Lisbeth

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Grolitsch und steigerte sich zur politischen Demonstration, als der Vor-
sitzende der Gesellschaft für Neue Anthropologie, Jürgen Rieger, die Fak-
ten planmäßig angesetzter Maßnahmen zur Volksmordpolitik am Deut-
schen Volke darlegte. Von welcher elementaren Bedeutung daher der gei-
stige Kampf um die geschichtliche Wahrheit ist, um dem rechtlich und
redlich denkenden Deutschen Volk wieder das moralische Rückgrat auf-
zurichten und zu stärken, behandelte der am Nachmittag folgende Vor-
trag von Dipl.-Volkswirt Karl Baßler.
Die Stimmung im Saal erreichte ihren Höhepunkt beim gemeinsamen Sin-
gen unter der musikalischen Leitung von Hubert Deuringer. Echte Volks-
musik, wie sie heute kaum zu hören ist, in künstlerischer Bearbeitung
meisterhaft auf dem Akkordeon dargebracht, war der Auftakt zu fröhli-
cher Begeisterung von Jung und Alt. Es wurde in diesen Stunden erneut
bewiesen, daß Singen eine gemeinschaftsbildende Kraft von besonders
eindringlicher Art ist. In ununterbrochener Folge sang die große Ge-
meinschaft bis zum Abend Landsknechts-, Soldaten- und Volkslieder, und
zum ersten Mal erklang auch das Ulrich von Hutten-Lied: “Ich habs ge-
wagt mit Sinnen, und trag des noch kein Reu”. Welch ein Erlebnis für die
zahlreich anwesende Jugend!
Der Abend krönte den Tag mit dem Film “Paracelsus”, dem unvergängli-
chen Meisterwerk deutscher Filmkunst, in der Besetzung mit einer künst-
lerischen Auslese deutscher Schauspieler, an der Spitze der unvergessene
Werner Krauss, im Mittelpunkt die Szene, in der sich Paracelsus und
Hutten, dargestellt von Matthias Wiemann, begegnen.
Feierlich eröffnete der Spielmannszug der Wiking-Jugend den Festakt
am Sonntagvormittag. Zur Einführung in das Leben Ulrichs von Hutten
trug Sepp Biber eine Kurzbiographie vor. Musik aus dem Anfang des 16.
Jahrhunderts stimmte auf die Zeit Huttens ein.
Ein hervorragender Interpret des Wortes, der bekannte Schauspieler Werner
Dahms, ließ mit großer Einfühlsamkeit den Geist Ulrichs von Hutten in
den “Aufrufen an die deutsche Nation” und in den mitreißenden Gedich-
ten und Epigrammen im Saale lebendig werden. Von dieser bezwingen-
den Wortgewalt gepackt, lauschten die Zuhörer dann den folgenden Ge-
dichten von Conrad Ferdinand Meyer aus dem Zyklus: “Huttens letzte
Tage”.

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Der Würde des festlichen Anlasses angemessen war auch der Festvortrag
von Lisbeth Grolitsch: “Ulrich von Hutten und seine Zeit”. Das von der
Patina der Jahrhunderte gereinigte und aus seinen ideologischen Verzer-
rungen befreite Bild Huttens zeigte die ehrfurchtgebietende Größe eines
wahrhaft adeligen Menschen, der als ruhmreicher Dichter der genierei-
chen Epoche an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert sein Leben
darauf ausgerichtet hatte, die politische Erneuerung Deutschlands aus
dem geistigen Aufbruch seiner Zeit zu erkämpfen.
Die für die Mittagszeit angesetzte Besprechung der Vertreter von volk-
treuen Verbänden war gut besucht. In zahlreichen Wortmeldungen wurde
der notwendige Wille zur Zusammenarbeit im Kampf um Deutschland
bekundet. Dieser einmütige Wille trat auch in den Mittelpunkt der kurzen
und prägnanten Ansprachen der zehn ausgewählten Vertreter der anwe-
senden volktreuen Gruppen. Die Versammlung drückte mit starkem Bei-
fall ihre Genugtuung darüber aus, daß es dem Veranstalter gelungen war,
ein einmütiges Bekenntnis aller anwesenden Verbände herbeizuführen.
Alle Teilnehmer waren von der kameradschaftlichen Atmosphäre der ge-
samten Kundgebung sehr beeindruckt.
Mit der großen politischen Rede von Herbert Schweiger ging die Veran-
staltung ihrem abschließenden Höhepunkt entgegen. Er sprach mit einem
groß angelegten geistesgeschichtlichen und weltpolitischen Überblick von
der gegenwärtigen Lage Deutschlands und den politischen Möglichkeiten
Europas. Noch in diesem Jahrhundert wird die endgültige Entscheidung
fallen zwischen jener Welt der Verneinung und des Verfalles, die im Cha-
os unserer Gegenwart mit der Macht ihrer Geldpolitik ihre verhängnis-
volle Entwicklung gegen alle Völker längst erkennen läßt, und dem Auf-
bau einer neuen Welt, die im Einklang mit den Lebensgesetzen steht und
das Lebensrecht der Völker als den Bausteinen menschlicher Ordnung
und Kultur achtet.
Als Vertreter der zahlreich und stark beteiligten Wiking-Jugend machte
sich Wolfram Nahrath zum Sprecher der Versammlung, um der allgemei-
nen Begeisterung über die gelungene Veranstaltung Ausdruck zu geben
und Lisbeth Grolitsch für die gesamte Durchführung zu danken.
Im Schlußwort bekannte sich diese noch einmal zu Ulrich von Hutten als
dem Nothelfer im harten Kampf der Gegenwart für unser von Gefahren

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umwittertes Volk. Sie sprach ihren besonderen Dank den Vortragenden
und ihren Mitarbeitern aus. Ihre Hoffnungen setzte sie auf eine weitere
fruchtbare Zusammenarbeit der volktreuen Gesinnungsgemeinschaft und
hob dabei die vorbildliche Arbeit der Wiking-Jugend hervor. Daß die
Veranstaltung so reibungslos verlaufen konnte, war nicht zuletzt den
Wirtsleuten zu danken, und so ernteten diese für ihre unerschütterliche
und Achtung hervorrufende Haltung den größten Beifall.
Souverän und würdig war die Kundgebung durchgeführt worden mit ei-
nem von Begeisterung getragenen Bekenntnis zu Ulrich von Hutten und
zur deutschen Aufgabe, die unserem Volke nach wie vor eine geschichtli-
che Rolle zuweist. Tiefer Ernst und politische Verantwortung dieser Ver-
anstaltung standen turmhoch über der niederträchtigen und erbärmlichen
Absicht, die Stimme unseres Volkes zum Schweigen zu bringen. Sie klang
unbeirrt auf im Schlußbekenntnis des Liedes der Deutschen.

———

Zum Neuen Jahr


Von der Gnade der frühen Geburt
(Dezember 1988)

Mit der GROSSEN LÜGE gegen unser Volk soll auf die Dauer die seeli-
sche Lähmung herbeigeführt werden, die den Vollzug des über Deutsch-
land verhängten Volkstodes möglich macht. Unsere Jugend ist seelisch
zerrissen; die falschen Anschuldigungen gegen Deutschland verbieten ihr
den natürlichen Stolz auf ihr eigenes Volk.
Erst, wenn die GROSSE LÜGE gefallen ist, wird der Weg frei sein zu
einem neuen nationalen Selbstbewußtsein! Einst hatte das Sprichwort seine
Gültigkeit: “Lügen haben kurze Beine”. Heute haben sie die längsten und
eilen in Sekundenschnelle um den ganzen Erdball. Die Wahrheit muß zu
Fuß gehen und kommt nur langsam voran. Aber sie wird ihr Ziel errei-
chen trotz allen Fährnissen, weil sie die Wahrheit ist.

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Wenn wir auf der Seite der Wahrheit kämpfen, stehen wir im Dienste des
Lebens und einer echten Sittlichkeit. Es ist in höchstem Maße verwerf-
lich, ja, verbrecherisch, ein ganzes Volk mit der Lüge niederzuhalten und
ihm das Lebensrecht als Volk abzusprechen. Verübt im Namen der
“Menschlichkeit”, ist es die niederträchtigste Heuchelei gegen das Deut-
sche Volk, dem die Welt unendlich viel an schöpferischen Leistungen zu
verdanken hat. Wer der Wahrheit Tür und Tor verschließt, macht sich
mitschuldig. Helfen Sie, unser redlich und rechtlich denkendes Volk auf
den Weg zur Wahrheit zu führen!
Die Schriften: “Die Ausraubung des deutschen Volkes” und “Die Ver-
treibung aus den deutschen Ostgebieten” erfassen zwei wichtige Vor-
gänge unserer jüngsten Geschichte, geeignet, der jungen Generation in
sachbezogener Darstellung vor Augen zu führen, was ihrem Volke, dem
sie angehören, angetan worden ist. Immer wieder sind diese Zusammen-
hänge auch den Älteren in Erinnerung zu bringen, um der Verdrängung
allen Unrechts und aller Feindseligkeiten gegen das Deutsche Volk in den
Hirnen unserer Volksgenossen entgegenzuwirken. Das ist die tägliche
politische Arbeit, der sich jeder von uns unterziehen muß. Einzelbriefe an
Bundeskanzler und sonstige politische Machthaber sind wirkungslos; sie
sind an die falsche Adresse gerichtet. Solange unser Volk nicht nachzu-
denken beginnt und aufwacht und unsere Zensuren und Kritiken nicht in
politisch handfesten Zahlen ihren Niederschlag finden können, sind diese
Mahnungen vergebens. Wir haben keine Führung, die belehrt und ver-
bessert werden könnte!
Machen wir uns selbst zu durchgebildeten geistigen und propagandisti-
schen Einzelkämpfern für unser Durchhalten als Volk. Zehnmal mag
unser Wort verhallen, einmal trifft es doch, und darauf kommt es an. Es
multipliziert sich, wenn auch mit kleinstem Nenner, aber ständig. Wäh-
rend der Einfluß der Medien, trotz ihrem großen Multiplikator, zwar im
Nachäffen nicht so schnell, aber in der Glaubwürdigkeit ständig ab-
sackt. Der mitreißende Brief von Karl Baßler oder der seinerzeitige von
Emil Maier-Dorn, an den derzeit höchsten Vertreter der BRD gerichtet,
dienen auch kaum der Belehrung oder Bekehrung des Betreffenden, –
was wäre da schon zu belehren oder zu bekehren – als vielmehr dem
Herausreißen der lieben Mitbürger aus ihrer Lethargie und vor allem dazu,
– und dies ist sehr wichtig! – dem Deutschen Volke Stimme zu geben.

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Denn nicht alles, was da schweigt, ist einverstanden! Also machen wir
uns zum Sprecher, an jeder Häuserecke und in jedem Wartezimmer, wo
immer wir gehen und stehen. Unsere propagandistische Schulung erhal-
ten wir in dieser Lebenspraxis. Ich weiß, es ist eine harte Schule! Lernen
wir noch besser, uns seelisch (psychologisch) richtig einzustellen, um die
“Nische” zum Einstieg in die Gedankenwelt unseres Gegenübers zu fin-
den. Das ist der Weg, den jeder von uns gehen, und die Tat, die jeder
setzen kann.
Dazu sollen uns auch unsere Schriften dienen. Tragen Sie zu deren Ver-
breitung bei, damit wir eine breite Streuung im Volke erreichen. Die große
Sorge ist das unaufhaltsame Abtreten unserer Generation. Aber wir sind
es unserem Volke und seiner Zukunft schuldig, daß wir die Stellung hal-
ten, solange wir können, bis einmal junge Schultern die Last allein tragen
werden.
Kampferprobt, werden wir unseren Auftrag, der “Generation im Schat-
ten” aufgebürdet, erfüllen; die “Gnade der frühen Geburt” gibt uns die
Kraft dazu!
Heil Ihnen und unserem Wollen!

———

Zum 100. Geburtstag Adolf Hitlers


(April 1989)

Historische Daten von fortwirkenden Persönlichkeiten und Ereignissen


aufzuarbeiten, gehört zu den selbstverständlichen Gepflogenheiten der
Öffentlichkeit. Sie sind in der Regel Akte der Hochachtung und Ehrfurcht
vor den Leistungen der Vergangenheit und Ausdruck der Kulturhöhe ei-
nes Volkes.
Warum sollte es von Gefahr umwittert sein, das historische Bild einer
Erscheinung nachzuzeichnen, die eine Weltstunde gestaltet hat?

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Vereiteln nicht jene, die seit der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht
unausgesetzt den propagandistischen Krieg gegen Adolf Hitler führen,
ihren eigenen Versuch, ihn “aus dem Buch der Geschichte” zu löschen?
Hier geht es um weltgeschichtliche Dimensionen. Gerade deshalb muß
allergrößter Wert auf die Feststellung gelegt werden, zu welchem Zeit-
punkt die geschichtliche Aufarbeitung vorgenommen wird. Sie wird ge-
troffen im Zustande der Verfemung Deutschlands!
“Wir geben den Weg zu einer schrankenlosen Geschichtsdiskussion nicht
frei”, verkündet der Rat der Juden durch die Stimme des Herrn Galinski*,
und Herr Jenninger muß gehen. Dafür darf Herr v. Weizsäcker bleiben; er
entspricht der geforderten Norm.
Aber die Geschichte läßt sich nicht betrügen. Sie webt nach den ehernen
Gesetzen von Ursache und Wirkung unaufhörlich am Schicksal der Völ-
ker.
“Die Deutsche Einheit ist der Feind” war das Credo der französischen
Politik seit dem politischen Testament Richelieus. Wie wohlgefällig
betrachteten die Franzosen das 1648 im Westfälischen Frieden in 330
Staaten und Tausende von kleineren Gebilden aufgeteilte Deutschland.
Wie eifersüchtig überwachte England die Machtverhältnisse auf dem Kon-
tinent.
Trotz Frankreich und trotz England schuf Bismarck einen neuen deut-
schen Staat, und Adolf Hitler rettete diesen Staat aus seinen Trümmern
und einte die Deutschen. “Die Deutsche Einheit” war vollzogen. 1933 hat
Adolf Hitler Deutschland und Europa vor der Bolschewisierung gerettet.
Mit der Eroberung Berlins wären die Flammenzeichen der kommunisti-
schen Weltrevolution über den gesamten europäischen Kontinent getra-
gen worden. Das durch Adolf Hitler aus seiner Not gerissene und erstark-
te Deutsche Volk war die einzige Barriere, die den Völkern Europas die
bolschewistische Revolution im eigenen Lande erspart hat.
Europa hatte damals die Gefahr erkannt. Unter diesem Eindruck schrieb
Churchill 1938 einen offenen Brief an Adolf Hitler mit dem bekannten
Text:
“Sollte England in ein nationales Unglück geraten, das dem Un-

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glück Deutschlands von 1918 vergleichbar ist, so werde ich Gott
bitten, uns einen Mann zu senden von Ihrer Kraft des Willens und
des Geistes.”
Vor 50 Jahren traten die Armeen der übrigen Welt an, einig nicht in der
Motivierung, aber in der vernichtenden Zielsetzung, das Aufbauwerk Adolf
Hitlers zu zerstören.
1941 rettete Adolf Hitler Europa zum zweiten Male. Es ist heute militär-
strategisch keine Frage mehr, daß ohne den heldenmütigen Opfergang
des deutschen Ostheeres die Walze der bereits zur Offensive nach Westen
mobilisierten Roten Armee Europa überrannt und seine Eliten vernichtet
hätte. Die toten europäischen Eliten wären durch keine spätere Glasnost-
Politik wieder lebendig geworden. Der Zukunfts-Horizont Europas hätte
sich für Jahrhunderte verdunkelt und den Weg verlegt für den Bau eines
neuen Europa, dessen ordnende und schöpferische Impulse bis zum Ural
eine neue Weltstunde einläuten können.
Wir sagen: können, – denn das durch Adolf Hitler zum tapfersten Ab-
wehrkampf bereite Deutsche Volk und die europäischen Freiwilligen im
deutschen Ostheer haben den Europäern die geschichtliche Atempause
erkämpft, mit den Kräften ihrer geeinten Völker eine neue Ära der Welt-
geschichte einzuleiten.
Daß der programmierte Aufstand des Marxismus-Kommunismus nicht
das Leichentuch der Anarchie über Deutschland und Europa ausbreiten
konnte, ist ebenso der nationalen Erhebung Deutschlands zu danken. Heute
ist die mit dem Eintritt in das technische Zeitalter aufgeworfene soziale
Frage gelöst. Aber das soziale Bedürfnis der Menschen endet nicht bei
der Lohntüte, es hat auch vorrangig geistige Ansprüche. Führen denn die
nationalen Aufstände in der Sowjetunion und die Auflösungserscheinun-
gen im Vielvölkerstaat Jugoslawien, ganz abgesehen von den Nationali-
sierungsvorgängen in allen Ostblockstaaten einschließlich Rußlands, der
Welt nicht klar vor Augen, was die naturwissenschaftliche Forschung
längst erkannt hat, daß der Mensch als Sozial- und Kulturwesen in der
Art und Weise seiner gewachsenen Gemeinschaft leben will?
Ist es an den Beispielen der Länder mit fortschreitender Völkervermi-
schung nicht ebenso deutlich erkennbar, daß die soziale Frage unlösbar

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scheint, weil sie rein materiell, ohne die Beachtung der kulturellen Belan-
ge, nicht befriedigt werden kann?
Adolf Hitler hatte die Lösung in der ungestörten Entwicklung der ur-
wüchsigen Volkskraft gefunden, in der Erhaltung der eigengearteten Kul-
turen, von denen jede in ihre eigene volksbestimmte Richtung wächst,
wie Konrad Lorenz in einer grundsätzlichen kulturbiologischen Arbeit
ausgeführt hat.
Wie wird die Welt zu seinem 150. Geburtstag, im Jahre 2039, über Adolf
Hitler urteilen, wenn die letzten Archive in England geöffnet sind und das
Deutsche Volk zur Kontinuität seiner Geschichte zurückgefunden hat?
Adolf Hitlers Kampf galt der Wiederherstellung des Lebensrechtes des
Deutschen Volkes unter anderen Völkern. Diesem Ziel hat er mit dem
vollen Einsatz seines Lebens gedient unter Bereitstellung aller genialen
Fähigkeiten seiner Persönlichkeit. Werden die Deutschen weiterhin daran
gehindert, ihr Lebensrecht als gewachsenes Volk zu erlangen, wird mit
dem Genozid an Deutschland auch das Urteil über Europa gesprochen
sein. Dies ergibt sich folgerichtig aus dem geschichtlichen Gewicht des
90-Millionen-Kernvolkes in seiner Mitte.
Man hat es sich zu einfach gemacht, den toten Adolf Hitler auf die nied-
rigste Art zu schmähen. Zwischen der Verteufelung und seiner geschicht-
lichen Erscheinung entsteht eine immer größere Diskrepanz, die eine ver-
sachlichte Geschichtsschreibung richtigzustellen auf dem Weg ist. Die
großen Menschheitsfragen des kommenden Jahrtausends schreien unüber-
hörbar in die Zeit; die Welt eilt einer Katastrophe entgegen. Adolf Hitler
hat Wege zu ihrer Lösung gewiesen.

* “Blätter für deutsche und internationale Politik”, Januar 1987.

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Deutschland – einig Vaterland
(Dezember 1989)

Über vierzig Jahre Trommelfeuer einer Not und Tod bringenden psycholo-
gischen Kriegführung gegen ein großes Kulturvolk unserer Erde sind über
Nacht wirkungslos geworden. Eine stärkere Kraft ist dagegen aufgestan-
den und hat das mit Gewalt verhinderte Lebensrecht dieses Volkes wieder
eingesetzt: der Lebenswille des Deutschen Volkes. Er brach sich aus
unbewußten Tiefen elementar Bahn in einem glückhaften Aufschrei, als
die Mauern fielen. Keine politische Partei in Bonn, möge sie sich nun
noch so wichtigtuerisch gebärden, hat den eingesperrten und nach Frei-
heit verlangenden Deutschen den Weg gewiesen und den Sinneswandel
derer herbeigeführt, denen sie nun, wiedervereinigt, in die Arme sanken.
Vor diesem überquellenden Ausdruck angestauter Gefühle verblaßte al-
les, was durch Medienbevormundung, politische Indoktrinierung und
Manipulation diesem Volk hüben und drüben tagtäglich eingehämmert
worden ist.
Wo wäre solches denkbar, bei Generationen möglich, die getrennt in ge-
gensätzlichen politischen Systemen aufgewachsen sind, wenn nicht bei
unserem Volk, durch Jahrtausende zusammengehörig? Die Welt kümmerte
sich in ihrer ideologischen Verblendung nicht um das Lebensrecht ge-
wachsener Völker. Nun muß sie mit Verwunderung und Staunen, ja, mit
ehrlicher Erschütterung wahrnehmen, daß das Volk der Deutschen un-
trennbar ist.
Dieses Ereignis ist von solcher Tragweite, daß es einen Umbruch der
politischen Weltlage herbeiführen wird. Die Sieger des 2. Weltkrieges
haben mit der Konstruktion ihrer neuen Welt die Deutsche Frage zur
Schlüsselstellung erhoben: die Aufteilung der Welt, die Trennung Euro-
pas und die Konfrontation ihrer militärischen Machtballungen geht mit-
ten durch Deutschland! Der Aufbruch des Deutschen Volkes zur Selbst-
bestimmung in einem geeinten Staat hat daher weltgeschichtliche Be-
deutung: die Nachkriegspolitik hat ihr Ende gefunden. Die Wiederverei-
nigung Deutschlands steht vorrangig auf der Tagesordnung der Weltge-
schichte.

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Welche Umwege die politischen Tagesereignisse nun auch durch die ver-
schiedensten Interessengegensätze nehmen werden, die Logik der Politik
wird zwangsläufig das Auseinanderdrücken der Militärblöcke bewirken.
Hierin liegt die Voraussetzung zur Wiedervereinigung Deutschlands und
zur Neuordnung der Völker Europas vom Atlantik bis zum Ural.
Man darf Gorbatschow das staatsmännische Format zutrauen, mit dem
politischen Umbruch in Europa auch die Stabilität seines riesigen Viel-
völkerstaates sichern zu wollen. Die Sowjetunion ist machtpolitisch von
Asien und von Westeuropa her in größte Bedrängnis geraten. Dies hatte
die historisch bedeutsame Schwenkung der russischen Außenpolitik auf
eine europäische Integrationspolitik zur Folge. Die Zeichen sind unüber-
sehbar. Auch der Aufbruch des Volkswillens in Mitteldeutschland war
nur möglich mit der Zustimmung Moskaus: Das DDR-Regime hatte kei-
ne Deckung mehr durch russische Panzer wie 1953!
Aber noch tiefgreifendere Vorgänge erzwingen die Umgestaltung der
machtpolitischen Verhältnisse. Es ist der Zusammenbruch der marxistisch-
kommunistischen Ideologie, besiegt von den genetischen Gesetzen des
Lebens!
Die ideologischen Dogmen von der Vererbung durch die Umwelt erwor-
bener Eigenschaften, dem kommunistischen Gleichheitswahn und der So-
lidarität der Arbeiterklasse im internationalen Sozialismus haben sich als
lebensfeindlich und realpolitisch undurchführbar erwiesen.
Die ideologisch orientierte Wirtschaftspolitik ist zum völligen Fehlschlag
mit katastrophalen Folgen besonders für die sowjetische Landwirtschaft
geworden. Hierzu sei nur an den Fall Lyssenko erinnert, der die marxisti-
sche Lehre der Vererbung von Umweltfaktoren auf die nachkommenden
Generationen ad absurdum geführt hatte.
Die Einebnung genetischer Unterschiede in der kommunistischen Gesell-
schaft ist praktisch aufgehoben; das Leistungsprinzip wird auch in der
Landwirtschaft wieder eingeführt. Es ist bemerkenswert, daß Gorbatschow
hierbei auf uralte bäuerliche Strukturen der Erbpacht zurückgreifen will.
Der internationale Sozialismus ist längst als eine durch Gewalt aufrecht-
erhaltene Utopie entlarvt worden. Die Welt erlebt die Nationalisierung

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aller kommunistischen Staaten und nun auch die Ablösung des Kommu-
nismus als Staatsdoktrin. Dem gleichen Ruf nach nationaler Selbstbe-
stimmung folgen die Völkerschaften der Sowjetunion und Jugoslawiens.
Planwirtschaft und Staatskapitalismus sind gescheitert, weil sie die Lei-
stungsfähigkeit nicht fördern, sondern fesseln. Man muß sich fragen, ob
bei ehrlichem Urteil die in diesem Jahr mit so großem Klamauk gefeierte
Französische Revolution nicht gallebitteren Geschmack im Munde ihrer
politischen Gefolgschaften hervorgerufen hat. So gründlich widerlegt wie
diese wurden noch keine Irrlehren der Geschichte.
Das liberal-kapitalistische System erlebt im Grunde genommen die glei-
che Widerlegung durch die Lebensgesetze. Wenn wir nach dem Westen
schauen, sehen wir gesellschaftspolitische Auflösungserscheinungen von
erschreckenden Ausmaßen, die vor allem für die Staaten Amerikas als
Rassenschmelztiegel größtenteils unumkehrbar geworden sind. Die Ab-
kehr von gewachsenen natürlichen Bindungen, die Uniformierung der
Massen, herbeigeführt durch kapitalistische Manipulation, verrichtet im
Westen ihr folgenschweres Werk.
Diesem materialistischen Geist mit seinen kulturzerstörenden Mechanis-
men wurde der andere Teil Deutschlands ausgeliefert.
Das Deutsche Volk hat beide Heilslehren gründlich kennengelernt und
wird seine Erfahrungen geistig umsetzen und einen neuen Weg in die
Zukunft suchen müssen. Die Weichen sind in Richtung Leben gestellt.
Das heißt, nur durch die Respektierung der lebensgesetzlichen Ord-
nung, in die alle Völker und Kulturen der Erde mit ihren angestammten
Lebensräumen, ihren Pflanzen und Tieren, gleichermaßen einbezogen sind,
können die anstehenden Fragen des kommenden Jahrtausends bewältigt
werden. Das Deutsche Volk wird dann im friedlichen Wettbewerb der
Völker seine bewunderte Leistungskraft zum gemeinsamen Wohle einset-
zen.
Friede auf Erden sind schöne Worte, die weder durch gleichmacherische
Gewalt noch durch Völkervermischung verwirklicht werden können.
Das Deutsche Volk ist glücklich in diesen weihnachtlichen Tagen. Es hat
eine neue Hoffnung gewonnen, wieder als freies Volk unter freien Völ-
kern Europas zu leben und zu schaffen.

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Laßt uns Deutsche nun in die Tat umsetzen, was die Volkskundgebung in
Leipzig im Sprechchor rief:
Deutschland – einig Vaterland!
Es wird der Welt zum Frieden gereichen.

———

Ist die Deutsche Einheit


der Feind Europas?
(Januar 1990)

Die Deutsche Einheit ist wieder in das Bewußtsein der Europäer gerückt
und auf den Plan der Weltpolitik getreten.
Das Deutsche Volk wird seine Wiedervereinigung in einem selbständigen
deutschen Staat einmal seinen mitteldeutschen Landsleuten zu danken
haben. Sie waren es, die im richtigen Augenblick den vorüberwehenden
Mantel des Schicksals ergriffen und die Wende in der Nachkriegspolitik
der Deutschen eingeleitet haben.
Über ihrem stürmischen Verlangen nach Freiheit erhob sich bald ein neu-
er Gedanke und wurde mehr und mehr zur bestimmenden Größe im Auf-
bruch des Volkswillens: die Einheit des Vaterlandes.
So haben wir es erlebt.
In diesen Tagen stieg das Vaterland der Deutschen plötzlich wie der Phö-
nix aus der Asche 45 Jahre langer Verunglimpfung als volksbewegende
Idee verjüngt ins Licht und wurde zur treibenden Kraft des politischen
Geschehens.
Daß damit auch das Kräfteverhältnis des Status Quo der Nachkriegszeit
in Bewegung gerät, verursacht Aufregung und Unsicherheit bei den west-
lichen Nachbarn bis über den Atlantik. Die Einheit der Deutschen hat die
völkerrechtswidrige Umkehr der Politik nach 1945 überwunden; die Ab-

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sicht ist durchkreuzt, mit Hilfe eines integrierten Westeuropa die Deut-
sche Einheit als Recht der Deutschen zur Selbstbestimmung für immer
verhindern zu wollen. Es muß im Bewußtsein der Europäer endlich auf-
leuchten, daß mit der veränderten Lage der Wiederaufrichtung Deutsch-
lands auch die große Gefahr für unseren Erdteil gebannt ist, zum Schlacht-
feld eines Dritten Weltkrieges zu werden.
Das Gesetz des Handelns liegt jetzt bei der Sowjetunion.
Die Änderung der sowjetischen Außenpolitik erweist sich immer mehr
als eine langfristig angelegte Strategie, die eine neue Beziehung zu Euro-
pa herstellen will. Es ist sicher kein Zufall, daß sie mit der Revolutionie-
rung der inneren Verhältnisse des Riesenstaates einherschreitet. Aber die
Anhebung der russischen Zivilisation zu einem durchwegs modernen
Staatswesen wird ohne die Hilfe des übrigen Europa nicht gelingen kön-
nen. Das Werben um die deutsche Industrie und Wissenschaft spricht
eine beredte Sprache.
Als Gorbatschow bei seinem Besuch in Bonn das Selbstbestimmungs-
recht hervorhob und auch den Deutschen zugestand, schloß er damit das
Kapitel von der kommunistischen Weltrevolution endgültig als von
der Geschichte überholt ab.
Der Funke erfaßte bald die Freiheitsbestrebungen der osteuropäischen
Völker und entfachte das Feuer nationaler Gefühle. Sollte Gorbatschow
dabei die möglichen Auswirkungen auf den eigenen Machtbereich über-
sehen und die nationalen Eigenwilligkeiten der Völkerschaften der So-
wjetunion unterschätzt haben? Die Macht der Sowjetunion stützt sich im
wesentlichen auf die 165-Millionen-Masse der Großrussen, Ukrainer und
Weißrussen, also auf ihren europäischen Teil. Die räumliche Ausdeh-
nung gegen Asien ist, von der russischen Verteidigungsstrategie aus gese-
hen, unverzichtbar, wenn auch die dazugehörigen Turkvölker, Armenier
und Mongolen sicher eine soziale und religiös-politische Belastung dar-
stellen. Die Entlassung dieser Völker ohne staatsschöpferische Kraft aus
dem sowjetrussischen Staatsverband würde jedoch bedeuten, daß der Is-
lam mit seinem religiösen Zündstoff vorrückt und in der weiteren Folge
diese Länder von Asien her vereinnahmt und staatlich organisiert wer-
den. Das kann jedoch nicht im Interesse einer weitsichtigen Verteidigung
Europas gelegen sein.

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Besonders Deutschland hat 1000 Jahre lange Erfahrungen, welche Ge-
fahren Europa drohen, wenn die Horden aus Asien ungehindert eindrin-
gen können. Nur das Reich hat es vermocht, daß sich der Hunnenvor-
sturm um 450 bis zu den Katalaunischen Feldern in Gallien nicht wieder-
holte, daß die Einfälle der Ungarn und Awaren und die Expansion der
Türken vor den Toren des Reiches zum Stillstand gebracht wurden.
Die Stärke des Reiches war der Schutz und Schirm Europas; ohne den
kraftvollen Arm und die Opferbereitschaft der Deutschen wäre Europa
längst ein Raub Asiens geworden. Während Frankreich im Rücken des
kämpfenden Reiches mit seinen Einfällen im Westen leichte Beute mach-
te und England ein unbedeutender Randstaat war, der erst später mit see-
räuberischen Gewaltakten sein Imperium schuf.
Im Ringen Deutschlands um seine geistige Freiheit gegen die Einmischung
des Papsttums spielte Frankreich seine verhängnisvolle Rolle, die in der
Verheerung Deutschlands im 30jährigen Krieg und seiner Zerstückelung
im Westfälischen Frieden (1648) gipfelte. Zum Ruhme Frankreichs wur-
de die Deutsche Einheit für die nächsten 250 Jahre verhindert. Die Blicke
der französischen Politik ruhten genauso wohlmeinend auf dem in hun-
derte, ja tausende Stücke zerrissenen Deutschland, wie gegenwärtig die
Freundschaft der Franzosen auf der deutschen Teilung beruht. Die Deut-
sche Einheit konnte nur mit einem Sieg über Frankreich wiederhergestellt
werden, d.h., das Selbstbestimmungsrecht des Deutschen Volkes mußte
mit dem Schwert erkämpft werden!
Bismarck war ein großer deutscher Staatsmann, wie Richelieu ein großer
französischer gewesen ist, – nur mit einem wesentlichen Unterschied:
Deutschland hat sich niemals in seiner Geschichte französisches Land
einverleibt, – hat im Gegenteil auf die Rückgliederung von Elsaß-Loth-
ringen verzichtet, – noch dem französischen Volk das Recht zur staatli-
chen Einheit abgesprochen. Das Erbe Richelieus in der Politik Frank-
reichs ist die Verhinderung der Deutschen Einheit, – das Erbe Bismarcks
ist die Überwindung des Westfälischen Friedens und die Wiederherstel-
lung des Reiches.
Betrachten wir die Landkarte Europas in ihrer Entwicklung seit den letz-
ten großen Kriegen gegen das Reich, so läßt sich das Vorrücken der Staa-
ten im Westen und besonders im Osten gegen die vom Deutschen Volk

255
besiedelte Mitte Europas erkennen. Die Statistik drückt sich noch deutli-
cher aus: sie beweist, daß von allen Völkern Deutschland die wenigsten
Kriege der Geschichte geführt hat.
Nun steht die Deutsche Einheit vor der Tür und begehrt Einlaß.
Und der alte Ungeist, der schon immer Europas Unglück gewesen ist,
tritt wieder arglistig und argwöhnisch aus seiner Deckung heraus. Die
Angst vor der Übermacht des Reiches entpuppt sich als alter Neid Eng-
lands auf den wirtschaftlichen Konkurrenten auf dem Weltmarkt, als Furcht
der Polen und Tschechen, das geraubte deutsche Land wieder zurückgeben
zu müssen. Schließlich hat man sich daran gewöhnt, daß die Deutschen
arbeiten und zahlen, in der EG, in der Entwicklungshilfe, für Polen, für
den Unterhalt fremder Streitkräfte. Sollen nun die USA auf das ihnen in
Yalta und Potsdam zugeteilte Beutegut, auf ihre machtpolitische Interes-
sensphäre in Europa, verzichten?
Die allzeit unterwürfigen Aussteiger aus dem deutschen Schicksal, die
Jünger der Stunde Null, sind jetzt von der Geschichte eingeholt worden.
Der Verrat an Deutschland erhält seine Quittung; am Konferenztisch der
Siegermächte –einschließlich Polens – wird es sich erweisen.
Die von deutschen Kollaborationspolitikern unwidersprochen hingenom-
mene und pausenlos verbreitete Lüge von der deutschen Kriegsschuld –
die eher unter Verschluß gehaltene Akten in englischen Archiven erröten
ließe, als dem Präsidenten der BR-Deutschland die Schamröte ins Ge-
sicht treiben könnte – erhebt nun ihr Haupt. Die Lüge vom Kriegs-
verbrecher Deutschland hält ihre Stunde für gekommen.
Deutschland soll die gesamte Rechnung bezahlen.
Oh – wir Deutsche übersehen nicht, daß die Sieger des Zweiten Weltkrie-
ges immer noch auf deutschem Boden stehen. Wie sollten wir auch die 45
Jahre unserer Besetzung vergessen haben, die, Frieden und Freundschaft
heuchelnd, doch nur eine ununterbrochene Ausbeutung und Bevormun-
dung unseres geschlagenen Volkes gewesen sind? Aber es ist ein Unter-
schied, ob wir nach dem Verlust der Freiheit auch auf die geschichtliche
Wahrheit und auf deutschen Volksboden verzichten.
Von der Ehre wollen wir nicht reden; davon schweigen die toten deut-

256
schen und europäischen Soldaten, die den Leib Europas geschützt haben,
laut genug in ihren Gräbern.
Aber eine Warnung an Europa vor einem Über-Versailles muß ausge-
sprochen werden.
Noch sollte das verheerende Diktat nicht vergessen sein, mit dem man
das stärkste Volk unseres Erdteils in Ketten schlug und seiner Not mit
Genugtuung zusah. Eine Friedensregelung, die auf der Mißachtung des
Völkerrechtes beruht und den Raub von einem Viertel deutschen Volks-
bodens legalisiert, ist keine gute Mitgift für eine Vereinigung Europas. Es
verließe damit den Boden seiner großen geistigen Errungenschaften, und
Lüge und Gewalt, Raub und Unrecht stünden Pate an seiner Wiege.
Das Deutsche Volk hat durch seine kolonisatorischen Pioniertaten, mit
seinen Kulturleistungen, besonders im Osten und Südosten, anderen Völ-
kern unschätzbare Werte aufgebaut und hinterlassen. Die Polen haben
die Errichtung ihres Staates 1917 dem Deutschen Volk zu danken, nach-
dem sie während insgesamt 550 Jahren ihrer Geschichte nicht die Kraft
aufgebracht haben, zwischen Rußland und Deutschland ein eigenes Staats-
wesen zu organisieren und zu behaupten. Das Deutsche Volk bejaht das
Lebensrecht des polnischen Volkes. Es kennt aber auch den polnischen
Chauvinismus, der mit Hilfe der allmächtigen katholischen Kirche immer
wieder begierig versucht hat, sein Kulturgefälle durch das Eindringen in
den deutschen Lebensraum zu überwinden. Der Raub deutschen Volks-
und Kulturbodens schafft keinen Frieden zwischen den Völkern. Europa
wird sich um der geschichtlichen Wahrheit und der Einigung seiner Völ-
ker willen erinnern müssen, daß Polen im Auftrage Englands die Lunte
für den Zweiten Weltkrieg gezündet hat.
Müssen wir Deutsche nicht England fragen, wann es seine Rolle als ver-
längerter Arm der jüdisch gelenkten United States endlich aufgibt und
seine Verantwortung als europäischer Staat wahrnimmt, nachdem es an
der Seite der USA sein Weltreich verspielt hat?
Öffnet eure Archive, ihr lieben Engländer, die das Geheimnis über den
Zweiten Weltkrieg bis zum Jahre 2017 verbergen sollen, dessentwegen
Rudolf Heß nach 45 Jahre langem Martyrium von der Hand Englands
sterben mußte.

257
Die europäischen Völker werden ihren Zusammenschluß auf den Werten
von Wahrheit und Gerechtigkeit gründen müssen, wenn er von Dauer
sein soll. Darum müssen jetzt die Karten auf den Tisch, – die ihren
und die unseren! Auch die Millionen Opfer, die der Haß der Feinde dem
Deutschen Volke noch nach der Beendigung des Krieges zugefügt hat,
die Opfer einer grausamen Vertreibung, dürfen nicht länger durch Lügen
verhöhnt werden. Einen ersten Schritt hat der neue Staatspräsident der
Tschechoslowakei gesetzt, indem er die mörderische Austreibung der
Sudetendeutschen bedauerte.
Nicht mit überheblicher deutscher Zunge gesprochen, sondern aus dem
Munde der Geschichte ist es zu vernehmen: Die übrigen Völker müssen
erst lernen, Europäer zu sein, – die Deutschen sind es schon seit ei-
nem Jahrtausend.
Und weil das Deutsche Volk getreulich seinem geschichtlichen Auftrag
gehandelt hat, wird es auch in Zukunft seine Stärke einbringen für die
gemeinsamen großen Aufgaben des kommenden Jahrtausends. Nicht als
niedergehaltenes, ausgebeutetes Volk zweiter Klasse, sondern in freiwilliger
Leistung aus dem Edelmut, zu dem nur starke Völker die Kraft haben.
Wir Deutsche wollen kein merkantiles, dem Geldgeist ausgeliefertes Eu-
ropa, wir wollen ein Europa, daß die Höhe seiner Kultur wieder aufrich-
tet und einen neuen Lebensstil aus der Tradition seiner geistigen Werte
entwickelt.
Wer jedoch an Deutschland den ethnologischen Totschlag mittels einer
multikulturellen Gesellschaft vollführen will, der soll wissen, daß mit sei-
nem Volkstod auch das übrige Europa auf die Stufe des Rassenschmelz-
tiegels Amerika absinken wird.
Europa wird zur Wahrheit finden müssen.
Die Frage, ob die Deutsche Einheit der Feind Europas ist, beantwortet
sich aus der Umkehrung:
Wenn Europa der Feind der Deutschen Einheit ist, wird es sich um seine
eigene Zukunft betrügen.
———

258
Das Tor der Zukunft ist weit offen
Die Wende für Deutschland
(1990)

Es gibt nur wenige Augenblicke der Weltgeschichte, die eine neue Wei-
chenstellung mit unvorhergesehener Wirkung auf die Zukunft der Welt
eingeleitet haben, wie der 15. Juli 1990 in Stawropol.
Der Staatspräsident der zweitgrößten Militärmacht der Erde händigte dem
Kanzler eines deutschen Nachkriegsstaates die Schlüssel für die Wieder-
herstellung eines freien souveränen deutschen Staates aus.
Das Deutsche Volk hat sich lange geweigert zu erkennen, daß der “Schlüs-
sel” zur deutschen Wiedervereinigung in Moskau liegt, wie es bereits seit
langem von deutscher nationaler Seite immer wieder begründet worden
ist.
Es stellte sich gefühlsmäßig aus berechtigter Furcht vor dem Bolsche-
wismus unter den “Schutz und Schirm” der USA, und erst allmählich ist
ihm bewußt geworden, daß es damit eine ebenso feindliche Seite gewählt
hatte.
Ein Volk, unfrei und ohne Führung, ist auf den langen Weg gemeinsamer
politischer Erfahrungen angewiesen. Dieser Weg ist ein um so längerer,
je mehr es der Irreführung durch die offizielle Politik im eigenen Lande
ausgesetzt ist. Schließlich setzt sich die unausweichliche Erkenntnis durch,
daß die Politik von Völkern und Staaten untereinander von kühler Abwä-
gung der jeweiligen Machtinteressen geleitet wird und nur dort von Ge-
meinsamkeit die Rede sein kann, wo ein Zusammenwirken gegenseitigen
Nutzen bringt. Daß die jüdisch geführte Macht USA, die das Deutsche
Volk mit einem mörderischen Krieg überzogen, dessen Führung zu Ver-
brechern erklärt und sich selbst zur moralischen Instanz der Weltgeschichte
erhoben hat, zur Freundschaft mit Deutschland fähig wäre, ist ein durch
50 Jahre leidvoller politischer Erfahrungen des Deutschen Volkes mit der
westlichen Demokratie widerlegter naiver Glaube.
Im Gegenteil, das Beutegut des 2. Weltkrieges als “Reservation” für Deut-
sche zu betrachten, kennzeichnet die politische Vorstellungswelt gewisser

259
US-Kreise, die nur zu gern bereit sind, die Unterwerfung der deutschen
Bundesrepublik unter die Weisungen eines “One-World-Planes” mit Wohl-
wollen zu quittieren. Keine der westlichen Demokratien hat auch nur die
geringste Neigung erkennen lassen, die Deutsche Frage einer Lösung im
Sinne des Selbstbestimmungsrechtes der Völker zuzuführen.
Die Signale kamen aus dem Osten.
Seit dem 2. Weltkrieg hatten sich gewaltige machtpolitische Veränderun-
gen in der Welt ergeben. Der Aufstieg der Sowjetunion mit dem Sieg über
Deutschland und die endgültige Entmachtung Englands durch die USA
ließen beide Großmächte als Rivalen um die Weltherrschaft aufeinander-
treffen. Die verkündete leninistische rote Weltrevolution nahm durch den
Beitritt Chinas bedrohliche Formen an.
Die USA hatten mit Englands Weltstellung auch dessen klassische See-
machtpolitik geerbt, der riesigen Landmacht Rußland den unmittelbaren
Anschluß zu den großen Ozeanen zu verwehren. Die Stützpunktstrategie
beider Supermächte mit dem Ziel, den Zugang zu den reichen Rohstoff-
quellen in Vorderasien und Afrika zu gewinnen und abzusichern, beunru-
higte die Welt durch andauernde Kriegsgefahr, wobei die Überlegenheit
der Seemacht USA gegenüber der geopolitischen Lage der Landmacht
Sowjetunion klar hervortrat.
Europa stand in der tödlichen Gefahr, zum Schlachtfeld eines atomaren
3. Weltkrieges zu werden, zumal die USA keinen Zweifel daran ließen,
diesen Vernichtungskrieg mit der Auslöschung Deutschlands notfalls füh-
ren zu wollen.
China löste sich bald aus der Einflußsphäre der Sowjetunion. Als später
sein Freundschaftsvertrag mit dem jahrhundertelang verfeindeten Japan
folgte, war dies für die Sowjetunion ein Alarmzeichen. Die Handschrift
der US-Außenpolitik war unübersehbar Der sowjetische Lockerungsgriff
gegen die permanent fortschreitende Einkreisungspolitik der USA mit der
militärischen Besetzung Afghanistans und dem Ziel eines strategischen
Zuganges zum Indischen Ozean scheiterte.
Unmittelbar darauf kündigte der sowjetische Außenminister Scheward-
nadse die radikale Kursänderung der Außenpolitik der Sowjetunion an.
Die Sowjetunion handelt unter dem Zwang einer Entwicklung von Asien

260
her, die es in die bedrohliche Lage einer Zweifrontenstellung gebracht
hat.
Der schlafende Riese China ist aufgestanden und reckt sich zu der furcht-
erregenden Größe von 1 1/4 Milliarden Chinesen empor Mit dem chinesi-
schen Volksriesen teilt der Sowjetstaat eine 7.500 km weite Grenze, ge-
nau ausgemessen ist sie 15.000 km lang. Das Erwachen Chinas zur Groß-
macht hat in den europäischen Russen das Trauma von der alten Mongo-
lenherrschaft, als die Goldene Horde ihre Knute über Rußland schwang,
wieder aufleben lassen.
Vielleicht dachte Gorbatschow an diese Lage bei seinen Worten: “Wer zu
spät kommt, den bestraft das Leben.” Jedenfalls drängt sich die Symbol-
trächtigkeit des Treffpunktes mit dem deutschen Bundeskanzler in Geor-
gien, das nicht nur einer russischen, sondern auch einer europäischen
Riegelstellung gegen Asien gleichkommt, aus dieser Sicht auf, auch wenn
Kohl nicht von Gorbatschow, wie einst Adenauer von Chruschtschow,
gefragt wurde: “Was machen wir, wenn die Chinesen kommen?”
Aus dieser weltpolitischen Perspektive sind die tieferen Ursachen der neuen
sowjetischen Politik deutlich erkennbar.
Um so schwerwiegender fällt die Schwäche der Wirtschaft der Sowjet-
union ins Gewicht. Sie drängt die Russen an die Seite Deutschlands und
Europas. Damit ist eine Entwicklung eingeleitet, deren weltgeschicht-
liche Tragweite vorerst nur erahnt werden kann. Der erste Schritt
bringt Deutschland die Einheit und Freiheit.
Mit dem Zwang zur Anpassung an Europa durch die Gorbatschow-Re-
formen wurden alle Wunden der Leninschen Planwirtschaft offengelegt.
Zum Staunen der Welt vollzog sich über Nacht, gleichsam mit Natur-
gewalt, der unaufhaltsame Zusammenbruch der kommunistischen Syste-
me in den Ostblockstaaten; die marxistisch-kommunistisch-leninistische
internationale Ideologie widerlegte sich selbst.
Kein Grund zum Triumph für den liberal-kapitalistischen Westen!
Denn widerlegt wird auch in einem fast tagtäglich stattfindenden Prozeß
der westlich geprägte Internationalismus. Die Welt hat es nur noch nicht
zur Kenntnis genommen.

261
Die Zeit des Nationalismus der Völker ist angebrochen. Er wird eine bes-
sere Welt schaffen, weil er auf einer natürlichen, lebensgesetzlichen Wert-
ordnung beruht. Der internationale Kapitalismus wird die Gewalt dieses
Durchbruches nicht lange in Schranken halten können; die Völker lassen
sich nicht wie Schachbrettfiguren in den abstrakten Plan einer One-World-
Doktrin einpassen.
Damit wird der Weg frei für eine Neuordnung Europas. Denn entweder
wird Europa zu einer Schicksalsgemeinschaft der weißen Rasse zusam-
menfinden, oder es wird seine notwendige Rolle in der Welt nicht erfüllen
können; eine Vereinigung im Krämergeiste hat weder Zukunft noch Grös-
se.
Für Deutschland sind nun die Tore der Zukunft weit offen.
Das Los der Deutschen hat sich über Nacht gewendet. Nun wird sich das
Leben in West- und Mitteldeutschland wieder gemeinsam gestalten las-
sen. Aus dem Schicksal, zwangsweise getrennt verschiedenen ideologi-
schen Blöcken angehört zu haben, wird jeder Teil auch Erfahrung und
Nutzen ins gemeinsame Haus einbringen. Die einen haben das Vaterland
als höchsten Wert aus ihrem Unglück gerettet, und die anderen haben um
den Preis ihrer seelischen Freiheit eine finanzkräftige Wirtschaft aufge-
baut. Nun gilt es, die mitteldeutschen Brüder und Schwestern ans Herz
zu nehmen und die Verluste wettzumachen. Wer mit Maß und Gewicht
eines Krämers an diese Aufgabe herangeht, ist der großen Stunde nicht
gewachsen. Aber es wäre nicht das Deutsche Volk, wenn der Anruf des
“einig Vaterland” in den Herzen der anderen keinen Widerhall fände.
Wichtig ist, daß Deutschland wieder zur Kontinuität seiner Geschichte
zurückkehrt und daraus ein neues Selbstbewußtsein entwickelt.
Ein Fußball-Weltmeisterschaftssieg bedingt noch keine nationale Größe.
Der Siegestaumel war eher eine Ersatzfunktion für lange angestaute na-
tionale Gefühle und beweist, daß die Betätigung des Nationalgefühles
eine notwendige biologische Funktion im Leben der Völker ist. Doch er
signalisierte das erwachende Bewußtsein der Deutschen, eine Nation zu
sein.
Große weltpolitische Umwälzungen werden sich allein aus dem neuen
deutsch-russischen Verhältnis ergeben. Für die deutsche Wirtschaft, er-

262
höht um die kommende Leistungskraft der 15 Millionen Mitteldeutschen,
ergibt sich die Möglichkeit uneingeschränkter Entfaltung, die ihr ganzes
Können in organisatorischer und finanzpolitischer Beziehung herausfor-
dern wird.
Wie das weltpolitische Kräftespiel reagiert, wird an einem scheinbar ne-
bensächlichen Vorgang bei der Konferenz der Westmächte in Houston
deutlich. Der bekundete Wille der Bundesrepublik Deutschland, der So-
wjetunion einen 5-Milliarden-Kredit zu gewähren, löste sofort die US-
amerikanische Befürwortung für einen japanischen 6-Milliarden-Kredit
an China aus. Das ist harte Machtpolitik, die mit Freundschaft nichts zu
tun hat.
Von den USA ist aber erst recht keine Politik der Verantwortung gegen-
über der weißen Rasse zu erwarten. Sie treibt aufgrund ihrer Rassenpoli-
tik im Inneren einem machtpolitischen Abstieg entgegen, den viele US-
Amerikaner mit Sorge voraussehen.
Wie aber wird das Deutsche Volk auf den Anruf der Geschichte ant-
worten?
Gefragt ist das Deutsche Volk, – nicht das auf bloßes Wirtschaftsdenken
eingeschrumpfte westdeutsche Selbstbewußtsein, auch keine multikultu-
relle, von anderen Rassen und Völkern unterwanderte Gesellschaft als
Ausgeburt einiger krankhafter Hirne von Politikern, – nein.
Gefragt ist das Deutsche Volk, das in seinem Raum seit über 1000 Jahren
große Geschichte gemacht hat, das in einem bewunderswerten Kampf um
sein Lebensrecht unterlegen, aus Trümmern wieder zu einer modernen
Wirtschaftsmacht aufgestiegen ist. Dieses Volk ist gefragt, dessen Spra-
che der Welt hohe Wissenschaft und Kunst vermittelt hat. Es muß sich
nur wieder zu seiner Würde und Größe bekennen, da es – durch seine
Geschichte ausgewiesen – befähigt ist, die großen Aufgaben des kom-
menden Jahrtausends für alle Völker in Angriff zu nehmen.
Es ist ein neuer Geist, der die Völker lehren wird, daß die Erde ein Gan-
zes ist mit allem, was lebt, – bis zur Lebenswelt der Rassen, Völker und
Kulturen –, daß das Nahe geliebt und das Ferne geachtet werden muß in
seinem eigengearteten Gesetz Keine utopische Welt ewigen Friedens, aber
eine Welt, in der die Lebensrechte erkannt und notfalls auch verteidigt

263
werden müssen. Der wirtschaftliche und technische Aufstieg muß vom
neuen Geist lebensgesetzlichen Denkens gesteuert werden, wenn er Nut-
zen bringen und eine bessere Ordnung der Welt bewirken soll.
Das ist die Herausforderung an die Deutschen.
Ein vollzogener Völkerrechtsbruch des polnischen Landraubes an Deutsch-
land wird jedoch zur Dauerbelastung in der Gesamtrechnung Europas
mit der Eigenschaft eines unerledigten Postens: als polnische Frage.

———

Dem heldenhaften Kampf


des mitteldeutschen Volksaufstandes am 17. Juni 1953
geziemt unsere Ehrerbietung

Wir gedenken der


5 3 8 Toten
1 1 4 standrechtlich Erschossenen
1 1 1 2 Verwundeten
1 1 5 2 zu hohen Zuchthausstrafen Verurteilten
4 5 7 lebenslänglich Verurteilten
4 8 0 0 0 Verhafteten

(Zahlen aus: Helmut Diwald,, “Geschichte der Deutschen”, S. 94.)

———

264
Das Ende der Heuchelei
(Februar 1991)

Das Ausmaß von Heuchelei, Lüge und Zynismus, mit dem Deutschland
von der amerikanischen Kriegspropaganda überzogen wird, hat mit dem
Beginn des Golfkrieges unerträgliche Formen angenommen. Die Leistung
der Nation wird mit Scheckbüchern in aller Welt feilgeboten, wie die
USA es befehlen. Die Gazetten verströmen schamlos eine Sklavenmoral,
damit das Deutsche Volk für einen Angriffskrieg mit Völkermord in einer
Region, die mit deutschen Interessen nicht das Geringste zu tun hat, zur
Erpressung reif wird. Die vergoldeten Sklavenketten sollen als Ausdruck
unserer demokratischen Freiheit zum Ruhme US-Amerikas geduldig von
uns getragen werden. Eine hohe Kulturnation im Staube vor einem Em-
porkömmling der Weltgeschichte!
Hält man den Verdummungsprozeß im Deutschen Volke bereits für so
weit vorangeschritten, daß die deutsche Wirtschaft mit unverhohlener
Heuchelei, mit Lüge und Nötigung beschuldigt werden kann, am Aus-
bruch des Krieges am Golf mitschuldig zu sein, um einen Vorwand für
die weitere Ausraubung des Deutschen Volkes mit der Bezahlung der
Milliardenkosten des Krieges zu schaffen und das Deutsche Volk mora-
lisch gefügig zu machen?
So gefügig, daß es seine nationalen Pflichten gegenüber dem eben erst in
einen gemeinsamen Staatsverband eingeholten, wirtschaftlich schwerstens
geschädigten mitteldeutschen Volksteil zurückstellt und vernachlässigt?
Wann je ist die US-Macht, deren Präsident Bush sich moraltriefend zur
Weltinstanz der Gerechtigkeit aufspielt, für das Völkerrecht eingetreten?
Dieser Staat der Maßlosigkeit – der unbegrenzten Möglichkeiten, wie
viele meinen, – ist eine völkerzerstörende und todbringende Allianz ein-
gegangen in der Verquickung der Heilslehre der Französischen Revoluti-
on mit der Macht des Geldkapitalismus.
Am Anfang seiner Geschichte steht der Völkermord an 22 Millionen In-
dianern und entlarvt die puritanische Staatsdoktrin von Frieden, Freiheit
und Demokratie als eine an Zynismus nicht zu übertreffende Barbarei.

265
Das Deutsche Volk hat die USA nur als Todbringer kennengelernt. Wofür
soll es dieser Macht Dank schuldig sein? Etwa dafür, daß sie der ebenso
todbringenden bolschewistischen Herrschaft einen Teil unseres Volkes
ausgeliefert hat? Nach dem 1. Weltkrieg begann es mit der Verkündung
des Selbstbestimmungsrechtes der Völker durch Präsident Wilson. Es
erwies sich als reine Heuchelei, womit der Waffenstillstand zum Betrug
am Deutschen Volke gedieh. Die Abtrennung ganzer Gebiete vom Mut-
terland, Staatsgebilde, wie z.B. die Tschechoslowakei, in die gleichzeitig
mehrere Völker gepfercht wurden, waren vorprogrammierte Zündstoffe
für den nächsten Weltkrieg auf europäischem Boden. Hinter den nüch-
tern genannten Tatsachen liegen Not, Terror, Leid, Unfreiheit und Tod
für die betroffen gewesenen Menschen verborgen.
Und als diese Geldmacht zum zweitenmal die Welt mit Krieg überzog,
blieb ein zerstörtes Europa zurück mit der barbarischen Zertrümmerung
der deutschen Städte und einer Million durch Luftterror getöteter Kinder,
Frauen und Greise.
Der befohlene Mord an 1.200.000 deutschen Kriegsgefangenen und der
Mord an der deutschen Perle der Kultur, der Stadt Dresden, wiegen schwer
im Bewußtsein des Deutschen Volkes. Hiroshima und Nagasaki blieben
ungesühnt und unbestraft! Sollen wir die lange Liste der Völker und Staaten
nennen, in deren innere Angelegenheiten sich die amerikanische Groß-
macht mit Terror und heimlicher Gewalt eingemischt und Unglück und
Unfrieden gesät hat?
Das Ende der Heuchelei für die Gewaltpolitik Nordamerikas ist gekom-
men. Die von Bush verkündete neue Weltordnung könnte nur mit der
Gewalt der Waffen und der Machtpolitik des Geldes über die Völker er-
richtet werden.
Zur moralischen Instanz fehlen der USA alle Voraussetzungen!
Es ist höchste Zeit, daß in Deutschland wieder deutsche Politik gemacht
wird. Es könnte sein, daß dies die Welt von uns erwartet.

———

266
Im 2. Weltkrieg wurden durch den alliierten Bombenterror allein 58 deut-
sche Großstädte im Durchschnitt zu über 50% zerstört. Nachstehend ei-
nige Beispiele in Zahlen über den Krieg gegen deutsche Kinder, Frauen
und Greise:

TOTE zerstörte Wohnungen abgeworfene Bomben


Wien 10.000 20.000 (28%) 50.000
Hamburg 55.000 277.300 (49%) 3.426.000
Berlin 60.000 500.700 (32%) 3.823.000
Leipzig 6.600 37.600 (30%) 1.170.000
Nürnberg 8.080 68.600 (51%) 2.995.000
Pforzheim 17.600 16.000 (66%) 150.000
Dortmund 7.000 46.500 (29%) 1.870.000
Kassel 13.000 41.100 1.512.000
Köln 20.000 141.188 (56%) 1.520.487
Dresden ca. 400.000 75.000 (60%) 6.000 Tonnen!
Insgesamt brachte der Bombenterror gegen Deutschland mit einer Ge-
samtmenge an Bomben von 2.770.540 TONNEN für Kinder, Frauen und
Greise einen grausamen Tod.
Die Deutschen haben keinerlei Veranlassung, sich die Verantwortung der
uneingeschränkten Luftkriegsführung gegen die Zivilbevölkerung in den
Jahren 1940 bis 1945 aufbürden zu lassen. Derartige Schuldzuweisun-
gen stellen eine Verleumdung dar, die Maximilian Czesany bereits in sei-
ner Doktorarbeit zu diesem Thema schon vor vielen Jahren in das Reich
der Legende verwiesen hat. Der völkerrechtswidrige Beginn des Luft-
krieges gegen das deutsche Hinterland geht zu Lasten Englands und Ame-
rikas.
Bei ca. 4.100 Luftangriffen wurden z. B. 16.495.809 Bomben auf 40
deutsche Städte abgeworfen. Die Gesamtverluste des barbarischen Luft-
terrors gegen Kinder, Frauen und Greise betrugen ca. 1.000.000 Men-
schen.
Trotz der beabsichtigten Wirkung der Luftkriegsführung gegen Deutsch-
land seitens Englands und Amerikas ist das Deutsche Volk nicht zusam-
mengebrochen.

267
Arno Breker
Dem genialen Bildhauer

(Februar 1991)

Am 13. Februar 1991 legte der Bildhauer und Plastiker Arno Breker
Hammer und Meißel für immer aus der Hand. Der 90jährige, rastlos
schaffende Künstler hatte zuletzt an dem Kopf Ludwig van Beethovens
gearbeitet. Mit dieser Weihung seiner Künstlerhände an den Unsterbli-
chen schließt sich der Kreis schöpferischer Arbeit des größten deutschen
Bildhauers des 20. Jahrhunderts.
Eine große Künstlerpersönlichkeit ist ohne das Denken und Fühlen, ohne
die geistigen Leitlinien ihrer Zeit nicht zu erfassen, ja, – sie ist geradezu
ihre lebendige Widerspiegelung und ihr Werk das Zeugnis erlebter Wirk-
lichkeit, in das künstlerische Maß zeitlos gültiger Wahrheit erhoben. Arno
Breker hat unserer Zeit die Bildnisse in Stein gehauener Schönheit und
Tatkraft hinterlassen und damit seinem Volke Zeugnisse unauslöschli-
cher Wahrheit geschaffen. Mögen auch die Lügen mit tausend Zungen
reden, ganze Heere von Schreiberlingen die Geschichte nach ihrem Bilde
und nach ihrem Auftrag verfälschen: die wahre Kunst lügt nicht, sie ist
die heilige Schwester der Göttin Wahrheit. Aber freilich, wenn ein Volk
sich selbst nicht mehr kennt, sein eigen Bild verschmäht, muß sie ver-
stummen; dann stürbe besser dieses Volk, wie es der Dichter Josef Wein-
heber in seiner Ode “Künstler und Volk” ausspricht.
Wenn der Feind beschließt, ein Volk zu vernichten, nimmt er ihm die
Leitbilder seiner Werte und vor allem sein Schönheitsbild als Ausdruck
seiner Rasse, weil es arterhaltenden Wert besitzt. Wer die Völker vernichten
will, zerstört ihre eigengearteten Bilder, setzt sie herab und besudelt sie.
An ihre Stelle treten gesichtslose Masken und gehaltlose Puppen, die tan-
zen den Massen voran in das seelenlose Grau ungezügelter Begierden.
So mußte nach der Niederlage Deutschlands das künstlerische Werk Arno
Brekers zertrümmert werden. Haß und Neid der anderen setzten in einer
Orgie der Barbarei – so wie in Dresden, so wie über den reichen Kunst-
stätten deutscher Städte – den Fuß auf die Werke hohen Menschentums.

268
Nun thront das Leitbild des Häßlichen eitel und anmaßend auf seinem,
vom Moloch des Geldes bewachten Hochsitz, und von Marcuse bis Mühl
ist der Abgrund aufgetan. Seht doch: Machen sie alle, die an den Hebeln
der politischen Macht sitzen und den ganzen, fern vom Volke agierenden
Apparat in Gang halten mit ihren Tausenden beflissenen Mitläufern nicht
Reverenzen vor diesem Thron, – schamlos, feige, unterwürfig und ver-
derbt?
Sehen wir es nicht alle? Seit wann fehlt dem Deutschen Volke der Mut
zur Wahrheit?! –
Arno Brekers Schaffen war ungebrochen. Zu ihm kam die große Welt,
sich porträtieren zu lassen. Warum sollten auch die Potentaten afrikani-
scher und orientalischer Staaten zu einem Nichtskönner gehen? Sie ka-
men zu dem deutschen Bildhauer. Und Breker faszinierte es, in den fremd-
artigen Köpfen den geistig-seelischen Gehalt der anderen Rassen zum
künstlerischen Ausdruck zu bringen.
Das Werk Brekers einer Wiederbelebung der griechischen Klassik zuzu-
ordnen, wird ihm nur zum Teil gerecht. Daß auch die deutsche Architek-
tur im Dritten Reich dort anknüpft, wo ihr aus dem Mythos die ungebro-
chene Kraft des rassischen Erbes zuwächst, ist keine blasse, unschöpferi-
sche Nachahmung; es ist das legitime Recht zur schöpferischen Erneue-
rung aus dem Geiste der griechischen Kultur. In der Bildhauerkunst Bre-
kers tritt an die Stelle der ewig in sich ruhenden statischen Schönheit der
griechischen Plastik und Skulptur das künstlerische Element des Dyna-
mischen. Der Charakter als Merkmal der Persönlichkeit hebt nun die
Wechselwirkung zwischen Mensch und Volk, Persönlichkeit und Ge-
meinschaft hervor. So fügen sich seine Bildwerke auch nahtlos ein in das
gesamtbauliche Werk, das als Ganzes den Gestaltungswillen seines
Auftraggebers in der neuen Baugesinnung des Reiches erkennen läßt. Daß
Breker für das Reich schaffen konnte, bot dem genialen Bildhauer die
von jedem großen Künstler erträumte Entfaltungsmöglichkeit. Großes muß
groß gestaltet werden, und so wirkte Arno Breker im Großen. Der Klein-
heit kriecherischer Gebärden wußte er, der Geniale, mit Charakter und
Aufrichtigkeit zu trotzen. So blieb er auch als Mensch hochgeachtet, lie-
benswert und ungebeugt.
Der Mensch Arno Breker, die bedeutende Künstlerpersönlichkeit, ist nun

269
zurückgetreten vor dem Werk, das weiterlebt. Es ist Zeuge seiner Zeit im
Aufbruch des Jahrhunderts und bewahrt getreu das Schönheitsbild für
die Zukunft im Niedergang dieser Tage.

———

Deutschlands Opfergang für Europa


(April 1991)

Im hügeligen oststeirischen Land erhebt sich nahe dem Städtchen Feld-


bach das Ehrenmal der Fallschirmjäger. Auf einer hohen Säule ist der
zum Sturz gen Osten ansetzende Adler sichtbar. Von dort kam der Feind.
Im Laufe eines Jahrtausends sind die vielen Einfälle aus dem Osten die-
sem Raum zum Schicksal geworden. Die Steiermark als “Hofzaun des
Reiches” hatte die Last der Kämpfe gegen einbrechende Awaren, Ungarn
und Türken zum Schutze des Heiligen Römischen Reiches Deutscher
Nation oft allein auf sich gestellt zu tragen, bis Hilfe aus dem Reiche
kam. Es war ein stets bedrohtes Land, das seine Treue zum Reich mit
schweren Opfern an Gut und Blut über ein Jahrtausend immer wieder
besiegelt hat.
In den ersten Apriltagen des Schicksalsjahres 1945 kämpften in diesem
Grenzland deutsche Soldaten im letzten Einsatz. Im Schwerpunkt der
Abwehrkämpfe standen Fallschirmjäger der X. Division. Es ging um das
Schicksal Europas.
Wie notwendig der heroische Kampf gegen die mit weit überlegenen Kräf-
ten vordringende Rote Armee war, wird durch die bedeutsame Aussage
sowjetischer Stabsoffiziere erhellt.
Es war die strategische Absicht der Sowjets, aus dem Raume der ungari-
schen Tiefebene entlang des Raabtales und weiter bis Triest und Koper
vorzustoßen, um sich an der Adria festzusetzen und damit endlich Ein-
fluß auf das Mittelmeer zu gewinnen.

270
Das Gelingen des sowjetischen Planes hätte militärisch und politisch un-
absehbare Folgen nicht nur für Mitteleuropa, sondern für ganz Europa
gehabt. Daß die Sowjets das Ziel nicht erreichten, hat Europa ausschließ-
lich den bereits heute unvorstellbaren soldatischen Leistungen der Fall-
schirmjäger-Kampfgruppe zu verdanken. Sie kämpften und fielen in den
letzten Tagen des Krieges in einem heroischen Opfergang, der dem Vertei-
digungskampf der Griechen bei den Thermopylen ebenbürtig ist.
In einer schweren Entscheidung hatte sich die deutsche Führung im Juni
1941 mit ihrem Entschluß zum Präventivschlag im Osten vor Europa
gestellt. Sie hat damit – und das ist mit dem heutigen Stand der Geschichts-
forschung keine Frage mehr – Europa vor dem Terror bolschewistischer
Gewalt mit Abermillionen Toten bewahrt. Ohne weitere verheerende Ver-
luste hinnehmen zu müssen, hat die Geschichte damit jene Spanne Zeit
gewonnen, die notwendig war, um ihr Urteil über das menschenverachtende
und lebenzerstörende System der roten Weltrevolution zu fällen.
Es ist eine Ironie des Schicksals, daß die politischen Nutznießer des deut-
schen Opferganges, die Hilfswilligen der USA in Bonn – weil sie überle-
ben konnten – heute Deutschland und Europa an des Januskopfes andere
Seite, an das ebenso verheerende liberalistische System des internationa-
len Geldkapitalismus ausliefern. Die Abtretung der politischen Macht
Europas an die USA, den Verkünder dieser anderen völkerverachtenden
“Weltordnung” wird damit zum Verrat am Freiheitskampf Europas.
Gerade in diesen Tagen des Zerfalls des Vielvölkerstaates Jugoslawien,
da erste Schritte notwendig wären, um sich freizumachen von den Hypo-
theken der Diktate von Versailles und St. Germain mit der endlichen Ver-
wirklichung des Selbstbestimmungsrechtes der Völker, versagen die Groß-
sprecher eines vereinigten Europas.
Niemand kann aber die Zeichen übersehen, daß die Stunde der Freiheit
der Völker geschlagen hat. In nicht mehr ferner Zeit werden die völker-
verachtenden internationalistischen und imperialistischen Systeme über-
wunden sein und auch das Deutsche Volk sein Selbstbestimmungsrecht
erkämpft haben.
Die veränderten Machtverhältnisse durch die politische Lage in der So-
wjetunion bieten neue Ansätze zur europäischen Einigung, die vor allem

271
durch eine Verständigung Deutschlands und Rußlands auf einer starken
Partnerschaft beruhen würde. Auf weite Sicht liegen hierin die Lehren
der Geschichte für die weiße Rasse.
Der mosaische Haß deutscher Politiker in Bonn gegen das eigene Volk ist
hingegen die schwerste Hypothek Europas auf dem Weg zu seiner politi-
schen Freiheit.

———

HIER KÄMPFTEN UND FIELEN


IN DEN ERSTEN APRILTAGEN
DES SCHICKSALSJAHRES 1945
DEUTSCHE FALLSCHIRMJÄGER
GETREU IHREM EID UND GEHORSAM
DER BESCHWORENEN PFLICHT.
.
KAMERAD, KOMMST DU NACH HAUSE,
SO SAGE DORT, DU HABEST UNS
HIER LIEGEN GESEHEN,
WIE UNSER GESETZ ES BEFAHL.
.
DIE FÜR DAS VATERLAND STARBEN,
EHREN WIR AM BESTEN,
WENN WIR FÜR DAS VATERLAND LEBEN.
PETER ROSEGGER

Gedenktafeln auf dem Ehrenmal

———

272
Kein Weihnachtsfriede
Europas Fieberkurve
(Dezember 1991)

In die Herzen vieler, allzuvieler, ist Hoffnungslosigkeit eingekehrt. Das


äußere Bild täuscht, die veröffentlichte Meinung lügt, die Kirchen heu-
cheln:
In Europa hat sich ein geistiges Vakuum aufgetan, in dem Vertrauen ent-
schwunden, Sitte zerstört, des Lebens Sinn vergessen, die natürlichen
Bindungen aufgelöst und der Mensch seiner Werte beraubt ist.
Das hemmungslose Triebleben, als große Freiheit gepriesen, führt die
Massen in die Knechtschaft seelischer und körperlicher Abhängigkeit vom
diktierten Massenkonsum in Nahrung, Kleidung und geistiger Kost. An
die Stelle der natürlichen Bindungen ist die materielle Abhängigkeit ge-
treten, das Gelddenken.
Dem totalen Abbruch der Tradition, der Kultur- und Geschichtslosigkeit,
folgt der Sturz der Massen in den geistlosen Stumpfsinn. Konrad Lorenz
hat vor diesen “Todsünden der Menschheit” eindringlich gewarnt. Doch
die Kassandrarufe verhallen zwischen Brot und Spielen im Taumel der
Begierden.
Die apokalyptischen Reiter sind unterwegs und ziehen die Spuren von
Krieg, Hunger, Not und Verderben durchs Land. Unsicherheit wächst,
und die Angst vor der Zukunft ergreift die Menschen.
Wen wundert es, daß die okkulten Geschäfte blühen, die Kriminalität
sich zu einer neuen “Lebensqualität” entwickelt, der Rauschgiftkonsum
steigt, die Geburtenzahlen sinken und die Prophezeiungen ferner Jahr-
hunderte vom Weltuntergang in den Köpfen herumgeistern? Schaut doch
die Masse kaum über den Rand des Tellers hinaus, der ihr täglich mit
dem schadenbringenden Fraß vorgesetzt wird.
Europa ist zutiefst erkrankt. Sein Leib wehrt sich mit großem Fieber ge-
gen das Gift des Gleichheitswahns, gegen die Zerstörung der gewachse-
nen Strukturen und die Vergewaltigung der Völker durch willkürlich ge-
zogene Staatsgrenzen, gegen die Zersetzung von Sitte und Kultur und

273
gegen die Ausraubung europäischer Leistung durch den Dollar-Imperia-
lismus. Alle diese Auswüchse lebensgesetzfeindlichen Denkens und Han-
delns haben Europa und die Welt seit der Französischen Revolution hun-
derte Millionen Tote gekostet.
In Osteuropa haben die Völker gerade die Ketten ihres mörderischen Sy-
stems zerbrochen und geraten nun, kaum dem ruinösen Staatskapitalis-
mus entronnen, in die Fänge des westlichen Geldkapitalismus.
Die zwangsintegrierten Völker in Jugoslawien, der Tschecho-Slowakei,
des Baltikums, die Irländer im Staat der “klassischen Demokratie”, Eng-
land, und die von ihren Völkern abgetrennten Gebiete, – sie alle wurden
um ihr Selbstbestimmungsrecht betrogen, und ihre Leiden und Kämpfe
füllen die Chronik der europäischen Geschichte des letzten Jahrhunderts.
Die Tragödie des kroatischen Volkes enthüllt das Doppelspiel der US-
Macht mit angemaßter Weltordnungsfunktion und das ihrer europäischen
Trabanten, Völkerrecht zu verkünden und zum gleichen Zeitpunkt zu bre-
chen. Sie nahmen sich die Macht, mit dem völkerrechtswidrigen Staats-
gebilde Unrecht zu schaffen, und es fehlt ihnen der Wille, dieses Unrecht
durch Recht wiedergutzumachen. Das internationale Geschwätz ist nichts
anderes als Heuchelei und obendrein eine Verhöhnung der um ihre Frei-
heit kämpfenden Völker. Erbärmlicher kann sich die “westliche Wertege-
meinschaft” nicht vor aller Welt entblößen. Das Reich, einst friedensstif-
tende Ordnungsmacht in Europa, ist zerschlagen, und das heutige Deutsch-
land von Siegergnaden unfrei und unfähig zu handeln.
Wie ein sickerndes Gewässer nähert sich langsam der Einwanderungs-
strom fremder Völker und Rassen. Wenn Europa nicht bald seine Tore
schließt und sich zur Festung der Weißen erklärt, ist es schutzlos der
farbigen Invasion preisgegeben. Europa, Herz und schöpferischer Mit-
telpunkt der Welt, muß sich dann in bürgerkriegsähnlichen Zuständen
des Feindes mitten im eigenen Lande erwehren.
So treibt die Fieberkurve Europas vor dem Eintritt in das neue Jahrtau-
send dem Höhepunkt der Krise zu. Die Entscheidung heißt: Gesundung –
oder Untergang im Chaos der verkündeten “neuen Weltordnung”, in der
alle Völker versklavt sind und nur noch eine Macht herrscht: der todbrin-
gende Moloch der international gesteuerten Geldherrschaft.

274
Doch die Wende schickt ihre Zeichen voraus im erstarkten deutschen
Selbstbewußtsein, im Freiheitskampf der unterdrückten kleinen Völker
und in einer aufkeimenden Sehnsucht nach neuen geistigen Werten. Das
Gelddiktat kann die Verkündung der geistigen Revolution dieses Jahr-
hunderts, die aus dem naturwissenschaftlichen Umbruch unseres Welt-
bildes erwachsen ist, nicht verhindern. Sie wird bahnbrechend die Schwelle
des neuen Jahrtausends überschreiten und das alte System dem Richt-
spruch der Geschichte überlassen. Das rasante Tempo der Entwicklung
in den letzten Jahren sollte ihm Warnung sein und uns hoffen lassen.
Nichts steht mehr festgefügt in diesen Tagen.
Wer die Über-Macht des maßlosen Weltstaates im Westen fürchtet oder
ihr gar vertraut, weiß nichts von der inneren Fäulnis dieses menschlichen
Experimentes, das in ungeheurer Hybris glaubte, die Gesetze des Lebens
mißachten zu können. Die US-Macht ist im Abstieg. Doch hüte sich Eu-
ropa vor den Giftstrahlen des zum Siechtum verurteilten Ungeheuers.
Die Weichen für die künftige Neuordnung unseres Kontinentes sind be-
reits gestellt. Aber Brüssel ist kaum der Ort, an dem zukunftsträchtige
europäische Politik gemacht werden könnte. Der Zusammenbruch der
Sowjet-Macht löst die Frage eines künftigen Kräfteverhältnisses in Euro-
pa. Dem dauerhaften Bündnis zwischen den beiden großen Völkern, den
Deutschen und den Russen, steht nichts Unüberwindbares mehr im Wege;
es muß das weitgesteckte Ziel deutscher Politik sein zum Wohle des Gan-
zen. Ob dieser Weg kurz oder lang ist, wird eine entscheidende Rolle für
Europa spielen.
Hoffnung, Geduld und Zuversicht sind die Kinder geistiger Stärke. In
diesen friedlosen Tagen sollten wir sie erneut bekennen. Denn alles hängt
davon ab, ob es dem Deutschen Volke gelingt, mit der Urkraft seiner Art
Europa aus der Krise herauszuführen. Es ist vor allem dem Deutschen
Volke als Aufgabe gestellt, die tödliche lrrfahrt zu beenden und Men-
schen und Völker wieder mit dem Lebensgesetz in Einklang zu bringen.
Der Drang der Not wird die rettenden Kräfte wecken, mit denen dieses
Volk in einem besonderen Maße vom Lebensgesetz ausgezeichnet ist.

———

275
Das Deutschlandlied
(Dezember 1991)

1922 wurde das Lied: “Deutschland, Deutschland, über alles” vom Reichs-
präsidenten Friedrich Ebert zur Nationalhymne des Deutschen Reiches
erhoben.
Die geniale Melodie Joseph Haydns und die Worte Hoffmanns von Fal-
lersleben vereinend, versinnbildlicht es durch den räumlichen Brücken-
schlag vom Burgenland nach Helgoland, zwischen Komponist und Dich-
ter, die Einheit aller Deutschen. Die Schönheit seiner Musik und die eini-
gende Kraft der Worte verdrängte bald die Arndt-Hymne: “Was ist des
Deutschen Vaterland?”
Auf den Schlachtfeldern Flanderns und in den Herzen der deutschen Ju-
gend hatte es seine letzte Bewährungsprobe im Stahlgewitter des Todes
bestanden: Noch über Gräbern zu blühen und Hort letzter Hingabe und
tapferster Treue zu sein.
Nun ist es uns heilig geworden. –
Als Europa vom Marschtritt Napoleons erzitterte, setzte Joseph Haydn
dem Triumph des Siegers seinen aus tiefster Brust aufbrechenden Be-
hauptungswillen entgegen. In schöpferischer Stunde wurde aus der Ster-
beklage des zusammenbrechenden alten Reiches eine Melodie geboren,
die so rein wie stark im Gleichmaß unbeirrter Kraft gleichsam die Innig-
keit des Ausdruckes wie einen kostbaren Schrein vor sich herträgt, daß in
ihr die Seelenhaltung eines ganzen Volkes so verborgen wie offen liegt. In
ihrer ruhigen Bewegung ist sie Gleichnis der Volkheit, auf Dauer gerich-
tet, sich erhebend als Brücke über Raum und Zeit.
Gesang über Berg und Meer, verkannt wie die Seele unseres Volkes selbst
und verhöhnt in der Niederlage – die Fremden werden dich nie begreifen.
Klingt nicht in dir aus der Ferne der Geschichte Walthers Lied herauf,
raunt nicht Hölderlins Gesang heimlich in deinen Strophen wieder? O
heilig Herz der Völker! Über alles hinweg bist du uns starkes Band über
Klüften; nicht die enthauptete Hymne Bonns bist du uns nun, du bist das
Lied, darin sich alle deutschen Herzen finden:
Deutschland, Deutschland, über alles ...

276
Die Deutschen – ein Volk
ohne nationalen Lebenswillen?
(Januar 1992)

Die sich täglich vollziehende Einwanderung fremder Völkerschaften und


Rassen ist ein ungeheuerlicher Anschlag auf Leben und Bestand des Deut-
schen Volkes.
Es ist die Schritt-für-Schritt-Verwirklichung eines Planes, der schon lan-
ge vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges gefaßt worden ist:
“Germaniam esse delendam”. Dem Anspruch auf weltbeherrschende
Macht im Namen eines orthodoxen Auserwähltheitswahnes stand und
steht die Stärke und Tüchtigkeit des Deutschen Volkes und Reiches im
Wege; darum soll das Deutsche Volk vernichtet werden.
Wenn sich ein großes und tapferes Volk wie das deutsche dem Plan zur
eigenen Zerstörung nicht entgegenstellt, muß es nicht nur besiegt und
beraubt, sondern auch manipuliert und krank gemacht sein. Es muß durch
ein System geknebelt werden, das jeden Eigenwillen unterdrückt, abtötet,
in entgegengesetzte Bahnen lenkt und ihn – auf die Dauer – ganz zu un-
terbinden versucht. Das Schlimmste: ein solches System muß sich auf die
Hörigkeit von Politikern stützen können, die wissentlich Verrat an den
Lebensinteressen des eigenen Volkes betreiben. Das Volk ist dann ohne
Führung; sein Schicksal ist in die Hände einer unbeirrbar kämpfenden
Minderheit gelegt. Die Gewalttätigkeit des Systems liegt darin begründet
und belegt die Absicht des offenen Verrates am Volk.
Ein Blick zurück auf die vergangenen 47 Jahre wird auch dem letzten
Zweifler die Systematik des gesteuerten Vorganges bewußt werden las-
sen.
Dem noch aus allen Wunden blutenden Deutschen Volke wird pausenlos
mit raffiniert ausgeklügelten Lügen die alleinige Schuld am 2. Weltkrieg
und seinen Folgen angelastet. Unter dieser seelischen Folter erliegt die
Masse des Deutschen Volkes einem Schuldkomplex, der sich teilweise zu
der grotesken Form eines Schuldwahnes steigert.

277
Damit ist der Boden für die Demontage der Werte des besiegten Deut-
schen Volkes bereitet.
Man nimmt ihm seinen Stolz, seine Ehre und Würde, besudelt seine Ge-
schichte und schmäht die Großen seiner Kunst. Das Vaterland ist nicht
mehr höchster Verehrung wert, der Glaube an alles Große verloren.
Nachdem die höchsten geistigen Werte gesunken sind, erfolgt die Entwer-
tung der natürlichen Bindungen an Vater und Mutter, an Heimat und Volk.
Mit dem Herabsetzen der Autorität der Väter und des Staates ist die Frau
und Mutter schutzlos geworden, und es kann nun Hand an die sittliche
Ordnung gelegt werden.
Der Abbau der Werte seiner Gesittung öffnet die Schleusen für die “sexu-
elle Revolution”, die alles in ihrem Sog niederreißen soll, was im Charak-
ter des Deutschen Volkes angelegt ist: Geradheit und Offenheit, Keusch-
heit und Anständigkeit, Rechtschaffenheit und Pflichtgefühl, Ordnungs-
denken und Fleiß.
Es gelingt nun sogar mit den raffiniertesten, an Ratten erprobten Mani-
pulationen, die angeborenen Tugenden unseres Volkes für fremde Be-
weggründe zu mobilisieren, so daß der Vergleich mit einer Virusinfektion
im geistig-seelischen Bereich zutreffend ist: Die erblich angelegten Ei-
genschaften können, umgepolt, gegen die Interessen des eigenen Volkes
gerichtet werden.
Es erweist sich, daß die Werte der eigenen Art einen wirksamen Schutz
für ihre Erhaltung bedeuten, notwendiger noch als jedes Waffensystem.
Das Deutsche Volk, seiner geistigen, natürlichen und sittlichen Werte
beraubt, steht nun vor der Frage seiner nackten Substanzerhaltung.
An die Stelle der eigenen Werte werden Scheinwerte gesetzt. Das Gift des
Gleichheitswahnes mit seinen Auflösungstendenzen gegen alle gewach-
senen Strukturen des Volkes beherrscht die politische Landschaft. Kul-
turstolz, Geschichtsbewußtsein und Volksbewußtsein haben im Geldden-
ken, das nun das öffentliche Leben diktiert, keinen Kurswert. Eine mate-
rialistische Gesellschaftspolitik stellt neue Weichen, die in eine verderbli-
che Zukunft führen. Abtreibung und Pille sind die martialischen Instru-
mente dieser Selbstmordideologie; die Masse folgt dem Ruf in die neue

278
Freiheit und stürzt sich in die Zukunftslosigkeit. Das Deutsche Volk erlei-
det seine erzwungene Verneinung im rasanten Geburtenabfall.
Die Infamie des Planes ist nicht mehr zu übertreffen. Während das Deut-
sche Volk nun beschuldigt wird, keine Kinder mehr haben zu wollen, läßt
man die Wirtschaft laut nach fremden Arbeitskräften rufen. Die Bereit-
schaft des deutschen Arbeiters, – statistisch erhoben –, den Mangel an
Arbeitskraft durch Überstunden wettzumachen, wird geflissentlich über-
hört.
Nach der immer dreister werdenden Anwendung eines Stufenplanes zur
Überfremdung des Deutschen Volkes wird das Ziel nun offen bekannt:
Genozid am Deutschen Volk,
– unzählige Male belegt durch die an Gemeinheit nicht mehr zu überbie-
tenden Erklärungen führender Politiker.
Man wähnt, das Deutsche Volk sei nun weit genug manipuliert, um sei-
nem eigenen Untergang taten- und widerstandslos zuzuschauen.
Man hat nur übersehen, daß es stammesgeschichtlich tiefer angelegte
Schichten gibt, die in Verbindung mit dem Gemeinschaftsgefühl dem Art-
bewußtsein eine besondere Rolle in der Lebenserhaltung von gewachse-
nen Völkern zuordnet. Es wäre sonst nicht möglich, daß mehr als 80%
der Deutschen die Überfremdung als Gefahr erkennen und ablehnen; und
es werden täglich mehr.
Es sind die gleichen tiefen Schichten, aus denen in Leipzig und anderswo
der Funken überspringen konnte von einem zum anderen, von Herz zu
Herzen im Ruf: “Deutschland, einig Vaterland”.
Es ist die Not, die Flammen zünden kann.
Sie war für das Deutsche Volk noch nie so groß. Der Aufschrei seines
Lebenswillens wird kommen.

———

279
Vorwort zum “Wannsee-Protokoll”
(März 1992)

Die Erhebung der Wannsee-Villa in Berlin in den Status einer “nationa-


len Gedenkstätte” ist eine Herausforderung. Es geht um die geschichtli-
che Wahrheit! Die Absicht, mit dem Spektakel um das sogenannte Wann-
see-Protokoll eine erwiesene Fälschung in den Rang eines nationalen
Schlüsseldokumentes zu erheben, stellt den Historiker vor die Wahl, die
Ergebnisse seiner Quellenstudien entweder der Politik zu unterwerfen oder
seine wissenschaftlichen Arbeiten in die Waagschale der Wahrheit zu le-
gen. Die Gerechtigkeit ist der Maßstab für die Strenge der Wahrheitssu-
che gemäß dem Ethos des großen Philosophen Immanuel Kant:
“Wenn die Gerechtigkeit untergeht, hat es keinen Wert mehr, daß
Menschen leben.”
Für die menschliche Würde ist es schlechthin unerträglich, eine Unwahr-
heit hinzunehmen, wenn man im Besitze der Wahrheit ist. Ein Kultur-
volk, dessen Geschichtswissenschaft sich bei der Erforschung der Abläu-
fe der Geschichte wissentlich auf Fälschungen stützt, ist dem Geist der
Wahrheit und des daraus fließenden Rechtes fern, sei es nun durch den
Zwang falscher Vorstellungen oder durch die fehlende Bereitschaft, die
Wahrheit mutig zu bekennen. Unsere Untersuchung beschränkt sich auf
das hier allein zur Diskussion stehende Dokument über eine am 20.1.1942
in Berlin-Wannsee stattgefundene Besprechung, das so genannte Wann-
see-Protokoll. Nur um diese spezielle Einzelfrage geht es hier Der Ge-
samtkomplex des sogenannten “Holocaust” bildet nicht den Gegenstand
dieser Arbeit. An diese Spielregel möge sich auch der geschätzte Leser
halten. Das Urteil steht der Geschichte zu.

———

280
Der Ruf Ostpreußens
(August 1992)

Nichts kann das leidgeprüfte Ostpreußen unseren Herzen näher bringen


als die Verse der großen ostpreußischen Dichterin Agnes Miegel. Sie hat
mit ihrer Dichtung sein Schicksal in unsere Volksseele gebrannt.
Weit war das zerstörte, geschundene und geschändete Land unserem po-
litischen Alltag entrückt, als Bonn es verriet und das einstige Kernland
Preußens der Sowjetunion und Polen ohne Gegenwehr überließ. Aber die
Geschichte zeichnet ihre Spuren in den Sand der Zeit nach anderen, eher-
nen Gesetzen. Die Zwangskonstruktion der östlichen Macht zerbrach an
ihren Widersprüchen zum Lebensgesetz der Völker. Kein Wunder, daß
nun jeder nationale Anspruch in seine eigene Richtung drängt und auch
die Rußlanddeutschen den Weg in die Freiheit suchen. Nach ihrem grau-
samen Schicksal vor, während und nach dem großen Krieg gibt es für sie
nur einen Weg in die Zukunft: nach Deutschland!
Wenn es noch eines Beweises bedürfte für das Verbrechen der planmäs-
sig gesteuerten Unterwanderung Deutschlands, dann ist es die Behand-
lung der Rußland-Deutschen durch Bonn! Es ist ungeheuerlich, daß die
international hörige Politikerclique, der das Deutsche Volk bis heute schutz-
los ausgeliefert ist, die Deutschen mit moralisch verbrämten Zwangs-
maßnahmen zum Zusammenleben mit anderen Völkern verurteilen will,
jedoch den ärmsten deutschen Volkszugehörigen aus Rußland die Türe
weist!
“Wenn Deutschland uns nicht die Rückkehr ermöglicht, so wer-
den eines Tages 2 Millionen Rußlanddeutsche an der Grenze ste-
hen; denn die Ansiedlung im Wolgagebiet ist tot. Wir wollen nach
Deutschland.”
Diese Willenskundgebung der Rußlanddeutschen in Moskau wurde von
Bonn durch den Mund eines Staatssekretärs beantwortet:
“Wenn die Rußlanddeutschen uns auf diese Weise erpressen wol-
len, dann haben sie jeden Anspruch auf Förderung verwirkt!”

281
Bonn läßt die Asylantenfluten aus aller Welt in die deutschen Groß- und
Kleinstädte, bis ins letzte Dorf dringen – gegen das Gesetz, gegen Recht
und Ordnung, so daß sich die größte Katastrophe unserer Geschichte auf
deutschem Boden anbahnt.
Hingegen haben unsere Volksgenossen aus Rußland, die vom endgültigen
Untergang ihres Volkstums bedroht sind, das heilige und durch das Bon-
ner Grundgesetz verbriefte Recht, nach Deutschland zurückkehren zu
dürfen. Dieses heilige Recht im Völkerleben kann durch keine Bonner
Verordnung abgewiesen werden!
Nun endlich nehmen die Deutschen ihr Schicksal selbst in die Hand. Wie
hoch auch die Hemmschwelle nationalen Handelns durch das systemati-
sche Vorgehen der Umerziehung gelegen sein mag, sie ist nicht unüber-
windlich!
Die Rußlanddeutschen werden in deutsches Land zurückkehren. Ein be-
merkenswerter Vorgang hat sich inzwischen ereignet: Aus Ostpreußen
erklingt ein Ruf, der gleichermaßen die Rußlanddeutschen und – das ist
besonders bemerkenswert – die Volksseele der Deutschen erreicht hat.
Ostpreußen ist wie ein Zauberwort in das Gemüt des nationalen Deutsch-
land gedrungen und hat eine Welle der Zuneigung in Bewegung gesetzt.
Die Rußlanddeutschen folgen dem Ruf, nach Ostpreußen zu gehen und
das verödete Land wieder aufzubauen und sich eine neue Heimat zu schaf-
fen. Es bedarf der ganzen Hingabe der durch Lebenshärte und Genüg-
samkeit geprägten Volksgruppe der Rußlanddeutschen, die allein es ver-
mag, den harten Weg der Ursiedler zu bestehen. Ostpreußen und das
Deutsche Volk werden ihnen einmal für diese neue große Pionierarbeit zu
danken haben.
Aber es gibt auch Widerstand außerhalb Bonns in den Köpfen klügelnder
Menschen, die nicht erkennen wollen, daß sich hier ein Akt von volksge-
schichtlicher Bedeutung anbahnt, der Vorrang hat gegenüber jedem ande-
ren Anspruch.
So ist es nicht nur ein Vorgang ersten Ranges in der Bewahrung unseres
Volkstums. Ostpreußen ist das Unterpfand der Versöhnung zwischen
Deutschen und Russen. Seine Wiederbesiedlung ist ein Vorbote künftiger
Regelungen. Die Rückgabe Ostpreußens an Deutschland wird die Freund-

282
schaft der beiden größten Völker unseres Erdteiles begründen helfen und
eine neue europäische Ordnung einleiten.

———

10 Jahre Huttenbriefe
(Dezember 1992)

Mit der Folge 6/1992 vollenden die “Huttenbriefe” den 10. Jahrgang ih-
res Erscheinens.
Es ist für Herausgeber, Schriftleitung und Leserschaft gleichermaßen
bedeutungsvoll, wenn eine Zeitung durch 10 Jahre mit steigenden Bezie-
herzahlen und gleicher Betrachtungshöhe einen wachsenden Erfolg fest-
stellen darf. Die Einflußnahme auf eine vom Bekenntnis zum Deutschen
Volk und zu seiner Kultur geleiteten Leserschaft geht weit über bloße
Wissensvermittlung und politische Information hinaus. Die “Huttenbrie-
fe” schöpfen aus der lebensnotwendigen Quelle deutscher Volkheit und
werten alle Lebensvorgänge in Politik, Kultur und Geschichte nach le-
bensgesetzlichem Denken. Es geht hierbei um die Überprüfung des Be-
standes an Werten ebenso wie um eine künftige Neuordnung aufgrund
der fortgeschrittenen Erkenntnisse menschlichen Geistes. Wir dienen da-
mit der Erhaltung unserer Art und der Erneuerung der Kultur aus dem
Geiste unserer gewachsenen sittlichen Ordnung. Allem voran steht der
Kampf um die nationale Freiheit des Deutschen Volkes.
Die Auseinandersetzung mit den “Dunkelmännern” unserer Zeit, die mit
äußerstem Machtanspruch der Welt ihre krankhaften Wahnvorstellungen
aufnötigen wollen, steht im Mittelpunkt unseres geistigen Kampfes. Seit
200 Jahren – mit dem Beginn der Französischen Revolution – versuchen
die Internationalisten, mit dem “giftigsten Gift” (Nietzsche) des Gleich-
heitswahnes die Völker dieser Welt zu betäuben und sie für ihren Eine-
Welt-Plan gefügig zu machen. Doch mit der zunehmenden Abwehrkraft
der Völker fällt die einstige Faszination über die scheinbar größte Ge-

283
rechtigkeit – die Gleichheit aller – als größter Schwindel, den sich mensch-
licher Geist je hat einfallen lassen, in sich zusammen.
Vor 500 Jahren tobte ein ähnlicher Kampf gegen das päpstliche Rom und
die geistige Knebelung durch die Hochscholastik am Ausgang des Mittel-
alters. Ulrich von Hutten trat damals als Führer der deutschen Humanisten
den gigantischen Kampf gegen das machtanmaßende Rom an, um die
Erneuerung des Reiches und den Bildungsgang einer umfassenden
Kulturerneuerung aus dem Geiste deutscher Geschichte einzuleiten.
Diesen jungen Heros wählte unsere Zeitung zum leuchtenden Vorbild; die
“Huttenbriefe” tragen seinen Namen.
Die Arena der geistigen Auseinandersetzungen damals ähnelt in ihrer
grundsätzlichen politischen Bedeutung der heutigen. Die Wallstreet als
Hochsitz des Geldkapitalismus hat das ausbeutende Rom abgelöst. Der
Verlust der Rechtsstaatlichkeit heute wiegt so schwer wie die Rechtsunsi-
cherheit in der damaligen Zeit durch das aufkommende Römische Recht.
Die Bauern waren die Leidtragenden, wie heute das Bauerntum in einem
volksschädigenden Ausmaß das Opfer eiskalter technokratischer Willkür
ist. Verändertes Rechtswesen im Verein mit der Zinsnahme drängten das
Gelddenken derart in den Vordergrund, daß es schon 200 Jahre später als
hintergründige Macht in die politischen Entscheidungen eingreifen konn-
te. Die Verdunkelung der Geschichte durch das päpstliche Rom mit fest-
geschriebenen Geschichtslügen (Konstantinische Schenkung) gleicht der
heutigen Umerziehungsstrategie mit dem Verlust des Geschichtsbewußt-
seins.
Neben diesen Erscheinungen, die aus der Ohnmacht des Reiches durch
ein führungsschwaches Kaisertum hervorgingen, führt die Zeit Ulrichs
von Hutten einen gewaltigen geistesgeschichtlichen Umbruch herauf. Die
als kopernikanische Wende mit dem Aufblühen der Wissenschaften ge-
kennzeichnete Neuzeit leitet zum Durchbruch des menschlichen Geistes
in das biologische Zeitalter über, d.h. in den Umbruch unserer Le-
bensauffassung, die Natur- und Lebensgesetze zur sittlichen Richtschnur
unseres Denkens und Handelns zu machen.
Was damals durch die Tat des Kopernikus die gesamte Geisteswelt in
Bewegung setzte und ein neues Lebensgefühl aufkommen ließ, mündet

284
heute in die entscheidende Frage: Ist der menschliche Geist als Orientie-
rungsorgan des Bewußtseins in der Lage, das Überleben der Kulturen auf
unserer Erde zu sichern? Oder – anders ausgedrückt – sind die Irrwege
der Geistestätigkeit unumkehrbar geworden? Sind die Kräfte der Lebens-
feindlichkeit stärker, die Frevel an der Jahrzehntausende gewachsenen
Kulturordnung so groß, daß Chaos den Untergang unweigerlich herbei-
führen wird? Oder erhebt sich aus dem Kern unseres Lebens wieder der
gestaltende Wille zur Macht? Wir sind überzeugt, daß im kommenden
Jahrtausend Menschen und Völker, im Einklang mit den Lebensgesetzen
handelnd, über das Chaos und damit über alle internationalen Versuche,
unsere Lebensordnung zu zerstören, siegen werden.

———

Europapläne
der “westlichen Wertegemeinschaft”
(Februar 1993)

Es ist von größter Wichtigkeit, daß sich jeder einzelne Deutsche mit den
Vorgängen auseinandersetzt, die von der Bonner Regierung diktatorisch
für unumkehrbar erklärt werden. Das Deutsche Volk soll also über sein
Schicksal, über das seiner Kinder und Kindeskinder nicht mehr entschei-
den dürfen! Erst die zusammenfassende Darstellung des stufenweise ver-
folgten Planes entlarvt das eigentliche Ziel – die Entmachtung der euro-
päischen Nationen. Die Masse des Deutschen Volkes hat noch nicht be-
griffen, daß damit die Auflösung unseres Volkes und unserer Kultur un-
aufhaltsam verbunden ist. Die Überfremdung durch die Asylantenflut und
die Ausländerpolitik sind die flankierenden Maßnahmen, diesen Plan “un-
umkehrbar” zu machen. Wer dies anders sehen will, ist ein hoffnungslo-
ser Illusionist. Seit Adenauer, von der Montan-Union bis Maastricht, er-
lebt das Deutsche Volk die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln.
Die Bonner Politik stellt sich dem Plan zur endgültigen Vernichtung des
Deutschen Volkes nicht entgegen. Sie hat jede Gelegenheit ungenützt ge-

285
lassen, ja torpediert, die nationale Freiheit zurückzugewinnen. Immer enger
werden die Maschen des Netzes unserer nationalen Unfreiheit geknüpft.
Doch das Deutsche Volk hat andere Werte zu verteidigen, als der Kosten-
träger eines Experimentes wirtschaftlicher Nivellierung zu sein, an des-
sen Ausgang die Katastrophe zerrütteter Völker steht. Es geht um die
Erhaltung unserer Wertwelt, unseres schöpferischen Bestandes, ohne die
Europa keine Zukunft hat. Es geht um das Leben Deutschlands, weil es
um das Leben Europas geht.

———

Nachruf auf Karl Balzer


(0 30.12.1901 ß 20.3.1993)

Er trat für das geschlagene Reich in den Zeugenstand der Geschichte und
erhob Anklage gegen Verrat und Sabotage während des Krieges. Unerbitt-
lich stellte er die Verräter am Reich an den “Pranger der Nation”. Auch
sein letzter Aufsatz zieht die Sabotage deutscher Wissenschafter in das
schmerzlich grelle Licht der Wahrheit. Sein Aufsatz zum 20. Juli 1944:
“Wie lange noch Rechtfertigung der 20. Juli-Verbrechen?” bringt ihn vor
Gericht wegen “Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener“. Das Ge-
richt unterwirft sich mit seinem Urteil gegen Karl Balzer total dem Sie-
gerdiktat, das jene zu rechtfertigen und zu schützen gebietet, die die Hand
gegen das eigene Volk und den eigenen Staat erhoben haben, auch wenn
Hunderttausende deutscher Soldaten dafür haben mit dem Leben bezahlen
müssen.
Karl Balzers Mut und sein Pflichtbewußtsein, für die Ehre seines Volkes
einzutreten, ist nicht zu brechen. Mit seinem Werk “Am Pranger der Na-
tion” vollendet er die Reihe seiner historischen Arbeiten: “Der 20. Juli
und der Landesverrat” (1967), “Sabotage gegen Deutschland” (1974),
“Verschwörung gegen Deutschland” (1978), “Alliierte Verbrechen an
Deutschen“ (1980, gemeinsam mit Erich Kern). Ebenso bekannt sind sei-
ne Lektorarbeiten für “Verschwörung und Verrat um Hitler” von O. E.

286
Remer (1981) und “Dilettanten gegen Hitler” von H. Paar (1985). Der
Kämpfer Karl Balzer, Kriegsfreiwilliger des 1. und 2. Weltkrieges, schrieb
1947 das Gedicht
Verachtung
Was kümmert mich der Dreck der Straße,
der meinen Stiefelschaft befleckt;
Was kümmert mich Dein Unbehagen,
wenn Dich mein innerer Trotz erschreckt?!
Geh’ Du den Weg des ewigen Jammerns,
der Buße und der falschen Reue.
Ich steh’ zu unserer alten Art
von Ehre, Freiheit, Pflicht und Treue.
Zu unserem angestammten Land und Volk,
für das wir gern gelitten,
zu unseren toten Kameraden,
die nicht umsonst gestritten.
Halt’ mich nicht auf, Du Krämerseele,
und störe meinen Ausblick nicht,
der unverwandt nach vorn gerichtet,
– sehnsuchtsvoll nach neuem Licht!
Bis zu seinem letzten Atemzug blieb Karl Balzer ein Mann der Ehre, der
Pflicht und der Treue. Wir stehen zu ihm und seinem Werk.

———

Weihnachten 1993
Waren die Fronten je klarer?

Lassen wir uns nicht beirren, die festliche Zeit zwischen den Jahren le-
bensfroh zu begehen, was auch geschieht: Der Sinngehalt dieser Tage –

287
in denen das Licht wiederkehrt, das die Finsternis überwunden hat – ist
unsere tiefe Lebensgläubigkeit, daß wir kämpfen müssen, um zu siegen.
Alles Leben ist in diesem Gesetz geborgen, das seinen Bestand sichert.
In unserer Zeit geht es um die großen Wertfragen des Lebens, um Ent-
scheidungen von der Tragweite einer Kursbestimmung für die nächsten
Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende. Dieses Ringen – von der Masse
der Völker kaum geahnt noch wahrgenommen – überwölbt alle Ereignis-
se, die sich auf der Bühne der politischen Tageskomödien und -tragödien
abspielen, auf der Politiker agieren, die kaum die Flughöhe von Fröschen
erreichen. Die Strategen der gegenwärtigen Weltmachtpolitik werden sich
allerdings die Flügel versengen, weil ihr Kurs zum unausweichlichen
Zusammenstoß mit den Naturgesetzen führt und tödlich endet.
Unsere Aufgabe ist es, die Grundwerte und höchsten Werte für die Zu-
kunft sicherzustellen. Dafür arbeiten wir, deshalb heben wir weit ab von
der Tagesbetrachtung, das Einzelgeschehen damit allerdings um so siche-
rer erkennen und beurteilen zu können. Die sich steigernden, heftigen und
haßerfüllten Angriffe gegen das Deutsche Volk beweisen, daß unsere Fein-
de das Ziel ihrer Wünsche, die endgültige Brechung des deutschen Wi-
derstandes gegen die Zerstörung von Volk und Kultur immer noch nicht
erreicht haben. Das läßt sie jede Vorsicht vergessen und in frivoler Drei-
stigkeit verkünden, unsere Werte noch gründlicher durch einen “Kahl-
schlag” an der deutschen Sprache vernichten zu wollen. Ja, es gibt Avant-
gardisten vom Schlage des “Geißlers” darunter: die schon frohlocken,
daß Englisch die künftige Sprache ihres multikulturellen Heilsziels in
Mitteleuropa sein würde. – Wann waren die Fronten je klarer? – Stark
und gelassen, aber unaufhaltsam lassen Sie uns den Kampf fortsetzen.
Eines Tages wird die verschüttete Seele unseres Volkes wieder atmen und
ihre Antwort geben. Jede Hilfe gilt dem gemeinsamen Ziel: der Zukunft
unseres Deutschen Volkes.
Wir wünschen Ihnen Gesundheit und Kraft für kommende Zeiten.

———

288
Rudolf Heß: “Ich bereue nichts”
(April 1994)

Zum 100. Geburtstag des Reichsministers und Stellvertreter des Führers


im 3. Reich, am 26.4.1994, erschien im Stocker-Verlag das Buch seines
Sohnes Wolf Rüdiger Heß, das im Titel das Glaubensbekenntnis des 46
Jahre von den Alliierten eingekerkerten Rudolf Heß vor dem Nürnberger
Tribunal trägt: “Ich bereue nichts”. Mit der Herausgabe des Buches setzt
der Verlag seine Leistungen im Dienste der geschichtlichen Wahrheit in
hoher verlegerischer Tradition verantwortungsbewußt und unbeirrt fort.
Das Buch kann als das ausgereifteste, tiefblickende und weitausgreifende
Werk des Sohnes bezeichnet werden, der seit seinen jungen Jahren, von
der Schwere dieses Schicksals betroffen, den Kampf um die Freiheit und
Ehre des Vaters auf seine Schultern genommen hat. Für die “Huttenbriefe“
bestand nie ein Zweifel, daß der 93jährige Rudolf Heß am 17.8.1987
durch Mörderhand gefallen war. In der Folge 4/1987 würdigten wir den
Märtyrertod des Friedenshelden. Nun erbringt der Sohn in seinem Buch
die lückenlose Beweisführung des heimtückischen Mordes an dem 46
Jahre lang unter körperlichen und seelischen Qualen in Kerkerhaft gehal-
tenen, hilflosen Greis. Es ist erwiesen, daß diese Schandtat von Schergen
des britischen Geheimdienstes planmäßig durchgeführt worden ist. Die
Beseitigung von Heß als dem einzigen lebenden Zeugen der Vorgänge um
seinen Englandflug am 11. Mai des Jahres 1941 entspringt der gleichen
entehrenden und verbrecherischen Verantwortungslosigkeit der britischen
Regierung wie der Verschluß der Akten bis zum Jahre 2017. Sie wird
spätestens zu dem Zeitpunkt ausgeführt, als man mit der Wende in der
sowjetischen Politik die Freilassung von Rudolf Heß durch die Russen
befürchtete.
Das Buch enthüllt als das Ergebnis aller bisher möglichen Erforschung
der Hintergründe den Englandflug von Heß als ein Wagnis im höchsten
politischen Auftrag und von weltgeschichtlicher Bedeutung. Der blind-
wütige Kriegstreiber Churchill hat die Verhandlungen der durch Rudolf
Heß überbrachten Friedensvorschläge des Reiches durch verbrecherisches
Verschweigen verhindert. Die Absicht war damals wie heute, die ausge-
streckten Friedensfühler und die erwiesene Bereitschaft weiter Teile Eng-

289
lands bis in hohe und höchste Kreise, den Krieg mit Deutschland zu been-
den, vertuschen zu wollen. Er entschied damit die Ausweitung des Krie-
ges zum Weltkrieg, die Rudolf Heß mit seiner heldenhaften Tat verhin-
dern wollte, und wurde zum Totengräber des englischen Empire. Damals
stand das Schicksal nicht nur Deutschlands und Englands auf dem Spie-
le, sondern ganz Europas. Der Mann, der die Friedenshand Deutschlands
ausschlug und den Krieg zum Weltkrieg ausdehnte, erhielt nach dem Kriege
den “Karlspreis” wegen hoher Verdienste um Europa. Die mit Spannung
und Dramatik geladenen Vorgänge stellt das Buch in den geschichtlichen
Rahmen aller damals sich entwickelnden Ereignisse im Kampf des Deut-
schen Volkes auf Leben und Tod. Es läßt den Leser Zusammenhänge von
größter Tragweite erkennen, in deren Mittelpunkt Rudolf Heß als eine
geschichtlich handelnde Gestalt von höchster Eindruckskraft steht. “Sei-
ne Ermordung war nicht nur ein Verbrechen an einem gebrechlichen alten
Mann, sondern ein Verbrechen gegen die historische Wahrheit”, eine Ver-
schwörung der amtlichen britischen Politik, die 1941 begann, als Heß
den Frieden bringen wollte. Das Buch endet mit dem Bekenntnis: “Ich bin
auf das Volk, das ihn hervorbrachte, und auf ihn, meinen Vater stolz. Sein
Opfer ist nicht umsonst erbracht worden.” Sein Martyrium wird sich in
ferner Zukunft erfüllen.

———

Zur Lage der Nation


Weihnacht 1994

Die Lage des Deutschen Volkes und der Welt hat sich in diesen Jahren
dramatisch verändert. Die Einbindung unserer Mitteldeutschen in das ge-
samtdeutsche Schicksal war ein Ereignis von höchster nationaler Bedeu-
tung. Die Deutsche Frage, nach dem 2. Weltkrieg durch die Zerstörung
des Reiches wieder aufgeworfen, wurde damit nicht gelöst. Deutschland
steht nach wie vor im Range eines feindbesetzten Landes. Die vereinte
Internationale will die Deutsche Frage durch die planmäßige Zerstörung
des deutschen Volkskörpers ein für allemal von der Weltbühne tilgen.
Die deutsche Antwort steht noch aus. Sie wird kommen und von weltpo-

290
litischer Bedeutung sein. Diese Überzeugung läßt sich weder an tagespoliti-
schen Vorgängen ablesen, die durch ein Zeloten- und Helotendasein deut-
scher Politik von internationalen Gnaden gekennzeichnet sind, noch gibt
der mit beispielloser Heimtücke herbeigeführte Tiefstand unserer Gesit-
tung dazu hoffnungsvollen Anlaß. Die Antwort wird aus dem bis in vor-
geschichtliche Zeiten zurückreichenden Wuchs des Deutschen Volkes
kommen. Selbst Balkanvölkern gelingt es, trotz Not und Tod an ihrem
nationalen Selbstgefühl festzuhalten. So wird auch das Deutsche Volk
die Kraft haben, die tödliche Bedrohung seines Leibes und seiner Kultur
abzuwehren. Für den spürbaren Druck werden unsere Feinde schon sor-
gen; sie stehen unter Erfolgszwang. Die Voraussetzungen für eine deut-
sche Besinnung wird daher die Internationale selbst schaffen, darauf dür-
fen wir setzen, geschichtserfahren und politisch durch ein ganzes Jahr-
hundert belehrt. Wir erleben massivere Versuche der Entnationalisierung
und volklichen Entkräftung, die auf den durch psychische Manipulation
gebahnten Schleichwegen vordringen. So wird der nationale Widerstand
im sich anpassenden Maße herausgefordert. Das ist Naturgesetz.
Jedoch wird die um ihren Bestand ringende Art ungleich mehr an Geduld,
Ausdauer und schließlich gesammelter Energie aufbringen als die Will-
kür lebenszerstörerischer Gewalt, wie sie sich im Machtsystem des Kapi-
talismus-Liberalismus offenbart.
Daß die Geburtswehen des neuen Jahrtausends schmerzhaft sein werden,
ahnen wir bereits. Untergang oder Neubeginn, das ist die im Sinnbild der
Wintersonnenwende und der Weihnachtszeit verborgene Frage, die uns in
gläubigem Vertrauen stets den Sieg des Lichts verheißt.
In diesen Tagen ist der Friede gestört und nimmt uns die Unbeschwertheit
deutscher Weihnachtsfreude. Alles ist auf die innere Sammlung der Kräf-
te gerichtet. Die Not der Zukunft wird uns den Rütli-Schwur neu lehren:
“Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen
und Gefahr...”
Dann treten auch unsere gefallenen Helden wieder ins Licht, weil ihr
Opfer nicht umsonst gewesen ist.
———

291
Ernst Moritz Arndt

Die “Hoffnungsrede”
(Februar 1995)

Sie war von Arndt für eine Greifswalder Universitätsfeier im Herbst 1810
verfaßt worden, konnte aber damals wegen besorgter Einwände der Pro-
fessoren nicht gehalten werden. So hat sie Arndt erst im Jahre 1847 unter
dem Namen “Hoffnungsrede von 1810” drucken und veröffentlichen las-
sen.
Was aber macht diese Arndt-Rede so zeitnah?
Die deutsche Antwort auf die Französische Revolution von 1789 mit ih-
rer aus dem Völkergemisch des Mittelmeerraums aufgetauchten und auf
Europa einwirkenden freimaurerischen Ideologie “Gleichheit, Freiheit,
Brüderlichkeit” war die Geburt der Volksidee. Es war die Erkenntnis von
der durch Jahrhunderte und Jahrtausende gewachsenen Wirklichkeit des
Volkes als Gemeinschaft gleicher Herkunft, durch Sitte, Mythos und Spra-
che verbunden. Sie trat nun als volksreligiöse Idee an gegen den mit dem
französischen Joch einherschreitenden Ungeist, der die nationale Freiheit
und den Bestand des Volkes zu untergraben drohte.
“Wer fest auf dem Sinne beharrt, der bildet die Welt sich. Nicht
den Deutschen geziemt es, die fürchterliche Bewegung fortzuset-
zen und auch zu schwanken hierhin und dorthin...”
So warnte schon Goethe (“Hermann und Dorothea”). Vor allem Fichte,
Arndt und später Nietzsche waren die geistigen Führer, die das Verhäng-
nis dieser auflösenden Tendenzen für die europäische Kultur erkannten
und sich mit der ganzen Kraft ihres Genies dagegenwarfen.
Daß die Wahnidee von der Gleichheit aller und der schrankenlosen Frei-
heit beim politischen Emporkömmling USA zur puritanisch-fanatischen
Staatsdoktrin mit religiös verbrämtem Merkantilismus aufstieg, wurde
zum Unglück Europas.
Die Hoffnungsrede Arndts tritt dem gleichen Ungeist entgegen, der in den

292
folgenden 200 Jahren die Welt in ein Chaos niederreißender Gewalt ge-
stürzt hat. Aber der Überlebenswille der Völker erweist sich als Naturge-
setz zur Erhaltung der Art. Arndts Hoffnungsrede gebe auch uns den Mut
zur Zukunft für das Deutsche Volk.

———

Halleluja: “The American Way of Life.”


(Joachim Fernau)

(Februar 1995)

Wer die Ursachen der Krankheit Europas erkennen will, der sehe auf die
USA. Hier auf dem Kontinent der Einwanderer, die sich vom Mutterbo-
den ihrer Herkunftsländer losgelöst haben, konnte der irrlichternde Bazil-
lus mit dem Gift des Gleichheitswahnes, der den Bestand der Völker und
Kulturen bedroht, üppig gedeihen
Ist dieser Kontinent nicht eigentlich ein riesiges Kolonialreich mit dem
Unterschied, daß die Ureinwohner mit Ausnahme einiger lebender Requi-
siten ausgerottet sind?
Die Geschichte der USA ist von einem abstrakten Formalismus geprägt,
der mit puritanischer Strenge einhergeht und dessen besondere Ausdrucks-
form die Heuchelei ist.
Der Schriftsteller Joachim Fernau hat dreißig Jahre nach dem Ende des
Zweiten Weltkrieges in seinem Buch “Halleluja” die Geschichte Ameri-
kas mit Ironie und schonungsloser Kritik dargestellt. Das Buch wurde
zum Bestseller. Mit beißendem Spott begleitet Fernau die amerikanische
Politik und ihre eiskalten Schachzüge gegen die übrige Welt. Sein Haß ist
Aufschrei des Herzens gegen den lebenszerstörenden “american way of
life”, der Deutschlands und Europas Seele krank gemacht hat. Wo Ver-
zweiflung die Hand zum Schuldspruch erhebt, ruft sie zum Widerstand.

293
Fernaus Geißelung des amerikanische Ungeheuers will die Liebe zu dem
wecken und verteidigen, was uns verloren zu gehen droht: Volk und Kul-
tur als Heimstätte eines menschenwürdigen Lebens.
Lesen Sie hier sein letztes Kapitel. Fast zwanzig Jahre später sind seine
Worte noch eindringlicher, weil wir uns auf den für alle spürbaren Höhe-
punkt der Krise zu bewegen. Fernaus brillant geschriebenes Buch fesselt
jeden, der es liest.

———

Neue Ordnungsmacht Europa


(Mai 1995)

Das diesjährige Gästewoche-Seminar, veranstaltet von der Deutschen


Kulturgemeinschaft und dem Freundeskreis Ulrich von Hutten, wurde
unter den Leitsatz “Neue Ordnungsmacht Europa” gestellt. Von den 200
Teilnehmern wurde diese Woche wieder begeistert als ein Quell stärken-
der Zuversicht aufgenommen. Die teils weite Reise in das Erzgebirge war
weniger eine Flucht aus dem quälenden Dauerstreß verordneter Nach-
kriegsgegenwart; obwohl so mancher Zeitgenosse gern die geistige Wohl-
tat dieser Tage für die belastete und kaputtgemachte Seele genießen wür-
de. Für die Teilnehmer war es die Pilgerfahrt zu einer Stätte, wo die hei-
lende Kraft geistiger Übereinstimmung noch erlebt werden kann, weil sie
ganz aus dem organischen Gefühl der Zugehörigkeit zu einem größeren
Ganzen, nämlich dem eigenen Volke, kommt. Die Zerrissenheit des ein-
zelnen zwischen der Meisterung des eigenen Lebens in ständiger Abwehr-
haltung gegen die volkszerstörerischen Einflüsse wird nicht nur durch
bewußtes Erleben zur dauernden Belastung. Das Bedürfnis zu stillen,
Zugang zu haben in die Hallen erhabener Kunst und zu den geistigen
Werken der Nation in einer Zeit der Verödung kulturellen Lebens und
Schaffens, gehört zum seelischen Gleichgewicht des Menschen in seinem
Volke. Erst recht das Ringen um die Zukunftsfragen der Nation, wenn
sie, wie die deutsche, auf dem Prüfstand der Geschichte ihr durch äußer-

294
ste Not herausgefordertes Schicksal zu bezwingen hat. Daher sind Min-
derheiten, in deren Bewußtsein sich die Schicksalsfragen des Volkes wie
in einem Brennglas bündeln und die den Kampf um seinen Bestand auf
sich nehmen, für jedes Volk von lebenswichtiger Bedeutung, ja! sie sind
die Hoffnungsträger für die Zukunft dieses Volkes.
Nichts belegt den Wahrheitsgehalt dieser These so eindeutig wie die sich
zum Wahn steigernde Verfolgung jeder bewußt nationalen Regung und
legt das Ziel der geistigen Inquisition bloß: die planmäßige Zerstörung
des Deutschen Volkes. Wer den Vorgang ständig zunehmender politischer
Nötigung in allen Lebensbereichen, ob Wirtschafts-, Finanz-, Sozial-,
Kultur-, Bevölkerungs-, Verteidigungs- und Außenpolitik nicht wahr-
haben will, denkt an der Tatsache vorbei, daß ein Volk als höhere Lei-
stungs- und Schicksalsgemeinschaft mehr ist als die Summe seiner Ein-
zelmenschen und die Zerstörung der Lebensgrundlagen des Volkes am
Ende auch seine eigene vernichten würde.
Aus der Verantwortung dieser Minderheit für das Volksganze ergab sich
die Aufgabenstellung der Seminare unserer Gästewochen, die weltanschau-
lichen Grundlagen als Voraussetzung einer neuen Ordnung und Gestal-
tung von Politik und Kultur zu erarbeiten.
Das diesjährige Seminar der Gästewoche befaßte sich mit dem Thema
der Neugestaltung Europas. Damit folgte es der seit 1945 weitgehend
von nationaler Seite vernachlässigten Notwendigkeit, aus den biologi-
schen, historischen und weltpolitischen Erkenntnissen dieses Jahrhunderts
grundlegende Vorstellungen zu entwickeln.
Es konnte keinem Zweifel unterliegen, daß der Ausgang des 2. Weltkrie-
ges auch über die künftige Stellung Europas in der Welt entscheiden wür-
de. (Über die Europa-Pläne des Deutschen Reiches haben wir im Heft 3/
1993 anhand vorliegender Dokumente berichtet.)
Mit dem Zusammenbruch des Reiches und dem Sieg europafremder
Mächte war das zerstörte Europa den Plänen der Eine-Welt-Strategen
machtlos ausgeliefert. Es sind die alten Ziele der Völkervermischung, die
zwangsläufig auch den Untergang der Kulturen herbeiführen, für die nun
die Weichen gestellt wurden mit der Errichtung eines Einheitsstaates, in
dem der Gleichheitswahn der Revoluzzer von 1789 und ihrer Nachfolger

295
im Geiste erfüllt werden soll. Wenn diese Pläne auch mit aller Macht,
über die der internationale Geld-Kapitalismus verfügt, vorangetrieben
werden, sie müssen am Widerlager der in der Evolution des Lebens ver-
ankerten Artgemeinschaften der Völker scheitern.
Das Gesetz zur Erhaltung der Art mittels besserer Anpassung ist ein Prin-
zip der Evolution, das mit Erfolg bis zur Vielfalt der artgebundenen Kul-
turen der Völker durch Abgrenzung nach außen und Steigerung nach
innen geführt hat. Jede von außen bewirkte Auflösung gewachsener Völ-
ker (Artgemeinschaften) beginnt mit dem Zerfall der Leistungsstärke und
bedeutet den Untergang der Kultur, wofür die Geschichte genug Beispiele
bietet. Die vorläufig letzte Lektion wird auf der Zeitbühne der Evolution
den EU-Gläubigen am von innen faulenden Leib der USA erteilt.
So wird auch dieses, auf dem Gleichheits-Reißbrett entworfene EU-Ge-
bilde eher in einem bürgerkriegsähnlichen Zustand, wie auf dem Balkan
vorgeführt, enden, als Europa einen erhofften Weg in die Zukunft sichern.
Der Zusammenschluß der europäischen Nationen ist eine notwendige hi-
storische Entwicklung, herbeigeführt durch die moderne verkehrstechni-
sche Lage, die Reichweite der Waffensysteme und den explosionsartigen
Anstieg der Weltbevölkerung.
Europa als Siedlungsraum der weißen Rasse wird sich in dem entbren-
nenden Kampf um Lebensraum und Rohstoffe nur behaupten können,
wenn es sich zur gemeinsamen Nutzung seiner schöpferischen, wirt-
schaftlichen und militärischen Kräfte vom Atlantik bis zum Ural zusam-
menschließt. Die Voraussetzung zur gemeinsamen Leistungssteigerung
sehen wir in einem Staatenbund europäischer souveräner Volksstaaten
gemäß dem Selbstbestimmungsrecht der Völker als Grundprinzip des Völ-
kerrechtes. Die Bewahrung der eigenen Kultur muß ebenso wie die Er-
haltung der Volkswirtschaft und die Bereitstellung der Wehrkraft durch
die Volksstaaten gewährleistet sein.
Ein solcherart geordnetes und gegliedertes Europa wird sich aus der Lei-
stungsstärke seiner Völker in einem Staatenbund, der die gemeinsamen
Interessen der Wirtschaft und Währung ebenso wie die der Außen- und
Verteidigungspolitik vertritt, zu einer neuen notwendigen Ordnungsmacht
zum Schutze Europas entwickeln. Die sittliche Kraft wird dieses neue

296
Europa nicht aus überholten lebensfalschen Zwangsvorstellungen emp-
fangen, sondern aus seinem ihm innewohnenden Lebensgesetz, neu ent-
deckt und doch uralt im Wesen des eigenen Mythos bewahrt.
Diese Grundgedanken darzulegen, war die wesentliche Aufgabe des dies-
jährigen Seminars.
Einer der Höhepunkte der Gästewoche war die Gedenkstunde für die Toten
des Krieges.

———

Eine deutsche Frauengestalt


Nachruf auf Ilse Heß
(September 1995)

Am 7. September 1995 starb im 96. Lebensjahr Frau Ilse Heß, die Gattin
des von den Alliierten in unmenschlichem Rachedurst 46 Jahre gefangen
gehaltenen Märtyrers Rudolf Heß. Wir danken ihr für das Vorbild eines
tapfer gelebten Frauenschicksals, das beispielhaft unsere sittliche Ord-
nung und Wertwelt bewahrt hat.
Ebenbürtig in ihrer Tapferkeit und getreu bis in den Tod war sie in nur
räumlicher Trennung dem Schicksal des Gefangenen von Spandau verbun-
den. Sie war die geistige Gefährtin menschlicher Größe, ja, eines Helden-
tums des Gatten, das seinesgleichen in der Geschichte sucht. Indem sie
dessen heroische Tat und sein unerschütterliches Bekenntnis bejahte, stellte
sie sich entschlossen an seine Seite. Ihr Stolz wies ab, was ihr unerträglich
schien und die Würde ihres mit Mut getragenen Lebens hätte antasten
können. Auch darin war sie wesenseins mit dem Gatten.
Von ihrer starken Persönlichkeit zeugt der Briefwechsel mit dem “Gefange-
nen des Friedens”. Sie dankt ihm für “das schwere Glück” an seiner Seite
im vollen Bewußtsein, daß sein Opfer aus der unerschütterlichen Treue
zu seinem Volk wächst, an dessen Wiederaufstieg er nie gezweifelt hat.
Die Briefe sind ein literarisches Dokument seelischer Größe, an dem das
Haßgezeter minderwertiger Rachelust in seine Abgründe zurückgleitet.

297
So war die Bürde ihres Lebens ein unausweichlicher Auftrag, für die
Freiheit und das Recht des Gatten einzustehen. In diesem Geiste erzogen,
hat ihrer beider Sohn die schwere Pflicht eines systematischen Kampfes
um die Freilassung des Vaters auf seine Schultern genommen.
Den sittlichen Tiefstand der Nachkriegszeit überragt die Charaktergrösse
von Ilse Heß wie die Erscheinung aus einer fernen Saga. “Volkheit” nennt
Goethe das dem Volk innewohnende unverlierbare Gesetz eigener Wesen-
haftigkeit. Ilse Heß war dieser Quelle nahe und konnte aus ihr jene un-
wandelbare Kraft und Stärke gewinnen, die ein aufrechter und redlicher
Sinn nur bewundern kann.
Im Internierungslager 1947 in Göggingen bei Augsburg antwortete sie
auf die Frage ihres Verteidigers nach den Gründen ihrer Zugehörigkeit
zur Bewegung Adolf Hitlers mit einem ergreifenden Epos auf das Reich:
“Sie mögen leise lächeln, Herr Doktor, und dies für eine recht
romantische Übertreibung halten; Ihr juristischer Verstand aber
wird sich wohlwollend dieser herrlichen Begründung meines dann
ein knappes Jahr später erfolgten Parteieintrittes bemächtigen –
ach nein, dies alles hatte sehr wenig mit Romantik und rein gar
nichts mit Tagespolitik zu tun; glauben Sie mir, in dem Kind des
bürgerlichen, gesättigten und beruhigten Deutschland von der
Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg hatte ein leiden-
schaftliches Ideal gelebt: nicht jenes kaiserliche Deutschland, in
dem ich heranwuchs, älteste Tochter eines preußischen Sanitäts-
offiziers, von mütterlicher Seite her in sehr großzügigen geldli-
chen Verhältnissen. Nein, es war mehr, es war nicht glatte, glänzen-
de Bürgerlichkeit und deutsche Weltgeltung, nicht Potsdam und
Erstes Garderegiment, – das Regiment meines Vaters –, nicht
schmetternde Militärmusik und das Tatütata der kaiserlichen
Fanfare, es war nicht einmal Bismarck. Es war ein Traum, ein
Glaube, immer wieder enttäuscht, nur eine Hoffnung.
Es waren die Nibelungen, nicht Siegfried, nein, die sterbenden
Burgunden in Etzels Saal, darin groß und feuerüberflammt die
Gestalten Kriemhilds und Dietrichs von Bern, es waren die un-
tergehenden Vandalen im nordafrikanischen Reich, der letzte
Kampf des Ostgotenkönigs Teja am Vesuv, Roland im Tal von
Ronceval – es war ein einziges Mal nahe der Vollendung in der

298
Verbindung von ‚Humanitas‘ und höchster staatsmännischer
Weisheit, deutschem Bewußtsein und europäischer Zusammenbal-
lung: das Reich Friedrichs II. von Hohenstaufen, versunken in
jähem Sturz, im Tode König Konradins auf dem Marktplatz von
Neapel. Es war die Marienburg im Osten, Kampf und Ende der
Deutschritter, noch einmal in strahlendem, in letztem abendlän-
dischen Glanz Prinz Eugen unter den Mauern von Wien, im Kampf
gegen die Türken; es war der alte Fritz bei Kollin und Hohen-
friedberg, einsam und wie verzogen von Pflicht und Sorge auf
dem fast südlichen Hügel über der herben märkischen Stadt, es
war General Yorck bei Tauroggen. Näher, in jüngster Zeit, schon
selbst und bewußt erlebt: Langemarck und Tannenberg, der Kampf
um Verdun und der Untergang der deutschen Hochseeflotte in der
Bucht von Scapa Flow, Compiègne und Versailles – es war, bis
fast an den innersten Ring des Persönlichen vorstoßend, der Tod
zweier junger Freunde des Berliner Kreises, Wandervögel vor dem
Krieg, der bündischen Jugend nahe, hochbegabte und gescheite
Jungen, Frontoffiziere des Krieges und Freikorps-Soldaten der
Kapp-Tage, die ein verhetzter Mob in Berlin buchstäblich wie
böse Tiere erschlagen und zerrissen hatte.
Es war Untergang, Aufstieg und Untergang – der Takt des unge-
heuren Pendels, das über diesem seltsamen Land der Mitte un-
aufhörlich ausschlug: es war das Reich. Jenes ‚Reich‘, das uns
heute bitterböse spottend vorgehalten wird, als sei es ein böser
Wille, ein deutscher böser Wille – dieses ‚Reich‘, das ein Glaube
ist und eine Aufgabe, ‚imperium mundi‘ einst, hart und fordernd:
‚Ordnung des Abendlandes nach den Werten, die der Mitte des
Erdteils entsprechen‘ (Zillich). Es lebte auch in dem Kind – und
wenn der Vater ihm den Prinzen von Homburg gab zum Lesen,
den Egmont und Minna von Barnhelm, den Hochwald von Stifter
und den Grünen Heinrich, wenn die Mutter die kaum Zwölfjähri-
ge in große Konzerte führte, wenn d’Albert das Es-Dur-Klavier-
konzert, die Berliner Philharmoniker mit großen Solisten das D-
Dur-Violinkonzert spielten, Beethoven noch übermächtig und
unverstanden, aber mit zauberischer Gewalt aufklang – dann war
auch dies das Reich, es war Hölderlin und Mozart, Goethe und
Beethoven. Es war vorhanden und ungreifbar, ein Versprechen

299
nur, und ein Glaube, es war vor allem eine Aufgabe, eine große,
männliche, aber ewig tragische Aufgabe.”*

Ilse Heß ist eine jener Frauengestalten unserer Geschichte, die aller Ver-
ehrung würdig ist.

* Entnommen dem Buch: Ilse Heß, “Gefangener des Friedens. Briefe aus Spandau”, S.
18–21, Druffel-Verlag.

———

Mythos und ewige Ordnung des Alls


Gedanken zur Einkehr
(Weihnacht 1995)

In der dunklen Zeit des Winters geht der Blick nach innen, kreisen die
Gedanken um das eigene Schicksal und den Sinn des Lebens. Der Baum
zieht seine Säfte zurück zu den Wurzeln, und das Tier spart die Kräfte im
Schlaf. Der Frühling bringt wieder das Licht, und mit ihm drängen die
gesammelten Lebenskräfte zur Tat.
So war es immer und wird es ewig sein.
Seit Äonen hält der Mensch unserer Art zur Wintersonnenwende, in der
Zeit zwischen den Jahren, Einkehr bei sich selbst. Sein Unbewußtes lenkt
ihn dann zur Gemeinschaft, zur Familie oder ins größere Ganze, zum
Volk. Vielleicht ist vielen davon nur die Sehnsucht geblieben, weil das
Volk sich nicht mehr die Hände reicht in einer gemeinsamen Glaubens-
vorstellung.
Die laute Aufdringlichkeit, mit der die stillste Zeit des Jahres vergewal-
tigt wird, zeigt, daß die Macht des Geldes über uns gesetzt wurde und
keine geistige und seelische Besinnung duldet.

300
Um so mehr drängt es uns zu den Werten, die der eigenen Lebensart – der
naturgesetzlich erprobten! – Dauer verleihen. Die Fremdherrschaft des
Geldes fault sich selbst zugrunde, auch das ist Naturgesetz über der
Kategorie einer von ihren natürlichen Bindungen gelösten menschlichen
Selbststeuerung.
So müssen wir die alten Heimstätten verlassen auf der Suche nach einer
geistigen und seelischen Geborgenheit, die uns das ewig Gültige weist.
Wir müssen – notgedrungen – den Weg einschlagen, der unser Leben
wieder in Einklang bringt mit unserem inneren Gesetz, in dem vollen
Bewußtsein, daß unser Volk in seinem Wesen eins ist mit dem Land, das
seine Wiege wurde, und den Sternen darüber, die ihm Orientierung wa-
ren. Nur aus dieser Symbiose von Volk und Raum können wir die not-
wendig gewordene Neuorientierung gewinnen. Sie wird zu einer besseren
anpassenden Ordnung unserer Kultur an die veränderte Umwelt führen.
Die als notwendig erkannte Neuordnung unserer Werte durchzusetzen,
wird die Aufgabe künftiger Politik sein. Die Voraussetzung dafür ist die
nationale Freiheit des Deutschen Volkes, nach seiner eigenen Art und
Weise leben zu können.
Wenn wir nun den Weg zurückfinden zu unserem Mythos, um von dort
her aufs Neue in die Zukunft aufzubrechen, so können wir das nur, weil
in ihm das unveränderbar Weseneigentümliche des Volkes als Ur-Wissen
beschlossen ist und als Ur-Kunde weiterwirkt. Wesenseigen ist uns der
als Erbgut erworbene Erkenntnistrieb, der schon in grauer Vorzeit unsere
Ahnen erschauen ließ, “was die Welt im Innersten zusammenhält”: daß in
aller Natur nichts zufällig ist, sondern große Gesetze wirksam sind. Der
Gang zu unserem Mythos, zu dem uns der Zugang durch “fremde Göt-
ter” lange Zeit verwehrt war, ist also kein Hinabtauchen in eine einfältige
Vorstufe religiöser Weltvorstellung; wir entdecken in ihm das Bild ewig
gültiger Wahrheit. Unser Erkenntnistrieb hat dieser Wahrheit in Jahrtau-
senden das beweiskräftige Fundament geschaffen und sie zu einer Errun-
genschaft der Weltkultur werden lassen.
Die tiefere Wahrheit ist unserem Volke ins Erbe gegeben als seelisches
Eigen – sie sitzt uns im Gemüt. Darin liegt ja der ganze Zauber unserer
Weihenächte, daß sich im Gemüte der Glaube regt, eingebunden zu sein
in die große ewige Ordnung des Alls.

301
Buchbesprechung:

Evolution und Wissen –


Neuordnung der Politik
(Herbert Schweiger)
(Januar 1996)

Der Verfasser des Buches, Herbert Schweiger, Jahrgang 1924, gehört als
Frontkämpfer der Waffen-SS jener Generation des 2. Weltkrieges an, auf
deren jungen Schultern der Kampf um Deutschland und Europa auf Le-
ben und Tod ausgetragen werden mußte.
Das Kriegserlebnis auf den Schlachtfeldern und in der Heimat hatte diese
Jugend im Lebenskampf gestählt und ernst gemacht Sie hatte die Größe
des Reiches erlebt und fand sich nun auf den Trümmern Deutschlands
und Europas. Diese Frontgeneration stand hellhörig und wach den Fra-
gen nach Ursache und Sinn des großen Weltbrandes gegenüber, die nun
erneut aufgeworfen waren
Am 8. Mai 1995, 50 Jahre nach dem Ende des Krieges, schreibt Herbert
Schweiger die letzten Seiten seines Buches nieder und widmet es der jun-
gen nachwachsenden Generation von heute, deren Leben und Tatkraft die
kommenden, das neue Jahrtausend eröffnenden Entscheidungen bestehen
müssen.
Dazwischen liegen 50 Jahre Nachkriegszeit, in der die Sieger nicht den
vorgegaukelten Frieden für die Menschen gebracht, sondern in mehr als
100 Kriegen ihre Vorstellungen von Macht und Demokratie demonstriert
haben. Immer deutlicher zeichnet sich der Griff des internationalen Geld-
kapitalismus nach der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Völker und
Staaten und damit die Einflußnahme auf ihre Souveränität und Kultur
ab. Die wahren Ursachen der Kriege dieses Jahrhunderts werden aufge-
deckt, und es ist nun kein Geheimnis mehr, daß der 2. Weltkrieg systema-
tisch herbeigeführt wurde, um das Deutsche Reich wieder dem Gold-
Dollar-Diktat zu unterwerfen.
Der Eingriff der internationalen Geldmacht in der Hand einer durch Geld

302
zur Macht gekommenen Clique löst die gewachsenen Strukturen immer
mehr auf und wirkt zerstörerisch auf die sittlichen Ordnungen und kulturel-
len Errungenschaften. Beim Menschen der Gegenwart entsteht der Ein-
druck, daß sich alle bisher gültigen Werte aufzulösen beginnen, Nihilis-
mus und Pessimismus breiten sich aus. Der Zusammenbruch der SU ist
ein weiteres Zeichen auf dem Barometer ideologischer und machtpoliti-
scher Fehlentwicklungen. Auf dem Grunde der Ereignisse wird ein reli-
giöses Vakuum erkennbar, das sich oberflächlich durch steigende Kir-
chenaustritte abzeichnet. Die rasant fortschreitende Vermehrung der Welt-
bevölkerung durch die farbigen Rassen wirft ihre bedrohlichen Schatten
auf Europa.
Von diesen Vorgängen scheinbar abgehoben treten die Naturwissenschaf-
ten – und zwar mit einer höchst bemerkenswerten Gleichzeitigkeit – so-
wohl im makro- wie im mikrophysikalischen Bereich mit epochalen Ent-
deckungen und Erfolgen auf. Die Physik, welche schon zu Beginn des
Jahrhunderts ein neues vieldimensionales Weltbild eröffnet hat, erobert
außerirdische Weiten und führt im Verein mit der Biologie den menschli-
chen Geist in eine Bewußtseinserweiterung, die vom Atom zur fernsten
Galaxie, von der Vielfalt der Lebenserscheinungen auf unserer Erde bis
zum Begreifen einer gewaltigen Lebenssymphonie des gesamten Alls
reicht. Das Größte und Gewaltigste dieser Wissenserfahrung aber ist,
daß unser Weltall in allen seinen Schichten, vom Sonnensystem aufstei-
gend bis zur menschlichen Gemeinschaft des Volkes Lebensgesetzen un-
terworfen ist. Die höchste Steigerungsstufe hat sich in der gewachsenen
Kultur der schöpferischen Artgemeinschaft des Volkes gebildet, hervor-
gebracht durch die in den Erbgesetzen niedergelegten Errungenschaften
eines Millionen Jahre langen Werdeganges des Lebens auf der Erde.
Keinem wachen Geist kann es daher entgehen, daß sich hiermit eine neue
Erkenntniswelt auftut und ideologische Irrtümer, welche das vergangene
Jahrtausend und davon wieder die letzten beiden Jahrhunderte so sehr
beherrscht haben, nun als überholt hinter uns liegen.
So stoßen sich die Standpunkte noch in unserem Jahrhundert hart im
Raum; die politische Macht des alten Systems versperrt den Weg zu einer
im wahrsten Sinn des Wortes not-wendigen Neuordnung.
Es ist das große Verdienst Herbert Schweigers, der die hier kurz darge-

303
stellten und von seiner Generation erlebten und erfahrenen weltpolitischen
Ereignisse und wissenschaftlichen Fortschritte in die knapp 450 Seiten
seines Buches zu einem Gesamtbild gefügt hat, das die geistesgeschicht-
lichen ebenso wie die machtpolitischen Vorgänge in ihren aufeinander
wirkenden Ursachen und Folgen erkennen läßt. Er weist in seinen Aus-
führungen wiederholt darauf hin, daß der weltanschauliche Standort bio-
logisch ganzheitlichen Denkens die Grundvoraussetzung ist, Geschichte
und Politik richtig werten zu können.
Hergeleitet von den Grundgedanken und Fragestellungen der Philosophie,
eines geistigen Erkenntnisringens von Jahrtausenden, und ihrer Einmün-
dung in die Naturwissenschaft mit ihrer Jahrhundertentdeckung der Gene,
gibt das Buch einen Einblick in die gigantischen Dimensionen, die unser
Denken umwälzen und zwangsläufig neue Maßstäbe der Politik eröffnen
müssen.
Das Ende des dualistischen Gespaltenseins und die Überwindung des
europäischen Nihilismus – schon von Friedrich Nietzsche heraufbeschwo-
ren – durch ein ganzheitliches Weltbild verlangen eine neue Wertsetzung
nach lebensgesetzlichen Erkenntnissen.
Die vom Verfasser aufgestellte Weltformel: Materie + Energie = Raum +
Zeit ist das erfahrbar Neue unserer weltbildlichen Orientierung. Das heißt
aber, was uns immer noch so schwer fällt in Überwindung des geistigen
Erbes des Christentums und der dualistischen Weltspaltung in Körper
und Geist, in Materie und Energie, Äußeres und Inneres, die Welt und das
dem Leben immanente Ordnungsgesetz als ein Ganzes zu begreifen.
Die weltanschaulichen Umbrüche aufgrund einer immer besseren welt-
bildlichen Orientierung werfen auch die religiöse Frage auf. Da Weltan-
schauung in der Religion ihre höchste Ausdrucksform findet, sind sie im
Grunde gleich. So war der jeweilige Wissensstand stets der Ausgangs-
punkt der Glaubensvorstellungen. Der Glaube des Menschen muß eine
Antwort sein auf den Sinn des Lebens. “Der Sinn des Lebens ist das
Leben selbst”, dieses Goethe-Wort weist auf die Naturgesetze, und damit
schließt sich der Kreis zu einer diesseitigen Frömmigkeit.
Wer so tief schürft, spürt die geistigen Strömungen auf, die mit unauf-
haltsamer Mächtigkeit in die Zukunft weisen. So lenkt der Verfasser des

304
Buches im Schnittpunkt der sich gewaltsam ankündigenden Entschei-
dungen für das Schicksal Europas und der weißen Rasse die Blicke auf
das kommende Jahrtausend und entwirft die Grundlagen einer neuen na-
tionalen Politik.
Sein Appell an die Jugend ist daher die Forderung, sich aus dem pessimi-
stischen Kleingeist der Gegenwartslage zu befreien und den Mut zur Be-
wältigung der Zukunft aufzurichten, zu begreifen, daß es um mehr geht
als die materielle Regelung von Tagesfragen, sondern die Geschichte den
herrlichen Einsatz fordert, dem sich noch jedes Geschlecht hat stellen
müssen.

———

Weil wir dieses Volk lieben!


(Mai 1996)

Im Juni des Jahres 1941 stand das Schicksal Europas auf des Messers
Schneide. Hatte sich damals der Aufmarsch der sowjetischen Roten Ar-
mee ungestört vollziehen können, wäre ihre offensive Stoßkraft bis zum
Atlantik vorgedrungen. Auch das tapferste deutsche Heer hätte diesem
Ansturm der “russischen Dampfwalze“ nicht standgehalten; Deutschland
wäre zum Schlachtfeld geworden. Daher war der Entschluß Adolf Hit-
lers, den Feind durch einen Präventivschlag noch in seinen Bereitstel-
lungsräumen anzugreifen, die Rettung Europas. Das Deutsche Volk hat
damals im vollen Bewußtsein der Schwere des Kampfes die Verantwor-
tung für die Zukunft Europas übernommen. Freiwillige aus allen euro-
päischen Völkern stellten sich zum Abwehrkampf in die Reihen der Deut-
schen Wehrmacht; sie hatten begriffen, welche Gefahr aus dem Osten
drohte.
Das unerbittliche Ringen gegen einen erbarmungslos gegen alle Kriegs-
regeln verstoßenden Feind hat dem Deutschen Volke unendlich viele Op-
fer abverlangt. Nach seiner Niederlage wurde es von der Welt beschul-

305
digt und gedemütigt mit der infamen Kriegsschuldlüge der Sieger, die
friedliebende Sowjetunion Stalins kriegslüstern überfallen zu haben.
Es hat nahezu 50 Jahre gedauert, bis diese Lüge durch die Zeitgeschichts-
forschung in systematischer dokumentarischer Kleinarbeit niedergekämpft
werden konnte. Das für die deutschen Historiker verfügbare Aktenmaterial
war spärlich, und, soweit es sich in den Händen der alliierten Sieger be-
fand, überhaupt nicht zugänglich. Die heutige Aktenlage enthüllt nun vor
der ganzen Welt die ungeheuerliche Kriegsschuld vor allem der USA und
Englands, den Vernichtungskrieg des Massenmörders Stalin gegen das
Deutsche Volk und Europa – nicht ausgenommen die osteuropäischen
Völker einschließlich des russischen Volkes – durch Geheimabkommen
gefördert, durch gigantische Waffen- und Materiallieferungen unterstützt
und verlängert und weite Bevölkerungsteile, besonders die Bewohner
Ostdeutschlands, an die mordlüsternen Truppen der Roten Armee ausge-
liefert zu haben. Die Sperrung der englischen Akten bis zum Jahre 2017
konnte die Offenlegung dieses fürchterlichen Schuldkontos nicht ver-
hindern; sie kann im Gegenteil nur die Schwere der Schuld unterstreichen
durch die Zurückhaltung der Beweismittel.
Wir könnten in den Kassandra-Ruf ausbrechen: “Wehe Dir, Europa”, in
dem künftige Europäer – Engländer, Franzosen und Russen es zulassen,
daß das Deutsche Volk, dem sie doch alle Gegenwart und Zukunft ihrer
gelobten demokratischen Freiheit verdanken, geschändet, verleumdet, aus-
geraubt und bis zum heutigen Tage erpreßt wird und nun auch dem Volks-
tod ausgeliefert werden soll. Es bahnt sich eine Tragödie klassischen
Ausmaßes an, wenn sie dem Deutschen Volk nicht endlich die nationale
Freiheit lassen, die sie jeder anderen Nation, auch der kleinsten und unbe-
deutendsten dieser Erde, durch verbrieftes Völkerrecht zu garantieren
vorgeben. Wir wären töricht, dies vom Edelmut und der Menschlichkeit
unserer Feinde zu erwarten. Nein! Wir erwarten es von ihrer Vernunft,
ihrem Kalkül des eigenen Überlebenwollens! Wie könnte Europa bestehen
ohne die Stärke eines wahrhaft freien Deutschen Volkes? Solange sich
aber die europäischen Nationen nicht zur geschichtlichen Wahrheit durch-
ringen können, wird es keine wirkliche europäische Neuordnung geben,
obwohl sie aufgrund der Weltlage notwendiger denn je ist!
Wir rufen alle ihrem eigenen Volke verpflichteten Europäer auf, gemein-

306
sam mit den ihrem Volke ebenso verpflichteten aufrechten Deutschen da-
für einzutreten, daß dem Deutschen Volke Gerechtigkeit widerfährt!
Als der französische Staatspräsident Charles de Gaulle das Schlachtfeld
von Stalingrad aufgesucht hatte, äußerte er sich, beeindruckt von der
Tapferkeit und dem Heldentum der deutschen 6. Armee mit folgenden
Worten:
“Was für ein großes Volk”.
Vielleicht war ihm in diesem Augenblick bewußt geworden, daß der Op-
fermut dieses Volkes auch Frankreich vor dem Schicksal der Bolschewi-
sierung bewahrt hat.
Seitdem sich das Deutsche Volk in der Gewalt der Sieger befindet, ist es
ihrem Zerstörungswillen ausgesetzt. Davon zeugen die 7 Millionen noch
nach der Beendigung des Krieges umgebrachten Deutschen. Das beweist
der Aufruf der Deutschen Ärzteschaft vom Jahre 1947, der mit einem
erschütternden Dokument über die Ernährungslage des Deutschen Vol-
kes an das Gewissen der Welt appelliert:
“Was wir erleben, ist die Vernichtung der geistigen und körperli-
chen Substanz eines großen Volkes, an der jeder auf der ganzen
Welt sich mitschuldig macht.”
Wer kann schon übersehen, welcher unmeßbare Schaden damit einer gan-
zen Generation, der Nachkriegsgeneration, zugefügt wurde? Wir, die wir
dieses Volk lieben, bekannten sich die deutschen Ärzte. Haben seitdem
irgendwann Politiker deutscher Herkunft dieses Bekenntnis abgelegt:
“Wir, die wir dieses Deutsche Volk lieben”
und danach gehandelt? Wir klagen sie an, sich der fortgesetzten planmäs-
sigen Zerstörung ihres eigenen Volkes nicht entgegenzustellen!
Dieses große schöpferische Volk aber vernichten zu wollen: “Was für ein
Verbrechen!!” an der gesamten Menschheit.

———

307
Durch Kampf zum Licht
Wintersonnenwende 1996

Immer sind ihrer nur wenige, deren Herz einen langen Mut hat,
und solchen bleibt auch der Geist geduldsam. Der Rest aber ist
feige.
Friedrich Nietzsche

Das Chaos dieser Zeit der Zerstörung aller Werte könnten wir nicht ertra-
gen ohne den unbeirrbaren Glauben an die Heraufkunft einer neuen Ord-
nung. Soviel ist gewiß: Wer anmaßend und zerstörerisch gegen die Geset-
ze des Lebens wütet, wird eines Tages an die Grenzen seiner lebensfeind-
lichen Macht stoßen. Nur ehrfurchtsvolles Erkennen und Bejahen der
Naturgesetze gibt dem Leben auf unserer Erde Bestand und vielseitige
Entfaltungsmöglichkeit. Dieser gesetzmäßig gesteuerten Ordnung ist auch
der frei umherschweifende Geist des Menschen unterworfen. Aus dieser
Einsicht in die biologischen Zusammenhänge kommt unsere Zuversicht
und der “lange Mut” unseres Herzens, die Geduldsamkeit unseres überle-
genen Geistes, der seine Kraft wachsen fühlt in der Erkenntnis, im Ein-
klang mit den Lebensgesetzen zu denken, zu leben und auch zu handeln.
In unserem Unglück verheißt uns kein Gott, die Reichtümer dieser Welt
zu ernten. Der Genius unseres Volkes spricht uns durch Friedrich Hölder-
lin zu:
“Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.”
und diese Erfahrung des Lebens faßt der Denker Erwin Guido Kolben-
heyer in die Worte seiner Erkenntnis:
“Not schafft Gesetz.”
Notgeboren steigert sich das Leben. Alles Neue ist aus Not geboren; in
der Evolution, in der Geschichte. Wir blicken auf zu den Vorbildern unse-
rer Vergangenheit; ihre überwältigende Größe ist in der Überwindung
von Not und Gefahr gewachsen!
Und der kämpfenden Elite eines Volkes widmet Paul de Lagarde die stol-
zen Worte:

308
“Wem es nicht ein Genuß ist, einer kämpfenden Minderheit anzu-
gehören, der verdient nicht, zu siegen.”
Nein, dieser Kampf wird kein leichter Sieg sein. Noch nie hat der mensch-
liche Geist ein so hartes und unerbittliches Ringen um Sein oder Nicht-
sein bestehen müssen. Sollen wir darum verzagen, weil es unser Geschlecht
so hart trifft? Hat unser Volk nicht gestern erst Europa gerettet aus gro-
ßer Gefahr?
Volle Bäuche und träge Geister sind das Unglück einer Nation. Aber im
Schmelztiegel von Not und Kampf, Elend und Leid ist zu Stahl geläutert,
was edel genug ist und die lange Auseinandersetzung bestehen kann. Lang-
sam erwacht das ganze Deutsche Volk aus dem tiefen Trauma seiner Nie-
derlage und findet zur Wahrheit seines Lebens zurück.
“Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht,
Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden,
Wenn unerträglich wird die Last – greift er
Hinauf getrosten Mutes in den Himmel
Und holt herunter seine ewigen Rechte,
Die droben hangen unveräußerlich
Und unzerbrechlich wie die Sterne selbst.”
So beschwört unser großer Friedrich Schiller die Sehnsucht nach Einheit
und Freiheit, und Goethe, der große Volkserzieher, erkannte schon vor
200 Jahren und belehrt die vernebelten Hirne mit der Mahnung,
“daß Freiheit und Gleichheit nur in dem Taumel des Wahns ge-
nossen werden können.”
Aber der Wahn steigert sich zum Wahnsinn in unseren Tagen. Dies kann
nur der Drang von Lemmingen sein, in den eigenen Untergang zu rennen,
damit die Ordnung nach dem Gesetz des Lebens wiederhergestellt wer-
den kann. Nur was Bestand hat, geht nicht unter; – also haben wir zu
werten.
“Dies ist unser, so laßt uns sagen und so es behaupten”,
und Goethe setzt fort:
“Denn es werden noch stets die entschlossenen Völker gepriesen,

309
Die für Gott und Gesetz, für Eltern, Weiber und Kinder
Stritten und gegen den Feind zusammenstehend erlagen.”
Das Deutsche Volk wird es schaffen, sich selbst und die anderen Völker
dieser Welt von dem Abgrund zurückzuführen, der alles im Chaos zu
verschlingen droht. Die Kraft dazu wächst ihm nur aus sich selbst zu, aus
seiner Volkheit als dem dauerhaften Zustand seiner selbst, der immer wieder
die Stärke von Grund auf gibt, solange dieses Volk lebt.
Deshalb sollten wir in der Zeit der Wintersonnenwende, der einst heiligen
Weihenächte unserer Vorfahren, in die Tiefen unserer Vergangenheit hin-
abtauchen, wo uns die Urbilder unseres Volkes begegnen: das Sinnbild
des ewig aus seinen Wurzeln lebenden Baumes, der Weltesche, und das
Bild des Drachentöters Siegfried, der das Unheil der Welt besiegt. Daß
sich der Haß gegen sie richtet, beweist, daß unsere Feinde um die Urkraft
des Mythos wissen und sie fürchten. Denn es liegt im Wesen des Mythos
beschlossen, die starken Impulse zu geben, um die neuen Erkenntnisse
unseres Geistes mit dem Ererbten und Erlebten zu kraftvoll neuer Idee zu
formen.
“Wer auf sein Unglück tritt, steht höher”,
sagt Friedrich Hölderlin. Das Deutsche Volk wird über sein Unglück hin-
auswachsen.

———

Wir gedenken unserer Helden


(Januar 1997)

Im 2. Weltkrieg standen annähernd 20 Millionen


deutsche Soldaten unter Waffen.
6.492.000 deutsche Soldaten, darunter fast 1000 Generäle,
gaben ihr Leben für Volk und Heimat:
3.250.000 erlitten den Soldatentod,
3.242.000 Soldaten wurden Opfer der mörderischen Sieger
in der Gefangenschaft.

310
Nichtswürdig ist die Nation, die ihrer Helden nicht gedenkt. Denn ein
Volk ist nur soviel wert, wie es sich selbst in seinen Toten ehrt. Wenn wir
von Heldentum sprechen, so leuchtet der heroische Kampf der deutschen
Soldaten des letzten großen Krieges in der Ehrenhalle der Nation auf zu
ihrem ewigen Ruhme. Ihnen muß die liebende Verehrung des ganzen Vol-
kes gehören.
Sie schrieben unvergängliche Sagas der Tapferkeit, die den klassischen
des Altertums nicht nachstehen. Wahrhaftig, das Heldentum deutscher
Soldaten trug sich ein in die Walhalla der Tapferen unserer Geschichte.
Die Welt erlebte das beste und edelste Soldatentum, geprägt von Mannes-
zucht und hohen sittlichen Forderungen aus der Ordnung unserer Kultur
und dem Lebensgesetz eigener Art.
Ihr soldatisches Gesetz war nicht das militante einer Söldnertruppe, son-
dern das eines Soldatentums, welches sich opferbereit vor Volk und Hei-
mat stellt. Die Deutsche Wehrmacht, den deutschen Soldaten und seinen
Einsatz zu schmähen, ist Akt einer sittlichen Verkommenheit, wie es ihn
in unserem Deutschen Volke nicht gegeben hat und auch in anderen Völ-
kern nicht gibt und hoffentlich auch für die Zukunft in Europa keinen
Platz haben wird. Er verdient die allertiefste Verachtung der Kulturwelt.
Alle deutschen Mütter, Frauen und Schwestern stellen sich schützend vor
die Ehre ihrer Söhne, Männer und Brüder. Auch die Söhne und Töchter
werden sich vor ihre Väter stellen müssen um ihrer eigenen Zukunft wil-
len. Wer die Ehre des deutschen Soldaten antastet, ist selbst ohne Ehre.

———

Das Maß ist voll


Der Völkermord am Deutschen Volk
(Februar 1997)

Am 9.12.1948 wurde die von der UNO beschlossene Konvention für Men-
schenrechte verkündet. Dieser Konvention traten alle damaligen westli-
chen Staaten bei.

311
Analog zur Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen fand die
Ächtung des Völkermordes (Genocidium) Eingang in das deutsche Straf-
gesetzbuch und wurde im Paragraphen 220 a niedergelegt, in dem es heißt:
“§ 220 a Völkermord. (1) Wer in der Absicht, eine nationale,
rassische, religiöse oder durch ihr Volkstum bestimmte Gruppe
als solche ganz oder teilweise zu zerstören,
1. Mitglieder der Gruppe tötet,
2. Mitgliedern der Gruppe schwere körperliche oder seelische
Schäden, insbesondere der in § 224 bezeichneten Art, zufügt,
3. die Gruppe unter Lebensbedingungen stellt, die geeignet sind,
deren körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizufüh-
ren,
4. Maßregeln verhängt, die Geburten innerhalb der Gruppe ver-
hindern sollen,
5. Kinder der Gruppe in eine andere Gruppe gewaltsam über-
führt,
wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.“
Und im § 224 über die schwere Körperverletzung heißt es dazu:
“§ 224 Schwere Körperverletzung. (1) Hat die Körperverletzung
zur Folge, daß der Verletzte ein wichtiges Glied des Körpers, das
Sehvermögen auf einem der beiden Augen, das Gehör, die Spra-
che oder die Zeugungsfähigkeit verliert oder in erheblicher Wei-
se dauernd entstellt wird oder in Siechtum, Lähmung oder Geistes-
krankheit verfällt, so ist auf Freiheitsstrafe von einem bis zu fünf
Jahren zu erkennen.
(2) In minder schweren Fällen ist die Freiheitsstrafe bis zu fünf
Jahren oder Geldstrafe.”
Es ist völlig legitim, aufgrund der sowohl in der Konvention der Men-
schenrechte der “Vereinten Nationen” als auch der im deutschen Strafge-
setzbuch definierten Verbrechen des Völkermordes, die dem
Ernst der Lage
für das Deutsche Volk angemessene Frage nicht nur an die Bonner Re-
gierung und ihr gesamtes Parteiengefolge, sondern auch an sämtliche

312
Abgeordnete des Deutschen Bundestages und alle Funktionäre der mit
westlichen Lizenzen ausgestatteten Parteien zu richten, was sie zu tun
gedenken, um dem schleichenden Genozid an ihrem eigenen Deutschen
Volk endlich Einhalt zu gebieten? Nur eine Politik, die ohne jede Ver-
antwortung vor Volk und Staat handelt, kann die Dringlichkeit ihrer Be-
antwortung mißachten. Es wäre ein Affront gegenüber der Zukunft und
damit ein niederträchtiges Handeln gegen alle kommenden Generationen!
Die politische Spekulation, schon jetzt kaum mehr zu bewältigende Pro-
bleme der Alters- und Krankenkassen – der sozialen Verhältnisse in Volk
und Staat also – als Schwarzen Peter der EURO-Gesellschaft zuzuspie-
len und sich dadurch der Verantwortung vor dem eigenen Volk zu entzie-
hen, wird nicht aufgehen. Oder ist diese Parteiengesellschaft so naiv an-
zunehmen, daß andere Nationen oder in unserem Land zugelassene Fremde,
die heute schon die Sozialkassen des Staates überdimensional belasten,
den Leistungsausgleich für die Zukunft übernehmen können?
Wie ist es möglich, daß uns ein US-amerikanischer Konzern namens Rok-
kefeller eine Politik des “Null-Wachstums” “aufzwingen” kann? Es ist
schier unglaublich, daß die Komplizenschaft für dieses Völkermord-Ver-
brechen die Bonner Regierung übernommen hat. Der Abtreibungskon-
zern der Rockefeller kontrolliert “PRO FAMILIA”, ermittelt und ver-
breitet die “amtlichen” Zahlen über den pränatalen Völkermord. “PRO
FAMILIA” unterrichtet die “Gesellschaft” über die Zerstörung des Vol-
kes, als wären es Wasserstände der Elbe oder Zuckerrübenpreise. Diese
Ungeheuerlichkeit geschieht mit Zustimmung und unter den Augen des
Bundestages und sämtlicher Parteifunktionäre.
Haben die §§ 220 a und 224 für den Bundespräsidenten, die Minister und
alle verantwortlichen Politiker keine Gültigkeit?
Gehört die Geburtenverhinderung durch Kindesmord in Deutschland (und
Österreich)
zum straffreien Raum
der Politik, um Platz für höhere Einwanderungsquoten (!) Fremder zu
schaffen?
Sich gegen den schleichenden Mord am Deutschen Volk zu wehren, wird
als sogenannte Ausländerfeindlichkeit unterdrückt. Somit sind alle Vor-

313
kehrungen getroffen, das Deutsche Volk wehrlos zu halten. Und – Satt-
sein macht träge. Aber der Sättigungsgrad ist bereits überschritten! Die
Gegenwirkung mit Arbeitslosigkeit, Altersgeldkürzungen und sozialem
Abbau erzeugt Zukunftssorgen, von den Ängsten der Alten bis zum Urzorn
des arbeitenden Volkes. Wenn Bauern und Bergleute, die beiden Urpro-
duzenten des Landes, bis zur Pforte des politischen Regimes vordringen,
sind die Zeiten allgemeinen Ungehorsams nicht mehr fern.
Die von den Siegermächten mit Lizenzen ausgestatteten Parteien haben
versagt. Sie gaben vor, die bessere Politik im Namen der Demokratie zu
machen. Sie haben wahrhaft kläglich und erbärmlich versagt. Müssen
tatsächlich alle die von ihnen zu verantwortenden Ereignisse noch aufge-
zählt werden, von der Vergeudung von Steuergeldern angefangen bis zu
den Verbrechen am Leben des Deutschen Volkes, um sie endlich zum
Offenbarungseid zu zwingen, auf daß der Heuchelei ein Ende gesetzt
werde?
Das Ende der Heuchelei bedeutete, zu offenbaren, daß es keinen souverä-
nen deutschen Staat gibt! Die Forderung der Siegermächte zur bedin-
gungslosen Kapitulation hat bis zum heutigen Tage weder ihre militäri-
sche noch ihre politische Wirksamkeit verloren.
Im Kriechgang läßt sich allerdings der politische Druck der bedingungslo-
sen Kapitulation nicht bewältigen. Die widerstandslose Unterwerfung
schlägt um in einen Verrat am eigenen Volk. Es ist ein Unterschied,
einer politischen Unterwerfung auch eine geistige folgen zu lassen.
Aus dem Vorhergesagten ergibt sich, daß der gegen das Deutsche Volk
geführte psychologische Krieg letzten Endes ein Geburtenkrieg gegen
unser Volk und die übrigen europäischen Völker ist. Es gibt kein größeres
Verbrechen gegen die Völker Europas, als dieser Plan des “Null-Wachs-
tums”. Er ist eine Vernichtungsstrategie, die sich am Ende zum Schaden
der gesamten Menschheit auswirken wird.
Das junge Volk ist aufgerufen, sich diesem Krieg zu stellen, trotz Gegen-
wartsbelastungen und in der Überwindung von Pessimismus und Egois-
mus – es geht um seine Zukunft. Alleingelassen, stehen weder Führung
noch staatliche Politik auf seiner Seite – es kommt alleine auf seinen
Lebenswillen an.

314
Der Kampf der deutschen Soldaten
im Osten.
Ihr Opfergang für Europa
(Februar 1997)

Durch die Aufarbeitung der Geschichte und der Kriegsereignisse im Osten


tritt jetzt in vollem Umfange vor der Weltöffentlichkeit zutage, welchen
ungeheuren Belastungen die deutschen Truppen im Kampf gegen die So-
wjetunion ausgesetzt waren. Sie standen einem Feind gegenüber, der sich
unfaßbarer Greueltaten schuldig gemacht hat. Die Rote Armee war unter
Stalins Befehl und den Haß-Orgien eines Ilja Ehrenburg zu einer Solda-
teska von Mördern, Henkern und Marodeuren verkommen. Für sie gab
es kein Völkerrecht. Seit dem 22.6.1941 begann der Mord an wehrlosen
deutschen Kriegsgefangenen und wurde bis zum Eindringen der Sowjets
auf deutschen Boden fortgesetzt. Welcher Greueltaten die Sowjettruppen
fähig waren, ist – soweit überhaupt umfassend möglich – in Gesamtdar-
stellungen dokumentiert und in den Büchern: Joachim Hoffmann, “Sta-
lins Vernichtungskrieg 1941–1945” 1) und Fritz Becker, “Stalins Blut-
spur durch Europa” 2) der Öffentlichkeit übergeben worden. Dazu kom-
men die Untaten und Morde an Millionen deutschen Flüchtlingen auf
ihrer Flucht und Vertreibung aus dem deutschen Osten. Der berüchtigte
“Fackelmännerbefehl” Stalins und auszugsweise Wiedergaben aus russi-
schen und deutschen Armeebefehlen vermitteln eindeutig, daß hier zwei
grundverschiedene Welten aufeinandergetroffen sind.

Stalins verbrecherischer “Fackelmänner-Befehl”


Schier unübersehbar ist die Zahl der Befehle und Geheimbefehle, die Jo-
sef Stalin während des deutsch-sowjetischen Krieges erließ. Zu seinen
gravierendsten Kriegsverbrechen zählt sein Befehl Nr. 0428 vom 17. No-
vember 1941, der “Fackelmänner-Befehl”, der folgendermaßen lautete:
“Die Stawka des Obersten Befehlshabers befiehlt:
1.) Alle Siedlungspunkte, an denen sich deutsche Truppen befin-
den, sind auf 40 bis 60 Kilometer ab der Hauptkampflinie in die

315
Tiefe zu zerstören und in Brand zu setzen und 20 bis 30 Kilometer
nach rechts und links von den Wegen. Zur Vernichtung der Sied-
lungspunkte im angegebenen Radius ist die Luftwaffe hinzuzuzie-
hen, sind Artillerie- und Granatwerferfeuer großflächig zu nut-
zen, ebenso die Kommandos der Aufklärung, Skiläufer und Parti-
sanen-Divisionsgruppen, die mit Brennstofflaschen ausgerüstet
sind.
Die Jagdkommandos sollen überwiegend aus Beutebeständen in
Uniformen des deutschen Heeres und der Waffen-SS eingekleidet
die Vernichtungsaktionen ausführen. Das schürt den Haß auf die
faschistischen Besatzer und erleichtert die Anwerbung von Parti-
sanen im Hinterland der Faschisten. Es ist darauf zu achten, daß
Überlebende zurückbleiben, die über die ‘deutschen Greueltaten’
berichten können.
2.) Zu diesem Zweck sind in jedem Regiment Jagdkommandos zu
bilden in Stärke von 20 bis 30 Mann, mit der Aufgabe, Sprengung
und Inbrandsetzung der Siedlungspunkte durchzuführen. Es müs-
sen mutige Kämpfer für diese Aktionen der Vernichtung von Sied-
lungspunkten ausgewählt werden. Besonders jene, die hinter den
deutschen Linien in gegnerischen Uniformen Siedlungspunkte
vernichteten, sind zu Ordensverleihungen vorzuschlagen.
In der Bevölkerung ist zu verbreiten, daß die Deutschen die Dör-
fer und Ortschaften in Brand setzen, um die Partisanen zu be-
strafen.”
(Abgedruckt bei Fritz Becker, “Stalins Blutspur durch Europa”, Seite
268. Quelle: Archiv Serie 429, Rolle 461. Generalstab des Heeres, Abt-
lg. Fremde Heere Ost II H 3/70 Fr 6439568. Lagerstätte: Nationalarchiv
Washington.)
Zukov aber, der schon am 14. Dezember 1941 zu unterschiedsloser Ver-
nichtung aller von ihm als “hitlerische Banditen” geschmähten deutschen
Kriegsgefangenen aufgerufen hatte, erließ vor Beginn der Winteroffensi-
ve im Januar 1945 einen Tagesbefehl, den auch die Mitglieder des Kriegs-
rates der 1. Weißrussischen Front, Generalleutnant Telegin, Generaloberst
der Artillerie Kazakov, Generaloberst der Flieger Rudenko und der Chef
des Frontstabes, Generaloberst Malinin, unterzeichneten. In diesem Ta-
gesbefehl “An die Soldaten, Unteroffiziere, Offiziere und Generale der

316
Truppen der 1. Weißrussischen Front” heißt es unter Bezugnahme auf die
von “unserem geliebten Stalin” gestellte “historische Aufgabe”, dem “fa-
schistischen Tier in seiner eigenen Höhle den Garaus zu machen”, unter
anderem:
“Die Zeit ist gekommen, mit den deutsch-faschistischen Halun-
ken abzurechnen. Groß und brennend ist unser Haß! Wir haben
die Qualen und das Leid nicht vergessen, welche von den hitleri-
schen Menschenfressern unserem Volke zugefügt wurden. Wir
haben unsere niedergebrannten Städte und Dörfer nicht verges-
sen ...”
“Für den Tod, für das Blut unseres Sowjetvolkes sollen die fa-
schistischen Räuber mit der vielfachen Menge ihres gemeinen
schwarzen Blutes bezahlen! ... Diesmal werden wir das deutsche
Gezücht endgültig zerschlagen!” 3)
Um die deutsche Truppe der Begehung von Kriegsverbrechen und Grau-
samkeiten beschuldigen zu können, schreckte Stalins Regierung nicht vor
direkten Urkundenfälschungen zurück. Auf diese Art wurde Generalfeld-
marschall v. Manstein ein gefälschter Bericht über dessen angebliche
Geisel- und Repressalienpolitik unterschoben, den man auf den 15. De-
zember 1941 datierte und seiner 11. Armee zur Last legte. In diesem
gefälschten Bericht sollte v. Manstein erklärt haben: “Die Bevölkerung
muß sich vor unseren Vergeltungsmaßnahmen mehr fürchten als vor den
Partisanen.” Durch v. Mansteins englischen Rechtsanwalt Mr. Paget, der
entsprechende Nachforschungen anstellen ließ, stellte sich heraus, daß v.
Manstein nie einen solchen Befehl erteilt hatte ... Um aber diese Fäl-
schung in ihrem ganzen Ausmaß erkennen zu können, sei der Inhalt des
tatsächlichen Befehls v. Mansteins im Wortlaut wiedergegeben. (Hier nur
wegen Platzmangel einige Sätze daraus.)
“Befehl an alle Manstein unterstehenden Truppen in Rußland!
1. Vermeide eins: Wahre stets Deine Autorität gegenüber Unter-
gebenen, vermeide aber Überheblichkeit; der Russe ist sehr kri-
tisch ... Wirkliche Autorität erwächst aus besserer Leistung und
vorbildlicher Haltung.
2. Sei gerecht ... Nichts haßt der Russe mehr als Ungerechtigkeit
...

317
3. Lobe den Russen, wenn er gut arbeitet. Wird er nicht gelobt, so
verliert er die Arbeitsfreude ...
4. Vermeide es, Russen zu prügeln. Der Russe ist sehr ehrliebend.
... Verprügeln gilt als Unkultiviertheit in Rußland.
5. Vermeide es, gegenüber den Russen zum Ausdruck zu bringen,
daß der Deutsche einer besseren Rasse als der Russe angehört.
Die Russen, insbesondere die Ruthenen, die Ukrainer und die
Weißrussen im Norden gehören zu derselben Völkerfamilie wie
die Arier ...
6. Achte die russischen Frauen und Mädchen grundsätzlich so
wie die deutschen Frauen und Mädchen ...
7. Unterlasse selbständiges Organisieren und willkürliche Be-
schlagnahme von Lebensmitteln und Gebrauchsgeräten ...
8. Unterschied ist im Gespräch stets zwischen Russen und Bol-
schewisten zu machen ...
10. Behandle den Russen anständig und ruhig ...”
Dieser Armeebefehl v. Mansteins war nicht etwa eine Ausnahme. Es gab
bei allen deutschen Armeen im Osten ähnliche humane Anweisungen für
die Behandlung der Bevölkerung in den besetzten Gebieten. Während die
deutschen Militärbefehle an die Truppe dazu aufriefen, den russischen
Menschen zu achten und ihn gerecht und würdig zu behandeln, strotzen
die Befehle sowjetischer Marschälle von Ausdrücken wie faschistisches
Getier, Halunken, Menschenfresser und anderen Haßgesängen. Es ist die
Sprache Stalins, die Sprache der Gosse, die den Deutschen als Unter-
menschen abqualifiziert.
Oben angeführter “Fackelmännerbefehl” legt offen, welcher Kampfme-
thoden sich die Bolschewisten bedienten. 4)
Bemerkenswert ist, daß mit der einsetzenden Aufklärung einer breiteren
Öffentlichkeit über die Schandtaten der Sowjetarmee die Hetze gegen die
Deutsche Wehrmacht und die deutschen Soldaten einen neuen Höhepunkt
erreicht. Die auf Lüge und Hetze aufgebaute sogenannte “Wehrmacht-
ausstellung” sollte mit Empörung von allen anständigen Deutschen und
Europäern abgelehnt werden. Wäre der tapfere und opferbereite deutsche
Soldat nicht gewesen, die Europäer hätten weder 50 Jahre Frieden genie-
ßen noch ihre Bankkonten pflegen können. Daß die Eliten Europas über-

318
lebten, haben sie einzig und allein dem deutschen Soldaten und seinem
Heldentum zu verdanken.

1) Siehe: “Huttenbriefe”, 1/1996.


2) Siehe: “Huttenbriefe”, 5/1995.
3) J. Hoffmann: “Stalins Vernichtungskrieg 1941–1945”, S. 260/261.
4) F. Becker: “Stalins Blutspur durch Europa” und “Im Kampf um Europa”.

———

Enthüllungen
über die west-östliche Verschwörung
gegen das Reich und Europa
(Juli 1997)

Die Dokumentation des Zeitgeschichtsforschers Fritz Becker mit der


Enthüllung der Pläne zwischen Stalin und den Westmächten zur Vernich-
tung des Reiches stammt im wesentlichen aus finnischen Quellen.
Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion erhielt die zeitgeschichtliche
Forschung vermehrten Auftrieb, sich mit den Ereignissen des Krieges im
Osten durch tatsachengerechte Darstellung zu befassen. Der ebenfalls
durch seine zeitgeschichtlichen Bücher bekannte Autor Dr. Max Klüver
prägte den Begriff vom Präventivschlag gegen die im Aufmarsch befind-
liche Rote Armee. Mit seinem Buch “Im Kampf um Europa” schafft des-
sen Verfasser Fritz Becker durch die Veröffentlichung bis dahin unbe-
kannter Dokumente den kriegsgeschichtlichen Durchbruch zur vollen
Wahrheit.
Es steht nun aktenkundig eindeutig fest, daß der Rußlandfeldzug ein Not-
wehrakt des Deutschen Reiches war, um Deutschland und Europa vor
der Knute des Bolschewismus zu bewahren.

319
Die Wahrheit knüpft ihre Netze immer dichter. Schon mit der Aufdek-
kung des Katyn-Mordes an polnischen Offizieren enthüllte sie der belo-
genen Welt, daß die Henker im Osten und die Heuchler im Westen ihr
gemeinsames Spiel getrieben haben.
Der Text der Geheimrede Stalins am 19.8.1939 (!) vor dem Politbüro mit
der Ausbreitung seiner kriegslüsternen Pläne ist inzwischen weltweit be-
kannt geworden. Wiederum ist es dem Forscherdrang Fritz Beckers zu
danken, daß er der Kette der Beweisführung ein weiteres Glied einfügen
kann. Das brisante Material aus finnischen Geheimdienst-Quellen bestä-
tigt die Geheimpläne und Geheimverträge einer west-östlichen Verschwö-
rung, die – wäre sie gelungen – Deutschland in einem Mehrfrontenkrieg
zum Schlachtfeld gemacht und die Freiheit der europäischen Völker auf-
gerieben hätte.
Hier liegt der Grund für die bis zum Jahre 2017 verschlossen gehaltenen
Akten Englands, die kaum noch brisanteren Stoff als diesen (ver)bergen
können.
Noch sind nicht alle Archive geöffnet. Die dort lagernden Dokumente
könnten zum Sprengsatz werden für die mit Gewalt, Verbot und Mord
errichtete Lügenfront des Terrortribunals von Nürnberg, der Ächtung und
Niederhaltung Deutschlands in einem halben Jahrhundert der Demüti-
gung und Unfreiheit.
Mit den durch die Zeitgeschichtsforschung vorgelegten Enthüllungen über
die tatsächlichen Vorgänge ist der Kampf um die geschichtliche Wahrheit
in eine Phase eingetreten, deren Ergebnisse nicht mehr zurückgeholt wer-
den können.
Trotz der erdrückenden Beweislast gegen Stalin gibt es deutsche Histori-
ker, die aus erkennbar politischen Gründen die Wahrheit verschweigen
und an der Lüge vom deutschen Überfall auf die “friedliebende Sowjet-
union“ festhalten.
Dem in dieser Wahrheit liegenden politischen Zündstoff die Wirkung zu
nehmen, daran sind die alten Verbündeten in West und Ost gleichermaßen
beteiligt. Für Europa hat sich doch seit dem 2. Weltkrieg nichts geändert;
es werden die gleichen haßverkrusteten Allianzen von gestern sichtbar,

320
sobald es um die Niederhaltung Deutschlands geht. Lüge und Haß sind
aber bröckelndes Geröll statt steinerner Stufen der Wahrheit für den künf-
tigen Bau einer europäischen Ordnung.
Wir sind der festen Überzeugung, daß zwischen Deutschland und Ruß-
land der Schutt der Vergangenheit abgetragen und ein neues Verhältnis
geschaffen werden kann, dessen natürliche Nachbarschaft einem Zusam-
menschluß Europas die notwendige Dauer und Stärke gibt. Für die Völ-
ker Europas wird es eine Überlebensfrage sein, ob die Verständigung
zwischen Deutschland und Rußland die Vergangenheit auf der Grundlage
von Wahrheit und Recht überwinden kann.
Nur der Mut zur geschichtlichen Wahrheit wird den Weg öffnen in eine
neue Zukunft gemeinsamer Interessen.

———

Englands Verrat an Europa


Zum 10. Todestag von Rudolf Heß am 17.8.1987
(August 1997)

Als Rudolf Heß seinen Flug nach England antrat, geschah es in voller
Klarsicht auf das Unheil, das am Horizont über das Reich und Europa
heraufzog.
Seit dem Herbst 1939 wußte die deutsche Führung, daß die Kriegspla-
nung der Westmächte darauf abzielte, Deutschland in einem Mehrfronten-
krieg zum Schlachtfeld zu machen und zu vernichten. Wie erst jetzt durch
die finnischen Geheimdienstquellen entdeckt wurde (siehe: “Huttenbrie-
fe”, 3/1997), war Berlin zu diesem Zeitpunkt bereits im Vollbesitz der
geheimen Pläne zwischen England und Stalin vom 15.10.1939! Die
Reichsführung kannte also den genauen Wortlaut des Geheimabkommens
zwischen England und der Sowjetunion mit der Auslieferung ganz Ost-
europas von Finnland bis zum Balkan an den Bolschewismus.

321
Dieser von England verübte Verrat Europas an die blutrünstige Ty-
rannei der zur Weltherrschaft durch Weltrevolution strebenden So-
wjetunion sucht in der Weltgeschichte seinesgleichen.
Die englische Führung ist sich dieses Verrates und seiner politischen Fol-
gen voll bewußt; die bis zum Jahre 2017 zurückgehaltenen, verschlosse-
nen Akten Englands sprechen eine allzu deutliche Sprache. Auch den
heute lebenden Generationen der Engländer soll der Hintergrund verbor-
gen bleiben, der das stolze Albion vom Throne der Weltmacht in eine
allenfalls zweitklassige Rolle gestürzt hat: die katastrophale amerikahö-
rige Politik Englands. Es könnte den Engländern dämmern, daß ihre, von
den USA ins Schlepptau genommene deutschfeindliche Politik die Chan-
ce verwirkt hat, an der Seite Deutschlands nicht nur Europa vor der blu-
tigen Stalintyrannei zu retten, sondern auch die Positionen ihres Weltrei-
ches zu bewahren.
Die Vermutung wird heute zur Gewißheit, daß Rudolf Heß mit den groß-
zügigsten Friedensangeboten des Reiches an England ausgestattet war,
die so weitreichend und überzeugend sein mußten, daß dem US-amerika-
nischen Einfluß zumindest ein gleiches Gewicht der deutschen Seite ent-
gegengehalten werden konnte.
Das feindliche strategische Vorhaben konnte von Deutschland durch die
Besetzung Norwegens und Dänemarks und den Frankreichfeldzug zu-
nächst durchkreuzt werden. Dies gab auch dem Reich die Atempause,
seine Rüstungsanstrengungen auf Kriegsniveau zu bringen. Wenn Adolf
Hitler auch bald die von den Sowjets aufgestellte “Vertragsfalle” vom
23.8.1939 als solche erkannte, die Geheimrede Stalins vom 19.8.1939,
das Geheimabkommen der Kriegsmächte England und Frankreich mit
Stalin am 15.10.1939 (!) und die späteren unverschämten Forderungen
Molotows an Hitler ließen keinen Zweifel an den wahren Absichten Sta-
lins offen. Keine dieser Provokationen konnte Deutschland aus seiner
defensiven Haltung herauslocken, unter allen Umständen einen Zweifron-
tenkrieg vermeiden zu wollen. Erst als im Mai/Juni des Jahres 1941 mit
der Bereitstellung der Roten Armee an den deutschen Ostgrenzen sich
eine Offensive gegen das Reich unmißverständlich abzeichnete, mußte
gehandelt werden. Am 22.6.1941 traten die deutschen Armeen zum Prä-
ventivschlag gegen die Sowjetunion an.

322
Kühnheit und Heroismus der Tat von Rudolf Heß müssen an der Gefahr
gemessen werden, unter derem unausweichlichen Zwang er sich zum
Handeln herausgefordert sah: Der Bestand Deutschlands und Europas
stand auf dem Spiele. Am 10. Mai 1941 trat Heß seinen Flug nach Eng-
land an.
Heß’ wohlüberlegter Plan, das Nürnberger Tribunal mit einer großange-
legten Rede über die kriegstreiberischen Machenschaften Englands und
die Politik der Einkreisung Deutschlands zu konfrontieren, mußte ebenso
verhindert werden, wie die Gefahr der Verkündung dieser europäischen
Tragödie durch einen aus Spandau freigelassenen Rudolf Heß. England
verübte den Mord an dem 93jährigen Greis nach dem Martyrium
einer 46 Jahre langen Einkerkerung!
Ein schwarzer Schatten fällt auf Europa, als sich England durch seine
Königin erniedrigt, die ungerührt ganz im Geiste des Schlächters von
Dresden über den betonglatten Boden der einstigen schönsten Barock-
stadt der Welt, über die Totenstätte fast einer halben Million grausam
hingemordeter Deutscher hinwegschreitet. Wird England diesen Schritt
seines “Triumphes” über das Trümmerfeld einer durch Jahrhunderte auf-
gebauten, unwiederbringlichen Hochkultur von Weltrang je verkraften
können?
Sieht so die Versöhnung am Vorabend eines europäischen Morgen aus?
Wie tief ist diese einst stolze Nation gesunken!
Auf den Trümmern des Verrates soll ein neues Europa entstehen? Soll
nun nach dem an Deutschland verübten Über-Versailles das erneute Auf-
begehren des Deutschen Volkes gegen seine Niederhaltung durch die
Zerstückelung des deutschen Volkskörpers, durch die Landnahme Frem-
der und die Zerstörung des deutschen Bewußtseins mit der Preisgabe al-
ler nationalen Strukturen an eine “europäische Union” verhindert, Euro-
pas biopolitische Erkrankung als politische Erbkrankheit seit den Tagen
der “Großen Revolution” (1789) weitergeschleppt werden, fortgesetzt mit
den Krankheitskeimen des zivilisatorischen Verfalls im “american way of
life”, eingeschleust nach dem 2. Weltkrieg durch die amerikabesessene
Politik Englands?
Die Hypothek, die auf einer künftigen europäischen Neuordnung lastet,

323
ist riesengroß! Der Verrat am Deutschen Volk treibt die europäischen
Völker mit jedem, von der Lüge gesteuerten Jahr mehr dem Abgrund zu.
Die Tragödie Europas mit dem Zerfall seiner sittlichen und kulturellen
Werte wird bis zu der Stunde kein Ende finden, in der endlich der Wahr-
heit Weichen den neugewonnenen Weg weisen.

———

Herbert Böhme
(Oktober 1997)

Am 17. Oktober jährt sich der Geburtstag Herbert Böhmes, des Grün-
ders des Deutschen Kulturwerkes europäischen Geistes, zum 90. Male.
Herbert Böhme starb 1971 im 64. Lebensjahr als Erfüllter und Vollende-
ter. Vieles drängte in ihm noch zur dichterischen Aussage. Doch wieviel
Verzicht hatte er schon vorher hingenommen, als der schöpferische Impe-
tus des Dichters zurücktreten mußte vor der Erkenntnis einer im Geist
wie im Charakter gleichermaßen starken Persönlichkeit: daß das Wort
erst im Vorleben seine letzte Wahrhaftigkeit erhält und die seelische Not-
Wende in Wort und Tat herbeigeführt werden muß. So sammelte er die
Ungebrochenen, die sein dichterisches Wort erreichte und riß sie in glü-
hender Begeisterung mit sich zu dem Wagnis eines Deutschen Kultur-
werkes in dieser Zeit, ohne irgendeine Unterstützung von außen. Er wur-
de zum Vorbild und zum geistigen Führer weit über die Gemeinschaft
hinaus, die Träger seines sittlichen Auftrages ist, den Einzelnen wieder
an seinen natürlich-religiösen Daseinsgrund zu binden und die sittliche
Maxime als Grundlage jeder Gemeinschaft, von Kultur und Staat, zu
fordern und vorzuleben.
Die Lauterkeit seines Wollens und die Geradlinigkeit seines geistigen
Kämpfertums sicherten ihm die Gefolgschaft gleicher Geister: angefein-
det, verleumdet, verlacht oder totgeschwiegen – das Werk gedieh. Es galt
und gilt, die Großtaten deutscher Geschichte und Kultur wieder ins helle

324
Bewußtsein zu heben als not-wendende Helfer, sich wieder als Volk zu
bekennen und den durch eine geistige Demontage herbeigeführten un-
glückseligen Zustand seelischer Leere mit einem neuen Glauben an den
Sinn des Lebens und seinen aus natürlicher Ordnung abgeleiteten Kultur-
werten zu überwinden.
Letzte Hingabe des Herzens und mitreißende Leidenschaft des Beken-
nens machten die Reden Herbert Böhmes: „Was ist des Deutschen Vater-
land“, „Die Idee Europas“, „Religion und Kultur“, „Ich rede vom Vater-
land“, um nur einige zu nennen, zu Höhepunkten nationaler Feier.
Sein Verlust traf das nationale Deutschland schwer. Erst eine dem Ringen
der Kräfte in einer Phase äußerster Bedrohung unseres Soseins als Volk
entrückte Zeit wird die Leistung des Dichters, Philosophen, Organisators
und geistigen Führers Herbert Böhme ins rechte Maß setzen können.

———

Kulturkrise und Neuorientierung


Worum es uns geht
(Dezember 1997)

Über den krisenhaften Erscheinungen im Leben der weißen Völker als


Folgen der Mißachtung einer naturgegebenen Wirklichkeit zeichnet sich
der Durchbruch in ein neues Zeitalter des Denkens ab. Die Thesen von
gestern sind – geistig gesehen – bereits gestürzt; es geht um die Thesen
von morgen. Während das Deutsche Volk, politisch noch ohnmächtig,
erst langsam durch seine technischen und wirtschaftlichen Leistungen
das Selbstbewußtsein wiederfindet, ist ihm kaum bewußt, daß es an der
Spitze eines geistigen Umbruches von noch nie dagewesenen Ausmaßen
in der Geschichte des Menschen steht.
Im 2. Weltkrieg siegten noch einmal die Parolen der Französischen Revo-
lution von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gegen die in der Evolu-
tion des Lebens gewachsene menschliche Ordnung der Völker. Wir erle-

325
ben nun die Umkehr: Alle Wege der Wissenschaft führen in immer neuen
Entdeckungen über den Menschen zu der organischen Ganzheit Volk. Was
aus Sprache, Kultur und Geschichte erlebbar und erfahrbar ist, wird
Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Damit werden die bio-
logischen Grundlagen gewachsener Völker bestätigt. Sie sind auch die
Grundlagen ihrer Sprache, Kultur und Geschichte. Kulturpolitisches
Denken und Handeln muß daher vom Wissen um die biologischen Vor-
gänge in ihrer Gesamtheit ausgehen und das Volk als eine höhere Lei-
stungsgemeinschaft, als ein Lebensganzes, erfassen.
Die geistige Revolution unseres Jahrhunderts mit der Entdeckung der
Ordnung allen Lebens nach Naturgesetzen wirft ihre Schatten voraus in
das kommende Jahrtausend wie ein junger Morgen menschlicher Erkennt-
nis; sie kündigt die Überwindung des europäischen Pessimismus und Ni-
hilismus an.
Kein vernünftiger Denker wird leugnen können, daß die geistige Ohn-
macht des Deutschen Volkes die größten Gefahren für Europa heraufbe-
schwört. Die alten Feinde der neuen Ordnung, befangen in den lebenszer-
störenden Doktrinen der westlerischen Revolution vor 200 Jahren, sitzen
zwar noch immer an den Schalthebeln der Macht, aber sie haben keine
Zukunft mehr. Sie rufen die Anarchie auf allen Gebieten menschlicher
und europäischer Ordnung auf den Plan und werden damit selbst zerstört
werden.
Die biologische Revolution des europäischen Denkens ist unaufhaltsam,
auch wenn späte Erkenntnis nicht so schnell heilbare Wunden in das Ant-
litz des notgedrängten Europas schlägt.
Wir streben eine geistige Erneuerung an.
• Sie gründet auf der wissenschaftlich beweisbaren Gesetzmäßigkeit
allen Lebens.
• Sie wertet alle geistigen und politischen Erscheinungen des menschli-
chen Daseins, ob sie im Einklang mit den ewigen Gesetzen des Lebens
und seinen gewachsenen Ordnungen stehen.
• Sie erkennt als höchsten Wert menschlicher Gemeinschaft das eigene
Volk und seine Kultur.

326
• Denken und Handeln müssen vor allem dem Nutzen des eigenen Vol-
kes dienen, und damit dienen sie der Welt.
• Unser oberstes Ziel ist die Wiedererweckung des Selbstbehauptungs-
willens der Deutschen als Volk hoher Kultur und fortwirkender ge-
schichtlicher Leistungen.
• Deshalb stehen wir für die geschichtliche Wahrheit ein und eröffnen
eine klare Sicht auf die Ursachen und Abläufe unserer Geschichte und
die Leistungen unserer Kultur; ein Volk ohne Wissen um seine Ver-
gangenheit gibt seine Zukunft auf.
• Im mangelnden Wertgefühl und im Verlust unserer wesensgemäßen
Mitte liegt die tiefe Ursache unserer erkrankten Volksseele. Sie kann
nur gesunden, wenn uns wieder bewußt wird, ein Volk zu sein.
• Wer die Vielfalt der Kulturen bejaht, muß sich zur Ordnung der Völ-
ker als den Schöpfern und Trägern dieser Kulturen bekennen.
Die “Huttenbriefe” sind kein Instrument politischer Propaganda. Sie wollen
die geistigen Grundlagen darstellen, die jeder politischen Erneuerung vor-
ausgehen müssen. Der Höhe der Betrachtungsweise wie der tiefgreifen-
den Aussage nach wollen sie in allen historischen, weltanschaulichen und
politischen Belangen zur notwendigen Neuordnung unseres Lebens bei-
tragen.
Jeder politische Kampf und jede geistige Auseinandersetzung bedürfen
eines Fundamentes klarer Vorstellungen über Welt und Werte, aus denen
die Idee wächst, die dem geistigen Ringen um eine Erneuerung erst Aus-
dauer und Überzeugung gibt.
Uns erscheint unumgänglich wichtig, die deutsche Sache immer wieder
in den großen geschichtlichen wie weltpolitischen Zusammenhang zu brin-
gen. Unsere Betrachtungsweise auch in allen Bereichen der Kultur und
Kulturpolitik zeigt die biologischen Grundlagen auf und orientiert sich
daher weltanschaulich an lebensgesetzlichem Denken. Damit greifen wir
weit über das tagespolitische Geschehen hinaus, das in allen deutschen
Staaten seit 1945 von der Politik der Sieger diktiert wird. Der dem Umer-
ziehungsdiktat unterworfenen Vergangenheitsbewältigung bietet unsere
Zeitung kein Forum. Die Vergangenheit unseres Volkes ist erlebtes Schick-

327
sal und ist Anreicherung unserer Kultur. Wir begegnen ihr in Ehrfurcht,
besonders, wenn der Opfertod sein Siegel daruntersetzte.
Die “Huttenbriefe” sind der Zukunft verpflichtet im Dienste unseres Vol-
kes, seiner Kultur und Geschichte.

———

13./14. Februar 1945

Englands
Menschheits- und Kulturverbrechen
Der Mord an Dresden
(Februar 1998)

“Aber die Feuerstürme über Dresden mit sechshunderttausend


Flüchtlingen in seinen Mauern tobten noch unvermindert, da ließ
Churchill seine Bomberbesatzungen, welche erst um neun Uhr
ins Bett gekommen waren, um 15 Uhr wieder wecken. Die Besat-
zung der I. Bomberflotte erhielt folgenden Befehl:
‚Heute Nacht ist Chemnitz Ihr Ziel. Wir greifen die Flüchtlinge
an, die sich, besonders nach dem Angriff auf Dresden in der letz-
ten Nacht, dort sammeln.‘
Entsprechend an die III. Bomberflotte:
‚Chemnitz ist eine Stadt, etwa sechzig Kilometer westlich von
Dresden und ein viel kleineres Ziel. Sie fliegen heute dorthin, um
alle Flüchtlinge zu töten, die aus Dresden entkommen sein mö-
gen. Sie werden die gleichen Bombenladungen mitnehmen, und
wenn der Angriff heute Nacht ebenso erfolgreich ist, wie der gest-
rige, werden Sie der russischen Front nicht mehr viel Besuche
abstatten.‘”
(David Irving: “Der Untergang Dresdens”, Gütersloh 1968, S. 193.)

328
“Es war ein willkürlicher Vernichtungsangriff auf Geist und Ge-
müt der kulturellen Welt jenseits von Krieg und Schlachtenlärm;
er war eine Missetat, die die Geschichte sühnen wird.”
(Ludwig Bernhard: “Dresden – ein europäisches Märchen”.)

Die Bilanz:
Einwohnerzahl Dresdens 1941
(lt. “Neuer Brockhaus”) 630.300
Flüchtlinge aus Schlesien
(lt. Irving, w.o.) 600.000
Identifizierte Tote 35.000
Gezählte, nicht identifizierte Tote 220.000
Total zerstörtes Stadtgebiet 14 km2
Trümmerschutt 22.000.000 m3
Total zerstörte Wohnungen 75.000
Total zerstörte Krankenhäuser
(Dresden war Lazarettstadt),
Kulturstätten und Schulen 143
Die Vernichtung millionenfacher Schätze von
unwiederbringlichem Kultur- und Kunstwert.
Dresden zur Zeit des Luftangriffes 1.230.000 Menschen
Identifizierte und gezählte Tote 255.000
In den Kellern der Häuser und an
anderen Orten der Stadt unter uner-
meßlichen Qualen Umgekommene,
nach zahlreichen Zeugen- und Augen-
zeugenberichten mindestens 200.000

Todesopfer in Dresden mindestens 455.000

329
Die Perfidie der Luftkriegsführung:
“Fliegt hin und verbrennt die Stadt!”

Inferno gegen Dresden, ausgeführt in 3 Schlägen u. a. mit:


Stabbrandbomben 1.000.000
Flammenstrahlbomben 4.500
Sprengbomben 1.500
Stabbrandbomben 50.000

Die Luftkriegsführung der Alliierten hatte alle Kriegsregeln gemäß völ-


kerrechtlicher Vereinbarung außer Kraft gesetzt! Es war reiner Terror,
der sich gegen die Zivilbevölkerung, gegen Frauen, Kinder und Greise
richtete. Noch nie seit Menschengedenken waren vor allem die Freiheit
von Angst und Not in einem solchen Ausmaß im geplagten Europa miß-
achtet worden, wie in den Jahren 1940–1945, als die alliierten Bomber-
flotten Millionen Menschen von Norwegen bis zu den Pyrenäen und von
der Nord- und Ostsee bis zum Schwarzen Meer in Angst versetzten und
eine bis dahin nicht für möglich gehaltene Not verbreiteten:
Rund zwei Millionen Menschen getötet, verwundet und vermißt, 15 Mil-
lionen obdachlos, weit über fünf Millionen zerstörte Wohnungen und über
500 Millionen m3 Trümmermenge, verursacht von fast 2,8 Millionen Ton-
nen Bomben, die auf tausende europäische Städte und Ortschaften abge-
worfen wurden, davon 955.000 Tonnen Bomben allein auf Deutschland
abgeleert bei Nacht und Nebel von der britischen RAF.
(Maximilian Czesany: “Alliierter Bombenterror”, S. 659, Druffel-Verlag.)

Sprachregelung der Feinde Deutschlands: 35.000 Tote in Dresden.

———

330
Endzeit ist‘s
Aufbruch zu neuen Werten
(April 1998)

Die neue Spielvariante des liberal-kapitalistischen Systems – “Euro” ge-


nannt – erzeugt schon in ihrem vorgeburtlichen Stadium eine Katerstim-
mung, die der Trunkenheit ideologischer Rauschzustände zwangsläufig
folgen muß. Die ausgegebenen Karten sind gleichsam falsch, doch die
Falschspieler gaukeln mit allen Tricks ihrer eingeübten liberalistisch-ka-
pitalistischen Spielfertigkeit den spannungsgeladenen Zuschauern vor, wie
gut doch ihre ausgeklügelten Spielregeln funktionieren werden. Zaungä-
ste sind die europäischen Völker, die diesem Würfelspiel um ihr künftiges
Schicksal beiwohnen, von Zweifel befallen, der sich bis zur Zukunft-
sangst steigert. Im düsteren Hintergrund wird ein millionenfaches Heer
von Arbeitslosen sichtbar mit der abermals millionenfachen Trostlosig-
keit ganzer Familienschicksale. Im grotesken Gegensatz dazu die wirk-
lichkeitsentrückten “Visionen”, von denen die amtierenden Politiker mit
eingegebener Weisheit von Fall zu Fall heimgesucht werden.
Wir schreiben das Jahr 53 nach dem Ereignis des großen Sieges im Jahre
0. Das sich deutlich auf dieser Kulisse abhebende Menetekel verkündet
die bekannte Drohung in Umkehr gegen ihren Urheber: “Gezählt, gewo-
gen und zu leicht befunden.”
Der Vorhang zum letzten Akt des europäischen Trauerspieles hat sich
gehoben. —
Wer sich jedoch nur den letzten Aufzug ansehen will, kommt zu spät: Er
kann die in ihrem kausalen Ablauf von weither geleitete Geschichte nicht
begreifen, ahnt er doch kaum, daß Europa von einer Epidemie befallen
ist, die nun schon mehr als 200 Jahre währt. Ihr Name ist: Freiheit, Gleich-
heit, Brüderlichkeit.
Dieses “giftigste Gift” des Gleichheitswahnes (Nietzsche), versüßt mit
der Verheißung der Freiheit, verblendete selbst die edelsten Geister unse-
res Volkes. Man wußte nicht, daß die Natur keine Gleichheit kennt, daß
sie keine Freiheit außerhalb ihrer Gesetze geben kann.

331
Niemand ahnte die furchtbare Gefahr für die Menschheit; man übersah
ganz und gar, daß zwischen dem einzelnen und der Menschheit das Volk
steht. Gerade dieses wurde zum Objekt bewußter Zerstörung mit dem
Plan, “die Idee” der Entmachtung von Staat und Gesellschaft schrittwei-
se zu verwirklichen, vergröbert bis zum Programm der Besitzenteignung
des Einzelnen im Kommunismus.
So war auch das Jahr 1848 keineswegs ein nationaler Aufstand: es war
eine kläglich verlaufende verspätete Französische Revolution, von frem-
dem Ideengift durchsetzt. Im Gegenteil: die Nationalitäten sollten abge-
schafft werden, die Religionen verschwinden. Die Sehnsucht nach einem
einigen großen Vaterland wurde von den internationalen Wortführern als
kindliches Teutonentum verspottet, so in Saul Aschers “Germanomanie”,
dafür wurde um so mehr der Wahnglaube an die Würde und Kraft des
Liberalismus im Volke genährt. Vor allem die unter internationalen Ein-
fluß geratene Presse warf die Losung von der Gleichheit aller unter die
Massen und begann, den Wahn von der Freiheit und Wichtigkeit des Indi-
viduums einzuflößen, um den Einfluß des Familienlebens und seine erzie-
herische Bedeutung zu unterminieren – fortwirkend bis in unsere Tage
der Zerstörung der Familie und der verordneten Ausschaltung des Ge-
schichtsbewußtseins als des Anspruches eines Volkes auf seine geschichts-
bildende Kraft für die Zukunft.
1830 ging die Parole von Paris aus: “Von jetzt ab werden die Banquiers
regieren.” Über den Verlust von weit mehr als 100 Millionen Menschen
und zwei angezettelten Weltkriegen hinweg erreicht sie im Machtmono-
pol der internationalen Kapitalherrschaft ihre totale Verwirklichung.
Eine Betrachtung dieses geschichtlichen Vorlaufes läßt ohne Mühe die
internationalen Bestrebungen im Liberalismus zur Auflösung aller Kul-
tur, der gewachsenen Strukturen als den inneren Leitlinien eines Volkes
und schließlich auch seiner Regierungsorganisationen erkennen.
Müssen wir nicht beunruhigt sein von der epidemisch auswuchernden
Krankheit einer Ent-Bindung von allen natürlichen, im Werdegang des
Lebens erworbenen, sittlichen, kulturellen und volklichen Werten, von
allen Einbindungen also, die wir nun freiwillig, vor allen anderen, preis-
geben, – die eigene (Schutz-)Macht abtreten, zugunsten einer internatio-
nalen, anonymen Macht, die über uns als eine abstrakte “höchste Ver-

332
nunft” herrschen soll, unter völligem Verzicht auf die Machtbestimmung
durch das eigene Volk –, zugunsten eines Wirtschaftsdenkens, dessen geo-
graphische Ausbreitung weltweit, global angelegt ist, soweit “das Wort”
reicht, das die Zerstörung der Volkswirtschaft legalisiert, – eines Wirt-
schaftsdenkens, das die gewachsenen Funktionen des Lebens ausschöp-
fen und bis zu ihrer Erschöpfung ausbeuten wird, nicht um dem Wohle
der Völker zu dienen, sondern um sie zu beherrschen, – das alle arterhal-
tenden Funktionen des Lebens überwuchern, ersticken wird?
Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz hat dem Gleichheitswahn als pa-
thologisches Verhalten jeden arterhaltenden Wert abgesprochen und in
seinen “Acht Todsünden” vor den Gefahren gewarnt. Wenn er sagt, es sei
voraussehbar, daß die Epidemie abklingt, so halten wir uns an sein Wort.
Wie jede Epidemie hat auch diese längst vor ihrem scheinbaren Höhe-
punkt ihren Elan eingebüßt durch die wachsenden Abwehrkräfte des be-
fallenen Organismus. —
Erst die Napoleonische Despotie ernüchterte die Deutschen. Die Entdek-
kung der “Volksseele” durch Herder als größte philosophische Tat des
19. Jahrhunderts, die Geburt der religiös begründeten Volksidee waren
die deutsche Antwort auf die westlerische Aufklärung und ihre Schein-
ideale. Fortan sollte die Erforschung aller Lebensvorgänge bis zur Ent-
deckung des Volkslebens als biologische Angelegenheit nicht mehr ruhen.
Die Erstarkung lebensgesetzlichen Denkens wurde zur notwendigen Ab-
wehrreaktion, wissenschaftlich untermauert durch die Biologie, durch
Verhaltens- und Genforschung. Sie weisen alle Lebensvorgänge als in-
stinktgeleitete Funktionen zur Erhaltung der Art aus. So bäumen sich die
Völker als arterhaltende Lebensformen gegen den Gleichheitswahn auf,
der ihre Kultur und ihre Lebenssubstanz bedroht.
Der Kampf der die Zukunft der Menschen und Völker bestimmenden
Wertgrundlagen wird notwendig mit dem Sieg der arterhaltenden Prinzi-
pien des Lebens enden. Dies ist der Zeitpunkt, da sich der Vorhang über
dem dramatischen Geschehen europäischen Ideenkampfes senkt. Das Spiel
ist aus – der Weg frei in einen Aufbruch zu neuen Werten.

———

333
Stalins zweite geheime Front
(Juli 1998)

Es ist ungeheuerlich und dennoch wahr:


Da zieht seit Jahr und Tag eine Ausstellung durch die deutschen Lande
mit dem unverkennbaren Auftrag, die Ehre der Deutschen Wehrmacht
herabzusetzen und zu besudeln, nach bolschewistischer Manier aufgezo-
gen, geduldet und gefördert durch öffentliche Institutionen und Personen,
die
eindeutig den Tatbestand der Volksverhetzung gegen das Deutsche
Volk nach § 130 des Strafgesetzbuches vollzieht.
Da sich weder Staat noch Staatsanwalt rühren, um diesem bolschewisti-
schen Treiben Einhalt zu gebieten, ist ebenso erwiesen, daß das Deutsche
Volk in seiner Ehre für vogelfrei durch den eigenen Staat erklärt wird.
Unfaßbar ist, daß in den Archiven dieses Staates Dokumente lagern –
geheimgehalten – von den Historikern ignoriert oder feige gemieden, die
einen Sprengsatz beinhalten,
der die gesamte Auseinandersetzung um die Verleumdungskampagne ge-
gen die Deutsche Wehrmacht mit einem Schlage nicht nur beenden, son-
dern ganz Europa die Augen darüber öffnen würde, welchem Schicksal
es entgangen ist.
Es handelt sich um die Dokumentation über
Stalins zweite geheime Front der Bandenkriegsführung,
geplant, organisiert und durchgeführt
von den höchsten Kommandostellen der Roten Armee.
Erst im Verlaufe des Krieges im Osten erhielt das Deutsche Oberkom-
mando genauere Kenntnisse von dem umfangreichen, durch lange Hand
vorbereiteten Bandenkrieg, der völkerrechtswidrig mit den grausamsten
und verschlagensten Methoden aus dem Hinterhalt eine zweite Front ge-
gen die deutschen Truppen errichtet hatte.
Die “Nachrichten über Bandenkrieg”, herausgegeben vom Oberkommando

334
des Heeres, Fremde Heere Ost, verantwortlich gezeichnet von General
Gehlen, belegen bis in die kleinsten Einzelheiten die sowjetische Banden-
kriegsführung im Osten. (Fundstellen: US-National-Archiv Washington,
Bundesarchiv Militärarchiv, BA/MA Freiburg.)
Die deutschen Historiker, Zeitgeschichtsforscher und -schreiber wer-
den hiermit aufgefordert, den Mangel an Zivilcourage zu überwin-
den und trotz den von höchster Warte verfügten Auflagen zur Be-
günstigung Stalins und der Sowjetunion die Wahrheit mutig zu ver-
treten. Sie sind es nicht nur ihrem eigenen Volke schuldig, sie sind
auch ganz Europa gegenüber dazu verpflichtet, das mit geschichtli-
chen Lügen über seine Vergangenheit keine Zukunft haben wird.
Bekennen Sie endlich, daß sich Deutschland ohne Schuld in einem
einmaligen Opfergang vor Europa gestellt hat!

———

Rettet das Licht


Weihnacht 1998

“Rettet das Licht”, so schrieb vor 27 Jahren der vom Leben Abschied
nehmende Dichter Herbert Böhme und übergab seine Verse der Zukunft
als Notschrei der deutschen Seele.
Haben wir noch Liebende in jenem überpersönlichen Sinne, der einst Fried-
rich Hölderlin Deutschland als Land der Liebe und Herz der Völker be-
singen und beschwören ließ?
Ist aus unserer irregeleiteten Volksseele nicht mehr der heroische Funke
zur Flamme heldischen Lebensmutes zu schlagen, der noch gestern Euro-
pa den schützenden Arm, den faustischen Erkenntnistrieb, die sphäri-
schen Klänge höchster Musik und tiefgreifende Philosophie geschenkt
hat?

335
Aus den Gräbern der Gefallenen strömt hingebungsvoller Glaube an die
Unsterblichkeit der Volkheit in unsere erbärmliche Gegenwart.
Die müden Kämpfer des Opferganges dieses Jahrhunderts treten, nur durch
die Kraft ihrer Liebe von Hoffnung für die Zukunft erfüllt, den Weg in die
Ewigkeit an.
Noch rufen nur die Einsamen zu den Waffen des Geistes, den Niedergang
zu beenden.
Jung Siegfrieds Schwert glüht unter den Schlägen auf dem Amboß der
Zeit. Erst im gleißenden Licht des Tages wird ihm die Wahrheit den Weg
weisen, das Rettende zu tun. Seine Sehnsucht nach Licht wird übermäch-
tig werden und Nacht und Not überwinden, so wahr dieses Volk je von
heldischer Natur gewesen ist.
Diese Überzeugung kommt aus einer lebensganzen Wahrheit, die weit
hinunterreicht in die Tiefe mythischer Gewißheit. Gerade darum ist sie
wahr. In der Volkheit schwingt die organische Wahrheit des Lebensgan-
zen und wird durch die Tat zur wirkenden Geschichte.
Jedes Volk hört in banger Gefahr auf den mythischen Gesang seiner Ge-
schichte, daraus ihm Hoffnung und Stärke für die Zukunft wächst.

———

Nachruf auf Dr. Max Klüver


(Februar 1999)

Am 31.12.1998 verstarb Dr. Max Klüver nach einem ereignisreichen


Leben einige Monate vor seinem 90. Geburtstag am 22.4.1999.
Aufrecht und kämpferisch, unbeugsam und beharrlich, wahrheitsliebend
und treu, leistungswillig und strebsam sind Charaktereigenschaften. die
den sich aus eigener Kraft emporarbeitenden Hamburger, den Erzieher,
den Jugendführer, den zweimal verwundeten Soldaten, Zeitgeschichts-

336
forscher und Schriftsteller in ihrer vollen Bedeutung stets ausgezeichnet
haben.
Das selbstfinanzierte Studium in Geschichte, Geographie und Englisch,
seine hauptamtliche Jugendarbeit, die Schulleitung und dann die maß-
gebliche Beteiligung am Aufbau der Adolf-Hitler-Schulen, deren
“Erzieherseminar” zur Heranbildung von Lehrkräften er schließlich über-
nahm mit den Stationen Krössinsee und Sonthofen, der freiwillige Soldat
als Kompanie- und Bataillonsführer an der West- und Ostfront, mit dem
Deutschen Kreuz in Gold und dem Ritterkreuz ausgezeichnet und bis
zum Oberstleutnant d. R. befördert, – in allen Unternehmungen seines
Lebens hat er seine Persönlichkeit getreu seinem Leistungsethos für Volk,
Vaterland und Familie entfaltet und in die Waagschale geworfen.
Ebenso zielstrebig hat er nach der Niederlage Deutschlands, als Studien-
rat im Schuldienst tätig (den “Ober-” hatte man ihm gestrichen) bei gleich-
zeitigem wirtschaftswissenschaftlichen Studium bis zum Dr. rer. pol., die
Nachkriegsunternehmungen, gemeinsam mit seiner ihm in dieser Leistungs-
gemeinschaft zur Seite stehenden Frau, zur wirtschaftlichen Sicherung
der siebenköpfigen Familie zum Erfolg geführt. Dazu gehörte auch der
Aufbau eines Fremdsprachen-Institutes, das mit ca. 150 Lehrkräften und
zeitweilig bis zu 2.000 Schülern zum größten Fremdsprachen-Institut
Hamburgs entwickelt wurde, noch neben seiner ständigen Lehrtätigkeit
an einem Abendgymnasium.
An einer solchen von zähem Willen, Leistung und Können geprägten Le-
bensführung läßt sich ablesen, daß Dr. Max Klüver stets ein Vorbild für
die Jugend war. Wie sie ihm damals begeistert folgte, so respektierte sie
jetzt seine aufrechte, unverbrüchliche treue Haltung, die nicht zulassen
wollte, daß Lüge und Diffamierung die jüngste deutsche Geschichte ent-
stellen.
Er widmete sich der zeitgeschichtlichen Forschung im Dienste der Wahr-
heit für Deutschland und brachte insgesamt neun Bücher heraus. Die Ti-
tel: “Den Sieg verspielt” – “War es Hitlers Krieg?” – “Es war nicht Hit-
lers Krieg” (nach einem fast halbjährigen Aktenstudium in England) –
“Zeitgeschichtliche Betrachtungen” und “Kriegstreiber England” – be-
faßten sich mit der Kriegsursachenforschung, wobei Dr. Klüver als einer
der ersten die Überfallthese auf die SU eindeutig als falsch feststellte und

337
mit dem Begriff “Präventivschlag” der Deutschen Wehrmacht den tat-
sächlichen Vorgang benannte.
Der sachkundige Erlebnisträger trat mit den Büchern “Die Adolf-Hitler-
Schulen”, “Vom Klassenkampf zur Volksgemeinschaft” und “Sozialpoli-
tik im 3. Reich” im Zeugenstand der Geschichte den Diffamierungen und
Entstellungen über die Leistungen und Pläne im 3. Reich, besonders auf
dem Gebiet der Sozialpolitik zur inneren Umgestaltung, entgegen, deren
weitere Ausführungen durch den verlorenen Krieg verhindert worden sind.
Seine unanfechtbare aufrechte Haltung, die sich durch Können, Leistung
und Klugheit zu einem Weg opportunistischer Anpassung und ihren Fol-
gen für die historische Wahrheit nicht verleiten ließ, zeichnet ihn in einer
Zeit allgemeiner charakterlicher Wertverluste besonders aus. So bleibt er
Vorbild im Schmelztiegel der Zeit.

———

Deutschland
im amerikanischen Jahrhundert
(Juni 1999)

Die Kampfansage der Internationalisten gegen den Bestand freier Völker


ist auf der ganzen machtpolitischen Front erfolgt. Ihre Ziele zur Auftei-
lung der Welt nach “Regionen” sind eindeutig auf Zerstörung der in der
Evolution des Lebens erworbenen Ordnung der Erbgemeinschaften der
Völker gerichtet. In allen Teilen der Welt werden aber auch Herde nationa-
len volklichen Widerstandes gegen die von der USA ausgehende Bedro-
hung der Völker entfacht, sich ihrem vom internationalen Kapital gelenk-
ten Weltmachtdiktat zu unterwerfen. Für die Theoretiker eines Völker-
mischmasches sollte der rassische Schmelztiegel des Subkontinentes Süd-
amerika mit seinen permanenten politischen und sozialen Katastrophen
ebenso ein warnendes Beispiel des Niederganges in kulturloses Menschen-
tum sein, wie der Kollaps des Rassenmischexperimentes USA innenpoli-

338
tisch voraussehbar ist. Die Repressalien gegen die Balkanvölker durch
die Zwangsintegrierung in willkürliche Staatsgebilde haben chaotische
Zustände herbeigeführt, die den Urhebern von 1919 und 1945 als strate-
gischer Vorteil dienen, eine dauerhafte Präsenz ihres hochtechnischen
Waffenarsenals im Unterleib Europas zu errichten – selbstverständlich
unter Verkündung ihrer menschheitsbeglückenden Freiheitsidee für die
unter dieses propagandistische Dauerfeuer genommenen Europäer.
Seit dem Golfkrieg ist ein rapides Ansteigen des Antiamerikanismus in
der Welt zu beobachten. In Deutschland beginnt der Gefühlswandel schon
früher. Die Flucht der geschlagenen Nation unter das Dach des Schutzes
und Schirmes der USA erweist sich als reine Illusion, herbeigeführt und
gefördert durch eine lizenzhörige Presse, die es vermochte, die führungs-
lose Masse des Deutschen Volkes vergessen zu machen, daß der Krieg
zuungunsten des Reiches und Europas entschieden war, als die USA auf
den Plan traten. Dies bestätigt kein geringerer als Stalin selbst in einem
1944 mit Churchill geführten Gespräch: Er zweifle daran, daß Deutsch-
land ohne die volle Stärke der USA hätte geschlagen werden können.
Dem Deutschen Volke wurde durch seine Trennung in die Siegerprotek-
torate BRD und DDR die vom Schicksal erzwungene Erfahrung zuteil,
fast ein halbes Jahrhundert lang die beiden Janusköpfe eines doch im
Hintergrund zusammengehörigen Ungeheuers in seinen zerstörerischen
Auswirkungen kennenzulernen. Und es ist nicht sicher, welche Feind-
macht die schlimmere ist: jene, die alle materiellen Lebensgrundlagen auf
das Maß des bloßen Überlebens gedrosselt hat, oder jene, die mit einem
Zerstörungsfeldzug der Konserven-, Asphalt-, Drogen- und Gossenkul-
tur unser sittliches Gefüge zerrüttet und unsere Volksseele krank gemacht
hat, flankiert von Schuldzuweisungen als seelische Dauerfolter und gei-
stiges Knebelungsinstrument. Seit dem Mord an einer Million deutschen
gefangenen Soldaten in den Rheinauen wissen wir um den zynischen Ver-
nichtungswillen der USA, der dem brutalen der Sowjet-Bolschewiki eben-
bürtig ist.
Die Euphorie amerikanisch-deutscher Freundschaft entpuppt sich mehr
als die Umarmung eines Todfreundes, der den Untergang des Deutschen
Volkes als Ergebnis seiner Machtpolitik durchaus ins Kalkül gezogen
hat.

339
Die Politik der USA kann, ohne sich selbst zu verleugnen, eine Schmelz-
tiegelpolitik sein ohne Skrupel gegen ein großes gewachsenes Kultur-
volk, denn die USA bergen kein Volk in ihren Grenzen. Die einstigen
Völker ihres Kontinentes sind zerstört, vertilgt worden durch die Ausrot-
tungsmoral des Starken. “Amerika hat keine Seele”, – woher auch? –, die
gesammelten Volks- und Rassenbruchstücke seiner Bewohner ergeben
kein Ganzes mit Leib und Seele. Die Eingewanderten haben ihr Volk und
ihre Heimat verlassen, ohne Keimzellen eines jungen Zweiges ihres Vol-
kes zu werden.
So wurden sie verführt, im “Maßlosen Kontinent”, scheinbar ohne Be-
grenzung von Raum und Schätzen, zur Beute internationalistischer Ideo-
logien zu werden.
Dieser Kontinent hat Europa und seinen Völkern alles zu danken, seine
Hochblüte und seine Machtentfaltung durch die Einführung europäischer
Intelligenz und Begabung, nicht zum geringsten Teil durch deutsche Lei-
stungsfähigkeit. Schließlich entfloh mancher begabte Geist der heimatli-
chen Enge und ihrem oft aufreibenden Kampf um die Durchsetzung einer
neuen Idee ins gelobte Land der “unbegrenzten Möglichkeiten”. Selbst
als Deutschland darniederlag, bedienten sie sich des ausgreifenden schöp-
ferischen Pioniergeistes der Deutschen zum weltweiten Ruhme der Raum-
fahrt, – und nicht nur dessen allein.
Nun gehen wir, geht Europa den seelenentkräftenden “way of american
life”. Nach der Zertrümmerung unserer Städte und Kulturstätten durch
die im “göttlichen Auftrag” bombardierenden Luftkommandos der west-
lichen Alliierten führt er vom Schuttplatz unserer “entsorgten” Werte in
die Segnungen der “westlichen Wertegemeinschaft”, in die Wohlhabens-
gesellschaft ewigen Wachstums zum Preise des Null-Wachstums unseres
Überlebenswillens als Volk.
Der Sinn des heroischen Kampfes Deutschlands für Europa erhält durch
die Gegenwart erst seine eigentliche Weihe; denn jetzt ist für jeden Über-
lebenden dieser Generation und auch schon für die Jungen die Frage be-
antwortet: Warum? Ja – um das Licht der Kultur, mit dem Europa die
Welt erhellte, zu retten!
Wer da glaubt, die Stunde sei nun gekommen, um endlich deutsche Gleich-

340
berechtigung einzufordern, anknüpfend an die Einfluß nehmende Rolle
bei der Bewältigung des kriegerischen Balkandesasters der USA, ver-
kennt neuerdings die Lage. An der politischen Niederhaltung Deutsch-
lands wird sich nichts ändern; man zieht doch seine Vorteile daraus. Im
engen Schulterschluß wollen die BRD-Protektionisten nicht “in die Frat-
ze der deutschen Geschichte sehen” (Scharping im O-Ton!!), sondern in
die alle Welt beglückenden Gesichtszüge der Mrs. Albright. Mr. Schar-
ping scheint jedoch dem Alter nach jung genug zu sein, um der deutschen
Geschichte noch einmal wirklichkeitsnah vorgeführt zu werden.
Serbien erhält heute die Rechnung für seine aggressive Politik gegen Mit-
teleuropa; die Geschichte ist eben sehr genau in ihrer Revision.
Für Rußland könnte sich die Rechnung noch weiter erhöhen, wenn es
nicht gewillt ist zu erkennen, daß nur eine europafreundliche Deutsch-
landpolitik das eigene Überleben als Macht im Osten für die Zukunft
sichern kann.
Es läßt sich nur eines mit Gewißheit sagen: daß die Weltlage unaufhalt-
sam einem kritischen Höhepunkt zutreibt. Deutschland ist aus seiner ent-
scheidenden Rolle für Europa nicht entlassen.

———

Manipulation über die Musik als


Angriff auf die Volksseele
(März 2001)

Schon vor Jahrzehnten liefen in den dafür finanzierten und organisierten


Laboratorien der USA Versuche am Säugetier Ratte mit dem Ziel, das
genetische Programm im Verhalten des Säugetieres fehlzuleiten. Es ge-
lang, das Instinktverhalten besonders beim Freß- und Fortpflanzungstrieb
zu stören. Die bis zur Perfektion entwickelten Manipulationen werden

341
inzwischen auch beim Säugetier Mensch erfolgreich angewendet. Es un-
terliegt keinem Zweifel, daß diese Experimente dem Ziele dienten, den
Menschen noch wirkungsvoller der Umerziehung unterwerfen zu können
zum Zweck der Kulturzerstörung und Volksauflösung.
So wurden auch von der Frankfurter Schule durch deren führenden Kopf
Theodor Wiesengrund-Adorno in enger Zusammenarbeit mit der Rocke-
fellerstiftung – den “Huttenbriefe”-Lesern bekannt durch das familien-
zerstörerische Anliegen der Stiftung “Pro Familia” – mit großem Finanz-
aufwand “wissenschaftliche Arbeiten” unter Beteiligung einschlägiger
Institute angesetzt, Wege zur schrittweisen Manipulation des öffentlichen
Geschmacks zu erforschen.
Hier haben wir den Schlüssel zu dem, was sich auf dem Sektor von Rock-
und Popmusik entwickelt hat, nämlich die primitivsten Gefühle des Men-
schen anzusprechen und orgiastische Zustände hervorzurufen.
Die Subkultur des Rock und Pop als Manipulation über die Musik ge-
genüber Jugendlichen verunsichert nicht nur die gesamte Musikwelt, sie
dringt auch zerstörerisch in das sittliche Gefüge des Volkes ein, ganz
abgesehen von den schier unglaublichen Schädigungen der Jugend an
Gehör, Kreislauf, Konzentrationsfähigkeit und Willenssteuerung, durch
Überreizung des Nervensystems, Störung des Gedächtnisses und der Ge-
hirnfunktionen, Zwangsvorstellungen, Drang zur Zerstörung und Unru-
hestiftung und vieles andere. Kurz: ihre allgemein schädliche Auswir-
kung auf Körper, Geist und Psyche.
Um diesen Vorgängen entgegentreten zu können, muß ein neues Bewußt-
sein um sich greifen über den Wert der Musik, es muß uns vor allem
eindringlich bewußt werden, welcher Gefahr wir durch die mit raffinierte-
sten Methoden eindringende Manipulation über die Musik ausgesetzt sind.
Im Hinblick auf die entarteten Formen des Rock sagte ein Journalist:
“Um eine Nation zu vernichten, bedarf es keiner Atombombe; es
genügt, die moralischen Strukturen der Jugend durch diabolische
Musik, Drogen, Zigaretten, Alkohol und Sex zu zerstören. Wenn
wir so weitermachen, werden wir in Kürze eine Generation von
Geisteskranken haben...”

342
Wir müssen diesen Notstand von unten herauf bekämpfen, da andere
Möglichkeiten der Abwehr durch das Versagen der öffentlichen Kultur-
politik bis heute auszuschließen sind.
An den Anfang aller Gegenwehr setzen wir den Wert des gemeinsamen
Singens.
Wir haben uns daher entschlossen, das Singen in allen Gruppen, Famili-
en und Vereinen und bei sonstigen gemeinschaftlichen Zusammenkünften
zu fördern durch die Bereitstellung und kostenlose Verteilung von Lieder-
blättern. Wir wollen damit einen Beitrag leisten, das Singen in Gemein-
schaften in unserem Volke wieder zu erwecken. Unser Volk ist verstummt,
es klatscht nur mehr bei jeder passenden und auch unpassenden Gelegen-
heit in die Hände. Rhythmisches Händeklatschen ist aber nur ein armse-
liger Ersatz für die mitreißende Macht des Gesanges.
Der irische Politiker O’Connell hat sich wie folgt geäußert:
“Man lasse mich die Lieder eines Volkes schreiben, dann mache
seine Gesetze wer will.”
Mit diesen einfachen Worten hat der Ire dem Volkslied höchste Bedeu-
tung in der Seelenhaltung eines Volkes beigemessen. Johann Gottfried
Herder entdeckte beim Studium der Lieder der Völker die Volksseele.
Friedrich Nietzsche würdigte diese Tat als “folgenreichste Entdeckung
der historisch-philologischen Wissenschaft des 19. Jahrhunderts”.
Unser Volk muß aus seiner tiefen Depression erwachen und wieder an-
fangen zu singen.

———

343
In das Gedächtnis unseres Volkes geschrieben

Die Verluste des Deutschen Volkes


während und nach dem 2. Weltkrieg

Es starben:

3.250.000 Deutsche Soldaten


1.000.000 Frauen, Kinder und Greise als Opfer des völkerrechts-
widrigen Bombenterrors

3.242.000 Deutsche Soldaten in alliierter Gefangenschaft


Davon: 2.000.000 in sowjetischen Lagern
1.000.000 in amerikanischen Lagern
120.000 in französischen Lagern
100.000 in jugoslawischen Lagern
22.000 in Polen und CSSR

3.000.000 Frauen, Kinder und Greise bei der Vertreibung aus


der Heimat nach 1945
500.000 Ermordete beim Einmarsch der Sowjets in Ost- und
Mitteldeutschland
60.000 Ermordete beim Einmarsch in Österreich
120.000 Deutsche sind in sowjetischen KZ-Lagern zu Tode
gekommen
100.000 von jüdischen Kommandos in Polen umgebracht
5.700.000 durch die Hungerpolitik in den Westzonen

Es starben insgesamt über 17 Millionen Deutsche,


davon
über 12 Millionen Deutsche nach der Beendigung des Krieges

Sie starben für das Leben des Deutschen Volkes


und die Freiheit Europas

344
Das ist der Sinn von diesem großen Sterben:
Ihr, die Ihr dann noch lebt, merket gut:
Die großen Taten wollen große Erben,
Ihr Todesmut will Euren Lebensmut!
Anton Wildgans

Seiner Toten zu gedenken


ist für jedes Volk
ein Akt der Ehre und höchster Sittlichkeit

Die Toten des Volkes weisen den Weg zum Geschichtsbewußtsein, der
geistigen Grundlage des Volksbewußtseins.

Der Aderlaß an unserem Volk – 12 Millionen Tote, die noch nach dem
Ende des Krieges durch Feindeshand zu Tode kamen – ist unserem Volke
kaum bekannt und nicht ins Herz gedrungen. Sie müssen dem Volke „in
das Gedächtnis geschrieben“ und dem Vergessen entrissen werden.

An Dokumenten der Vertreibung und der Verbrechen an Deutschen man-


gelt es nicht. Sie lagern zu Zehntausenden in den Bundesarchiven, bei der
Kirche und beim Roten Kreuz. Sie werden jedoch in ihrer Gesamtheit
dem Deutschen Volke verschwiegen.

Dennoch sind viele Quellen zugänglich.

Hier sind einige der wichtigsten angeführt:

1. Heinz NAWRATIL: „Die deutschen Nachkriegsverluste unter Vertriebenen, Gefan-


genen und Verschleppten“, 1986 bei Herbig, Materialien zur Zeitgeschichte. Die oben
genannten Verlustziffern wurden großenteils unter Zugrundelegung dieser Schrift er-
mittelt. Ergänzende Zahlen in der Neuauflage.
2. Wilfried AHRENS: „Verbrechen an Deutschen. Dokumente der Vertreibung“. 1983
bei Ahrens-Verlag.
3. James BACQUE: “Der geplante Tod“, bei Ullstein-Verlag. Die erschütternden Do-

345
kumentation über den Tod von über 1 Million deutschen Kriegsgefangenen im Ge-
wahrsam der USA und Frankreichs durch gezieltes Verhungern und Verrecken.
4. Helke SANDER / Barbara JOHR: „Befreier und Befreite“. 1992 bei Kunstmann,
München. Eine Dokumentation über die Verbrechen an deutschen Frauen und Mäd-
chen durch Vergewaltigung. Es wurden insgesamt 2.000.000 Frauen vergewaltigt, da-
von 240.000 mit Todesfolge.
5. Historiker-Arbeitsgemeinschaft Steiermark-Kärnten: „Völkermord der Tito-Parti-
sanen“.
6. John SACK: „Auge um Auge“, S. 246, Hamburg 1995.

7. Ingomar Pust: „Schreie aus der Hölle“.

———

Und dennoch: das VOLK


(Dezember 1999)

Der Jahreswechsel steht mit einer Jahrhundert- und Jahrtausendwende


bevor. Vom Austausch der vier Ziffern in der Zeitrechnung scheint eine
magische Wirkung auszugehen, die – von der gewaltsam vordringenden
“neuen Weltordnung” hochgespielt – sie als etwas unausweichlich
Schicksalhaftes in der Weiterentwicklung unserem Bewußtsein unterschie-
ben will.
Ein historischer Rückblick enthüllt jedoch die nüchterne Tatsache, daß es
sich eben nur um ein Zählwerk handelt. Seit vor Jahrtausenden unsere
Vorfahren, die Germanen, den Jahreslauf nach der Sonne und den Mon-
den beobachtet und berechnet haben, hätte die Zeitrechnung sehr viel
früher angesetzt werden können. Nach germanischer Auffassung würde
wohl der Jahresbeginn mit der Wintersonnenwende oder dem Neumond
zusammengefallen sein und sich damit mehr am Kosmischen, am natur-
gesetzlichen Geschehen orientieren. Aber nichts ist vom bloßen Ablauf
der Zahlen vorausbestimmbar.
Die Jahreszahl übernimmt bei den umwälzenden Ereignissen der Geschich-

346
te der Menschen und Völker, die in großen Entwicklungsspielräumen ver-
laufen, nur die Rolle eines Markierungspunktes in unserem Gedächtnis.
Für unser geschichtliches Bewußtsein ist dagegen von wesentlicher Be-
deutung, uns am Fortgang der großen Entwicklungen und geschichtli-
chen Ereignisse zu orientieren, die lebensgesetzlich auf das Überleben
der Art, der genetischen Gemeinschaft, gerichtet sind. Der schaffende
Geist des Menschen als Steuerungsorgan der Evolution treibt die Ent-
wicklung voran, indem er seinen Erkenntnistrieb betätigt, um besser und
lebensmachtvoller den Bestand des eigenen Volkes, auch in der von seiner
Kulturleistung veränderten Umwelt, als Überlebensgemeinschaft zu si-
chern. Damit ist dem geistigen Bewußtsein der Völker, gespeichert in
ihrer Tradition, eine entscheidende Rolle in der Lebensbehauptung zuge-
wachsen. Bleibt seine Orientierungsleistung aus, ist das Überleben des
Volkes in höchstem Maße gefährdet.
Der Verlust der Tradition und des Geschichtsbewußtseins führt zur Des-
orientierung, weil nur die Vergangenheit eine feste Größe ist, die auch in
der Niederlage die Gegenwart erträglich macht und einen neuen Weg in
die Zukunft weist.
Deshalb wird ein Volk, durch die Verfälschung seiner Geschichte irre
gemacht, aus der Bahn seiner Orientierung geworfen.
Alle Erkenntnisse unserer Geistestätigkeit fußen auf Vergangenheit. Die
Gegenwart als Erlebnis “in der Erscheinungen Flucht“ ist vom Ererbten
als den vor Jahrzehntausenden gewonnenen Eigenschaften bestimmt. So
wußte Goethe aus der Weisheit seiner Naturerkenntnisse zu sagen:
“Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen,
Die Sonne stand zum Gruße der Planeten,
Bist alsobald und fort und fort gediehen
Nach dem Gesetz, nach dem du angetreten.
So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen,
So sagten schon Sybillen, so Propheten;
Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt
Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.”
Der Adler überblickt große Weiten, das Meerestier ortet in geradezu fan-
tastische Ferne: Leistungen ihrer Evolution, um den Bestand der eigenen

347
Art zu sichern. Der menschliche Geist hat mit seinem Großhirn Fern-
Sinne entwickelt, die ihm eine Gesamtschau des Lebens, von der Ord-
nung im Kosmischen bis in die entgegengesetzte Richtung der Einblick-
nahme in feinstofflich-energetische Vorgänge, ermöglichen.
Steigen wir, ausgerüstet mit diesem Wissen, auf den höchsten Gipfel un-
serer Erkenntnis, um aus größerer Höhe, als uns die Gegenwart zu bieten
vermag, einen Überblick auf alles zu gewinnen, was morgen notwendig
zur Entscheidung ansteht.
Kein menschliches Wesen würde heute existieren ohne den ununterbro-
chenen Überlebenskampf in tausend eigengearteten Gemeinschaften, den
gewachsenen Völkern.
Wo Völker aber den ihnen von der Evolution zugewiesenen Raum als
Wiege ihres Menschseins verlassen haben, war – trotz kultureller Höchst-
leistungen (z.B. in der Antike), hervorgebracht aus dem mitgenommenen
Erbe ihrer Heimat – der Untergang ihrer Kultur als ein Abfallen ins Cha-
os oder in den zivilisatorischen Niedergang vorprogrammiert.
Der schöpferische Mensch wurzelt in dem Boden, aus dem er stammt.
Oder umgekehrt gesagt: der angestammte Boden, und d.h. die genetische
Gemeinschaft des Volkes, kann allein Talente steigern bis zum Genie.
Diese Zusammenhänge kann der aus dem Flugsand der Wüste kommen-
de Nomade nur schwerlich begreifen.
Sollte der Mensch die hochkulturellen Leistungen, gewonnen aus den
geschlossenen Blutkreisen seiner in Geschlechterketten von Jahrtausen-
den bis zum Genie gesteigerten Anlagen aufgeben und sich in die gestalt-
lose Massenorganisation einer Globalisierung der Welt begeben, in den
Eintopf einer zusammengewürfelten Zivilisation, unter Preisgabe seiner
höchsten Möglichkeiten? Bedarf er nicht erst recht jetzt in seinem bereits
durch übergroße Fortpflanzung gekennzeichneten Siegeslauf über die Erde
der schöpferischen Organisations- und Ordnungskraft seiner begabten
Völker?
Es ist unerläßlich, in diesem Zusammenhang die Französische Revoluti-
on zu sehen, deren liberalistische Zielsetzung sich als roter Faden bis zu
der mit zerstörerischem Vorgehen ansetzenden “Neuen Weltordnung” zieht,
als deren Teil die EU-Bestrebungen erkannt werden müssen. Ihr Gleich-

348
heitswahn ist als Giftstrahl auf die Völker gerichtet, beseitigt deren ge-
wachsene Strukturen und zersetzt ihr sittliches Verhalten durch Auflö-
sung aller zu ihrem Fortbestand notwendigen Bindungen.
Auf einer durch Schalmeienklänge des Wohlstandes gelockten und nur
auf materielle Bedürfnisse getrimmten Ich-Gesellschaft ließe sich zwar
leichter die angestrebte Weltdiktatur errichten, – paradoxerweise mit den
Mitteln, die hochschöpferische Völker in den letzten 200 Jahren hervor-
gebracht haben, von der Hochtechnik bis zu den vielen Möglichkeiten der
Massenbeeinflussung durch Nachrichten- und Verkehrsmittel –, aber sie
würde sich letzten Endes gegen sich selbst kehren, sich selbst vernichten.
In unserer Zeit ist die Kluft zwischen ideologisiertem Denken und der
wissenschaftlichen Arbeit unseres Erkenntnistriebes unüberbrückbar ge-
worden. Zwar ist der Versuch überall erkennbar, die Wissenschaft wie-
derum hörig zu machen wie zur Zeit der herrschenden christlichen Dog-
matik. Doch die dem erkennenden Geist sich öffnenden Lebensgesetze
bestätigen sich in der Instinkthaltung der Völker.
Der Mensch ist mit Fragen und Forschungen bis an die Grenzen seines
geistigen Bewußtseins als Erkenntnisgrenze vorgedrungen, um in Ehr-
furcht vor den Lebensgesetzen zur gewachsenen Einheit in der Vielheit
des Lebens zurückzukehren: seinem Volke.
So haben Wissenschaft und Technik, Nachrichten und Verkehr den Hori-
zont aller Völker erweitert zu zwei Erkenntnissen: dem Bewußtsein der
Einheit allen Lebens auf unserer Erde, geordnet nach Naturgesetzen in
gestalteter Vielfalt, und der nicht wegzuleugnenden Tatsache der Verschie-
denheit der Rassen und Völker, manifestiert nicht nur in ihrem äußeren
Erscheinungsbild, als vielmehr in ihrem seelisch-geistigen Verhalten.
Mag unser Deutsches Volk in seiner Gegenwart mehr einer amorphen
Masse ähneln als seiner heldenmütigen und hochschöpferischen Vergan-
genheit. Seine Geschichte ist die Summe aller Zeit, als Ganzes in der
Volkheit bewahrt: seiner Siege und Niederlagen, seiner heroischen Kämpfe
wie der Zeit großer Not, in denen dieses Volk noch aus Steinen Brot zu
machen tüchtig war.
Verkenne niemand die wahrlich große Gefahr unserer Gegenwart, die doch
eines zutiefst bewahren konnte: das Bewußtsein, ein Volk zu sein.

349
Das ist der innerste Gewinn eines gemeinsamen Opferganges für seinen
Bestand und den der ins gleiche Schicksal des Raumes gebannten euro-
päischen Völker.
Dieses Schicksal wird morgen der Grundstein sein zu einem neuen Bau
Europas aus der Kraft seiner Mitte: Deutschland – und als Bauopfer für
die Zukunft seiner Völker.

———

Zum Schluß

Wir haben Ulrich von Hutten und seinen unbeirrbar ringenden Geist zu
unserem Leitstern erhoben.
Antrieb und Maßstab ist es, Würde und Anspruch der deutschen Kultur
zu wahren und zu vertreten und damit Werte zu vermitteln, die uns wie-
der Mut machen und den Glauben an den Wiederaufstieg der deutschen
Nation stärken.
Dazu gehört auch eine unnachsichtige geistige Auseinandersetzung mit
der politischen Lage und den Grundlagen der Nachkriegspolitik der Sie-
ger.
Wir können und wollen nicht dem tagespolitischen Ablauf folgen und nur
auf das reagieren, was im Trommelfeuer der täglichen Information den
Einzelnen überfordert.
Vielmehr sehen wir unsere Aufgabe darin, die Ereignisse auf eine Ebene
zu bringen, die durch ihre Sicht auf die kausalen Zusammenhänge von
Geschichte, Kultur und Weltpolitik eine bessere Beurteilung der Vorgän-
ge ermöglicht. Wir müssen den Blick für die Auseinandersetzung unseres
Volkes mit der Fremdbestimmung schärfen: durch die Zerstörung unserer
Kultur werden nicht nur gewachsene Strukturen in Siedlung und Wirt-
schaft beseitigt; es ist die Axt längst an die Säulen des Staates gelegt
worden.

350
Parallel zu diesem Kampf auf der politischen Ebene vollzieht sich ein
längerfristiger geistiger um weltanschauliche Positionen.
Die Standortbestimmung des Menschen ist heute durch die Naturwissen-
schaft und besonders die Biologie als der wissenschaftlichen Lehre vom
Leben geklärt.
Wer die moderne Evolutionslehre bezweifeln will, ist entweder der geisti-
ge Gefangene christlich-dogmatischen Denkens oder kann die Kehrtwen-
dung von den eingerasteten materialistischen Glaubenslehren eines ge-
spaltenen Weltbildes des vergangenen Jahrhunderts nicht vollziehen, weil
die Einsicht verstellt ist.
Die Erkenntnis des führenden deutsch-amerikanischen Evolutionsbiolo-
gen Ernst Mayr: „Die Einheit in der Evolution ist die Population“ ist die
Aussage einer wissenschaftlichen Autorität von weltweiter Anerkennung.
Auf den Menschen bezogen besagt dieser Lehrsatz, daß die Einheit in der
Evolution des Menschen das (gewachsene) Volk ist.
Im Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns steht daher folgerichtig
das eigene Volk als Errungenschaft des Lebens unserer Erde, das unbe-
dingt erhalten werden muß.
Wer so denkt, erkennt und respektiert auch die Lebensinteressen aller
anderen Völker, die mit ihren jeweiligen Kulturen die Vielfalt menschli-
chen Lebens ausmachen.
Es unterliegt keinem Zweifel: Der Evolution entgegengesetzt und damit
lebensfeindlich ist die Programmierung einer die gewachsenen Völker
zerstörenden One-World-Politik.
Es gibt keine größere Rechtfertigung für unser politisches Wollen als die
Übereinstimmung mit den Gesetzen des Lebens, gewonnen aus Erfah-
rung, Erlebnis und Wissenschaft.
Daß diese Rede nur jene erreicht, deren geistig-seelischer Bezug zum
Ganzen des Volkes, zur Nation, selbst in dieser fehlorientierten Lage un-
getrübt ist, dürfen wir als einen Wesenszug des Charakters annehmen.
Mancher mag glauben, er habe Wichtigeres zu tun und es ginge nur mehr
um sein Wohlergehen und die Absicherung seiner eigenen wirtschaftli-
chen Existenz. Der weitere Verlauf der Politik wird ihn schmerzlich dar-

351
über belehren, daß eigenes Wohlergehen und das Gemeinwohl des Volkes
in einem lebensgesetzlich-schicksalhaften und d.h. unlösbaren Verhältnis
miteinander verbunden sind.
In führungslosen Zeiten war eine nationalbewußte Minderheit im Volke
stets ein politischer und historischer Faktor im Kampf der Nation um
ihren Bestand. Gerade die Infragestellung ihres Idealismus durch Resi-
gnation oder Verfolgung ist ein untrügliches Zeichen ihrer Lebensnot-
wendigkeit für die Nation.
Mit diesen abschließenden Sätzen ist die richtunggebende geistige Arbeit
im harten Kampf um die deutsche Zukunft umrissen.

———

352
Personen-, Orts- und Sachregister

A Anpassungszwang 132
Anthropologie 155, 171
Aachen 58 Anti-Baby-Pille 89, 278
Aargau 178 Antiamerikanismus 339
Aberglaube 76 Antike 25, 28, 35, 167, 348
Ablaß 39 Arbeit 151
Absolutismus 38, 104 Arbeiter 105, 106
Abtreibung 89, 278, 313 Arbeiterschutzgesetz 106
Ackerbau 148 Arbeiterstand 83
Adel 27, 34, 37, 43, 52, 62, 64, Arbeitskräftemangel 279
76, 119, 120, 166, 173, 174, Arbeitslosigkeit 314, 331
216 Archäologie 165
Adenauer, Konrad 261, 285 Architektur 129, 152, 228
Adolf-Hitler-Schulen 337, 338 Arianer 116
Adorno, Theodor W.. Siehe Wiesen- Arische Völker 131, 132, 133, 134,
grund-Adorno 137. Siehe auch Weiße Völker
Adria 56, 116, 270 Arische Welterklärung 131, 132, 219
Afghanistan 260 Aristoteles 35, 144
Afrika 260 Arminius 22, 43, 51
Agilolfinger 117 Arndt, Ernst Moritz 98, 276, 292
Ahnenfeld 173, 188 Artbild 141
Akademie der Wissenschaften 124 Arterhaltung 71, 146, 147, 152, 179
Albrecht, Kardinal 46 Arterhaltungstrieb 210
Albrecht von Brandenburg 36, 39 Artgemeinschaften 189, 296, 303
Albright, Madeleine 341 Artwissen 90
Alemannen 119 Ascher, Saul 332
Alpen 116, 117 Asien 251, 254, 260
Alpenländer 117 Ask und Embla 73
Altdorfer, Albrecht 27 Asylantenflut 282, 285
Alters- und Invalidenversicherungsge- Atlas der deutschen Volkskunde 169
setz 106 Aufklärung 333
Alterskassen 313 Aufzucht 71
Alterungsprozeß 141 Augsburg 41, 42, 229, 298
Altland 166 Auserwähltheitswahn 277
Amerikanismus 186, 196 Ausländerfeindlichkeit 313
Anarchie 326 Ausländerpolitik 285
Anna Amalia, Herzogin 81 Auslese 149, 174, 176
Anpassung 134, 135, 137, 138, 143, Außenpolitik 107, 295, 296
145, 147 Autorität 278
Anpassungsleistung 134 Awaren 116, 117, 122, 255, 270

353
B Begriffliches Denken 148
Beichte 39
Babenberger 118, 119, 120 Benediktiner 43
Bach, Anna Magdalena 79 Bergleute 314
Bach, Johann Sebastian 80, 174 Berlin 94, 107, 157, 247, 267, 280,
Bachofen 83 299, 321
Bad Hersfeld 240 Berliner Schloß 170
Baiern 116 Bern 178
Bajuwaren 127 Bernauer, Agnes 77
Baku 197 Bernhard, Ludwig 329
Balkan 291, 296, 321, 339, 341 Besatzungsrecht 215
Baltikum 274 Bettelorden 39
Balzer, Karl 212, 213, 214, 217, Bettina von Arnim 81
286, 287 Bevölkerungsbewegung 105
Bamberg 74 Bevölkerungsgeschichte 164
Bamberger Reiter 22 Bevölkerungspolitik 295
Bandenkrieg 198, 334 Bevölkerungsstatistik 171
Bandenkriegsführung 334 Bevölkerungswachstum 105
Banken 132 Bibel 23
Barbarossaplan 203 Biber, Sepp 242
Barock 65, 66, 79, 124, 129, 143 Bildung 89, 152, 179
Bartenstein 62 Bildungswesen 179
Basel 36, 40, 50, 178 Binnennoricum 116
Basken 113 Binnenwanderung 166
Baßler, Karl 242, 245 Bio-Politik 196
Bauern 117, 119, 314 Biochemie 71
Bauernbefreiung 64 Biologie 132, 134, 135, 142, 160,
Bauernhaus 165 171, 225, 284, 304, 333, 351
Bauernkriege 37, 78 Biologische Revolution 20
Bauerntum 37, 64, 166, 284 Biologische Volkstumsgeschichte 162
Bayern 56, 117, 118 Biologisches Zeitalter 105
Bebel, August 83, 84 Biologismus 144
Becker, Fritz 315, 316, 319 Biophysik 71
Beethoven, Ludwig van 96, 124, 268, Biosoziologie 167
299 Bird, Oberst 203
Befreiungskriege 98 Bismarck, Otto von 91 ff., 215, 227,
Begabtenförderung 152 247, 255, 298
Begabung 26, 179 Biterolf 120
Begabungsaufstieg 179 Bleichröder 91
Begabungsforschung 172 Blutkreise 178, 189, 348
Begabungsgebiete 174 Blutkreise, geschlossene 179
Begabungsgrundlage 26, 27 Blutsgemeinschaft 221, 238
Begabungskapazität 174 Bodengewinnung 116. Siehe auch
Begabungslandschaften 174 Kolonisation
Begin, Menachem 204 Bodenrecht 37

354
Böhme, Herbert 19, 179, 324, 335 Charlotte von Stein 81
Böhmen 56, 58, 59, 62, 116, 121, Chemnitz 328
122 Chiemsee 229
Bologna 36 China 260, 261, 263
Bolschewismus 179, 186, 196, 197, Christentum 44, 73, 76, 135, 186,
217, 247, 259, 266, 271, 307, 218, 220, 221, 304, 349, 351.
319, 321, 334 Siehe auch Dogmatik, Dualismus,
Bombenkrieg, Bombenterror 86, 195, Kirche, Rom
267 Christiane Vulpius 81
Bonhoeffer, Dietrich 211 Christianisierung 24, 73
Bonn 109, 250, 254, 271, 272, 276, Chromosomen 71
281, 285, 312 Chruschtschow 261
Bora, Katharina von 78 Churchill, Winston 199, 203, 214,
Brauchtum 89, 90, 160, 162, 165, 232, 247, 289, 328, 339
169 CIC 230
Braun, Wernher von 183 Clausewitz, Carl von 199
Braunschweig-Wolfenbüttel 57 Clausewitz, Marie von 82
BRD 192, 210, 212, 215, 256, 263, Compiègne 299
339, 341 Coriins 171
Bregenz 161 Crotus Rubeanus 35
Breker, Arno 268, 269 Czesany, Maximilian 267, 330
Bretonen 113
Bronzezeit 143 D
Brüssel 275
Brutpflege 71 Dahms, Werner 242
Bukowina 63 d’Albert, Eugen 299
Bundesarchiv Freiburg 335 Dänemark 101, 322
Bundeskanzler 245, 261 Daun 62
Bundespräsident 313 DDR 92, 251, 339
Bundesrat 102 de Crinis 171
Bundesregierung, Deutsche 204 de Gaulle, Charles 197, 307
Bundesrepublik Deutschland. Siehe de Lagarde, Paul 308
BRD de Vries 171
Bundestag 95, 97, 313 Degenerierte 141
Bundeswehr, Deutsche 211 Demokratie 89, 196, 199, 206, 259,
Burgenland 276 265, 314
Bürgerkrieg 274, 296 Deuringer, Hubert 242
Bürgertum 27, 77, 174, 176 Deutsch-Österreich, Deutschösterreich
Bush, George 265, 266 112 ff., 126,
Deutsche Ärzteschaft 307
C Deutsche Einheit 99, 102, 109, 253,
258
Capito 44 Deutsche Erhebung 81
CDU 212 Deutsche Frauenbewegung 84
Charakterbildung 151 Deutsche Luftwaffe 87

355
Deutsche Nation. Siehe allenthalben Droste-Hülshoff, Annette von 82
Deutsche Stammesgeschichte 166 Druffel-Verlag 300, 330
Deutsche Wehrmacht 311, 334 Dualismus (Körper/Materie–Seele/
Deutsche Wochenzeitung 222 Geist) 131, 133, 144, 159,
Deutscher Bund 98 189, 304. Siehe auch Christen-
Deutscher Humanismus. Siehe Huma- tum, Dogmatik
nismus Dunkelmännerbriefe 37
Deutscher Idealismus 81 Durchschnittsbegabung 26
Deutsches Königtum 55 Dürer, Albrecht 26, 66, 74, 122
Deutsches Recht 37. Siehe auch Recht
Deutsches Reich 167. Siehe auch E
allenthalben
Deutsches Reich, Erstes 200 Ebernburg 28, 46, 47
Deutsches Reich, Zweites 91 ff., 102 Ebert, Friedrich 276
Deutsches Volk, Deutschland. Siehe Ebner-Eschenbach, Marie von 82
allenthalben Edda 72, 73, 75, 220
Deutschritter 299 EG 256
Dichtung 25, 148, 175, 176 Egoismus 85, 314
Diemstein 41 Ehe 71, 72. Siehe auch Einehe
Diesseitsbejahung 25 Eheformen 83, 84
Dietleib 120 Ehrenburg, Ilja 86
Dietrich von Bern 120, 298 Eigenart 136
Dilthey, Wilhelm 29 Eine Welt 196, 260, 262, 283, 295
Diwald, Helmut 264 Einehe 71, 72, 83
Dogmatik, Dogmen 25, 104, 135, Einwanderungsquoten 313
349, 351. Siehe auch Christen- Elbe 77, 96
tum, Dualismus, Liberalismus, Elsaß-Lothringen 103, 255
Marxismus Emanzipation 85
Dollardiktat 302 Empedokles 201
Dollarimperialismus 233, 274 Emporzucht 26
Donauraum 56, 63, 67, 80, 116, 125 Energiegewinn 139, 146, 147, 148,
Doppelehe 78 151
Dorfsippenforschung 173 Energieproblem 231
Dornberger, Walter 183 Energiewirtschaft 228
Dortmund 267 Engels, Friedrich 83
Drau 116 England 102, 203, 232, 247, 255,
Drei-Kaiser-Abkommen 107 256, 257, 260, 267, 274, 289,
Dreibund 107 306, 320, 321, 322, 323, 328.
Dreifaltigkeit 36 Siehe auch Großbritannien
Dreißigjähriger Krieg 22, 78, 109, Enns 116
167, 174, 255 Entartung 216
Dresden 266, 267, 268, 323, 328, Entfremdung 89
330 Entwicklung. Siehe Industrielle
Drogen 339, 342. Siehe auch Rausch- Entwicklung
gift Entwicklungstheorie 88

356
Epilepsie 141 Familie 20, 23, 69, 71, 72, 78, 86,
Erasmus von Rotterdam 39, 40, 44 88, 90, 176, 237, 300, 332
Erbanlagen 88, 152, 188 Familienforschung 178
Erbbahnen 172 Familienverband 71
Erbgemeinschaft 220, 338 Fanatismus 24, 63, 131, 292
Erbgesetze 172, 303 Faust 130, 237
Erbgut 85, 172, 173 Fegefeuer 39
Erblehre 160 Feindstaatenklauseln 191, 198
Erbmasse 148 Feldbach 270
Erbmischung 174 Ferdinand von Österreich, Erzherzog
Erbpacht 251 46, 48
Erbverlust 76. Siehe auch Zölibat Fernau, Joachim 293
Erbzucht 26 Fernsehen 140, 151
Erdkunde 225 Fichte, Johann Gottlieb 81, 292
Erfurt 34, 35 Figl, Leopold 127
Erhard, Gregor 27 Film 140
Erkenntnistrieb 132, 139, 144, 301, Finanzpolitik 295
335, 347 Finnland 319, 321
Ersatzkultur 140 Fischer, Eugen 157
Erzgebirge 78 Fischer von Erlach 124
Flandern 276
Erziehung 89, 152, 179 Flurforschung 161
Erziehungswesen 179 Föderalismus 103, 109
Ethos 140 Folkloristik 169
EU 296, 323, 348 Formalismus 293
Eugen von Savoyen, Prinz 55, 56, Forschung 147, 151, 154, 158, 219
60, 62, 114, 123, 124, 125, Fortpflanzungsverweigerung 132
128, 299 Franken 63, 119, 121, 127
Eugenik 142, 157, 160 Frankfurt 79, 94, 95, 97
Euro 331 Frankfurt/Oder 35
Europa. Siehe allenthalben Frankfurter Fürstentag 101
Evolution 19, 136, 145, 146, 147, Frankfurter Schule 342
148, 179, 210, 296, 308, 325, Fränkisches Reich 117
338, 347 Frankreich 56, 58, 59, 91, 101,
Evolutionistische Theorie der Kultur- 102, 103, 107, 109, 123, 129,
entwicklung 83 155, 165, 178, 232, 247, 255,
Evolutionslehre 134, 179, 186, 192, 306, 307, 322
351 Frankreichfeldzug 322
Exkommunikation 48 Franz Stefan von Lothringen 57, 65
Französische Revolution 65, 81, 82,
F 98, 113, 138, 158, 159, 163,
189, 190, 194, 252, 265, 274,
Fächertrennung 158, 168 283, 292, 323, 325, 332, 348
Fackelmänner-Befehl 197, 315 Frauenbewegung 84
Fallschirmjäger 271 Frauenfrage 83

357
Frauenraub 84 Geisteswissenschaften 169
Frauenrechtlerinnen 84 Geldherrschaft 274
Frauentum 69 Geldkapitalismus 206, 234, 265,
Freiburg 335 271, 274, 284, 296, 302
Freie Liebe 84 Geldmachtsystem 209
Freikorps 299 Geldpolitik 243
Freimaurer 91, 292 Geldwirtschaft 140
Freizeit 151 Geltung der Frau 72 ff.
Freytag, Gustav 100 Gemüt 176
Friede von Aachen 58 Gen-Gemeinschaft 189
Friedensvertrag 191 Gene 171
Friedrich Barbarossa, Kaiser 22, 76 Genealogie 89, 152, 172, 174
Friedrich der Große 54, 58, 59, 60, Generationen 172, 173
62, 64, 66, 80, 299 Generationenfolge 172
Friedrich I., Kaiser 119 Genetik 71, 139, 142, 333
Friedrich II., Kaiser 22, 299 Genetische Gemeinschaft 188, 348
Friedrich von Sachsen, Herzog 47 Genialenforschung 174
Frömmigkeit 304 Genie 152, 174
Fruchtbarkeit 88, 90 Geniezeit 25, 26
Frühgeschichte 36, 219 Genom 147
Frühmittelalter 168 Genozid 249, 279
Fugger, Barbara 77 Georgien 261
Fulda 33, 34 Germanen 26, 27, 74, 115, 159,
Fürsten 37 160, 165, 167, 172, 176, 220,
346
G Germanisch-deutsche Volksidee 138
Germanische Ehe 72
Galinski 247 Germanische Heilkunde 76
Galizien 63 Germanisierung 64
Gallien 255 Geschichtsentstellung 168
Ganzheitseingliederung 145 Geschichtsfälschung 155
Gastein 101 Geschichtsforschung 35, 36, 154 ff.,
Gebräuche 148 216, 232, 280, 306, 320, 334
Geburtenkrieg 314 Geschlechtsbestimmung 71
Geburtenrückgang 88, 279 Geschlechtsleben 83
Geburtenverhinderung 313 Gesellschaft 71, 83, 144
Geburtenzahlen 273 Gesellschaft, multikulturelle 258, 263
Gedächtnis 147 Gesellschaftskonvention 141
Gefühlsleben 140 Gesellschaftsordnung 238
Gefühlsreichtum 90 Gesellschaftspolitik 84, 90, 278
Gegenreformation 63 Gesellschaftswissenschaften 83
Gehlen, Arnold 147, 335 Gesetz der geschlossenen Blutkreise
Geißler, Heiner 288 179
Geistesgeschichte 179 Gesetzmäßigkeit allen Lebens 326
Geisteskranke 141 Gesittung 89. Siehe auch Sitte

358
Gewannflurendörfer 168 Großbritannien 195, 199, 232, 233.
Gewinnsucht 88 Siehe auch England
Giesler, Hermann 228, 229, 230 Großfamilie 105
Glasnost 248 Großhirn 140, 141, 348
Glaube 83 Großraumforschung 165
Glaubenskampf 104 Großrussen 254
Gleichberechtigung 88 Großstadt 90
Gleichheitswahn 251, 273, 278, 283, Grundgesetz 282
293, 295, 331, 333, 348 Grünewald, Matthias 27
Globalisierung 186, 196, 348 Gruppenehe 83
Goethe, Aja 81 Gruppenleben 71
Goethe, Johann Wolfgang von 23, 66, Gudrun 75
93, 96, 130, 138, 159, 174, Günther, Hans F. K. 69, 71, 89, 171
176, 188, 189, 191, 238, 292, Gutenberg, Johann 29
298, 299, 304, 309, 347
Göggingen 298 H
Golddiktat 302
Goldstandard 233 Habsburger 24, 42, 55, 121, 122,
Golfkrieg 206, 265, 339 123, 166
Gollancz, Victor 199 Haffner, Sebastian 226
Gontard,Susette 81 Halder 213
Gorbach, Alfons 214 Hamburg 123, 267, 337
Gorbatschow 232, 233, 251, 254, Handel 119
261 Handwerker 166
Goten 115, 120 Harriman, W. Averall 199
Gotik 165 Härtle, Heinrich 222
Gott 24 Haugwitz, Graf 62
Götter 30 Hausformen 165
Gottesgnadentum 61 Haydn, Joseph 65, 124, 276
Gottsched 36, 57 Heeresreform 97
Gottschee 63 Heimat 20, 166
Grasser, Erasmus 27 Heimatgeschichte 162 ff.
Graz 126 Heimatkunde 160 ff.
Greifswald 292 Heimatmuseen 162
Grenzbauern 62 Heimatpflege 162
Grenzland 65 Heimattage 162
Grenzlanddeutschtum 121 Heinemann, Gustav 226
Grenzvolk 66, 126 Heinrich der Löwe 119
Griechen 201, 269, 271 Heinrich II. 74
Griechenland 25 Heiratskreise 174
Griechentum 150, 152 Helbok, Adolf 25, 34, 88, 89, 115,
Grien, Baldung 27 138, 142, 154 ff.
Grillparzer, Franz 130 Heldenlieder 120
Grimm, Gebrüder 220 Helgoland 276
Grimm, Heinrich 32, 46 Heliozentrisches Weltbild 20, 134

359
Hellas 222 Hutten, Ulrich von 21 ff., 122, 206,
Herdentier 71 207, 240, 241, 243, 244, 284,
Herder, Johann Gottfried 22, 63, 71, 350
176, 333, 343 Hysterie 141
Heruler 115
Heß, Ilse 87, 234, 235, 297, 298, I
300
Heß, Rudolf 203, 204, 231, 233, Idealismus 137, 176, 352
235, 257, 289, 297, 321, 322, Ideenkampf 333
323 Ideologie 19, 20, 71, 84, 134, 135,
Heß, Wolf Rüdiger 289 138, 139, 149, 171, 179, 303,
Hessen 240 349
Hexenverfolgung 39 Illyrer 115
Hexenwahn 77 Imperialismus 216, 271
Heyl, Hedwig 84 Indianer 206, 265
Hildegard von Bingen 76 Indischer Ozean 260
Hirnforschung 171 Individualismus 29, 40, 82, 84, 88
Hiroshima 206, 266 Indogermanen 115
Hitler, Adolf 187, 199, 209, 210, Industrialisierung 83, 105
224, 228, 229, 230, 232, 246, Industrie 105
247, 249, 298, 305, 322, 337, Industrielle Entwicklung 132. Siehe
338 auch Technisierung
Hochadel 34 Industrielle Revolution 138. Siehe
Hochkultur 141, 142, 143, 323 auch Industrielle Entwicklung
Hochverrat 213 Industrielles Zeitalter 143
Hofer, Andreas 125, 129 Informationsgewinn 146, 147, 148,
Hoffmann, Joachim 315 149, 151
Hoffmann von Fallersleben 276 Innsbruck 157
Hohe Schule 229 Instinktverhalten 341
Hohenfriedberg 299 Institut für Kultur- und Universalge-
Hohenzollern 119 schichte 157
Holbein, Hans 27 Interalliiertes Militärtribunal (IMT).
Hölderlin, Friedrich 39, 81, 185, Siehe Nürnberg
200, 201, 276, 299, 308, 310, Interessensphäre 195
335 Internationale 91, 106
Huber, Wolfgang 213 Internationaler Sozialismus 251
Humanismus 24, 25, 27, 32, 35, Internationalismus 104, 105, 190,
37, 39, 40, 44, 122, 284 205, 216, 261, 271, 338, 340.
Humanisten 36, 43 Siehe auch Christentum, Kapita-
Humboldt, Karoline von 82 lismus, Kirche, Kommunismus,
Humboldt, Wilhelm von 82, 148 Liberalismus
Hunnen 122, 127, 255 Invalidenversicherungsgesetz 106
Hutten, Christian von 206 Iran 197
Hutten, Frowin von 35 Iren 113

360
Irland 274 auch Dogmen, Rom, Römische
Islam 195, 254 Kirche
Island 73, 220 Katholizismus 63
Islandsagas 73 Katyn 320
Italien 25, 107, 122 Kauffmann, Angelika 81
Kaufmann 166
Kaunitz, Graf 62
J
Kazakov 316
Jansenismus 64 Keimzellen 148
Japan 194, 260, 263 Kelten 115, 165
Jenninger 247 Kern, Erich 217, 286
Jenseits 133, 136 Kernland 165
Jenseitsfurcht 25 Ketzer 48
Jesuiten 64 Khevenhüller, Graf 60
Joseph I. 55, 124 Kinderlied 89
Joseph II. 64, 65, 125 Kindesmord 313
Jugend 179 Kirche. Siehe Katholische Kirche,
Jugenderziehung 75 Lutherische Kirche
Jugoslawien 248, 252, 271, 274 Kirche, Katholische 24, 91, 104,
257. Siehe auch Christentum,
K Dogmatik, Rom, Römische Kirche
Kirche, Lutherische 28
Kaiser-Wilhelm-Institut 157 Kirchenbann 47
Kaiserproklamation in Versailles 104 Klages, Ludwig 26
Kaisertum 44 Klassenkampf 83, 85, 106, 338
Kalckoff 29 Kleriker 37
Kant, Immanuel 176, 280 Klima 149, 165
Kantorei 80 Klopstock, Friedrich Gottlieb 41, 63
Kapital 190, 191, 338 Klöster 104
Kapitalherrschaft, internationale 332 Klüter-Blätter 222
Kapitalismus 132, 186, 252, 261, Klüver, Max 319, 336
291, 331 Kniephof 93, 95
Kapitulation 190, 197, 314 Kohl, Helmut 261
Kapp 299 Kolbenheyer, Erwin Guido 139, 145,
Karantanien 117 308
Karl, Erzherzog 125, 129 Kollin 299
Karl der Große 111, 117 Köln 35, 38, 119, 267
Karl V. 41, 46, 55, 122 Kolonisation 116, 117, 118, 119,
Karl VI. 55, 56, 124 167. Siehe auch Bodengewinnung
Kärnten 112, 116, 117, 118, 121 Kommunikation 146, 151
Kaspisches Meer 197 Kommunikationswege 140
Kassel 267 Kommunismus 84, 247, 248, 251,
Katalaunische Felder 255 252, 261, 332
Katholische Kirche 24, 34, 42, 43, Kommunisten 91
44, 47, 63, 73, 120, 303. Siehe Kommunistische Gesellschaftsordnung

361
84 Kulturgeschichte 70, 89, 124, 157,
Kommunistisches Manifest 105 163, 165, 172
Konfluenzgesetz 172, 173 Kulturkampf 91, 104
Königgrätz 101, 103, 126 Kulturkrise 160, 325
Königtum 74 Kulturkritik 31, 36
Konradin, König 299 Kulturlandschaft 239
Konservative Partei 104 Kulturpolitik 36, 41, 132, 150, 152,
Konstantinische Schenkung 42, 104, 295, 327, 343
284 Kulturraum 169
Kontrollratsgesetze 140 Kulturträger 136
Kopenhagen 155 Kulturvermögen 140
Koper 270 Kulturzerstörung 342
Kopernikanische Wende 7 Kunigunde, Gemahlin Heinrichs II. 74
Kopernikus, Nikolaus 7, 8, 20, 26, Kunst 19, 22, 25, 26, 29, 65, 74,
186, 222, 284 119, 129, 140, 143, 148, 149,
Körper-Geist-Gegensatz 133 152, 165, 175, 176, 189
Körperbildung 151 Kunstbetrieb 140
Kosmos 72, 131, 132, 133, 134, Kurfürst von Sachsen 46
136, 137, 142, 150, 152, 159, Kurfürsten 41
218, 219, 221, 346, 348
Kraft, Adam 27 L
Krain 118, 121
Krainer, Josef 112 Landes- und Volksgeschichte 157
Kranach, Lukas 27 Landesausbau 30
Krankenkassen 313 Landesfürstentum 41, 50
Krankenversicherungsgesetz 106 Landesverrat 211, 212, 213, 215, 216
Krauss, Werner 242 Landflucht 105
Kremsmünster 128 Landgericht München 212
Kretschmayr 66 Landnahme 165, 166
Kretschmer 141 Landsberg 87
Kriegsdienstverweigerung 90 Landstuhl 50
Kriegsschuld 256, 277, 306 Landwirtschaft 105, 167, 251
Kriemhild 75, 298 Lange, Helene 84
Kriminalität 273 Langemarck 299
Kroaten 112, 274 Langobarden 115, 116
Krüger, Friederike 82 Lassalle, Ferdinand 105
Kudrunlied 120 Lebendes System 145, 146, 147, 150
Kues, Nikolaus von 38, 42 Lebensanschauung 73
Kühne, Alfred 71 Lebensart 74
Kultur. Siehe allenthalben Lebensbehauptung 136
Kulturelle Eigenart 133 Lebensbejahung 176
Kulturentfremdung 89 Lebensfeindlichkeit 139, 187. Siehe
Kulturentwicklung 83, 140 auch Christentum, Dogmen,
Kulturfähigkeit 148 Ideologien; Kapitalismus,
Kulturformenlehre 170 Kommunismus, Liberalismus

362
Lebensform 151 Lothringen 56
Lebensfrömmigkeit 12 Lothringer 63
Lebensgemeinschaft 238, 239 ltalienpolitik 118
Lebensgesetze 20, 86, 151, 159, Ludwig XIV. 123
304, 352. Siehe allenthalben. Luftqualität 231
Siehe auch Naturgesetze Luise, Königin 66, 78, 80
Lebensgestaltung 151 Lusitania 206
Lebenskampf 147 Luther, Martin 23, 28, 41, 43, 44,
Lebensordnung 137, 149, 151, 152, 47, 49, 78, 176
179 Luzern 178
Lebensraum 114, 220, 296. Siehe Lyon 36
auch Raum Lyssenko, Trofim Denissowitsch 251
Lebenssteuerung 139, 144
Lechfeld 117 M
Lehenswesen 166
Leibeigenschaft 64 Maastricht 285
Leibniz, Gottfried Wilhelm 63, 124 Magdeburg 74, 95
Leipzig 35, 36, 157, 164, 253, 267, Magyaren 127
279 Mähren 115, 116
Leistungsethos 151 Maier-Dorn, Emil 217, 223, 224,
Lenin, eigentl.: Uljanow, Wladimir 225, 226, 227, 245
Iljitsch 186 Mainz 34, 35, 39, 44
Leninismus, Marxismus-Leninismus Malerei 122
260, 261. Siehe auch Marxismus, Malinin 316
Sowjetunion Manhattan 194, 196
Lenz, Friedrich 217 Manipulation 141, 238, 250, 252,
Leopold I. 55, 124 278, 291
Lernen 145, 146, 147 Manstein, Generalfeldmarschall v. 317
Lessing, Gotthold Ephraim 63, 79 Märchen 89
Liberale Partei 104. Siehe auch Marchfeld 121
Liberalismus Marcuse, Herbert 269
Liberalismus 28, 84, 88, 90, 91, Maria Antoinette 65, 68
99, 104, 135, 138, 158, 160, Maria Theresia 54 ff., 79, 80, 114,
177, 252, 261, 271, 291, 331, 125
332, 348 Marie Karoline von Neapel 67
Liberalkapitalismus. Siehe Kapitalis- Marienburg 299
mus, Liberalismus, Geldkapitalis- Marienkult 74
mus Markomannen 115, 116, 168
Lieselotte von der Pfalz 66, 79 Marx, Karl 83, 105
Limes 116, 165 Marxismus 83, 84, 88, 90, 91, 106,
Linz 229 135, 248, 251, 261
Lizenzen 140, 314, 339 Marxistische Gesellschaftslehre 84
lnquisition 43 Massenbeeinflussung 349. Siehe auch
Lorenz, Konrad 145, 146, 147, 190, Manipulation
192, 249, 273, 333 Masson 73

363
Materialismus 132, 137, 138 Mozart, Wolfgang Amadeus 65, 124,
Materialistische Geschichtsauffassung 299
28 Mühl, Otto 269
Materialistische Glaubenslehren 351 Mühlhausen 50
Mathilde, Gemahlin Ottos I. 74 München 69, 212, 229, 230
Maximilian I. 33, 122 Munier 282
Mayr, Ernst 351 Mur 116
Medien 132 Musik 65, 80, 87, 148, 175, 176,
Medizin 27, 141 191, 335, 341
Melk 116 Mutation 147, 148
Mendel, Gregor 71, 171 Mütterlichkeit 74, 84, 87, 88
Menking 93 Mutterrecht 83
Mensch, höherer 12 Muttertum 90
Menschenrechte 311 Mystik 34
Menschheit 314 Mythologie 137
Menschheitsentwicklung 139 Mythos 22, 132, 292, 297, 301,
Menschwerdung 147 310, 336
Merian, Maria Sybilla 79
Merkantilismus 292 N
Metternich 99
Meyer, Conrad Ferdinand 242 Nachkriegspolitik 350
Miegel, Agnes 82, 281 Nachrichten 136, 349
Miklas 130 Nagasaki 206, 266
Militärarchiv Freiburg 335 Nahrath, Wolfram 243
Militärgrenze 62, 125 Napoleon 81, 98, 125, 199, 333
Minnesang 77, 121 Nation. Siehe allenthalben
Mittelalter 24, 25, 26, 29, 34, 74, National Archiv Washington 316, 335
76, 77, 104, 118 Nationale Einheit 144
Mitteldeutschland 174, 251, 253, Nationale Idee. Siehe Volksbewußtsein,
262, 264, 265, 290 Volksidee
Mitteleuropa 56, 113, 123, 226, Nationalgefühl 118, 122, 123, 126
271, 288, 341 Nationalisierung 251
Mittelmeer 270 Nationalismus 262
Mittelmeerischer Geist 74 Nationalität 332
Molotow 322 Nationalkirche 44
Moltke, Helmut von 101, 128 Nationalstaat 59, 91, 109
Mommsen 100 Nationalversammlung 112
Mönchsunwesen 38 NATO 211
Mongolen 254, 261 Naturalistische Weltanschauung 138
Montafon 161 Naturgesetze 186, 288, 291, 293,
Montan-Union 285 301, 304, 326, 349
Morgansche Entwicklungstheorie 83 Natürliche Bindungen 278
Morgenthau, Henry 140 Natürliche Ordnung 133, 134
Mosaische Glaubenslehre 23, 44 Naturverbundenheit 159
Moskau 197, 259, 281 Naturwissenschaften 19, 71, 88,

364
105, 133, 139, 144, 160, 177, Ölmachtpolitik 195
218, 219, 303, 304, 351. Siehe One World 351. Siehe auch Eine Welt
auch Biologie, Wissenschaft Ordnungsleistung 135
Neidhardt von Reuenthal 120 Ordnungsmacht 179
Neuber, Karoline 79 Ordnungstätigkeit 139, 144
Neue Weltordnung 348 Orient 73
Neuhochdeutsch 23, 176 Orientierungsleistung 142
Neukombination von Erbanlagen 147 Orientierungsmechanismen 148
Neuordnung 134 ff., 179 Ostarrichi 111, 114, 118
Neuorientierung 132, 325 Ostbesiedelung 166
Neutralitätsabkommen 107 Ostdeutschland 306
Neuzeit 119, 122 Österreich 54, 57, 99, 100, 101,
Ney, Elly 87 102, 107, 111 ff., 163, 170
Nibelungen 298 Österreichisch-deutsche Wissenschafts-
Nibelungenlied 66, 75, 120 hilfe 169
Niederaula 22, 240 Österreichischer Volkskundeatlas 170
Niederösterreich 115 Osteuropa 113, 274, 306, 321
Nietzsche, Friedrich 19, 21, 131, Ostfränkisches Reich 118
222, 283, 292, 304, 308, 331, Ostgebiete 245
343 Ostgoten 116
Nihilismus 19, 303, 304, 326 Ostmark 111, 117 ff.
Nomadentum 348 Ostpreußen 83, 281, 282
Norddeutscher Bund 102, 103 Ostsee 56, 330
Nordsee 330 Oststeiermark 117, 122
Nordvölker 160, 220, 221 Otto der Große 74, 111, 117, 118,
Norwegen 322, 330 143, 159
Notgemeinschaft der deutschen Ottokar II. von Böhmen 121
Wissenschaft 169
Notstand 139 P
Notwehr 319
Nürnberg 36, 199, 204, 233, 234, Paar, H. 287
236, 267, 320, 323 Pannonien 117
Nürnberger 289 Papisten 31
Papst 24
O Papst, Päpste 24, 38, 39, 52, 91,
104. Siehe auch Rom
Oberitalien 116, 129 Papst Pius IX. 105
Obersalzberg 229 Papsttum 42, 120, 255
Oberth, Hermann 183 ff. Paracelsus 27, 242
Offenes System 142 Paris 36, 97, 98, 155, 332
OKH (Oberkommando des Heeres) Parlament 96 ff.
198, 334 Partikularismus 168
Ökologie 134 Partisanen 197
OKW (Oberkommando der Wehr- Passau 119
macht) 334 Patente, deutsche 142, 192

365
Päuerlein, Hans 27 Quellenkritik 160
Paulskirche 99, 129
Paulus 201
Pearl Harbor 194, 206 R
Persönlichkeit 89
Pessimismus 19, 303, 314, 326 Raab 270
Pest 77 Radetzky 129
Petersburg 97 RAF (Royal Air Force) 330
Pfarrhaus, deutsches 23, 78 Rassen 190
Pfeifer, Helfried 112, 113 Rassenfrage 142
Pforzheim 99, 267 Rassengeschichte 165, 171
Philologie 169 Rassenkunde 171
Philosophie 25, 150, 158, 176, 189, Rassenlehre 173
201, 304, 335 Rassenmischung 174
Physik 132, 172, 303 Rassenpolitik 155
Physiognomie 164, 171 Raum 26, 93, 127, 136, 143, 148,
Pirkheimer, Willibald 28, 31, 39 149, 179, 208, 219, 301. Siehe
Planegg 69 auch Lebensraum
Planwirtschaft 252, 261 Raumfahrt 191, 340
Polen 256, 257, 264, 281, 320 Raumgebundenheit 143, 148. Siehe
Politik 137, 140, 189 auch Raum
Pommern 93 Raumgesetz 143
Popmusik 141, 342 Raumordnung 118, 216
Population 188, 351 Rauschgift 141, 273
Pöschl, Arnold 172, 173 Recht 72, 139, 148, 149, 220
Potsdam 199, 256 Recht, Germanisches 72
Präventivschlag 195, 271, 305, 319,
Recht, Römisches 37, 284
322
Recht, Sächsisches 37
Presse 91, 140, 151, 190, 332, 339
Rechtsbräuche 37
Preußen 54, 55, 58, 59, 67, 80, 97,
Rechtsstaatlichkeit 284
125, 163
Rechtswesen 37, 284
Priesterherrschaft 24
Reformation 23, 28, 29, 63, 78
Privateigentum 84
Pro Familia 313, 342 Regierungsorganisation 332
Prochaska, Eleonore 81 Regionen 13, 109, 338
Proletariat 83 Reichsacht 50
Protestanten 63 Reichsgründung 91, 103
Psychologie 26 Reichsidee 118, 122, 124, 129
Puritanismus 265, 292, 293 Reichsreform 37, 42, 47, 49, 51
Putkammer, Johanna von 95 Reichsruf 222
Pyrenäen 330 Reichsstil 124, 129
Reichstag 43, 47, 96, 102, 104
Reichstag zu Worms 43, 47
Q
Reitsch, Hanna 87
Quaden 115 Reizüberflutung 88

366
Religion 106, 136, 144, 196, 304, Russen 275, 282, 306
332 Rußland 58, 102, 103, 107, 226,
Renaissance 25, 26, 29, 39 257, 272, 281, 321, 341
Reproduktion 173 Rußlanddeutsche 281, 282
Revolution. Siehe Industrielle Revo- Rüstung 109
lution Rütli 291
Revolution von 1848 97, 332
Rhein 77 S
Rheinauen 339
Ribbentrop, Anneliese 215, 217 Sachsen 63, 118, 119
Richelieu 109, 247, 255 Salons 82
Riegersburg 118, 126 Salzburg 119
Riehl, Wilhelm Heinrich 168 Scapa Flow 299
Riemenschneider, Tilmann 27 Schamlosigkeit 141
Rittertum 176 Scharping, Rudolf 341
Robot 64 Schewardnadse 260
Rockefeller 313, 342 Schiller, Friedrich 96, 309
Rockmusik 141, 342 Schlabrendorff, von 217
Rohstoffe 296 Schlesien 58, 59, 62, 65
Schleswig-Holstein 101
Roland 298
Schlüchtern 240
Rom, Römische Kirche 24, 38, 39,
Schlüter, Andreas 170
40, 41, 42, 43, 44, 48, 79,
Scholastik 24, 27, 37, 40, 284
91, 104, 186, 190, 207, 222,
Schönhausen 91, 92, 93, 95, 96
284. Siehe auch Katholische
Schönheitsideal 152
Kirche, Christentum
Schöpfung 136
Romanen 26, 116
Schöpfungsgeschichte, christliche 73
Romantik 82
Schrader, Henriette 84
Römer 127, 168
Schubart 39
Römisches Recht 37. Siehe auch
Schuldwahn 277
Recht, Römisches
Schule 140
Romkirche. Siehe Katholische Kirche Schumann, Gerhard 75
Roon 97 Schumann-Wieck, Klara 82
Roosevelt 194, 199 Schwaben 63, 121
Rosegger, Peter 272 Schwarzes Meer 330
Rote Armee 195, 198, 248, 270, Schweiger, Herbert 209, 243, 302,
305, 306, 319, 322, 334 303
Rückversicherungsvertrag 107 Schweitzer, Albert 149
Rudenko 316 Schweiz 116, 178
Rudolf I. 121 Schweizer Familienforscher 178
Rugier 115 Schwestern Lengefeld 81
Rugiland 115 Sedlmayr, Hans 129
Rumänien 197 Selbstbestimmungsrecht 126, 254,
Rundfunk 140, 151 266, 271, 274, 296
Runkel 223 Selbsterhaltungstrieb 210

367
Selektion 147 Sozialkassen 313
Semnonen 115 Sozialpolitik 295, 338
Serbien 56, 341 Sozialstaat 106
Sexuelle Revolution 278 Sozialwissenschaft 160, 172
Sickingen, Franz von 41, 45, 49, 50 Soziologie 169
Siebenbürgen 63 Spandau 203, 233, 236, 300, 323
Siebenjähriger Krieg 59, 62 Spanien 103
Siedlung 151, 350 Spanischer Erbfolgekrieg 55, 123
Siedlungausbau 165 Spanuth, Jürgen 155
Siedlungsarchäologie 165 SPD 91
Siedlungsform 165 Speer, Albert 230
Siedlungsgeschichte 119, 161 ff., 168 Spengler, Oswald 141, 143, 175
Siegfried 120, 298, 310, 336 Spielleute 120
Silberabbau 38 Spitzenbegabung 26
Sinnentleerung 133 Sprache 23, 89, 112, 145, 148, 149,
Sinnfrage 133, 139 152, 175, 219, 288, 292, 326
Sippe 72, 73, 219, 220, 237 Sprachformen 175
Sippendenken 220 Sprachwissenschaft 168, 169, 175
Sippenehre 75 Srbik, Heinrich Ritter von 128
Sippengedanke 73 St. Germain 112, 271
Sitte 90, 139, 148, 149, 162, 191, Staat 47, 57, 59, 60, 61, 63, 65,
273, 292. Siehe auch Gesittung 80, 83, 90, 350
Sittliche Ordnung 151, 278 Staatenbund 296
Sittlichkeit 72 Staatsgeschichte 165
Slawen 127, 171 Staatsgrundgesetz 112
Slowenen 112 Staatskapitalismus 252, 274
Solothurn 178 Staatskunst 80
Sonnenwende 160 Staatsnation 113
Sonthofen 229, 337 Stadtbild 230
Souveränität 215, 302 Städte 30, 32, 166
Sowjetunion 106, 170, 196, 197, Städtebau 228, 230
232, 248, 251, 252, 254, 260, Städteplanung 228, 231
261, 263, 275, 281, 289, 303, Stadtgemeinschaft 230
305, 319, 320, 321, 322, 335, Stadtvolkskunde 171
339 Stalin 196, 197, 199, 306, 315,
Sozialabbau 314 319, 320, 321, 322, 334, 335,
Sozialanthropologie 160 339
Sozialbiologie 160 Stalingrad 197, 307
Soziale Frage 83 Stalinismus 186
Soziale Ordnung 140, 151 Stammesentwicklung 147
Sozialgeschichte 171 Stammesgefühl, Germanisches 118
Sozialgesetze 106 Stammesgeschichte 145, 147, 148,
Sozialgesetzgebung 105, 106 149, 279
Sozialismus 106 Stammhirn 141
Sozialismus, Biologischer 151 Stände 46, 55, 62, 96

368
Stawka 315 38
Stawropol 259 Thermopylen 197, 271
Steckelburg 43, 46 Thusnelda 74
Stegen, Johanna 82 Tirol 116, 121
Steiermark 55, 112, 117, 118, 121, Todt, Fritz 224
122, 126, 174, 270 Tradition 134, 146, 147, 150, 218
Stein, Freiherr vom und zum 98 Triebbefriedigung 140
Stettin 94 Triebe 12
Stifter, Adalbert 299 Triebhemmung 141
Stilprägung 179 Triebverhalten 141
Stocker-Verlag 289 Trient 118
Stoß, Veit 27 Trier 50
Straßburg 36, 123 Triest 270
Strauß, David Friedrich 29 Tschechen 167, 168
Südamerika 338 Tschechoslowakei 258, 266, 274
Sudetendeutsche 59, 258 Tschermak 171
Sudetenraum 167, 168 Türken 41, 55, 56, 59, 122, 123,
Südostdeutschtum 114 127, 270, 299
Südostpolitik 118 Turkvölker 254
Südostraum 121 Tyrnau 74
Südtirol 112
Sünde 73
Sündenfall 73 U
Systemtheorie 139
Überbevölkerung 144, 167
Überfremdung 73, 279
T Überlebensgruppe 136
Überleitungsvertrag 210, 213
tabula rasa 146 Ufenau 50, 207
Tacitus 35, 42, 72 Ukrainer 254
Tannenberg 299 Ulm 99
Tauroggen 299 Ulrich von Württemberg 38
Taylor, A.J.P. 217 Umerziehung 127, 140, 141, 151,
Technik 138, 349 164, 188, 208, 225, 282, 284,
Technische Revolution 83 327, 342
Technisierung 83. Siehe auch Indu- Umwelt 149
strialisierung, Industrielle Umweltbedingungen 143, 149
Entwicklung Umweltbelastung 229
Teja 298 Umwelttheorie 135, 158, 163, 171
Telegin 316 Unfallversicherungsgesetz 106
Tertiär 146 Unfehlbarkeitsdogma 91, 104
Thatcher, Margaret 233 Ungarn 56, 62, 63, 77, 117, 119,
Theater 79, 140 122, 125, 255, 270
Theoderich 120 Universalismus 29
Theokratisches Weltbild 24, 25, 26, Universitäten 25, 27, 37, 43, 64,

369
154, 155 Völkerkunde 83, 84
UNO 204, 311 Völkermischmasch 338
Urhorde 71 Völkermord 265, 312, 313
Urkundenforschung 161 Völkerrecht 198, 204, 206, 253,
US-Militärgerichtsbarkeit 211 257, 264, 265, 274, 296, 306,
USA 140, 142, 190, 191, 193, 194, 330, 334
195, 196, 199, 206, 209, 224, Völkervermischung 252, 295
226, 232, 233, 256, 257, 259, Volkheit 19, 276, 283, 298, 336
260, 263, 265, 266, 267, 271, Volksauflösung 342
274, 275, 292, 293, 296, 306, Volksbegriff 142, 189
322, 338, 339, 340, 341 Volksbewußtsein. Siehe nationale Idee,
Uta von Naumburg 74 Volksidee
Utopien 133 Volksbewußtsein, Deutsches 118
Uttmann, Barbara 77 Volkscharakter 36
Volkscharakterologie 172, 174, 176
V Volksforschung 154 ff.
Volksgedanke 81. Siehe auch Volks-
Valla, Lorenzo 42 idee
van Swieten 62, 64 Volksgeist 27
Vaterrecht 83 Volksgemeinschaft 85, 136, 189,
Verdun 107, 299 224, 338
Vererbung 71 Volksgenealogie 172, 173
Vererbungsgesetze 171
Volksgeschichte 25, 156 ff.
Vererbungswissenschaft 171
Volksglaube 169
Verfassung 99
Volksgut 169
Vergangenheitsbewältigung 327
Volksidee 29, 138. Siehe auch
Verhaltensforschung 71, 333
nationale Idee, Volksbewußtsein
Verhaltensprogramme 148
Volkskörper 166, 172, 173
Verkehr 136, 349
Volkskultur 142, 162, 169, 175
Verlagswesen 140
Vermischung 190 Volkskunde 155 ff., 168
Versailles 103 Volkskunst 157
Versailles, Diktat von 208, 209, 233, Volkskunstkommission 157
257, 271, 299, 323 Volksleben 155 ff., 333
Versailles, Kaiserproklamation in 92 Volksleib 30
Verschuldung 192 Volkslied 37, 343
Verteidigungspolitik 295, 296 Volksmord 206
Vertreibung 86, 113 Volksmusik 242
Verwaltung 62, 161, 165, 166, 167 Volkspolitik 155, 176
Verwandtenehen 173 Volksschulwesen 64
Verwandtschaft 172 Volksseele 333, 335, 339, 341
Virchow 100 Volksstaaten 296
Vischer, Hans 27 Volkstod 143, 244
Vischer, Peter 27 Volkstumsgeschichte 162
Völker 196 Volksverhetzung 334

370
Volkswirtschaft 296, 333 Weltgeschichte 142
Volkswissenschaft 169 Weltherrschaft 193, 196, 322, 349
Vorarlberg 161, 178 Weltkirche 104. Siehe auch Rom
Vorbevölkerung 166 Weltkrieg 132
Vorderasien 260 Weltkrieg, Dritter 205, 254, 260
Vorgeschichte 160, 165, 171 Weltkrieg, Erster 85, 107, 126, 142,
Vorgeschichtsforschung 155, 167 169, 177, 199, 206, 266
Weltkrieg, Zweiter 86. Siehe auch
allenthalben
W Weltkriege 144, 187, 192, 209, 332
Wagner, Cosima 87 Weltkultur 149, 175, 301
Wagner, Winifred 87 Weltordnung 132, 185, 266, 271, 274
Währung 296 Weltregierung 30
Wald 239 Weltreligion 186
Waliser 113 Weltrevolution 186, 247, 254, 260,
Wallenstein 56, 124 271, 322
Wallstreet 284 Weltwirtschaft 186, 193
Walter und Hildegunde 120 Werner, Anton von 92
Walther von der Vogelweide 41, 42, Wertordnung 20, 195, 218, 262
77, 120, 126, 276 Wertsetzung 136, 139, 304
Wannsee, Wannsee-Protokoll 280 Westalliierte 340
Washington 210, 335 Westdeutschland 262
Wehrbauern 118, 119 Westeuropa 251, 254
Wehrbauerntum 62 Westfälischer Friede 98, 103, 109,
Wehrhaftigkeit 90 247, 255
Wehrkraft 296 Westliche Wertegemeinschaft 206,
Wehrmacht 197 274, 285, 340
Weihnacht 218, 220, 221, 237, 273, Westmächte 319, 321
287, 290, 300, 335. Siehe auch Wien 64, 111, 112, 119, 122, 123,
Wintersonnenwende 124, 126, 128, 130, 171, 267,
Weimar 81, 130, 229 299
Weinberger, Caspar 204 Wiener Kongreß 98
Weinheber, Josef 268 Wienerwald 116
Weiße Menschheit 196 Wiesengrund-Adorno, Theodor 342
Weiße Rasse 263, 272, 296, 305 Wiking-Jugend 241, 243
Weiße Völker 19, 72, 132, 325. Siehe Wilhelm I. 92, 97, 101, 103
auch Arische Völker Wilhelm II. 107
Weißrussen 254 Wilhelm von Oranien 79
Weizsäcker 247 Wilson 126, 266
Welser, Philippine 77 Windische 112
Weltanschauung 19, 131, 179, 351 Wintersonnenwende 219, 237, 291,
Weltbeherrschung 186 300, 308, 310, 346. Siehe auch
Weltbevölkerung 296, 303 Weihnacht
Welteroberung 186 Wirtschaft 83, 105, 132, 143, 151,
Weltesche 310 165, 177, 262, 265, 279, 296

371
Wirtschaftsdenken 333
Wirtschaftsform 84
Wirtschaftspolitik 295
Wissen 149
Wissenschaft. Siehe allenthalben.
Siehe auch Naturwissenschaften
Wissenschaftliches Zeitalter 105
Wittelsbach 56
Witten, Hans 27
Wohlstandsgesellschaft 135
Wolfdietrich 120
Wolfram von Eschenbach 76
Worms 43, 46, 47, 49

Y
Yalta 199, 256
Yggdrasil 239
Yorck 299

Z
Zensur 64
Zentrumspartei 91, 104
Zilk, Helmut 111
Zillich 299
Zins 284
Zivilisation 83, 140, 190, 348
Zölibat 23, 34, 74, 76, 78
Zollverein 99
Züchterische Ordnung 160, 173
Zukov 316
Zunftgesetze 174
Zunftwesen 26
Zweifrontenkrieg 107, 322
Zwingli, Huldreich 31

372
373
An weiteren Schriften sind erschienen:

Karl Baßler:
Weltanschauliche Bildung und ihre Umsetzung in den politischen Tageskampf

Albert Wachter:
Versailles.
Der große Betrug und seine Folgen

Herbert Schweiger:
Geld und Weltpolitik
(Mit einer Einführung von Emil Maier-Dorn)

Karl Baßler:
Die große Ausländerlüge.
Die ungeheure finanzielle Belastung der deutschen Steuerzahler durch die Gastarbei-
ter-Ausländer pro Jahr (Stand 1993)

Matthias Ries:
Heilsgeschichtliches und zyklisches Denken

Siegfried Bokelmann:
Dichter und Staatsmann.
Ernst Moritz Arndt und der Reichsfreiherr vom und zum Stein

Karl Baßler:
Die Ausraubung des Deutschen Volkes nach dem I. und II. Weltkrieg und deren Aus-
wirkungen auf die deutsche Wirtschaft bis in die Gegenwart

Siegfried Bokelmann:
Die Gestaltungskräfte in Erziehung und Bildung

Der Partisanenkrieg
Stalins völkerrechtswidrige geheime zweite Front

Karl Baßler:
Die Zerstörung der deutschen Lebensordnung durch Multikultur

Hermann Klann:
Die Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten

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