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Geschichte Münchens
Die uns bekannte Geschichte Münchens begann am
14. Juni 1158 mit der erstmaligen Erwähnung von
„Munichen“, einem durch Heinrich den Löwen
angelegten Markt, im Augsburger Schied. Die
Anfangszeit Münchens war geprägt von
Auseinandersetzungen zwischen dem Herzog von
Bayern und dem Bischof von Freising, Mitte des 13.
Jahrhunderts konnten sich die Herzöge aus dem Haus
Wittelsbach in der Stadtherrschaft durchsetzen. Von da
an bis zum Ende der Monarchie 1918 war München
Residenzstadt der Wittelsbacher Herzöge, Kurfürsten
und Könige sowie Hauptstadt Bayerns oder zumindest
eines der bayerischen Teilherzogtümer. Neben die
Stadtherrschaft durch die Wittelsbacher trat zunehmend
Faksimile des Augsburger Schieds,
auch die bürgerliche Selbstverwaltung. 1286 wurde in dem München erstmals genannt
erstmals ein Rat der Stadt erwähnt. Nachdem der wurde
Magistrat der Stadt zunächst 1810 aufgehoben worden
war, wurde München 1818 eine eigenständige
Gemeinde. Seit 1918 ist München Hauptstadt des Freistaats
Bayern.

Inhaltsverzeichnis
Übersicht
Vorgeschichte
Frühgeschichte Münchner Stadtsiegel von
Antike – Kelten und Römer 1330
Frühmittelalter – Bajuwaren
Die Anfänge
Namensgebung und Stadtgründung
Die Stadt Heinrichs des Löwen
München als Stadt im Bistum Freising
Residenzstadt der Wittelsbacher
München im ausgehenden hohen Mittelalter
Kaiserliche Residenzstadt
München im späten Mittelalter
Hauptstadt des Herzogtums Bayern
Frühe Neuzeit – Renaissance und Gegenreformation

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Dreißigjähriger Krieg
Zeitalter des Absolutismus
Hauptstadt des Königreich Bayerns
Napoleonische Epoche und Reformen: Max I. Joseph
Vormärz und Revolution: Ludwig I.
Liberalisierung: Max II. Joseph
Gründerzeit: Ludwig II.
Fin de siècle: Prinzregent Luitpold
Erster Weltkrieg und Novemberrevolution
Wappen Münchens
Hauptstadt des Freistaates Bayern 1865–1936 und 1949–1957
Zwischenkriegszeit und NS Diktatur Die Bezeichnung des
Zweiter Weltkrieg und verheerende Luftangriffe Mönchs im Wappen als
Nachkriegszeit und Wiederaufbau Münchner Kindl ist erstmals
Jüngste Vergangenheit von 1990 bis zur Gegenwart 1727 nachgewiesen

Persönlichkeiten der Stadtgeschichte


Künstler
Wissenschaftler
Stadtoberhäupter
Siehe auch
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise

Übersicht
→ Hauptartikel: Chronik der Stadt München
1158 Erstmalige urkundliche Erwähnung Münchens im Augsburger Schied als Markt
Heinrichs des Löwen
1175 Baubeginn des Ersten Mauerrings
1180 München fiel an den Bischof von Freising
1225 Erste urkundliche Erwähnung der ältesten Pfarrkirche St. Peter
1240 München ging von bischöflichen in wittelsbachischen Besitz über
1255 München wurde Residenzstadt des Teilherzogtums Oberbayern
1271 Die Marienkapelle wurde zur zweiten Pfarrkirche erhoben
1327 Großer Stadtbrand von München
1328 Die Stadt wurde für zwei Jahrzehnte kaiserliche Residenz, erheblich erweitert und
mit einem zweiten Mauerring versehen
1337 Vollendung des Zweiten Mauerrings
1385 Bürgeraufstand: Mit der Neuveste beginnt die Geschichte der Münchner Residenz
1392 Schaffung des Herzogtums Bayern-München
1397–1402 Aufstand der Zünfte gegen Patrizier und die Wittelsbacher
1442 Vertreibung aller Juden aus der Stadt
1480 Fertigstellung des Alten Rathauses
1494 Einweihung des Neubaues der Frauenkirche

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1504 München wurde nach der


Wiedervereinigung der Herzogtümer alleinige
Hauptstadt Bayerns
1550–1579 Herzog Albrecht V. machte
München zu einem Zentrum der
Renaissancekunst
1583 Bau der Michaelskirche
(Gegenreformation)
1589 Gründung des Hofbräuhauses
1623 München wurde während des
Dreißigjährigen Krieges kurfürstliche
Residenzstadt
1634 Schwedische Besatzung; im
darauffolgenden Jahr brach die Pest aus, der
ein Drittel der Bevölkerung erlag
1663 Hochbarock: Bau von Schloss
Nymphenburg und Theatinerkirche
1704 Habsburgische Besatzung im Spanischen
Erbfolgekrieg und Sendlinger Mordweihnacht an
Heiligabend 1705
1742 Habsburgische Besatzung im
Österreichischen Erbfolgekrieg
1789 Anlage des Englischen Gartens und
Abbruch der Stadtbefestigung
1806 München wurde Hauptstadt des
Königreiches Bayern und somit Königliche
Haupt- und Residenzstadt
1810 Erstes Oktoberfest
1825–1848 König Ludwig I: München wurde zu
einer Kunststadt mit Weltruf
1826 Die Ingolstädter Universität zog um nach München (→ Ludwig-Maximilians-
Universität)
1839 Die zweite deutsche Eisenbahn fuhr von München nach Augsburg
1864 Thronbesteigung König Ludwigs II. und Uraufführung von Opern Richard Wagners
im Nationaltheater
1867 Beginn des Baus des Neuen Rathauses
1886–1912 Kulturelle Blüte und technischer Fortschritt unter Prinzregent Luitpold
1918 Revolution und Sturz der Monarchie
1919 Ausrufung und Untergang der Bayerischen Räterepublik
1923 Der Hitler-Ludendorff-Putsch scheiterte in München
1931 Im Deutschen Museum wurde die erste Fernsehsendung der Welt gezeigt
1933–1945 Gleichschaltung in der Zeit des Nationalsozialismus; München als
Hauptstadt der Bewegung
1934 Nacht der langen Messer
1938 Münchner Abkommen
1939 Bürgebräukeller-Attentat
1942–1943 Widerstandsbewegung Weiße Rose
1944 Schwere Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg
1945 Amerikanische Truppen besetzten und befreien die Stadt
1971 Eröffnung der U-Bahn München

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1972 Olympische Sommerspiele in München und Geiselnahme von München


1980 Oktoberfestattentat
1992 Eröffnung des neuen Flughafens München Franz Josef Strauß
1998 Einweihung der neuen Messe München
2005 Eröffnung der Allianz Arena

Vorgeschichte

Frühgeschichte
Schon aus dem Tertiär und der Eiszeit gibt es archäologische Funde im Münchner Raum.
Beckenknochen eines Dinotheriums, eines Urzeit-Elefanten, wurden in einer Münchner
Kiesgrube gefunden. Mit der letzten Kältephase der Eiszeit begannen die Gletscher, die den
gesamten Alpenraum bedeckten, zu schmelzen. Aus einem 150 km breiten See mit dickem
wasserundurchlässigem Lehmboden bildete sich die Münchner Schotterebene.

Ausgrabungen im Altstadtbereich zeigen, dass das


Stadtzentrum bereits am Ende der Jungsteinzeit, etwa
2000 v.   Chr., von Menschen besiedelt war. Aus der
Steinzeit stammen auch Hockergräber in den heutigen
Stadtteilen Berg am Laim, Pasing, Moosach und
Sendling.

Funde von Gräbern in Harlaching und im Luitpoldpark


zeigen, dass auch während der Bronzezeit die Ufer von
Isar und Würm besiedelt waren. Erst 2014 fanden Gürtelschnalle aus einem
Archäologen direkt in der Münchner Altstadt, unterhalb Gräberfeld des 5.–7. Jh. in Aubing
des Apothekenhofes der Residenz, ein fast unversehrtes,
spätbronzezeitliches Grab.[1]

Im Gebiet des künftigen Münchner Stadtteils Freiham lebten ebenfalls bereits in der
Hallstattzeit, also im 7./6. Jahrhundert v. Chr. Menschen, hier gab es eine Siedlung mit
mehreren Hofstellen, entsprechende Pfostengruben wurden im Norden Freihams bei
archäologischen Ausgrabungen 2014 entdeckt.[2]

Antike – Kelten und Römer


Ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. gründeten die keltischen Stämme im Alpenvorland erste
befestigte, stadtähnliche Siedlungen. In dem Oppidum von Manching lebten damals bereits
etwa 5.000 bis 10.000 Kelten innerhalb einer Stadtbefestigung. Aus der Keltenzeit stammen
im Münchner Raum Viereckschanzen in der Aubinger Lohe, in Langwied, Feldmoching und
Perlach. Das spätere Gebiet Münchens lag jedoch westlich des bis zum Chiemsee reichenden
keltische Königreichs Noricum und war vergleichsweise dünn mit einigen Gutshöfen
besiedelt. Um ca. 50 v. Chr. verschwanden viele Siedlungen, auch Manching wurde
verlassen, es entstand die sogenannte „Boiische Einöde“. Der Verbleib der keltischen
Bevölkerung ist bis dato noch nicht geklärt und ist Gegenstand zahlreicher Hypothesen.[3]

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Zur Zeit des Kaisers Augustus wurde jedenfalls das


keltisch besiedelte Gebiet des heutigen Altbayerns
südlich der Donau ab 25 v. Chr. Teil des Römischen
Reiches und seiner Provinz Raetia. Hauptstadt Rätiens
wurde Augusta Vindelicorum (Augsburg). Reste
römischer Gräber im Münchner Raum wurden in
Aubing, Englschalking und Denning gefunden, in
Denning gibt es auch Reste einer Villa rustica. Bei den
Ausgrabungen in Freiham wurden auch zwei große und
gut erhaltene Öfen aus der Römerzeit entdeckt, sie lagen
am Rand einer Siedlung, in der es auch Steingebäude
gab.[2] Zwei römische Fernstraßen führten am Rand des
heutigen Stadtgebietes über die Isar, die Via Julia bei
Grünwald im Süden und eine weitere bei Unterföhring
im Norden. Letztere sollte später bei der Stadtgründung Via Julia heute, im Forstenrieder
Münchens eine wichtige Rolle spielen. In Grünwald Park
selbst befand sich die Römerschanze Grünwald. Das
weitläufige Bodendenkmal geht auf eine römische
Wachstation und Siedlung zurück. Nachdem der letzte römische Kaiser Romulus Augustulus
476 n. Chr. abgesetzt worden war und in der Folge die Soldzahlungen in Raetia ausblieben,
verließen bis 488 viele der provinzialrömischen Bewohner die nördlich der Alpen liegenden
Provinzen des einstigen Weströmischen Reiches.

Frühmittelalter – Bajuwaren
Nach Zusammenbruch der römischen Herrschaft in der Mitte des 5. Jahrhunderts und der
Eroberung Italiens durch den König der Ostgoten Theoderich im Jahre 489, fiel auch die
Provinz Raetia, die zur Diözese Italia gehört, an die Goten. In der Folge bildete sich das Volk
der Bajuwaren, das 551 erstmals genannt wurde. Archäologische Funde und eine neue
Interpretation der Quellen lassen den Schluss zu, dass die Bajuwaren weniger germanische
als romanische Wurzeln hatten. Die römischen Bevölkerung war nicht ganz abgezogen, auch
die Strukturen des römischen Reichs bestanden fort, was im Übrigen auch viele lateinische
Sprachreste in den bayerischen Mundarten zu bestätigen scheinen.[4] Archäologisch wurden
in Unterhaching ebenso wie in Straubing Zeugnisse einer fürstlichen Oberschicht für das
erste Drittel des 6. Jahrhunderts nachgewiesen. Vermutlich haben sich die Bajuwaren
damals aus verschiedenen Volksgruppen gebildet, den Resten der keltischen Bevölkerung
(Vindeliker und Boier), aus einheimischen Römern, aus alemannischen, fränkischen bzw.
thüringischen, ostgotischen, markomannischen und langobardischen Volkssplittern sowie
aus germanischen Söldnern der römischen Grenztruppen. Auch aus der Zeit der Bajuwaren
wurde eine Vielzahl von Reihengräbern in München gefunden, Schwerpunkte der Siedlung
waren wiederum die Flussufer von Isar und Würm. Auch in Johanneskirchen wurde eine
bajuwarische Siedlung gefunden. Etwa ab der Mitte des 6. Jahrhunderts bildete sich mit den
Agilolfingern die erste bairische Stammesdynastie, die von ihrem Herrschaftssitz in
Regensburg aus ihr Hoheitsgebiet bis Mitte des 8. Jahrhunderts nach Osten bis zur Enns
und nach Süden bis ins heutige Südtirol erweiterten.

Die ältesten urkundlichen Erwähnungen einer bajuwarischen Siedlung auf dem heutigen

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Stadtgebiet erfolgten 750 mit der Nennung


Oberföhrings als „ad Feringas“ und 763 mit Pasing als
„villa Pasingas“. Erst 2016 wurden in Pasing auf einem
rund 1.000qm großen Areal an der Josef-Retzer-Straße
ein Reihengräberfelder mit 140 Bestattungen
bajuwarischer Bewohner freigelegt. [5] Es folgten u.   a.
768 Bogenhausen als „Pupinhusir“, 782 Schwabing als
„Suuapinga“, zwischen 779 und 806 Sendling als
„Sentilinga“, 790 Giesing als „Kyesinga“ usw. (siehe die
Chronik der Stadt München/Vorgeschichte). Im Jahre
813 wird eine Kirchenstiftung an das Bistum Freising
erwähnt, bei der es sich wohl um St. Stephan in
Baumkirchen handelt. 815 erfolgte die Erwähnung von
Romanische Heilig-Kreuz-Kirche in Fröttmaning, dessen Dorfkirche Heilig Kreuz heute als
Fröttmaning älteste im Stadtgebiet gilt. In weiteren dieser Siedlungen
stehen noch heute im Kern romanische Kirchen, so
St.   Johann Baptist in Johanneskirchen, St.   Martin in
Moosach und St. Nikolaus in Englschalking. Als letzte Siedlungen vor der ersten Nennung
Münchens 1158 wurden 1149 Milbertshofen als „Ilmungeshofen“ und Harlaching als
„Hadaleichingen“ urkundlich erwähnt. Später als München sind 1163 Neuhausen als
„Niwenhusen“, 1166 Forstenried als „Uorstersriet“ und 1200 Denning als „Tenningen“
erstmals urkundlich genannt. Grundsätzlich zählen alle Ortschaften, die auf „ing“ enden, zu
den frühesten mittelalterlichen Siedlungen. Bis kurz nach 800 entstanden somit die meisten
der heutigen Münchner Ortsteile und nur wenige wurden danach gegründet. Die Region um
das spätere München war allerdings im frühen Mittelalter ein eher unbedeutendes Gebiet im
Stammesherzogtum der Baiern, einmal jedoch hielt der baierische Herzog Tassilo III. im
Jahre 756 die Synode von Aschheim ab. Der Frankenkönig Karl der Große verleibte sich
dann im Jahre 788 das bis dahin selbstständige Herzogtum Baiern in sein Reich ein.

Die Agilolfinger Herzöge errichteten bereits um 700 n. Chr. auf einem Berg bei „Frigisinga“
eine Pfalz. Somit ist das heutige Freising die einzig bekannte Stadtgründung der
bajuwarischen Agilolfinger und die älteste Stadt in Oberbayern. Die Freisinger Bischöfe
genossen bald hohes Ansehen bei den Königen und Kaisern der nachfolgenden Zeit. Im Jahr
903 erwarb der Freisinger Bischof Waldo den Marktplatz Feringa (Föhring). In der Folge
konnte Freising den Profit vom Salzhandel auf der Straße von Salzburg nach Augsburg
abschöpfen, da es so in den Besitz der Isarbrücke (in der Nähe des heutigen Stauwehrs
Oberföhring) kam. Die Einnahmen durch den Salzzoll waren so lukrativ, dass mit dem
Brückenzoll die 903 abgebrannte Freisinger Domkirche wiederaufgebaut wurde.[6] Bis etwa
950 wurde die ganze Gegend wiederholt von Raubzügen der Ungarn heimgesucht. In dieser
Zeit kam es nach dem Aussterben der ostfränkischen Karolinger zu einem Wiedererstarken
des Stammesherzogtums.

Die Anfänge

Namensgebung und Stadtgründung

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Der Name München wird üblicherweise als „bei den


Mönchen“ gedeutet, begründet in der Bezeichnung
forum apud Munichen, mit der die Stadt bei ihrer
erstmaligen urkundlichen Erwähnung im Augsburger
Vergleich vom 14. Juni 1158 durch den Staufer Kaiser
Friedrich I. Barbarossa genannt wird.

Erste urkundliche Erwähnung


Münchens (munichen) im
Augsburger Vergleich

Dabei geht Munichen wohl auf den Dativ Plural des


althochdeutschen munih bzw. mittelhochdeutschen
mün(e)ch, den Vorläufer des Wortes Mönch, zurück.[7]
Vor der Gründung der Stadt soll es hier eine
Niederlassung von Mönchen aus dem Kloster Schäftlarn
gegeben haben. Für Klöster war es damals nicht
unüblich, klösterliche Niederlassungen, also weitere
Reitersiegel Heinrich des Löwen
1160
Mönchssiedlungen, zu gründen. Dass diese
Niederlassung, wie vielfach behauptet, auf dem
Petersbergl lag, ist bislang nicht durch archäologische
Funde bestätigt. Nach einer anderen Hypothese lag die namensgebende
Mönchsniederlassung bei dem späteren Klosterhof Schäftlarn an der Stelle der heutigen
Michaelskirche.[8] Eine früher angenommene Verbindung zum Kloster Tegernsee gilt seit
einiger Zeit als widerlegt.[9] Es ist nicht einmal sicher, ob bei der Gründung Münchens
überhaupt noch eine Mönchssiedlung bestand, oder ob munichen bereits eine feststehende
Ortsbezeichnung darstellte, die auf eine frühere, aber nicht mehr bestehende
Mönchssiedlung zurückging. Historisch wurde München auch bei seinen lateinischen
Namen genannt: Monachia bzw. Monachium.[10] Im Dialekt wird die Stadt Minga genannt;
diese Form ist in der Stadtmundart allerdings unüblich geworden, wo sie durch die
standarddeutsche Entsprechung verdrängt worden ist, und wird praktisch nur noch im
Umland verwendet. Der Münchner Dialekt gehört der mittelbairischen Mundart an.

Im Zuge der archäologischen Grabungen am Marienhof im Vorfeld des Ausbaus der S-Bahn
ab 2012 wurden Scherben von Gefäßen aus dem frühen elften Jahrhundert gefunden, die
erneut beweisen, dass die Siedlung München älter sein muss als ihre erste urkundliche
Erwähnung aus dem Jahr 1158.[11] Auch in der Salvatorstraße und an der Hofstatt haben
Archäologen bisher Funde aus dieser Zeit gemacht.

Das Licht der Geschichte als München betrat die Siedlung 1157/1158 durch den Welfen
Heinrich XII. den Löwen, Herzog von Sachsen und Bayern. Erst 1156 hatte Heinrich das
seinem Vater Heinrich dem Stolzen einst entzogene Herzogtum Bayern von seinem
kaiserlichen Vetter zurückerhalten. Der Herzog ließ etwa bei der heutigen Ludwigsbrücke an
der Furt am „gachen Steig“ (Gasteig) eine Brücke über die Isar errichten, um sich durch
Zölle auf den durchlaufenden Salzhandel zu bereichern. Diese Brücke errang allerdings erst
ihre Bedeutung, als Heinrich der Löwe die bislang existierende Isar-Brücke des Bischofs von

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Freising zwischen dem heutigen Oberföhring (Stadtteil von München) und Unterföhring
(eigenständige Gemeinde; damals einfach Feringa) zerstören ließ und die Salzhändler die
Münchner Brücke benutzen mussten, um die Isar zu überqueren. Der mehrmalige Versuch
des Bischofs, seine Brücke wieder aufzubauen, wurde durch Sabotage vom Herzog vereitelt.
Daraufhin wurde etwa 700 Jahre, bis zum Bau der Föhringer Eisenbahnbrücke, bei Föhring
keine Brücke mehr gebaut. Die Fuhrleute waren nun gezwungen die Römerstraße nach
Föhring zu verlassen um die Straße Richtung München einzuschlagen.

Im anschließenden Augsburger Vergleich (früher fälschlicherweise auch Augsburger


Schiedsspruch oder Augsburger Schied genannt) vom 14. Juni 1158 legte Kaiser Friedrich
Barbarossa den Streit zwischen dem Bischof Otto von Freising, ein Onkel des Kaisers, und
Heinrich dem Löwen bei. Der Konflikt zwischen Herzog Heinrich dem Löwen und Bischof
Otto von Freising wurde aber nicht durch einen Schiedsspruch oder gar ein Rechtsurteil
Kaiser Friedrichs beendet, sondern durch eine „conventio“, eine gegenseitige, gütliche
Einigung beigelegt.[12] Letztlich ging der Streit um die Isar Brücken eher zugunsten von
Heinrich aus. München wurde das Markt- und Münzrecht bestätigt, jedoch musste München
ein Drittel der daraus resultierenden Einnahmen an das Hochstift Freising abführen. Diese
Zahlungen erfolgten bis 1803 an Freising und dann bis 1852 an den bayerischen Staat. Der
14. Juni 1158 ist auch der offizielle Stadtgründungstag Münchens.

Es ist sehr wahrscheinlich dass damals auch Altheim in der heutigen Altstadt schon bestand,
als eine Hofstatt von Gefolgsleuten der Grafen von Andechs, worauf der Name „Alt“
hindeutet, ebenso wie der immer schon bestehende Knick in der Straßenführung am
„Altheimer Eck“. Neben der Mönchssiedlung und einem vermuteten kleinen Dorf südlich
der Kirche Sankt Jakob wäre dieser Ort der dritte Vorläufer Münchens.[13]

Die Stadt Heinrichs des Löwen


Zentrum der städtischen Planung war der Schrannenplatz. Als Korn- und Salzmarkt
angelegt, war er von Beginn an der merkantile Mittelpunkt der Stadt. Erst 1854 wurde er in
,Marienplatz' umbenannt. Auf einem kleinen Hügel südlich (Petersbergl) steht St. Peter, die
erste und lange Zeit auch einzige Pfarrkirche der Stadt, dessen Gründungsbau wohl schon
älter als die Stadt selber ist (aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts). Wann genau der
erste Bau begonnen wurde liegt im Dunklen. Ein unter dem nördlichen Teil des Chors
gefundener viereckiger Raum, im Allgemeinen als „Alter Raum“ bezeichnet, wurde zeitweise
vor die Stadtgründung Münchens datiert. Nach neuerer Erkenntnis handelt es sich dabei
jedoch eher um Überreste einer um 1158 erbauten herzoglichen Zollstation.[14]

Der Bau der Ersten Stadtmauer dagegen wurde 1175 unter Herzog Heinrich dem Löwen
begonnen und von seinen Nachfolgern fortgesetzt. Von der ersten Stadtmauer sind nur
wenige Bruchstücke erhalten, die in den Bau von Häusern einbezogen sind, vor allem in der
Burgstraße 2 bis 12 und am Rindermarkt 6. Lediglich das sogenannte Talburgtor blieb als
Alter Rathausturm erhalten. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde er
nach historischem Vorbild erst zu den Olympischen Spielen 1972 wieder aufgebaut. Die erste
Stadtmauer gab der Stadt den Grundriss in der Form eines Spatens. Sie hatte fünf Tore und
eine Länge von etwa 1400   m, die von ihr umschlossene Fläche betrug etwa 17   ha. Der
Verlauf der Mauer ist im heutigen Straßenbild noch ungefähr an dem Verlauf folgender

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Straßen zu erkennen: Sparkassenstraße,


Viktualienmarkt, Rosental, Färbergraben,
Augustinerstraße, Schäfflerstraße, Marienhof,
Hofgraben und Pfisterstraße. Der unregelmäßige
Verlauf der Stadtmauer ergab sich daraus, dass die
ursprüngliche Stadt am Rand einer Terrasse gelegen
war, die wegen der Stadtgründung auf dieser Terrasse
später als Altstadtterrasse bezeichnet wurde und auf
deren Ostseite das Terrain um einige Meter zur
Hirschauterrasse hin abfiel. Deshalb verlief die
Stadtmauer dort in gerader Linie entlang der
Hangkante, während sie auf der Altstadtterrasse selber
einem Bogen folgte. Wegen der Hochwassergefahr
befand sich die Stadt nicht direkt am Fluss. Die Isar galt
seit jeher als „reißend“, wild und gefährlich. Das
Stadtgebiet wurde jedoch von zahlreichen Münchner Inneres Sendlinger Tor der Ersten
Stadtmauer, auch Ruffiniturm,
Stadtbächen durchzogen. Die Münchner Stadtbäche
Pütrichturm oder Blau-Enten-Turm
dienten als Kanäle zugleich der Versorgung der
genannt
Bevölkerung mit Brauchwasser und speisten die Gräben
vor den mittelalterlichen Stadtmauern.

München als Stadt im Bistum Freising


Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen fiel Bayern 1180
an Otto I. von Wittelsbach und durch den Regensburger
Schied ging München an den Bischof von Freising.
Anders als damals in den Schäftlarner Annalen bereits
voreilig geschrieben, bestand daher für den Bischof kein
Grund mehr Zoll und Markt wieder zurück nach
Oberföhring zu verlegen oder gar München zu zerstören.
Sowohl der Bischof von Freising als auch der bayerische
Herzog übten in der Folge einen starken Einfluss in der
Stadt aus. Das Münzrecht in München stand weiterhin
dem bayerischen Herzog zu, was in der Folge zu
Konflikten mit dem Bistum führte. Im bayerischen Peterskirche, nach dem
Alpenraum wird neben Freisinger und Regensburger Sandnerischen Stadtmodell
bereits auch mit Münchner Münzen bezahlt. 1200 gezeichnet
erfolgte der erste nachweisbare Besuch eines
bayerischen Herzogs in München: Ludwig I. der
Kelheimer traf in der Stadt den Bischof von Freising. 1209 vermittelte Kaiser Otto IV., ein
Sohn Heinrichs des Löwen, im Konflikt um München zwischen dem Wittelsbacher Herzog
und dem Bischof von Freising.

Der Aufbau der Stadt schritt trotz der Spannungen zügig voran. Herzog Otto I. von
Wittelsbach ließ die Peterskirche 1181 erweitern; die erweiterte Kirche wurde 1190 durch
Bischof Otto II. von Freising geweiht. Urkundlich erwähnt wird die Peterskirche aber
erstmals in einer Urkunde von 1225 oder 1226 anlässlich eines Besuchs Herzogs Ludwig des

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Kelheimers als ecclesia sancti Petri Muonichen.[15] 1208 wurde das Heilig-Geist-Spital im
Auftrage des Herzogs als Teil einer ersten Stadterweiterung Münchens nach Osten ins Tal
errichtet. 1210 durften die Juden eine Synagoge in der Judengasse errichten. 1221 wurde
München das Opfer des ersten nachweisbaren Stadtbrandes; viele weitere sollten folgen. Der
Raum innerhalb der ersten Stadtmauer wurde schon bald zu eng. So erfolgte bereits Anfang
des 13. Jahrhunderts unter Herzog Ludwig dem Kelheimer eine erste Erweiterung des
Stadtgebiets ins Tal hinein bis zum Kaltenbach, der später Katzenbach genannt wurde und
etwa entlang der Linie Hochbrückenstraße-Radlsteg verlief.

1214 wurde das Stadtrecht Münchens zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1239 erreichte
dann die Münchner Bürgerschaft eine gewisse Autonomie. Aus diesem Jahr stammt auch
das älteste erhaltene Stadtsiegel. Es zeigt einen Mönch, aus dem später das Münchner Kindl
wurde, und ein zinnenbekröntes Stadttor. Dieses Siegel hängt an einer Urkunde, in der die
Bürgerschaft erstmals selbstständig auftrat und vom Brückenzoll befreit wurde.

Indem Herzog Ludwig der Kelheimer in der Stadt demonstrativ hoheitliche Funktionen
ausübte und seinen Anspruch auf Beteiligung an den bischöflichen Einkünften in München
durchsetzte, durchlöcherte er gezielt die Stadtherrschaft des Freisinger Bischofs. 1240 ging
dann nach einigen Auseinandersetzungen München aus dem Besitz des Freisinger Bischofs
in den des Hauses Wittelsbach über. Die Stadt fiel somit an Ludwigs Sohn Herzog Otto II.
Im Juni des Jahres findet daher ein bayerischer Landtag bereits in München statt.

Residenzstadt der Wittelsbacher

München im ausgehenden hohen Mittelalter


1255 teilten Ottos Söhne, die Brüder Heinrich XIII. und Ludwig II. der Strenge das
Herzogtum Bayern unter sich auf, und München wurde unter Ludwig zum Hauptsitz des
Landesherrn (Residenzstadt) für das Teilherzogtum Oberbayern (Erste bayerische
Landesteilung). In der vorausgegangenen Zeit hatte sich der herzogliche Vorort verschoben,
von Regensburg nach Kelheim und dann nach Landshut. Erst als nach der ersten
bayerischen Landesteilung ein Hauptort in Oberbayern nötig war, schlug Münchens Stunde.
Allerdings nahm die Bedeutung der Stadt schrittweise zu, erst in den 1270er Jahren wird sie
zunehmend Ausstellungsort von Urkunden des Herzogs, der als Pfalzgraf bei Rhein auch oft
in Heidelberg weilte. Residenz des Herzogs war der Alte Hof, der allerdings erst 1319
erstmals in einer Urkunde erwähnt wurde. Grabungsfunde zeigen jedoch, dass sich bereits
im 12. Jahrhundert an der heutigen Stelle eine Burganlage befand.

Herzog Ludwig der Strenge bestätigte 1265 der Stadt München das Recht auf allgemeine
Besteuerung ihrer Bürger und verzichtet damit auf Steuerbefreiung für seine Beamten. Die
Stadt wuchs weiterhin zügig. 1271 wurde für die stark angewachsene Stadt die Pfarre der
Peterskirche geteilt und die Marienkirche am Standort der späteren Frauenkirche zur
zweiten Pfarrkirche erhoben. Bereits im 13. Jahrhundert übertraf München an
Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft alle anderen oberbayerischen Städte. Die Stadt zahlte
dem Herzog ungefähr doppelt so viele Steuern wie Ingolstadt. Die wachsende Bedeutung
Münchens spiegelt sich auch in der Rechtsentwicklung wider: 1280 erhielt die Stadt durch
Ludwigs Schwiegervater König Rudolf von Habsburg bedeutende Handelsfreiheiten. Seit

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1286 ist der Rat der Stadt nachweisbar, die Vertretung


der hohen Bürgerschaft. 1294 wurde durch Herzog
Rudolf die Rudolfinische Handfeste erlassen, eine
Sammlung der Rechte und Pflichten der Bürger. So
bekam die Stadt die Niedere Gerichtsbarkeit übertragen.
Im Juni 1300 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung
der inneren Stadt und damit der Aufteilung Münchens
in eine innere und eine äußere Stadt. 1306 erging dann
Alter Hof
eine herzogliche Bierbrau- und Verkaufsbewilligung für
das Angerkloster. 1310 wurde das Alte Rathaus erstmals
erwähnt, seit 1317 sind ein Innerer und ein Äußerer Rat
nachweisbar. Im Rat vertreten waren vor allem die mächtigen Münchner
Patriziergeschlechter: die Sendlinger, Ligsalz, Pütrich, Barth, Drechsel, Dichtl, Rabenegger
(Rabeneck), Rudolf, Schrenck, Wilbrecht, Ridler, Hundertpfundt und Aresinger. Seit dem
Jahr 1310 gab es städtische Satzungen unter anderem über die Überwachung von Maßen
und Gewichten, über Preise, die Straßenreinigung, Hochzeiten und über Glücksspielverbote.
1310 wird auch die Jakobi-Dult, damals noch am Anger (dem heutigen Sankt-Jakobs-Platz)
als Festplatz, erstmals erwähnt.

Auf Wunsch Herzogs Ludwig des Strengen verlagerten


die Franziskaner im Jahre 1284 ihren Konvent auf ein
Gelände nördlich des Alten Hofs, etwa in der Nähe des
heutigen Nationaltheaters am Max-Joseph-Platz
(ehemaliges Franziskanerkloster). Noch im selben Jahr
übernahmen die Klarissen das Angerkloster der
Franziskaner. 1294 ließen sich Augustinermönche vor
den Toren der Stadt im Münchner Westen nieder und
die Augustinerkirche wurde errichtet, damit lagen in
allen Himmelsrichtungen rund um München
Klosteranlagen. Im Norden saßen die Franziskaner, im Franziskanerkirche nördlich des
Süden die Klarissen, im Westen die Augustiner und im Alten Hofs
Osten vor dem Petersbergl waren schon die
Taubenbrüder vom Heiliggeist-Spital.

Mehrmals kam es in der Stadt zu Unruhen und Aufständen. 1285 kam es zu heftigen
Pogromen gegen Juden. 67 Juden wurden ermordet, als das Gerücht umging, sie hätten ein
christliches Kind zu Blutkultzwecken getötet. 1295 empörten sich die Münchner über die
Münzverschlechterung und erschlugen den Münzmeister Schmiechen, worauf der
Landesherr die Stadt zu 500 Pfund Pfennigen Buße verurteilte.

Im Münchner Frieden von 1313 söhnten sich die Brüder Herzog Rudolf und Herzog Ludwig
IV. vorübergehend aus und regieren nach einigen Jahren der Trennung Oberbayern wieder
gemeinsam. Seit der Oberbayerischen Teilung von 1310 hatte Rudolf alleine den Landesteil
um München regiert. Noch 1313 besiegte Ludwig dann die Habsburger in der Schlacht von
Gammelsdorf und empfahl sich so für die Königskrone.

Kaiserliche Residenzstadt

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1314 wurde Herzog Ludwig IV. zum deutschen König gewählt. Die Münchener Bürgerschaft
verhinderte dann letztmals im Frühjahr 1315 den Ausbruch neuer Feindseligkeiten zwischen
den Wittelsbacher Brüdern, bis Ludwig im Herbst endgültig die Herrschaft über Bayern
übernahm. 1322 zog Ludwig nach der gegen die Habsburger gewonnenen Schlacht bei
Mühldorf feierlich in seine Hauptstadt ein. 1324 erhielt das Münchner Stadtwappen die
Reichsfarben schwarz-gold, und von 1324 bis 1350 beherbergte die Stadt die
Reichskleinodien. Zwischen 1327 und 1330 weilte Ludwig in Italien, wo er 1328 in Rom zum
Kaiser gekrönt wurde. Nach seiner Rückkehr wurde München unter Kaiser Ludwig dem
Bayern kaiserliche Residenz. München wurde so zur ersten Residenzstadt des Reiches, in
der der Kaiser tatsächlich auch lange Zeit seiner Regierung residierte. Dennoch stand
Ludwig noch in der Tradition des „alten deutschen Reisekönigtums“ und war häufig im
Reich unterwegs.

Schon 1315 verlieh Ludwig der Bayer München die


Marktfreiheit mit der Auflage, dass der damals
Schrannenplatz oder Marktplatz genannte Marienplatz
„auf ewige Zeiten“ hin unbebaut bleibe. Die kaiserliche
Goldbulle von 1332 verschaffte dann den Münchnern
eine Monopolstellung im süddeutschen Salzhandel.
Bereits 1323 war es zur Anerkennung der gegenseitigen
Zollfreiheit durch die Städte München und Nürnberg Stifterrelief der Lorenzkapelle des
Alten Hofs von 1324, König (Kaiser)
gekommen, der Beginn einer engen wirtschaftlichen
Ludwig IV. und seine Gemahlin
Zusammenarbeit beider Städte. Margarethe von Holland

Neben der
politischen
Bedeutung, die sich
im Alten Hof
architektonisch
manifestierte, war
es auch eines der
bedeutendsten
religiösen Zentren
Isartor, östliches Stadttor des
Zweiten Mauerrings (1337)
der Zeit. Dazu trug
das
Franziskanerkloster
maßgeblich bei, in dem die aus Avignon geflohenen
Ordensoberen Zuflucht fanden. In München wirkten
unter anderem der Generalminister und der Prokurator
des Franziskanerordens, Michael von Cesena und
Bonagratia von Bergamo, der ehemalige Rektor der Kaiser Ludwig der Bayer
Universität Paris, Marsilius von Padua, und der
Oxforder Professor Wilhelm von Ockham, die auf
theoretischer Basis die Stellung des Kaisertums als Institution gegenüber dem Papsttum
verteidigten. 1328 begannen Augustinermönche mit dem Bierbrauen.

1327 wurde durch den großen Stadtbrand von München ein Drittel der Stadt zerstört oder

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beschädigt, darunter das Angerkloster, der Alte Hof, das Heiliggeistspital und die
Peterskirche. Beim Wiederaufbau wurde die Stadt nun auf 91 Hektar erweitert und der
Zweite Mauerring errichtet. Die zweite Stadtmauer, mit der jedoch schon 1285 im Rahmen
des Baus eines zweiten Mauerrings begonnen wurde, hatte eine Länge von etwa 4000 m, das
von ihr umschlossene Gebiet hatte nun eine Fläche von mehr als das Fünffache des
ursprünglichen Stadtgebiets. Die vier Haupttore waren das Schwabinger Tor im Norden am
Ende von Theatiner- und Residenzstraße, das Isartor im Osten am Ende der Straße Tal, das
Sendlinger Tor im Süden am Ende der Sendlinger Straße und das Neuhauser Tor (ab 1791
Karlstor genannt) am Ende der Neuhauser Straße. 1337 wurde mit der Fertigstellung des
Isartors der Bau der Zweiten Stadtmauer dann abgeschlossen. Die Verordnung, die Kaiser
Ludwig der Bayer im Einvernehmen mit dem Stadtrat verkündet hatte, hatte festgelegt, dass
zukünftig alle Häuser statt mit Stroh oder Schindeln mit Ziegeln eingedeckt werden müssen
und dass alle abgebrannten wiedererrichteten Bauten ganz aus Stein errichtet werden
müssen. In der Folgezeit kam es dennoch mehrmals zu größeren Bränden.

1340 verlieh der Kaiser München das „Große Stadtrecht“ mit weiteren Privilegien. Als die in
Landshut residierenden Herzöge von Niederbayern im Dezember 1340 ausstarben,
vereinigte Ludwig das Herzogtum Niederbayern mit Oberbayern; München wurde dadurch
erstmals zur alleinigen Residenzstadt der Herzöge. 1342 stellte der Kaiser zusammen mit
seinem ältesten Sohn Ludwig V. in München den Großen Tiroler Freiheitsbrief aus, bis 1363
wurden dann Tirol und Bayern von den Wittelsbachern in Personalunion regiert. Als Kaiser
Ludwig im Oktober 1347 starb folgten ihm seine sechs Söhne in der Regierung, die sie zwei
Jahre lang gemeinsam ausübten, ehe Bayern wieder geteilt wurde.

München im späten Mittelalter


Mit der zweiten Landesteilung durch die sechs Kaisersöhne zwei Jahre nach dem Tode
Ludwig des Bayern fiel München 1349 an Ludwig V., der neben Oberbayern auch Tirol und
bis 1351 die Mark Brandenburg regierte.

Frauenkirche

Altes Rathaus, Talburgtor, Heilig


Geist Kirche, Alter Peter Immer wieder wurde die Stadt von Seuchen
heimgesucht und nicht selten wurde nach Schuldigen
gesucht. 1349 kam es auch in München zum ersten
Ausbruch des Schwarzen Todes. An der Pest sterben meist innerhalb weniger Tage alleine in
diesem Jahr fast 5.000 Münchner und damit die Hälfte der Einwohner. Damals wurde den
Juden vorgeworfen Brunnen vergiftet zu haben, so dass es zu Ausschreitungen kam; sie
wurden jedoch ab 1352 durch Herzog Ludwig V. beschützt, der die Wiederansiedlung von
Juden in ganz Oberbayern gestattete und sie unter seinen Schutz stellte. 1439 wütete eine

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besonders heftige Pestepidemie in München. 1442 wurden die Juden dann aber durch
Herzog Albrecht III. aus der Stadt und aus ganz Oberbayern wieder vertrieben. Die
Mittelalterliche Synagoge wurde anschließend zu einer Kapelle gemacht. Erst 250   Jahre
später wurde jüdische Ansiedlung wieder gestattet. 1463 kam es zu einer weiteren
Pestepidemie, der Herzog Johann IV. erlag. Damals pilgerten Tausende Münchner nach
Andechs. Noch 1498 fand dann ein erfolgloser Aufstand der Münchner Handwerksgesellen
statt. Sie hatten sich im städtischen Freudenhaus mit der ebenfalls in ganz Europa
grassierenden Syphilis angesteckt und versucht den von der Stadt bestellten Aufseher der
Dirnen zu erschlagen.

1363 fiel München nach dem Tode des Sohnes von Ludwig V., Herzog Meinhard an dessen
Onkel Stephan II. mit der Hafte von Bayern-Landshut. 1369 lebten in München bereits
wieder über 10.000 Einwohner. Wohl schon ab 1363 wurde an der nordöstlichen
Stadtbefestigung die Neuveste angelegt, da durch die Stadterweiterung der Alte Hof in die
Mitte der Stadt gedrängt und den Wittelsbachern zu unsicher wurde. Ein Bürgeraufstand
gegen die Herzöge Stephan III. den Kneißl und Friedrich war 1385 fehlgeschlagen. Die
Aufständischen hatten den Ratsherrn Johann Impler hingerichtet, den sie für die hohe
Steuerbelastung mitverantwortlich gemacht hatten. Daraufhin wurde die Stadt von den
Herzögen erfolgreich belagert. Aus dieser Burg, die die Bürger als Buße den Wittelsbachern
mitfinanzieren mussten, entwickelte sich die Residenz. 1392 erwirkte Herzog Stephan der
Kneißl beim Papst das „Münchner Gnadenjahr“, was zu Strömen von Pilgern in die Stadt
führte, denen völliger Ablaß versprochen worden war.

Mit der dritten Landesteilung im November 1392 entsteht das Herzogtum Bayern-München
unter der Herrschaft von Stephans Bruder Johann II. Friedrich erhielt Bayern-Landshut und
Stephan Bayern-Ingolstadt, die Frage nach einer gerechten Aufteilung führte in der Folgezeit
zu Konflikten zwischen der Münchner und der Ingolstädter Linie. 1397 kam es dann zu
weiteren Aufständen der Handwerkszünfte gegen die Patrizier und die zerstrittenen
Wittelsbacher Herzöge. Der Bürgermeister Jörg Kazmair wird abgesetzt und die
Handwerkszünfte üben die alleinige Macht aus. Im November 1400 wurden drei Ratsherren
am Schrannenplatz wegen „Fürstentreue“ geköpft. 1403 wurde der Aufstand von Truppen
der Wittelsbacher zwar blutig beendet, jedoch wurde den Zünften ein politisches
Mitspracherecht zugebilligt. 1422 scheiterte die Belagerung Münchens durch den Herzog
von Bayern-Ingolstadt Ludwig VII. im Zuge des Bayerischen Krieges.

1429 wütete wieder ein zerstörerisches Feuer, dem Teile


der Stadt zum Opfer fallen. Durch das Bündnis von
Herzog Ernst mit Kaiser Sigismund war auch München
von den Hussiten bedroht, so dass die Stadtbefestigung
im selben Jahr durch einen äußeren Mauerring verstärkt
wurde. Das Herzogtum Bayern-München selbst wurde
1429 nach einem heftigen Streit mit den Landshuter und
Ingolstädter Herzögen durch den Preßburger
Schiedsspruch um die Hälfte des untergegangenen
Frauenkirche (um 1839)
Herzogtums Bayern-Straubing erweitert, da neben
Herzog Ernst auch sein Bruder Wilhelm III.
berücksichtigt wurde. 1435 wurde unter seinem Sohn Albrecht III. Schloss Blutenburg

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erbaut, das jedoch bereits auf eine Wasserburg des 13.


Jahrhunderts zurückging. Schon 1460 ereignete sich ein
weiterer Stadtbrand.

München 1493 in der Schedelschen Weltchronik

1453 erließ der Stadtrat eine Brausatzung, die unter


anderem die Zutaten für Bier regelte und dabei nur
Schlosskapelle Blutenburg Gerste, Hopfen und Wasser erlaubte. Herzog Albrecht
IV. übernahm 1487 diese Regelung zunächst für
München, bis 1516 wurde diese dann schrittweise für
das ganze Herzogtum verbindlich gemacht. Diese Regelung wird heute von den Münchner
Brauereien als „Reinheitsgebot“ bezeichnet und ihr wird eine besondere Bedeutung
beigemessen.

Albrechts älterer Bruder Herzog Siegmund stellte 1463 den ersten bekannten
Burgfriedensbrief aus. Der Burgfriede wurde neu vermessen und durch Grenzsäulen
markiert, von denen einige auch noch heute erhalten sind. Im Jahre 1490 fand in der
Neuveste der legendäre ritterliche Wettkampf statt, aus welchem Albrechts jüngerer Bruder
Christoph der Starke als Sieger hervorging.

Im ausgehenden 15. Jahrhundert kam es zu einer Blüte der Spätgotik in München und eine
rege Bautätigkeit setzte ein. Im Jahre 1468 wurde durch Herzog Siegmund der Grundstein
zur neuen Marienkirche „Frauenkirche“ gelegt. Unter der Leitung des Baumeisters Jörg von
Halsbach schritt der Bau zügig voran (großzügige Geldmittel wurden vom Papst gewährt),
die Einweihung erfolgte bereits 1494. Allerdings erhielt sie erst 1525 ihre charakteristischen
runden Kuppeln. 1470 war Baubeginn für das Tanzhaus, das im Obergeschoss einen großen
Festsaal hatte. Das heutige Alte Rathaus erhielt in den Jahren 1877 und 1934 breite
Durchfahrten, um dem wachsenden Verkehr vom Marienplatz in Richtung Isartor gerecht zu
werden. 1481 wurde der Marktplatz von mehreren Gebäuden, unter anderem einer Kapelle
befreit und wurde erst dann zu einem rechteckigen Platz. Seine heutige Größe erhielt der
Platz aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg. 1493 erscheint dann in der Schedelschen
Weltchronik die erste Stadtansicht Münchens. Hatten in früheren Zeiten Mönche die
künstlerische Ausstattung der Kirchen geschaffen, so sind in der Spätgotik die Künstler des
15. Jahrhunderts bereits hochspezialisierte Handwerker. Der Baumeister Jörg von Halsbach,
die Maler Gabriel Angler, Jan Polack und Gabriel Mälesskircher oder der Bildhauer Erasmus
Grasser zählen zu den hervorragendsten Meistern des ausgehenden Mittelalters in
München. War die Architektur der spätmittelalterlichen Stadt in erster Linie noch durch die
bürgerliche Kunst geprägt, so bestimmte mit der Wiedervereinigung Bayerns immer stärker
der Hof die architektonische Entwicklung der Stadt.

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Hauptstadt des Herzogtums Bayern

Frühe Neuzeit – Renaissance und Gegenreformation


1504 zählte die Stadt bereits etwa 13.500 Einwohner und war damit zu Beginn der Frühen
Neuzeit eine der mittelgrossen Städte des Reichs, vergleichbar mit dem damaligen Basel,
Frankfurt am Main oder Trier. Der Wohlstand stammte nach wie vor aus dem Salz-, Wein-
und Tuchhandel, sowie an der Teilhabe am alpinen Bergbau und am Handelsverkehr
venezianischer Waren. 1506 wurde München nach dem Landshuter Erbfolgekrieg, in dessen
Verlauf die Stadt bombardiert wurde, durch den „Kölner Spruch“ des Kaisers Maximilian,
der die Teilung Bayerns in mehrere Teilherzogtümer beendete, alleinige Hauptstadt des
Herzogtums Bayern. Um künftige Landesteilungen zu verhindern, erlässt Herzog Albrecht
IV. (1465–1508) kurz darauf ein Edikt, das für alle Zeit die alleinige Nachfolge des
erstgeborenen Prinzen vorschreibt. 1507 entstand durch eine große Verwaltungsreform
Bayerns das Rentamt München, das Jahrhunderte Bestand hatte.

Ungesichert ist ob 1517 die Stadt von einer neuen


Pestepidemie heimgesucht wurde, da das Sterberegister
in diesem Jahr keine Auffälligkeit zeigt. Während dieser
Zeit soll jedoch die Tradition des Schäfflertanzes
aufgekommen sein, aus Dankbarkeit habe Herzog
Wilhelm IV. (1508–1550) den Schäfflern das Recht
gegeben, ihren Tanz alle sieben Jahre aufzuführen.
Kulturell nahm München nun jedenfalls einen großen
Alter Münzhof
Aufschwung. Mit der Gemäldesammlung des Herzogs
beginnt die Geschichte der Alten Pinakothek. Die
Berufung von Ludwig Senfl im Jahre 1523 markiert den Beginn der Geschichte des
Bayerischen Staatsorchesters. Der Besuch Kaiser Karls V. in München am 10. Juni 1530 mit
zahlreichen Kardinälen, Bischöfen, Fürsten, Pfalzgrafen, Adligen und Rittern, als er nach
seiner Kaiserkrönung durch den Papst von Bologna über Innsbruck kam, um weiter zum
Reichstag nach Augsburg zu reisen, wurde zu einem der prunkvollsten Ereignissen im 16.
Jahrhundert.

1520 wurde das Zeughaus erbaut, in dem sich heute das Stadtmuseum befindet. 1525
entstand das älteste noch bestehende Bürgerhaus, das Weinstadl in der Burgstraße. Wilhelm
IV verlegte die Hofhaltung endgültig vom Alten Hof in die Neuveste.

1522 erfolgte Wilhelms erster Erlass gegen die Protestantische Lehre. Während der
Reformationszeit waren die Münchner Protestanten Verfolgungen ausgesetzt und verließen
zum Teil die Stadt, was zu einem großen Verlust von Steuereinnahmen führte. Bereits 1524
und 1531 erfolgten weitere scharfe Erlasse gegen die lutherische Lehre. Noch entschiedener
wurde gegen die reformatorischen Täufer vorgegangen, welche bereits 1527 eine Gemeinde
in München gegründet hatten. Noch im gleichen Jahr kam es zu den ersten Todesurteilen.
Einer der ersten täuferischen Märtyrer wurde im Februar 1527 in der Frauenkirche
hingerichtet. Die letzte Enthauptung eines Münchner Täufers fand im September 1586
statt.[16]

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1555 wurde von Herzog Albrecht V. (1550–1579) der


Protestantismus ganz verboten. Unter ihm wurde München zu
einem Zentrum der Gegenreformation. Die 1559 nach München
gerufenen Jesuiten gründeten ein Jahr später das erste
Münchner Gymnasium, das Jesuiten-, später
Wilhelmsgymnasium. Unter dem massiven Druck der
herzoglichen Religionspolitik und unter dem Einfluss des
Jesuitenordens wurde die evangelische Bewegung in Bayern
und seiner Hauptstadt ab Anfang der 1570er Jahre fast
vollständig ausgerottet.

Herzog Albrecht V., machte Das kulturelle Leben erhielt neuen Auftrieb durch die Berufung
München als erster zur des Komponisten Orlando di Lasso nach München. Für seine
Kunststadt Kunstsammlungen errichtete der Herzog das Gebäude der
Alten Münze.

Ab 1558 wurden eine Reihe von Zentralbehörden


geschaffen. Die Bayerische Staatsbibliothek, der
Geistliche Rat 1556 und die Hofkammer 1570. Daneben
wurde 1560 mit dem Umbau der „Neufeste“, und ihrer
Erweiterung bis an die heutige Residenzstraße
begonnen. Hier entstand die Residenz mit Hofgarten als
Wohnung und Regierungszentrale der kommenden
Herzöge, Kurfürsten und Könige. Diese ist heute
teilweise zu besichtigen.

1568 fand eine der aufwändigsten Hochzeiten der Zeit


zwischen dem späteren Herzog Wilhelm V. und Renata
von Lothringen statt. Die Hochzeit wird auch im
Glockenspiel am Münchner Rathaus dargestellt.

Im Auftrag von Wilhelm V. (1579–1597) wird für die


Jesuiten ab 1583 an der Neuhauser Straße (heute
Renaissancekirche St. Michael
Fußgängerzone) die Michaelskirche und die Alte
Akademie errichtet. Sie war nicht nur größte Kirche im
Stil der Renaissance nördlich der Alpen, sondern hat nach dem Petersdom in Rom das
größte Tonnengewölbe der Welt und wurde richtungsweisend für den frühen Barock in
Süddeutschland. München wurde zudem zu einem Zentrum der Bildhauerkunst, das von
Hubert Gerhard und Hans Krumpper geprägt wurde. Als Maler waren an Wilhelms Hof
unter anderen Hans von Aachen und Peter Candid tätig.

Um von teuren Importen unabhängiger zu werden, gründete Herzog Wilhelm V. 1589 für
das Brauen von braunem Bier das Hofbräuhaus an der heutigen Sparkassenstraße und 1607
wurde das weiße Hofbräuhaus (für das Brauen von Weißbier) am Platzl gebaut. Der
Brauereibetrieb wurde 1890 aus der Innenstadt verlegt und das Hofbräuhaus am Platzl ist
seitdem nur noch Gaststätte.

1591 ließ Wilhelm V. den italienischen „Goldmacher“ Marco Bragadino auf dem

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Schrannenplatz (Weinmarkt) wegen Betrug und


Zauberei hinrichten. Er hatte dem in ständigen
Geldschwierigkeiten steckenden Herzog versprochen,
aus Blei Gold machen zu können. 1596 gründete der
Herzog zwischen Moosach und Feldmoching, im Gebiet
der heutigen Fasanerie eine Fasanenzucht.

1597 stand Bayern dann endgültig vor der


Der Marienplatz, circa 1642 Zahlungsunfähigkeit, und der Herzog dankte zu
Gunsten seines Sohnes Maximilian I. ab. Unter beiden
Herzögen kommt es zu einer Zunahme der
Hexenverfolgungen mit grausamen Hinrichtungen. Als
erster absolutistischer Herrscher in Bayern ließ
Maximilian I. (1597–1651) die Münchner Residenz
erweitern und ausbauen. Nun entstand die heute so
genannte Alte Residenz an der Westseite mit dem
Kaiserhof. Die Geschichte des Münchener Hofgartens
der heutigen Stelle begann bereits 1560 unter Herzog
Albrecht V. mit der Anlage eines neuen
München – Merianstich von circa Renaissancegarten mit einem (nicht erhalten) Lusthaus
1642 nördlich einer älteren Anlage aus dem frühen 16.
Jahrhundert.[17] 1613–1617 erweiterte nun Maximilian I.
die Anlage zu der heutigen Ausdehnung. Mit der
Berufung des Kapuzinerordens nach München (1601) kam zu den Klöstern, Kirchen und
Kapellen ein weiteres Klostergebäude. Ihr Kloster stand außerhalb der damaligen
Stadtmauer an der Stelle des heutigen Lenbachplatzes. Als Maximilian die Wallbefestigung
anlegen ließ, wurde der ein Teil der Außenanlagen des Klosters in eine Bastion einbezogen,
die daher den Namen Kapuzinerbastion erhielt. Viele dieser Klöster wurden bei der
Säkularisation vernichtet, so auch dieses. Die verbliebenen Bauten vermitteln eine Ahnung
von der Bautätigkeit der Orden. 1609 wurde in München die Katholische Liga gegründet und
ab 1619 zu Kriegsbeginn ein neuer Fortifikationgürtel angelegt, dessen Bau allerdings nur
sehr langsam fortschritt.

Dreißigjähriger Krieg
Im Vertrag von München vom 8. Oktober 1619 zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges
zwischen Kaiser Ferdinand II. und Herzog Maximilian I. sicherte Bayern unter anderem das
Eingreifen der katholischen Stände auf Seiten des Kaisers im Kampf gegen das aufständische
Böhmen zu. Am 8. November 1620 kam es bei Prag zur Schlacht am Weißen Berg, in der das
böhmische Ständeheer von den Feldherren Karl Bonaventura Graf von Buquoy und dem
Ligaheer unter Maximilians Feldherrn Johann t’Serclaes von Tilly schwer geschlagen wurde.
Für sein weiteres Engagement im Dreißigjährigen Krieg erhielt der bayerische Herzog dann
1623 die Kurfürstenwürde und München wurde zur kurfürstlichen Residenzstadt erhoben.
1626 legte eine Kleiderordnung fest, was die vier verschiedenen Bürgerschichten an
Kleidung und Schmuck tragen durften.

Nachdem später mit Dänemark eine Ostseemacht aus dem Dreißigjährigen Krieg

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ausgeschieden war, sah Gustav II. Adolf von Schweden


1630 die Chance gekommen, seine hegemonialen
Ansprüche in Nordosteuropa durchzusetzen und griff in
den Krieg ein. Am 17. Mai 1632, näherte sich dann König
Gustav II. Adolf mit seinen Truppen in Begleitung
einiger protestantischer deutschen Fürsten von
Ismaning kommend München und hielt feierlichen
Einzug in der Stadt. Es heißt, dass etwa in der Gegend
des Maximilianeums Münchens Bürgermeister Ligsalz
den König kniend mit dem Stadtschlüssel erwartete. Die
Stadt entging durch kampflose Übergabe, die
Entrichtung der ungeheuren Summe von 300.000
Reichstalern sowie durch Geiselstellung einer
Plünderung durch die Schweden. König Gustav Adolf
ließ nach der Besetzung Münchens durch seine Truppen Mariensäule auf dem Marienplatz
im Mai 1632 dann einen evangelischen Gottesdienst in
der Residenz feiern. Gegen Ende Mai 1632 verließ
Gustav Adolf bereits München und zog weiter. Er führte dennoch viel Beutegut mit sich: Aus
der Bibliothek und der Bildersammlung des Kurfürsten wurden viele kostbare Stücke
mitgenommen. Der König soll sogar gesagt haben, stünde die Residenz auf Rädern, würde er
sie nach Stockholm rollen.

Nach der verheerenden Niederlage der schwedischen und sächsischen Truppen in der
Schlacht bei Nördlingen (6. September 1634) mussten die Schweden Bayern räumen. Neben
dem bereits bestehenden Herzogspital war in der Kriegszeit im Auftrag von Kurfürst
Maximilian I. und seiner Gemahlin Elisabeth als weiteres der Kranken- und
Versorgungshäuser des Hofes 1626–1632 das benachbarte Josephspital entstanden. Als
Dank für die Verschonung der Residenzstädte Landshut und München ließ Maximilian I. auf
dem Marienplatz die Mariensäule errichten.

1634 erreichen italienische Truppen unter spanischer Flagge die Stadt, denen die
Einquartierung trotz der Seuchengefahr nicht verweigert werden konnte, kurz darauf bricht
in der Stadt die Pest aus. Dieser und einer zweiten Epidemie 1635 fällt ein Drittel der
damaligen Bevölkerung zum Opfer. Die Einwohnerzahl sinkt kurzzeitig von 22.000 auf
9000 ab. 1635 kehrten die Schwedengeiseln aus ihrer Gefangenschaft in Augsburg nach
München zurück.

1638–1645 wurde die Fortifikation der Stadt weiter ausgebaut. Das Gefecht der bayerischen
und österreichischen Truppen unter Johann von Werth mit den Schweden unter Carl Gustav
Wrangel zwischen Allach und Dachau vor den Toren Münchens im Oktober 1648 war die
letzte Kampfhandlung des Krieges. Im Westfälischen Frieden vom 24. Oktober gewann
Bayern endgültig die Kurwürde sowie die Oberpfalz, nachdem zuvor bereits vorübergehend
Oberösterreich für einige Jahre an Kurfürst Maximilian I. verpfändet war.

Zeitalter des Absolutismus


Nach Kriegsende lag das Gewerbe der Stadt am Boden und war nunmehr stark auf den Hof

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angewiesen, eine wichtige Voraussetzung für die Durchsetzung des Absolutismus des
Kurfürsten. Die Stadt erholte sich nur langsam. 1651 begann der Salvatorausschank der
Paulanermönche. 1657 wurde die Münchner Oper eröffnet, die Stadt öffnete sich unter
Einfluss der Kurfürstin Henriette Adelheid von Savoyen dem italienischen Barock. Von 1657
bis 1795 (als das Gebäude zu klein wurde) stand am Salvatorplatz Münchens erstes
öffentliches Opernhaus, das Salvatortheater.

1663 ließ Kurfürst Ferdinand Maria (1651–1679) aus


Dank für die Geburt des lang ersehnten Stammhalters
Maximilian II. Emanuel die Theatinerkirche errichten.
Sie ist die erste im Stil des italienischen Hochbarock
erbaute Kirche nördlich der Alpen. Auch begann unter
seiner Herrschaft der Bau des damals weit vor den
Toren der Stadt gelegenen Schlosses Nymphenburg.

1664 wurde durch Vertrag mit dem Grafen von Thurn


Theatinerkirche
und Taxis die erste Poststation in München mit
Postkursen nach Augsburg, Regensburg, Wels, Salzburg
und Innsbruck eingerichtet.

1667 erschien ein Stadtplan und seit 1669 entstanden die ersten Mietshäuser in der Stadt.
1674 ereignete sich ein verheerender Brand der Residenz.

1683 beteiligte sich Kurfürst Max Emanuel (1679–1726)


an der Befreiung Wiens von den Türken und eroberte
1688 Belgrad. Im Zuge der Türkenkriege kamen
zahlreiche türkische Kriegsgefangene nach München.
Obwohl Max Emanuel als Statthalter der spanischen
Niederlande seit 1692 häufig außer Landes war, begann
er 1701 in Erwartung der Kaiserkrone vor den Toren der
Stadt mit dem Bau des neuen Schlosses in Schleißheim.
Gleichzeitig erfolgte der Ausbau des Nordmünchner
Kanalsystems. Die riesigen Erdarbeiten für diese
Kanalstrecken wurden bis zum Frieden von Karlowitz
1699 zum Teil von den kriegsgefangenen Türken und
dann vor allem von Truppenteilen der Münchner
Garnison ausgeführt.

Während des Spanischen Erbfolgekriegs wurde


München von 1705 bis 1714 durch Österreich besetzt.
Max Emanuel hatte sich mit Frankreich verbündet und
1704 die Schlacht bei Höchstädt verloren. Zunächst
wurde seiner Gemahlin Therese Kunigunde von Polen 1706: Hinrichtung von Teilnehmern
noch die Herrschaft über das Rentamt München des Oberländer Bauernaufstandes
überlassen, bevor auch hier die Habsburger 1705 unter auf dem Schrannenplatz in
Bruch des Vertrags von Ilbesheim die Verwaltung München
übernahmen. Gleichzeitig wurde am 16. Mai 1705
München von 3.200 Mann der kaiserlichen und

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pfälzischen Truppen besetzt. 1705 wird mit der «Kaiserlichen Administration» eine zivile
Verwaltung eingeführt, die bis 1715 dauert. Maximilian Karl zu Löwenstein wurde zum
Administrator des Herzogtums Bayern ernannt. Ein Aufstand der Bayern gegen das harte
Besatzungsregime scheiterte am 25. Dezember 1705 blutig in der Sendlinger Mordweihnacht
und der anschließenden Schlacht von Aidenbach. 1706 werden alle Gefolgsleute des
Kurfürsten aus den Hofdiensten entlassen. Während der Besatzungszeit entstanden sowohl
der Bürgersaal als auch die Dreifaltigkeitskirche, die erste spätbarocke Kirche der Stadt. Den
Habsburgern war nun daran gelegen, Bayern stärker an sich zu binden und München erhielt
den Titel "Kaiserliche Hauptstadt in Bayern". Viele Münchner, vorab ihr Bürgermeister
Vacchiery, sind sogar mit der Besatzung und dem kaiserlichen Statthalter Löwenstein, gut
zurechtkommen.

1715 kehrte Max Emanuel nach dem Friedensschluss nach München zurück und widmete
sich dem Ausbau der außerhalb Münchens gelegenen Schlossanlagen von Nymphenburg
und Schleißheim. Mit seinen Architekten Joseph Effner und später François de Cuvilliés
verstärkte sich nun der französische Einfluss in der höfischen Architektur.

1724 wurde als erste Vorstadt das Lehel voll unter die
Gerichtsbarkeit der Stadt gestellt, das bereits davor zum
Münchner Burgfrieden gehört hatte. 1727 wurde dann
der Grundstein für die Klosterkirche St. Anna im Lehel
gelegt, der ersten Rokokokirche Bayerns. 1728 begann
der Bau des Nymphenburger Schlossrondells, dessen
Amalienburg, Rokokojuwel im zehn Palais für Hofbedienstete eineinhalb Jahrhunderte
Nymphenburger Schlosspark später Ausgangspunkt beim Bau einer Villensiedlung im
Raum München werden sollten (Nymphenburg).

Ab 1733 wurde die nächtliche Stadt mit Öllampen


beleuchtet. Im selben Jahr wurde eine Kirche neben
einem Wohnhaus in der Sendlinger Straße errichtet.
Egid Quirin Asam baute mit eigenen Mitteln mit seinem
Bruder Cosmas Damian Asam, auch zur
Heiligsprechung des Märtyrers Johann Nepomuk, die
Asamkirche. Die im Zweiten Weltkrieg schwer
beschädigte und danach restaurierte Kirche ist ein
Meisterwerk spätbarocker Kunst. 1733 begann auch
Johann Baptist Gunetzrhainer den Neubau der München 1740.
Damenstiftskirche. Ab 1735 wurde St. Michael in Berg
am Laim durch Johann Michael Fischer erbaut, ein
Hauptwerk des bayerischen Rokokos. Berg am Laim selbst war Sitz einer Hofmark des
Kurfürstbistums Köln, das wie Bayern von Wittelsbachern regiert wurde. Auch immer mehr
Adelspaläste entstanden nun in der Stadt, von denen heute nach der Zerstörung des Palais
Piosasque de Non im Zweiten Weltkrieg das Palais Holnstein als das bedeutendste dieser
Zeit gilt.

Im Rahmen des Österreichischen Erbfolgekriegs kam es zwischen 1742 und 1744 nach der
Kaiserkrönung des Kurfürsten Karl Albrecht (1726–1745) erneut zu mehreren längeren
Besetzungen Münchens durch Österreich. Mit dabei waren die Panduren, eine Art Guerilla-

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Truppe aus serbischen und ungarischen Söldnern, die


fürchterlich wüteten, vor allem im Lehel.[18] Von April
bis Juni 1743 residiert der Kaiser in München und im
Oktober 1744 zwang ein neues Bündnis Karl Albrechts
mit Preußen die Österreicher neuerlich zum Abzug. Für
kurze Zeit war München wieder kaiserliche
Residenzstadt, 1745 starb Karl Albrecht als Kaiser Karl
Stadtansicht Münchens von Süden
VII. in der Münchener Residenz. Eines der wenigen
mit dem La-Rosée-Schlössel im
Zeugnisse der zweiten Kaiserzeit sind die
Vordergrund, 1749
Rokokorahmen mit dem Kaiserwappen in der
Wallfahrtskirche St. Anna in Harlaching, die Karl VII.
damals der Kirche stiftete. Sein Sohn Maximilian III. Joseph (1745–1777) gab im selben Jahr
endgültig die Großmachtpolitik seiner Vorgänger auf, schloss Frieden mit Österreich und
begann eine Politik der inneren Reformen.

Schon 1747 gründete der Kurfürst die Nymphenburger


Porzellanmanufaktur, die durch Franz Anton Bustelli
schon sehr bald Weltruhm erlangte. 1753 erfolgte die
Fertigstellung des Residenztheaters. Das Theater erlebte
viele große Opernaufführungen, so 1781 die
Uraufführung von Mozarts Idomeneo. Im Jahr 1754
stiftete die Kaiserinwitwe Maria Amalia ein Ordenshaus
mit Spital der Elisabetinerinnen, die sich auf ihre
Initiative hin in München niederließen. Diese erste
Altes Residenztheater
moderne Krankenheilanstalt Münchens, die sich nicht
mehr als Siechenhaus verstand, widmete sich der
Krankenpflege und Ausbildung von Laienhelferinnen.
Um 1750 war rund ein Viertel des gesamten Stadtgebiets Klostergrund. Dennoch hatte die
Stadt nun 32.000 Einwohner, hatte mit Augsburg erstmals gleichgezogen, Nürnberg
überholt und schickte sich an, die größte Stadt Süddeutschlands zu werden. 1759 wurde die
Bayerische Akademie der Wissenschaften gegründet. Der Bau eines Seidenfilatorium
(Textilfabrik) am Münchner Hofgarten durch Lespilliez erfolgte 1762. Im Jahre 1770 wurden
die Hausnummern eingeführt. Im selben Jahr riefen mehrere Missernten eine große
Hungersnot hervor. Der Kurfürst ließ zur Linderung Getreide aus Hofgütern verteilen, nahm
Kredit in Holland auf und veräußerte sogar einen Teil der Juwelen der Schatzkammer. 1775
wurde das erste Caféhaus der Stadt eingerichtet, das Tambosi am Hofgarten.

Ab 1774 entstand das Neue Landschaftsgebäude, als Versammlungsort der Bayerischen


Landstände, der Neubau war als Ersatz für das Alte Landschaftsgebäude am Marienplatz
entstanden. Mit der Landschaftsverordnung als Vertretung der Stände lag der Kurfürst
jedoch in einem Dauerkonflikt. Von seinem ehemaligen Lehrer Ickstatt beraten, versuchte er
zweimal vergeblich, dieses Gremium aufzuheben.

Mit dem Tod von Kurfürst Maximilian III. Joseph 1777 starb die bayerische Linie der
Wittelbacher aus und Karl Theodor (1777–1799) aus der Pfälzer Linie wurde sein
Nachfolger. Bayern wird mit der Kurpfalz vereint, zu der in Personalunion auch die
rheinischen Herzogtümer Jülich und Berg gehörten. Nach dem Zusammenschluss wurde das

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Gebiet als Pfalz-Baiern bezeichnet und war damals der drittgrößte Länderkomplex des
Reiches.

Der neue Herrscher siedelte zwar 1778 mit seinem


Hofstaat von Mannheim nach München um, wurde aber
in Bayern insbesondere nach seinem gescheiterten
Tauschprojekt, mit dem er Teile Bayerns erst gegen
Vorder-Österreich und dann gegen die österreichischen
Niederlande den Habsburgern abtreten wollte, bald
äußerst unbeliebt. 1785 waren diese Pläne dann
endgültig gescheitert. Dennoch leitete der Kurfürst mit
seinem Minister Graf Rumford wichtige Reformen ein.

Kredenz-Szene: Künstlerisch
überhöhte Darstellung einer
historischen Bierprobe auf dem
Nockherberg in München (an einem
2. April zwischen 1778 und 1795).
Paulaner-Braumeister Frater
Barnabas reicht Kurfürst Karl
Theodor einen Krug mit Salvator-
Starkbier. Die Inschrift unten im Bild
lautet: „Salve pater patriae“
(deutsch: „Sei gegrüßt, Vater des
Chinesischer Turm im Englischen
Vaterlands“), Eduard Ille, nach
Garten
1890. Karl Theodor mochte das Bier
nicht und verlangte nach Wein – so
Der erste Papst, der die bayerische Hauptstadt besuchte, etwas hatte es bis dato noch nicht
gegeben.
war im Jahr 1782 Papst Pius VI. Er machte auf der
Heimreise von seinem Besuch bei Kaiser Joseph II. in
Wien Station in München. 1785 richtete der Papst in
München eine Nuntiatur ein, wogegen die Erzbischöfe von Köln, Trier, Mainz und Salzburg
protestierten.

1788 verlegte Karl Theodor im Streit mit dem Münchner Rat um eine von der Bevölkerung
geforderte Getreidesperre die Residenz nach Mannheim. Obwohl der Kurfürst bereits im
darauffolgenden Jahr nach München zurückkehrte, kam es am 21. Mai 1791 zu einem neuen
Eklat: Die Mitglieder des Rates der Stadt, der eine revolutionäre Broschüre herausgegeben
hatte, wurden gezwungen in der Maxburg auf Knien vor einem Bildnis Karl Theodors
Abbitte zu leisten.

1780 öffnet Karl Theodor den Hofgarten für die Öffentlichkeit, der bis dahin ausschließlich
dem Hofstaat zugänglich war. 1789 erfolgte die Anlage des Englischen Gartens in den
Isarauen vor der Stadt. Die Bastei vor dem Karlstor wurde 1791 niedergelegt und die

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Schleifung der Stadtmauern sowie ein Teil der Stadttore begann. Vor dem Karlstor wurde
ein Platz angelegt, der 1797 den Namen Karlsplatz nach dem Kurfürsten Karl Theodor
erhielt. Vom Volk wurde er nach Eustachius Föderl, der an der Ecke ein Gasthaus mit dem
Namen Stachus-Garten oder Stachus-Wirt besaß, einfach Stachus genannt. An der Stelle der
Gaststätte steht heute ein bekanntes Kaufhaus. Insgesamt stieg die Einwohnerzahl in den
dreihundert Jahren zwischen 1500 und 1800 von rund 13 500 auf knapp 40 000, wobei
rund ein Viertel dem Hofstaat und dem kurfürstlichen Beamtentum angehörte. Es wären
wohl noch mehr Menschen nach München gezogen, hätten nicht die restriktiven Regeln der
Handwerkszünfte, die beispielsweise die Zahl der Meister und der Betriebe begrenzten, die
Chancen für eine Einbürgerung sehr vermindert.

1796 wurde München während eines Artilleriegefechts am Gasteig von französischen


Truppen bombardiert. Die Politik des Kurfürsten lavierte zwischen Österreich und dem
revolutionären Frankreich. Als Karl Theodor 1799 in der Residenz an einem Schlaganfall
starb, brach in der Stadt öffentlicher Jubel aus.

Hauptstadt des Königreich Bayerns

Napoleonische Epoche und Reformen: Max I. Joseph


Karl Theodors Nachfolger Kurfürst Maximilian IV. Joseph (1799–1825) aus einer Pfälzer
Seitenlinie der Familie der Wittelsbacher wird in der Stadt freudig empfangen. Im Juni 1800
wurde München jedoch von französischen Truppen besetzt, die österreichisch-bayerischen
Truppen zogen sich hinter den Inn zurück. Im Dezember verloren die Bayern und
Österreicher die Schlacht bei Hohenlinden. 1805 fiel der österreichische
Feldmarschallleutnant Karl Philipp zu Schwarzenberg mit 200 Husaren in Schloss
Nymphenburg ein und forderte mit ultimativen Drohungen den Anschluss der bayerischen
an die österreichischen Truppen, bewirkte aber dadurch das Gegenteil. Nachdem Bayern ein
Bündnis mit Frankreich eingegangen war, kam am 24. Oktober 1805 Napoleon I. nach
München. 1806 wurde München zur Hauptstadt des Königreichs Bayern. Max IV. Joseph
nahm am 1. Januar 1806 als Max I. Joseph den Königstitel an. Der Vizekönig von Italien,
Eugène de Beauharnais, kurz zuvor von Napoleon adoptiert, heiratete am 13. Januar 1806
weltlich und einen Tag später kirchlich in München auf Anweisung Napoleons und im
Beisein des französischen Kaiserpaares die 17-jährige Prinzessin Auguste Amalie von Bayern
und wurde somit zum Schwiegersohn des bayrischen Königs.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erfuhr die Stadt einen


enormen Zuwachs an Einwohnern und entwickelte sich
zu einer der größten Städte Europas. Insbesondere nach
der Niederlegung der Stadtbefestigung wuchs die Stadt
stark an. Die Maxvorstadt wurde zwischen 1805 und
1810 unter König Maximilian I. Joseph, nach dem sie
auch benannt ist, als erste planmäßige Stadterweiterung
Nationaltheater und Königsbau der
durch Friedrich Ludwig von Sckell und Karl von Fischer
Residenz, Stich Mitte 19.
konzipiert. Der Ausbau der Fürstenallee nach
Jahrhundert
Nymphenburg mit seinem Schloss und Adelspalais
(Schlossrondell) zur prachtvollen Brienner Straße nahm

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hier seinen Ausgang. An der Ausfallstraße nach


Schwabing entstanden außerhalb des im Jahr 1795
geschleiften mittelalterlichen Stadtrings neue Häuser,
wie alte Gemälde zeigen (z. B. „Am Schwabinger Tor“).
Der repräsentative und prunkvolle Ausbau am
Odeonsplatz und in der Ludwigstraße erfolgte aber erst
später. Wie auch in späteren Zeiten des raschen
Karolinenplatz, Brienner Straße Wandels fielen viele alte Bauwerke der neuen Zeit zum
1914 Opfer, darunter das Franziskanerkloster, die
Lorenzkapelle des Alten Hofs und der dominate Schöne
Turm. 1807 entstand durch königlichen Erlass der
Viktualienmarkt. 1811 begann direkt neben dem Residenztheater der Bau des
Nationaltheaters nach dem Vorbild des Pariser Odeons.

Im Jahre 1810 wurde anlässlich der Hochzeit des


Kronprinzen Ludwig mit Prinzessin Therese Charlotte
Luise von Sachsen-Hildburghausen auf einer Wiese
(seither Theresienwiese genannt) vor den Toren
Münchens ein Volksfest mit Pferderennen gefeiert, aus
dem das Oktoberfest hervorging. Als erster von vielen
wurde der Augustiner Biergarten dann 1812 eröffnet, der
Name Augustiner kommt von dem 1807 gebauten Prinz-Carl-Palais
gleichnamigen Keller der ältesten Brauerei der Stadt, in
dem das Bier mit Eis gekühlt wurde.

Die schlimmste Hochwasser-Katastrophe Münchens ereignete sich am 13. September 1813:


Die Schwanenbrücke in die Au stürzte ein und über 100 schaulustige Menschen fielen mit
ihr in die reißenden Fluten der Isar. Erst Jahre später beginnt der Architekt Leo von Klenze
mit dem Bau einer neuen und prächtigeren Brücke. Eine Agrarkrise aufgrund von
Missernten im Jahr ohne Sommer und verfehlter staatlicher Politik führt 1816/17 nochmals
zu einer Hungersnot in Bayern. Die Naturwissenschaften erleben in München in dieser Zeit
aber einen Aufschwung, Alois Senefelder erfindet die Lithographie, Fraunhofer,
Reichenbach und Utzschneider machen die Stadt zu einem Zentrum der optischen Industrie
während Schelling in den bayerischen Staatsdienst eintrat.

Im Vertrag von München wurden im April 1816 die endgültigen Grenzen des
nachnapoleonischen Bayerns bestimmt. München wurde die Hauptstadt eines innerhalb
weniger Jahre um das Doppelte vergrößerten Staates. Große Teile Frankens, Schwabens und
der linksrheinische Rheinkreis fielen an Bayern, dafür wurden Salzburg wie zuvor schon
Tirol den Habsburgern überlassen. In der Folge siedelten sich viele Pfälzer und Franken in
der Hauptstadt an, darunter auch viele Protestanten. Das Einbürgerungsverbot für
Protestanten wurde bereits 1801 aufgehoben. Karoline von Baden, die Ehefrau Max Josephs
hatte schon 1799 ihren eigenen protestantischen Seelsorger mitgebracht, den
Kabinettsprediger Ludwig Friedrich von Schmidt, in der strengkatholischen Stadt eine
Sensation. 1801 erhielt der Weinwirt Johann Balthasar Michel als erster Protestant das
Münchner Bürgerrecht. Im Rahmen der Säkularisation 1803 wurden zahlreiche Klöster in
München aufgelöst. 1817 wurde jedoch mit dem Papst ein Konkordat geschlossen. Dabei

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wurde auch festgelegt, dass der seit 1803 verwaiste Bischofssitz von Freising nach München
verlegt und das Bistum zum Erzbistum München-Freising erhoben wurde. Daraufhin wurde
die Münchner Frauenkirche zur erzbischöfliche Kathedrale (Dom).

1818 erhielt Bayern, nach dem Sturz des Ministers Maximilian von Montgelas im Vorjahr,
eine Verfassung. Dazu erschien ein Edikt über die protestantische Gesamtgemeinde, welches
das Staatsbürgerschaftsrecht regelte. Dabei wurde München zum Sitz des Bayerischen
Landtags. Im selben Jahr erhielt München eine Selbstverwaltung mit zwei Bürgermeistern
und zwei Ratskollegien, nachdem der Magistrat der Stadt zunächst 1810 aufgehoben worden
war. Allerdings lässt das bis 1869 gültige königliche Gemeindeedikt, das die Residenzstadt
ausdrücklich unter „die besondere Curatel und Aufsicht des Staates“ stellt, den
Bürgermeistern und dem Magistrat nur wenig Gestaltungsraum.

Vormärz und Revolution: Ludwig I.

Domenico Quaglio: Die


Residenzstraße gegen den Max-
Joseph-Platz im Jahr 1826
(erworben vom König im gleichen
Jahr)

Reiterdenkmal Ludwigs I auf dem


Odeonsplatz

Unter der Regierung von König Ludwig I. (1825–1848)


wurde München zu einer weithin bekannten Kunststadt.
Die Klassizisten Leo von Klenze und Friedrich von
Gärtner gestalteten die Ludwigstraße mit der
Feldherrnhalle vor dem Odeonsplatz und dem Siegestor
Die Ludwigstraße beim Einzug der
(das als einziges Siegestor keinen realen Sieg feiert),
Prinzessin Marie von Preußen 1842
sowie den Königsplatz und die Erweiterungsbauten der
Residenz. Klenze errichtete die Ruhmeshalle auf der
Theresienwiese und Ludwig Schwanthaler stellte die Bavaria auf. Die Königliche Erzgießerei
in München erreicht große Bedeutung. Die Glyptothek am Königsplatz wurde 1830 mit einer
von König Ludwig I. gekauften Sammlung antiker Skulpturen und Vasen, eröffnet. Gebaut
wurden auch die Alte Pinakothek 1836 und die Neue Pinakothek. Einige Bauprojekte musste
der König gegen heftigen Widerstand in der Stadt durchsetzen, er drohte dem Rat der Stadt
zeitweise sogar damit, die Residenz aus München nach Bamberg zu verlegen. Die Stadtväter
wollten unter anderen eine Kürzung der Ludwigstraße durchsetzen, da ihrer Meinung nach

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München nicht in 100 Jahren bis zu 1 km über die damalige Stadtmauer hinaus wachsen
werde. 1828 war der Streit der hochverschuldeten Stadt mit dem König anlässlich des Baus
der Ludwigskirche dann noch weiter eskaliert. Die Kunstförderung des Königs (durch Bau
der Pinakothek und Einfluss auf die Akademie) machten die Münchner Schule zu einer
führenden Kunstrichtung im 19. Jahrhundert.

Die in Ingolstadt von Herzog Ludwig dem Reichen von Bayern-Landshut gegründete
Universität, die 1800 unter Kurfürst Max IV. Joseph nach Landshut verlegt wurde und dort
ihren Namen Ludwig-Maximilians-Universität erhielt, wurde von Ludwig I. 1826 nach
München geholt. An der Ludwigstraße, Ausfallstraße nach Schwabing (damals zugleich
Landgemeinde und Landsitz niederen Adels sowie Rückzugsort vornehmer Bildungsbürger,
später zur Stadt erhoben; siehe Schwabing, Geschichte), entsteht deren Hauptgebäude.

1826 wurde unter Anwesenheit des Königs erstmals wieder eine Synagoge in der
Westenriederstraße feierlich eingeweiht. Im Jahr 1827, wurde zur ersten evangelischen
Kirche Münchens, der Matthäuskirche an der Sonnenstraße, der Grundstein gelegt. Diese ist
Vorgängerin der heutigen Matthäuskirche am Sendlinger-Tor-Platz. Unter dem
Ultramontanen Minister Karl von Abel verschlechterte sich dann das Verhältnis zwischen
Katholiken und Protestanten. 1841 erwuchs aus der Beerdigung der protestantischen
Königin Karoline von Baden ein Skandal.

Seit 1837 ist München auch wieder die Hauptstadt von


Oberbayern, König Ludwig hatte alle Kreise (wie die
Bezirke damals genannt wurden) umbenennen lassen,
so auch den Isarkreis. Der Sitz lag zunächst im Alten
Landschaftsgebäude am Marienplatz.

Die Industrialisierung Bayerns schritt derweil nun auch


in München zügig voran. 1835 kam es zur Gründung der
Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank. Mit der Evangelische Matthäuskirche in
Eisenbahn nach Augsburg bekam München 1839 seine München in den 1830er Jahren,
Lithographie von Carl August
erste Bahnverbindung. Die von der München-
Lebschée
Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft gebaute Strecke
führte von Augsburg nach Lochhausen, das damals vor
München lag. Das Eisenwerk Hirschau, 1838 von Joseph Anton Maffei gegründet, baute
1841 seine erste Dampflokomotive. Maffei wurde 1931 von Krauss & Co. übernommen und
die Firma in Krauss-Maffei geändert. Es entstanden zwar danach in der Hauptstadt des
Königreichs noch weitere technisch hochgerüstete Produktionsstätten wie etwa die
Lokomotivenfabriken und die Waggonfabrik Rathgeber, aber eine industrielle Monokultur
wie in anderen Regionen Deutschlands entwickelte sich an der Isar nicht. Mittel- und
Kleinbetriebe blieben noch lange Zeit typisch für die Stadt. Neben den Brauereien hatten
auch die optische Industrie und das graphische Gewerbe einen guten Ruf. 1838 begannen
die ersten Planungen für den Bahnhof in München. Nachdem sich der erste Bahnhof
zunächst auf dem Marsfeld befand, entschied im April 1847 der bayerische König, dass der
neue Central Bahnhof an der Stelle des heutigen Hauptbahnhofs zu bauen ist. Mit dem
Aufkommen der Eisenbahn nahm die Bedeutung des jahrhundertealten Schiffsverkehr bald
ab, zuvor verfügte die Stadt mit mehreren Floßländen an der Isar über einen großen
Binnenhafen. Seit dem 17. Jahrhundert wurden neben Holz und Kalk auch Waren wie

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Südfrüchte, Gewürze, Baumwolle und Seide vom Venezianischen Markt in Mittenwald über
die Isar bis nach Wien und Budapest transportiert. Auf dem Höhepunkt der Flößerei im 19.
Jahrhundert landeten in München über 8.000 Flöße pro Jahr an.

1844 kam es im Vormärz zur Münchner Bierrevolution. Die Affäre Ludwigs I. mit Lola
Montez führte dann im März 1848 im Rahmen der allgemeinen Unruhen in Deutschland zur
Abdankung des Königs. Zuvor war es dem Bruder des Königs Prinz Karl von Bayern
gelungen die aufständischen Bürger, die bereits das Zeughaus gestürmt hatten, zu
beruhigen.

Ludwig setzte seine Bautätigkeit auch nach seiner Abdankung fort. Die Neue Pinakothek
wurde erst 1853 eröffnet, im Folgejahr gab Ludwig den Bau der Propyläen in Auftrag. Der
Apollotempel am Ufer des Badenburger Sees wurde in Ludwigs Auftrag sogar erst 1862–65
errichtet.

Liberalisierung: Max II. Joseph


In der Regierungszeit von König Max II. (1848–1864) kam
es politisch kam es zu einer Liberalisierung. 1848 wurden
die Sitzungen des Magistrats öffentlich. Im selben Jahr
erschienen die Münchner Neueste Nachrichten zum ersten
Mal. Unter der Regierung von Max II. gab der Landtag
liberale Reformen in den Bereichen Landtagswahlrecht,
Pressezensur, Versammlungs- und Vereinsrecht sowie
Gerichtswesen bekannt, ebenso die Bauernbefreiung. Die Maximilianstraße, um 1900
Umsetzung dieser Reformen nahm jedoch viel Zeit in
Anspruch. Maximilians Vorhaben eines Gesetzes zur
Judenemanzipation stieß auf starken Widerstand im Volk. 1860 wurde der 1848 gegründete
und kurz danach wegen „republikanischer Umtriebe“ verbotene Turnverein 1860 München
wiedergegründet, die Fußballabteilung folgte erst 1899.

Auf Einladung des Königs kamen zum Unwillen einiger Münchner viele norddeutsche
Literaten und Wissenschaftler nach München. Unter diesen sind Koryphäen wie der
Chemiker Justus von Liebig, der Historiker Heinrich von Sybel, der Kulturhistoriker
Wilhelm Heinrich Riehl oder der Dichter Emanuel Geibel. Seit 1854 führte der Bayerische
König überdies wöchentlich mit der geistigen Elite Münchens Symposien durch. 1856
entstand der Dichterkreis Die Krokodile. Der König band andererseits Trachtenträger
offiziell in sein Hofzeremoniell ein, trug selbst Trachtenjanker mit Lederhosen bei der Jagd
und schrieb 1849, dass er in der Erhaltung der Volkstrachten für das Nationalgefühl eine
„große Wichtigkeit“ sieht, seither war die Tracht in München hoffähig. In den Fliegenden
Blättern, einer humoristische Zeitschrift die ab 1844 in München erschien, wurde 1850 der
Spießer „Gottlieb Biedermeier“ parodiert, der die Schwächen seiner Zeit personifizierte und
später der Zeit vom Ende des Wiener Kongresses 1815 bis zum Beginn der bürgerlichen
Revolution von 1848 seinen Namen gab. 1857 wurde dann auch gemäß einer Legende die
Münchner Weißwurst erfunden. Die Bayernhymne wurde von der Bürger-Sänger-Zunft
München am 15. Dezember 1860 erstmals aufgeführt.

Unter König Maximilian änderte sich der Baustil grundlegend. Viele der großartigsten

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Bauwerke Münchens entstanden im Maximilianstil,


etwa die Maximilianstraße unter Leitung des
Architekten Friedrich Bürklein oder als damals
neuartige Glas-Gusseisen-Konstruktionen wie der
Glaspalast (von August von Voit entworfen). Diese war
Ausfallstraße zur vormals nicht zu München gehörenden
armen Handwerkersiedlung und Sitz des Grafen von
Preysing, Haidhausen. An ihrem Ende, in nächster Nähe
München, Plan 1858
der Handwerkerhäuser wurde das Stipendiatenkolleg
Maximilianeum errichtet. 1855 wurde durch den König
das Bayerische Nationalmuseum, damals noch in der
Maximiliansstraße beheimatet, gegründet.

Ab Mitte des Jahrhunderts wuchs München rasch an.


1854 erfolgt die Eingemeindung der bis dahin
selbstständigen Stadt Vorstadt Au östlich der Isar mit
den Ortsteilen Haidhausen, Giesing und der Au, zu jener
Zeit vorwiegend von der sozialen Unterschicht bewohnt.
Damit überschritt München die 100.000-Einwohner-
Marke. Im gleichen Jahr begann der Aufstieg zu einer
Münchner Bahnhof, ca. 1854
Messestadt mit der 1. Allgemeinen Deutschen
Industrieausstellung. Das heutige Messegelände (1998
eröffnet) befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens München-Riem und hat
einige international bedeutende Veranstaltungen, wie z. B. ISPO vorzuweisen. 1849 wurde
das Empfangsgebäudes des Centralbahnhofs München fertiggestellt, 1854 erfolgten die
Eröffnung der Bahnstrecke München–Starnberg mit dem Pasinger Bahnhof und die
Eröffnung der Bahnstrecke München–Großhesselohe.

Seit dem Augsburger Vergleich vom 14. Juni 1158, betreffend die Zerstörung der
Oberföhringer Brücke zuungunsten Otto von Freisings im Auftrag und durch Kräfte
Heinrichs des Löwen und dessen Errichtung einer neuen Isarbrücke bei seiner bairischen
Siedlung 'ad Munichen', Münchens Keimzelle, hatte die Gemeinde ein Drittel des
Brückenzolls an das Hochstift Freising zu entrichten, nach dessen Auflösung 1803 an den
bayerischen Staat. Nach 694 Jahren konnten die Zahlungen 1852 gegen eine
Abstandszahlung endlich eingestellt werden.

Gründerzeit: Ludwig II.


Unter König Ludwig II. (1864–1886) erfuhr das Musikleben mit mehreren Aufenthalten
Richard Wagners ab 1864 und der Uraufführung einiger seiner Opern im Münchner
Nationaltheater eine umstrittene Blüte. Im selben Jahr wurde Richard Strauss in München
geboren.

Der König selbst hielt sich lieber in den Alpen auf, seine Bauwut hat in München kaum
Spuren hinterlassen. Nachdem er 1866 sein projektiertes Wagner Festspielhaus auf der
Isaranhöhe nicht hatte durchsetzen können, wandte sich der König enttäuscht ab. Die
Planung von Gottfried Semper mit der für die im Theaterbau ungewöhnliche Konzeption mit

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zwei monumentalen Feststiegen als Querflügel wurde


stattdessen beim späteren Bau des Wiener Burgtheaters
aufgenommen. Trotzdem entstanden zur Zeit Ludwigs
II. weitere Großbauten, nun allerdings ohne königliches
Planungskonzept, so die Akademie der Bildenden
Künste und das Staatstheater am Gärtnerplatz, das der
König gleichwohl später vor dem Bankrott rettete. Eine Das 1865 von Semper geplante,
nicht realisierte Münchner
gewisse Ausnahme stellt auch das Gebäude der
Festspielhaus an der Isar
Pagenerziehungsanstalt dar. 1867 wurde begonnen das
Neue Rathaus im
neugotischen Stil zu
errichten. Erst 1906
wird der dritte und
letzte Bauabschnitt
vollendet. Im Jahre
1877 wurde St.
Markus in der
Maxvorstadt
eingeweiht, die
zweite
protestantische
Kirche in München.
Eine starke
Verdichtung der
Altes Rathaus zu Ende des 19. Jh. Bausubstanz
brachten seit 1880
die lichtarmen Historische Karte von München
Miethausblöcke der Gründerzeit, so in der Isarvorstadt, (1888)
der Schwanthalerhöhe und im Ostbahnhofviertel in
Haidhausen.

1871 trat Bayern dem neuen Deutschen Reich bei, München war nicht länger die Hauptstadt
eines unabhängigen Königreichs. Dennoch konnte sich Bayern bedeutsame Reservatrechte
sichern, die dann in der nachfolgenden Zeit auch in repräsentativen Bauwerken betont
wurden, für das vom König 1879 gegründete Armeemuseum, das Verkehrsministerium und
das Hauptzollamt. Wegen der fortbestehenden außenpolitischen Kompetenzen Bayerns
blieben auch die meisten auswärtigen Botschafter in der Stadt. So entstand später noch die
anglikanische Kirche St. Willibrord für das Botschaftspersonal der Britischen Gesandtschaft.
Erst im Ersten Weltkrieg schlossen viele Botschaften und wurden nach Kriegsende aufgrund
des Verlusts dieser Kompetenzen Bayerns nicht mehr eröffnet.[19]

1872 wurde die Schauspielerin Adele Spitzeder verhaftet, sie hatte in der Stadt eine
Privatbank betrieben und in knapp zwei Jahren 31.000 Bürger um insgesamt 8 Millionen
Gulden geprellt.

1880 gründete Carl von Thieme mit Hilfe des Industriellen und Finanziers Theodor von
Cramer-Klett und dessen Vertrauten, vor allem Wilhelm von Finck und Hermann Pemsel,

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sowie der Darmstädter Bank für Handel und Industrie die Münchener Rückversicherungs-
Gesellschaft, die heute weltweit führend in ihrer Branche ist. 1890 nahm dann die ein Jahr
zuvor in München gegründete Allianz Versicherungs-AG zunächst in Berlin ihre
Geschäftstätigkeit auf. Als Gründer fungierten fast alle Aufsichtsratsmitglieder der
Münchener Rückversicherung-Gesellschaft.

Der rasche technische Fortschritt bestimmte weiterhin die Entwicklung der Stadt. 1868
wurde die Technische Hochschule gegründet. 1876 verkehrte die erste Münchner Trambahn.
1877 wurde Sendling, das sich von einer ländlichen zu einer bedeutenden Industrievorstadt
entwickelt hatte (unter anderem mit der Siemens AG), mit dem Westend nach München
eingemeindet. 1882 zur 1. deutschen Elektrizitätsausstellung führte Oskar von Miller die
erste Stromübertragung der Welt von Miesbach nach München durch. In München wurde
allgemein die elektrische Beleuchtung eingeführt. Das Bahnnetz der Stadt wurde zügig
ausgebaut. 1871 erfolgte sowohl die Eröffnung des Münchner Südrings mit dem Südbahnhof
und dem Ostbahnhof sowie der Bahnstrecke München–Mühldorf mit dem Bahnhof Riem
und der Bahnstrecke München–Rosenheim mit dem Bahnhof Trudering.

Der Mediziner Max von Pettenkofer (1818–1901) wurde 1865 erster Direktor des ‚Institut für
Hygiene‘. Pettenkofer wurde als Pionier der Hygiene und Öffentlichen Gesundheit bekannt.
Er analysierte die Choleraepidemien in München (1836/37 und 1853/54) und überzeugte
Ludwig II., dass die Bodenqualität durch Zentralisierung der Abwasserkanalisation und der
Trinkwasserversorgung wesentlich verbessert werden kann. Die Epidemie von 1853 hatte
über 3000 Menschenleben gefordert. Der Nutzen von Pettenkofers Maßnahmen wurde
erkennbar, als die Cholera 1892 in Hamburg wütete, München aber verschonte.[20] Zuvor
galt München bis ins letzte Viertel des 19. Jahrhunderts als eine der schmutzigsten Städte
Europas, so dass auch der Schwerpunkt der Arbeit des Bürgermeisters Alois von Erhardt auf
der Verbesserung der hygienischen Verhältnisse lag.

Ab 1878 wurde Prinz Otto, der Bruder des Königs offiziell entmündigt und im Jagd- und
Lustschloss Fürstenried festgesetzt, mit Bernhard von Gudden, seinen Schülern und
Mitarbeitern wie Emil Kraepelin und Franz Nissl, gewinnt auch die sich neu entwickelnde
Psychiatrie in München internationale Bedeutung.[21] Nach Ludwigs Tod 1886 wird Otto
dem Namen nach sein Nachfolger.

Fin de siècle: Prinzregent Luitpold


München erlebte im Fin de Siècle unter Prinzregent Luitpold (1886–1912) einen gewaltigen
wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung.

Unter Luitpold entstanden unter anderem die Prinzregentenstraße als Ausfallstraße zu dem
ehemaligen selbständigen Grafensitz Bogenhausen nebst Prinzregententheater am
Prinzregentenplatz und in der Folge, passend zur reichen Aristokratie des Ortes, eines der
mondänsten Stadtviertel Münchens mit herrschaftlichen Villen (Villa Stuck) und besonders
prächtigen Bürgerhäusern. 1887 erfolgte die Einweihung der Hauptsynagoge an der Herzog-
Max-Straße. 1890 begann der Bau des Justizpalasts am Stachus, der schon 1905 durch das
Neue Justizgebäude ergänzt werden musste. Der rasanten städtebaulichen Entwicklung fiel
damals, ähnlich wie schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts, wertvolle alte Bausubstanz zum
Opfer, so einige Barockfassaden an der Theatinerstraße.

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1899 wurde die Gemeinde Nymphenburg mit dem


Schloss nach München eingemeindet. 1901 überschritt
München die 500.000 Einwohner-Grenze und war nach
Berlin und Hamburg die drittgrößte Stadt im Deutschen
Reich. Allein auf den rund 17 km² des Kernstadtgebiets
von vor 1854 – einem Fünftel der Stadtfläche von 1900
– drängten sich mehr als 300.000 Einwohner.[22]
Dieser Anstieg resultierte nur bedingt durch die
Nationalmuseum in der Eingemeindungen von Neuhausen, Schwabing,
Prinzregentenstraße, um 1900 Bogenhausen, Nymphenburg und Forstenried, vielmehr
kam der Zuwachs durch die Landflucht sowie durch
viele norddeutsche Zuwanderer zustande. Schon im
Jahr 1900 waren nur noch 36   % der Münchner in
München geboren. Teilweise gravierendes
Wohnungselend gehörte zum Alltag vieler ärmerer
Münchner. Zur Behebung der schlimmen Wohnungsnot
und zur weiteren Verbesserung der Hygienestandards
engagierte sich Bürgermeister Wilhelm von Borscht bei
der Gründung von Wohnungsbaugenossenschaften.
1900/02 lebte Lenin in München und gab zwei
Karlsplatz (Stachus) mit dem revolutionäre Zeitschriften heraus. 1907 organisierte
Justizpalast, um 1900
Ludwig Quidde den 16. Weltfriedenskongress in
München.

Um neue Attraktionen für die Einwohnerschaft wurde die Stadt dennoch immer reicher. Die
Elefantenkatastrophe 1888 forderte dann jedoch 2 Menschenleben. Von 1890 bis 1916
befand sich 200 Meter östlich des Schlosses am Romanplatz der Volksgarten Nymphenburg,
der zur damaligen Zeit größte Freizeitpark Deutschlands.

Im November 1899 entstanden die beiden ersten städtischen Betriebe für die kommunale
Versorgung, die Elektrizitätswerke und die Gasanstalt, dies war der Beginn der Stadtwerke
München. 1899 war auch ein bedeutendes Jahr des Automobilverkehrs: In München fand
die erste Fahrprüfung der Welt mit Ausgabe von Führerscheinen und ersten
Zulassungsnummern statt. In diesem Jahr waren in München lediglich 25 Autobesitzer mit
Fahrerlaubnis gemeldet, 1910 waren dann bereits 1.300 Autos und 483 Motorräder auf
Münchens Straßen registriert. Die Kernmarke BMW geht auf die 1913 durch Karl Rapp in
München gegründeten Rapp Motorenwerke zurück. Neben der künftigen Bedeutung
Münchens als Automobilstadt zeichnete sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch schon ab,
dass auch der Spitzensport das Leben der Stadt prägen wird. 1900 entstand der Verein FC
Bayern München. Die Herrenkonkurrenz der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 1906 wurde
in München ausgetragen. Das Stadion an der Grünwalder Straße ist das älteste in München,
es wurde im Jahre 1911 eröffnet. Das Müllersche Volksbad war bei seiner Fertigstellung 1901
das größte und teuerste Schwimmbad der Welt und das erste öffentliche Hallenbad in
München.

Schon 1892 gründete sich die Münchner Sezession. 1896 erschien erstmals die Münchner
Kulturzeitschrift „Die Jugend“, die namensgebend für den Jugendstil wurde. Um die

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Jahrhundertwende entstanden vor allem in Schwabing


zahlreiche Jugendstilbauten. Schwabing erlebte um
diese Zeit eine Blüte als Künstlerviertel, in dem
zahlreiche bedeutende Literaten und Maler der Zeit
verkehrten („München leuchtet“). Schwabing war
bereits im 19. Jahrhundert durch die Anlage von
Ludwig-Maximilians-Universität und Kunstakademie
erheblich aufgewertet worden, nachdem zuvor die
Deutsches Museum
ehemalige Münchner Umlandgemeinde zunächst in eine
ärmliche Vorstadt und schließlich nach der
Eingemeindung in ein angesagtes Viertel des Jugendstils und in eine bevorzugte
Künstlerwohnlage Wahnmoching umgewandelt wurde. Diese von der Urbanisierung nicht
zu trennende Gentrifizierung wurde in einer Vielzahl von literarischen Zeugnissen begleitet
und verarbeitet. Es kam dennoch im 20. Jahrhundert noch zu erheblichen Konflikten. Das
Deutsche Theater in der Schwanthalerstraße wurde im September 1896 eröffnet, der Kaim-
Saal schon im Jahr zuvor. 1901 entstand in Konkurrenz zum Hofschauspiel das
Schauspielhaus und 1906 wurden die Münchner Kammerspiele ins Leben gerufen, vor dem
viel späteren Umzug ins Schauspielhaus noch in einem eigenem Theater. Von 1900 bis 1903
bestand das literarische Kabarett „Die Elf Scharfrichter“. Das Theater am Platzl eröffnete
1901. Die Münchner Opernfestspiele fanden erstmals ebenfalls im Jahre 1901 statt. Das
legendäre Lokal Simpl eröffnete 1903. Peter Ostermayr gründete 1907 seine
Spielfilmproduktion (Filmstadt Geiselgasteig). Im selben Jahr eröffnete an der Dachauer
Straße das Kino Gabriel, das zuletzt als ältestes Kino der Welt galt. Kaiser Wilhelm II. ließ
1909 als Erbe der Sammlung Schack durch Max Littmann ein neues Galeriegebäude an der
Prinzregentenstraße errichten, das mit der Preußischen Gesandtschaft verbunden wurde.
Zwei Jahre später entstand 1911 die Münchner Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“. Mit
der Tschudi-Spende, einem Protest gegen die herrschende Kunstpolitik, gelangten ab diesem
Jahr auch erstmals neueste französische Impressionisten und Postimpressionisten in die
Münchner Neue Pinakothek. Im Februar 1912 stellte dann die Dresdner Künstlervereinigung
Die Brücke in der Galerie Goltz gemeinsam in der zweiten Ausstellung des Blauen Reiters in
München ihre Bilder aus. Franz Kafka hielt in der Buchhandlung Goltz seine einzige Lesung
außerhalb Prags ab.

München war auch ein Brennpunkt technischer und wissenschaftlicher Innovation; viele
Forscher und Erfinder, darunter etliche Nobelpreisträger, wirkten in der Stadt. 1903 wurde
das Deutsche Museum auf Initiative Oskar von Millers gegründet und zog zunächst in
provisorische Räume im Nationalmuseum. 1906 war die Grundsteinlegung des
Museumsgebäudes auf der Museumsinsel, das erst 1925 fertiggestellt wurde. 1906 wurde
auch die Münchner Volkshochschule ins Leben gerufen. 1910 begann die Errichtung des
neuen Botanischen Gartens, der nach Nymphenburg verlegt wurde und nach vier Jahren
fertiggestellt war. Der weltweit erste nach geografischen Gesichtspunkten angeordnete
Tierpark Hellabrunn wurde 1911 eröffnet. Im Jahre 1912 wurde die Großmarkthalle
München errichtet.

Erster Weltkrieg und Novemberrevolution


Am 14. April 1914 empfing König Ludwig III. (1912–1918) noch den österreichisch-

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ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand als Staatsgast in München. Mit dem Ausbruch des
Ersten Weltkrieges nach dessen Ermordung verlor Schwabing seine Bedeutung als
Künstlerviertel weitgehend. München als Ort der Avantgarde in der modernen Kunst endete
mit der Auflösung des Blauen Reiters zu Beginn des Krieges ebenfalls.

Die Verhängung des Kriegszustandes am 1. August 1914


feierten zahlreiche Münchner begeistert. Vor der
Feldherrnhalle fanden patriotische Kundgebungen statt.
Sogar das Hotel „Englischer Hof“ musste sich
umbenennen, weil der Feind im Namen auftauchte.[23]
Die Stadt hatte die nach Berlin zweitgrößte Garnison im
Reich und wurde so zu einer Drehscheibe der
Mobilmachung. Anfang August 1914 sprach König
Ludwig III. vom Balkon des Wittelsbacher Palais zur
Demonstration auf der
Bevölkerung. Vom Hauptbahnhof aus fuhren die Züge
Theresienwiese am 7. November
die Soldaten Richtung Front. Noch in der ersten Phase 1918
des Kriegs, als allgemein der baldige Sieg erhofft wurde,
fanden die letzten Kommunalwahlen der Monarchie in
München statt.

In der Stadt entstanden in den folgenden Kriegsjahren neue Betriebe der Rüstungsindustrie,
vor allem an der nördlichen Peripherie. Die 1916 gegründeten Krupp-Geschützwerke wurden
sogar aus dem Ruhrgebiet nach München verpflanzt. Ein Angriff eines französischen
Flugzeuges am 21. November 1916 richtete nur geringe Gebäudeschäden an nachdem vier
der sechs abgeworfenen Bomben explodierten. Der Erste Weltkrieg führte ansonsten zwar
nie zu einer unmittelbaren Bedrohung Münchens, jedoch im Laufe der Zeit zu einer
verheerenden Versorgungskrise aufgrund der wirtschaftlichen Blockade der Ententemächte,
die insbesondere zu einer Verknappung bei Nahrungsmitteln und Bekleidung führte.

Als der Krieg schließlich zum Stellungskrieg wird, ist von der früheren Begeisterung in
München endgültig nichts mehr zu spüren. In der Stadt herrschen zunehmend Hunger und
Not; Lebensmittel werden rationiert, Einkaufen wird wegen der vielen Essensmarken zum
bürokratischen Hindernis. Gleichzeitig erreichen immer mehr Verwundete die Stadt; in
Schulen und Bierkellern werden Operationssäle eingerichtet. Schon 1916 kam es wegen der
zunehmenden Nahrungsmittelknappheit zu ersten Hungerdemonstrationen. In den
Wirtshäusern gibt es nur noch reduzierte Speisekarten und eingeschränkte Öffnungszeiten.
Der schwelende Konflikt zwischen Bauern und Stadtbewohnern im Zuge der
Nahrungsmittelknappheit wurde auch im Landtag zwischen den Parteien ausgetragen und
führte im Dezember 1916 zu Ministerrücktritten. 1917 herrschten zudem im Winter Kälte-
und Kohlennot. 1918 brach zudem auch in München die Spanische Grippe aus, die bis
Jahresende 626 Tote forderte, mehr als 5000 Schulkinder waren erkrankt.

Anfang 1918 fanden massive Streiks in der Münchner Rüstungsindustrie statt, allen voran
protestierten die Beschäftigten der Krupp-Geschützwerke in Freimann. Als der Streik
zusammenbrach, wurden die führenden Köpfe verhaftet. Die immer schlechter werdende
Versorgungslage der Bevölkerung und die „Nibelungentreue“ zu Berlin machte die
Regierung Ludwigs III. immer unbeliebter. Mitte des Jahres gründete sich die völkisch-

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antisemitische Thule-Gesellschaft, die bald an Einfluss gewann. Im Juli 1918 gelang es dem
bayerischem Finanzminister noch den Reichsfinanzhof nach München zu holen, der als
Bundesfinanzhof bis heute an der Isar beheimatet ist.

Im Oktober 1918 geriet München dann zunehmend in eine aufgewühlte Atmosphäre und
politische Veranstaltungen sowohl in Bierkellern als auch im Freien hatten starken Zulauf.
Erstmals am 3. November 1918 kamen auf Initiative der USPD auf der Theresienwiese gut
tausend Menschen zusammen, um für Frieden zu demonstrieren und die Freilassung
inhaftierter Streikführer zu fordern. Die bayerische Monarchie stürzte in der Folge als erste
in Deutschland. Ihr Rückhalt war soweit geschwunden, dass ohne einen Schuss alle
Münchner Kasernen, Polizeistationen und Zeitungen von den Aufständischen eingenommen
wurden. Im Ersten Weltkrieg waren mehr als 13.000 Einwohner von München gefallen.

Hauptstadt des Freistaates Bayern

Zwischenkriegszeit und NS Diktatur


Am 8. November 1918 erklärte Kurt Eisner das Haus Wittelsbach für abgesetzt. Er
proklamierte die Bayerische Republik und führte unter anderem das Frauenwahlrecht ein.
Im Dezember kam es zum Münchner Zeitungsputsch. Eisner fiel am 21. Februar 1919 einem
Mordanschlag des Grafen Arco zum Opfer. Daraufhin riefen links-revolutionäre Kräfte die
Räterepublik aus. Sie war im April 1919 der Versuch, im fünf Monate zuvor ausgerufenen
Freistaat Bayern eine sozialistische Republik nach rätedemokratischem Muster für Bayern
durchzusetzen. Am 13. April 1919 wurde der Hauptbahnhof Zentrum der Kämpfe während
des sogenannten Palmsonntagsputsches. Die gegen die Münchner Räterepublik
vorgehenden Putschisten der Republikanischen Schutztruppe hatten sich zum
Hauptbahnhof zurückgezogen und wurden schließlich von Rotgardisten unter dem
Kommando des revolutionären Matrosen und Münchner Stadtkommandanten Rudolf
Egelhofer nach Feuergefechten, die 21 Todesopfer forderten, besiegt.[24] Bereits im Mai 1919
wurde dann das Experiment der Räterepublik durch Reichswehr und Freikorps brutal
beendet. Im Juni wurde dann mit Eduard Schmid zum ersten Mal ein Sozialdemokrat zum
Ersten Bürgermeister der Stadt gewählt.

München und Bayern entwickelten sich nach der blutigen Niederschlagung der Räterepublik
jedoch zur konservativ-nationalistischen „Ordnungszelle“ im Deutschland der Weimarer
Republik, in der die „Brutstätten“ des Nationalsozialismus entstanden.[25] Im Lokal
Fürstenfelder Hof fand im Januar 1919 die Gründung der Deutschen Arbeiterpartei (DAP)
statt. Sie entwickelte sich später zur Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei
(NSDAP). Polizeichef war ab Anfang Mai 1919 Ernst Pöhner. Er versteckte seine Abneigung
gegen Juden, Sozialisten und gegen die Republik so wenig wie Wilhelm Frick, den er zum
Leiter der Politischen Abteilung berief.

Die allgemeine wirtschaftliche Lage war schwierig. Das Deutsche Reich hatte gemäß den
Bestimmungen des Friedensvertrags von Versailles hohe Reparationen zu zahlen. Die
Regierung versuchte dieses Problem zu lösen, indem sie mehr Geld druckte. Zusammen mit
der schwierigen Wirtschaftslage führte dies 1923 zu einer Hyperinflation, unter der auch in
München besonders Arbeiter, Angestellte und Rentner zu leiden hatten.

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Adolf Hitler rief am


8. November 1923
im Bürgerbräukeller
zum Putsch gegen
die amtierende
Reichsregierung
auf. Am nächsten
Morgen setzte sich
NSDAP-Versammlung im ein Feldherrnhalle – letzte Station des
Bürgerbräukeller, ca. 1923 Demonstrationszug Hitlerputsches
in Bewegung. Er
endete gegen
Mittag, als die bayerische Landespolizei vor der Feldherrnhalle das Feuer auf die
Demonstranten eröffnete. Vier Polizisten und 16 Teilnehmer kamen dabei ums Leben. Hitler
erhielt vom Gericht lediglich fünf Jahre Festungshaft mit der Möglichkeit der vorzeitigen
Entlassung nach neun Monaten. Im Braunen Haus in der Brienner Straße 34 befand sich
dann die von 1930 bis 1945 bestehenden Parteizentrale der NSDAP. Hitlers Privatwohnung
befand sich 1920–1929 in der Thierschstraße 41 und danach am Prinzregentenplatz.

Der Juni 1919 markierte den Beginn des plan- und regelmäßigen Flugdienstes in München;
einzelne Passagierflüge hatte es auch davor schon gegeben, zwischen München und
Friedrichshafen und mit Anschluss an den Zeppelinverkehr. Geflogen wurde 1919 noch am
Oberwiesenfeld, einem Militärgelände im Norden der Stadt, auf dem bereits im 18.
Jahrhundert exerziert und mit Waffen experimentiert wurde.

Das kulturelle Leben der Stadt erholte sich langsam. Schon 1919 entstand der erste
Kronebau, als feste Heimstatt des Zirkus Krone. Persönlichkeiten wie Lion Feuchtwanger,
Bertolt Brecht, Peter Paul Althaus, Stefan George, Ricarda Huch, Joachim Ringelnatz, Oskar
Maria Graf, Annette Kolb, Ernst Toller, Hugo Ball, Klaus Mann prägten diese Zeit. Karl
Valentin und Liesl Karlstadt führen 1924 das Theaterstück „Raubritter von München“ in den
Kammerspielen auf. Seit 1925 wirkte Otto Falckenberg an den Kammerspielen. 1928 erregte
dann das erste Gastspiel von Josephine Baker im Bananen-Röckchen das Publikum im
Deutschen Theater. 1929 erfolgte die Erstaufführung der „Dreigroschenoper“ von Bertolt
Brecht im Schauspielhaus. Im Deutschen Museum, das 1925 in einen Neubau auf der
Museumsinsel zog, wurde 1931 die erste Fernsehsendung der Welt gezeigt. Im selben Jahr
zerstörte ein Feuer den Münchener Glaspalast.

Schon 1927 gab es fast 50.000 Arbeitslose in München, 1931 waren es dann im Zuge der
Weltwirtschaftskrise über 70.000 Arbeitslose. Bei der Reichstagswahl März 1933 erzielte die
NSDAP in München 37 % der Stimmen. In München und Bayern fand die Machtergreifung
am 9. März 1933 statt. An diesem Tag wurde die demokratisch gewählte Regierung Held mit
durch die Sturmabteilung der NSDAP ausgeübter Gewalt von ihrem Amt vertrieben. Am 9.
März wurde in München auch am Neuen Rathaus die Hakenkreuzfahne gehisst. Am 15.
März trat die bayerische Regierung offiziell zurück und am 22. März wurde auch
Oberbürgermeister Karl Scharnagl zum Rücktritt gezwungen. Nach dieser örtlichen
Machtergreifung wurden viele Ämter mit Parteimitgliedern besetzt (Gleichschaltung).
Heinrich Himmler wurde Polizeipräsident von München. Zahlreiche Intellektuelle wie

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Thomas Mann verließen die Stadt.

Im nahegelegenen Dachau richtete die SS das erste Deutsche Konzentrationslager ein, das
KZ Dachau.

Am 10. Mai 1933 fand eine propagandistische Bücherverbrennung im Sinne des


Nationalsozialismus auf dem Königsplatz statt. Mitte 1934 entledigte sich Hitler im so
genannten Röhm-Putsch seiner innerparteilichen Rivalen in der SA. In einer später so
genannten „Nacht der langen Messer“ (30. Juni / 1. Juli 1934) wurden Ernst Röhm und
weitere auf Hitlers Anweisung am Tegernsee zusammengerufene Funktionäre der SA-
Führung verhaftet und – zum Teil noch in derselben Nacht – in der Justizvollzugsanstalt
Stadelheim ermordet.

In den Jahren 1935 bis 1945 führte München den Titel


„Hauptstadt der Bewegung“. 1937 erhielt es zusätzlich
den Titel „Hauptstadt der deutschen Kunst“. Während
im neu eröffneten Haus der Kunst die Kunst nach den
Vorstellungen des Regimes ausgestellt wurde,
Haus der Kunst
prangerten die Nationalsozialisten in einer Ausstellung
im Hofgarten die so genannte „Entartete Kunst“ an.
Heute noch erhaltene Bauten aus der Zeit sind
beispielsweise die ehemalige NSDAP-Zentrale (heute Musikhochschule), das Haus der Kunst
und das Luftgaukommando (heute Staatsministeriums für Wirtschaft) in der
Prinzregentenstraße, das Nordbad und die Oberfinanzdirektion (Sophienstraße).

1937/38 begann in großem Umfang die Arisierung


jüdischer Unternehmen. Erste Ansätze dazu hatte es seit
1933 gegeben; sie basierten auf einer eigens angelegten
„jüdischen Gewerbekartei“.

Am 1.   Dezember 1937 zog die Rasseorganisation


Lebensborn in das Haus von Thomas Mann, das sich
Ecke der damaligen Föhringer Allee (seit 1955: Thomas-
Hitler mit Mussolini in der
Mann-Allee) und der Poschingerstraße befand. Die
Ludwigstraße
Zentrale der SS-Organisation blieb bis zum
31. Dezember 1939 im Gebäude. [26]

Die Stadt sollte großflächig zu einer „Führerstadt“


umgebaut werden, zuständiger Architekt dafür war
Hermann Giesler. Dieses Vorhaben wurde von
Münchens Oberbürgerbürgermeister Karl Fiehler
bejubelt, der sein Amt von 1933 bis 1945 innehatte. Er
sagte: „Durch die Schaffung Großdeutschlands ist
München noch mehr in den Mittelpunkt des Reiches
gerückt.“ Er begrüßte auch die Ausdehnung der In der Reichspogromnacht zerstörte
Stadtgrenzen und erklärte zu den Nachbargemeinden: Synagoge, Herzog-Rudolf-Straße
„Ich bin überzeugt, daß diese das Opfer ihrer
Selbständigkeit gerne bringen, um auf solche Weise zum

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Erfolg des Werkes des Führers beizutragen.“[27] 1938 erfolgte die Eingemeindung
umfangreicher Gebiete im Westen von München, darunter auch die der bis dahin
selbstständigen Stadt Pasing mit ihrer Kunstgewerbeschule und Lehrerbildungsanstalt –
wegen der Bedeutung dieses neuen Stadtteils allerdings mit eigener, nur dem Münchener
Oberbürgermeister unterstellter Bezirksverwaltung. Schon 1934 begann der Bau der
Autobahn nach Salzburg. Im Oktober 1939 erfolgte die Eröffnung des Flughafens München-
Riem.

Mitte 1938 verfügte der Gauleiter Adolf Wagner den


Abriss der evangelischen Stadtpfarrkirche St. Matthäus
in der Sonnenstraße unweit des Stachus, und zwar
angeblich um die Verbreiterung der Sonnenstraße auf
Berliner Maße durchführen zu können. Als eigentlicher
Anlass vermutet wird die schwelende Animosität des
NS-Regimes gegen den bayerischen Landesbischof Hans
Meiser, der eine Gleichschaltung der Evangelisch-
Münchener Abkommen. Von links:
Lutherischen Kirche in Bayern durch die Deutschen
Chamberlain, Daladier, Hitler,
Christen und damit ein Aufgehen in der „Reichskirche“
Mussolini, und der italienische
Außenminister Graf Galeazzo Ciano zu verhindern versuchte. Auch weitere bedeutsame
Bauten wie das Herzog-Max-Palais wurden damals
abgerissen oder wie das Atelier Elvira demoliert.

Am 29. September 1938 fand im Führerbau in der Arcisstraße die Unterzeichnung des
Münchner Abkommens statt. Der britische Premierminister Neville Chamberlain und der
französische Ministerpräsident Édouard Daladier stimmten darin der Abtrennung des
Sudetenlands von der Tschechoslowakei zu; die Wehrmacht besetzte es innerhalb von zehn
Tagen.

Die Münchner Synagogen wurden bereits Wochen vor der eigentlichen Reichspogromnacht
zerstört. So fiel auch die Hauptsynagoge am Lenbachplatz der Plünderung und
Brandschatzung zum Opfer, da sie Hitler bei einem Besuch einer Veranstaltung im
benachbarten Künstlerhaus „störend“ ins Auge gefallen war. Es war die erste Synagoge in
Deutschland, die der Barbarei zum Opfer fiel. So liegt die Vermutung nahe, dass die
nationalsozialistische Führung auch testen wollte, wie die Bevölkerung auf einen derartigen
Akt reagiert. Zu nennenswerten Protesten außerhalb der jüdischen Gemeinde kam es in
München nicht. Am 9. November 1938 hielt im Alten Rathaus Joseph Goebbels eine Rede,
die als Auftakt der Reichskristallnacht gilt. In der Reichskristallnacht wurden dann auch die
Synagogen in der Herzog-Rudolf-Straße und in der Reichenbachstraße durch Brandstiftung
zerstört und zahlreiche Geschäfte und Wohnungen jüdischer Münchener wurden vor den
Augen der Polizei verwüstet und geplündert. Die männlichen wohlhabenden jüdischen
Bewohner wurden anschließend in Konzentrationslager verschleppt, um sie zur Emigration
zu nötigen und ihr Vermögen einzuziehen. Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen
kamen mehrere jüdische Mitbürger zu Tode.[28][29]

Zweiter Weltkrieg und verheerende Luftangriffe


Als am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg begann herrschte keine Kriegseuphorie und

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nationaler Überschwang wie 1914. In den


Tageszeitungen lief eine massive Kampagne gegen Polen
und andere spätere Kriegsgegner. Zur
Kriegsvorbereitung wollte man die Bevölkerung auf den
Willen der Führung einschwören und betrieb dazu
Stimmungsmache. Im Sommer wurden die ersten
Männer einberufen, die Requirierung von privaten
Lastwägen begann, Rationierungen wurden eingeteilt
und ein Bezugsscheinsystem für Güter eingeführt. Am
19. September lud das städtische Kulturamt zu einer
Besprechung ein, in der es um das kulturelle Leben in
der Kriegszeit ging. Derweil trafen bereits am 8. Oktober
360 verwundete deutsche Soldaten in einem
Transportzug in München ein. Das Oktoberfest fiel
kriegsbedingt ab 1939 aus.
Mahnmal für die Weiße Rose vor
Am 8. November 1939 scheiterte Georg Elsers Attentat
der LMU München
auf Adolf Hitler im Bürgerbräukeller. Weil Hitlers
geplanter Rückflug nach Berlin wegen Nebels ausfiel
und er stattdessen auf einen Sonderzug ausweichen musste, redete er viel kürzer als sonst
und verließ mit seinem Führungsstab das Gebäude bereits 13 Minuten vor der Explosion von
Elsers Zeitbombe. Am 18. Juni 1940 kam es nach dem Westfeldzug zu einer weiteren
Zusammenkunft Hitlers mit Benito Mussolini in München, um sich über das Angebot des
französischen Marschalls Pétain auf Waffenstreckung zu besprechen.

Von den 12.000 Juden in München waren bis zum Beginn des Holocaust rund 7.500
geflüchtet. Im November 1941 begann die erste massenhafte Deportation von 999 als Juden
verfolgten und gefangenen Personen aus der Stadt direkt zum Ort des Massenmordes im
besetzten Litauen. Es folgten 42 weitere Transporte mit insgesamt rund 3.000 Personen.
Viele Betroffene ermordete die SS, das Kriegsende verhinderte, dass sie ihr Vernichtungsziel
erreichen konnten. Die amerikanische Armee fand nach der Befreiung Münchens lediglich
84 überlebende Juden in der Stadt. Zwischen 1941 und 1942 bestand das zur Tarnung so
genannte Judenlager Milbertshofen, bis 1943 das Sammellager Berg am Laim.

Immer mehr Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene kamen in die Stadt. Während des
Zweiten Weltkrieges existierten zahlreiche Lager für NS-Zwangsarbeit (KZ-Außenlager und
Außenkommandos, Kriegsgefangenenlager sowie Zivilarbeiterlager) im Raum München.[30]

Die NS-Machthaber verurteilten Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst von der
Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ 1943 in München zum Tode. Die Studenten hatten
gemeinsam mit einem kleinen Kreis von Kommilitonen und Dozenten in der Ludwig-
Maximilians-Universität zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufgerufen. Im
Februar hatte ein Hausmeister die Geschwister Scholl bei einer Aktion in der Ludwig-
Maximilians-Universität beobachtet, denunziert und festnehmen lassen. Der Prozess vor
dem Volksgerichtshof fand im Münchner Justizpalast statt, die Hinrichtung in der
Strafanstalt München-Stadelheim. Die Mitstreiter Alexander Schmorell, Willi Graf und Kurt
Huber bezahlten ihren Widerstand gegen die Nationalsozialisten ebenfalls mit dem Leben.

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Noch 1942 waren mit Aubing und Langwied zum bisher


letzten Mal Umlandgemeinden der Stadt einverleibt
worden. Wie alle deutschen Großstädte war auch
München im Zweiten Weltkrieg Ziel alliierter
Luftangriffe. Sie galten überwiegend der Industrie sowie
wichtigen Bahnanlagen. Flächenbombardements trafen
aber auch die Zivilbevölkerung schwer und zerstörten
viele Kulturdenkmäler (Luftangriffe auf München).
Wegen der geographischen Lage der Stadt wurde
München zunächst jedoch lange Zeit von Luftangriffen
fast gänzlich verschont, was der Stadt den Namen
„Luftschutzkeller des Reiches“ einbrachte. Bereits ab
dem Jahre 1933 gab es jedoch in München
Das zerstörte Siegestor Luftschutzübungen, am 10. März 1940 kam es erstmals
zu einem Luftangriff der Briten auf München. Die
britische Royal Air Force begann aber erst im September
1942 mit massiven Angriffen. Vom Frühjahr 1944 an beteiligten sich zunehmend Verbände
der US Army Air Force, die von Italien und England aus starteten. Am 12. Juli und am
Folgetag erschienen bis zu tausend amerikanische Flugzeuge und bombardierten besonders
Schwabing, Milbertshofen, Bogenhausen und die Au. 25 Münchner Kliniken wurden dabei
getroffen. Die schwersten Schäden richtete die RAF in der Nacht vom 7. auf den 8. Januar
1945 an, als in zwei Wellen etwa 2000 Tonnen Bomben auf die Innenstadt Münchens fielen.
Dabei wurden etwa 82.000 Wohnungen zerstört. Von den 824.000 Einwohnern die
München 1939 hatte, flohen zeitweise 400.000 aus der Stadt, entweder im Zuge von
Evakuierungen oder aus eigenem Entschluss. Die Kinderlandverschickung wurde auf
Veranlassung von Gauleiter Paul Giesler erst ab August 1943 auch für die Münchner
Schulkinder zum Alltag.

Am 30. April 1945, dem Todestag Hitlers, besetzten Einheiten der 7. US-Armee München:
Ohne nennenswerten Widerstand zu finden, rückten am Nachmittag aus allen Richtungen
amerikanische Truppen ins Stadtgebiet ein und um 16.05 Uhr wurde ihnen das Rathaus
übergeben.[31] Damit endete die NS-Zeit in München. Kurz zuvor war die Freiheitsaktion
Bayern gescheitert: Zwei Tage vor der Besetzung Münchens durch die Alliierten, rief die
Widerstandsorganisation, die aus militärischen und zivilen Personen bestand, über lokale
Sendestationen dazu auf, sich gegen die nationalsozialistische Herrschaft zu erheben. Der
Aufstand der Freiheitsaktion wurde noch am selben Tag durch einen SS-Verband beendet.
1947 wurde der frühere Feilitzschplatz zu Ehren der Widerstandsbewegung in Münchener
Freiheit umbenannt.

Bis Kriegsende war durch 73 Luftangriffe die historische Altstadt zu 90 % und die Stadt
insgesamt zu 50 % zerstört. Über 6.000 Menschen fanden bei Luftangriffen den Tod, etwa
15.000 wurden verletzt. Die Zahl der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Münchener wird auf
mindestens 33.000 geschätzt. Auch infolge Evakuierung und Flucht reduzierte sich die
Bevölkerungszahl von 824.000 im Jahr 1939 auf 479.000 unmittelbar nach Kriegsende.

Nachkriegszeit und Wiederaufbau

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München gehörte zur amerikanischen Besatzungszone.


Am 4. Mai 1945 wurde zunächst Dr. Karl Scharnagl (nun
CSU) als Oberbürgermeister der Stadt von der
amerikanischen Besatzungsmacht wieder eingesetzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann in München der
Wiederaufbau. Der Schriftsteller Eugen Roth („Ein
Mensch …“), gerade selbst „ausgebombt“, hatte über das
Wie schon in dem Artikel nachgedacht, der am 13.
Januar 1945 unter der Überschrift „München als ewiges Flug über München kurz nach
Besitztum“ in den Münchner Neuesten Nachrichten Kriegsende
erschien und in dem es heißt: „Es wird trotzdem auch
künftig eine Stadt geben, die nicht nur München heißt,
sondern auch München ist, so, wie Rom heute und immer Rom ist. Das alte München wird
es wohl nicht mehr sein, kann es, ja soll es nicht mehr werden. Denn wir haben in einer
Stadt gelebt, die in Jahrhunderten gewachsen ist, wir möchten in keiner leben, die ‚beinah
täuschend‘ so ausschaut, wie früher. Wie und was da noch erhalten, wieder aufgebaut
werden kann, ist eine Frage, die vor dem Frieden nicht beantwortet werden kann. Manches
wird überraschend schnell in erträgliche Bahnen gebracht werden. Das was uns bleibt und
das wir würdig wieder instandsetzen können, werden wir als köstlichstes Vermächtnis
bewahren.“[32]

An den Münchner Volksschulen wurde im September 1945 der Unterricht wieder


aufgenommen, wegen der auch hier laufenden Entnazifizierung standen aber nur mehr 400
Lehrkräfte zur Verfügung. Da die Hälfte der Schulgebäude kriegszerstört war, konnte auch
nur gruppenweise unterrichtet werden. Erstmals gab es auch das Fach Englisch. Der
Geschichtsunterricht dagegen sollte solange, "bis auf diesem Gebiet eine neue Grundlage
geschaffen ist, auf Heimatkunde beschränkt" bleiben.

Thomas „Dammerl“ Wimmer, Münchener


Oberbürgermeister von Juli 1948–1960, forderte mit
den (sprichwörtlich gewordenen) mundartlichen
Worten rama dama (auf Hochdeutsch etwa „aufräumen
tun wir“) die Bevölkerung auf, die Trümmer und Ruinen
des Zweiten Weltkrieges wegzuräumen. Bei der
Rekonstruktion des Stadtbildes legte man – anders als
in vielen anderen deutschen Städten – Wert darauf, die
historische Straßenführung nicht zu verändern und alle
bedeutenden Gebäude möglichst originalgetreu
wiederherzustellen.
800 Jahre München, Feuerwerk auf
der Theresienwiese 1958 Auch wenn viele Bauten zumindest im Äußeren
wiederhergestellt wurden, wurde das Gesicht der Stadt
durch einige Abrisse und Baumaßnahmen wie den
Altstadtring dennoch vielerorts verändert (Zweite Zerstörung Münchens). Verloren sind
einige architektonisch sehr bedeutsame Gebäude wie das Palais Piosasque de Non,
historisch wichtige Bauten wie das Wittelsbacher Palais, sowie Bauwerke, die die Silhouette
der Stadt einst mitbestimmt hatten, so der große Kuppelbau des Verkehrsministeriums.

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Das politische, kulturelle und wirtschaftliche Leben


begann sich rasch zu normalisieren. Am 6. Juni 1947
fand in München die Konferenz aller deutschen
Ministerpräsidenten statt. 1949 nahm der Bayerische
Landtag seinen Sitz im Maximilianeum. Die
Währungsreform 1948 und ein Wirtschaftsaufschwung
ab etwa 1950 spielten hierbei eine entscheidende Rolle.
Großunternehmen wie Siemens, BMW und MAN
machen München in der Nachkriegszeit zu einer der Manschette von achtzehn
wichtigsten Industriestädte der Bundesrepublik. Im Postkarten mit Motiven zerstörter
September 1949 fand das erste Oktoberfest nach dem Münchner Kirchen. Diese sollten die
Krieg statt.[33] Das bayerische Fernsehen startete Bevölkerung dazu anregen,
offiziell 1954. Die Fernsehstudios und die der privaten finanzielle Mittel zu erbringen. Als
„Bausteine für den Wiederaufbau“
Konkurrenz befinden sich heute außerhalb Münchens,
wurden sie vom Verlag Katholische
in Unterföhring. Im selben Jahr gab es die erste
Kirche Bayerns in verschiedenen
Städtepartnerschaft mit Edinburgh, sechs weitere Serien herausgegeben und waren
sollten folgen (Verona, Bordeaux, Sapporo, Cincinnati, mit Aquarellen von G. Reitz
Kiew und Harare). 1956 wurde die Münchner Lach- und illustriert.
Schießgesellschaft gegründet.

Am 1. Oktober 1952 wurde die Stadt erstmals verkleinert, der 1942 als Teil der Gemeinde
Langwied eingemeindete Gemeindeteil Gröbenzell wurde in die neugebildete Gemeinde
Gröbenzell im Landkreis Fürstenfeldbruck ausgegliedert.[34] Am 15. Dezember 1957
überschritt München dennoch die Eine-Million-Einwohner-Grenze. Mit der Geburt des
Pasingers Thomas Seehaus wurde München zur Millionenstadt. Sein Pate wurde
Oberbürgermeister Thomas Wimmer.[35] Nach Unterzeichnung eines Anwerbeabkommens
am 20. Dezember 1955 kamen mit Italienern die ersten Gastarbeiter der Nachkriegszeit nach
München.

1960 wurde Hans-Jochen Vogel (SPD)


Oberbürgermeister als Nachfolger von Thomas Wimmer
(SPD). Die Veranstaltung des Eucharistischen
Weltkongresses 1960 hatte Bedeutung für München als
erstes internationales Großereignis der Nachkriegszeit.
In den 60er Jahren entstanden neue Satellitenstädte wie
Neuperlach und Hasenbergl. Aus der 1962 von Ewald-
Heinrich von Kleist-Schmenzin gegründeten Münchner
Wehrkundetagung ging die Münchner Konferenz für
Sicherheitspolitik hervor. Alljährlicher Tagungsort ist
das Hotel Bayerischer Hof. 1966 entstand die
Hochschule für Fernsehen und Film München.

Der steile Aufschwung Münchens durch das


Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit wurde jedoch
U-Bahn-Bau in der Ludwigstraße
(1967) auch durch zahlreiche Unglücke und Gewalttaten
überschattet. Im März 1952 explodierte ein an
Bundeskanzler Konrad Adenauer adressiertes Päckchen

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im Polizeipräsidium München und tötete den Polizeibeamten Karl Reichert. Als sich im Zug
der Ermittlungen herausstellte, dass die Spuren zu Splittergruppen der 1948 aufgelösten
jüdischen Partisanen- und Untergrundorganisation Irgun führten, entschloss sich die
Bundesregierung, das Beweismaterial geheim zu halten, um keine antisemitischen
Reaktionen in der Öffentlichkeit zu provozieren. 1959 wurde der ukrainische Exilpolitiker
Stepan Bandera in München ermordet. Am 6. Februar 1958 kam es zu einem tragischen
Flugzeugunglück auf dem damaligen Flughafen München-Riem. Unter den Verunglückten
war die Fußballmannschaft von Manchester United. Ein weiteres schweres Unglück
ereignete sich am 17. Dezember 1960, als ein Passagierflugzeug den Turm der Sankt-Pauls-
Kirche streifte und anschließend auf eine vollbesetzte Straßenbahn fiel. Die beiden
Katastrophen ließen erstmals Rufe nach Verlegung des Flughafens München-Riem laut
werden. In Schwabing kam es im Zuge der Studentenbewegung wiederholt zu Studenten-
und Jugendkrawallen (Schwabinger Krawalle). Nach den Unruhen erarbeitete die
Münchener Polizei ein Konzept, das erstmals in Deutschland auf Ansätze zur Deeskalation
setzte, um zukünftige Ereignisse dieser Art zu vermeiden („Münchner Linie“). Dennoch
wurden bei den Osterunruhen 1968 zwei Menschen in München getötet. Als eine Folge der
68er-Bewegung gründete sich um den Münchner Andreas Baader, sowie Gudrun Ensslin
und Ulrike Meinhof die terroristische Rote Armee Fraktion (RAF). 1970 kam es zum
Brandanschlag auf das Altenheim der Israelitischen Kultusgemeinde. 1971 ereignete sich
dann der erste Bankraub mit Geiselnahme und Lösegeldforderung im
Nachkriegsdeutschland in der Prinzregentenstraße.

1972 fanden dann die XX. Olympischen Sommerspiele


im neu erbauten Olympiapark auf dem Gelände des
ehemaligen Flughafens Oberwiesenfeld statt. Geplant
waren die Spiele als die „heiteren Spiele“ als bewusster
Kontrast zu den Propagandaspielen der
Nationalsozialisten im Jahre 1936. Dieser Eindruck
unbeschwerter und friedlicher Spiele wurde jedoch
durch die Geiselnahme von München jäh zerstört, als
am 5. September durch Mitglieder der palästinensischen Sondermarke der Deutschen
Terrororganisation Schwarzer September israelische Bundespost mit dem
Sportler als Geiseln genommen wurden. Der Olympiagelände zu den
Olympischen Spielen 1972
Befreiungsversuch der deutschen Behörden in
Fürstenfeldbruck endete in einer Katastrophe: Alle elf
israelischen Geiseln, ein Polizist und fünf
palästinensische Terroristen starben.

Aufgrund dieser Großveranstaltung erfuhr der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs eine
wesentliche Beschleunigung durch den Betriebsstart von U-Bahn und S-Bahn rechtzeitig zu
den Olympischen Spielen: Die Münchner U-Bahn wurde erst am 19. Oktober 1971 eröffnet
und befährt mittlerweile ein Streckennetz von mehr als 100 km. Im Jahr darauf wurden die
Vorortbahnen zur S-Bahn München zusammengefasst. Zudem wurde zwischen der
Neuhauser- und der Kaufingerstraße in der Münchner Innenstadt die Fußgängerzone
eröffnet. 1974 wurde München dann einer der Austragungsorte der
Fußballweltmeisterschaft. Im Olympiastadion fand neben weiteren Spielen das Finale statt.

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Das Jahr 1975 markierte das Ende der Stadtpolizei


München. 1978 ermöglichten Flügelkämpfe der
Münchner SPD die Wahl des CSU-Kandidaten Erich
Kiesl, der nach einer Wahlperiode bereits wieder von
seinen Vorgänger Georg Kronawitter (SPD) abgelöst
wurde. Mehrere Großprojekte der Stadtentwicklung
wurden in der Folgezeit auf den Weg gebracht. Schon
BMW Hochhaus und Museum 1981 erfolgte die Eröffnung des Neubaues der Neuen
(1972) Pinakothek. Im selben Jahr nimmt das Europäische
Patentamt in einem Neubau an der Isar seine Arbeit auf.
Pläne, auch das Europäische Markenamt nach München
zu holen, scheitern jedoch. Die Internationale Gartenausstellung 1983 fand im neu
entstandenen Westpark statt. 1985 erfolgte die Eröffnung des umstrittenen neuen
Kulturzentrums am Gasteig.

Zu Beginn der 1980er Jahre wechselten sich weiterhin politische Verwerfungen und
Großereignisse ab. Bei einem Attentat am 26. September 1980 auf dem Oktoberfest starben
13 Menschen, 218 wurden verletzt. Der Attentäter, der aus dem neonazistischen Umfeld
stammte, kam bei dem Attentat selbst ums Leben. Seitdem erinnert ein Mahnmal am
Eingang des Oktoberfests an diesen Vorfall. Im Folgejahr wurde ein Bombenattentat auf den
Radio Free Europe verübt, der seit 1950 sein Hauptquartier in München hatte. 1981 wurden
mehrere versuchte Hausbesetzungen durch Jugendliche bereits nach kurzer Zeit zum Teil
gewaltsam beendet. In der Folge kommt es zu Anschlägen durch die Gruppe Freizeit 81.
1980 besuchte Papst Johannes Paul II. München. In der Rudi-Sedlmayer-Halle wurde der
28. Eurovision Song Contest 1983 ausgetragen.

Seit Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelte sich das Glockenbachviertel zu einem
Zentrum der Schwulenbewegung, zahlreiche Künstler wie Rainer Werner Fassbinder und
Freddie Mercury ließen sich dort nieder. 1988 wurde die Münchener Biennale von Hans
Werner Henze ins Leben gerufen.

1984 erlebte München ein extrem schweres Hagelunwetter. Die Gesamtschäden in München
und Umgebung wurden auf rund drei Milliarden DM geschätzt. (→   Hagelsturm von
München)

Das Ende der Nachkriegszeit und der DDR machte sich 1989 auch in Münchens Verwaltung
bemerkbar: Aufgrund verstärkter Ausreisen und der Massenflucht von DDR-Bürgern über
Ungarn in die Bundesrepublik kamen im Laufe des Herbstes viele DDR-Bürger in der Stadt
an. Nachdem München dann im Dezember die einzige Stadt in Bayern war, die den DDR-
Besuchern bis Jahresende zu den 40 DM Begrüßungsgeld vom Freistaat auch ein
kommunales für den Zweitbesuch von 50 DM zahlen wollte, kamen täglich Tausende von
DDR-Bürgern nach München und reihten sich in die Schlangen vor den Zahlstellen ein, so
dass das Städtisches Zweitbegrüßungsgeld mit einer Dringlichkeitsanordnung noch vor
Jahresende gestoppt wurde.

Jüngste Vergangenheit von 1990 bis zur Gegenwart


Nach der deutschen Wiedervereinigung erfolgte der Abzug der US-Army aus München und

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verschiedene Einrichtungen wie die ehemalige McGraw-Kaserne wurden einer neuen


Nutzung zugeführt.

Im Jahr 1993 wurde Christian Ude (SPD) Oberbürgermeister der Stadt als Nachfolger Georg
Kronawitters. Ab 1996 wurde im Münchner Stadtrat für achtzehn Jahre eine
Regierungskoalition aus SPD, Grünen und Rosa Liste gebildet.

1993 erfolgte nach langem Streit die Eröffnung der Bayerische Staatskanzlei im Hofgarten.

Auch in den 1990er Jahren wurde die Stadtentwicklung


durch mehrere Großprojekte vorangebracht. Im Jahr
1992 kam es nach langen Auseinandersetzungen zur
Eröffnung des neuen Münchner Flughafens im Erdinger
Moos. Der alte Münchner Flughafen in Riem wurde
innerhalb einer Nacht auf das neue Areal umgezogen.
München entwickelte sich zu einem wichtigen High
Tech Standort. Im selben Jahr fand dann auch der
Weltwirtschaftsgipfel in München statt. Im Jahr 1998 Luftbild Innenstadt mit der
wurde zudem die Neue Messe in der neuen Messestadt Frauenkirche und der Peterskirche
Riem auf dem Areal des ehemaligen Flughafens eröffnet. (Foto 2009)
Heute ist dort noch der alte Tower des Flughafens, ein
roter Backsteinbau, zu sehen. Auf dem Gelände der alten
Messe in der Nähe der Theresienwiese wurde weiterhin ein umfassendes innerstädtisches
Entwicklungsprogramm vorangetrieben, in dessen Rahmen ein Wohn- und Geschäftsviertel
neu entstand. Das Verkehrszentrum des Deutschen Museums ist dort inzwischen ebenfalls
zu finden. Im Jahr 1996 griffen dann die Münchner Bürger selbst in politische
Entscheidungen ein: Mit einem ersten Bürgerbegehren, das 50,7 Prozent der Wähler
unterstützen, wurde die Stadt zum Bau von drei Straßentunnels am Mittleren Ring
gezwungen, was diese mit der Erhöhung der Gewerbesteuer beantwortete. Zur selben Zeit
kam es zu Protesten die als Biergartenrevolution in die Stadtgeschichte eingingen.

Von 2000 bis 2011 wurde die Flusslandschaft der Isar in dem acht Kilometer langen
Abschnitt im Bereich zwischen Großhesseloher Brücke und Deutschem Museum unter dem
Motto „Neues Leben für die Isar“ mit großem Aufwand naturnah gestaltet. Dabei entstand
sogar eine weitere Isarinsel, die Weideninsel. 2002 wurde die Panzerwiese und das
angrenzende Hartelholz zum Naturschutzgebiet und Fauna-Flora-Gebiet ernannt.

2002 erfolgte die Eröffnung der Pinakothek der


Moderne im Kunstareal München, das in der Folge mit
den Neubauten für das Museum Brandhorst und das
Staatliche Museum Ägyptischer Kunst sowie dem
Erweiterungsbau für das Lenbachhaus weiter ausgebaut
wurde. Am 21. November 2004 entschieden die
Münchner dann in einem Bürgerentscheid, dass in
Zukunft keine Hochhäuser, die 100 Meter (Höhe der
Pinakothek der Moderne, Rotunde Türme der Frauenkirche) übersteigen, im Stadtgebiet
errichtet werden dürfen. Anlass war die Fertigstellung
einer Reihe neuer, teilweise umstrittener Hochhäuser

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wie des Uptown München und der Highlight Towers.

Weitere Großbauten bereicherten zu Anfang des neuen Jahrtausend das Stadtbild. Am 30.
Mai 2005 wurde nach 30 Monaten Bauzeit das neue Fußballstadion, die Allianz Arena,
fertiggestellt und eingeweiht. Am 5. September 2005 wurde die Schrannenhalle in der Nähe
des Viktualienmarkts wiedereröffnet. Am 9. November 2006, drei Jahre nach der
Grundsteinlegung für das Jüdische Zentrum am Jakobsplatz erfolgte die Einweihung der
neuen Hauptsynagoge. Endgültig fertiggestellt wurde das Jüdische Zentrum dann 2007. Am
20. Oktober 2007 wurde BMW Welt am Olympiapark eröffnet. Ab Ende 2006 wurde ein
Zentraler Omnibus-Bahnhof an der S-Bahnhaltestelle Hackerbrücke in der Nähe des
Hauptbahnhofes erbaut und nach dreijähriger Bauzeit 2009 fertiggestellt.

Als erste deutsche Großstadt stellte München ab 2003 bis 2008 seine EDV zu großen Teilen
auf Linux und freie Software um, hierfür wurde eine eigene Linuxdistribution mit dem
Namen LiMux entwickelt. (Siehe auch Linux in staatlichen Einrichtungen). Seit 2006
gehören sowohl die Ludwig-Maximilians-Universität als auch die Technische Universität
München zu den ersten, anfangs nur drei deutschen Eliteuniversitäten.

Zum Christopher Street Day


erstrahlte die Allianz Arena in
Regenbogenfarben.
BMW Welt
Auch im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends
erlebte München zahlreiche Großereignisse. Die BUGA
2005 – Bundesgartenschau fand 2005 in München in der Nähe der Messe Riem statt. Am 9.
Juni 2006 folgte die Eröffnung der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland in der neuen
Allianz Arena in Fröttmaning. Vom 9. bis 11. September 2006 besuchte Papst Benedikt XVI.
als dritter Papst München und hielt einen Gottesdienst am Messegelände in Riem. Der
zweite Ökumenische Kirchentag hat vom 12. bis 16. Mai 2010 in München stattgefunden.

2010 scheiterte der Bau der Moschee Sendling aus finanziellen Gründen. Wie schon lange
zuvor beim Bau protestantischer Kirchen (St. Lukas) und Synagogen (Alte Hauptsynagoge)
gab es Proteste und den Wunsch der Gegner keinen prominenten stadtbildenden Bauplatz
zur Verfügung zu stellen.

Am frühen Donnerstagvormittag des 15. November 2012 fiel in weiten Teilen der Stadt der
Strom aus. Bis zu 450.000 Bürger waren dabei betroffen. Straßenampeln fielen aus, S- und
U-Bahn wurden erheblich im Fahrplanablauf gestört. Im November 2013 erregte auch der
Schwabinger Kunstfund großes Aufsehen.

Das Regierungsbündnis im Stadtrat aus SPD, Grünen und Rosa Liste wurde nach den
Wahlen 2014 von einer Großen Koalition abgelöst. Im September 2015 kamen auf Grund der
Flüchtlingskrise in Europa ab 2015 von heute auf morgen täglich Tausende Flüchtlinge am
Münchner Hauptbahnhof an. Spontan wurden sie damals von zahlreichen Einheimischen

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mit kleinen Geschenken begrüßt.

Am 22. Juli 2016 wurden bei einem Anschlag neun Menschen getötet, vier verletzt und bei
entstandenen Paniken wurden nochmals mindestens 32 Menschen verletzt.

Im Dezember 2016 einigten sich Freistaat und Deutsche Bahn für die S Bahn neben einer
zweiten Stammstrecke auch den Ausbau von Nordring und Sendlinger Spange zu planen.
Ende des Jahres 2016 erreichte die Einwohnerzahl einen neuen Rekord von anderthalb
Millionen Menschen. Im Jahre 2016 kamen in München 18 107 Babys zur Welt. Das sind
fast 1000 mehr als im Jahr davor und ebenfalls ein neuer Rekord.[36]

Obwohl weiterhin Neubaugebiete erschlossen wurden, so im Westen Freiham, als etwa 350
ha großes Stadterweiterungsgebiet, oder auf dem Gelände der Bayernkaserne wo die
Bevölkerung im Stadtbezirk Schwabing-Freimann binnen weniger Jahre um 15.000
Menschen wachsen wird, erreichten sowohl die Immobilien- als auch die Mietpreise einen
deutschen Spitzenplatz. Unterdessen geht die Gentrifizierung der Stadt immer
rücksichtsloser voran: Im Oktober 2017 entschied die Stadt jedoch, dass das trotz eines
Baustops abgerissene, unter Denkmalschutz stehende Uhrmacherhäusl in Giesing wieder
original aufzubauen sei.[37] Das Verfahren um die Kolbergerstraße 5 war zuvor eines der
zahlreichen Beispiele trotz Denkmalschutz ältere Bauwerke zugunsten einer dichteren
Bebauung abzureissen. Wegen seines nun gut gepflegten Altbaubestands gilt das
Glockenbachviertel als attraktives Wohnquartier und sehr teures Szeneviertel. Steigende
Preise führen dazu, dass die alternative Szene mehr und mehr ins Westend abwandert und
die schwule Szene kaum noch vertreten ist, da viele Lokale geschlossen wurden.

2017 begann die BMW Group mit dem Ausbau ihres Forschungs- und Innovationszentrum
FIZ im Münchner Norden. Das soll bis 2050 um rund 50 Prozent wachsen und dann 41.000
Arbeitsplätze bieten.[38] Im Oktober 2017 wurde auch das Ergebnis der Planungen für ein
neues Konzerthaus im Werksviertel am Ostbahnhof bekanntgegeben: Neben einem großen
Konzertsaal für das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit 1800 Plätzen sollte
ursprünglich ab Frühsommer 2018 auf dem Gelände der ehemaligen Pfanni-Knödelfabrik
auch ein kleinerer Saal mit 600 Plätzen entstehen, bevor sich das Projekt verzögerte. Die
Kosten für das Projekt von Cukrowicz Nachbaur Architekten werden auf mehr als 300
Millionen Euro geschätzt. Im Dezember wurde dann der Siegerentwurf für den Neubau des
Volkstheaters am Zenettiplatz mit einem Saal mit wie bisher 600 Sitzplätzen und einer
Werkraumbühne vorgestellt.[39]

Eine Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2022 scheiterte an einem Volksentscheid


im November 2013. Mit ihrer Bewerbung für die Winterspiele 2018 war München zuvor
ebenfalls gescheitert. Die Stadt München ist jedoch einer der Ausrichter der Fußball-
Europameisterschaft 2020, die erstmals in 13 Städten verschiedener Länder gleichzeitig
ausgetragen wird: Vier Partien finden dann in der Arena in Fröttmaning statt, drei
Vorrundenspiele und ein Viertelfinale. Den Zuschlag für die Fußball-Europameisterschaft
2024 hat Deutschland bekommen, auch in München werden dann wieder Spiele
ausgetragen. Auch das Endspiel der Champions League 2022 wird wieder in der Allianz
Arena stattfinden.

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Persönlichkeiten der Stadtgeschichte


Siehe auch: Liste von Persönlichkeiten der Stadt München

Künstler
München und insbesondere Schwabing hat schon seit langem bedeutende Künstler aller Art
angezogen. Diese schufen eine endlose Zahl großer und kleiner Kunstwerke, die oftmals in
Museen zu besichtigen sind oder sogar das Stadtbild prägen. Viele Namen sind in den
Straßennamen verewigt. Von der fast endlosen Liste berühmter Persönlichkeiten, die in
München geboren wurden oder dort gewirkt haben, hier eine Auswahl:

Erasmus Grasser, Hubert Gerhard, Johann Baptist Straub, Ignaz Günther, Hans Krumpper,
Ludwig von Schwanthaler (Bildhauer), Johann Baptist Stiglmaier (Bildhauer und
Neubegründer des monumentalen Erzgusses), Cosmas Damian Asam (Maler und
Baumeister) und Egid Quirin Asam (Bildhauer und Baumeister), Johann Baptist
Zimmermann (Maler und Stuckateur), Giovanni Antonio Viscardi, Enrico Zuccalli, Joseph
Effner, Johann Michael Fischer, François de Cuvilliés der Jüngere, Gustav Vorherr, Carl von
Fischer, Leo von Klenze, Friedrich von Gärtner (Baumeister), Jan Polack, Peter Candid,
Hans von Aachen, Carl Rottmann, Wilhelm von Kaulbach, Carl Spitzweg, Franz von
Lenbach, Franz von Stuck, Wilhelm Leibl (Maler), Paul Heyse, Henrik Ibsen (Schriftsteller),
Orlando di Lasso, Giovanni Battista Ferrandini, Giuseppe Antonio Bernabei, Pietro Torri,
Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Wagner, Richard Strauss, Franz Lachner, Max Reger,
Carl Orff (Komponisten).

Schwabing zog eine große Zahl an Künstlern um die Jahrhundertwende und während der
Weimarer Republik an: insbesondere Maler wie Paul Klee, Wassily Kandinsky, Alexej von
Jawlensky, Gabriele Münter, Franz Marc, August Macke und Alfred Kubin, dazu
Schriftsteller wie Rainer Maria Rilke, Frank Wedekind, Franziska Gräfin zu Reventlow,
Thomas Mann, Lion Feuchtwanger, Bert Brecht, Oskar Maria Graf, Marianne von Werefkin.
Die bekannte Künstlerverbindung der Expressionisten, der Blaue Reiter, hat in München
seinen Ursprung.

Wissenschaftler
Bereits im Mittelalter wurde München unter Kaiser Ludwig dem Bayern ein wichtiger Ort
des Geisteslebens, an seinen Hof hatten sich unter anderem die Theologen und Philosophen
Marsilius von Padua und Wilhelm von Occam geflüchtet. Im späten 18. Jahrhundert
reorganisierte mit Benjamin Thompson ein renommierter Naturwissenschaftler von
München aus das bayerische Staatswesen.

Seit dem 19. Jahrhundert ist München ein Zentrum der Wissenschaften. Forscher und
Erfinder wie Alois Senefelder, Joseph von Fraunhofer, Justus von Liebig, Carl von Linde,
Rudolf Diesel, Oskar von Miller, Georg Simon Ohm, Emil Kraepelin, Alois Alzheimer
arbeiteten in München und der junge Albert Einstein besuchte das Luitpold Gymnasium.
Zahlreich sind die Nobelpreisträger, die in München lehrten, von Wilhelm Conrad Röntgen
im Jahre 1901 bis Theodor Hänsch 2005.

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Stadtoberhäupter
Die Führung der Stadt oblag seit dem 13. Jahrhundert
dem Rat, der sehr unterschiedliche Bezeichnungen hatte
(Consules, Die Burger aus dem Haus, Die Ratgeben).
An dessen Spitze stand ein Bürgermeister, der ebenfalls
im Laufe der Zeit verschiedene Bezeichnungen hatte.
Anfang des 19. Jahrhunderts leitete der Magistrat die
Stadtverwaltung. Ihm standen zwei Bürgermeister vor.
1810 gab es einen Munizipalrat nach dem Vorbild der
französischen Republik und ab 1818 wieder einen
Magistrat. München war ab jenem Zeitpunkt eine Stadt
1. Klasse. Dem Magistrat standen zwei Bürgermeister
vor. Daneben gab es als zweite Kammer die
„Gemeindebevollmächtigten“. Dieses
Verwaltungssystem wurde 1869 reformiert, dem Grunde
nach jedoch beibehalten. Erst ab 1919 gab es nur noch Das neue Rathaus und die
ein Einkammersystem. Magistrat und Mariensäule auf dem Marienplatz
Gemeindebevollmächtigte wurden zum Stadtrat
vereinigt. Die Leitung der Stadt oblag dem
ehrenamtlichen, von den Bürgern beziehungsweise ab 1924 vom Gemeinderat gewählten 1.
Bürgermeister und einem hauptamtlichen 2. Bürgermeister. Ab 1935 erhielt der Erste
Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister. An seiner Seite gab es Beigeordnete. Nach dem
Zweiten Weltkrieg wurden Stadtrat und Oberbürgermeister zunächst von der
amerikanischen Besatzungsmacht eingesetzt, ab 1946 wurde der Stadtrat bereits wieder von
der Bevölkerung gewählt. Der Oberbürgermeister wurde ab 1952 ebenfalls wieder von der
Bevölkerung der Stadt gewählt.

Seit 1948 stellt die SPD fast ununterbrochen die Bürgermeister der Stadt, einzige Ausnahme
war Erich Kiesl (CSU) von 1978 bis 1984. Derzeitiges Stadtoberhaupt ist seit 1. Mai 2014
Dieter Reiter (SPD), welcher Christian Ude (SPD) nach 21 Jahren im Amt abgelöst hat.

Siehe auch: Münchner Bürgermeister

Siehe auch
Chronik der Stadt München
Eingemeindungen in die Stadt München
Einwohnerentwicklung von München
Münchner Bürgermeister

Literatur
Reinhard Bauer, Ernst Piper: München. Die Geschichte einer Stadt. R. Piper GmbH &
Co. KG, München, Zürich 1993, ISBN 3-492-03182-X.
Richard Bauer (Hrsg.): Geschichte der Stadt München. C. H. Becksche
Verlagsbuchhandlung, München 1992, ISBN 3-406-35946-9.
Richard Bauer: Geschichte Münchens, Vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

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Sonderausgabe, Verlag C. H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57288-3.


Joachim Käppner, Wolfgang Görl, Christian Mayer (Hrsg.): München. Die Geschichte der
Stadt. Süddeutsche Zeitung Edition, München 2008, ISBN 978-3-86615-622-7.
Hans F. Nöhbauer: München. Eine Geschichte der Stadt und ihrer Bürger. Band 1: von
1158 bis 1854. Süddeutscher Verlag, München 1989, ISBN 3-7991-6427-8.
Hans F. Nöhbauer: München. Eine Geschichte der Stadt und ihrer Bürger. Band 2: von
1854 bis zur Gegenwart. W. Ludwig Buchverlag, München 1992, ISBN 3-7787-2126-7.
Paul-Moritz Rabe: Die Stadt und das Geld. Haushalt und Herrschaft im
nationalsozialistischen München. Wallstein, Göttingen 2017, ISBN 978-3-8353-3089-4.
Alexander Rotter: Wasser und Strom für München. Vom Cholera-Nest zur leuchtenden
Metropole. Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn 2018, ISBN 978-3-87437-585-6.
Franz Schiermeier: Stadtatlas München, Karten und Modelle von 1570 bis heute.
Herausgegeben vom Stadtarchiv München und vom Münchner Stadtmuseum. 2003,
ISBN 3-9809147-0-4.
Helmuth Stahleder: Chronik der Stadt München. Für das Stadtarchiv München
herausgegeben von Richard Bauer. Dölling und Galitz Verlag, München 2005.
Band 1: Herzogs- und Bürgerstadt. Die Jahre 1157–1505. ISBN 3-937904-10-7.
Band 2: Belastungen und Bedrückungen. Die Jahre 1506–1705. ISBN
3-937904-11-5.
Band 3: Erzwungener Glanz. Die Jahre 1706–1818. ISBN 3-937904-12-3.
Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung (Hrsg.): stadt
bau plan, 850 Jahre Stadtentwicklung München, DVD zur Ausstellung im Referat für
Stadtplanung und Bauordnung. Franz Schiermeier Verlag, München 2009, ISBN
978-3-9811425-8-7.

Weblinks
Münchner Stadtgeschichte auf www.muenchen.de (http://www.muenchen.de/Rathaus/dir
/stadtarchiv/geschichte/39313/index.html)
Die Münchner Stadtchronik (http://www.muenchen.de/Rathaus/dir/stadtarchiv/chronik/39
335/index.html)
Info-Seiten des Münchner Kulturreferats zur Stadtgeschichte Münchens (http://www.mue
nchen.de/Rathaus/kult/stadtgeschichte/39241/index.html)
Historische Stadtkarten und Stadtmodelle von 1570 bis heute (http://www.stadtatlas-mue
nchen.de/stadtatlas/uebersicht.html)
Animation des alten Münchens „München4d“ (http://www.muenchen4d.de/muenchen4d/)
Historischer Atlas München (http://www.his-muenchen.de/)
Urkundliche Ersterwähnung Münchens als hochauflösendes Digitalisat im Kulturportal
bavarikon (http://www.bavarikon.de/object/bav:GDA-OBJ-0000000000000006)

Einzelnachweise
1. welt.de (https://www.welt.de/regionales/muenchen/article129656403/Forscher-finden-30
00-Jahre-altes-Grab-in-Muenchen.html) (Forscher finden 3000 Jahre altes Grab in
München)
2. muenchen.de (http://www.muenchen.de/aktuell/2013-2014/archaeologische-funde-freiha
m.html) (Ausgrabungen in Freiham)
3. boier.de (http://www.boier.de/die-boier.html) (Boier in Bayern)
4. Wo die Bayern herkommen (http://www.sueddeutsche.de/bayern/spur-der-roemer-wo-di
e-bayern-herkommen-1.1478780) (SZ- Wo die Bayern herkommen)

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Geschichte Münchens – Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Münchens

5. munichkindl.net (https://www.munichkindl.net/bajuwaren) (Der Stamm der Bajuwaren


entsteht)
6. munichkindl.net (https://www.munichkindl.net/foehring) (Gründung Münchens)
7. Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und
Bedeutung. Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz. C. H. Beck, München 2006, ISBN
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