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Kommentar von Jan Leifermann

Thema: Änderung des Sterbehilfegesetzes.

Große Diskussionsrunden entstehen landesweit. Der Grund die aktuelle Urteilsfällung des
Bundesverfassungsgerichts über das Thema der Sterbehilfe. Dieses erklärte am 26.02.2020 den
Paragrafen 217 aus dem Strafgesetzbuch für nichtig. Der Paragraf 217 verbat nicht den Suizid an
sich, sondern stellte die geschäftsmäßige Sterbehilfe unter Strafe. Dies bedeutet das wiederholte
helfen beim Suizidversuch trug Strafrechtliche folgen mit sich. Mit dieser Entscheidung lockert der
Deutsche Staat erstmals die Gesetze des diesbezüglichen Themenbereich.

Das lockern des Gesetzes mit der Abschaffung des Paragrafen 217 erhöhe den Druck auf Alte,
Kranke und Pflegefälle. Es entstehe der Gedanke den Angehörigen nicht mehr zur Last fallen zu
wollen. Dies ist ein immer wieder aufgeführtes Argument gegen die Sterbehilfe und an diesem ist
nichts auszusetzen. Es stimmt, keiner mag sich eine Gesellschaft vorstellen in welcher er sich
dadurch für den selbst zugefügten Tod entscheidet. Aber um dieses zu verhindern, die Beihilfe zum
Suizid, mit bis zu drei Jahren Haft zu bestrafen ist auch weniger hilfreich. Denn dies nahm den
bereits geschwächten Personen, eine der für sie letzten Möglichkeiten eines Schmerzfreien
Auswegs. Dies ist nun anders.

Jedoch wird die Gesetzesänderung nicht gänzlich allein eingeführt. Die Abschaffung des Paragrafen
beinhaltet neue Regelungen, welche den missbräuchlichen Umgang vorbeugen sollen. Und das ist
auch gut so. Dem Staat ist es vorbehalten eine Suizidprävention einzuführen. Darüber hinaus darf er
“auch einschränkende Regelungen für Suizidwillige und Sterbehilfevereine schaffen“(Artikel
Tagesschau). Das könnte in Beratungspflichten und Überlegungsfristen bei dem Wunsch eines
Freitods resultieren. Denn so würde der Unüberlegte Suizid verhindert. Außerdem ist es dem
Gesetzgeber erlaubt die Sterbehilfevereine zu kontrollieren und bei einer rechtswidrigen
Beeinflussung des Patienten einzuschreiten. Ohne diese Regelung wäre die Gesetzesänderung nicht
vollständig. Denn keiner sollte die Entscheidung sich das Leben zu nehmen beeinflussen dürfen.

Dies schafft neue Perspektiven für die Fälle ohne Angehörige. Sie haben keine Person die ihnen
helfen, die für den Suizid benötigten Materialien zu besorgen. Diese Dinge in die eigene Hand zu
nehmen ist ihnen den Meisten fällen nicht möglich. Wie soll jemand der nicht einmal ohne große
Anstrengung seinen Arm heben kann Suizid begehen ?. Selbst wenn man kein Pflegefall ist und
dennoch der Wunsch eines selbstbestimmten Ablebens besteht, wird einem nun Recht
zugesprochen. Zwar wird dieser Prozess streng vom Gesetzgeber kontrolliert, ermöglicht jedoch
trotzdem das einhalten vom persönlichen Selbestimmungsrecht. Denn niemanden darf es erlaubt
sein über die Erträglichkeit von Schmerzen anderer Personen zu urteilen und richten. Solange der
Prozess der Sterbehilfe kontrolliert und in gewissen Bereichen durch Richtlinien geschützt wird, ist
diese meines Achtens nach als Positiv zu betrachten. Man mag vielleicht sogar so weit gehen, die
Gespräche für die Bereitstellung eines Medikamentes für diesen Zweck ist einzuleiten. Dies ist
jedoch eine Möglichkeit welche erst nach sorgfältiger Betrachtung, der Ergebnisse von der nun
erlaubten gewerblichen Sterbehilfe in Betracht zu ziehen ist.

Die auf die von mir bezogene Quelle/Artikel:

https://www.tagesschau.de/inland/sterbehilfe-urteil-analyse-101.html