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Medizinische Fachwörter von A-Z

Leseprobe
Medizinische Fachwörter von A-Z
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Medizinische
Fachwörter von A – Z
Kleines Lexikon für Pflege-
und Gesundheitsfachberufe

3. Auflage
47 Bluterkrankheit

Blastomer Tochterzelle verschiedenen Gruppen der weißen


Blastopathien Schädigungen der Blutzellen bestimmt
Frucht in den ersten zwei Wochen Blutbild, kleines Laboruntersu-
nach der Befruchtung chung des Blutes, die Hämatokrit,
Blastozyste Beerenförmige Zellku- Hämoglobingehalt des Blutes, Ery-
gel, Stadium der Frucht etwa 4 Tage throzytenzahl, Gesamtleukozyten-
nach Befruchtung und Thrombozytenzahl umfasst B
Blastozystenhöhle Hohlraum der (▶ Tab. 2)
Blastozyste Blutbilduntersuchung Abk.: BB;
BLD Abk. für: Beinlängendifferenz Laboruntersuchung des Blutes
Blepharitis Lidrandentzündung Blutdruck Druck, den das Blut auf
Blinddarm Lat.: Caecum; erster, die Gefäße ausübt (▶ Tab. 3)
weitester und zugleich kürzester Ab- Blutdruck, diastolischer Blut-
schnitt des Dickdarms; in ihn mün- druckwert während der Diastole
det der Dünndarm (Entspannung des Herzmuskels)
Blinder Fleck Papille; Durchtritts- Blutdruck, glomerulärer Blut-
punkt des Sehnervs durch die Retina; druck von ca. 50 mmHg in den Glo-
ohne Zapfen und Stäbchen merulusschlingen
Block, atrioventrikulärer ▶ AV- Blutdruck, niedriger Systolischer
Block Blutdruck unter 80 mmHg
BLS Abk. für: ▶ Basic Life Support Blutdruck, systolischer Blutdruck-
Blumberg-Zeichen ▶ Loslass- wert während der Systole (Kontrakti-
schmerz on des Herzmuskels)
Blut, okkultes Mit dem bloßen Au- Blutdruckamplitude Differenz zwi-
ge nicht sichtbares Blut schen systolischem und diastoli-
Blutbild, großes Syn.: Differenzial- schem Blutdruck
blutbild; Laboruntersuchung des Blutdruckregulation Permanente
Blutes zur Feststellung des Mengen- Anpassung des Blutdrucks an die ak-
verhältnisses der verschiedenen Leu- tuellen Bedürfnisse des Körpers
kozytenarten; zusätzlich zu den Wer- Bluterbrechen ▶ Hämatemesis
ten des kleinen Blutbilds werden die Bluterguss ▶ Hämatom
Bluterkrankheit ▶ Hämophilie

Tab. 2 Normalwerte des kleinen Blutbildes (Auszug)


Normalwert
Erythrozyten Männlich 4,3–5,9 Mio./μl
Weiblich 3,5–5,0 Mio./μl
Leukozyten 4.000–10.000/μl
Thrombozyten 150.000–400.000/μl
Hämatokrit (Hk) Männlich 36–48 %
Weiblich 34–44 %
Hämoglobin (Hb) Männlich 13,6–17,2 g/dl
Weiblich 12–15 g/dl
Blutgasanalyse 48

Tab. 3 Physiologische RR-Werte in Abhängigkeit vom Lebensalter


Lebensalter Blutdruck-Normwerte
Frühgeborene 1000–2000 g 45–50 mmHg (systolisch)
Neugeborene über 2000 g 70–80 mmHg (systolisch)
B Säuglinge 65–85 mmHg (systolisch)
Kleinkinder 95/60 mmHg
Schulkind 6.–9. Lj. 100/60 mmHg
Schulkind 9.–12. Lj. 110/70 mmHg
Jugendliche/Erwachsene 120/80 mmHg
Ältere Menschen 140/90 mmHg

Blutgasanalyse Abk.: BGA; Blut- Blutgruppe B Blutgruppe mit der


untersuchung, bei welcher der ▶ pH- Oberflächenstruktur „B“ auf den
Wert, der Säure-Basen-Haushalt und ▶ Erythrozyten und den Antikörpern
die Gasverteilung von Sauerstoff und für „A“ im Blutplasma
Kohlendioxid gemessen werden Blutgruppenunverträglichkeit In-
Blutgerinnung Aktivierung des Ge- kompatibilität der Blutgruppen von
rinnungssystems mit Bildung von Fi- ▶ Fetus und Mutter bzw. bei Fehl-
brinfasern, welche die Wunde lang- transfusionen
fristig verschließen Blut-Hirn-Schranke Physiologische
Blutgruppe Beschreibt die Oberflä- Barriere zwischen Blutkreislauf (Ge-
chenstruktur roter Blutkörperchen fäßen) und ZNS
beim Menschen mit antigenen Ei- Bluthochdruck ▶ Hypertonie, arte-
genschaften; es gibt mind. 300 ver- rielle
schiedene Blutgruppensysteme, das Bluthusten ▶ Hämoptyse
bekannteste ist das ▶ AB0-System Blutkörperchen Feste korpuskuläre
Blutgruppe 0 Blutgruppe mit der Bestandteile des Blutes
Oberflächenstruktur „0“ (d. h. weder Blutkörperchen-Senkungs-Ge-
antigene Eigenschaften der Blutgrup- schwindigkeit Abk.: BSG, BKS;
pe A noch der Blutgruppe B) auf den Methode zur Blutuntersuchung, bei
▶ Erythrozyten und den Antikörpern der gemessen wird, wie schnell die
für „A“ (Anti-A) und „B“ (Anti-B) ▶ Erythrozyten im Blutplasma unter
im Blutplasma standardisierten Bedingungen absin-
Blutgruppe A Blutgruppe mit der ken; gibt Auskunft über das Vorhan-
Oberflächenstruktur „A“ auf den densein und den Verlauf von ent-
▶ Erythrozyten und den Antikörpern zündlichen Erkrankungen
für „B“ im Blutplasma Blutkultur Mikroskopische Erreger-
Blutgruppe AB Blutgruppe mit der kultur mit Vermehrung der Erreger
Oberflächenstruktur „A“ und „B“ auf auf einem Nährmedium bei Ver-
den ▶ Erythrozyten und keinen Anti- dacht auf ▶ Sepsis, Endokarditis oder
körpern gegen „A“ oder „B“ im Blut- unklarem Fieber (▶ Abb. 59)
plasma
49 BODE-Index

Blutstillungssystem Gesamtheit al-


ler Vorgänge, welche der Minimie-
rung des Blutverlustes bei Verletzun-
gen dienen
Blutstuhl ▶ Meläna
Bluttransfusion Gabe von Blutpro-
dukten; Indikation: Bluterkrankun- B
gen, Tumorleiden, Unfallopfer
Blutungsanämie Blutarmut durch
Abb. 59 Blutkultur [K115] Blutverlust
Blutungszeit Zeitspanne bis zum
Blutleere (nach Esmarch) Anlegen Stillstand einer Blutung, beträgt 1–2
einer Druckmanschette an Oberarm Minuten
bzw. Oberschenkel bei Operationen Blutvergiftung ▶ Sepsis
an den Extremitäten zur Minimie- Blutzucker Glukosespiegel im Blut;
rung von Blutverlusten und zur Ver- physiologisch: 50–140 mg/dl Plasma
besserung der Übersicht im OP-Ge- B-Lymphozyt Leukozyt, welcher im
biet; vor dem Aufpumpen der Man- Knochenmark heranreift; Vorläufer-
schette Auswickeln der Extremität zelle der Plasmazellen, welche in der
mit einer Gummibinde von distal Lage sind, Antikörper zu bilden
nach proximal BMG Abk. für: Bundesministerium
Blut-Luft-Schranke Dünne Schicht für Gesundheit
an den Alveolen, bestehend aus Alve- BMI Abk. für: ▶ Body-Mass-Index
olarepithel, Basalmembran und Ka- BNS-Syndrom Syn.: BNS-Krämpfe,
pillarendothel, an der der Gasaus- West-Syndrom; altersgebundene An-
tausch stattfindet fallsform; Epilepsiesyndrom im 1.–2.
Blutplasma Fibrinogenhaltiger Lebensjahr. Ablauf: Blitz (= plötzli-
flüssiger Teil des Blutes ohne Blut- ches Zusammenzucken des Kindes),
körperchen Nick (= Beugung des Kopfes), Sa-
Blutprodukte Labormedizinisch laam (= langsame Beugung von
aufbereitete Blutbestandteile Rumpf und Extremitäten, ähnlich
Blutserum Blutplasma nach Entfer- der indischen Begrüßungsform)
nung des Fibrinogens und anderer Bobath-Konzept Bewegungskon-
Gerinnungsfaktoren zept, basierend auf der Grundlage
Blutsperre Anlegen einer Druck- der normalen Bewegung, zur geziel-
manschette an Oberarm bzw. Ober- ten Intervention bei pathologischer
schenkel bei Operationen an den Ex- Haltung und Bewegung eines Patien-
tremitäten zur Minimierung von ten mit erworbener Hirnschädigung;
Blutverlusten und zur Verbesserung Ziel: Einflussnahme auf den Muskel-
der Übersicht im OP-Gebiet; vor dem tonus, Förderung der normalen Be-
Aufpumpen der Manschette Anhe- wegung und der Wahrnehmung
ben der Extremität BODE-Index Multidimensionale
Blutstillung Reaktion des Körpers Einteilung bei chronisch obstrukti-
auf Gefäßverletzungen, um übermä- ven Lungenerkrankungen unter Be-
ßigen Blutverlust zu vermeiden; Va- rücksichtigung von Körpergewicht
sokonstriktion und Bildung eines (Body-Mass-Index), Atemwider-
Thrombozytenpfropfes stand (Grad der Obstruktion), Atem-
BODE-Index 50

not (Dyspnoe) und körperlicher Be-


lastbarkeit (exercise capacity) %RJHQJ¦QJH 9RUKRI
Body-Mass-Index Abk.: BMI; wich-
tige Maßzahl für die Beurteilung des
Körpergewichts (▶ Tab. 4); BMI =
Körpergewicht geteilt durch (Kör-
B pergröße in Metern im Quadrat)
oder kg/m2
Bösartiger Tumor ▶ Tumor, malig-
ner
Bogenarterien Arterien an der Py-
ramidenbasis der Niere
Bogengang Lat.: Ductus semicircu-
laris; Teil des Innenohres und des 6FKQHFNH
Gleichgewichtsorgans
Bogengang, häutiger Von einer Abb. 60 Bogengang [L190]
Membran gebildete Struktur inner-
halb des knöchernen Bogenganges, Menge eines Arzneimittels innerhalb
welche mit Endolymphe gefüllt ist; eines kurzen Zeitintervalls
dient der Weiterleitung von Bewe- Bonding Mutter- bzw. Eltern-Kind-
gungsimpulsen an die Sinneszellen Bindung
Bogengang, knöcherner Struktur Boolesche Operatoren Verknüp-
des knöchernen Labyrinths fung von Suchbegriffen mit UND
(▶ Abb. 60), in welchem sich das (AND), ODER (OR) und NICHT
Gleichgewichtsorgan befindet (NOT) bei der Literaturrecherche in
Bohr-Effekt Regel für die Bin- online Datenbanken
dungsstärke des Hämoglobins an Borborygmus „Magenknurren“;
Sauerstoff bzw. Kohlenstoffdioxid in nicht immer gleichbedeutend mit
Abhängigkeit vom ▶ pH-Wert; we- Hunger; alle 1,5–2 Stunden läuft eine
sentlich für den Sauerstofftransport kräftige Welle über Magen und
Bolusinjektion Injektion der ge- Dünndarm, um Speisereste und Bak-
samten Menge bzw. einer größeren terien weiterzutransportieren

Tab. 4 Beurteilung des BMI von Erwachsenen


BMI (kg/m2) Kategorie Risiko für Begleit-
erkrankungen
< 18,5 Untergewicht Erhöht
18,5–24,9 Normalgewicht 18,5–22,5 Erhöht
22,5–24,9 Durchschnittlich
25,0–29,9 Übergewicht, Präadipositas ≥ 28 Gering erhöht
30,0–34,9 Adipositas Grad 1 Erhöht
35,0–39,9 Adipositas Grad 2 Hoch
≥ 40 Adipositas Grad 3 Sehr hoch
51 Braden-Skala

Borderline-Persönlichkeitsstö- be von Langzeitinsulin bei ▶ Diabe-


rung Persönlichkeitsstörung, ge- tes mellitus Typ 2
prägt von instabilen zwischen- Botulismus Infektionskrankheit
menschlichen Beziehungen, instabi- mit Magen-Darm-Beschwerden bis
lem Selbstbild und instabilen Affek- hin zu Lähmungen, verursacht durch
ten sowie von deutlicher Impulsivität den Sporenbildner Clostridium botu-
Bordetella pertussis Gramnegati- linum; Übertragung durch den Ver- B
ves Stäbchenbakterium, Erreger des zehr mangelhaft sterilisierter Kon-
Keuchhustens serven mit Botulinustoxin
Borg-Skala Skala zur Ermittlung Bougieren Aufdehnen
und Dokumentation von Atemnot Bowman-Kapsel Teil des Nieren-
über einen gewissen Zeitraum körperchens; umgibt den Glomeru-
Borke ▶ Crusta lus und nimmt das Glomerulusfiltrat
Borrelia burgdorferi Ursächliches zwischen sein inneres und äußeres
Bakterium für Lyme-Borreliose; Blatt auf (▶ Abb. 61)
Übertragung durch Zeckenbiss BPH Abk. für: benigne ▶ Prostata-
BOT Abk. für: basal unterstütze hyperplasie, benigne; Syn.: Prostata-
orale Therapie; zusätzlich zur Ein- adenom
nahme von oralen Antidiabetika Ga- Brachial Zum Arm gehörend
Brachium
▶ Oberarm
Sekundärharn von der distaler zuführendes Brachy- Vorsilbe
Henleschen Schleife Tubulus Blutgefäß oder Wortteil für:
kommend (Vas afferens) kurz, klein; Geg.:
akro-
Brachymenor-
abführendes rhö Verkürzte
Blutgefäß Regelblutung
(Vas efferens) Braden-Skala
Skala zur Ein-
schätzung des
Dekubitusrisikos;
Erfassung der Fak-
toren Druck und
Gewebetoleranz
anhand von sechs
Kriterien: sensori-
sche Wahrneh-
mung, Feuchtig-
keit, Aktivität,
Mobilität, allge-
meines Ernäh-
rungsverhalten,
Reibungs- und
Primärharn
Scherkräfte

Abb. 61 Bowman-Kapsel [L190]


Brady- 52

Brady- Vorsilbe oder Wortteil für: Brechzentrum Steuerungszentrum


langsam, verzögert; Geg.: tachy- im verlängerten Mark für das re-
Bradyarrhythmie Herzrhythmus- flexartige Auslösen von Erbrechen
störung mit zu langsamer Herzfre- Brescia-Cimino-Shunt Kurzschluss
quenz (= Shunt) einer Armarterie (z. B. A.
Bradykinese Verzögerung der Be- radialis) mit einer Armvene (z. B. V.
B wegungsabläufe cephalica) zur Hämodialyse
Bradykardie Ruhepuls von unter Bridenileus Unterbrechung der
50–60 Schlägen pro Minute Darmpassage, verursacht durch Ver-
Bradypnoe Verminderte Atemfre- wachsungen nach vorangegangen
quenz, beim Erwachsenen < 12 Bauchoperationen (▶ Abb. 63)
Atemzüge/Minute Brillenhämatom Bluterguss um
Brailleschrift Syn.: Blindenschrift beide Augen; Auftreten bei Schädel-
(▶ Abb. 62); Schriftsystem für stark basisfraktur
sehbehinderte und blinde Menschen Broca-Aphasie Syn.: motorische
bestehend aus einem tastbaren Aphasie; durch Schädigung des Bro-
Punktemuster; im Jahr 1825 von ca-Sprachzentrums im Stirnlappen
Louis Braille entwickelt stark erschwertes Sprechen bei ge-
Brandblase Blasenbildung zwi- ringer Beeinträchtigung des Sprach-
schen Oberhaut und Lederhaut, wel- verständnisses
che bei Hitzeeinwirkung entsteht;
mit Gewebswasser gefüllt; Kennzei-
chen einer Verbrennung 2. Grades
BRCA-1-Gen/BRCA-2-Gen Abk. Binde-
gewebs-
für: Breast-Cancer-1 bzw. -2; Gen- strang
mutation mit erhöhtem Risiko für
Mammakarzinom
Brechungsfehler Syn.: Refraktions-
anomalie, Ametropie; durch abnorme
Brechkraft der Hornhaut oder der
Linse oder durch abnorme Länge des
Augapfels bedingte unscharfe Abbil-
dung der Außenwelt auf der Netzhaut Abb. 63 Bridenileus [L138]

$ % & ' ( ) * + , - . / 0

1 2 3 4 5 6 7 8 9 : ; < =

=DKOYRU
          ]HLFKHQ

Abb. 62 Brailleschrift [A300]


53 Bronchitis, chronisch-obstruktive

Broca-Formel Formel zur Berech- gung der Bronchien, Innendurch-


nung des Normalgewichts; Normal- messer < 1 mm, keine Knorpeleinla-
gewicht (kg) = Körpergröße (cm) – gerungen mehr
100; heute ersetzt durch ▶ Body- Bronchioli respiratori Mikrosko-
Mass-Index pisch feine Ästchen, sich von den
Broca-Sprachzentrum Sekundäres Bronchiolen verzweigend
motorisches Rindenfeld zur Steue- Bronchiolitis Entzündung der B
rung der Sprache; ist dieses Sprach- Bronchioli
zentrum gestört, kann der Betroffene Bronchitis Entzündung der Bron-
Laute nicht mehr korrekt artikulie- chien; unterteilt in akute, chronische
ren, obwohl er weiß, was er sagen und chronisch obstruktive Bronchitis
möchte (und es z. B. aufschreiben Bronchitis, chronische Nach
kann) WHO: Husten und Auswurf an den
Bromhidrosis Absonderung übel meisten Tagen von mindestens drei
riechenden Schweißes Monaten zweier aufeinanderfolgen-
Bronchial-/Broncho- Vorsilbe oder der Jahre
Wortteil für: die Lungenäste betref- Bronchitis, chronisch-obstruktive
fend Symptome der Bronchitis plus
Bronchialasthma ▶ Asthma bron- Obstruktion der Atemwege, die
chiale durch Glukokortikoide und
Bronchialbaum Verästelung der β2-Sympathomimetika nicht vollstän-
Bronchien dig reversibel ist
Bronchialkarzinom Syn.: Lungen-
karzinom (▶ Abb.
64); häufigstes pri-
märes Lungenma- 5HWHQWLRQVSQHXPRQLH6HJPHQWDWHOHNWDVH
lignom mit Aus- GXUFK(LQHQJXQJYRQ%URQFKLHQ
gang vom Bron- /XQJHQ 3DQFRDVW7XPRU
chial- bzw. Alveo- PHWDVWDVHQ .DU]LQRPGHU
larepithel; /XQJHQVSLW]H
dritthäufigster +LOXPPHWDVWDVHQ
/\PSKNQRWHQ
bösartiger Tumor,
EHIDOO
bei Männern häu-
figster zum Tode
führender bösarti-
ger Tumor; Alters-
gipfel: 65 Jahre;
Prognose schlecht,
=HQWUDOHV
5-Jahres-Überle- /XQJHQ
bensrate: 15 % NDU]LQRP
Bronchiektase 3OHXULWLVFDUFLQR
3HULSKHUHV PDWRVDPLW
Säckchenförmige /XQJHQ
oder zylindrische 3OHXUDHUJXVV
NDU]LQRP
Ausweitung der 7XPRUNDYHUQH GXUFK(LQVFKPHO]XQJ
Bronchien YRQ7XPRUJHZHEHHQWVWHKHQGH+¸KOH
Bronchiolen
Kleinste Verzwei- Abb. 64 Bronchialkarzinom [L215]
Bronchografie 54

Bronchografie Röntgenologische welcher zur Neutralisierung des sau-


Darstellung der unteren Atemwege ren Magensaftes beiträgt
nach Kontrastmittelgabe Brust Organ, dient bei der Frau pri-
Bronchopneumonie Herdförmige mär der Ernährung des Säuglings
Entzündung der Bronchiolen und und enthält Milchdrüsen; beim
des sie umgebenden Lungengewebes Mann nur rudimentär vorhanden
B Bronchoskopie Endoskopische Un- (▶ Abb. 66)
tersuchung der Luftwege mit einem Brustaorta Abschnitt der Aorta, der
Bronchoskop im Brustraum verläuft
Bronchospasmus Kontraktion der Brustatmung Einatmung, bei der
Bronchialmuskulatur überwiegend die Muskeln der Brust
Bronchus(ab)riss Ein- oder Abriss verwendet werden (▶ Abb. 218)
eines Lungenastes Brustbein Lat.: Sternum; flacher,
Broteinheit Abk.: BE; gebräuchli- schmaler Knochen in der Mitte des
ches Maß für die Kohlenhydratmen- Thorax
ge; 1 Broteinheit = ca. 10–12 g Koh- Brustdrüse Lat.: Glandula mamma-
lenhydratportion; Verwendung der ria; in lockeres Bindegewebe eingela-
Maßeinheit in der Diabetes-Ernäh-
rung
Bruch ▶ Hernie
Bruchspalt Spaltraum zwischen den
Bruchstücken eines Knochenbruchs
Brudzinski-Zeichen Klinisches Me-
ningitiszeichen (weitere: ▶ Kernig- %
Zeichen, ▶ Lasègue-Zeichen); passive
Kopfbewegung nach vorn führt bei
Meningitis zu einem reflektorischen
Anziehen der Beine (▶ Abb. 65) %
Brücke Lat.: Pons; Teil des Hinter-
hirns; hier setzen sich längs verlau-
fende Bahnen zwischen Großhirn
und Rückenmark fort %
Brunner-Drüsen Befinden sich in
den Krypten des Duodenums; son-
dern einen alkalischen Schleim ab,
%

%

Abb. 66 Stadien der weiblichen


Brustentwicklung nach Tanner (B1: vor-
pubertär, B2: Pubertätsbeginn, B3: Brust
beginnt sich zu wölben, B4: Brustdrüse
nimmt zu, B5: Adultes Stadium, Endgrö-
Abb. 65 Brudzinski-Zeichen [L138] ße der Brust ist erreicht) [L234]
55 Bukkal

gerte Drüsenlappen mit Mündung in Brustwarze Syn.: Mamille; mit glat-


einen Milchausführungsgang auf der ter Muskulatur ausgekleideter Aus-
Brustwarze führungsgang der weiblichen Milch-
Brustenge ▶ Angina pectoris drüsen (beim Mann als Rudiment
Brusthöhle Höhle innerhalb der ohne Funktion vorhanden)
Brust, welcher innere Organe wie Brustwirbel Haben an ihren Quer-
Lunge und Herz beherbergt fortsätzen Gelenkflächen für Rippen; B
Brustkorb Lat.: Thorax; knöcherne starke Überlagerung der Dornfort-
Struktur, bestehend aus den Rippen sätze
und dem Brustbein, welche die im Brustwirbelsäule Abk.: BWS;
Brustraum liegenden inneren Organe Abschnitt der Wirbelsäule aus
umgibt (▶ Abb. 423) zwölf wenig beweglichen, starken
Brustkyphose Krümmung der Wir- Wirbeln
belsäule in Richtung des Rückens im BSE Abk. für: bovine spongioforme
Brustbereich Enzephalopathie; Syn.: Rinder-
Brustsegment Syn.: Thorakalseg- wahnsinn; Prionenerkrankung
ment; zwölf Rückenmarksegmente Creutzfeldt-Jakob-Krankheit wird
(Th1–Th12), die u. a. den größten verursacht durch die Übertragung
Teil der Rumpfwand versorgen des BSE-Erregers auf den Menschen
BSG Abk. für:
▶ Blutkörperchen-
Senkungs-Ge-
schwindigkeit
BSR Abk. für:
▶ Bizepssehnen-
reflex
BtM Abk. für:

6DXJ :DVVHU 6HNUHW


▶ Betäubungs-
mittel
NRQWUROO VFKORVV VDPPHO
Bülau-Drainage
IODVFKH IODVFKH
Drainage zur
Ableitung von
%HO¾IWXQJVVWRSIHQ Blut/Sekreten aus
der Pleurahöhle;
'UDLQDJHVFKODXFK
Lage im 5.–6. In-
6RJDQVFKOXVV terkostalraum in
der mittleren Axil-
/XIW
larlinie (▶ Abb.
67)
FP+2
Bürstensaum
6HNUHW
FP+2 Dicht gedrängte
6DXJNRQWUROO Mikrovilli
NDPPHU Bukkal Zur In-
:DVVHUVFKORVV 6DPPHO nenseite der Wan-
NDPPHUQ ge gehörend

Abb. 67 Bülau-Drainage [L215]


Bulbus 56

Bulbus Zwiebelförmiges, rundliches


Organ; Anschwellung
Bulimie Syn.: Bulimia nervosa; wie-
derholte Anfälle von Heißhunger mit
Aufnahme großer Mengen an Nah-
rungsmitteln, gleichzeitig übertriebe-
ne Beschäftigung mit der Kontrolle
des Körpergewichts und Anwenden
teils extremer Mittel, um eine Ge-
wichtszunahme trotz der Essanfälle
C zu verhindern
Bulla Blase; mit seröser oder bluti-
ger Flüssigkeit gefüllter, erhabener
Hohlraum
Buphthalmus ▶ Hydrophthalmus Abb. 69 Bypass [L190]
Burn-out Ausbrennen, seelische Er-
schöpfung
Burn-out-Syndrom Verlust der B-Zelle 1. Art der ▶ Leukozyten, die
psychischen und physischen Leis- als einzige Antikörper bildet; 2. Zell-
tungsfähigkeit einer Person, die nicht typ in den Langerhans-Inseln (ca.
mehr in der Lage ist, diese Leistungs- 15–20 % der Inselzellen); produziert
fähigkeit zu regenerieren; Sympto- Insulin
me: emotionale Erschöpfung, Verlust B-Zellen-Gedächtnis Bestandteil
positiver Empfindungen der Gedächtnisfunktion des ▶ Im-
Bursa Tasche, Beutel munsystems
Bursitis Schleimbeutelentzündung
Butterfly Punktionskanüle mit Ad-
apter (▶ Abb. 68) C
BWS Abk. für: ▶ Brustwirbelsäule
Bypass Syn.: Umgehung; Einpflan- ▶ 
CA Abk. für: Karzinom
zen eines körpereigenen Gefäßes, um Cabrera-Kreis Modell zur Lagetyp-
eine Engstelle zu umgehen (▶ Abb. bestimmung des Herzens im EKG
69) (▶ Abb. 70)
BZ Abk. für: ▶ Blutzucker; Syn.: Caecum, Zäkum ▶ Blinddarm
Blutglukosekonzentration Calor ▶ Überwärmung
cAMP Abk. für: ▶ Cyclisches Adeno-
sinmonophosphat
Campylobakter-Bakterium Gram-
negatives Stäbchen-Bakterium; C.
coli ist häufige Ursache für infektiöse
Durchfallerkrankungen
Cancer-related Fatigue Abk.: CRF;
Syn.: ▶ Fatigue, krebsassoziierte
Candida albicans Syn.: „weißer
Pilz“; Hefepilz, Ursache für 90 % der
Pilzinfektionen
Abb. 68 Butterfly (Flügelkanüle) [K115] Candidose ▶ Soor
57 Caring

Carboxypeptida-
se Spaltstoff für
Eiweiße aus der
Bauchspeicheldrü-
se; bricht von den
Enden der Eiweiße
Aminosäuren ab
Carcinoma in
situ Abk.: CIS;
Syn.: präinvasives
Karzinom; Tumor, C
der nicht metasta-
siert und nicht in
das umgebende
Gewebe einge-
wachsen ist
Care Engl.: (Für-)
Sorge, Zuwen-
dung; universelles
Phänomen und
Abb. 70 Cabrera-Kreis [A300]
Kern professionel-
ler Pflege; findet
Ausdruck in hel-
CAP Abk. für: community-acquired fenden, unterstützenden und för-
pneumonia; Syn.: ambulant erwor- dernden Verhaltensweisen
bene Pneumonie, Abk.: AEP Caring Engl.: Fürsorgen; Handlun-
CAPD Abk. für: Kontinuierliche am- gen mit dem Ziel, die Bedürfnisse
bulante ▶ Peritonealdialyse anderer Personen nach Verbesse-
Capitulum Köpfchen rung und Weiterentwicklung der
Capitulum humeri Oberarmköpf- menschlichen Lebensbedingungen
chen oder Lebensweisen bzw. nach einem
Capitulum ulnae Ellenköpfchen besseren Umgang mit dem Tod zu
Caput Kopf befriedigen
Caput medusae Syn.: Medusen-
haupt (▶ Abb. 71); erweiterte Venen
unter der Bauchhaut infolge eines
Umgehungskreislaufs bei Pfortader-
hochdruck
Caput succedaneum Syn.: Ge- Caput
burtsgeschwulst (▶ Abb. 72); Ge- medusae
burtsverletzung am Schädel durch
Blut- und Lymphstauung; nicht auf
die Schädelknochen begrenzte Aus-
dehnung
Carboanhydrase Enzym, das die
Aufnahme von Kohlendioxid aus
dem Gewebe in das Blut bewirkt Abb. 71 Caput medusae [L138]
Carotin 58

.RSIKDXWVFKZDUWH

&DXGDHTXLQD
+DXW
3HULRVW

*HKLUQ

Abb. 72 Caput succedaneum [L234]


C
Abb. 73 Cauda equina [L190]
Carotin Provitamin A
Carotinoide Sekundäre Pflanzen- Cavitas Höhle
stoffe, die als Antioxidantien vor Ar- CCD-Winkel Abk. für: Centrum-
teriosklerose schützen Collum-Diaphysen-Winkel (Projekti-
Carrier-Protein Besitzt Bindungs- on des Winkels zwischen Diaphyse
stellen für Moleküle, die es durch die und Schenkelhals des Femur auf ei-
Zellemembran transportiert. Beim nem Röntgenbild); nimmt mit zu-
Andocken eines zu transportieren- nehmenden Alter ab
den Moleküls ändert sich die räumli- CCT Abk. für: craniale ▶ Computer-
che Gestalt (Konformation) des Pro- tomografie; Syn.: Schädel-CT
teins, wodurch das Molekül durch CD4 Oberflächenmolekül der T-Hel-
die Zellmembran geschleust wird ferzellen
Cartilago ▶ Knorpel CD8 Oberflächenmolekül der zyto-
Case Management Syn.: Fallma- toxischen T-Zellen
nagement; fallbezogene Arbeitswei- CDC-Klassifikation Abk. für: Cen-
se, die hilft, die notwendige Unter- ters for Disease Control and Preven-
stützung festzustellen, zu organisie- tion (Behörde in den USA); Kategori-
ren, zu koordinieren und ihre Ergeb- en zu klinischem Bild und Anzahl
nisse oder Folgen zu beurteilen der T-Helferzellen des Immunsys-
Cast Kunststoffgips tems
Cataracta senilis ▶ Altersstar CDT Abk. für: Carbohydrate-defizi-
Catgut Resorbierbares chirurgi- ente Transferrine
sches Nahtmaterial aus Tierdarm- CED Abk. für: chronisch-entzündli-
saiten che Darmerkrankungen; zusammen-
Cauda Schwanz fassende Bezeichnung für die chroni-
Cauda equina Lat. für „Pferde- schen Magen-Darm-Trakt-Erkran-
schwanz“; pferdeschweifartig ange- kungen Morbus Crohn und Colitis
ordnete Nervenwurzeln, die sich im ulcerosa
unteren Bereich des Wirbelkanals -cele, -zele, -kele Nachsilbe oder
befinden (vom Ende des Rücken- Wortteil für: Bruch, Geschwulst
marks bis zum Kreuzbein ▶ Abb. 73) Cellsaver Maschinelle Autotransfu-
Cava uteri ▶ Gebärmutterhöhle sion; Gerät zur Wiederaufbereitung
Cavakatheter ▶ Zentraler Venen- und Retransfusion des eigenen Blutes
katheter Cellula(e) Zelle(n)
Cave Lat.: Vermeide! Beachte! Vor- Centromer Verbindungsort zweier
sicht! Chromatiden oder Chromosomen
59 Chemorezeptoren, zentrale

Cephalo-, kephalo- Vorsilbe oder Chemische Verbindung Verbin-


Wortteil für: Kopf- dung aus zwei oder mehreren chemi-
Cerclage Umschlingung des Gebär- schen Elementen mit eindeutiger
mutterhalses (▶ Abb. 74) und damit chemischer Struktur
Verschluss des Muttermundes zur Chemisches Element Stoff, der nur
Verhinderung einer Fehl- oder Früh- aus Atomen besteht, welche über ein
geburt und dieselbe Anzahl von Protonen
Cerumen Ohrenschmalz verfügen
Cervix uteri ▶ Gebärmutterhals Chemisches Symbol Die bekann-
C-Griff Handgriff zur Fixierung der ten Elemente im Periodensystem der
Beatmungsmaske bei manueller Elemente haben einen Namen (z. B. C
▶ Beatmung mittels Beatmungsbeutel „Wasserstoff“) und ein dazugehöri-
Chemische Formel Liefert je nach ges Symbol („H“)
Formeltyp mehr oder weniger detail- Cerebellum ▶ Kleinhirn
lierte Informationen über den Auf- Cerebrum ▶ Großhirn
bau einer chemischen Verbindung; Ch Abk. für: Charrière; Maßeinheit
stets enthalten sind Angaben über für Volumen, z. B. bei Kathetern;
die beteiligten chemischen Elemente 1 Ch = ⅓ mm Durchmesser
und deren Anzahl innerhalb der Ver- Charcot-Krankheit ▶ Amyotrophe
bindung Lateralsklerose
Chemische Reaktion Knüpfen Charcot-Trias 1. Internistisch: Drei-
neuer oder Aufbrechen bestehender fach-Symptomkombination bei aku-
Atomverbindungen ter eitriger Cholangitis: Fieber mit
Schüttelfrost, Ikterus und rechtsseiti-
ger Oberbauchschmerz; 2. Neurolo-
gisch: Dreifach-Symptomkombinati-
on bei Multipler Sklerose: Nystag-
mus, Intentionstremor, skandieren-
de Sprache
ChE Abk. für: ▶ Cholinesterase
CHE Abk. für: ▶ Cholezystektomie;
Syn.: Gallenblasenentfernung
Chemorezeptor Sinneszelle zur
Wahrnehmung von chemischen Rei-
zen (z. B. Duftstoffe und Ge-
schmacksstoffe)
Chemorezeptoren, periphere
Chemische „Fühler“ der peripheren
Nervennetze des Parasympathikus,
gehen aus den Hirnnerven IX. und X.
hervor
Chemorezeptoren, zentrale Che-
mische „Fühler“ im verlängerten
Mark des Gehirns; reagieren auf stei-
genden pCO2-Wert und fallenden
▶ pH-Wert
Abb. 74 Cerclage [L138]
Chemotaxis 60

Chemotaxis Durch chemische Rei-


ze verursachte Bewegungen, z. B. von
▶ Granulozyten
Chemotherapie Behandlung von
Tumoren mit Zytostatika, welche
diese am Wachstum hindern oder
zerstören
Cheyne-Stokes-Atmung Wechseln-
de Phasen mit zu- und abnehmender
Frequenz und Tiefe der Atmung
C (▶ Abb. 75), z. B. bei schwerer Herzin- Abb. 76 Minimalinvasive Chirurgie
suffizienz oder Störung des ZNS [K183]
ChiPS Abk. für: Chirurgischer pro-
tosystemischer ▶ Shunt ▶ Anion im Extrazellulärraum, ent-
Chirotherapie Syn.: Manuelle The- scheidendes Anion für den osmoti-
rapie; Diagnostik und Behandlung schen Druck im Extrazellulärraum
von Funktionsstörungen bzw. Blocka- Chloridmangel Mangel des lebens-
den der Gelenke, Muskeln und Nerven notwendigen Elektrolyts Chlorid
Chirurgie Medizinisches Fachgebiet Choanen Hintere, paarige Öffnun-
der operativen Diagnostik und The- gen der Nasenhöhle (▶ Abb. 77)
rapie von Erkrankungen Cholangitis, akute eitrige Entzün-
Chirurgie, minimalinvasive Abk.: dung der Gallenwege, in der Regel
MIC; Syn.: endoskopische Operatio- durch Aufsteigen von Bakterien bei
nen; Verzicht auf breite Eröffnung einer Gallenabflussstauung
der erkrankten Körperregion; Ein- Cholangitis, nicht-eitrige chro-
führung eines Endoskops und minia- nisch-destruierende Chronisch-
turisierter OP-Instrumente über klei- progrediente, nicht-eitrige Entzün-
ne Hautschnitte (▶ Abb. 76) dung der kleinen intrahepatischen
Chlamydien Bakterielle Erreger, Gallengänge mit daraus resultieren-
deren Vermehrung nur innerhalb dem Gallenstau; wahrscheinlich au-
von Wirtszellen möglich ist (= obli- toimmunologisch bedingt
gat intrazellulär); verursachen u. a. Chole- Vorsilbe oder Wortteil für:
sexuell übertragbare Urogenitalin- die Gallenblase betreffend
fektionen (Lymphogranuloma vene-
reum) und Bindehautentzündungen
beim Neugeborenen (Chlamydia tra-
chomatis) sowie Atemwegserkran- Choane (hintere
kungen (Chlamydia pneumoniae) Nasenöffnung)
Chlorid Abk.: Cl–; Elektrolyt; Norm-
wert 97–108 mmol/l. Häufigstes

Abb. 75 Cheyne-Stokes-Atmung [L190] Abb. 77 Choanen [L190]


61 Chorionhöhle

Choledocho- Vorsilbe oder Wort- Bestandteil von Zellmembranen; bil-


teil für: den Gallengang betreffend det Gallensäuren zur Resorption
Choledocholithiasis wasserunlöslicher Stoffe im Darm
▶ Cholelithiasis Cholezystektomie Abk.: CHE; Gal-
Choledochusrevision Operative lenblasenentfernung
Ausräumung von Konkrementen aus Cholezystitis Entzündung der Gal-
dem Ductus choledochus (= Gallen- lenblase, in über 90 % bei bestehen-
gang); Durchführung nach erfolglo- dem Gallensteinleiden; Unterteilung:
ser Entfernung von Gallensteinen bei akut und chronisch
▶ ERCP (Entfernung durch endosko- Cholezystokinin Hormon, welches
C
pische Papillenaufschlitzung) Sättigungsgefühl auslöst
Cholelithiasis Syn.: Gallenstein- Cholezystolithiasis ▶ Cholelithiasis
krankheit, Gallensteinleiden (▶ Abb. Cholinerg 1. Zu Nervenfasern ge-
78); Bildung von Konkrementen in hörend, die in Körperregionen wir-
der Gallenblase (= Cholezystolithia- ken, in denen Azetylcholin vor-
sis) und/oder den Gallengängen (= kommt; 2. Stimulierende Wirkung
Choledocholithiasis) auf die Ausschüttung von Azetylcho-
Cholera Durch hohe Flüssigkeits- lin
verluste lebensbedrohliche (Brech-) Cholinesterase Enzym im synapti-
Durchfallerkrankung, verursacht schen Spalt zum Abbau des Neuro-
durch das gekrümmte, bewegliche transmitters Azetylcholin
Stäbchenbakterium Vibrio cholerae; Chondral Den Knorpel betreffend
in Deutschland sehr selten Chondrom Gutartiger Knorpeltu-
Cholestase Stau der Gallenflüssig- mor
keit in der Leber; fehlender Abfluss Chondrosarkom Bösartiger Knor-
des direkten Bilirubins führt zum Bi- peltumor
lirubinanstieg im Blut Chondrozyten Knorpelzelle
Cholesterin Wasserunlösliches Mo- Chorea Huntington Abk.: HC; au-
lekül, welches in Darmschleimhaut tosomal-dominant vererbte Erkran-
und Leber synthetisiert wird; Vorstu- kung mit typischen extrapyramida-
fe von Steroidhormonen (z. B. Testo- len Bewegungsstörungen (v. a. un-
steron, Cortisol); unverzichtbarer willkürliche, regel- und ziellose Be-
wegungen der Extremitäten),
organisch bedingter Wesensände-
rung und ▶ Demenz; führt meist
nach ca. 15–20 Jahren zum Tod
Chorion Zottenhaut; aus dem
▶ Zytotrophoblast entstandene
Struktur mit Zotten, in deren Kapil-
laren das kindliche Blut fließt
Chorion-Amnionhaut Bestandteil
der Fruchtblase
Chorionhaut Gehört zu den Eihäu-
ten; produziert das Fruchtwasser
Chorionhöhle Hohlraum um den
Abb. 78 Verschiedene Gallensteine, Embryo mit Dottersack und Amni-
führen zur Cholelithiasis [T173] onhöhle
Chorionplatte 62

Chorionplatte Fetaler Teil der Pla- mosome, die im Lichtmikroskop


zenta sichtbar ist
Chorionzotte Gewebestruktur des Chromosomenaberration, num-
▶ Chorions, welche den Stoffaus- merische Veränderung der norma-
tausch zwischen mütterlichem und len Chromosomenanzahl des Men-
fetalem Blut gewährleistet schen (46); führt zu Erkrankungen
Chorionzottenbiopsie Abk.: CVS; wie dem Down-Syndrom, bei dem
engl.: chorionic villus sampling; Ge- das 21. Chromosom dreimal vorhan-
winnung von Chorionzotten (d. h. den ist
von kindlichem Gewebe aus der Chromosomenaberration, struk-
C Planzenta) in der Frühschwanger- turelle Große Veränderungen an
schaft zur pränatalen Diagnostik den Chromosomen, bei denen ganze
(▶ Abb. 79) Teilstücke modifiziert sind
-chrom Nachsilbe oder Wortteil für: Chromosomenpaar Von jedem
farb-, farblich Autosom besitzt der Mensch zwei
Chromaffine Zelle Zelle des vege- Stück, die jeweils ein Chromosomen-
tativen Nervensystems im Nebennie- paar bilden; diese Dopplung dient
renmark, welche bei Reizung Adre- der Fortpflanzung (▶ Abb. 80)
nalin und Noradrenalin freisetzt Chromosomensatz, diploider
Chromatiden Die beiden identi- Chromosomensatz, in dem jedes Au-
schen Hälften, in die sich ein Chro- tosom doppelt vorkommt und beide
mosom während der Mitose teilt Gonosomen (Geschlechtschromoso-
Chromosomen Träger von Genen men) vorhanden sind; Gegenteil: ha-
und Erbinformationen; bestehen ploider Chromosomensatz
hauptsächlich aus DNA (▶ Abb. 80) Chromosomensatz, haploider
Chromosomen, homologe Chro- Chromosomensatz, in welchem jedes
mosomen mit gleichen Genen mit Autosom nur einmal vorkommt und
väterlicher und mütterlicher Erbin- nur eines der beiden Gonosomen
formation vorliegt
Chromosomenaberration Verän- Chronifizierung Entwicklung einer
derung eines oder mehrerer Chro- Krankheit oder von Krankheitssym-
ptomen vom Status „vorübergehend“
zu „dauerhaft vorhanden“
Chronisch Sich langsam entwi-
ckelnd, lange andauernd; Geg.: akut
Chronischer Schmerz ▶ Schmerz,
chronischer
Chronisch-kontinuierlich Chroni-
sche Erkrankung, welche stets auf
dem gleichen Niveau verläuft
Chronisch obstruktive Lungener-
▶ 
krankung Abk.: COPD
Chronisch-rezidivierend Chroni-
sche Erkrankung, welche in Interval-
len immer wieder auftritt
Abb. 79 Transzervikale Chorionzotten- Chronisch-venöse Insuffizienz
biopsie [L190] Abk.: CVI; typische Kombination
63 Clearance

CIS Abk. für:


&KURPDWLGHHLQHV&KURPRVRPV ▶ Carcinoma in
situ; Syn.: präinva-
sives Karzinom
Circulus arterio-
sus Willisii/cere-
bri Arterieller Ge-
            fäßring an der
Hirnbasis, welcher
; < Zuflüsse aus den
inneren Karotisar- C
terien und den
         
Halswirbelarterien
 erhält (▶ Abb. 81)
 $XWRVRPHQ
Cisterna chyli
HLQIDFKHU6DW] Lymphzisterne;
 *RQRVRPHQR[[R[\

Sammelbecken auf
Höhe des Zwerch-
Abb. 80 Menschlicher Chromosomensatz [L190] fells, in das die
Lymphe aus unte-
von Venen- und/oder Hautverände- ren Extremitäten, Bauch und Becken
rungen bei länger bestehender pri- fließt
märer oder sekundärer Varikosis CJK Abk. für: ▶ Creutzfeldt-Jakob-
(Krampfaderleiden) oder angebore- Krankheit
nen Fehlbildungen der Venen(-klap- CK Abk. für: ▶ Kreatinin(phospho)
pen); bei Thrombose als Ursache kinase
auch als postthrombotisches Syn- CK-MB Abk. für: herzmuskelspezifi-
drom bezeichnet sche Kreatin(phospho)kinase; Labor-
Chronotrop Auf die Schlagge- parameter bei Herzinfarkt
schwindigkeit des Herzens einwir- Claudicatio intermittens Syn.:
kend Schaufensterkrankheit, intermittie-
Chylo- Die Lymphflüssigkeit betref- rendes Hinken; Bezeichnung für das
fend Leitsymptom der peripheren arteri-
Chylothorax Milchig-trübe Sekret- ellen Verschlusskrankheit: begrenzte
ansammlung in der Pleurahöhle (= Gehstrecken durch Minderdurchblu-
Pleuraerguss) durch Austritt von tung und Ischämieschmerzen in den
Lymphflüssigkeit in den Pleuraraum; Beinen zwingen den Betroffenen
Ursache: Lymphabflussstörungen, zum Ausruhen bzw. „Schaufenster
Verletzungen des Ductus thoracicus betrachten“; ruhiges Stehen verbes-
Chymotrypsin Enzym zur Auf- sert die Durchblutung und die
schließung von Eiweißen, Vorstufe Schmerzen lassen nach; mit Fort-
ist Chymotrypsinogen; Teil des Pan- schreiten der pAVK immer kürzere
kreassaftes schmerzfreie Gehstrecke
Cimino-Shunt ▶ Brescia-Cimino- Clavicula ▶ Schlüsselbein
Shunt Clearance Plasmamenge, die pro
CIN Abk. für: zervikale intraepitheli- Zeiteinheit von einer bestimmten
ale ▶ Neoplasie Substanz gereinigt wird
Clinical Pathways 64

CNI, CNV Abk.


$FRPPXQLFDQV 9RUGHUH*UR¡KLUQDUWHULH für: chronische
DQWHULRU $FHUHEULDQWHULRU Niereninsuffizi-
PLWWOHUH enz/▶ Nierenver-
*UR¡KLUQDUWHULH sagen
$FHUHEUL CO2 Kohlen-
PHGLD (stoff)dioxid
&LUFXOXV CO2-Narkose
DUWHULRVXV Übersteigt der
:LOOLVLL
pCO2 einen Wert
C von etwa 8 kPa,
$FRPPXQLFDQV muss mit einer Be-
SRVWHULRU
wusstseinstrübung
bis hin zur Be-
KLQWHUH wusstlosigkeit ge-
*UR¡KLUQDUWHULH rechnet werden
$FHUHEUL Co-Analgetika
SRVWHULRU 6FK¦GHOEDVLVDUWHULH :LUEHOVFKODJDGHU Unterstützend zu
$EDVLODULV $YHUWHEUDOLV den Schmerzmit-
teln eingesetzte
Abb. 81 Circulus arteriosus Willisii/cerebri [L190] Substanzen, die
z. B. durch Ab-
schwellung eines
Clinical Pathways Engl. für: klini- Ödems oder Beeinflussung der
sche Behandlungspfade; standardi- Schmerzverarbeitung schmerzlin-
sierte fachliche, inhaltliche, zeitliche dernd wirken
und institutionelle Festlegung ein- Cochlea ▶ Schnecke
oder mehrdisziplinärer Pflege- oder Cochleaimplantat Innenohrstimu-
Behandlungspläne von Pflegefach- lationsprothese, die Schallschwin-
kräften oder Ärzten für eine gesi- gungen in elektrische Signale um-
cherte und optimale Abfolge von In- wandelt und auf den Hörnerv über-
terventionen trägt (▶ Abb. 82); Implantation bei
CLL Abk. für: chronisch lymphati- einem Teil gehörloser Kindern mit
sche ▶ Leukämie angeborener Innenohrschwerhörig-
Clostridium Bakterium der aeroben keit
oder anaeroben Sporenbildner; be- Codominant Gleichwertig
kanntester Vertreter: Tetanus-Erre- Codon ▶ Basentriplett
ger Clostridium tetani Coenzym Hilfsstoff für ein Enzym,
Clusterkopfschmerz Einseitige, an- der biochemische Reaktionen beein-
fallsartige, sehr starke Kopfschmerz- flusst
attacken im Bereich der Augen, der Colitis ulcerosa Chronisch-
Stirn oder der Schläfe, die periodisch entzündliche Darmerkrankung;
gehäuft auftreten beginnt im Rektum und breitet sich
CML Abk. für: chronisch myeloische schubweise über das ganze Kolon
▶ Leukämie aus
CMV Abk. für: ▶ Zytomegalie Collum Hals; Syn.: Cervix
65 Condylus humeri medialis

Compressio cere-
6HQGHU bri Syn.: Gehirn-
LPSODQWLHUWHU(PSI¦QJHU
quetschung; Schä-
del-Hirn-Trauma
6RXQGSUR]HVVRUPLW0LNURIRQ mit Schädigung
XQG6WHXHUHLQKHLW des Hirns durch
(OHNWURGHQ Druck, insbesonde-
re durch eine Hirn-
drucksteigerung
Computertomo-
grafie Abk.: CT C
(▶ Abb. 83); Rönt-
genverfahren, bei
dem ein Computer
aus zahlreichen,
aus verschiedenen
0LNURIRQ
Richtungen ange-
fertigten Röntgen-
bildern zwei- oder
Abb. 82 Cochleaimplantat [L141] dreidimensionale
Bilder erstellt
Colon ascendens Vom Zäkum bis Condylus Gelenkknorren/Knochen-
zur rechten Kolonflexur aufsteigen- wulst an den Enden eines Röhrenkno-
der Teil des Dickdarms chens, welcher mit Gelenkknorpel
Colon descendens Ab der linken überzogen ist und zu Gelenken gehört
Flexur absteigender Teil des Dick- Condylus humeri lateralis Seitli-
darms che Gelenkfläche unten am Ober-
Colon sigmoideum Letzter Teil des armknochen (Humerus)
Dickdarms; geht als eine S-förmige Condylus humeri medialis Mittle-
Schleife in den Mastdarm (Rektum) re Gelenkfläche unten am Oberarm-
über knochen (Humerus)
Colon transversum Im Oberbauch
zwischen der rechten und linken Ko-
URWLHUHQGH
lonflexur liegender Teil des Dick- 5¸QWJHQU¸KUH
darms
Coma diabeticum ▶ Diabetisches 'HWHNWRUHQULQJ
Koma
Coma hepaticum ▶ Leberkoma
Coma vigile ▶ Wachkoma
Commotio cerebri Syn.: Gehirner-
schütterung; Schädel-Hirn-Trauma
ohne fassbare morphologische Ge-
hirnschädigung
Compliance Bereitschaft, Einwilli-
gung; Mitarbeit des Patienten im Be-
handlungsprozess z. B. durch Einhal-
ten von Verhaltensregeln Abb. 83 Computertomografie [L215]
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