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Ordinarius: Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil.

Gerhard Rigoll
Technische Universität München

Prüfung Signaltheorie
Wintersemester 2019/20

Datum: 18.02.2020, 1100 Uhr (90min) Nachname:

Raum: Vorname:

Platz-Nr.: Matr.-Nr.:

Wichtige Hinweise:

• Die Prüfung besteht aus 20 Seiten. Die letzten 2 Seiten sind für Nebenrechnungen freigelassen.

• Füllen Sie die oben stehenden Felder leserlich aus.

• Bitte legen Sie Ihren Studentenausweis sowie einen Lichtbildausweis bereit.

• Zugelassen zur Prüfung sind außer Schreibutensilien lediglich eine unbeschriebene Klarsichtfolie
und das beidseitig bedruckte Originalmanuskript zur Vorlesung Signaltheorie. Handschriftli-
che Ergänzungen auf den Seiten des Manuskripts sind erlaubt. Weitere Hilfsmittel aller Art (wie
z.B. Mobiltelefone, Taschenrechner, Konzeptpapier) sind nicht zugelassen.

• Alle Signale sind zeitnormiert dargestellt.

• Am Ende der Prüfung müssen Sie alle an Sie ausgeteilten Blätter abgeben.

• Teilaufgaben, zu deren Lösung Ergebnisse aus vorangegangenen Aufgaben nicht unbedingt erforder-
lich sind, sind mit einem F gekennzeichnet.

• Lösungen werden nur gewertet, wenn sie eindeutig zugeordnet werden können und der Lösungsweg
klar erkennbar ist.

• Es muss ein dokumentenechter Stift, jedoch kein Rotstift und kein Grünstift, verwendet werden
(kein Bleistift).

• Lösungen sind so weit wie möglich zu vereinfachen (Brüche kürzen, Terme zusammenfassen
und alle bekannten Variablen einsetzen). Bei Skizzen müssen immer alle Achsen beschriftet werden.

• Punkte sind unverbindlich nach Schwierigkeit gekennzeichnet: (+) leicht, (ohne) normal, (-) schwer.

Bewertung (vom Prüfer auszufüllen):


Aufgabe 1 2 3 4 5
Punktzahl /17 /22 /11 /22 /18 /90
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1. Aufgabe (17 Punkte)


Das zeitkontinuierliche, periodische Signal x(t) sei wie folgt gegeben:

x(t)
2

··· 1 ···

−3 −2 −1 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 t

Das Signal x(t) durchläuft nun ein LTI-System mit der Impulsantwort h(t):

h(t)
1
x(t) y(t) 1
h(t) 2

−1 1 2 t
Fa) Bestimmen Sie die Periodendauer T0 von x(t)! /1+ Pkt

Fb) Berechnen Sie das Ausgangssignal y(t) für eine Periode von x(t)! /8 Pkt
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c) Skizzieren Sie das Ausgangssignal y(t) für t ∈ [−2; 5]!


Hinweis: y(t) ist auch periodisch mit Periodendauer T0 . /2+ Pkt
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Fd) Welche Eigenschaften muss das Filter h(t) erfüllen, damit dieses auf ein Echtzeitsignal ange-
wandt werden kann? /1 Pkt

Fe) Beschreiben Sie die bekannte mathematische Operation, welche das Filter h(t) auf ein belie-
biges (nicht notwendigerweise periodisches) Eingangssignal ausführt! Gehen Sie dabei auch
auf die Breite des Filters h(t) ein! /2 Pkt

Ff) Zeigen Sie allgemein, dass die Faltung eines beliebigen periodischen Eingangssignals x2 (t)
mit h(t) immer ein periodisches Ausgangssignal y2 (t) liefert!
Hinweis: Spiegeln Sie x2 (t) im Faltungsintegral. /3 Pkt
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2. Aufgabe (22 Punkte)


Es sei folgendes Spektrum G(ω) gegeben:
G(ω)
1

−4 4 ω

G(ω) kann als Faltung eines Rechtecks F (ω) mit sich selbst geschrieben werden.
Fa) Skizzieren oder bestimmen Sie F (ω)! /2 Pkt

FT
Fb) Bestimmen Sie das Signal g(t) ◦−• G(ω)! /2+ Pkt
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Nun sei ein zeitkontinuierliches LTI-System gegeben:

x(t) y(t)
h(t)

Mit folgendem Amplitudenspektrum |H(ω)| und der Phase ^H(ω):


π
|H(ω)| = G(ω + 3) + G(ω − 3) ^H(ω) = ω
8
Fc) Skizzieren Sie |H(ω)|! /2+ Pkt

FT
d) Bestimmen Sie die Energie Eh des Signals h(t) ◦−• H(ω)! /5 Pkt
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Fe) Warum hat allgemein die Phase eines Signals keinen Einfluss auf dessen Energie? /1 Pkt

Zur Erinnerung:
π
|H(ω)| = G(ω + 3) + G(ω − 3) ^H(ω) = ω
8
FT FT
Ff) Bestimmen Sie die Impulsantwort h(t) ◦−• H(ω) in Abhängigkeit vom Signal g(t) ◦−• G(ω)!
/2 Pkt

Nun sei das folgende Eingangssignal gegeben:


π ∑ ( nπ )

x(t) = δ t−
2 n=−∞ 2
FT
Fg) Bestimmen und skizzieren Sie das Eingangsspektrum X(ω) •−◦ x(t) für ω ∈ [−8; 8]! /3+ Pkt
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FT
h) Bestimmen Sie das Ausgangsspektrum Y (ω) •−◦ y(t)! /3- Pkt

i) Bestimmen Sie das Ausgangssignal y(t)! /2+ Pkt


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3. Aufgabe (11 Punkte)


Ein zeitkontinuierliches Signal x1 (t) wird mit dem multiplikativen Faktor −2 beaufschlagt. Das
daraus resultierende Signal wird mit einem zeitkontinuierlichen Signal x2 (t) additiv überlagert,
∑∞
woraus das Signal x(t) entsteht. Dieses Signal x(t) wird mit dem Signal s(t) = δ (t − nTs )
n=−∞
abgetastet, woraus das Signal xs (t) entsteht. Das Signal xs (t) durchläuft das Filter r(t). Daraus
entsteht das Signal xr (t).

Fa) Korrigieren Sie alle Fehler im dazugehörigen Blockschaltbild (inklusive Beschriftung)! /3+ Pkt

x1 (t) ⊗

⊗ x(t) ⊕ xs (t) xr (t)


h(t)

x2 (t)



s(t) = δ (t − nT0 )
n=0

FT
Das Spektrum des Signals X(ω) •−◦ x(t) sei gegeben mit:

X(ω)
3

−5 −4 −3 −2 −1 1 2 3 4 ω

Fb) Geben Sie einen analytischen Ausdruck für X1 (ω) und X2 (ω) an! /2+ Pkt
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FT
Fc) Bestimmen Sie das Signal x(t) ◦−• X(ω)! /2+ Pkt

Fd) Wie muss Ts gewählt werden, damit x(t) vollständig aus xr (t) rekonstruierbar ist? /1+ Pkt

Nun sei Ts = π2 :
e) Berechnen und skizzieren Sie das Signal xs (t) für t ∈ [−2π, 2π]! /3- Pkt
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4. Aufgabe (22 Punkte)


Gegeben ist das folgende zeitdiskrete LTI-System:

x[n] y[n − 1] y[n]


h1 [n] h2 [n]

h[n]
Fa) Bestimmen Sie die Impulsantwort des Filters h2 [n]! /1+ Pkt

b) Kann man aus h2 [n] schlussfolgern, dass das Gesamtsystem h[n] nicht kausal sein muss?
Begründung! /1 Pkt

Die Filterstruktur von h1 [n] sei nun bekannt:

x[n]

−8 −4 2
⊕ ⊕ ⊕
z −1 z −1 z −1 y[n − 1]

h1 [n]

Fc) Stellen Sie die Differenzengleichung des Filters h1 [n] auf! /2 Pkt
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ZT
Fd) Bestimmen Sie die Übertragungsfunktion H1 (z) •−◦ h[n] in Polynomdarstellung ohne Anga-
be des Konvergenzbereiches! /2+ Pkt

Für die folgende Teilaufgabe sei:


z3 − z2 + z − 1
H(z) =
z3 + z
Fe) Skizzieren Sie das PN-Diagramm von H(z) und markieren Sie darin den Konvergenzbereich
RH ! Begründen Sie die Wahl des Konvergenzbereiches!
Hinweis: H(1) = 0 /5- Pkt
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Für die übrigen Teilaufgaben sei H(z):

H(z) = z + 1 RH : z ∈ C

Ff) Zeigen Sie, dass das System H(z) stabil ist! /1+ Pkt

ZDF T ZT
Fg) Bestimmen Sie das dazugehörige ZDFT-Spektrum H(Ω) •−◦ h[n] ◦−• H(z)! /1+ Pkt

Nun liegt das folgende Signal am Eingang an:


( π)
x[n] = sin πn −
2
ZDF T
Fh) Bestimmen Sie das ZDFT-Spektrum X(Ω) •−◦ x[n]! /2+ Pkt
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ZDF T
i) Bestimmen Sie das ZDFT-Spektrum am Ausgang Y (Ω) •−◦ y[n] ohne die Faltung im Zeit-
bereich durchzuführen! /3+ Pkt

j) Welche Eigenschaft müssen beliebige Eingangssignale x[n] aufweisen, damit man am Aus-
gang ein identisches Ausgangssignal wie in Aufgabe i) erhält?
Hinweis: Bestimmen Sie zunächst y[n] in Abhängigkeit von x[n]. /4- Pkt
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5. Aufgabe (18 Punkte)


Fa) Gegeben sei folgender MATLAB-Code:

A = reshape(4:-1:1,2,2);
B = linspace(1,5,100) + abs(-1);

Schreiben Sie die Lösung der folgenden MATLAB-Code-Zeilen jeweils in die Kästchen dar-
unter! /5 Pkt

A(2,1)

max(max(A.^2))

mean(B)

numel(B)

size(B)'

Fb) Nun sei: h[n] = 3−n · en · u[−n]


Schreiben Sie MATLAB-Code, der die bilaterale z-Transformation von h[n] symbolisch be-
rechnet und in der Variablen H abspeichert! /3+ Pkt
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Fc) Gegeben sei der folgende MATLAB-Code, der die drei unten zufällig angeordneten Plots
erzeugt:

t = linspace(0,10,1001);
x = 2*rectpuls(t-5,6);
y = 4*tripuls(t-5,6);
z = conv(x,y)/100;
t2 = linspace(0,20,2001);
plot(t,x)
plot(t,y)
plot(t2,z)

Vervollständigen Sie die fehlenden Beschriftungen, indem Sie die Lösung in die dafür vorge-
sehenen Kästchen schreiben!
Hinweis: Alle Achsen sind linear skaliert! /6 Pkt

0 0 0

0 t t 2 t 8
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Fd) Gegeben seien nun die folgenden beiden MATLAB-Codes, welche beide die gleiche Matrix M
erzeugen sollten:

Code 1: Fehlerhafter Code 2:


M = repmat(0,100,100); M = zeros(1);
for i=1:100 M(1:100:100*100) = (1:100)^2;
for j=1:100
if i==j
M(i,j) = i*j;
end
end
end

Verbessern Sie den fehlerhaften Code 2 so, dass er die gleiche Matrix M wie Code 1 er-
zeugt! Fügen Sie dabei keine neuen Zeilen oder weitere Befehle hinzu! /3- Pkt

Fe) Mit welchem Befehlspaar können Sie die Ausführungszeit eines beliebigen MATLAB-Codes
messen? /1+ Pkt
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Zusatzblätter
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