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KLETTERSTEIGE

EXTRA
Das BergMagazin

Know-how
Klettersteig-
gehen

8/08 EXTRA 
&OUnJFIFO4JFEFN"MMUBH Klettersteige für jeden

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&&&! lettersteiggehen ist eine traditionelle und eigenständige sportlerinnen und Bergsportler bei. Neben der Theorie ist es natür-
Spielform des Bergsports und erfreut sich seit Jahren lich am besten, sich auf einem Kurs – z.B. bei einer DAV-Sektion


 

+FEFO.POBU einer steigenden Beliebtheit bei Bergsteigern jeden Alters. Ohne
gleich ein „Felstänzer“ zu sein, kann man die faszinierende Welt
– die wichtigsten Handgriffe zeigen zu lassen. Und in der Gemein-
schaft macht Klettersteiggehen einfach Spaß und ist zudem auch

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 steiler Felswände und schroffer Bergspitzen erleben. Dank moder- sicherer!
  
 ner und anwenderfreundlicher Bergsportausrüstung ist auch die Si-

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cherung einfach zu erlernen. Dennoch: Die persönliche Kondition Viele schöne Bergerlebnisse in steilem Fels wünscht Ihnen
und Beurteilung alpiner Gefahren müssen deutlich ausgeprägter als Tamara Schlemmer
beim Wandern sein. Insbesondere Einsteiger sollten sich langsam
IBOEFM
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an die Eisenwege herantasten und müssen sich bewusst machen,


TamarA Schlemmer
$(!$%!# dass das Risiko höher ist als bei einer normalen Bergwanderung.
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#!#& Vor diesem Hintergrund befürwortet der DAV alle Maßnahmen, ist Vizepräsidentin des
%%"!!"# '! 7PMMF#FSHMVTU die – wie dieses Spezialheft – über das richtige Klettersteiggehen Deutschen Alpenvereins,

 

&! !%"&#! informieren und trägt beispielsweise durch weitere Veröffent- langjährige Wettkamp-
lichungen der DAV-Sicherheitsforschung in DAV-Publikationen fkletterin und Allround-
)PIFS/VU[XFSU selbst zu einer möglichst optimalen Informationslage aller Berg- bergsteigerin.


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INHALT
 
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Schwierigkeitsbewertung 6
 


Zielgruppen 8


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.+1-+$*& $(/&, +-&  + ,- .",*$-1&$% +.' +")!( +3#,)'' +$(-&$ ( Neubau eines Klettersteigs 10
Bauteile eines Klettersteigs 12
Test: Klettersteigsets 14
Die richtige Schuhwahl 16
Technik und Basics 18
Angst am Klettersteig 20
Ausrüstungstipps 22
Bücher 23
001_Titel_in CMYK_ohnePANTONE.in1 1 02.06.2008 11:13:33 Uhr

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8/08 EXTRA 
Klettersteige Grundvoraussetzungen

Schwierigkeiten und Anf orderungen Klettersteiggehen


beim DAV
In den 354 Sektionen des Deutschen Alpen-
vereins werden Kurse und Führungen für alle
F
errovia extrema. Bei über 1000 alpinen Klettersteigen rer in die Hand bekommt, wird sich mit einer fünfteiligen verbalen Felswände, während „Sportklettersteige“ durch die spektaku-
„Könnensstufen“ und in vielen Bergsportarten
ist es nicht leicht, den passenden zu finden. Nur wer die Skala von F (facile) bis ED (extrêmement difficile) konfrontiert lärsten, steilsten Wandpartien ziehen, aber nicht unbedingt
angeboten. So kann jeder, der sich für die
verschiedenen Steig-Charaktere, Bezeichnungen und Schwierig- sehen. Im Internet oder anderen Führerwerken gibt es wieder an- einen Gipfel anstreben.
Berge und das Klettersteiggehen interessiert,
keitsangaben kennt, wird nicht aus Versehen an eine „gewichtige dere Einteilungen. Die weiteste Verbreitung und Akzeptanz dürfte
den richtigen Kurs finden. Weitere Vorschläge
Eisenbahn“ geraten. die „Österreichische Skala“ haben, mit fünf Buchstaben von A bis Und natürlich macht es einen Unterschied, ob eine Route finden sich beim DAV Summit Club,
Dass „Ferrovia“ (italienisch) oder „Voie ferrée“ (französisch) E. Was sich hinter diesen Einstufungen dann in der senkrechten zehn oder hundert Klimmzüge erfordert, ob mit Eis und Schnee zu der Berg- und Skischule des DAV.
Eisenbahn heißt, ist klar. Und dass ein „gesicherter Steig“ leichter Realität verbirgt, davon geben die Bilder und Erklärungen auf der rechnen ist oder mit ungesichertem Absturzgelände bei Zu- und
Deutscher Alpenverein
als ein „Klettersteig“ ist, das mag man noch erraten. „Via Ferrata“, folgenden Doppelseite einen Eindruck. Wer einen „sechsstufigen“ Abstieg. Diese „Gesamtanforderungen“ – an Armkraft, Kondition,
Von-Kahr-Straße 2 – 4
„Via attrezzata“ und „Sentiero attrezzato“ sind schon schwerer zu Führer besitzt, braucht trotzdem nicht im Ungewissen tappen: Da Psyche, Bergerfahrung – können genauso über Erfolg und Schei-
80997 München
unterscheiden. Wer die richtige Route wählen will, der er tech- der Abstand von der leichtesten zur schwersten Stufe immer gleich tern entscheiden wie die rein technische Schwierigkeit. Es lohnt info@alpenverein.de
nisch, konditionell und psychisch überlegen ist, braucht andere bleibt, lässt sich die Schwierigkeit leicht umrechnen. sich, einen Blick in den Erklärungsteil des Führers zu werfen, um www.alpenverein.de
Informationen als nur den Namen. Viel wichtiger als eine genaue Zahlenangabe ist, dass man sich sich über diese Rahmenkriterien zu informieren. Dann kann man
Im Lauf der Jahre wurden viele Schwierigkeits-Skalen für über den Charakter und Gesamtanspruch des Steiges klar wird: schon in der Planung bedenken, wie man sich für die schwere DAV Summit Club
Am Perlacher Forst 186
Klettersteige vorgeschlagen. Da die Eisenwege immer schwerer „Gesicherte Steige“ verlaufen meist durch relativ harmloses Gelän- Stelle am Schluss fit hält, wie viel Verpflegung und Kleidung man
81545 München
wurden, sind Eugen E. Hüsler und Paul Werner, zwei Drahtseil- de, gelegentliche ausgesetzte oder felsige Passagen sind durch ein- braucht und mitschleppen will, zu welcher Jahreszeit wohl gefähr-
info@dav-summit-club.de
Doyens, mittlerweile von vier zu sechs Schwierigkeitsstufen vorge- zelne Drahtseile gesichert. „Klettersteige“ dagegen suchen einen liche Schneefelder verschwunden sind oder wo man zur Not noch www.dav-summit-club.de
drungen. Wer dagegen einen italienischen oder französischen Füh- bergsteigerisch interessanten Weg durch mehr oder weniger steile abbrechen kann.

Hinweis
Der Verlag und der DAV weisen ausdrücklich
darauf hin, dass die Anwendung des Beschrie-
benen am besten in einem Ausbildungskurs
erlernt werden kann und dass in diesem
Spezialheft nur ein grundlegender Abriss
über das Klettersteiggehen gegeben werden
kann und keine ausführliche, vollständige
Beschreibung aller Inhalte.

kooperation mit dav


Deutscher Alpenverein e.V.
Von-Kahr-Str. 2 – 4
80997 München

IMPressum
Tourenbeilage zu ALPIN 7/2008
Olympia-Verlag GmbH, Badstraße 4 – 6, 90402 Nürnberg,
Tel. 0911 2160
Anzeigen: Werner A. Wiedemann (verantwortlich)
Redaktion: Planegger Str. 15, 82131 Gauting,
Tel. 089 8931600, info@alpin.de
Chefredaktion: Dr. Bene Benedikt (verantwortlich)
Redaktion: Olaf Perwitzschky
Autoren: Andreas Dick, Stefan Dürrbeck, Florian Hellberg,
Martin Schwiersch, Chris Semmel, Stefan Winter,
Bene Benedikt, Olaf Perwitzschky
Titelfoto: Birgit Gelder
Fotos: Andreas Dick, Birgit Gelder, Wolfgang Mayr, Herbert Raffalt,
Chris Semmel, Stefan Winter, Heidi Zimmermann
Technische Skizzen: Georg Sojer
Grafik: Ulrike Lang, Satu Steiner
Druck: Oberndorfer Druckerei, 5110 Oberndorf, Österreich

 EXTRA 8/08 8/08 EXTRA 


Klettersteige Schwierigkeitsbewertung

Wie schwer ist schwer?


Diese Bilder geben Ihnen einen Eindruck davon, was sich hinter den
Ein Vergleich der einzelnen
Schwierigkeitsbewer-
tungen, die es für Kletter-
steige gibt. Wir halten die
fünfteilige Skala (vgl. diese
Schwierigkeitsangaben des Klettersteigführers verbirgt. Und nicht vergessen: Seite) von A bis E für sinn-
voll. Innerhalb dieser fünf-
Bei Regen und Sturm und/oder Schnee sieht alles ganz anders aus. teiligen Skala können auch
Zwischenstufen vergeben
werden.

A leicht, 1, F (facile) B mäßig schwierig, 2, PD (peu difficile) C schwierig, 3 – 4, D (difficile) D sehr schwierig, 5, TD (très difficile) E extrem schwierig, 6, ED (extrêmement difficile)

B
Einfache gesicherte Steige in nicht sehr Immer wieder steiler Senkrechter bis überhängender Fels mit weit Häufig überhängendes Gelände mit wenig oder
steilem Gelände mit Geländern, Klammern und bis sehr steiler Fels mit auseinander liegenden Klammern und Trittstiften, keinen Steighilfen. Extreme Anforderungen an
angelehnten oder kurzen senkrechten Leitern. langen ausgesetzten häufig auch nur mit Drahtseil. Gute Steigtechnik Kraft, Bewegungstechnik und Psyche. Nur für
Einzelne ausgesetzte Stellen sind leicht zu Passagen. Eisenklam- auf kleinen Tritten und Reibungsplatten, starke besonders erfahrene Klettersteig-Experten.
begehen. Wäre auch ohne Sicherungen meist mern und Trittstifte kön- Psyche, Kraftausdauer und guter Trainingszustand Zusätzliche Ruheschlinge zur Fixierung
einfach zu begehen. nen weit auseinander nötig, Klettererfahrung hilfreich. empfehlenswert. Evtl. Hilfsseil mitnehmen.
liegen, manchmal auch
nur mit Drahtseil. Senk-
rechte bis gelegentlich
überhängende Leitern,
evtl. Seil- oder Hänge-
brücken. Kraftraubend
und eindrucksvoll, län-
gere Routen in diesem
Grad sind schon große
Unternehmungen.

A
Schon länger steiler, mit einzelnen
kleintrittigen, ausgesetzten Passagen.
Klammern, Trittstifte, Ketten und auch
längere senkrechte Leitern, stellen-

D
weise schon kraftraubend.

C E
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Senioren
Klettersteige Zielgruppen Bestausgestattete Klettersteige in Tal- oder Seilbahn-
nähe machen es auch für ältere Bergsteiger noch

Jedermannsport?!
möglich, steilen Fels zu genießen ohne Leistungs-
sportler zu sein. Dass für Senioren Naturgenuss,
Fitnesserhalt und Krankheits-Prävention im Vordergrund
stehen, versteht sich von selbst. Besonders zu emp-
fehlen sind geführte Touren mit Gleichgesinnten, die
Genuss und Sport altersangepasst verbinden wollen.

Klettersteiggehen ist ein Lifetimesport – eine sportliche Betätigung,


die von klein auf bis ins Alter betrieben werden kann. Je nach Lust und Kinder
Laune, aber auch entsprechend den körperlichen Voraussetzungen Kinder können auf Kletterstei-
kann sich jeder einen passenden Eisenweg aussuchen. gen ohne aufwendige Siche-
rungstechnik vor allem ihre mo-
Selbstverständlich gilt übergreifend für alle Altersgruppen: Eine torischen Fähigkeiten erproben
und verbessern und gleichzeitig
ordentliche Tourenplanung, Fitness und alpine Erfahrung Spannung und Spaß erleben.
sind das A und O für eine sichere Klettersteigtour! Die Wegfindung ist durch
das vorgegebene Draht-
seil kein Problem und
an den Verankerun-
Stürmer und Dränger gen ist Ausruhen
jederzeit möglich.
Alle Motive zum „Sporteln“ im dritten und vierten Lebens- Klar ist, dass die
jahrzehnt können auf Klettersteigen ihre Erfüllung finden. Tour in Länge,
Ob es um Leistung geht oder um Action im Freundeskreis, Schwierigkeits-
Naturgenuss oder die Entdeckung der Leidenschaft Klettern; grad und Risiko
aus den 1000 Eisenwegen alpenweit lässt sich für jeden aus sehr behutsam
der Altersgruppe „thirty-something“ etwas finden, und wenn ausgewählt werden
es der Sport- oder Funklettersteig im Tal ist. muss, damit die
Kleinen nicht über-
fordert werden.

Best Ager
Veränderte Lebenseinstellungen und Arbeitsbedingungen
sind Gründe für die neue Fitnesswelle der Generation 50plus. Jugendliche
Immer mehr fitte Aktive im besten Alter trifft man auch auf Während bei Kindern
Klettersteigen an. Nicht mehr so schnell unterwegs und nicht noch der Spaß im Vor-
mehr so extrem, dafür umso selbstbewusster. Genussorien- dergrund stehen sollte,
tierung versus Leistungsorientierung ist die Devise! können Klettersteige
für Jugendliche schon
zur Bewährungs- und
Mutprobe werden. Kraft,
Ausdauer und Geschick-
lichkeit sind in der Regel
schon so weit ausge-
reift, dass auch längere
Touren möglich sind. Als
Vorstufe zum alpinen
Klettern können Jugend-
liche auf Klettersteigen
Selbsteinschätzung,
Eigenverantwortung und
die richtige Beurteilung
von alpinen Gefahren
erlernen. Gerade in Grup-
pen neigen Jugendliche
aber auch schnell mal
zur Fahrlässigkeit oder
zu Mutproben. Meist
muss man Jugendliche
deshalb eher bremsen
als ermutigen.

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Klettersteige Neubau eines Klettersteigs

Baustelle Wand Einen Klettersteig zu errichten, erfordert viel Arbeit. Was an Zeit, Geld,
Aufwand und vor allem Engagement nötig ist, zeigt das Beispiel des
ersten Zillertaler Klettersteigs an der Gerlossteinwand.

A
m Anfang war die Linie: Beim Feuerbrennen im Herbst Der nächste Durchgang wird bunt: Zwei Zweierteams
2006 sah Walter sie ganz klar vor sich. Einmal im Jahr hangeln sich mit Sprühdosen am Fixseil entlang und setzen Mar-
erleuchten Feuertöpfe die scharfe Kante der Gerlossteinwand mit kierungen: grün für Griffe und Tritte, blau für die Zwischenhaken
Material, Material, Material: Jeder Bügel, jeder Stift
ihren paar Kletterrouten. Eine schöne Linie – und es wäre der mit den Seilklemmen und rot für die 38 Endhaken. Per Funk mel- und jeder Meter Drahtseil müssen von oben zur
erste Klettersteig im Zillertal – mehr Motivation brauchten die den sie den Kollegen auf dem Plateau, wie viele Meter Drahtseil pelter Motorenlärm dröhnt durch die Wand. Die Bohrmaschinen Baustelle geschafft werden. Da kommen schnell
Lasten von 40 Kilo und mehr zusammen.
Bergretter aus Zell am Ziller nicht. sie von einem Endhaken zum nächsten brauchen. 25 bis 40 Me- sind neun Kilo schwere Monstren mit kräftigen Zweitaktmotoren.
Auf die Linie folgte eine professionelle Präsentation, mit ter sind die Seilstücke lang, jeder Meter des verzinkten Stahlseils Bohren – Löcher auspusten – Klebstoff reinpressen – Haken, Griff
Visionen, Vergleichen und einer so einladenden Kalkulation, dass wiegt ungefähr ein Kilo, bei einem Durchmesser von zwölf Millime- oder Tritt hineinschieben – so geht es Meter um Meter nach un-
die Tourismusverantwortlichen und die Seilbahnmanager nur tern. Als sperrige Ganzsache werden sie nach unten abgelassen, ten. „Vorsicht, nicht auf die frischen Tritte steigen!“
noch nicken konnten. Denn der siebenköpfige Bautrupp arbeitet oder als gewichtige Rolle auf dem 700 Arbeitsstunden in der Wand war das Team im Einsatz,
ehrenamtlich – und mit viel Freude am Engagement. Rucksack geschleppt. Das ist bevor es begeistert zur Einweihung schreiten konnte: Der Klet-
Ein Hubschrauber fliegt 850 Kilo Werkzeug und Ma- Aufgabe der drei „Springer“, tersteig Gerlossteinwand verspricht mit seiner Mischung aus Ka-
terial auf das Gipfelplateau, darunter die große Rolle mit die das Material vorbereiten minen, Verschneidungen, griffigen Platten und überhängenden
500 Meter Drahtseil. Dann arbeitet sich ein Dreierteam von und hinunterschaffen. Dop- Passagen prächtiges Klettersteig-Vergnügen.
oben nach unten durch die 240 Meter hohe Wand: Einer
räumt die losen Steine weg, der zweite setzt Bohrhaken und
spannt 400 Meter Fixseil entlang der Route des Klettersteigs,
und der dritte sichert die beiden schrittweise nach unten.

Alpin kurzinfo
Wenig Vergnügen, viel
harte Knochenarbeit: Klettersteig Gerlossteinwand, 2166 m
Einen Klettersteig zu 3 STD. I 240 Hm I schwer, Meist C, Passagen D
errichten, ist eine
schweißtreibende Rasanter Steig mit großartigem Talblick.
Angelegenheit. Zustieg: 45 Min. ab Bergstation der Seilbahn
in Richtung Arbiskögerl.
Wir bauen eine Abstieg: 45 Min.
Ferrata Wandhöhe: 240 Meter = ca. 1 ½ Std.
Kletterstrecke: Ca. 400 Meter.
Material und zeitaufwand Kein Notausstieg!
der Bergrettung Zell www.zillertalarena.com
n 2 Hubschrauberflüge à 6 Minuten www.bergrettung-zell.com
n 100 Std. Felsräum- und (Topo und viele Fotos)
Sicherungsarbeiten
n 500 Std. Steigbau in der Wand
n 100 Std. Wegebau für den Zustieg
n 700 Bohrlöcher 10, 20 und 22 mm ø
n 380 m Stahlseil D 3060 Kreuzschlag,
verzinkt, mit Fasereinlage, 12 mm ø
38 Standhaken („Ösenendanker“),

BERGEERLEBEN
n

22 mm ø
n 150 Zwischenhaken, 20 mm ø
n 260 Handgriffe
n 30 Tritte KLETTERSTEIG GERLOSSTEIN BIKE- UND WANDERARENA
n 210 Seilklemmen
n 95 Kartuschen
Zweikomponentenkleber
n 10 Liter Benzingemisch

www.zillertalarena.com
A-6280 Zell im Zillertal, Tel. 0043/(0)5282/7165-0, info@zillertalarena.com
10 EXTRA 8/08
Breite Trittbügel
Klettersteige Die Bauteile bieten Platz für beide
Füße und bergen
wegen der abgerun-
deten Form geringe Die Befestigungsanker müssen fest im Fels verankert sein.
Verletzungsgefahr. Leider werden mitunter immer noch ungeeignete Schnellbinde-
zemente verwendet oder gar Dübel nur in Felsrisse geschlagen
wie herkömmliche Normalhaken. Besonders im Frühjahr ist die
Gefahr groß, auf durch Schneelast und Steinschlag beschädigte
Drahtseilbefesti- Anker und Seile zu stoßen. Sollten zweifelhafte Abschnitte mit
gung auf „Franzö- ausgerissenen Ankern passiert werden, ist über einen rechtzei-
sisch“ mit einer tigen Rückzug nachzudenken. Der Steig wird in solch einem Fall
Schlappseilschlaufe. anscheinend nicht regelmäßig gewartet und weitere defekte Siche-
Eine Knickbelastung rungsabschnitte könnten folgen. Das Mitführen eines separaten
der Karabiner kann so Sicherungsseils samt Sicherungsmaterial und die entsprechenden
nicht auftreten.
Kenntnisse der Sicherungstechnik können in solchen Fällen ret-
tend sein. Auch können Kinder oder schwächere Begleiter bei Be-
darf über besonders anspruchsvolle Passagen gesichert werden.
Unzweckmäßige und
gefährliche Draht- Neben den Verankerungen für das Sicherungsseil können
seilführung durch
Klettersteige auch künstliche Griff- und Tritthilfen enthalten, um
eine Öse.
steile Aufschwünge oder schwierige Querungen begehbar zu ma-
chen. Das Repertoire reicht von einfachen Stiften über verschie-
dene Bügelformen bis hin zu richtigen Leitern, wobei in neueren
Klettersteigen in der Regel nur mehr Bügel verwendet werden.
Stifte führen zu einem stark erhöhten Verletzungsrisiko im Sturz-
Herausstehende fall und ganze Leitern werden als unschön angesehen. Haben die
Trittstifte sind weit Tritthilfen eine glatte Oberfläche, ist bei Nässe Vorsicht geboten.
verbreitet, bergen Wird in einem Klettersteig eine Schlucht überwunden, so ge-
aber bei Sturz ein schieht dies meist mit einer Seilbrücke, bestehend aus einem
hohes Verletzungs- Tragseil, auf dem man entlang balanciert, und einem oder zwei
risiko – also Vorsicht. Halteseilen für die Hände und die Sicherung.
Gerade in den „action-lastigen“ Klettersteigen finden bei
Schluchten auch Seilrutschen Verwendung. Hier existiert oft nur
ein Tragseil, in das die Sicherung gehängt wird, und an diesem
Auch beim Begehen rutscht man dann über die Schlucht. Bei einer Seilrutsche ist es
von Leitern sollte man empfehlenswert, sich mittels einer für Stahlseile geeigneten Seil-
sich am nebenlaufen- rolle an das Tragseil zu hängen, das Klettersteigset muss jedoch
den Drahtseil sichern.

Krampen&Leitern
als Sicherung ebenfalls eingehängt werden. Bei abschüssigen
Festigkeit püfen!
Seilbahnen sollte man je nach Auslauf darauf achten, nicht zu
schnell hinunter zu rutschen. Oft ist die Verwendung eines Brems-
seils notwendig. Wer hier die notwendigen Sicherungstechniken
nicht beherrscht, geht ein hohes Risiko ein.

Ganz ehrlich: Wissen Sie immer, was gemeint ist, wenn von Krampen, Eisenstiften
oder Seilbrücken die Rede ist? Die DAV-Sicherheitsforschung erklärt Ihnen, was
sich hinter den Ausdrücken verbirgt und welche Funktionen die Bauteile haben.

B
ei der Begehung von Klettersteigen trifft man auf die ge. Hier bildet das Drahtseil an jedem Anker eine Schlaufe, um im
unterschiedlichsten Elemente und Bauweisen. Denn – Sturzfall eine Biegebelastung auf den Klettersteigkarabiner aus-
entgegen der ansonsten rundum genormten Welt – gibt es (noch) zuschließen. Nach einer aktuellen Untersuchung der DAV-Sicher-
keine Norm zum Bau von Klettersteigen. Diese bunte Vielfalt an heitsforschung wird diese Problematik jedoch überbewertet. Die
Verankerungsmethoden, Seilführungen und Arten von Steighilfen Befestigungsanker der Drahtseile existieren in allen Formen und
birgt das Problem, dass nicht immer klar ist, was wie benutzt Stärken. Nicht ausreichend sind Eisenstifte mit einem Durchmes-
werden kann. ser unter 20 Millimeter. Gut sind Stifte, die einen Durchmesser
Hauptcharakteristik eines Klettersteigs ist das Stahlseil. Der von 24 Millimeter und mehr besitzen. Nach Form der Ankerköpfe
Durchmesser sollte mindestens 10 Millimeter, besser 12 Millime- unterscheidet man Ösenanker, bei denen das Drahtseil lediglich
ter oder mehr betragen. Beim Stahlseil kann es durch Steinschlag durchgeführt wird, Fahnenanker und flachgeschmiedete Anker.
zur Beschädigung kommen. Mitunter stehen einzelne Drähte des Am besten sind die letztgenannten. Hier sind keine Schweißnähte
Spiralseils ab, die die Hand verletzen können. Die Verwendung vorhanden, die eventuell Schwachstellen darstellen könnten. Die
von Klettersteighandschuhen ist daher angeraten. Neben mehr Ösenanker lassen eine zuverlässige Seilfixierung nicht zu und jede
oder weniger straff geführten Drahtseilen existieren auch nach Bewegung am Drahtseil führt zum Schleifen des Seils in der Öse
dem sogenannten „französischen System“ angelegte Kletterstei- und zu Materialschäden.

12 EXTRA 8/08
Klettersteige Sets im Test

Klettersteigsets
Trotz Normen sind nicht alle Klettersteigsets
gleich gut. Wir zeigen Ihnen die Unterschiede.

B
ei einem Klettersteigsturz treten Sturzfaktoren auf,
wie sie beim Klettern mit Seil gar nicht möglich sind.
Camp Edelrid Kong
Nirgends kommt es zu einem so ungünstigen Verhältnis zwischen
Sturzhöhe und Länge des energieaufnehmenden Seilstücks. Ein Modell Via Ferrata Rewind Modell Brenta Delux Modell Tango
Klettersteigset zur Sicherung ist deshalb unerlässlich. Bei einem Preis 82,00 Euro Preis 74,90 Euro Preis 75,00 Euro
Klettersteigset ist immer ein Dämpfungselement eingebaut, das Normprüfung Normprüfung Normprüfung
den Weg, auf dem der Stürzende abgebremst wird, verlängert. Ein Fangstoß (max. 6,0 kN) 4,8 kN Fangstoß (max. 6,0 kN) 5,3 kN Fangstoß (max. 6,0 kN) 6,8 kN
Sturz wird so dynamisch gebremst und damit werden die Kräfte Durchrutsch (max. 1200 mm) 1262 mm Durchrutsch (max. 1200 mm) 1139 mm Durchrutsch (max. 1200 mm) 1206 mm
auf Mensch und Sicherungskette wesentlich verringert.
Praxisnoten Praxisnoten Praxisnoten
Einbinden 1 Einbinden 2 Einbinden 2
Unterschiedliche Systeme: Man unterscheidet zwei ver- 2
Bedienung Stränge/Enden 4
Bedienung Stränge/Enden 3
Bedienung Stränge/Enden
Handhabung Karabiner 1 Handhabung Karabiner 2 Handhabung Karabiner 1
schiedene Systeme von Fangstoßdämpfern bei Klettersteigsets,
Versorgung Restseil 3 Versorgung Restseil 4 Versorgung Restseil 3
um einen Sturz dynamisch zu bremsen. Bei Reibungssystemen
läuft Seil oder Band durch eine Bremse und der Weg, auf dem
der Stürzende zum Anhalten gebracht wird, verlängert sich. Die Ein sehr interessantes Set mit dem Bleibt mit allen Werten innerhalb der Ein Set, das mit beiden Werten die
Reibungsbremsen lassen sich weiter in V- und Y-Systeme unter- niedrigsten Fangstoß im Test. Leider Norm. Leider fällt das Edelrid-Set in Norm knapp verpasst. Es eignet sich
scheiden, wobei das V-System (Bild unten links) veraltet ist und ist der Seildurchrutsch nicht ganz in punkto Bedienung etwas ab. Besonders aufgrund einer sehr geringen Spannwei-
nicht mehr der UIAA-Norm entspricht. Bei Reibungsbremsen mit den Grenzwerten der Norm, was wir die nichtelastischen Enden sowie die te für kleine Personen, ist dadurch aber
aber aufgrund der geringen Über- verbesserungswürdige Restseilversor- für große oft limitierend.
Y-System sind die beiden Stränge vor der Bremse zusammenge-
schreitung und des tollen Fangstoßes gung fielen da auf.
führt und ein separates Bremsseil läuft in den Dämpfer ein (Bild
darauf kommt es an für vertretbar halten.
unten Mitte).
Neben den Reibungsbremsen sind Bandfalldämpfer (Bild n D
 ieBremse ist vom Hersteller exakt abgestimmt und
unten rechts) die zweite Art von Klettersteigsets. Zur Dämpfung darf nachträglich nicht verändert werden.
ist eine Gewebestruktur eingebaut, die im Sturzfall ähnlich einer n W
 enn ein „Ast“ in ein tragfähiges Teil am Gurt einge-
Ziehharmonika aufreißt und Sturzenergie aufnimmt. hängt wird, kann die Bremse ausgeschaltet werden.
Aus der Erläuterung der Systeme geht hervor, dass die Dämpfer n B
 eiReibungsbremsen muss das Bremsseil unge-
eine gewisse Komplexität haben und genau abgestimmt sein müssen. hindert in die Bremse einlaufen können.
Aus diesem Grund ist es wichtig, den Dämpfer nicht eigenmächtig n K
 lettersteigsets sind Notfallsysteme und nur einmal
zu verändern. Die Lage der Bremsen und das verwendete Band- oder verwendbar.
Schlingenmaterial ist vom Hersteller exakt ausgesucht und so genau
n V
 onV-Klettersteigsets ist abzuraten, weshalb sie hier
abgestimmt, dass das Ansprechverhalten und der maximale Fang-
auch nicht vorgestellt werden.
stoß den von der Norm geforderten Grenzwerten entsprechen.
Mammut Petzl Stubai
Modell Step Web Super Modell Scorpio Modell Ferrata Connect Flex
Preis 95,00 Euro Preis 82,00 Euro Preis 89,95 Euro

Normprüfung Normprüfung Normprüfung


Fangstoß (max. 6,0 kN) 5,5 kN Fangstoß (max. 6,0 kN) 5,5 kN Fangstoß (max. 6,0 kN) 6,0 kN
Durchrutsch (max. 1200 mm) 1051 mm Durchrutsch (max. 1200 mm) 1092 mm Durchrutsch (max. 1200 mm) 1244 mm

Praxisnoten Praxisnoten Praxisnoten


Einbinden 2 Einbinden 4 Einbinden 2
2
Bedienung Stränge/Enden 1
Bedienung Stränge/Enden 2
Bedienung Stränge/Enden
Handhabung Karabiner 2 Handhabung Karabiner 1 Handhabung Karabiner 3

Versorgung Restseil 1 Versorgung Restseil 1 Versorgung Restseil 2

Das Mammut funktioniert via Bandfall- Kompakt, super Werte, gute Bedienung! Ein einfaches, aber interessantes Set
dämpfer (Bandmaterial wird durch eine Das Petzl überzeugt in vielen Punkten. mit flexiblen Enden und einer sehr ein-
Die drei unterschiedlichen Schlitzplatte gezogen) und erreicht fan- Einzig das Einbinden fällt aufgrund der fachen, aber guten Restseilversorgung.
Systeme im Vergleich: ganz tastische Werte. Nur die lange Bauweise kurzen Bandschlinge etwas schwer, aber Leider mit knappem Normverstoß.
links ein veraltetes Set in V- des Sets ist nicht ganz optimal. nur so kann das Set so kompakt sein.
Form, in der MItte ein Klet-
tersteigset in Y-Form und
rechts ein Klettersteigset
mit Bandfalldämpfer.

14 EXTRA 8/08 8/08 EXTRA 15


Klettersteige Die richtige Schuhwahl

Niedriger, stabiler
HalbSchuh
Geeignet für Klettersteigkategorie: A/B oder D
Sie laufen unter dem Begriff Approachschuhe oder
Lighthiker. Schuhe, die für den Zustieg zu Kletterfel-
sen, zum Wandern auf leichten Wegen oder für den
Alltag geeignet sind. Die solide Version dieser Schuhe
hat einen stabilen Sohlenaufbau,
eine Sohle mit „Climbing Zone“
(nicht profiliert im Zehenbereich)
und eine effektive Schnürung.
Sportlichen Gehern mit gesunden
Gelenken lassen diese Schuh ein
hohes Maß an Bewegungsfrei-
heit. Aber natürlich stabilisieren
sie nicht so wie Modelle mit stabilem Schaft. In der
richtigen Größe gewählt, kann man mit diesen Schu-
hen schwierige Klettersteige gehen und den Abstieg
hinter sich bringen. Preis: Ab ca. 100 Euro.

Hoher, weicherer
Trekkingstiefel
Geeignet für Klettersteigkategorie: A bis E

Ein Ziel,
Die Gruppe der hohen, technischen Wander- oder
Bergschuhe ist sicherlich so etwas wie der Allrounder
unter den Klettersteigschuhen. Mit stabilisierendem
Effekt auf das Fußgelenk ist diese Schuhkategorie für
lange Klettersteige mit Zu- und

viele Lösungen
Abstieg oft genau so geeignet
wie für Wanderungen oder
Bergtouren. Die Dämpfung dieser
Schuhe ist geringer als bei reinen
Wanderschuhen, auch diese
Schuhe haben häufig eine „Clim-
bing Zone“. Hohe Schuhe sind
Die Charaktere von Klettersteigen variieren stark. Von harmlos und genussreich bis auch dann anzuraten, wenn man einen (schweren)
steil und anstrengend reicht das Angebot. Welche Schuhe soll man aber auf Rucksack trägt, um dem Fuß mehr Halt zu geben. Je
nach Ausführung sind diese Schuhe vom Sohlenauf-
welchen Klettersteigen tragen? Hier finden Sie den richtigen Schuh für jeden Steig. bau weicher oder härter. Preis: Ab ca. 150 Euro.

E
s kann nur einen geben. Schön wär’s! Leider gilt
Kletterschuh Hoher, bedingt steig-
dieses Motto überhaupt nicht für Klettersteigschuhe. So
unterschiedlich wie die Charaktere der Steige sind auch die Geeignet für Klettersteigkategorie: D bis E eisenfester Bergschuh
Schuhe, die man auf diesen Steigen tragen sollte. Da sich nun Der Kletterschuh scheint rein vom Wortgebrauch am Geeignet für Klettersteigkategorie: B bis D
ehesten für den Klettersteig geeignet. Das stimmt Der Schuh für den alpinen Allrounder und für all die,
aber die wenigsten Bergsteiger auf eine ganz bestimmte Art von
aber nur bedingt. Auf schwierigen Klettersteigen, die die hoch hinaus wollen. Wer auch mal eine Hochtour
Klettersteigen spezialisieren werden, stellt sich die Frage, wie über lange Strecken ohne künstliche Tritthilfen aus- machen möchte, ist mit so einem Schuh gut beraten.
man diesen Spagat bewältigt. kommen, sind Kletterschuhe durchaus sinnvoll. Das Sie geben extrem viel Halt, sind sehr gut auf allen
Dazu gibt es zwei Ansätze: Entweder man schafft sich unter- meiste Gefühl und die beste Rei- Arten von künstlichen Tritthilfen
schiedliche Schuhe für die verschiedenen Klettersteige an. Das bung hat man damit bestimmt. wie Krampen, Stufen etc. Auch
Nachteil: Man muss fast in allen auf kleinen, gut ausgeprägten
klingt auf den ersten Blick zwar etwas arg spezialisiert, ist es aber
Fällen ein zweites Paar Schuhe Leisten am Fels erlauben die
nicht unbedingt. Denn man kann diese Schuhe ja nicht nur auf mitnehmen, da man den Ab- steifen und festen Schuhe ein
Klettersteigen anziehen, sondern (fast) immer noch anderweitig stieg wohl kaum in Kletterschu- kraftsparendes Treten. In puncto
einsetzen. hen machen möchte. Gut sind Gefühl erreichen sie aber nicht
Die zweite mögliche Lösung ist ein Kompromiss. Man sucht Kletterschuhe mit einer etwas die Werte wie weichere Schuhe
sich den Schuh für die Art von Klettersteigen, die man am häu- steiferen Sohle, eine gedämpfte oder gar Kletterschuhe. Dafür sind sie für alpine Zu-
Ferse und eventuell etwas Profil auf der Sohle sind und Abstiege, im Geröll und natürlich auf Schnee
figsten begeht oder begehen möchte. Auf den anderen Steigen
auf kurzen Gehpassagen komfortabel. besser geeignet als die anderen Schuhkategorien.
muss man dann eben mit den (geringen?) Einschränkungen zu- Preis: Ab ca. 80 Euro. Preis: Ab ca. 180 Euro.
rechtkommen.

16 EXTRA 8/08
Klettersteige Technik

Technik und Basics


Klettersteiggehen ist grundsätzlich nicht schwer. Einige Grundregeln sollte man aber
SICHERUNGSTECHNIK

Das Grundprinzip am Klettersteig ist das immer gesichert Sein.


Das heißt, dass Sie auf jedem Meter durch das Klettersteigset
mit dem Drahtseil verbunden sind. Selbst wenn man sich an den
dennoch beachten. Zum einen macht man sich das Leben leichter. Zum anderen Drahtseilen optimal festhalten kann, einhängen sollten Sie sich
auch in einfachen Passagen. Zu bedenken ist, dass sich vor allem
kann ein Fehler an falscher Stelle auch auf Klettersteigen fatale Folgen haben. bei leicht beherrschbaren Situationen Flüchtigkeitsfehler ein-
schleichen oder der viel gefürchtete „Black Out“ eintreten kann.
Grundprinzip ist die dauernde Kontrolle des Körperschwerpunkts.
Grundregel: STÜRZEN IST TABU!

A
uf den letzten Metern des Zustiegs sollten Sie das Geh- Bauart und Verarbeitung des Klettersteigsets kann diese Naht
tempo verlangsamen und sich „ausgehen“. Lassen Sie einreißen oder aufreißen. Das Einhängen eines Karabiners in die Umhängen
sich nicht dazu verleiten, ohne Rast sofort mit dem Anseilen zu Materialschlaufe ist ebenfalls gefährlich, da Gurte mit tragenden Drahtseile werden am Fels mit Verankerungsstiften befestigt, die Abstand halten
beginnen und einzusteigen. Gönnen Sie sich eine Pause! Bevor Materialschlaufen auf dem Markt sind. Als Konsequenz sind bei Y- je nach Gelände alle drei bis zehn Meter aus dem Fels ragen. An Eine wichtige Sicherheitsregel ist „Abstand halten“. Achten Sie
Sie sich niederlassen, sollten Sie aber bedenken, dass nicht Sets beide Klettersteigkarabiner immer am Seil einzuhängen, bei diesen Stellen können Sie Ihre Karabiner nicht weiter schieben, darauf, dass sich zwischen zwei Verankerungspassagen immer nur
jeder Einstieg eines Klettersteigs der beste Ort für die Rast und V-Sets darf hingegen nur ein Karabiner am Drahtseil mitlaufen. sondern müssen sie umhängen. Nehmen Sie dazu einen Karabiner ein Klettersteiggeher befindet. Somit ist ausgeschlossen, dass Sie
das Anseilen ist. Suchen Sie sich einen sicheren Ort aus! Setzen vom Drahtseil weg und hängen Sie ihn in den nächsten Drahtseil- im Sturzfall Ihres Vorgängers mitgerissen werden.
Sie als Erstes Ihren Helm auf. Das Anseilen muss immer sorgfäl- n Fehler 2: Bremsseil am freien Einlaufen in die Bremse gehindert. abschnitt wieder ein. Während dieser Zeit sind Sie noch durch den
tig und gewissenhaft durchgeführt werden. Selbst wenn Sie von Bei den Reibungssystemen läuft Seil in die Bremse, um den Sturz zweiten Karabiner am hinteren Drahtseil gesichert! Hängen Sie
jemandem eingeholt oder überholt werden, lassen Sie sich dynamisch abzufangen. Hierzu ist es wichtig, dass das Bremsseil nun den zweiten Karabiner aus und klinken Sie ihn in den vorde- KLETTERTECHNIK
nicht zum „Hudeln“ verleiten! ohne Widerstand in die Bremse einlaufen kann. Ansonsten wird ren Drahtseilabschnitt ein. Nun sind Sie wieder doppelt gesichert
die Bremsfunktion gehemmt. Ein freies (offenes) Bremsseil kann und es kann bis zum nächsten Sicherungsstift weitergehen, wo Die Kontrolle des Körperschwerpunkts steht im Mittelpunkt beim
mit einem Haushaltsgummi zusammengerafft werden. Sie die Prozedur wiederholen. Klettersteiggehen. Im Gegensatz zum Sportklettern trägt man
Wie wird angeseilt?
beim Klettersteiggehen je nach Charakter des
Steigs keine speziellen Reibungskletterschuhe,
Klettersteigset durch die sondern robuste Bergschuhe mit fester Sohle.
zentrale Anseilschlaufe
führen (links), mit Anker- Deshalb leidet oft die Tritttechnik, wenn es um
stichknoten eng ziehen das Antreten auf dem Fels geht. Sind genügend
(rechts) und das Bremsseil Trittstifte vorhanden, stellt das aber meistens
an der Materialschlaufe kein größeres Problem dar. Der Charakter eines
befestigen (ganz rechts). Klettersteigs besteht schließlich darin, dass
man nicht aufwendig nach Griffen und Trit-
ten im Fels Ausschau halten muss. Diese sind
(meist) durch das Drahtseil und die Griff- und
Tritteinrichtungen gegegeben.
Der Umhängevorgang auf Klettersteigen. Die Zielsetzung: Nie ungesichert sein!

Körperschwerpunkt verlagern
Bei jedem modernen Klettersteigset befindet sich an der Bremse Gewichtsverlagerung zur Seite ist die wichtigste
eine (eingenähte) Bandschlinge. Mit dieser Bandschlinge verbin- Mitführen Voraussetzung, um in der Folge mit den Füßen ruhig und kontrolliert
det man Klettersteigset und Klettergurt und zwar mittels Anker- Im Aufstieg ist es am besten, wenn Sie die beiden Klettersteigka- antreten zu können. Dies wird ermöglicht, indem der zu versetzende
stich. Auch wenn es manchmal verlocken mag, man sollte sich rabiner mit der hinteren bzw. tieferen Hand am Drahtseil mitschie- Fuß vom Körpergewicht entlastet wird und somit das Bein frei für
hier auf keinen Fall mit einem Karabiner einbinden. ben. Mit dieser Hand halten Sie sich auch während des Umhän- das Weitertreten ist. Dies erscheint zwar einfach, weil es eine au-
gens fest. So können Sie am Umhängepunkt mit der vorderen bzw. tomatisierte Bewegung des Menschen ist, kann aber beim Klettern
höheren Hand einen Karabiner nach dem anderen umhängen. gelegentlich sehr schwer umzusetzen sein.
Fehlerquellen
beim Anseilen

n Fehler 1: Karabiner in tra-


gendes Teil am Gurt eingehängt.
Nur ein Karabiner wird in das Falsche Bremsseilversorgung: Kann das Bremsseil nicht in die
Seil eingehängt, der zweite Bremse einlaufen, kommt es zu einer sehr hohen Belastung.
Karabiner wird zum vorüber-
gehenden „Verstauen“ in ein
tragendes Teil am Gurt (z.B. Nach dem Anlegen der Sicherungsausrüstung könnte es losgehen.
Einbindeschlaufe oder Brust- Doch was sich in anderen Sportarten etabliert hat, darf beim Klet-
gurt) eingehängt. Die Bremse tersteiggehen nicht fehlen: der PARTNERCHECK! Konzentrieren Sie
ist in diesem Fall wirkungs- sich dabei auf diese drei Punkte:
Fehlerquelle 180-Grad-Belas-
los und die Sturzbelastung n Ist der Anseilgurt richtig angelegt und verschlossen?
tung: Wird das Klettersteigset Olivengriff im Drahtseil sorgt für einen besseren Griff (links). Achtung vor spitzen
„kurzgeschlossen“, weil erfolgt in die Naht an der n Ist das Klettersteigset korrekt angelegt?
Im Aufstieg möglichst beide Karabiner mit der Hand mitführen. Seillitzen, Verletzungsgefahr (Mitte)! Handschuhe sorgen für Halt (rechts).
das zweite Ende des Sets an „Y-Gabelung“. Abhängig von n Sind wir im Zeitplan? Was macht das Wetter?
einem tragenden Teil des Gurts
befestigt wird (z.B. Einbinde-
schlaufe), kommt es zu einer
8/08 EXTRA 19
180-Grad-Belastung des Sets.
Kletterateige XXXXXXXXXXXX

per, wenn Ihnen heiß ist, und wärmen Sie sich, wenn Sie frieren.
Und sagen Sie anderen, was Sie brauchen.

6 Wenn die Angst etwas leichter wird, sagen Sie das den an-
deren. „Jetzt wird es besser.“ Vielleicht können Sie dann
wieder selbst Vorschläge machen, wie am besten vorgegangen
werden kann.

Wenn man zuständig ist für eine Person, die eine


Panikattacke erleidet

1 Ruhig bleiben: Die Person, die eine Panikattacke erleidet,

Angst am
wird nicht hinunterspringen, nicht verrückt werden und
auch nicht sterben. Wenn kein Gewitter droht und genügend Ta-
geslicht bleibt, kann man also mit Fug und Recht ruhig bleiben.

2 Kontakt herstellen: Sprechen Sie die Person auf jeden Fall

Klettersteig
an, kräftig und klar, aber nicht laut. Dosierte Nähe und
Blickkontakt sind ideal.

3 Einfrieren: Vielleicht müssen Sie noch zusätzliche Siche-


rungsmaßnahmen vornehmen. Danach können Sie signa-
lisieren, dass die Situation im Moment unangenehm sein mag
Klettersteige führen in luftige Höhen. Die Aus- und Tiefblicke sind mitunter Wenn man eine Panikattacke erleidet – aber nicht akut gefährlich und die Person jetzt bleiben kann, wie
grandios, aber unter Umständen auch angsteinflößend. Nirgendwo ist man so
angekettet: Es geht stets am Seil entlang, daneben ist meist haltloses Gelände. 1 Erinnern Sie sich an einen ruhigen Atem. Die „Lippenbrem-
se“ ist eine probate Methode: Atmen Sie langsam durch den
Mund aus, während die Lippen knapp geöffnet sind. So bremsen
und wo sie ist. Damit erhält die Person die „offizielle“ Erlaubnis,
das weiter zu machen, was sie als Einziges momentan zu tun in
der Lage ist: nichts.

A
ngstanfälle treten zum ersten Mal häufig in folgenden
Situationen auf: An der Kassenschlange im Kaufhaus,
dann, wenn es sich bei der geplanten Tour um eine Unternehmung
an der eigenen Grenze handelt.
Sie den Ausatem und verlängern Ihren Atemzyklus.

2 Halten Sie Blickkontakt und sprechen Sie mit anderen. So


können Sie nicht so leicht von Angst überwältigt werden.
4 Im Gespräch bleiben: Dadurch bekommen Sie ein Gefühl da-
für, in welchem Zustand die Person gerade ist. Sie brauchen
Geduld. Gehen Sie davon aus, dass die sich fürchtende Person von
auf einem einsamen Waldweg weit von menschlichen Ansied-
lungen, auf einem offenen Feld ohne Schutz, auf der Autobahn
bei einer langen Passage ohne Ausfahrt oder Parkmöglichkeit. Ge-
Was passiert nun, wenn – Vorbeugung hin oder her – der Klet-
tersteiggeher von einer heillosen Angst erfasst wird?
3 Spannen Sie Ihre Muskeln an und entspannen Sie sie wieder.
Z.B. können Sie, anstatt immer ganz angespannt die Siche-
rung zu halten, mal etwas mehr und dann ein bisschen weniger
sich aus alles tun wird, um die Situation zu klären.
Geben Sie Schutz durch Worte: „Ich bin da“, „Du bist gesi-
chert“, „Das ist jetzt schon in Ordnung“. Wichtig ist: Nicht mit
meinsam ist diesen allen Gleichförmigkeit, eine gewisse Monoto- anspannen. Angst ist biologisch ein Flucht-/Kampfreflex. Die Angst Text „zuschütten“, sondern mit Pausen! Vorschläge bzw. Aufforde-
nie, Unausweichlichkeit in Verbindung mit Warten. Angst ist menschlich! „Höhenangst“ ist eine allen Menschen wird leichter, wenn man ihr gibt, was sie braucht: Bewegung. rungen werden „eingeführt“: „Siehst du den gelben Sicherungs-
Sofort wird die Ähnlichkeit zum Klettersteig deutlich. Doch
hier kommt noch hinzu, dass „Höhe über Grund“ biologisch
angstauslösend wirkt. Addiert man noch Anstrengung oder Er-
biologisch eingeprägte psychische Reaktion auf eine Exposition in
der Höhe (M. Linden, persönliche Mitteilung, 2006). Wer sich in
der Höhe fürchtet, ist schlicht ein Mensch. Wir sind nun mal keine
4 Benennen Sie laut die Dinge um sich herum und was sie ge-
rade tun. Das mag peinlich sein, kann aber helfen: „Hier vor
mir ist das Drahtseil, dort ist die Verankerung.“ Schon immer hat
karabiner an dem Drahtseil dort mit der blauen Banderole?“ Das
lenkt die Wahrnehmung der Person und an der Reaktion kann der
Helfer abschätzen, ob der nächste Schritt (z.B. „Den hängst du
schöpfung hinzu, dann wird klar, dass es am Klettersteig schon Vögel! Dies kann als erste Erleichterung helfen, denn oft kommt der Mensch mit Sprache die Welt zu bändigen versucht. Nebenbei aus …“) Sinn macht. Bleiben Sie konkret, zeigen Sie auf das, was
mal „eng“ werden kann. Gleichwohl sind Angstanfälle auf Kletter- bei der Furcht noch die Scham hinzu. erfährt Ihre Umgebung, womit Sie sich beschäftigen, was die Si- Sie meinen oder greifen Sie es an. Stellen Sie Rückfragen und
steigen nicht sehr häufig oder nicht so gravierend, dass die Berg- cherheit erhöht. lassen Sie sich „quittieren“, ob die Person verstanden hat, was
rettung gerufen werden muss: Dennoch, wer einmal auf einem
Klettersteig aufgrund psychischen Unwohlseins oder gar einer Pa-
nikattacke „blockiert“ ist, kann, wenn die Situation nicht positiv
Angstfreiheit als Energieleistung! Angst ist in der Höhe
praktisch immer unterschwellig vorhanden, wird jedoch nicht im-
mer bewusst empfunden. Sie wird zurückgedrängt, was Energie
5 Sorgen Sie für sich. Ihre Angst wird mal mehr und mal weni-
ger stark sein. Wenn Sie jetzt in dieser Minute nicht hand-
lungsfähig sind, dann dürfen Sie das jetzt sein und daher sagen:
Sie meinen.

5 Vorrang des Eigenhandelns: Selbsthandeln lassen ist besser


als „für die Person handeln“. Die ängstliche Person soll also
aufgelöst wird, in größere Schwierigkeiten geraten. fordert. Diese psychische „Leistung“ muss in die Gesamtbelas- „Warte noch.“ Sorgen Sie für Ihr Wohlbefinden, soweit Ihnen das einen Karabiner nach Möglichkeit selbst umhängen. Oder man
tung durch die Tour einkalkuliert werden! möglich ist. Setzen Sie sich hin, wenn es geht, so kommen sie macht die Person zum „Chef“ und sagt: „Ich hänge den Karabiner
Vorbeugung wieder zu Kräften. Trinken Sie einen Schluck und essen Sie etwas, nach dort um. Okay?“ Gehen Sie immer davon aus, dass die be-
Wenngleich Panikzustände im Grunde nicht gefährlich sind, kön- Angst fliesst! Angst ist lakonisch gesagt eine Konditionsfrage. auch wenn Ihnen nicht danach ist. Lassen Sie Luft an Ihren Kör- troffene Person alles daran setzen wird, selbst weiter zu kommen.
nen sie im Gebirge indirekt die Gefahren heraufbeschwören, deren Eine Panikattacke ist körperlich betrachtet ein Hundertmeterlauf
Furcht sie beinhalten. Vorbeugung ist für gefährdete Personen eine am Leistungslimit mit dem Unterschied, dass die hundert Meter
wichtige Voraussetzung, bevor sie sich in die Wand begeben. nie zu Ende sind. Irgendwann erschöpft der Läufer und wird lang-
Eine optimale Tourenplanung ist die Basis. Dabei ist vor allem samer. So auch ein Mensch in Panik. Irgendwann erschöpft sich die
die Selbsteinschätzung gefragt: Bin ich den technischen, den Anspannung. Eine Panikattacke geht vorbei. Am Ende bleibt immer www.alpinschule-oberstdorf.de
konditionellen und den mentalen Anforderungen des Klettersteigs noch ein Rest-Angstzustand, aber es ist die erste Aufgabe aller Be- Mit dem Arche Noah Fonds rettet der Landes-
gewachsen? teiligten so lange zu warten, bis die Angst verschwunden ist. bund für Vogelschutz wertvolle Lebensräume für Klettersteigführungen
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mit. Diese muss die technische, konditionelle und mentale Mach- Keine Angst vor der Angst! Ein körperlich gesunder Mensch
barkeit für alle anderen mit berücksichtigen. Dabei darf man nicht kann an Angst nicht sterben und wird auch nicht verrückt werden.
Fordern sie kostenlos Informationsmaterial an.
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ausschließlich von den eigenen Voraussetzungen ausgehen. Des- Die Hauptreaktion einer Panikattacke ist eine Art „angespanntes Hochtouren
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wegen gilt: Gezielt bei den anderen nachfragen! Einfrieren“. Die betroffene Person kann einfachste Dinge nicht
Körperliche Schutzfaktoren vor Panikattacken sind: Ausge- mehr tun (z.B. das Bein nicht mehr bis zur Endstellung strecken)
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schlafen und nicht vorerschöpft sein, genügend zum Trinken da- und sie missinterpretiert die Umgebung: Der kurze Steilauf-
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gilt es, die psychische Gesamtsituation zu bewerten, insbesondere die mentalen Verzerrungen und normalisieren sich wieder. TTelefon
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