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Ausgabe 2/2012

Wirkstoff AKTUELL
EINE INFORMATION DER KBV IM RAHMEN DES § 73 (8) SGB V IN ZUSAMMEN-
ARBEIT MIT DER ARZNEIMITTELKOMMISSION DER DEUTSCHEN ÄRZTESCHAFT
ONLINE UNTER: HTTP://AIS.KBV.DE

Rationale Antibiotikatherapie
bei Harnwegsinfektionen

Orale Antibiotika

Folsäureantagonisten Phosphonsäurederivate
Trimethoprim Fosfomycin-Trometamol
Cotrimoxazol
(Trimethoprim/Sulfamethoxazol) Nitrofurane
Nitrofurantoin
Fluorchinolone
 1RUÀR[DFLQ Betalaktamantibiotika
 &LSURÀR[DFLQ Aminopenicilline +
 2ÀR[DFLQ Betalaktamaseinhibitoren
 /HYRÀR[DFLQ Cephalosporine

Harnwegsinfektionen (HWI) werden vorwiegend durch gramnegative bakterielle Erreger, vor allem durch Escherichia
coli (E. coli) verursacht. Mittel der ersten Wahl zur empirischen Behandlung der unkomplizierten Zystitis sind bei ansons-
ten gesunden Frauen die oralen Antibiotika Fosfomycin-Trometamol (Einmaltherapie) und Nitrofurantoin, da für diese die
(UUHJHUHPS¿QGOLFKNHLWYRQE. coli hoch ist und diese Antibiotika nur geringe mikrobiologische Begleitschäden verursa-
chen. Bei ansonsten gesunden Männern sind Fluorchinolone Mittel der ersten Wahl. Bei der empirischen Behandlung der
unkomplizierten Pyelonephritis sind Fluorchinolone bei ansonsten gesunden Frauen und Männern Mittel der ersten Wahl,
es sei denn, die lokale Resistenzrate von E. coli liegt deutlich über 10 %. Bei Kindern und Jugendlichen sind für die orale
Antibiotikatherapie der akuten unkomplizierten Zystitis und der akuten unkomplizierten Pyelonephritis Cephalosporine
der Gruppe 2/3 bzw. der Gruppe 3 Mittel der ersten Wahl.

Grundlage für eine rationale Antibiotikatherapie sind die korrekte Diagnosestellung, die kritische Indikation zum Einsatz
von Antibiotika, die Wahl des geeigneten Antibiotikums sowie die Verlaufskontrolle mit Festlegung der Behandlungsdau-
er. Eine kritische Indikationsstellung dient dem Patienten, verringert den Selektionsdruck zugunsten resistenter Erreger
und senkt die Kosten.

Indikation
Harnwegsinfektionen
unkomplizierte Zystitis unkomplizierte Pyelonephritis
Empfehlungen zur wirtschaftlichen Verordnungsweise
 6SH]L¿VFKH (PSIHKOXQJHQ ]XU UDWLRQDOHQ $QWLELRWLNDWKHUDSLH YRQ +DUQZHJVLQIHNWLRQHQ
7DEHOOHQ  ±
Harnwegsinfektionen lassen sich nach Lokalisation, und/oder neu auftretender Inkontinenz einhergehen, be-
Symptomen und nach dem Vorliegen oder Fehlen dürfen zur raschen Symptombeseitigung einer antibakte-
komplizierender Faktoren einteilen. Bei einer Zystitis riellen Therapie.
sind Infektion und Entzündungsreaktion auf die Blase
begrenzt. Bei einer Pyelonephritis ist das Nierenpar- Trimethoprim galt bis vor kurzem noch als eines der
enchym betroffen. Zystitis und Pyelonephritis verur- Mittel der ersten Wahl. Der Sulfonamid-Anteil der
sachen in der Regel klinische Symptome. Von einer Trimethoprim-Sulfonamid-Kombinationen ist ver-
asymptomatischen Bakteriurie wird gesprochen, wenn zichtbar. Eine wesentliche Verbesserung der klinischen
bei mikrobiologischem Nachweis einer Harntraktbe- Effektivität bei der Zystitis durch das Kombinations-
siedelung keinerlei Symptome und keine Leukozyturie präparat Cotrimoxazol wurde nicht gezeigt. Dafür
bestehen. ist das Risiko unerwünschter Arzneimittelwirkungen
größer. In seltenen Fällen wurden schwerwiegende
Das wesentliche Ziel bei der Therapie von Harn- Nebenwirkungen mit z. T. erheblichen Folgen (Lyell-
wegsinfektionen ist, die klinischen Symptome schnel- Syndrom) beobachtet. Mit steigenden Resistenzraten
ler zum Abklingen zu bringen. In der Regel erfordert von E. coli gegen Trimethoprim rückt Trimethoprim
eine akute, symptomatische Harnwegsinfektion eine als Mittel der ersten Wahl zunehmend in den Hinter-
antibakterielle Therapie, bevor der Erreger bekannt grund. In Regionen mit hohen Resistenzquoten von
ist und das Ergebnis der mikrobiologischen Resistenz- E. coli gegen Trimethoprim ist eine kalkulierte Thera-
testung vorliegt. Die Antibiotikaauswahl erfolgt daher pie mit einem Oralcephalosporin oder mit Amoxicillin
nach der größten Erregerwahrscheinlichkeit und der + Betalaktamaseinhibitor zu bevorzugen. Prinzipiell
erwarteten Resistenzsituation. sollten bei der kalkulierten Therapie einer Zystitis zur
Vermeidung weiterer Resistenzentwicklungen Reser-
Bei der unkomplizierten Zystitis, die aufgrund starker veantibiotika vermieden werden.
Beschwerden Anlass des Arztbesuches ist, wird in der
Regel eine Antibiotikatherapie empfohlen. In Einzel- Bei (rezidivierenden) Harnwegsinfektionen älterer
fällen stellt die alleinige symptomatische Therapie Mädchen (> 12 Jahre) mit eindeutigen klinischen Sym-
eine vertretbare Alternative dar. ptomen einer Zystitis kann auch Nitrofurantoin einge-
setzt werden.
Bei der unkomplizierten Pyelonephritis sollte so früh
wie möglich mit einer Antibiotikatherapie begonnen Die empfohlene Therapiedauer liegt in der Regel bei
werden. Eine orale Antibiotikatherapie sollte bevor- 3 (–5) Tagen. Kürzere Therapiezeiten gehen im Kin-
zugt werden, bei Kindern ab dem 1. Lebensjahr in Ab- desalter mit einem höheren Rezidivrisiko einher.
hängigkeit von der Compliance.
Unkomplizierte Pyelonephritis (Kinder und Jugendliche)
Für die Therapie der akuten unkomplizierten Zystitis
sollte eine kurzzeitige Antibiotikatherapie eingeleitet +lX¿JVWHU(UUHJHULVWE. coli, seltener Proteus mirabilis.
werden. Eine Antibiotikatherapie muss umgehend eingeleitet wer-
den, um Nierenparenchymschäden zu vermeiden. Die
Aus der Gruppe der für die Therapie der unkomplizier- Dauer der Therapie orientiert sich am klinischen Verlauf.
ten Harnwegsinfektion geeigneten oralen Antibiotika Meist sind (7 –) 10 Tage ausreichend.
– Aminopenicilline in Kombination mit einem Beta-
laktamaseinhibitor, Cephalosporine der Gruppe 2 und Entscheidend ist die rasche Einleitung einer wirksa-
3, Fluorchinolone, Fosfomycin-Trometamol, Nitrofu- men antibakteriellen Behandlung. Jede Verzögerung
rantoin, Trimethoprim oder Cotrimoxazol – wird bei erhöht das Risiko segmentaler Nierennarben.
Fluorchinolonen und Cephalosporinen die Gefahr der
Selektion multiresistenter Erreger oder das Risiko ei- Bei schwerem Verlauf und im Säuglingsalter kann in-
ner &ORVWULGLXPGLI¿FLOH assoziierten Colitis als derzeit itial eine parenterale Therapie indiziert sein, um rasch
am höchsten betrachtet. hohe Plasma- und Parenchymkonzentrationen des An-
tibiotikums zu gewährleisten. Nach Ansprechen der
Unkomplizierte Zystitis (Kinder und Jugendliche) Therapie und Kenntnis des Antibiogramms kann auf
eine gezielte orale Behandlung umgestellt werden.
Die unkomplizierte Zystitis im Kindes- und Jugendalter ist
vorwiegend Folge einer Infektion durch E. coli, selten Pro- Bei Pyelonephritis jenseits des Säuglingsalters kann
teus mirabilis oder – sehr selten – Staphylokokken. Zystiti- die antibakterielle Behandlung mit einem Oralcepha-
den, die z. B. mit Dysurie, Algurie, Unterbauchschmerzen losporin der Gruppe 3 ambulant erfolgen, sofern eine
gute Compliance zu erwarten und die ärztliche Über- Aminopenicilline + Betalaktamaseinhibitoren und ora-
wachung der Therapie gewährleistet ist. le Cephalosporine sind für die empirische Kurzzeit-
therapie der unkomplizierten Zystitis keine Mittel der
8QNRPSOL]LHUWH=\VWLWLV (UZDFKVHQH ersten Wahl. Cephalosporine der zweiten (Cefuroxim)
RGHUGULWWHQ*HQHUDWLRQ &HISRGR[LP&H¿[LP&HIWL-
'LH DP KlX¿JVWHQ YRUNRPPHQGH +DUQZHJVLQIHNWLRQ LVW buten) können als Alternative erwogen werden, wenn
die unkomplizierte Zystitis. Sie tritt besonders bei jün- andere Antibiotika nicht in Frage kommen.
geren Frauen im geschlechtsaktiven Alter als Folge einer
Infektion durch E. coli, seltener durch Klebsiella, Proteus Aminopenicilline ohne Betalaktamaseinhibitoren kön-
spp. oder Staphylococcus saprophyticus auf. Eine rasche QHQ ZHJHQ GHU QLHGULJHQKRKHQ (PS¿QGOLFKNHLWV
Beseitigung der Symptome ist Ziel einer kurzfristigen Resistenzraten nicht mehr für die empirische Therapie
oralen Antibiotikatherapie. empfohlen werden.

Das kostengünstige Nitrofurantoin kann bei ansonsten Für die empirische orale Therapie der akuten unkom-
gesunden Frauen aufgrund niedriger Resistenzraten/ plizierten Zystitis bei ansonsten gesunden jüngeren
mikrobiologischer Begleitschäden zur Behandlung Männern werden die gleichen Antibiotika wie bei
der unkomplizierten Zystitis als ein Mittel der Wahl Frauen empfohlen, außer Fosfomycin-Trometamol
eingesetzt werden. Die Anwendungsdauer umfasst (Einmaltherapie) und Nitrofurantoin.
5–7 Tage. Wegen der Gefahr der Leberschädigung
muss bei Patienten mit anamnestisch bekannten Le- 8QNRPSOL]LHUWH3\HORQHSKULWLV (UZDFKVHQH
bererkrankungen eine Kontrolle der Transaminasen
erfolgen. Bei Langzeitanwendung kann Nitrofurantoin +lX¿JVWHU(UUHJHULVWE. coli, gefolgt von Proteus mira-
/XQJHQ¿EURVHQXQG1HXURSDWKLHQYHUXUVDFKHQ(VLVW bilis und Klebsiella pneumoniae. Seltener werden andere
EHL1LHUHQLQVXI¿]LHQ]NRQWUDLQGL]LHUW Enterobakterien oder Staphylokokken im Urin nachge-
wiesen. Eine rechtzeitig eingeleitete wirksame Therapie
Aufgrund niedriger Resistenzraten/mikrobiologischer kann möglicherweise einen Nierenparenchymschaden
Begleitschäden gilt auch die Einmalgabe von Fosfo- vermeiden. Die Dauer der Therapie orientiert sich am kli-
mycin als ein Mittel der Wahl in der empirischen Be- nischen Verlauf, meist sind 7–14 Tage ausreichend.
handlung der unkomplizierten Zystitis bei ansonsten
gesunden Frauen. Die hohen Behandlungskosten sind Nur milde und mittelschwere pyelonephritische In-
zu beachten. Für Fosfomycin besteht eine relative fektionen sollten bei ansonsten gesunden Frauen in
.RQWUDLQGLNDWLRQ EHL 1LHUHQLQVXI¿]LHQ] *)5   der Prämenopause mit oralen Antibiotika behandelt
ml/min). werden. Bei schweren Infektionen mit systemischen
Begleiterscheinungen, wie Übelkeit, Erbrechen, Kreis-
 )OXRUFKLQRORQH 1RUÀR[DFLQ &LSURÀR[DFLQ /HYRÀR- ODX¿QVWDELOLWlWVROOWHGLH7KHUDSLHLQLWLDOPLWSDUHQWH-
[DFLQ 2ÀR[DFLQ  VLQG ]ZDU EHL DQVRQVWHQ JHVXQGHQ ralen Antibiotika begonnen werden.
Frauen als 3-Tagestherapie zur Behandlung der un-
komplizierten Zystitis gut wirksam, aber nicht Anti- Eine 2-wöchige Therapiedauer ist bei milder oder mit-
biotika der ersten Wahl. Sie müssen für andere Indika- telschwerer Pyelonephritis und klinisch unauffälligem
tionen zur Verfügung stehen. Für die Behandlung der Verlauf ausreichend. Mit Fluorchinolonen kann die
unkomplizierten Zystitis sind andere teils ausschließ- Therapie auf 7–10 Tage und bei höheren Dosen sogar
lich in dieser Indikation eingesetzte Antibiotika vor- auf 5 Tage verkürzt werden.
handen. Zur Therapie der Zystitis bei fehlenden Alter-
QDWLYHQ]X)OXRUFKLQRORQHQVROOWHSULPlU1RUÀR[DFLQ Fluorchinolone mit guter systemischer Wirksamkeit,
angewandt werden. GK&LSURÀR[DFLQRGHU/HYRÀR[DFLQVLQG0LWWHOGHU
ersten Wahl bei der Pyelonephritis bei ansonsten ge-
Aufgrund hoher Resistenzraten (in vielen Regionen sunden Frauen, falls die lokale E.-coli-Resistenzrate
> 20 % für E. coli) können die kostengünstigen Chemothe- nicht deutlich über 10 % liegt.
rapeutika Cotrimoxazol und Trimethoprim nicht mehr als
ein Mittel der Wahl für die empirische Therapie unkom- Oralcephalosporine der dritten Generation (Cefpodo-
plizierter Harnwegsinfektionen empfohlen werden. Lie- [LP &HIWLEXWHQ RGHU &H¿[LP  VROOWHQ DOV$OWHUQDWLYH
gen die Resistenzraten regional nachweislich unter 20 % in Erwägung gezogen werden, wenn Fluorchinolone
ist der Einsatz von Trimethoprim (oder auch Cotrimo- nicht zur Anwendung kommen können.
xazol) bei der unkomplizierten Zystitis vertretbar. Beide
können als Kurzzeittherapie (3 Tage) eingesetzt werden.
Cotrimoxazol sollte nicht mehr zur empirischen The- Für die empirische orale Therapie der milden und mit-
rapie der Pyelonephritis eingesetzt werden, kann aber telschweren unkomplizierten Pyelonephritis bei ge-
zur gezielten Therapie bei Erregersicherung und ent- sunden jüngeren Männern werden als Mittel der ersten
sprechendem Antibiogramm eingesetzt werden, auch Wahl Fluorchinolone (siehe oben) empfohlen, falls die
im Sinne einer oralen Folgetherapie. Trimethoprim lokale E.-coli-Resistenzrate nicht deutlich über 10 %
alleine ist hier nur in Ausnahmefällen geeignet. liegt. Die Therapiedauer liegt in der Regel bei 7–10
Tagen.

7DEHOOH  6SH]L¿VFKH (PSIHKOXQJHQ ]XP UDWLRQDOHQ (LQVDW] YRQ $QWLELRWLND EHL .LQGHUQ XQG
Jugendlichen mit unkomplizierten HWI (2;3;6)

Indikationen für eine


.UDQNKHLW Erreger Antibiotikatherapie
Antibiotikatherapie

Unkomplizierte Antibiotikatherapie indiziert: E. coli Erstlinientherapie:


Zystitis Zystitiden, die z. B. mit Dysurie, seltener: àCephalosporine Gruppe 2/3
Algurie, Unterbauchschmerzen Proteus
und/oder neu auftretender Inkonti- mirabilis, $OWHUQDWLYHQ
nenz einhergehen Staphylokokken àAminopenicillin +
Betalaktamaseinhibitor
àNitrofurantoin (bei Mädchen
> 12 Jahre)
àTrimethoprim*

Dauer der Antibiotikatherapie:


3 (– 5) Tage, Nitrofurantoin 5-7
Tage

.HLQH$QWLELRWLNDWKHUDSLH
indiziert:
asymptomatische Bakteriurie
ohne Hinweise für funktionelle
Blasenentleerungsstörungen,
Harntraktfehlbildungen
oder vorausgegangene
Pyelonephritiden

Unkomplizierte Antibiotikatherapie immer E. coli Erstlinientherapie:


Pyelonephritis indiziert selten: àCephalosporine Gruppe 3
Klebsiella,
Proteus $OWHUQDWLYHQ
àAminopenicillin +
Betalaktamaseinhibitor

Dauer der Antibiotikatherapie:


(7 –) 10 Tage

* keine empirische Therapie, nur falls Erreger als sensibel getestet


7DEHOOH  6SH]L¿VFKH (PSIHKOXQJHQ ]XP UDWLRQDOHQ (LQVDW] YRQ $QWLELRWLND EHL (UZDFKVHQHQ PLW
unkomplizierten HWI (4–6)

Indikationen für eine


.UDQNKHLW Erreger Antibiotikatherapie
Antibiotikatherapie

Unkomplizierte Antibiotikatherapie E. coli (80–90 %), Erstlinientherapie:


Zystitis indiziert: Klebsiella, àFosfomycin-Trometamol
Zystitiden, die z. B. mit Dysurie, Proteus, àNitrofurantoin
Algurie, Unterbauchschmer- Staphylokokken
zen einhergehen $OWHUQDWLYHQ
àTrimethoprim*
àCotrimoxazol*
àFluorchinolone, bevorzugt
1RUÀR[DFLQ
àCephalosporine Gruppe 2/3

Dauer der Antibiotikatherapie:


Fosfomycin-Tromethamol
(Einmaldosis)
Nitrofurantoin (5–7 Tage)
Trimethoprim* (5 Tage)
Cotrimoxazol* (3 Tage)
Fluorchinolone (3 Tage)
Cephalosporine Gruppe 2/3
(3 Tage)

.HLQH$QWLELRWLNDWKHUDSLH
indiziert:
asymptomatische Bakteriurie

Unkomplizierte Antibiotikatherapie immer E. coli (80–90 %), Erstlinientherapie:


Pyelonephritis indiziert Proteus, à&LSURÀR[DFLQ
Klebsiella, à/HYRÀR[DFLQ
Staphylokokken,
andere Entero- $OWHUQDWLYHQ
bacteriaceae àCephalosporine Gruppe 3
àAminopenicillin +
Betalaktamaseinhibitor
àCotrimoxazol*

Dauer der Antibiotikatherapie:


7–14 Tage

 *UXQGODJHQGHUUDWLRQDOHQ$QWLELRWLNDWKHUDSLHEHL+DUQZHJVLQIHNWLRQHQ ±

Grundlagen für eine rationale Antibiotikatherapie sind die lierten und gezielten Antibiotikatherapie. Dies schließt
korrekte Diagnosestellung, die kritische Indikation zum Handlungsempfehlungen zur Reduktion eines Antibioti-
Einsatz von Antibiotika, die Wahl des geeigneten Anti- kaeinsatzes ein:
biotikums sowie die Verlaufskontrolle mit Festlegung
der Behandlungsdauer. Eine kritische Indikationsstellung
dient nicht nur dem Patienten, sondern führt auch zu einer Ursachen und Vermeidung von Antibiotikaresistenzen
Verringerung der Kosten und des durch den Antibiotika-
einsatz zugunsten resistenter Erreger ausgeübten Selekti- Die Einnahme von Antibiotika führt zur Verände-
onsdrucks. Zu einer rationalen Antibiotikatherapie gehö- rung der normalen bakteriellen Flora auf Haut und
ren die Vermeidung antimikrobieller Resistenzen auf der Schleimhäuten mit Nebenwirkungen wie z. B. Diar-
Ebene des individuellen Patienten wie auch auf der Ebene rhoe, aber auch der Entstehung und/oder Selektion/
der Bevölkerung, die Beachtung der Prinzipen der kalku- Ausbreitung der antibiotikaresistenten Erreger.
* keine empirische Therapie, nur falls Erreger als sensibel getestet
Diese resistenten Erreger können, ohne eine Infekti- Bei indizierter Verordnung eines Antibiotikums
on zu verursachen, sehr lange (bis zu 6 Monate oder sollte möglichst ein Schmalspektrumantibiotikum
länger) persistieren. verordnet werden, immer mit Angabe der Dosis, der
Dosierungsintervalle und der Einnahmedauer.
Mit diesen resistenten Erregern kolonisierte Patien-
ten haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, Infektio- Patienten mit Symptomen einer Harnwegsinfektion
nen mit diesen Erregern zu entwickeln. sollten:

Auch bei indikationsgerechtem Gebrauch eines An- über den natürlichen Verlauf der einzelnen
tibiotikums können sich Antibiotikaresistenzen ent- Krankheitsbilder einschließlich deren durch-
wickeln. Prophylaktische Maßnahmen (Händewa- schnittlicher Dauer informiert werden.
schen, Händedesinfektion) können das Risiko der
Übertragung von antibiotikaresistenten Erregern über die drei möglichen Behandlungsstrategien
auf weitere Personen reduzieren. eines Antibiotikaeinsatzes (keine Verordnung,
abwartende Verordnung oder sofortige Verord-
nung1) und die damit verbundene therapeuti-
Grundzüge einer rationalen Antibiotikatherapie: sche Vorgehensweise aufgeklärt werden.

Indikation kritisch prüfen, Prinzipien der gezielten direkt auf Ihre Erwartungshaltung hinsichtlich
oder kalkulierten Therapie beachten, der Verordnung von Antibiotika angesprochen
Dosis und Therapiedauer beachten, werden. Ihnen sollte ausreichend Zeit für die
Zurückhaltung mit Reservesubstanzen, Beantwortung von Fragen zur Behandlung
Förderung der Compliance, gewährt und die Vorgehensweise bei Ver-
Wirtschaftlichkeit beachten. schlechterung der Symptome (Stufenplan) er-
klärt werden (Studien haben gezeigt, dass die
Zufriedenheit des Patienten mehr von einer
Prinzipen der kalkulierten Antibiotikatherapie. Sie be- ausführlichen Beratung abhängt als von der
rücksichtigt: Verschreibung eines Antibiotikums; die Ver-
ordnung eines Antibiotikums verringert nicht
 GLHKlX¿JVWHQ(UUHJHUGHUMHZHLOLJHQ,QIHNWLRQ die Häufigkeit nachfolgender Arztkonsultatio-
das Wirkungsspektrum des Antibiotikums, nen).
die Pharmakokinetik/-dynamik,
die Verträglichkeit des Antibiotikums, informiert werden, dass der häufige Gebrauch
wichtige Patientencharakteristika (Alter, Impfsta- von Antibiotika zu einem gesteigerten Risiko
tus, Allgemeinzustand, Begleiterkrankungen, ggf. von Infektionen durch antibiotikaresistente Er-
Begleitmedikationen und Vortherapien, Leber-, reger führen kann.
Nierenfunktion).
Informationsmaterial über die sichere Anwen-
dung von Antibiotika und die Risiken der Aus-
Maßnahmen zur Reduktion inadäquater Antibiotika- breitung von Antibiotikaresistenzen erhalten
verordnungen bei Harnwegsinfektionen: (z. B. Gesundheitsinformation des IQWiG).

Antibiotika sollten nur bei bakteriellen Infektionen


der Harnwege verordnet werden, nicht bei asymp-
tomatischen Bakteriurien (Ausnahme: Schwanger-
schaft und vor urologischen Eingriffen).

1
Ä.HLQH9HURUGQXQJ³LVWGH¿QLHUWDOVNHLQH9HURUGQXQJYRQ$QWLELRWLNDEHLGHUHUVWHQ.RQVXOWDWLRQÄ$EZDUWHQGH9HURUGQXQJ³LVWGH¿QLHUWDOVGLH9HURUGQXQJYRQ$QWLELRWLND6WXQGHQ
QDFKGHUHUVWHQ.RQVXOWDWLRQÄ6RIRUWLJH9HURUGQXQJ³LVWGH¿QLHUWDOVGLH9HURUGQXQJYRQ$QWLELRWLNDEHLGHUHUVWHQ.RQVXOWDWLRQ
.RVWHQ±6lXJOLQJHXQG.LQGHU 0RQDW±-DKUH
Antibiotika
DDD- .RVWHQIU7DJH
Wirkstoff Präparat Dosis pro Tag2
Angaben1 [€]3,4,5,6
Folsäureantagonisten

Trimethoprim Infectotrimet® 100 Saft 0,4 g 6 mg/kg7 21,60

Cephalosporine
Gruppe 2

Cefuroximaxetil Generikum, Trockensaft 0,5 g 20 mg/kg 26,6410

Gruppe 3

&H¿[LP Generikum, Trockensaft 0,4 g PJNJ 

Cefpodoxim Generikum, Trockensaft 0,4 g PJNJ11 42,4612

Keimax® forte Trockensaft


Ceftibuten 0,4 g PJNJ 24,11
Pulver 144 mg/g

Aminopenicilline + Betalaktamaseinhibitor

4:1-Formulierung:
37,5 mg/kg – 75 mg/kg 47,74 – 71,61
Amoxicillin/ (30/7,5 mg/kg – 60/15 mg/kg)
Generikum, Trockensaft 1,75 g13
Clavulansäure
7:1-Formulierung:
PJNJ PJNJ 14 51,36

Unacid® PD oral
375 mg/7,5 ml, Pulver
Sultamicillin zur Herstellung einer 1,5 g 50 mg/kg 
Suspension zum
Einnehmen
Stand Lauertaxe: 01.04.2012
1
Nach (13) für orale Darreichungsform; 2Dosierung gemäß Fachinformation adaptiert nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie
e.V. (DGPI) (3); 3Kostenberechnung bezogen auf die Tagesdosis der Fachinformation anhand des kostengünstigsten Präparates einschließlich Import; ge-
VHW]OLFKH3ÀLFKWUDEDWWHGHU$SRWKHNHQXQGSKDUPD]HXWLVFKHQ8QWHUQHKPHQZXUGHQEHUFNVLFKWLJW4die dargestellte Behandlungsdauer von 7 Tagen kann in
Abhängigkeit des Schweregrades der Erkrankung über- oder unterschritten werden; 5bei der Wahl der dargestellten Behandlungsdauer von 7 Tagen wurde
nicht berücksichtigt, dass mit einigen Wirkstoffen eine kürzere Therapiedauer bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen ausreichend ist; 6Kostenberechnung
für ein 30 kg schweres Kind; 7Säuglinge ab 6 Wochen; Kinder ab 3 Monate; bezogen auf Cefuroxim; 10Kosten für max. zugelassene Tagesdosis 500 mg ;
11
Neugeborene und Säuglinge ab 15. Lebenstag; 12Kosten für max. Tagesdosis 200 mg; 13bezogen auf Amoxicillin; 14Kinder ab 2 Jahre.

Kosten für Einmalspritzen als Dosierhilfe bzw. Dosierspritzen wurden nicht berücksichtigt. Neben den dargestellten Darreichungsformen – soweit möglich
RUDOHÀVVLJH±VWHKHQQRFKZHLWHUH'DUUHLFKXQJVIRUPHQ]XU9HUIJXQJ:HLWHUH$QJDEHQ]X'RVLHUXQJHQVLQGGHQ)DFKLQIRUPDWLRQHQ]XHQWQHKPHQ'LH
Kostendarstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
.RVWHQ±-XJHQGOLFKHXQG(UZDFKVHQH !-DKUH
Antibiotika
DDD- .RVWHQIU7DJH
Wirkstoff Präparat Dosis pro Tag2
Angaben1 [€]3,4,5
Folsäureantagonisten
®
Infectotrimet
Trimethoprim 0,4 g 0,3 – 0,4 g ±
150 mg/200 mg Tabletten
Trimethoprim/
Generikum, Tabletten 0,32 / 1,6 g 0,32 / 1,6 g 
Sulfamethoxazol
Fluorchinolone
Gruppe 1
1RUÀR[DFLQ Generikum, Filmtabletten J J 
Gruppe 2
&LSURÀR[DFLQ Generikum, Filmtabletten 1g 0,5 – 1 g ±
J
2ÀR[DFLQ Generikum, Filmtabletten 0,4 g 0,2 – 0,4 g
0,4 g: 17,41
Gruppe 3
/HYRÀR[DFLQ Generikum, Filmtabletten 0,5 g 0,25 g 
3KRVSKRQVlXUHGHULYDWH
Fosfomycin-
Monuril®, 3000 mg Granulat 3g 3g 7
Trometamol6
Nitrofurane
Nitrofurantoin Generikum, Tabletten 0,2 g 0,3 g 13,37
Cephalosporine
Gruppe 2

Zinnat 125 mg , Filmtabletten 0,25 g: 35,66
Cefuroximaxetil 0,5 g 0,25 – 0,5 g
Generikum, Filmtabletten 0,5 g: 13,23
Gruppe 3
&H¿[LP Generikum, Tabletten 0,4 g 0,4 g 21,55
Cefpodoxim Generikum, Filmtabletten 0,4 g 0,2 – 0,4 g 20,75 – 25,07
Ceftibuten Keimax® 400 mg Kapseln 0,4 g 0,4 g 32,35
Aminopenicilline + Betalaktamaseinhibitor
4:1-Formulierung:
Amoclan 500 plus, Filmtabletten 1,5/0,375 g 
Amoxicillin/
1,75 g10
Clavulansäure $PRFODY6DQGR]PJ, 7:1-Formulierung: 40,03
Filmtabletten 1,75/0,25 g
Unasyn® PD oral, Filmtabletten
Sultamicillin 1,5 g 0,75 – 1,5 g ±
Generikum, Filmtabletten
Stand Lauertaxe: 01.04.2012
1
Nach (13) für orale Darreichungsform; 2Dosierung gemäß Fachinformation adaptiert nach Angaben der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. (6) sowie
der European Association of Urology (4); 3Kostenberechnung bezogen auf die Tagesdosis der Fachinformation anhand des kostengünstigsten Präparates einschließ-
OLFK,PSRUWJHVHW]OLFKH3ÀLFKWUDEDWWHGHU$SRWKHNHQXQGSKDUPD]HXWLVFKHQ8QWHUQHKPHQZXUGHQEHUFNVLFKWLJW4die dargestellte Behandlungsdauer von 7 Tagen
kann in Abhängigkeit des Schweregrades der Erkrankung über- oder unterschritten werden; 5bei der Wahl der dargestellten Behandlungsdauer von 7 Tagen wurde
nicht berücksichtigt, dass mit einigen Wirkstoffen eine kürzere Therapiedauer bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen ausreichend ist; 6nur für Frauen (12–65 Jahre,
ab 50 kg) zugelassen; 7Kosten für einmalige Gabe; kostengünstiger Import; bezogen auf Cefuroxim; 10bezogen auf Amoxicillin.

Neben den dargestellten oralen, festen Darreichungsformen stehen noch weitere Darreichungsformen zur Verfügung. Weitere Angaben zu Dosierungen sind
den Fachinformationen zu entnehmen. Die Kostendarstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Wirkungsweise (14;15)

)ROVlXUHDQWDJRQLVWHQ )RVIRP\FLQ7URPHWDPRO

7ULPHWKRSULPXQG6XOIRQDPLGH Pharmakodynamik

Pharmakodynamik Fosfomycin ist ein aus verschiedenen Streptomyces-Arten


isoliertes Antibiotikum, das bakterizid wirkt. Fosfomycin
Beide Wirkstoffe fungieren als kompetitive Inhibitoren bindet irreversibel an das aktive Zentrum des Enzyms,
unterschiedlicher Enzyme des bakteriellen Folsäurestoff- das die Synthese von N-Acetylmuraminsäure aus UDP-N-
wechsels. Sulfamethoxazol hemmt die Dihydropteroin- Acetylglucosamin und Phosphoenolpyruvat katalysiert. Es
säuresynthetase, während Trimethoprim die Dihydrofol- hemmt so den ersten Schritt der Peptidoglykansynthese.
säurereduktase inhibiert. Hierdurch wird die Synthese von
Tetrahydrofolsäure unterbunden und somit können die zum Pharmakokinetik
Aufbau von Thymin und Purinen benötigten C1-Verbin-
dungen (Methyl- und Formylgruppen) nicht bereitgestellt Fosfomycin wird von Mikroorganismen durch aktiven
werden. Beide Verbindungen wirken allein bakteriosta- Transport aufgenommen. Es besitzt eine gute Gewebe- und
tisch, in Kombination synergistisch und zumeist bakterizid. Knochenpenetration. Die Plasmahalbwertszeit beträgt etwa
zwei Stunden. Die Ausscheidung erfolgt renal in fast aus-
Pharmakokinetik schließlich unveränderter Form.

Die Plasma-Protein-Bindung beträgt für Sulfamethoxazol


ca. 65 % und für Trimethoprim 40 %. Bei oraler Applika-
tion werden maximale Plasmaspiegel nach 2 bis 4 Stunden 1LWURIXUDQWRLQ
erreicht. Beide Wirkstoffe werden in der Leber metaboli-
siert. Der Metabolisierungsgrad beträgt für Sulfamethoxa- Pharmakodynamik
zol ca. 80 %. Nur 15–20 % des Sulfamethoxazols werden
in unveränderter, aktiver Form ausgeschieden. Der Meta- Nitrofurantoin gehört zu den Nitrofuranen, einer Gruppe
bolisierungsgrad von Trimethoprim beträgt ca. 20 %. So- synthetischer Chemotherapeutika. Nitrofurantoin hat keine
wohl der metabolisierte als auch der proteingebundene An- eigene antimikrobielle Aktivität. Es wird von bakteriellen
teil sind antibakteriell unwirksam. Die Halbwertszeit liegt Nitroreduktasen zur aktiven Verbindung metabolisiert. Die
für Sulfamethoxazol bei 5–28 Stunden, für Trimethoprim Reduktionsmetaboliten führen durch Adduktbildung mit der
bei 10–12 Stunden. Die Ausscheidung beider Substanzen DNS zu teilweise deletären Strangbrüchen bzw. hemmen
erfolgt vorwiegend renal und in geringem Umfang auch zahlreiche Stoffwechselaktivitäten durch Elektronenentzug.
hepatobiliär.
Pharmakokinetik

Nitrofurantoin wird nahezu vollständig aus dem Gastro-


Fluorchinolone intestinaltrakt resorbiert. Die Plasmaproteinbindung be-
trägt etwa 40–80 %. Nitrofurantoin wird sehr rasch (HWZ
Pharmakodynamik 20–30 Minuten) über die Nieren ausgeschieden und zwar
zu etwa 40 % in unveränderter Form.
Fluorchinolone sind Hemmstoffe der Untereinheit A der
DNA-Gyrase und werden auch als Gyrasehemmer bezeich-
net. Hauptangriffspunkte sind die bakteriellen Topoisome-
rasen. Je nach Wirkstoff wird primär die Topoisomerase %HWDODNWDPDQWLELRWLND
vom Typ II oder Typ IV gehemmt. Beide Enzyme werden
für die bakterielle Replikation, Transkription, Rekombina- $PLQRSHQLFLOOLQHPLW%HWDODNWDPDVHLQKLELWRU&HSKDOR
tion und Reparatur der DNS benötigt. sporine

Pharmakokinetik Pharmakodynamik

Die Fluorchinolone werden meist gut intestinal resorbiert Wichtigster Angriffspunkt der Betalaktamantibiotika sind
!&LSURÀR[DFLQ 'LH3ODVPDSURWHLQELQGXQJ die Peptidoglykansynthetasen der bakteriellen Zellwand.
ist gering und liegt bei 10–40 %. Die Halbwertszeit liegt Die zur Peptidoglykansynthese erforderlichen Enzyme,
bei den hauptsächlich als Harnwegstherapeutika eingesetz- die durch Bindung an Betalaktamantibiotika ihre Aktivität
ten Fluorchinolonen bei 3–6 Stunden. Die Ausscheidung verlieren, werden als Penicillin bindende Proteine (PBP)
erfolgt vorwiegend über die Nieren, aber auch biliär und bezeichnet. Ein wichtiges derartiges Enzym ist die Trans-
transintestinal. peptidase, die irreversibel blockiert wird. Die damit ver-
bundene Inhibition der Mureinsynthese führt zur Bakterio- für eine orale Therapie eingesetzt werden zu können. Sie
lyse. Die voneinander abweichenden Wirkungsspektren der werden nur wenig metabolisiert und der größte Teil un-
Betalaktamantibiotika ergeben sich aus ihren physikalisch- verändert ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszei-
chemischen Eigenschaften, welche die Penetrationsfähig- ten liegen bei den Penicillinen bei etwa 1 Stunde, bei den
keit in die Bakterienzelle bestimmen, und in ihrer differie- Cephalosporinen überwiegend zwischen 1 und 2 Stunden.
UHQGHQ$I¿QLWlW]XGHQHLQ]HOQHQ(Q]\PHQ Vorwiegend werden Betalaktamantibiotika renal eliminiert.
Neben der glomerulären Filtration hat die tubuläre Sekreti-
Pharmakokinetik on einen unterschiedlich hohen Anteil an der renalen Clea-
rance. Einige Substanzen werden biliär ausgeschieden. Be-
Nur einige Betalaktamantibiotika sind magensäurestabil talaktamantibiotika können zu erheblichen Störungen der
und über die Darmmucosa ausreichend resorbierbar, um SK\VLRORJLVFKHQ'DUPÀRUDIKUHQ

Wirkungsspektrum (3;14;15)

)ROVlXUHDQWDJRQLVWHQ %HWDODNWDPDQWLELRWLND

7ULPHWKRSULPXQG6XOIRQDPLGH Betalaktamantibiotika wirken bakterizid. Ihr Wirkungs-


spektrum differiert stark. Einige haben ein breites gegen
Das Wirkungsspektrum von Trimethoprim und Cotrimoxa- grampositive und gramnegative Erreger gerichtetes Wir-
zol war ursprünglich sehr breit. Steigende Resistenzraten kungsspektrum. Andere sind nur im grampositiven oder
von E. coli bis zu 20 % lassen die Gabe der beiden Subs- gramnegativen Bereich wirksam, manche nur gegen ein-
tanzen als Mittel der Wahl zur Behandlung von HWI in den zelne Erreger. Für die Kurzzeittherapie (3 Tage) sind sie
Hintergrund treten. nicht geeignet (Ausnahme Cefpodoxim).

$PLQRSHQLFLOOLQ%HWDODNWDPDVHLQKLELWRU
Fluorchinolone
Betalaktamaseinhibitoren (z. B. Clavulansäure, Sulbactam)
Die oralen Flurochinolone haben eine gute Aktivität erweitern in Kombination mit Aminopenicillinen deren
gegenüber den gramnegativen Erregern E. coli, Klebsiella Wirkungsspektrum. So können auch sensible Harnwegsin-
pneumoniae, Enterobacter spp., Serratia marcescens, Pro- fektionen auslösende Erreger wie E. coli oder Proteus mi-
teus mirabilisXQG&LSURÀR[DFLQDXFKJHJHQPseudomonas rabilis erfasst werden. Amoxicillin wirkt zudem gegen die
aeruginosa. meisten Enterokokken. Für die orale Gabe stehen die Mi-
schungsverhältnisse von Amoxicillin:Clavulansäure von
4:1 und 7:1 zur Verfügung. Besser verträglich ist die
)RVIRP\FLQ7URPHWDPRl 7:1-Formulierung (weniger Durchfälle). Sultamicillin ist
eine feste chemische Verbindung von Ampicillin mit Sul-
Üblicherweise gegenüber Fosfomycin-Trometamol emp- bactam, die oral appliziert werden kann.
¿QGOLFKH JUDPQHJDWLYH 6SH]LHV VLQG E. coli, Klebsiella
pneumoniae und Proteus mirabilis. Erworbene Resistenzen &HSKDORVSRULQH
können ein Problem bei der Behandlung von Infektionen
mit Enterococcus faecalis darstellen. Cephalosporine Gruppe 2
Cefuroximaxetil hat im Vergleich zur Gruppe 1 eine erhöh-
te Stabilität gegenüber den Betalaktamasen aus gramnega-
1LWURIXUDQWRLQ tiven Bakterien und damit ein erweitertes antibakterielles
Spektrum. Es besitzt eine gute Wirksamkeit gegen die vor
Zu den üblicherweise sensiblen gramnegativen Erregern allem für Harnwegsinfektionen verantwortlichen Erreger
gehört E. coli, keine Wirksamkeit zeigt Nitrofurantoin ge- E. coli, Klebsiella spp. und Proteus spp., nicht aber gegen
genüber Proteus und Pseudomonas aeruginosa. Serratia spp.

Cephalosporine Gruppe 3
'LHRUDOHQ&HSKDORVSRULQHGHU*UXSSH&H¿[LP&HIWLEX-
ten und Cefpodoxim haben eine verbesserte Wirkung ge-
gen E. coli, Klebsiella spp. und Proteus spp. und sind auch
gegen Serratia spp.wirksam.
Nebenwirkungen, Risiken und Vorsichtsmaßnahmen (14–18)

1HEHQZLUNXQJHQ tenanämie, Störungen der Hämatopoese, hämolytische An-


ämie, Kristallurie, Azidose, gastrointestinale Beschwerden,
)ROVlXUHDQWDJRQLVWHQ Parotitis, Störungen der Spermatogenese.

Trimethoprim %HWDODNWDPDQWLELRWLND
Allergische Hautreaktionen, Exantheme, Megaloblastenan-
ämie, hämolytische Anämie, Methämoglobinämie, Choles- $PLQRSHQLFLOOLQHPLW%HWDODNWDPDVHLQKLELWRU
tase, Hepatitis, Pankreatitis, Anstieg von Leberenzymen Allergische Reaktionen (Hautreaktionen, Blutbildveränderun-
im Blut, Leberschäden, Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell- gen, Purpura, Fieber, Vaskulitis, Arthritis, Neuritis), Throm-
Syndrom, Photodermatosen, Nierenschäden, Hyperkaliä- bophlebitis, verlängerte QT-Zeit (Ampicillin), Eosinophilie,
mie, Oligurie, gastrointestinale Beschwerden, pseudomem- Gerinnungsstörungen, Störungen im Elektrolythaushalt (nur
branöse Kolitis, Geschmacksstörungen. bei Verwendung hoher Dosen der Na- oder K-Salze), inter-
stitielle Nephritis, Respirationsstörungen, Brustschmerzen,
6XOIRQDPLGH gastrointestinale Beschwerden, Anstieg von Leberenzymen
Allergische Hautreaktionen, Megaloblastenanämie, hä- im Blut, Leberschäden, Stomatitis, Glossitis, Ösophagitis,
molytische Anämie, Methämoglobinämie, Hepatitis, Ne- Exantheme, Krampfanfälle, Halluzinationen, Herxheimer-
phritis, psychische Störungen, periphere Polyneuropathie, Reaktion, pseudomembranöse Enterokolitis, Nierenversagen.
aseptische Meningitis, Hörstörungen, Kristallurie, Nieren-
schäden, Perikarditis, Atembeschwerden, gastrointestinale &HSKDORVSRULQH
Beschwerden, Anstieg von Leberenzymen im Blut, Leber- Allergische Reaktionen (Hautreaktionen, Blutbildverände-
schäden, Diarrhoe, Fieber, Lupus erythematodes, Muskel- rungen, Serumkrankheit, Leberschäden) Kreislaufstörun-
schwäche und -schmerzen, Gelenkschmerzen. gen (Tachykardie, RR-Abfall), Thrombophlebitis, Eosino-
philie, Leukopenie, Thrombopenie, hämolytische Anämie,
Fluorchinolone Nierenschäden (insbesondere bei Kombination mit Ami-
noglykosiden), Riechstörungen, interstitielle Pneumonie,
Allergische Hautreaktionen, Lupus erythematodes, Choles- gastrointestinale Beschwerden, Exantheme, Schwindel,
tase, Lyell-Syndrom, Stevens-Johnson-Syndrom, Vaskulitis, Muskelzuckungen, tonisch-klonische Krämpfe, Alkoholin-
Photodermatosen, Kopfschmerz, Schwindel, Schläfrigkeit, toleranz, pseudomembranöse Enterokolitis, interstitielle
SV\FKLVFKH 6W|UXQJHQ 8QUXKH 6FKODÀRVLJNHLW SHULSKHUH Pneumonien.
Polyneuropathie, Krämpfe, Erhöhung des intrakraniellen
Drucks (bei Kindern), Ataxie, Hörstörungen, Sehstörun- :HFKVHOZLUNXQJHQ
JHQ*HUXFKVVW|UXQJHQ*HVFKPDFNVVW|UXQJHQ7UlQHQÀXVV
Störungen der Hämatopoese, Dysurie mit Blasentenes- )ROVlXUHDQWDJRQLVWHQ
men, Hämaturie, Nierenschäden, Azidose, Hyperurikämie,
+HU]LQVXI¿]LHQ] $QJLQD SHFWRULV $UUK\WKPLHQ +\SRWR- 7ULPHWKRSULPXQG6XOIRQDPLGH
nie, Atembeschwerden, Pneumonitis, gastrointestinale Be- Wirkungsverstärkung von Sulfonylharnstoffen, Cumarin-
schwerden, Anstieg von Leberenzymen im Blut, Leberschä- antikoagulantien, Phenytoin, Methotrexat, Thiopental
den, Senkung des Serumthyroxinspiegels, Hyperglykämie, (Verdrängung aus der Plasmaproteinbindung). Nichtstero-
Tendopathien (Tendinitis, Ruptur der Achillessehne), Mus- idale Antiphlogistika (NSAR) können Sulfonamide aus der
kelschwäche und -schmerzen, Gelenkschmerzen. Proteinbindung verdrängen und deren Toxizität verstärken.

)RVIRP\FLQ7URPHWDPRO Fluorchinolone

Allergische Hautreaktionen, Exantheme, Fieber, Kopf- Mineralische Antacida und andere Arzneimittel, die zwei-
schmerzen, Sehstörungen, Thrombophlebitis, Respirations- oder dreiwertige Metallionen enthalten, reduzieren die
störungen, gastrointestinale Beschwerden, Geschmacks- Bioverfügbarkeit von Fluorchinolonen teilweise um bis
störungen, Appetitverlust, Anstieg von Leberenzymen im zu 90 % (Chelatkomplexbildner), Wirkungsverstärkung
Blut, Leberschäden, pseudomembranöse Kolitis. von oralen Antikoagulantien, Hemmung des Abbaus von
Methylxanthinen (Theophyllin). Gleichzeitige Gabe von
1LWURIXUDQWRLQ NSAR erhöht das Risiko zentral-nervös bedingter Neben-
wirkungen (psychische Störungen, Krämpfe etc.).
Allergische Hautreaktionen, Exantheme, Lupus erythema-
todes, Cholestase, Hepatitis, Anstieg von Leberenzymen im )RVIRP\FLQ7URPHWDPRO
Blut, Leberschäden, Pankreatitis, Fieber, pleuropulmonales
6\QGURP/XQJHQLQ¿OWUDWH.RSIVFKPHU]6FKZLQGHOSV\- Bei gleichzeitiger Gabe von Metoclopramid und Fosfo-
chische Störungen, periphere Polyneuropathie, Erhöhung mycin-Trometamol kommt es zu einer Verringerung der
des intrakraniellen Drucks (bei Kindern), Megaloblas- Fosfomycin-Konzentrationen in Serum und Urin.
1LWURIXUDQWRLQ aktionen (z. B. Lyell-Syndrom), Neugeborenenalter, stren-
ge Indikationsstellung im letzten Trimenon der Schwanger-
Magnesiumtrisilikat vermindert die Resorption von Nit- schaft und in der Stillzeit.
rofurantoin. Im alkalischen Harn verliert Nitrofurantoin
an Wirksamkeit. Den Harn alkalisierende Substanzen wie Fluorchinolone
z. B. Acetazolamid wirken potentiell antagonistisch.
Allergie gegen Chinolone, schwere Leber- und Nierenfunkti-
%HWDODNWDPDQWLELRWLND onsstörungen, zerebrale Schäden (Störungen der Blut-Liquor-
Schranke) und Anfallsleiden, Schwangerschaft und Stillzeit,
Verstärkung der Nephrotoxizität durch potenziell nephro- Neugeborenenalter, Anwendungsbeschränkungen bei Kin-
toxische Stoffe wie Aminoglykoside, Tetracycline, Glyko- GHUQXQG-XJHQGOLFKHQ-DKUH9RUVLFKWLP6WUD‰HQYHUNHKU
peptid- und Polymyxinantibiotika, Makrolide, Furosemid. wegen Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens.
Inaktivierung von Cephalosporinen durch N-Acetylcystein.
)RVIRP\FLQ7URPHWDPRO

.RQWUDLQGLNDWLRQHQ$QZHQGXQJVEHVFKUlQNXQJHQ Strenge Indikationsstellung in der Stillzeit.

)ROVlXUHDQWDJRQLVWHQ 1LWURIXUDQWRLQ

Trimethoprim 1LHUHQLQVXI¿]LHQ] *OXFRVHSKRVSKDW'HK\GURJHQDVH


Schwere Nierenfunktionsstörungen, schwere Blutbildverände- Mangel, Oligurie, Neuropathien, letzte Wochen der Schwan-
rungen, Früh- und Neugeborene, Schwangerschaft und Stillzeit. JHUVFKDIW.LQGHU0RQDWH

6XOIRQDPLGe %HWDODNWDPDQWLELRWLND
Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Glucose-6-phos-
phat-Dehydrogenase-Mangel, akute hepatische Porphyrie, Allergie gegen Betalaktame.
Erkrankungen der blutbildenden Organe, schwere Hautre-

6FKZDQJHUVFKDIWXQG6WLOO]HLW
Embryonalperiode Fetalperiode
Peripartalperiode Stillzeit
Wirkstoff (SSW 1–12) (ab SSW 13)

0LWWHOGHU:DKO Cephalosporine Cephalosporine Cephalosporine Cephalosporine

0LWWHOGHU:DKO Penicillinderivate Penicillinderivate Penicillinderivate Penicillinderivate

.RQWUDLQGL]LHUW Folsäureantagonisten Folsäureantagonisten Folsäureantagonisten Folsäureantagonisten

Weitere Informationen zu Nebenwirkungen, Risiken und Vorsichtsmaßnahmen sind der Fachinformation des jeweiligen
Wirkstoffs zu entnehmen.

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Awareness Day: Key messages for hospital prescribers: http://ecdc.europa.eu/en/eaad/

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