Sie sind auf Seite 1von 5

BAUSCHÄDEN

Nicht unterkellert und


dennoch nass?
Der Autor
Abdichtungstechnische Besonderheiten
Dipl.-Ing. Henrik-
Horst Wetzel, ö.b.u.v.
nicht unterkellerter Gebäude
Sachverständiger
Bargteheide

In den letzten Jahren kommt es aufgrund aufstauen kann. Bei den Gebäuden lagen hend auf und drang anschließend über
zunehmender Starkregenereignisse auch bei außerdem mehr oder minder gravierende die ebenfalls vorhandenen Abdichtungs-
nicht unterkellerten Gebäuden immer häufi- Mängel an der Bauwerksabdichtung vor. fehlstellen in das Gebäude ein. Diese Ab-
ger zu Feuchteproblemen [1]. Insbesondere Woraus diese Mängel im Einzelnen be- dichtungsfehlstellen bestanden unter an-
bei Vorliegen schwach durchlässiger Böden standen, ist hierbei jedoch nur von nach- derem aus nicht fachgerecht hergestell-
und versiegelter Oberflächen unterschätzen rangiger Bedeutung. ten Abdichtungsanschlüssen an die bo-
Planer und Ausführende die Gefahr der dentiefe Pfosten-Riegel-Fassade und Tü-
Schadensfall 1: Schulgebäude
Stauwasserbildung. In diesem Fachbericht ren einschließlich deren Übergänge an
werden exemplarisch vier Schadensfälle vor- Bei einer aus mehreren Gebäudeteilen die Sockelabdichtung des zweischaligen
gestellt und Empfehlungen unterbreitet, wie und einer Turnhalle bestehenden Grund- Verblendmauerwerks (Abbildung 3).
sich Feuchteprobleme unter Einhaltung der schule (Abbildung 1), die Anfang 2001
Schadensfall 2: Schulgebäude
normativen Anforderungen einfach und zu- fertig gestellt wurde, stellte man nach
verlässig vermeiden lassen. zwei Jahren erstmals Feuchteschäden an Bei einem im Herbst 2002 fertig gestell-
den Leibungen der bodentiefen Fenster ten Gebäude einer Grundschule wurden
Schadensfälle und der Pfosten-Riegel-Fassaden fest. In nach zirka anderthalb Jahren Feuchte-
Während dem Bauherrn und  /  oder den der Folgezeit kam es dann auch zu den schäden in Form von Verfärbungen an
Nutzern eines Gebäudes in erster Linie typischen Feuchteschäden an den Wand- den Wandfußpunkten und Schimmelpilz-
daran gelegen ist, Zu- und Ausgänge be- fußpunkten von Wänden (Abbildung 2). bildung festgestellt. Nach der ursprüngli-
quem oder sogar barrierefrei nutzen zu Die auf der Planung des Architekten chen Planung des Architekten stellten
können, ist es die Aufgabe des Planers, basierenden Höhenverhältnisse stellten sich die Höhenverhältnisse wie folgt dar:
die sich daraus ergebenden Anforderun- sich wie folgt dar: ƒƒ Oberkante Fertigfußboden: ± 0,00 m
gen bei der Planung der Bauwerksabdich- ƒƒ Oberkante Fertigfußboden: ± 0,00 m ƒƒ Oberkante Gelände (Belag aus Beton-
tung entsprechend umzusetzen. ƒƒ Oberkante Gelände (Belag aus Beton- werksteinplatten): - 0,12 m
Bei der Vorstellung der nachfolgenden werksteinplatten und Betonpflaster): ƒƒ Oberkante Bodenplatte und gleichzei-
vier Schadensfälle geht es primär um die - 0,02 m tige Oberseite der Bodenplattenab-
Höhenrelation zwischen nicht unterkel- ƒƒ Oberkante Bodenplatte und gleichzei- dichtung: - 0,15 m.
lerten Gebäuden und dem umgebenden tige Oberseite der Bodenplattenab-
Gelände. In allen Fällen musste aufgrund dichtung: - 0,16 m.
des Vorliegens wenig durchlässiger Bö- Eine Bauwerksdränung wurde weder ge-
den (Durchlässigkeitsbeiwert k ≤ 10-4 m/s) plant noch eingebaut.
damit gerechnet werden, dass Oberflä- Aufgrund nicht vorhandener Versicke-
chen- und Sickerwasser vorübergehend, rungsmöglichkeiten staute sich das bei
zum Beispiel bei starken Niederschlägen, Starkregen anfallende Wasser vorüberge-

Abb. 3: Mängel der unteren Anschlüsse der Bau-


werksabdichtung im Bereich der Rahmen der boden-
tiefen Fenster und im Übergang zur Sockelabdichtung
Abb. 1: Gebäudeansicht Abb. 2: Feuchteschäden im Gebäudeinneren des zweischaligen Verblendmauerwerks

2 · 2012 Der Bausachverständige 15


BAUSCHÄDEN

Obwohl in dem geotechnischen Gutach-


ten auf die Erfordernis des Einbaus einer
Bauwerksdränung hingewiesen wurde,
entschied sich der Architekt, eine solche
Dränung nicht einzubauen. Zudem wur-
den während der Bauausführung die Hö-
henverhältnisse geändert und hierbei das
Gelände noch höher angeordnet als ur-
sprünglich geplant.
Zu den Wassereintritten in das Ge-
bäude kam es, weil das bei Regen an- Abb. 4: In einem nachträglich hergestellten »Entlas- Abb. 6: Gebäudeansicht
fallende Oberflächenwasser nicht rasch tungsgraben« aufstauendes Sickerwasser
genug versickern konnte, sondern sich
vorübergehend aufstaute und über
ebenfalls vorhandene Abdichtungsfehl-
stellen in das Gebäude eindrang. Abbil-
dung 4 zeigt das sich noch immer in
einem nachträglich hergestellten »Ent-
lastungsgraben« aufstauende Sicker-
wasser vor den bodentiefen Fenstern.
Die letztlich für die Wassereintritte ver-
antwortlichen Mängel an der Abdich-
tung bestanden auch hier aus diversen
Abb. 7: Feuchteschäden im Gebäudeinneren
Defiziten der Abdichtungsanschlüsse an
Türen und bodentiefen Fenstern inklusi-
ve deren fehlender Übergänge an die
Sockelabdichtung der zweischaligen
Außenwandkonstruktion sowie Män-
geln an der Sockelabdichtung (Abbil- Abb. 5: Diagnostizierte Mängel der Sockelabdichtung
der zweischaligen Außenwandkonstruktion
dung 5).
Bei den durchgeführten Untersuchun-
Schadensfall 3: Wohngebäude
gen wurden nicht nur Ausführungsfehler
Bei einem im Jahr 2005 fertig gestellten bei der Sockelabdichtung nachgewiesen,
Bungalow (Abbildung 6) kam es bereits sondern auch die aus den anderen bei-
nach einem Jahr zu Feuchteschäden in den Beispielen bereits bekannten Defizite
Abb. 8: Einfacher Anstauversuch nach partieller Weg-
Form lokaler Verfärbungen an den Wand- der unteren Abdichtungsanschlüsse der nahme des Betonpflasters
fußpunkten des Hauswirtschaftsraums, Türen und bodentiefen Fenster.
die sich in der Folgezeit auf weitere Räu- Im Rahmen eines einfachen Anstau-
me ausdehnten (Abbildung 7). versuchs konnte daher nach nur wenigen
Die Planung des für den Bauträger täti- Minuten ein Wassereintritt im Bereich
gen Architekten sah vor: einer Terrassentür nachgewiesen werden
ƒƒ Oberkante Fertigfußboden: ± 0,00 m (Abbildungen 8 und 9).
ƒƒ Oberkante Bodenplatte und gleichzei- Schadensfall 4: Betriebsgebäude
tige Oberseite der Bodenplattenab-
dichtung: - 0,14 m Bei einem zweigeschossigen Neubau
ƒƒ Oberkante Gelände (Terrasse, Zuwe- eines Betriebsgebäudes kam es zwei
gungen, Grobkiesstreifen): -0,15 m. Jahre nach Fertigstellung zu einem
Ein geotechnisches Gutachten, welches massiven Wasserschaden als Folge Abb. 9: Ergebnis des Anstauversuchs
sich neben Fragen der Gründung auch eines Starkregenereignisses. Als Folge
mit dem Schutz gegen das im Boden vor- stand das Wasser mehrere Zentimeter
handene Wasser dieses Gebäudes ausei- hoch in der Dämmung des schwim-
nander setzte, lag nicht vor. menden Estrichs.
Der Garten- und Landschaftsbauer, Ein vom Bauherrn unmittelbar nach
welcher vom Bauherrn direkt beauftragt dem Starkregenereignis aufgenommenes
wurde, hielt sich indes nicht an die Hö- Bild zeigt sowohl das sich in dem Grob-
henplanung des Bauträges und ordnete kiesstreifen aufstauende Sickerwasser, als
das Betonpflaster und den Grobkiesstrei- auch das auf der rückwärtigen Pflaste-
fen so hoch an, dass zwischen Oberkante rung stehende Wasser (Abbildungen 10
Fertigfußboden und Oberkante Beton- und 11). Selbst einige Monate später Abb. 10: Vom Bauherrn unmittelbar nach dem
pflaster nur noch ein Höhenunterschied wurde in dem Grobkiesstreifen immer Starkregen aufgenommenes Bild mit dem was-
von 0,02 m verblieb. noch aufstauendes Sickerwasser ange- sergesättigten Kiesstreifen vor dem Gebäude

16 Der Bausachverständige 2 · 2012


BAUSCHÄDEN

troffen (Abbildung 12). Die ursprüngliche ƒƒ Die nicht unterkellerten Gebäude wur-
Entwurfsplanung sah vor: den in Baugebieten errichtet, in denen
ƒƒ Oberkante Fertigfußboden: ± 0,00 m aufgrund der vorliegenden Baugrund-
ƒƒ Oberkante Bodenplatte und gleichzei- verhältnisse (wenig durchlässige Bö-
tige Oberseite der Bodenplattenab- den mit einem Durchlässigkeitsbeiwert
dichtung: - 0,18 m k ≤ 10-4 m/s) mit zeitweise aufstauen-
ƒƒ Oberkante Gelände (Terrasse, Zuwe- dem Sickerwasser und folglich mit
gungen, Grobkiesstreifen): -0,15 m. Druckwasserbeanspruchung gerech-
Der für die Ausführungsplanung zustän- net werden musste (Abschnitt 4.4 von
dige Architekt hatte das Gebäude DIN 18195-1 [2]).
gegenüber der Entwurfsplanung zwar ƒƒ Die Oberseiten der Bodenplatten ein-
Abb. 11: Vom Bauherrn unmittelbar nach dem
Starkregen aufgenommenes Bild mit dem was- um 0,35 m »angehoben«, aber die schließlich ihrer darauf verlegten Bo-
sergesättigten Kiesstreifen vor dem Gebäude und dem Außenanlagen wurden ebenfalls mit an- denplattenabdichtungen befanden sich
auf der Pflasterung stehenden Wasser gehoben. Später wurde dann auch noch im eingebauten Zustand stets unterhalb
anders ausgeführt mit dem Ergebnis, der Geländeoberkante (Abbildung 13).
dass sich Grobkiesstreifen bzw. Pflaste- ƒƒ Die Anordnungen der Abdichtungen
rung letztlich 0,02 m unter Oberkante von Bodenplatten, Sockeln und im Be-
Fertigfußboden befanden. reich von Türen und bodentiefen Fens-
Ein geotechnisches Gutachten lag zwar tern/Fassaden entsprachen indes
vor, doch darin wurden nur Aussagen zur »nur« den Kriterien für Abdichtungen
Gründung und zu dem im Baugrund vor- gegen Bodenfeuchte und nicht stau-
handenen Wasser, aber nicht zur Trocken- endem Sickerwasser im Sinne von
haltung gemacht. Eine Dränung wurde DIN 18195-4 [3].
weder vom Architekten noch vom Außen- ƒƒ Nur in einem der gezeigten Beispiele
anlagenplaner für notwendig erachtet. wies der Geotechniker auf die Erfor-
dernis einer Dränanlage entsprechend
Schadensbeurteilung DIN 4095 [4] hin. Eingebaut wurde
Abb. 12: Einige Monate später dokumentierte Situation
mit dem im Kiesstreifen aufstauenden Sickerwasser Alle zuvor vorgestellten Schadensfälle ha- eine solche Dränanlage indes bei kei-
ben Folgendes gemeinsam: nem der vorgestellten Beispiele.

Abb. 13: Zusammenfassung der unterschiedlichen Abb. 14: Fälle zur Festlegung von Dränmaßnahmen nach DIN 4095
Höhensituationen der Schadensfälle 1 bis 4

Abb. 15 und 16: Anordnungen der Abdichtungen nach DIN 18195-4 bzw. DIN 18195-6 in Abhängigkeit vom Abb. 17: Wie Abbildung 16, jedoch in Kombination
Vorhandensein einer Bauwerksdränung nach DIN 4095 mit einem zusätzlichen Entwässerungsgraben

2 · 2012 Der Bausachverständige 17


BAUSCHÄDEN

Sowohl in der Drännorm (DIN 4095) als


auch in der Bauwerksabdichtungsnorm
(DIN 18195) werden mit Bezug auf die Er-
fordernis von Dränanlagen fast aus-
nahmslos unterkellerte Gebäude ange-
sprochen (Abbildung 14).
Warum und wann auch bei nicht
unterkellerten Gebäuden und gleichzeiti-
gem Auftreten aufstauenden Sickerwas-
sers Bauwerksdränungen erforderlich
werden, lässt sich am besten anhand der
vergleichenden Gegenüberstellung
unterschiedlicher Höhensituationen ver-
anschaulichen.
Abb. 18 und 19: Anordnungen der Abdichtungen nach DIN 18195-4 bzw. DIN 18195-6 in Abhängigkeit vom
So zeigen die Abbildungen 15 bis 17 Vorhandensein einer Bauwerksdränung nach DIN 4095
zunächst die Situation, bei der sich Ober-
kante Gelände und Oberkante Fertigfuß- nach Abschnitt 6.2.1 von DIN 18195-4.
boden auf der gleichen Höhe befinden. Da solche Abdichtungen jedoch nur bei
Bei Verzicht auf eine Dränanlage und Vorliegen von Bodenfeuchte und nicht
Einhaltung der in Abschnitt 5.2 von DIN stauendem Sickerwasser zulässig sind,
18195-6 [5] enthaltenen Regelungen muss bei dieser Höhensituation mindes-
wie tens durch eine Dränung der Gefahr einer
ƒƒ »Die Abdichtung ist im Regelfall auf Stauwasserbildung entgegnet werden
der dem Wasser zugekehrten Bau- (Abbildung 16). In Abhängigkeit von der
werksseite anzuordnen; sie muss eine Größe dieser Gefahr reicht mitunter eine
geschlossenen Wanne bilden oder das Dränung allein nicht mehr aus. In solchen
Bauwerk allseitig umschließen.« Fällen ist dann zusätzlich ein umlaufender
ƒƒ »Bei wenig durchlässigen Böden (k ≤ Entwässerungsgraben vorzusehen (Ab-
10-4 m/s) ist die Abdichtung wegen der bildung 17).
Gefahr einer Stauwasserbildung min- Die Abbildungen 18 und 19 zeigen die
destens 300 mm über die geplante Situation, bei der sich Oberkante Gelände Abb. 20: Anordnungen der Abdichtungen nach DIN
Geländeoberkante zu führen.« und Oberkante Bodenplatte auf der glei- 18195-4 bei ausreichend hoher Gründung des Ge-
wäre auch bei einem nicht unterkellerten chen Höhe befinden. Bei Einhaltung der bäudes
Gebäude theoretisch die auf Abbildung normativen Regelungen müsste auch hier
15 dargestellte wannenartige und zu- wieder wannenartig und zugleich druck- ziehen auch Kosten für die Unterhaltung
gleich druckwasserdichte Anordnung der wasserdicht abgedichtet werden (Abbil- und Pflege nach sich. Besteht zudem
Abdichtung erforderlich. Die Praxis sieht dung 18). Zur Vermeidung der Gefahr keine Möglichkeit, das anfallende Drän-
indes völlig anders aus. So ist mir kein einer Stauwasserbildung reicht hier jedoch wasser in eine natürliche oder künstliche
nicht unterkellertes Gebäude bekannt, erfahrungsgemäß die auf Abbildung 19 Vorflut einzuleiten oder auf dem eige-
bei dem die Abdichtung unterhalb der dargestellte Bauwerksdränung aus. nen Grundstück zu versickern, bleibt nur
Bodenplatte angeordnet wurde. Üblich Dränanlagen (und zusätzliche Ent- die Möglichkeit, das Gebäude entspre-
sind Sockelabdichtungen nach Abschnitt wässerungsgräben) führen nicht nur zu chend hoch zu gründen (Abbildung 20).
6.1.1 und Bodenplattenabdichtungen höheren Herstellungskosten, sondern Auch hier werden Planer und Geotech-

Abb. 21 und 22: Details des im Zuge der Sanierung nachgerüsteten, umlaufenden Entwässerungsgrabens

18 Der Bausachverständige 2 · 2012


BAUSCHÄDEN

Abb. 23: Nachträglich im Zuge der Sanierung abgesenktes Gelände Abb. 24: Wohngebäude aus den 1970er Jahren mit ausreichend hoch angeordneter
Bodenplatte

niker im Einzelfall entscheiden müssen, Gebäude ausreichend hoch anzuordnen mehrerer Fachunternehmen liegen. Keines-
ob die in der Norm festgelegten »300 statt sie unnötig abzusenken und damit falls sollte man einen Fensterbauer damit
mm« notwendig sind oder ob im einge- letztlich zu »teilunterkellerten« Gebäu- beauftragen, solche zur Bauwerksabdich-
bauten Zustand auch ein geringeres den zu machen. Abbildung 24 zeigt ein tung gehörenden Leistungen zu erbringen.
Maß ausreicht. Wohngebäude aus den 1970er Jahren,
welches diese Kriterien erfüllt. Bei diesem
Literatur
Instandsetzung Gebäude fehlt sogar die nach Abschnitt [1] Wetzel, H.-H.: Abdichtungen erdberührter
Im Schadensfall 1 entschloss sich der Bau- 6.2.1 DIN 18195-4 »grundsätzlich« ein- und erdüberdeckter Bauteile, in: Typische
herr zur Nachrüstung eines Entwässerungs- zubauende Abdichtung der Bodenplatte. Baumängel, Rdn. 239; NJW Praxis Band 82,
grabens mit darin integrierter Dränleitung Davon zeigt sich das im Erdgeschoss ein- Herausgeber: Ganten, H. und Kindereit, E.,
(Abbildungen 21 und 22). Das in den Drän- gebaute Eichenparkett bis heute indes Verlag C. H. Beck, München, 2010
leitungen anfallende Wasser wird in eben- völlig unbeeindruckt. [2] DIN 18195-1:2011-12: Bauwerksabdich-
falls neu errichtete Rigolen geleitet. Im In allen anderen Fällen muss abgewo- tungen – Teil 1: Grundsätze, Definitionen,
Zuge der Sanierungsarbeiten wurden indes gen werden, welcher technische Auf- Zuordnung von Abdichtungsarten
nur die gut zugänglichen Abdichtungs- wand betrieben werden soll. Je tiefer [3] DIN 18195-4:2011-12: Bauwerksabdichtun-
mängel beseitigt. Die ebenfalls festgestell- man das Gebäude anordnet, desto auf- gen – Teil 4: Abdichtungen gegen Boden-
ten Mängel der Sockelabdichtung des wändigere Zusatzmaßnahmen und Fol- feuchte (Kapillarwasser, Haftwasser) und
zweischaligen Verblendmauerwerks beließ gekosten (Betrieb und Wartung der Drän- nichtstauendes Sickerwasser an Bodenplatten
man. Dennoch sind erneute Feuchtepro­ anlage) fallen an. Besteht keine Möglich- und Wänden, Bemessung und Ausführung
bleme nicht wieder aufgetreten. keit, das anfallende Dränwasser los zu [4] DIN 4095:1990-06: Dränung zum Schutz
Im Schadensfall 2 wurde entschieden, werden, bleibt ohnehin nur die Möglich- baulicher Anlagen; Planung, Bemessung
das gesamte Gelände um das Gebäude he- keit einer ausreichend hohen Anordnung. und Ausführung
rum abzusenken, allerdings nicht in dem Mit Blick auf die in diesem Beitrag nur [5] DIN 18195-6:2011-12: Bauwerksabdichtun-
Umfang, wie auf Abbildung 20 dargestellt am Rande angesprochenen Abdichtungs- gen – Teil 6: Abdichtungen gegen von außen
(Abbildung 23). Im Zuge dieser Maßnahme probleme, lassen sich Schäden nur dann drückendes Wasser und aufstauendes Sicker-
wurden auch alle relevanten Abdichtungs- vermeiden oder zumindest minimieren, wasser, Bemessung und Ausführung
mängel beseitigt. Erneute Feuchteproble- wenn sich der Architekt seiner Planungsver-
me sind bisher nicht wieder aufgetreten. antwortung ausreichend bewusst ist und
Im Schadensfall 3 wurden eine Dränan- die Abdichtungsarbeiten nach Möglichkeit
lage nachgerüstet, der das Gebäude um- so plant und koordiniert, dass sie in dem
gebende Kiesstreifen tiefer angeordnet und Verantwortungsbereich eines und nicht
die Abdichtungsmängel beseitigt. Erneute
Feuchteprobleme sind nicht bekannt. Kontakt/Information
Im Schadensfall 4 wurde die Nachrüs- Dipl.-Ing. Henrik-Horst Wetzel
tung eines umlaufenden Entwässerungs- Von der Industrie- und Handelskammer Lübeck
grabens mit darin integrierter Dränlei- öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger
tung vorgeschlagen. für Schäden an Gebäuden
Eichenweg 8
Schadensvermeidung 22941 Bargteheide
Die einfachste und zugleich kostengüns- Tel. 04532/6892
tigste Maßnahme zur Schadensvermei- info@sv-wetzel.de
www.sv-wetzel.de
dung besteht darin, nicht unterkellerte

2 · 2012 Der Bausachverständige 19