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Bindemittel-Zement

Bindemittel Definition:
-sind Stoffe, durch die andere Stoffe miteinander bzw. auf einer Unterlage verklebt werden

Hydraulische Bindemittel: Härten an der Luft und unter Wasser


Nichthydraulische Bindemittel: Härten nur an der Luft

Anorganische Bindemittel:

• Zement
• Kalk
• Gips
• Magnesiabinder
Zement Definition:
- ist ein anorganisches, fein gemahlenes, hydraulisch wirkendes Bindemittel für Mörtel und Beton.
Bei Zugabe von Wasser erhärtet der Zementleim durch Hydratation zu wasser- und
raumbeständigem Zementstein.
Herstellung:

• Ausgangmaterialien: Kalk, Ton, Mergel


• Mahlen des Rohmaterials
• Brennen des Rohmehls zu Zementklinker (zuvor wird dem Kalk die Kohlensäure entzogen)
• Zementmahlung: Mahlen des Zementklinkers → wird reaktionsfähig
• Lagerung: muss in Silos trocken gelagert werden → darf keine Feuchtigkeit aufnehmen
Wesentliche Inhaltsstoffe:
• Portlandzementklinker (Kalk, Ton, Mergel gebrannt)
• Hüttensand (beim Schmelzen von Eisenerz entstehende Schlacke)
• Puzzolane
• Calciumsulfat
• Zementzusätze
Zementarten:
Portlandzement CEM I
Portlandkompositzemente CEM II
Hochofenzement CEM III
Puzzolanzement CEM IV
Kompositzement CEM V
Hydratationswärme:
Die Wärme die frei wird wenn der Zement erhärtet
Lösender Angriff:
Der Zementstein wird aus dem Beton/Mörtel herausgelöst. Von außen nach innen. Am Absanden der
Oberfläche zu erkennen
Auslöser: Säuren, Basen, Austauschfähige Salze, Fette und Öle

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Festigkeit:
abhängig von:

• Zementgehalt
• der Wassergehalt
• der Wasserzementwert
Bautechnische Eigenschaften:

• Raumbeständigkeit (es darf durch Treiben keine Zerstörung eintreten)


• Bluten des Zementsteins (Wasserabsondern → Homogenität wird zerstört)
• Schrumpfen (Volumenkontraktion durch Wasser)
• Schwinden und Quellen (Volumenveränderung infolge von Austrocknung bzw.
Durchfeuchtung)
• Wärmedehnung (auch durch Hydratationswärme)
• Kriechen und Relaxation

Bindemittel 2 – Kalk, Gips, Magnesiabinder, Zuschläge

Kalk – Ausgangsstoffe- Rohstoffe:


• Kalkstein
• Dolomit
• Kalkmergel
• Kalktonmergel
Luftkalk-Eigenschaften:
• geringe Festigkeit (Hydraulische Kalke haben bessere Festigkeit)
• gute Wasserdampfdurchlässigkeit
Kalkkreislauf:
𝐶𝑎𝐶𝑂3 → 𝐶𝑎𝑂 → 𝐶𝑎(𝑂𝐻)2 → 𝐶𝑎𝐶𝑂3
Brennen Löschen Erhärten
+T –CO2 -T +H2O +CO2 -H2O
• Brennen: Kalkstein wird gebrannt zu gebranntem Kalk, dabei entweicht Kohlendioxid -schnell
• Löschen: Gebrannter Kalk wird mit Wasser gelöscht zu gelöschtem Kalk -schnell
• Erhärten: Gelöschter Kalk nimmt Wasser aus der Baufeuchte, und aus der Luft Kohlendioxid
auf und erhärtet wieder zu Kalkstein – langsam
Gips- Ausgangsstoffe:
kommt in der Natur als Mineral vor – schwefelsaure Calcium
Anhydrit – anderer Kalk – kommt in der Natur als Calciumsulfat vor.
Gips-Kreislauf:
𝐶𝑎𝑆𝑂4 ∗ 2𝐻2 𝑂 → 𝐶𝐴𝑆𝑂4 ∗ 0,5𝐻2 𝑂 → 𝐶𝑎𝑆𝑂4 ∗ 2𝐻2 𝑂
Durch Brennen wird das Wasser weniger. Chemisch bleibt Gips gleich, nur der Wassergehalt ändert
sich. Mit der Zeit nimmt es wieder Wasser auf und wird wieder zum Ausgangsstoff.

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Gips-Anwendungsgebiete:

• Stuckgips
• Putzgips
• Estrichgips
• Anhydritbinder
Gips – schädliche Reaktionen:
Verwendung von Gips mit folgenden Materialien kann zu schädlichen Reaktionen führen:

• Hydraulische Bindemittel: → Bildung von Ettringit → Kristallneubildung → Gefügezerstörung


durch Treiben
• Metalle: das starke Sorptionsverhalten von Gips wirken auf Stahl und Eisen stark
korrosionsfördernd.
Zuschläge – Begriffe:

• Korngemisch: Gesteinskörnungen, die aus einer Mischung von groben und feinen
Gesteinskörnungen besteht und für die Betonherstellung geeignet ist.
• Korngruppe: Bezeichnung einer Gesteinskörnung mittels unterer und oberer Siebgröße
• Mehlkorn: Kornanteil im Beton unter 0,125mm.
• Überkorn: Kornanteil in %, der im eine Kornklasse größeren Sieb liegen geblieben ist.
(grobe Gesteinskörnung: muss zwischen 1 und 20% sein, fein: zw. 1 und 15%)
• Unterkorn: Kornanteil in %, der ins eine Klasse kleinere Sieb durchgegangen ist.
(grobe Gesteinskörnung: muss zwischen 1 und 20% sein, fein: zw. 1 und 15%))
• Kornklasse: Die Korngruppe von der am meisten Korn vorhanden ist – die erwünschte Klasse
an Körnern.
• Feinanteile: die Anteile an Gesteinskörnung, die durch ein 0,063mm Sieb durchgehen.
• Kornform: Form der Gesteinskörner soll möglichst rund sein. Dürfen nicht mehr als 50%
Plattigkeitszahl haben

Kunststoffe

Herstellverfahren – Möglichkeiten der Kettenbildung


• Polymerisation: - unter Aufhebung der Doppelbindungen und Aktivierung der Moleküle bzw.
Endgruppen
o Es lagert sich immer ein Molekül nach dem anderen an das sogenannte reaktive
Kettenende an.
o Initiatoren: Peroxide, AZOVerbindungen, spezielle Säuren und Baden
o Terminator beendet die Reaktion
o es entstehen großteils Thermoplaste (lassen sich in einem bestimmten
Temperaturbereich verformen)
• Stufenpolymerisation- Pollyaddition oder Polykondensation
o Das Molekulargewicht der so entstehenden Ketten wird stufenweise größer
o Polyaddition: es entstehen keine Nebenprodukte
o Polykondensation: Reaktion der Endgruppen unter Abspaltung eines Restprodukts.
o Es entstehen großteils Duroplaste (können nach Aushärtung nicht mehr verformt
werden) und Elastomere (formfeste, aber Elastische Kunststoffe)

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Bindung in Polymeren – Anordnung der Molekülketten:

• Bindungskräfte:
o Hauptvalenzbindungen: kovalente Bindung (Atombindung) – innerhalb der
Makromoleküle
o Nebenvalenzkräfte: zwischenmolekulare Kräfte
• Anordnung der Molekülketten
o lineare Makromoleküle
o vernetzte Makromoleküle

Molekularer Aufbau und Anordnung der Molekülketten


Thermoplastische Polymere Duroplastische Polymere Elastomere
lineare & verzweigte engmaschig vernetzte weitmaschig vernetzte
Makromoleküle Makromoleküle Makromoleküle
werden beim Erwärmen werden beim Erwärmen steifer werden beim Erwärmen
weicher und als Folge davon weicher → erst dann
unbrauchbar verwendbar
Herstellung von Formen durch Herstellung von Formen durch Herstellung von Formen durch
Spritzgießen, Blasformen Pressformen, Spritzpressen Vulkanisieren
• Polyethylen (PP) • Polyester • Silikongummi
• Polystyrol (PS) • Epoxidharze
• Polyvinylchlorid (PVC) • Formaldehyharze
• Polyester (PES)

Aluminium

Eigenschaften:
• gute Korrosionsbeständigkeit
• Leichtigkeit
• Festigkeit: ca. 60N/mm²-530N/mm²
• gute Verformbarkeit
• gute Spanbarkeit (Bohren, Fräsen)
• Aluminiumbauteile sind mit allen üblichen Verfahren zu fügen
• Aluminiumgusslegierungen sind gut gießbar
• großes Wärmereflexionsvermögen
• große Elektrizitäts- und Wärmeleitfähigkeit
• vielseitig veredelbar
• gesundheitlich unbedenklich und ungiftig
Werkstoffe und Eigenschaften:
Reinaluminium Aluminiumlegierungen
Knetlegierungen Gusslegierungen
Herstellung durch Walzen Herstellung durch Walzen, Herstellung durch Sand-,

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Strangpressen, Ziehen, Kokillen-, und Druckguss
Schmieden
aushärtbar und nicht gutes Formfüllungsvermögen
nicht aushärtbar
aushärtbar und gute Gießbarkeit
aushärtbar: Verfestigung durch Aushärten
nicht aushärtbar: Verfestigung nur durch Kaltverformung
Oberflächenkorrosion:

• „rostet nicht“, da pH-Wert zwischen 5 bis 8 und bildet eine Oxidschicht, die im allgemeinen
beständig ist.
• Korrodiert sehr langsam.
• je höher der Reinheitsgrad, desto bessere Korrosionsbeständigkeit (Reinaluminium am
besten)
Korrosion mit mechanischer Beanspruchung:
• Spannungsrisskorrosion: unter Zugbeanspruchung
• Interkristalline Spannungsrisskorrosion: durch Versprödung der Korngrenzen durch
eindiffundierenden Wasserstoff
• Schwingungsrisskorrosion: Rissbildung, die beim Zusammenwirken von mechanischer
Wechselbeanspruchung und Korrosion entsteht.
Oberflächenbehandlung:

• mechanische Behandlungsmethoden:
o Putzen, Schleifen, Bürsten, Polieren, Strahlen (→ Beseitigung von Unebenheiten,
fehlerhaften Stellen und Schweißnahtüberhöhungen)
• chemische Behandlungsmethoden:
o zum Reinigen und Entfetten
o zur Verbesserung des Haftvermögens für organische Beschichtungen
Anodische Oxidation:

• Aluminium erzeugt aufgrund starker Affinität zu Sauerstoff sehr schnell eine natürliche
Oxidhaut an seiner Oberfläche, die einen sehr guten Korrosionsschutz bildet.
• Dies führt zur Entwicklung der anodischen Oxidation, bei der die Oberfläche elektrolytisch
oxidiert wird → Dadurch wird die natürliche Oxidschicht mittels Elektrolyse auf ein Vielfaches
verstärkt.
• Naturanodisierung:
erzeugt farblose, durchsichtige Oxidschichten. Poren werden durch Eintauchen in kochendes
Wasser verdichtet
• Farbanodisierung:
beim Versiegeln wird Farbe in die Poren eingebracht → nicht lichtecht und dadurch nicht
geeignet für Außenanwendungen.
• Selbstfärbende Anodisierungsschicht:
abhängig von der Zusammensetzung der Legierungstypen.
• Elektrolytischer Färbungsprozess:
nach dem Anodisieren wird das Werkstück in eine Metallsalzlösung getaucht. Unter Einfluss

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von elektrischem Strom wird das Metall reduziert → Farbschichten sind witterungsbeständig
und haltbar.
• für gute Farbqualitäten müssen Legierungen in geeigneter Qualität verwendet werden (mit
wenig Verunreinigungen und gleichmäßiger Verteilugn der Legierungsbestandteilen)
Emaillebeschichtung:
• Aluminium lässt sich nicht ohne eine Vorbehandlung lackieren – wegen der geschlossenen
Oxidschicht → Konversionsschicht ersetzt Oxidschicht.
• Konversionsschicht: ist Schutzbarriere auf dem Aluminium und bildet Schnittstellen zwischen
Aluminium und Lack
o Nasslackverfahren: nass aufgetragen → Lufttrocknung
o Pulverbeschichtungsverfahren: Pulver aufgetragen → Einbrennlackierung

Mörtel
Definition:
Mörtel sind Gemische, die aus einem oder mehreren miteinander verträglichen Bindemitteln
bestehen und in der Regel mineralische Zuschläge mit <8mm Größtkorn enthalten.

Mörtelarten – nach der Art der Eigenschaften und/oder dem Verwendungszweck:


• Normalmauermörtel: Mauermörtel ohne besondere Eigenschaften
• Dünnbettmörtel: Mauermörtel nach Eignungsprüfung mit einem Größtkorn weniger als oder
gleich einem normmäßig festgelegten Wert. (z.B: EN <2mm)
• Leichtmauermörtel: Mauermörtel nach Eignungsprüfung mit einer Trockenrohdichte des
Festmörtels unterhalb eines bestimmten Wertes. Für die Trockenrohdichte des
Leichtmauermörtels gilt ein Maximalwert von 1300 kg/m³
Normmäßige Mörtelklassen:
Klassen M1 M2,5 M5 M10 M15 M20 M d*
Druckfestigkeit
1 2,5 5 10 15 20 d*
(N/mm²)
d: vom Hersteller angegeben , aber mehr als 25N/mm²

Aufgaben des Mörtels:


• einen zusammenhängenden Baustoff „Mauerwerk herzustellen – d.h. die Zwischenräume
zwischen den Mauersteinen vollflächig zu verfüllen, um den Feuchtigkeitsschutz,
Wärmeschutz, Schallschutz und den Brandschutz zu gewährleisten.
• die Maßabweichung der Steine auszugleichen

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Richtwerte für das Mischungsverhältnis:
Mischungsverhältnis in Raumteilen
Mörtelgruppe Luftkalk und Wasserkalk
Hochhydr.
Zement Kalkteig Kalkhydrat Hydr. Kalk Sand
Kalk
1 3,5
M1
1 3
M2,5 1 1,5 8
M5 1 2 8
M10 1 3

Festigkeitsentwicklung der Mörtelgruppen in % bezogen auf die erreichbare Endfestigkeit

Putz- und Mauerbinder – Definition:


Putz- und Mauerbinder ist ein werksmäßig hergestelltes, feingemahlenes, hydraulisches Bindemittel,
dessen Festigkeit im Wesentlichen auf dem Vorhandensein von Portlandzementklinker beruht.

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Putzmörtel
Definition:
Gemisch aus einem oder mehreren Bindemitteln, Zuschlagstoffen (Korngröße meist zwischen 0,1mm
und 4mm), Wasser, fallweise auch Zusatzmitteln und/oder Zusatzstoffen
Abkürzungen:
• GP .................................Normalputzmörtel
• LW .................................Leichtputzmörtel
• CR ..................................Edelputzmörtel
• OC .................................Einlagenputzmörtel für außen
• R ....................................Sanierputzmörtel
• T ....................................Wärmedämmputzmörtel
• FP ..................................Bruchbild
Einteilung der Putze
Nach dem Herstellungskonzept • Mörtel nach Eignungsprüfung
• Mörtel nach Rezept
Nach Herstellungsort/Herstellungsart: • Werkmörtel, Werkmäßig hergestellter M.
• Baustellenmörtel
Nach den Eigenschaften/Verwendungszweck • Normalputzmörtel, Leichtputzmörtel
• Edelputzmörtel, Einlagenputzmörtel
• Sanierputzmörtel, Wärmedämmmörtel
Nach dem Ort der Aufbringung • Innenputz
• Außenputz
Nach der Putzlage • Unterputz (Grundputz)
• Oberputz
Bezeichnungen für die Praxis
• Spritzbewurf (Vorspritzer)
• Unterputz (Grundputz, Grobputz)
• Oberputz (Feinputz)
Zusammensetzung von Unterputzen
• Bindemittel
o Kalk, Gips, Zement
• Zuschläge
o Sande, Leichtzuschläge
• Additive
o Wasserrückhaltemittel, Luftporenbildner, Seifen (Wasserabweisung),
Dispersionsmittel (Haftung), Sonderadditive (Verzögerer)
Kategorien für Druckfestigkeit, Wasseraufnahme und Wärmeleitfähigkeit:
Eigenschaften Kategorie Werte

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CS I 0,4 – 2,5 N/mm²
CS II 1,5 – 5,0 N/mm²
Druckfestigkeit nach 28 Tagen
CS III 3,5 – 7,5 N/mm²
CS IV >6 N/mm²
W0 nicht festgelegt
Kapillare Wasseraufnahme W1 c≤ 0,4 kg/m²*min0,5
W2 c≤ 0,2 kg/m²*min0,5
T1 ≤ 0,1 W/mK
Wärmeleitfähigkeit
T2 ≤ 0,2 W/mK

Schichtdicken von mineralisch gebundenem Mörtel an Wänden

• Spritzbewurf (Vorspritzer)
o innen: 3 bis 5mm
o außen 3 bis 5mm
• Grundputz
o innen: 10mm
o außen: 15mm
Putzschäden und ihre Ursache

• Risse (Setzungen, falsche Bauteile, konstruktive Fehler, zu geringe Putzdicke)


• Zerstörung des Mörtelgefüges (Nachlöschende Bestandteile des Kalks, Frosteinwirkung auf
frischen Putz)
• Unzureichende Mörtelfestigkeit (Zu geringer Bindemittelgehalt, Zu hoher Anteil an
organischen Bestandteilen des Sandes, Zu starker Wasserentzug durch Putzgrund)
• Unzureichende Haftung des Putzes, Loslösen der Putzschale (Zu starker Wasserentzug durch
den Putzgrund, Zu geringe Rauhigkeit des Putzgrundes)
• Feuchtigkeitsschäden (Unsachgemäße Verarbeitung von Frostschutzmitteln, Fehlende
Ableitung bei auftretender Feuchtigkeit, Falsche Sockelausbildung)
• Verfärbung, Verschmutzung der Putzflächen (Ausblühende Salze, ungleichmäßige
Mischungsverhältnisse, Übermäßig rauhe Putze)

Estrichmörtel
Definition:
Unter Estrich versteht man dünne Fußbodenschichten (1-8cm) aus Mörtel (oder anderem), die in
steifer oder plastischer Form aufgetragen werden.
→ in fester Verbindung mit dem Unterboden (Verbundestrich)
→ auf eine besondere Zwischenschicht (Schwimmende/Gleitende Estriche)
Verbesserung der Beanspruchbarkeit von Estrichen:
• Veränderung der Mörtelzusammensetzung
• Oberflächenbehandlung des Estrichs
• Beschichtung des Estrichs

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Keramik

Ausgangsstoffe:
• Tonerdesilikate (Ton, Lehm)
Ton und Tonerde

• Ton entsteht durch Verwitterung fester Gesteine in der Natur


• Tonerde ist eine Mischung von Ton und Lockergesteinen
• reiner Ton besteht aus Aluminium-Silicaten und Hydratwasser, chemisch Kaolin

Grundlagen der Herstellung von keramischen Baustoffen


beim Brennen einer Feinkeramik treten folgende Prozesse auf:
• 20 – 200°C: Trocknen der Rohmasse
• 200-450°C: Abgabe des absorbierten Wassers
• 450-600°C: Bildung von Metakaolin
• 600-900°C: Bildung einer reaktionsfähigen Oxidmischung
• 1000-1500°C: Bildung von Mullit (Festigkeitsträger)
Einteilung der keramischen Baustoffe nach der Struktur

• Grobkeramik: Ziegel, Klinker, Steinzeug,…


• Feinkeramik: Steingut, Porzellan
Einteilung der keramischen Baustoffe nach der Brenntemperatur:

• Irdengut (900-1300°C)
• Sintergut (1150-1450°C)
• Feuerfeststeine (1300-1800°C)
Keramische Produkte !
Baustoffart Grobkeramik Feinkeramik
Irdengut mir porösem • Mauerziegel • Irdengutfliesen
Scherben • Deckenziegel • Steingutfliesen und –
• Dachziegel Geschirr mit Glasur
Sinterzeug mit dichtem • Klinker • Steinzeugfliesen
Scherben • Riemchen • Porzellan mit und ohne
• Spaltplatten Glasur
• Steinzeug • Sanitärporzellan
• Steinzeugplatten
Feuerfeste Steine • Steine
• Formstücke

Ziegelsteine – Ausgangsstoffe:

• mehr oder weniger mit Sand abgemagerte Tone

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• tonhaltige Rohmassen oder Lehme mit möglichst wenigen Verunreinigungen
• Porenbildner
Ziegelherstellung
1. Tonabbau, Rohstoffgewinnung
2. Rohstoffaufbereitung
3. Formgebung
4. Trocknung < 200°C
5. Vorwärmen
6. Brennen 900-1100°C
7. Abkühlen
8. Verpacken, Palettierung
Mauerziegelarten !
Ziegelart Kurzbezeichnung Ziegelrohdichte (kg/m³) Druckfestigkeit (N/mm²)
Mauerziegel -Vollziegel MZ ca. 1600 5-50
Mauerziegel-gelocht MZ ca. 1100 5-50
Hochlochziegel HLZ
Normalklinker - Klinker –V ca. 2000 >60
Vollklinker
Kleinlochklinker Klinker-KL >60
Lochklinker >60
Sonderklinker >60
Sichtziegel SZ ca 2000 >25
Vormauerziegel VMZ
Mauerziegel – Vollziegel Abmessungen:
• Ältestes Mauerziegelformat: 29*14*6,5
• Normalformat: 25*12*6,5
o Maßtoleranz: Länge und Breite ±5% aber max. 5mm
Normanforderung – Unterscheidung !:
• LD-Ziegel: Mauerziegel mit einer Brutto-Trockenrohdichte von < 1000kg/m³ - zur
Verwendung in geschütztem Mauerwerk
• HD-Ziegel: Mauerziegel mit einer Brutto-Trockenrohdichte von >1000kg/m³ zur Verwendung
in ungeschütztem Mauerwerk
Keramische Dachziegel
• Tondachziegel sind Elemente der Dacheindeckung für überlappende Verlegung auf geneigten
Dächern-
• Sie werden aus tonigen Massen mit oder ohne Zusätzen hergestellt.
• Die Formgebung erfolgt auf Strangpressen und oder Formpressen. Anschließend werden sie
vorgetrocknet und gebrannt.
• Sie können auf ihrer Oberfläche ganz oder teilweise mit einer Glasur versehen sein.

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Keramische Dachziegelarten

• Flachziegel: Biberschwanzziegel – kein Falz


• Falzziegel: Horizontal- und Vertikalfalz
• Strangfalzziegel: ein Vertikalfalz

Glas
Ausgangsstoffe:

• 60% Quarzsand SiO2 Kieselsäure im Quarzsand ist glasbildend


• 20% Kalk+ Dolomit CaCO3 verleihen dem Glas die Härte, Glanz und Haltbarkeit
• 20% Soda+ Sulfat Na2CO3 fördern die Verflüssigung
Herstellung:
• Rohmaterial wird einen auf 1550°C erhitzten Ofen zur vollkommenen Schmelze gebracht.
• Verfahren:
o Mundblasverfahren (bis zur Einführung der Maschinen, Pfeife in glühendes Glas
getaucht. Der anhaftende Tropfen wird angeblasen und vergrößert.)
o Gussglaserzeugung (Durch Gießen und Walzen im Fließbandverfahren)
o Maschinenglasherstellung (Tafelgläser mittels Ziehverfahren durch maschinelle
Einrichtungen)
o Floatglasherstellung
Herstellung – Das Float – Verfahren
• 1969 entwickelt - Heute fast ausschließlich nur dieses Verfahren verwendet.
• Das dickflüssige, leichtere Glas breitet sich auf einem Metallbad aus und wird am Badeende
mittels Rollen weiterbefördert, wobei es vorsichtig abgekühlt und entspannt wird.
• Das so hergestellt Produkte ist völlig durchsichtig und hat planparallele Oberflächen.

Grundmaterialien – Einteilung der Gläser:


Bei den modernen Grundprodukten unterscheidet man:
• nicht vorgespanntes Floatglas
• vorgespanntes Floatglas: teilvorgespanntes Glas (TVG), Einscheibensicherheitsglas (ESG)
Vorgespanntes Floatglas – Spannungsverteilung:
Spannungsverteilung in einer vollvorgespannten
Zustand des Glases/Art der Beanspruchung
Glasscheibe

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Nach dem Erhitzen und planmäßigen Abkühlen

Unter Belastung infolge eines positiven


Biegemoments
→Die Druckspannung erhöht sich am oberen
Rand und sinkt am unteren Rand

Produkte aus den Grundmaterialien


• Verbundgläser und Verbundsicherheitsgläser (VSG)
o Verbundglas besteht aus zwei oder mehr Glasscheiben, die durch Gießharze oder
Folien als Zwischenschichten fest miteinander Verbunden sind.
o Verbundsicherheitsglas: für Schaufenster, Banken, Juweliere,…
• Isoliergläser
o Aus zwei oder mehreren gleich- oder ungleichartigen Scheiben, wobei die Scheiben
auf Abstand gehalten werden und der Rahmen im Randbereich dicht verschlossen
ist.
o Arten
▪ Wärmeschutzgläser: Luftschicht, Gasfüllung oder Zwischenlage zw. Scheiben,
reflektierende Scheiben
▪ Sonnenschutzgläser: Zwischenlage zw. Scheiben, absorbierend oder
reflektierende Scheiben
▪ Schallschutzgläser: Gasfüllung oder größerer Abstand zw. Scheiben,
unterschiedliche Glasstärken oder mehrere Glasscheiben
▪ Gläser mit optischem Effekt: mit Farbglas, beschichtetem- oder Gußglas, mit
Sprossen oder Zierverglasung, mit gewölbten Scheiben.
▪ Gläser mit Sicherheitsfunktion: mit Drahtnetzeinlage,
Einscheibensicherheitsglas, Alarmdrähten oder Zwischenlagen
▪ Gläser für transparente Wärmedämmung (TWD)
• Spezialgläser
o Brandhemmende Gläser (mit F oder G bezeichnet)
o Durchwurfgläser (A1,A2,A3), Durchbruchgläser (B), Durchschussgläser (C),
Sprengwirkungshemmende Gläser
o Sicherheitsgläser mit Alarmverdrahtung
o Beheizbare Gläser
o Glaselemente mit integrierten Lichtlenkelementen
o Gläser mit veränderbarer Durchsicht
o Gläser mit integrierten Solarzellen
o Elektromagnetisch abschirmende Gläser

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Bearbeitung von Glas

• Schneiden: Mit Diamantschneider, Stahlrädchen, Diamantsäge


• Bohren: Lochdurchmesser ≥ Glasdicke
• Ausschnitte: Praktisch Alle Formen möglich
• Kantenbearbeitung: Gesäumte Kanten, Geschliffene Kanten, Polierte Kanten, Facettierung
(schräg angeschliffen)
Technische Eigenschaften

• Dichte .............................................................................. ca. 2500kg/m³


• Druckfestigkeit................................................................. ca. 800N/mm²
• Biegezugfestigkeit............................................................ ca. 30N/mm²
• E-Modul ........................................................................... ca. 73000N/mm²
• Wärmedehnung............................................................... 9*10-6 K-1
• Erweichungstemperatur .................................................. ca. 600°C
• Wärmeleitzahl ................................................................. ca. 0,8 W/mK (ESG)
Spannungs-Dehnungslinie

Frischbeton

Begriffsbestimmung:
Erhärtetes Gemisch aus:
• Zement
• Feinen Gesteinskörnungen
• Groben Gesteinskörnungen
• Wasser
• + eventuell Zusatzstoffe
• + eventuell Zusatzmittel
Die Erhärtung erfolgt in einer Schalung, die dem Bauteil die gewünschte Form gibt.
Einteilung

• nach dem Erhärtungszustand:


o Festbeton: erhärteter Beton
o Frischbeton: verarbeitbarer Beton
• nach der Rohdichte:

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Festbetonrohdichte (kg/dm³) Gesteinskörnung (Beispiele)
Naturbims, Hüttenbims,
Leichtbeton zwischen 0,8 und 2
Blähton, Bläschiefer
Sandkies, Kies, Kalkstein,
Normalbeton zwischen 2 und 2,6
Hochofenschlackensand
Schwerspat, Eisenerz,
Schwerbeton über 2,6
Stahlsand, Stahlschrott
• gemäß ÖNORM B4700
ÖNORM
B15 B20 B25 B30 B40 B50 B60
B4200
ÖNORM
C12/15 C16/20 C20/25 C25/30 C30/37 C35/45 C40/50 C45/55 C50/60
B4710
Definition Gesteinskörnung:
sind ein Gemenge von Körnern aus natürlichem, künstlichem, dichtem, porigem Gestein.
• Mengen- und volumenmäßig bilden Gesteinskörnungen den Hauptbestandteil im Beton.
• Im Sprachgebrauch auch „Zuschlag“ genannt.
Fasern:
werden dem Zementstein bzw. dem Beton zugegeben um die Zug- und Biegefestigkeit, sowie die
Verformbarkeit bei hoher Beanspruchung zu erhöhen.
Zumischung von Polypropylenfasern zur Erhöhung des Abplatzverhaltens von Beton unter
Brandangriffen.
Unterteilung der Gesteinskörnung in Korngruppen:
Nach den Prüfkorngrößen (Nennweite einer Sieböffnung in mm, durch die ein Korn gerade noch
durchgeht; genormt), werden die Gesteinskörnungen in verschiedene Korngruppen eingeteilt. Eine
Korngruppe, ist die Bezeichnung einer Gesteinskörnung mittels unterer (d) und oberer (D) Siebgröße.
Durch die jeweilige Verdoppelung der Lochweite von einem Sieb zum nächst größeren wird
berücksichtigt, dass sich die Kornverteilung im gröberen Bereich auf die Eigenschaften des Betons
weniger auswirkt als im feineren Bereich.

Begriffe zu Gesteinskörnung:

• Korngröße D: Nennweite einer Sieböffnung in mm, durch die ein Korn gerade noch
hindurchgeht. Prüfkorngrößen sind durch ÖNORM festgelegt. (Österreich: Größtkorn GK)
• Gesteinskörnung: Gemenge von Körnern gleicher oder unterschiedlicher Korngröße; die
Körner können natürlich, industriell hergestellt oder recycelt sein.
• Prüfsiebe: Die Kornzusammensetzung wird auf Prüfsieben ermittelt. Die EN legt die
Nennweiten und Öffnungen und die Form fest.
• Siebdurchgang: Beim Siebversuch durch ein Prüfsieb hindurchgegangene Menge in % der
Gesamtmenge.
• Kornzusammensetzung: Anteile der Korngruppen nach Masse innerhalb eines
Gesteinskörnungsgemisches.

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• Mehlkorn: Feinstanteile, bestehend aus Zement, von 0 bis0,125 mm

Kornform:

• möglichst gedrungen (rund)


• mittels Kornformkennzahl SIINDEX angegebene: Gibt an wie viel Prozent der Körnung das
Verhältnis der Größten Länge zur kleinsten Dicke von 3:1 haben dürfen. In Österreich
meistens SI40
• Runde, gedrungene Körner sind verdichtungswillig – länglich, splittrige, plattige sind
sperriger.
Größtkorn:
Nenngröße muss:

• kleiner ¼ der kleinsten Bauteilabmessung


• bei Bauteilen mit einlagiger Bewehrung: kleiner das 1,25-fache des kleinsten lichten
Abstandes.
• bei Bauteilen mit mehrlagiger Bewehrung: kleiner das 0,8-fache des kleinsten lichten
Abstandes der Stahleinlagen.
8mm • dünnwandige Bauteile bis 8cm
• hochfester Beton
16mm • Bauteile mit 8-12cm Dicke
• Bauteile mit mehrlagiger Bewehrung
22mm • Bauteile mit mehr als 12 cm Dicke
• Stahlbeton mit einlagiger Bewehrung
32mm • dickwandige Bauteile über 20cm

Körnungsziffer (k-Wert):
Als Körnungsziffer wird die Summe der auf dem Normsiebsatz ermittelten Rückstandprozente
dividiert durch 100 bezeichnet

R i = Rückstand in % auf dem Sieb i

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Gesamtwasser –Allgemeine Anforderungen:

• verschiedene Arten von Angriffen


o rein chemisch: reiner Lösungsvorgang durch weiches Wasser, Säuren, starke Basen,
Salze, Öle, Fette
o chemisch-physikalisch: durch chemische Reaktion mit dem Zementstein → Bildung
neuer Verbindungen mit größerem Volumen = Treiben
• Als Zugabe für Beton kann im Übrigen jedes in der Natur vorkommende nicht verunreinigte
Wasser angewendet werden sofern der Salzgehalt und 3,5% liegt. Trinkwasser ist geeignet.
• Gesamtwasser setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
o Zugabewasser
o an der Oberfläche des Zuschlags haftende Feuchtigkeit
o Wasser aus Zusatzmitteln und Zusatzstoffen
o eventuell: Wasser von zugefügtem Eis oder von Dampfbeheizung
Zusatzstoffe: k-Wert Ansatz
Zusatzstoffe dürfen bei der Betonzusammensetzung auf den Zementgehalt und den
Wasserzementwert angerechnet werden, wenn sie geeignet sind. Berücksichtigt wird dies im „k-Wert
Ansatz“:
• statt Wasserzementwert → “ Wasser/(Zement + k * Zusatzstoff)-Wert“
• k-Wert für Flugasche, Silicastaub und AHWZ nachschaubar
• nur für Zusatzstoffe des Typs 2
Frischbetonherstellung- Konsistenzbestimmung:
in ÖNORM 4 Methoden:
• Setzmaß
• Setzzeit
• Verdichtungsmaß
• Ausbreitmaß
Mehlkorn:
Mehlkorngehalt= Anteil des Kornes unter 0,125mm im Betonmischgut.
Mehlkorn = Zement + (Anteil des Zuschlags mit Korngrößen < 0,125 mm+ ggf. feine
Betonzusatzstoffe)
Vorteile:
• verhindert Entmischungsgefahr
• steigert Dichtigkeit des Betons
Nachteile:

• kann Tausalzwiderstand, Verschleißwiderstand des Betons negativ beeinflussen.


Frischbetonherstellung- Verdichtung:
Erst durch die Verdichtung entsteht Baustoff Beton. Luft wird herausgerüttelt. Ziel ist es, möglichst
viel Luft aus dem Beton entweichen zu lassen → gewünschte Festigkeit wird erreicht. Außerdem wird
dadurch jeder Winkel der Schalung gut ausgefüllt, der Bewehrungsstahl umhüllt und
Luftnester/Kiesnester vermieden.
Trotzdem bleibt ca. 1-2% Luft im Beton.

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Geräte:

• Flaschenrüttler
• Schalungsrüttler
• Rütteltische
Selbstverdichtender Beton verdichtet selbst, hat aber eine aufwendige Herstellung.
Nachbehandlung- Verhinderung der Austrocknung:
Der Beton ist bis zum genügenden Erhärten gegen schädigende Einflüsse aller Art zu schützen. Hierzu
ist der Beton im Allgemeinen mindestens drei Tage gegen Austrocknen zu schützen. Durch:

• Nassnachbehandlung: Besprühen der Betonoberflächen


• Abdeckung der Betonoberflächen
• Auftragen von Nachbehandlungsfilmen
Nachbehandlung- Schutz vor Abkühlen oder Erwärmen
Die Erhärtung des Betons wird durch niedere Temperaturen verzögert und durch höhere
Temperaturen beschleunigt.
Bis zum Erreichen der Gefrierbeständigkeit von > 5 N/mm² darf die Betontemperatur an der
Oberfläche nicht unter3°C absinken. Dann ist er vor einmaligem Durchfrieren geschützt.
Maßnahmen:
• Wärmedämmende Abdeckung, Bauzelt, Warmluftbeheizung

Festbeton

Einteilung:
erfolgt nach Druckfestigkeitsklasse+Expositionsklasse+Anforderungen f. besond. Betonanwendungen

:
Definition:
Als Festbeton beizeichnet man das weitgehend erhärtete Gemisch aus Zement, grober und feiner
Gesteinskörnungen und Wasser, mit oder ohne Zugabe von Zusatzmitteln und Zusatzstoffen.
Druckfestigkeitsklassen
C8/10 C12/15 C16/20 C20/25 C25/30 C30/37 C35/45 C40/50 C45/55 C50/60
Erste Zahl gibt charakteristische Zylinderdruckfestigkeit an; die zweite die charakteristische
Würfeldruckfestigkeit an. Immer 5% Fraktile → muss er mindestens aufweisen.
Expositionsklassen
geben an welche Anforderungen der Beton, aufgrund der Umwelteinflüsse, denen er im eingebauten
Zustand ausgesetzt ist erfüllt.

X0 XC XD XS XF XA XM

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Frost und
kein Chemischer
Karbonatisierung Chloride Meerwasser Frost- Verschleiß
Angriffsrisiko Angriff
Tausalz

Anforderungen für besondere Betonanwendungen


Selbstverdichtender
Unterwasserbeton Pumpbeton Sichtbeton
Beton
besondere
Beton mit geringer verlängerte verzögerte
Wärmeentwicklung beim
Blutneigung Verarbeitbarkeit Anfangserhärtung
erhärten

Festigkeitseigenschaften von Normalbeton- Bezeichnungen

• fc,150: ist jener Wert, der mittels Druckprüfung am Würfel (150x150x150mm) direkt ermittelt
wird.
• fck,cube: ist die charakteristische Würfeldruckfestigkeit, die der Beton für eine bestimmte
Festigkeitsklasse mindestens aufweisen muss
• fck,cyl: ist die charakteristische Zylinderdruckfestigkeit, die der Beton für eine bestimmte
Festigkeitsklasse mindestens aufweisen muss
• Druckfestigkeit: wichtigste Betoneigenschaft. Wird mittels Druckversuch nach 28 Tagen
ermittelt. Abschätzung direkt am Bauwerk mittels Betonrückprallhammer möglich.
Einflüsse auf die Betondruckfestigkeit: Wasser-Bindemittelwert, Zementfestigkeit
Das Verhältnis zwischen Wasser und Bindemittel (W/B-Wert) ist ausschlaggebend für die Festigkeit
des Betons. Der Zement kann nur etwa eine Wassermenge von 40 % seines Gewichtes binden. was
einem Wasserzementwert von W/Z= 0,40 entspricht.
wenn höher: Überschusswasser nimmt Raum im Zementstein ein bildet feine, zusammenhängende
Kapillarporen → Eigenschaften des Zementsteins und damit des Betons verschlechtern sich.

Einflüsse auf die Betondruckfestigkeit: Zementgehalt


• Steigert man den Zementgehalt bei gleichbleibender Anmachwassermenge
→ W/Z-Wert sinkt→Festigkeit steigt
aber: Beton wird steifer →schlechter zu verarbeiten.
• Steigert man den Zementgehalt bei gleichbleibendem W/Z
→ Struktur und Porosität des Zementsteins verändern sich nicht
→ Dicke der Zementsteinhüllen um die Zuschlagkörner nimmt zu →Betondruckfestigkeit fällt
gering ab.
Verformungsverhalten: spannungsunabhängige Ursachen
• Hydratation als Schrumpfen
• Austrocknen als Schwinden
• Wasseraufnahme als Quellen
• Temperaturänderungen als Temperaturverformung

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Die genannten Verformungen sind spannungsunabhängig, jedoch zeitabhängig!
Verformungsverhalten: spannungsabhängige Ursachen

• elastische Verformungen (bei kurzer Belastung)


• plastische Verformungen
• anelastische Verformungen
• viskoelastische Verformungen (Kriechverformungen) (bei langer Belastung)
Verformungen infolge von Lasten und Kräften sind spannungs- und teilweise zeitabhängig

Stahl 1

Definition:
Stahl ist eine Eisen-Kohlenstofflegierung bis maximal 2,06% Kohlenstoff
Herstellung:
Zwei Stufen:
1. Aufbereitung der Erzes und Verhüttung – Hüttenwerk
a. Der Hochofenprozess (Verarbeitung des Roheisens)
i. Aufbereitung des Erzes
(Reinigung ,Zuschläge, Koks, Kohle, Erdgas beimengen, Stahlschrott
beimengen)
ii. Aufschmelzen im Hochofen (chemischer Prozess → Erz zu Eisen reduziert – O
entzogen → bindet sich zu C → CO))
2. Stahlerschmelzung und Formgebung – Stahlwerk
a. Frischen
b. Desoxidation
c. Einfluss der Legierungselemente und Stahlbegleiter
Die wichtigsten Erze für die Stahlerzeugung:
Bezeichnung Eisengehalt
Magneteisenstein 60-70%
Roteisenstein 40-60%
Brauneisenstein 50-55%
Spateisenstein 30-40%

Produkte des Hüttenwerks


• Schlacke (1 Tonne Roheisen → 1 Tonne Schlacke = nichtmetallischer Schmelzrückstand)
• Roheisen (C-Anteil > 2%, weißes→ Stahlherstellung, graues→Gusseisen)
Ziele des Herstellungsprozesses:

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• Bei der Stahlherstellung wird der Kohlenstoffanteil gesenkt
• Unerwünschte Nebenbestandteile entfernen
• diverse Legierungsmetalle hinzufügen
Frischen
Verfahren zur Verringerung des C-Gehalts
• Sauerstofffrischverfahren (LD-Verfahren)
• Elektrostahlverfahren
• Windfrischverfahren

Desoxidieren des Stahles:


Im Normfall ist der durch das Frischenerzeugte Rohstahl fertig zur Verarbeitung.
Erhöhte Qualitätsanforderungen bedingen jedoch eine Nachbehandlung → Desoxidation-
Maßnahmen zur Entfernung des Restsauerstoffes durch Zugabe anderer Stoffe (Si, Mn, Al)

Das Prinzip der Stahlerzeugung !

Formgebung

• Stahlguss
• Warmverformung (unter 900 bis 1200°C)
• Kaltverformung (für Produkte mit kleinen Querschnitten und hoher Maßgenauigkeit. Durch
Kaltverformung tritt eine Erhöhung der Festigkeit ein)
Nachbehandlung von Stahl
Stahl wird erwärmt und nach verschiedenen Verfahren wieder abgekühlt

• Härten (Abschrecken in Wasser oder Öl führt zu starker Erhöhung von Härte und Festigkeit)
• Anlassen (Nach dem Härten erneut erwärmen → Zähigkeit wird erhöht)
Verbindung von Härten und Anlassen = Vergüten des Stahls
• Glühen (langsames Abkühlen)
Unlegierte Stähle – legierte Stähle

• Unlegierte Stähle: Grenzwerte für Legierungselemente sind unterschritten

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• Legierte Stähle
o Niedrig legierte Stähle: unter 5%
o Hoch legierte Stähle: über 5%
Legierungselemente:
werden dem Stahl absichtlich in definierten Mengen zugefügt um definierte Eigenschaften zu
erzielen.
• Erhöhung der Festigkeit
• Steigerung des Korrosionswiderstandes
• Steigerung des Verschleisswiderstandes

Stahlbegleiter und Spurenelemente:


Unerwünschte Elemente im Stahl, die aus den Erzen, Zuschlagsstoffen und dem eingesetzten Schrott
stammen werden so weit wie möglich reduziert.
• Schwefel: niedriger Schmelzpunkt, spröde
• Phosphor: Herabsetzung der Zähigkeit
• Sauerstoff: Starke Versprödung

Stahl 2 – Technische Eigenschaften

Eigenschaften:

• Dichte ρ = 7850 kg/m³


• E-Modul 210 000 N/mm²
• Bruchdehnung: 18 - 26 %
• Wärmeleitfähigkeit λ = 40 bis 60 W/mK
Arbeitslinie von Stahl:

Kaltverfestigung
Hochwertige Stähle, die kalt verformt wurden haben keinen (oder kaum) Fließbereich. Deswegen
wird als Ersatzfließgrenze die 0,2% Dehngrenze angegeben.

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Arten und Bezeichnungen von Stählen
nach ON10027-1:
• S .................................................................. Stähle für den allgemeinen Stahlbau
gefolgt von Mindeststreckgrenze in N/mm²
• B .................................................................. Betonstähle
gefolgt von der charakteristischen Streckgrenze in N/mm²
• Y .................................................................. Spannstähle
gefolgt von Mindeststreckgrenze in N/mm²
Baustähle (S):
• Warmgewalzte unlegierte Baustähle
• Wetterfeste Baustähle und nichtrostende Stähle (durch Legierungselemente → Oxidschicht)
• Hochfeste Feinkornbaustähle
Betonstähle (B):
Zusätzliche wird der Nenndurchmesser der Stäbe angegeben.
Spannstähle (Y):
Stähle mit 0,6 bis - 0,9 % C, unlegierte oder niedriglegierte Stähle mit hoher Festigkeit.
• hohe zulässige Spannung und Streckgrenze
• kein Nachlassen der Spannung (Relaxation), Kriechen muss gering sein
• gute Zähigkeit und Dauerschwingfestigkeit (Festigkeiten nach einer gewissen Zahl von
Lastwechseln.)
• guter Korrossionsschutz
Verbindungsmittel:
• Mechanisches Verbinden (Schrauben, Bolzen)
• Thermisches Verbinden (Schweißen)
• Adhäsives Verbinden (Kleben)
Andere Einteilungen:
• punktweise (Schrauben, Nieten)
• linienhaft (Schweißnähte)

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• flächenhaft (Kleben)

• unlösbar: Schweißen, Kleben, Niete


• lösbar: Schrauben, Bolzen
4.6 Schraube: Zugfestigkeit= 4*100= 400N/mm² → Streckgrenze= 6*10% davon = 240 N/mm²
Schweißen:
Vereinigen von Werkstoffen in der Schweißzone unter Anwendung von Wärme und/oder Kraft
mit/ohne Schweißzusatz.
Verfahren: Lichtbogenschweißen, Schutzgasschweißen

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